Erscheint in Leipzig MittHoch, Freitag, Sonntag. AboiinementSPrci» ftr ganz Deutschland 1 Mark G» Pf. Pro Quartal. MonatS. Abonnements !i SS Pf. »rden bei allen deutfchen Postanstalten «>s den 2. und Z. Monat, und aus den >. Monat besonders angenominen. Inserate IM». Bersammlungen xro Petitzeile l» Pf., »Hr. Privatangelegenheiten und Feste pro Petitzeile ZV Ps. Veltellnngen nehme? an alle Pnstan-statten und Buct-hand- Uregen des In- und Auslandes. FMal- Exp cd i ti o n en» New-Yerk: Mr. Franz Ions-v-a'»�»Attentate nicht schon wiederholt vor- u"b cv t r. n n 9 d' f u. b"Jr 1 k Öc 1 f u � auf gekrönte und ungekrönte Haupter von der ,eweil.g herrschende» Partei politisch ausge- beutet und zur �r astung von Ausnahmegesetzen gegen andere, unbequem gewordene Parteien benutzt worden, ist eme alte Ge- schichte, und das 1-1 Jahrhundert allein bietet etliche Dutzende von Exempeln dar. � � Aber— und hier stoßen wir auf den ersten wesentlichen Unterschied— m all dresen Fallen lag ein wirkliches Mordat- tentat vor— ob echt oder unecht, �riginalwaare oder Polizei- fabrikat, aber immerhin wirklich. Die beiden Attentate, mit welchen der Vergleich am nächsten liegt, und auf die auch wie- verholt in den letzten Reichstagsdebatten, wie früher ichon in den Dt batten über die Strafgesetznovelle, Bezug genommen ward: das Attentat Fieschi's vom 28. Juli 1335 und das Orsini s vom 14. Januar 1858, waren echte und sehr wirkliche Alten- vie. Fieschi tödtcte mit seiner famosen Höllenmaschine verschie- dene Personen, darunter einen Marschall(Mortier), in der un- mittelbarsten Nähe des Bürgerkönigs Louis Philippe, dem der Schuß galt. Und nicht weniger ernsthaft als die Höllenmaschine Fieschi's waren die„Orsinibomben", die den französischen Staatsstreich- kaiser für seinen Verrath an Italien bestrafen sollten. Und nun das Lehmann'sche„Attentat"! Der Revolver, mit welchem geschossen wurde, ist notorisch so schlecht gearbeitet, daß er höchstens dem Schützen gefährlich werden kann, und auch diesem kaum lebensgefährlich. Ferner ist bis zum heutigen Tage noch gar nicht festgestellt, ob mit diesem jämmerlichsten aller Mordinstrumente scharf ge- schössen, und wenn, ob auf den Kaiser geschossen worden ist. Der Umstand, daß durch die vier Lehmann'schen Schüsse, von denen zwei in dichtes Menschengewühl gingen, Niemand verletzt, und nachher, trotz eifrigsten Suchens, weder eine Kugel noch eine Kugelspur gefunden worden ist, läßt es höchst un- wahrscheinlich erscheinen, daß Lehmann überhaupt scharf ge- schössen hat. Lehmann selbst erklärt hartnäckig, er habe einen Selbstmord beabsichtigt und den vorüberfahrenden Kaiser gar nicht bemerkt. Kurz, es fehlen alle Beweise dafür, daß die Lehmann'sche Revolver-Affaire ein wirkliches Attentat auf den deutschen Kaiser war. Fieschi's Höllenmaschine und Orsini's Bomben sind Welt- historische Thatsachen; Lehmann's Revolver paßt nicht einmal für eine Vorstadtsposse, und das ganze Lehmann's-„Attentat" ist sogar für einen Stieber zu schlecht. Die Attentate Fieschi's und Orsini's waren aber nicht blos wirklich, es waren auch unleugbar politische Attentate, und das ist der zweite Punkt, wo ein wesentlicher Unterschied zu Tage tritt. Fieschi, der beiläufig ganz auf eigene Faust han- delte, keine Mitschuldigen hatte und keiner Partei angehörte, ge- stand, daß er den Bürgerkönig aus politischen Gründen, um Frankreich von dem Juliregiment zu befreien, habe aus der Welt schaffen wollen. Noch mehr drängt sich bei dem Orsini'schen Attentat der po- litische Charakter hervor: es war ein Pronunziamento der italie- nischen Nationalitäts- und Einheitsidee, und ist als solches von Bonaparte aufgefaßt worden, der im folgenden Jahr— 1853 — das„Testament Orsini's"— natürlich in seiner Weise— zu verwirklichen suchte. Bei dek Lehmann'schen Revolveraffaire fehlt der politische Charakter gänzlich. Lehmann erklärt, daß er nicht daran gedacht habe, den Kaiser zu erschießen, daß er nicht einmal gewußt habe, daß derselbe im Augenblick, wo er(Lehmann) sich habe umbrin- gen wollen, vorübergefahren sei. Diese Behauptung mag unrichtig sein, wie es unrichtig sein mag, daß Lehmann einen Selbstmord beabsichtigt habe— allein das Eine steht fest: wenn Lehmann das wäre,' wozu die Autoren des Lehmanngesetzes ihn machen wollen, zur Motivirnng ihres Vorgehens ihn machen müssen, das heißt zum sozialdemokratischen Fanatiker, dann würde er, falls wirklich ein Attentat auf den Kaiser vorliegt, sich nicht nur zu der That bekannt, sondern auch deren politischen Charakter und Zweck mit herausforderndem Stolz betont haben. Doch wir haben nicht blos diesen negativen, indirekten Beweis. Wir haben den positiven, direkten Beweis, daß Lehmann weder Sozialdemokrat, noch Fanatiker ist. Ein be- mitleidenswerthes Produkt und Opfer der heutigen Gesellschaft, schon vor der Geburt ein„Auszestoßener", nach der Geburt als „überflüssiger Gast am Tische des Lebens" herumgepufft und geknufft, ohne„Heim", ohne Familie, systematisch zum Bummler, Vagabunden und Verbrecher„gezüchtet", sittlich, geistig, körper- lich verkrüppelt, mit noch nicht 20 Jahren ein„menschliches Wrack": von einer ekelhaften Krankheit(sekundärer Syphilis— ohne sein Verschulden) durchseucht, ohne Mnskelentwickelung, zahnlos, eingedrückte Brust, schlottriger Gang» idiotisches Lächeln � abwechselnd mit stierem, stechendem Blick und plötzlichen Wuth- anfällen— das ist das unglückliche Wesen, an dessen schmutzige, zerrissene, zerlumpte Rockschöße die bankronte Staatskunst des herrschenden Systems sich krampfhaft anklammert, um die Dekla- ration des Bankrouts noch auf einige Zeit hinausschieben zu können. Fassen wir zusammen: Ein Attentat, dessen Existenz noch nicht bewiesen ist. Ein Attentäter, von dem noch nicht bewiesen ist, ob er ein Attentäter. Ein Attentat, dessen nichtpolitischer Charakter bewiesen wäre, falls festgestellt würde, daß ein Attentat vorliegt. Ein Attentäter, dessen nichtpolitischer Charakter bewiesen wäre, falls festgestellt würde, daß er ein Attentäter ist. Und auf diese Grundlage hin, ohne das Resultat der Unter- suchung abzuwarten, ohne den Untersuchungsrichter zu befragen, der sich, obgleich die Untersuchung noch nicht geschlossen, doch bereits vollständig davon überzeugt hat, daß die Lehmann'sche Revolver-Affaire kein poli- tisches Verbrechen und Lehmann kein politischer Ver- brecher ist— und auf diese Grundlage hin, so ohne alle und jegliche greifbare Handhabe, das monströse Ausnahmegeletz, wel- ches unter dem Namen„Lehmanngesetz" ein unvergängliches Denkmal des— Ruhms seiner Urheber bilden wird! Das ist beispiellos. Und als es galt, das monströse Gesetz im Reichstag zu ver- theidigen, hatte der Präsident des Reichekanzleramts Herr Hof- maiuT und der neue Minister des Innern, der„junge Eulen- bürg", nicht den leisesten Anhalt für die Annahme, geschweige denn den Beweis des Zusammenhangs zwischen den Bestrebungen der deutschen Sozialdemokratie und der Lehmann'schen Revolver- Affaire. Und doch hing die Berechtigung des Gesetzes— die Mög- lichkeit der Berechtigung zugegeben— von dem Nachweis dieses Zusammenhanges ab. Ja, die Vertreter der Regierung machten nicht einmal den Versuch, diesen Zusammenhang zu beweisen. In der That unsere Abgeordneten hatten recht: es war ein beispielloses Attentat. Aus Rußland. Petersburg, 20. Mai. Um Euch, werthe Parteigenossen, über die letzten Vorgänge in Rußland betreffs der Wjera Sassulit/ch und der Mos- kauer Metzelei zu unterrichten, will ich hier einige Auszüge aus dem in Rußland seit mehreren Wochen geheim erscheinenden Parteiorgan„dlatacllalo"*)(„Der Anfang") geben. Eigent- lich will ich nur über das Nachspiel, das gleich nach der Frei- sprechung folgte, sprechen. Die Ohrfeige, welche die russische Regierung durch diese Freisprechung erhielt, war für uns von großer Bedeutung. Die ganze Gesellschaft klatschte diesem freisprechenden Urtheil Beifall. Als die Sassulitsch aus dem Gerichtssaale heraustrat, wurde sie mit großem Jubel empfangen, die Menge trug sie auf den Hän- den, setzte sie in eine Kutsche und führte sie durch die Stadt. Alles war voll Freude und Niemand hatte die leiseste Ahnung von einer bevorstehenden Katastrophe. Als die Kutsche mit der sie begleitende« Menge die immer menschenleere Vorstadtstraße erreichte, wurde sie von reitenden und Fußgendarmen überfallen und von diesen die scheußlichsten Brutalitäten verübt. Ein junger Mann Namens Sydoratzky, der schon in mehrere politische Prozesse verwickelt war und der die Sassulitsch gegen die Gen- darmen vertheidigte, wurde von einem Gendarmen, wie mehrere Augenzeugen, erzählen, erschossen. Um den Verdacht von der Polizei abzulenken, wurde dem Erschossenen ein Revolver unter- geschoben, so daß man den Sydoratzky als Selbstmörder hin- stellen konnte! Tie Begleiter der Kutsche, sagen die Zeitungen, wurden„wie tolle Hunde behandelt". Mit einem Worte, es war ein Raubanfall von echt russischen Baschi-Bozuks, die den türkischen Baschi-Bozuks wahrhaftig nichts nachgeben. Viele von der Menge wurden arretirt oder besser auf die Polizeiwache ge- schleppt und dort mißhandelt. Das war die erste Antwort der russischen Regierung auf die Freisprechung der Sassulitsch.**) Nun kommt noch eine zweite Antwort— ein zweiter bru- taler Akt gegen die russische Jugend, der sich in Moskau ab- spielte. Um sich für die freigesprochene und entwichene Sassulitsch zu rächen, lockte die russische Regierung die Moskauer Stu- oenten in eine Falle. Da das Prestige(Ansehen) unserer Re- gierung in den Augen des russischen Volkes und des Auslandes allmählich abnimmt, so greift sie zu ganz darbarischen Maß- regeln. Damit will die Regierung dem Westen die Unerschütter- lichkeit der Grundvesien des russischen Reiches zeigen und auch das russische Volk in den Schooß Trepow'S, Mesenzew's(Chef der geheimen Polizei), Timascheff's und Compagnie zurückführen. Zu diesem Zwecke schickte die Regierung einen ihrer treuen Diener nach Moskau— und wozu?— das werdet Ihr gleich sehen. Wie Euch bekannt sein wird, wurden in Kielo im Marz d. I. 16 Studenten verhaftet und nach Moskau transportirt. Hier wurden sie den 3. April von ungefähr 200 jungen Leute», Studenten verschiedener Moskauer höherer Lehranstalten, er- wartet. Die Studenten versammelten sich auf dem Bahnhofe zwei Stunden vor der Ankunft des Zuges, und Niemand schien sie daran verhindern zu wolle». Die angekommenen 16 Stu- deuten wurden lebhast empfangen und mit Kleidern und Geld (die Arretirtcn waren nur nothdürstig angekleidet) versorgt und mit entblößtem Haupte und freudigen Zurufen durch die Stadt geleitet. Die Moskauer Studenten und die sie begleitende große Menschenmenge waren höchst verwundert/ als sie sahen, daß die Polizei sich ruhig gegen diese Demonstration verhielt— dieselbe Polizei, die, um Demonstrationen bei Leichenbegängnissen poli- tischer Gefangenen zu verhindern, sogar deren Leichen stiehlt. Kurz— Alles ist ruhig und je weiter der Zug in das Innere der Stadt vordringt, desto größer wird die Menge der Be- gleiter. Die Arretirtcn saßen in Wagen und waren nur von einigen Polizisten zu Fuß begleitet, was die Studenten auf dem Bahnhof noch dem Umstände zuschrieben, daß die Arretirten wahrscheinlich in dem nicht weit vom Bahnhofe sich befindenden Gefängnisse untergebracht werden sollten. Selbstverständlich waren die Moskauer Studenten froh, daß man ihnen Gelegen- heit gab, der angesammelten Menge ihre Bestrebungen und den Grund der Arretirung klarzulegen.., � Endlich kam der Zug auf den Ochotny Rjäd(Marktplatz), wo'mit einem Male Alles sich änderte. Vor Erscheinen des Zuges auf diesem Platze kam ein Revier- lieutenant und bat die dortigen Fleischer, der Polizei �bei Bän- digung der Studenten behilflich zu sein, denn„die Studenten *■) Hiermit bringe ich die Existenz dieses ersten in Rußland er- scheinenden sozialdemokratischen Blattes zur Kenntniß aller unserer aus- ländischen Genossen, sowie der im Auslände lebenden russischen Sozi..- listen. Noch will ich bemerken, daß die Redaktion des„�atselialo" Flugschriften und Flugblätter in Masse unter das Volk verbreitet. ♦♦) Am selben Abend, als die Sassuliych so klug war zu verschwin- den, erließ der stellvertretende Stadlhaupimann G-neral Kozlow sol- genden an die Bezirkslieutenants gerichteten geheimen Steckbrief:„Ich befehle allen Bezirkslieutenants der Stadt Petersburg, streng und energisch nach der Hauptmannstochter Wjera Sassulitsch, die von dem Schwurgericht wegen des Attentats auf den General Trepow steige« sprachen wurde, zu fahnden, und dieselbe nach Auffindung in das Vor- untersuchungsgefängniß abzuliefern und mich davon zu benachrichtigen. (Gez.:) Gen.-Major Kozlow." rebelliren gegen unseren guten Kaiser und wollen die Polen aus den sibirischen Bergwerken befreien". Und dieser Bitte willfahrten die sogenannten„Kulaki" und erklärten sich bereit, die„Studenten" oder, wie die„Kulaki" sie nennen, die „herrschaftlichen Jungen"(vornehmen Bürschchen) tüchtig durch- zuprügeln; denn die„Herrschaften" sind den„Kulaki" verhaßt. Diese„Kulaki", die noch die Spuren ihrer Herkunft aus dem Volke an sich tragen, haben die bei uns neuen Bourgeoisideen noch nicht in sich ausgenommen. Sie sind Feinde des Volkes, aber noch nicht Freunde der höheren oder„gebildeten" Volks- feinde. Sie sind treue Vertheidiger der jetzigen Ordnung, der Volksausbeutung, und als Unwissende verabscheuen sie jede leben- dige, menschliche Regung und Bestrebung. Und nun giebt ihnen die heilige Hermandad die günstige Gelegenheit, straflos die ihnen verhaßten„Studenten" durchzuprügeln. In solcher Stimmung befanden sich die„Kulaki" des Ochotny Rjäd, als der Zug mit den verhafteten Studenten und der sie begleitenden Menge daselbst anlangte. Mit den Worten:„Haut die Feinde des weißen Czaren nieder, haut die„Herr- schaftlichen Jungen" nieder!" warfen sich die Kulaki auf die Studenten und die Menge. Man schlug und prügelte Alles, was einen„deutschen"(europäischen) Anzug trug; man schonte weder Alter noch Geschlecht. Auf den Straßen lagen verwun- dete Männer und Frauen. Und diese Metzelei währte volle drei Stunden, ohne daß die Polizei sich einmischte. Das Militär, das wenige Schritts vom Kampfplatze versammelt war, rührte sich nicht. Die Polizei und die Soldaten sahen ruhig zu, wie die Fleischer, mit Messern bewaffnet, in die Magazine und Läden, in welche sich viele der Gemißhandelten flüchteten, einbrachen und Alles dort zertrümmerten und die Geflüchteten wie die Besitzer der Läden fürchterlich mißhandelten. Zu guter Letzt wurde das Universitätsgebäude von den Moskauer Pa- irioten besetzt und bombardirt, worüber sich die„Moskauer Zei- tung" sehr freut und mit Pathos ausruft:„Das ist die beste Antwort auf die Freisprechung der Sassulitsch durch die höhere Gesellschaft." Man sieht, diese Metzelei war von der russischen Regierung vorbereitet, um dem europäischen Westen die Treue und Loya- lität der russischen Unterthanen, d. h. der„Kulaki", zu demon- striren. Mehr als 600 Moskauer Studenten haben gegen diese barbarische Behandlung Beschwerde eingereicht. Und mit solchen brutalen Mitteln will die russische Regierung die weltbewegenden Ideen des Sozialismus ausrotten und dem Auslande die Treue und Liebe des russischen Volkes zum „Väterchen" beweisen? Das wird uns Sozialisten aber nicht abhalten, für unsere Ideen Propaganda zu machen und jenes politische Ungeheuer: die russische Regierung und Alles, was drum und dran hängt, zu bekämpfen. Sozialpolitische Uebersicht. — Reichstägliches. Wir haben noch nachzutragen, daß der Reichstag bei der dritten Lesung den Gesetzentwurf, die Ge- Werbegerichte betreffend, abgelehnt hat. Einigen war der- selbe zu freisinnig, anderen, besonders den Sozialisten, zu re- attionär—„Friede seiner Asche"!— Es bleibt also vorläufig beim Alten. Ferner sei noch erwähnt, daß der Reichstag nach dreimonatlicher, unfruchtbarer Thätigkeit ohne Sang und Klang am 24. Mai geschlossen worden ist. — Der Fortschrittspartei wird bezüglich der Schmährede des Herrn Eugen Richter, die er am 23. Mai im Reichstage hielt, von der„Post" folgender Spiegel vorgehalten: „Gegenüber den Argumentationen des Herrn Richter, daß der Sozialdemokratie gegenüber die selbstständige Thätigkeit der Liberalen, d. h. in seinem Munde natürlich der fortschrittlichen Partei, mehr in Bewegung gesetzt werden müsse, braucht nur daran erinnert zu werden, daß die fortschrittliche Partei vor einem Jahrzehnt Berlin vollkommen beherrscht hat, daß sie sich fortdauernd der allergrößten Freiheit in Wort und Schrift er- freut hat und daß die Sozialdemokratie sich ihr auf Schritt und Tritt materiell wie geistig überlegen ge- gezeigt hat. Es ist der Gipfelpunkt des Lächerlichen, wenn die Fortschrittspartei sich heute dessen rühmt, daß die Sozial- demokratie sie am meisten hasse. Die Sache liegt vielmehr ganz einfach so, daß die Sozialdemokratie sich fortdauernd lediglich aus den Anhängern der Fortschrittspartei rekrutirt und daß sie deshalb ihre Angriffe gegen diese richtet. Die Stärke der Ford schrittspartei anderen Parteien gegenüber beruht ja keineswegs in den Gebildeten, die ihr angehörten und noch angehören, sondern darin, daß sie die Massen commandirte und die Herr- schaft über diese hat sie in Folge der um sich greifenden Macht der Sozialdemokratie vollständig verloren." Wir sind wahrlich keine Freunde der freiconservativen„Post", die im Schimpfen auf uns neben der„Berliner Tribüne" das Meiste leistet— aber in obigen Sätzen hat sie eben recht. — Die Abstimmung über das Sozialistengesetz. Zu- vörderst wurde über das Amendement der Abgeordneten Beseler und Gneist zum§ 1 abgestimmt, statt„welche die Ziele der Sozialdemokratie verfolgen" zu setzen„welche den auf Umsturz der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratte dienen". Dieses Amendement wurde mit 243 gegen 60 Stimmen abgelehnt, sechs Mitglieder enthielten sich der Abstimmung und zwar die nationalliberalen Abgeordneten Bachr (Kassel), v. Cuny, v. Huber, Struckmann, Dr. Wagner und Witte: für das Amendement stimmten die Deutsch-Tonservativen, die Minister Falk und Friedenthal, die deutsche Reichspartei bis auf die Abgeordneten Schlomka und Dieffenbach, von den Na- tionalliberalen nur Gneist, Moeller(Schwerin) und v. Treitschke, ferner Beseler. Hierauf wurde der Z 1 der Bundesraths-Vorlage mit 251 gegen 57 Stimmen abgelehnt, der Abstimmung enthielt sich Abgeordneter Dr. Gneist, dafür stimmten die Deutsch- Conseröativen, die deutsche Reichspartei bis auf die Abgeordneten Graf Luxburg, Schlomka und Dieffenbach, von den National- liberalen allein v. Treitschke, sowie der„wilde" Beseler. Für den Paragraph 1 der Vorlage stimmten überhaupt: Ackermann, Graf Arnim, v. Bäreichirung, v. Batocki, v. Vehr, Dr. Beseler, v. Bethmann-Hollweg, Graf Bethusy, v. Busse, Fürst zu Caro- lath, Clauswitz, v. Colmar, Dietze, Graf Dohna, Freiherr v. Ende, Graf zu Eulenburg, Dr. Falk, Flügge, Graf Franken bürg, Dr. Friedenthal, v. Gerlach, v. Gordon, v. Graevenitz, Fürst Hatzfeld, Heinrich, v. Helldorff, Graf Holstein, v. Jagow, v. Kardorff, Katz, Kette, Graf Kleist, v. Knapp, v. Levetzow, Dr. Lucius, v. Lüderitz, Freiherr v. Manteuffel, Marcard, Graf Moltke, Fürst Pleß, v. Puttkamer(Lübben), Herzog v. Ratibor, v. Ravenstein, Reich, v. Schmid(Württemberg), v. Schwarze, Staelin, Staudy, Graf Udo Stollberg, Stumm, v. Treitschke, Thilo, Uhden, Freiherr v. Unruhe-Bomst, Freiherr v. Varnbüler, v. Waldaw, v. Wedell und Wichmann. Bon diesen sind 48 ge-- wählt in Preußen, je 4 in Sachsen und Württemberg und 1 in Baden.— Es ist immer gut, wenn man sich die obigen Namen der braven Gesetzgeber und„Volksvertreter" merkt, welche ein Attentat auf die Freiheit verübten. Wie man an deutschen Hochschulen mit der Wissenschast umgeht! Die folgenden Aussprüche sind einem Collegienheft entnommen, welches nach den mündlichen Vorträgen des„berühmten" Na- tionalökonomen Professor Dr. Knies in Heidelberg stenographisch niedergeschrieben wurden. Wir übersenden Ihnen dieselben, da- mit die Leser des„Vorwärts" sich überzeugen, mit welcher Ober- flächlichkeit der so wichtige Lehrzweig der Nationalökonomie an den deutschen Universitäten behandelt wird. Communismus. „In diesem Wort liegt der Sinn, daß die wirthschaft- lichen Güter allen Menschen gemeinsam sein sollen. Es hau- dclt sich hauptsächlich hierbei um die vorhandenen Güter, während dagegen der Sozialismus sich mehr mit der H.rvorbringung derselben beschäftigt. Wenn wir auch einsehen, daß ein dauernder communistischer Zustand vollkommen unHalt- bar ist, so müssen wir doch zugestehen, daß es wohl möglich ist, alle vorhandenen Güter zur Vertheilung zu bringen." Im Alterthum stützte sich der Communismus hauptsächlich auf"politische Motive, man glaubte nämlich, der Staat sei der stärkste dessen Bürger in Beziehung auf das Vermögen möglichst wenig unterschieden seien. Der bedeutendste Vertreter dieser Theorie war Plato. In späterer Zeit waren es Motive religiöser Art, welche zum" Communismus führten. Solche Lehren traten besonders bei kleineren kirchlichen Gemeinschaften hervor. Im Gegensatz hierzu schätzt der neuere Communismus die wirtbschaftlichen Güter sehr hoch." Literaturangabe. „Nach dem Vorgange des englischen Kanzlers Thomas Mo- rus erschien eine Menge von Romanen, die glückliche commu- nistische Zustände auf Inseln oder Utopien darstellten. Doch sind diese Romane ganz unschuldiger Natur, obwohl sie schon ein Element enthalten, daß auch für den lch'gen Sozialismus Werth haben kann; sie erwecken nämlich ein kritisches Gefühl.(..) „Heute sind Schriften communistischen Inhalts m großer Masse in der Welt verbreitet. „In der ersten französischen Revolution finden wir einen revolutionären Communismus, vertreten durch Baboeuf und Buonarotti. Später wurde der Communismus wieder schwärme- rischer aufgefaßt z. B. von dem Engländer Owen, von Weit- ling u. A.--" — Die preußische Regierung wird nicht, wie man zuerst allgemein glaubte, nach Ablehnung des„Lehmanngesetzes" von dem Octroyirungsparagraphen der preußischen Veifassung in Bezug auf das Vereins- und Versammlungsrecht Gebrauch machen. Das ist doch wahrlich auch nicht nöthig; die Bersamm- lungs- und Vereinsfreiheit für die Sozialdemokratie ist ja schon längst nicht mehr in Preußen vorhanden und Herr v. Bennigsen schoß weit über das Ziel hinaus, wenn er den Bundesregierungen empfahl, die bestehenden gesetzlichen Vorschriften bis zur äußer- sten Grenze anzuwenden. Das geht gar nicht mehr! Dieselben sind schon bis zur äußersten Grenze, ja oft genug weit darüber hinaus angewandt worden. Dies gestand ja auch der preußische Minister des Innern, Graf Eulenburg, offen ein und verwahrte die Regierung vor dem Borwurf, die Gesetze allzu lax gehand- habt zu haben. Nachher allerdings besann sich der Minister, als er merkte, daß er unklug gehandelt hatte, und versprach dem Wunsche des Herrn v. Bennigsen nachzukommen. Damit war aber lediglich nur gemeint, daß die Grenze nunmehr überall überschritten werden dürfe. Jetzt will man ja auch schon wissen, daß der Justizminister und der Minister des Innern, unter Be- zugnahme auf die in diesen beiden Tagen im Reichstage statt- gehabten Verhandlungen, durch Generalverfügung die Staats- anwälte, die Verwaltungsbehörden und die Organe der Polizei anweisen werden, mit äußerster Strenge gegen die Ausschreitungen der Sozialdemokraten, sei es auf dem Gebiete der Presse oder des Vereins- und Versammlungsrechts ungesäumt und energisch einzuschretten. Ferner wird im preußischen Ministerium des Innern unverzüglich, der Aufforderung des Abgeordneten v. Bennigsen gemäß, an die Ausarbeitung eines Reichsvereins- Sozialismus. „Beim Communismus finden wir einen Gegensatz zum Sondereigenthum; hier(beim Sozialismus) dagegen wird auf das Gemeinsame das Hauptgewicht gelegt und das In- dividuelle zu beseitigen gesucht. „Nach Adam Smith sind die Einzelnen berufen, für sich thätig zu sein, und der Staat soll nur den gewaltsamen Frie- densbruch verhindern; von hier aus wird das Gemeinwohl am besten befördert. „Aber auch nach Bastiat und Carey steigt durch diese Ein- richtung das allgemeine Wohlsein. „Die Sozialisten bilden zu dieser Ansicht den Gegensatz. Nach ihrer Ansicht wird durch das freie willkürliche Handeln der Einzelnen das größte Unheil herbeigeführt; es muß an dessen Stelle ein Handeln nach obrigkeitlicher Weisung treten, und diese dirigirende Gewalt muß dann auch das Erworbene zur Vertheilung bringen. „Das Wesentlich- in ihrer Lehre ist die vollständige Auf- Hebung der individuellen Freiheit der Einzelnen auf wirthschaft- lichem Gebiet. Dies ist jedoch nicht möglich und daher sind bis jetzt auch alle Versuche, diese Idee durchzuführen, gescheitert. „Es handelt sich hier nicht um ein Maß der Beschränkung; im Lauf der Geschichte kann Nichts bestehen, was nicht wahr ist; was aber wahr ist, das kann kein Mensch auf halten. Ein großes Verdienst hat die sozialistische Literatur dadurch, daß sie eine gewisse kritische Richtung hervorgebracht hat. Sie erklärt: In den Zuständen der freien Concurrenz werden die Schwachen unterdrückt! Dies veranlaßt uns(Herrn Knies und sein Collegium) zu prüfen, inwieweit dieser Aus- spruch begründet ist. „Eine größere Gruppe von Anhängern vereinigte sich unter der Fahne St. Simon'-; dieser verlangt hauptsächlich Aufhebung des Erbrechts.,. „Auch macht er Vorschläge über die Bildung der obersten Gewalt, welche allein das Gute angibt. Die Einen schlagen hierbei eine religiöse Autorität vor, die Anderen einen Aus- schuß. Saint Simon war für seine Sache begeistert und opferte ihr sein Vermögen. „Fourier ist der Verfasser über die Idee der Phalanstmen; seine Vorschläge sind reine Träumerei. „Louis Blanc macht Vorschläge über die Nationalwerkstätten. „Proudhon, ein persönlich sehr achtenswerther Mann, be- schäftigte sich hauptsächlich mit dem Creditwesen. Er verlangte und Versammlungsgesetzes gegangen werden. Wie man hött, hat der Minister des Innern, Graf Eulenburg, privatim sich dahin geäußert, daß er in seinem Ressort hierzu sofort die Vor- arbeiten werde beginnen lassen. Daß bei der ganzen Sachlage das neue Vereins- und Versammlungsgesetz in manchen Punkten noch viel weniger liberal als das gegenwärtig in Kraft befind- liche preußische Gesetz, ein Kind der Reaktionszeit, ausfallen wird, liegt wohl auf der Hand. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt noch in Be- zug auf die Rede Bennigsens:„Minister Graf Eulenburg wird sicherlich nichts verabsäumen, um den von dem Abgeordneten v. Bennigsen gemachten Vorwurf einer nicht ausreichenden Hand- habung der bestehenden Gesetze zu entkräften. Da zugleich mit diesem Vorwurf ein Wechsel auf die Zukunft ausgestellt wurde, hat die nationalliberale Partei ein Engagement vollzogen, dessen bindenden Verpflichtungen sie sich nicht mehr wird entziehen können, ohne sich vor dem Lande für vollkommen bankerott zu erklären."— Daß wir den Nationalliberalen zu keinerlei Dank wegen der Ablehnung des„Lehmannsgesetzes" verbunden sind, geht schon zur Genüge aus obigen Mittheilungen hervor. Die Redner dieser Partei, aber auch die Redner des Centrums haben die Regierungen geradezu zur Sozialistenhetze aufgestauchelt. — Am Sonnabend wurden die Reichstagsabgeordneten Auer und Liebknecht vor dem Berliner Stadtgericht in Sachen Lehmann'svernommen.undjedervonbeidenamSchlußdesVerhörs, in welchem es sich um die Feststellung gewisser vom„Vorwärts" bereits veröffentlichter Punkte handelte, mit Lehmann confcontirt. Derselbe verharrt dabei, einen Selbstmord-Versuch gemacht und gar nicht gewußt zu haben, daß der Kaiser vorbeifuhr. Allen Einreden jetzt er ein blödes Lächeln entgegen. Blos einmal während seiner— längeren— Unterredung mit Liebknecht*) g:u th er— und zwar ohne jeden vernünftigen Grund— in heftige Wuth, ein Umstand, welcher den Eindruck nur erhöhen kann, daß man es hier mit einem unzurechnungsfähigen Menschen zu thun hat, der eher in eine Anstalt für Geistesschwache, als in ein Ge- fängniß gehört. Der Körperzustand Lehmann's, der(wahrschein- lich ohne sein Verschulden) von sekundärer Syphilis seit Jahren durchseucht ist,— seine unvortheilhafte Schädelbildung— das Alles spricht für die Annahme der Unzurechnungsfähigkeit, und es wäre gut, wenn sich ein tüchtiger Irrenarzt gründlich mit der Frage beschäftigte. Lehmann wird nicht mehr gefesselt, sein Untersuchungsrichter, Stadtgerichtsrath Johl, behandelt ihn sehr freundlich und auch sonst scheint die Behandlung im Gefängniß human zu sein. — In welcher Weise man den deutschen Kaiser seitens seiner Umgebung gegen die Sozialdemokratie einzunehmen und ihm ihre Ziele als hirnverbrannte darzustellen versucht, darüber schreibt uns ein Freund unseres Blattes Folgendes: „Als ich vor einem Jahre vorübergehend in Berlin war, erzählte mir ein Bekannter, er habe vor wenig Tagen sich das kaiserliche Schloß im Innern zeigen lassen und sei bei dieser Gelegenheit auch in das Arbeitszimmer des Kaisers geführt worden. Zu seiner großen Ueberraschug habe er auf dem Ar-E beitstische des Kaisers ein ganz ordinäres, gegen die Sozial- demokratie gerichtetes Pamphlet aufgeschlagen liegen sehen, in dem die stärksten Stellen gegen die Sozialdemokratie mit Blau- stift angezeichnet gewesen seien." Wir glauben diese Mittheilung sehr gern und zweifeln nicht, daß man seitens des Hofes systematisch dem Kaiser die Sozial- demokratie in den schwärzesten Farben dargestellt hat, um ihn zu jeder Ausnahmemaßregel geneigt zu'machen. Das Leh- mann'sche Attentat lieferte allen Reaktionären im deutschen Reich den längst gewünschten Vorwand und der Kaiser, wie zu er- warten war, widerstand nicht. In seinem Werke:„Der Emanzipationskampf des vierten Standes", 2. Band, erschienen 1875, macht der conservative *) Die„Magdeburger Zeitung" g'ebt in einer Berliner Correspon- denz unrichtige Details über diese Confrontation, die in Gegenwart des Untersuchungsrichter Johl erfdlgte; u. A. hat Liebknecht nie von d-r„BercdsamkeU" Lehmann's gebrochen, und was das„persönlich bekannt" sein angeht, so war S. mit Lehmann höchstens in ähnlichem Grade bekannt, wie der Herr Hofpred'.ger Stöcker und lange nicht o, wie der Leipziger Nativnallibera lenführer Sparig. R. d.„V." eine Volksbank, die zinsenfreien Credit gewähren solle. Er ist der Urheber-es Wortes: Eigenthum ist Diebstahl. „Der Pseudonyme Schriftiteller Karl Mario schrieb ein Buch über Weltökonomie aber ohne Verbreitung. „Aus den sozialistischen Schriften ging eine Parteibildung hervor, die namentlich auch eine politische Partei geworden ist und auf gewaltsame Veränderung der jetzigen Verhältnisski sinnt. „Hierher gehört Becker, Marx, Lassalle. „Die Fragen, welche diese Schriftsteller behandeln, beziehen sich theils aus die Produktion, theils auf die Verbreitung der» Güter. Bei allen diesen sogenannten Sozialdemokraten herrscht nainentlich ein kosmopolitischer, atheistischer und nur auf die Ge- nußmittel gerichteter Zug vor.—--" Dies der zusammenhängende Gedankengang, dies in eontinao die Expektorationen des Herrn Professor Dr. Knies über die größte Frage des Jahrhunderts. Daß der Herr Professor die anderen Materien der Bolkswirthschaftslehre in ähnlicher Weist mißhandelt, können wir allerdings nicht behaupten. Nehmen wü zu seinen Gunsten an, daß die stete Anwesenheit Sr. königl- Hoheit des Erbgroßherzogs von Baden ihn bei der Darlegung der Lehren d°s Communismus und Sozialismus etwas besangt gemacht hat... � Wenn aber em solcher Mann, der vermöge seiner Stellung berufen wäre, seinen Einfluß auf die akademische Jugend Hebung von bestehenden Vorurtheilen zu verwerthen, ein soldp Zerrbild von den sozialistischen Bestrebungen gibt,— was Wo»' ders wenn eben diese Jugend vielfach falsche oder verschrobc� Ansichten in ihre zukünftige Laufbahn als Staatsanwälte 0»° Richter mit hinüber nimmt?-- —• Des„ProfessorBiedermann's"„Berichtigung" hab� wir in der vorigen Nummer des„Vorwärts" gebracht; hör? wir nun auch die Auslassung des„Redakteur Biedermann" der„Deutschen Allgemeinen Zeitung". Di ser Redakteur Biede» mann schreibt einmal ausnahmsweise und zwar Nachstehende-' „Der soeben erschienene„Vorwärts"(Nr. 60) versucht es, do Verhalten des„Redakteurs Biedermann" in der Attentatsache>»' gewissen Aeußerungen des„Professors Biedermann"(in seine. Geschichtscolleg) über die Ermordung des Herzogs von B-r und Kotzebue's in einen innern Widerstreit zu versetzen. Weg, unrichtiger Wiedergabe dieser Aeußerungen wird dem'Vorwarr eine Berichtigung auf Grund von Art. 11 des Reichs--p ip Rudolph Meyer folgende Aeußerung:„Die deutschen Fürsten muffen selbst den Sozialismus studiren, sie müssen Stein's „Geschichte der sozialen Bewegung in Frankreich", Rodbertus' „Soziale Briefe", Marx'„Kapital", Lassalle's„Bastiat- Schulze" lesen— dann, aber auch nur dann, wird in Deutsch- land das Königthum der sozialen Reform dem der sozialen Reaktion Platz machen." Wir wünschten, die deutschen Fürsten befolgten diesen Rath, obgleich wir weit entfernt find, die Schlußfolgerungen des Herrn Meyer zu theilen. Aber ein solches Studium würde wenigstens das Gute haben, daß sie die Bewegung richtig auffaßten und Ministern, die ihnen mit Ausnahmegesetzen kämen, wie die zu- letzt im Reichstag vorgeschlagenen, einfach den Stuhl vor die Thüre setzten. Derselbe Verfasser sagt an einer anderen Stelle des ange- zogenen Werks: "„So denken einige unserer Staatsmänner daran, die selbst- geschaffenen Organisationen des vierten Standes, seine Vereine, ihm zu nehmen und auch das Recht, was sie ihm doch selbst gaben, das Wahlrecht. Sie sind genau so klug wie die Höflinge von Marie Antoinette." Ganz einverstanden. Wir machen Staatsmännern und Li- beraten den Vorschlag, sich wieder auf die Hosen zu setzen und die Geschichte Frankreichs im vorigen Jahrhundert zu studiren, sie dürften recht lehrreiche Parallelen finden zwischen damals und heute und vielleicht daraus lenren, was sie nicht thun dürfen. — Der Londoner Gewerkschaftsrath(L-oucUm Trades' Council), in welchem sämmtliche Gewerkschaften Londons ver- treten sind, hat in seiner Sitzung vom 9. ds. Mts. folgenden Beschluß gefaßt: „Der Gewerkichaftsrath ernennt eine Deputation, welche zu- sammen mit Deputationen der übrigen Gewerkschaftskörpcr Eng- lands während der Dauer der Weltausstellung Paris besucht, zu dem Zweck, unter den Arbeitern Frankreichs und an- derer Länder die Grundsätze des Gcwerkschaftswesens zu verbreiten und freundschaftliche Beziehungen mit ihnen anzuknüpfen." Der Vorstand des Londoner Gewerkschaftsraths hat sich in einem Brief, den wir in nächster Nummer veröffentlichen wer- den, an einen der Redakteure des„Vorwärts" gewandt, mit der Bitte, nach Kräften dafür zu wirken, daß auch diedeutschen Ge- werkschaften, und zwar womöglich gegen Ende September,— an der Zeit werde man aber nicht festhalten, falls Einwendungen erhoben würden— Vertreter nach Paris schicken. Da selbst Herr Tessendorff bei den englischen Trades-Unions keine um- stürzlerischen Bestrebungen wittern kann, so dürfte sich hier die Gelegenheit zu einem internationalen Rendezvous bieten, das der Arbeitcrsache im Allgemeinen und der Gewerkschaftssache im Besonderen unzweifelhaft sehr förderlich wäre und zugleich keinen Anhalt für gesellschaftsretterische, Schnüffeleien und Ehikanerien böte. — Nach Telegrammen aus London und Paris hätte die russische Regierung in den sauren Apfel gebissen und zugestanden, daß der Vertrag von San Stefano ohne die Ge- nehmigung der europäischen Großmächte null und nichtig sei. Bestätigt sich diese Nachricht, so wäre damit gesagt, daß der Vertrag von San Stefano, dem England ja ausdrücklich seine Anerkennung versagt hat, ein zerrissenes Stück Papier ist und daß jetzt auf einem Congreß die„Lösung der orientalischen Frage" versucht werden soll. Ehe wir Schlußfolgerungen ziehen, wollen wir der Thatsachen gewiß sei», und das find wir heute noch nicht. Kommt der Congreß wirklich zu Stande, so kann er günstigsten Falles zu einer Vertagung des europäischen Krieges oder wenigstens der Auseinandersetzung zwischen Ruß- land und England führen, die früher oder später unvermeidlich ist, falls nicht das ganze, heute herrschende politische System vorher zusammenbricht. In Constantinopel, wo wieder eine ver- unglückte Palastrevolution statthatte, gährt es fortwährend und der Aufstand im Balkan und Rhodopegebirge nimmt Tag für Tag zu. Auch hat Oesterreich einen kühnen Griff gemacht und eine, früher den Türken gehörige, von ihr aber an die Russen abgetretene Donauinsel weggeschnappt.— Dies mit verschiedenem Anderm klingt nicht gerade sehr friedlich. — Parteigenosse Most wurde am 26. d. M. in Chem- uitz verhaftet. Most war nach Chemnitz gekommen, um seinen Wählern Bericht über seine Thätigkeit im Reichstage zu geben; die Polizei war aber dreist genug, dem Reichstagsabgeord- netcn diese erste aller Pflichten den Wählern gegenüber durch Verbot unmöglich zu machen, und erst als Most sich bereit er- klärte, ein anderes Thema:„Das Reichsgesundheitsamt und sein Programm" zu behandeln, war die Chemnitzer Polizeibehörde so„gnädig", dem Reichstagsabgeordneten für Chemnitz das Wort zu gestatten. Aber das„Auge des Gesetzes" wachte in Gestalt des Polizeiinspektors Carius. Most, der sich streng sachlich hielt, kam ganz nebenher durch folgende Worte auch auf das Lehmann'schc„Attentat" zu sprechen:„Die Gefahr bestehe aber immer noch, daß, wenn gelegentlich wieder ein Idiot als Atten- täter auftauche und vor Ausübung seines Streiches eine Reichs- gesundheitsamts-Denkschrist in die Tasche stecke, man diesen Jdio- ten den Vertretern des Reichsgesundheitsamts an die Rockschöße hängen werde." Diese ganz treffende Bemerkung fand zwar den lebhaftesten Beifall der Versammlung, nicht aber auch den des Polizeimannes Carius, der, weil Most über ein ihm verbotenes Thema gesprochen habe, die Versammlung auflöste. Der Vor- sitzende, Genosse Wiemer, theilte dies der Versammlung mit und ersuchte die Anwesenden, das Lokal zu verlassen. Most rief den der Tribüne zunächst Stehenden zu, er habe sein Re- ferat ohnedies nahezu beendet und somit Alles gesagt, was er sagen wollte, und sie möchten mit ihm einstimmen in ein Hoch auf die Sozialdemokratie. Em donnernder, tausendstimmiger Hochruf durchbrauste den Saal, gleichzeitig aber trat Herr Carius an Most heran und erklärte ihn für verhaftet..Also ein Hoch auf die Sozialdemokratie, ausgebracht von dem von den Sozial- demokraten in Chemnitz gewählten Volksvertreter im Reichstage, reicht hin, denselben hinter Schloß und Riegel zu bringen. Schwerlich hätte dieses bescheidene Maß von„Redefreiheit" durch das Ausnahmegesetz noch verringert werden können.— Und Most befindet sich noch immer in Hast. — Zur Agitation. Unser Parteiorgan, die„Rundschau, Organ für sozialistische Propaganda," in Hamburg, schreibt: „Wie wichtig es für die Entwicklung unserer Partei ist, das überall dort, wo sich Parteigenossen befinden, dieselben sich or- ganisiren und mit der Gesammtpartei in regelmäßiger Fühlung stehen, bedarf wohl keiner weiteren Ausführungen. In dieser Beziehung wird aber viel zu wenig Eifer entfaltet; es gibt größere Städte, in deren Umgebung eine ganze Reihe kleinerer Orte liegt, aus denen Adressen vorhanden find— es wird aber nicht dafür gesorgt, diese Orte der Gesammtbewegung zuzu- führen! Der Grund ist vielfach der, daß in diesen Orten das betreffende Lokal-Parteiblatt vertrieben wird, und man be- fürchtet, die Abonnenten durch Belastung mit ferneren Ausgaben theilweise zu verlieren. Dies ist aber eine durchaus falsche und kurzsichtige Anschauung, die schließlich zum Gegentheil führt. Wenn den Leuten kein größerer Gesichtekreis eröffnet, sie nicht mit den Bestrebungen der Gesammtheit bekannt gemacht und der- selben zugeführt werden, so verlieren sie nach und nach den Eifer, in ihrem engen Zirkel zu wirken; lernen sie aber die große Gesammtbewegung kennen, so wird ihr Vertrauen auf die Gerechtigkeit und Durchführbarkeit unserer Bestrebungen sich be- festigen und mit Ausdauer werden sie für dieselben eintreten. Dasselbe gilt für die Gewerkschaften; es gibt eine ganze Reihe Orte, wo sich Mitglieder solcher Gewerkschaften befinden, die mit der sozialistischen Sache sympathisiren, allein selten fällt es einem derselben, resp. den Agitatoren der Gewerkschaften ein, an diesen Orten die Bildung politischer Organisationen anzu> regen, trotzdem anzunehmen ist, daß bei den meisten Mitglie- dern die Ueberzeugung herrscht, mit der gewerkschaftlichen Orga- nisation allein den Arbeiterstand nicht auf die Höhe bringen zu können, wohin er gehört! Parteigenossen! Sorgt deshalb dafür, daß an allen Orten politische Organisationen geschaffen, sowie Verbindungen mit der Gesammtpartei hergestellt werden; und wenn auch nur wenige Genossen an jedem kleinen Orte sich be- theiligen— es wird seine Früchte tragen! Mittheilungen in dieser Sache sind an das Sekretariat des sozialistischen Central- Wahl-Comitös, C. Derossi in Hamburg, Holzdamm 42, zu richten." gesetzes zugehen; in dem Verfahren gegen seine Partei, die So- zialdemokratie, wird aber ebenso wenig etwas geändert werden, auch wenn er Horcher in die Collegien des Professors Biedermann schickt, als dies damals geschehen ist, wo letzterm mit der Veröffentlichung angeblich für ihn compromittirender Briefe gedroht ward, die dann freilich unterblieb, weil es solche Briese eben nicht gab."— Was den letzteren Passus angeht, so haben wir zu dessen Erklärung Folgendes zu bemerken: Ende 1670 oder Anfang 1871, kurz nachdem Liebknecht und Bebel auf die Anklage des Hoch- verraths hin verhaftet worden waren, veröffentlichte Herr Redakteur Biedermann in seiner„Deutschen Allgemeinen Zeitung" eine denunziatorische Notiz gegen die beiden Gefangeneu, durch welche Notiz Liebknecht's Frau, ein- Tochter des bekannten Vice-Präsi- deuten des Frankfurter Parlaments Reh, veranlaßt ward, in einer Zuschrift an Herrn Redakteur Biedermann, diesen daran zu erinnern, daß er vor dem 1366er Krieg an ihren Vat.r, seinen ehemaligen Freund, Parteigenossen und Mit Kaisermacher einen Brief gerichtet, in welchem er denselben aufforderte, im Großherzogthum Hessen für die preußische Annexions- Politik chattg zu sein; und daß sein Ansinnen von ihrem Vater, der inzwischen die rein dynastisch-reaktionäre Natur des Großpreußen- Unr„ �„preußischen Spitze" begriffen hatte, mit Eni- '< 3°Ig hoS- und landesverrätherisch zurückgewiesen ÄaÄ,?en«rief R-H's hat H-rr Biedermann aller �nhiiln-pn I?°ch noch in seinem Besitz— er möge ihn l�'ft desselben, sowie das Original des � Briefs an Biedcrmann's ehemaligen Col- legen Rch hat Schreiber dieses selbst gelesen, und kann die Existenz dieses Briefes, der auf einen gewissen Prozeß de� Herrn Professors und Redakteurs Biedermann ein gar son- derbares Licht werfen wurde, gerichtlich festgestellt werden. Die scharstinnige Bemerkung des Herrn Redakteurs Bieder- mann, daß wir m die Collegien des Herrn Professors Bieder- mann„Horcher H'�dW' läßt auf eine, bei diesem Herrn von uns nicht erwartete, Bescheidenheit schließen; er taxirt also seine rhetorische Anziehungsttaft so niedrig, daß er von seinen Zu- Hörern annimmt, sie„horchten nicht auf das was er ihnen vor- trage. Und daß unter den leipziger Studenten, speziell a. h unter den Zuhörern des Herrn Professors Biedermann Soz:>- listen sind, das weiß doch Professor Biedermann und wird r.n diesem doch dem Redakteur Biedermann gelegentlich mitgetheilt worden sein._ Correspondenzeno Aerkin, 28. Mai.„Saubere Quellen, saubere Re- daktionsarbeit." Das„Leipziger Tageblatt" erzählt in seiner letzten Dienstagsnummer, es habe hier im großen Busse'schen Bierlokale am Moritzplatze am letzten Sonnabend Vormittag unser Parteigenosse Motteler ungefähr um dieselbe Zeit eine Volksversammlung abgehalten, als die Glocken zur Kirche riefen. Am Sonnabend(so melden Berliner Blätter), als die Glocken zur Kirche �riefen, und so meldet es Rabbi Bodeck in Leipzig mit der Scheere nach, denn der Sonnabend ist der Sonntag des Rabbi, und es scheint ihm nicht aufzufallen, daß die Christen am Sonnabend selten Sonntag haben.— Daß der vertrauende Rabbi aber an eine Quelle gerathen ist, die an Verlogenheit und Sinnlosigkeit nichts zu wünschen übrig läßt, ist das Verhängniß blinden Eifers, dessen Gründe nicht näher bezeichnet zu werden brauchen. Und daß das dortige „Tageblatt" keine Zeit hat, seine Quellen zu controliren, liegt gewiß an den zahlreichen Bestellungen gegen die Sozialdemo- kratie, die jetzt nicht unlohnend sein dürften. Ungeheuer heiter klingt vor Allem der Bericht da, wo er statt sich mit Ernsterem zu befassen, von dem„kleinen, sehr geckenhaft gekleideten Mann" spricht, der„ein hübsch bunt ge- mustertes Hemd und goldene Schnallen auf den Schuhen trägt". Warum hat er denn den defekten Rocktnopf so ganz unbeachtet gelassen?— Ob der Bruder Berliner, der diesen „Bären servirte", beim helllichten Sonnenschein Schwarz für Gold gehalten hat, weil ihm im Geiste schon das auf seinen Bericht zu erhoffend?„eitle Gold" neben dem goldfunkelnden „Schoppen" vorschwebte!? Diese Frage lassen wir dahingestellt, aber zur Kennzeichnung der Quellen und Vorarbeiterschast des dortigen Tageblattes wollen wir nur noch erwähnen, daß der Berichtsabrikant direkt gefälscht, gelogen oder aber untere der Hitze geistig gelitten hat. Hier die Beweise, welche von Hunderten kontrolirt sind, die dem Redner zunächst gestanden haben, wie wir selbst:— Motteler— so behauptet der Bericht— soll gerufen haben: „Die Sozialdemokratie findet sich nicht wohl am murmeln- oen Bächlein, am sanft dahingleitenden Fluß; sie sieht viel lieber die tosende und brüllende Sturzwelle herankommen." Der Redner sagte aber ls er von den Gegnern unserer Partei und ihrem Verhalten so ach, wörtlich:„Der gegnerische An- stürm kommt gegen uns nicht wie ein murmelndes Bächlein oder ein glatt dahingleitender Strom, sondern wie eine sturmgepeitschte Sturzwelle, auf deren Höhe wir uns jetzt gleich dem kühnen und geübten Schwimmer zu halten und mit ihr fortzuschwimmen suchen werden."— Man sieht hieraus, wie die Fälschung im Berichte den Stempel der Denunziation an der Stirn trägt. Wahrscheinlich bestellte Arbeit, die glänzend bezahlt wurde!— Weiter soll Motteler gesagt haben:„Die Sozialdemokratie kann muthvoll hinunterblicken in die vor ihr geöffneten gähnen- den Abgründe und ihren Engeln vertrauen ec.-- diese werden darüber wachen, daß sie ihren Fuß an keinen Stein stößet" zc.:c. Motteler sagte wörtlich:„Mag die Gegnerschaft mit ihren Vorlagen und ihrer Agitation noch so verführerisch an uns herantreten, uns an den gähnenden Abgrund zu drängen suchen, mag die Gewalt uns ungeduldig zurufen:„Stürze dich hinab, ich werde meine Engel senden":c.—, die Soz'aldemokratie wird sich nicht abdrängen lassen von dem Boden der gesetzlich belassenen Rahmen, so schmal er auch noch ist; vergebens wird man uns die Waffe der rohen Gewalt in die Hand zu drücken suchen."-- Schon der Blödsinn— von„unseren Engeln", die der Berichterstatter citirt,— beweist, daß wir es hier mit wissentlich oder absichtlich schwerhörigen Reporterohren zu thun haben. Und endlich hat Motteler nicht erklärt, es sei im Ministerium des Innern eine Liste derjenigen sozialistischen Blätter angefer- tigt worden,„welche jetzt unterdrückt werden sollten", der Redner sagte vielmehr ausdrücklich, daß diese Liste— für den Fall, daß das Gesetz angenommen worden wäre— bereit gehalten worden sei. Dies zur Kennzeichnung der neuesten„Rezepte gegen die Sozial- demokratie" und der Quacksalber, denen wir ihr eigenes Schluß- wort getrost und berichtigt zurückgeben:„Wo rohe Kräfte sinnlos walten, da kann sich kein Gcbild gestalten."— Daß man sich aber bemüht, den Eindruck der hiesigen Sonntags- Versammlung bei Busse durch solche Berichte abzuschwächen, spricht noch beredter für ihren ausgezeichneten Verlauf und den Verdruß der Gegner darüber, als alles Weitere.-I- HZertin. Eine liebenswürdige Einladung erhielt nach einer Mittheilung der„Berliner Freien Presse" deren Mitarbeiter Eduard Bertz seitens der bekannten 7. Deputation nun zum zweiten Male in Gestalt folgenden Steckbrieses: Auf die An- klage der dieseitigen königlichen Staatsanwaltschaft vom 13. April 1873 ist durch Beschluß des unterzeichneten Gerichts vom heu- tigen Tage gegen den zuletzt in Potsdam bei seinem Stiefvater, dem Optikus Winkler, Brandenburger- und Nauener-Straßen-Ecke, jetzt angeblich zu Paris wohnhaften am 3. März 1853 zu Potsdam geb. Schriftsteller Eduard Bertz auf Grund 88 185, 196, 200, 47, 74 des Reichsstrafgesetzbuchs und 8 20 des Reichspreßgksetzes vom 7. März 1874 Wegen wiederholter Beleidigung mittelst der Presse die Untersuchung eingeleitet, weil er zu Berlin am 8. De- zember 1877 und am 31. Januar 1873 durch zwei selbständige Handlungen mittelst der Presse Mitglieder der bewaffneten Macht in Beziehung auf ihren Beruf beleidigt hat. Der Aufenthalt des ec. Bertz ist nicht ermittelt und wird derselbe daher hier- durch ausgefordert, in dem von uns auf den 20. Juli ds. I., Nachmittags 12�/« Uhr, anberaumten Termine zur mündlichen Verhandlung in unserm Dienstgebäude, Molkenmarkt Nr. 3, 1 Treppe hoch, Sitzungssaal I., persönlich zur festgesetzten Stunde zu erscheinen, auch die zu seiner Äertheidiguug dienenden Be- weismittel mit zur Stelle zu bringen oder solche so zeitig dem unterzeichneten Gericht anzuzeigen, daß sie noch zum Termine herbeigeschafft werden können. Im Falle seines Ausbleibens wird mit der Verhandlung und Entscheidung der Sache in contumaciam verfahren werden.— ZSandsbeck, 24. Mai. Hier wurde am Sonntage von un- gefähr 30 Brauerknechten der Marienthaler Brauerei(es handelte sich um den Streit wegen eines Mädchens) eine förm- liche Schlacht geliefert, so daß Militär erfordert werden mußte, und wurden 10 Knechte gebunden verhaftet. Es sind viele Verwundungen vorgekommen.— Ich würde Ihnen diese an und für sich gleichgiltige Thatsache nicht berichten, wenn nicht die Antisozialisten immer versuchten, die Sozialdemokratie als Förderin der Rohheit hinzustellen. Wandsbeck hat bei allen Reichstag�wahlen die überwiegende Stimmenzahl für die Sozial- demokraten abgegeben; in Wandsbeck selbst gehören sogenannte Rohheiten in den Arbeiterklassen zu den äußersten Seltenheiten. Die Marienthaler Brauerei aber mit einigen Gehöften bildet einen eigenen Wahlbezirk— und in diesem Wahlbezirk ist jedes- mal durchweg antisozealistisch gestimmt worden; nur sehr wenige Stimmen erhielt der sozialdemokratische Candidat. Die von ihrem antisozialisttschen„Brodherrn" hermetisch abgeschlossenen Brauer- gesellen haben natürlich auch antisozialistisch gestimmt— sie ge- hören also zu den Bekämpfern der Rohheit, welche die Sozial- demokratie erzeugt. Nette Kämpfer das!— Hier haben wir einmal eine greifbare Thatsache, daß unter den Gegnern des Sozialismus die Rohheitsblume wuchert; bei näherer Unter- suchung würden wir solcher Thatsachen noch viele auffinden können. Aus Mecktenburg, 12. Mai. Meine letzte Correspondenz im„Vorwärts" ist Einem arg zu Kopfe gesttegen,— nämlich dem„Mecklenb. Tagesblatt". Besonders das Wort„obscur" rief dessen ganze Wuth wach, die denn auch in einer Beilage dieses Blattes sich Luft machte(so viel ich mich darauf verstehe, haben an diesem Kunstwerk drei Mann gearbeitet.) Dem Schreiber dieses verursachte das Kleeblatt einen vergnügten Sonntagvor- mittag. Da mir die Bedeutung des Wortes„obscur" von dem „Mecklenb. Tagesblatt" erklärt wurde(ich hätte lieber„unbe- kanntcs" schreiben sollen), so muß ich den Herren wohl sagen, daß obscur nicht blos unbekannt, unbedeutend, sondern auch dunkel bedeutet. Das genannte Blatt sucht die Döberaner Säbelaffaire als unbedeutend hinzustellen,— mag sein, daß für liberale Redakteure einige Säbelhiebe über den Kopf nicht allzu- gefährlich wären. Ebenso findet das, was ich über die Arbeits- Verhältnisse in Mecklenburg geschrieben, keine Gnade vor den Augen des Blattes. Ich meine aber, daß dasselbe sich zu sehr gewagten Aeußerungen versteigt, wenn es gilt, gegen Eons er- vative zu Polemisiren, was ihm freilich meistens schlecht be- kommt. Was nun den Taufzwang betrifft, so sucht das edle Artikelschreiber-Kleeblatt sich mit einigen ebenso dummen als ge- meinen Verleumdungen über den Kernpunkt hinwegzusetzen. Nach dieser Lesart hätte der Arbeiter ein Mädchen erst in Schande gebracht und dann nothgedrungen geheirathet. Na, die drei Schreiber werden das genauer wissen, als die Betheiligten. Aber der Taufzwang kann nicht gut abgeleugnet werden; er wurde übrigens in echt frivoler Weise in'Scene gesetzt:„Lassen Sie doch das bischen Wasser über'n Kopf gießen", und:„es ist ja doch nur eine Cercmonie", dergleichen Redensarten sollten den Arbeiter beruhigen, und als das nicht half: Kündigung! Das ist doch liberal! Dem„Mecklenb. Tagesblatt" wünsche ich eine gute Verdauung dieser Zeilen; hoffentlich erfreut es den„Vor- wärts" wieder mit einer köstlichen Entgegnung, die freilich der Ehre einer Erwiderung nicht mehr theilhaftig werden dürfte. W....... l. Weimar, 27. Mai. In unserem Ländchen hat man nun auch begonnen, den Sozialiften„das Leben sauer zu machen". Zu Sonntag den 26. d. M. hatten wir nämlich eine Volk-vev» sammlung einberufen mit der Tagesordnung:„Das Berliner Attentat und die Sozialdemokratie." Referent war oder sollte sein Genosie Ufert aus Apolda, denn noch in letzter Stunde wurde die Versammlung verboten. Ein gleiches Verbot traf zwei andere Versammlungen, von denen die eine in Schöndorf, die andere in Tennstedt abgehalten werden sollte und in denen Ufert sich als Reickstagscandidat vorstellen und über das Pro- gramm der Sozialdemokratie sprechen wollte. Den Lokalbefitzern soll eine Geldstrafe von 150 Mark event. 6 Wochen Haft ange- droht worden sein, wenn sie ihre Lokale den Sozialisten zu Versammlungen hergeben würden. Wir werden beim Landtage Beschwerde führen, denn noch find wir nicht so weit, daß man uns ein gesetzliches Recht so mir nichts dir nichts nehmen könnte. Der allgemeine Gewerkschasts-Congretz kann nicht in Magdeburg stattfinden, da die dortige Polizei- behörde auf die erfolgte Anmeldung erklärte, eine Bescheinigung für de» 2. Pfingsttag sowie die darauf folgenden Tage nicht er- theilen zu können.— Der Congreß findet in Folge dessen in Hamburg 1. 50. —. 05. -. 70. 1. 50. -. 10. —. 10. 1. 60. 25. 2.—. statt, und erwarten wir, daß diese plötzliche Ortsveränderung in der Beschickung des Congresses keinerlei Störungen verursachen wird. Der Congreß wird am 2. Feiertag, Nachmittags 4 Uhr, be- ginnen; das Locol wird in der nächsten Nummer des„Pionier" bekannt gemacht werden. Die ankommenden Delegirten werden auf den Bahnhöfen von Comitsmitgliedern— an weißrothen Schleifen kenntlich— em- pfangen werden. Alle Delegirten mögen sich sofort zum Sammellocal, zur „Stadt Breslau", Schweinemarkt 18, begeben. Behufs Beschaffung von Quartieren wende man sich schleunigst an die Adresse des Unterzeichneten; auch ersuchen wir alle Dele- girten sich daselbst anzumelden. Mit brüderlichem Gruße Im Austrage der Hamburger Commission: C. Deisinge-r, Caffamacherreihe 35, Hof I, 3. Etage. XL. Wir ersuchen die Redaktionen sämmtlicher Partei- und Gewerkschaftsblätter um schleunige Aufnahme dieser Bekannt- machung. Nachstehende Schriften sind durch die Expedition des„Vorwärts" in Leipzig, sowie durch die Expedition der„Freien Presse" in Berlin, Kaiser-Franz-Grenadier-Platz 8, zu beziehen: Armen- und �eimathsgejehzebunz....... Mark Arbeitermarseillaise.............. Auerbach, Tagebuch aus Wien........... Ausschlüge über die badische Revolution von 1849.... Aus den Zluincn von Nimrut und Olymvia...... Auszug aus den gesetzt. Bestimmungen über die Landtagswahl � aumann, Berechnung über das Gewindeschu-iden.... B'bel, A., Unsere Zielt. 6. Auflage........ —— Bauernkrieg............ —— Rede über die Anträge betr. Abänderung der Gewerbe- ordnung...............—.10, -- Die Entwickelung Frankreichs vom jechszehnten bis gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts.... -- Die parlamentarische Tbätigkeit des demscheu Reichs- tagcs von 1874—76........... Kecker» B-, Der alte und der neue Jesuitismu» i.... -- Briefe deutscher Bettelpatrioten. 5 Lief...... -- Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution v. 1848 -- Mißbrauch der Nationalitätenlehre....... -- Ä. Fourier............... -- Geschichte der Arbeiter-Agitation F. Lassalle«. S Lief. -- Geschichte der revolutionären Pariser Commune 1789—94 Becker, I. PH, Wie und Wann? Ein ernstes Wort über die Fragen und Aufgaben der Zeit........ —— Le Precurseur. Organe d�mocratiqne social des associations des travaillenrs(1877)...... Bergmanns Zluch. Bericht über deu Delegirtentag fächfischer Berg- und Hüttenarbeiter zu Zwickau 1874.... Klos, W., Unsere Preßzufiän de.......... -- Blut und Äsen od. die Entstehung d. Krieges von 1866 -- Zur Geschichte der Eommune von Pari«..... -- Die Revolution zu Mainz 1792—1793..... Koruttau, Religion und Sozialismus........ -- Die religiöse Frage und das arbeitende Volk... Kracke, W., Der Laffalle'sche Borschlag........—.50. -- Nieder mit den Sozialdemokraten.......—,15. -- Verzweiflung im liberalen Lager.......—.15. Krunnemann, Skizzen u. Studien zur franzöfischeu Revolution«- Geschichte................ 1.—. Kürgerkrieg in Frankreich............—.15. Sivilehegesetz............... 1,—. Eulturbamps und Volksschule in Preußen.......—. 10' Kautel in der Föniengrube. Gedicht........—.50 Kedekind, Dr. Fr., Prozeß Siever« gegen Bogel v. Falkeusteiu 1.— Ktr arme Konrad. Jllustrirter Kalender für das arbeitende Volk, 1877. b-och. 20 Pf. gebd.......—.40 -- für 1878. broch. 20 Pf. geb.........—.40. Der Kraunschweiger Ausschaß der sozial-demokratischen Ar- beiterpartei in Lätzen und vor Gericht 1871.... 1. 25 Der Zlepudlikaner, Schweizer Bolkskalender für 1873...—. 40 Ute Mrlyrer der Commune...........—.30 Zlie parlamentarische ThätigKeit de» deutscheu Reichstage« von von 1371— 74.............—. 10 Die zgolksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen—. 10' Kiedgen, National- OekonomischeS. 2. Auflage.....—.15 -- Die bürgerlich, Gesellschaft........._ 10 -- Die Religion der Sozialdemokratie. 4. Auflage..—. 15. -- Da« Wesen der menschlichen Kopfarbeit..... 1." öo! Nisstdeutengesetz...............—.20 P-uai, Dr. A., Antwort an den Bekenner de« Theismus..—. 10.' —— Kindergarten u. Volksschule als sozialdemokr. Anstalten—.' 2ö'. Kulk, A., Nieder mit den Atheisten......... «rrarius, I. Kampf de« großen und kleinen Kapitals.. Sinkomrnensteuergesetz.............. Ingels, F., Zur Wohnungsfrage. 3 Hefte...... -- Der deutsche Bauernkrieg.......... --«oziake« au« Rußland........... -- Bakunisten an der Arbeit.......... -- Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft. I. Theil, Philosophie........... Erinnerung an Herwegp............—.10, Erinnerung an Börne.............—.20. Zranj, I., Herr Böhmert, Professor der Nationalökonomie und seine Fälschungen der Wissenschaft.....—. 80. j Ittt die sransöfischen Sriider..........—.15. «eib, v;., Gediivle..............—. 50: Seiser, Forderungen des Sozialismus an Gegenwart n. Zukunft—. 50. '-- Das deutsche Reich und seine Gesetzgebung....—. 60. leneraiabstimmungiliste des deutsch. Reich, mg« v. t867— 73. 2.—. -- Na � trag von 1873—76.........\ 1. 20. «enoffenschastsgeseh �Bundesgesetz).•......]* j, 40 —. 25. —. 30. -. 60. S. 75, 2. 25 1.-. -. 30. 3.—. 2.—. 2.—. 3. 50. —. 10. -. 10. —. 50. -. 40. -. 60. -. 40. 25. 25. —. 15 1.—. -. 30. —. 50. —. 15. —. 10. —. 50. «ewerbeordnung für da« deutsche Reich........ Eeflndeordnung................ besprach am Kachelofen............. «reulich, H., Der Staat vom sozialdemokratischen Standpunkte aus. Erne Auseinandersetzung mit de» Anarchisten. Hasenrlever, Wilh., Liebe, Leben, Kampf(Gedichte).... -- Erlebtes(Skizzen und Novellen)....... Hepner, Ad., Meine 3>/zjährige Leipziger Polizeicampagne.. Herr v. Treitschke der Sozialistentödter und die Sudzielt de» Liberalismus.............. Mmanu, Die internat. Arbeiter- Assoziation 1364—71, ihre Geschichte, Programm und Tbätigkeit...... -- Praktische EmanzivatiouSwinke........ -- Die Organisation der Massen........ Hilsskassengeseh. 3 Hefte, ä 0,15 M......... Hirsch, die Parteikresse, ihre Bedeutung und Orzauisattou Zarodi, L,, ES werde Licht(Poesien)......... -- Die Idee der Entwickelung. 2 Bde. ä..... Zaroby, Joh., Da« Ziel der Arbeiterbewegung..... Kegel, M., Freie Lieder(Gedichte)......... Knappschastskassenwesen vor dem deutschen Reichstag... Komplot gegen die Intern. Arb.- Assoziation. Au« dem Französischen übersetzt von Kok»« ky...... König, Schwarze Kabinette............ König Mammon und die Freiheit Ein neues Bilderbuch Krasser, Dr. F., Anti-Svllabu«(Gedicht)....... —— Cetenim censeo(Gedicht)......... Kunst und Äozittltsmur............. fange, Arbeiterfrage.............. fassalle, F., Arbeiterfrage............ -- Ueber Bersassungswesen, Macht u. Recht, Was nun?. -- An die Arbeiter Berlins.......... -- Arbeiterlesebuch............. -- Offenes Antwortschreiben.......... -- Arbeiterprogramm............ -- Die Wissenschaft und die Arbeiter....... --- Eciminalprozeß, ni. Instanz......... -- Die Feste, die Presse ic........... —— Bastiat Schulze............. --- Indirekte Steuern............ -- Düsseldorfer Assissenrede.......... -- Fichte'» Philosophie........... -- Fichte's politisches Vermächtniß........ -- Julian Schmidt............. -- Gotth, Ephraim Lessing.......... feben und Sijaten de« Generai« Jarosla« DombrowSki.. Lehn, Juristisches Taschenlexikon.......... feipziger Hochverralhsproieß............ fiedknecht, W., Zu Trutz und Schutz........ -- Ueber die politische Stellung der Sozialdemokratie.. -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen. 2. Aufl... -- Reichstagsrede 1874........... -- Zur Grund-. nd Boden frage 2. Aufl....... —— Zur orientalischen Frage oder soll Europa kosackisch werden -- Die Orientdebatte im deutschen Reichstage.... -- Das Briefgeheimniß vor dem deutschen Reichstag.. fllbeck, C., die Vaterlandslosen(Novelle)....... Lommel, Jesu« von Nazareth.......... — Johannes Huß............. fissagaray, Geschichte der Commune von 1871..... Man, Der Cölner Eommunisten- Prozeß. 2. Aufl..... -- Da« Kapital. 2. Aufl........... -- Der XVI II. Brumaire de« Loui« Bonaparte.... -- und Engels, Kommunistische« Manifest..... Mignti, Geschichte der franz. Revoluttou von 1789 bis 1814, deutsche Uebersetzung gebd........ Minister«Ulenburg und die deutsche Sozialdemokratie... Most, Liederbuch, gbd. 40 Pf., broch......... --»iie Pariser Commune vor den Berliner Gerichten., -- Sammlung von Reich«- Gesetzen: 1. Heft: Gewerbeordnung.......... 2. Heft: Freizügigkeit«-, Impf-, Lohubeschlagnahme- und Haftpflicht- Gesetz........ -- Kapital und Zlrbett............ —— Bastille am Plötzensee.......... -- Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie..... -- Die Lösung der sozialen Frage........ -- Die sozialen Bewegungen im alten Rom und der Cä- sarismus............... Moralt, F. A., Ärbeiierkranlheiten. 1. Schädliche Gase. 2. Schädliche Dämpfe, al« KraiikbeitSquelleu.... Vldntburg, Was wollen die Sozialdemokraten?..... iVtto-Walster, A., Allerband Proletarier. Line Hausgeschichte. -- Rienzi. Drama in 5 Aufzügen........ -- Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman...... -- Eine mittelalterliche Internationale. Histor. Novelle. — Kranke Herzen............. -- Braunschweiger Tage........... -- Schutz in den Gewerkschaften......... -- Ein verunglückter Agitator(Lustspiel)...... Khotographim: Feuerbach, Heß, Herwegh, Johann Jacoby, Lassalle, Lange, Jorck, Blanqui, Erömieux, DeleScluze, Dombrowski, Ferrö, Flouren«, Marat, Mtlliöre, Owen Raoul-Rigault, Rossel ic.; in Bifitenlartenformat ü. — Gruppenbilder(Tableaux) der sog. Wiener, Braun- schweizer, Leipziger und Pester Hochverräther, von der Sourbet'schen Büste der„Didertö"(Freiheit) 4... Photographien: in Kabinetformat.......... -- in Groß-Folio.............. -- Triumph of Order, darstellend die Erschießung von Eommunisten durch die Versailler Truppen(Mai 1871) im Kirchhofe Pöre la Chai'e zu Paris 28 Cim. breit 20 Ctm. hoch pr. Sick... 20-» 14»' 0.. Pollitzer. Die Behandlung der politischen Gefangenen in Bayern............... Pfau, L., Da» Preußische Regiment vor Gericht..... Preußischer Schnaps im deutschen Reichstage...... Preßgesetz vom 7. Mai 1874.......... Protokoll de« Stuttgarter Congresse? 1870...... -- de« Dresdener Congresse» 1371........ -- de« Coburger Congresses 1874........ —— des Gothaer Congresses 1875........ -- de« Goihaer Congresse« 1876..-...... -- Holzarbeitercongreß zu Nürnberg 1373..... Protokoll, de« Schweizer Arbeiter-Congressee zu Olteu.. -- de« Schweizer Arbeiterbuude« zu Wiuterthur.... —— de« 3. Congresse« de« Schweizer'scheu Arbeiter-BuudeS. Prowe, lohn OBawatomie Brown, der Neger Hetlaud,.. Kathgeder für«ewerbirelbende.,,...... Zlevidirte fandzemeindeordnuug für Sachsrit...... „ Alildteordnung............. Kittinghaufeu, Sozial-demokransche Abhaudlungev, 5 Hefte. Pohleder, die Pariser Commune vor oer Deputirteulammer w Versailles............... »löckel, Sachsens Erhebung und das Zuchthaus zu Waldheim. Koller, der bekehrte Nagelschmied......... Stadt, Ed., Unsere Schulen im Dienste gegen die Freiheit.. ---- Gegen die Prügelpädagogen.-...... »chäffle, Dr. A, Quintessenz de» SozialiSmu»..... Schlesinger, M., Eine Reise nach Utopien.••; �•• Scholl, Carl, die freien religiösen Gemeinden und die Sozial- demokratie............... -- Der Massenaustritt an« der Kirche....... Schramm, Grundzüge der Nationalökonomie, 1.«bth... -- Ein Wort zur Verständigung der sozialen Frage..- 1. 1. 1. 50. 50 50. 25. 40. 20. 60. 20. -. 15. - 10. -. 20. -. 45. -. 10. —. 50. 1.—. —. 20. -. 50. -. 12. Schuhe,«., Der große Krach, ein Märchen für große und kleine Kinder........... geb. broch. -. 50. —. 40. -. 20. -. 35. -. 25. 2. 50. -. 10. 1.-. 75. 20 05. 05. 15, 15. 35, 10. 30. 08. 10. 15. 30, 16 50 40 30 25 25. �-rn»-S°iowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten Hosiatistische Nheaterüücke. Nr. 1■'rin Swlt.igel........ (Zur Ausführung gehören 4 Expl. sür die Rollen und 1 Expl. für den Soufleur. Preis complet M. I.öv) Nr. 2: Pr ßv'ozeste........ (Zur Aufführung gehören ö Expl. sür die Rollen und 1 Expl. sür den Soufleur. Preis complet M. 1.40.) Nr. 3: Ein Pdfer............—.40. (Zur Ausführung gehören IS Expl. sür die Rollen und 1 Expl. sür den Soufleur. Preis complet M. S.) Specht, Populäre Euiwicklaugi�isülpie»e« Weltalls... Statute»-er Internationalen Ärdener- Assoziation.... Strafgesetzbuch für da»-mische Reich........ I broch I eleg. gbd. broch. eleg. gbd. Teisendorf und die deutsche Sozialdemokratie...... Theokratisches Kirchenlhmn und autokratischeZustis. Ein Gones- lästerungsprozeß vor dem Schwurgericht zu Eßlingen Tchernischewskls, fi. tyie faire? Roman...... —— L'öconomie politique........... Kahlteich, Der Deklamator. Heft 1, 2, 3, 4 ä..... Vereins- und Versammlungsgesetz sür Sachsen..... Mersassung de» deutschen Reiches..........—. 75. Kogel, Äpotbeken-Monopol............—.60. -- Verfälschung der Lebensmittel........—.60, Strodtmann, Die Arbeiterdichtung in Frankreich -- Brutu» I schläfst Du?....... 60. 50. 60, 50. 40. -. 75. 3 1 50. —. 15. —. 10. Kolksstaat- Kalender für 1874 für 1875 Polksstaat-Kremdwörterbuch broch. gebd. 20. 20. 50. -. 65. 1.—. 20. 75. S. 1. -. 20 —. 10. -. 20 10. —. 75. —. 30. —. 30. 4. -. 76. 40. -. 30. 4.—. -. 25. 60. 20 1. 80. —, 30. — 30. —. 60 -. 25 —. 15 -.'50, — 66 -. 50 40 1.—. —. 10 — 80 —. 40, -. 30 3. —. 75. Uolksschulgesetz für Sachsen....... jlollmar, G., Waldverwüstung und Ueberschwemmung...—. 15. Wahre Lestalt des Ehristenthums..........—.50. Wander. K., Drei Jahre aus meinem Leben oder: Mein Prozeß wegen Erregung von Mißvergnügen und Un- zufr-edenheit zc.............. 1. 50. Wohnungsfrage. Ein soziale Skizze.........—.10. Wuttke, öie deutschen Zeitschristen......... 2.—. Horck, Die nidustrielle Arbeiterfrage.........—.10. Zimmermann, Psaffevpeitsche. 1. Bd......... 1. 60. Zeitgeist, Eine Studie.............— 25. ! Zukunftsmedisiu oder Anleitung sich selbst der beste Arzt zu sein, d. h. Krankheiten zu verhüten.(Vollständig in 12 Heften.) Heft 1—10 ä.........—.75. x Briefkasten der Redaktion: Abonnent A. Z. in Straßburg: Artikel einge- troffen. Weiteres erwünscht, besonders Correspondenzen.— W. in Darmstadt: Das betreffende Regimentskommando würde unzweifelhaft klagen. O. M. in Rüdersdorf: Die Arbeitgeber können von der Ortsbehörde verpflichtet werden, die Steuer in Abzug zu bringen. Ter Inda ide kann sich nur auf dem Wege der Reklamation Steuerermäßi- gung oder gänzliche Steuerfteiheit erwirken. Zur Zahlung von direkten Pfarr- und Kirchenbaukosten können Sie als Dissident nicht angehalten werden.— Wer in der Lage ist über die folgende Frage, die ein Herr R. R. in Straßburg an uns richtete, Auskunft geben zu können, den ersuchen wir darum:„Sind an den sogenannten Schleppdampfern, wie sie z.B. von Außig nach Magdeburg auf der Elbe gehen, die Treibräder unter dem Wasser angebracht oder ziehe» sie sich durch eine Einrichtung an der Kette fort; so viel ich gesehen habe ist hinten ein Rad angebracht." — A. U. in Gera: Sagen Sie den betreffenden Parteigenossen, sie möchten die letzten 20 oder 30 Nummern des„Vorwärts" durchblättern. Dieselben werden dort genügendes Material gesammelt finden, welches über den Charatter der belgischen Regierung irgend welche Zweifel absolut nicht auskommen läßt. Um es aber dennoch kurz zu sagen: die belgische Regierung ist ebensowen g und ebensosehr„l-beral", wie jede andere Regierung, d. h. sie wendet die Gesetze mit derselben Schstrse wie jede andere Regierung gegen alle Diejenigen an, welche Forderun- gen em Staat und Gesellschaft stellen, die über das von der Bourgeoisie gewährte und m t deren Interessen verträgliche Maß von„Freiheit" hinausgehen. Mit eiaem Won: Die belgische Regierung ist eine Bour- geoisregirrung vom reinsten Wasser, und das, dächtaN wir, sagt genug. Quittung. G. Lnk Pieschen Ab. 37,00. Rschl hier Ab. 9,45. Wrnr Stuttgart Ab. 65,00. Sdl Teuchern Schr 6,60. Grm Hannover Schr. 4,00. Nvk Luze Abon. 4,95. Angrmnn hier Abon. 1,20. Mrx Saarbrücken An. 1,80. Brgr Seeßen Ab. 8,90. Schn Göppingen Schr. 27,00. Lgs Hannover An. 0,60, Schr. 1.50. Schtz Großenhain Ab. 40,03. Mtz Möckmüh! Ab. 0,54._______ Fonds für die Gemaßregelten. Von Wilhelm in Ilbesheim b. Kirchheimbolanden 1,10. 8.- — C�infmtvr~,«orvmaqer-Bund. öo'■yUUUUliy. Am«onnabend, den 1. Juni, Abends 8-/, Uhr sg! im Salon zum Roland: <*- Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Lusttour. 2. Die Fahne. 3. Der Gewerk- � schaftscongreß. Der Borstand. l70 2f(Sentit Sozialdemokratischer Wahlverein. eyviHUVvvi. Sonnabend, den 1. Jnni, Abends S'/i Uhr, 26 im Bereinslokal, Mittelstraße Nr. 11: Geschlossene Versammlung. Abrechnung und Verschiedenes.(F. 167) Der Vorstand. �_ 2 tiidiiiüt ii-rdm-lhrrskhiilfrn ÄÄVw.ÄX 2 kq' Beschäftigung bei(26) H. Marx ift Saarbrücken.[90 20 30. Ol. 25 15. 20. 30. 30. 80 20. 25 50. 30 50." 90. 40. 90. 1. 05. 60. 80. 20. 10. 25. 15. 25. 20. Stemnussknopffabrikation. Ein durchaus tüchtiger und erfahrener Färber für Steinnußknöpfe wird zu sofortigem Eintritt bei hohem Salair für eine deutsche Knopffabrik in Paris gesucht. Offerten mit Angabe bisheriger Thätigkeit sind an A. W. Paris 42 Rue aux Ours zu adressiren. Reisegeld wird im Voraus geschickt.(3b)[3,30 Prachtvoll und solid gearbeitete Einbanddecken lGoldprcssuna) für die Neue Welt" �a 1876 u. 77 sind in Schwarz a Stück M. 1,20, in Roth M. 1,50 gegen baar oder Nachnahme durch die Buchbinderei von H. Jansen, Leipzig, Universitätöstraße 16 zu beziehen. Colporleure und Filialexpeditionen erhalten bei Particbezug entsprechenden Rabatt. Porto zn Lasten der Empfänger. NB. Von der ingcr. g. Bestellungen hierauf werden entgegengenommen und essektuirt ier Expedition der„Nenen Welt", Leipzig, Färberstr. 12. Verantwortlicher Redakteur: Julius Künzel in Leipzig. Redaktion und Expedinon Färberftraße 12. II in Leipzig. Druck und Verlag oer GencssenschastSbuchdruckerei in Le pzig-