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Laßt uns dem Tag die Ehre geben,' Ihn preisen mit des Sanges Schall, Er rief den Denker in das Leben, Den Kämpfer Ferdinand Lassall'. Wir streben frisch ihm nachzuahmen — Der Tod schon kürzte seinen Lauf— Und rufen Heuf in seinem Namen Das Volk zum Geisteskampfe auf. Sein Wunsch, das Volk befreit zu sehen Vom Sklavenjoch, ist nicht erfüllt. Stets ist noch Elend im Entstehen Und Gram und Kummer ungestillt. Schon grünt die Saat zu neuen Garben, Es sproßt die Rebe, keimt die Frucht, Das Volk wird ernten und wird darben, Gedrückt von Roth und Arbeitswucht. Hört Ihr die grausen Jammertöne, Ihr Staatenlenker, mächtig, reich? Hört Ihr der Hungernden Gestöhne? Wird Euch darob das Herz nicht weich? Hört Ihr es wohl, Ihr Millionäre? Ihr seid vielleicht auch gern bereit, „Zu trocknen manche Kummerzähre, Mit Lieb' und Menschenfreundlichkeit?" Nicht tbeilen werdet Ihr die Habe, Wie's Menschenpflicht und Recht gebeut, Ihr spendet eine Bettelgabe Und rühmt Euch deren ungescheut. Und während Andere hungernd sitzen, In der Entbehrung Kreis voll Qual; Laßt Ihr die Diamanten blitzen Und preist das„Recht" beim Weinpokal. Das Recht, oft sonderbar gedeutet, Hängt gern sich an des Mammons Schweif, Der Arme, htlflos, ausgebeutet, Ist für das Recht nur selten reif. Volk, trotze denen, die dich hassen, Mit Duldermuth ist nichts gethan, Such' Dir Dein volles Recht zu fassen Auf des Gesetzes sichrer Bahn. Versäume nicht, Dir selbst zu nützen, Am Scheidewege stehst Du schon. Willst Du der Freiheit Banner schützen? Willst Du der Knechtschaft sichern Lohn? Auf, auf! Hier gilt kein Zeitverlieren, Die Gegner sind zum Kampf bereit, "ier gilt es Stoß auf Stoß pariren, ~it Eintracht, Muth und Sicherheit. Ermanne Dich zur Gcistesregung. Die Gegner, sie vollziehen jetzt Die klärende Parteibewcgung, Sie, die so lang das Volk verhetzt. Bald werden alle Masken fallen, Dann kommt die Wahrheit zu Kredit, "Dann mags im Reiche widerhallen: „Hie Volkesfteundl— Hie Kettenschmied I" Wohl plötzlich kann die Zeit erscheinen, Daß sich das Volk zur Urne drängt, Dann müssen Alle sich vereinen. Wer träumend fitzt und Grillen fängt, Den reißt empor aus seinem Brüten Und wär er der geringste Mann; Es gilt die Knechtschaft zu verhüten, Zu brechen gilts des Elends Bann. Holt sie hervor der Arbeit Söhne, Von allen Ecken holt fie her; av"" Stber sich gewöhne, Sf" Mann zu stell'n beim Wählerheer. w'rd Bie Mühe sich belohnen, Itn«®c8ner Macht erschlafft. ö.®nV.un?ert Divisionen Urne mit vereinter Kraft. S-4WÄb* fÜ�e Schaar der Streiter, M-t �'n Tag n».t jeder Stund'. Der Ruf nach Freiheit hallet weiter. Er dnngt um s ganze Erdenrund. Bis in die neue Welt hinüber Auch unser Freundesgruß erschall Als Antwort tönt dann wohl herüber: „Hoch, hoch, die Freiheit! Hoch Lassall'!" _«harlotte Westphal. Staatssozialismus. i. t, erwähnten bereits, daß Professor Wagner, der bedeu- s£"°ste unserer„Kathedersozialisten", gegen Ende des vsrigcn »nats in öffentlicher Volksversammlung Herrn Max Hirsch gegenübertrat. Einem Manne wie Wagner ist natürlich nicht zuzutrauen, daß er sich durch Motive kleinlicher Eitelkeit zu diesem Schritt habe fortreißen lassen; ebenso wenig können wir annehmen, daß er durch die Persönlichkeit des Herrn Hirsch in die Arena gelockt worden sei. Der unglückliche„Anwalt" der halb nach ihm benannten Gewerkvereine ist nach dem einstimmi- gen Urtheil von Freund und Feind eine so vollständige Null, daß eine Disputation mit ihm keinen Ruhm bringen, den Ehr- geiz nicht anspornen kann. Herr Hirsch lieferte offenbar nur den Anlaß: Professor Wagner wollte sich als Agitator ver- suchen, und er benutzte die erste beste Gelegenheit. Warum er die Agitatorenrolle übernommen hat, das werden wir bald sehen. Zum Theil sagt eS uns sein Bortrag, der einen programma- tischen Charakter hat, und den wir hier nach der Berliner „Bolkszeiwng" mittheilen wollen: „Herr Professor Wagner," so lautet der Bericht,„ergreist das Wort, um in aller Ausführlichkeit seine Stellung zu den anderen sozialistischen und politischen Parteien darzulegen; er versichert, daß er weder das Christenthum, noch den Conserva- ttvismus vertrete, daß er aber doch die neue christlich-mos- narchisch-soziale Partei gegen die Angriffe des Herrn Hirsch in Schutz nehmen müffe. Dieselbe sei der erste praktische Versuch, das, was richtig in der Sozialdemokratie ist, mit den Mitteln, die der jetzige Staat zuläßt, zu vest- wirklichen. Die Forffchrittspartei habe Grund, die Hilfe, welche diese Partei gegen die mächtig werdende Sozialdemo- kratie darbietet, nicht von der Hand zu weisen. Die christliche Kirche habe die persönliche Unfreiheit bekämpft und durch die großartige Armenpflege, die fie in's Leben gerufen, bewiesen, daß ihr die Menschenliebe nicht fehle. Die Dynastie der Hohenzollern habe in Bezug auf Förderung des Volkswohles und durch Errichtung des modernen dcut- schen Staates auf den Trümmern des Mittelalter- lichen Feudalwesens so Großes geleistet, daß man nicht berechtigt sei, zu sagen, daß die Monarchie mit der sozialen Frage nichts zu thuu habe. Weiter nimmt Herr Wagner die Bestimmung des christlich-monarchisch-sozialen Pro- gramms in Schutz, welcher zufolge eine größere ökonomische Sicherheit der Existenz für die Arbeiter herbeigeführt werden soll. Es sei richtig, daß durch eine solche freie Bereinigung der Arbeitnehmer, wie der Gewerkvereine eine Verbesserung der ökono- mischen Lage des Arbeiters herbeigeführt werden könne, aber selbst dem Vorbilde der deutschen Gewerkvereine, den englischen, sei dies im Wesentlichen doch nur möglich zur Zeit der aufstei- genden Eonjunctur, fast niemals in Zeiten der herabgehenden. Außerdem aber könnten fie diese ihre wohlthätigen Wirkungen, sowie diejenigen ihres Versicherungswesens doch nur dann voll- ständig zur Geltung bringen, wenn alle Arbeitnehmer in einer solchen Organisation einbegriffen seien. Warum man denn da vor dem Worte„Zwang' so sehr zurückschrecke? Hätten wir denselben doch auf dem Gebiete der Schule und auf dem des Versicherungswesens wenigstens theilweise. Ein solcher Zwang als Erziehungsmittel des Volkes sei daher nicht zu verwerfen. Ein anderer Punkt des Programms der christlich-sozialen Partei fei der Normalarbeitstag, den die Fortschrittspartei bisher abgelehnt, mEngland aber habe man denselben bereits wenigstens indirekt durch die diesbezüglichen Bestimmungen über die Kinder- und Frauen- arbeit, in der Schweiz aber sogar ganz allgemein auch für die erwachsenen männliche» Arbeiter eingeführt. Auch über den Puntt des neuen Programmes, der von den internationalen Vereinbarungen zum Schutze der Arbeiter handle, sei die Fort- schrittspartei bisher hinweggegangen, und dennoch sei er ein sehr beachtenSwerther und müsse bei der Feststellung der Tarife scharf ins Auge gefaßt werden, denn nur diejenigen Jndustrie-Erzeug- niffe des Auslandes sollte man billigerweise zur Concurrenz mit den heimischen zulassen, bei denen die Arbeitsbedingungen die gleichen seien; wenn in einem Staate Frauen- und Kinderarbeit rückfichtSlos ausgebeutet, in einem andern solche Ausbeutung aber verboten sei, so dürsten selbstverständlich die Produkte des erstern nicht in dem zweiten ohne einen entsprechenden höheren Zoll zu-, gelassen werden. Der Redner sprach sich sodann für die Erwei- terung solcher staatlicher und kommunaler Unternehmungen, wie Gas- und Wasserzuführung, Pferdebahnen u. dgl., sowie für die Reichseisenbahnen aus, weil fiskalisches Gut Allen zu Gute kommt, und weil Staats- und Communalanlagen aus diesem Gebiete schon um deshalb besser find, weil man bei ihnen der Übeln Folge des Aktienwesens, der Agiotage u. s. w. entgeht. Und wenn behauptet worden, die Arbeiter und kleinen Beamten seien beim Staatsbetriebe nicht besser gestellt als beim Privat- betriebe, so entgegne er: dort hingen sie schließlich immer doch vom Gesetze, hier von der Willkür ab. Redner illusttirte dies noch an dem Beispiele eines der größten Industriellen (Krupp), der denen unter seinen Arbeitern, die sozialdcmokrati- scher Gesinnung seien, mit Entlassung gedroht habe, während in einem der größten Staatsbetriebe, dem der Post, notorisch ein großer Theil der unteren Beamten Sozialdemokraten seien und trotzdem unbehelligt blieben.(Nicht ganz richttg. R. d. B.) Was das Steuerwesen betrifft, so können, so lange der ungeheure Militäretat noch eine Nothwendigkeit sei, die man beklagen, aber nicht abwenden könne, die indirekten Steuern, gegen die er sonst sei, nicht entbehrt werden; da diese aber vorzugsweise die ärmeren Klassen zu stark belasten, so habe die christlich-soziale Partei gewiß Recht, und man solle sich steuen, daß von conservattver Seite solche Forderungen aufgestellt werden,— daß fie die pro- gressive Einkommensteuer, Luxussteuern und die Erbschaftssteuer einführen, resp. weiter entwickeln wolle. Die liberalen Parteien hätten es bisher doch unterlassen in Ansehung der preußischen Klassen- und Einkommensteuer, bei der dies doch sehr gut thun- lich, die Forderung der Progression zu stellen. Bon Luxus- steuern halte er auch nicht viel, sie brächten zu wenig und träfen zu ungleich, dagegen würde eine nach den englischen Prinzipien aufgelegte progressive Erbschaftssteuer vollständig genügen, das Defizit im Deutschen Reiche zu beseitigen, und man werde dann allerdings nicht nöthig haben,„die Pfeife des armen Mannes" zu besteuern." Dies der Bericht. Vieles, was Herr Professor Wagner hier wie bei anderen Gelegenheiten gesagt hat, können wir Wort für Wort unterschreiben; andres können wir blos deshalb nicht unterschreiben, weil es unvollständig ist und die Forderungen des Sozialismus, ohne fie zu bekämpfen, nicht bis in die äußer- sten Consequenzen anerkennt. Prinzipiell finden wir uns Herrn Professor Wagner nur auf politisch-praktischem, nicht auf ökonomischem Gebiet antagonistisch gegenüber. Herr Professor Wagner— das läßt sich unmöglich mehr in Abrede stellen— stimmt im Großen und Ganzen mit unseren wirthschaftlichen Anschauungen und Strebezielen überein, aber die Art und Weise, wie er dieselben zu verwirklichen wünscht, bringt ihn in feindlichen Gegensatz zu uns. Die christliche Kirche und der Staat der Hohenzollern sollen die soziale Frage lösen. Daß dies eine Utopie ist, die nicht allein mit der Vernunft, sondern auch mit der Geschichte in Widerspruch steht, haben wir schon wiederholt hervorgehoben, und wir werden es noch des Weiteren klar machen. Aber— und das ist heute für uns die Hauptsache— wie kommt diese Utopie in den Kopf des Professor Wagner, der— ein scharfer, präziser Denker— wahrhastig nicht zu Utopieen hinneigt? Ohne der Unabhängigkeit des Mannes, den wir seiner wissenschaftlichen Tüchtigkeit wegen hoch schätzen, irgend zu nah treten zu wollen, müssen wir hier, auf Grund eigener Wahr- nehmungen und uns von glaubwürdiger Seite gewordener Mit« theilungen, die Uebcrzeugung aussprechen, daß Professor Wagner durch mächtige äußere Einflüsse bestimmt worden ist. Nach der uns vorliegenden Information unterliegt es keinem Zweifel, daß Fürst Bismarck, der sich heute in ähnlicher Lage sieht wie zur Conflcktszeit, jetzt auch wieder auf eine ähnliche Taktik verfallen ist, und den„Acheron" des Sozialismus in Bewegung setzen will, um die kopfscheue, bockbeinige Bourgeoisie zur Raison zu bringen, ihr das liberale Tcufelchen auszutreiben und nebenbei ein klein Bischen„Nothstand zu beseitigen". In den 60er Jahren batte Herr Wagener das Stückchen zu insceniren, dessen übeler Leumund von vornherein schon das Fiasko gewährleistete. Diesmal soll ein Mann von makellosem Ruf und bestem Namen den Geburtshelfer spielen, oder richttger das anscheinend todt zur Welt gekommene Kind des Herrn Pastor Stöcker durch die Künste der Wissenschaft ins Leben rufen. Gelingen wird's nicht; gelingen kann's nicht, weil der Zweck mit den Mitteln in Widerspruch steht und die Voraus- sctzungen der Verwirklichung des Sozialismus die Voraus« setzunge« des Untergangs der christlichen Kirche und des reaktionären Staats find. Aber— und vor dieser Thatsache dürfen wir nicht die Augen verschließen— hinter den Kapu- zinaden des„Bruders" Miereke-Stöcker erhebt sich, umringt und gestützt von ernsthasten, von mächtigen Persönlichkeiten, die Figur des Staatssozialismus. Die Interpretation der Marx'schen Werththeorie durch die Herren Professor Dr. A. Schcissle und C. A. Schramm. Kritik von Oskar Schuster. (Schluß.) Hier haben wir nun aber die interessante Thatsache, daß die von Herrn Schramm angeführte weitere Interpretation der Mirx'schen Werlhtheorie nur innerhalb der kapitalistischen Pro- duktton von thatsächlicher Bedeutung ist, innerhalb der Ge- meinproduktion aber unter die sogenannten überwundenen„hi- storischen Kategorien" gehören wird. Dies dürfte auch mit der Grund sein, warum Marx diese erweiterte Auslegung im ersten Bande seines Werkes, wo er es nur mit der einfachen Produktion zu thun hat, nicht weiter de« monstrirt, sondern deren Ausführungen für das betreffende spä- tere Kapitel von der Conkurrenz und Bodenrente einfach auf- hebt. Mit der bei einem unter den vorgeführten Grundsätzen ver- walteten Gemeinwesen geschaffenen dauernden Harmonie zwischen Consum und Produktion ist aber auch die Möglichkeit gegeben, die Warx'sche Werththeorie als Bertherlungsmaßstab praktisch zu bethätigen. Zu dessen Bestätigung haben wir uns vorerst an Stelle der früher demonstrirten guten und schlechten Ernte die vorwiegend eintretende Mittelernte mit dem berechneten und gesellschaftlich nothwendigen Ertrag von 120 Maß Weizen zu denken. Diese erbauten 120 Maß Weizen repräsentiren einerseits den gesell- schaftlich nothwendigen Gesammtbedarf von 120 Maß Weizen und andererseits die nach Voraussicht aufzuwenden gewesenen 120 Stunden allgemein menschliche, gesellschaftlich nothwendige Arbeitszett, so daß ein Maß Weizen gleich ist einer Arbeits- stunde. Die gegebenen cirkulirenden 120 Arbeitsstunden- Bonds besitzen hier die Kaufkraft für die zur Lebenshaltung erforder- lichen 120 Maß Weizen. Diese dem Bedarf entsprechende Mittelernte wird aber eben in einem Gemeinwesen wie dem gedachten als Grundlage für eine Normalernte angenommen werden und alles Ueberprodukt einer guten Ernte zur Ergänzung des bei einer schlechten Ernte erforderlichen Mehrprodukts als öffentlicher Borrath reservirt bleiben. Daß aber in dem zukünftigen Collektivstaate die Bekämpfung aller Ungleichheiten zwischen Produktion und Consumtion mittelst der Ausgleichungen das Wahrscheinlichere, läßt auch Herr Schäffle gelten, denn bereits Seite 3 seiner„Quintessenz des Sozia- lismus" sagt er: „Der gelegentliche Ausfall oder Ueberschuß der wirklichen Erträge gegenüber den betriebsplanmäßigen B-darfen jeder Pe- riode würde durch Borräthe— die dann öffentlicbe, nicht mehr private Handelslager wären— periodisch ausgeglichen werden." Hocherfreulich ist mir aber noch, constatiren zu können, daß auch Herr Schramm in seiner letzten Arbeit über diese Materie, „Zukunft" Nr. 5 S. 133, erkennt, wo der Schwerpunkt der Marx'schen Werthtbeorie gelegen, indem er sagt: „Aus Marx' Antwort auf die gestellte Frage: was ist der Grund, daß der Tauschwerth der Waaren durch das Berhältniß von Nachfrage und Zufuhr und nicht durch die in ihnen ent- haltene Arbeitszeit bestimmt wird? scheint mir die Schluß- folgerung zu sein: Schafft das Privateigenthum an den Pro- duktionsinstrumenten ab, produzirt planmäßig dem Bedarf ent- sprechend, und Werth uns Preis werden sich decken,— wenn nicht mit diesem Umschwünge der Begriff der Waare überhaupt in die Brüche ginge." Nun das, was in der Schlußfolgerung des Herrn Schramm in der Ferne schwebt, das ist eben nichts weniger, als: die Art der Produktion, wo nicht mehr Waaren, sondern Gemeinprodukte produzirt werden, dies aber wiederum nur möglich in einem gegebenen Gemeinwesen wie das vorgeführte. Was aber schließlich den zweiten Einwand des Herrn Schäffle anbelangt, dahin gehend, daß die Marx'sche Werththeorie dem örtlich und zeitlich sinkenden Gebrauchswerth jeder einzelnen Arbeitsgattung nicht Rechnung trage, so haben wir uns nach dem bisher Gesagten bei Widerlegung dieses Emwandes auf den Boden des bereits vorgeführten Gemeinwesens zu stellen. Wenn aber in diesem Gemeinwesen die Größe der Produktion sich dauernd nach dem normalen Bedarf der Gesellschaft richtet, so dürfte ebenso wenig Ucber- oder Unterproduktion als steigender oder fallender Werth von jeder einzelnen Arbeits gattung zu finden sein.— Selbst aber außergewöhnliche Ereignisse zugegeben, als da sind Naturereignisse oder auch massenhafte Arbeitsverweige- rung für eine bestimmte Arbeitsgattung zc., so können doch der- gleichen Unregelmäßigkeiten auf das ganze Gemeinwesen sicher nur einen verschwindenden Einfluß üben, und der Leitung eines solchen Gemeinwesens werden genügende Hilfsmittel zu Händen sein, um erforderlichen Falls für den außergewöhnlichen Bedarf einer besonderen Arbeitsgattung auch besondere Aequwalente zu bieten, ohne die Grundlage der Gemeinproduktion und der Pro- dukten-Bertheilung alteriren zu müssen. Näher betrachtet entspringt dieser Einwand des Herrn Schäffle auch in erster Linie aus dessen Vorliebe für die„liberale Freizügigkeit" und allein dem Bedenken, daß in dem ge- gebenen Gemeinwesen zu zahlreiche Arbeiter- Tommandirungen, richtiger Arbeiter- Versetzungen Platz greifen könnten:— diesen Bedenken brauchen wir aber einerseits nur die Verhältnisse der bereits heute bestehenden Semein-Jnstitutionen, als Post, Eisenbahnen zc., entgegenzuhalten und andererseits uns bekennen, daß ein Gemeinwesen mit noch so vielen Arbeiter- Versetzungen eine weit höhere Culturstufe und größere Glückseligkeit repräsentirt, als die ganze moderne Freizügigkeit mit ihren nach Tausenden zählenden, auf permanentem Freizug oder„Schub" befindlichen hungernden Arbeitern, um schließlich mit Recht sagen zu können, daß auch dieser Einwand des Herrn Schäffle nicht dazu angethan, der praktischen Realisirung der Marx'schen Werththeorie Abbruch zu thun. Ersehen wir aber schon aus dem bisher Angeführten, daß für volles Erkennen der ersten und letzten Aufgabe der Marx'schen Werththeorie erforderlich ist, dieselbe sowohl innerhalb der kapi- talistischen als auch der Gemein-Produftion zu prüfen, so finden wir denn auch schließlich die Wesenheit dieser doppelten Prüfung von Marx selbst hervorgehoben in seiner„Kritik der politischen Oekonomie" S. 63, lautend: „Da die Arbeitszeit das immanente Maß der Werthe ist, warum neben ihr ein anderes äußerliches Maß? Warum ent- wickelt sich der Tauschwerth zum Preis? Warum schätzen alle Waaren ihren Werth in einer ausschließlichen Waare, die so in das entsprechende Dasein des Tausch oerthes verwandelt wird, in Geld? Dies war das Problem, das Gray zu lösen hatte. Statt es zu lösen, bildete er sich ein, die Waaren könnten fich unmittelbar aufeinander als Produkte der gesellschaftlichen Arbeit beziehen. Sie können sich aber nur auf einander beziehen, als das, was sie sind! Die Waaren sind unmittelbare Produkte vereinzelter unabhängiger Privatarbeiten, die sich durch ihre Entäußerung im Prozeß des Privataustausches als allgemeine gesellschaftliche Arbeit bethätigen müssen, oder die Arbeit auf Grundlage der Waarenproduktton wird erst gesellschaftliche Arbeit durch die allseitige Entäußerung der individuellen Arbeiten.— Unterstellt aber Gray die in den Waaren enthaltene Arbeitszeit als unmittelbar gesellschaftliche, so unterstellt er sie als Ein interessantes Urtheil. (Schluß) Was insbesondere die materiellen Vorbedingungen betrifft — von deren Prüfung man, im Gegensatze zu der deSfallsigen Auffassung des Bezirksgerichts, mindestens insoweit nicht Umgang nehmen durste, als es fich dabei gleichzeittg um die Frage han- delt, ob überhaupt ausreichender Grund zu einer gerichtlichen Intervention vorlag— so läßt fich vor allem kein berechtigtes Bedenken dagegen erheben, daß das Veröffentlichungsbefugniß der Ankläger in dem erstinstanzlichen Erkenntnisse nicht aus Absatz 2, sondern aus Absatz 1 des§ 200 des Reichsstrafgesetzbuchs hergeleitet worden ist. Andernfalls würde das Erkenntniß nicht von einer„öffentlichen Bekanntmachung der Verurtheilung", nicht „von einem Abdrucke dieses Urtheils" und nicht von dem„Be- fugnisse der Privatankläger" zu jener Veröffentlichung— aller- seits Ausdrücke des Absatz 1 sondern nur von einer Bekannt- machung„des verfügenden TheilS des Urtheils"— die über- Haupt nach Absatz 2 von dem Gerichte, nicht vom Privatankläger ins Werk zu setzen ist— gesprochen haben. Tritt hierzu aber weiter noch, daß auch die bezügliche Ausfertigung des erstinstanz- luben Urtheils in einem einzigen, die Ueberschrist„Urtheil deS Strafgerichts zu Hamburg" tragenden Schriftstücke besteht, in welchem fich die vorausgeschickten Rectionen und der verfügende Theil deS Urtheils unmittelbar an einander anschließen, sowie, daß auch das Strafgericht zu Hamburg selbst, von welchem jenes Erkenntniß gesprochen worden, nach Obigem jener die Verössent- lichungsbefugniß betreffenden Stelle dieses seines eigenen Erkennt- nisses die Auslegung zukommen läßt, daß den Anklägern die Be- fugniß zur Veröffentlichung jener ganzen Ausfertigung habe zugesprochen werden wollen, so hat man auch unbedenklich von der Annahme ausgehen können, daß die Ankläger berechtigt gemeinschaftliche Arbeitszeit— oder als Arbeitszeit direkt assoziirter Individuen. So könnte in der That eine spezifische Waare, wie Gold und Silber, den Waaren nicht als Inkarnation der allgemeinen Arbeit gegenübertreten, der Tausch- werth würde nicht zum Preis, aber der Gebrauchswerth würde auch nicht zum Tauschwerthe, das Produkt würde nicht zur Waare und so wäre die Grundlage der bürgerlichen Produktton selbst aufgehoben." Mit welchen Ausführungen Marx klar zeigt, daß eine Ber- theilung der Produkte nach Maßgabe der Arbeitszeit innerhalb der kapitalistischen oder Waarenproduttion eine Ungeheuerlichkeit, dagegen aber ausdrücklich diese Grundlage für die Gemeinpro- duktion zugesteht. Nach allem Diesem können wir aber constatiren, daß die Marx'sche Werththeorie auch in fich die Gewähr bietet, in einer bestimmten Gemeinproduktion von gegebener entsprechender ge- schichtlichcr Entwickelungshöhe der Produktion als Grundlage für die Vertheilung der Produkte zu dienen. Sozialpolitische Uebersicht. — Die Reichstagsverhandlungen der vorigen Woche nehmen unsere Aufmerksamkeit in einem etwas höheren Maße in Anspruch, als gewöhnlich. Montag, den 1. April fand die De- batte über eine Vorlage betreffs Verfälschung der Nahrungs- mittel statt, die im Grunde lediglich durch die Agitatton der Sozialdemokratte entstanden war. Sämmtliche Parteien, von der äußersten Linken, selbstverständlich die Sozialdemokraten aus- genommen, traten mehr oder weniger für die Fälscher ein und je mehr nach links, desto entschiedener. Dem Einen waren die Strafen zu groß, welche die armen Betrüger treffen sollen, dem Zweiten gefiel die polizeiliche Ueberwachung nicht, obgleich er die polizeilichen Verfolgungen gegen die Sozialdemokraten gern steht, und dem Dritten war es nicht recht, daß die armen Fälscher durch derartige Gesetze Credit und guten Ruf verlieren könnten. Valentin schnitt dem Abgeordneten Rittinghausen, der fich für die Regierungsvorlage im Großen und Ganzen er- klären wollte, unter großer Heiterkeit das Wort ab, da er seit mehreren Wochen unwohl, zum erstenmale wieder mit gewohnter Geschicklichkeit sein Henkersamt ausübte. Bei der zweiten Lesung aber werden die Sozialdemokraten den Regierungsentwurf be- für Worten und nur einzelne Abänderungen beantragen, zum Beispiel, daß die Gesundheitspolizei nicht nur bei Verdacht das eine oder das andere Verkaufslokal controlliren darf, son- dern daß sie verpflichtet ist, regelmäßig in bestimmten Zwischen- räumen sämmtliche Verkaufsstellen zu controlliren. Dann kann der gute Ruf des einzelnen Gewerbetreibenden nimmermehr ge- schädigt werden. Man sah übrigens aus der Debatte, daß die Voltsgesundheit bei den Reichsboten erst in zweiter Linie Beachtung verdient, in erster Linie aber die Freiheit des Schachers und— des Betrugs. In der Sitzung am Dienstag, den 2. April, nahm der Abg. Temmler Gelegenheit, beim Etat, Titel Kasernenbauten, zu rügen, daß die Militärverwaltung immer die ersten Bauraten vom Reichstage fordere, ohne vorher die Baupläne und An- schlüge vorzulegen.— Hierauf folgten Wahlprüfungen. Bei der Wahlprüsung des Abg. Karsten(Altona) ergreift Abg. Hasenclever das Wort und spricht für die Beanstandung und schleunige gerichtliche Untersuchung mehrerer Fälle, welche die Wahl in unerhörter Weise beeinflußt haben. Gegen die Fort- schrittspartei gewandt, erklärt der Redner, daß die Candidaten derselben, wenn sie gegen einen Sozialdemokraten im Wahl- kämpfe fich befänden, nichts weiter seien, als die Candidaten der Polizisten und Gensdarmen.— Eugen Richter suchte die Fortschrittspartei zu vertheidigen durch die Behaup- tung, daß die Sozialdemokraten die Versammlungen anderer Parteien störten und dadurch der Versammlungsfretheft gefähr» licher seien, als die Polizisten und Gensdarmen. Hasenclever wies diese Behauptung als eine Unwahrheit zurück. Wenn ein- zelne Fälle vorgekommen seien, so liege die Ursache vornehmlich in der Abneigung der Fortschrittler, eine Bureauwahl zur Lei- tung der Verhandlungen in öffentlichen Versammlungen vorzu- nehmen, die fortschrittliche Minorität wolle eben nur die Majo- rität des Volkes terrorisiren. Dem tapferen Eugen, dieser fort- schrittlichen Leuchte, ging mehr und mehr der Muth aus bei diesen Angriffen. Er entgegnete in überaus schwächlicher Weise, worauf Hasenclever zum Schlüsse erklärte, daß am wenigsten die Fortschrittspartei das Recht habe, fich als Beschützerin der Versammlungsfreiheit aufzuspielen, sie, auf deren Geheiß im Jahre 1863 Lassalle im„Eldorado" zu Berlin ins Gesicht gespuckt worden sei. Man merfte es fast den sämmtlichen Abgeordneten an, daß sie sich, über die derbe Lection, welche dem Herrn Eugen Richter ertheilt wurde, freuten, da jener Herr seines arroganten Auftretens halber in keiner Partei be- liebt ist. Am 3. April feierte der preußische Schnaps seine Orgien im deutlchen Reichstage. Ueber drei Stunden stritten sich die Schnapsbrenner und Schnapshändler herum, bis der Abgeord- nete Braun(Wiesbaden) in Bezug auf den Schnaps erklärte: waren, die ganze, die erstinstanzliche Entscheidung betreffende Ausfertigung zum Abdrucke bringen zu lassen. Ebensowenig aber dürfte ihnen offenbar das Recht verkümmert werden, den Abdruck des verfügenden TheilS des zweitinstanzlichen UrtheilS zu der- langen, da ohne eine gleichzeitige Veröffentlichung des letzteren das lesende Puplikum überhaupt gar nicht von dem wahren Sachverhalte in Kenntniß gesetzt werden würde. Stellten fich nun den Anklägern, als sie wegen des ungekürzten Abdrucks jener beiden Schriftstücke die erforderlichen Schritte thaten, in diesen Beziehungen Hindernisse entgegen und gingen dieselben in Folge dessen das Strafgericht um behufige gerichtliche Intervention an, so lag auch in Wirklichkeit die materielle Borbedingung der An- wendbarkeit des§ 10 des Reichspreßgesetzes vor. Endlich befindet man fich auch noch mit der Anficht des Bezirksgerichtes insoweit in Uebereinftimmung, als man gleich diesem die formellen Vorauss.tzungen des cittrten Paragraphen nach der Richtung hin für genugsam constatirt erachtet, daß die in Rede stehende Zeitschrift zu den periodischen Zeitschriften ge- hört, welche Anzeigen aufnimmt, und daß das Hamburger Gericht es nicht verabsäumt hat, sich zu Erstattung der üblichen Ein- rückungsgebühren zu erbieten. Hiermit ist nun zwar ausgesprochen, daß die Lage der Sache überhaupt nach allen Richtungen hin dazu angethan gewesen sein würde, von dem Redakteur Helßig die Aufnahme einer die Ber- öffentlichung der fraglichen Urtheile bezweckenden„amtlichen Be- kanntmachung" zu verlangen, allein keineswegs läßt fich der Auffassung des Bezirksgerichts beipflichten, als ob überhaupt an Selßigen bereits ein derartiges Anverlangen gestellt worden wäre. s ist zur Zeit etwas Mehreres nicht geschehen, als daß dem- selben an Gerichtsstelle der Inhalt des Hamburger Requifitions- schreibens mitgetheilt und die mit selbigem eingelangten Copieen vorgelegt worden find. Hierin konnte streng genommen nach „Wir wollen sein ein einig Volk von Brüdern".— Eine Pe- tition, welche die Eichung der Biergläser von R-ichswegen em- pfiehlt, wurde vom Abg. Ritttngshausen vertheidigt und dem Bundesrathe zur Kenntnißnahme und Erwägung überwiesen. Am 4. April erstattete der Abg. Stauffenberg über die Reichstagsbibliothek Bericht und erklärte, daß dieselbe aus circa 30,000 Bänden schon bestehe und erwähnte unter An- derem, daß der Abg. Liebknecht eine vollständige Sammlung des„Journal officiel" während der Herrschast der Commune in Paris der Reichstagsbibliothek vermacht habe. Aus dieser Sitzung ist noch zu erwähnen, daß der Fortsckirittsabgcordnete Richter vorschlug, um 3 Millionen Mark den Dispofitionsfond des Kaisers, aus welchem derselbe Gnadenpensionen aus eige- ner Initiative und ohne Verantwortung verleihen kann, zu er- höhen. Ein netter Fortschritt! — Bon Seite der sozialdemokratischen Abgeordneten ist i« Reichstage folgender Antrag auf Abänderung des Haft- Pflichtgesetzes eingebracht worden: Der Reichstag wolle beschließen: Den Reichskanzler aufzu- fordern, dem Reichstage in nächster Session einen Gesetzentwurs vorzulegen, welcher das Gesetz, betreffend die Verbindlichkeit zu« Schadenersatz:c., vom 7. Juni 1871, dahin abändert: 1) daß die Verpflichtung zum Schadenersatz auf Holzschneidewerke(Sägt- mühlen w.), Bauten und den landwirthschaftlichen Maschinen- betrieb, so wie auf die Arbeiten ausgedehnt werde, welche mit einem in diesem Gesetze aufgeführten Betriebe in unmittelbarer Verbindung stehen; 2) daß in allen durch dieses Gesetz vorge- sehenen Fällen der Betriebsunternehmer zum Schadenersatz ver- pflichtet werde, sofern er nicht nach veist, daß der Unfall durch höhere Gewalt oder durch eigenes Verschulden des Getödtete» oder Verletzten verursacht ist; 3) daß die in Z 4 enthaltenen Bestimmungen in Wegfall kommen. Berlin, 1. April 1878. Hasenclever. Kapell. Unterstützt durch: Fritzsche, Most, Auer, Motteler, Liebknecht, Rittinghausen, Temmler, Blos, Bracke, Guerber, Heckmann-Stintzy, Grad, Holthof. Der§ 4 lautet:„War der Gctödtete oder Verletzte unter Mitleistung von Prämien oder Beiträgen durch den Betriebs- Unternehmer bei einer Versicherungs- Anstalt, Knappschafts- Unter- stützungs-Kranken- oder ähnlichen Kasse gegen den Unfall ver- sichert, so ist die Leistung der letzteren an den Ersatzberechtigten auf die Entschädigung einzurechnen, wenn die Mitleistung deS Betriebs Unternehmens nicht unter einem Drittel der Gesamint- leistung beträgt".— Dieser von dem Abg. Lasker verbrochene 'Paragraph macht es den Unternehmern möglich, die in Folge einer Verunglückung oder Tödtung erwachsenen Verpflichtungen zu zwei Dritteln den Arbeitern aufzuhalsen. Für die Arbeiter wäre es daher von großer Wichtigkeit, wenn dieser§ aus der Welt geschafft werden würde. Freilich dürfen wir von den, die Interessen des Geldsackes vertretenden Bourgeois nicht erwarten, daß sie zum Wohle des Voltes und zum Nachtheile ihres Geld- beutels dem sozialisttschen Antrage beistimmen werden. Folgende Amendements sind sozialistischer Seits zu dem Com- missionsbericht, betreffend die Errichtung von Gewerbe- gerichten eingebracht worden. Der Reichstag wolle beschließen: 1) Im Z 7 den ersten Absatz wie folgt zu fassen: Zum Mitgliede des Gewerbegerichts sollen nur solche Deutsche berufen werden, welche das 25. Lebensjahr vollendet habe», für sich eine fortlaufende Unterstützung aus öffentlichen Mit- teln in dem letzten Jahre nicht empfangen haben und in de« Bezirk des Gewerbegerichts seit mindestens einem Jahre woh- nen oder beschäftigt sind. 2) Dem letzten Absatz desselben Paragraphen folgende Fassung zu geben: Die Beisitzer erhalten eine für Arbeitgeber und Arbeiter gleiche Vergütung der Reisekosten und Zeitversäumniß. 3) An Stelle des zweiten und dritten Absatzes in§ 8 zü setzen: Die Wahl des Vorsitzenden erfolgt durch die Gemeindever- tretung, in Communalverbänden durch die Vertretung de? Verbands. Die Beisitzer werden zur Hälfte von den Arbeitgebern, zur Hälfte von den Arbeitern gewählt und zwar die Arbeitgeber von den Arbeitgebern, die Arbeiter von den Arbeitern. An der Wahl können alle Gewerbetreibende mit gleiche»! Rechte theilnehmen. welche volljährig und seit mindestens drtt Monaten in dem Bezirke des Gewerbegerichts wohnhaft oder beschäftigt sind. Die Wahl ist unmittelbar, die Abstimmung geheim. Fritzsche. Hasenclever. Most. Temmler. Rittinghausen- Bracke. Blos. Liebknecht. Auer. Kapell. Motteler. — Ein Theil der Nationalliberalen, der sogenannte linkt Flügel, unter Führung der Herren von Stauffenberg und Lasker, hat folgenden Verbcsserungsantrag zum Haftpflichtgesetz gestellt: „Der Reichstag wolle beschließen: Den Herrn Reichskanzler Lage der Sache von Helßigen nicht einmal eine von dem B»- zirksgerichtsamte ausgehende direkte Aufforderung zum Abdruckt der Schriftstücke, vielmehr nur eine Aufforderung zur Erklärung darüber erblickt werden, wie er, dafern ihm das Gerichtsallst requifittonsgemäß die Schriftstücke behufs des Abdrucks zustelle» würde, einer solchen Maßnahme gegenüber sich zu verhalten gedächte; auch fand fich das Gerichtsamt selbst dann, als HelßiS eine dementsprechende Erklärung abgegeben hatte, nicht veranlaßt, die Zustellung der Schriftstücke an ihn thatsächlich zu bewirke»- Allein selbst einmal angenommen, der Verlauf jener gerichtliche» Verhandlung lasse die Auslegung zu. daß in ihr eine Auf' forderung Helßig'S zum Abdrucke der Schriftstücke ein gelegen habe, der der Zustellung der Schriftstücke an ihn Z» diesem BeHufe gleich zu achten gewesen sei, so würde Helßig doch noch immerhin nicht schon allein dadurch, daß er jenet Aufforderung nicht nachgekommen wäre, der den Redakteuren i» § 10 des Preßgesetzes auferlegten Verpflichtung entgegengehandelt haben; denn durch eine derartige Aufforderung hätten je»� Schriftstücke keineswegs ohne Weiteres den Charakter einer„aint' lichen Bekanntmachung" im Sinne des citirten Paragraphe» angenommen. In der Annahme des Gegentheils— von de« namentlich auch das Bezirksgericht ausgeht, wenn es davo» spricht, die fraglichen Schriftstücke seien schon durch die ei»' getretene gerichtliche Intervention ihres privaten Charakter» entkleidet worden und seien schon hierdurch zu amtlichen W' kanntmachungen geworden— liegt ein Rechtsirrthum. Jnde>» das Preßgesetz den Redatteuren die Verpflichtung zu Aufnah� „amtlicher Bekanntmachungen" auferlegte, wurden dabei Erlas!' vorausgesetzt, die ihrem Inhalte, ihrem Wortlaute und ilstf Form nach in Wirklichkeit als amtliche Verfügungen und W' kanntmachungen fich kennzeichnen würden. Ein solcher amtlich� Erlaß muß bereits existent und als solcher erkennbar sein, � zu ersuchen: dem Reichstage in der nächsten Session einen Gesetz- entwurf vorzulegen, welcher 1. unter Abänderung des Z 2 des Gesetzes vom 7. Juni 1871 die Bestimmungen desselben auf andere mit besonderer Gefahr für Leben und Gesundheit verbundene Gewerbe- betriebe ausdehnt; 2. in Betreff dieser Gewerbe die Verantwortlichkeit des Unter- nehmers und die Beweislast in einer der Ratur des ein- zelnen Gewerbebetriebes entsprechenden Weise regelt." Vorstehender Antrag steht von allen eingebrachten dem so- zialistischen Antrage, der vorstehend abgedruckt ist, am nächsten. Der kleine Demagoge Max Hirsch ist sogar von Lasker über- trumpft worden. Ein clerikaler Antrag, sowie ein Antrag der Majorität der Nationalliberalen unter Führung des Obergerichts- anwals Struckmann, fordert nur die Aufnahme einiger neuer Gewerbebetriebe— sonst Belassen beim Alten. Von links nach rechts aufgezählt formiren sich die AbänderunAsanträge in Bezug auf das Haftpflichtgesetz folgendermaßen: 1) sozialdemokratischer Antrag. 2) Antrag der nationalliberalen Minorität. 3) Antrag der Fortschrittspartei. 4) Antrag der nationalliberalen Majorität. 5) Antrag des Centrum. — Zum Kapitel der Staatshilfe oder„Wo sind die Milliarden geblieben?"— Der Fonds zur Errichtung eines neuen Reichstagsgebäudes hat die Höhe von 29,066,7(11 M. 77 Pf. erreicht; die Baarwerthe des Fonds betragen 301 M. 77 Pf. und 29,066,400 M. sind in Eisenbahn- Prioritätsobliga- tionen und in amerikanischen Bonds angelegt.— Der Bestand des Reichs-Festungsbaufonds beträgt im Ganzen 151,858,977 M. 21 Pf.; er setzt sich zusammen aus Eisenbahn-Prioritäten und Schuldverschreibungen deutscher Bundesstaaten, aus auslän- dischen Staatspapieren(im Werthe von 928,550 Lstrl.) und aus 2,647,500 Dollars.— Der Reichs-Jnvalidenfonds besteht aus 560,562,924 M. 38 Pf.; der weitaus größte Theil dieser Summe, nahezu 537 Millionen Mark, ist in Schuldverschrei- bungen und Eisenbahn- Prioritätsobligationen angelegt. Der Reichs- Festungsbaufonds schuldet dem ReichS-Jnvalidenfonds 519,015 M. 51 Pf. und an Baarwerthcn enthält der letztere 4,837,030 M. 8 Pf.— Der Reichs-Krietzsschatz behält seinen Bestand von 120 Millionen Mark, die im Julmsthurm der Citadelle zu Spandau baar verwahrt sind. Er ist der ein- zige, der, unter Verzicht auf Zuwachs, vor Verlusten gesichert bleibt. Der Festungsbaufonds besitzt z. B. russisch englische An- leihe aus den Jahren 1862, 1871 und 1872, für welche 908,550 Lstrl. bezahlt wurden; heute würden diese Schuldverschreibungen nur mit großen Verlusten veräußert werden können. Aehnlich ergeht es dem Jnvalidenfonds und dem Reichstagsfonds mit den Prioritäten ohne Staatsgarantie; ersterer hat Prioritäten für 162,867,000 M. und letzterer solche für 28,487,700 M. Der Coursverlust ist augenblicklich be- deutender, als der Erlös aus den Zinsen. Die Anlegung der Gelder ging vor sich im Einvernehmen zwischen der Reichsregierung und dem Reichstage, so daß beide für die Ver- Wendung gleichmäßig verantwortlich sind.— Die Invaliden erhalten kümmerliche Pensionen, während der Jnvalidenfonds die Privatunternehmungen zum Schaden des Reichs in groß- artiger Weise unterstützt hat. Das Volk hungert— die Kriegs- Milliarden sind zum Theil den Unternehmern in den Jahren 1871, 72, 73 zugeführt und haben die Ueberproduktion und den heutigen Rothstand herbeiführen helfen. Und da faselt man immer noch von einem neuerstandenen Reiche der Ordnung und der Wohlstandserzeugung! — Fürst Bismarck'S Schwärmerei für Alles, was nach Juchten riecht, ist bekannt und die Dienste, welche er in den bisherigen Phasen des orientalischen Krieges Rußland geleistet hat, gehören der Geschichte an und sichern ihm auf ewige Zeiten die Dankbarkeit jedes Knutenschwingers und-Anbeters. Nicht so bekannt dürfte sein, daß der deutsche Herr Reichskanzler auch privatim als Geschäftsmann Rußland die wesentlich- sten Dienste leistet und dabei in puncto der„Neutralität" eben so— tolerante Begriffe entwickelt, wie auf dem Gebiete der „hohen Politik." Hören wir nur, was dem Berliner„Börsen courier"„auS dem Lauenburgischen" geschrieben wird:„Aus dem fürstlich Bismarck'schen Territorium in Lauenburg ist seit dem Herbst eine Pulverfabrik erbaut, welche jetzt im vollen Betriebe steht. In der letzten Woche ginc; für russische Rechnung eine bedeutende Ladung Pulver dieser Fabrik(die sich „Rottweil-Hamburger Pulverfabrik" nennt) zu Wasser auf der Elbe bei Dömitz ab. Dort wurde der Transport auf einen be- reit gestellten Extrazug, der einunddreißiq Wagen enthielt, ge- laden, und unter Begleitung von einem Premier-Lieutenant und zwölf Mann über Berlin nach der russischen Grenze weiter befördert. Noch in dieser Woche wird ein weiterer Transport Seitens der Pulverfabrik nach Rußland verladen werden." Man muß dem Fürsten Bismarck nachsagen, daß er ein vorzüg- licher— Geschäftsmann ist. — Pariser Weltausstellung. Es hat sich in Paris ein von seiner Aufnahme in eine Zeitung die Rede sein kann. So lag aber der Fall hier nicht. ES wurde Helßigen nicht auf- gegeben, einen solchen amtlichen Erlaß abzudrucken, vielmehr sollte er ausschließlich zwei Schriftstücke abdrucken, die mit einer amtlichen Bekanntmachung Etwas nicht gemein hatten; würde er diese Schriftstücke in seiner Zeitung— zumal ohne jedweden Zusatz, zu welchem er nicht verpflichtet war— einfach zum Abdrucke gebracht haben, so würde kein Leser auch nur mit einiger Sicherheit darauf, daß der Abdruck auf einer amtlichen Anordnung beruhe, haben schließen können, noch weniger aber .�.Jemand zu behaupten berechttgt gewesen sein, es sei eine £,■>6; v Bekanntmachung", welche abgedruckt sei. Daran aber, /mlf, x.etJ?�er hierüber nicht im Unklaren bleibe» hat namentlich n<,lX �ehQ'ieur selbst und zwar schon insofern ein Interesse, qr� �iliaen Falls leicht möglicher Weise der Vorwurf, ja k$ Ü?-.'hn erhoben werden könnte, er selbst habe die beleidigender Absicht bewirkt. Uebrigens T wimaL v" daß hierdurch nicht allzustrenge An- fvrderungen an die Form gestellt werden sollen, an welche man nne„öffentliche Bekanntmachung" im Sinne von§ 10 des Reichspreßgesetzes gebunden sein läßt; vielmehr wird es Beweis- frage bleiben, ob tm conkreten Falle diese oder jene Formulirung des amtlichen Erlasses genügt; nur soviel wird jederzeit zu er- fordern fem, daß es loeben e,n für den Abdruck bestimmter amtlicher Erlaß ist, dessen Aufnahme in Frage kommen soll. So würde es auch beispielsweise kaum einem Bedenken unterlegen haben, als eine„amtliche Bekanntmachung" im Sinne des citirten Paragraphen eine etwaige schriftliche Verfügung des Gerichts anzusehen, durch welche Helßigen, unter kürzlicher Verzeichnung der Veranlassung dazu, aufgegeben worden wäre, die fraglichen Schriftstücke sammt der Verfügung selbst in dieZeitung aufzunehmen. Hiernach war die Beschwerde Helßig's als begründet anzu- Comitö gebildet, welches sich zur Aufgabe macht, auswärtige Sozialisten, ohne Unterschied der Nationalität, die die Weltaus- stellung besuchen, mit Rath und That zu unterstützen. Der Sitz des Comitös ist bei Herrn Gastwirth Braun, Uns äs ta LastUIo 2, Paris. Alle Anfragen und Anmeldungen sind frankirt an Herrn Braun zu adresfiren und können sich dabei die Gesinnungsgenossen der verschiedenen Nationalitäten ihrer resp. Muttersprache bedienen. Mitglieder des Comites werden vom 1. Mai an jeden Abend von 8 Uhr ab im vorerwähnten Lokale anwesend sein und im Laufe des Tages eingetroffenen Parteigenossen Wohnung und Kostgelegenheit nachweisen; ebenso wird das Comits gemeinsame Besuche der Ausstellung organisiren. Um über Fachfragen spezielle Auskunft ertheilen zu können, sind im Comitö zahlreiche Professionen vertreten, u. A.: Tischler, Goldarbeiter, Blldhauer, Lederarbeiter, Schneider, Schuhmacher. Tapezierer, Maler, Uhrmacher, Mechaniker, Photographen-c. Auf mehrfache Anfragen theilen wir mit, daß der Preis für bescheidene Logis 1 bis 2 Fccs. täglich beträgt. Man bittet die Besucher, sich mindestens acht Tage vor ihrer Ankunft anzumelden. Den Anmeldungen ist eine schriftliche Empfehlung eines der bekannteren Parteigenossen oder eines Arbeiterblattes beizufügen. Die Parteiorgane aller Sprachen werden um mehrmalige Auf- nähme dieser Mittheilung ersucht. — Agrarisches Verbrechen. Bor einigen Tagen wurde in Irland einer der reichsten Grundbesitzer, Lord Leitrim, auf einer Fahrt über Land nebst seinem Sekretär und Kutscher er- schössen. Von den Mördern hat man nicht die leiseste Spur entdeckt. Lord Leitrim war ein sehr strenger Herr, der aus seinen Besitzungen ein möglichst hohes Einkommen herauszuziehen suchte und deshalb sehr unbeliebt war. Kurz vor seinem Tode hatte er eine Wittwe, Mrs. Alger,„evleteä", d. h. von Haus und Hof gejagt, um das Grundstück rentabler zu verwenden. — Noch nicht gehängt. Vor einiger Zeit hieß es, der russische Spion Stempowski, Verräther Netschajeffs, sei in der Türkei gehängt worden. Dies wird widerrufen, und wir erfahren jetzt, daß der saubere Patron in Wien als„Glas- und Porzellanmaler" lebt. Jedenfalls, meint die„Tagwacht", steht diese„Glas- und Porzellanmalerei" in enger Verbindung mit dem Umstände, daß die Wiener Polizei in der Verhaftung„staats- gefährlicher" Personen eine fieberhafte Thätigkeit entwickelt. Vor drei Wochen verhaftete sie bekanntlich erst den Russen Free- mann und am 18. März,.Abends, wurde die geistvolle junge Russion Dorothea Famillante und ein Russe, Namens Kul- likofsski, verhaftet. Bei Famillante hielt man eine zweistün- dige Hausdurchsuchung und es wurden alle Schriften und Bücher confiszirt. Man glaubt einer großen Verschwörung auf die Spur gekommen zu sein, in welcher sehr viele Personen verwickelt sein sollen. Doch wird die Polizei sich unsterblich blamiren; aber die arme, unschuldige Famillante muß einstweilen dafür büßen, daß sie sich unterstanden hat, anders zu denken, als es der löb- lichen Polizei gefällt. — Ueber das Elend der Flüchtlinge in Konstan- tinopel berichtet ein Correspondent der„Neuen freien Presse" geradezu haarfträub-nde Dinge. Etwa 300,000 flüchttge Moha- medaner sind in der Hauptstadt zusammengedrängt, welche, ob- schon die Regierung die Schulen, Kasernen und selbst einige Pa- läste des Sultans zu ihrer Unterbringung zur Verfügung ge- stellt hat, auf den Gassen und Plätzen kauern und dem bittersten Elend preisgegeben sind. In Folge der Ansammlung des russischen Heeres sind die Lebensmittel übermäßig im Preise ge- stiegen, so daß es den türkischen Familien fast unmöglich wird, den eigenen Lebensunterhalt zu erringen. Das Brod hat den sünffachen Preis erreicht und es sind die Mühlen kaum im Stande, das Getreide zu mahlen, welches die russische Armee bedarf. Täglich kommen Tausende von Flüchtlingen an und zwar ohne alle Geldmittel, ja selbst ohne die nöthige Kleidung. Viele von ihnen sterben auf offener Straße vor den Augen ihrer Leidensgenossen— Hungers. Obschon die russische Heeres- leitung versprochen hatte, Leben und Eigenthum der muhameda- nischen Bevölkerung Bulgariens zu schützen, durchziehen doch ge- Heime russische Agenten die bulgarischen Städte und Dörfer und verbreiten unter der muhamedanischen Bevölkerung Schrecken und Angst. Den Türken wird mit der Rache der Russen gedroht. Die Bulgaren werden gegen dieselben aufgehetzt und die armen geängstigten Opfer derart bewogen, ihre Heimath freiwillig zu verlassen. Durch diese russische Niedertracht soll Europa ge- täuscht, soll eine Nation ohne Blutvergießen durch den Hunger aufgerieben werden. Dieses Vorgehen kennzeichnet so recht tref- send die„Culturmission" der russischen Mörder. Trotz des „Friedens" werden die Rüstungen uuf das fieberhafteste von bei- den Seiten betrieben, um, wenn es wieder„losgeht", mit er- neuter Kraft ans Morden gehen zu können. Angesichts des Massenelendes, das durch den unheilvollen Krieg heraufbeschworen sehen und demgemäß der bezirksgerichtliche Beschluß, nach welchem Untersuchungseinleitung auf Grund des K 19 verbunden mit 8 10 des Reichspreßgesetzes wider jenen angeordnet worden, wieder aufzuheben. Das Bezirksgericht wolle Helßigen demgemäß bescheiden und das in der Sache sonst Erforderliche verfügen. Die durch die Beschwerde Helßig's verursachten Kosten sind aus der Staatskasse zu übertragen. Dresden, am 28. Januar 1873. Königl. Sächsisches Oberappellationsgericht. v. Weber. Füeotogi« und Wissenschaft oder alte und neue Weltanschauung, von Karl August Specht. „Der religiöse Aberglaube, richtiger der Religionsaberglaube — denn Religion und Aberglaube ist eins, wie Aberglaube und Glaube eins ist— wurzelt in Unkenntniß oder mangelhafter Kenntniß der Natur-Gesetze und-Erscheinungen"; diese Worte, welche wir bei einem früheren Werke desselben Autors aus- sprachen, können wir bei Besprechung des Vorliegenden getrost wiederholen, da die Absicht desselben dahin geht, die Verderblich- keit des religiösen Wahns aufzudecken und die Kenntnisse der Naturgesetze zu verbreiten. Daß hierzu eine gemeinverständliche klare Sprache von ganz besonderer Bedeutung ist, kann daraus leicht ersehen werden, daß die Forschungen unserer Gelehrten nicht über ein gewisses Publikum hinausdringen, wie könnte denn sonst nach den Arbeiten Kant's und Feuerbach's der Gottesglaube so viele Gläubige finden? Den Werth des vorliegenden Buches finden wir besonders darin, daß es ein wirkliches Volksbuch ist, dessen übersichtliche Gruppirung des wissenschaftlichen Mate- rials wohl geeignet sein könnte, jeden Aberglauben— auch den bis zur Freireligiosität reduzirten— zu vernichten und eine ein- wurde, sagen sich die beiden„Herrscher" die höflichsten Phrasen und behängen sich gegenseitig mit Orden. Pack schlägt sich, Pack verträgt sichl — Noch keine Entscheidung; von englischer Seite ist aber in dem Cirkularschreiben des neuen Ministers des Aus- wältigen, Lord Salisbury, das Programm des jetzt nicht länger an Händen und Füßen gebundenen Disraeli(Lord Beaconsfield) so scharf formulirt worden, daß ein Ausweichen Rußlands nicht mehr möglich ist, nur noch ein Zurückweichen. In diesem Cirkular ist der ganze Vertrag von St. Stefano für unannehm- bar erklärt und so deutlich als Worte es vermögen ausgesprochen worden, daß England keinen Machtzuwachs Rußlands dulden und die Vernichtung des türkischen Reichs in Europa um jeden Preis verhindern wird. Das energische Borgehen Englands hat auch auf Oesterreich gewirkt und das Wunder zuwege gebracht, daß ein österreichischer Staatsmann einmal die Gelegenheit ver- säumt hat, eine Dummheit zu begehen. Herr Andraffy— man staune— ist von Jgnatteff nicht über den Löffel barbiert und dieser„frechste aller Lügner" genöthigt worden, wie ein begösse- ner Pudel nach Petersburg zurückzukehren. Obgleich man in Wien noch keinen bestimmten Plan zu habe» scheint, so steht doch so viel fest, daß es mit der Russenfreundschaft gründlich vor- bei ist. Während England den Russen die Pistole auf die Brust gesetzt hat und Oesterreich Miene macht, auf englische Seite zu treten, nehmen die„kleinen Bundesgenossen" Rumänien und Serbien immer feindlichere Stellung gegen die Russen, von denen sie freilich auch etwas zu sehr ou osnmtlv behandelt worden sind. Die Rumänen speziell sind höchlich erregt und haben geschworen, eher zu sterben, als„das Stückchen Bessarabien" an Rußland zurückzugeben. Wenn es nun den Rumänen, gestützt auf England und Oesterreich, gelingen sollte, ihren Willen durchzusetzen, so wäre Rußland, selbst wenn ihm ein Krieg erspart bliebe, that- sächlich um sämmtliche Früchte seiner„Siege" betrogen, denn dieses„Stückchen Bessarabien" wäre der Riegel, der ihm die Balkanhalbinsel versperrte. Uebrigens erkennt man in Petersburg offenbar die Gefährlich- keit der Situation; die ängstliche, bescheidene Sprache, welche die Regierungsblätter jetzt führen, contrastirt in fast lächerlicher Weise mit der bisherigen Großschnauzigkeit. Zum Theil trägt zu dieser Kleinmüthigkcit der Umstand bei, daß man sich auf den„ehrlichen Makler" nicht mehr verlassen kann, der selbst be- denklich ins Schwanken gerathen ist. — Am 2. April wurden in Köln bei dem Redakteur der „Kölner Freien Presse" und noch 27 anderen Partei- und Ge- werksgenossen Haussuchungen gehalten, um festzustellen, ob zwischen der Centralbehörde der für Preußen geschlossenen sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands und den verschiedenen Gewerkschaften Verbindungen bestehen. Bei dem Redakteur der„Kölner Freien Presse" war die Haussuchung resultatlos, bei vielen anderen Gesinnungsgenossen wurden jedoch alle Briefe, die auf Gewerk- schaften Bezügliches enthielten, confiszirt. Um der Behörde die „Arbeit" bei künftigen Haussuchungen zu erleichtern, wäre es noth- wendig, daß die Partei- und Gewerkgenossen doch einmal der so oft ausgesprochenen Mahnung Folge leisteten, und alle Briefe sowie sonstige unnütze Papiere direkt dem Feuertode überlieferten. — Verurtheilungen. Die in Hamburg erscheinende „Rundschau", Organ für sozialistische Propaganda, deren Abonne- ment wir hiermit aufs Wärmste empfehlen, hat ermittelt, daß im Monat März im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" nicht weniger als 53 Monate Gefängniß über sozialistische Re- dakteure und Redner als„Strafen" verhängt worden sind. Die Hauptattentäter sind die R-dakteuere, von denen der der„Ber- liner Freien Presse" allein 12 Monate eingeheimst hat.— Dem März scheint der April nicht nachstehen zu wollen, und ein „Preßsünder" ist es, der in der Person des Genossen Oster- mann, Redakteur der„Westfälischen Freien Presse", den Reigen mit 11 Monaten Gefängniß eröffnet hat, die demselben für eine Majestätsbeleidigung am 2. April von dem Criminalgericht zu Dortmund zuerkannt wurden. Hoffentlich wird die„Rund- schau" über die Verurtheilungen im Monat April ebenfalls genau Buch führen und uns seinerzeit einen Buchsauszug vor- legen. — In Greiz hat am 1. April ein neues Parteiorgan, die „Reußische Freie Presse" das Licht der Welt erblickt. Wir wün- schen ihm da? beste Gedeihen. Aus Italien. (Fortsetzung und Schluß.) Beim Ackerbau selbst macht sich vor allem der Mangel an Kapitalien fühlbar, ein Umstand, der allerdings bei den traurigen Verbindungsmitteln und somit bei der geringen Hoffnung, die heitliche, auf Erfahrungsresultaten beruhende Weltanschauung an dessen Stelle zu setzen. Was wir auszusetzen haben— eS ist wenig genug— ist die theilweise polemische Form des Vortrags, die wohl in einem Pamphlet angebracht ist, der objektiven Wissenschaft aber fern bleiben soll, ganz abgesehen davon, daß die Wirkung entschieden beeinträchtigt wird, auch die allzuhäufige poetische Bekräftigung am Schlüsse jedes Kapitels hätte wohl besser unterlassen werden können. Das Compilatorische des Werkes halten wir in Anbe- tracht seines Zweckes— ein Volksbuch zu sein— eher für einen Vorzug als einen Tadel, da der naturwissenschaftlich unkundige Leser durch das Gewicht der angeführten wissenschaftuchen Mei- nungen leichter überzeugt sein wird. Vortrefflich gelungen ist es Herrn Specht, die Bedeutung und das Wesen des Darwinis- mus in das richtige Licht zu stellen, so daß die Abschnitte über denselben besonders geeignet find, klare und gesunde Ideen über Menschen und Dinge zu verbreiten. Wer wird wohl nicht den letzten Rest von„Respekt" vor dem Adel verlieren, wenn er er- fährt, daß„alle menschlichen Embryonen, adelige ebenso wie bürgerliche, während der ersten Monate der Entwicklung von den geschwänzten Embryonen des Hundes und anderer Säuge- thiere kaum zu unterscheiden sind."(Häckel.) Zieht der Verfasser unerbittlich gegen Alle« zu Felde, was sich dem naturwissenschaftlichen Wissen als Glauben, gleichviel in welcher Form, entgegenstemmt, so können wir wohl annehmen, daß die Consequenz dieser Anschauungen nothwendigerweise zum Sozialismus führen muß. Denn wie er selbst sagt: „Wahrheit ist in erster Linie das Ziel der neuen einheitlichen Weltanschauung", und da diese Weltanschauung ein integrirendev Bestandtheil des Sozialismus ist, so hoffen wir wohl nur ganz logisch, wenn wir erwarten, daß sich der Theil zum Ganzen finden wird.-c- Produkte zum Markte bringen zu können, nicht auffällig sein kann. Der Kapitalist will sein Geld unter solchen Bedingungen nicht zum Ackerbau verwenden. Der Pächter kann zunächst nicht, weil ihm die nöthigen Mittel fehlen, und hat auch ferner kein Interesse daran es zu thun, weil die ländlichen Contrakte in der Regel sich nicht über 6 Jahre erstrecken. Eine solche Zeit aber ist zu kurz, den Pächter zu veranlassen, selbst wenn seine Mittel es gestatteten, Kapitalien zur Bodenverbesserung zu ver- wenden; nur der Gutsherr würde auS solchen Anlagen Vortheil ziehen. Bon der ganzen Bevölkerung de? Königreichs Italien beschäftigen fich circa 60 Proz. mit dem Ackerbau; in den süd- italienischen Provinzen wird die Quote eine bedeutend höhere sein, weil hier ein viel geringerer Bruchtheil in der Industrie beschäftigt ist, wie in Oberitalien. Groß- und Kleingrundbesitz finden fich in Süditalien nebeu einander, doch so, daß der Kleingrundbefitzer dem ländlichen Lohnarbeiter viel näher steht, wie seinem mächtigen Rivalen. Das soziale Verhältnitz des Pächters zum Grundherren ist nichts mehr und nichts weniger wie daS des Herren und Sklaven. Um hier nicht der Uebertreibung beschuldigt zu werden, will ich einem italienischen Schriftsteller, einem Nicht-Sozialisten das Wort geben. Leopolds Fronchetti schreibt hierüber: „Dort, wo das einzige Mittel, der Unterdrückung zu entfliehen, die Auswanderung ist, dort ist diese Abhängigkeit gleich der wirklichen und wahren Sklaverei, und ist es auch nicht allein in wirthschaftlicher, sondern auch in persönlicher Beziehung. Fast überall ist der Bauer gezwungen, neben den im Contrakte festgesetzten Naturalabgaben seme Dienste gratts zur freien Ver fügung des Herren zu halten. Alle groben Arbeiten im Hause des Gutsherrn werden von den Bauern besorgt, und zwar ab- wechselnd in kürzeren oder längeren Zwischenräumen, je nach der Entfernung ihre? respekttven Wohnortes; an den Tagen, an welchen der Bauer im Hause des Herrn arbeitet, ißt er dort.— Ganz auffällig ist die Unterthänigkeit jener Bauern den galan- tuornini gegenüber, mit welchem Ausdrucke sie jeden Menschen bezeichnen, der als Städter gekleidet ist.— Der gaiantnomo ist für den Bauer allmächtig; wenn er ihn nicht zum Herrn hat, ist er sein Gläubiger." Die Contrakte zwischen Bauer und Pächter find zu ver- schiedenarttg, um hier einzeln besprochen werden zu können; dieselben ändern sich von einer Provinz, ja von einer Gemeinde anderen. Selten indessen zahlen die Pächter die ganze zur Pack ß acht in Geld, häufig dagegen ganz in Naturalien, und wechselt die Höhe der Abgaben je nach der Fruchtbarkeit des Bodens und der Art seiner Produkte. In Cosenza, dessen Bauern den Ruf eines ganz ungewöhnlich guten Looses genießen, beträgt der Antheil des Pachters an den Boden-Produkten bis zu drei Viertel der ganzen Produktton, dieses aber nur in den unfruchtbarsten Gegenden, wo dem Boden nur mit der größten Mühe und mit der angestrengtesten Arbeit etwas abzuringen ist. Auf frucht- baren Ländereien fällt der Antheil des Pächters auf die Hälfte ' r türkisch Korn und ein Drittel für Weizen. Dabei verbleiben ie Früchte der auf den Aeckern stehenden Bäume gewöhnlich dem Eigenthümer, der für Pflege, Ernte und Trockenen dem Bauer einen Theil abzieht, der je nach der Art der Früchte ein Viertel bis ein Drittel des erzielten Quantums beträgt. Eine besondere Art von Contrakte«, die sog.„Verbesserung»- Contrakte", will ich noch speziell erwähnen. Der Eigenthümer überzieht nämlich dabei dem Pächter ein ganz unangebauteS Terrain, empfängt dafür in einigen Gegenden vom ersten Jahre an, in anderen erst vom dritten, eine Pacht, deren Höhe sehr verschieden ist. Solche Contrakte dauern in der Regel 8 Jahre, nach deren Ablauf der Eigenthümer dem Pächter einen Theil der Preis- differenz zahlt, zwischen dem Werthe deS Bodens bei Anfang und Abtauf des Contraktes. Dieser Antheil des Pächters be- rügt je nach der Lage und der Fruchtbarkeit des BodenS ein Drittel bis ein Siebentel der ganzen Differenz. Nur die Kosten für Bewässerungs- Anlagen find zu Lasten des EigenthümerS, der dadurch ein unangebauteS Terrain auf billigste Weise zum schönen Ackerlande umgestalten zu lassen Gelegenheit hat. Doch nicht genug damit, sucht der Grundbesitzer auch noch auf anderem Wege sich die Sache zu verwohlfeilen. Der Bauer nämlich, der solche Contrakte mit dem Herrn eingeht, hat gewöhnlich nichts, was er sein Eigen nennen könnte; in den ersten Jahren, in welchen der Boden wenig erzeugt, ist der Pächter gezw»ngen, um leben zu können, seinen Gutsherrn um Unterstützung anzu- flehen. Bereitwillig geht Letzterer darauf ein, läßt fich aber für eine Vorschüsse gewöhnlich solche Zinsen zahlen, daß der Bauer am Ende seines Contraktes von seinem Autheile des erhöhten Bodenpreises nichts oder fast nichts mehr bekommt. Damit berühre ich das Gebiet des Zinses oder vielmehr des Wuchers; denn was man heute unter ZinS versteht, ist dem süditalienischen Bauer ganz unbekannt. Darlehne in baarem Gelde finden wenig statt, desto mehr in Ackerbauprodukten. Die zur Zeit der Saat gemachten Vorschüsse werden bei der Ernte zurückerstattet, und betragen die üblichen Zinse» für diesen Zeit- räum 20—25 Proz., oft höher, nie unter 12—15 Proz. Dabei lassen sich noch die Herren die Differenz zahlen, die zwischen den Preisen des betreffenden Produttes besteht zur Zeit de» gemachten Vorschusses und zur Zeit der Rückerstattung. Dieser schauderhasten Landplage ist der Bauer mit Leib und Seele verschrieben: welche Anstrengungen er auch immer machen und welche Entbehrungen er sich und seiner Familie auch immer auferlegen möge, dem Arme de» Wucherers kann er sich nicht entziehen. Bei mittelmäßigen Ernten genügen seine Vorräthe vielleicht, ihn den Winter hindurch zu erhalten und ihm Saat- korn für das nächste Jahr zu liefern, aber dann ist noch der Sommer da, und von allen Existenzmitteln entblößt, ist der Pächter gezwungen, den alten Weg in des wohlbekannten Wucherers Haus von neuem anzutreten. Ueberschüsse, die der Bauer etwa durch ganz glückliche Ernten zu mache» im Stande ist, dienen dazu, die Schulden der schlechten Jahre zu decken. So erneut fich der ewige Kreislauf durch Hunger und Schulden zum Tode. m. n. Correspondenzetto Stettin, 31. März. Die„Sozial-Correspondenz"„unseres" Viktor's, welche gleich nach ihrer Geburt die unverkennbarsten Zeichen eines unheilbaren Gehirnschwundes an den Tag legte, scheint nun auch in hochgradiger Weise an jener Krankheit zu leiden, die für derartige Lebewesen den sicheren Tod zur Folge hat, wenn nicht noch in letzter Stunde ein Wunder die völlige Auflösung verhindert— ich meine die Krankheit der Geld- klemme. Die letztere Krankheit muß schon sehr vorgeschritten sain Sun fWA/ttitanniÄ hpÄ tnt_________ Nummern der„Sozial- Correspondenz" beilagen. DaS Circulär lautet: „In der Anlage gestatten wir uns, Ihnen einen Proipett und einige Nummern der„Sozial-Correspondenz" mit der Bitte zu übersenden, diesem Blatte gefälligst Ihr Interesse zuwenden zu wollen. Die„Sozial-Correspondenz" ist das Organ des Central- Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen, eines Vereins gemeinnütziger Männer, welche verschiedenen politischen Parteien angehören, und erscheint seit April v. I. Sie verfolgt den Zweck, auf dem Gebiete der Volkswirthschaft und des so- zialen Lebens gesunde Anschauungen zu verbreiten und besonders auf Beseitigung des gespannten Verhältnisses hinzuarbeiten, wel- ches leider vielfach zwischen Arbeitern und Arbeitgebern herrscht und von sozialdemokrattscher Seite in so verderblicher Weise ge nährt wird. Die Frage„Freihandel oder Schutzzoll' ist von der Diskussion prinzipiell ausgeschlossen. Indem wir im Uebri- gen auf den Inhalt der beigefügten Drucksachen verweisen, er- suchen wir Sie ergebenst, die„Sozial-Correspondenz", welche in der Bertheidigung der bestehenden sozialen Ordnung eine uns allen gemeinsame Sache vertritt, durch Abonnement und in jeder Ihnen sonst angemessen erscheinenden Weise thunlichst fördern zu wollen. Der Vorsteher der Kaufmannschaft". Armer Victor! Es ist wahrhaftig nicht Bosheit oder der Ausfluß irgend einer anderen sozialistischen„Untugend", wenn ich schon jetzt mein innigstes Beileid zu dem bevorstehenden Hin- scheiden der„Sozial Correspondenz" ausdrücke. Nein, es ist nichts als das pure Pflichtgefühl, welches mich drängt, allen Feinden— und so auch Dir, Victorchen—, die fich gegen ihren Willen um den Sozialismus verdient gemacht haben, bei ihrem Ableben in aller Stille eine pietätsvolle Thräne nachzuweinen. Lebe wohl, Victor! Lebe wohl,„Sozial-Correspondenz"! Berichtigung. In Nr. 39 deS„Vorwärts" vom 3. d. M., betr. die öffentliche Quittung über den Wahlfond, muß es in der Rubrit Iserlohn nicht Lieberg, sondern Sieberg heißen. Briefkaste« der Redaktion. I. M. R. in Berlin: ES ist derselbe Theodor Daschner, der im Februar in Crefeld verhaftet wurde; ob D. sich jetzt noch in Haft befindet, ist uns nicht bekannt. Ist Letzteres nicht der FaS, so können Sie D's Adresse am chcsten durch Derossi, Holzdamm 42 Hamburg, erfahren.,— B. in Wandsbeck: Bis jetzt weiß ich keinen der betreffenden Herren, der um jene Zett im Norden weilen wird. Ich selbst kann nicht kommen. H. s der Expedition. Exped. d.„Braunschw. Volksfreund" Braunschweig: Wir haben Ihre Karte an Sauerteig in Gotha gesandt, der Ihrem Wunsche hoffentlich entsprechen kann.— Blaudow, Frankfurt a. O.: Ihre Reklamation ist dem Hauptpostamt zur Recherche über- geben.— Redakt. der„Ha berstädter freien Presse": Die Ueberweisung geschah richtig und rechtzeitig. Wird wohl nun in Ordnung sein.— Rud. Sigges Berlin: Wir w-rden bei C. Seiferth nachfragen lassen. Quittung. Rtzmnn Ernstthal Ab. 30,00 Slg Essen Ab. 48,00. Slbrhrn Eßlingen Ab. u. Schr. 21,25. Etil Brüsau Ab. 11,06. Zczk Böhm. Leipa Ab. 3,85. Zrnk Preßburg Ab. 2,49. Hrld Nadworna Ab. 1,66. Hfmnn Wien Ab. 4,79. Nbr Wien Ab. 16,36. Wßnr Anina Ab. 3,33. Wtzk Steyr Ab. 5,00. Hbtzl Wien Ab. 6,67. Hrrlng hier Ab. 0,60. Mhrs Hanau Ab. 0,80. Lng Hamburg Ann. 2,70. Hlzngr Wien Ab. 3,17. Arbeiterb.-Berein Wels Ab. 6,25. Hqr Ober- grafendors bei St. Pölten Ab. 8,33. Tbl Dortmund Ab. 32,30. Bsch hier Ab. 140,00. Grbstn Lindenau Ab. 14, Oo. Wgnr Wien Ab. 20,00. Klky Wien Ab. 3,30. I. Mdr Brünn Ab. 4,95. A. Brndt Mittweida Ab. 17,00. Wahlagitationsfonds. Ein paar Mitglieder der„den Verführungen der Sozialdemokratie so vielfach zum Opfer fallenden studir. Jugend" in Berlin Mk. 31,00. Anzeigen tc, Annoncen für die Mittwochs- Nummer müssen bi» Mom tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags-Nummer bis Mitt- woch-BormittagS 9 Uhr; für die Sonntags. Nummer bis Freitag Vormittags 9 Uhr hier sei», wenn solche noch bestimmt Aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht beiliegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei«o» hat, können eiue Aufnahme nicht finden. :..........; 7 i»on eyr vorgr,u,r>»ru sein und den Organismus des im Verborgenen blühenden litera- rischen Pflänzchens in seinen Grundfesten erschüttert haben, we- nigstens wird die» durch nachstehendes Circulär erwiesen, das von dem Vorsteher der hiesigen Kaufmannschaft an alle hiesigen Fabrikanten verschickt wurde, und dem ein Prospekt und sechs Leipzig. A« unsere Abonnenten. Wir bringen hiermit zur Kenntniß, daß unsere Colporteure angewiesen sind mit der dritten Nummer des„Vorwärts" und der zweiten Nummer der „Neuen Welt" des zweiten Quartals den Abonne- mentsbetrag zu kassiren. Da für Herrn Ullrich vom 1. April ab Herr Bösch die Austragung besorgt, so ersuchen wir alle diejenigen geehrten Abonnenten des„Vorwärts", der„Neuen Welt", der „Fackel" und der„Zukunft", welche nicht bereits schon von Herrn Bösch die Blätter erhalten, dringendst, behufs Regelung der Colportage uns ihre Adressen zukommen zu lassen. Die Expedition des„Vorwärts", der„Neuen Welt" ic. 3a] Lager roher Tabake en gros& en detail Heymann, Niederstraße 120, Hamburg. [0.90 ftcvfVllt/T Donnerstag, den 11. April, Abends 8 Uhr, in �Ipzig. der„Tonhalle": Volksversammlung. Tagesordnung: Die gegenwärtige Session des deulschen Reichstag?. Referenten W. Hasenclever und W- Liebknecht.[90 Zahlreichem Besuch sehen entgegen Die Einberufer. �kntral-Krankcuuud Sterbe-Kasse der Metallarbeiter -wi-yjuvz. für Leipzig und Umgegend.[80 Sonnabend, den 13. April, Abends Uhr: Generalversammlung bei Hunse, Roßstr. 4d.— Wer unentschuldigt fehlt wird mit 25 Pf. gestraft. D. B. XL. Diese Kasse ist nicht zu verwechseln mit der hier bestehenden Lokalkasse, welche„Krankenkasse der Metallarbeiter für Leipzig und Um. gegend" heißt. C�ffpufPlt Am Geburtstage Laffalle's, Donnerstag, den �UUisril. ii. April, Abends 8'/, Uhr, in Bnrmcisters Salon: Volksversammlung. Tagesordnung: Ursachen, Entwicklung und heutiger Stand der Ar» beiterbewegung. Referent A. Geib aus Hamburg.[1,10 Der wichtigen Tagesordnung halber werden die Parteigenossen ersucht für diese Versammlung zu agiliren. F. Heerhold. Central-Wahl-Comitß. Alle Briefe ic. für das Comitö sind von nun au zu richten an C. Derossi, Holzdamm 42. BeldsenäimKen sind wie bisher an A. Geib, Rödingsmarkt 12 zu adressiren. Hamburg, 23. Februar 1878. __________ I. A.: C. Derossi. Armer Conrad. Um mit dem Reste desselben zu räumen, ist der Preis auf 20 Pfg. für geheftete, und 40 Psg. für gebundene Exemplare herabgesetzt. Bei Bezug von 10 Expl. und darüber Rabatt. Bestellungen sind zu machen bei der Associations- Buchdruckerei in Berlin 80., Kaiser-Franz-Grenadler- platz 8a., sowie der Genossenschafts-Buchdruckerei in Leipzig, Färberstraße 12._ Durch die Expedition de«„Vorwärts" ist zu beziehen: Die Orlentdebatte Im deutscben Reichstage(vollständig nach dem am'lichen stenographischen Bericht). Kurz beleuchtet von W. Liebknecht. 5 Bogen. 8». Preis 30 Pfg. Zur orientalischen Frage oder Boll Europa kossakisch werden I Ein Mahnwort an das deuische Volk van W. Liebknecht. Zweite, um 1 Bogen vermehrte Auflage, in der die neuesten Phasen der politischen Lage berücksichtigt sind. 4 Bogen. 8°. Preis 30 Pfg. Religion und Sozialismus. Eine nachgelassene Schrift au« dem Jahre 1869 von Dr. Boruttau. Den deutschen Arbeilern ge- widmet. Zweite Auflage. 4 Bogen. 8°. Preis 40 Pfg.(46) Die religiöse Frage und das arbeitende Yelk. Von Dr. C. Boruttau. Zweite Auflage, durchgesehen und ergänzt von Bruno Geiser. Preis 30 Pfg. Das deutsehe Reich und seine Gesetzgebung. Materialien für die sozialistische Agitation. Von Bruno Geiser. 7 Bogen. 8». Preis 60 Psg.[5,10 Durch unS ist zu beziehen: Der Deutsche Bauernkrieg von A. Bebel, mit Berückfichiigunz der hauptsächlichsten sozialen Bewegungen de» Mittelalter» in populärster Weise dargestellt. Der Vers ffer hat tu dieser Sefingnißarbeit, besonder» für die Arbeiter, welchen Zelt und Mittel fehlen, umfängliche und tbenre Se- schichlSweeke zu lesen, den großen Bauernkrieg in seinen gesellschaftlichen Ursachen geschildert. Sein Standpunkt ist der sozialistisch-materialtvische, welcher Personen und Zustände, al« da» natürliche Produkt der vor- handenen materiellen Existenzbedingungen der Gesellschaft ansteht und beurtheilt. Wir glauben mit der weitesten Berbreiinug diese« 230 Sellen groß Oetav umfassenden Geschichtsbuches, nufrer Sache auf« Beste zu dienen und tkelleu mit Rückficht hierauf, den Laarprei« per Einzel- exemptar auf M. 2.— in Partien M. t.7B.—(Porto eiiunfenben.) _ Die Exp edition des„Vorwärts." Die neue Gesellschaft. Monatsschrift für Sozialwissenschaft, erscheint in einem Umfang von 3—4 Bogen und ist durch die Post und den Buchhandel, in Leipzig durch die Expedition des„Vorwärts", zu beziehen. Reichhaltiger Inhalt und hochelegante Ausstattung zeich- neu die Zellschrist auS. AbonnementSpreiS pro Quattal Mk. 3,00; JnseriiontpreiS pro gespaltene Petiizeile Mk. 0,40. Zürich.___ Verlag der„Neuen Gesellschaft". Klemich's Sliitter für geistigen Fortschritt (Zeitschrift für naturphilosofisch- atheistische, sozial-ökonomische und allgemeine Belehrung. Organ der Dissidenten.) erscheinen im 5. Jahrgange in Dresden im Berlage vom Privat-Schul- direktor Klemich, und vertreten in allgemein verständlicher Form die neue naturwissenschaftliche Weltanschauung und sonach einen sittlich- atheistischen und sozialistischen Standpunkt, schären in rücksichtsloser Rede einen glühenden Haß gegen alle Institutionen, deren Vertreter, sich in den fadenscheinigen Mantel christlicher Liebe hüllend, au« der Volksverdummung ein einträgliches Gewerbe machen, stellen dem über- irdischen Christenthum das irdische freie Menschenthum entgegen, bekämpfen die StaatSlüge, den Bolksaberglauben und da« öffentliche pri- vilegirte Scheinwesen, entblößen schonungslos die Schlupfwinkel der Heuchelei, anulysiren den unsittlichen, die klaren Borstellungen verwir- renden und verdunkelnden Glauben in jeder Gestalt und alles, was sich gegen V-rnunst, Erfahrung und Logik ausbäumt. Als Widersacher aller durch irdische oder himmlische GenSdarmerie Seschützten Staalsgötter berichten diese Blätter auch ferner über die Sirksamkeit der modernen Jnquisttio». Wer uns in diesem redlichen und gefährlichen Kampf unterstützen will; wer mit nn« solche Pranger für die Bosheit als unentbehrliche« Schutzmittel für die bettogene Menschheit bettuchtet: der abonnire auf didseS ebenso nützliche wie billige Organ. Diese Zellschrist kostet vierteljährlich 1 Mark a) bei jeder Post- anstalt(exel. Postzuschlag) d) in jeder Buchhandlung und o) in der Expedition: Frau Eugtvie Klemich, Dresden. SlliloßSr. 23. »ein Bruder, der Battlergehiilke Leopold Hachenberg aus Homberg wird hiermit ersucht seinen Aufenthalt behufs Erbesregulirung mir sofort mitzutheilen. Carl Hachenberg, Braunschweig. Zur Agitation wie zur Gewinnung von Abonnenten sind gegen Einsendung des Portobetrages (für ein Kreuzband zu 10 Stck. 10 Pf., zu 30 Stck. 20 Pf., zu 60 Stck. 30 Pf., über 60 bis 300 Stck. per Packet 50 Pf.) überzählige Nummern aus früheren Jahrgängen des„Vorwärts" von uns zu beziehen. Größere Posten liefern wir per Eisenbahn-Fracht- gut und berechnen solchen Fakls ä 1* Ctr. mit 5 M., ä Ctr. mit 10 M. bei frankirter Zusendung. Leipzig._ Spedition des Worwarts. Verannvottl cher Redatteur: Hermann Helßig tu Reudnitz- Leipzig. Redattion und Expedition Färberstraß» 12, II m Leipzig. Druck und Verlag der Genossenickajltbuck drucke--i in Le-pzig.