CrTdjr.ni tit L-U-Zig Mittwoch, Freitag, Tonntag. AdoanemcntSvreiS „ Teu�chlard 1 M, S« N. N- Quartal. Cionoii- illcantmrntS .-»erden ici allen dcurjchen Poftaustaltw '»t den 2. und 3. Monat, und aus den d Mona: besonder? angenommen: im «Sniar. Sachsen und Herzog, h. Sachsen« L',-'durg auch au: den t:en Monat i-e« Luariald Ä 54 Psg. Jnieretr ■*ra. Vers ammlungen pr.LeiitzeiletvPs., dein che-oceangelegeraeiien und Feste rro chrnizeilo HU II. kkstellmigc» nehmen an alle Postanstalten und Buch» Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Rem-Bork: Soz.-dcmokr. Genossen- schastsbuchdruiierei, 154 Iltchrichx« Str. Philadelphia: P. Haß,«so«ortd 3-a Street. I. Boll, 112S Ldarlotte Str. hvbolen N.J.: F.«. Sorge. S15 Washington Str. Chicago: A. Lansermaun, 74 ClyhourneaT« Ean FranziSco: F.Cntz, 41«0'Farr«USti London W.: C. Hcnze, 8 Golden Sqnare» Gentral Grgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Mittwoch, 24. Juli. 1878. Parteigenossen? Laßt Euch nicht provo- ziren! Man will schießen. Die Reaktton braucht Krawalle, um das Spiel zu gewinnen. Zwei alte deutsche Sprüchlein. „Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein" — die Fortschrittlcr und Liberalen jammern darüber, daß man sie jetzt vielfach der intellektuellen Urheberschaft der beiden Atten- täte auf den deutschen Kaiser beschuldige; ihre Lehren, ihr Ein- fluß auf das deutsche Volk habe demoralisirend gewirkt, sie hätten den Atheismus großgesäugt, der bei den„Gebildeten" zwar nicht so schädlich wirke, im Volke aber großes Unheil anrichte. So und ähnlich lauten die Anklagen gegen den Liberalismus. Die Bismarck'sche Partei aber geht noch weiter: fie erklärt, daß die Schule des Verderbens, der Sozialismus, geschlossen werden müsse, dies gelte aber nicht minder der Vorschule, dem Liberalismus. Es könne keinem vernünftigen Conservativen ein- fallen, die Sozialdemokratie, die Todfeindin des Liberalismus, zu vernichten, lediglich um letzteren von dieser Feindin zu be- freien. Das wäre eine totale Dummheit, und wenn der Eon- servatismus auch in den letzten Jahren sehr viele Dummheiten zum Vortheile des Liberalismus begangen habe, diesen Selbst- mord dürfe er nicht begehen. Entweder werde Schule und Vorschnle geschloffen, oder keine von beiden; entweder werde der Liberalismus mit der Sozialdemokratie vernichtet, oder aber die Sozialdemokratie könne auch noch leben, da der Conservatismus sonst dem übermächtigen Liberalismus gegenüber ganz ohnmächtig dastehen würde. Aus obigen Gründen wird auch ein solcher Gesetzentwurf vorbereitet, der allerdings scheinbar lediglich gegen die Sozial- demokratie gerichtet ist, der aber so elastisch ist, um auch dem Liberalismus daraus einen Strick zu drehen. So ist die Sachlage, Ihr Herren Liberalen! Und nun höre man das erbärmliche Gejammer dieser Helden. So schreibt die Berliner„Volkszeitung": „Es wird uns von glaubwürdiger Seite die Mittheilung gemacht, daß Beamte der königlichen Bahnen und Agitatoren anter den dort beschäftigten Arbeitern agitiren, um fie zu ver- pflichten, für den Minister Falk ihre Stimme bei der Wahl abzugeben. Viele der Arbeiter find der Meinung, nach der Art, wie diese Agitation betrieben wird, daß sie ihr Brod verlieren, wenn sie der ihnen ertheilten Anweisung nicht Folge geben. Zur Verstärkung der Mrkung wird dem Betreffenden noch in Ausficht gestellt, daß der Herr Minister für die Bahn- arbeiter besondere Vergünstigungen durchsetzen werde." Das ist allerdings stark. Aber unterscheidet sich diese Wahl- agitation um ein Haar nur von derjenigen, welche liberale Fabrikanten gegenüber den sozialdemokratischen Arbeitern sich erlauben? Hier die Hungerpeitsche für die liberalen Arbeiter, dort die Hungerpeitscht für die sozialdemokratischen— die erstere Hunger- peitsche wird indirekt durch die conservativen Organe, die letztere sogar direkt durch die liberalen Organe empfohlen. In den liberalen Zeitungen finden wir auch noch folgenden Iammerschrei: „Nach den uns zukommenden Nachrichten werden insbesondere in Ostpreußen Wahlbeeinflussungen in der dreistesten Weise von Landrätheu, Kreissekretären, AmtSvorstehern. Ortsbehörden, Gensdarmen und Geistlichen versucht. Lockungen und Drohungen werden nicht gespart, um zur Unterzeichnung von Wahlauftufen zu bestimmen. Wir ersuchen dringend, von allen diesen Vor- kommuissen sorgfältig unter Angabe von Zeit, Ort und Personen Notiz zu nehmen und emem Mitgliede des freifinnigen Wahl- comiles des Kreises oder der Redaktion dieses Blatts zugehen zu lassen um die Wahl mit Erfolg anfechten und eine gerichtliche Untersuchung durch den Reichstag veranstalten zu können!" Alles sehr schön. Aber erinner» fich die Fortschrittler und Liberalen nicht, daß fie bei den vorigen Wahlen allüberall da, wo ein Sozialdemokrat ihnen gegenüberstand und ein Conser- vativer nicht aufgestellt war, die Unterstützung der Landräthe, der Bürgermeister und Polizeidiener in demselben Maße in An- spruch genommen haben(wir erinnern nur an Altona)?! „Lockungen und Drohungen", damit liberal gewählt werde, wurden nicht gespart. Damals kein Wort der sittlichen Ent- rüstung. jetzt, wo es den edlen Herren selbst an den Kragen geht, dies große Lamento. Und wir werden sehen, daß auch bei den bevorstehenden Wahleu dort, wo nur zwischen Liberalismus und Sozialdemo- kratie entschieden wird, die Polizeilichen Maßnahmen lediglich zu Gunsten des Liberalismus getroffen werden. In Berlin ist dies thatsächlich jetzt schon der Fall— die Fortschrittler können unbehelligt ihre Agitation betreiben, die Sozialdemokraten werden durch die Polizei daran gehindert. Aber kein Wort des Tadels hört man darüber in den liberalen und fortschrittlichen Blättern — jedoch in Ostpreußen, wo diese Herrn selbst getroffen werden —„Ja, Bauer, das ist ganz etwas Anderes- Doch weiter. Aus dem Kreise Lyck wird den liberalen Blät- tern geschrieben: „Hier im Kreise wird unter den Landleuten verbreitet, der bisherige fortschrittliche Abgeordnete Gutsbesitzer Hillmann gehöre zu den Personen, welche das Attentat auf den Kaiser verübt und solches zu wiederholen beabsichtigen. «comte sogen der Verbreitung dieser wahnsinnigen Er- Zahlung auf dem Lande nicht fern stehen; jedenfalls zeigt dieser Vorgang, bis � welchem Grade die Maschinerie der offiziösen Wohlbeeinfluffung auf dem Lani. die Köpfe zu erhitzen und zu verwirren im Stande ist." Weshalb ist dies eine„wahnfinnige Erzählung"? ftagen wir die liberalen Blätter. Die Erzählung ist um kein Haar wahn- finniger, als diejenige der fortschrittlichen und liberalen Zei- tungen, welche die Sozialdemokratte der beiden fluchwürdigen Attentate beschuldigt haben. Was die Liberalen in jener Zeit, als das deutsche Volk am„Wundfieber" schwer erkrankt darnieder lag, an uns gesündigt haben, das wird ihnen jetzt von den Eon- servattven mit doppelter Münze heimgezahlt. Mögen sie fich deshalb außer dem Sprichworte, welches an der Spitze dieses Arttkels steht, auch noch das zweite merken: „Was du nicht willst das man dir thu, Das füg' auch keinem Andern zu." Deutschland und der Sozialismus von Ludwig Bamberger. Bon H. M. lFortsetzung.) Pag. 9 sagt Herr Bamberger:„Sie tanzen nicht auf dem Vulkan, sondern sie tragen das Holz herbei zu dem Scheiter- Haufen, auf dem sie selbst verbrannt werden sollen; und der Ruf: Sancta simplicitas! ertönt nicht mitleidig, wie einst aus dem Munde des Opfers, sondern höhnisch aus dem Munde des Henkers." Und weiter:„Bald ist es die alte, ein wenig ver- drängte, aristokratische Macht, welche, an den eigenen Waffen verzweifelnd, sich dem Zeitvertreib ergiebt, dem Geschlecht der Neuerer das nachdrängende Volk des vierten und fünften Standes an die Fersen zu hetzen, bald ist es der Romantiker, welcher sich bereden läßt, daß in dem Zukunstsstaate„„der planmäßigen Produktton"" mit vertheilten Rollen die gepriesene Zeit der frommen Zünfte wiederkehren werde, bald ist es der Akademiker, welchen es kitzelt, über die abseits von ihm fich hinwälzende Jagd nach Gewinn die Zuchtruthe zu schwingen, ein andermal wiederum ist es ein Menschenfreund, dem die säuberlich ausge- malten Pläne zur Weltbeglückung lieblich winken, so geht es fort und fort bis zu dem bescheidenen, harmosen Bürger, der hinter seinem Bierglase in der Volksversammlung,"renn der zum Unfug- stiften angelernte böse Bube im Namen der Sozialdemokratte vas Wort verlangt, ihn biedermännisch unterstützt,„„weil doch auch die Minderheit gehört werden müffe"". Auf die boshafte Gegenüberstellung von Henker und Opfer, die doch nur darauf berechnet sein kann, Haß gegen unsere Partei zu erregen, ist hier nicht der Ort näher einzugehen, das sollte Sache deS Staatsanwalts sein, und Sie, Herr Bamberger, müßten bestrast werden wegen öffentlichen Aufteizens zum Klassenhasse! Das alte Thema von dem Bündniffe der„Rothen" mit all' den Reaktionären, das nun auch von Ihnen, Herr Bamberger, getreulich abgeleiert wird, hätten Sie doch, um es genießbar zu machen, mit einigen näheren Angaben würzen sollen; aber das ist wieder die alte Geschichte in Ihrer Schrift, überall subjekttve Behauptungen, die Gott weiß wie sich bei Ihnen gebildet haben und die Sie nun Ihren Lesern als absolute Wahrheiten vorzuführen sich bemühen. Denken Sie, welche Wirkung würden Sie aus- geübt haben, wenn Sie durch einige, wenn auch nur ganz wenige präzise Daten solche Bündnisse der Sozialisten und Reattionäre in's Licht gestellt hätten! Da gäbe es doch bestimmte Anhalts- punkte für den Philister, der Ihnen nachbetet, und Ihre An- Hänger hätten wichtige Stützpunkte für ihre Propaganda, die ihnen jedoch so wie so von den Sozialisten so erschwert wird. Sie selbst aber, Herr Bamberger, wissen, in welchem Ber- Hältnisse die Sozialdemokratie mit allen übrigen Parteien steht, Sie wissen, daß wir stets auf uns ganz allein angewiesen sind (ein anderes Berhältniß übrigens auch gar nicht wollen), Sie wissen, daß noch bei den letzten Reichstagswahlen alle Parteien gegen die Sozialisten Front machten, und dies ganz besonders bei den stattgehabten Stichwahlen; Sie, Herr Bamberger, als langjähriger Parlamentarier, wissen auch, welche Stellung alle Parteien bei von uns eingebrachten Gesetzvorschlägen nehmen, das alles müssen Sie wissen und Sie wissen es, und doch unter- halten Sie Ihre Leser von solchen Bündnissen. Entweder— oder, Herr Bamberger. Entweder Sie haben gegen Ihr besseres Wissen gesprochen, verleumdet, oder heraus mit den Beweisen, auf die Sie Ihre Angabe stützen. Bringen Sie Ihre Beweise nicht vor, dann müssen Sie fich schon den Vorwurf, wissentlich verleumdet zu haben, gefallen lassen. Den„zum Unfugstiften angelernten bösen Buben" schenken wir Ihnen. Auf solche Buben-Bemerkungen blickt eine große politische Partei mit stolzer Indifferenz herab. Auf pag. 12 fährt Herr Bamberger fort: „In den nämlichen Fehler— alle Krankheiten auf eine und dieselbe Weise heilen zu wollen— verfällt, wer uns einreden will, das deutsche Bürgerthum sei dermalen an derjenigen Stelle seiner Entwicklung angekommen, wo ihm— gleich der vor- nehmen Gesellschaft des achtzehnten Jahrhunderts— nicht? mehr zu thun übrig bleibe, als mit guter Manier fich selbst aus der Welt zu befördern, Gerade das Gegentheil ist die Wahrheit. Denn richtig wäre es zu sagen: soll die moderne Staatsform, welche allen unseren politischen Bestrebungen seit einem halben Jahrhundert als Ziel vor Augen stand, zur Wirklichkeit werden, so muß das deutsche Bürgerthum erst in die Stelle einrücken, in die es noch nicht eingerückt ist. Noch lange nicht ist die Masse in Fluß, welche die Form des parlamentarischen Staates aus- zufüllen hat, soll diese Form nicht leer von Inhalt bleiben. Wohin wir sehen, gewahren wir zurückgebliebene Entwickelung. Dieses Bürgerthum, das die Schnellläufer der Dialettik schon wieder zum Untergang nach erfülltem Berufe verurtheilen, es ist noch gar nicht einmal recht da. Es soll erst noch werden!...." Hierauf könnte Herr Bamberger in der sozialisttschen Literatur so viele als Antwort passende Stellen finden, daß wir es uns billig ersparen könnten, auf eine nähere Diskussion über diesen Punkt einzugehen. Doch sei Engels'„Deutscher Bauernkrieg" cittrt, und zwar schreibt dort Engels in seiner Vorbemerkung pag. 7:„Die deutsche Bourgeoisie hat das Unglück, daß sie nach beliebter deutscher Manier zu spät kommt. Ihre Blüthezeit fällt in eine Periode, wo die Bourgeoisie der anderen westeuropäischen Länder politisch schon im Niedergang begriffen ist. In England hat die Bourgeoisie ihren eigentlichen Repräsentanten, Bright, nicht anders in die Regierung bringen können, als durch eine Ausdehnung des Stimmrechts, die in ihren Folgen der ganzen Bourgeoisherrschaft ein Ende machen muß. In Frankreich, wo die Bourgeoisie als solche, als Gesammtklasse, nur zwei Jahre, 1849 und 1850, unter der Republik geherrscht hat, konnte sie ihre soziale Existenz nur fristen, indem sie ihre politische Herr- schast an Louis Bonaparte und die Armee abtrat. Und bei der so unendlich gesteigerten Wechselwirkung der drei fortgeschrittensten europäischen Länder ist es heut zu Tage nicht mehr möglich, daß in Deuffchland die Bourgeoisie sich die politische Herrschaft ge- müthlich einrichtet, wenn diese fich in England und Frankreich überlebt hat." „Es ist eine Eigenthümlichkeit gerade der Bourgeoisie gegen- über allen früheren herrschenden Klassen; in ihrer Entwickelung giebt es einen Wendepunkt, von dem an jede weitere Steigerung ihrer Machtmittel, vorab also ihrer Kapitalien, nur dazu bei- trägt, fie zur polittschen Herrschast mehr und mehr unfähig zu machen.„„Hinter den großen Bourgeois stehen die Proletarier."" In demselben Maß, wie die Bourgeoisie ihre Industrie, ihren Handel und ihre Verkehrsmittel entwickelt, in demselben Maß erzeugt fie Proletariat. Und an einem gewissen Punkt— der nicht überall gleichzeittg oder auf gleicher EntwickelungSflufe ein- zutreten braucht— beginnt sie zu merken, daß dieser ihr prole- tarischer Doppelgänger ihr über den Kopf wächst. Von dem Augenblick an verliert fie die Kraft zur ausschließlichen polttischen Herrschast; fie steht sich um nach Bundesgenossen, mit denen sie. je nach Umständen, ihre Herrschaft theilt, oder denen sie sie ganz abtritt." „In Deutschland ist dieser Wendepunkt für die Bourgeoisie bereits 1848 eingetreten. Und zwar erschrak die deutsche Bour- geoisie damals nicht so sehr vor dem deutschen, wie vor dem französischen Proletariate. Die Pariser Junischlachl 1348 zeigte ihr, was fie zu erwarten habe; daS deutsche Proletariat war gerade erregt genug, um ihr zu beweisen, daß auch hier die Saat für dieselbe Ernte schon im Boden stecke; und von dem Tage an war der polittschen Aftion der Bourgeoisie die Spitze abgebrochen. Sie suchte Bundesgenossen, fie verhandelte sich an sie um jeden Preis— und fie ist auch heute noch keinen Schritt weiter." Sie haben Recht. Herr Bamberger,„es(das Bürgerthum) ist noch nicht einmal da". In der That, es ist nicht da, wenig- stens nicht in Deuffchland, aber hier wird es auch nie werden, hier wird es nie zu der Macht und Geltung kommen, zu der es in Frankreich und England gekommen ist. Der Grund hierzu liegt in der ganzen historischen Entwickelung Deuffchlands, das eben hinter Frankreich und England zurückgeblieben ist. Anderer- seits bildete sich aber durch Einfluß von innen und außen daS deutsche Proletariat als Klasse so weit, daß es der Bourgeoisie über den Kopf gewachsen war, als diese im Begriff stand, die polittsche Herrschaft anzutreten. Die historische Aufgabe der Bourgeoisie ist, ein Proletariat zu schaffen. Ist dieser Aufgabe genügt, dann muß, dann hilft kein wenn und aber, dann muß die Bourgeoisie abtreten und„dem nachdrängenden vierten Stande" 'Platz machen. Die deuffche Bourgeoisie hatte den Riß gar nicht bemerkt, der fie innerlich längst vom Proletariat trennte; der offene Bruch stellte sich erst während der 48er Revolution ein; dämm folgte so jählings auf der Freude über die erlangte po- littsche Herrschast der Katzenjammer. Damm gab man alle ge- wonnenen Vortheile so schnell wieder auf. Roch ehe die Herren sich im neuen Hause umgesehen hatten, fürchteten sie schon wieder an die Thüre gesetzt zu werden; darum das Suchen nach einer schützenden Hand, die zu erlangen man Alles dargiebt und höch- stens die Ehre durch einen Compromiß wahren zu müssen glaubt. Wer übrigens, Herr Bamberger, glauben Sie, solle die parla- mentarische Form, von der Sie reden, ausfüllen? Sie können doch zunächst nur an die nattonalliberale Partei denken, die doch nach Ihrer Meinung daS Bürgerthum in Wahrheit repräsentirt. Wir wollen unsere Meinung hier nicht vorbringen, indessen, Herr Bamberger, ftagen Sie selbst alle Denkenden des In- und Aus- landes, und soweit man mit dem parlamentarischen Treiben Ihrer Partei bekannt ist, man wird Ihnen bestätigen, daß, abgesehen von der Erbärmlichkeit des deutschen Parlamentarismus, es gerade die Nattonalliberalen find, die stets bemüht waren nicht nur, daß„die Form" leerer Inhalt bleibe, sondern daß jene sich auch wohl dazu verstehen würden, wenn nöthig, mit der Form selbst aufzuräumen. (Fortsetzung folgt.) Aus Berlin. -- 20. Juli. Im ganzen deutAen Reiche wird heute der Anfang mit de, Kaiser-Wilhelm-Collekte gemacht, es wäre denn, daß mar auch in anderen Orten den Eifer der hiesigen Hauswirthe nach. geahmt hat, die den ungesetzlichen Anfang des Sammelns schon vor mehreren Tagen gemacht haben. An verschiedener Stellen im deutschen Reich hat man seitens der Fabrikanten alle dieien'ge» Arbeiter mit Entlassung bedroht, welche den üblicher halben Nickel nicht auf dem Altar dieses von einigen conserva- ttven Mannern in's Leben gerufenen schlauen Wahlmanövers opfern wollen. Alle Menschen, die zu dieser Spende nichts bei- tragen, sind nämlich Sozialdemokraten, ergo werden sie, im Falle sie Arbeiter sind, entlassen. Durch solche rohe und brutale Be- drohungen verliert die Eollekte jeglichen Werth, sie wird zu einem unmoralischen Zwangsmittel.— Daß nur Personen, die ein Religionsbekenntniß haben, sich an der Spende betheiligen dürfen, ist köstlich, da sich nun doch zahlreiche Menschen, die nicht als Sozialdemokraten gelten mögen/ ohne Scheu ausschließen können. Daß man aber die Sammlung für diese Spende noch ehe der Kaiser wieder völlig gesundet ist, und zwar so kurz vor den Wahlen in Scene setzt, beweist, wie ich oben gesagt habe, daß wir es mit einem schlauen Äahlmanöver, durch welches das Volk conservativ- patriotisch präparirt werden soll, zu thun haben. Daß Dr. Max Hirsch, freiwillig-gezwungen, seine Candi- datur für den 1. Berliner Wahlkreis aufgegeben hat, wissen Sie schon. In der betreffenden Versammlung herrschte eine sehr angenehme Temperatur; als nämlich ein Arbeiter, ein Ge- werkoereinler, für Herrn Hirsch eintrat und von„Schiebung" sprach, da lärmte und tobte der vornehme„Ordnungs"pöbel liberaler Partei derart, daß der Vorfitzende Dr. Hermes kaum des Tumults Herr werden konnte. Die fortschrittliche„Vossische Zeitung" schreibt über diese Scene folgendermaßen:„Der Vor- sitzende sucht mit Glocke und Zuruf längere Zeit vergeblich die Ruhe herzustellen. Endlich gelingt es ihm und er bemerkt nunmehr: M. H.! Können Sie denn nicht d,e Ruhe bewahren, selbst wenn Sie mit dem, was der Redner sagt, in keiner Art einverstanden find? Widerlegen Sie ihn doch nachher soviel Sie wollen, aber Sie dürfen jedoch nicht Ursache geben, daß man sagt: die liberale Wählerschaft hat einen Redner, der nicht ihrer Ansicht war, im ersten Wahlkreise todtgeschrieen!"— Daß die gemäßigte„Vosfische Zeitung" nicht übertreibt, ist gewiß; in einer fortschrittlich-liberalen Versammlung wurde ein fortschritt- licher Arbeiter von den Bourgeois buchstäblich niedergeschrieen! Und das wagt, von Ordnung und Bildung zu reden. Seit einer Woche führt die Berliner„Volkszeitung" wieder eine andere Sprache. Hödel ist bei ihr ein krankhafter Aus- wuchs aus der Gruppe der Sozial-Demagogen, welche agitato- risch auch im Reichstage wirksam sind; Nobiling ist ein krank- haster Auswuchs aus der Gruppe der sozialistischen Theoretiker und die Masse der Majestätsbeleidiger gleicht einem Auswuchs der verführten großen Masse.— Das kommt davon, daß Sie im„Vorwärts" die„Bolkszeitung" mehrmals gelobt haben — das kann dies Blatt nicht vertragen, deshalb geberdet es sich auch jetzt wieder so„frech wie Hödel". Hier in Berlin haben nunmehr auch die Zünstler einen eige- ncn Candidaten aufgestellt in der Person des Schuhmachermeisters Bierberg, so daß im Durchschnitt für jeden Wahlkreis fünf verschiedene Parteien um den Sieg ringen. Im 6. Wahlkreise candidiren zum Beispiel, außer Hasenclever, der fortschrittlich- nationalliberale Herr Klotz, dann der christlich- soziale Herr Stöcker, dann der klerikale Herr v. Schorlemer und endlich der biedere Handwerksmeister Bierberg. Die Träger des Namens Nobiling haben die Erlaubniß erhalten, ihren Namen in Edeling umwandeln zu dürfen. Wenn nun aber der Thäter Müller oder Schulze geheißen hätte, wie dann?— Die polizeilichen Belästigungen, denen unsere Genossen bei der Wahlagitation ausgesetzt find, steigern fich fast noch— doch werden solche, da sie zur Gewohnheit geworden sind, kaum mehr beachtet. Wird ein neues Flugblatt vertheilt, so werden sicher- lich einige tausend Exemplare desselben während der Bertheilung den Genossen von der Polizei fortgenommen und einige Dutzend Personen, um ihre Namen festzustellen, zur Wache sistirt. Doch nützt dies nichts; einige tausend Exemplare des betreffenden Flugblatts find über die nöthige Zahl hergestellt und diese werden des andern Tags nach und nach m den Häusern, wo die Verbreitung verhindert worden war, in aller Ruhe vertheilt. — Bei Verbreitung deS letzten Flugblattes, am vorigen Don- nerstag Abends, erlaubte sich ein„gebildeter" Fortschrittler, als ihm ein sozialistisches Wahlflugblatt gereicht wurde, dasselbe zu zerreißen mit der Aeußerung:„Ich gehöre nicht zur Partei der Kaisermörder'."— worauf ihm unser Genosse die wohlverdiente Antwort gab:„Aber zur Partei der Flegel!" Sprach's und klappte die Thür zu. Die Wahlagitation wird äußerst lebhaft betrieben; die gegne- rischen Blätter lamentiren täglich über die„fieberhafte Thätig- keit", welche die Sozialdemokratie angesichts der bevorstehenden Wahlen entfalte. Und dennoch wird keine Volksversammlung abgehalten, da kein Lokal zu bekommen ist. Bielleicht ist es gut, daß die Lokale verweigert werden. Ich habe nämlich die Zwei Attentate. (AuS dem„Hamburgischen Torrespondent".) II. Das Attentat vom 22. Mai 18Ö0. Das Tschech'sche Attentat war die That eines bewußt han- delnden, gebildeten, im höheren Lebensalter stehenden Mannes gewesen der aus dem Radikalismus seiner religiösen und politi- schen Anschauungen niemals ein Hehl gemacht hatte; dieses Verbrechen war in eine Zeit gefallen, deren politische Unklarheit und Unruhe es durchaus begreiflich hätte erscheinen lassen, wenn man dasselbe mit den schlefischen Weberunruhen oder mit der liberalen Bewegung in den Rheinlanden in Verbindung setzte und für ew Complot gegen das Leben eines Fürsten ansah, der den auf ihn gesetzten volksthümlichen Erwartungen nicht entsprochen hatte. Der Versuchung. Re Sache unter diese Gesichts- punkte zu rücken, waren der auf der Höhe serner Kraft und Gesundheit stehende König und seme Rathgeber mtt nchttgem Takt aus dem Wege g-gangen. Allen zugeflüsterten V tigungen zum Trotz hatte Friedrich Wilhelm lV. erklart, daß er sich durch die That eines Einzelnen in dem Vertrauen zu seinem Volke nicht werde beirren lassen, und diese Erklärung consequent und mannhaft aufrechterhalten. Der Haltung des Monarchen war diejenige der Regierung conform gewesen, auch diese hatte fich angelegen sein lassen, das Verbrechen Tschech s als em durchaus unpolittsches zu behandeln und das schon wegen der Heimlichkeit deS damaligen Gerichtsverfahrens vielfach argwöhnische und zur Kannegießerei geneigte große Publikum von der Irr- thümlichkeit der gegentheiligen Auffassung zu überzeugen. Auf solche Weise war der traurige Vorgang vom 26. Juli 1644 an den öffentlichen Zuständen der preußischen Monarchie vorüber- gegangen, ohne irgendwelche Spur zurückgelassen zu haben. Sechs Jahre später kam ein zweiter Mordanschlag gegen das Leben Friedrich Wilhelm's lV. zur Ausführung, der in seinem Wesen wie in seinen Folgen das direkte Widerspiel der Tschech'- schen That war. In demselben Monate, der durch das Scheitern des Berliner Fürstencongresses das Fiasko der deutschen„Union" und ihres zu Erfurt unternommenen Reichstags-Experimentes besiegelt hatte,— am 22. Mai 1850, Mittag 12 Uhr, wurde feste Ueberzeugung, daß jede Volksversammlung unserer Partei jetzt so massenhaft besucht werden würde, wie noch niemals zuvor— aber nicht allein von Parteigenossen und' ehrbaren Bürgern, sondern auch von Spitzeln und allerlei„Geheimen". Diese Spitzel und„Geheimen" rekrutiren sich bekanntlich aus früheren Verbrechern, Louis und Bauernfängern, die schon an Prügelei und Knüppelei gewöhnt find. Wenn eine Lolksver- sammlung nun sehr zahlreich besucht wäre und einige Hundert dieser„edlen" Staats- und Gesellschaftsretter würden dorthin dirigirt, so ist es denselben leicht, eine Prügelei zu insceniren, und sei es auch nur„unter sich". Daraus entsteht Tumult, die Polizei löst die Versammlung auf, bereitgehaltene Polizei- schaaren dringen in die nach Tausenden zählenden, in engem Raum eingepreßten Arbeiter— ein Genietzel beginnt und andern Tags telegraphirt das Wolf'sche Telegraphenbüreau in die Welt hinein: „In Berlin ist die helle Revolution ausgebrochen; die Sozialdemokraten, mit Flinten und Säbeln bewaffnet, haben gestern Abend das Rathhaus gestürmt, doch ist Dank dem energischen Einschreiten des Militärs dieser erste Versuch, auch hier die Greuelthaten der Commune zu wiederholen, im Keime erstickt worden." Erwünschtes Resuttat: In den Provinzen würde noch reaktiv- närer gewählt werden, denn jetzt, und diesen Gefallen wollen wir doch wahrlich Herrn von Bismarck nicht thun! Sozialpolitische Uedersicht. — Es ist Alles schon dagewesen. Die„Chemnitzer Freie Presse" erinnert die liberale Presse in einem Leitartikel an die BismarLsche Preßverordnung vom 1. Juni 1863, die sich damals lediglich gegen die Fortschrittspartei richtete, und an die 30er Jahre, wo Stieber seine Carriere begann; das Blatt meint, jetzt könnten die Herren das Bamberger'sche Wort von den„Hunden" bethätigen. Wir bringen die Verordnung unseren Lesern zur Erinnerung, damit Niemand erschrecke, wenn das Sozialistengesetz ähnlich lauten sollte: „Die Verwaltungsbehörden find befugt, das fernere Erschei- nen einer inländischen Zeitung oder Zeitschrift wegen fortdauern- der, die öffentliche Wohlfahrt gefährdender Haltung zeitweise oder dauernd zu verbieten. „Eine Gefährdung oer öffentlichen Wohlfahrt ist als vor- handen anzunehmen, nicht blas, wenn einzelne Artikel für sich ihres Inhaltes wegen zur strafrechtlichen Verfolgung Anlaß ge- geben haben, sondern auch dann, wenn die Gesammthaltung des Blattes das Bestreben erkennen läßt oder dahin wirkt: „die Ehrfurcht und die Treue gegen den König zu unter- graben, „den öffentlichen Frieden durch Aufreizung der Angehörigen des Staats gegen einander zu gefährden, „die Einrichtungen des Staats, die öffentlichen Behörden und deren Anordnungen durch Behauptung entstellter oder gehässig dargestellter Thatsachen oder durch Schmähungen und Ver- höhnungen dem Hasse und der Verachtung auszusetzen, „zum Ungehorsam gegen die Gesetze oder gegen die Anord- nungen der Obrigkeit anzureizen, „die Gottesfurcht und die Sittlichkeit zu untergraben, „die Lehren, Einrichtungen oder Gebräuche einer der christlichen Kirchen oder einer anerkannten Religionsgesellschaft durch Spott herabzuziehen." — Wir haben schon wiederholt constatiren können, daß nicht alle unsere Gegner in dem allgemeinen Wirbeltanz den Verstand und den Anstand verloren haben. Heute wieder ein Beispiel. DaS fortschrittliche, durchaus nicht sozialistisch angehauchte„Frank- furter Journal" bringt(am 12. Juli) einen auf die Auslassungen der letzten„Prov.-Corresp." gemünzten Artikel:„Die.praktische Politik der Regierung", dem wir folgende Stellen entnehmen: Worin besteht denn das Geheimniß des„einzig wirksamen" Mittels? Das ganze öffentliche Leben der Sozialdemokratie soll mit Mitteln der Gewalt unterdrückt werden. Jeder Regung dieser Parteirichtung soll es unendlich erschwert, wenn nicht ganz un- möglich gemacht werden, in die äußere Erscheinung zu treten. Wer glaubt, daß dadurch dieser Partei die Existenzfähigkeit genommen würde, giebt sich einer schweren Täuschung hin. Die Sozialdemokratie wird unter Formen fortleben, welche sich nicht durch die Gewalt erreichen lassen. Statt vor einem Bekannten, mit dem fich rechnen läßt, wird die Gesellschaft vor einem großen Unbekannten stehen, dessen Druck überall empfunden werden auf den König geschossen, als dieser an der Seite seiner Ge- mahlin über den Perron des Potsdamer Bahnhofs schritt, um fich in den Wagen zu setzen. Der Schuß hatte den Unterarm des Königs leicht verletzt, der Mörder war auf der Stelle er- griffen und von den Umstehenden so schwer mißhandelt worden, daß die anwesenden Polizeibeamten Mühe gehabt hatten, sein Leben zu retten. Noch an demselben Tage wurde mit einer für unbefangene und besonnene Beurtheiler alle Zweifel aus- schließenden Sicherheit festgestellt, daß es fich nicht um eine prämeditirte Sendung, sondern um die That eines Wahnsinnigen gehandelt habe, der zu der die Zeit beherrschenden revolutionären Bewegung nie das geringste Berhältniß gehabt hatte. Der Thäter hieß Sefeloge und war ein im Militär-Waisenhause erzogener, früher dem hochconservattven„Treubunde" angehörig Sewesener ehemaliger Unteroffizier von der Garde-Artillerie, der ereits seit einiger Zeit für halb wahnfinnig galt, und der sein Verbrechen in dem Zustande so vollständiger Uuzurechnungs- fähigkeit begangen hatte, daß an eigentliche Untersuchung, ge- schweige denn Bestrafung, nicht zu denken war. Weil diese That aber in eine Zeit allgemeiner und krankhafter Erregung der Gemüther gefallen und weil sie von dem Monarchen selbst für eine polttische gehatten worden war, wurde sie von der Regierung und deren Organen als solche behandelt und von der bestimm- baren Masse der Menschen demgemäß beurtheilt. Die gering- fügigsten und gleichgültigsten Umstände verwandelten sich in der Phantasie der Zettgenossen— namentlich derjenigen der höheren, von Revoluttonsfurcht geplagten Stände— alsbald zu Umständen von höchst gravirendem Charatter, zu Symptomen einer großen und allgemeinen Gefahr. Sefeloge, den einer der Begleiter deS Königs, der Cabinetsrath Marcus Riebuhr, am Kragen gepackt und„gewürgt" hatte, war in den Ruf ausgebrochen:„Laßt nur den Hals frei," aus diesem Ausruf war von Umstehenden ein förmliches„Hoch auf die Freiheit" gemacht und sodann deducirt worden, der Attentäter müsse ein enragirter Freiheits- und Barrikadenmann sein!— Kurz bevor der König den Bahnhof betteten, war ein als„vorgeschritten" bekannter Abgeordneter Berends auf demselben bemerkt und wiederholt am Schalter des Kassirers gesehen worden. Grund genug, um eine demokratische Verschwörung anzunehmen und Berends, Meyer, Stteckfuß, Bernstein, den Abg. von Kunowski und ein Dutzend anderer wird. Geschichte und Erfahrung lehren uns nun aber, daß Parteien, welche einmal tiefere Wurzel im Volke gefaßt haben, aus der Verfolgung nur neue Kräfte ziehen. Weite Kreise, welche bis jetzt nichts von der Sozialdemokratie wissen wollten, werden sich derselben mit Sympathie zuwenden müssen, da ihnen die Gegenmaßregeln gegen dieselbe nur als ungerecht und über- trieben erscheinen können....... Unleugbar steht fest, daß gewisse Bewegungen nur mit mora- lischen Mitteln bekämpft werden können. Wenn die Regierung auf Gewaltmaßregeln größeres Gewicht legt und in die Lage kommt, sie in Anwendung zu bringen(geschieht bereits!), dann ist mit Grund zu befürchten, daß früher oder später eine Kata- strophe eintreten wird. — Ein grober Jrrthum ist es, wenn die Berliner„Volks- zeitung" behauptet, bei einer Verminderung der sozialistischen Abgeordneten um 5 oder 6 wäre der Beweis geliefert, daß der Heilungs Prozeß im Volke bereits begonnen habe. DerHeilungs- Prozeß von den sozialistischen Irrlehren nämlich. Selbst wenn die Zahl unserer Abgeordneten sich um 5 oder 6 verringert, was durchaus nicht unwahrscheinlich, so find wir doch fest davon überzeugt, daß die abgegebene Gesammt- Stimmenzahl nimmermehr, trotz aller Maßregelungen, zurückgehen wird. Das Lügen- und Schwindelsystem der liberalen Presse in Betreff der Attentate und die Hetzereien gegen die sozialdemokratischen Ar- beiter haben ganz besonders dazu beigetragen, unsere Reihen zu festigen und zu verstärken. Wir werden überall geschlossen und ruhig vorgehen und mancher Gegner wird staunen, wenn ihm sozialistische Stimmzettel begegnen, wo er es gar nie vermuthete, so z. B. erwähnen die liberalen Blätter nie des 10. sächsischen Wahlkreises, wo Genosse Burckhardt bei der letzten Wahl an 4500 Stimmen erhielt. Behalten wir unsere 600,000 Summen oder vermehren dieselben und verlieren einige Abgeordnetensitze, so ist damit keineswegs bewiesen, daß die Sozialdemokratie einen Rückgang zu verzeichnen hätte. Und die„Volkszeiwng" hat einen groben Jrrthum begangen, ein solches Rechenexempel auf- zustellen. Bismarck in Schutz zu nehmen haben wir kein Recht, doch in Betreff des Rückgangs der Fortschrittspartei haben wir uns jedenfalls nicht verrechnet, wenn wir behaupten, daß dies tagtäglich mehr zur Gewißheit wird, wie uns Bayern lehrt. Dort ist es eben alle mit dem Fortschritt. — Wie die Wahlen in Preußen gemacht werden. Erstens werden unseren Genossen überall Hindernisse in Betreff der Versammlungen und der Lokale in den Weg gelegt, zweitens sammelt man einfach Unterschristen für Regierungskandidaten. Wie es nun am Wahltage zugehen wird, läßt sich gar nicht beschreiben— von einer freien, unabhängigen, geheimen Wahl kann alsdann gar keine Rede sein. Am treffendsten charakterifirt die Antwort des Generals v. Blumenthal die Situation, der, im Wahttreise Wernigerode-Halberstadt aufgestellt, seinen Wäh- lern brieflich erklärte:„Ich habe mich bisher keiner Partei an- geschlossen, ich werde vielmehr mit der Regierung und nament- lich unter Leitung des Fürsten Bismarck gehen." Das ist kurz und bündig; der Mann verleugnet seinen militärischen Cha- rakter auch im Frieden nicht— so aber will es die Regierung haben. Das merkt Euch, Ihr Liberalen aller Schattirungen, wenn Ihr persona grata sein wollt. Eine Zuschrift im„Nürn- berger Correspondent" kennzeichnet dies recht treffend; dieselbe lautet: „Die zahlreichen Beamtencandidaturen im Lande machen, auch wenn sie nicht so grotesk-komisch wie von den vereinigten Staatsanwälten in Breslau in Scene gesetzt werden, einen um so peinlicheren Eindruck, je größer die Zudringlichkeit ist, mtt welcher solche Candidaturen aufgestellt oder aufrecht erhalten werden. Die Aufstellung derarttger an fich aussichtsloser Can- didaturen, selbst wo starke sozialistische, klerikale oder polnische Parteien vorhanden sind, kennzeichnet am schärfsten, daß dieser Wahlkampf vor Allem gegen den Liberalismus geführt wird. Der Oberpräfident Achenbach ist sogar in dem hart von den Polen bedrängten Kreise Marienwerder veranlaßt worden, gegen den Oberburgermeister v. Winter zu candidiren. Der Herr Ober- Präsident wird auch, wie es in dem Wahlaufruf scherzhast genug heißt,„den Bestrebungen der Reaktionspartei im Reichstage entschieden entgegentreten". Herr Achenbach selbst hätte entschie- den lieber gewünscht, fern von Madrid ein politisches Stillleben führen zu dürfen. Auf Befehl des Ministers des Innern werden jetzt überall von den Polizeipräsidenten und Landräthen„die Absichten und Wünsche" der Regierung angesichts der Wahlen veröffentlicht nach einem Auszuge der„Provinzialcorrespondenz", in welchem seltsamer Weise von Tabaksmonopol und Tabaksbe- Anhänger der Bewegungspartei als verdächttg verhasten, in den Wohnungen dieser Männer Recherchen vornehmen zu lassen und Bertin mit den abgeschmacktesten und abenteuerlichsten Gerüchten zu erfüllen. Fünf Tage nach der That Sefeloge's, am 27. Mai. hatte ein Wahnfinniger, der frühere Offizier Robert Pate, mit einem Stock nach der Königin Victoria geschlagen, als diese nach glücklich überstandenem Wochenbett(am 1. Mai war der Herzog Arthur von Connaught geboren worden) ihre erste Ausfahrt machte:„Eingeweihte" des Berliner Hofs und seiner Umgebung versicherten sofort mit wichttger und zuversichtlicher Miene, daß zwischen beiden Verbrechen ein innerer Zusammenhang bestehe, daß beide zu Paris von einer Bande verzweifelter RevolutionS- männer geplant worden und daß dem Minister von Manteuffel bereits mehrere Tage vor dem verhängnißvollen 22. Mai War- nungen der Pariser Polizei vor einem in der Borbereitung be- griffenen großen Verbrechen zugegangen seien, die dieser leider in den Wind geschlagen habe! Dergleichen wurde erzählt, ge- fchrieben, gedruckt und geglaubt, obgleich es den Stempel ab- geschmacktester und sinnlosester Erfindung an der Sttrn ttug!— Der König selbst, den die Erfahrungen der Jahre 1848 und 1849 in de« Grundvesten seines Wesens erschüttert und um das Vertrauen zu sich selbst, wie um das Verttauen zu seinem Volke gebracht hatten,— bot den Zuflüsterungen seiner von den ausschwei- fendsten Parteileidenschaften beherrschten Umgebung ein nur allzu berettes Ohr und trug dadurch(wenigstens indirett) zu der Bei- wirrung der Gemüther bei, die Wochen lang ihr Wesen trieb und die vorhandenen polittscheu Gegensätze zu einer Schroffhett steigerte, wie sie in Deutschland und vollends in dem von festen bureaukratischen Traditionen beherrschten Preußen unerhört ge- wesen war. Bon Tag zu Tag nahmen Ansehen und Einfluß der„kleinen, aber mächtigen" Partei zu, welche das unglückliche Ereigniß meisterhaft dazu ausnutzte, die zwischen Regierung und Bevölkerung bestehende Kluft zu erweitern und den König zu vollständigem Bruch mit der Verfassungssache zu nöthigen, in welche er— freilich wider Neigung und Willen— gezogen worden war und von der er nicht wieder loskommen konnte. Die zahlreichen Verhaftungen, Haussuchungen und Jnstruk- tionen, zu welchen das Verbrechen vom 22. Mai 1850 Ver- anlassung gegeben, blieben völlig ergebnißlos. Die verhasteten steuerung nicht mit einer Silbe die Rede ist, dagegen desto mehr! von allen nur erdenklichen Steuererleichterungen gesprochen wird. Der Landrath Forster hat am Schlüsse dieser Publikation kurzer Hand die Wähler amtlich„aufgefordert", für den Regierungs- candidaten Schön zu stimmen. Anscheinend wird unsere jetzige innere Entwicklung mit der letzten französischen Krisis auch darin Ähnlichkeit haben, daß demnächst eine große Anzahl von Wahlen höherer Verwaltungsbeamten durch Ungiltigkeit Verklärung wegen solcher Wahlbeeinflussung zur Erneuerung gebracht werden muß. Besonders aussällig und eifrig geberdet sich das höhere und niedere Eisenbahnpersonal allenthalben im Interesse der Regierungs- Wahlen— eine Mahnung mehr, der weiteren Ausdehnung des Staatseisenbahnsystems Schranken zu setzen." — Bismarck's rechte Hand. Die„Berliner Freie Presse" brachte eine Reihe von Artikeln, welche sich mit der Vergangen- heit des früheren Communisten, jetzigen Geheimen Raths, Lothar Bucher, beschäftigten. Am Schlüsse befindet fich ein Brief Bucher's an Lassalle, den wir seines interessanten Inhalts halber hiermit zum Abdruck bringen. Er lautet: Berlin, 22. Januar 1862. Werdersche Rosenstr. 3. Lieber Lassalle! Es ging gestern Abend doch nicht ohne alles Getränk ab, und ich habe die schlaflose Nacht benutzt, um im Zusammenhange zu überdenken, was wir, oder vielmehr, was Sie gesprochen haben. Ich bin ein langsames Thier im Argumentiren und bin mir selten auf der Stelle aller Boraussetzungen bewußt, auf denen mein Urtheil über eine verwickelte Frage instinktmäßig beruht. Der ganze Kern Ihrer Schlußfolgerungen hängt, wie ich gestern sagte und Sie einräumten, an der Frage, ob es möglich ist, in Deutschland die bestehende Ordnung(oder Unordnung) der Dinge niederzuwerfen und niederzuhalten. Das Erste halte ich für möglich, das Letzte nicht. Sie sind darin mit mir ein- verstanden, daß mit einer nackt politischen Revolution(das Wort nicht in dem aristokratischen, sondern in dem gang und gäben bornirten Sinne genommen), daß mit einer Aenderung der Be- Hörden nichts erreicht sein würde. Ist es aber auf eine Aende- rung der gesellschaftlichen Zustände, mit anderen Worten des Be- sstzes und Möglichkeiten des Erwerbs abgesehen, so haben wir nicht blos, wie die französische Revolution, die Reste einer tausendjährigen verwickelten Organisation zu zerstören und, wie die französische Revolution, ein neues Evangelium an die Stelle zu setzen, sondern wir haben das Gleiche mit der auf Grund jener Revolution eutstaudenen Bourgeoisordnung zu thun. Wie zäh diese letztere ist, darüber sind wir einig. Was Sie an die Stelle setzen wollen, befriedigt mich nicht. Alle Maßregeln, die Sie nennen, sind doch wieder nur politisch, juristisch kann man sagen, stehen auf dem alten sozialen Boden, schaffen nur neue Bourgeois. Und diese neuen Besitzverhältnisse, neu durch einen Wechsel der Personen, nicht, um mich so auszudrücken, durch die chemischen Eigenschaften des Besitzes, könnten nur behauptet wer- den durch einen permanenten Krieg, einen Terrorismus einer sehr kleinen Minorität(ich schätze sie nach statistischen Quellen und meiner genauen Kenntniß der ländlichen Bevölkerung in den östlichen Provinzen). Es ist richtig, daß Revolutionen nur durch Minoritäten gemacht werden, aber es ist auch richtig, daß sie nur behauptet werden, wenn die Minorität der Majorität einen Genuß, wenigstens einen Glauben zu bieten hat. Ich komme also auf mein altes Wort zurück: es fehlt dem populo der Dio und uns das, wofür man mit Ehren untergehen könnte. Be- denken Sie dazu noch Eins: daß jede sozialistische Bewegung in Frankreich auf lange Zeit hinaus mit dem Koth und Gift des Bonapartismus versetzt sein und bei uns eine Menge gesunder und reiner Elemente gegen eine ähnliche Bewegung bei uns waffnen würde. Fragen Sie mich nun: was sonst? so habe ich nur die lahme Antwort Macchiavelli's: Politik ist die Wahl unter Uebeln. Ein Sieg des Militärs wäre ein Uebel, aber ein Sieg des heutigen Oesterreich wäre kein Sieg des reaktionären Prinzips. Dafür stelle ich Ihnen als Zeugen die Berliner „Revue", die in einer langen Reihe von Artikeln ausführt, daß „Gottes Ordnung" in Oesterreich gründlicher zerstört werde, als irgendwo in Deutschland.— Wenn Sie alle Gründe kennten, die ich habe, diese alte Weltordnung zu hassen, so würden Sie die Ueberwindung würdigen, die es mich kostet, so objektiv die Dinge anzusehen. Freundschaftlich der Ihrige L. Bucher. Diesem Briefe läßt unser Berliner Parteiblatt nachfolgende Enthüllung folgen: In Sachen Lothar Bucher's wird uns von wohlunterrichteter Seite versichert, daß der Azitationsplan für den„Allgemeinen' Deutschen Arbeiterverein" nicht, wie wir annahmen, von Herrn Bucher, sondern allerdings von Lassalle persönlich verfaßt wurde. Bucher wurde nur und zwar wiederholt zur Berathung hinzu- gezogen, seine weitergehenden Ansichten aber aus taktischen Gründen nur zum Theil berücksichtigt. Diese Auffassung wird bestätigt durch den Inhalt eines von uns bereits citirten Schrei- bens des Herrn Bucher an die Frau Gräfin Hatzfeld, das uns erst jetzt seinem Wortlaute nach vorliegt. Es lautet vollständig wie folgt: „Berlin, 15. Januar 1866. Ew. Hochgeboren habe ich von dem Urtheil in Kenntniß gesetzt, welches Herr Rodbertus über die Entwürfe Lassalle's und die Rathsamkeit einer Veröffentlichung der Benutzung derselben ausgesprochen hat. Heute erhalte ich eine ausführliche schriftliche Motivirung dieses Urtheils. Da Ew. Hochgeboren mit einem biographischen Werke über L. und mit der Fortsetzung seiner agitatorischen Thätigkeit beschäftigt find und da ich eine richtige Behandlung jener Entwürfe für unendlich viel wichtiger halte im Interesse des Verstorbenen, als alle die Punkte, die Ew. Hochgeboren zum Gegenstände von Streitigkeiten zu machen fich gefallen, so setze ich mich über alle Bedenken hinweg, die zu nehmen ich so viel Grund hätte, und überschicke Ew. Hochgeboren mit dem Ersuchen und unter der Bedingung der Rückgabe hiermit das Rodder- tus'sche Schreiben vom 12. d. Ms., welches zu dem Schlüsse gelangt, daß man dem wissenschaftlichen Andenken Lassalle's keinen ärgeren Streich spielen könnte, als wenn man den Agitationsplan veröffentlichte, in dem Lassalle ganz mit dem so heftig von ihm bekämpften Proudhon übereinstimmt. Rodbertus versteht die Sache und ist frei von jeder Eifersüchtelei. Ich glaube daher den Willen Lassalle's zu exekutiren, indem ich diese Scripta vernichte. gez. Bucher." Die„Magdeburgische Zeitung" findet in einem„Die Sozial- demokratie im hohen Regierungsamte" überschriebenen Artikel es durchaus nicht so schlecht, wenn Bucher, früher zur communistischen Partei gehörend, jetzt anderen, entgegengesetzten Ansichten huldige. Nur das will ihr nicht gefallen, daß Bucher als ein Mann, der ein so hohes Amt bekleidet, in dieser Stellung auch Mitglied der Internationale gewesen ist und sogar einen bekannten Sozialistenführer für ein Staatsblatt engagiren wollte. Sie findet ferner, daß die Marx'schen Briefe bisher unwiderlegt ge- blieben und somit auch wirklich wahr sind, und entsetzt sich vor solchen Thatsachen. Sie schließt daraus, daß die gouvernemen- tale Partei und nicht die Liberalen den Sozialismus groß ge- zogen haben. Die Magdeburgerin mag sich trösten: von Rene- gaten kann man nichts Anderes erwarten und der Sozialismus ist das Produkt der heutigen Gesellschaftsordnung, nichts Künst- liches, nichts Gemachtes. Der Sozialismus war und ist ohne Bucher, ohne Magdeburgerin— die Zustände, die Verhältnisse haben ihn geschaffen und die Wissenschaft hat das Verdienst, das unsterbliche Verdienst, die Mittel und Wege angegeben zu haben, mit Hilfe deren eine Verbesserung herbeigeführt werden kann. — Die deutschen Panzerschiffe sind doch wahrhaft prächtige Seeungeheuer.„Friedrich der Große" ist vor Jahresfrist auf den Sand gefahren und liegt todtkrank darnieder, er wird erst in mehreren Jahren kaum wieder als„seetüchtig" hergestellt sein; der„Große Churfürst" ruht auf dem Meeres- gründe; der„Kaiser Wilhelm" hat sich das Vordertheil ein- gerannt. Und als derselbe von England in seine Ostseeheimath zurückkehrte, fiel ihm noch ein kleineres Handelsschiff zum Opfer, welches er umrannte. Und nun hören wir wieder, daß am vorigen Donnerstag die Panzerfregatte„Deutschland" auf einen schwimmenden Krahn bei Barel gestoßen ist, der nur mit den größten Anstrengungen vor dem Sinken bewahrt wurde.— Nicht wahr, das deutsche Reich hat eine stolze Marine? Wenn die einmal in's Gefecht kommt, dann wird's„flutschen". — Internationales Denunziantenthum und Sozia- listenhatz. Der„Neuen Freien Presse", der man doch gewiß kein„Liebäugeln" mit den Sozialdemokraten nachsagen kann, entnehmen wir folgende Einzelheiten über die Ausweisung eines Communarden aus Wien. Bor einigen Wochen erhielt die Polizei- direktion von Wien durch ein anonymes Schreiben die Nachricht, daß ein in der Silberwaarenfabrik von Klinkosch beschäftigter Ciseleur, Namens Aristide Barrö, im Jahre 1871 Mitglied der Pariser Commune gewesen sei und fich an der Ermordung des Erzbischofs Darboy betheiligt habe. Die Sicherheitsbehörde der Polizeidirektion stellte ungesäumt die nöthigen Erhebungen an, welche ergaben, daß der anonyme Schreiber zur Hälfte ge- logen, zur Hälfte die Wahrheit gesprochen habe. Barrä, dem der Fabrikant Klinkosch übrigens das beste Zeugniß ausstellt, war in der That Mitglied der Pariser Commune, doch wurde zweifellos sichergestellt, daß derselbe mit der Ermordung Dar- boy's nichts zu thun hatte. Auf Grund der bestehenden Ber- ordnungen fand fich dennoch die Polizeidirektion veranlaßt, die Ausweisung Barrö's aus den Ländern der österreichischen Krone zu verfügen. Zur Ordnung seiner Angelegenheiten wurde dem Ausgewiesenen eine Frist von vier Wochen bewilligt. Barrä hat sich während seiner Anwesenheit in Wien einer tadellosen Aufführung beflissen, und man ist daher in seiner Umgebung, welche den kunstverständigen und fleißigen Franzosen sehr schätzte, um so unangenehmer von seiner Ausweisung überrascht." „Tadellose Aufführung",„kunstverständig",„fleißig"— das ist Alles Plunder— der Mann war Communard— und damit ist Alles gesagt!„Thut nichts, der Sozialdemokrat wird ver- brannt!"— Ja, verbrannt auf alle Fälle! Fortschritt, Cultur, neunzehntes Jahrhundert— mir graut vor Euch!-o- — Wir finden in der„Berliner Freien Presse" folgende Erklärung. Unter Berlin, ä. ä. 14. Juli, hat ein Reporter eine Notiz an die„Magdeburgische Zeitung" gesandt, welche in der Beilage vom 16. Juli genannter Zeitung Aufnahme gefunden hat und in der die Behauptung aufgestellt ist, daß der Untersuchungsrichter in dem Nobilingprozeß, Herr Stadtgerichtsrath Johl, sämmtliche früheren Reichstagsabgeordneten der sozialdemokratischen Partei zur Vernehmung vorgeladen hätte, um festzustellen, wann und wo und in welcher sozialdemokratischen Versammlung Nobiling gesprochen habe. Der Reporter fährt dann wörtlich fort:„Von allen Vorladungen an die erwähnten Abgeordneten erreichte nur eine ihr Ziel und zwar die an Fritzsche; die an- deren konnten nicht behändigt werden, weil der augenblickliche Aufenthalt derselben, bis auf den von Most, nicht bekannt war." Der Zweck dieser mysteriösen Andeutung ist leicht zu errathen. Die früheren sozialdemokratischen Abgeordneten, die fast sämmtlich bei den Neuwahlen wieder candidiren, sollen vor dem Volke denunzirt werden, daß sie sich entweder auf ver Flucht befänden und dadurch ihr Einverständniß mit der Nobilingthat eingestanden oder aber, daß sie sich Heimathlos umhertrieben. Daß ver- nünstige Leute aus solches Reporterstückchen nicht„hereinfallen", ist wohl wahr, aber es giebt, wie die letzten Wochen bewiesen haben, in Deutschland noch eine sehr große Anzahl von Leuten, welche jeder, auch der schamlosesten Reporterlüge, falls sie sich nur gegen die Sozialdemokratie wendet, Glauben schenken. Aus diesem Grunde allein fühlt fich der Unterzeichnete zu der Erklärung bewogen, daß obige Notiz der„Magd. Ztg." von Anfang bis zu Ende erlogen ist. Der Unterzeichnete war am 18. Juni behufs einer Vernetz- mung selbst bei dem Herrn Untersuchungsrichter, Stadtgerichts- rath Johl, der ihm auf Befrageu versicherte, daß außer Herrn Fritzsche und Unterzeichnetem kein früherer Abgeordneter der sozialdemokratischen Partei von ihm vorgeladen worden sei.— Es ist wahrlich eine äußerst schmachvolle Erscheinung, daß die herrschende Presse vielfach durch ihre Reporter zu einer ge- meinen Lügnerin und Verleumderin sich stempeln läßt; noch schmachvoller für die herrschende Presse und für ihre Leser ist es, daß es zwei bis drei mit der Polizei befreundeten, geld- hungrigen Berliner Reportern gelungen ist, durch ihre Hödel- und Nobiling-Lügen ganz Deutschland mehrere Wochen hindurch in eine höchst verderbliche Aufregung zu versetzen; am schmach- vollsten aber für die heutigen Preßverhältniffe ist es, daß diese selben Leute immer noch, wie vorstehender Fall zeigt, ihr unsau- beres Wesen treiben können, daß solchen notorischen Lügnern immer noch die Spalten der sogenannten„anständigen" Presse, zu der doch die„Magdeburgische Zeitung" gewiß gehören will, offenstehen.— Ueber meine Vernehmung in dem Nobilingprozesse, die ohne irgend welche besondere Bedeutung war, theile ich hier deshalb nichts mit, weil ich es bei einem Prozeßverfahren für unrecht erachte, daß, bevor die Beweisaufnahme geschlossen ist, irgend welche Mittheiluug über den Prozeß in das Publikum gelange. Berlin, den 19. Juli 1878. Wilh. Hasenclever. — Das am 15. Juli ausgegebene Heft 20 der„Zukunft" enthält: Die Bestimmungsgründe des Preises unter der sozia- listischen Produktionsweise von Maximilian Schlesinger.— Wil- Helm Weitling und sein System der Harmonie und Freiheit (Schluß).— Die schweizerische Reformtheologie und die soziale Frage.— Gegen die Proportional-Bertretung, von Max Kayser. — Recensionen. demokratischen Abgeordneten und Bolksredner mußten ebenso auf freien Fuß gesetzt werden, wie die einzelnen in Untersuchung gezogenen ehemaligen Kameraden Sefeloge's, die Erzählungen von dem Pariser Complot und von dem Zusammenhang zwischen Sefeloge und Pate erwiesen fich als einfältige Erfindungen ein- fälttger und leichtgläubiger Leute,— der Urheber des Ver- brechens wurde weder auf das Schaffst noch in das Zuchthaus, sondern in eine Irrenanstalt gesendet, in welcher er nach einigen Jahren verstarb. Der Schaden, den der Schreckenstaumel der Sommermonate des Jahres 1850 gestiftet hatte, ließ fich aber nicht mehr zurücknehmen, und als die preußische Regierung auf den Olmützer Conferenzen vom 28. und 29. November desselben J°Zrks die größte moralische Niederlage erlitt, welche je einem wahrhaft großen Staate zugefügt worden, war die Schadenfteude «Ärfw» ei9e� Lande womöglich noch größer als in den die�m Mai und Z�ben russischen und österreichischen Hofleute, �t7ck?°«ir?e Aärti�U".d°.'' �t-n.„ qu'iHtait horriblernent waren iebt n™£ Populaire prendre recoura a 1 aasaasinat", Berliner Reaittun» �Durchführbarkeit des Unternehmens der �nmal besprochen habest' halte», was man doch celle de la presse pour L d/0"" TeCOur8 a dT 1018 C0T! sacrifie a U popularitd"- n�Atten täte des Jahrhunderts war lünfttirf. Zm iSrÄ untttÄ Regierung Sm'"ad'te Ii« 1° b-wi-I.» hatte!„Bei der That Tschech s,;o äußerte ein Reobalbter jener Zeit im Mai 1850., hat die Regierung � auwboten, um die That nicht als eme politische erscheinen iu lassen Jetzt « man»m>-d°» P-nJ.in. Ä? ig,-,?n man auf der andern Seite auch verneinen würde daß ein Unteroffizier und Zögling des Milftär-Waisenhauses demokratisch geftnnt sew könne."- Zu allen Zeiten sind die in den Willen gefahrenen Leidenschaften und vorgefaßten Meinungen der Men- H eJeVför?er und bestimmender gewesen, als die Ergebnisse — Die englische Post. Der Bericht der Postverwaltung für Großbritannien pro 1876 enthält verschiedene interessante Einzelheiten: Die Gesammtzahl aller im Königreich auf die Post gegebenen Briefe betrug 1,018,955,200, 1 Prozent mehr als im Borjahre, oder 31 Briefe per Kopf der Bevölkerung. An Post- karten find 92,935,700 befördert worden, um 6,7 Prozent mehr als im Jahre 1875, an Bücherpacketen 293,790,800 oder 6,8 Prozent mehr, und an Zeitungen 125,065,300. Die Zahl ein- geschriebener Briefe betrug 5,095,115, was ungefähr einen ein- geschriebenen Brief auf 200 gewöhnliche Briefe ausmacht. Als unbestellbar wurden 5,897,724 Briefe in das Returned Letter Office zurückbefördert, oder einer auf 16 aufgegebene Briefe. Von diesen kamen nahe an 9/io entweder an die Absender oder an die Adressaten. Mehr als 33,100 Briefe wurden ohne irgend eine Adresse aufgegeben; von diesen enthielten 32 zusammen etwa 390 Pf. St. in Münze und Banknoten und nahezu 5000 Pf. St. in Cheques, Wechseln u. s. w. Etwa 79,000 Frei- marken wurden in den verschiedenen Postämtern lose umherliegend gefunden. Ohne alle Umkleidung wurden 14,346 Gegenstände aufgegeben. Ein Brief mit Banknoten im Betrage von 1000 Pf. St., an eine Bank adressirt, wurde offen vorgefunden. In einer unbestellbaren Zeitung fanden fich 4 Sovereigns und in einer andern ein goldenes Medaillon vor. Unter den postregle- mentswidrigen Sendungen find hervorzuheben: Künstliche Augen und Zähne, Perrücken, Blumen, Obst und Gemüse, Wildpret aller Art, Fische, Blutegel, Frösche, Schlangen und Eidechsen. Eine lebeudige Schlange, die aus einem Postpacket entschlüpft war, wurde in Holyhead und Kingstown Marine-Postamt ent- deckt, und, da sie nach Verlauf von 14 Tagen von ihrem Eigen- thümer nicht reklamirt wurde, dem Zoologischen Garten in Dublin übergeben. Ein Packet mit einem lebenden gehörnten Frosch kam in Liverpool von den Bereinigten Staaten Nordamerikas an und wurde dem Adressaten behändigt. Die Zahl der im Jahre aufgegebenen Telegramme betrug mit Ausschluß der Zei- tungstelegramme 23,440,439 oder 900,000 mehr als im Bor- jähre. Das Reinerträgniß der Post belief sich in 1876 auf 1,947,000 Pf. St. — Herostratus-Naturen. Der„Pfälzische Kurier" ent- hält folgende intereffante Mittheilung aus Baden: Mögen es auch vorwiegend politische Beweggründe gewesen sein, die den Nobiling zu seiner schrecklichen That veranlaßt haben, so glaube ich doch, daß auch in ihm, wie in so vielen großen Verbrechern, so etwas von einem Herostratus steckt. Auch Oskar Becker gab seiner Zeit als Grund seines Mordanfalls auf den König von Preußen(den jetzigen Kaiser) polittsche Anschauungen an, indem er sagte, er erblicke in der Person des Königs von Preußen ein Hinderniß für die Einigung Deutschlands, welches er wegzuschaffen sich berufen gefühlt habe. Dabei war er aber ganz von h-rostratischen Gedanken erfüllt. Ich wurde in dem Zellengefängniß, in welchem er seine Strafe abzubüßen hatte, als Beamter angestellt, und zwar fast zur selben Zeit, als er dahin kam. Schon beim zweiten, durch die Hausordnung vorgeschriebenen Besuch, den ich ihm machte, fragte er mich: „Sie waren wohl begierig, mich zu sehen— nicht?" Als ich ihm erwiderte, ich hätte ihn bereits vor den Schranken des Schwurgerichts gesehen, meinte er:„Ach so! Wie hoch schätzen Sie das Publikum? Mindestens 700—300— nicht wahr?" Auf meine Entgegnung, daß der Saal höchstens 150—200 Menschen fasse, fuhr er fort:„Nun ja, aber ich habe gesehen, daß man fich weidlich gedrückt hat meinetwegen; es waren auch viele Damen da. Wenn ich nur lesen könnte, was die Zeitungen über mich sagen!" Die Ueberzeugung, daß er ein höchst in- teressanter Mensch sei, hat er während seiner etwa vierjährigen Haft festgehalten, und in gewisser Beziehung war er es auch, denn es kam öfters vor, daß ihn fremöe Besucher der Anstalt zu sehen verlangten, was aber nicht gestattet werden konnte. Immer suchte er die Anstaltsbeamten darüber auszuforschen, was man von ihm spreche, allerdings ohne Erfolg, da derartige Unterhaltungen mit Gefangenen untersagt find. Als ich von der Anstalt wegversetzt wurde, zeichnete er— mit Hilfe seines klei- nen Spiegels— sein ziemlich gelungenes Bild und händigte mir dasselbe mit der Bitte ein, es meiner Braut zu geben, wenn ich eine hätte. Dieses Bild hängt heute noch über meinem Schreibtische. Kaum waren einige Wochen nach meiner Ver- setzung verflossen, so erhielt ich von Brüssel aus ein Telegramm des Inhalts:„Herr N.! Ich bin ftei, frei, frei. Von Phila- delphia aus wird man von mir hören." Er war vom Groß- Herzog unter der Bedingung, daß er Deutschland verlasse, be- gnadigt worden. Aus Philadelphia hörte man aber nur noch von seinem bald nach seiner Ankunft erfolgten Tode. Aus Louisiana Die amerikanische Presse, ihrem alten Berufe treu, ist mit Beginn der„Hundsmonate" wieder mit Haschen nach Sensationen beschäftigt. Bei der Rarität von Neuigkeiten — selbst die gegenwärtig stattfindende sog. Potteruntersuchung anläßlich der bei der letzten Präfidentenwahl verübten Schwin- deleien ist zu abgeschmackt, um Interesse zu erregen— giebt eS für die Lohnschreiber nur einen Ausweg, dem Bedürfniß ihrer Leser zu genügen, nämlich: Neuigkeiten zu erfinden; eine Eigen- schaft, in der denn auch das Möglichste geleistet wird.— Vor einigen Wochen wurde das Lesepublikum mit dem„Umsichgreifen des Communismus" in Spannung erhalten, der den geduldigen Spießbürger beinahe aus der Haut fahren ließ, in Anbetracht der„nahen Gefahr", die dadurch seinem Leben und Eigenthum gedroht würde. Man sieht, die Herren Editoren kennen ihre Pappenheimer. Da wurden nun gefährliche Geschichten berichtet von Chicago, St. Louis, Cincinnati und andern Städten. Groß- artige Waffenansammlungen sollten dort stattfinden, Exercitten vorgenommen werden, und das solle darauf hindeuten, den Kapitalisten den Garaus zu machen bei der ersten sich dar- bietenden Gelegenheit. Natürlich wird Solches derart berichtet, daß die mit dem Sozialismus Unbekannten die sozialisttschen Arbeiter als eine Menschenklasse betrachten, die„ausgerottet" werden muß. Jndeß nur gemach. Eingestandenermaßen ist der Einfluß der Sozialdemokratte schon so erkennbar, daß im Laufe der Zeit alle reaktionären Parteien ihr gegenüber Stellung zu nehmen haben, um deren Sieg zu verhindern. Von diesem Geständniß wollen auch wir Akt nehmen. Die Scheidung zwischen Arbeiter und Bourgeois wünschen auch wir.— Zu den moralisch verkommensten Editoren der deutsch- amerikanischen Presse zählt unbedingt Förster, Redakteur der hiesigen„Deutschen Zeitung" (dasselbe Blatt, welches nur gehässig und entstellt citirt), ein Subjekt, das unbedingt im„Vorwärts" an den Pranger gestellt werden sollte. Bei Gelegenheit der„Attentate" auf den Kaiser hatte dieser Redakteur die Frechheit, unsere Partei als eine „Mörderbande" zu bezeichnen und hervorragende unbescholtene Männer, die im Dienste der Partei stehen, mit dem Namen „Kanaillen" zu beehren. Tag für Tag folgten die nieder- trächtigsten Beschimpfungen, denen die wenigen wirklichen So- zialifien machtlos gegenüber standen, da jede Entgegnung oder Berichtigung abgelehnt wurde. Eine schwach besuchte Versamm- lung unserseits, in der dieser Preßbandit gehörig gegeißelt wurde, entzog ihn der verdienten Strafe, die übrigens eines TagS schon verabfolgt werden wird, und zwar hier in New-Orleans, in derselben Stadt, wo er sich als Repräsentant der Deutschen gcrirt.— Auch hier wird die Sozialdemokratie stark werden, die Agitatton wird sich auch auf den Süden ausdehnen, dafür sorgen wir.— Die Arbeiterverhältnisse, welche hier höchst traurig sind, werde ich später vielleicht eingehender berichten. New- Orleans ist im Gegensatz zu früheren Jahren wie ausgestorben, und darnach kann auf den übrigen Süden geschlossen werden. Die ganze Stadt macht den Eindruck eines im rapiden Nieder- gange gehenden Gemeinwesens, das sich kaum wieder emporrichten wird. Bankerott auf allen Gebieten des wirthschaftlichen Lebens; giebt cs einen besseren Beweis von der Zersetzung der Gesell- schast? R. T. Kopenhag««, 12. Juli. Von allen Seiten findet man Nach- richten, nur von hier fehlt seit längerer Zeit irgendwelches Le- benszeichen. Es ist aber auch in der Partei kein rechtes Leben, seit oer Heiland-gen— Amerika fuhr, und nun erwartet man, daß ein großer und letzter Prophet kommt, der ohne weiteres den Zukunstsstaat herstellt mit allen sieben Himmeln Mohameds. Ja Einige hoffen auf jetzt noch auf die baldige Wiederkunst des Herrn— Pio! So ungefähr ist die Situation hier. In der jüngsten Zeit sind ein paar Genossen hier angekommen, der Eine ein Deutscher, der eine Reihe von Jahren in Jütland gearbeitet hat und der Sprache ziemlich mächttg ist, der Andere ein Däne, der kürzlich erst aus Deutschland zurückgekehrt, welche bestrebt find, die Stockung zu heben und die Partei, welche, geradezu gesagt, nur vegetirt, neu zu beleben. Möge cs ihnen gelingen, denn die Schwierigkeit darf man nicht unterschätzen, erst das Interesse zu wecken und von der unheilvollen Bahn abzulenken, auf der es von Beginn an ruhte. Auch einen schweren Verlust hat die Partei erlitten. Am crsten Psingfimorgen starb an der Schwindsucht der Bildhauer O. Schultze im Alter von erst 29 Jahren. Er war früher in Deutschland und Einer von den Wenigen, die mit Ernst und Verständniß unsere große Sache erfaßt hatten und unablässig bemüht waren, das rechte Erkennen auch hier zu verbreiten, damit Dänemark die Stelle in der That einnehme, die es schein- bar hat. Ohne hervorzuragen und als Redner sich bemerkbar zu machen, was ihm die kranke Brust nicht gestattete, war er mit der Feder thättg für die Verbreitung unserer Ideen. Seine letzte Arbeit, die er kurz vor seinem Tode beendet hat, war die Uebersetzung von Mo st's„Kapital und Arbeit", womit er sich bei Dänemarks Arbeitern in Erinnerung erhalten wird. Die beiden Attentate gegen den Kaiser hatten in der Partei fast gar keine Wirkung zur Folge, dagegen in der Bourgeoisie fast dieselbe wie in Deutschland, so daß sich die Regierung ver- anlaßt fand, einen kleinen Wink zu geben, um der Aufnahme der Waschzettel und nationalliberalen Lügenberichte Einhalt zu thun. Jetzt wird die ganze Geschichte mit ruhigem Blute und kühler Ueberlegung betrachtet. Der Kaiser findet als alter, ehr- würdiger Greis und Fürst Sympathie. Man hat hier schon vor dem Worte„Reaktton" einen gewalttgen Abscheu und ist deshalb auf die nächsten Reichstagswahlen noch gespannter als bei der letzten Wahl.— Die Philadelphia- Ausstellung war die Niederlage der deutschen Industrie auf dem Weltmarkte, man bezieht jetzt hier vorzugsweise aus England und Frankreich. Die Ausbeutung Hödel's und Nobiling's zu reakttonären Zwecken hat dieselbe Folge in politischer Hinficht, und nur einzig und allein die deutsche Sozialdemokratie ist's, die heute noch das Interesse des Auslandes verdient und aufrecht erhält, denn die „liberalen" Parteien, die Bismarck-Anbeter sind zum Kinder- lpott geworden. Hingegen hat das Attentat gegen die Sozial- demokratie nun auch einen Theil der hiesigen Parteimitglieder ouS ihrer Apathie aufgerüttelt und find dieselben bestrebt, wie anderwärts, mit pekuniären Mitteln den Brüdern in Deutschland bei den Wahlen zur Seite zu stehen. Als Curiosum sei noch erwähnt, daß im Laufe der ver- yangenen Woche das„Kind von Frankreich", Lulu der Kaiser- prinz, hier war und um die Prinzeß Thyra freite. Es wäre vne sehr günstige Partie für ihn gewesen, den künftigen Kaiser von Rußland, die künstigen Könige von England und Dänemark lowie den jetzigen von Griechenland zum Schwager zu haben. Da aber die Aussichttn auf Frankreichs Kaiserthron gegenwärtig sedr nebelhaft sind und die Pariser„Republikaner" keine Lust bezeigen, ibn willkommen zu heißen, so wurde er sehr feierlich mit einem Korb entlassen und vielleicht auf spätere bessere Zesten vertröstet, denn der in Rede stehenden Prinzessin wäre ein Ehe- mann scbon anstandshalber zu gönnen. Die besten Wünsche der hiesigen Genoffen geleiten Euch, Ihr deutschen Brüder, am 30. Juli zur Wahlurne. Möge Jeder seine Schuldigkeit thun; die Proletarier aller Länder sehen auf Euch und setzen ihre Hoffnung auf Euren Sieg! Hoch die Sozialdemokratte! Jörgen Gaardmand. KamSurg, 20. Juli. Heute Vormittag fand die Gerichts- Verhandlung in Betteff der beschlagnahmten Gewinne der „Tombola" gegen Genossen Geib statt. Der Staatsanwalt hatte eine Geldstrafe von 150 Mark für jedes verkaufte Loos, zusammen also 687.000 Mark, eventuell ein Jahr Gefängniß beanttagt. Der Gerichtshof erkannte auf kostenlose Freisprechung und auf Herausgabe der beschlagnahmten Gelder und Gewinne. Kitdesheim, 16. Juli. An die Parteigenossen des 10.(han- noverschen) Wahlkreises. Nach kaum anderthalbjährigemBestehen des Reichstages wird uns schon wieder eine Neuwahl auf den Hals gebürdet." Der Grund hierzu ist wohl jedem von uns bekannt: Vernichtung der Sozialdemokratte in erster Linie, zweitens um einen stets willfährigen Reichstag zu bekommen.— Die Neu- wähl zum Reichstage ist auf den 30. Juli angesetzt, und machen wir hiermit bekannt, daß wir als Candidaten im hiesigen Wahl- kreise den Expedienten Heinrich Oehme in Hannover aufgestellt haben. Da Herr Oehme die Candidatur angenom- men hat, so fordern wir alle Arbeiter und Parteigenossen hier- mit auf, für die Wahl des Arbeiter- Candidaten aufs Kräftigste ! einzustehen, umsomehr, als der hiesige Wahlverein durch poli- zeiliche Chikanen gerade vor der Wahl geschlossen und dadurch ein wesentlicher Haltpunst für uns verloren worden ist. Aber nicht nur durch Propaganda, sondern auch durch materielle Hilfe sollt Ihr uns beistehen in diesem Wahlkampfe, denn ohne Opfer kein Sieg. Thut also Alle Euer Möglichstes! Etwaige Sen- düngen wolle man an den mitunterzeichneten Kassirer des Wahlcomitäs, Herrn C. Hilder, Hildesheim, Wollenweberstraße 967, 3. Etage, einschicken. Steht also diesmal Alle ein für die Wahl. Alle für Einen, Einer für Alle! Das Centralwahlcomits des 10. hannoverschen Wahlkreises. E. Dölle. F. Dölle. C. Hilder. diB. Sollten etwa aus Versehen an den einzelnen Orten des Kreises bis zum Sonnabend, den 27. d. M., noch keine Sttmm- zettel angekommen sein, so wolle man sich schnell an C. Hilder brieflich wenden. Die„Berliner Freie Presse" und das„Ham- burg-Altonaer Volksblatt" werden um Abdruck gebeten. KirfchSerg a. S., 14. Juli. Heute sollte hier eine Wähler- Versammlung stattfinden. Als Referent war der sozialistische Candidat, Redatteur Hermann Lange aus Crimmitschau, annon- cirt. Nun candidirt aber seitens der Nationalliberalen in Reuß j. L. derBürgermeistervonHirschberg, Landtagsabgeordneter vr.Jäger, der in der beregten Versammlung zugleich die überwachende Behörde vertrat.— Präcise'/«9 Uhr Abends eröffnete plötzlich zu allgemeiner Ueberraschung der Bürgermeister, obschon er nicht Einberufer oder Arrangeur der Versammlung war, dieselbe, schlug einen Borsitzenden vor, den die Anwesenden acceptirten, und erklärte dem sozialdemokrattschen Referenten, der nebst dem eigentlichen Einberufer am Bureautische schon vorher Platz genommen, daß er überhaupt kein Wort zu sprechen und sich vom Tische zu entfernen habe, widrigenfalls er ihn verhaften lassen werde. Dr. Jäger entwickelte sodann sein Programm in einer halbstündigen Rede, die unter Anderem auch reichlich mit An- griffen gegen die Fortschrittspartei gespickt war. Nachdem dies geschehen, erfolgte ohne jede Diskussion sofortiger Schluß der Versammlung. Daß ein Reichstags candidat seinen Gegencandi- baten mit Verhaftung bedroht, ist jedenfalls in Deusschland noch nicht dagewesen. Arestn«. Hier gehen im Wahlkampf die Wogen hoch, und zwar paukt die einzig reaktionäre Sippe sich unter sich. Es ist für den Sozialisten ein Schauspiel für Götter, wenn man die verschiedenen Parteiblätter, ihr Geschimpfe, Heulmeiern k. liest. Die Fortschrittler, welche ja bis zur vorigen Wahl Breslau als ihre Domains bettachteten und jeden Eindringling entweder mit Sohn»der Verachtung straften, hatten diesmal, um die bösen ozialdemottaten unterzukriegen, mit den Nattonalliberalen einen Compromiß derartig abgeschlossen, daß im Westbezirk der Fort- schritt-mann Bürgers, im Ostbezirk der blasse Nattonalliberale Molinari aufgestellt resp. durchgebracht werde. Doch welcher Schrecken in den Reihen der liberalen Helden, als plötzlich eine neue Partei unter Führung des Staatsanwatts und Professors Fuchs auf dem Kampfplatz erschien und erklärte, auf keinen Fall dem Excommunisten Bürgers ihre Sttmmen zu geben, sondern den conservativen Oberbergrath Serlo ausstellte und sich ver- pflichtete, mit aller Macht(welche keinesfalls zu unterschätzen) für die Wahl desselben zu wirken. Es stehen sich nun hier Reinders und Molinari im Osten, im andern Bezirk Kräcker gegen Bürgers und Serlo gegenüber. Die ultramontanen Can- didaten kommen weniger in Bettacht. Nun sollten Sie die Angst- ,nd Schreckensrufe, das Gezeter und Geschimpfe hören. Das hiesige Käseblättchen, genannt„Breslauer Morgenzelwng", bekannt durch infames Schimpfen auf unsere Partei und b,e Arbeiter im Allgemeinen, jammert nun in jeder Nummer, daß wenn von der Candidatur Serlo's nicht abgesehen werd� Kräcker ganz gewiß siegt. Das Organ der neuen Partei, die„Schlefische Zeitung". hatte einige zahme Artikel gegen den Wucher-c. der verehrlichen Juden gebracht, da erbosten sich nun das Gründerblatt„Schle- fische Presse" und das Organ des Auchdemokraten Stein, die .Breslauer Zeitung", darüber, bringen ellenlange Artikel gegen die arme Schlefierin, ja erklären dieselbe in Verruf. Haben doch eine ganze Anzahl reicher Juden öffentlich bekannt gemacht, die„Schlesische Zeitung" nicht mehr zu lesen, auch nicht in der- selben zu mseriren. Diesem Treiben sieht mit innigem Behagen die ulttamontane„Schlesische Bolkszeitung" zu, ab und zu einige höhnische Brocken in den reichstteuen Hexenkessel werfend. Aber, werden Sie fragen, was machen die Sozialisten?— Nun, die befinden sich den Umständen nach wohl und sind guter Dinge, sie werden am 30. Juli ihre Schuldigkeit so thun, daß gewissen Herren die Hörner und Ohren am Kopfe wackeln werden. Ver- sammlungen können wir allerdings nur wenige abhalten, da es uns an Lokalen mangett.— Zum Schlüsse noch unserm ver- schwundenen Redatteur Keller auf diesem Wege zur Nachricht, daß er gestern 7 Monate Gefängniß erhalten, das Jahr ist jetzt voll, etwas kommt noch nach; wie wäre es, wenn Sie Freund Schlesinger Gesellschaft leisteten, der jetzt auch wieder 4 Wochen abmacht? S. Witsuack, 9. Juli. Gestern Abend, 30. Juni, fand Hierselbst eine liberale Volksversammlung statt, woselbst der liberale Land- tagsabgeordnete Dr. Burg aus Berlin sich als Reichstags- Candidat vorstellte. In seinem Referat urtheilte er in folgender Weise über die Sozialdemokratie: 1) Die Reichstagsabgeordneten Fritzsche, Bracke uno Most hätten in einer Volksversammlung im Februar in Berlin über die Zukunft des sozialistischen Staates referirt: Tie Arbeiter würden Alle zusammen in Gruppen ar- beiten. 2) Die Arbeiter würden sich nach Vorschrift kleiden müssen. 3) Nachdem das Jahr abgelaufen, erhielte der Arbeiter von seinem Verdienst durch einen gewissen Beamten seine paar kärglichen Groschen ausgezahlt, soviel auf ihn käme, das Uebnge! flösse in die gemeinsame große Kasse. 4) Die Faullenzer erhielten sodann Unterstützung aus der großen Kasse. 5) Die Sozialde- mottatie wäre wie ein Krebsschaden am gesunden menschlichen Körper, und könnte dieser Schaden nur durch eine radikale Kur beseittgt werden. Jetzt wäre die geeignetste Zeit, diesen Krebs-! schaden zu beseitigen. Dem Arbeiter gebührten nur soviel Rechte, wie ihnen zukomme. Alsdann stolperte er auf die Presse los, die müßte zunächst dran, und die Agitatoren, die kleinen, für Geld wirkenden� das sozialistische Gift umherspritzenden Subjette. Dieser saubere Herr Sozialistenftesser weiß wohl nicht, daß jeder Sozialist Agitator ist! Er wäre der Erste, der für Ausnahme- gesetzt stimme. Sodann ging die Quasselei über die Steuern los, wobei er das Tabaksmonopol verwarf. Doch wüßte er gar nicht, warum man gegen die Salzsteuer so protesttre, das mache ja doch das Jahr nur 60 Pf. für eine Familie. Dieser Herr versteht gar nicht, was 60 Pf. für einen Arbeiter ausmachen! Weiter faselte der feine Herr von den Redatteuren unserer Presse und unseren Führern: er wäre dafür, sie sämmtlich in's Zuchthaus zu stecken. Wenn das letztere nur anginge— aber so haben diese Herren die Rechnung ohne den Wirth gemocht. R. Briefkaste« der Redaktion. X. Z.: Die betreffenden Strafpara- graphen sind zwar zunächst einem andern Blatte entnommen, doch haben auch wir dieselben, da sie den Sinn des Gesetzes in dieser Form viel verständlicher und klarer ausdrücken, zum Ab- druck gelangen lassen. Die Bedrohung mit Arbeitsent- lassung ist zwar keine Bedrohung mit einer strafbaren Handlung; doch jeder ehrenwerthe Richter wird eine solche Bedrohung als eine Gewaltthat ansehen, die den Wähler, wenn er seine Ueberzeugung nicht preisgeben will, behindert, seine staats- bürgerlichen Rechte auszuüben. Also auch da tteffen die im Auszuge mitgetheilten Strafparagraphen das Richttge.— Im Uebrigen sei noch bemertt, daß die Wahlcomitäs unserer Partei sich genau jeden Fall merken mögen, wo die Arbeitgeber die Arbeiter mit Entlassung bedrohen— der neue Reichstag, er mag noch so reattionär werden, wird solche Borfälle bei den Wahl- Prüfungen, die in der nächsten Session überhaupt eine große Rolle spielen werden, als Ungültigkeitsgründe ganz bestimm! ansehen. Das Gebelfer einzelner Zeitungen darüber, daß wir jene Slrafparagraphen unrichtig citirt haben, beweist nur, wie richtig es gewesen ist, daß wir den Geist des Sttafgesetzbuchs zeigten und so die bodenlose Unmoralität, die in den Bedrohungen der Arbeiter mit Entlassung liegt, enthüllten. Wird, wie wir annehmen, der Richter darin einen Gewaltatt zur Verhinderung der Ausübung der staatsbürgerlichen Rechte erblicken, so erkennt er auch auf den Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, was den Bedrängern erst recht unangenehm ist. Hrn. B. A. in Marienbad: Wir haben Derartiges schon oft be- sprachen, werden jedoch Ihren Wunsch bald zu erfüllen suchen. Et- waiges Material erwünscht.— Hrn. L. B. in Baden-Baden: Ihre Vorschläge sind uns durchaus nicht neu, wir befolgen dieselbm schon seit 1863, jedoch Alles auf einmal kann nicht geschehen. Wir haben in großen ländlichen Bezirken bereits festen Boden gefaßt und werden schließlich auch zu Ihnen kommen. Es muß eben jeder Genosse Agitator sein. Lassen Sic sich von unserer Expedition, Färberstraße 12, überzählige Nummern kommen und gehen Sie selbst jeden Sonntag auf die Dörfer, S-c werden bald Gesellschaft bekommen.— F. S. F.: Wir find nicht alle Engel. In Ihrem Falle wäre eS jedoch gut, Sie stimmten für S. und ebenso Ihre Bekannten, denn ez handelt sich jefct um Ausnahmegesetze und da müssen wir doch solche Leute vorgehen, die für uns stimmen werden. Oder ziehen Sie es vor, unpolitisch zu handeln und einem Nationalliberalen zum Siege zu verhelfen? Gewiß nicht.— W. L. in Fürth: Wir haben bis jetzt die„Deutsche Gerber« Zeitung" nicht erhalten.— I. F. in Nürnberg: L. ist verreist, Brief nachgeschickt.— L. in Berlin: Die bekannte Chiffre mußte aus Gründen wegbleiben. Sonst einverstanden.— N. N. Sie meinen, da die Samm- lungen für die„Wilhelm-Spende" nur den Abscheu des deutschen Volkes vor Meuchelmord ausdrücken sollten, könne die Sozial-Temokratie sich recht wohl an der„Spende- beiheiligen. Wir dächten, der Abscheu de« deutschen Volkes vor Meuchelmord sei so selbstverständlich, daß es keiner Manifestation bedarf. Biel zeitgemäßer wäre es, Abscheu vor den moralischen Meuchelmördern auszudrücken, die das deutsche Volk infam verleumden und das als eine patriotische That hinstellen; auch Diejenigen zu brandmarken, welche die Entrüstung über die Attentate für reaktionäre Wahlmanöver ausnützen wollen, wäre vielleicht am Platz.—«. B. in Halberstadt: Schicken Sie Bericht.— H. M. 1) In welchem Verwandschaftsverhältniß Prinz Peter von Oldenburg zum Großherzog von Oldenburg steht, wissen wir nicht. ES ist auS dem Sothaer Kalender zu ersehen, den wir nicht besitzen. 2) Ueber das amerikanische Testament ist unS nichts bekannt. 3> Die„Sozialisten- Hätz" hat überall und auf allen Gebieten unserer Partei genützt. Quittung. Krschwk hier Ab. 0.60. Wlfl Sell Ab. 2,80. Brndt Mittweida Ab. 15,00. Thm hier Ab. 20,00. Prbstl München Ab. 50,00. Brn Graz Ab. 31,60. Gb Hamb. f. Prbstl i. München Ab. 150.00. Hnsch Kreuznach Schrft 2,75. Krgr Marburg Schrft 3,00. Zrkl Finster- walde Schrft 1,50. Kpp Baden Schrst 1,60. Kstnr Frohburg Schrft 0:67. Bllstn Mühlheim Schrft 9.00. Gb Hamburg Schrft 12,00. Wahlf»«dS. B. Genoffen i. Jägerndorf 25,27. Ges. i. d. Küche d. Brb.-Vild.- Ber. hier 1,20. S. Crinitz 4,00. P. Hffm. Graz 2,00. D. Gb. Hamburg 0.60. B. Frau A. W. i. M. 1520,00._ Cottbus. Ein Parteigenosse, welcher sich noch im Besitz des „Märkischen Bolksfreundes" vom Monat Februar 1877 befindet, wird ersncht, mir denselben käuflich oder leihweise zu überlassen, da es sich um sehr wichttge Angelegenheiten handelt. Sämmtliche dadurch ent- stehende Kosten werden vergüligt. Adressen sind einzusenden an Herr- mann Feistel, Klosterstraße 306, 2 Tr. Die„Berliner Freie Pressewird um Abdruck gebeten. wir empfehlen: Douai: Autw-rt an die Bekeuuer des Theismus f illmann: Orgauifation der Massen. rinneruug an Herwegh..... KuaPpschaftSkassenwesen vor dem deutschen Reichstag E teuflischer Schnaps im deutschen Retchstaae chramm: Grundzüge der Rattonalökonomte. Aorck. Die induftrielle Arbeiterfrage Bergmanns Finch �......... o,io Bios: Unsere Prcßznstäude......- 0,10 Bürgerkrieg«n Frankreich....... 0,15 Kulturkampf und Volksschule in Preußen. Die parlamentarische Thattgkeit des deutschen Reichstags 1871— 1874....... Die Bolksschnle und die Lage ihrer Lehrer in Preußen Dietzgen: National-Oekonomisches.... -- Bürgerliche Gesellschaft. Douai: Kindergarten und Volksschule.••. Eccarius: Kampf des großen und kleine« Kapitals. Mk.-.10 „-.20 „-.10 --12 „-.05 „-.25 .—.10 0,10 0,10 ?ür die franziislscheii Brüder...• �. Herr v. Treitschke, der Sozialisteutödter und die End- ziele deS Liberalismus..>.•„ Die Expedition des„Vorwärts' 0,10 0,10 0,15 8,10 0,25 0,15 0,15 0,20 Verantwortlicher Neda..cur: Jul»uS Künzel in Leipzig. Redaktion und �Erpedilion Färberstr. 12.11. in Leipzig. Druck und Verlag tkr SenollenschaftSbuchdruckerei in Leipzig.