Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 Mark 60 Pf. pro Quartal. Monats Abonnements à 54 Pf. werben bei allen deutschen Bostanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 3. Monat besonders angenommen. Inserate Betr. Bersammlungen pro Petitzeile 10 Bf., Betr. Privatangelegenheiten und geste pro Petitzeile 30 Pf. Nr. 49. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Postanstalten und Buchhands lungen des In- und Auslandes. Filial Expeditionen. New York: Mr. Franz Jonscher, 177 Elm Str. corner Broome. Mr. Herm. Nitsche, 348 West- 37 Str. Philadelphia: B. Haß, 508 North 3rd Street. J. Boll, N. E. box Charlotte& George Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: Wilh. Hoffmann, 37 A Princess Str. Leicester Squ. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Parteigenossen! Schon wieder sind wir gezwungen, an Euch eine besondere Aufforderung zu richten. Sonntag, 28. April. 1878. wir bei der Beschreibung dieses„ Herren Reitens" wörtlich fol- Bedarfes. Anders dagegen der Preis. Derselbe unterliegt stets genden Absatz: den Schwankungen des Marktes; wenn er gestern dem Tausch" Die Bahn, welche zu durchlaufen, war die gewöhnliche werth der Waare gleich kam, so steht er heute vielleicht unter Steeple- Chase- Bahn, auf der die Pferde die Tribüne zweimal und morgen möglicherweise über ihm. Angebot und Nachfrage Unsere Partei, die eine Partei des Kampfes ist, zu passiren haben und erst beim dritten Male durchs Biel ge- oder Dringlichkeit des Bedarfes haben also gar nichts mit dem langen. Gastgeber" war der Favorit, auch Ingeborg" glaubte Tauschwerthe, aber sehr viel mit dem Preise der Waaren zu des Kampfes für politische und soziale Aufklärung man große Leistungen zutrauen zu dürfen. Allein es schien, als thun. Das Gleiche gilt von dem Gebrauchswerthe. Seßen wir den und für eine gerechte Gesellschaftsordnung, bedarf ob der Hengst nicht genug in Condition war, da ihm nur der nicht nur einer stets gefüllten Kriegskasse, sondern 5. Plak verblieb und die Stute war zu solchen Leistungen un- Fall, daß Jemand ein Paar neue Stiefeln nöthig hat und mit fähig, Senn nachdem sie ihren Reiter bis über das lezte 6 Dollars Gold in der Tasche sich auf den Weg begiebt, um muß auch einen ausreichenden Invalidenfond haben. Hinderniß geschleppt hatte, brach sie mit letterem zu solche zu kaufen. Wenn Alles richtig zuginge, so müßte ihm für Neben den Geldern zur Agitation darf es an Gel- sammen. Auch" Streitart" stürzte schon beim Fließ und seine 6 Dollars Gold der Kleinhändler ein Paar neue Stiefeln dern im Unterstüßungsfond, an Geldern für die gab das Rennen auf. Dagegen zeigte sich„ Asta" als ein durch- verabfolgen, in welchen ebenso viel gesellschaftlich nothwendige aus brauchbares Springpferd: sie lag fast immer an der Spige Arbeitszeit verkörpert ist, wie in dem Gelde, d. h. Tauschwerth von der politisch- sozialen Reaktion gemaßregelten Ge- und kam noch frisch mit 8 Längen Vorsprung durchs Biel." Ne- und Preis sollten sich decken. Nun ist aber Tags zuvor Regennossen nicht fehlen. mesis", die recht brav geritten wurde, kam nach einem ver- wetter eingetreten und die Aussicht ist, daß es längere Zeit angeblichen Versuch den Sieg zu erringen, als zweite ins Ziel. hält. In Folge deffen hat sich der Begehr des Publikums nach Stiefeln vermehrt, und die Kleinhändler sahen sich dadurch verComtes Bibi" ging 25 Längen dahinter als dritte ein". anlaßt, ihre Preise alsbald zu erhöhen. So geschieht es denn, daß unser Jemand heute 6 Dollars Gold für ein Paar Stiefeln bezahlen muß, die er gestern für 5 Dollars hätte bekommen können. Was hat sich nun von gestern auf heute geändert? Das Angebot von Stiefeln ist sich gleich geblieben, denn es hat stattgefunden; der Tauschwerth aller vorhandenen fertigen Stiefeln ist sich ebenfalls gleich geblieben, denn die in ihnen verförperte gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit ist nicht länger und nicht fürzer geworden; und endlich ist auch ihr Gebrauchsoder Nuzzwerth sich gleich geblieben, denn ihre Güte und Haltbarkeit hat weder ab- noch zugenommen. Es hat sich mithin nichts geändert, als der Begehr des Publikums und der Preis der Stiefeln. Der Gebrauchswerth ist demnach ganz unabhängig von der Dringlichkeit des Bedarfes. " Haben wir hier nicht die vollendete öffentliche ThierquäGeld- lerei vor uns, werden solche edlen Thiere nicht in der rohesten herab, Weise mißhandelt, erregen solche Vorfälle vielleicht kein Aergerniß? Auf diese Fragen giebt es nur eine Antwort: Ja! Augenblicklich aber fehlt es daran und warum? Blickt hin auf die vielen Verurtheilungen unserer Parteigenossen und Ihr habt die Antwort. und Gefängnißstrafen regnen auf die Partei in München allein haben jetzt etwa vierzig Genossen mit dem Gefängniß Bekanntschaft zu machen. Das Wenngleich ein Aergerniß bei den feinen"," vornehmen" feine Ueberproduktion und kein Spekulationsantauf von Belang darf uns nicht gleichgültig lassen. Solchen That- und gebildeten" Leuten durch derartige Thierquälerei nicht erregt wird, so find doch beispielsweise sämmtliche Sozialdemosachen gegenüber hat ein Jeder unter uns seine Ver- traten so anständig und feinfühlend, daß sie solche Brutalitäten sicherungsprämie hier ein Scherflein zum Unter- verabscheuen und verdammen. stüßungsfond Wo bleibt aber dabei der Herr Tessendorff? Kennt er das zu zahlen. Strafgesetzbuch nicht bei solchen Fällen? Oder fehlt ihm der Um Euch allen diese Zahlung zu erleichtern, Muth, auch einmal nach oben zuzugreifen, ihm, dem es eine haben wir in diesen Tagen Sammellisten für den Wonne zu sein scheint, Arbeiter und Arbeitervertreter faffen zu Unterstügungsfond an alle bekannten Adressen können? verschickt, hoffend, daß die erste Rate der gezeichneten netenhause bewilligte Staatspreis für solche öffentliche Beträge baldigst eingehen werde. Alle Gelder sind an den mitunterzeichneten A. Geib, der darüber im ,, Vorwärts" quittiren wird, zu senden. Hamburg, 24. April 1878. Das sozialistische Central- Wahl- Comité Deutschlands. J. A.: C. Derofft, Holzdamm 42. August Geib, Rödingsmarkt 12. Doch das Schlimmste ist der von dem preußischen Abgeordrohe und grausame Thierquälerei. Zur sozialistischen Werththeorie. Von Geo. C. Stiebeling. ( Fortseguag statt Schluß.) der hier in Frage kommenden Begriffe die oben angeführten Sehen wir uns jetzt nach dieser Erörterung und Feststellung Aussprüche des Herrn Professors noch einmal etwas genauer an. Er behauptet also, daß der Werth der Güter sich ersichtlich nicht blos nach den Kosten, d. h. nach der darin verkörperten gesellschaftlich nothwendigen Arbeitszeit, sondern auch nach dem Gebrauchswerth, d. h. nach der Dringlichkeit des Bedarfs richte. Diese, wie wir gezeigt haben, ersichtlich" falsche Auffassung Indem Professer Schäffle die Ansicht versicht, daß der Werth begründet er durch folgendes Beispiel:„ Wenn der Sozialbürger der Güter nicht allein durch die gesellschaftlich nothwendige Ar- nach schlechter Ernte Brot verlangt, kann ihm der Sozialistenchef beitszeit, sondern auch durch die Dringlichkeit des Bedarfes, d. h. nicht Steine und nicht Kleider und nicht Vergnügen dafür bieten. durch Angebot und Nachfrage bedingt sei, bekämpft er die Basis eine Taye über dem Kostenwerth angesetzt werden, bei der er Aber dem, welcher das besonders begehrte Brot verlangt, muß des wissenschaftlichen Sozialismus in ganz ähnlicher Weise, wie alle übrigen modernen Gegner desselben, nur mit etwas andern sich nach der Decke streckt, damit das Mangelnde, aber Begehrtere, Worten. Er verwechselt dabei, wie diese, den Begriff des Preises für Alle wenigstens zur Noth reichen könne. Also der Sozialmit dem des Werthes, und zwar in doppelter Beziehung, nämlich werth( Tauschwerth") muß nicht blos als Kosten-, sondern zuStaatsprämien auf Thierquälerei. mit dem des Tauschwerthes und mit dem des Gebrauchswerthes. gleich als wechselnder Gebrauchswerth bestimmt sein; SozialDer Bildungs- und Culturgrad eines Volkes wird nicht mit Außerdem wendet er letzteres Wort( Gebrauchswerth) in einer bedarf und Sozialproduktion gerathen sonst in eine heillose Um jedoch die Leser der quantitative und qualitative Disharmonie, die Niemand bewälUnrecht vielfach nach der Behandlungsweise, die dasselbe im All- ganz unzulässigen Bedeutung an. gemeinen den Thieren angedeihen läßt, abgeschätzt. Verständige Arbeiter- Stimme" in den Stand zu setzen, das Irrige seines tigen könnte." Da muß nun vorerst bemerkt werden, daß das Wort GeEltern und Erzieher haben ein wachsames Auge auf ihre kin- ürtheils leichter zu erkennen, will ich ihnen kurz erklären, was brauchswerth hier in einem ganz unzulässigen Sinne angewendet der, wenn dieselben mit kleinen Thieren in Berührung kommen. unter Werth, Tauschwerth, Gebrauchswerth und Preis zu ver- brauchswerth hier in einem ganz unzulässigen Sinne angewendet wird. Gebrauchswerth hat dieselbe Bedeutung wie Nußwerth Thierschutzvereine wachsen wie Pilze aus der Erde. Die Stier- stehen ist. gefechte in Spanien und die Hahnenkämpfe in England gelten Werth im volkswirthschaftlichen Sinne nennt man jedes( vergl. Seite 32 der Broschüre), und bezeichnet eigentlich nur als eine widerliche Beluftigung des geistig- verkommenen Böbels. nützliche Ding. Alle nützlichen Dinge müssen unterschieden werden die Qualität( Art) des Gebrauchs oder Nutzens, den ein Ding Das„ Taubenschießen"( Schießen auf zuvor geblendete Tauben), in solche, welche durch die bloße Arbeit der Natur geschaffen gewährt im Unterschied von andern Dingen. Der besondere welches vor mehreren Jahren noch in Deutschland vorkam, hat sind, wie jungfräulicher Boden, Mineralschätze in der Erde u. s. w. Gebrauchs- oder Nußwerth z. B. der Wolle besteht darin, daß die Polizei untersagt, und ein Droschkentutscher, der seinen Gaul und in solche, welche mit Hülfe menschlicher Arbeit entstehen; sie dem Menschen zur Bekleidung dient, und nicht, wie das Brot, übermäßig quält, verfällt dem§ 360 des Strafgesetzbuchs, in erstere sind natürliche, leztere künstliche Werthe. Man kann zur Nahrung. Aber selbst wenn man annimmt, daß jener Bewelchem es heißt:„ wer öffentlich oder in Aergerniß erregender nun die Nüglichkeit eines Dinges entweder nach seiner Qualität griff nicht nur die Art, sondern auch die Quantität( Größe) des Nuzens oder Gebrauchs in sich schließt, kann er doch nicht den Weise Thiere boshaft quält oder roh mißhandelt, wird mit Geld-( Beschaffenheit) oder nach ihrer Quantität( Größe) betrachten, Sinn haben, welcher ihm von dem Herrn Professor beigelegt strafe bis zu 150 Mt. oder mit Haft bestraft". also untersuchen, wozu es nüht oder wie viel es nüßt verglichen wird; denn die Größe des Nußens oder Gebrauchs ist unabNach diesen Vorbemerkungen wollen wir uns einmal das mit andern ihm gegenüberstehenden nüßlichen Dingen. In jenem änderlich bestimmt durch die Menge des Dinges, und diese hinHauptvergnügen der deutschen Aristokratie, das Wettrennen Fall ist es für uns ein Gebrauchswerth, in diesem ein Tausch wieder hängt, wie wir oben gezeigt haben, unmittelbar von dem betrachten. Wir nehmen die„ Tante Voß“ zur Hand und lesen: werth. Der Betrag des Nußens, den ein Ding gewährt, hängt Maß der darin verkörperten gesellschaftlich nothwendigen Arbeits" Berliner Rennbahn zu" Hoppegarten. Frühlingsmeeting. aber unter allen Umständen von seiner Menge ab, und diese Erster Tag. Montag, den 22. April. Der erste Tag des Früh- Menge hinwieder wird, wenn es ein natürlicher Werth ist, durch zeit ab. Es besigen z. B. 5 Pfund Fleisch die nämliche Sättijahrs- Meetings sah die Tribünen überfüllt, namentlich von einem die Masse der in ihm verkörperten Arbeit der Natur, und wenn gungskraft, ob sich 100 Kauflustige dafür finden oder gar keine. reichen Damenflor in glänzenden Toiletten, bei welchen aller- ein künstlicher, durch die Masse der in ihm verkörperten mensch- Deshalb ist es unrichtig, von einem wechselnden Gebrauchs- oder dings noch die letzte Wintermode mit der neuen des Frühjahrs lichen Arbeit unmittelbar bedingt. Nuzwerthe zu sprechen. " Was sodann den als Beweis angeführten Fall betrifft, so im Streite lag. Der Verlauf der Rennen war ein recht inter- Bei der jetzt existirenden Gesellschaftsordnung werden alle wurber. Die einzelnen Concurrengen waren gut belegt und künstlichen Werthe als Waaren auf dem Markte geneem het zeigt er recht beutlich das Irrige der hier vorgetragenen otonoziemlich harf bis zu Ende ausgekämpft. Die Bierbe waren ausgetauscht, buch nicht biseft, ſondern burch einen einander mischen Lehre. Der„ Gozialistenher, eine übrigens, nebenbei Combit whit" aus dem Stall getoepie Bierbewaren gegetenicht, boch nicht bitt, eben durch einen Bermittler ſei es bemerkt, in dem Sozialiſtenſthat unmögliche Bersönlichkeit, Condition. Auch der Zustand der Bahn war gut und die Ar- möge ihrer nüßlichen Eigenschaften es dahin gebracht, für alle wird dem, welcher das besonders begehrte Brot verlangt, nicht v. Thielmann hatte das Amt des Richters übernommen. Herr werths) zu spielen, also zur Geldwaare zu werden. Diesen bed. h. das Brot wird nach der darin verkörperten gesellschaftlich Wacherow leitete den Ablauf und Graf Sierstorpff beaufsichtigte vorzugten Plaz unter den Waaren hat das Edelmetall, ins- nothwendigen Arbeitszeit berechnet werden. Nehmen wir bei die Waage. Die Pause zwischen den einzelnen Rennen füllten besondere das Gold erobert. Der Werthausdruck einer Waare spielsweise an, daß in dem Lande X. erfahrungsgemäß bei einer Musikstücke aus, welche das Musikcorps des Eisenbahn- Regiments in Gold heißt ihre Geldform oder ihr Preis. Damit ist aber Durchschnittsernte 5 Tage gesellschaftlich nothwendiger Arbeitszur Aufführung 1) Eröffnungsrennen. Staatspreis 1500 Mart für 3jährige dasselbe find. ältere incl. Hengste und Stuten, 60 Met. Einsah, halb Reugeld Wie wir oben gesehen haben, ist der Betrag des Nuzens, der jedem künstlichen Werth innewohnt, unmittelbar bedingt durch 2C. 2C." so ist also der durchschnittliche Kostenwerth eines Hektoliters Weizen gleich 5 Tagen gesellschaftlich nothwendiger Arbeitszeit. Nehmen wir nun ferner an, daß dieses Land für seine dermalige nothwendiger Arbeitszeit aufwenden muß, so wird, wenn eine Einen Staatspreis von 1500 Markt erhält derjenige Be- die in ihm verkörperte menschliche Arbeit, oder schärfer ausgedrückt, Bevölkerung jährlich 1 Million Hektoliter Weizen braucht und rend thürmt; das preuzeit. Ther, deſſen Pferd sisch das deutsche Reich Deficit auf Deficit that, pren geit. Der Zauſchwerth einer auf dem Markt zum Bertauf aus5,000,000 Genehmigung ertheilt, während im Lande sich täglich die Noth Nuzens ab, den sie gewährt; folglich beruht auch der Tausch- eines Hektoliters 3 1,250,000 und das Elend vergrößert. Rennen 62/3 Tagen. = 4 Tagen gesellschaftlich nothArbeitszeit werden, und wenn eine schlechte der ein Staatspreis von 1500 Mr. ausgelegt, en bei dem wendigen Arbeitszeit. Dabei kommt es nicht darauf an, ob viel Ernte nur 750,000 Hektoliter bringt, zu 5,000,000 dritten; bei dem vierten finden wir einen Preis des Gradizer oder wenig von dieser Waare auf dem Markte vorhanden ist, Es wird demnach je nach der Produktivität( Erzeugungskraft) Gestüts( Staatseinrichtung) von gleicher Höhe. ob sie von vielen oder wenigen Käufern verlangt wird. Ihr Chase. Staatspreis 1200 Mart. Herren- Reiten u. 5. w.", förperte gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit, und also durchaus Den Schluß des Tages bildete um 5 Uhr Effenberg- Steeple- Zauſchwerth ist unabänderlich beſtimmt durch die in ihr ver- der Arbeit der Koften- oder Tauschwerth sich ändern. so ( Schluß folgt.) Sozialpolitische Uebersicht. — Die„deutsche Vermittlung", von der sich die Bismarckanbeter goldene Berge versprachen, hat bis dato zu absolut keinem Resultat geführt; und diese Resultatlosigkeit ist wahrscheinlich gleichbedeutend mit Fiasko. Der„ehrliche Makler" duftete zu sehr nach Juchten, als daß seine Borschläge in England nicht dem tiefsten Mißtrauen hätten begegnen müssen. Disraeli ist kein Andrassy— er kennt seine Pappenheimer, die Peters- burger und die Berliner, und besteht süvlokartig„auf seinem Schein", das heißt dem Pariser Vertrag, der nur durch die Gesammtheit der betheiligten Mächte abgeschafft werden könne, und will von keinem Congreß etwas wissen, dem nicht der ganze Vertrag von Sankt Stefano zur Berathung und Annahme oder Verwerfung vorgelegt werde. Das ist der Angelpunkt der Krise. Willigt Rußland in das Verlangen Englands, so hat es den Vertrag von St. Stefano geopfert, denn England wird denselben me anerkennen. Willigt es nicht ein, dann ist der Krieg mit England unvermeidlich. Unter solchen Umständen ist den Verhandlungen über Zurückziehung der englischen Flotte einerseits und der russischen Truppen anderseits absolut kein Werth beizumessen, da, ohne vorheriges Nachgeben Rußlands, der Congreß doch nicht zu Stande kommt.— Inzwischen haben die letzten Tage den Russen, zu anderen unangenehmen Ueber- raschungen, eine neue, recht fatale gebracht, nämlich einen Auf- stand der türkischen Bevölkerung in Bulgarien, der große Dimensionen angenommen hat und die Schwierigkeiten, mit welchen die Russen auf der Balkaninsel zu kämpfen haben, wesentlich vermehrt. Natürlich fällt es den Türken nicht ein, Varna und Schumla zu räumen, was die Russen täglich dringender fordern; auch Batum halten sie hartnäckig, so daß, falls der Krieg ausbricht, die Engländer sofort in Asien wie in Europa eine vortreffliche militärische Basis haben. Wahrhaft kläglich ist die Rolle, welche Herrr Andrassy spielt. Heut englisch, morgen russisch— schwankt er rath-, hüls- und kopflos hin und her und macht Oesterreich, das bei einiger Kühn- heit, gepaart mit Verstand, eine unvergleichlich günstige Position hätte, zum kläglichen Spielzeug der Bismarck-Gortschakoff'schen Politik. Apropos, die beiden genannten Staatsmänner sind, Tank einer neckischen Laune des Schicksals, gleichzeitig ziemlich ernsthast erkrankt: Fürst Bismarck, der seit acht Tagen in Lauen- bürg ist(wo er die Pulverfabriken für russische Rechnung über- wachen wollte), an der„Gürtelrose" und Herr Gortschakoff an einem rheumatischen Fieber— man sieht, die Russen haben Pech. — Alfred Groote, früher Landesgerichtsrath in Düffel- dorf und preußischer Abgeordneter in der Conflictszeit, ist am 15. April im Alter von 63 Jahren gestorben. Er war es, der im Jahre 1863 dem Herrn v. Bismarck von der Tribüne des Abgeordnetenhauses das Wort entgegenrief:„Nieder mit diesem Ministerium!" Natürlich blieb er nicht mehr lange Landesge- rich'srath. 1866 stimmte er gegen die Annexionen; 1867 im norddeutschen Reichstage gegen die Bundesverfassung. Seit jener Zeit betheiligte Groote sich nicht mehr am öffentlichen Leben. — Die Fortschrittspartei, der Groote wenigstens formell angehörte, begräbt seit Waldeck's Tode endlich einmal wieder einen Ehrenmann. Groote wurde übrigens von seinen fortschrittlichen Parteigenossen, auch von Eugen Richter, ein Sonderling ge- nannt. Wir glauben es gern, daß dieser politische Ehrenmann für die Duncker'sche Gesellschaft ein Sonderling war. — Der Congreß der Nichtwahlberechtigten Ungarns hat am 21. und 22. April in Pest staltgefundeu. Anwesend waren 106 Delegirte aus den verschiedensten Städten. Das Bureau bestand aus den Herren Dr. Czillag, Frankl, Jhr- linger und Szabo. Die Verhandlungen wurden in deutscher und ungarischer Sprache geführt. Der Congreß beschloß den Erlab eines Manifestes an die ungarische Nation. Der Congreß beschloß ferner die Bildung einer Partei der nichtwahlberechtigten ungarischen Staatsbürger; die Entsendung einer Massendeputation an den Reichstag mußte dagegen unterbleiben, weil die Polizei die Wahl des Exekutivcomitäs untersagte. Ueber dieses Verbot soll der Ministerpräsident Tis za interpellirt werden, da es einen Eingriff in die Staatsbürgerrechte involvirt. Ein Agitations- fand soll gebildet werden. Abgesehen von einzelnen polizeilichen Uebergriffen ist der Congreß also glücklich zu Ende geführt. Es muß sich nun zeigen, ob die ungarische Regierung dem Verlangen der Nichtwahlberechtigten Ungarns nachgeben und das allgemeine Wahlrecht einführen wird. Die russischen Siege. Bon A. Bl. (Schluß.) Die russische Regierung dachte bekanntlich, gestützt auf die Berichte ihres Botschafters in Constantinopel, an ein„rühm- volles" russisches 1866. Und in dieser Eventualität würde der Ruhm", der sich über alle Söhne Rußlands, besonders aber über die in„Kaisers Rock" mit leuchtendem Abglanz verbreitet hätte dem Siegesneid nicht erlaubt haben, die alleruntcrthänigsten Gardistenherzen zu d-magogisiren. Nun aber erwies sich plötzlich der kranke Mann" nicht kränker als der„nordische Koloß"; der türkische„Räuber" zeigte, daß er nicht geneigt war, seinem moskowitischen Nebenbuhler die Beute leichten Kaufes aus der Hand zu geben. Der kaiserlich-russische Mordsnymbus wurde hüben und drüben von seiner ephemeren Höhe rasch herunter gerissen. In Rußland begann es in Folge de„en stark zu gähren. und natürlicherweise blieb auch die Garde, welche mit den jämmerlichen Niederlagen ihrer aktiven Kameraden auch die eigene Ruhmessonne sinken sah, nicht ganz verschont davon. Und nun wußte die R-'aierung nichts Eillgeres zu thun, als.ihr auserlesenes Kanonenfutter*ur Aktion zu berufen und die Ueber- wachung der„Ordnung" den„gewöhnlichen" Truppen anzu- vertrauen. Mit welcher Bangigkeit aber dieser Schritt gethan wurde, beweist das bei dieser Gelegenheit verbreitete Gerücht, daß die Kaiserin deshalb den Winter nicht in Jdem revolutionären) Petersburg, sondern in(dem allerunterthänigst frommen) Kijew zubringen würde. Und in der Tbat, das„Kriegsglück" hat sich seit dem Ein- treffen der kaiserlichen Garde auf dem Kriegsmordplatz zu Gunsten der Russen gewendet. Allein man würde sich sehr irren, wenn man glauben wollte, daß es die Garde als solche, d. h. als „beste Truppe" Rußlands war, die diese„Glückswendung" herbeiführte. Nein! Jeder, der die Entwickelung des Krieges verfolgt hat, weiß, daß die ersten, so überraschend leicht erfochtenen russischen Siege, wie z. B. der Donau-Uebergang, einzig«nd allein der äußerst nachlässigen Haltung der türkischen Comman- danten zuzuschreiben sind. Von einem gründlich durchdachten und ernst ausgearbeiteten strategischen Operationsplane der Russen — Aus der französischen„Republik". Dem liberalen Oekonomen Bastiat ist in seiner Vaterstadt Mugron ein Denk- mal gesetzt worden. Der„republikanische" Finanzminister Läon Sah hielt die Rede bei der Enthüllungsfeier, lobte ihn, daß er gegen Proudhon und die Sozialisten gekämpft habe mit den scharfen Waffen des Geistes, verglich ihn mit Thiers— Beide seien echte„Republikaner" und zugleich Sozialistenhasser ge- wesen, und nannte schließlich Bastiat einen glorreichen Berthe!- diger des Eigenthums. Bekannt ist Bastiat in Deutschland ge- worden, als Schulze- Delitzsch ihn in seinen Kinderfibeln— Pardon: Arbeiterfibeln verballhornt hatte, noch bekannter wurde er, als Lasialle das Original sowohl, als den Abklatsch desselben in seinem„Bastiat-Schulze" an den Pranger stellte.— Und diesen oberflächlichsten aller Nationalökonomen feiert der Finanz- minister der französischen Republik als ein Phänomen auf dem Gebiete der Sozial- Wissenschaften. Armes Frankreich, das du dir, während man deine besten Söhne hetzt und verfolgt, so etwas bieten lassen mußt! Arme Republik, welche von Reaktiv- nären regiert wird! —„Honnette Republikaner". In Lyon sprach neu- lich der„republikanische" Deputirte Durand über die Amne- stiefrage und sagte u. A.:„Ich wünsche die Amnestie; ich habe immer für sie gestimmt; ich bebe jedoch vor Besorg- niß, diese Frage wieder vor der Kammer angeregt zu sehen. Voriges Jahr haben 52 Deputirte für die Amnestie gestimmt; vielleicht würden dieses Jahr zehn mehr dafür stimmen; aber dies würde immer noch zu keinem praktischen Resultate führen. Uebrigens ist nur noch eine geringe Anzahl von poli- tischen Deportirten in Neukaledonien. Es ist Hauptfach- lich unsere Pflicht, uns um Jene zu bekümmern, die aus Furcht vor Verfolgungen nicht wagen, nach Frankreich zurückzukehren; für sie ist die Amnestie vor Allem nothwendig____ Im Ganzen, wäre es der Mühe Werth, um zehn Stimmen für die Amnestie zu gewinnen, die Frage in der Kammer wieder auf's Tapet zu bringen und vielleicht die Gefahr laufen, die Zahl der Begna- digungen zu vermindern?"— Es ist unmöglich, die Jammer- lichkeit dieser„Republikaner" drastischer zu kennzeichnen, als durch obige Worte. Der platonische Amnestie Liebhaber, welcher die Amnestie„wünscht", aber„vor Besorgniß bebt", die Amne- stiefrage in der Kammer angeregt zu sehen, ist ein klassischer Typus des Bourgeoisrepublikanerthums. Der Sophismus, hinter den er sich flüchtet, durch einen Amnestieantrag werde die Zahl der„Begnadigungen" vermindert, ist ebenso plump als die Lüge, es sei nur noch eine geringe Anzahl von politischen Deportirten in Neukaledonien. Die„geringe Anzahl" beläuft sich, wie wir aus sicherster Quelle wissen, auf 3400— 3500! Freilich, die „Anzahl" wird täglich„geringer", und wenn die Herren hon- netten Republikaner noch ein paar Jährchen zuwarten, wird sie allerdings so„gering" sein, daß ein Amnestieantaag in der That, weil gegenstandslos geworden, sich nicht mehr verlohnt. Pfui! — Der große Strike in Lancashire dauert fort. Auf einem Massenmeeting zu Blackburn, dem Hauptsitze des Strikes, wurde von den Arbeitern beschlossen, bei voller Wochenarbeit den vollen Lohn zu beanspruchen; dagegen bei nur viertägiger Arbeit in eine Lohnreduktion von 10 Proz., bei fünftiger Arbeit in eine Reduktion von 5 Proz. zu willigen. Da die Groß- fabrikanten einen Strike wollen, um ihre Vorräthe loszu werden, die kleinen Fabrikanten bankrout zu machen und die Arbeiter zu Paaren zu treiben, so ist vorläufig an ein Ende dieses, die bürgerliche Gesellschaftsordnung so grell beleuchtenden Conflstts nicht zu denken. — Unserem Genossen Bebel war von Seiten der Libe- ralen der Vorwurf gemacht worden, daß er sich im Jahre 1869 bei den Berathungen der Gewerbeordnungs-Commission, deren Mitglied er war, nicht betheiligt habe. Kürzlich war anläßlich der Reichstagsdebatte über das Haftpflichtgesetz dieser Borwurf von dem„Berliner Tageblatt" erneut erhoben und von der „Berliner Freien Presse" zurückgewiesen worden. Letztere erhielt nun nachstehendes Schreiben von Bebel zur Veröffentlichung: „Allerdings bin ich damals in die Gewerbeordnungs-Commission gewählt worden, habe auch an einer, möglich auch an zwei Sitzungen theilgenommen, war aber alsdann genöthigt, dringender Geschäfte halber nach Hause zu reisen, und als ich zurückkam, waren die Berathungen der Commission so weit vorgeschritten, daß ich es für zwecklos hielt, mich weiter zu betheil, gen. Ich muß hierbei ausdrücklich bemerken, daß die Commission nur war dabei nichts zu merken. Ja, überall hat sich sogar das Gegentheil gezeigt. Statt conzentrisch aus die Hauptangriffs- punkte vorzugehen, verzettelten die Russen ihre Kräfte und führten den Krieg mit Kosackensotnien„politisch". Trotzdem aber waren sie fast überall in der Mehrheit oder überraschten den nachlässigen Gegner, so daß die ebenfalls zerstreuten türkischen Abtheilungen immer tiefer ins Innere retirirten. Jndeß dieses Retiriren des Gegners wurde für die Russen verderblich. Die einzelnen Ab- theilungen der türkischen Armee conzentrirten sich rückwärts und als das Obercommando in die Hände energischer Heerführer gelegt wurde, ergriffen die nunmehr conzentrirten türkischen Armeen die Offensive— und brachten dem, wenngleich numerisch überlegenen, aber verzettelten und darum schwächeren Gegner in Europa wie in Asien die jämmerlichsten Niederlagen bei. Die Folge dieser Niederlagen der russischen Aktionsarmee war eine zweifache. Erstens wurde dadurch dem eitlen, keinen Widerspruch ertragenden Hochmuth der commandirenden Groß- fürsten ein Dämpfer aufgesetzt, so daß nunmehr die faktischen Führer— die Generale— die Leitung in die Hände bekamen, und damit kan, nun die taktische Kriegsführung an Stelle der früheren„großfürstlich politischen" an die Tagesordnung. Zwei- tens bewirkte das Retiriren der russischen Armeetheile unwill- kürlich eine Conzentration derselben. Beide Gegner erwiesen sich in Folge dessen als gleich starke Ringer; keiner vermochte eine volle Entscheidung herbeizuführen— die Gegner hielten sich lange Zeit gegenseitig in Schach. Diese Zeit benutzte die russische Regierung dazu, Verstärkungen heranzuziehen, welche ihr das Uebergewicht sichern könnten, und berief sie dazu aus oben angeführtem Grunde hauptsächlich die Garde. Und in der Thät, die Heranziehung der 70—80,000 Mann starken Garde bewirkte das Uebergewicht der russischen Armee, welche nunmehr, conzentrirt und unter fachkundiger Leitung eines Loris-Melikow, Gurko, Jemeritinski Skobelew, dem�Gegner bedeutende Niederlagen beibrachte. Schon merkt man in Rußland die traurigen Folgen des Siegesrausches. Die„liberalen" Zeitungen, wie z. B. der„Golos", die Petersburger„Ajedomosti", die„Nowoje Wremja" zc. ic. vergessen wegen der„russischen Festung Kars" die furchtbaren Wunden, an denen der russische Staats- und Volksorganismus blutet und welche durch neue Eroberungen nicht nur nicht ge- einzelne Abschnitte, und zwar nicht die wichtigsten, zur Borberathung überwiesen bekommen hatte, der Haupttheil wurde durch Berathung im Hause erledigt. An den Verhandlungen des Plenums nun'habe ich, wie Bracke ganz richtig im Reichstag hervorgehoben hat, sowohl an der General- wie an der Spezialdebatte mich lebhaft betheiligt— wenn ich nicht irre, ergriff ich in jener Session 17 Mal das Wort, die stenographi- schen Berichte stehen mir augenblicklich nicht zur Verfügung— und stellte auch eine Reihe von Anträgen, und zwar insofern nicht ohne Erfolg, als mein Antrag, die Arbeitsbücher zu beseitigen, Annahme fand, also eine Materie durch meine Veranlassung beseitigt wurde, die man gegenwärtig von gewisser Seite gern wieder in die Gewerbeordnung hineinbringen möchte. — Dies der Sachverhalt. Leipzig, Bezirksgerichts- Gefängniß, 17. April 1878. Mit Gruß A. Bebel." — Der Redakteur des„Nürnberg-Fürther Sozialdemokrat", Genosse Weber, wurde von dem Schwurgericht von Mittel- franken wegen Beleidigung des Bürgermeisters von Nürnberg, der sich bekanntlich Stromer benamset, zu 6 Monaten Gesang- niß verurtheilt. Gegen dieses Urtheil hatte Weber Berufung an den obersten bayerischen Gerichtshof angemeldet, dieser aber verwarf nicht nur die Berufung, sondern verurtheilte Weber außerdem noch zu einer sogenannten„Frivolitätsstrafe" von 15 Tagen Gefängniß. Weber hätte sich also nach dem obersten bayerischen Gerichtshof mit den 6 Monaten für eine einfache Beleidigung zufrieden geben sollen. Wozu ein solcher Gerichts- Hof dann aber überhaupt noch existirt, wenn es frivol ist, dessen Spruch anzurufen, das ist für den gesunden Menschenverstand unerfindlich. — Praktisch. Die„Berliner Freie Presse" ersucht die Parteigenossen, nur bei denjenigen Gastwirthen zu verkehren, welche den Sozialisten ihre Lokale zu Versammlungen und Be- sprechungen zur Verfügung stellen. Nur dadurch wird es möglich werden, die Beeinflussungen, denen die Lokalinhaber von gewisser Seite her ausgesetzt sind, zu parallelijiren. Wir entschädigen durch eine solche Taktik diejenigen, welche uns, ohne Parteige- Nossen zu sein, ihre Lokale zu den erwähnten Zwecken überlassen, während wir andererseits diejenigen Wirthe, welche jenen Beein- flussungen willig Gehör schenken, ganz empfindlich bestrafen. Lassalle's Briese an Rodbertus. Von C. A. Sch. Den älteren Parteigenossen ist der Name Rodbertus wohl- bekannt. Das Central-Comits zur Berufung eines Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Congresses in Leipzig hatte sich zu Anfang des Jahres 1863 an Lassalle und später auch an Rodbertus ge- wandt, um von diesen beiden hervorragenden Gelehrten Rath und Auskunft über die vorzunehmenden Schritte zu erhalten. Lassalle gab als Antwort sein„Offenes Antwortschreiben", Rod- bertus erwiderte in einem seiner Zeit auch veröffentlichten Briefe, in welchem er besonders die Richtigkeit des Lohngesetzes anerkannte. Jetzt haben die Erben von Rodbertus beschlossen, den litera- rischen Nachlaß desselben zu veröffentlichen; Professor Adolph Wagner hier in Berlin und der Mecklenburgische Domänen- Pächter Schumacher in Zarchlin sind mit der Ordnung und Her- ausgäbe dieses Nachlasses betraut worden. Das erste, in diesen Tagen erschienene Heft enthält 19 Briefe Lassalle's an Rodbertus, mit einer Einleitung zu denselben, die Herr Professor Wagner geschrieben hat und in welche verschie- dene von Rodbertus dazu gemachte Bemerkungen eingeflochten sind. Die Ansichten und Meinungen so hervorragender Männer sind von hohem Interesse für die gesammte Wissenschaft. Längst liegt ja schon die Zeit hinter uns, in welcher der vom wirth- schaftlichen Liberalismus zum„König im sozialen Reiche" er- klärte Herr Schulze aus Delitzsch Lassalle einen Halbwisser nennen durfte; wer sich heute unterfangen wollte, einen gleichen Ausspruch zu thun, würde unter dem Hohngelächter des deut- scheu Volkes für unzurechnungsfähig erklärt werden. Wohl er- kennt man jetzt die Bedeutung Lassalle's überall an, aber man möchte dem verhaßten Agitator, der die Arbeiter über ihre Interessen aufzuklären unternommen hat, doch gar zu gern noch irgend etwas am Zeuge flicken; dazu bietet den Wahrheitslieben- den liberalen Zeitungsschreibern nun eine Notiz von Rodbertus über Lassalle eine erwünschte Gelegenheit. lindert, sondern sogar noch mehr verschlimmert worden. Die Organe des„Liberalismus" wimmeln von alleruntcrthänigsten, alleruuwürdigsten Speichelleckereien für den„großen weisen Czaren und Befreier" und seine„ruhmreichen Helden". Die Regierung, welche erst vor einigen Monaten revolutionäre Erhebungen fürchtete und welche, von tödtlicher Angst wegen der Plewna- Niederlagen erfüllt, sogar schon von„Constitution" sprach— dieselbe Regierung scheut sich jetzt nicht, das Gesetz, nach welchem alle Gerichtsverhandlungen öffentlich sein müssen, zu verletzen, wie sie es in dem letzten großen politischen Prozeß gethan. Wohl werden die Siege der kaiserlichen Armee nicht im Stande sein, die natürliche, historische Entwickelung des russischen Volkes zu ersticken; die Entwickelung derselben ist schon zu weit vorgeschritten, als daß sie von der Soldatenzewalt vollends niedergehalten werden könnte. Aber eins wird der„siegreichen" russischen Reaktion gelingen können, und das ist— die Verfälschung der freiheitlichen Entwickelung. Mögen die Siege der kaiserlichen Armee noch so„ruhmreich" sein, die Einführung eines constitutionellen Zustandes in Rußland ist früher oder später unvermeidlich. Aber in was für Gestalt? Das können wir aus der früheren„Kulturthätigkeit" derselben russischen Re- gierung ersehen. Trotz der„ruhmreichen" Siege der kaiserlichen Armee von 1863 war die Regierung außer Stande, die frei- heitliche Bewegung des russischen Volkes zu ersticken. Die Reaktion mußte dieser letztern nachgeben. Finnland erhielt eine „Constitution", das russische Volk im Ganzen bekam mehrere „constitutionelle Conzessionen"— die theilweise Aufhebung der Censur, das reorgamsirte Gerichtswesen mit—„Oeffentlichkeit", eine„freiheitliche" Städteordnung:c. Aber was für jämmerliche Karrikaturbilder sind das! Nun, von der sinnländischen„Eon- stitution" kann sich Jedermann ein Bild machen, wenn er be- denkt, daß sie— noch keine Veranlassung zum Einschreiten ge- geben hat. Die russische„Preßfreiheit" wird genügend durch die massenhaften„Preßoerbrechen" charakterisirt. Die„dema- gogischen" Prozesse geben ein klares Bild von der„Unabhängig- keit" der Richter und der„Oeffentlichkeit" der Gerichts verHand- lungen, zu welchen nicht einmal die Zeitungsreporter Zulaß haben. Und was endlich die„freiheitliche" Städte„ordnung" betrifft, so braucht man sich blos an die Affaire Brodski za e innern, um diese„Freiheit" als Lüge zu erkennen. Robbertus spricht von einem esoterischen und einem exote- Finger ist, der, mit der Consequenz des sich selbst entwickelnden rischen Lassalle," also von einem Lassalle, wie er sich den Ein Lebens, allmälig, freilich erst in hundert bis zweihundert Jahren, geweihten und von einem Lassalle, wie er fich den Nichteinge- dazu führen muß." weihten gezeigt habe. Flugs ist nun der Liberalismus bei der Hand mit der hämischen Bemerkung, selbst Robbertus gebe zu, daß Lassalle nicht wahr gegen die Arbeiter, daß er ein zweidentiger Charakter gewesen sei u. dgl. Dieser Fälschung gegenüber seien hier die Worte abgedruckt, welche Robbertus niedergeschrieben hat: „ Es gab- ohne daß dadurch der geringste Makel auf Lassalle's Charakter geworfen werden soll einen esoterischen und einen exoterischen Lassalle. Auch müssen, behaupte ich, praktische Weltfragen, wie die sozialen, immer zugleich esoterisch und eroterisch behandelt werden. Nur das dürftige Licht, das der Liberalismus auf Staatsmarimen dieser Art ausgestrahlt hat, hat diesen Saz anzufechten vermocht." häufig ein Theil, oft sogar der größte heil in Naturalien aus gezahlt wird. Dazu rechne man, daß der Lohnarbeiter 100-120 Tage Daß darf man jetzt dem Mob noch nicht sagen. Ja wohl; des Jahres, der Sonn- und Feiertage und ungünstiger Wittehätte Lassalle das damals dem Mob gesagt, sie hätten ihn ver- rung halber, ohne Arbeit ist, und man mache sich ein Bild von giftet oder in Stücke geriffen. Wer die damaligen Auftritte solchem Dasein. Man nehme nur an, der Mann verdiene 1,50 mit durchlebt hat, wer sich erinnert, welche namenlose Wuth da- Lire pro Tag, macht für höchstens 260 Arbeitstage 390 Lire. mals in den fortschrittlichen Kreisen gegen Lassalle herrschte, Auch die Frau soll 100 Lire verdienen, was besonders in Siziund die weitaus überwiegende Majorität der Arbeiter folgte ja lien gar durchaus nicht der Fall ist, macht für eine Familie von damals noch blind dem Banner der Fortschrittspartei der 4 Personen 490 Lire. Der Landarbeiter zahlt für Hausmiethe wird den hell- und weitsehenden Geist Lassalle's bewundern, der durchschnittlich 30 Lire bleiben 460 Lire für alle übrigen zur Erreichung des in weiter Ferne schwebenden Bieles den Ar-. Lebensbedürfnisse, macht à Person 115 Lire pro Jahr oder 32 beitern eine Etappe als Biel hinstellte, welche zu erreichen nach Centimes pro Tag. Wie man damit auch nur den einfachsten dem damaligen Verständniß möglich und begehrenswerth erschien Lebensbedürfnissen entsprechend existiren kann, das sollten die ( Schluß folgt.) Herren Großgrundbefizer den Landarbeitern einmal vormachen. ( Schluß folgt.) Aus Italien. ( Fortsegung aus Nr. 42.) Neapel, 19. April. Correspondenzen. Hier erkennt also Rodbertus unbedingt an, daß es bei der damaligen Sachlage, wie wohl bei allen großen Bewegungen, geboten war, die innerste, wissenschaftliche Begründung der vorliegenden Frage von der äußeren Agitation zu trennen. Für Petersburg, 21. April. Wenn man glaubt, in Rußland sei Rodbertus, dem jede nach Außen gerichtete Agitation unbequem Die Wohnungsverhältnisse der süditalienischen Bauern be- nur die Regierung auf dem Gebiete des Sandindieaugenstreuens war, lag es nahe, die rein wissenschaftliche Seite der sozialen Frage in den Vordergrund zu drängen und die einmal ohne sein trachtend, fällt zunächst eine stark ausgeprägte Concentration der tüchtig, so ist man nicht nur über die hiesigen Zustände schlecht Buthun in Fluß kommende Bewegung vor der Politik fern zu Bevölkerung auf. Der Census von 1871 schätzt die Stadtbe- unterrichtet, sondern man thut auch dadurch den Institutionen halten. Ihm gegenüber hat Lassalle zwar das wissenschaftliche völkerung Italiens auf 31,30 und die Landbevölkerung auf der russischen Bourgeois- Wirthschaft schweres Unrecht. Aus Moment auch ganz besonders hervorgehoben, aber ausdrücklich 68,70 Prozent, und zwar werden hierbei alle Bewohner von Folgendem sollen alle Unkundigen eines Bessern belehrt werden. und nachdrücklich die Anficht verfochten, daß die Bewegung eine Ortschaften bis 6000 Seelen als Landbevölkerung gerechnet. Fast In Folge des heiligen" Krieges zur„ Befreiung"...( was ist nie wohnen die kleinen Bauern und Tagelöhner auf dem Lande, das für ein ironisches Hohnlächeln?... Nun ja, zur Befreiung) politische sei und sein müsse. " Ohne das allgemeine Wahlrecht, also ohne praktische Hand- sondern immer zusammen in fleineren oder größeren Flecken und der Slaven auf der Balkan- Halbinsel werden bekanntlich die habe, unsere Forderungen zu verwirklichenschreibt er am Städten. Dieser Umstand ist äußerst hemmend und hinderlich, Waggons der russischen Eisenbahnen nicht mehr zur Beförderung 30. April 1863 können wir sein eine philosophische Schule denn beide, Pächter sowohl wie Landarbeiter, verlieren viel Zeit von Getreide 2c. verwendet, sondern zu einem viel höhern Zwecke, oder auch eine religiöse Sette, aber niemals eine politische durch das sich regelmäßig wiederholende Gehen und Kommen nämlich zur Ausfuhr mordsunfähiger Krüppel jeglicher Art und Partei. Darum scheint mir, daß das allgemeine Wahlrecht so von und nach Hause. Diesem Zeitverluste vorzubeugen, ent Einfuhr neuer Krüppelkandidaten resp. Mörder und zukünftiger zu unseren Forderungen gehört, wie der Stiel zu der Art." schließen sich die Landarbeiter häufig, des Montags auszugehen, Leichen. Demzufolge fault seit 6-8 Monaten auf den EisenMan hat, wie gesagt, schon den Vorwurf erhoben, aus diesen um erst am Samstag Abend zurückzukehren. Während der Ab- bahnen: Libau- Romny, Drel- Witebst, Kurst- Charkow- Azow, Briefen gehe deutlich hervor, daß Lassalle seine eigentlichen Ziele wesenheit von der Familie leben sie entweder unter freiem Him- Charkow- Nikolajew, Fastow, Kiew- Brest 2c. 2c. so viel Getreide, und Zwecke vor den Arbeitern geheim gehalten habe. Der Vor- mel, oder allenfalls in nothdürftigen Hütten; doch wie sie auch wie vielleicht ganz Holland in einem Jahre nicht consumirt. wurf ist um so lächerlicher, als er gerade von der Seite fommt, immer die Wochentage zubringen, Eines ist gewiß und unaus Auf den Stationen: Romny, Spola, Bobrinskaja, Bjelajawelche heutzutage laut darüber jammert, daß die Arbeiter nicht bleiblich der Mann wird seiner Familie nach und nach ganz Bertow, Kajatin, Berdyczew, Popeluja auf diesen Stationen mehr an den ursprünglichen einfachen Forderungen Lassalle's entfremdet und seine Lebensweise muß einen ganz und gar de- allein lagern mindestens je 1000 bis 2000 und noch mehr Waggons( à 200 Ctr.) und das größtentheils unter'm freien festhalten. Die Bewegung ist ja, was anerkannt werden muß, moralisirenden Einfluß auf ihn ausüben. längst über diese Forderungen hinausgegangen; sie ist bis zu Doch nicht allein der Ausfall an Arbeitszeit und in Folge Himmel, der Willtür der rücksichtslosen Natur preisgegeben. Nun der Erkenntniß gediehen, daß nur im Communismus Heil und deffen an Lohn ist es, was die Concentration der Landbevölke- sind aus verschiedenen Gegenden Rußlands in die betreffenden Rettung für die arbeitenden Klassen und gerade deshalb auch rung an materiellen Nachtheilen mit sich bringt. So z. B. wäre Stellen seitens der Kaufleute welche, nebenbei bemerkt, auf für die ganze Gesellschaft zu finden sei. Aber damit hat die soziale es dem auf dem Lande wohnenden Bauer leichter, ein oder ihren Vortheil mehr bedacht sind, als die hungernden Bauern Partei durchaus nicht etwa den von Lassalle eingeschlagenen Weg einige Stück Vieh zu halten und daraus sich und seiner Familie auf ihren Magen über diese haarsträubenden Zustände bittere verlassen, sie ist ihn nur ruhig weitergegangen. Wohin dieser einen Erwerbszweig zu schaffen. Dem in einer Stadt oder einem Klagen eingelaufen. Diese wurden bei einer neulich in PetersWeg führte, daß er zum Communismus führen mußte, wußte Städtchen lebenden Landarbeiter ist das fast unmöglich; Mangel burg abgehaltenen Eisenbahn- Conferenz zur Sprache gebracht und von Seiten der Eisenbahn- Vorsteher an Raum, Futter 2c. halten ihn davon ab. Lassalle klar und hat es auch seiner Zeit mehrfach angedeutet. nun, was meinen Wer Raffalle's großes Werk: System der erworbenen Wo Hausthiere gehalten werden, da ist ein Schwein in den Sie?- einfach hinweggeleugnet! In einem am 26. März Rechte", tennt, hat darin die Grundanschauungen des Commu- meisten Fällen der ganze Viehstand, und theilen Schwein und a. c. vom Vorsteheramt der Königsberger Kaufmannschaft ernismus wissenschaftlich begründet gefunden. Und daß Lassalle Menschen gewöhnlich eine und dieselbe Behausung. Die meisten lassenen Circular heißt es nämlich: diese Anschauung mit Robbertus theilte, geht aus den Schriften Häuser, wenn dieses Wort hier zu gebrauchen erlaubt ist, haben des Letzteren zur Evidenz hervor, wird aber auch durch folgende als einzige Deffnung nur die Thür, selten noch ein als Fenster Stelle aus dem Nachlaß besonders bewiesen: dienendes Loch in der Mauer. „ Unsere rechts- und geschichtsphilosophische Auffassung stimmte Glücklich ist der Bächter, der im Besitz eines Pfluges und namentlich darin überein, daß wir die Reihe der in der Ge- der nöthigen Bugthiere ist! Nur wenige sind in solcher Lage, schichte aufeinander folgenden Staatenordnung oder derjenigen die meisten sind gezwungen, um ihr Ackerland bestellen zu können, Staatenart dieser Ordnung, die man den constitutionellen oder Pflug und Thiere bei den Grundbesizern zu leihen; der hierfür Repräsentativstaat nennt, für abgeschlossen hielten. Wir waren gewöhnlich gezahlte Preis ist je nach den Zeitumständen Lire beide davon überzeugt, daß vor einer idealeren und schärferen 4,50-8,50 pro Tag. An Steuern zahlt der Bauer in sehr Rechtsphilosophie, als heute die Tagesmeinungen beherrscht, dem vielen Gegenden bis 8 Lire für ein Maulthier und 5 Lire für Grund- und Kapitaleigenthum wesentliche Mängel anklebten, daß einen Esel, während der Großgrundbefizer für Hunderte von es ein gereinigteres Eigenthum gäbe, bei welchem die einem Kühen und Ochsen nichts oder fast nichts an Abgaben zahlt. Und Jeden zufallende Eigenthumsportion in gerechterem Ver- das Alles ist die Folge der Gerechtigkeit, welche die Herren als hältniß zu dem persönlichen Verdienste des Individuums Leiter der Commune auszuüben sich bestreben! um die Gesellschaft stehe; daß eine solche Art Eigenthumsinstitution nur zu realisiren sei, wenn es nur ein Einkommenseigenthum gäbe." 1863: Die Abgaben für Zugvieh, an dessen Bestand die materiell gedrückte Bevölkerung am meisten partizipirt, betrugen im Jahre 1874 in Sicilien 589,557 Lire, während die für das übrige Vieh, als Kühe, Ochsen, Schafe 2c., nur 146,493 Lire betrugen. tari". Es ist in lezter Beit vielfach Klage geführt worden, daß große Quantitäten für Deutschland und namentlich für Königsberg bestimmter Güter in Rußland auf den Eisenbahnstationen liegen geblieben sind, zum Theil noch dort liegen und dem Verderben ausgesetzt werden. Auf einer neuerdings in Petersburg stattgehabten Eisenbahn- Conferenz ist dies aber seitens der russischen Bahnverwaltungen durchaus bestritten 2c." wovon sich Ungläubige auf dem genannten Vorsteheramt überzeugen tönnen. So streut man den Unzufriedenen Sand in die Augen; so regiert der Geldsack die Welt; so wirthschaften Bourgeois und Selbstherrscher! Die Einen hungern, weil die Anderen ermordet werden müssen, und selbst die Stimmen der Ausbeuter bleiben wegen der größeren Ausbeuter unbeachtet. Das lebel aber wird, nach dem System der preußisch- deutschen Rückschrittler- todtgeleugnet. Und die Sozialisten sind„ unfinnige Schwärmer". Ein russischer treuer" Unterthan. " Es ist jedem Kenner der Lassalle'schen Schriften klar, daß Bremen, den 15. April. Von hier aus werden, so schreibt dies das Ziel war, auf welches die Bewegung naturgemäß hin die Bremer Freie Presse", vielfach Mädchen durch einen hiesigen auslaufen mußte. Lassalle schreibt darüber am 28. April Eine Eigenthümlichkeit Süditaliens sind die„ monti frumen- Stellenvermittler nach England gesandt, denen dort angeblich Es sind dies unter der Verwaltung der Communen Stellen besorgt sind. Einer unserer Mitbürger, dessen Tochter " Daß Grund- und Kapitaleigenthum abzulösen sind, das ist stehende Getreidevorräthe, dazu bestimmt, dem armen und jüngst ebenfalls ein Engagement in England angenommen hat, eben, seitdem ich ökonomisch denke, der innerste Kern meiner ärmeren Bauer Produktenvorschüsse, besonders zur Saatzeit, zu erhielt kürzlich von derselben einen Brief, in welchem über die Ansicht! Sie haben sie ja auch schon am Ende Ihres dritten machen. Doch weit entfernt, diesem Zwecke zu genügen, sind sie Art und Weise dieser Stellenvermittelung Behauptungen gemacht sozialen Briefes ausgesprochen. Und gerade deshalb war ich nichts mehr und nichts weniger als ein Mittel in der Hand werden, welche, wenn sie sich als wahr bestätigen, ein entschiedefeit je Ihnen so warm ergeben. Freilich darf man das dem der Verwalter selbst, auf die einfachste Weise viel Geld zu ver- nes Einschreiten der Polizei gegen den betreffenden GewerbeMob heute noch nicht sagen, und deshalb habe ich das in meiner dienen". Der Weg zu diesem Ziel ist ebenso einfach wie betrü- treibenden dringend herausfordern. Nach jenen Schilderungen Brochüre sehr vermieden. Ich glaube aber, daß wenn wir den gerisch. Die Herren Verwalter nämlich sind so schlau, sich selbst sind die verführten Mädchen die Opfer einer unerhörten PrelStaatscredit für die Association haben, dies eben der kleine die existirenden Getreidevorräthe zu leihen, und sie demnächst lerei, und fallen schließlich in Folge derselben häufig genug einer als Privatvorschuß dem Bauer gegen landesübliche Zinsen von Erwerbsart anheim, vor welcher die Eltern und die Mädchen Ebenso würde es mit der russischen Verfassung" aussehen, 25 Prozent für einige Monate vorzustrecken. Es ist das eine selbst zu schaudern allen Grund haben. Der betreffende Brief mit welcher die ,, liberale" Regierung das Volk freiwillig" be allgemein bekannte Thatsache, von der jeder Bauer zu erzählen behauptet, daß in allen oder doch in vielen Fällen die verglücken wird. Dafür sprechen auch schon die wahrscheinlich weiß; er weiß es und schweigt, weil er weiß, daß er den Ga- sprochene Stellung nicht beschafft ist, und daß die Mädchen, wenn offiziell inspirirten diesbezüglichen Gerüchte, wie überhaupt die lantuomini gegenüber ohnmächtig ist. Eine schöne Illustration sie in England anlangen, einem anderen Stellenvermittler überHandlungsweise der ,, liberalen" Regierung. Diese ,, Verfassung", zur Heiligkeit des Eigenthums im kapitalistischen Staate! antwortet sind, der sich von ihnen im Voraus noch einmal eine mit deren Ausarbeitung die Herren Gortschakow und Jomini Unter den Bächtern stehen die Lohnarbeiter, deren Zahl sich Gebühr von 15 Mt. auszahlen läßt, wofür er sich vorgeblich um fich gegenwärtig beschäftigen sollen, werde das aristokratische nach dem Census von 1871 auf 3,280,391 beläuft, von den Beschaffung eines Engagements bemüht. Unterdeß werden die Element zur Basis haben. 12,496,706 der Gesammtzahl der beim Ackerbau, Industrie und hilf- und rathlosen Mädchen in Kosthäuser gewiesen, in denen Die russische Regierung sieht schon ein, daß das gegenwärtige Handel beschäftigten Personen, d. h. mehr als ein Viertel dieser ihnen möglichst rasch alle Habe für Kostgeld abgenommen wird, System unhaltbar geworden, ist aber, wie alle Regierungen, Bahl find Landtaglöhner. und dann, wenn eine Stellung sich nicht gefunden, und wenn natürlicherweise nicht geneigt, dem ,, Volte" Conzessionen zu Die Zahl der Kinder beiderlei Geschlechts, die beim Ackerbau daheim nicht Eltern leben, welche in der letzten Noth zu helfen machen. Sie ist daher bestrebt, ein offizielles Pfaffenthum und beschäftigt waren, belief sich( immer im Jahre 1871) auf im Stande sind, dann Die Listen der Londoner ProKrautjunkerthum zu schaffen, welche Klassen ihre Stüße bilden 1,308,832, d. h. 15 Prozent, die der Frauen auf 2,528,553, ftituirten weisen viele deutschen Namen auf. sollen. Die gegenwärtige russische Regierung sieht die beiden d. h. auf 29 Prozent, die der Männer auf 4,863,002, b. h. auf Aus Mecklenburg, 23. April. Es geht nichts über unser politischen Fehler" Fedor's III. und Peter's 1. ein, und ist nun 56 Prozent von den 8,700,387, die sich direkt mit dem Ackerbau schönes Mecklenburg, in welchem der Haselstock noch hoch in Ehren bestrebt, dieselben wieder gut zu machen. Fedor III. vernichtete beschäftigten. In den mit dem Ackerbau zusammenhängenden steht, wo es noch Fangprämien für Bettler und Handwerksbekanntlich den Adel- das Bojarenthum als Klasse, indem Gewerben arbeiteten weitere 5,708,508 Personen, von diesen burschen giebt und wo die Diener der Gerechtigkeit den Säbel er die Geschlechtsregister desselben verbrennen ließ. Peter der waren 2,334,449 Frauen. so zu führen wissen, wie es eben Schülern aus Moltke's PenGroße vernichtete die Geistlichkeit, die bis dahin als unabhängige Speziell in den neapolitanischen und fizilianischen Provinzen fionat für höhere Bildung zukommt. So hat vor nicht zu langer Macht aufgetreten war, indem er die Batriarchenwürde aufbob beschäftigten sich mit dem Ackerbau im Jahre 1871 2,831,001 Beit ein Kröpeliner Gendarm mit einem Säbelhieb einem Handund die sogenannte„ Heilige Synode" gründete, der die Haupt- Personen. Hierzu stellten die Frauen in den neapolitanischen werksburschen das Gehirn bloßgelegt; ein anderer hat in Dargum verwaltung der kirchlichen Angelegenheiten des Staates obliegt Provinzen ein Contingent von 52,9 Prozent, in Sizilien da zwei betrunkene Handwerksburschen so trattirt, daß sie im Geund die unter der unmittelbaren absolut- souveränen Aufsicht des gegen von nur 19 Prozent. Dieser auffallende Unterschied er fängniß ärztlich behandelt werden mußten. Der Eine von diesen Kaisers steht. Die gegenwärtige„ liberale" Regierung will nun, flärt sich aus der sozialen Stellung der sizilianischen Frau einer Beiden, der betrunken am Boden lag und sich nicht vertheidigen wie gesagt, diese beiden politischen Fehler"- natürlich nur seits und anderseits aus der hier mehr als irgendwo start aus konnte, hatte einen Stich durch die eine Armmustel. Arbeiter, zum Theil wieder gut machen, um die beiden Stände für geprägten Concentration der Landbevölkerung, die schon allein durch die Noth gezwungen, Sonntags ihr Bischen Feld zu besich zu gewinnen. Dafür nur zwei Beispiele. Erstes: der eine regelmäßige Frauenarbeit unmöglich macht, denn Mann und stellen, werden bestraft, während Fusel- und Bierbrauereien unOberprofureur der heiligen Synode", Graf Tolstoi, ist mit dem Frau können Haus und Kinder und das allenfalls noch vorhan- gestört die„ Sabbathfeier" stören dürfen. Polnische Arbeiter Unterrichtsministerium betraut. 8weites: in einem Ufas vom dene Vieh nicht die ganze Woche verlassen. und Buchthausinfaffen werden mit Arbeit versorgt, die medlenJahre 1872, die Schulreform betreffend, berief der Kaiser seinen Von obigen 2,831,001 im Acerbau Süditaliens und Sizi- burgischen Arbeiter aber können hungern und darben, eventuell treuen Adel" collettiv zur Ueberwachung der Volksschulen, damit liens beschäftigten Personen sind 1,503,995 Tagelöhner, d. h. auswandern. Ein schönes Bild aus dem gesegneten Mecklenburg! nicht das Gift der Demagogie" auch dahin Eingang finde.... mehr als die Hälfte. Der Lohn dieser Letzteren wechselt nach Daß bei solchen Zuständen die sozialdemokratische Partei nicht Wir sehn also, weß Geistes Kinder die Herren von der den verschiedenen Jahreszeiten und auch, aber weniger, nach den noch größere Fortschritte macht, als es der Fall ist, liegt daran, russischen Regierung sind. Und dieser gekennzeichnete reaktionäre verschiedenen Gegenden. Es ist klar, daß zur Erntezeit, wenn daß uns die Agitation in den kleinen Städten und auf dem Charatter wird durch die Siege der kaiserlichen Armee, in es sich darum handelt, in wenigen Tagen die Feldfrüchte unter Bande ungemein erschwert ist. In den kleinen Städten ist es welcher schon der erste Offizierrang den Adel mit sich bringt, Dach zu bringen, sich die Nachfrage nach Arbeitern bedeutend in vielen Fällen unmöglich, ein Lokal zur Abhaltung von Verungemein gestärkt, da das„ Baterland" wie es heißen würde steigert und so auch die Löhne sich vortheilhafter stellen. Doch sammlungen zu bekommen; das„ liberale" Geschmeiß predigt durch den„ Segen" der Geistlichkeit und durch das„ Genie" selbst in solchen Augenblicken überschreiten die Tagelöhne selten eben Gewalt gegen unsere Jdee und droht den Wirthen mit des Adels gerettet worden sei. 2,50-3,50 2ire. Der allgemein in normalen Beiten übliche Entziehung der Kundschaft. Die liberalen Zeitungen heißen gang Lohn beträgt dagegen von 85 Centimen bis 1,70, von dem noch offen die Maßregelungen der Sozialdemokraten gut, stellen sie " Und dem jauchzt das ,, liberale" Preßkosakenthum zu! Sch. Jogar als eine Pflicht hin. Ein obsfures Blatt, das„ Mecklen ausgesprochen war, brachte derselbe ein Hoch auf die Sozial- lerischen:" Ich bin weder Hrn. Rc., noch sonst wo einen Pfennig burgische Tagesblatt", geht darin mit gutem Beispiel voran. demokratie aus, in welches die Anwesenden stürmisch einstimmten. schuldig" zu halten ist, möge fich Jeder selbst beantworten. Trozdem es nämlich das Civilstandsgesetz höchlichst preist und Unter Hinweis auf obige Schriftstüde, welche zur Einsicht des den Arbeitern weißmachen will, durch dasselbe sei volle Reli- Höchft a.., 22. April. Die heutige Delegirten Confe- Hrn. Perls in unserer Redaktion bereit liegen, werfen wir blos die gionsfreiheit gewährleistet, maßregelte es doch selbst einen Ar- renz des 1. nassauischen Reichstagswahlkreises Höchst- Usingen er- Frage auf: Wer hat sich pöbelhaft benommen? Wer ist gemein beiter, der sein Kind nicht taufen lassen wollte. Das ist echt öffnete Herr Chr. Dreifürst von Höchst um 11½ Uhr Vor- und ein Verleumber? Wer ist infam? , liberal". Nun, dieses Blatt wird von allen Denkenden, welcher mittags mit einigen einleitenden Worten. Sodann wurde das Bezüglich der Aufforderung eines Parteigenossen im Briefkasten politischen Richtung fie auch angehören mögen, als enfant ter- Bureau, mit Hern. Chr. Dreifürst als Vorsitzenden, gewählt, des Vorwärts" Nr. 47 wegen Bezug von Wasserwaagen- Libellen ist rible betrachtet und demgemäß behandelt. Der Redakteur, ein und die Zahl der Delegirten und der Orte, die sie vertreten, noch folgende Adresse eingesandt: C. H. Stuhl, Stüberbach b. Ilmenau Kleines, dickes Kerlchen, wurde bei den legten Reichstagswahlen, festgestellt. In Erledigung des ersten Punktes der Tagesord-( Thüringen). Deutschlands, wo die Sozialdemokratie ganz andere Erfolge auf W....... 1. " F. W. Doermer, Schriftführer. Duisburg, Botstraße 113. Fonds für Gemaßregelte. V. Stalbrg Bordeaux 5,00. Convent- Saal, gr. Bergstraße 27: Franz Wahl. Volksversammlung. [ 1,00 Tagesordnung: Die Steuerprojecte im Reichstage. Referent Herr Reichstagsabgeordneter F. W. Fritsche aus Berlin.( F. 33) Um zahlreiches Erscheinen ersucht H. Lensch. Sozialdemokrat. Arbeiterverein. Leipzig, den 23. April 1878. Bruno Geiser. [ 40 [ 1,20 Wieder vollständig, zum Theil in dritter Auflage zu haben( auch richt über die leyte, in der„ Tonhalle" abgehaltene Boltsver- verlautet, soll die Einrichtung auch auf ber Gladbach Crefelder Sozialdemokrat. Abhandlungen. Von M. Rittinghausen. I.-V. Heft. Preis Mark 1,80. wo er den Reiseapostel spielte, überall ausgelacht. Der Med nung wurde ein Centralwahlcomité errichtet, Vorort und Vor- Albrecht Wahl, Schneider, wird dringend ersucht mir, Erb lenburgische Arbeiterfreund" findet jetzt nicht nur in Mecklen- siz wurde nach Griesheim, vertreten durch die Herren Lang- shaftsangelegenheit wegen, seine Adresse oder Vollmacht schleuburg, sondern auch in Pommern Verbreitung. Die Stettiner famm, Busch und Port, verlegt. Jeder Ort, der diesem Be- nigst zukommen zu laffen. Barteigenoffen haben ihn als ihr Organ anerkannt und agitiren schluß beitritt, entsendet weitere Comitémitglieder zu den statteifrig für ihn, was um so erfreulicher ist, als dadurch endlich findenden Comitéberathungen. Ferner wurde bestimmt, daß die unliebsamen Swiftigkeiten einen Abschluß finden. Die Zeit dieses Centralwahlcomité innerhalb 14 Tagen, womöglich in scheint nicht mehr ferne, in welcher die Partei in Pommern Rödelheim zusammentreten solle zur Berathung weiterer zu erebenso start wieder ersteht, wie früher. Die Genoffen Mecklen- greifenden Maßregeln. Zu Punkt 2:„ Gründung volksthüm- Altona. Montag, den 29. April, Abends halb 9 Uhr, im burgs und Pommerns fordere ich auf, thatkräftig für die licher Wahlvereine" wurde dem Comité überlassen, im Einverweiteste Verbreitung des Arbeiterfreundes" einzustehen; keine ständniß mit den Genossen der verschiedenen Orte zu wirken, da Gelegenheit darf vorübergehen, bei welcher nicht neue Abon- dieselben den lokalen Verhältnissen Rechnung tragen müßten zur nenten gewonnen werden; man suche besonders Leser unter den Beschaffung der zur Agitation nöthigen Geldmittel. Punkt 3: Gegnern zu gewinnen! Diese Art Agitation fann Jeder be- Verbreitung der Parteipresse und der sozialistischen Broschüren" treiben, dazu hat Jeder Talent, und Jeder kann dadurch der wurde allen Parteigenossen, besonders dem Centralwahlcomité Bartei, der Arbeitersache die wichtigsten Dienste leisten! Rüsten als Pflicht auferlegt, der mündlichen Agitation in Volksverwir uns bereits jetzt zu den nächsten Reichstagswahlen. Und sammlungen alle Aufmerksamkeit zuzuwenden, da an vielen Orten gerüstet sind wir nur, wenn unsere Presse in die Arbeiterkreise unseres Wahlkreises noch große Hinderniſſe im Wege stünden. Halle a. S. Dienstag, den 30. April, Abends 8 Uhr, voll und ganz gedrungen ist. Besonders die Parteigenossen Ferner stellten die Wiesbadener Genossen Wieger und Kaiser Mecklenburgs mögen sich das angelegen sein lassen, mögen sie den Antrag, der auch freudig angenommen wurde, daß bei allen bei J. Rödiger, Fleischergasse Nr. 13: ( F. 166) bedenken, daß es lächerlich wäre, wenn unsere Candidaten nicht wichtigen Besprechungen der 1. und 2. nassauische ReichstagsGeneralversammlung. mehr Stimmen auf sich vereinigten, als bei der letzten Wahl. wahlkreis Hand in Hand gehen möchte. Wir freuen uns innig T.- D.: Neuwahl des Ausschusses und der Revisoren. 2. RechDie Parteigenoffen können den Arbeitern, den noch nicht Ueber der heute erzielten Resultate, die für unser nunmehriges Vor- nungs- Abschluß. 3. Die Bibliothekfrage. [ 70 zeugten, beweisen, daß die Zustände in Mecklenburg ebenso gehen in unserm Wahlkreise von weittragender Bedeutung sind. Alle Mitglieder müssen am Plage sein. J. A.: J. Beyer, Vors. nichtswürdig und verdammenswerth sind, wie in anderen Theilen Für die rege Betheiligung aller anwesenden Genossen, für den guten Geist, ber Alle beſeelte, für die thatträftige Unterstüßung Halle a. S. Hiermit ſage allen Gesintuigégenossen für die zuweisen hat, als bei uns. Genoffen, das ist Eure Pflicht, wenn seitens der Wiesbadener und der Bockenheimer Genossen dankt mir zu Theil gewordene Ünterſtügung meinen wärmsten Dant. Ihr wirklich Genossen sein wollt. Wer nicht für uns, so viel auf Wunsch der Einberufer dieser Conferenz Julius Beyer. er fann, wirkt, der ist gegen uns, der ist kein Genosse! Der wahre Sozialdemokrat muß die deutsche Schlafmüze gründlich verachten. Elberfeld, 20. April. Wie man hier allgemein hört, wird Mainz. Die geser des" Borwärts werden dringend ersucht Samstag, den 4. Mai, Abends 8/2 Uhr im„ KleeLeipzig, 19. April. Die„ Leipziger Volkszeitung", welche Veränderung bezüglich des Bahnwärterpersonals eintreten. Auf bei der Bergisch Märkischen Bahn demnächst eine wesentliche blatt, große Bleiche" zu einer wichtigen Besprechung zu erscheinen. in der denkbar perfidesten Weise den Genossen Liebknecht verun- der Strecke Viersen- Venlo ist den Bahnwärter- Ablösern zum 40] ( 2a) Der Agent. glimpfte, weil er die unverschämte Provokation des Abgeordneten 1. f. M. gekündigt worden, und soll von da ab die Ablösung vorzeitige Entbindung seiner lieben Frau Alice', geb. Liebknecht, von Die am Abend des 22. ds. Mts. stattgehabte glückliche, wenn auch Richter im deutschen Reichstag gebührend und manneswürdig der Bahnwärter durch deren Frauen besorgt werden. einem Knaben zeigt hocherfreut an beantwortete, benügt jezt, dem genannten fortschreiterischen Vor- um 15. d. M. war bereits Termin zur Vereidigung dieser bilde folgend, jede Gelegenheit, um sich an den Sozialdemo- Frauen anberaumt. Eine solche Ablöserin soll auf einer einfraten zu reiben. Zwerchfellerschütternd ist es, wenn man sieht, wie fich die„ Volkszeitung" in die Toga der„ fittlichen Ent- geleifigen Strecke 12 Mark und auf einer zweigeleifigen 18 Mark in den Expeditionen dieses Blattes, der„ Berliner Freien Presse" und rüstung" hüllt und mit einer wahren Beserkerwuth über die Remuneration monatlich beziehen, so daß gegenüber den männ- des„ Hamburg- Altonaer Boitsblattes"): Sozialdemokraten herfällt. Der im Vorwärts" enthaltene Be- lichen Ablösern eine erhebliche Ersparniß erzielt wird. Wie sammlung brachte die edlen Volkszeitungsritter ganz aus dem Strecke demnächst bevorstehen. Von einem Familienleben Häuschen. Unverfroren, wie die Herren sind, behaupten sie, der solcher Bahnbediensteten kann unter diesen Umständen doch gar Bericht wäre gefälscht und Hasenclever hätte nicht von der Er- feine Rede mehr sein.- Die Gefahr für das Publikum aber bärmlichkeit der Fortschrittspartei gesprochen.*) Nun:„ Man wird erheblich erhöht. fennt das Lied, man kennt den Text, man tennt auch den Herrn Verfasser" und es ist begreiflich, daß derselbe etwas, was er nicht hören wollte, nicht hörte. Doch dies ist Nebensache und fann man es getrost den Gelehrten der„ Vollzeitung" überlassen, fich darüber nach Belieben zu Tode zu ärgern. Wir Sozial demokraten wissen recht gut, daß gerade die Fortschrittspartei die verachtungswürdigste Partei, und, weil sie unter dem Scheine der Freifinnigkeit volksfeindlich handelt, eine reaktionäre Partei ist. Die Nationalliberalen, Conservativen und Schwarzen geben fich offen als Volksfeinde zu erkennen, die Fortschrittspartei und ihre Leithammel hängen das freiheitlich schillernde Mäntelchen um, halten wässrige mit vielen freiheitlich angehauchten Schlagworten gespickte Reden, sind bemüht das Volk an der Nase herumzuführen und stehen, wenn es gilt, ein Boltsrecht gegen die Regierung zu vertheidigen, auf Seiten der Letzteren. Die Fortschrittler sind einfach Pharisäer und als solche verachtungswerther als selbst die enragirtesten Nationalliberalen oder Schwarzen. Die erwähnte Notiz der Volkszeitung" wirkt aber auch erheiternd, weil der Schreiber derselben den Redakteur Ludwig Werner als Anarchisten bezeichnet und ihm eine Rede in den Jeder dentfähige Mensch wird zugeben, daß wir einzig und allein Mund legt, die derselbe nicht gehalten hat. Am allerspaßigsten die an uns gestellte Frage beantworteten, daß wir dem Fragesteller aber ist es, daß dieses edle Blatt, welches kein Wort des Ta- gerecht wurden. Auf diese unsere Briefkastennotiz kam uns bereits am dels doch das wäre zu viel verlangt- überhaupt kein 18. April folgende Stylübung zu: wahres Wort über die perfide Provokation, die sich Richter im Reichstag erlaubte, brachte, dem„ Vorwärts" vorwirft, daß er vertusche und die Opposition todtschweige. Allerdings trat in der erwähnten Versammlung ein„ Anarchist" Werner auf, welcher das unverständlichste und verrückteste Zeug schwätzte und von der Versammlung gebührend ausgelacht wurde. Daß in dem Berichte des Vorwärts" von dieser Opposition" keine Erwähnung gethan wurde, hat seinen Grund darin, weil der Raum dieses Blattes zu kostbar ist, um mit solchem Quatsch vollgefüllt zu werden. Der Berichterstatter fühlte aber auch ein menschlich Rühren und nahm an, daß die so grimmige„ Oppofitionsrede" nur einer vollständigen Anarchie, die im Denkapparate des betreffenden Opponenten herrschen muß, ihr Entstehen verdanken könne; er hielt es einfach für unmöglich, daß ein mit einem normalen Denkvermögen ausgestatteter Mensch einen so heillosen Gallimathias von sich geben könne. Wenn die„ Boltszeitung" auf die absichtlich und aus oben angeführten Gründen unterlassene Erwähnung des Oppositionsgefasels einen so großen Werth legt, so beweist sie dadurch, daß sie keine Ahnung von der Bedeutungslosigkeit der sogenannten Anarchisten hat. W- f. Kappel- Chemnik. Ein würdiges Osterfest feierten die Sozialisten von hier und der Umgegend von 5-6 Stunden am 1. Osterfeiertag. Trotz allem Kreuzige ihn!" der Sozialistentödter à la Böhmert war dies Fest ein sozialistisches Osterfest im wahrsten Sinne des Wortes. In dem festlich decorirten Saale des hiesigen Gasthauses bewegte sich eine Menschenmasse von circa 800 Personen beiderlei Geschlechts und mußten hunderte wegen Mangel an Plaz wieder umfehren. Die Würze des Festes war die gut vorgetragene Festrede der Genossin Frau Eugenie Klemich aus Dresden, welche von den Anwesenden mit größtem Beifall aufgenommen wurde. Es war dies das erste Mal, daß in hiesiger Gegend eine Dame die Festrede hielt. Diesen schlossen sich die Musik- und Gesangs- Pieçen würdig an. Die Gesangsaufführungen erfolgten unter gütiger Mitwirkung des hiesigen Männergesangvereins. Kapelle wie Sänger erle digten sich ihrer gestellten Aufgabe unter allgemeinem Beifall, ebenso fanden die Declamationen überall Anklang. Nachdem vom Leiter des Festes der Dank für das zahlreiche Erscheinen *) Das Mitglied der Fortschrittspartei, Herr Findel, der sich im Allgemeinen mit der Rede Hasenclevers einverstanden erklärte, hob ja ausdrücklich hervor, daß sehr scharfe Angriffe von Seiten des Redners auf die Fortschrittspartei gefallen seien. halts: Briefkasten Die fünf Hefte bilden zusammen ein Buch über die direkte Gesetzgebung durch das Volk, die erste in deutscher Sprache erschienene Schrift über diesen hochwichtigen Gegenstand. Gegen Franco- Einsendung von M. 1,90 an den Verfasser erhält der Besteller die Heste portofrei unter Kreuzband. ( 3a)[ 3,30 Adresse: Nittinghausen in Köln, Gereonstraße 36. Im Verlag von Emil Sauerteig in Gotha ist erschienen: Ein armer Wandersmann. der Redaktion: Wer ist infam? Mit dem Poststempel Berlin 15. 4. 78 versehen, erhielten wir eine Postkarte folgenden In„ Der fortschrittliche Red. Perls läßt sich, trop v. Mahnungen nicht herbei, meine in der 2. V. veröffentl. Beiträge zu honoriren, u. hat mich( nebst v. andern liberalen Freibeutern) dadurch in tödt= lässiger Volksanwalt oder sonst Jemand zu gewinnen sein, der gegen gute Tantième es versuchte jene Schuld( ca. 90 Rm.) schnell und energisch für mich einzutreiben? Bitte dringend um sofortige gefällige Antwort! Hochachtungsvoll" folgt Unterschrift und Adresse. Diese Frage beantworteten wir im Briefkasten der Nr. 46 folgendermaßen: liche Verlegenheit gefeßt. Sollte in Lpz. nicht irgend ein zuver- Lied für eine Rr. Berlin: In Ihrer Sache gegen die. Vztg." resp. den Herausgeber P. fönnen wir Ihnen nur rathen, sich an den Rechtsanwalt Herrn Otto Freytag in Leipzig, Nikolaistraße, Amtmannshof, zu wenden. Auf diese Weise könnten Sie hoffen zu Ihrem Gelde zu kommen." Leipziger Volkszeitung. An die Redaktion des„ Vorwärts" hier. In Ihrem Briefkasten" der Nr. 46 befindet sich folgende Notiz: Rr. Berlin: In Ihrer Sache gegen die L. Vztg." resp. den Herausgeber P. können wir Ihnen nur rathen, sich an den Rechtsanwalt Herrn Otto Freytag in Leipzig, Nikolaistraße, Amtmannshof, zu wenden. Auf diese Weise können Sie hoffen zu Ihrem Gelde zu tommen." Baritonstimme mit Pianobegleitung. Comp. von G. Scholz. Op. 16. Preis 50 Pfg. Gegen Einsendung des Betrages in Briefmarken erfolgt Zusendung franco. Durch uns ist zu beziehen: Büste in Die Freiheit. ( 4a) [ 90 Gyps 25 Centimeter hoch, modellirt nach der Courbett'schen Büste ,, Liberté". Preis pro Stück in Weiß 2 Mart, in Elfenbeinton 2,50 Mark. Bei Bezug von 6 Stück 25% Rabatt. Bersandt ohne jede Ausnahme nur gegen baar. Die Expedition des Vorwärts". Armer Conrad. Preisherabsetzung. Um mit dem Reste desselben zu räumen, ist der gebundene Exemplare herabgesetzt. Ich gestatte mir dem gegenüber Ihnen zu erklären, daß diese Notiz, bez. die darin erwähnte Sache, erfunden ist, um mir, Ihrem Preis auf 20 Pfg. für geheftete, und 40 Pfg. Gegner vor der Deffentlichkeit einen Schlag zu versezen. Ich stehe für nicht an, die Art wie Sie, um mich an meiner Ehre zu fränken, Berleumdungen begehen oder zur Weiterverbreitung von Verleumdungen in böswilliger Absicht beitragen, als eine pöbelhafte und infame zu bezeichnen. Der gewöhnlichste Anstand hätte Ihnen, falls wirklich eine Anfrage wie die erwähnte, bei Ihnen eingegangen Buchdruckerei in Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadierist, gebieten müssen, mich privatim davon in Kenntniß zu jezen, platz Sa., sowie der Genossenschafts- Buchdruckerei in womit Sie ja auch dem„ Anfragenden" ohne Zweifel am Besten geBei Bezug von 10 Expl. und darüber Rabatt. Bestellungen sind zu machen bei der AssociationsDie Expedition des ,, Vorwärts." dient hätten. Wollten Sie dies nicht, so konnten Sie Ihre Antwort Leipzig, Färberstraße 12. ertheilen, ohne meinen und meiner Zeitung Namen vor die Deffentlichkeit zu zerren; der mythische Herr Rr. hätte Sie schon auch so verstanden. Ich bin weder einem Herrn Rr. in Berlin, noch sonst wo einen Pfennig schuldig, weder als Privatmann, noch als Herausgeber Wir empfehlen: W. Liebknecht der„ Leipziger Boltszeitung". Dieſe meine Erklärung ist aber wohl Ueber die politische Stellung der auch überflüssig, da ich eben Sie als Erfinderin der Verleumdung betrachte. Sie werden mich von dieser Ueberzeugung nur dann abbringen können, wenn Sie mir den Namen des Anfragenden nennen. Arnold Peris, Herausgeber der Leipziger Volkszeitung." Anfragenden mit der Frage, ob er damit einverstanden sei, daß der Nach Empfang dieſes Schreibebriefes wandten wir uns an den Inhalt der oben angeführten Postkarte veröffentlicht werde, worauf wir umgehend eine Postkarte folgenden Inhalts erhielten: Sozialdemokratie insbesondere mit Bezug auf den Reichstag. Preis per Exemplar 10 Pfg. Die Expedition des Vorwärts". Prachtvoll und solid gearbeitete Einbanddecken Die Nummern der Lpz V., welche meine Feuill.- Beiträge enthalten, kann ich soweit sie durch die Post an mich gelangt sind, als Beweis vorlegen. Bereits vielmal habe ich P. durch Postkarte vergeblich erinnert und ihm außer einem Prozesse eine sehr deutliche Beröffentlichung in Aussicht gestellt. Auch um gef.( Goldpreffung) für die Zurüdſtellung von 12 meiner bei ihm noch befindlichen Wanuſcripte Neue Welt" Jahrgang 1876 u. 77 habe ich vergeblich gebeten. Berls gehört offenbar zu f. " und sch... n P... des liberalen Freibeutergeschlechts.( Ehrliche find in Schwarz à Stück M. 1,20, in Roth M. 1,50 gegen baar Ausnahmen finden sich auch!) Bitte auf Grund dieses Materials die oder Nachnahme durch die Buchbinderei von H. Jansen, Leipzig Sache energisch zu behandeln. Mein für Sie und Andere gebräuch- Universitätsstraße 16 zu beziehen. Colporteure und Filialexpeditionen licher Autorname ist R... r, mein wahrer ist hochachtungsvoll erhalten bei Partiebezug entsprechenden Rabatt. Porto zu Lasten der Empfänger. ... r." Die Volkszeitung", resp. Herr Perls, beschuldigt uns der Fälschung und muthet uns in der unverschämtesten und niederträchtigsten von der Expedition der ,, Nenen Welt", Leipzig, Färberstr. 12. NB. Bestellungen hierauf werden entgegengenommen und effektuirt Weise böswillige Absicht zu, obichon wir, wie wir oben zeigten, blos unserer Pflicht genügt haben. Ob wir dem Anfrager durch eine Rücksprache mit Herrn P. am besten gedient" hätten, ist nach dem Inhalte der zweiten Postkarte zu schließen, sehr fraglich. Was von dem prahBerantwortlicher Redakteur: Julius Künzel in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstraße 12. II in Leipzig. Drud und Berlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig