Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis garz Deutschland 1 m. 60 Bt. pro Euartal. Monats Abonnements werben bei allen deutschen Bostanstalten aaf ben 2. und 3. Monat, und auf den Monat besonders angenommen; im nigr. Sachsen und Herzogth. Sachsentenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Bfg. Inserate Betr. Bersammlungen pr. Petitzeile 10 Bf., Bets. Brivatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Bf. Rr. 87. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buch Handlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- Yort: Soz.- demokr. Genossenschaftsbuchdruckerei, 154 Eldridge Str. Philadelphia: B. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N.J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: E. Henze, 8 New Str Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Parteigenossen! Laßt Euch nicht provoziren! Man will schießen. Die Reaktion braucht Krawalle, um das Spiel zu gewinnen. Der Lehmann- Hödelprozeß. Freitag, 26. Juli. 1878. ( Geistesschwäche) des unglücklichen Attentäters fortsetzen. Er- zialisten die Machtsphäre des Staates so bedeutend erweitern wähnt sei doch noch das Zeugniß des Photographen, bei welchem wollen; wie nun kommen Sie zu der Behauptung, daß sozia2.- 5. acht Tage vor der That war und der vor Gericht depo- liſtiſcherseits der Staat aufgehoben werden solle? nirte, er sei damals schen überzeugt gewesen, es mit einem Frrfinnigen zu thun zu haben. Der erdrückenden Wucht all dieser Thatsachen hat sich denn auch sogar der Gerichtshof nicht zu entziehen vermocht. Die Anklageschrift hebt ausdrücklich die Verwahrlosung und Entartung des Angeklagten von Kindheit auf hervor. Hätte das nicht wenigstens als mildernder Umstand gelten sollen? Dem Staatsanwalt entschlüpft in seiner Anklagerede das Geständniß, L.-H. sei offenbar" durch die unverstandenen und unverbauten Lehren der Sozialdemokratie zu seiner That fortgerissen worden." Höchstens könnten Sie sagen, der Staat sei der Aufgabe, die ihm die Sozialisten stellen, nicht gewachsen, oder auch nach der Manchesterdoktrin: Einrichtungen, wie sie die Sozialisten dem Staat übertragen wollen, gehören nicht in seinen Bereich; aber nie können Sie, wenn Sie nur sich selbst und Ihrer Doktrin treu bleiben wollen, Ihre Leser von der von den bösen Sozialdemokraten geplanten Auflösung des Staates unterhalten. Am 10. c. hat der Prozeß gegen Lehmann- Hödel stattgefunden. Wir wollen alles dabei Vorgebrachte unbesehen mit in Kauf nehmen: Die widersprechenden Zeugenaussagen darüber, ob die Pag. 14 sagt Herr Bamberger: dem Bürgerthume fehle noch Schüsse wirklich gegen den Kaiser gerichtet waren; ferner über die starke materielle Unterlage". Sehr richtig und zwar je die Zahl der abgegebenen Schüsse; über die vorgefundenen weiter wir vorwärts schreiten, desto mehr wird die heute noch vorhandene materielle Unterlage schwinden, indem sich eben von Stückchen Blei", anscheinend Kugeln"; und daß trozdem die Finder derselben bei der Verhandlung wieder ganz andere Namen Also wohlgemerkt: Nicht weil L.-H. die Lehren der Sozial- Jahr zu Jahr die Kapitalien in immer weniger Händen contrugen, als die vorher in den Blättern angeführten, so daß, demokratie richtig verstanden und verdaut" hatte, beging er feine centriren und dementsprechend das Proletariat wächst. In dem wenn man nur die öffentlich genannten Kugelfinder zusammen- That, sondern gerade im Gegentheil: Weil er sie nicht ver- gleichen Maße, wie sich die„ starte materielle Unterlage" reduzirt, vermindert sich auch die Bourgeoisie; eine kleine Anzahl sondert zählt, fich schon mehr Kugeln gefunden" hätten, als überhaupt standen und nicht verdaut" hatte! abgeschossen wurden. Dieses Zugeständniß eines so unverdächtigen Beugen, wie es sich zur Geldaristokratie ab, die große Mehrheit wird zu ProleAuch daß sämmtliche Kugeln vor dem Hause der russischen in dieser Sache ein preußischer Oberstaatsanwalt ist, ist allein tariern. Ebenso Recht hat Herr Bamberger, wenn er sagt, daß die Ursachen über unsere nicht genügenden gewerblichen Leistungen Botschaft aufgelesen wurden, troßdem L.-H. den ersten Schuß schon mehr als ausreichend. von da aus in entgegengesetter Richtung, den dritten und( anDie Krone aber wird dieser Reihe von entlastenden Buge- fich zum größeren Theil auf Schäden zurückführen ließen, die geblich) vierten aber in der Mittelpromenade der Linden", also ständnissen im Urtheil selbst aufgefeßt. Der hohe Staatsgerichts wenigstens so alt wie das Jahrhundert seien. Es ist jedoch das vom russischen Botschaftshotel schon weit entfernt, abgefeuert hof spricht erst die zurechnungsfähigkeit des Angeklagten aus, Streben der Produzenten, unter dem Geseze der freien Conhatte dieses und noch vieles, vieles andere, höchst Wadliche weil sich für das Gegentheil tein Anhaltspunkt ergab.( In currenz"( durch dieses Thor halten nicht allein die ungenügenden wollen wir ohne viel Grübeln hinnehmen; man soll sehen, daß der That, das heißt sich die Erledigung dieses für die ganze Leistungen, sondern auch die gefälschten Produkte ihren feierlichen Einzug) gleiche Waaren zu möglichst billigem Preise auf den wir nicht solche Ungläubige sind, wie man uns immer vor- Sache entscheidenden Bunttes nicht allzu schwer machen.) wirft. Kurz dahinter aber, bei der Erwägung, ob L.-H. nur einen Markt zu bringen, und da greift nun der kleine, um nicht von Selbstmord beabsichtigt haben könne, erklärt ihn der h. Gerichts- dem großen Produzenten, dem er ja absolut nicht beikommen hof ausdrücklich für einen geistig wie körperlich zerrütteten kann, verdrängt zu werden, und um seine eigene Stellung zu behaupten, zum Mittel der Täuschung. Er bietet einen GegenSieht der hohe Staatsgerichtshof nicht, in welchen heillosen stand aus, der äußerlich dem seines Concurrenten ganz gleich, Widerspruch er sich da begeben hat? Ein geistig und körperlich wenn nicht gar überlegen ist, nichtsdestoweniger aber in Wirkzerrütteter Mensch" und" Burechnungsfähigkeit"? Wie reimt sich lichkeit schlechter gearbeitet. Durch größere Theilung der Arbeit, durch Einkauf größerer Partien Roh- und Halbprodukte 2c. ist bas zusammen? Wir jedoch haben keine Veranlassung, dieses werthvolle Zu- der große Produzent im Stande billiger zu produziren wie sein fleiner Nachbar, und dieser, um sein Leben zu fristen, muß eben geständniß geheim zu halten. Was aber hat die Verhandlung, so wie sie geht und steht, zu Tage gefördert? Nichts als unsere glänzendste Rechtfertigung! Daß man es hier mit einem ernsthaften, seiner Handlung flar bewußten politischen Verbrecher zu thun habe, das zu behaupten war fein reaktionär liberales Blatt schamlos genug. ( Und das will schon was sagen.) Menschen". " Und in der That hätte es für den ruhig Urtheilenden noch eines Beweises bedurft, daß man es in dem Urheber der jezigen traurigen Wirren nicht mit einem politischen Verbrecher, Parteigenoffen! Den infamen Beschuldigungen gegenüber zur Täuschung seine Zuflucht nehmen. In Deutschland nun, sondern, wie wir von Anfang an sagten, mit einem gänzlich weifet von jegt ab nur auf das Urtheil des hohen Staats- wo die Industrie jünger und die ganze Produktion weniger fest herabgekommenen, förperlich begenerirten und geistig alienirten gerichtshofs zu Berlin hin, in welchem ausdrücklich constatirt ist, ist wie in England und Frankreich, müssen solche Täuschungen ( frankhaft affigirten) Individuum, kurz mit einem Hirnkranken, daß jenes Individuum, welches am 11. Mai c. in Gegenwart viel größere Kreise ergreifen, wie in den genannten Ländern, einem Jbioten zu thun habe, L.- H.'s Verhalten vor dem des deutschen Kaisers einige Schüffe abfeuerte, tein im Besize denen durch ein Reichsgesundheitsamt ebenso wenig vorgebeugt Staatsgerichtshof hätte diesen Beweis erbracht. seiner normalen Geistesfunktionen befindlicher Sozialdemokrat, werden kann, wie durch irgend eine andere Prohibitiv- EinDas stereotype, blödsinnige Lächeln, das unmotivirte Auf- sondern ein geistig und körperlich zerrütteter Mensch" richtung, die etwa das Reich nach dieser Richtung hin treffen lachen bei den ernstesten Fragen, die schnoddrigen, grenzenlos war. tönnte. Den gröbsten Verstößen kann allerdings von Staatsalbernen und banalen Redensarten und Antworten, das ganze Wer, außer der schamlosesten Verlogenheit, kann uns nun wegen abgeholfen werden, aber das ganze Uebel ausrotten, kann bajazzohafte Benehmen, welches klar zeigte, wie wenig sich der noch für 2.- H.'s blödsinnige That verantwortlich machen wollen? weder unsere Regierung, noch die ganze kapitalistische Gesellschaft, Verbrecher des Ernstes der ganzen Sache, und daß es dabei um Wir wünschen nur von ganzem Herzen, daß auch Nobiling denn sowohl die Waarenfälscherei, wie unser heutiger Staat feinen Kopf gehe, bewußt war; der stumpfe, immer blödsinnig am Leben erhalten und vor Gericht gestellt würde. saugen ihre Kraft aus eben dieser Gesellschaft, und in sein eigen vor sich hinlächelnde Gleichmuth, mit dem er das Todesurtheil Wie bei dem ersten Attentäter würde sich dann auch bei Fleisch schneidet Niemand. entgegennahm all das ist nur bei einem Menschen möglich, diesem zweiten herausstellen, daß die Handlung, welche die be- Weiter spricht Herr Bamberger über die ungenügende Verbei dem das Denkvermögen und jeder logische Ideengang voll- rechnende Niedertracht unserer Feinde zu einem hochbedeutsamen waltung der famosen 5 Milliarden und bemerkt dazu, daß die ständig aufgehoben ist! " Symptom" der„ Verwilderung" der„ Massen" durch die sozial- im Jahre 1815 gezahlte Kriegsentschädigung im Ganzen 1833 Das anwesende Publikum und das ganze Zeitungsgeschmeiß demokratischen Frrlehren, sozusagen zu einem Gesammtakt des Millionen, worunter 633 Millionen für Verpflegung der Occuhatte nicht genug Worte der Entrüstung über den„ Cynismus", deutschen Broletariats verzerrte, nichts weiter als die Ausgeburt pationstruppen, sich in besseren Händen befunden habe, wie die 5000 Millionen vom Jahre 1871. Gewiß ein gutes Zeugniß die" Bestialität" 2c., welche L.-H. während des ganzen Ver- eines einzelnen franken Hirnes war. handlungsaktes zur Schau trug.*) Wie bald wird dann der„ Verschwörer", der„ Abgesandte für jene Herren, die sich ja doch alle mehr oder weniger zur Dieses unverständige Wuthgeschrei, wie es sich fast jedesmal der St. Simonisten" 2c. zu einem, mit erblichem Frrsinn be Farbe des Herrn Bamberger bekennen. In ca. 60 Jahren, die bei Gerichtsverhandlungen über derartige Menschen erhebt, zeigt hafteten, unglücklichen armen Narren zusammenschrumpfen, bei auf dem Gebiete des Finanzwesens mehr Belehrendes und mehr so recht die rohe Ignoranz unseres civilisirten" Beitalters. Es dem die bis dahin stille und unschädliche Narrheit durch ein Interessantes und Großes enthalten, als ganze Jahrhunderte, erinnert an das Mittelalter, wo man sogar den Wahnsinnigen, Busammenwirken befördernder Umstände an jenem verhängniß haben also unsere Minister, die dazu berufen waren, so gewaltige, den Epileptischen als vom Teufel Beseffene ansah und behandelte. vollen Sonntag endlich zur gemeingefährlichen Raserei ausgeartet für das Wohl und Wehe der Nation so wichtige Operationen zu Wie uns heute dieser Unsinn unbegreiflich ist, so wird einer war. spätern Zeit der Unsinn unbegreiflich sein, wie man Menschen Warten wir's ab. à la Lehmann- Hödel, die nur vom Standpunkt des Pathologen ( Arzts) zu verstehen sind, für ihre Worte und Handlungen anfeinden und mit dem Henkerbeil zur Rechenschaft ziehen konnte, während doch nur das Mitleid und die Verweisung in eine Bufluchtsstätte am Blaze wäre. Deutschland und der Sozialismus von Ludwig Bamberger. Von H. M. ( Fortseßung.) Leiten, nicht nur nichts gelernt, sondern ihre vor 60 Jahren lebenden Vorgänger verstanden es noch besser wie sie. Haben Sie denn, Herr Bamberger, gar nicht darüber nachgedacht, woher das kommt und wie das möglich ist? Es war doch so leicht, den Zusammenhang zu fassen. Ein Blick auf die Zusammenstellung der Ausgaben, die aus jenen Fonds bestritten wurden, mußte Ihnen genügen, Sie erkennen zu lassen, daß fast all' das Lehmann- Hödel ist für seinen Idiotismus ebenso wenig ver" heidenmäßig viele Geld" für's herrliche Kriegsheer und dessen antwortlich zu machen, als z. B. Herr v. Treitschke für den An den oben citirten Passus der Bamberger'schen Schrift Gefolge, für ganz unproduktive und culturfeindliche Ausgaben feinigen. Beide sind sie unvermeidliche Mißgeburten unserer schließt sich ein Gefinge von den im Grunde noch rückwärts lie- Verwendung gefunden hat. Während noch das Volk aus den gesellschaftlichen Zustände. genden Bielen der Sozialdemokratie, und zwar liegen dieselben Wunden blutete, die ihm der Krieg geschlagen, und die BourBemerkenswerth ist weiter noch die Correspondenz L.- H.'s nach Herrn Bamberger viel weiter zurüd, als die kühnsten geoisie sich in den gewaltigsten Schwindel hineinstürzte, wurde aus dem Gefängniß. Nirgend offenbart sich das Wesen, die Wünsche der politischen Reaktion schauen. Bis in's graue Mittel- von der Regierung fleißig gerüstet, um auf alle Eventualitäten" geistige Berfassung eines Menschen so flar wie im Briefe. Le alter, oder gar bis in's schwarze Heidenthum wollen die sozia- gefaßt zu sein. Ohne solch' herrliches Kriegsheer, dem natürlich style c'est l'homme."( Der Stil ist der Mensch.) Es giebt listischen Elemente, wie Herr Bamberger meint, die Gesellschaft eine so schlechte Verwaltung von 5000 Millionen wohl zu statten wenig Sprichwörter, die so wahr sind, wie dieses. zurückwerfen und alle Formen von Staat, Recht und Verkehr kommt, fann nun einmal die Bourgeoisie nicht bestehen, sie saugt Nun brauchte man aber fattisch von L.-H. nichts weiter zu auflösen. Die abgedroschene Behauptung von der Rückläufigkeit ihr Leben nur noch von außen ein, innerlich ist sie schon ver tennen, als jenen confusen, sinnlosen, schwulstigen Schreibebrief, des Sozialismus wird von Herrn Bamberger, wie üblich, mit trocknet. den er aus der Untersuchungshaft an seine Eltern richtete und feinem Wort erläutert oder bewiesen, er überhebt sich so unbe- Am Schluß der Stelle, die die Milliarden behandelt, sagt der in der Anklage zur Verlesung fam, um zu wissen, mit wem quemen Erörterungen, indem er einfach dekretirt. Aber die Be- Herr Bamberger:„ Nur Narren können daran denken, die Formen hauptung, die Sozialisten wollten den Staat aufheben, ist geradezu der Ansammlung von Kraft, welche diese Culturstufe ermöglicht, man es zu thun hat. Während er die Absicht, den Kaiser zu tödten, hartnäckig lächerlich im Munde des Manchestermannes Bamberger. Wer aufzuheben, und nur Sophisten versuchen, diese Kraft ohne Kabestreitet, schreibt er in diesem Briefe, von dem er, falls er nur hat je den Staat auf ein so niedriges Niveau degradirt, wie pital, dieses Kapital ohne Eigenthum herzustellen." halbwegs bei Sinnen war, doch wissen mußte, welcher Braten eben die Manchestermänner? Sie stellen doch den Staat durch Wir sind es nachgerade gewohnt, von Herrn Bamberger Bees für seinen Untersuchungsrichter sei:„ Es thäte ihm leid, nicht ihr Festhalten an ihrem laisser faire, laisser aller faktisch auf hauptungen zu hören, denen alle und jede Begründung fehlt, und getroffen zu haben." Doch noch ist Polen nicht verloren." Es nichts! Die Sozialisten dagegen wollen ihm nicht nur den ebenso wenig befremdet uns noch seine nationalliberale Unbehabe Deutschland an einem Tell gefehlt."( Armer Schiller! Nachtwächter- und Polizeidienst zuerkennen, sondern ihm auch stimmtheit. Wer denn in aller Welt will Kraft ohne Kapital, Gut für dich, daß du todt bist, sonst tämst du sicher als sozial- die ganzen Produktionsmittel, die ganze Produktion und die wer Kapital ohne Eigenthum herstellen? Es wäre Ihre Pflicht demokratischer Hezer und„ moralischer Mitschuldiger" unter die Vertheilung dieser übertragen, wollen also dem Staate eine gewesen, Herr Bamberger, sich tlar und präzise auszudrücken, Ausnahmegeseze.) Es müffe tabula rasa" gemacht werden. Machtsphäre geben, wie sie ihm noch nie zu Theil wurde, fie aber Ihre Aal- Natur weiß sich überall so zu drehen, daß man „ Krieg bis an's Messer" 2c. 2c. wollen ihn zu einem großen, lebensfähigen Organismus machen, Sie nirgends faffen kann; aber weiter kommen Sie dami. nicht. Welch ein raffinirtes, fein angelegtes Leugnungssystem, nicht mit einem Wort, wollen erft den Staat zum Staate, zum Brenn- Die Sozialisten wollen doch gewiß keine Kraft ohne Kapital und puntte aller Staatsindividuen machen und das nennen Sie, tein Kapital ohne Eigenthum herstellen. Das Eigenthum erSo ließen sich noch die Beweise für die vollständige Alienation Herr Bamberger, eine Auflösung des Staates? Aufgelöst soll tennen die Sozialisten vollständig an, nur das Privateigenthum nur das Krüppelding von Staat werden, das heute existirt. an den Produktionsmitteln wollen die Sozialisten aufheben. *) Mehreremale konnte das Publikum aber auch kaum das Lachen Wie aus dem Schluffe der Schrift des Herrn Bamberger, wo er Das, Herr Bamberger, wissen Sie ebenso gut wie wir, Sie über das äffische Benehmen des armen Topfs unterbrücken. R. d. B. das Collettivwesen bespricht, hervorgeht, weiß er, daß die So- wissen ganz genau, daß die Sozialisten das Eigenthum im wahr? " Prinzipe durchaus nicht negiren, und dennoch behaupten Sie es. I Da wäre für die Partei des werkthätigen Volkes, die So- Oder sollten sich bei Ihnen die Begriffe von Eigenthum schlecht-! zialdemokratie, ein Agitationsfeld, wie es günstiger nicht gedacht hin und Privateigenthum an Produktionsmitteln decken? Hu möglich, eine solche Begriffsverwirrung können wir bei Ihnen noch nicht voraussetzen. Das treibende Motiv aber, Herr Bam- berger, weshalb Sie sich so zweideutiger, unbestimmter Ausdrücke werden kann. Allein wie kann agitirt werden, wenn es ver- boten ist, Versammlungen abzuhalten, Bereine zu gründen, eine Zeitung herauszugeben, wenn sogar die Lektüre der alt- deutschen sozialistischen Organe unmöglich gemacht wird?! bedienen— ein Motiv, das bei Ihnen öfter klar hervortritt— ist, Früher stand eS damit anders, Anno 74, als der Führer der dem Philister gruseln zu machen und ihn zum blinden Haß auf- hiesigen Sozialdemokraten, Jung, mit den„leitenden Persön- zuregen gegen die Sozialdemokratie. Aber sagen Sie selbst, lichkeiten" auf dem besten Fuße stand; als er dazu benützt würde es nicht besser sein, wenn wenigstens die Mitglieder der wurde und sich benützen ließ, den Protestkandidaten Lauth zu „ausgewähltesten Zuhörerschaft Deutschlands" sich über derartige beschimpfen und das Schreiberregiment des Herrn v. Möller rechtigkeit sich durchkämpfen und alle Hindernisse überwinden: Trotz alledem, trotz alledem! Es kommt dazu, Kotz alledem, Daß rings der Mensch die Bruderhand Dem Menschen reicht, trotz alledem! Schimpfereien und Aufrührereien erhöben und dagegen dem Volke den Sachverhalt klar und verständlich vor Augen führten? Sind denn die erschienenen Schimpf- und Schlagwörter noch nicht ausreichend, und können denn ruhige, objektive Erörte- rungen sich noch immer nicht ordentlich Bahn brechen im national zu verherrlichen— da konnten wir nach Belieben Bersamm- lungen abhalten, da herrschte unbeschräntte Vereins- und Preß- freiheit. Als aber an Stelle des entlarvten und ausgestoßenen Mouchard Leute die Leitung übernahmen, die sich Kotz wieder- Holter Aufforderung nicht auf guten Fuß mit unserm Regenten liberalen und fortschrittlichen Lager? Es sollte doch Ihre und stellen wollten, da begannen die heftigsten und gehässigsten Ihrer Freunde Pflicht sein, dahin zu streben. (Fortsetzung folgt.) Elsässische Zustände. IV. Der Sozialismus im Reichslande. Straßburg, im Juli 1878. Als im Jahre 1865 das arbeitende Volk beider Hemisphären- gierung den faktischen Belagerungszustand aufrecht erhält, da ist zu jenem schönen Bunde, der internationalen Arbeiter- es trotz aller Anstrengung schwer, neuen Ideen Eingang zu ver- assoziation, zusammentrat, da schlössen sich auch viele Arbeiter schaffen. Die Agitation muß auf den nächsten Verkehr sich be- aus den elsässischen Fabrikdistrikten der Bewegung an. In Mül- schränken, die einzelnen Parteigenossen in geringem Zusammen- hausen, Markirch, Gebweiler und Thann vor Allem sammelten hang unter einander stehen bei dem Verbot der Gewerkschafts- Verfolgungen. In einem Lande, wo, wie in Altdeutschland, die Arbeiter- Partei eine großartige Macht entfaltet und mit überschäumender Energie fortschreitet auf dem Wege zur Erlösung der Mensch- heit, da prallen alle„Künste" des„ordnungsliebenden" Mob � und alle Ausnahmegesetze der diesen patronisirenden Regierungen ab an der Selbstverleugnung, der Ueberzeugungskeue und Auf- opferung der für eine gerechte Sache streitenden Kämpfer. In einem Lande aber, dem die Besten der Partei Balet gesagt, in dem der heftigste Nattonalitätenstreit tobt und in dem eine Re- sich die Fabrikarbeiter um die Fahne des Proletariats, hingerissen von dem erhebenden, zur That gewordenen Gedanken einer So- lidarität der Enterbten aller Länder. Sie hatten dabei mehr das Interesse ihrer darbenden Brüder, als ihr eigenes im Auge; denn ihre Stellung war die für die heutige Gesellschaft denkbar günstigste. Die oberelsässische Industrie beherrschte den franzö- fischen Markt; ungeheure Summen flössen in die früher beschei Organisation. Trotz dieser riefigen Schwierigkeiten sind wir unermüdlich thätig— und vor Allem hat uns das Verbot der sozialistischen Parteipresse zu neuen Anstrengungen angespornt. Dieses Verbot beschränkt sich zur Zeit auf fünf Blätter, aber sobald ein neues Eingang finden sollte, würde die Zahl fich vermehren! Um der Partei aber auch Kunde von unserer Existenz zu geben, �haben enen Stävte; Handel und Wandel blühte; der Lohn war hoch wir A.Bebel in Leipzig als Eandidaten für die nächste Reichs und die Arbeit stets sicher. Dazu waren die Fabrikherren ver ständig genug, ihre Arbeiter„so zu sagen auch als Menschen" zu behandeln. Sie kümmerten fich nichts um deren politische Ueberzeugung; sie bauten ihnen Häuser, die mit der Zeit durch Lohnabzüge Eigenthum der Arbeiter wurden; sie bauten Schulen, in denen unentgeltlicher Unterricht von tüchtigen Lehrern er- theilt wurde— wohl wissend, daß eine relativ günstige Lage des Arbeiterstandes auch für sie wieder von Bortheil, daß die Heranbildung intelligenter und tüchtiger Kräfte auch in ihrem Interesse lag. Da kam der Krieg von 1870 mit seinen furchtbaren Folgen. Tausende fleißiger Arbeiter verließen Hof und Herd, um in die Freifchaarencorps einzuketen. Abermals Tausende führte der Frankfurter Friedensvertrag fort von der Stätte, die fie sich erarbeitet, über die Vogesen hinüber. Lyon mit seiner großartigen Seidenindustrie war vor Allem das Ziel aller Derjenigen, welche, auf das Recht pochend, dem vergewaltigten Vaterlande Lebe- wohl sagten. Bald zeigte sich, wie klug und einsichtsvoll sie ge- handelt! Hohe Zölle verschlossen der elsässischen Industrie das frühere Absatzgebiet; in Deutschland fand der elsässische Ge- werbfleiß wohl Anerkennung, aber auch eine außerordeutlich starke Conkurrenz; die schlimmen Zeiten nach dem Krach wurden der Nagel zum Sarge der elsässischen Arbeit. Jetzt— in Folge der genialen Wirthschastspolitik des Reichs und des unsoliden Schwindels des größten Theils der deutschen Bourgeoisie— jetzt stehen leer die großartigen Etablissements, die riefigen Werk- stätten, jetzt steht still der Webstuhl, und die hohen Schornsteine haben ausgeraucht. Vergebens suchten— und das ist anzuer- kennen— die reichen Baumwollenbarone des Ober-Elsasses weiter zu produziren, Verlust folgte auf Verlust, Falliment auf Falliment, und nur die bedeutendsten Firmen konnten sich halten. In Bischweiler, früher einem der fleißigsten und wohlhabendsten Orte des Unter- Elsasses, sind die Tuchfabriken(aufgepaßt, Herr Professor Birnbaum!) geschlossen; für die schönen Anlagen findet fich nicht einmal ein Käufer, der nur den rohen Bau bezahlen will. In Markirch, Gebweiler, Thann, im ganzen Ober- Elsaß find Tausende von Arbeitern brodlos geworden! tagswahl aufgestellt und hoffen für denselben einige hundert Stimmen zu gewinnen. Wenn das ehrenwerthe Oberpräsidium nicht ge— scheit genug gewesen wäre, das reaktionäre franzö- fische Wahlgesetz als für Elsaß- Lothringen maßgebend zu er- klären, so hätten wir recht gute Aussichten gehabt. Hoffentlich werden unsere Abgeordneten im nächsten Reichstag einmal beim Reichskanzler anfragen, ob ein Gesetz, dessen Einführung vom Reichstag auch für Elsaß-Lothringen beschloffen, einfach igno- rirt werden darf. Unter den jetzigen Verhältnissen ist das Abhalten einer Ver- sammlung und die Herausgabe von Wahlflugblättern unmöglich. Wir können daher, um dem Wahlfonds unser Scherflein nicht zu entziehen, blos im Stillen wirken, hoffen aber, bei einer nicht unwahrscheinlichen Stichwahl zwischen dem vom Oberpräsi- denten patronisirten Autonomisten Bergmann und dem radi- kalen Protestler Kabls die Entscheidung zu Gunsten des Letztern herbeizuführen. Kablä steht auf dem Boden der Bolkspartei und wird gegen alle reaktionären Regierungsvorschläge stimmen. Wenn derselbe— und man kann dies als sicher annehmen— durchkommt, haben wir uns auch für alle Plackereien im Allge- meinen und das Verbot unserer Parteiorgane im Besonderen revanchirt. Denn die Niederlage Bergmann's wird den Herren Bureaukraten und ihrem Dalai Lama v. Möller viele unge- müthliche Stunden(man denke an das Reichskanzleramt in Berlin) bereiten. Mit der autonomistischen Sache steht es auch in den anderen Bezirken faul: Straßburg-Land und Hagenau- Weißenburg sind ganz, Straßburg- Stadt zu drei Viertheilen verloren, und der nächste Reichstag wird auf das Vergnügen verzichten müssen, mehr als zwei dieser Helden in seiner Mitte zu haben; dagegen werden die Ultramontanen und die demo- krattsche Protestpartei— Reichsfreund! verhülle dein Gesicht!— Sitze gewinnen. Die Parteigenossen, die sich im Reichsland allenthalben zer- streut finden, fordern wir aber auf,_ nicht unthätig iu bleiben, fondern, soviel in ihren Kräften steht, für die Ausbreitung unserer Ideen zu wirken. Auch für uns werden einst bessere Tage kommen; auch bei uns wird die Wahrheit und Ge- Sozialpolitische Uebersicht. — Die Wahlagitationen nehmen einen immer erregtern Charakter an und die Ordnungsparteien machen riefigen Ge- brauch von den ihnen zustehenden Gewalten. Auf der einen Seite werden die Versammlungen der Sozialisten durch den Ordnungspöbel gesprengt, wo unserer Partei überhaupt noch Lokale zur Verfügung stehen, auf der anderen werden unsere Parteigenossen durch Gewaltthättgkeiten aller Art, wie z. B. in Leipzig, Hirschberg a. S. u. s. w., durch Entlassung aus der Arbeit oder Androhung derselben, oder durch Zwang zur Aus- trittserklärung aus unserer Partei, gehindert, das Versammlungs- recht und auch das freie Wahlrecht auszuüben. Charakteristisch ist das Borgehen der Magdeburger Arbeitgeber, welche, nach Anficht der„Magdeburgischen Zeitung", in einer gemäßigten Ansprache die Arbeiter vor den„gewissenlosen Hetzereien" sozia- listischer Agitatoren warnt. Am Schlüsse dieses„versöhnlichen" Ukafes heißt es:„Darum ist es aber auch unsere Pflicht, den Verführern mit aller Energie entgegenzutreten, und find wir daher übereingekommen: 1) nicht zu dulden, daß in unseren Werkstätten sozialistische Zeitungen und Schriften Eingang finden oder Gelder für sozialistische Zwecke gesammelt werden, und die- jenigen Arbeiter zu entlassen, welche diesen Anordnungen ent- gegenhandeln, sowie 2) alle diejenigen Arbeiter zu entlassen, welche als Förderer des sozialistischen Treibens innerhalb oder außerhalb der Werkstätten thätig find."— Das nennt die „Magdeburgische Zeitung" versöhnlich! Diesen„liberalen" Blättern ist alle Scham abhanden gekommen, sie überkeffen die Reaktion noch an Gemeinheit und es darf uns gar nicht Wunder nehmen, wenn die Arbeiter sich auf Seite der erklärten Reaktiv- näre stellen— schlimmer kann es von diesen niemals betrieben werden. Doch sehen wir uns einmal die Unterschriften unter diesem„versöhnlichen" Ukas etwas genauer an; da figuriren nicht weniger als 61 Schlosser- und Schmiedemeister unter viel- leicht 120 Firmen. Die ganze Innung scheint hier in corpore unterschrieben zu haben, und nun geht das Schriftstück als Mag- deburger Arbeitgeber- Fabrikat in die Welt auf den Gimpelfang. — Im Uebrigen ist von den Ordnungsparteicn viel Ergötzliches zu melden. Einmal stimmen fie vereinigt für einen Erzreaktionär, ein andermal stellt jede Schattirung dieses Breies einen oder gar zwei besondere Candidaten auf, und nun bekämpfen sie fich in der denkbar ordinärsten Weise. Wirklich ein Schauspiel für Götter! Traurig, von solchen Leuten läßt sich die große Masse des Volks am Gängelbande führen und gedankenlos weiter aus- beuten, betet gedankenlos die frechen Lügen einer Presse nach, die in ihrem innersten Wesen verpestet und vergiftet ist. Wir freuen uns dabei constatiren zu können, daß gerade unsere Partei es ist, die trotz aller Chikanen die Ruhe aufrecht hält, die Mäßigung bewahrt, die dem Weisen gebührt gegenüber dem Tollhäusler. Und wie Tollhäusler gebcrden sich einzelne Gegner, noch ganz besonders dadurch, daß Niemand auf den Leim geht und öffentliche Excesse provozirt, obgleich wir Grund genug dazu hätten. Jedoch auch die Ernüchterung greift insofern Platz, als man immer mehr einzusehen beginnt, daß es fich nicht allein um Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie, sondern um Nieder- drückung des Liberalismus und Steuererhöhung in kolossaler Weise handelt— was freilich zu spät sei» dürfte. — Ueber die Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemo- Katie ergeht sich die Presse in allerhand Combinationen: der Eine weiß dies, der Andere jenes, das eine Blatt bringt ellen- lange Leitartikel für, daS andere gegen deren Berechtigung. Hört doch die„Franffurter Zeitung" aus Berlin, daß ein Passus darin enthalten sei, wonach die Bollendung der militä- rischen Dienstpflicht die Bedingung ist, von«elcher die Mitgliedschaft für politische Vereine abhängig gemacht werden soll. Wir erwarten von der Reaftion Alles, drängt doch der Liberalismus in dieser Beziehung viel weiter nach rechts, als selbst die enragirtesten Conservativen; warum also follte man nicht derartige Attentate auf die Volksfreiheit sich erlauben? Aus zur Wahl! (Weise der Marseillaise.) Frisch auf Genossen, Brüder, Alle Geschaart um's Banner, das euch führt; Zur Wahlschlacht tönen die Signale, Gebt strenge Antwort, wie» gebührt!:\: Mit Klugbeit und von Herzen dreister, Reicht euch vereint die Bruderhand Und zeigt dem großen Vaterland, Was ihr gelernt von eurem Meister. „Nicht zählet ihr den Feind, Nicht die Gefahren all';" Nur Muth, nur Muth! man ließ euch doch Das freie Wahlrecht noch! Im Herzen haben wir getragen Still der Verleumdung schweres Joch, Die Wunden, die man uns geschlagen, ;]• Sie trafen tief, fie bluten noch!:|: In Kerkern schmachten uns're Brüder— Warum?— sprecht wahr!— ihr thut es mcht! Vergeltung hält dereinst Gericht, Giebt ihnen wahre Freiheit wieder.— Vernunft und Religwn, Wo ist dein ächter Thron?- Drum auf, zur Wahl, bedrückter Mann, Zerreiß den schweren Bann! Wir haben Ruh', Gesetz gehalten, Trotz Provokation;— der Neid Er hat durch finstere Gestalten Des Kaisermordes uns gezeiht!:!: Das kriechend Heer, die feilen Knechte, Und eine Denunziantenbrut Verletzte unser heilig Gut, Die Wahrheit und die Menschenrechte.— Die Urne blieb uns noch, Wir geben Antwott doch; Trotz Compromiß und Droherei Zur Wahlschlacht eilt herbei! „Per Kreett feßen oder sterben Solch' Wahrspruch unser Banner ziert;— Die falschen Brüder soll'n verderben, :>: Die man der Lüge überführt.:si Wir wollen WuhrheU, Yecht und Arieden, Vereint mit Ireiheit, das ist Brod, Vernichtet Elend, Schmach und Roth Durch gleich Gesetz und Recht hienieden. Die Fessel springt entzwei, Es fällt die Tyrannei! Hurrah! hurrah! zur Wahlschlacht All', Erstürmt des Feindes Wall! Der Sieg, er soll, er muß uns werden, Wenn Jeder seine Pflicht gethan, Drum auf, ihr tapferen Gefährten, ü: In Massen stehet Mann an Mann!:|: Das Schwert des Geistes nehmt, das rechte, Hört eures Wahrspruchs hellen Ruf;— Derselbe Gott, der Eisen schuf, Schuf gleich uns, wollte keine Knechte. Drum auf und säumet nicht, Thu' Jeder seine Pflicht!- Hurrah! hurrah! en rnaase zur Wahl Und stimmet sozial! Arthur Leißring. Ein vernünftiger Priester.- Der„Staats-Socialist" veröffentlicht von einem Pfarrer in Erl folgenden Artikel: „Wenn die Evolution(fortschreitende Entwicklung) ver- säumt wird, tritt die Revolution in Kraft— ist ein von Fr. v. Baader in seiner Societätsphilosophie(II. Aufl. S. 39 bis 59) bewiesener und mit Beispielen erhärteter Satz, welcher in der Geschichte unzähligemale sich bewahrheitete. Die heutige Zeit mit ihren erschütternden Borgängen, mit ihren Ausbrüchen der Verwilderung auf dem gesellschaftlichen Gebiet legt Allen, welche ihr Volk lieb haben und„ein ruhiges und stilles Leben in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit führen" möchten, mit großem Ernste diese Wahrheit wiederum nahe. Dies um so mehr, als von Seiten des Manchesierthums, das der Mehrzahl unseres Bolkes zwischen Haut und Knochen steckt, mit großer Emphase und fittlicher Entrüstung Alles, was nach Aenderung auf sozialem Gebiete skebt, als gemeinschädlich angesehen und mit äußeren Mitteln bekämpft wird. Von dieser Seite hört man kein Wort von grundsätzlicher Aenderung der Gesetzgebung. Der Wahl- aufruf des Ausschusses der Nationalliberalen ist das Zeugniß. Die Kundgebungen der Fortschrittspartei wüthen gegen die Sozialdemokraten und halten es für Pflicht der Ehre, keinen derselben bei der Neuwahl in den Reichstag kommen zu lassen. Da sollte man meinen, daß die Conservativen anderer Meinung seien und einer Reform geneigt wären. Dem ist aber leider nicht so. Wohl schreiben deren Organe gegen die„falsche Gesetz- gebung des Liberalismus", gegen allgemeines Stimmrecht, gegen Freizügigkeit und gegen alle die übrigen Gesetze, welche den jetzigen Zustand mit veranlaßt haben. Aber— bis zur Swnde habe ich in den Organen derselben beinahe ausschließlich eine negattve Kritik der bestehenden Gesetze gefunden; positive, die sozialen Mißstände beseittgende, den Klassenhaß neutralifirende Borschläge kommen keine zum Borscheln, es sei denn, daß die nackte Rückkehr zu Maßnahmen und Ordnungen der Vergangen- heit empfohlen und gewünscht wird, welche um ihrer Schädlichkeit und Unbrauchbarkeit willen früher veraltet waren und deshalb zu Grunde gegangen sind, wie das Zunftwesen und die Zu- sammensetzung der Kammern und Parlamente nach Ständen und dergl. mehr. „Daß damit die Gefahren für die Zukunft nicht beseitigt werden können, will man nicht sehen. Wenn außerdem noch hervorgehoben wird, daß mit jedem Grundsatz, welcher in der französischen Revolution von 1789 aufgetaucht ist, gründlich gebrochen werden und die göttliche Berechtigung der Standes- unterschiede auch im äußerlichen Leben auf dem gesetzlichen Wege anerkannt und wiederhergestellt werden müsse, so liegen in solchen Grundsätzen, wenn sie je zn verwirklichen angefangen würden, so ungeheure Gefahren für die Entwickelung unseres Volkslebens, daß die gewaltsame Revolutton nur um so schneller herbeigeführt werden würde, welche als eine soziale noch viel mehr tabula rasa machen würde, als die erste französische Revolution auf dem feudalen Gebiete es gethan hat. Die französische Revolutton muß auch von dem Gesichtspuntte bekachtet werden, daß fie nur deshalb möglich war, weil die Evolution fo sehr versäumt worden war, und daß sie eine göttliche Berechttgung als Strafgericht hatte. Zugleich aber wurden durch sie Gedanken angeregt und zu verwirklichen gestrebt, welche vom sogenannten christlichen Staate ohne Schutz, von der Kirche ohne Pflege gelassen worden und darum ins zuchtlofe, ja widerchristliche Lager übergegangen waren und ihre Abstammung vergessen hatten. Die Gedanken der Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit, der allgemeinen Bom Liberalismus in gewissen Kreisen hat man bis dato noch nichts verspürt, wird wahrscheinlich auch nichts zu sehen be- kommen. Darum zerbrechen wir uns auch nicht unnöthig den Kopf, mag oder mögen die Ausnahmegesetze lauten wie fie wollen— wir können es ruhig abwarten. Als Kuriosum sei hier noch erwähnt, daß allen Ernstes im„Ausland" der Vor- schlag gemacht wird, sämmtliche Sozialdemokraten Europas nach — Neuseeland zu verpflanzen. Wenn sie nicht freiwillig gingen, dann mit Gewalt. Da hätten die deutschen Panzerschiffe wenig- stens etwas zu thun und brauchten sich nicht die Schädel unter- einander einzurennen! Freilich die liberale Presse muß ihren Lesern Neuigkeiten bringen und zeilenhungrige Reporter erfanden eben etwas. So spukt Nobiling schon wieder, man versucht angebliche Aussagen von ihm zu erfinden und als lautere Wahrheit zu verbreiten. Mit einem Wort, fie können ohne Lügen nicht bestehen. — Unerhört. Am Sonntag fand in den Räumen der Berliner Genossenschaftsbuchdruckerei die statutengemäße General- Versammlung der Mitglieder dieser unter dem Handelsgericht stehenden eingetragenen Genossenschaft mit Solidarhaft statt. Man hatte extra bekannt gemacht, daß an diesem Tage außer den Genossenschaftern Niemand Zutritt zu den Lokalitäten habe. Mitten in den Verhandlungen erscheint plötzlich der Polizei- lieutenant des Reviers mit mehreren geheimen und uniformirten Schutzleuten und löst die Versammlung auf:„Er habe dazu Befehl, da hier eine politische Zeitung gedruckt werde, auch m den Geschäftsräumen polittsche Broschüren verkauft würden, nehme man an, daß hier eine politische Versammlung stattfinde." Man notirt die Namen aller Anwesenden, nimmt eine Abschrift des geführten Protokolls und— der Staat war gerettet!— Wir erinnern uns da eines ähnlichen Falles in Borna, wo ein Leipziger Genosse behufs Abrechnung und Besprechung von Wahlangelegenheiten mit dem betreffenden Bornaer Einwohner in einem Wirthshaus ein Glas Bier trank, und plötzlich ein am ganzen Körper zitternder Polizeidiener hereintrat und die„Ver- sammlung" für aufgelöst erklärte und die Anwesenden möchten sofort das Lokal verlassen. In dem Gastzimmer waren noch drei andere Personen anwesend, die die ganze Sache aus sehr natürlichen Gründen nicht begreifen konnten.— Hier in Berlin könnte man's auch nicht begreifen, wenn man nicht die Absicht mertte— und darauf geht ja eben Niemand ein. Wir verweisen unsere Leser auf den an der Spitze unseres Blattes gedruckten Satz und— fie werden auch begreifen. — Ueber die Affaire des„Großen Kurfürsten" scheint nun einiges Licht verbreitet zu werden; die„Hamburger Börsen- Halle" schreibt: „Wie wir erfahren, ist der Spruch der„Havariecommission", welche in Kiel zur Untersuchung der Ursachen des Zusammenstoßes zwischen dem„König Wilhelm" und dem„Großen Kur- fürst" niedergesetzt worden war, ein für sämmtliche betheiligten Offiziere völlig sreisprechender, und im gleichen Sinne soll sich auch das Marine-Obercommando in Kiel selbst entschieden haben. Nach den von der Commission erhobenen eidlichen Aus- sagen hätte sich der Fall wie folgt zugetragen: Als die westwärts steuernde Escadre in der Nähe von Fol- kestone angekommen war, kamen vom Land: aus zwei Kauffahrtei- Segelschiffe gesteuert, welche den Versuch machten, quer vor der deutschen Escadre vorüberzukommen. Nach einem für die deutsche Marine gegebenen stehenden Befehle haben alle unter Dampf oefindlichen Schiffe der deutschen Marine beim Begegnen anderer Schiffe stets so zu steuern, daß fie um dieselben hinten herum gehen, falls nicht die Entfernungen derartige sind, daß jede Ge- fahr beim vorne Borübergehen völlig ausgeschlossen ist. Dem- gemäß steuerten sowohl der„Große Kurfürst", wie der„König Wilhelm", als die beiden Kauffahrteischiffe quer vorüberkommend fichtbar wurden, nach dem Lande zu, um hinter denselben herum- zugehen. Der ursprünglich dem Lande am nächsten stehende „Große Kurfürst" kam dabei etwas früher von den beiden Schiffen klar, als der mehr nach See befindliche„König Wilhelm", und lenkte ersterer deshalb auch etwas früher in seinen Cours wieder ein, als der letztere. Aus dem„König Wilhelm" wurde demnach gleichfalls das Commando gegeben, das Schiff wieder in seine frühere Stellung zu bringen, und haben alle sechs am Steuer befindlichen Leute auf ihren Eid ausgesagt, das Commando „Backbord" deutlich gehört zu haben. Trotzdem wurde durch ein Menschenwürde, der religiösen Duldung, der Gleichberechtigung vor dem Gesetze und dergl. find aber Kinder der christlichen Gemeinde und nur deshalb in s widerchristliche Lager gedrungen, weil sie in dem Baterhause nicht zur rechten Geltung kommen konnten. Soll man nun auf jenen Standpunkt zurückkehren, welcher diese Begriffe und Gedanken als unchristl-che in die Acht erklärt? Ein solcher Conservatismus kann unmöglich heilsam wirken. Eine der Ursachen, warum der„Staats-Socialist" in unseren conservattven Kreisen mit mehr als Mißtrauen betrachtet wird, wurzelt in der oben angegebenen Differenz. Man will, und gerade jetzt erst recht, nicht Evolution auf gesundem christ lichen Boden mit Berücksichtigung der bestehenden Verbältnisse und Andeutungen, welche sich aus den gegenwärtigen Mißständen ergeben, sondern viel eher eine nach veralteten Anschauungen bemessene Reaktion. Wird dadurch der Revolution vorgebeugt? Ich fürchte, wenn diese conservative Strömung herrschend wird, daß in einem Jahrzehnt die Revolution in gewaltiger Wesse in Kraft tritt.". Wir überlassen in diesem Falle unfern Lesern, das Richtige von dem Unrichtigen zu scheiden; doch Eins muß man dem Verfasser zugeben, daß er von dem Standpunkte eines christlichen Pfarrers sich der Objettivität befleißigt und sich von allem Zelo- tismus fern hält. Au Piloty. Dies also Deine neuste Pinselei— Ein Sittenbild von wirklich seltner Art Hast Du uns ausgestellt, die Kunst ist frei, Du gibst em packend Bild der Gegenwart. Piloty steht im Dienst der Polizei' Ij". b0j'st doch zu hart- Mem«nffel stockt, hört der Entrüstung Schrei: Em braver Arzt lebendig eingescharrt! Kennst Du das alte Lied„der liebste Buhle»» Mir liegt's im Sinn mit neuen«arianten- Einst Sonne, zählst Du jetzt zu den Trabanten. Berurtheilt wardst Du vor dem Richterstuhle «om Boll— so heiße nun„Pilotyschule» Das große Heer der kleinen Denunzianten. m unbegreifliches Versehen das Ruder in der entgegengesetzten Richtung gedreht, und kann nur angenommen werden, daß einige der am Ruder befindlichen Leute, die den„Großen Kurfürst" auf sich zukommen wähnten, den Kopf verloren und das Gegen- theil von demjenigen gethan haben, was ihnen befohlen war. In Folge davon steuerte der„König Wilhelm" anstatt see- wärts gerade auf den„Großen Kurfürst" ein. Der Comman- deur des letzteren that in diesem gefahrvollen Augenblick das Einzige, was vielleicht noch Rettung bringen konnte, indem er die Maschinen seines Schiffes mit voller Kraft vorausgehen ließ, um so vielleicht doch noch vor dem„König Wilhelm" vorüber- zukommen, mindestens aber zu verhindern, daß der„Große Kur- fürst" von dem Sporn des„König Wilhelm" gerade misschiffs getroffen würde. Ersteres gelang bekanntlich leider nicht, viel- mehr rannte der„König Wilhelm" den„Großen Kurfürst" am Backbord Hinterschiffs an und führte so die Katastrophe herbei. Die Havariecommission ist der Ansicht gewesen, daß das Ver- fahren des Commandeurs des„Großen Kurfürst" das allein den Umständen entsprechende gewesen sei, und spricht auch ihn völlig frei. Zur Herbeiführung des Unglücksfalles ist nach der statt- gehabten Untersuchung Zweierlei muthmaßlich von Bedeutung gewesen: zum Ersten, daß der„König Wilhelm" überhaupt schlecht steuert; zum Ändern, daß in Folge der Bauart des „König Wilhelm" die am Ruder befindlichen Leute zu niedrig stehen, um einen freien Ueberblick über das außerhalb des Schiffes Borgehende zu haben. Es muß daher für möglich gehalten werden, daß die plötzlich in der Nähe des„König Wilhelm" auftauchende Takelage des„Großen Kurfürst", während letzteres Schiff selbst und der von demselben gesteuerte Cours den am Ruder befindlichen Leuten nicht sichtbar war, den Einen oder Andern der letzteren in Verwirrung gebracht und das Beispiel desselben dann die andern Leute mit fortgerissen hat." So! Die Herren find also freigesprochen. Die Tobten können nicht mehr reden. — Ein frecher Junker. Herr von Kardorff, der sich schon so oft innerhalb und außerhalb des Reichstags lächerlich gemacht hat, besitzt die Impertinenz, in einem Wahlaufruf zu erklären:„Ich will Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie, aus deren Reihen Königsmörder wie Hödel und No- biling hervorgehen."— Der Krautverwalter Nobiling ist bekanntlich— sein Vater war Rittergutsbesitzer— aus den Reihen der Krautjunker hervorgegangen, und wenn trotzdem dieser wachsnäserne Kardorff, der sich in einer solennen Prügelei seine wirkliche Nase hat abschlagen lassen, es wagt, uns gerade den Nobiling aufhalsen zu wollen, dann müssen wir offen er- klären, daß dieser Mensch frech ist, wie Hödel. — Wo liegt der Jrrthum? In Folge einer Notiz der„Chemnitzer Freien Presse" brachten auch wir die Nachricht, daß Genosse Peukert vom Chemnitzer Bezirksgericht wegen Majestätsbeleidigung zu 1'/, Jahren Gefängniß verurtheilt und die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ausgesprochen worden sei. Diese Nachricht beruht entweder auf einem Irr- thum, oder aber das Chemnitzer Bezirksgericht hat eine Gesetzes- unkunde an den Tag gelegt, um welche dasselbe von jedem Winkelschreiber bedauert werden kann. Bei einer Majestätsbe- leidigung kann gar nicht die Aberkennung der bürgerlichen Ehren- rechte ausgesprochen werden! Es kann neben der Gefängnißstrafe nur noch auf den Verlust der öffentlichen Aemter, sowie der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte erkannt werden. Peukert war Gemeinderathsmitglied, er hatte ein öffentliches Vertrauensamt. Eines solchen Amtes konnte er allerdings ent- setzt werden— doch steht einer Wiederwahl nichts im Wege. — Rückwärts. Der„Nürnberger Anzeiger" berichtet aus Bischofsgrün(bei Berneck in Oberfranken):„Heute ließen sich 12 Paar Eheleute, die in den letzten Jahren hier standesamtlich ihre Ehe geschlossen hatten, nachträglich kirchlich einsegnen. Den seit einigen Wochen hier im Amte stehenden neuen Pfarrer Gruber und die Mitglieder des Kirchenvorstaudes und der Kirchenverwaltung an der Spitze, bewegte sich mit Beginn des vormittägigen Gottesdienstes der stattliche Zug zur Kirche, wo nach Schluß der Predigt, nach einer ergreifenden Ansprache von Seite des genannten Geistlichen, die feierliche Handlung voll- zogen wurde."— Da sieht man, wie der Liberalismus Propa- ganda für die von ihm geschaffenen Gesetz- gemacht hat. Wenn man Derartiges aus protestanttschen Gegenden hört, was darf man sich da erst von den Muckern versehen. Nun, uns kann es gleichgültig sein, wir lassen Jeden nach seiner Fa?on selig werden. — Klug und weise. Man schreibt der„Deutschen Reichs- Post" aus Mülhausen i. E. unterm 6. Juli:„Zwei Mül- hauser Turnvereine, die„Ancienne"(Alte) und die„Union", sind durch die Regierung aufgelöst worden, weil drei Mitglieder derselben an dem den 9. und 10. Juni zu Paris gegebenen großen Turnfeste Theil genommen haben. Obgleich die drei jungen Leute mit den ausländischen Turnvereinen und ohne Fahne marschirten, ward diese Theilnahme als eine politische Manifestation betrachtet. In den einheimischen Kreisen findet man diese Maßregel gesetzlich, aber— kleinlich."— Daß das mächtige deutsche Reich durch solche offenbar sürfichtigliche und straffzügeliche Maßnahmen alle ihm weniger oder gar nicht zu- neigenden reichsländischen Herzen im Sturm erobern muß, das ist klar wie— Tinte! — In den Kohlengruben von Anzin(Frankreich) haben gegen 9000 Bergleute die Arbeit eingestellt. Trotz abgesandten Militärs u. s. w. nimmt der Strike immer größere Dimensionen an und auch in anderen Gewerken beginnen die Arbeiter sich zu rühren, so die Bäckergesellen von Bordeaux, 450 Mann stark, und die Färbergesellen von St. Ch amond bei Etienne, 700 an der Zahl. Die Bergleute verlangen Herabsetzung des Arbeits- tages auf 8 Stunden und 5 Francs pro Tag. — Confiscirt. Nr. 29 des„Sozialist"(Wien) wurde wegen eines Leitartikels, eines Aufrufs zum Unterstützungsfond und einer Correspondenz aus Leoben beschlagnahmt. Natürlich kostete dies eine neue Auflage. — Die in Nr. 83 vom 17. d. M. gemeldete Verhaftung eines dritten Redakteurs der„Halberst. Freien Presse" bestätigt sich nicht. Es sind von besagter Zeitung nur die beiden Re- dakteure Fr. Voigt und Alex. Schlesinger in Haft, der dritte, Krubl, weilt in der Schweiz. Ferner in Haft der Mitarbeiter für Oschcrslcben, W. Götsch- Die Colporteure der„Halberst. Fr. Pr." Wiedhöfer, Wetterlein und Weber sind seit ein� gen Tagen aus der Haft entlassen: Ersterer ohne daß nach 14tägiger Untersuchungshaft eine Anklage gegen ihn erhoben worden wäre, letztere Beiden, nachdem fie 10 Tage wegen Zu- widerHandelns gegen die Gewerbeordnung verbüßt. — Ueber das am 19. d. M. in Brüssel stattgefundene Begräbuiß eines der ältesten Kämpfer der Sozialdemokratie, eines Bekenners der„freien Idee" von längsther, des daselbst im Alter von 61 Jahren verstorbenen Chemikers Prosper Esselens, berichtet die Brüsseler„Arbeiterstimme". Dasselbe fand unter zahlreicher Betheiligung der Gesinnungsgenossen statt. Am offenen Grabe sprach unser Freund vr. De Paepe be- wegte Worte.— In Wahrheit zählt unsere Partei wenig Männer wie Esselens. Er war nicht ein bloßer„Fachmann", sondern ein Kundiger in allen positiven Wissenschaften; aber seine repu- blikanischen Sympathien versperrten ihm den Zutritt zu jeder Akademie, sowie zu jeder offiziellen wissenschaftlichen Stellung. Seine Vergangenheit war eine ungemein bewegte. Nach dem Bankett im Prado(1848) wurde er nebst mehreren anderen Bürgern wegen Hochverraths zum Tode verurtheilt, diese Strafe indeß, da er es verschmähte, ein Gnadengesuch einzureichen, in dreißigjährige Haft verwandelt.— Das Blatt schließt:„Im Namen der belgischen Arbetter, im Namen der Sozialisten im Großen und Allgemeinen nehmen wir hiermit Abschied von Esselens als von einem der Pioniere der neuen Gesellschaft." Correspouoenzen> Leipzig. Sonnabend, 20. Juli, fand in der Centralhalle eine Versammlung aller reichstreuen Wähler statt, in welcher Herr Viccbürgermeister a. D. Dr. Stephani über seine poli- tische Stellung referirte. Unter den zahlreichen Anwesenden be- fanden sich mehrere junge Leute unter 18 Jahren, sowie zwei Damen; ein Umstand, der in einer sozialdemokratischen Ver- sammlung dem Polizeicommissar ausgereicht haben würde, die- selbe für aufgelöst zu erklären; hier aber geschah nichts Derar- tiges. Als ver Professor Dr. Windscheid bald nach 8 Uhr die Versammlung eröffnet hatte, wurde von mehreren Seiten die Wahl eines Vorstandes verlangt, wie es das Gesetz vor- schreibt. Hier aber hatte dieses Verlangen ein wüstes„Hinaus"- rufen zur Folge. Nachdem der ohne Weiteres als Vorsitzender fungirende Eröffner mit Mühe die Ordnung hergestellt hatte hielt Dr. Stephani sein Referat ab und stellte sich darin auf den Standpunkt eines gemäßigten Rückschrittlers. Nach Beendi- gung des Referats machte der Borfitzende den Borschlag, in der Debatte keinem Redner mehr als 10 Minuten Sprechzeit zu gewähren. Als sich einige der Anwesenden gegen den Antrag erklärten, erneuerte sich das„Hinaus"rufen, ja es kam zu drohen- den Demonstrationen gegen die(sozialdemokratischen) Redner. Unter wachsendem Tumult erhielt unser Genosse Martin das Wort und frug den Dr. Stephani, ob das auch Sozialdemokraten ge- wesen seien, die im Berliner Thiergarten das Attentat aus ihn begangen hätten. Doch ehe er dies näher ausführen konnte, fiel man von allen Seiten über ihn her und mißhandelte ihn furchtbar. Todtschläger und Messer wurden hervorgezogen und unsere Parteigenossen verschiedentlich verletzt. Genossen Schiffel riß man die Kleider förmlich vom Leibe. Es war eben nicht gestattet, seine Meinung frei zu äußern. Der Polizeibeamte sah gemüthlich die Rohheit der„Ordnungspartei" mit an und er- klärte erst nach längerer Zeit die Versammlung für aufgelöst. Während die„Ordnungspartei" in ihren Hochs auf den Kaiser und den Referenten kein Ende finden konnte, hatte ein Hoch auf Bebel neue Rohheiten zur Folge. Der Vorsitzende mußte leb- Haft daran erinnern, daß die Versammlung aufgelöst sei, ehe die Anwesenden für gut fanden, den Saal zu verlassen. Areskan. Seit meinem Letzten hat sich hier die Situation nicht sehr verändert, die Parteien stehen sich wie Kampfhähne gegenüber, wartend, wer den Anfang mache. Die armen Fort- schrittler sind wirklich gefoppt. Im Östbezirk müssen sie nun ihr Wort halten und dem Nattonalliberalen ihre Stimme geben, während ihr armer Bürgers ganz gewiß nicht im Westbezirk in demselben Maße von den Nationalliberalen unterstützt wird, viel- mehr dieselben in hellen Haufen ins conservative Lager über- laufen und ihre Stimmen dem Bergrath Serlo geben. Höchstens einige Juden, welche die Angriffe, oder nennen wir's Wahrheiten, die ihnen von conservativer Seite entgegengeschleudert werden, noch nicht verschmerzt, werden für den Auchdemokraten Bürgers stimmen. Hierzu müssen wir des großen nationalliberalen Lichts und Gründergenie's„Schottländer" gedenken, der ja keinen kleinen Theil von Breslau's Reichthum sein eigen nennt, auch die Macht zu haben glaubt, die guten Spießer als Stimmvieh zu dirigiren, natürlich hinter den Coulissen.— Als Besitzer des Gründerorgans„Schlesische Presse" haben seine beiden Redakteure, der große„Bolkswirth" A. Meyer und ein gewisser kleiner Bauer, eifrig zu kämpfen für einiges Vorgehen gegen die bösen Sozialisten, ja genannte Herren mußten sogar, ganz gewiß auf höhern Befehl, das Schimpfen ein klein Bischen einstellen(ganz können fie es nicht, denn da läßt die Macht der Gewohnheit sich so leicht nicht brechen), um ein bischen Bauernfang unter nicht ganz klar denkenden Arbeitern zu treiben, viel nützen wird es natürlich nicht.— Was für ein Geschäftsgenie Schottländer, zeigt Nachfolgendes: Hier brannte vor einiger Zeit eine Oel- fabrik ab und kaufte Schottländer die Brandstelle. Da das Mauerwerk noch brauchbar, so ließ er das Gebäude ausbauen, und zwar gründete er eine Buchdruckerei in den Parterreräumen. Was nun aber mit den obern Räumen anfangen? Da, als wenn der kluge Mann allwissend, daß in Kurzem die hiesigen Ge- fängnißräume nicht mehr zulangen werden, läßt er die Räume zu Gefängnißzellen mit obligaten schwedischen Gardinen und eisernen Thüren einrichten und vermiethet dieselben für einen ganz schönen Preis an die hiesige Gefängnißverwaltung; ob er auch die Arbeitskraft der Gefangenen zu gleicher Zeit gepachtet konnte ich nicht in Erfahrung bringen, möglich wä« es, daß er einige Gefangene zu Schriftsetzern ausbilden läßt und dann seine Zeitung am billigsten herstellt, so daß er alle' Concurrenten aus dem Felde schlagen kann, denn binnen Kurzem wird es ja gar nicht im polittschen Leben auf Gesinnung ankommen, sondern die Gesinnungslumperei floriren. Herr Schottländer hat also nicht blos ein gutes Geschäft, sondern sich auch um den Staat verdient gemacht, so daß bei dem nächsten frischen Kriege gewiß Niemand anders Lieferungen erhält, als dieser große Staatsbürger.— Nächstens mehr von dem Herrn. S. Hannover.(An die Parteigenossen.) Seit Eintritt in die Wahlbewegung haben wir hier wunderbare Dinge erlebt; nicht genug, daß man von Seiten der Polizeibehörde uns die An- melde Bescheinigungen zu Volks- und Wählerversammlungen ganz entgegen den gesetzlichen Bestimmungen verweigert, so droht auch die Polizei denjenigen Wirthen, welche uns ihre Lokule zur Verfügung stellen, mit Conzessionsentziehung und anderen Maß- regelungen, und beinahe wäre eS fertig gebracht, daß wir kaum noch ein Lokal bekommen hätten, um die Mitglieder-Versamm- lungen des sozialdemokratischen Wahlvereins abhalten zu können. Das größte Wunder jedoch pasiirte am Sonntag den 14. d. M. Morgens 8 Uhr erschienen bei acht Mitgliedern des Vereins füglich entbehren tann. In meinem hierauf an den betreffenden auch die Manipulationen noch so mannigfaltig find; zeigen wir, Polizeibeamte in Galauniform, um zu haussuchen. Die Herren Lehrer gerichteten Briefe habe ich demselben natürlich die Sache daß wir Männer sind und unsere Ehre wahren; den Gegnern Beamten gaben sich überall die größte Mühe und suchten mit auseinandergesezt und auf die geschichtlichen Thatsachen hinge- wollen wir am 30. Juli die ihnen gebührende Satisfaction er ungeheurem Diensteifer, jedoch blieb das Resultat gleich 0.- wiesen, wie ja stets neue Ideen als Irrlehren verschrieen und theilen, denn ein Arbeiter fann nur einen Arbeiter wählen, denn Um zu zeigen, wie weit es nun im deutschen Reiche gekommen ihre Anhänger verfolgt wurden.( Christenthum, Reformation, sonst stößt er sich selbst den Dolch ins Herz! Unsere Parole ist ist, sei bemerkt, daß die Herren, nur um etwas mitzunehmen, Galilei, Spinoza, Kopernikus, Darwin, Feuerbach, Strauß u. A.) am 30. Juli: Friedrich Wilhelm Fritzsche in Berlin!!! bei der Sucherei folgende Sachen beschlagnahmten: Zwei Arme So ergehe es jetzt auch der Sozialdemokratie, die deshalb aber Socius. Conrads", eine Broschüre Nieder mit den Sozialdemokraten", trotz alledem durch solch' fleinliche Maßregelungen ebenso wenig vier Stück Bezirks- Abschriften der Wählerlisten( welche das als durch Bajonnette aus der Welt zu schaffen ist. Durch diesen Bekanntmachung. Arbeiter- Wahlcomité vom Magiftrate für etwa 120 M. bezogen Schritt der Behörde würde ich nur noch mehr bestärkt in meiner Das unterzeichnete Comité ersucht hiermit alle Genoffen des hat), einige Hundert Couverts mit Adressen, eine Correspondenz Ueberzeugung. Uebrigens aber bin ich mir bewußt, daß ich durch 10., 11., 14. sächsischen Wahlkreises, sowie aller anderen Wahlüber die Gewerkschaft der Maler, Lackirer und Vergolder aus mein Verhalten in der Sonntagsschule niemals Anlaß zu solcher kreise, Wahlresultate ihm am 30. Juli telegraphisch unter der dem Jahre 1868; sämmtliche auf die Assoziationsbuchdruckerei in behördlichen Maßregelung gegeben habe. Mein ganzes" Ver- Adresse:„ Bahlcomité Leipzig, Bellevue" zukommen zu laffen Berlin bezughabenden Papiere, einen über 50 Mark lautenden brechen" besteht darin, daß ich dem„ Volksblatt f. d. Herzogth. und ist bereit, ebenfalls Nachrichten nach auswärts gelangen zu Postschein vom 18. Januar 1877 an Geib in Hamburg; einige Altenburg" hier Eingang zu verschaffen suchte und die Filial- laffen. Buschriften werden erbeten an C. Lienig, Färbervollständig unschuldige Broschüren, z. B. Krantentaffen- Statuten. expedition übernommen habe. So kann ich denn lächelnd straße 12/11. Aber damit ja der Staat gerettet werde, das Mitgliederbuch des über derartige geistige Waffen"- getrost über diese Maßregesozialdemokratischen Wahlvereins, auch das Verzeichniß des lung zur Tagesordnung übergehen und der löblichen Behörde Sängerchors und einiges Andere; aber alles ohne Bedeutung. die trefflichen Worte Herwegh's ins Gedächtniß rufen: Habt da draußen manchen Tropf, Der mag vor Euch zagen; Ich will trozig meinen Kopf Wie die Berge tragen. O! wie winzig dünken mich Eure sieben Sachen! R. Kobizsch. Leipzig, 23. Juli 1878. Schwerin Das Centralwahlcomité is für den 10., 11., 12. und 14. Wahlkreis. Die Flugblätter der Arbeiterpartei werden, trotzdem das PflichtExemplar eingereicht und keine Confistation stattgefunden, durch Würzburg. Ich ersuche alle unsere Genossen, namentlich die Polizeibeamte den Colporteuren auf der Straße abgenommen Coburger, und die Mitglieder der Schuhmacher- und Zimmerer und sind auch bei den Behaussuchten beschlagnahmt. Wie galant gewerkschaft, mir alle ihnen zur Verfügung stehenden Auskünfte über einen gewissen Kappler, der in den Jahren 1874 und 75 für die ein Polizei- Wachtmeister bei der Haussuchung war, zeigt, daß Gewerkschaften agitirte und jüngst im Schweinfurter Tageblatt" einige derselbe einen Zuckerkasten, um den Boden zu sehen, mit den von Lügen strogende Artikel gegen die Gewerkschaften verübte, Händen durchwühlte; andere Leute hätten hierzu einen Löffel schleunigst zukommen zu lassen, damit dieser Bursche gründlich unschäd genommen. Wenn man bedenkt, daß der Herr Polizeipräsident lich gemacht werden kann. C. F. Rid. v. Brandt einem Vorstandsmitgliede gegenüber erklärte:„ Sie, die sozialdemokratische Partei, hat gar keine Existenzberechtigung Allgemeiner Arbeiter- Sänger- Bund. Saarbrücken, 15. Juli. Wie verlautet, will man hier keinen Quittung: Verden E. 4,50. Glauchau S. 6,00. im Staate, und wenn Ihnen das nicht paßt, so beschweren Sie Gegencandidaten aufstellen und wird Geh. Rath Pfähler, der A. 2. T 3,00. Greiz S. C. 6,00. Beiß, u. 6,00. Salle a/ S. 2. 3,00. sich und ich werde Ihnen mit demselben Paragraphen, auf den Compromiß- Candidat der liberal- conservativ- reichstreu- reaktio- Kaufbeuren E. 2,00. Stollberg A. 2. 2,25. Lübed E. 12,35. Han Sie sich berufen, beweisen, daß Sie gar keine Berechtigung im nären Partei, siegen. Das Verfahren ist hier wie überall nover A. S. 4,90. München A. G. V. 19,00. Gotha A. L. 8,45. Staate haben" dann kann uns alles nicht mehr wundern und dasselbe: der Herr Candidat hält eine Volksversammlung ab, Frankenthal 14,05. Mylau 2. 2,40. Caffel B. 3,90. Wandsbed 2. find wir neugierig, was der deutsche Reichstag zum Kapitel von etlichen 50 Reichstreuen besucht, wird von diesen ersucht, furt a/ W. 2,00. Bornheim F. 2,00. Offenbach 2. 2,00. Mühlhausen 5,25. Frankfurt a/ M. T. 2,00. Frankfurt a/ M. Sp. 2,00. Frank Freie Wahl" sagen wird. Eine Versammlung, in welcher für das Sozialistengesetz zu stimmen; derselbe ist ferner Gegner G. 2,00. Frankfurt a/ Mt. 2. 2,00. Kaufbeuren 11,07. Flensburg. S. wir unsern Candidaten F. W. Fritzsche aus Leipzig, z. B. in der Steuerbelastung, schwärmt jedoch für indirekte Steuern u. 1. f.; B. 5,70. Hannover A. S. Ch. 5,85. Hanau M. Ch. 2,40. Meerane Berlin, vorstellen können, wird uns also durch die Polizei andern Tags bringen die Blätter großartige Berichte: der Herr E. 0,60. Mannheim A. S. B. 9,60. Schwerin A. 2. 9,10. Braun unmöglich gemacht. Das ist die Situation hier; jedoch alles Candidat wird dem Wunsche seiner liberalen" Wähler ent- schweig A. G. B. 2,00. Das soll und darf uns nicht abhalten, für unsere Partei Propa- sprechen u. s. w., vergessen aber kleine Zwischenfälle zu notiren Es sind noch einige Beiträge für 31. März rückständig, die ich ganda zu machen und für unseren Candidaten die größtmöglichste und müssen zu ihrem Leidwesen erfahren, daß sich die Reichs- nunmehr einzusenden bitte. Stimmenzahl zu erreichen. Daß die Angst der Gegner groß feinde über solche Kleinigkeiten luftig machen. So hat z. B. Gotha, 1. Juli 1878. ist, beweist der Umstand, daß sie die Bürger bitten, Hannover bei der Wählerversammlung im Tivoli ein Assessor sich zum Wort vor der Schande zu bewahren, einen Sozialdemokraten zur gemeldet und war so ungeschickt, sich als Gegner des Reichstagsengeren Wahl kommen zu lassen. Deshalb, Parteigenossen des candidaten zu bekennen. Derselbe konnte nicht sprechen, man Briefkasten 8. Hannoverschen Wahlkreises! Muth und Ausdauer im Kampfe brüllte ihn nieder. Ein Herr Zeit aus Sulzbach that sich Alles, was nur irgend in Bezug auf die heutige Gesellschaftsordnung der Redaktion: F. R. in Wulferstedt: Strafbar ist heutzutage mit dem bekannten Rufe:" Nicht zählen wir den Feind u. s. w." hierin besonders hervor; derselbe titulirte den Herrn Assessor scharf ausgesprochen und gedacht wird. In Ihrem Falle fönnen wir und mit dem festen Versprechen, treu zur Fahne der Sozial- verschiedene Male Bengel", so ein Bengel"," dieser Bengel"; nichts entscheiden. Ph.. in Mannheim: Der Vorschlag ist sehr gut, demokratie zu stehen, rufen wir der gesammten Partei ein Glück als jedoch die„ Bengels" fein Ende nehmen wollten, mußte der aber uns fehlt die Macht, denselben durchseßen zu können und es auf! zum 30. Juli zu. Das Arbeiter- Wahlcomité. Vorsitzende einschreiten, und klarlegen, daß doch die Herren alle liegt im Interesse der Arbeitgeber, die Arbeiter am 30. Juli von der J. A.: H. Rudolph. einer Partei angehörten, und es zu bedauern wäre, daß solche Wahlurne fern zu halten, da die Majorität für uns sein würde. NB. Alle alten Barteigenoffen, denen es nur irgend möglich Mißverständnisse vorkommen könnten. Herr Zeit wollte hierauf M. in S.: Ja.-§. L. in Berlin: Alles erhalten. In Betreff des ift, uns am 30. Juli durch Vertheilung von Stimmzetteln an Abbitte thun und stotterte heraus, er wäre so sehr im Irrthum in Göttingen: Ihre Buschrift ist nicht zu verwerfen; jedoch für uns Legteren wird Ihnen H. persönlich Mittheilung machen. William W. den Urnen u. s. w. behülflich zu sein, müssen am Morgen des gewesen, daß er geglaubt, der Herr sei ein" Ultramontaner". insofern unbrauchbar, als wir nicht im Stande, uns mit jedem national30. Juli, früh pünktlich 7 Uhr, im Lokale Mittelstraße 11 part. Der vermeintliche Ultramontane hätte Sozialdemokrat sein müssen, liberalen Winkelblatt über solche Punkte, die schon tausendmal widerlegt nach hinten erscheinen. Alles Uebrige ist bei dem Vorsitzenden die gebildeten" Herren würden sicher Lynchjustiz an ihm geübt sind, herumzuftreiten. A. 2. in Frankenhausen: Ihr Brief wurde des Arbeiter Wahlcomités, H. Rudolph, Mittelstraße 11, 2 Tr. haben. an den Candidaten W. Bock, Gotha, Mühlgrabenweg 3, gesandt. zu erfahren. Hannover, 15. Juli. Alle Parteien rühren sich eifrigst zur Spanische Weinhalle in Zürich: Baden hatte schon vor 1866 eine Magdeburg. Da man aber auch gar nichts von unserer bevorstehenden Reichstagswahl. Hier sind fünf Barteien, welche Militär- Convention mit Preußen abgeschlossen und besaß schon damals nationalliberalen Hochburg Magdeburg im Vorwärts" hört, so ie einen Candidaten aufgestellt haben. Die deutsch- hannoversche keine eigene Militärverwaltung. will ich mich der Mühe unterziehen, Ihnen nur einige Punkte( sog. Welfen-) Partei hat den früheren Abgeordneten, Geheim- haben Ihre Briefe dem Central- Wahlkomité übersandt, von Hamburg der Expedition: G. J. in K. und Chr. Riff. in Quedlbrg.: Wir von hier mitzutheilen. Unsere Fortschrittler und Liberalen haben rath a. D. Bruel, die Nationalliberalen ihren früheren Can- wird Ihnen weitere Nachricht zugehen. H. in Fftwld: Es werden sich jetzt gegen die bösen Sozialdemokraten" geeinigt. Dabei ist didaten, Senator Wülbern, die Conservativen haben einen dort 6 Vorwärts gelesen. 11 Mit Gruß! Emil Rüger, Berg 2. Herr Oskar Laute wird ersucht, mir seine jeßige Adresse mitzutheilen. Siegen. A. Becker. Hildesheim bekannt zu geben. Herr H. Dehme, früher in Hannover wird ersucht, seine Adresse es hochinteressant, Ihnen mittheilen zu können, daß der vom Amtshauptmann Brunned, die Fortschrittler den Rechtsanwalt Quittung: B. Schwb. i. Gmünd. f. Drud 9,50. Genossenschaftsfeligen Gothaer Antisozialisten- Congreß" bekannte Prediger Träger, und schließlich haben die Arbeiter Fr. W. Frizzsche buchdruckerei Bremen Ab. 200,00. Hrmnghs. St. Louis Ab. 84,00. Sachse, der seiner Zeit nicht ein Wort zu seiner Rechtfertigung, aus Berlin aufgestellt. Schreiber dieses hat die Versammlungen Krbs. hier Ab. 13,40. Expedition 5. Tagwacht Zürich Ab. 300,00. unter Märchens Fahne marschirt zu haben, der Deffentlichkeit der vier erstgenannten Parteien besucht und kann nachstehend Schrör. Plagwiz Ab. 3,00. Kent. Frankfurt Ab. 40,00. Stdelbrg. übergab, daß dieser Herr Prediger der freien Gemeinde Magde- etwas darüber mittheilen. Während alle Parteien den Sozialdorf Schrft. 3,60. Iffind. Bochum Schrft. 1,00. Lngnorf. Barmen Bordeaux Schrft. 2,00. Rich. Hajos i. Ung. Ab. 8,75. Prß. Düsselburgs" in einer gemeinschaftlichen Versammlung der Liberalen demokraten alle erdenklichen Sachen in die Schuhe schieben, muß Schrft. 15,20. Kry. Frankfurt Schrft. 1,00. Schmdt. Kirchheimbolanden und Fortschrittler bei Eitel für die Candidatur des Herrn ich gestehen, daß die deutsch- hannoversche Partei etwas milder Schrft. 6,00. Sidstn. Freiberg Schrft. 3,00. Glin. Bern Schrft. 3,50. v. Unruh plaidirte. Es genügt für die Vorwärts" Leser, dies zu Werke geht, indem sie den Liberalismus für die heutigen Schlz. hier Placate 3,00. Krgr. Weisagt Schrft. 2,50. Bsch. Schrft. einfach mitzutheilen. Als dieser freigemeindliche Herr im sozialen Schäden verantwortlich macht und meint, das Programm 1,00. Brt. Iserlohn. Schrft. 170. Sfrt. Cottbus Shrft. 3,50. Odeon über Konizer" referirte, gab derselbe die Erklärung: Er der Sozialisten sei nicht so verwerflich, auch sie huldige vielen sei noch Bürgerbemokrat von 1848. Dalter Bürgerdemokrat Theilen des Programms; ich glaube, hiermit will man den ArWahlfonds. von 1848 und unter jeßiger politischer Lage für Herrn v. Unruh beiter auf die Leimruthe locken, um ihn zu fangen. Glin. Bern 0,50. Genossen in Harzdorf 2 fl. 50 öftr.= 4,37. plaidiren! wie schön waren seine Worte bei der Johann übrigen drei Parteien sind, wie bekannt, schon einig, um der 3 fl. öftr. 5,25. Liste 906 durch M. 3,05. Lifte 902 b.. 8,00. Die Mr. hier 10,00. Stelbrg. Bordeaux 4,00. Genoffen in Maffersdorf Dwie Jacoby Feier am 21. März v. J. im Freigemeindehause:„ Wenn Sozialdemokratie auf den Leib zu rücken. Herr Wülbern meint, Lifte 897 d. Harshff. 5,55. einstmals die Culturhistoriker das Jahr 1848 schreiben werden, die Regierungen müßten in dieser Richtung Hand in Hand gehen, so werden sie es nicht anders können, als in innigster Verbin- denn wenn es im Hause brenne, dann sei es zu spät, darüber dung mit dem Namen Johann Jacoby." Diesen Mann schilderte nachzudenken, was man für Geräthschaften haben müsse, um zu der Herr in besagter Feier als einen Mustermenschen vom löschen. Schließlich kann sich Herr W. nicht sklavisch der Partei Scheitel bis zur Sohle, und sein Plaidoyer in oben bezeichneter unterordnen; wenn man das wolle, dann solle man einen andern nach Bersammlung? Ihr freien Gemeindler Deutschlands: Jo- Candidaten aufstellen. Die Conservativen sind ja, wie bekannt, hann Jacoby, v. Unruh und Sachse, wie reimt sich dies zu- die Partei Bismarck, und was sie wollen, wissen wir; darüber sammen? fein Wort, es sei zu schade um Schwärze und Druck. Die unser Genoffe Zur Beachtung. Für den Wahlkreis Lennep- Mettmann tft F. R. Roda, 10. Juli. Ueber ein heiteres Vorspiel zu dem Kampfe Herren vom Fortschritt mit ihren 48 eingeschriebenen Mitgliedern Carl Henning, 8eichner und Bandwirker in Ronsdorf, gegen die Sozialdemokratie, der, wie es scheint, also auch in werfen auch Köder aus, um zu zeigen, daß auch sie die Freiheit aufgestellt. Stimmzettel dürfen nur wie oben lauten. unserem fleinen Orte beginnen soll, habe ich heute zu berichten. der Arbeiter förderten; wer bas glaubt, dem ist nicht zu helfen. Ich besuchte seither regelmäßig noch die hiesige Sonntagsschule Große Sprünge werden diese Leute nicht machen können, denn und war am 7. b. M. früh vor 7 Uhr eben wieder im Begriff, es stehen den Herren vom Comité 400 Mart zur Verfügung. nach der Schule zu gehen, als mir eilig folgender Brief über- Im Anfange theilte ich mit, ich hätte die Versammlungen der bracht wird: Barteien besucht, nur muß ich schweigen über sozialdemokratische " Herrn R. Kobitsch hier. Hierdurch theile ich Ihnen Versammlungen, und warum? Weil denselben keine erlaubt mit, daß Sie die vom Staate erhaltene hiesige Sonntags werden! Es steht doch in der preußischen Verfassung: Jeder schule, wie sich dies ja von selbst versteht, fernerhin nicht Preuße ist vor dem Geseze gleich". Es scheint aber für die Allgemeine Deutsche Associationsbuchdruckerei in weiter frequentiren können;-bedaure dabei sehr, daß Sie, Sozialisten kein Vereins- und Versammlungsgesetz zu existiren, bei Ihren sonstigen so guten Eigenschaften, sich einer Staat wie reimt sich das?- Anfangs glaubten die Gegner, die SoBerlin( Eingetragene Genossenschaft). Da die auf Sonntag den 21. d. M. einberufene ordentliche und Kirche verhöhnenden Partei angeschlossen haben. zialisten seien jetzt ja so an die Wand gedrückt, daß fie feinen Generalversammlung polizeilich gestört wurde, so berufen wir Roda, 7. Juli 1878. Ihr alter Lehrer Candidaten aufstellen könnten, und würden auch wohl nicht eine hierdurch eine Geifrig. Stimme erhalten. Ha, da haben die Herren die Rechnung ohne Außerordentliche Generalversammlung " - Infolge der Aufforderung in Nr. 78 des„ Borwärts", diejenigen Firmen zu veröffentlichen, welche die Arbeiter wegen ihrer politischen Gesinnung maßregeln, sind uns bis jest folgende zugegangen: Hildesheim: A. Berg, Manufaktur- und Herren- Garderobegeschäft. Hartwig, Hofschneidermeister. Schassé, Schneidermeister. statt. " " [ 5,40 Ich war mir nun sofort darüber klar, daß diese Maßregelung deu Wirth gemacht; jezt, seitdem Frizsche aufgestellt ist, haben auf Sonntag, den 25. August d. J., Morgens 10 Uhr, ein und von dem betreffenden Lehrer selbst nicht ausging; denn ich er- fie große Manchetten und meinen, bei der letzten Reichstagswahl findet dieselbe in den freute mich stets der Achtung und des Wohlwollens meiner hätten nur 800 Stimmen gefehlt, und die Sozialdemokraten Geschäftsräumen der Association, Herren Lehrer, sondern daß einfach die Schulbehörde diese weise wären zur engeren Wahl gekommen, sie dürften doch die„ Schmach" Berlin SO., Kaiser- Franz- Grenadier- Plaz 8a, Hof 2 Treppen, Verordnung erlassen und der Lehrer sie zur Kenntniß des über sich nicht kommen lassen. Nun, daß die Herren dieses mit Schülers bringen mußte. Der hiesige wohllöbliche Bürgermeister Schmach" bezeichnen, kennzeichnet die Leute in ihrer wahren lung bis spätestens den 3. Auguft d. J. bei dem Unterzeichneten einzuLaut§ 21 der Statuten sind etwaige Anträge zur Generalversamm ist nämlich auch Schulvorstand, und dies ist Erklärung genug! Gestalt. Getrost tönnen wir in die Zukunft sehen, und es soll reichen. Nur diejenigen Mitglieder, weiche gemäß§ 11 ihre Pflichten Ungemein heiter ist diese lächerlich kleinliche Maßregelung des unsere Aufgabe sein, davor aufzupassen, daß den Gegnern die erfüllt haben, sind zur Stellung von Anträgen berechtigt. halb, weil die Schulbehörde immer zum fleißigen Besuche der Bäume nicht in den Himmel wachsen. Wir zeigen Allen offen, Hamburg, den 23. Juli 1878. Sonntagsschule aufforderte, von den Lehrern die schwache und was wir wollen; nun, mit Versammlungen fönnen wir nicht unregelmäßige Theilnahme am Unterrichte lebhaft beklagt wird, dienen, desto besser aber ist der Staatsbürger"( wöchentlich erund nun der älteste Schüler, der von seinen Herren Lehrern als scheinendes Wahlflugblatt), denn früher mußte der Arbeiter, einer der besten und eifrigsten Schüler belobt wurde, ans dieser wenn er etwas wissen wollte, in die Versammlung kommen, jept Schule verwiesen wird; weil ferner über die Unwissenheit wird ihm dasselbe ins Haus gebracht, und Alles sagt, wir und Verrohung in Arbeiterkreisen" in allen„ gutgesinnten" Bei- wählen keinen Anderen als Frizzsche. Wenn uns nun auch von tungen geschrieen wird und nun lernbegierige Arbeiter aus den Oben bedeutet worden, wir hätten keine Existenzberechtigung im ihnen zugänglichen Bildungsanstalten verbannt werden; weil von Staate, so glaube ich, so lange unsere Steuergroschen existenz- 3) Anträge und Aufnahme neuer Mitglieder. Nicht anwesende Mitallen Seiten wider die Irrlehren der Sozialdemokratie" zu berechtigt find, sind wir es auch noch dreimal. Daß es auch Felbe gezogen und ihre Anhänger nicht nur verdächtigt und ver- hier an Arbeitskraft nicht mangelt, zeigt ein Inserat der Direk leumbet, sondern auch in Acht und Bann erklärt werden und tion des hiesigen Bellengefängnisses im„ Tageblatt", welches bebann Denen, die diesen angeblichen Frrlehren zuneigen, die Ge- sagt, daß 60 männliche Gefangene zur Disposition ständen. legenheit, wahre Belehrung" zu erlangen, behördlich verweigert Zum Schlusse rufe ich den Arbeitern des achten hannoverschen wird und weil endlich der also Gemaßregelte diese Schule Wahlkreises zu: Laßt Euch nicht als Werkzeug gebrauchen, wenn Der Aufsichtsrath. Im Auftrage: August Geib. Unterstützungsverein für arbeitslose Metallarbeiter für Leipzig und Umgegend. Sonnabend Abend punkt 1/9 Uhr, Tauchaerstraße Nr. 12 Hof links Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Rechenschaftsbericht, 2) Bericht der Revisoren, glieder zahlen 25 Pf. Ordnungsstrafe. NB. Obige Kaffe ist ebenfalls mit einer Kranken- und Sterbekaffe verbunden. Verantwortlicher Redakteur: Julius Künzel in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstr. 12. II. in Leipzig. Drud und Berlag der Genossenschaftsbuchdruckerei in Leipzig