«sttv erscheint>n Feipsig w°j>, Frtiiag, Ton onntai. AbonuementsVreiS wi jcnj Teüt'chlsnd 1 9R. 6« SSf. m Quartal. Monats• Abounnncnt» Worden bei allen deutschen Postanstalten «li den L. und z. Monat, und aus den ».Monat besonders angenommen: ua Wmgr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- Ultenburg auch aus den Iten Monat des Quartals st bi Psg. Inserate Seit. P-rsammlungen pt. Petitzeil« 10 Ps., hetr P'noaiangelegenheiten und Feste vr» Pentzeile so Ps. Varwarls ZZeKellunzen nechmen an alle Postanstalten und Buch- Handlungen de« In- u. Auslände«. Filial> Expedition«». Rew-Aorl:'Soz.-demorr. Benostcn» schastsouchdruSerei, lös LIllristxo Sir. Philadelphia: P. Haß,«SV»ortl, Sed Kirsel. I. Boll, 11SS VKarlott« Ktr. Svbolen kl. st.: F. A. Sorge. 215 Wash- ingtOB Str. Chicago: A. Lcmiermann, 74 �I�dcmrvePv. San FranziSco: F. Sntz, ti«0�'arrsII Str. London W.; T. Henze, 8 Sew 3tr. Galden Square. Gentrak Hrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 101. Der Geselzcniwurf gegen die Sozialdemokratie. in. Paragraph 16 des famosen Entwurfs lautet: „Wer an einem verbotenen Verein mit Kenntniß oder nach erfolgter öffentlicher Bekanntmachung des Verbotes als Mitglied fich betheiligt oder eine Thätigkeit im Interesse eines solchen Vereins ausübt, wird mit Geldstrafe bis zu 500 Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu drei Monaten bestraft. Eine gleiche Strafe trifft Denjenigen, welcher an einer verbotenen Versammlung mit Kenntniß des Verbotes sich betheiligt, oder welcher nach polizeilicher Auflösung einer Versammlung sich nicht sofort entfernt. Gegen Diejenigen, welche fich an dem Vereine oder an einer Versammlung als Vorsteher, Leiter, Ordner, Agenten, Redner oder Kassirer betheiligen, oder welche mit Kenntniß oder nach erfolgter öffentlicher Bekanntmachung des Verbotes zu einer verbotenen Versammlung ausfordern, ist auf Gefängniß von einem Monat bis zu einem Jahre zu erkennen." Aehnlich, wie hier, lauten die Strafen in Bezug auf Ver- breitung oder Wiederabdruck verbotener Druckschriften. Die Strafen sind nicht viel höher als diejenigen, welche das preußische Vereinsgesctz für derlei Uebertrewngcn festsetzt— aber — und nun wollen wir auf eine juristische Monstrosität aufmerk- sam machen. Das Verbot von Vereinen und die eventuellen Bestrafungen der Vereinsmitglieder und Ordner, Leiter ic. ic. besorgen bei der ordentlichen Gesetzgebung immer dieselben Behörden: Ver- waltungsbehörden und in den Instanzen richterliche Behörden und zwar zu derselben Zeit. Eine Strafe kann auch deshalb nur erfolgen, wenn das Verbot ein endgültiges ist; ein juristischer Conflikt ist also nicht möglich. Nach dem neuen preußischen Entwurf aber wird der Ueber- treter von den ordentlichen Richtern zu Strafe verurtheilt, während das Verbot durch einen außerordentlichen Gerichts- Hof rückgängig gemacht werden kann. Der ordentliche Richter wird, und mit Recht, jeden Uebertreter des ersten polizeilichen Ver- bots bestrafen und zwar kann er es mit Gefängniß bis zu einem Jahre. Nehmen wir nun den Fall an, daß die Polizeibehörde einen Berein geschlvfien hat; der Borfitzende legt bei dem„Reichsamt für Vereinswesen" Berufung ein und in dem Glauben an sein gutes Recht eröffnet er den nach seiner Meinung also zu Unrecht geschlossenen Verein wieder. Nach Paragraph 16 wird.er mit 1 Jahr Gefängniß bestraft. Man sperrt ihn nunmehr ein. Nach einigen Monaten entscheidet das Reichsamt, daß der Verein zu Unrecht aufgelöst worden ist, daß der Verurtheilte in seinem Rechte, die Polizei im Unrecht war. Nach allen Vernunfts- begriffen müßte nun der Verhastete schleunigst entlassen und der betreffende Polizeibeamte eingesperrt werden. Mit Nichten! Derjenige, der im Rechte war, muß seine volle Gefängniß- strafe„abbüßen"— eine nette Buße!— die Polizeibehörde aber, die im Unrechte war, darf frisch und frei weiteres Unrecht ungestraft auch fernerhin verüben.. Und das nennt man im preußischen Ministerium„Gesetze machen". Daß sich ein Botokude über solche Gesetzgeberei er- barme!— Paragraph 20 des Entwurfs lautet: „Personen, welche es sich zum Geschäfte machen, die im § 1 bezeichneten Bestrebungen iu fördern, oder welche nach rechtskräftiger auf Grund dieses Gesetzes erfolgter Berurtheilung wegen einer darauf begangenen Zuwiderhandlung gegen dasselbe rechtskräftig zu einer Strafe verurtheilt worden sind, kann der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt werden. Wenn sie Ausländer sind, können sie aus dem Bundesgebiete ausgewiesen werden. Unter gleichen Voraussetzungen kann Buch- druckern, Buchhändlern, Leihbibliothekaren und Inhabern von Lesecabineten, sowie Gastwirthen, Schankwirthen und Personen. welche Kleinhandel mit Branntwein oder Spiritus treiben, der Betrieb ihres Gewerbes untersagt werden. Personen, welche es fich zum Geschäfte machen, die im§ 1 bezeichneten Bestrebungen zu befördern oder welche auf Grund einer Bestimmung dieses Gesetzes einmal rechtskräftig zu einer Strafe verurtheilt worden find, kann der Lcgitimationsschein zur gewerbsmäßigen öffent- l'ch- n Verbreitung von Druckschriften und der Legitimationsschein zum Verkaufe von Druckschriften im Umherziehen entzogen, so- wle die nicht gewerbsmäßige öffentliche Verbreitung von Druck- schriften untersagt werden. Druckereien, welche geschäftsmäßig �r fun8 bert im s 1 bezeichneten Bestrebungen benutzt ®n' ZT S°schl°ss-n werden." ffiefAafi,? P�agraph! Personen, welche ei sich zum m,ot�en/ die Staats- und Gesellschaftsordnung zu der Aufenthalt in bestimmten Bezirken Deutsch- „nk l. �> �n. Männer, die 20 Jahre in ihrer Heimath w Orhn.f»« �"ieresse der Gemeinde, zur Aufrechthaltung der Ordnung und»war zeitweise als Bürgermeister, wie das im Großherzogthum Hessen vielfach der Fall ist. gewirkt haben, tollen aus ihrer Heimath vertrieben werden können, wenn sie "v1 rJlXW* Denn was soll es heißen: „die ei sich zum Geschäfte machen"? Soll es beißen die sich für ihre Thätigk-'t m dieser Beziehung bezahlen lassen, so läßt sich eben kem Mensch mehr für eine solche Thätigkeit bezahlen und betreibt hmfuro die„Untergrabung" zum Vergnügen. Ihn kann dann nach dem Wortlaute des§ 20 das Verhängniß nicht ereilen. Meint man aber mit dem Ausdrucke- die es sich zum Geschäfte machen" eine wiederholte Thätigkeit in der „Untergrabung"— und diese Bedeutung soll wohl der ungenaue Ausdruck haben— so kann jeder Sozialdemokrat, selbst wenn er ver treuestc Gemeindebürger viele Jahre hindurch war, schon dann, wenn er mit Freunden am Stammtisch(Verein, Ver- Mittwoch, 28. August. sammlung!) einigemal über die soziale Frag-, spricht, aus seiner Heimath ausgewiesen werden. Welches horrende Gesetz! Aber auch das Denunciantenwesen wird dann zu einer noch größern Blüthe, zum Verderben unsere? Baterlandes ge- langen!-- Der§ 23 erlaubt dem Bundesrath, zu jeder Zeit auf die Dauer eines Jahres den Belagerungszustand in besonders„be- drohten" Gegenden zu proklamiren. Dagegen haben wir nichts zu sagen; sollen Freiheit und Bürgerrecht einmal mit Füßen getreten werden, dann wünschen wir, daß dies recht fühlbar geschehe!--- In einem weiteren Artikel werden wir noch einige allgemeine Schlußbemerkungcn machen über das„Untergrabungsgesetz", wie es die„Wage" in richtiger Erkenntniß nennt. 1878. Sttmmen der Presse über das Bismarck'sche Ausnahmegesetz. (Fortsetzung.) Die ehrlich liberalen, und darum nicht nationalliberalen, „Hessischen Volksblätter" schreiben: „Der Entwurf des„Sozialistengesetzes" findet die einstim- mige Berurtheilung aller unabhängigen und wirklich liberalen Organe nicht allein des deutschen Reiches, sondern der ganzen civilisirten Erde. Wäre es auch nur denkbar, daß nicht etwa der vorliegende Entwurf, sondern auf dessen Basis auch blos eine Modifikation desselben seitens des neuen Reichstags ange- nommen würde— dann lebt wohl, Preßfreiheit, Vereins- und Versammlungsrecht— dann Ade, ihr nach so langem Ringen endlich mühsam errungenen, noch so dürftigen Bolksrechte in dem deutschen Reiche— unsere Generation dürfte einen solchen Abschied jedenfalls auf„Nimmerwiedersehen" zu betrauern haben. Doch wird, so hoffen wir zu Gott, von der Vertretung des deutschen Volks wohl noch dafür gesorgt werden, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Die längsten Reichstagswahlen müßten aber auch inzwischen den Machthaber» an den trotz aller Verfolgungen so riesig aufgewachsenen sozialistischen Stimmen auf's Neue gezeigt haben, daß es ein Jrrthum ist, zu glauben, da«„rothe Gespenst" mit Strenge und Gewalt unterdrücken zu können. Kein Staat Europas wird(wenigstens heute noch) dra- konischer regiert als Rußland, und wir sehen, daß in diesem unermeßlichen Kncchtsstaate die sozialistische Revolution immer dräuender um sich frißt. Der Nihilismus erweist sich stärker als die Knute, und aus Petersburg kam erst vor wenigen Tagen die sensationelle Botschaft, daß der Nachfolger Trepow's, General Mesenzow, ebenfalls mit dem Revolver erschossen(nach Anderen erdolcht) wurde. Man sieht, die fürchterliche Attentats-Manie kommt auch in Rußland zum Borschein und die Nihilisten lassen fich durch die militärische Gloire der Nordmacht nicht in ihrer „Arbeit" beirren, sie setzen ihr finsteres Werk in den großen Städten des Czarenreiches unermüdlich fort, wie die jüngsten blutigen Straßenscenen in Moskau und Odessa in unheimlich schlagender Weise darthun. „Und die Lenker der Staaten sollten aus diesen Lehren keine Moral ziehen? Sie sollten sich nicht fragen, warum man heute in Frankreich und England, den Heimstätten der Internationale, nichts von Mord und Todtschlag hört, während sich unter dem erdrückenden Joche Rußlands und dem streng disziplinirten Mi- litarismus Deutschlands solche betrübende Scenen abspielen können? Es scheint fast banal, wenn man heute noch an den alten Ve»s Schiller's erinnern soll:„Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht— vor dem freien Manne erzittere nicht!" Und doch liegt in diesem Gemeinplatze die einzige Lehre, die man den Regierenden immer und überall ertheilen muß. Wenn die bürgerliche Gesellschaft krank ist, hilft kein Eisen und helfen keine eisernen„Sozialistengesetze"— dann giebt es kein anderes Heil- mittel als den Labetrunk der Freiheit, in vollen Zügen darge- reicht, er allein vermag das Gift im Leibe der fiebergeschüttelten Massen zu besiegen, er allein vermag kranke Völker und Staaten wieder gesund zu machen. Anstatt auf Feldzüge und Erobe- rungen zu denken, anstatt wegen solcher eitlen Dinge dem Wohl- stände der Völker unheilbare Wunden zu schlagen, suche man lieber auf den Frieden und das fortschreitende Gedeihen der bürgerlichen Gesellschaft hinzuwirken, und da? rothe Gespenst wird aufhören, ein Schreckbild der Zeit zu sein, als deren verzerrtes— Spiegelbild es uns heute in'S Geficht grinst!" Die oben erwähnte„Einstimmigkeit" der Berurtheilung findet sich jedenfalls in der englischen Presse. Die Londoner„Mor- ning Post" urtheilt über das Gesetz, wie folgt: „Diese Maßregeln sind in der That drastisch; es fragt fich aber, ob dieselben die Sachlage verbessern. Selbst angenommen, daß der Sozialismus durch die Blut- und Eisen-Methode aus- gerottet werden muß, welche Ausficht bietet dies für ein un- einiges Deutschland? Wird der Haß des unter dir Erde ver- triebenen Sozialismus darum weniger giftig, seine Wuth der Verzweiflung der öffentlichen Sicherheit minder gefährlich sein?" Die„Daily News" hofft, daß die nationalliberale und Fort- schrittspartei, getreu ihren früheren Zusagen, jedes Ausnahme- gesetz gegen die Sozialisten bekämpfen und daß sie nicht anstehen werden, eine Maßregel zu verwerfen, welche an Oesterreichs dunkelste Tage erinnere. Die Regierung rechne auf die guten Dienste der Ultramontanen; vielleicht stütze sie fich auf ein Rohr. Die Ultramontanen hatten die Sozialisten während der jüngsten Stichwahlen unterstützt und würden für ihre Hilfe zweifelsohne einen allzuhohen Preis verlangen. Aehnlich spricht sich der„Standard" aus; er ist der Mci- nung, daß der Reichstag das Gesetz nicht annehmen könne. Die Nationalliberalen würden sicher dagegen stimmen; die Ul- tramontanen könnten sich durch dessen Annahme die eigene Frei- heit sichern', würden aber in diesem Falle ihren guten Namen gründlich verderben. Es sei ein seltsames Zusammentressen, daß die einzige civilisirte Macht Europas, welche in der letzten Zeit mit dem Vatikan im erbittertsten Streite gelebt habe, auch gleich- zeitig— mit dem Vatikan— die einzige theokratische Regie- rung Europas sei. Beide beanspruchen ihre Gewalt von gött- lichen Rechten herzuleiten. Aus diesem Grunde schon sollten sich keine unüberwindlichen Schwierigkeiten der Aussöhnung der beiden streitenden Theile entgegensetzen. Anderseits ist die Gegnerschaft zwischen der deutschen Regierung und der Sozialdemokratie eine tiefe und unversöhnliche. Die römische Kirche theilt dieselbe nicht; sofern die Sozialdemokratie atheistisch ist, wirdjsie die katholische Kirche zwar bekämpfen, allein diese Institution würde ihren Ruf für politische. Voraussicht einbüßen, wenn sie sich auf Seiten ihres Feindes von gestern stellte, um die weltlichen Aspira- � tionen der großen Menge zu bekämpfen, die der Armuth ver- l fallen ist."--- Die englischen Blätter kennen unsere Nattonalliberalen nicht, die sich bereits sehr energisch„auf's Handeln"— das heißt nicht die Aktion, sondern das nationalliberale„Handeln", nämlich das Feilschen und Schachern, verlegt haben. (Fortsetzung folgt.) Die Wahlersolge der Sozialdemokratie und die gegnerische Presse. Aus Schwaben. Das war ein Jubel in den ersten Tagen nach dem 30. Juli in allen liberal-reaktionären Preßorganen über den Niedergang der Sozialdemokraten,„des Schandflecks in den Annalen unserer glorreichen Geschichte, der Eiterbeule am deutschen Volks- körpcr", und wie all die anderen lieblich-appetitlichen Epitheta noch lauteten, mit denen die sozialistische Sache in den letzten Monaten beehrt wurde, als von den zwölf sozialdemokratischen Abgeordneten nur zwei im ersten Wahlgang definitiv durch- gedrungen waren. Aber wie bald verstummten iie Sieges- Hymnen, wie kleinlaut wurden auf einmal die lautesten Schreier, als Schlag auf Schlag der elektrische Drath einen sozialistischen Wahlsieg nach dem andern in den Stichwahlen verkündete! In vier großen Städten dominirt die Sozialdemokratie: zwei von ihnen, Berlin IV und Dresden(Altstadt), hat sie gegen die vereinte reattionäre Masse ehrenvoll gehalten, die beiden anderen. Breslau(Ost) und Elberfeld-Barmen, in heißem Helden- müthigem Ringen neu gewonnen, beziehungsweise zurückerobert. Fünf weitere Sitze fielen uns in den sächsischen Jndustriecentren zu: Glauchau und Stollberg erwiesen sich schon im ersten Wahlgang der gerechten Sache des Volkes unentwegt treu; die Verluste von Chemnitz, Leipzig-Land und Reichenbach-Kirchberg, die wir mit großen Minoritäten erlitten, wurden vollauf aus- geglichen durch die Gewinnung von Zschopau, Freiberg und Mittweida. Statt der zwölf sozialdemokratischen Abgeord- neten kehren jetzt allerdings nur neun in den Reichstag zurück; aber wer hätte auch auf eine größere Zahl von Vertretern hoffen wollen in einem Kampfe, wie er ungleicher noch von keiner Partei zu keiner Zeit geführt worden ist? Vom fortgeschrittensten Demokraten bis herab zum feudalen Junker und orthodoxen Pfaffen, alle Welt hatte sich brüderlich die Hände zur Bekämpfung des gemeinsamen Feindes gereicht. Mit gerechtem Stolz blickt Deutschland auf diese Neun; sie legen Zeugniß ab von dem unentwegten Charakter und dem gesunden Sinne unseres Volkes, das sich durch keine Versprechungen, keine Einschüchterungen, keine Drohungen davon abbringen ließ, für das einzustehen, was es für gut, recht und wahr erkannt hatte. Trotz alledem wagen noch einzelne liberale Organe von einem „Niedergang des Sozialismus" in Deutschland zu reden. So Areibt die„Elberfelder Zeitung":„Der Rückgang ist erfolgt. Die Zahl der sozialistischen Stimmen ist, wenn man die großen Städte ausnimmt, überall heruntergegangen. Am 10. Januar 1877 betrug die Summe der sozialistischen Stimmen 493,288, am 30. Juli nach der„Berliner Freien Presse" höchstens 450,000." Zugegeben, die Berechnung der„Berk. Fr. Pr." wäre richtig und nicht, wie ich entschieden glaube, zu niedrig gegriffen, so fallen, um die 450,000 Stimmen richtig zu würdigen, folgende Punkte ins Gewicht. Fürs erste war die Kraft der sozialistischen Agitation bei den jüngsten Wahlen auf nur offizielle Wahl- kreise beschränkt, während die Zahl derselben bei den Wahlen des vorigen Jahres 41 betrug. Bon den Zählcandidaturen, die im verflossenen Jahr zum Prinzip erhoben waren, wurde diesmal aus tattischen Gründen Abstand genommen. Jedenfalls sollten in den Kreisen, wo gar nicht oder nur mit geringer Wahr- scheinlichkeil auf einen Sieg oder ein Ausschlaggeben in der Stichwahl zu hoffen war, keine eigenen Candidaten aufgestellt werden. Wahlenthaltung oder Anschluß an die nächststchende Partei(mit Verpflichtung des Candidaten betreffs seiner Stellung- nähme zum neuesten Ausnahmegesetz) wurde empfohlen. Jede unnöthige Geldausgabe sollte vermieden, die materiellen und die geistigen Kräfte der Partei auf die 29 offiziellen Wahlkreise conzentrirt werden. In diesen 29 offiziellen Wahlkreisen hat fich die Zahl der sozialistischen Stimmen gegen das vorige Jahr um ein ganz Bedeutendes vermehrt. Wo die Zahl herunter- gegangen ist, wie in Reichenbach(Schlesien) und Nürnberg, da hat nur dem unerhörten Druck, der auf dem Fabrik- und Berg- werkproletariat dieser Gegenden lastete, die vereinte Reaktion ihre Pyrrhussiege zu verdanken. In den aufgeklärten protestanti- sehen Gegenden, in den Mittelpunkten der Industrie und des Verkehrs hat die Sozialdemokratie rapide Fortschritte gemacht. z Hamburg und Berlin liefern hierfür glänzende Zeugnisse." II So läßt sich der„Schwäbische Merkur", die alte politische Wetterfahne im Lande Schwaben, der neuerdings mit Sack und Pack ins reaktionäre Lager übergelaufen ist und in Sozialisten- tödterei das Menschenmögliche leistet, aus Hamburg über die Pyrrhussiege seiner Partei in Hamburg-Altona- Ottensen folgendes schreiben:„--- Daß die Stadt Ottensen sozialistisch stimmen würde, wußte man, aber es wirkte doch sehr niederschlagend, daß dieselbe mehr als dreimal so viel Stimmen für den So- zialdemokrat Stöhr als für Beseler abgab. Ebenso muß es eigenthümlich berühren, welche gewaltigen Stimmenmassen in den schönen reichen Landorten zwischen Ottensen und Blankenese auf den sozialistischen Candidaten fielen. Kurz, in hiesiger Ge- gend ist trotz aller ersochtenen Wahlsiege an ein Zurückdrängen der Sozialdemokratie nicht zu denken, es muß vielmehr eine weitere Ausbreitung derlelben noch stets befürchtet werden." Und von ihrem katholischen Standpunkt aus bemerkt die„Ger- mania" über den Wahlsieg Fritzsche's in Berlin mit Recht:„Am 10. Januar 1877 hatte Fritzsche 10,769 Stimmen erhalten, heute hat er schon mehr als das Doppelte, und ähnlich ist es mit dem sozialistischen Stimmenzuwachs in allen(protestantischen) Gegenden des ganzen Reiches gegangen." Den malitiösen Zusatz „protestantisch", der seine Spitze anderswohin kehrt, lassen wir uns recht gern gefallen. Der Protestantismus arbeitet unS so gut vor wie der Nationalliberalismus, und, wenn dieser ab- gewirthschaftet hat, der Fortschritt und die bürgerliche Demo- kratie. Viele liberal-reaktionäre Zeitungen können allerdings den Schlag, den ihnen der Sieg Fritzsche's, des mit der größten Stimmenzahl erwählten aller 397 Abgeordneten, verfetzt hat, kaum verwinden. Ihrem verhaltenen Grimm macht beispiels- weise die„Kölnische Zeitung" bei Besprechung des Antisozialisten- gesetzes(Nr. 229 vom 18. August) in folgender Gemeinheit Luft:„Der preußische Entwurf richtet sich gegen gewisse„gemein- gefährliche" Vereine und Agitationen, mögen dieselben nun von Klempnergesellen wie Hödel oder Doktoren wie Nobiling, von Cigarrenmachern oder Hofpredigern betrieben werden." Ein Faustschlag ins Gesicht von 22,000 Bürgern, ihren Erwählten auf gleiche Linie mit einem verworfenen Subjekt wie Hödel zu stellen. Ein Leitartikel der„Post" beutet die Wahlerfolge der Sozial- demokratie für das Antisozialtstengesetz aus, indem er denselben das Gute zuspricht,„daß die von der Opposition(damit sind Nationalliberalismus und Fortschritt gemeint) systematisch ver- breitete Ansicht, zur Ueberwindung des Sozialismus bedürfe es nur des ernstlichen Wollens des liberalen Bürgerthums, in seiner ganzen Nichtigkeit dargethan werde." Um die Erfolge der Sozialdemokratie in den Stichwahlen zu verkleinern, hat man viel von einem ultramontan-sozial- demokratischen Bündniß gefaselt. Alle Zeitungen waren in den letzten Wochen davon voll; selbst der„Kladderadatsch" geißelt in einem Leitgedicht mit hochtönendem Pathos in wuchtigen Terzinen den schwarz-rothen Pakt. Die sechs sächsischen Sitze und Berlin kommen hierbei gar nicht in Betracht; bliebe also nur Elberfeld-Barmen und Breslau übrig. In Elberfeld-Barmen aber haben auf die Aufforderung des Freiherrn Schorlemer-Alst hin die meisten katholischen Wähler der Wahl sich enthalten und die übrigen getrennt, theils für Hasselmann, theils für Prell gestimmt. In Breslau ist der unerwartete Sieg nur der Rührigkeit und dem Opfermuth unserer Genossen, theilweise auch dem Zerwürfniß der Gegner zu danken. Die vereinte liberal-fortschrittlich conservative Reaktion hätte ja bei einigem Zusammenhalten selbst gegen ein ultramontan- sozialdemokratisches Bündniß, falls überhaupt ein solches bestanden hätte, mit leichter Mühe durchdringen können. Dies beweisen folgende Ziffern aus der ersten Wahl: Molinari(nat.-liberal) 5300, Weinhold(ultr.) 1700, Fuchs(cons.) 4400 gegen Reinders (soz.) 6600 Stimmen. Bei der Stichwahl gewann unser Genosse noch mehr als 3000 Stimmen, ein Beweis von der Lächerlichkeit der gegnerischen Phrase vom letzten Mann, den die Sozial- demokraten aufgeboten. Allein nicht nur nicht verbündet war der Ultramontanismus mit der Sozialdemokratie, er hat sie im Gegentheil bekämpft. Nur mit Hilfe der katholischen Stimmen hat der Freiconservative Melbck über den seitherigen sozialdemokratischen Vertreter Rüting- hausen in Solingen gesiegt. Und für den Wahlkreis, wo der sog. ultramontan-sozialdemokratische Pakt, denselben einmal zu- gegeben, vielleicht am ehrlichsten von der andern Seite gehalten wurde, für Offenbach- Dieburg, ist aus einem katholischen Wahlbezirk durch Vergleichung der Stimmen bei der ersten und zweiten Wahl von der„Berliner Freien Presse" zur �Evidenz erwiesen worden, daß bei der Stichwahl die katholischen Stimmen Von Zürich nach Brüssel. Eine Flüchtlingsbetrachtung von August Kruhl aus Halberstadt. Wie meine nähern Freunde und wohl auch die weiteren Leser des„Vorwärts" durch meine Ausweisungsgeschichte aus Schaffhausen erfahren haben, bin ich im Frühjahr d. I. nach der Schweiz gegangen, um mich einer Gefängnißhaft von 12Vz Monat zu entziehen. Ich habe das aus verschiedenen Gründen gethan. Einmal weil ich die letzten vier Jahre durch ein sehr mühevolles Leben bedeutend materiell und physisch gelitten, so- dann auf den Rath und das Andringen der verschiedensten Freunde verschiedenster Lebensstellungen, und endlich— weil mir trotz meiner fünfzig Jahre immer noch ein unverwüstlicher Idealismus anklebte und vorschwebte, der mir es mit rosigen Farben vorspiegelte, auch diese Seite des Lebens, das Flücht- linqsleben, kennen zu lernen. Das darf ich aus innerster Ge- wissenhaftigkeit hier sagen, daß es die Furcht vor dem Ge- fängniß nicht war! H-ut' nun, nachdem ich in die verschie- densten Verhältnisse geblickt, nachdem ich mir alle Seiten dieses Lebens betrachtet, heut darf ich mir, sei die Z-it auch kurz, doch wohl zu Anderer Nutzen ein Urtheil erlauben, was dem einen oder dem andern Freunde als ein Fingerzeig auf diesem gefahr- vollen Wege dienen könnte. Zunächst die schweizerischen Verhältnche. Sie sind vollstan- dig andere geworben, als wir 1848er Demokraten und Repu- blikaner sie von ehemals kannten. Uns erwartet, uns Arbeiter nämlich, drüben über der Grenze kein liebevolles, politiich-ver- ständnißinniges Entgegenkommen wie den alten Demokraten von 1848. Uns erwartet keine Sympathie, die uns den Weg zu offenen Stellen und Aemtern ebnet, kein Händedruck, kern Einführen in behäbige Cirkel wohlsituirter Bürgerfamilien, kein Zu- ruf und Zuspruch muthiger Ausdauer und dabei betqatigter Unterstützung— nichts von alledem! Stelle du dich, du Ar- beiter, an die Straßenecke, an den Markt des Lebens, gehe Fabrik aus und ein Arbeit suchend, empfangen und entlassen mit höhnischen, dummstolzen, übermüthigen, frechdreisten Mienen und Geberden, wie sie sich beim Bourgeois in Folge seines Wohlseins, seiner Machtfülle herausbilden, aber erhoffe nie ein Wort der Theilnahme, der Ermunterung, des Entgegenkommens. s Herrn Wasserburg nicht Herrn Liebknecht, sondern Herrn ernburg zugefallen sind, der denn auch mit einer winzigen Majorität den Sieg davongetragen hat und bei Herrn Windthorst für sein Reichstagsmandat sich bedanken mag. Wir haben sicherlich den Ultramontanen nichts zu Dank zu wissen: im Gegentheil, des Teufels Dank haben wir von vielen der Herren Clericalen geerntet dafür, daß wir in Mainz und München ihren Candidaten zum Sieg verholfen haben. Die Sozialdemokratie ist in diesem schweren Kampfe ganz auf sich selbst gestanden. Jede Stimme, die für den sozial- demokratischen Candidaten abgegeben wurde, muß als die Stimme eines erklärten, ausgesprochenen, überzeugungstreuen Sozial- demokraten angesehen werden, und das ist es, was den 450,000 sozialdemokratischen Stimmen ihre hohe Bedeutung verleiht. Allein mit diesen 450,000 ist die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen noch keineswegs erschöpft. Wie viele Tausende sozial- demokratischer Stimmen mögen in den 7000 Stimmen des Herrn Sonnemann in Erlangen-Fürth, in den 9000 des Herrn Lasker in Meiningen II, wie viele Tausende noch in den Stimmen ultramontaner Abgeordneter stecken, die in den oberschlesischen und rheinisch- westfälischen Jnduftriedistrikten unter christlich- (katholisch) sozialer Flagge(wie Herr Stötzel in Essen) ins Cen- trum sich wählen ließen? In Württemberg besonders wurde der Rückgang der sozial- demokratischen Stimmen von den gegnerischen Organen mit schmunzelnder Befriedigung hervorgehoben. Abgesehen davon, daß uns eine ziemlich nahe stehende Partei, die Volkspartei, in den ausfichtsvollsten Bezirken Concurrenz machte, mit dieser Concurreuz aber nur dem Regierungscandidaten zum Sieg ver- half(z. B. im I. Wahlkreis Stuttgart, im V. Eßlingen, im X. Göppingen), so lähmte vielleicht nirgends anderswo so sehr wie in Schwaben der Druck von oben alle unsere Bewegungen. Die Chikanen, die den Stuttgarter Genossen bereitet wurden, hat der „Vorwärts" schon berichtet. Der Regierungsapparat wurde bis in die kleinsten Details gegen uns in Scene gesetzt und arbeitete mit solchem Hochdruck, daß Manteuffel und Eulen- bürg I und II ihre Freude hätten daran haben können. Erlässe des katholischen Kirchenraths an die Dekanatämter zur Jnftruirung der Geistlichen und Lehrer, Erlässe des Confistoriums an die Schulinspektoren, vertrauliche Mittheilungen der Postdirektion an die Postämter zur Beaufsichtigung ihrer Untergebenen, Be- sprechungen der Oberamtleute mit ihren Schulzen, Weisungen derselben an die Landjäger und Polizeidiener, kurz alles arbeitete zusammen, um die verhaßten„Demokraten" todt zu machen. Unter den Oberamtleuten zeichnete sich besonders der vom Stutt- garter Amt aus— er führt den bezeichnenden Namen Drescher — der den preußischen Landrath noch übertrumpfte und hart an den türkischen Pascha streifte. Die Regierung darf auch mit voller Befriedigung auf ihre Arbeit blicken. Von 17 Abgeord- neten gingen gleich im ersten Wahlgang 12 erklärte Jasager aus der Wahlurne hervor. Einen wahrhast komischen Eindruck mußte es daher auf den Kenner der Verhältnisse machen, wie der württembergische Mo- niteur, der„Staatsanzeiger", die ernsten Anschuldigungen, die neulich im„Vorwärts" gegen die württembergische Regierung erhoben waren, in nichtssagenden Phrasen mit einer trivialen Witzelei kurzer Hand abfertigte. Chikane von oben, Bornirtheit und Dummheit von unten, Gemeinheit und Bosheit von allen Seiten— das waren die Mächte, mit denen wir in den letzten Monaten im Kampfe lagen, aus dem wir aber neugestählt und frisch gekräfttgt hervorgegangen sind. Und sollte uns noch Schwereres und Härteres bevorstehen, ja sollte der ungeheuerliche preußische Entwurf des Antisozialisten- gesetzes wirklich ins Leben treten und in seinem Gefolge Hunger, Kerker, Verbannung und Tod in unsere Reihen tragen— aus der eigenen Asche steigt ein neuer Phönix, der Sozialismus zu neuem Leben empor: „Lxoriare aliquis nostris ex ossibus ultor!" Sozialpolitische Ueberstcht. — Daß bei den„Harburger Unruhen" es lediglich die Männer des Autoritätsglaubens, die„Kaiserlichen" und die„Königlichen" gewesen sind, welche sich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben, dies ist jetzt vollständig erwiesen. Die„Hamburger Reform", welche zuerst den Sozial-demokraten den ganzen Skandal zuschieben wollte, schreibt jetzt, da sie ihre früheren Lügen ihrem Lesepublikum gegenüber, welches den Sach- verhalt kennt, nicht mehr anstecht erhalten darf, vom 21. August Folgendes: Unsere wenigen politischen Freunde aus dem Arbeiterstand, die Deutschen nämlich, alle Achtung vor ihnen! Sie möchten helfen, wenn sie könnten! Zudem wird der geborene Schweizer, sei er Fabrikant, sei er Arbeiter, von Tage zu Tage mehr miß- trauischer gegen die immer mehr zunehmende Ausbreitung des deutschen Elementes, ich meine des reindeutschen. Er sieht die Deutschen wohl überhaupt gern kommen als Touristen in den Hotels, er sieht sie gern kommen mit gefüllten Börsen oder sich niederlassen in Villen an den Seen und Bergen; aber solche, die Arbeit suchen wollen?-- sendet die Schweiz doch jähr- lich selbst tausende von Bettelkindern hinaus nach Schwaben, die sich als Hütekinder und Aehrenleser die Sommerzeit ihr Stückchen Brod verdienen müssen, und sind mir doch selbst auf meinen Kreuz- und Querwanderungen in Fluren und Wäldern Jammergestalten begegnet, wie wir sie trauriger, dürftiger auf den ärmsten Fleckchen des schlesischen Riesengebirges oder des Harzes nicht zu sehen gewohnt sind.� Armuth und Elend all- überall. Armuth und Elend und ein wüstes Verprassen und Verlottern von Seiten der„Auserkorenen"— auch in der Re- publik. Hat es doch die Rasfinirtheit schon so weit gebracht, daß in den Luxushotels die Kellner mit Glacsehandschuhen ser- vieren müssen. Und zudem noch ein Element. Was wir durch energisches Kämpfen uns erst erringen müssen, was wir mit mühsamen Opfern erst schaffen wollen, das zeigt und bietet die Natur in ihrer Einfachheit längst. Ist doch immer die genialste, ideellste Leistung höchstentwickelter Kunst oft nur eine dürstige Nachbildung längst vorhandener Formen und einfacher Verrichtungen des Naturlebens. Was wir am Deutschen erst schaffen wollen, die Organisation der Arbeiter, der Massen, das haben die Jta- liener in der Schweiz längst, längst ganz unbewußt in ihrer Eigenthümlichkeit, in ihrer Einfachheit und der Beweglichkeit ihres Charakters. Wo ein Loch im Erdreich gemacht wird, wo ein Graben gezogen wird, wo ein Fundament gemacht wird, wo Schmutz, Steine, Geröll, wo Berge in Thäler zu versetzen find, da sind diese geschäftigen Italiener, allüberall und nirgends. Heut sah ich die ankommenden Züge auf dem Bahnhof Zürich Hunderte, ich möchte sagen Tausende dieser Gestalten ausspeien, voll Furcht, wo all diese Männer wieder unterkommen werden, und schon morgen sah ich sie beschäftigt da und dort, hier und „Aus Anlaß der am letzten Sonnabend stattgehabten trau- rigen Vorfälle traf gestern der Landdrost in Begleitung höherer Beamten aus Lüneburg in Harburg ein, um sich an Ort und Stelle über�das Geschehene zu informiren. Die Herren besich- tigten den Schauplatz, auf welchem sich die Exzesse abgespielt, und werden gewißlich die Ueberzeugung gewonnen haben, daß von nun an die Regierung den feindlichen Bestrebungen der Welfenpartei mit schärferen Mitteln und auf anderen Wegen gegenüber treten muß, als bisher. Von den mehr als 20 Ver- hafteten, unter denen sich, soviel wir in Erfahrung bringen konnten, Sozialdemokraten nicht befinden, find gester» Vormittag 13 Mann, unter ihnen die Mitglieder des Central- Wahlcomites der deutsch- hannoverschen Partei des 17. Wahl- kreises, Kaufmann C. Bremann und Tischlermeister Moritz, nach Lüneburg transportirt worden, um dort ihrem weitern Schicksal entgegenzugehen." Auch die„Germania", das Organ der Klerikalen und Welsen, nimmt die„Schuld", wenn man die Nothwehr des Volks gegen die nationalliberalen Anmaßungen und Bedrückungen eine Schuld nennen darf, für ihre Partei allein in Anspruch. Nur der jam- mervolle„Gewerkverein", das Organ des Dr. Max Hirsch, sucht die„Schuld" noch immer der sozialdemokratischen Partei aufzu- bürden, indem das saubere Blatt schreibt: „Uebrigens hat die Wahlbewegung mit einer grellen Dissonanz abgeschlossen. Menschenblut ist geflossen. In Harburg ist es zu einer Emeute gekommen. Die verbündeten Sozialdemokraten und Welsen fanden für ihren Jubel über den vermeintlich er- rungenen Sieg keinen besseren Ausdruck, als daß sie dem Can- didaten der Nationalliberalen, Oberbürgermeister Grumbrecht, und dem Redakteur des liberalen„Harburger Anzeiger" mit großen Steinen das Haus bombardirten, nachdem sie vorher schon einige Bürger barbarisch gemißhandelt hatten. Die Po- lizei rückte mit blanker Waffe, die Feuerwehr mit Spritzen und Fackeln gegen die Ruhestörer vor, vermochte aber nicht Herr derselben zu werden. Erst als die wenigen zur Zeit anwesenden Soldaten mehrmals scharf geschossen, gelang es den vereinten Bemühungen, die Tumulwanten zu zerstreuen, Ein Aufrührer wurde sofort getödtet, mehrere wurden schwer verwundet. Ein sauberes Gedenkblatt in der sozialdemokratischen Mensch enbefreiungs- Geschichte." Geradezu wunderbar erscheint uns nach solchen Infamien, daß unsere Parteigenossen in Berlin bei einer etwaigen Auf- stellung des Dr. Max Hirsch als Reichstagscandidat für den ersten Berliner Wahlkreis, falls eine Stichwahl stattfindet, für das ehrenwcrthe Schimpf- Mäxchen stimmen wollen. Noch sei erwähnt, daß die Nationalliberalen in ihrer Angst und ihrem Hasse sgegen die Sozialdemokraten in Harburg am Morgen nach den Unruhen aussprengten, die Hamburger Ge- nossen würden 500 Mann stark ihren Harburger Brüdern zu Hilfe eilen. Unser Hamburger Parteiorgan erklärt aber, daß die Nachricht in dieser Form erfunden sei; die Hamburger Ge- nossen hätten vielmehr vorgehabt, die auf der Elbe schwimmende sozialdemokratische Panzerslotte auszurüsten und Harburg zu er- obern, doch seien die Unruhen zu stüh erstickt worden. Das Hamburger„Fremdenblatt" aber bemerkt ganz naiv, daß an beiden Nachrichten kein wahres Wort sei. Daß die Nationalliberalen sich jetzt brüsten,„daß ihr Thun und Lassen niemals mit Blut besudelt worden sei", ist allzu- heiter. Die bekannte Aufseß-Affaire, bei der liberale Professoren einen vermeintlichen Franzosen, der sich aber als deutscher Gelehrter entpuppte, todtgeschlagen haben, die Merseburger Knüppelei, die blutige Schlägerei in der Leipziger Centrathalle und zuletzt noch der Mord eines sozialistisch gesinnten Arbeiters in Friedberg(Hessen) durch einen verhetzten Nationalliberalen illustriren dies. Und da wollen diese„Mordbuben" noch mit Steinen auf andere Menschen werfen und merken nicht, daß sie im Glashause sitzen?! — Ein Attentat scheußlichster Art ist am 18. d. M. in Fried berg, Großh. Hessen, verübt worden. Ein junger, als friedfertig bekannter Mann wurde am Abend des genannten Tages von einem Individuum meuchlerisch überfallen und mit zwei Dolchstichen verwundet. Das Opfer dieses fluchwürdigen Attentats, Schuhmachergeselle Rödler, wird schwerlich mit dem Leben davonkommen. Der Meuchler, der sich durch die während der That ausgestoßenen Worte:„Die Sozialdemokraten wollen wir vernichten!" als Ordnungsbandit legitimirte, ist leider entsprungen. Wir haben hier eine Frucht der infamen Hetzerei, welche seit Mitte Mai von reichstreuer Seite systema- tisch betrieben worden sind. Wir fordern die Behörden auf, da. Und war's nicht hier, so gewiß, wenn ich morgen den See entlang ging bis Küsnacht, wo das Wetter von der ersten Juni- woche so schreckliche Verheerungen angerichtet. Und immer hinein bis an den Hals ins Wasser, in Schmutz und Koth ohne Commando, ohne Scheltworte, pfiffig, schnell, gewandt, diese oft so intelligenten Gestalten und prächtigen Gesichter! Und wenn die Züge auf allen Bahnhöfen immer neue Massen dieser Ge- stalten ausspucken— morgen find sie alle untergebracht ohne Organisation— und doch wieder nur durch Organisation! Sie find in und durch die Natur organisirt wie die Biene, die Ameise, deren keine unnütz zum Ganzen, zum Bau gehört! Und diese Massen Italiener, die drücken du Lohn- und Handarbeiter anderer Nationalität zurück in andere Branchen und so weiter, bis ein Drängen, ein Schieben, ein Kampf der Einzelnen, ein Kampf Aller gegen Alle entsteht. Und darum— wo einer unserer Genossen Arbeit in der „freien" Schweiz zu finden hoffte, außer seiner angelernten Berufsweise, wenn er sich in der Lage sieht, ohne diese durch- kommen zu müssen, der wird sich vollständig enttäuscht finden. Zudem ist Zürich, wo ich mich gegen 14 Wochen mühsam, oft unter den undenkbarsten Entbehrungen gehalten, denn doch nicht eine Stadt, die der Beschäftigungen tausenderlei zu bieten ver- möchte, wie irgend die Haupt- oder Großstadt eines andern Landes. Zürich ist mehr Billenstadt und der Fabrikbetrieb dreht sich mehr um Seiden-, Baumwollen- und Papieranfertigung, zu dem ja so sehr billige Kräfte, die weiblichen, zu haben find. Aus diesen und mancherlei andern Gründen entschloß ich mich endlich, nach Deutschland zurückzukehren*) und nach über- standener Haft wieder ein Glied in der Kette des Ganzen zu sein. Ich habe gesehn und fühlen gelernt: Jeder muß auf seinem Posten bleiben und sei derselbe noch so schwer! In un-! verstandenem Interesse sind nach 1848 Tausende braver Deutsche nach Amerika gewandert aus Furcht vor der„Reaktion", die damals im Vergleich zu der gegenwärtigen eigentlich keine war. Und sie alle sind gestorben oder verdorben oder— haben dem demokratischen Namen wenig Ehre gemacht. Ich habe mir gesagt: Hat einBlanqui die beste Zeit seines Lebens im K-rker verbüßt, müssen Tausende die trockene Guillotine auf Neucale' *) Bravo! Red. d.„B." «Mich einmal die„Schule des Verbrechens" zu schließen, uud durch ein kräftigZs Gesetz den Ausschreitungen der reichstreuen „Mordbuben", die sich heuchlerischer Weise Vertreter der Orb- nung tituliren, wirksam zu steuern. Nieder mit den Atten- tätern! — Die Inquisition gegen die Eisenbahnarbeiter und -Beamten beginnt nun in großartigem Maßstabe. Seit dem Erlaß des preußischen Handelsministers, Herrn Maybach, an die Eisenbahnverwaltungen, die sozialdemokratischen Elemente zu ent- fernen, haben sich verschiedene Direktoren vereinigt und dies- bezügliche Grundsätze ausgearbeitet, denen zufolge solchen ent- lasscnen Sozialdemokraten die Existenz gänzlich zunichte gemacht werden soll. Verzeichnisse von entlassenen Arbeitern werden angelegt; Verrufserklärungen hinter denselben hergejagt— wie sich das mit den gewöhnlichen Rechtsbegriffen vereinbaren läßt, ist unbegreiflich? Wird hier nicht einer Corruption Thür und Thor geöffnet, die geradezu entsetzlich ist?— Nach den Ursachen zu forschen, warum die Beamten und Arbeiter So- zialisten geworden sind, hält man einfach für überflüssig; nur die Hungerpeitsche soll helfen. Würde man sich nur die kleine Mühe nehmen und die Verhältnisse prüfen, unter denen die Eisenbahnarbeiter und kleinen Beamten leben müssen, so wäre die Ursache gefunden— und auch die Abhülfe. Beseitigt die Ursachen des Sozialismus, ihr Herren Eisenbahndirektoren, und ihr werdet auch den Sozialismus vertilgen. Gebet euren Ar- beitern und kleinen Beamten eine menschenwürdige Existenz, erhöhet ihre Löhne und Gehälter und sparet bei den höheren Beamten u. s. w.— das wäre schon ein Mittel. So aber vermögt ihr nichts, die Faust ballt sich im Geheimen: ihr habt nur Heuchler um euch, die Arbeit wird mit Widerwillen gemacht und Niemand sieht auf eure Habe in der Weise, wie es zu- friedene und glückliche Menschen thun würden. Wenn diese Wirthschaft so fortgetrieben wird, ist gar nicht abzusehen, in welchen Pfuhl von Unmoralität Deutschland hinein- geräth; auf der einen Seite wird das Denunziantenthum in einer Weise großgezogen, daß einem die Haare zu Berge stehen, auf der andern Seite wird mit roher Gewalt auch jeder freie Gedanke, geschweige jedes freies Wort, unterdrückt und so ein kriechendes Heuchlerthum großgezogen. Schöne Aussichten für Deutschlands Zukunft! — Nur konsequent. In der„Magdeburgischen Zeitung" finden wir folgende Notiz: Halle, 21. August. Die sämmtlichen hiesigen Kriegervereine haben ihre sozialdemokratischen Angehörigen zum Austritt auf- gefordert; wenn dieselben nicht freiwillig austreten, werden sie ausgewiesen werden. So ist es auch in der Ordnung." So? das ist„in der Ordnung"? Gut, dann„ist es auch in der Ordnung", daß Sozialdemokraten nicht in die Armee aufgenommen werden. Wenn sie für die Armee gut genug sind, find fie auch gut genug für die Kriegervereine, d. h. für die Vereine der ehemaligen Mitglieder der Armee. Und wenn sie für die Kriegervereine nicht gut genug sind, sind sie auch für die Armee nicht gut genug. Um diese Logik kommt man nicht herum. Uns soll's übrigens ganz recht sein, wenn die Sozialdemokraten für unwürdig erklärt werden, in die Armee einzutreten. In wenigen Jahren wäre dann die gesammte deutsche Jugend sozialdemokratisch und unsere Armee hätte in der gemüthlichsten Weise von der Welt aufgehört zu existiren. Wir gestehen, daß wir diese Lösung der brennenden Frage des Militarismus für die beste halten, welche sich uns bisher dargeboten hat. — Auch in der Schweiz treibt die Reaktion einige komische Blüthen. Das„Züricher Tagblatt" bringt nämlich unterm 16. d. folgenden Ukas: „Bekanntmachung! Aus Anlaß eines Spezialfalles werden hiermit Umzüge mit der rothen Fahne auf Stadt- gebiet verboten. Theilnehmer an einem solchen Umzüge wer- den auf Grund des§ 80 des Strafgesetzbuchs wegen Unge- horsams gegen amtliche Befehle den Gerichten zur Bestrafung überwiesen. Das Verbot erstreckt sich auf das laufende Jahr. Zürich, den 16. August 1878. Die Stadtpolizei." Kennt die Züricher Stadtpolizei nicht das schöne Gedicht: »Der Ochs und das Morgenroth"? ®ie 0rdnungspresse thut, als ob das gelungene Attentat auf den russischen Polizeiminister Mesenzow etwas ganz Unerhörtes wäre. Sie scheint nicht zu wissen, daß der politische Meuchelmord zur russischen Wirthschaft gehört, und daß schon vor 40 Jahren der Franzose Custine die russische Monarchie als„durch Meuchelmord gemäßigten(moderö) Absolutismus gekennzeichnet hat." Es ist jetzt nur ein Unterschied eingetreten. Früher war es die kaiserliche Familie und der hohe Adel, welche das Monopol des Meuchelmords hatten. Jetzt haben wir die Attentate von unten, die den bisherigen Atten- tatszüchtern wohl unbequem sein mögen, aber sicherlich mindestens dieselbe Berechttgung haben wie die Attentate von oben. — Vom Kriegsschauplatze. Genosse Tischer in Görlitz, welcher zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt war, ist in zwetter Instanz freigesprochen worden.— Genosse Max Neisser in Bremen hat ebenfalls eine Freisprechung erlebt; dagegen ist W. Frick in Bremen zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt. — Genosse Dietzgen ist gegen Kaution von 1500 Mark aus der Untersuchungshast in Köln entlassen worden.— Am 21. d. M. wurde in Stuttgart Dr. D ulk nach geschlossener Voruntersuchung aus der Haft entlassen. Die Reichstagswahlen sind jetzt voll- ständig vorbei.— Gegen den verantwortlichen Redakteur der „Berliner Freien Presse" schweben gegenwärtig 30 Prozesse.— Nachdem Genosse Klute im Gefängniß zu Zeitz wegen MajestätS- und Bismarckbeleidigung, begangen in einer Rede, die er in Teuchern bei Zeitz gehalten hatte, acht Monate„abgesessen" hat, „verbüßt" derselbe gegenwärtig eine weitere Gefängnißstrafe von drei Monaten, die ihm hier in Erfurt zuerkannt worden ist.— Genosse Kayser in Dresden, der sich gegenwärtig im Gefängniß aufhält, ist neuerdings wieder wegen einer frühern Beleidigung eines Polizeibeamten zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt worden.— Der Redakteur unseres Kieler Parteiorgans(Schleswig- Holsteinische Volkszeitung), Genosse Bärard, ist wegen Beleidl- gung des Oberst von Lüderitz, des Handelsministers, deS Polizei- Präsidiums zu Berlin und des preußischen Richterstandes zu sechs Wochen Gefängniß verurtheilt worden.— Am Sonnabend wurde in Berlin die„Berliner Freie Presse" wegen eines Leitartikels:„Das Henkerbeil" überschrieben, confiscirt. Bei einer Auflage von 14,000 sind 4 Exemplare erwischt worden. Pulkrabeck, der für die Redaktion zeichnet, ist verhaftet worden. — Die„Wage" von Guido Weiß wurde wegen eines Artikels: „Das Untergrabungsgesetz" confiscirt.— Nr. 30 der„Königs- berger Freien Presse" wurde nachträglich confiscirt. — Haussuchungen wurden im Wahlkreise Lennep- Mettmann bei mehreren Genossen abgehalten, auch unter anderen bei Ernst Wilke, bei dem man ganz gewöhnliche Sachen, wie einen Roman „Deutsche Blätter", eine Broschüre„Der Baukrach im Wupper- thal" u. a. mitnahm. Etwas Verdächtiges konnte man natürlich nicht entdecken— die Bücher unseres Genossen machen eben einen Spaziergang zum Untersuchungsrichter. Aus Californien. San Francisco, 30. Juli. Seit etwa einem Jahre zieht die Arbeiterbewegung in Cali- fornien die Aufmerksamkeit der ganzen Vereinigten Staaten auf sich. In Folge der auch bis hierher gedrungenen„allgemeinen Geschäftskrisis" und des Ueberhandnehmens billiger chinesischer Arbeit haben in dem ehemals so gepriesenen Goldlande Verhält- nisse Platz gegriffen, welche man noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten hätte. In dem reichen üppigen Californien, in dem stolzen San Francisco, der„Stadt der Millionäre", irren Tauser.de darbend und arbeitslos umher! Tausende ohne Exillenzmütel, ohne Mittel, das Land zu verlassen! Wohl in keinem anderen Lande der Welt treten die Folgen der Kapitalwirthschaft greller zu Tage, als hier. Mächtige Strecken fruchtbaren Landes, die Gold- und Silberminen, Eisen- bahnen, Flüsse und Seen— kurz fast alle Lebensquellen mono- polisirt und in den Händen einer Handvoll Kapitalisten. Der größte Theil des Areals von Californien besteht aus Land, welches, da während 7 Monaten, vom April bis Ostober, kein Regen fällt, ohne Bewässerung für den Ackerbau nicht brauch- bar, und da, wo dieselbe nicht zu beschaffen, nur als Weide zu verwerthen ist. Das Heimstättegesetz gestattet bekanntlich Jedem, 160 Acker Regierungsland zu beanspruchen, ein Flächenraum, der im größeren Theile von Californien vollständig werthlos ist, da er zu klein ist, um Vieh darauf zu weiden. Was daher besonders in diesem Staat außergewöhnlichen Werth hat, ist das Wasser- recht, und dies ist es, hinter dem d e Spekulanten und Mono) polisten her sind. So kommt es denn, daß in den meisten Gegenden einzelne Reiche und Aktiengesellschaften sich bereits aller Flüsse und Bäche bemächtigt haben, um von den Ansiedlern Abgaben für die Benutzung des Wassers zu erpressen. Besitz ist Macht und Macht ist Recht, und die mittelst donien ertragen— was bin ich mehr als sie? Es ist das ein Hauch, eine kurze Spanne der Zeit, gegen die schrecklichen Qualen, die Andere geduldet. Und dann habe ich gelernt, daß ich nicht umsonst gelebt habe, und auch diese Seite des Lebens zu meinem Besten kennen gelernt. Also von Zürich, nachdem wir den Abend vorher nur drei Freunde oben in der Redastionslaube der„Tagwacht", bei präch- tiger Ausficht über die Berge und Züricher-See noch flüchtig- schöne Stunden verlebt, von Zürich nach Mannheim. Wahl zum deutschen Reichstag! Nach Frankfurt a. M., und hier wo ich mich bereits dem Staatsanwalt stellen will, zieht mich die Hand eines Freundes nochmals zurück und spedirt mich den Rhein hinab nach Belgien. Ja ja, wir gehen dem Aeußerejn nach nochmals zurück, die alte Welt setzt alle Hebel an, das zu thun. Ueberall Restauration des Alten, namentlich des Rcli- «iösen. Restaurirung der Dome und Kirchen zu Frankfurt, �a'nz, Coblenz, Köln, Brüssel. Das ungläubige 13. Jahr- yundert hatte angefangen diese Dome und Cathedralen mit, oft- cü-fi, � recht unschönen Häusern des Marktes und Ge- Ichaftslebens zu verbauen, heut reißt man mit großen Opfern diese Anhängsel hinweg um die„Reinheit des Baustyls" besser & Äu � lassen in Wahrheit aber, um dem Volk den Be- aus den � � � machen und es zurückzuführen w«tin� v. tY o e Empels der Natur in diese dämmernden Wäts. �°»" Äw. L-d-ttub-r-i»? oflr Ä. t i in Dt. di- ? Weißgerber hatten soeben siegreich einen Strike beendet, ob zu chrem Nutzen? Dem Scheine nach ja! A-- w-nn man tt�r blickt, Leibt w.mer und immer die Ätachi uuü otc(a/ßtDcilt in bcn Öäubcn beä ßVibii/tfÄ Die baßt Centimes Zulage pro Stunbe werben ben Arbettern auf solch' listige Weise wieder herausgeschunden, daß man voll Verwunde- rung starr steht, wenn man steht, wie erfindungsreich das Ka- Vstal ist, um es darnach anzustellen. Statt bis 7 Uhr Abends wie gewöhnlich, wird letzt, bei za„erhöhtem" Lohn bis 8 Uhr gearbeitet' und der Mensch ist eben Mensch und freut sich des Mehrverdienstes. Und um diese letzte Stunde wird die Arbeit Tv»?iJ° schoben, daß fie fertig werden muß, und- willige Löwencommandostimmen, auch sonst feile Seelen finden sich la stets_ die Sache wird gemacht und die eine, die letzte Stunde deckt dem Fabrikant die Mehrausgabe des ganzen Tages! Verständniß, politisches Verständniß allein kann uns Heil bringen! Wo aber in einer Fabrik bei 100 Mann, wo ich arbeite, kaum Einer ein politisches, geschweige ein Ar- beiterblatt ließt, da find die sieg- und erfolgreichsten Strikes gleich Null oder werden illusorisch. Obgleich ich kein Wirths- Hausgänger bin, aus Prinzip nicht, so habe ich doch die ver- schiedensten Studien darin gemacht. Tausend und aber Tausend Wirthschaften sind noch ohne Blätter, ohne Zeitschriften, das sind die verabscheuungswürdigsten. In ihnen wird blos auf den nackten Verdienst des Arbeiters spekulirt, ohne ihm auch nur das bescheidenste Entgelt auf Bildung zu geben, fie müßte der Arbeiter, wenn er ein selbstbewußter Mensch ist, vor Allem meiden. Wir gehen langsam, sehr langsam. Möge in Deutschland, dem ich trotz alledem wieder mein Leben widmen werde, die herangebrochene und noch verstärkter werdende Reaktionsepoche uns darin zum Heil dienen, daß unser ganzes Leben mehr und mehr ein verinnerlichtes werde, dann werden wir siegreich mit allen den alten Mächten fertig werden. Ich that heut einen Gang entlang den prächtigen, Paris nachgebildeten Boulevards. Ueberall dasselbe, das Aeußerliche, der Pomp, der Luxus ohne das innerliche Leben. Hinter dei Centralpost erhebt sich ein gewaltiger Eckneubau. Ein riesig golden Götzenbild thront auf dem First, noch ehe der Bau fertig. Würde solch ein Monument, besorgt von einigen Kreuzrittern und gemacht von den Bettelpfennigen der Armen in der Ucker- mark, Priegnitz, Kassuben oder Hinterpommern errichtet werden, die ganze Provinz würde bewundernd zusammenströmen— hier blickt man kaum hin, denn der Götzen des Tages sind zu viele, heißen sie Mars oder Jupiter, Fortuna oder Venus, mögen fie drohend oder segnend ihre Arme emporstrecken. Unser Zeitalter ist noch das Zeitalter des Götzendienstes, des Mammons, deS raffinirten Luxus. Wenig innerlich selbst- bewußtes, geistiges, edles und menschenwürdiges Leben. Helfen wir, trotz all' und alledem eine bessere Zeit heraufführen. Gruß und ein baldig Wiedersehen der Freunde in Deutsch- land.— Wahlbetrügereien und„krummer" Transaktionen„erwählten" öffentlichen Beamten und gesetzgebenden Körperschaften er- weisen sich in Folge des Einflusses„klingender" Argumente als willige Werkzeuge der modernen Raubritter, jener„klu- gen, satten Leute, welche mit einem Walle von Gesetzen sich wohlverwahrt gegen allen Andrang der schreiend über- lästigen Hungerleider". Wie der„Vorwärts" seinen Lesern bereits mitgetheilt hat, gehört das Recht der freien Meinungs- äußerung, der Stolz des Amerikaners, in Californien zu den Dingen, die gewesen find, denn vor ca. einem halben Jahre er- ließ die Staatslegislatur aus Furcht vor der Arbeiterbewegung ein Gesetz, welches Jeden, der in einer Versammlung von über 24 Personen„aufreizende Reden" hält, mit zweijähriger Zucht- haussttafe und 5000 Dollars Geldbuße belegt. Trotzdem dieses Attentat auf die Rechte des Volkes im schreiendsten Widerspruche mit der Constitution der Vereinigten Staaten steht, gab doch der Gouverneur von Californien seine Unterschrift und es ist „Gesetz"-- allerdings nur ein todter Buchstabe, denn glück- licherweise besitzt hier das Volk noch Energie und Rechtsgefübl genug, um derartigen Gesetzen die gebührende Würdigung zu Theil werden zu lassen. Vorläufig hat es noch gute Weile, bis die gute deuffche Regel: „Wo Zweie bei einander stehn, Da muß man auseinander zehn." hier Mode wird. Die Veranlassung zu diesem schmachvollen Gesetze gab die in den letzten neun Monaten durch die Anstrengungen einiger dem Arbeiterstande angehörender Leute wie noch nie zuvor an- geschwollene Antichinesen-Bewegung. Da billige Arbeitskräfte zur Anhäufung des„Entbehrungs- lohnes" den Herren unbedingt nöthig sind, so importiren be- kanntlich seit langen Jahren die californischen Kapitalisten Chinesen direkt aus dem„Reich der Mitte", und diese, sklavisch und bedürfnißlos, sind so recht Arbeiter nach dem Herzen der Herren Arbeitgeber, und vereinigen all' die guten Eigenschaften in sich, die ein Manchestermann von einem Arbeiter fordert. Einzelne Industriezweige, z. B. die Cigarrenfabrikation, werden hier fast ausschließlich von Chinesen betrieben, und dieselben drängen sich allmählich in alle Branchen ein, auch als Land- und Minenarbeiter, als Köche, Dienstboten ic. machen sie den weißen Arbeitern empfindliche Concurrenz. Da die Chinesen, deren Zahl gegenwärtig in Californien 150,000 betragen mag, welche zu iU der niedrigsten Klasse ihrer Rasse(Kulis) angehören, auf das Dichteste gedrängt„wohnen" und schlafen, keine Fa- milien haben*), fast nur von Reis leben und auch sonst fast keine Bedürfnisse kennen, so sind sie im Stande, für einen so geringen Lohn zu arbeiten, bei welchem kein weißer Arbeiter, zumal wenn er für Familie zu sorgen hat, existiren kann. Die Lage der weißen Arbeiter ist daher eine im hohen Grade kri- tische geworden. Es stehen dieselben vor der Alternative, ent- weder das Land zu verlassen, oder selbst Kuli's zu werden. Alle bis jetzt von den Arbeitern ergriffenen Mittel, auf gesetz- lichem Wege die Planmäßige Sklavenimportation zu beseitigen, sind gescheitert, und es ist daher nicht zu verwundern, wenn die zur Verzweiflung getriebenen Massen vielleicht Gewaltmaßrcgeln ergreifen. Die in Folge der Antikuli-Bewegung neugegründete „Arbeiterpartei von Californien" hat(wenn auch noch unklar über die Bedingungen eines vernünftig organifirten Gesellschafts- systems und noch vielfach in kleinbürgerlichen Reformideeu be- sangen) seit der kurzen Zeit ihres Bestehens unter der Losung: „tbe Chinese must go!" bereits großartige Erfolge erzielt und bei einer vor Kurzem ftattgefundenen wichtigen Wahl die ver- einigten Ausbeuterparteien in hiesiger Stadt mit großer Majo- rität geschlagen. Die hiesigen Sozialisten thun ihr Möglichstes, die Bewegung in's sozialistische Fahrwasser zu leiten. Seit die Arbeiter sich militärisch organisiren und gut be- waffnen, fängt die Bewegung an, dem Geldprotzenthum„fürchter- lich zu werden". Die amerikanische Presse winselt in allen Ton- arten über die„Communisten", welche sie ihren Lesern als den Ausbund alles Schlechten hinzustellen bemüht. Die Arbeiterpresse dagegen sucht dem Volke nach Kräften klar zu machen, was von den Soldschreibern der herrschenden Klasse zu halten ist und daß es thatsächlich nur zwei Klassen von Menschen: Commu- nisten und Egoisten, giebt. Unsere deutsch- amerikanische Presse hat sich anläßlich der beiden Attentate auf den deutschen Kaiser schmachvoll benommen. Unter den Redakteuren dieser Presse befinden sich viele sogenannte „Achtundvierziger Freiheitshelden", und gerade diese Renegaten wetteiferten mit der deutschen Bedientenpresse darin, die Sozial- demokratte mit Koth zu bewerfen. Wie sie jubeln, diese Krämer- seelen, wenn ein Monarch sich bewogen gefühlt, ihre Schweift wedeleien und Dienstwilligkeiten allergnädigst huldvoll in Empfang zu nehmen! Große Schwierigkeiten stehen uns Sozialisten hierzulande im Wege, besonders macht uns auch die babylonische Sprach- Verwirrung viel zu schaffen. Jedoch vorwärts trotz alledem! Das Wort:„es geht nicht" steht nicht im Wörterbuche der Sozialdemokraten! g. München, 16. August. Seitdem auch Bayern mit offi- ziellem Pauken- und Trompetenschall ein festgefügtes Glied des wiedererstandenen deutschen Kaiserreichs geworden und all' Das, was ihm unter der Regierung des Königs Max an geistiger und materieller Wohlfahrt geschaffen worden, nach und nach auf dem Altar des gemeinsamen Baterlandes verplempert hat, ist auch über dies biedere deutsche Volk eine„Klassenherrschaft" herein- gebrochen, wie sie die nationalliberale Nützlichkeitspolitik allent- halben zu Tage fördert. Vor Allem ist es in Bayern das Streberthum unter den Beamten, welches seit der„Gründung" des deutschen Reiches sich schmarotzend einnistete, um für sich ein warmes und keineswegs spartanisches Plätzchen zu sichern. Das bureaukratische Element ist mit der Zeit unter den Fittigen deS Gründerliberalismus hier um so mächtiger geworden, als die harmlose und ehrliche Natur des blauweiß markirten Volkes, welche blendenden Schein so leicht für baare Münze nimmt, ihm bei seinem Gedeihen außerordentlich förderlich ge- wesen ist. Die Gründerzeit, reete„Aera des volkswirthschaft- lichen Aufschwunges", welche so manches schofle Gezücht groß- gezogen hat, ist auch in Bayerns Geschichte mit scharfen Zügen aufgezeichnet und die ganze politische Gefinnungslosigk�t, welche die„Rosenzeit der Schwindler und Heuchler", das Fieber nach mühelosem Erwerb, im Norden Deutschlands geschaffen hat, streitet hier nur mit der Herrschaft des Jndifferentismus, resp. der Resignation in die herrlichen neuen Verhältnisse. Und nicht allein die unteren Volksschichten sind es, welche der mit Spree- wasser getaufte und mit der Couponscheere beschnittene„Libera- lismus" in sein Joch gespannt hat, nein, diese sind es vielleicht *) Unter den 35— 4v,0!X) Chinesen San FranciScos befinden sich höchstens 1000 Frauenzimmer, fast ausschließlich Prostituirte. am allerwenigsten, weil hier Sozialismus und Gottesglauben noch natürliche Dämme bilden— es ist vielmehr der besitzende Kaufmanns-, Handwerker- und Fabrikantenstand, welche der Po- litischen Ausbeutungstrommel in exaktem„Eins! Zwei! Drei!" Heerfolge leisteten, und zwar so lange, bis gesellschaftliche In- toleranz und chikanöse Verhetzung die Sucht, ein patriotischer Mann zu scheinen, zu einer epidemischen Krankheit heranbil- deten. Ich sagte absichtlich: scheinen, denn so wenig Ehrlich- keit dem„liberalen" Streberthum anhaftet und je mehr Unduld- samkeit und Terrorismus es entwickelt, um so weniger darf man sich wundern, daß der„gebildete" Bayer, um sich vor Schaden zu hüten, allmählich auch der politischen Heuchelei verfallen ist. Nun, diese politische Heuchelei dauert auch hier nur ebenso lange, als die Herrschaft, welcher sie gilt, und der allgemeine Jubel darüber in Bayern, daß dem Nationalliberalismus in München eins auf den Dickschädel versetzt worden ist, das ihm noch lange das Hirn schütteln wird, zeigt am deutlichsten, daß die Bayern plötzlich zu der Erkenntniß gelangt find:„Am Ende sind wir Preußen doch noch richtige Bayern." Diese Erkenntniß aber wird sich von der Landeshauptstadt in die Provinzen verpflanzen. „Volk", heißt es auch hier,„erkenne Deine Macht und Dein Götze ist zertrümmert!" Freilich, wenn man bedenkt, daß es in Deutschland so weit gekommen ist, daß das freifinnige Bür gerthum das römische Pfaffenthum als Schutz gegen die landest väterlichen Zärtlichkeiten der eigenen Regierung aufruft, so kann man sich doch eines leisen Schauders nicht erwehren ob des mo- ralischen Abgrundes, an welchen diese Gesellschaft Land und Voll geführt.------ Aber ich sprach von der Herrschaft des nationalliberalen„Schreckens" in Bayern und will Ihnen dazu eine recht heitere Illustration geben, welche zugleich dazu dienen mag, den„Fall Piloly" als gar nicht so ungeheuerlich erscheinen zu lassen, sondern vielmehr als Das, was er ist, ein natürlicher Auswuchs der bayerischen gesellschaftlichen Zustände. Das denunziatorische Treiben der„besseren" Gesellschaft, der „begnadeten" Reichsfreunde ist hierzulande seit langer Zeit in vollster Blüthe, und wenn auch diese Denunziationen nicht vor Gericht zum Austrag gebracht werden, so führten sie doch zu einem ausgebreiteten System gesellschaftlicher„Aechtung", zu einer förmlich organisirten Hetze auf„Reichsfeindlichkeit", so daß Jeder, sei er Fabrikant, Handwerker, Lehrer, Künstler, bürger- licher Beamter u. s. w., mit einem Wort Alle, welche durch ihren Beruf auf das Wohlwollen der„Gesellschaft" und einer hohen Obrigkeit angewiesen find, vollständig unter der strengsten Kontrole einer Coterie gehalten wurden, welche sie zwang, ihre wahren Gesinnungen zu verbergen und sich der Nützlichkeit oder gar der Existenz halber der politischen Heuchelei zu befleißigen. Das soll nun allerdings, soweit letztere auch unter der mehr unabhängigen Klasse Platz gegriffen hat, nicht belobt werden, aber die Bayern find eben noch Neulinge in der„Großstaaterei", und ihre Zuchtmeister haben es verstanden, ihnen vor dieser Allmacht, wenn auch keinen großen Respekt, so doch eine große Angst einzujagen. Am deutlichsten zeigte sich die Herrschaft der Männer des„reichsfreundlichen Communismus", als das Treib jagen auf die„Revolversozialisten" begann. Da klapperte es natürlich hier auch in jedem Busch und geschäftige„Reichs- bayern" liefen von Fabrik zu Fabrik, um im Namen der blau- weißen Dreinigkeit Angst, Wuth und Haß, die Besitzer zu Maß- regelungen gegen ihre Arbeiter zu bestimmen. Wir haben es gesehen, mit wie fanatischem Eifer in Nürnberg, Fürth u. s. w. die Herren Fabrikanten ihre besten Arbeiter auf die Straße warfen, aber es muß doch constatirt werden, daß auch ein be- deutender Theil der bayerischen„Herren" nur sehr ungern daran ging, sich mit ihren Arbeitern über die politische Gesinnung der- selben auseinanderzusetzen. Beispielsweise in Augsburg und Kempten haben sich die größten Fabrikanten mit dem Vorlesen oder Anschlagen irgend eines der bekannten Ukase begnügt, ohne irgendwie sich zu weiteren Schritten hinreißen zu lassen, ja der Inhaber eines bedeutenden Etablissements meinte einem Freunde gegenüber, der ihn zur Rede stellte: Ja, was soll man machen, wenn man den Leuten den Willen nicht thut, hat man nichts als Scheerereien, und wo man sich sehen läßt, heißt es: Auch so'n Sozialdemokrat!" Das ist gewiß bezeichnend. Aber es kommt noch besser. Die zweite Probe auf die„Reichsfreund- lichkeit" folgte bei der„Wilhelmsspende". Die Fabrikanten werden wieder überlaufen— jeder Arbeiter soll seinen Patrio- tismus durch das Opfer eines Reichsnickel beweisen. Auch eine originelle Art von Thermometer zur Erforschung und Feststellung der Voltsstimmung. Ich erzähle Ihnen dazu, was ich in einem (wahrscheinlich nicht einzig dastehenden) Falle erfahren habe. In der großen Spinnerei von S.& S. in Kempten wird auch den Arbeitern darüber Vortrag gehalten, wie sie sich durch ein so geringes Opfer in den lieblichen Geruch der„Reichsfreund- lichkeit" versetzen könnten; die Arbeiter jedoch waren bockbeinig und meinten, sie könnten bei den schlechten Zeiten keinen Pfennig für wohlthätige Zwecke hergeben. Darauf erbot sich der Chef, für jeden Arbeiter einen Nickel aus seiner Tasche zu opfern, um von seinem Etablissement die Rache der bayerischen Schick- salsmächte abzuwenden. Das schien den Arbeitern plausibel und so gaben sie ihre Unterschrift umsonst her. Nur einige Gesellen, welche neben ihrer Armuth auch noch einige„verschrobene" Grundsätze zu haben glaubten, verweigerten die Hergabe ihres Namens noch immer, und diese Unverbesserlichen wurden— fortgejagt? nein— sie wurden von der Liste ausgeschlossen und arbeiten nach wie vor zur Zufriedenheit ihrer Prinzipale. Auch dieses muß bei der allgemeinen„Versumpfung" registrirt werden, doch zweifle ich nicht, daß der„Vorwärts", wenn das nicht wahr ist, der bekannten Firma gern seine Spalten öffnen wird, um zu berichtigen, daß Schreiber dieses sich geirrt, als er einen weißen Raben zu fangen glaubte. Meinen speciellen Lands- leuten aber, denen dieser Artikel besonders gilt, ist zu wünschen. daß sie erkennen mögen, wie ein Staat nur gesunden kann, wenn er sich auf ein unabhängiges, freifinniges Bürgerthum stützt, das jedem politischen Hohenpriesterthum und seinem Götzendienst den verdienten Fußtritt giebt und seine Freiheit schützt mit dem Schilde der bürgerlichen Ehre. Dortmund, 23. August. In der Criminalgerichtssitzung vom 21. v.M. wurde u. A. verhandelt gegen den Redakteur Tölcke, welcher der Beleidigung der Kronprinzessin und des Prinzen Heinrich angeklagt war. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte den Ausschluß der Oeffentlichkeit, welcher Antrag jedoch vom Gerichtshofe abgelehnt wurde. In Nr. 72 der „Westfälischen Freien Presse", für deren politischen Theil der Angeklagte als verantwortlich zeichnete, war ein kurzer Bericht über eine vor dem Berliner Stadtgericht verhandelte Anklage- fache erschienen, welche sich auf eine Beleidigung der genannten Mitglieder des königlichen Hauses seitens eines Arbeiters bezog. In der Wiedergabe der von dem Arbeiter angeblich gemachten unehrerbietigen Aeußerungen erblickte die hiesige Staatsanwalt- schaft eine neue Beleidigung der Kronprinzessin uud des Prinzen Heinrich, und erhob deshalb gegen Tölcke die Anklage. Der Letztere gab zu, den Artikel ausgeschnitten und in die Druckerei gegeben zu haben. Er hatte denselben dem„Hamburg-Altonaer Bolksblatt" entnommen und gab mehrere Zeitungen zu den Akten, in denen derselbe Bericht unbeanstandet erschienen ist. Zeugen wurden nicht vernommen. Der Staatsanwalt beantragte sechs Monate Gefängniß, der Gerichtshof sprach jedoch den Angeklagten, der sich selbst vertheidigte, kostenlos frei, da in der wort- getreuen Wiedergabe einer Gerichtsverhandlung eine Beleidigung nicht gefunden werden könne, falls sich nicht durch besondere Umstände erweisen lasse, daß durch eine derartige Wiedergabe eine Beleidigung beabsichtigt sei. Rerlm, 20. Aug.(Ein Majestätsbeleidigungsprozeß.) Wenn ich aus der colossalen Masse von Majestätsbeleidigungs- Prozessen, welche noch fortwährend in Deutschland, insbesondere zu Berlin, verhandelt werden, den nachstehenden Fall hervorhebe, so habe ich dabei die ganz besondere Merkwürdigkeit oder besser gesagt UnHeimlichkeit des Borganges im Auge. Der vielbe- sprochene Prozeß gegen unseren Parteigenossen, den Zahntechniker Carl Otto Georg Super czynski, wegen einer beinahe zwei Jahre alten Majestätsbeleidigung gelangte gestern vor der Ferien- Criminaldeputation des Stadtgerichts zur Verhandlung. Der Angeklagte wird bekanntlich beschuldigt, schon im Jahre 1877 eine Majestätsbeleidigung begangen zu haben, und zwar schildert die Anklage die begleitenden Umstände wie folgt: Der von dem Angeklagten mitbegründete„Nordclub", welcher des Mittwochs seine Versammlungen im Friedrich-Wilhelmstädtischen Casino in Schumannstraße abhielt, war auch am 21. März v. I., also am Tage vor Kaisers Geburtstag, beisammen. Als es 12 Uhr ge- worden war, erhob sich der Vorfitzende des Vereins, Kaufmann Thiedemann, brachte einen Toast auf den Kaiser aus und forderte die Mitglieder auf, in das Lebehoch mit einzustimmen. Nach Angabe der Anklage soll nun der Angeklagte m diesem Augen- blick unter dem Rufe„Pfui!" demonstrativ ausgespien, sich auch nicht vom Sitze erhoben und nicht mit angestoßen haben. Als dann später die Nationalhymne„Heil Dir im Siegerkranz" an gestimmt wurde, soll der Angeklagte unter der vorwurfsvollen Bemerkung:„wie kann mau nur so ein Lied singen", das Lokal verlassen haben.— Der Angeklagte, ein kleiner, verwachsener, 23jähriger Mann, welcher zugegeben, Sozialdemokrat zu sein, bestritt mit aller Entschiedenheit, sich des ihm nachgesagten Ver- brechens schuldig gemacht zu haben. Die Verhandlung bot nun eine höchst beftemdliche und auffällige Erscheinung. Der Denun ziant, Herr Kaufmann Thiedemann, Friedrichstraße 123, der ehemalige Präsident des Nordclubs, behauptete mit aller Be- stimmtheit, am Abend des 21. März gegen 12 Uhr einen Toast auf den Kaiser ausgebracht zu haben, der angeblich mit einem „Pfui!" von dem Angeklagten beantwortet worden sein soll. Diese Behauptung, daß von Thiedemann ein Toast ausgebracht worden, bestritt sowohl der Angeklagte als auch 9 als Eni- lastungszeugen vorgeschlagene Mitglieder des Nord- clubs. Da der Nordclub nur aus 23 Mitgliedern bestand, so ist dies jedenfalls eine nicht unbedeutende Anzahl. Diese sämmt- lichen neun Zeugen bekundeten— theilweise mit aller Bestimmt- heit— daß Herr Thiedemann überhaupt an jenem Abende kei- nen Toast ausgebracht habe, sondern daß dieser Toast von dem Vorfitzenden des Vergnügungscomitö's, Herrn Cohn, gesprochen worden sei. Auf die Seite des Herrn Thiedemann trat nur ein einziger Belastungszeuge, während der zweite vorhandene Be- lastungszeuge nach dieser Richtung hin nichts auszusagen ver- mochte. Von dem„Pfui!" hat nach den Ergebnissen der Beweis- aufnähme mit Ausnahme des Herrn Thiedemann weder ein Be- noch ein Entlastungszeuge etwas aus eigener Wahrnehmung gehört, dagegen bezeugte ein Entlastungszeuge, daß Herr Thiedemann schon im Juni vorigen Jahres geäußert habe, wenn Superczynski eine namhaft gemachte Person nicht zur Zurück- nähme einer schwebenden Jnjurienklage bewegen würde, so werde er ihn wegen Majestätsbeleidigung belangen. Die Thatsache, daß der Angeklagte während des Liedes„Heil Dir im Siegerkranz" auf kurze Zeit das Lokal verlassen, wurde allseitig bestätigt, dagegen über die begleitende Aeußerung des Angeklagten eine bestimmte Aussage nicht gemacht.— Der Staatsanwalt glaubte, Herrn Thiedemann gegen die Bezeichnung eines Denunzianten in Schutz nehmen zu sollen, indem er darauf verwies, daß man s. Z. glaubte, in dem Angeklagten die Person entdeckt zu haben, welche als Genosse Nobiling's bei seinem Verkehr im Jägerkeller daselbst unter der Bezeichnung der „Bucklige" bekannt war, daß sich bei den dieserhalb angestellten Nachforschungen allerdings die Eigenschaft eines eiftigen sozial- demokrattschen Agitators bei dem Angeklagten ergeben habe, und daß dabei denn auch die incriminirte Majestätsbeleidigung zur Sprache gekommen sei. In der Sache selbst beantragte der Staatsanwalt das Schuldig und 1 Jahr Gefängniß. Trotz einer ehr warmen Vertheidigung des Refer. Cohn, der u. A. auch hervorhob, daß durch diese Anklage schon der Vater des Ange- klagten auf's Tobten-, die Mutter auf's Krankenlager geworfen worden sei, meinte der Gerichtshof, der Aussage des Thiedemann völlig Glauben schenken zu sollen und verurtheilte den Ange- klagten zu 3 Monaten Gefängniß. Der Antrag des Letzteren auf vorläufige Entlassung aus der schon 2 Monate währenden Haft wurde abgelehnt.— Einen Commentar zu diesem Majestäts- beleidigungsprozeß wage ich in der Jetztzeit nicht zu schreiben. Lichtenfieiger 12,95. Freiberg i. S. d. Ulrich 5,00. Heilbronn N. N. 2,00. Hannover d. Schrdr. 30,60. Berlin v. F. R. 20,00. L. bei L. V. L. 5,00. P. v. P. 10,00. Liste 1338 3,00, Niemes i. B.„Ob Land und Sitte uns auch trennen— Vereint sind die Geister, die keine Grenzen kennen!" 6,00. Mörsenbroich L. 712 7,20. Eisenach v. K. u. M. 3,00. Michelstadt d. Uhrich 3,00. Dessau d. Meissner 15,00. Gerstendorf auf L. 255 5,10; do. 256 7,00. Leipzig L. 893 3,10; do. 900 5,10; do. 907 12,45; do. 895 5,00; do. 2729 4,70. Lübeck d. Steffen 1. Rate 33,12. Eislingen b. Göpp. 5,00. Goldlauter L. 1504 3,95. Altenhilgen v. mehr. Gen. 3,00. Konstanz d. Krüger 10,00. Eßlingen d. Mangold(Wette mit e.„Volksparteiler") 10,00. Stuttgart d. Kunz a. L. 4728 6,80; do. 961 2,12; do. 962: 3,28; do. 963 2,90; do. 96? 5,00; do. 1307 4,00; do. 1301 3,95. Betzingen L. 1384 7,10. Ludwigshafen L. 616 22,30. Budapest d. die„Arbeiterwochenchronik" 52,36. Calbe a. S. L. 803 7,25. Lesum(aus dem 18. hannov. Wahlkreis:„Trotz alledem") 5,15. Th. P. A. 15,00. Delmenhorst L. 2182 5,45; do. 2183 3,10. Wolfenbüttel L. 2934 u. 2935 6,65. Sachsenhausen d. Grimm 12,00. Griesheim v. Parteigenossen 20,00. Augsburg v. Stolberg u. Gen. 15,00. Schwäb.-Gmünd durch Kachel 25,15. Achim L. 707 4,10; do. 709 30,40. Verden d. Freudiger 2. Rate 34,80. Spremberg L. 1393 9,55; do. 1394 (1. Rate) 3,45. Paris L. 15(1. Rate) d. Hirsch 10,60; do. Ertrag e. Concerts(1. Rate) derselbe 29,40. Wormditt v. Genossen 10,00. Pforzheim Listensammlung d. Ficker 33,50. München v. M. R. A. 10,00. Basel v. deutsch. Verein 65,60. Herford 20,00. Aussig v. A.B. 3,40. Augsburg d. Endres L. 863 7,40; do. 864 6,60; do. L. 865 2,80; do. L. 866 10,30; do. L. 5105 5,10; do. L. 862 2,00; do. L. 4 v. A. V. H. 6,30; do. L. 1543 6,65; do. L. 5106 5,20; do. L. 4, davon v. M. 1,00, v. K. G. 2,00, 4,10. Göppingen d. A. 5,00. H. B. i. H. 86,50. Mainz v. M. d. Blos 5,00. (Fortsetzung folgt.) Briefkasten der Redaktion. R. Sch. Königsberg: Brief erhalten. der Expedition: Jos Ullbrch, Reichenberg: Das Verlangte kostet M. 1v,8v. Sendung an M. Zitt. F. Petersen, Paris, wird um seine Adresse gebeten. Traugott Böttcher, Gera Reuß j. L. Quittung. Mr Stade Ab. 3,00. Mkns Düsseldorf Ab. 9,40. Ufrt Weimar Ab. 25,00. Ntzsch Newyork Ab. 126,13. Hrmghs St. Louis Ab. 42,04 u. 63,09. Flr ISchwäb.-Gmünd Ab. 6,00. Schrmr Lübeck Ab. 5,50. Hrttch Hof Ab. 6,70. Brnng Delitzsch Ab. 2,80. Strssl Paris Ab. 3,00. Prbstl München Ab. 50,00. Elr Temesmar Ab. 1,58. Bhm Wiesbaden Ann. 1,25. Lng Crimmitschau Ann. 1,80. Stcklbrg Bordeaux Ab. 9,09. Mllr Verden Ab. 11,20, Gr Osnabrück Ab. 27,60. Brn Graz Schr. 42,11. Ptzwsk Wollin Ab. 3,60. Mgns Mainz Schr. 0,69. Bmgrtnr München Schr. 0,95. Bckr Andreasberg Schr. 1,00. Lchtnstgr Lechhausen Schr. 0,30. Wlk Ronsdorf Schr. 4,50. Ftzk Elrichsdorf Schr. 2,54. Zblsk Groß-Umstadt Schr. 1,20. Clmnt Seifhennersdorf Schr. 3,10. Krs Pest Schr. 5,00. Wll Edcs- heim Schr. 0,50. Mllr Celle Schr. 1,35. Brnds Göttingen Schr. 21,00. Fonds für Gemaßregelte. Von P. Wollin 0,40. Ein wegen seiner Thätigkeit als Vorstandsmitglied eines sozialisti- schen Vereins gemaßregelter solider tüchtiger Schriftsetzer, welcher seine arme kranke Mutter zu unterstützen hat, sucht baldigst Condidition Offerten unter A. S. chx 13 vermittelt die Exped. d.„Vorwärts",[o-tri Olstlmflni Arberter-Berem. �iivUlvU* Donnerstag, den 29. August, Abends 8>/z Uhr, in Burmeisters Salon(1 Treppe):(0,80 Mitglieder-Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl des Borstandes. Am Eingange ist die Mitgliedskarte vorzuzeigen. F. Heerh.ld. Bon Klemich's Schriften sind gegenwärtig nur noch folgende vorräthig und durch Frau Eugenie Klemich in Dresden zu beziehen: ! II. III. IV. Central- Wahlcomite der sozial. Arbeiterpartei. Oeffmtliche Quittung. Diese Quittung enthält alle Zahlungen vom 22. Juni bis 21. August 1878. s) Wahlfond. Althabcndorf mehrere Parteigen. d. Schwarz 4,00. Karls ruhe Liste 571 10,50. Bracke v. Ungen. 1,00. Tönning durch Lange 8,50. Göppingen d. A. 5,00. Königsberg v. N. u. I;. 5,00; do. v. dens. zweite Spende 5,00. Mannheim d. Drees- Lehrbuch der deutschen dach v. einem alt. Parteigenossen„Hoch die Sozialdemokratie"! 100,00. Herdecke L. 1709 d. B. 18,10. Berlin d. Baumann 8,00. Königsberg d. Schmidt 50,00. Rheda L. 1363 u. 1364 15,00. Neuruppin L. 126 6,20. Zittau d. Renke 6,20. Pirna d. Wimmer 6,00. Brunndöbra L. 4691 7,70. Osnabrück v. d. Pionieren 75,39. Oybin v. Scholz„Muthig und frei, der Wahrheit getreu" 15,00. Leopoldshall d. Hartmann 5,00. Einbeck L. 306 7,20; do. 307 6,20. Eilenburg v. Sozialisten 17,00. Limmer L. 75, 76, 77 19,00. Osnabrück d. C. N. 70,00. Flensburg d. Drents auf L. 691 10,30; do. 692 9,55; Mark. Die EntWickelung des Menschengeistes..... 0,30 Der Egoismus......... 0,30 Aristoteles.......... 0,30 Der Nationalitätsdünkel........ 0,20 Das Genossenschaftswesen(v. Most)..... 0,10 Wie Du sein sollst......... 0,20 Ein bischen Nächstenliebe....... 0,10 Lehre und Leben Spinoza's....... 0,25 Katechismus der Lehre von den Menschenpflichten... 0,75 Talente und Anlagen........ 0,50 lieber Beweise vom Dasein Gottes(von Stachelhausen).. 0,20 Der achtzehnte März(von Kayser)..... 9,10 Eine Grabrede(von Eugenie Klemich)..... 0,30 (Bon den übrigen in den„Bl. f. g. F." öfters angezeigten Bro- schüren sind nur noch kleine Restauflagen vorhanden, die aber auf Wunsch ebenfalls abgegeben werden.) Ferner: Blätter für geistigen FortschriM: I. Band broschürt........ 3,00 gebunden........ 3,75 „ brofchürt........ 2,00 gebunden........ 2,75 „ broschürt........ 3,60 gebunden........ 4,60 „ lose......... 4,00 gebunden••___•,...... 5,00 „(halber Jahrgang 1878) lo;e.... 2,00 Endlich folgende Lehrbücher- Sprache...... 1,40 Ortografie...... 1,20 Interpunktion....... 1,20 einfachen Buchführung..... 2,00 doppelten Buchführung..... 2,00 einfachen und doppelten Buchführung... 3,50 Wechselkunde....... 3,00 tandel-Kcrrespondenz..... 4,20 aligrafie(mit vorstehendem verbunden).. 4,20 Rechenkunst....... 2,50 Terminologie(geb.)...... 1.20 Waarenkunde....... 0,20 ganzen Handelswissenschast do. 693 16,15; do. 694 6,20; do. 695 23,40; do. 2611 5,80�; Katechismus der Buchführung aller Systeme do. 2612 2,20; do. 2613 20,50; do. 2614 7,70; do. 2615' 18,05. Leipzig durch Nebel(Expedition der„Fackel") 87,81. Frankenthal d. Frank 19,00. Heide v. P. 5,00; do. v. B. 20,00. Sühlen L. 1374 1,00.; Lemgo d. Strothmann 8,60. Reichen- berg i. B. v. Sozialisten aus Kratzau 35,00. Schönberg durch Hübsch 10,05. Zürich v. Smökklub d. deutsch. Vereins 12,00. Gelsenkirchen N. N. 30,00. Niederplanitz L. 3076 1,10; do. 3075 5,35; do. 307? 2,05. Schönberg d. Grevsmühl 20,00. Stuttgart v. Tapp 10,00. Kalk d. Eckerdt 9,80. Schwäb.-Hall d. Schwend 32,65. Nobitz„Vorwärts" 8,00. Lechhausen d. Stilistik, Verslehre ic. Münzentabelle..... Universallalender..... Uebungshefte zur einfachen Buchführung. „„ doppelten Buchführung Lehrbuch des Schachspiels(für Anfänger) (Schachmeister) 20,50 2,20 2,70 0,20 0,25 6,00 7,50 1,10 3,20 Verantwortlicher Redakteur: Franz Gutzlaff>n Leipzig. Redaktion und Erpedition Färberstr. 12. II. in Leipzig. Druck und Verlag der Aenoff-nschastsbuchdruckere, in Leipzig.