Erscheint in Leipzig Mittwoch, Freitag, Sonntag. Abonnementspreis für ganz Deutschland 1 M. 60 Pf. pro Duartal. Monats- Abonnements werben bei allen deutschen Postanstalten auf den 2. und 3. Monat, und auf den 8. Monat besonders angenommen; im Rönigr. Sachsen und Herzogth. SachsenAltenburg auch auf den iten Monat bes Quartals à 54 Bfg. Juferate Betr. Bersammlungen pr. Betitzeile 10 Bf., Betr. Privatangelegenheiten und Feste pro Betitzeile 30 Bf. Nr. 97. Vorwärts Bestellungen nehmen an alle Bostanstalten und Buchhandlungen des Jn- u. Auslandes. Filial Expeditionen. New- York: Soz.- demokr. Genoffen schaftsbuchbruckerei, 154 Eldridge Str. Bhiladelphia: B. Haß, 630 North 3rd Street. J. Boll, 1129 Charlotte Str. Hoboken N. J.: F. A. Sorge, 215 Washington Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 Clybourne ave. San Franzisco: F. Eng, 418 O'Farrell Str. London W.: C. Henze, 8 New Ar Golden Square. Central- Organ der Sozialdemokratie Deutschlands. Zu den Reichstagswahlen. worden ist, heißt es weiter: Sonntag, 18. August. 1878. neten, die sie im vorigen Reichstage hatten, nicht genügend; sie für das Verbot und die Auflösung ist die Polizeibehörde; gegen hat also diesbezüglich wenig verloren. Was aber die Zahl der die Anordnung derselben findet nur die Beschwerde an die AufWir finden in unserem ungarischen Bruderorgan, der„ Ar- Anhänger anbelangt, hat sich dieselbe trotz all' des erbärmlichen fichtsbehörde statt. § 10. Druckschriften, welche Bestrebungen der im§ 1 bebeiter- Wochenchronit", einen wahrscheinlich von dem früheren Kampfes, der gegen sie geführt wurde, nicht vermindert, ja in Communemitglied L. Frankel geschriebenen Artikel, der eine den meisten Wahlbezirken, in welchen sozialistische Candidaten zeichneten Art dienen, sind zu verbieten. Bei periodischen Drudschriften kann das Verbot sich auf das fernere Erscheinen der= große Sachkenntniß verräth und die Verhältnisse klar überblickt. aufgestellt wurden, sogar um ein Erhebliches vermehrt. Wir wollen denselben deshalb hier im Auszuge bringen. Eine andere Frage ist es, ob auch die liberalen Parteien selben erstrecken. Deutschlands, ob die Nationalliberalen und Fortschrittler Ursache Nachdem das Resultat der Wahlen am 30. Juli mitgetheilt haben, mit dem Ausgange der Wahlen zufrieden zu sein. Wenn Berbot des ferneren Erscheinens einer periodischen Druckschrift § 11. Buständig für das Verbot ist, wenn es sich um das " Im ersten Augenblicke mag wohl dieses Wahlergebniß als man die Artikel ihrer Parteiblätter liest, in welchen sie ihrer handelt, die Centralbehörde des Bundesstaats, in welchem dieeine Niederlage der Sozialdemokratie erscheinen. Die liberale Freude über die schweren Niederlagen" der Sozialdemokratie selbe erscheint, in den übrigen Fällen die Landespolizeibehörde. Bresse Deutschlands hat denn auch das Ihrige gethan, um dies Ausdruck verleihen, dann sollte man dies zwar meinen, wenn Das Verbot der ferneren Berbreitung einer im Auslande erglauben zu machen, allein es gelingt ihr nicht recht. So fagt man aber die Zahl der Size kennt, die diese beiden Parteien scheinenden periodischen Druckschrift steht dem Reichskanzler zu. 3. B. die„ Kölnische Zeitung", die den 30. Juli als einen Tag erhielten, dann gelangt man bald zu der Ueberzeugung, daß sie Das Verbot ist in allen Fällen durch den Reichsanzeiger bekannt schwerer Niederlage" der Sozialdemokratie bezeichnet:„ Nicht allein alle Ursache hätten, sich in Sack und Asche zu hüllen und zu machen und für das ganze Bundesgebiet wirksam. § 12. Dem Verleger sowie dem Herausgeber der Druckoft genug fann man die Thatsache wiederholen, daß nichts die über den Ausgang der Wahlen zu trauern; denn während sie sozialistische Propaganda in Deutschland so sehr gefördert hat, im vorigen Reichstag die absolute Majorität hatten, befinden sie schrift steht gegen das Verbot, wenn dasselbe von der Cetralwie die stets wachsende Zahl ihrer Vertreter im Reichstage." sich diesmal gegen die Conservativen und Klerikalen in der behörde erlassen ist, die Beschwerde an das Reichsamt für das Diese Art von Beweisführung zeigt, daß die„ Kölnische Zeitung" Minorität. Und so hat sich wieder einmal das alte Sprich- Vereinswesen und Presse, wenn das Verbot von der Landesmit der Logik auf sehr gespanntem Fuße lebt, da sie derartig wort bewährt: Wer Anderen eine Grube gräbt, fällt selbst polizeibehörde erlassen ist, die Beschwerde an die Centralbehörde und gegen deren Entscheidung die weitere Beschwerde an das Ursache und Wirkung mit einander verwechselt. Jeder richtig hinein!... Reichsamt offen. Die Beschwerde und die weitere Beschwerde find innerhalb einer Woche nach der Zustellung des Verbotes oder der Entscheidung bei der Behörde anzubringen, welche das Verbot oder die Entscheidung erlassen hat. Weder die Beschwerde noch die weitere Beschwerde haben aufschiebende Wirkung. § 13. Auf Grund des Verbotes sind die von demselben getroffenen Druckschriften da, wo sie sich zum Zweck der Berbreitung vorfinden, in Beschlag zu nehmen; die Beschlagnahme kann sich auf die zur Vervielfältigung dienenden Platten und Formen erstrecken. Bei Druckschriften im engeren Sinne hat auf Antrag des Betheiligten statt Beschlagnahme des Sazes das Ablegen des letteren zu geschehen. Die in Beschlag genommenen Druckschriften, Platten und Formen sind, nachdem das Verbot endgültig geworden ist, unbrauchbar zu machen. Gegen die Anordnung der Polizeibehörde findet nur die Beschwerde an die Aufsichtsbehörde statt. § 14. Die Polizeibehörde ist befugt, Druckschriften der im nenden Platten und Formen schon vor Erlaß eines Verbots vorläufig in Beschlag zu nehmen. Die in Beschlag genommene Druckschrift ist innerhalb 24 Stunden der Landespolizeibehörde einzureichen, lettere hat entweder die Wiederaufhebung der Be schlagnahme sofort anzuordnen, oder innerhalb einer Woche das Verbot zu erlassen. Erfolgt das Verbot nicht innerhalb dieser Frist, so erlischt die Beschlagnahme und müssen die einzelnen Stücke, Platten und Formen freigegeben werden. denkende Mensch wird umgekehrt sagen, daß nichts so sehr die Die Eröffnung des deutschen Reichstages wird am 9. SepBahl der sozialistischen Vertreter im Reichstage fördert, als die tember erfolgen. Die reaktionären Elemente sind in der Majostets wachsende sozialistische Propaganda, wie sich dies schon von rität. Die gegen die Sozialdemokratie gerichtete Vorlage liegt selbst ergiebt, da erst die Zahl der Anhänger der Sozialdemo- bereits fertig. Wird die Annahme derselben aber auch vermögen, fratie gestiegen sein muß, bevor die Zahl ihrer Vertreter steigen der Sozialdemokratie den Garaus zu machen, wie dies bezweckt kann. Nach der Logit dieses nationalliberalen Blattes müßte wird? Wir bezweifeln dies nicht nur, sondern wir sind es man ja schließen, daß die Entwicklung der sozialistischen Propa- gewiß, daß dieser Zweck nicht erreicht werden wird, weil man, ganda erst mit dem ersten sozialistischen Abgeordneten begonnen wie uns die Geschichte zeigt, Ideen durch Machtmittel wohl auf hat, während doch der simpelste Mensch erkennen wird, daß erst furze Zeit unterdrücken, aber nicht vernichten kann, und daß die Propaganda einer Idee stattgefunden haben muß, bevor ein dieselben, wenn sie eine Zeitlang gewaltsam eingedämmt werden, Vertreter derselben gewählt werden konnte. nur mit um so größerer Macht hervorbrechen. Der Kampf, der gegen die Sozialdemokratie im fünftigen Diese gewaltsame Geistesverrenkung wird erst dann begreiflich, wenn man weiß, daß die gesammte liberale Presse in unzähligen Reichstage aufs Neue beginnen wird, wird ein vergeblicher sein. Artikeln die Vernichtung der Sozialdemokratie für den 30. Juli An Kampf und Verfolgung gewöhnt, von dem Bewußtsein geprophezeite und in alle Welt hinausposaunte, daß die sozia- tragen, einer hehren Sache zu dienen, wird die Sozialdemokratie, listische Agitation beim Bolte, das durch die beiden Attentate, gefaßt auf jede Niedertracht seitens der herrschenden Welt, muthig die man der Sozialdemokratie an die Rockschöße zu hängen ver- auf ihrem Posten ausharren und, wie bisher, auch weiter für suchte, zur„ befferen" Einsicht gelangt ist, auf großen Widerstand die Befreiung des arbeitenden les eintreten. An diesem§ 10 bezeichneten Art, sowie die zu ihrer Bervielfältigung die stoße und ihr den Rücken kehre. Die von allen Seiten ange- Streben haben die lehten Wahlen nichts geändert, an diesem griffene, verdächtigte und verleumdete Partet werde- so hoffte man wenigstens einen Rückschlag erleiden, aus welchem sie sich nicht mehr erholen können wird. Und nun tamen die Wahlen, welche zeigen, daß die Sozialdemokratie noch immer auf ein halbes Dugend Size im Reichstage rechnen kann! Streben werden auch alle Ausnahmegefeße nichts ändern. Vorwärts! war stets die Losung aller wahren Reformparteien. Vorwärts! ist auch die Losung der Sozialdemokratie." So der Artikel in unserm ungarischen Parteiorgan. Wir aber freuen uns, daß unsere Brüder im Auslande die Wenn man nun bedenkt, auf welche Weise von Seite der Situation so klar überblicken und dadurch auf's Neue beweisen, Regierung, der Grundbesitzer, Fabrikanten und Eisenbahngesell- daß das geistige Band, welches die Arbeiter und Parteigenossen schaften auf die Wahlen eingewirkt und mit welch' unerhörter aller Nationen umschlingt, sich immer fester zieht. Schamlosigkeit gegen die Sozialdemokratie in den letzten Wochen borgegangen wurde, wenn man bedenkt, daß sich alle herrschenden demokratie. § 15. Das Einsammeln von Beiträgen zur Förderung der in§ 1 bezeichneten Bestrebungen, sowie die öffentliche Aufforderung zur Leistung solcher Beiträge sind polizeilich zu verbieten. Parteien mit Hintansetzung aller freiheitlichen Regungen verei- Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Sozial- Das Verbot ist öffentlich bekannt zu machen. Gegen das Vernigten, um gemeinsam eine Sozialistenhaz zu betreiben, daß die bot findet nur die Beschwerde an die Aufsichtsbehörde statt. rücksichtslosesten Polizeimaßregeln gegen die Sozialdemokratie § 16. Wer an einem verbotenen Verein(§ 2) mit Kenntniß gehandhabt, die Wahlversammlungen anfangs aufgelöst, zuletzt §. 1. Vereine, welche sozialdemokratischen, sozialistischen oder nach erfolgter öffentlicher Bekanntmachung des Verbotes fast überall ganz verboten wurden, daß man die Wahlaufrufe oder communistischen, auf Untergrabung der bestehenden Staats- als Mitglied sich betheiligt oder eine Thätigkeit im Interesse confiszirte und viele Redner, ja selbst Candidaten dieser Partei oder Gesellschaftsordnung gerichteten Bestrebungen dienen, sind eines solchen Vereins ausübt, wird mit Geldstrafe bis zu 500 hinter Schloß und Riegel brachte, daß man die Beamten und zu verbieten. Den Vereinen stehen gleich Verbindungen jeder Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten Arbeiter unter Drohung sofortiger Entlassung zwang, ihre Un- Art, insbesondere genossenschaftliche Kaffen. bestraft. Eine gleiche Strafe trifft Denjenigen, welcher an einer terschriften zu geben und sich zu verpflichten, die Sozialdemo-§ 2. Buständig für das Verbot find die Centralbehörden verbotenen Versammlung(§ 9) mit Kenntniß des Verbotes sich fratie in feiner wie immer gearteten Weise zu unterstüßen der Bundesstaaten. Das Verbot ist durch den„ Reichsanzeiger" betheiligt, oder welcher nach polizeilicher Auflösung einer Verwenn man dies Alles bedenkt, dann sind die Wahlen weit ent- bekannt zu machen. Dasselbe ist für das Bundesgebiet wirksam sammlung( 89) sich nicht sofort entfernt. Gegen Diejenigen, fernt davon, eine Niederlage der sozialdemokratischen Partei und umfaßt alle Verzweigungen des Vereins, sowie jeden vor- welche sich an dem Vereine oder an der Versammlung als VorDeutschlands zu sein, dann können unsere deutschen Parteige- geblich neuen Verein, welcher sachlich als der alte sich darstellt. steher, Leiter, Ordner, Agenten, Redner oder Kassirer betheiligen, noffen mit Stolz des 30. Juli gedenken, denn dann haben die§ 3. Auf Grund des Verbotes sind die Vereinskasse sowie oder welche mit Kenntniß oder nach erfolgter öffentlicher BeWahlen ein erhebendes Zeugniß von der ergreifenden Wahrheit alle für Zwecke des Vereins bestimmte Gegenstände durch die kanntmachung des Verbotes zu einer verbotenen Versammlung der sozialistischen Lehren gegeben, dann hat der Sozialismus Polizeibehörde mit Beschlag zu nehmen. Nachdem das Verbot auffordern, ist auf Gefängniß von einem Monat bis zu einem am 30. Juli erst recht seine eigentliche Weihe erhalten. Man endgiltig geworden, ist das in Beschlag genommene Geld sowie Jahre zu erkennen. muß wissen, was es heißt trop drohender Noth und Entbehrung, der Erlös der in Beschlag genommenen Gegenstände der Armen-§ 17. Wer für einen verbotenen Verein oder für eine vertrop der Gefahr, seiner Freiheit beraubt zu werden und sich kaffe des Ortes der Beschlagnahme zu überweisen. Gegen die botene Versammlung mit Kenntniß oder nach erfolgter öffentund die Seinigen in's Elend zu stürzen, seiner politischen Ueber- Anordnungen der Polizeibehörde findet nur die Beschwerde an licher Bekanntmachung des Verbotes Räumlichkeiten hergiebt, zeugung Ausdruck zu verleihen und das haben Hunderttau- die Aufsichtsbehörde statt. wird mit Gefängniß von einem Monat bis zu einem Jahre sende von Männern am 30. Juli gethan. Unter solchen Ver-§ 4. Gegen das Verbot steht dem Vereinsvorstande die bestraft. hältnissen fällt jede für einen sozialdemokratischen Candidaten Beschwerde an das Reichsamt für Vereinswesen and Presse offen.§ 18. Wer eine verbotene Druckschrift(§ 11) mit Kenntniß abgegebene Stimme doppelt, ja dreifach in die Wagschale. Dieselbe ist innerhalb einer Woche nach der Zustellung des Ver- oder nach erfolgter öffentlicher Bekanntmachung des Verbotes, Nun ist bei diesen Wahlen noch ein anderes Moment in's botes bei der Centralbehörde anzubringen, welche dasselbe er- oder wer eine von der vorläufigen Beschlagnahme betroffene Auge zu fassen. Nach den Wahlen, die zum vorjährigen Reichs- laffen hat. Die Beschwerde hat keine aufschiebende Wirkung. Druckschrift(§ 14) mit Kenntniß der Beschlagnahme verbreitet tage stattfanden und die die Liberalen, durch die Unzahl der§ 5. Das Reichsamt für Vereinswesen und Presse hat oder wieder abdruckt, wird mit Geldstrafe bis zu Eintausend abgegebenen sozialistischen Stimmen völlig verblüfften, da hieß seinen Siz in Berlin und besteht aus neun Mitgliedern, welche Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten es, baß die Entzweiung zwischen Nationalliberalen und Fort- aus der Bahl der im Reichs- oder im Staatsdienste angestellten bestraft. schrittlern die Schuld daran trug, daß die verschiedenen herr- Personen zu berufen find. Mindestens fünf Mitglieder müssen niß oder nach erfolgter öffentlicher Bekanntmachung deffelben § 19. Wer einem nach§ 15 erlassenen Verbote mit Kenntschenden Parteien nicht genügend ihre Pflicht in der Bekämpfung etatsmäßig angestellte Richter sein. der Sozialdemokratie gethan haben, daß mit einem Worte nicht§ 6. Der Präsident, der Stellvertreter des Präsidenten so zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu fünfhundert Mark alle für die sozialistischen Candidaten abgegebenen Stimmen als wie die übrigen Mitglieder des Reichsamts werden für Zeit der oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft. sozialistische zu rechnen ſeien. Dies hinn nun diesmal nicht Geltung dieses Gesetzes und für die Dauer des zur Zeit ihrer Außerdem ist das zufolge der verbotenen Sammlung oder Aufgesagt werden, weil sämmtliche herrschende Barteien bei den Ernennung von ihnen bekleideten Reichs- oder Staatsamts vom forderung Empfangene oder der Werth desselben der Armenkasse jezigen Wahlen in Bezug auf die Bekämpfung der Sozialdemo- Bundesrath gewählt und vom Kaiser ernannt. des Orts der Sammlung für verfallen zu erklären. fraten eine einzige Partei bildeten und unaufhörlich bemüht§ 7. Alle Behörden im Reich sind verpflichtet, auf Ersuchen§: 20. Personen, welche es sich zum Geschäfte machen, die waren, durch allerlei Lügen und Verdächtigungen Unwillen und des Reichsamts die in ihren Geschäftstreis fallenden Ermitte- im 1 bezeichneten Bestrebungen zu fördern, oder welche nach Abscheu gegen Alles zu erregen, was nur halbwegs zur Sozial- lungen vorzunehmen. rechtskräftiger auf Grund dieses Gesezes erfolgter Verurtheilung demokratie gehöre. Wer diesmal seine Stimme einem Sozialisten § 8. Das Reichsamt entscheidet in der Besetzung von fünf wegen einer darauf begangenen Zuwiderhandlung gegen dasselbe gab, hat dies aus vollster, innerster Ueberzeugung gethan, aus Mitgliedern, von denen mindestens drei zu den richterlichen rechtskräftig zu einer Strafe verurtheilt worden sind, kann der Ueberzeugung, die dadurch noch mehr an Werth gewinnt, daß Mitgliedern gehören müssen. Die Entscheidungen erfolgen nach Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt werden. ihre Kundgebung mit schwerem Opfer verbunden war. freiem Ermessen und sind endgiltig. Im Uebrigen bestimmt das Wenn sie Ausländer find, können sie aus dem Bundesgebiete Die Sozialdemokratie Deutschlands hat daher keine Ursache, Reichsamt seine Geschäftsordnung selbstständig. ausgewiesen werden. Unter gleichen Voraussetzungen kann Buchmit den jezigen Wahlen unzufrieden zu sein. Daß sie ein halbes§ 9. Versammlungen, von denen anzunehmen ist, daß sie druckern, Buchhändlern, Leihbibliothekaren und Inhabern von Duzend Barlamentsfize einbüßt, ist kein so großer Berlust, als Bestrebungen der im§ 1 bezeichneten Art dienen werden, find Lesecabineten, sowie Gastwirthen, Schankwirthen und Personen, es ein Gewinn ist, unter den obwaltenden Verhältnissen noch zu verbieten; Versammlungen, in welchen solche Bestrebungen welche Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus treiben, der einige Site behauptet zu haben. Um selbstständige Anträge zu zu Tage treten, sind aufzulösen. Den Versammlungen werden Betrieb ihres Gewerbes untersagt werden. Personen, welche es stellen, war überdies auch die Zahl der sozialistischen Abgeord- öffentliche Festlichkeiten und Aufzüge gleichgestellt. Zuständig sich zum Geschäfte machen, die im§ 1 bezeichneten Bestrebungen zu befördern oder welche auf Grund einer Bestimmung dieses Gesetzes einmal rechtskräftig zu einer Strafe verurtheilt worden sind, kann der Legitimationsschein zur gewerbsmäßigen öffeni- lichen Verbreitung von Druckschriften(Z 43 der Gewerordnung) und der Legitimationsschein zum Verkaufe von Druckschriften im Umherziehen(§ 55 a. a. O.) entzogen, sowie die nicht gewerbs- mäßige öffentliche Verbreitung von Druckschriften(§ 5 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874) untersagt werden. Druckereien, welche geschäftsmäßig zur Förderung der im§ 1 bezeichneten Bestrebungen benutzt werden, können geschlossen werden. § 21. Zuständig für die in§ 20 vorgesehenen Verfügungen ist die Landespolizeibehörde, gegen dieselben steht den Betroffenen die Beschwerde an die Eentralbehörde und gegen deren Ent- scheidung die weitere Beschwerde an das Reichsamt für Vereins- Wesen und Presse offen. Die Beschwerde und die weitere Be- schwerde sind innerhalb einer Woche nach Zustellung der Ver- fügung oder der Entscheidung bei der Behörde anzubringen, welche die Verfügung oder die Entscheidung erlassen hat. Weder die Beschwerde, noch die weitere Beschwerde haben aufschiebende Wirkung. § 22. Wer einer auf Grund des§ 20 erlasienen Verfügung zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten be- straft. Im Falle der Zuwiderhandlung gegen eine auf Grund des§ 20 Absatz 1 erlassene Verfügung tritt Gefängnißstrafe von einem Monat bis zu einem Jahre ein. s 23. Für Bezirke oder Ortschaften, in welchen durch die im§ 1 bezeichneten Bestrebungen die öffentliche Sicherheit be- droht ist, können die Centralbehörden der Bundesstaaten mit Genehmigung des Bundesrathes für die Dauer von längstens einem Jahre Anordnung dahin treffen: 1) daß Versammlungen nur mit vorgängiger Genehmigung der Polizeibehörde stattfinden dürfen, 2) daß die Verbreitung von Druckschriften auf öffent- lichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten nicht stattfinden darf, 3) daß arbeitslose Personen, welche nicht nachweisen können, daß sie die Mittel zu ihrem Unterhalt besitzen und welche in den Bezirken oder Ortschaften einen Unter- pützunaswohnsitz nicht erworben haben, aus denselben auszu- weisen sind, 4) daß der Besitz, das Tragen, die Einführung und der Verkauf von Waffen verboten, beschränkt oder an bestimmte Voraussetzungen geknüpft wird. Die getroffenen Anordnungen find durch den„Reichsanzeiger" bekannt zu machen. Wer den- elben mit Kenntniß oder nach erfolgter öffentlicher Bekannt- machung zuwiderhandelt, wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Hast oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. § 24. Dieses Gesetz tritt sofort in Kraft. Sozialpolitische Uebersicht. — Lassalle und Ziegler. Verschiedene conservative und fortschrittliche Organe streiten sich in letzterer Zeit vielfach über das Verhältniß Ziegler's zu Laffalle. Die conservativen Blätter behaupten. Ziegler sei auch noch der Freund des sozialistischen Agitators Lassalle gewesen, während die Fortschrittler von einem jähen Bruche faseln, den Ziegler herbeigeführt habe, als Laffalle den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein gegründet habe. Um hiervon den Beweis zu führen, veröffentlicht die„Vossische Zeitung" folgende Mittheilung: „In einem Briefe an seinen ältesten Jugendfreund, den schon im April 1374 vor Ziegler verstorbenen Kreisgerichts-Direktor Ritter in Frankfurt a. d. O., mit dem er in regem Briefwechsel und in lebendigem Verkehr stand, schrieb Ziegler unterm 10. August 1864 wörtlich Folgendes:„Ueberhaupt gebe ich in der Unterhaltung zu viel aus, während man doch gar zu wenig einnimmt. Nur Stahn regt mich an, etwas auch Förster, vor Allem aber das Riesengenie des Lassalle. Während tumboldt und die ganze Welt vor_ seinem„Herakleitos" das nie beugte, während der greise, große Boekh nie unterläßt, am Geburtstage des Mannes gratulirend zu erscheinen, während Rosenkranz ihn als den ersten philosophischen Kopf Deutschlands anerkennt, während Savigny, der nur den ersten Band der„Theorie der erworbenen Rechte" erlebte, in die Worte ausbrach:„Seit Donellus ist so ein Buch nicht ge- schrieben", beurtheilt die heutige Unwissenheit, Plattitüde und bourgeoise Frechheit den Mann blos aus seiner Agitation, was so unverständig ist, als wollte man Fichte wegwerfen, weil er einmal absolut für alle Welt Pässe mit Portraits verlangte. — Die neueren erscheinenden Pandekten-Compendien strotzten von Allegaten aus Lassalle, und doch haben, die Universität ab- gerechnet, nicht 10 Juristen in Berlin das Buch studirt und nicht die Hälfte es verstanden, weil man dazu Jurist und Philosoph zugleich sein muß. Ich habe es täglich nie über 40 Seiten bringen können und volle drei Monate dabei gebraucht.— Wenn ich nun auch mit diesem Manne den Umgang etwas gewaltsam abgebrochen, so magst Du daraus auf meinen Seelenzustand schließen." Hierzu macht nun unser Berliner Parteiorgan folgende Be- merkungen: „Die gute„Bossin" glaubt augenscheinlich aus den letzten Worten den gewünschten Beweis erbracht, sie scheint indeß dabei zu übersehen, daß der Allgemeine deutsche Arbeiter-Verein, dessen Statuten Ziegler auf Wunsch Lassalle's ausgearbeitet hatte, bereits im Mai 1863, also ein Jahr bevor Ziegler selbst seinen Bruch mit Lassalle seinem Seelenzustand zuschreibt. Uebrigens mag die Tante Boß zu ihrer Beruhigung erfahren, daß Ziegler noch im deutschen Reichstage mit einigen unserer Abgeordneten in der freundschaftlichsten Weise verkehrte, über welchen Verkehr Most und Hasen clever nähere Auskunft geben können." Was nun Hasenclever anbetrifft, so ermächtigt derselbe uns zu der Erklärung, daß er mit dem Abgeordneten Ziegler innerhalb und außerhalb des Reichstages sich mehrmals über Lassalle und den Sozialismus unterhalten und daß Ziegler immer mit der größten Achtung und Bewunderung noch im Jahre 1874 von Lassalle gesprochen habe. Zu Hasenclever be- merkte Ziegler wiederholt, daß er das ungestüme Vordrängen Lassalle's im Jahre 1863, besonders aber die Herausgabe des „Offenen Antwortschreibens" allerdings anfangs streng getadelt habe, daß er aber nunmehr zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß Laffalle lediglich dadurch eine culturgeschichtliche Mission übernommen und zu rechter Zeit eingegriffen habe. Wäre Lassalle nicht aufgetreten, so hätte sich ein Anderer, vielleicht weniger geschickter Agitator eingestellt.— Im Reichstage selbst, in der sogenannten Sozialistenecke sprach im Jahre 1874 Ziegler mit Hasenclever und sagte ungefähr wörtlich Folgendes, indem er auf die Nationalliberalen und Fortschrittler hinzeigte: „Sehen Sie sich diese Leute doch einmal an; der bei weitem größte Theil derselben besteht aus Strebern, die lediglich ihres Fortkommens halber sich haben wählen laffen; weit, weit nach links, selbst in meine unglückliche Partei hinein, in welcher aller- dings noch einzelne sehr brave Männ-r sich befinden, reicht das Streberthum. Sehen Sie dort, dort überall Streber, Streber, Stierer! Und diese Leute machen die Gesetze."— Ziegler ging mit diesen Worten zum Saale hinaus. Später fragte ihn Hasenclever, weshalb er bei solchen An- sichten denn in der Fortschrittspartei bleibe, worauf Ziegler ant- wartete:„Ich bin alt, mein Körper ist morsch, ich sterbe bald — weshalb soll ich da noch alte Freunde, Leute, die es gut meinen, aber die neue Zeit nicht verstehen, vor den Kopf stoßen, und Euch kann ich doch nichts mehr nützen."— Ein anderes Mal sagte Ziegler zu Hasencleoer, und zwar kurz vor seinem Tode, als er nach einer bestandenen Krankheit nur noch einige Male in den Reichstag kam:„Euch gehört die Zukunft!" Reichstreuer Blödsinn, oder: Schwarz, weiß und Roth. Zwei Riesenungeheuer bedrohen das deutsche Land; Sie breiten ihre Schatten vom Fels bis zum Meeresstrand. Das eine— schwarz und listig— ein Sohn ist's der Finsterniß Und seine Wunden brennen, wie giftiger Schlangen Biß.— Das and're roth und blutig—; von höllischer Wuth entflammt, Sind seine Greuelthaten nur sinnlicher Lust entflammt. Das Erste droht von ferne, von jenseit der Berge her; Wo es sich eingenistet, da läßt es die Geister leer. Es schleicht mit Weihrauchsdüften in's menschliche Herz sich ein, Erfüllt'S mit Wahngebilden und Märtyrer Heil'genschein;— Zu Ehren seines Gottes erbebt es vor Nichts zurück: Als Himmelspförtner möcht' es auch leiten der Welt Geschick. Für wahre, fromme Liebe und ehrliches Gottvertrau'n Sah man es Scheiterhaufen zum Auto da fö erbau'n; In Deutschland nicht gezeuget, erstrebt es seit alter Zeit Der deutschen Macht und Hoheit, und irdische Herrlichkeit. Und seine Partisane,— sie dienen als Knechte gut, Verleugnen blinden Eifers das alte Germanenblut. Das Zweite— dreimal Wehe!— ein Sproß ist's der deutschen Erd'; Es leget seine Schlingen an armer Bedrängter �Heerd;— Mit schmeichelnd glatten Worten umstrickt es der Schwachen Sinn, Führt sie, die leicht Bethörten, zu Frevel und Unthat hin. Es locket sie mit Bildern von Freiheit und Gleichheit an: Doch über Menschenleichen geht seine verruchte Bahn. Und die sich ihm ergaben, für jede Belehrung taub, � Das Beste, Schönste zieh'n sie zu sich in den Schmutz und�staub; Der Menschheit Heiligthümer, sie machen auch sie zum Spott Und wagen, wuthentbrennet, sogar einen Kampf mit Gott! Aus ihrer Mitte richtet— wer hätte dies je geglaubt!— Sich selbst die Mörderwaffe auf unseres Kaisers Haupt. O Deutschland, wehe, wehe, wenn Du sie nicht beide fäll'st, Im Kampf wie eine Mauer nicht treulich zusammen hältst! Es fällt uns nun aber gar nicht ein, den verstorbenen Ziegler für uns zu reklamiren, da wir in vielen Punkten mit den An- sichten desselben durchaus nicht einverstanden find. Doch mögen die Fortschrittler, denen er ja formell bis zu seinem Tode ange- hörte, von Ziegler lernen, daß man die SoUaldemokratie als eine in der historischen Entwickelung des Menschengeschlechts begründete und nothwendige Partei anzusehen und demnach auch zu urtheilen hat. Ziegler war klug und gerecht— die heutige Fortschrittspartei aber ist beschränkt, heuchlerisch und un- gerecht. Ob sie noch nicht zu alt, zu morsch ist, um zu lernen, das wird die nächste Zukunft zeigen. Ohne eine gründliche Besserung wird sie bald„sterben und verderben". — Zur Illustration reichstreuer Wahlmanöver. Welcher Mittel sich die Liberalen bei der Wahl bedienen, zeigt wohl am besten die nachfolgende Erklärung Bracke's, welche der- selbe in der„Neuen Offenbacher Zeitung" erläßt. Bracke war im Wahlkreise Offenbach-Dieburg einige Tage für die Wahl Lieb- knecht's, welcher mit dem Natconalliberalen Dernburg dort in engerer Wahl stand, thätig. Die Erklärung lautet: Erklärung! „Hiermit erkläre ich, daß die im nationalliberalen Flug, O, laß Parteigetriebe umstricken nicht Deinen Sinn: Aus Deinem blinden Hader der Böse nur zieht Gewinn! Es steht ja Dir zur Seite ein mächtiger Schutz und Hort, So Du nur willig hörest auf seiner Verheißung Wort. Ein hehrer Engel ist es, lichtweiß und voll edler Gluth, Der Dich im Streite schützet gen beider Dämonen Wuth. Der Engel aber heißet: die Treue zum Vaterland;— Die wahre Nächstenliebe, ohn' Anseh'n von Rang und Stand; Gehorsam dem Gesetze und Ehrfurcht und heil'ge Scheu; Die hege warm im Herzen und pflanze sie tief auf's Neu'! Stellt dieser lichte Engel, sich zwischen das Schwarz und Roth, So hat's mit Deiner Zukunft, o deutsches Geschlecht, nicht Roth. Dann prangt für alle Zeiten Dein Name im Völkerbuch, Als Schirm der Treu' und Wahrheit, als Gegner von Lug und Trug; Und Deine fernsten Enkel— gleichwie Deine Kinder heut'— Sie werden Deiner Thaten sich rühmen mit stolzer Freud'. F. Mösch. („Leipziger Tageblatt" vom 30. Juli 1878.) — Der Ursprung der Lessing'schen Fabel von den drei Ringen. Am 15. November d. I. wird ein Jahrhundert verflossen sein, seitdem Lessing seinen„Nathan der Weise" zu schreiben begonnen hat. Aus dem in Mainz erscheinenden „Israelit", welcher mehrere Artikel über dieses epochemachende Drama veröffentlicht, erfahren wir die für die literarische Welt gewiß interessante Mittheilung, daß die Fabel von den drei Ringen, welche die Quintessenz des Lessing'schen Dramas ist, ursprünglich von einem Juden erfunden und daß ihr eine historisch beglaubigte Thatsache zu Grunde liegt. Lessing zwar hat nicht aus dieser Quelle geschöpft; er hat die Fabel dem Dekameron des italienischen Schriftstellers Boccacio entnommen. Vielleicht hat Boccacio die jüdische Erzählung vernommen und sie in seiner Weise umgestaltet. Die ursprüngliche Erzählung befindet sich in dem von dem jüdischen Arzte Salomo de Virgo(lebte um 1430) verfaßten„Schebet Jehuda", Kap. 32, und ist folgenden Inhalts: König Don Pedro, der Aeltere, wollte einen Kriegszug gegen die Ungläubigen unternehmen. Da sprach zu ihm Nicalao von blatt mir in den Mund gelegten Worte:„Die Entwick-lung der Menschheit bleibt nicht vor den jeweiligen Eigenschaftsoerhältnissen stehen; wer sich uns widersetzt, wird zu Grunde gehen!" und: „die Göttin der Liebe soll wieder auf den Thron kommen, und von wem die Liebe gewichen ist, der mag getrost das äußere Band zerreißen!" sich so in meinen Schriften nicht findet, daß diese angeblich wortgetreuen Citate gefälscht sind. Dasselbe kann ich von der Mehrzahl der sonstigen„zur Charakteristik der Grund- sätze und Ziele der Sozialdemokratie" mitgetheilten„Sätze" be- haupten; auch diese sind mehr oder weniger gefälscht. Wer mir auf Seite 17 des„Manifestes der Communisten" den Satz zeigt:„Der Zweck derselben(der Communisten) ist die Auf- Hebung der Familie und die Gemeinschaft der Weiber" erhält 100 Mark Belohnung. Pfui über diese Fälschungen! Offenbach, 7. August 1873. Wilhelm Bracke. — Zum Bürgerkriege! Das christlich-conservatioe Wahl- comitö(Centrumspartei) des Kattowitz-Zabrzer Wahlkreises er- läßt folgenden bemerkenswerthen Auftuf: „Hilfe, schleunige Hilfe für die zahlreichen Wahl- opfer des Kattowitz-Zabrzer Wahlkreises! Dem unerhörten Hochdrucke, welcher am 30. Juli c. bei der Reichstagswahl in unserem Wahlkreise von den gegenwärtig frei- conservativen, früher durchweg„liberalen" Arbeitgebern und deren Beamten ausgeübt wurde, ist, Gott sei es geklagt, eine leider zu große Anzahl v�n Wahlopfern gefolgt. Die vorge- kommenen vielfachen Ungesetzlichkeiten sind bereits bekannt. Doch die Tyrannei geht weiter. Der gemaßregelte Arbeiter wird ver- vehmt und, wo auch immer bei den Gegnern er �ur Arbeit sich meldet, unerbittlich zurückgewiesen. Schleunigste Hilfe thut daher dringend noth, und zwar um so mehr, als man den aus der Arbeit Getriebenen sogar den gebräuchlichen Vorschuß für die geleistete Arbeit vorenthält, so daß sehr viele Familien in Gefahr find, dem Hunger anheimzufallen. Dieser zum Himmel schreien- den Roth kann allein die allgemeine Opferwilligkeit der Katholiken des ganzen deutschen Vaterlandes abhelfen. Ihr Brüder, helft! Wer bald giebt, giebt doppelt! Laßt nicht zu, daß Hunderte der Berzweifclung oder dem Abfall von der gerechten Sache zugetrieben werden und so dem ungerechten Triumphe noch der Hohn der Gegner sich beigeselle. Die kleinste Gabe ist willkommen! Gebe Jeder nach seinen Kräften! Zu Hilfe rufen wir bei dieser Sammlung die gesäumte katholische Presse Deutschlands, welche bereits im Jahre 1873 zu gleichem Zwecke so bereit willig und erfolgreich eingetretenist." Da sieht man die Früchte, welche auf dem Boden des Klaffen- kämpfe? reifen, den die Liberalen durch ihre Brutalität ent- zünden! So aber muß es kommen! — Ueber eine neue Illustration zur Wahlfreiheit berichtet die„Kieler Zeitung" Folgendes: „An sämmtliche Schulbehörden der Provinz soll in diesen Tagen ein Regierungsschreiben ergangen sein, in welchem das Verhalten einiger Lehrer bei Gelegenheit der letzten Reichstags- wählen einer scharfen Kritik unterzogen wird. Es sei von Seiten der Regierung, soll es in jenem Schreiben heißen, die Wahr- nehmung gemacht worden, daß bei der Förderung der Wahl regierungsfeindlicher Candidaten nicht selten Lehrer es gewesen, welche Wählerverfammlungen berufen und geleitet, Wahlaufrufe unterfchrieben und theilweise auch eine kräftige Agitation für ölche Candidaten ins Werk gesetzt hätten. Ein solches Verfahren könne mit den Pflichten eines mittelbaren Staatsbeamten nicht in Einklang gebracht werden und würden daher sämmtliche Schul- behörden angewiesen, diejenigen Lehrer, welche in oben angege- bener Weise die Wahl regierungsfeindlicher Candidaten zu för- dern gesucht, darauf aufmerksam zu machen, daß die Regierung ein solches Vorgehen nicht dulden, sondern im Wiederholung?- älle das Disziplinarverfahren gegen solche Lehrer einleiten werde.— Wir haben den Inhalt des Regierungsschreibens nicht wörtlich, aber doch dem Sinne nach wiedergegeben, um zur Lösung der jetzt vielfach aufgeworfenen Frage, ob wir einer Reaktion entgegengehen, einen Beitrag zu liefern. Wir geben diese Mittheilungen ohne weiteren Commentar und bemerken nur, daß der Lehrerschaft unter der preußischen Regierung noch kaum 'o etwas geboten sein dürfte." In unserer Praxis haben wir bisher nur wenig Lehrer ge- ■unden, die den Muth hatten, für wahre Volksfreiheit einzu- treten; wenn daher solche Erlasse gegen den Lehrerstand für nothwendig befunden werden, so liegt auf der Hand, daß wir Valencia:„Warum willst Du gegen die Ungläubigen in die Ferne ziehen und die Ungläubigen im eigenen Lande, die Juden, verschonen, die Juden, welche voll Haß gegen uns sind?"„hast Du Dich selbst davon überzeugt?" fragte der König, worauf dieser erwiderte, daß er so von einem getauften Juden ver- nommen. Der König bestritt die Glaubwürdigkeit des Apostaten und ließ, um sich selbst zu überzeugen, einen weisen Juden Namens Ephrajim Iben Cyaogo vor sich kommen, zu dem er sprach:„Sage mir, welche Religion ist besser, die christliche oder die Deinige?" Der Weise antwortete:„Meine Religion fft mir besser, denn Sklaven waren meine Eltern in Egypten, und Gott hat uns mit vielen Wundern befteit; Deine Religion aber, o König, ist Dir besser, da sie die herrschende ist."—„Ich habe nicht", entgegnete der König,„nach der Zweckmäßigkeit gefragt; ich will vielmehr wissen, welche Religion an und für sich die bessere ist." Der Weise verlangte drei Tage Bedenkzeit. Nach drei Tagen kam der Jude betrübt und niedergeschlagen vor den König.„Warum bist Du so betrübt?" fragte der König.„Man hat mich unschuldig gekränkt," antwortete der Weise.„Mein Nachbar ist verreist und hat jedem seiner beiden Söhne einen kostbaren Edelstein zurückgelassen. Nun kamen die beiden Söhne zu mir und verlangten, ich solle ihnen die Steine schätzen und ,ageii, welcher vor den andern den Vorzug verdiene. Ich aber sprach: Wer kann Euch bessere Auskunft geben, als Euer Vater, der ein großer Künstler, ein Kenner der Edelsteine, ihrer Form und Fassung ist. Schicket zu ihm, er möge Euch die Wahrheit sagen. Wegen dieser Antwort haben sie mich geschlagen und geschimpft."„Sie haben Dir Unrecht gethan," sagte der König, „und verdienen bestraft zu werden." Da sprach der Weise:„So mögen Deine Ohren vernehmen, o König, was Dein Mund spricht. Siehe� Esaw und Jakob waren Brüder, und jedem von ihnen ist ein Stein gegeben worden; da nun mein König wissen will, welcher von Beiden der Bessere ist, so möge der König einen Boten schicken an unfern Vater im Himmel, der da ist der große Juwelier(Capidurio) und er möge sagen, welcher Stein den Vorzug verdient."—„Siehst Du, Nicalao," sprach hierauf der König,„wie klug und weise dieser Mann ist? Du aber verdienst bestraft zu werden, weil Du die Juden verleumdet hast."- — Ueber den Nationalliberalismus. In einer kleinen Schrift des bekannten Herrn Glagau, die er zu den Reichstags- einer Reaktion nicht erst entgegengehen, sondern schon mitten drin sind. " 1 - Das Camphausen'sche Rezept, welches die deutsche dieser Basis die Unterhandlungen mit den Droschkencompagnien Bourgeoisie mit Kußhand entgegennahm und auch praktisch an- wieder aufnehmen sollen. Die neuen Forderungen der Kutscher wandte, findet nun auch in dem königs- und reichstreuen Staats- werden von der Presse ohne Ausnahme als maßvoll bezeichnet - Eine neue Kampfmethode. Die Braunschweiger sozialist" eine eigenthümliche Beurtheilung. Das Blatt schreibt: und es wäre zu wünschen, daß die Compagnien denselben mögArbeitgeber, welche ihren Arbeitern das Lesen sozialistischer Mit dem Brachliegen eines Theils der Arbeitskraft ist die lichst Rechnung trügen, denn der Strike fängt an, eine öffentliche Blätter verboten haben, sind nunmehr auf den Einfall gekommen, Consumtions- wie die Produktionskraft eines Volkes gleichmäßig Ralamität zu werden. Die Ersatzmänner, denen jetzt die Droschken selbst ein Arbeiterblatt herauszugeben und dadurch ihren Leuten geschwächt, und es schmeckt fast nach Blödsinn, die Con- anvertraut sind, erweisen sich nicht nur als des Fahrens unkundig, einen Ersatz zu bieten. Wie dieser Ersaz ausfallen wird, kann sumtions, d. h. die Kaufkraft eines Volkes durch Abminderung sondern auch als moralisch unzuverlässig. Es ist schon vors man sich leicht denken. Unsere heutige liberale Presse ist ja, mit seines Arbeitsverdienstes steigern zu wollen." Ist das nicht gekommen, daß dieselben exorbitante Forderungen an die Fahrwenigen Ausnahmen, so recht der Typus der Geist- und Ge- starker Tabak? Sie kommen nur zu spät damit, jegt wo Camp- gäste mit Beitschenhieben zu unterstüßen suchten. Andere nahmen, dankenlosigkeit in den herrschenden Klassen, und besser kann hausen nicht mehr ist und sein famoses Rezept sehr viel zum wenn der Fahrgast sich einen Augenblick entfernte, mit dem Gepäck man es doch nicht machen. Die Berliner Freie Presse" meint, Ruin der gegenwärtigen Gesellschaft beigetragen, da ist so etwas Reißaus, was bei dem Aushilfspersonal leichter möglich ist, als das ganze Ding sei jedenfalls auf nichts anderes berechnet, als leicht, man muß sagen gar keine Kunst, zu schreiben. Wie lange bei den regulären Kutschern, welche Kaution geleistet haben. einem sozialistenfresserischen brodlosen Journalisten einen Posten werden seine Collegen noch ihren Nimbus befizen? Auch die Unglücksfälle auf den Straßen mehren sich in erschreckender Weise." zu verschaffen. Da hat unser Parteiorgan vielleicht den Nagel auf den Kopf getroffen! " - Wiederum ein vernünftiger Ausspruch. Die„ Berliner Volkszeitung" schreibt: - Friedenscongreß in Paris. Die verschiedenen Frie Ein Keil treibt den andern. Aus Augsburg wird" Eine Frage, die sich gegenwärtig am stärksten aufdrängt, dens- und Freiheitsvereine in England, Amerika, Italien und mitgetheilt, daß dortige Polizeibeamte zwei Handwerksmeister, ist gewiß die: woher die Einmüthigkeit und Geschlossenheit der Frankreich halten am 19., 20. und 21. September einen großen die sozialistische Arbeiter beschäftigen, aufgefordert hätten, die sozialdemokratischen und der ultramontanen Partei herrührt, Friedenscongreß in Paris ab. Arbeiter zu entlassen, sonst bekämen sie keine städtischen Arbeiten gegenüber der Bersplitterung der anderen Parteien. Die Antmehr. Nur Einer wies diese Zumuthung energisch zurück, der wort bedarf einer sehr gründlichen Erörterung und wir werden In Algier wollen die Franzosen chinesische Kulis Andere fügte sich. Der Fall steht nicht vereinzelt da, auch an sie noch oft genug unseren Leseren vorführen. Für heute mag einführen, angeblich weil dort zu wenig Arbeitskräfte vorhanden derwärts kommt dies vor. Die Behörden nehmen Partei und die Andeutung genügen, daß für die Festigkeit, die Energie und in Wirklichkeit wird es sich wohl darum handeln, billigere vergessen ganz, daß sie Diener des Volkes und nicht seine die Geschlossenheit einer Partei nichts in der Welt wirksamer Arbeitskräfte zu erhalten, denn in Frankreich giebt es arbeitsHerren sind. Auf der anderen Seite wird aber auch aus ist, als die Verfolgungssucht von Seiten ihrer Gegner. lose Leute genug, die gegen gute Bezahlung auch in Algier verschiedenen Gegenden gemeldet, daß unsere Parteigenossen ganz Die ultramontane Partei verdankt ihre Stärke thatsächlich den arbeiten werden. Das ist aber der Casus- billigere Arentschieden gegen alle diejenigen Gewerbtreibenden vorgehen, die Maigesetzen und dem Kulturkampf, die Sozialdemokratie verdankt beitskräfte allein ist die Losung. Nun, wir meinen, auch die sich besonders im Schimpfen auf uns hervorgethan, und den ihre Stärke den übertriebenen Verfolgungen und den schweren Kulis werden einst gescheit werden. selben nichts mehr abkaufen. So sind uns mehrere Fälle bekannt, Prozessen, mit welchen man sie in jüngster Zeit heimgewo z. B. Gastwirthe ihre sämmtlichen Gäste verloren und ihr sucht hat." Bier selber trinken müssen. Auch nicht übel! lautet: Auf Originalität allerdings hat dieser Saz keinen Anspruch. Ist der Spruch doch schon sehr alt:„ Mit den Verfolgungen wachsen auch die Erfolge!" = Correspondenzen. Die Incompetenzerklärnng. Der frühere verantwortliche Redakteur der Vorwärts", Genosse Helßig, der gegenwärtig Zur Beachtung für unsere Parteigenossen theilen wir sich in Zwickau in Strafhaft befindet, war vor einiger Zeit vom nachfolgend eine der Frankfurter Zeitung" zugehende Zuſchrift Kreisgericht zu Halle wegen eines Artikels, der im Vorwärts" eines Juristen mit, aus der hervorgeht, wie Unrecht diejenigen Vor lauter Aerger, daß wir aufforderten, Samm- stand, zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden, trotzdem Polizeibeamten haben, welche bei Volksversammlungen 2c. Fenster lungen von Blättern anzulegen, aus denen die Rohheit, Dumm- der Angeklagte selbstverständlich, da das angebliche Vergehen in und Thüren der Lokale geschlossen verlangen. Die Zuschrift heit und Feigheit unserer Gegner im gegenwärtigen Kampfe her- Beipzig begangen war, die Competenz des Hallenser Gerichts vorgeht, sucht die" Sozial Correspondenz" des Herrn Viktor bestritten hatte. Helßig appellirte gegen das Urtheil, und das „ Mit Rücksicht auf das wiederholt in jüngster Zeit dahier Böhmert aus unserem Blatt einige Stellen aus dem Zusammen Appellationsgericht zu Naumburg hat nunmehr auch erklärt, daß seitens der Polizei gestellte Verlangen der Schließung von hange zu reißen, die natürlich die Runde durch sämmtliche das Kreisgericht zu Halle incompetent in der beregten Sache Thüren und Fenster von Versammlungslokalen sei darauf hin- Reptile machen. Wir könnten ganze Bücher von Kraststellen, und die Kosten der Untersuchung niederzuschlagen seien. gewiesen, daß die Verordnung, betr. Verhütung eines die gesetz- Gemeinheiten u. dgl. unserer Gegner veröffentlichen, wenn wir Gründe dieses Erkenntnisses bilden einen Auszug aus den Beliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Ver- es jetzt schon für geeignet hielten, so beschränken wir uns darauf schlüssen des Kammergerichts zu Berlin vom 26. Juni 1877 und sammlungs- und Vereinigungsrechtes vom 11. März 1850 von hinzuweisen, daß einzelne liberale Blätter ihre Wuth so weit des Obertribunals vom 7. September desselben Jahres in Sachen geschlossenen Räumen" nur im Gegensaze zu unter freiem trieben, öffentlich zum Mord und Todtschlag der So- Tessendorff wider Liebknecht, die in Nr. 120 des„ Vorwärts" Himmel" spricht, daß also unter geschlossenen Räumen, Gebäude zialisten aufzufordern! Was jedenfalls einige unserer vom Jahre 1877 abgedruckt sind. oder Häuser", die mit einem Dach versehen, zu verstehen sind Kraftstellen" tausendmal aufwiegt. und daß es gleichgültig ist, ob die Fenster und Thüren geöffnet Die„ Schlesw. Holst. Volks- Zeitung" schreibt aus Kiel: sind oder nicht. Dies bestätigt auch Rönne: Das Staatsrecht Ueber die zweite Versammlung der strikenden Die am Mittwoch Mittag in unserer Expedition beschlagnahmten der preuß. Monarchie, 2. Aufl. 1864, 1. Band, II. Abtheilung, Kutscher in Paris berichtet die„ Vossische Zeitung":" Auch elf Exemplare des„ Arbeiterlesebuchs" von Lassalle wurden am S. 146, N. 2." diesmal verlief die Versammlung in lobenswerther Ordnung, Freitag wieder zurückgebracht, mithin ist die Beschlagnahme wienur waren die Theilnehmer viel aufgeregter und mehrmals kam der aufgehoben worden. Die Geschichte war aber auch zu Zum Kapitel der Wahlbeeinflussungen wird der es zu heftigen Unterbrechungen der Redner. Präsident Mazuc komisch. " Berliner Volkszeitung" aus Aschersleben von der Stichwahl drückte sein Bedauern darüber aus, daß das Publikum während geschrieben: der Weltausstellung unter dem Strike zu leiden habe; aber die Das t. t. Oberlandesgericht in Wien hat das Urtheil des " In unserem Wahlkreis hat bekanntlich eine Stichwahl Verantwortlichkeit für diese Zustände komme nicht den Kutschern, Schwurgerichtshofes gegen unsern Parteigenossen und verantzwischen dem nationalliberalen Kreisrichter Trautmann und dem sondern den Arbeitgebern zu. Nach einer Aufzählung der Vor- wortlichen Redakteur Johann Schwarzinger vollinhaltlich bestätigt. bekannten Freunde des Fürsten Bismard, Dieze- Barby, stattzu- gänge während des Strikes verlas der Präsident die neuen Derselbe wurde gestern früh in Simbach verhaftet. Ebenso tam finden. Die schon vor der ersten Wahl geübten Wahlbeein- Bersöhnungs- Vorschläge, die von den Delegirten im Einvernehmen die Aufforderung an die Redaktion des Sozialist", die durch flussungen zu Gunsten dieses Candidaten werden in den Schatten mit der Syndikatskammer ausgearbeitet wurden:„ 1) Abschaffung den Kautionsverlust von 500 fl. fehlende Summe an der Kaution gestellt durch den neuesten Aufruf des für Dieze wirkenden des Besoldungsmodus, nach welchem der Kutscher nach Ablauf zu ergänzen, welcher Aufforderung aber auch sofort nachComités. Darin heißt es:" Fürst Bismard selbst depeschirte in der Tagesarbeit eine gewisse von den Arbeitsgebern festgesetzte gekommen wurde.( Die Redaktion des" Sozialist" befindet diesen Tagen an Dieße: Ich höre mit Verwunderung, daß Ihre Summe abliefern muß. 2) Die Kutscher sollen mittelst des jich jetzt Wien, V. Bez., Wiesenstr. 4.) Wiederwahl diesmal bestritten wird. Ihr Ausbleiben im Controlbogens arbeiten können( travail à la feuille), d. h. feine Reichstag wäre eine Calamität. Kann ich etwas Zu- Arbeit oder sein Mangel an Arbeit soll im Laufe des Tages Lässiges thun, um demselben vorzubeugen? Bismard." Wir an jeder Droschkenstation constatirt werden. 3) Vierzehnstündige achten diese Aeußerung des Reichskanzlers als einen vorzüglichen obligatorische Arbeitszeit. 4) Wenn der Kutscher von einem Bonn, 9. August. Wenn ich die Spalten des Vorwärts" Freundschaftsbeweis desselben für den Mann unseres Vertrauens 2c. Clienten länger in Anspruch genommen werde, so solle er 50 Cent. in Anspruch nehme, so geschieht es blos deshalb, weil nachKann man die Veröffentlichung dieser Depesche, ja ihre Auf- Entschädigung per Arbeitsstunde von der Compagnie erhalten. stehendes beinahe ein Non plus ultra ist. Am Wahltage, den nahme in den Wahlaufruf noch als zulässig" erachten? Die 5) Erster Lohn 5 Francs per Tag. 6) Die Kutscher sollen nicht 30. Juli, fühlte sich der Unterzeichnete veranlaßt, auch hier Wahlprüfungscommiffion des Reichstags wird die Antwort hier- mehr gehalten sein, die beim Sturz der Pferde zerbrochenen den Versuch, sozialdemokratische Stimmen zu sammeln, zu auf zu geben haben. Schon jetzt aber wäre es von allgemeinstem Deichseln zu bezahlen. 7) Aufhören des Zwangs zum Eintritt machen, behufs dessen ich Zettel mit dem Namen August Bebel Interesse, zu erfahren, ob Fürst Bismarck einen solchen Gebrauch in die Krankenkasse der Droschkengesellschaft. 8) Wenn ein schrieb. Sobald unter den Liberalen ruchbar wurde, daß Bebelfeines Freundschaftsbeweises" gestattet hat oder ob man dies Kutscher fündigt und abgeht, so soll ihm sein letzter Tagelohn zettel ausgegeben wurden, stürzten sie alle, die Gebildetſeingewagt hat, ohne ihn darum anzugehen." nicht zurückbehalten werden können. 9) Zwei Ruhetage monatlich." wollenden mit Stöcken und Schirmen bewaffnet auf mich und " Bulässiges!?" Sehr dehnbarer Begriff, ebensogut wie Die Versammlung nahm dieses gegen die früheren Forderungen suchten mich einzuschüchtern. Als diese Sippe jedoch sah, daß die" Bennigsen'sche„ Grenze des Erlaubten" und die Eulen- der Strikenden erheblich reduzirte Programm mit großer Ma ich dem Grundsat huldigte:„ Bange machen gilt nicht" und burg'sche Grenze des Möglichen". jorität an. Nene Delegirte wurden hierauf gewählt, die auf ihnen ihre mangelhafte Bildung und Gesetzesunkunde nachwies, Die Abwicklung des Milliardengeschäfts" ward übermäßig be- besichtigen und achten, zu sehen, und zu schäßen, wie ein jedes schleunigt, Herr Camphausen überstürzte sich mit der Kündigung in seinem Werth befunden wird, damit der Arme gleichen Kauf von Staatsanleihen, große Kapitalien wurden frei, und ihre finden mag, und was deshalben strafwürdig befunden, dasselbig Besizer, die sich bei sicherer Anlage mit einem bescheidenen Zins- zu strafen und Schultheiß und Räthe wie nächst gemeldet zu " Nach dem großen Kriege mit Frankreich nach der Einigung sage begnügt hatten, mußten nun, wohl oder übel, zu den so verrechnen, alles treulich und ungefährlich auf ihr Pflicht und Deutschlands folgte die Milliarden- Aera, die kolossale Orgie des massenhaft fabrizirten„ neuen Werthen" greifen. Die foloffalen Eid, sie darum thun sollen. Börsen- und Gründungsschwindels, an welcher der National- Schwindeleien der Gründer, nackt und offen betrieben, konnten liberalismus innerhalb und außerhalb der Parlamente den Haupt- der Regierung kaum verborgen bleiben, aber sie wagte nicht, Zur Veröffentlichung wird uns mitgetheilt: antheil hat. Vornehmlich liberale Abgeordnete, vornehmlich einzugreifen, da ihr das neue Aktiengesetz kaum eine Handhabe" Die für alle Journalisten und Schriftsteller hochwich liberale Beamte aller Grade, darunter Excellenzen, Präsidenten, bot, und weil sie vielleicht auch fürchten mochte, den„ wirth- tige Frage der Altersversorgung", welche auf fast allen Geheimräthe und Richter, vornehmlich auch liberale Bürgerschaftlichen Aufschwung" zu stören, den Zorn der liberalen Presse Journalistentagen einen stehenden, aber stets unerledigt gebliebemeister, Stadträthe und Stadtverordnete, vornehmlich liberale zu erregen." nen Theil der Tagesordnung bildete, ist endlich durch die BeEdelleute, darunter Grafen und Herzöge, vornehmlich liberale Wir wissen nun nach diesen Mittheilungen nicht, wer sich am mühungen der auf dem Journalistentage zu Baden- Baden erVolkswirthe", Aerzte, Advokaten, Professoren und Künstler meisten bei Herrn Glagau zu bedanken hat: der von ihm be- wählten Commission einer vollkommenen Lösung zugeführt worden. betheiligten sich bei den faulsten Gründungen, schmückten mit sonders angegriffene Nationalliberalismus, oder die Regierung, Die Angelegenheit ist so weit gediehen, daß auf Grund des nunihren Namen und Titeln die lügenhaften Prospekte, dienten als welche auch damals unter der Leitung des Herrn von Bismard mehr feststehenden Statuts vom 18. Mai 1877 und des zwischen Schlepper im Bauernfang", erhielten große Beuteantheile und stand. dem Ausschuß der Pensionskasse für deutsche Schriftsteller und fette Sinecuren als Verwaltungsräthe. Vornehmlich die liberale der Direktion der Baterländischen Lebensversicherungs- AttienBresse war die Butreiberin und Zuhälterin der verbrecherischen- Zur Nahrungsmittel- c. Fälschung. Aus der Gesellschaft" abgeschlossenen Vertrages Beitrittsmeldungen entGründer und Schwindler, welche über die Zeitungsschreiber und„ Neue Ordnung und Regiment" der Landschaft Rheingau v. gegengenommen werden. Die Commission hat sich, verstärkt Beitungsbefizer einen Goldregen ausstreuten. Eine tiefe Cor-. 1527.( Fortsetzung des Artikels von den Bewegungen zur durch Heranziehung hervorragender Schriftsteller und Verleger ruption hatte namentlich die höheren Schichten der Gesellschaft Zeit des Bauernkriegs.) Wir Albrecht von Gottes Gnaden der aus allen Theilen Deutschlands, auf Grund des§ 24 des Statuts ergriffen. Scham und Anstand, Gewissen und Rechtsbestand heiligen Römischen Kirche Titulo Sti Petri ad Vincula Priester als Ausschuß constituirt. Der Ausschuß der Pensionskasse für schienen entflohen zu sein. Von 1870-1873 jaßen im preußi- Cardinal, des h. Stuhls zu Mainz. thun hiemit deutsche Schriftsteller besteht nunmehr aus folgenden Personen: wahlen veröffentlicht hat und der wir im Allgemeinen der vielen conservativen Schrullen halber, die in der Schrift enthalten sind, nicht beistimmen können, entnehmen wir folgenden interessanten Absatz über den Liberalismus: · " schen Abgeordnetenhause unter zusammen 432 Mitgliedern etwa Kund allermänniglich, und insonderheit unsern Unterthanen unseres Dr. H. Kletke, Chefredakteur der„ Vossischen Zeitung", Direktor 90 Gründer resp.„ Erste Zeichner" und Aufsichtsräthe. In der Landes des Rheingaues. Nachdem sie sich des vergangenen Georg Hill, Hermann Holdheim(„ Volkszeitung"), Baul Lindau Mitglieder zählte, 105 Gründer resp.„ Erste Zeichner" und Auf- Herrn aufgeworfen und empört, zu Schmählerung und Abbruch in Nordhausen, Dr. B. Wolff(" National- Zeitung"), ferner aus fichtsräthe. Von 1870-1878 zählte man im preußischen Land- unser und unserer Stifts- Obrigkeit, Herrlichkeit und Gerechtigkeit den Herren: Dr. Karl Frenzel(„ National- Beitung"), Dr. Julius tage und im deutschen Reichstage zusammen fast 300 Abgeordnete, auch nicht geringer Berachtung unserer Personen selbsten, weß- Rodenberg(„ Deutsche Rundschau"), Robert Schweichel(„ Deutsche die bei Gründungen thätig gewesen sind oder als Verwaltungs- halb so haben wir als ihr rechter Herr Romanzeitung"), Julius Stettenheim( Wespen") in Berlin; räthe fungirten. Sogar im preußischen Herrenhause sizen noch die nachfolgende Ordnung Gericht und Recht mit Dr. Mar Kurnit, Dr. Alexander Meyer( Schlesische Presse"), gegenwärtig 57 Gründer und Aufsichtsräthe. Welch' gewaltige zeitlicher topf*) am gehaltenen Rath uffgericht und gemacht und Dr. J. Stein(„ Breslauer Zeitung") in Breslau; Ernst ScherenVertretung des Kapitals, welch' ungeheure Beeinflussung zu thun hiemit und in Kraft dieses Briefs in der besten Form und berg( Elberfelder Zeitung") in Elberfeld; Dr. Joseph Stern Gunsten des Handels und der Börse! Die Schwindelperiode am beständigsten das von Obrigkeit geschehen soll und mag...( Frankfurter Zeitung") Dr. Rittweger, Theodor Winkler in war zugleich die Blüthezeit des Nationalliberalismus, . 27) desgleichen sollen Zween des Raths Frankfurt a. M.; Dr. E. Hartmeyer, Friedensburg( Hamburger von 1870-1873 stand er auf dem Gipfel seiner wirtschaftlichen Unterhengeräth, wo sie bisher im Gebrauch gewest seyn, als Nachrichten") ir. Hamburg; F. Michels( Königberger Hartung'sche Macht. Er pries unaufhörlich den allgemeinen Wohlstand, den Beker, Metzger, Krämer, Wirth, Maß und Gewicht, und Alles Zeitung") in Königsberg i. Pr.; Dr. Ernst Eckstein, Dr. Albert befruchtenden Segen des Milliardenstroms; er forderte ungestüm was man von Essenspeise zu feilem Kauf trägt, Fleisch, Brod, Fränkel( Gartenlaube"), Dr. Friedrich Friedrich, Dr. Franz Hirsch die Hebung von Industrie, Handel und Verkehr, und trieb be- Fischwerk, grün und dürr, an unser statt und in unserem Namen( Salon"), Dr. Rudolf Gottschall( Neue Zeit" 2c.) in Leipzig; ständig zu neuen Unternehmungen. Leider fand er Glauben Feodor Wehl, Hoftheater- Intendant in Stuttgart; Dr. Wasmer ( Posener Zeitung") in Posen." nicht nur beim Bolte, sondern auch bei der Regierung. *) unleserlich. H riefen die Herren aus dem Wahllokal heraus: Gebt ihm doch mals persönlich angegriffen hatten, wurde von den Conservativen Darum ein Bravo den waderen Genoffen, welche sich dieser 5, 4, 3, 2, 1 Mark, dann wird er schon gehen"; fie schimpften in Zeitungsartikeln, in anonymen Annoncen in der verlegendsten Mühe unterzogen. und insultirten mich überhaupt noch ärger und forderten mit Weise gekränkt. Und dieselben Männer, die ihn in unwürdiger Als am Abend das Resultat bekannt wurde, standen Tausende vielem Geschrei und Gebrüll den im Lokal sich aufhaltenden Weise als eine willenlose Puppe", als einen„ geistig Armen" vor der Expedition der Wahrheit", donnernde Hochs erschallten Polizeibeamten auf, den Sozialdemokraten zu verhaften, was behandeln zu dürfen glaubten, liefen mit fliegenden Fahnen, mit auf den gewählten Genossen Reinders, den unterlegenen Genossen auch geschah. Der Polizist kam auf mich zu wie ein Wilder, klingendem Spiel in sein Lager über, als es galt, die verhaßten Kräcker und auf die Sozialdemokratie. Erst nach Stunden verlief griff mir in die Ueberziehertaschen, und steckte was er vorfand, Sozialdemokraten zu bekämpfen. Denn nicht weniger als über sich die Masse auf Bureben Kräcker's. Hier muß ich das taktzu sich. Bei dieser Gelegenheit, überhaupt bis zur Wache, 14,000 Stimmen wurden in der Stichwahl für Prell abgegeben. volle Verhalten der hiesigen Polizei hervorheben; trotzdem unser wurde mir von den mich transportirenden 2 resp. 3 Polizei- Das Gros der Aegidianer hatte dem Gebote der Führer willige Expeditionslokal und Druderei vis à vis dem Polizeigefängniß beamten, Liebenswürdigkeiten und Beglückwünschungen( unter Folge geleistet, mit Ausnahme vielleicht von einigen wenigen und in nächster Nähe des Polizei- Präsidiums und anderer öffent Mitwirkung der Noblesse) der gemeinsten Art an den Kopf ge- gesinnungs- und charakterfesten Männern. licher Gebäude sich befindet, fand ein Einschreiten der Behörde worfen. So u. a. Lump, Bummler, Bagabund, Tagedieb, Die Klerikalen hatten durch ihr Wahlcomité Neutralität nicht statt. Es tamen in Folge dessen, zum Aerger der MischSchuft, Schwindler, Attentäter, Kaisermörder, Frecher Hund", proklamirt. Wir rechnen es den katholischen Wählern zudem masch- Partei, teine sogenannten Ruheftörungen und Verhaftungen ,, Schlagt ihn todt, den Hund"," Bindet den Kaisermörder", hoch an, daß sie sich theilweise von der Parole der Führer vor. Unsere hiesige Judenpresse giebt einstweilen ihren Aerger " Haut ihn" u. f. w. Die Beamten machten sich übrigens noch emanzipirten; es lag in ihrem eigensten Intereffe, mit uns zu dadurch Ausdruck, daß sie die jubelnden Ausbrüche das Freudenernste Vorwürfe, weshalb sie mir nicht gleich die Hände auf stimmen. gegröhle eines Janhagels nennt und einige Dußend Verhaftungen dazulügt. " " = Schäßen wir den Zuwachs durch die katholischen Stimmen hoch, sagen wir auf 1500 Stimmen, so ergiebt sich immer noch ein Mehr von etwa 2200 Stimmen gegen den ersten Wahlgang. Das ist ein Beweis, daß die Arbeiter mit ganzer Kraft eingetreten sind für ihre Partei, für ihre Interessen, für ihren eingeferterten Candidaten. Dieser Zuwachs ist für uns reiner Gewinn, die Frucht des von unseren Gegnern geführten Feldzuges. den Rücken gebunden hätten. Fauftschläge sollte ich haben, ver Durften sie etwa erwarten, daß die Freiheit des Gewissens, spürte solche jedoch nur in Gestalt von Rippenstößen. Auf daß das gemeinsame bürgerliche Recht, daß die wirthschaftlichen der Wache angelangt, wurde ich einer gründlichen Visitation Interessen Schutz fänden bei den Nationalliberalen, bei jener unterworfen. Daselbst wurde mir: Uhr, Kamm, Portemonnaie Partei, die in den Jahren ihrer übermächtigen Herrschaft aller mit 43 Bfg., Bettel, Hausschlüssel, Notizbuch, 1 Exemplar der Gerechtigkeit, allem selbstständigen Sinn entsagt hatte? Mußten Kölner Freien Preffe", des Vorwärts", der Deutschen die Katholiken sich nicht daran erinnern, daß unsere Partei gegen Reichszeitung" und sogar Kreuzbänder confiscirt; erstere drei die Katholiken Ausnahmegeseze gekämpft hatte, daß in unserer Sachen erhielt ich jedoch bald wieder zurück. Im Notizbuch Presse ihre gerechten Klagen Widerhall fanden, als die feigen hatten die Herren Beamten alsbald einen- Nobilingsbrief liberalen Blätter mit unsäglichem Cynismus der Schwarzwildentdeckt, wobei fie förmlich pathetisch Kaisermörder" ausriefen, heze" zujauchzten, oder in unverantwortlichster Weise systematisch die ganze Räubergeschichte lief jedoch auf Lesensunkunde hinaus. Ales todtschwiegen, was während des Kulturkampfes selbst dem Kreuzbänder, worauf ich einige liberale Wahl- Versammlungs- anständigen Gegner die Schamröthe auf die Stirn treiben notizen gemacht hatte, wurden eifrig studirt, eine dieser will ich mußte? deswegen hier wiedergeben: ,, Bonn ist nicht die Nacht am Rhein, Die Katholiken wissen, und wir verhehlen es nicht, daß sondern die Wacht am Rhein, daß ist bewiesen und das ist schwerwiegende und tief einschneidende Fragen uns von ihnen der deutsche Verein. Bravo!" Ich verlangte Wasser, er trennen; sie wissen aber auch, daß die Sache der Gerechtigkeit hielt aber feins mit dem Bemerken: Krepir Schuft, damit und Gewissensfreiheit bei den Sozialisten besser geborgen ist, einer weniger wird!" Sodann wurde ich in ein finstres Loch als bei den gleißnerischen, grundsazlosen Liberalen der heutigen ohne Fenster mit der Bemerkung geschoben: ,, Hänge dich auf, Sorte, und darum hat ein guter Theil für uns gestimmt. Schuft!" ohne viele andere gar nicht wiederzugebende Worte. Dort steckte ich von halb 2 bis nach 5 Uhr, ohne Mittag genossen zu haben, dann wurde ich dem Polizei- Inspektor zum Berhör vorgeführt. Derselbe frug mich, aus welchem Grunde ich Stimmzettel vertheilt hätte, ferner identifizirte er mich mit der ,, Gewerkschaft der Schuhmacher", worüber ich ihm zu seiner Zufriedenheit Aufklärung gab, er bemerkte aber dabei, daß er nicht geglaubt hätte, daß ich Sozialdemokrat sei, er würde mir auch fernerhin niemals mehr eine Versammlung abzuhalten gestatten. Ich brachte sodann die Wahlerlebnisse vor und sprach meine Entrüstung über die Bonner Gebildeten und über die mich transportirenden Beamten wegen ihrer brutalen Behand Lungsweise und Gesezesunkunde aus. Der Herr Jnspektor gab mir in jeder Hinsicht recht und meinte, es wäre mir von den Beamten Unrecht geschehen durch Amtsübereifer. Der Beamte äußerte sich, er hätte es nicht aus eigenem Antrieb gethan, sondern, wie er wörtlich sagte:„ Ich sollte ja, die Herren( im Wahllofal?) forderten mich auf, ich mußte ja." Hierauf erhielt ich meine Sachen und trat sofort meinen Weg wieder zum genannten Wahllokal an, um für Bebel weiter zu agitiren. Bettel wurden auch ferner noch vom liberalen Dienstmann den Arbeitern mit dem Bedeuten aus den Händen gerissen, daß Bebel nicht gewählt werden dürfe und denselben dafür Bleibtreu'sche in die Hände gesteckt, trotz meiner energischen Protestation. Und trog aller Machinationen habe ich noch 7 Stimmen zusammen gebracht, welche von der Morgen- Beitung" als Scherz betrachtet werden. Dieses Alles haben sämmtliche Zeitungen außer der ,, Reichs- Zeitung"( siehe vorige Nr.) todtgeschwiegen. H. Kühnel. Sollen wir noch einen Blick werfen auf das Verhalten der feindlichen Presse in den letzten Wochen? Wir verschmähen es; unsere Leser werden es uns Dank wissen, wenn wir sie vor dem Anfassen dieses Peches bewahren. Engere Wahlen. L Bichopau( 20. sächs. Wahlkreis): Wiemer 6372, Mangold ( conf.) 5310 Stimmen. Wiemer's Wahl demnach gesichert. Berlin IV: Frizsche 22,027, Belle( fortschr.) 20,167 St. Borna Pegau( 14. sächs. Wahlkreis): Geiser 4382, Dr. Frege( conf.) 4874 Stimmen. V Hanau: Frohme 7682, Dr. Weigel( nat. lib.) 10,312 St. Mannheim: Kopfer( Demokr.) 8187, Scipio( nat. lib.) 6638 Stimmen. Erlangen- Fürth: Sonnemann 5200, Marquardsen( nat.lib.) 6300 Stimmen. Hannover: Fritsche 5882, Dr. Brüel( Bart.) 9910 St. Altona: Karsten 13312, Braast 13221 St. Ottensen: Stöhr unterlegen. Freiberg- Dederan( 9. sächs. Wahlkreis): Mar Kayser ( Soz.) gegen Penzig( nat.- lib.) gewählt. Briefkasten der Expedition. Zwenkau: Brief erhalten und nach Dr. ge sandt. Nicht übel. Ob dort verwendbar im Vermischten wird Schl entscheiden. Gruß M. Wahlfonds. 10,00; Verein Vorwärts Kleinzichocher 2,69; Blm Geithain 0,30; d. Von einem Milchhändler d. Lauruschkat 1,00; H. Amöba hier R. Gohlis 0,80. Anzeigen co Wenn aber unsere Gegner noch der Belehrung fähig sind, so wird das Resultat der Wahl ihnen Eines flar machen: daß Annoncen für die Mittwoch 8- Nummer müssen bis Monman eine existenzberechtigte Partei nicht todtlügen und tag Vormittags 9 Uhr; für die Freitags- Nummer bis Mitt nicht zu Tode maßregeln kann. Sie werden sich der Ein- Aoch- Vormittags 9 Uhr; für die Sonntags- Nummer bis Frei sicht nicht verschließen können, daß man auch dem politischen beg Bormittags 9 Uhr hier sein, wenn solche noch bestimms Gegner Anstand schuldig ist und soweit sie noch nicht völlig tailiegt, oder für welche der Einsender kein Depot bei uns hat, aufnahme finden sollen. Annoncen, denen der Betrag nicht corrumpirt sind, so weit sie sich noch Empfänglichkeit für An- können eine Aufnahme nicht finden. standsgefühl bewahrt haben, werden sie lernen müssen, uns in Bukunft nur mit ehrlichen Waffen zu bekämpfen. Wenn nicht, Osnabrück. Mittwoch, den 21. August, Abends 8 Uhr, dann werden sie finden, daß der immer noch nicht ganz ausgeim Saale des Hrn. Winkelmann, Johannesstorbene Sinn für Gerechtigkeit alle anständigen Leute mit Natur- Straße 45: ( 243)[ 0,90 nothwendigkeit in unser Lager drängt. B. V. Versammlung Elberfeld, 11. August. Auch von hier kann so Manches berichtet werden. Einzig dürfte aber der Fall dastehen, daß man einem Wähler, welcher am 2. Juli die Liste durchsah und dort fand, daß sein Name gestrichen sei, sagte, dies wäre ein Irrthum, und den Namen wiederherstellte. Am Schluß des Namens stand die Bemerkung, daß derselbe mit Verlust der Barmen- Elberfeld. Der Sieg Haffelmann's, der Sieg der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft sei. Nun ist derselbe noch nie verlästerten sozialistischen Partei mit einer geradezu nieder- vor Gericht gewesen, geschweige bestraft worden. Troß schmetternden Wucht das ist das Resultat eines Wahlfeldzuges, dem sich dies herausstellte und auch zugestanden wurde, es sei der kaum seines Gleichen hat in den Annalen des deutschen früher noch ein Mann mit gleichen Namen hier gewesen, welcher Parlamentarismus. Man hat das Gewissen des Boltes an aber 20 Jahre älter war, als der Wähler, konnte der Mann gerufen wohlan, das Volk des Wupperthales hat sein Urtheil am Wahltage doch nicht wählen, weil er ausgestrichen war. gesprochen über unsere Gegner, und dieses Urtheil lautet: Schuldig Ist das nicht eine schöne Einrichtung, eine Jüluſtration zum der Verleumdung, schuldig des Verrathes an den unveräußer- freien Wahlrecht? lichen Menschenrechten, schuldig der Preisgebung der materiellen Offenbach, 15. August. Da eine ganze Reihe grober GeInteressen des Volkes. des Arbeiterwahlvereins. Bon dann ab findet alle 14 Tage eine Mitgliederversammlung des Arbeiterwahlvereins dort statt. H. Flottmann. Zur Beachtung! Porzellankaufleute und Händler in und außerhalb Deutschlands, welche sich zur Sozialdemokratie bekennen oder ihr nicht feindlich gegen überstehen, werden ersucht, ihre Adressen an die Expedition des Borwärts" gelangen zu lassen, um mit einem Parteigenossen in Geschäftsverbindung zu treten. Näheres brieflich. 36[ 1,80 Neu erschienen und durch uns zu beziehen ist: Die Frauen- und Kinderarbeit ſetzesverlegungen zu Gunsten des nationalliberalen" Herrn vor dem Deutschen Reichstage. Denn so haben die Gegner selbst in ihrer Verblendung, in Dernburg vorgekommen sein sollen, so beabsichtigt man, die ihrem unbegreiflichen Uebermuthe die Frage an die Gewissens- Wahl deffelben anzufechten, und dürfte demnach eventuell der richter gestellt und die Antwort muß um so vernichtender in die Wahlkampf im Dieburg- Offenbacher Kreise wenigstens Ohren der Verurtheilten donnern, weil unsere Feinde alles noch nicht definitiv beendigt sein. Mögliche gethan haben, um einen günstigen Wahrspruch zu erschleichen, wo nicht gar zu erzwingen. 2c. vorwarf. " Reichstagsreden von J. Motteler. Breis pr. Exempl. 15 Pf. Kladderadatsch. Eine kritische Glosse von Frd. Werner. Preis pr. Exempl. 15 Pf. Die Expedition des„ Vorwärts". Lithographische Wahlkarten, Die Expedition des ,, Vorwärts". tosackisch werden Die Drientdebatte im deutschen Reichstage Wir empfehlen: . • Herr Dernburg und seine Freunde haben übrigens keine Ursache, sich ihres ,, Sieges" sonderlich zu freuen. Es ist das ein Das Schuldig ist ausgesprochen über jene Parteien, welche Pyrrhussieg in des Wortes wahrster Bedeutung. Wir glauben sich vermaßen, einen großen Theil des deutschen Volkes als eine nicht, daß es Jedermanns Geschmack wäre, mit den gleichen Rotte von Banditen und Mördern hinzustellen; welche in sfla- Mitteln, mit welchen man Herrn Dernburg ein Mandat vervischer Hingebung sich bereit erklärten, auch die spärlichen Reste schafft, ein solches erlangen zu wollen. unserer Freiheit dem Stirnrunzeln eines Gewaltigen zum Opfer Das Schmählichste aber, was man von ,, liberaler" Seite darzubieten; welche einer Prüfung der furchtbar ernsten sozialen thun konnte und womit man gewissermaßen der schmutzigen AgiFrage aus dem Wege zu gehen vermeinten, indem sie alle alten tation die Krone aufsetzt, geschieht jetzt, indem man den Katho- Ergebnisse der Reichstagswahlen vom 30. Juli 1878, Ammenmärchen mit neuem Aufputz gegen uns ins Feld führten; liken die schmachvollsten Beschimpfungen anthut, weil dieselben sind gegen Einsendung von M. 1,10 incl. Porto durch uns zu be welche gewillt waren, angesichts der drückenden Nothlage des von dem gesetzlichen Rechte der freien Wahl Gebrauch gemacht ziehen. Boltes leichten Herzens neue Laften, neue Steuern auf die und nicht den ihnen hoherseits empfohlenen Culturkämpfer" wunden Schultern des Volkes zu wälzen. Dernburg, sondern den Feind der Ausnahmegesetze Liebknecht Mögen sie jetzt in ihrer grenzenlosen Verlegenheit mit gewählt haben. Durch die Expedition des„ Borwärts" ist zu beziehen:[ 2,10 bebenden Lippen von der Schmach" stammeln, die unserem Schmählich ist es auch ferner um deswegen, weil man am Boruttau, Religion und Sozialismus M.-, 40 Thale durch die Wahl widerfahren sein soll nur ein Hohn- Vorabende der Wahl noch mit Sirenengesang um die Gunst Die religiöse Frage und das arbeitende Volk lachen der Wähler antwortete jenen Leuten, die durch ihr ganzes der Katholiken buhlte, fie um ihre Stimmen bettelte, am Geiser, Das deutsche Reich und seine Gefezgebung Gebahren während des Wahlkampfes das Recht verloren haben, Wahltage aber bereits sie auf das Schmählichste beschimpfte, Liebknecht, zur orientalischen Frage oder soll Europa das Wort„ Schmach" mit Bezug auf Andere in den Mund zu ihnen Baterlandslosigkeit; Vaterlandsverrath, Umsturztendenzen nehmen. Was hatten wir in den letzten Wochen nicht Alles zu ver= Und Leute, die so mit ihren Gegnern deren Geld in der zeichnen! Unser Candidat verhaftet, freigesprochen und wieder Steuerkasse, deren Kinder in der Armee gerade so gern wie Douai: Antwort an die Bekenner des Theismus ins Gefängniß gebracht, wo außer ihm noch so Manche unserer andere gesehen werden verfahren, nennen sich liberal! Hillmann: Organisation der Massen. eifrigsten Kämpfer sich befinden, unsere Presse mit immer neueren Einer solchen arroganten Anmaßung gegenüber dürfte das von Erinnerung an Herwegh Berfolgungen heimgesucht; die großen öffentlichen Säle, in einem hier periodisch stationirten Herrn gegen die Stadt Dieburg Knappschaftskassenwesen vor dem deutschen Reichstag welchen andere Parteien ungestört sich versammeln durften, für gebrauchte Pfui!" eher am Blaze sein. Breußischer Schnaps im deutschen Reichstage Schramm: Grundzüge der Nationalökonomie uns verschlossen; unsere Genossen von Tausend argwöhnischen Breslau, 16. August. Die Wahlschlacht ist vorüber; es ord. Die industrielle Arbeiterfrage Augen auf Schritt und Tritt beobachtet und doch dieser war ein herrlicher Tag! Die ganze Sozialdemokratie kann den Bergmanns Fluch ungeheure Sieg, der reichlich ein Dutzend Niederlagen aufwägt, 12. August roth anstreichen, und speziell wir Breslauer Partei- Blos: Unsere Preßzustände weil er unter so erschwerenden Umständen so glorreich erkämpft genoffen. Am Tage nach der ersten Wahl waren alle Parteien, Bürgerkrieg in Frankreich worden ist! und ich muß auch sagen die Sozialisten, mit dem Ausgange Kulturkampf und Volksschule in Breußen " Sie schlugen sich und sie vertrugen fich", unsere Gegner, unzufrieden; wir hatten gehofft, mit den Conservativen in die Die parlamentarische Thätigkeit des deutschen Reichstags sie vertrugen sich wieder, die feindlichen Brüder, als es galt, Stichwahl zu gelangen, und dieser Fall trat leider nicht ein; gegen uns Front zu machen. Mit vereinten Kräften stürmten wir hätten es mit dem Siege in beiden Bezirken sehr leicht Die Volksschule und die Lage ihrer Lehrer in Preußen fie gegen uns an, vom rechten Flügel der frommen Männer der gehabt. Doch schnell rafften wir uns auf;„ frisch zur Agitation!" Dieggen: National- Dekonomisches Bürgerliche Gesellschaft abgesonderten Ausnahmestellung" bis links hinüber zur fort- lautete die Parole, und mit( ich fann sagen von den meisten Donai: Kindergarten und Volksschule Schrittlichen„ Barmer Zeitung", welche noch in den letzten Tagen Genossen) Todesmuth, denn die Hungerpeitsche wird hier mit Eccarius: Kampf des großen und kleinen Kapitals ihre Spalten für die Ablagerung der wider uns gerichteten Ab- einer Vehemenz geschwungen, wovon die auswärtigen Genossen Für die französischen Brüder geschmacktheit geöffnet hatte. Sie bliesen Alle vereint ins Horn teine Idee haben- ging es in den Kampf. Versammlungen Herr v. Treitschke, der Sozialistentödter und die Endder fröhlichen Sozialistenhaz". Zahlen beweisen! Im ersten Wahlgange stimmten für Prell 7244, für Aegidi 6961, zusammen 14,205 Wähler. Herr Prell, den wir als Privatmann achten und während des ganzen Wahlkampfes nie( St. P.- 8.) abzuhalten war unmöglich, denn kein großes Lokal war zu bekommen, und die paar kleinen, welche faum 50-100-200 Personen fassen, tönnen nicht in Betracht kommen; es blieb nur die Privatagitation, welche, wie der Erfolg lehrt, trop der denkbarsten Schwierigkeiten fräftig in die Hand genommen wurde. 1871-1874' ziele des Liberalismus • · " 25 " , 60 • "-, 30 • . " -, 30 Mr.-. 10 -.20 " -.10 " " .12 " -.05 . .25 " " • " 4 " . " » 0,10 0,10 " 0,10 » 0,15 . " 0,10 • " 0,25 • » 0,15 " 0,15 Die Expedition des ,, Borwärts". Berantwortlicher Redakteur: Franz Güzlaff in Leipzig. Redaktion und Expedition Färberstr. 12. II. in Leipzig. Druck und Verlag der Genoüenschaftsbuchbruckerei in Leipzig. .10 0,10 0,10 0,15 0,20