Erscheint in Leipzig «tittwoch, Freitag, Sonntag. AboitnementspreiS fär ganz D-utichiand 1 M, KS Bs. Pro Quartal. MouatS- Abonnement» Serben bei allen deutschen Postanftalten sars den 2. und 3. Monat, und auf den I Monat besonder» angenommen: im gxlntgr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- glltenburg auch aus den tten Monat de» Quartal» � 54 Psg. Inserate »etr.«ersammlungen pr. Pctitzetle 10 Ps., Setr. Prioatangelegmheiten und Feste pro Petitzeile Sll Ps. o NU ärts VesteUungen nehmen an alle Postanstalten und Buch- Handlungen des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Neto-Uorl: Soz.-demorr. Genossen- schastsbuchdruckcre,, 154 Eldridge Str. Philadelphia: P. Haß, S!)» Kortb Zra Street. 3. Boll, 1129 Charlotte Str. ftobolen If. J-: F. A. Sorge, 215 Vasd- Str. Chicago: A. Lanfermann, 74 C\yh(mTne� San Franzisco: F. Entz, 418 O'Earreli Str. London IV.: S~ Henze, 8 New Sölden Square. Genlrat Zrgan der Sozialdemokratie Deutschlands. Nr. 105. Freitag, 6. September. 1878. Gedanken über unsere zukünftige Agitation. (Aus Schwaben.) Die verschiedensten Vorschläge über Agitation find an dieser Stelle schon von Parteigenossen gemacht worden, und wenige find bis heute realisirt; auch Schreiber dieser Zeilen tritt mit einem Vorschlage vor die Parteigenossen und ersucht sie um nähere Prüfung und, wenn die Zeit und Umstände es erlauben, auch um nähere Besprechung. Vielen Genofien wird mein Vor- schlag kein neuer sein; das aber wird doch zugegeben werden müssen, daß diese Art Agitation selbst bei vollständigem Durchdringen des„Sozialistengesetzes- noch betrieben werden könnte und zwar ohne die Agitatoren zur Strafe zu ziehen, deshalb: Weil man selbst außerhalb Nürnbergs keinen hängt, den man nicht hat. Doch zur Sache selbst. Wie Jedem bekannt ist, expedirt die Post Streifbänder bis zu 50 Gramm Gewicht für 3 Pf. In ein solches Streifband lassen sich 3 Exemplare„Vorwärts" oder 1 Exemplar„Nieder mit den Sozialdemokraten" und 1 Exemplar „Vorwärts", oder irgend ein andres Parteiblatt als Umschlag verpacken. Ich habe im Sozialistengesetz- Entwurf nicht gelesen, daß die Post solche Sendungen nicht expediren darf, und schwerlich dürfte es ihr möglich sein, zumal an größeren Plätzen, sämmtliche auf- gegebenen Streifbänder zu durchstöbern; kann man doch ein erz- reaktionäres Wochenblättle als Umschlag eines sozialdemokratischen Parteiblatts verwenden. Die„Aufmerksamkeit" wird mehr ab- gelenkt und die beiden oder das Kleeblatt von Zeitungen im Streifband machen ganz friedlich zusammen ihre bestimmte Wan- derung. Nicht wenige Parteigenossen sind im Punkt der Agitation lahm gelegt, zumal gegenwärtig; und doch, wer riecht das, wenn ein solcher„Petroleur" in seiner Klause 10 Streifband zusammen- pappt und an Personen adressirt, von denen er annimmt, daß noch nicht„Hopfen und Malz" an ihnen verloren sei. Solche 10 Streifbandsendungen kosten inclusive Umschläge, die man mit bei der Post selbst kaust, 33 Pf., das zu verpackende Material wird auch noch zu erhalten sein, selbst beim strengsten Verbot. Können doch nicht alle Packete, die vom Auelande kommen, durchgeschnüffelt werden; der auffallende„Petroleumgeruch" muß eben vom Absender vermieden werden. Jetzt momentan aber ist das Material noch zu haben und zwar verschiedene Broschüren sehr billig. Gedichte wie zum Beispiel Arbeitermarseillaise, Anti- Syllabus:c. ic. ebenfalls sehr billig, dann ältere Nummern des Vorwärts". Mit diesem Material, ein Käsblättchen Umschlag zur Vorsicht, können unsre deutschen Denkerschädel bombardirt werden. Mancher kann auf diese Weise in Kreise unsere Ideen tragen, in welche dieselben sonst keinen Eintritt haben, und was das Beste: diese Gegenstände und Philister- Folterwerkzeuge können von einem x-beliebigen Orte herkommen, so daß der„Gemarterte" sich den Kopf zerbrechen kann darüber, wer denn eigentlich in Köln oder Hamburg oder Danzig oder München seinen Namen weiß und ihm mit solchen„Geschenken" auf den Leib rückt. Und diese Geschenke, weil neu, fremd, werden gelesen und gar noch vielleicht dem Nachbar Zc. ic. gegeben. Der Schreiber dieses hat in diesem Punkte schon einige Erfahrungen und er weiß auch, daß er schon manchen von seinem Vorurtheil auf diese Weise befreit hat— und das ist genug. Jeder Genosse kommt doch jährlich einmal in die Lage, über Land zu fahren oder zu gehen; er opfert so etliche 33 Pf., nimmt eine Anzahl schon lange gelesener Parteiblätter zur Hand, macht eine Partie Kreuzbänder davon, kein Mensch ahnt, daß der Hans oder Kunz der freundliche Geber war, wenn dann von X. oder U. etwas„geschickt" wird. Gefahr ist nicht dabei, und selbst, wenn das Lesen solcher Blätter öffentlich verboten wird, steht nicht neben jedem Adressaten ein Gensdarm oder Polizist. Dazu kommt noch, daß verbotene Früchte erst recht gut schmecken, und ich wette 10 gegen 1, daß etwas Gutes auf solche Weise erreicht wird. Aber auch dann, wenn unsre Prcßerzeugnisse in Zukunft noch hergestellt werden dürfen, ist diese Art Agitation sehr zu empfehlen. Man kommt mit den gleichen Kosten einer Agitation, wie sie jetzt betrieben werden kann, viel weniger in Eonflikt mit den vielfach schlecht instruirten Beamten. Das Ding geht so still, so leise, und es geht doch! Wird dieser Vorschlag, der von kundigeren Leuten, als Schreiber dieses ist, noch näher und eingehender besprochen werden kann, allgemeiner durchgeführt, so werden die Reihen unserer„politisch Jnhaftirten" nicht vermehrt werden— und dennoch wird agitirt. Auf jeden Fall ist Vorsicht besser als Nachsicht. Etwas haben wir sicher zu erwarten in Bezug des Ausnahmegesetzes.— Deswegen wende man sich bei Zeiten dahin, wo Material zu haben ist, und ist es einmal in den Hirnkästen, dann ist es auch vor dem Confisziren sicher. Deswegen: die Hirnkästen; die Hirn- kästen! Auf zum Bombardement! 8. Stimmen der Presse über das Bismarck'sche Ausnahmegesetz. (Fortsetzung.) Wir brachten bereits einen Artikel der conservativen „Deutschen Reichspost" zum Abdruck. Bei dem Interesse, welches die Haltung der ehrlich conservativen�— d. h. nicht unter conservativer Firma reaktionären— Partei erregt, wird man es in der Ordnung finden, wenn wir heute einen zweiten Ar- tikel des nämlichen Blattes mittheileu. Derselbe ist durch einen Artikel der„Kreuzzeitung" veranlaßt, die Ich natürlich, mit einigen Elauseln, für Annahme des Gesetzentwurfs erklärt, und lautet: „Wir haben beim Abdruck des Artikels der„Provinzial- Eorrespondenz" über den„Gesetzentwurf gegen die gemeingefähr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" auch die Bemerkung der„Neuen Preußischen Zeitung"(„Kreuzzeitung') wiedergegeben, daß vorbehaltlich angemessener Verbesserungsvorschläge die con- servativen Fraktionen sich voraussichtlich im Allgemeinen dem Gesetzentwurf gegenüber zustimmend verhalten würden. „Nun sind wir freilich weit entfernt, zu behaupten, daß die „Neue Preußische Zeitung" mit dieser Ansicht Unrecht behalten werde. Aber das kann uns nicht hindern, zu wiederholen, daß wir ein solches Verhalten unserer politischen Freunde als einen schweren Fehler beklagen müßten. W�r haben früher aus bester Quelle berichtet, daß man an entscheidender Stelle nicht daran denke, wirklich mit dem Liberalismus zu brechen und in conser- vative Bahnen einzulenken. War dies schon vor sechs Wochen der Fall, so heute noch viel mehr, wo die Kiflinger VerHand- lungen ohne irgend ein greifbares Resultat geendet haben. Der Kanzler ist auf die Unterstützung der Liberalen angewiesen, da das Centrum in der Opposition bleibt und Deutsch- Conservative, Reichspartei und Treitschke-Gneist keine Majorität bilden. Daher die entgegenkommende Sprache, welche jetzt plötzlich die Re- gierungspresse wieder gegen die Liberalen anschlägt, die sie so heftig angegriffen, und das bereitwillige Echo, welches dieser Uebergang aus äur in moll findet. Die nationalliberale Partei wird bei dem deutschen Sicherheitsgesetze nur bestrebt sein, um mit dem Kanzler zu reden, die„juristische Fa�ade" zu retten, mag im Inneren des Gebäudes es zugehen wie es will. Nun steht aber für alle urtheilsfähigen Conservativen wohl fest, daß alle Repressivmaßregeln gegen die Sozialdemokraten ohne eine positive soziale Reformgesetzgebung ganz aussichtslos sind. Die „Neue Preußische Zeitung" hat in Uebereinstimmung mit uns dieser Ueberzeugung wiederholt Ausdruck gegeben. Es müßte daher schon an sich die Bereitwilligkeit der Regierung zu solchen Reformen constatirt sein, wenn die Conservativen sich bereit finden lassen sollen, für Repressivgesetze zu stimmen. Von dieser Bereitwilligkeit aber verlautet nicht nur nichts, sondern das Geg entheil, denn der Preis jeder Unterstützung der Liberalen gegen die Sozialdemokratie ist die Aufrechthaltung der wirth- schaftlich-sozialen Gesetzgebung, welche uns in die gegenwärtigen Wirren geführt. Was die sogenannte Ordnungspartei, deren Kern die Frei Conservativen mit dem rechten Flügel der National- Liberalen bilden, in Scene setzen will, ist eine matte Nach- ahmung der bonapartistischen Staatsretterei, ein auf deutsche Verhältnisse zugeschnittener Cäsarismus. Eine solche Politik, die nur darauf ausgeht, äußerliche Ruhe herzu- stellen, dagegen nie das Uebel an der Quelle anfaßt, ist aber nie und nimmer conservativ. Man verweist nun sowohl seitens der liberalen Organe als der„Neuen Preußischen Ztg." auf Amendirung des Entwurfes und, wie wir vernehmen, hat allerdings bereits der Justizausschuß des Bundesrathes insofern damit den Anfang gemacht, als er das vorgeschlagene Ausnahme- gericht der Art beseitigt, daß er an die Stelle des Reichsamtes für Vereinswesen und Presse einen Ausschuß des Bundesrathes setzen will. Dies ist insofern von Wichtigkeit, als es zeigt, daß die Regierung ihre Absicht, durch die Veröffentlichung des Eni- wurfes einen Druck auf die Bundesregierungen zur einfachen Annahme zu üben, nicht erreicht hat, es würde den Einzel- staaten durch diese Veränderung auch unstreitig mehr Garantie für eine ihren speziellen Verhältnissen entsprechende Handhabung des Gesetzes geboten. Andererseits aber würde nach der bis- herigen Praxis ein Ausschuß des Bundesraths doch geheim be- rathen und so noch weniger Garantie der richterlichen Un- Parteilichkeit bieten, als eine Behörde, die wenigstens 5 etats- mäßig angestellte Richter als Mitglieder zählen soll. Die Hauptsache aber, der ß 1 mit seiner Kautschukdefinition der�obligatorisch zu verbietenden Vereine und Schriften!, bliebe bestehen. Das Zeitwort„Regieren" würde, wie die „Wespen" witzig sagen, nach Annahme des Ausnahmegesetzes, doch conjugirt werden Ich verbiete, Du confiszirst, Er verhaftet. Wir lösten auf, Ihr schlösset den Verein, Sie wiesen aus, u. s. w., bis zum Participium: Gerettet! Gerichtet! „Wir fragen: können die Conservativen, welche in ihrem Programm ausdrücklich erklärt, daß sie ein volles, gesetzlich gesichertes Maß von Freiheit für das deutsche Volk wollen, ohne irgend eine Garantie positiver Reform in wirthschaftlichen und sozialen Fragen die Hand dazu bieten, ein derartiges Regiment herbeizuführen, das im Vollbesitz der Allmacht sich am wenigsten um die berechtigten Forderungen unserer Partei kümmern würde, während die zerstörenden Kräfte, die sich nicht mehr ans Tages- licht wagen dürften, ihre verderbliche Minirarbeit nur um so energischer in der Tiefe fortsetzen würden?" So die deutsche„Reichspost". � Es läßt sich nicht leugnen, daß sie vom Standpunkt des ehrlichen Conservatismus durchaus korrekt urtheilt. Aber wo sind die ehrlichen Conser- vativen? Wir fürchten, der ehrliche Conservatismus schwebt in der Luft und ist eine utopistische Träumerei. Die sozialistenfeindliche, schon früher von uns citirte Wiener „Neue Freie Presse" äußert sich über das„Sozialistengesetz" in seiner neuesten Fassung, sowie sie vom Bundesrath beliebt worden ist, wie folgt: „Ter deutsche Bundesrath hat das famose Sozialisten- gesetz, zu welchem Preußen neben dem Impulse auch den Ent- wurf geliefert hat, nach längerem Zaudern angenommen. Er hat indessen nicht umhin gekonnt, dem preußischen Elaborate, das alle Freiheit der Presse und des Vereinswesens zu unter- drücken drohte, einige wesentliche Milderungen und Abschwächungen widerfahren zu lassen, um es überhaupt diskutirbar zu machen. Namentlich waren es die Südstaaten, welche sich sträubten, die blanke Reaktion zum Gesetze zu erheben, und ihrem Wider- stände ist es zu danken, daß wenigstens die brutalsten Para- graphe ausgemerzt wurden und insbesondere die Unfehlbarkeit, welche sich in einem neu zu begründenden Reichsamt für Presse und Vereinswesen verkörpern sollte, ein Traum des Fürsten Bismarck geblieben ist. Dieses Reichsamt, das sich unzweifelhaft zu einer Reichs- Censurbehörde ausgewachsen und jedes freie Wort in Sprache und Schrift zum Verbrechen gegen die„Staats- und Gesellschaftsordnung" gestempelt hätte, ist gestorben, bevor es geboren wurde, und wenn auch das Prinzip jäher Gewalt- thätigkeit noch immer in den modifizirten zwemndzwanzig Para- graphen der Gesetzesvorlage gefährlich genug zum Ausdruck kommt, so ist doch immerhin die größere Bürgschaft einer be« sonnenen Handhabung des unseligen Gesetzes voihanden, wenn der Bundesrath anstatt eines all hoc bestellten Jnquisitions- Gerichtes die oberste Instanz in Sachen der„untergrabenen Staats- und Gesellschaftsordnung" bildet. „Auch so bleibt unseres Erachtens das Gesetz noch eine Monstrosität und ein Produkt jener unheilvollen Gesetzmacherei, in welcher die deutschen Legislatoren seit der Neubegründung des Reiches excellirt haben. Die Unklarheiten in den Begriffs- bestimmungen sind darin belassen worden und die drakonischen Strafzumessungen wurden auch von den Juristen des Bundes- rathes nicht gemildert. Auch der Bundesrath hat sich enthalten, in dieser Richtung den Charakter der Ausnahmegesctzgebung mindestens zu betonen, und ob eine Volksvertretung, die es mit ihrem Berufe ernst nimmt, sich bewegen lassen kann, Repressiv- Mahregeln zu billigen, welche ohne begrenzte Wirkungsdauer erlassen und geübt werden sollen, das ist eine Frage, welche man in Berlin sehr gewissenhaft wird prüfen müssen, wenn man nicht die Autorität des Reichstages vollends und für immer preisgeben will... „Finden sich innerhalb der nationalliberalen Partei auch nur 30 tapfere Männer, welche dem Fürsten Bismarck entgegen- zutreten wagen, so ist die Sozialistenvorlage gleich ihrer Vor- gängerin vom 24. Mai geworfen. Freilich darf man nur schüch- tern diesem Glauben sich hingeben, denn auch die nationalliberale Partei ist dahin gekommen, um ihrer politischen Macht willen manchen ihrer Grundsätze zu verleugnen. Es könnte sein, daß die Verhandlung über die Vorlage an die biblische Geschichte vom Untergange Sodomas erinnert, das gerettet werden konnte, wenn auch nur Ein Gerechter sich in der dem Verderben ge- weihten Stadt befunden hätte. Das Gleichniß ist hart, aber nicht zu hart für den Fall, daß das Gesetz zur Annahme ge- langen sollte. Die Unterhandlungen Bismarcks mit dem Nuntius Masella haben klar und deutlich bewiesen, worauf es dem deutschen Reichskanzler ankommt. Mögen sie gescheitert sein oder nicht, das Eine ist gewiß, daß der Liberalismus geopfert werden sollte, um für reakttonäre Wirthschaftspläne Raum zu schaffen. An dem Schicksale des Sozialistengesetzes wird es sich nun herausstellen, ob der deutsche Liberalismus des Looses Werth ist, das ihm bereitet werden soll. Man meint in Berlin, auch auf liberaler Seite etwas gegen die Sozialdemokratie ihiin zu müssen, aber man vergißt, daß man den reaktionären Faktoren nicht minder verhaßt ist, als jene. Es ist ein geringer Trost, daß der drakonischen Vorlage mit dem Reichsamte für Presse und Vereins- Wesen ihr gewaltthätigstes und gefährlichstes Kriterium entzogen ist. Das ganze Machwerk ist eine Gefahr, weil es erstens ein Ausnahmegesetz werden und zweitens in infinitum seine Wirksamkeit behalten soll. Worin besteht denn noch die Initiative eines Volkshauses, seine Autorität und Coordinirung mit den übrigen constitutionellen Faktoren, wenn es nicht dafür sorgen kann, daß die Freiheit in Wort und Schrift unangetastet bleibe, daß Errungenschaften, um die man mehr als zwei Jahrzehnte gekämpft hat, nicht plötzlich wie mit einem Schwämme hinweg- gewischt werden? „Der Bundesrath hat niemals als eine liberale Körperschaft gegolten und dennoch die Kraft gefunden, an der Sozialisten- Vorlage eine einschneidende Veränderung vorzunehmen. Der Reichstag ist berufen, sich von dem Bundesrathe an Freiheits- sinn nicht übertreffen zu lassen. Er darf nicht in schwächlichen Amendements und ausgetüftelten Abmilderungen Bürgschaften für die Freiheit finden wollen, wo es gilt, die Freiheit überhaupt gegen feindliche Mächte zu retten. Ein Abgeordneter hat andere Pflichten, als ein kleinstaatlicher Minister, und ein Gesetz ist durch seinen Geist gefährlich, nicht durch seinen Buchstaben. Der Geist aber, welcher durch diese Sozialisten-Vorlage weht, ist ein Geist der Reaktion. Ihn bekämpfen, heißt das Volk vor Schaden bewahren, ihn annehmen, das Volk unübersehbaren Gefahren preisgeben. Niemals war es angebrachter als in diesem Falle, den parlamentarischen Männern in Berlin ein dringendes und lautes Cavcant consulea zuzurufen. Ihr Votum wird der Frei- heit entweder zum Heile oder zum unberechenbaren Verhängnisse werden." In sonderbarem Widerspruch mit der„Neuen Freien Presse" faßt die Lasker'sche„Autographirte Eorrespondenz" die Ver- werfung des Reichsamtes durch den Bundesrath als eine Ver- schlechterung des Gesetzes auf. Das Reichsamt war wenigstens „die Garantie eines gerichtlichen Verfahrens", wenn auch„nicht in genügender Weise". Diese wunderbare Entdeckung des links- flügeligen Organs des Nationalliberalismus kennzeichnet die„30 tapferen Männer', an deren„Mannesseelen" das Wiener Blatt appellirt.(Fortsetzung folgt.)„ Sozialpolitische Uedersicht. — Das Sedansfest ist, als nationales Fest und als Volksfest, eine Fehlgeburt. Ganz abgesehen von dem un- glücklichen Anlaß krankt es unheilbar an dem tödlichen Umstand, daß es ein Parteifest ist. Politische Nationalfeste sind sehr gut denkbar— wir erinnern an die Volksfeste des klassischen Griechenland, die eminent politischer Natur waren, ober die Politik muß dann auch echt national sein, das gesammte Volk umfasiend, nicht eine afternationale, die sich als einz'g richtige hinstellt, jede andere in Acht und Sann thuend. Ein Fest, das blos national ist im S nne des engherigsten CKauvmismus, des Mords und Procentpatriotismus, kann nur eine künstliche Exi- stenz führen und verschwindet entweder von selbst, oder empfängt einen anderen, edleren Inhalt, sobald die verkehrte Richtung, der es seinen Ursprung verdankt, nicht mehr die her, spende ist. Unser Sedansfest ist und bleibt ein gemachtes Fest— mit dem üblichen, grauenhaft monotonen, wenn auch in die Augen fallenden und geräuschvollen Apparat aller gemachten von oben herab kommand rt-m Feste. Kein Pathos, kein Gepolter vermag etwas an dieser Thatsache zu ändern. Die Herren Cvauvimstrn, Mords- und Procentpatrioten mögen sich noch so sehr anstrengen, von Jahr zu Jahr wird das Sedansfest kläglicher. Und daß es heuer sogar hinter den bescheidensten Erwartungen der „Macher" zurückgeblieben ist, wird von diesen selbst zugestsnden „Mißvergnügen und Pessimismus, stöhnt die„Nationalliberale Corrcspondenz", sind das eigentliche Kennzeichen unserer gegen- wältigen politischen St-mmung.— Es lastet ein eigenthümlicher Druck auf dem nationalen Festtage.— Beängstigende Zeichen der Zeit wollen die freudige Erinnerung an die schöneren Tage deS nationalen Aufschwungs nicht recht auskommen lassen.' Amen! Ueber die„schöneren Tage des nationalen Aufschwungs" ließe sich Mancherlei sagen, doch das würde uns zu weit führen. Warum aber, möchten wir fragen, warum überhaupt solche Feste feiern, wenn die Zeit dafür nicht passend ist? Die Hundert- tausende, welche bei dem hoffnungslosen Versuch, dem deutschen Volk ein nationales Fest, von dem es nichts wissen will, gewalt- sam aufoktroyiren zu wollen, im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert worden sind, hätten sicherlich weit besser verwandt werden können in dieser Zeit des allgemeinen Nothstandes. — Eine freche Verleumdung. In der Böhmert'schen „Soziolcorrespondenz" lesen wir: „Auge um Auge, Zahn um Zahn! Man schreibt uns aus Chemnitz:„Das Schamloseste und Aeußerste, was bisher in der Schürung des Parteibasses geleistet worden ist, hat die Sozialdemokratie von Chemnitz fertig gebracht. Seit einigen Tagen werden hier öffentlich und im Still-n Aufrufe verbreitet, wodurch alle„Freisinnigen"(soll heißen alle Reichs- feinde) aufgefordert werden, ihre Lebensbedürfnisse: Fleisch, Brod, Butter, Kleider u. s. w. nur von denjenigen Händlern zu ent- nehmen, welche auf vorheriges Befragen sich offen zur Partei der Sozialdemokratie bekennen. Man macht also auch den com- merziellen Verkehr zur Parteisache und hofft auf diese Weise einem großen Theile des Chemnitzer Bürgerstandes Furcht ein- zujagen. Da g rade in Chemnitz das Geschäftsleben außer- ordentlich darniederliegt, glaubt man durch einen gesch'ckt an- gelegten Csup die Kleinbürger in die Falle locken zu können. Dem gegenüber hat sich aber sofort die auch in weiteren Kreisen rühmlichst bekannte„Bereinigung reichstreuer Männer" erhoben und den Beschluß gefaßt— wie in früheren Fällen, so auch diesmal— die Gewalt durch eine größere Gewalt niederzuhalten. Die„Bereinigung reichstreuer Männer" in Chemnitz, welche zur Zeil 2000 Mstglieder zählt und die 13,000 Wähler des liberalen Reichstagsabgeordneten Vopel h'nter sich hat, wird es ihren Mitgliedern zur Pflicht machen, alle diejenigen Wirthschastslokale, Vergnügungsorte und V-rkaufsläden zu meiden, welche dae sozialdemokratische Organ halten oder in demselbm inseriren. Der versuchte Schachzug wird daher sehr zu Ungunsten der Um- stürzler ausfallen." So der Böhmert'sche Waschzettel. Die Wahrheit ist: die„reichstreuen Männer" haben seit 8 Wochen in Chemnitz einen Feldzug zur Ausrottung der„Chcm- nitzer Freien Presse" und zur Maßr-getung und zum Ruin j'des sozialistischen Arbeiters, �eschäfrsmanns und Beamten eröffnet und sind dabei mit unerhörter Brutalität zu Werke gegangen, so daß es der ganzen Disziplin unserer braven Caemnitzer Parteigenossen bedurfte, um körperliche Repressalien gegen einige der frechsten dieser Kornblümchenritter zu verhüten. Endlich ist aber unseren Genossen der GevuldSsaden geriss-n: sie vergelten Gleiches mit Gleich.m und bekämpfen den Feind mit feinen eigenen Waffen. Sollen die Sozialisten ihre sauer verdienten „Arbeitergroschm" zu Krämern, Kaufleuten und Wirthen tragen, von denen sie in pöbelhaftester Weise beschimpft werden? Sie müßten verrückc sein. Unsere Gegner merken jetzt, da der Spieß umgedreht ist, nun freilich, daß sie es sind, die dabei den Kürzeren ziehen— d.shalb das furchtbare Zetergeschrei. Doch, das ist für uns blos eine Mahnung, so fortzufahren, bis die Herren Reichslümmel Mores gelernt haben. Wir bedauern, daß es so weit gekommen ist. Jeder Un- parteiische wird uns zugeben, daß nicht wir es find, die den „unblutigen Bürgerkrieg" erklärt haben. Man hat thatsächlich den Kriegszustand g-gen uns proklamirt— gut, so lange der Kriegszustand dauert, werden wir auch Krieg führen! Von unseren Gegnern hängt es ab, wie lange er dauern soll. Wir waschen unsere Hände in Unschuld. — Wiederum ein weißer Rabe. In einem literarischen Streite unseres Kieler Parteiorgans mit der liberalen„Kieler Zeitung", welcher sich darum dreht, ob ein in Kiel bestrafter Mensch, Namens Bock, zur Sozialdemokratie gehöre oder nicht, sagt das liberale Blatt wörtlich: „Die Frage selbst, ob Bock Sozialdemokrat ist oder nicht, scheint uns nicht relevant zu sein, denn wir sind weit davon entfernt, die sozialdemokratische Partei für die Frevelthaten eines Taugenichts verantwortlich zu machen. Die Sozialdemokraten sind so gut unsere Volksgenossen wie die Conservativen und Liberalen, und wir find mit dem Herrn Georg v. Bunsen der Ansicht, daß die Sozialdemokraten in ihrem staatsbür- gerlichen wie Familienleben meist ohne Makel dastehen. Wir halten die Sozialdemokraten in ihrem sittlichen Werthe für nicht besser und nicht schlechter als alle anderen Volksgenossen, und deshalb eben fordern wir für sie das gleiche Recht." Was sagen dazu die„liberalen" Blätter:„Tribüne",„Leip- ziger Tageblatt",„Deutsche Allgemeine Biedermeierin",„Magde- burgische(Mehring) Zeitung",„National-Zeitung" rc.:c.? — Ausdehnung der Haftpflicht auf den landwirth- schaftlichen Maschinenbetrieb fordern die bösen Sozial- demokraten, welche dadurch die heutige Gesellschaftsordnung untergraben. Diese wird nun sehr hübsch illustrirt durch folgenden Bericht: „Paretz, 30. August. Bor einigen Tagen hatte hier ein Arbeiter das Unglück, auf dem Wege von Derben nach Paretz vom Pferde zu stürzen und unter die Räder der Dampf- dreschmaschine zu g rathen. Kaum erfaßt, war er auch schon so übel zugerichtet, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Das Trau- rigste bei dem Unglücksfall ist aber, daß der Mann eine Frau und sechs unerzogene Kinder hinterläßt, die ihren Ernährer verloren haben. Dem Vernehmen nach wird eine Sammlung zum Besten der bedürftigen Hmterbliebenen veranstaltet." Es ist also der heutigen Gesellschaftsordnung entsprechend, daß für die Hinterbliebenen eines Mannes, der im Dienste der Gesellschaft starb, gebettelt wird. Eine„Untergrabung" dieser Gesellschaftsordnung ist es, wenn man verlangt, daß den Hinterbliebenen eine gesetzliche Entschädigung zu Theil werde! — Die„Norddeutsche Allgemeine" und der Meuchel- mord. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" entrüstete sich bekanntlich mit ganz absonderlichen(durch wie viel Reptilien- thaler genährten?) Eifer gegen die böse Sozialdemokratie, die über die Freisprechung der Sassulitsch nicht in Sack und Asche getrauert und hernach den 8 Mark-Revoloer des Lehmann, mit- sammt der Nobiling'schen Büchsflinte„moralisch geladen" habe, und, wenn sie auch öffentlich abläugnen, doch„immer ganz in- wendig" mit dem Meuchelmord sympathifire. Sehr zeitgemäß ist unter diesen Umitänden eine Reminis- cenz, die wir in der Breslauer„Wahrheit" finden: „Es war im Januar 1870, daß ein V-tter des Kaiser Napoleon, Peter Bonaparte, ein viel verrufener Todtschläger, den Redakteur der„Marseillaise", Victor Noir, als dieser ihn in Duellangelegenheiten eines Dritten in Auteuil besuchte meu- chelmörderisch umbrachte. Bonaparte wurde— trotzdem ihn die europäische öffentliche Meinung mit beispielloser Einmüthig- keit verurtheilte— von dem Schwurgerichte zu Tours frei- gesprochen. Gegen diese unerhörte Infamie der Justiz war ganz Europa entrüstet; keine einzige deutsche Zeitung wagte es. für Bonaparte Partei zu ergreifen— mit Ausnahme des Bismarck'schen Organs, der„Norddeutschen Allge- meinen Zeitung". Sie schrieb Ende März 1870 wörtlich Folgendes: „Die Freisprechung deS Prinzen Peter Bonaparte, welche der Telegraph aus Tours gemeldet, darf, wenn man die heftigen Anklagen erwägt, welche aus Anlaß des Vorfalls in Auteuil innerhalb und außerhalb Frankreichs gegen die Napoleonische Familie geschleudert worden sind, als ein Ereigniß von nicht zu unterschätzender politischer Tragweite angesehen werden. Nie- wand, der die seiner Zeit über das Ereigniß selbst veröffent- lichten Darstellungen sowie die Berichte über die gegenwärtigen Verhandlungen des Prozesses mit Aufmerksamkeit gelesen und das Verhalten und die Lage des Angeschuldigten mit der seiner Gegner unparteiisch verglichen hat, wird ein Gefühl von Sym- pathie mit dem Angeklagten und den Wunsch nach Freisprechung desselben haben verleugnen können. Die Geschwornen in Tours haben diesem Gefühl Ausdruck ge- geben, indem sie die Frage, ob der Angeklagte des TodtfchlagS schuldig sei, verneinten. Die Geschwornen haben also die Ab- ficht der Tödtung, welche bei dem Begriff Todtschlag voraus- gesetzt wird, in Abrede gestellt." (Diesen Artikel hat beiläufig das„Leipziger Tageblatt" am 30. März 1870 abgedruckt, ohne auch nur ein Wort des Tadels gegen das Leiborgan des deutschen Abgottes zu haben.) Der Leser wird mit Leichtigkeit die vielen Unterschiede, die zwischen den beiden Fällen von Petersburg obwalten, hervor- finden. In Paris war der Mörder ein altberüchtigtcs mnnvms sujot, in Petersburg die Attentäterin eine makellose Person; in Paris war das Motiv des Meuchelmordes bonapartistische Bestia- lität, die sich an einem völlig unschuldigen Objekte, dem Frie- densschlichter in der Bagatellstreitsache, vergriff; in Petersburg war der leitende Beweggrund für die That: die Sühne zahl- loser Verbrechen, begangen am ganzen russischen Volke, und endlich gehörte der Pariser Ermordete zu den Lieblingen des Pariser Volkes, während der Petersburger Attentatus dem rusfi- schen Volke als Typus des Scheusals gilt. Freilich Ende März 1870 waren wir noch der bonaparti- schen„Majestät guter Bruder." — Das Ausnahmegesetz wirft seine Schatten schon voraus. Der Redakteur der liberalen„Schleswig'schen Zei- tung", Dr. G. Dill, ist wegen Beleidigung des preußischen Staatsministeriums zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt worden!— Drei Monate Gefängniß erhielt der Redakteur der fortschrittlichen„Ostdeutschen Zeitung" in Posen wegen Beleidigung des Kronprinzen von Preußen.—„Wenn so etwa? am grünen Holze geschieht, wie soll's am dürren werden!" — Die Schweiz entschweizert sich immer mehr. Wieder ein Fetzen des Asylrechts ist dem reaktionären Europa geopfert worden. Aus Bern(vom 28. August) schreibt man der„Tribüne":„Auf eingegangene Beschwerde über Zunahme der Deserteurs aus andern Staaten hat der Bundesrath an sämmtliche eidgenössische Stände ein sehr interessantes und die Bürgerpflicht jedes Mannes richtig kennzeichnendes Kreisschreiben erlassen, in welchem auch folgende Stelle vorkommt:„Bor allem können wir diejenigen Fremden, welche ihre Heimath verlassen, um sich der Militärpflicht zu entziehen, nicht als politische Flüchtlinge anerkennen. Es ist dies gegenwärtig um so weniger möglich, als jetzt in fast allen Nachbarstaaten der Mi- litärdienst zur allgemeinen Bürgerpflicht geworden ist. Diejenigen Individuen, welche sich der Erfüllung dieser Bürgerpflicht ent- ziehen wollen, können daher nicht erwarten, daß sie in der Schweiz in ihrem Vorhaben, die Gesetze ihres Heimathstaates zu umgehen, Unterstützung finden. Die Kantone sind deshalb in keiner Weise verpflichtet, solche Leute aufzunehmen und ihnen Aufenthalt zu gewähren. Dieselben find vielmehr zu ermahnen und aufzufordern, freiwillig zurückzukehren. Würde diese Mahnung nicht entsprochen, so sind die Cantone vollkommen berechtigt, diese Leute einfach an die Grenze zurückzu- weisen."— Das heißt auszuliefern. Des Danks aller An- beter des Molochs Militarismus darf die„freie Schweiz" ebenso sicher sein, als der— entgegengesetzten Gefühle seiner Opfer! — Aus Halberstadt wird mitgetheilt: Der verantwortliche Redakteur der„Halberstadter Freien Zeiwng", A.Kruhl, welcher vor ca. 2 Monaten wegen Preßvergehen mit 12'/- Monat Ge- fänqniß bestraft worden, sich aber dieser Strafe durch die Flucht nach der Schweiz entzogen hatte, hat sich am 31. August, seinem in der von uns gebrachten„Flüchtlingsbetrachtung" gegebenen Versprechen gemäß, zur„Verbüßung" seiner Strafe freiwillig in Halberstadt dem Gerichte gestellt. Die Sprache unserer Presse. (Eingesandt.) Unsere Feinde und noch mehr unsere„Freunde" erbittern sich stets über die für ihre zartfühlenden Nerven zu derbe Sprache unserer Redakteure. Es ist daher wohl angebracht, ihnen mit- zutyeilen(denn sie scheinen keine Ahnung davon zu haben), wie sich einer der größten politischen Schriftsteller der Deutschen, Ludwig Börne, über diesen Gegenstand ausgesprochen. Sie mögen die„Briefe aus Paris zur Hand nehmen; dort ist in Nr. 73 der 1l. Abtheilung(datirt den 2. Februar 1832) das Folgende zu lesen: „Die ministeriellen Blätter, die Hofzeitungen, warum schreiben sie denn so plump, warum schimpfen sie so pöbelhaft auf die Verthe'diger der Freiheit? Glauben Sie, weil sie nicht fein zu sein verstehen? O nein! Sie verstehen es nur zu gut. Wenn sie einen Streit unter sich haben, Hof gegen Hof, Fürst gegen Fürst, Macht gegen Macht, dann kocht selbst ihr heftigster Zorn me so stark über, daß der trübe Schaum der Wutb zum Vor- schein käme. Haß im Herzen, haben sie die liebevollsten Worte auf den Lippen und mit der ausgesuchtesten Höfl chkeit stoßen sie dem Feinde ein schönes Schwert in die Brust. Wo es aber darauf ankommt, die Freiheit nieder zu reden, da wo die öffent- liche Meinung, die Menge entscheidet, sind sie grob und plump, um auf die grobe, plumpe und gedankenlose Menge zu wirken, die in allen Ständen, vom Hofmanne bis zum Bauer, die Mehrzahl bildet. Was sie gegen uns, sollten wir gegen sie thun. Seit 15 Jahren hat die Freiheit den Sieg, den sie siebenmal errungen, siebenmal wieder verloren, weil sie zu mäßig war, wie in ihren Handlungen, so in ihren Reden. Die Völker glauben noch nicht f-st genug an ihr eigenes Recht und daß sie allem alles Recht besitzen. Sie kennen noch nicht genug ihre eigene Macht und daß Keiner Macht hat neben ihnen. Sie wissen noch nicht genug, daß die Welt ihnen allein gehört und Königen nicht der kleinste Theil davon, der sich weiter erstreckte als thr väterliches Erbe, und daß sie darum von allem, was sie wollen und was sie thun, Keinem Rechenschaft zu geben haben als Gott allein. Darum, weil sie das nicht wissen, ihr Recht und ihre Macht nicht kennen, wollen die Völker in den Augen ihrer Fürsten gut und billig erscheinen, rechtfertigen sich, statt Recht- fertigung zu begehren, fordern, wo sie nehmen sollten, fordern nicht alles, was ihnen gebührt, und fordern es mit so leisen, höflichen Worten, daß man sich anstellt, die Hälfte nicht ver standen zu haben, und die verstandene Hälfte abzuschlagen den Muth bekommt; das muß anders werden. Keine Schonung mehr, nicht im Handeln, nicht im Reden. Liegt die Freiheit hinter einem Meere von Blut— wir holen sie; liegt sie tief im Kothe versenkt, wir holen sie auch. Darum siegt die Bos- heit überall, darum wissen Dummheit und Gemeinheit immer den Vorsprung zu gewinnen, weil sie den kürzesten Weg zum Ziele nevmen, unbekümmert, ob er rein sei oder schmutzig. Sie hält die Reinlichkeit nicht ab, sie gebrauchen selbst unedle Mittel, wenn etwas Schlechtes dadurch zu erreich m, und wir sollten den Koth meiden, auch wenn er zum Guten führt? Wir suchen reinliche Umwege, verlieren die Zeit und Alles; denn, wo wir auch den Feind einholen, immer finden wir ihn im Schlamme, den wir früher oder später durchwaten müssen, wollen wir siegen für das Recht. Was Andere thun für die Tyrannei, warum sollen wir eS nicht für die Freiheit thun? Schwert gegen Schwert, List gegen List, Koih gegen Koth, Hundegebell gegen Hundegcb-ll. Heine sagt: auch die Freiheit müsse ihre Jesuiten haben; ich sage das auch. Aber nicdt das allein, die Freiheit muß Alles haben, was im Lager der Tyrannei zu finden, Stück- knechte, Rothmäntel, Baschkiren, Marodeurs, Paukenschläger und Troßbuben. Lernen wir begreifen, daß die Tyrannen nur solche Waffen fürchten, die sie selbst gebrauchen. Darum der List ja keine Offenheit, dem Laster keine Tugend, der Frechheit keine Milde, der Plumpheit keinen Anstand ge- genüber. „Ist es wie in den großen Kämpfen dieser Zeit, wo Macht gegen Macht streitet, nicht auch in den kleinen Kämpfen aller Zeiten, wo jeder Mensch für sein besonderes Leben gegen das andere besondere Leben kämpft? Siegt nicht immer der Dumme über den Weisen, der Bösewicht über den edlen Mann? Das geschieht, weil die edlen Menschen den Sieg mit dem Kampfe, die Beute mit der Waffe verwechseln und mit Recht für das Recht streiten. Nur mit Unrecht gewinnt man das Recht; denn man kann selbst im Kampfe für die Wahrheit die Söldlinge nicht entbehren, und diese bezahlt man mit Tugend nicht. „Lesen Sie Rousseau. Es gab keinen Menschen, der das Gute mehr geliebt, das Schlechte mehr gehaßt, als er. Er kämpfte sein ganzes Leben für Freiheit und Recht, und warum wurde er so verkannt? Warum war sein Leben so voll Schmach und Roth? Er verspottete die Gemeinheit und war gutmüthig gegen die Gemeinen; er bekämpfte den Trug und lebte in Frieden mit allen Betrügern; er verfolgte alles Schlechte und schonte die Schlechten. Ueber die Sache verschwand ihm der Mensch; er liebte das Gute und verstand die Guten nicht zu lieben; aber man muß Feinde haben, um Freunde zu finden; man muß hassen, um lieben zu können. Rousseau haßte und liebte Keinen, darum stand er allein; er verschonte �zeden, darum wurde er nicht verschont; er verfolgte Keinen, darum wurde er von Allen verfolgt. Gott und Welt, Himmel und Erde vertheidigte er, aber sich selbst wußte er nicht zu vertheidigen. Das schien ihm schnöder Lohn für freien Liebesdienst, und den ver- schmähte er. Darum ging er zu Grunde. Alle Blitze seiner Beredsamkeit gebrauchte er für Andere; für sich selbst war er webrlos und stumm. Einmal sagt er in seinen Bekenntnissen: „Hätte ich meine Kraft brauchen wollen gegen meine Feinde, ich hätte gewiß die Lacher auf meiner Seite gehabt." „Ich habe mir das gemerkt. Die Lacher will ich auf meine Seite ziehen; die Lacher, die gutes Herz und gute Fäuste haben, und nicht die feinen Lächler, die, ob sie wohl tausend- mal mir Recht geben, doch tausendmal mich todtschlagen ließen, ohne die Hand für mich aufzuheben, aber mir immerfort Recht geben und immerfort lächeln würden. Göttliche Grobheit! vor dir falle ich nieder!"— So der berühmte Apostel der Freiheit, Ludwig Börne, dem gewiß Niemand Mangel an Milde und Menschenliebe vorwerfen kann. Beherzigen wir seine Worte, lassen wir alle Centimen- talitäten bei Seite, reden wir so, daß kein König je von uns sagen kann: Meine Feinde sind feig gewesen! i— Geld, der beste Tröster. Wie viel der herrschenden Gesellschaft an dem Wohl und Wehe der Arbeiter gelegen ist, zeigt folgende dem„Wittener Anzeiger" entnommene lakonische Notiz, die an Cynismus und Rohheit alles bisher Dagewesene �übertrifft:„Ueckendorf, 22. August. Gestern Mittag gegen 12 Corresponoenze«» Jheho«, 29. August. Das hiesige Kreisgericht verurtheilte in der gestrigen Sitzung einen Landmann aus Breitenberg wegen Majestälsbet-idigung zu einem Jahr Gefängniß. Der Wer- urtheilte, Bater von acht Kindern und ein ruhiger, doch geistig etwas beschränkter Mann, soll sich der Schwere seines Vergeh ns nicht bewußt gewesen sein, als er die mkriminirte Aeußerung gethan hat, was auch daraus hervorgeht, daß er dem Denun- cianten, einem Arbeiter, welcher ihm brieflich für sein Still- schweigen vier Thaler abforderte, wie wir hören, das G�ld ab- schlug. Der Erpresiungsversuch des Denuncianten wird wahr- scheinlich nicht unbestraft bleiben. Aresta«, 31. August. Am heutigen Tage begaben sich einige Genossen in aller Frühe zu Lassalle's Grab, legten auf dasselbe einen Lorbeerkranz mit entsprechender Inschrift und gingen dann still ihrer Wege. Es wurde diesmal von einer öffentlichen Feier des Tages Abstand genommen.— Als haarsträubende Neuigkeit kann ich Ihnen melden, daß Genosse Keller von der österreichischen Regierung an die diesseitige ausgeliefert worden, und zwar nach einem Vertrage, welchen die deutschen Bundes- regierungen im Jahre 18S4 über die Auslieferung politischer Verbrecher unter sich abgeschlossen. Da nun ein Deutscher Bund zu eristiren aufgehört und Oesterreich speciell aus Deutschland herausgedrängt, so sollte man glauben, daß auch die Verträge ihre Giltigkeit verloren; indeß scheint man einem Sozialisten gegenüber sich über Schonung und Gerechtigkeit keine Skrupel zu machen. Keller wurde unter militärischer Eskorte von Wien, wo er einige Wochen in Untersuchungshaft gesessen, über die Grenze gebracht und der preußischen Polizei übergeben, dann hierher gebracht, wo er schwer krank angekommen. Ob der Arme die Freiheit noch einmal wiedersehen wird, ist schr fraglich.— Wie in Berlin so auch hier in Breslau rücken nicht alle Truppen zum Manöver aus, sondern bleiben einige Bataillone hier, um die bösen Sozialdemokraten im Zaume zu halten, denn wie das böse Gewissen unserer Bourgeo sie eingeflüstert, wollen die Rothen in kurzer Zeit die Commune proklamiren. Kamburg, 30. August. Ter hiesige Gastwirth M. H. Tempel war in Aurrch wegen Majestätsbelerdigung angeklagt worden. Ueber den Prozeß berichtet die fortschrittliche„Reform":„Dem p. Tempel wurde zur Last gelegt, daß er im Dezember vorigen JahreS, während er seinem Bruder, dem Kaufmann Tempel im Bunde, einen Besuch abgestattet, daselbst in einer Wirthschaft sich höchst unehrerbietiger und beleidigender Aeußerungen über den Kaiser bedient habe. Tempel war, seiner Aussage nach, von dieser Anklage auf das Höchste überrascht, zumal er sich im Winter vorigen Jahres gar nicht im Bunde befunden habe. Dagegen sei er im August des verwichenen Jahres dort gewesen, woraus ersichtlich, daß die Anklage auf schwankenden Füßen stehe. Er selbst wisse von den ihm zur Last gelegten Aeußerungen gar Nichts, müsse diese also schon, wenn er sich überhaupt ihrer schuldig gemacht, im Zustande der Trunkenheit, der Unzurechnungs- fähigkeit gethan haben. Am letzten Mittwoch kam nun die An- gelegenheit in Aurich zur gerichtlichen Verhandlung. Tempel, Welcher persönlich erschien-n war, vertheidigte sich in der an- gegebenen Weise; die vorgeladenen Zeugen, die Landwirlhe Junker und Grünefeld von Bunderhee, gaben an, sie könnten sich zwar auf den Zeitpunkt des fraglichen Vorfalles nicht besinnen, wüßten also nicht, ob es im August oder im Dezember sich ereignet habe, in der letzten Hälfte des vorigen Jahres aber sei es ge- Wesen. Mit Bestimmtheit erinnerten sie sich dagegen, die in Rede stehenden Aeußerungen von dem Angeklagten vernommen zu haben. Vom Gerichtshof wurde der Angeklagte des ihm zur Last gelegten Vergehens für schuldig befunden und zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahr und 6 Monat verurtheilt, zugleich die Verhaftung ausgesprochen und Tempel in Folge dessen sofort in's Gefängniß abgeführt.— Bemerkenswerth ist an dieser Affaire vor Allem die Zeit, welcher die ihr zu Grunde liegende Thatsache angehört. Fast ein volles Jahr hat vergehen können, bevor irgend Jemand durch die d.m auf alle Fälle unglücklichen Manne zur Last gelegten Aeußerungen sich m fernem„Patno- tismus" dermaßen verletzt fühlte, um gegen denselben eine Klage zu erheben. Erst nach dem zweiten Attentat auf den Kaiser, als das Denunziantenfieber zum Ausbruch gekommen, griff man auf jenen Vorfall zurück, um das„Vaterland zu retten". Der unglückliche Mann aber wird auf anderthalb Jahre seiner Familie und seinem Geschäft entrissen, er hat anderthalb Jahre im Ge- fängniß zu verbringen und das um Aeußerungen willen, die ihm im Rausche entschlüpft waren und die er vielleicht schon am nächsten Morgen, nachdem der Schlaf ihn entnüchtcrt, gründlich vergessen hatte! Die Geschichte der Majestätsbeleidungsprozesse, Uhr verunglückte auf Zeche„Alma" der hier wohnhafte Berg- mann Hermann Klose. Der Verunglückte war bei der Lebens- und Unfall-Versicherungs- Gesellschaft„Prometheus" in Berlin mit 1500 Mark versichert, welcher Betrag der Wittwe mit ihren Kindern gut zu Statten kommen wird."— Kein Wort über den Schmerz der Wittwe, die den Gatten verloren hat! Was brauchen Arbeiterkinder einen Bater? Die Wittwe erhält 1500 Mark, damit ist Alles aufgewogen und in's Gleiche gebracht. — Beklagenswerthes Unglück. Die liberalen Blätter schreiben aus Antonienhütte(Oberschlcsien) vom 28. August: „Auf der hiesigen Graf Hugo Henckel v. Donnersmarck'schen Steinkohlengrube Gottessegen ereignete sich gestern ein beklagens- werthes Unglück durch Explosion zweier Dampfkessel, bei welchem neben mehreren schweren und l ichten Körperverletzungen drei Menschenleben, soweit bis jetzt ermittelt ist, zu beklagen sind. Das Unglück ist wahrscheinlich, wie die meisten Kessel- explofionen, dadurch herbeigeführt worden, daß der Kesselwärter das Wasser im Dampskesset zu sehr hat auskochen lassen, wobei sich der mehr und mehr wasserleere Kessel zu sehr erhitzte und alsdann dem so erhitzten Kessel rasch Wasser zuführte, wodurch sich Plötzlich eine so große Menge Dampf entwickelte, daß solchen das Sicherheitsventil abzuführen außer Stande war, und so die übergroße Dampsmenge die Zerreißung der Kessel herbeiführte." — Der arme Kesselwärter! Sollte der Herr Fabrikinspektor der dortigen Gegend nicht auch die Pflicht haben, sein Augen- merk auf alte, abgenutzte Dampfkessel, welche die Fabrikanten ersparnißhalber nicht durch neue ersetzen wollen, zu richten? Vielleicht kämen dann nicht mehr so viele Kesselerplosionen durch das„Verschulden des Kesselwärters" vor. — Schöne Aussichten. Man schreibt dem„Frankfurter Journal" aus Köln, 29. August:„Die Hoffnung, Handel und Wandel würden in diesem Jahre einen Umschwung zum Besseren nehmen, realifirt sich leider nicht; die Jahresberichte der Han- delskammern sprechen sogar von Verschärfung der beklagens- werthen Verhältnisse. In Westfalen scheint es schlimmer zu sein, wie am Rhein, denn während der öffentliche Anzeiger unseres Regierungsbezirks 18 Subhastationen in dieser Woche verzeichnet, bringt der für Arnsberg 38 noth oendige Verkäufe." welche nach dem Attentate Nobiling's wie Pilze emporschießen, ist hierm-t um einen drastischen Fall bereichert." -p- Aertin, 9. Aug. Seit langer Zeit versprach ich Ihnen einen Berliner Brief, doch theils sind Sie mit dem Stoffe wie immer im Voriprung. theils giebt es soviel mitzutheilen, daß ich ganze Ballen Papier verschreiben müßte, um nur einen Theil des Wissenswerthen in Ihre Hände gelangen zu lassen. Die Berliner Parteigenossen sind mit Recht stolz darauf, im 4. Wahlkreise gesiegt zu haben, und wenn nicht alle Anzeichen trügen, so werden wir die Scharte im 6. Wahlkreise bei der Annullirung der Klotz'schen Wahl sicher auswetzen— denn, daß die Wahl des Herrn Klotz annullirt werden muß, erscheint allen Denen, die den Wahlprotest gelesen haben, zweifellos. Der Reichstag würde sich unsterblich blamiren, wenn er auf die mit Beweisen unterstützten Thatsachen nicht Herrn Klotz, wie s. Zt. unserem Hasenclever die Pforten des„Paradieses" verschlösse.*) Von den bei den Wahlen im 4. Wahlkreise vorgekommenen geheimen und offenen Beeinflussungen der Wähler kann sich nur der einen Begriff machen, der gegen 5—6 Uhr die Wahllokale durchzog. Doch wozu sich von Neuem über die Schamlosigkeit der „demokratischen" Krebse ärgern. Wir siegten trotz alledem und damit basta. Daß es an einer Reihe ergötzlicher Scenen nicht fehlte, liegt auf der flachen Hand. Die jämmerliche Wahlzettelpocsie über- gehe ich, so etwas sollte jede Zeitung ohne Weiteres todtschweigen, damit der Esel, der seine Stimme, wie der Berliner sagt,„ver- manscht", nicht noch das Vergnügen hat, seinen größtentheilS jämmerlichen Vers gedruckt zu seben. Dagegen spielte in einem Lokale der Marcusstraße eine der ergötzlichsten Scmen, die mir je vorgekommen. An den Wahltisch tritt ein kleiner, untersetzter Mann. „Sie wohnen?" fragt der Wahlvorsteher. „Eh, eh, eh!" ist die Antwort. „Herr! wollen Sie mich zum Narren haben?" „Eh, eh, eh!" antwortet der Gefragte. Da stürzt ein H-rr in's Zimmer—„Verzeihen Sie, Herr Vorsteher, der Mann ist taubstumm, heißt Bull und wohnt Marcusstraße da und da." Während nun der Wahlvorsteher sich auf die Liste beugt und die Hand von der Urne zieht, hat Herr Bull, den die Sache ungemein zu interessiren scheint, seinen Zettel höchsteigenhändig in die Urne gesteckt. „Herr! wie können Sie sich unterstehen!" fährt der Wahl- Vorsteher auf, besinnt sich aber noch zur recht, daß der Taub- stumme ihn doch nicht verstehen kann. Der Beisitzer, der die Liste nach dem Namen durchsah, hat inzwischen gefunden, daß Herr Ball gar nicht in die Liste ein- getragen ist. „Sehen Sie," sagt der Borsteher,„nun ist Ihre Stimme ungültig," worauf der Angeredete wieder mit„eh, eh, eh" ant- wortet. Nun ist guter Rath theuer. Der Wahlvorsteher, einer von den anständigen Leuten seiner Partei, wendet sich fragend an den Vertrauensmann der Fort- jchrtttspartei und an meine Wenigkeit. „Eine Stimme muß annullirt werden," sagt der Fortschrittler, „und da der Mann sicher für Fritzsche gestimmt hat, so"— „Haben Sie das schriftlich," fällt ein Parteigenosse ein. „Nun, meine Herren, so heilig sonst das Wahlgeheimniß ist, denke ich. wir machen in diesem Falle eine Ausnahme und fragen Herrn Bull direkt, wen er wählte," äußert der Wahlvorsteher. „Also, Herr Bull, wen haben Sie gewählt? Ja so, der Mann versteht mich ja nicht, hm, hm; muß auf andere Weise gemacht werden." Er ergreift einen Bleistift und schreibt seine Frage auf einen Zettel. Der Taubstumme, dem die ganze Geschichte augenscheinlich das größte Vergnügen bereitet, liest den Zettel. „Jetzt wird er Fritzsche hinschreiben," meint triumphirend mein fortschrittliches vi« ü vis. „Abwarten und Thee trinken," replicire ich. Der Stumme hat inzwischen Papier genommen und schreibt mit fester Hand: Ich wählte den Stadtsyndicus Zelle. Neues Protestiren des Fortschrittlers, da der Mann dies aus Bosheit sage, um eine Zelle'jche Stimme ungültig zu machen. Da eilt athemlos der fortschrittliche„Schlepper", der den *) Wir glauben zwar nicht, daß der Protest eine Ungültigkeitserklä- rung zur Fol�e hat— Klotz ist eben nicht Hascncleoer. Doch wird derselbe die Krebsritter vom Fortschritt so recht in ihrer traurigen Gestalt zeigen. Red. d. V. — Nun, das schadet nichts! Das Denunzianten- Reich, pardon das deutsche Reich, steht ja groß und mächtig da, feiert St. Sedan und ist im Begriffe, mehr denn eine Million seiner Bürger für vogelfrei zu erklären. Ob das den Roth stand heben wird? — Unterschlagungen, Kassendefekte und dergleichen sind jetzt an der Tagesordnung. An einem Tage entnimmt die„Vosfische Zeitung" aus wenigen Blättern folgende Fälle: Posen, 29. August. Der Bankagent, Sladtrath H., Vorsteher der Reichsbank Nebenstelle zu Gnesen, hat sich heute Morgens, als unverhofft eine Kassenrevision vorgenommen werden sollte, durch Gift das Leben genommen. Es soll sich in der Kasse ein sehr bedeutendes Defizit, angeblich von 160.000 Mark, heraus- gestellt haben.— Gnesen, 24. August. Der hiesige Kasernen- Inspektor Krug, der auch die Baukasse unter sich hatte, ist wegen eines Kassendefekts von 4000 Mark verhaftet worden.— In st er- bürg, 24. August. Vor einigen Tagen hat der hiesige Kauf- mann und Agent B., früher Apothekenbesitzer unv Stellvertreter des Bürgermeisters, der bisher für recht wohlhabend galt, seine Zahlungen eingestellt. Vorgestern ist derselbe nun, wie man der „Pr.-litt. Ztg." von hier schreibt, verhastet worden, weil sich in den von ihm verwalteten Kassen, u. A. auch der Viktoriastiftung, Defekte vorfinden sollen.— Flensburg, 28- August. Der vor geraumer Zeit verschwundene Kaufmann I. I. Blechschmidt, welcher bekanntlich eine Wechselschuld von 400,000 Mark zurück- ließ, ist in Chicago in erbärmlichem Zustande gefaßt worden. Der hirsige Creditverein, welcher allein eine Forderung von 43,000 Mark hat, verzichtet bei der gänzlichen Aussichtslosigkeit, etwas zurückzuerhalten, auf dessen Rücktransport.— Leipzig, 25. August. Major Fellmer und Prooiantamts-Assistent Gneuß vom 107. Regiment, beide vor einiger Zeit wegen Unterschla- gung verhaftet, wurden am vergangenen Dienstag vom Kriegs- gericht zu mehrjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt.— Harten- stein(Sachsen), 22. August. Wegen Differenzen in den Büchern ist der Kassirer des hiesigen Spar- und Vorschußvereins, C. F. Förster, verhaftet worden. Taubstummen an die Urne brachte und während des Geschildertcir ein Stehseidel trank, in's Lokal. „Gut, daß Sie kommen," sagt der Wahlvorsteher,„Sie haben ja den Herrn hergebracht, ist es wahr, daß er für Zelle stimmte." „Selbstverständlich." sagt der Schlepper mit Stolz und so voreilig, daß ihm keiner seiner Parteifreunde einen Wink geben kann. „Nun denn, so erkläre ich eine Zelle'sche Stimme für un- gültig," sagte der Wahlvorsteher,„Sie sind doch damit einver- standen?" worauf ich zustimmend nicke und meinem fortschreiten- den Freunde eine meiner besten Salonverbeugungen mache. Doch genug für heute, ich bin unbemerkt in's Schwatzen hineingekommen, und sehe zu spät, daß ich anstatt für den poli- tischen Theil zu schreiben, Feuilletonarbeit geliefert habe.— Nächstens Mehreres und Ernsteres. Bis dahin auf Wiedersehen. Konnewitz(b. Leipzig), 3. September. Ein Akt größter Gememheit ereignete sich am Montag Abend bei dem in der „Goldenen Krone" stattgefundenen Sedanfest- Cammers. Herr Dr. med. Sinnhold hielt eine Ansprache an die Festtheilnehmer und forderte am Schluß seiner Rede zu einem Hoch auf den deutschen Kaiser auf. Alle Anwesenden stimmten ein und er- hoben sich dabei von ihren Plätzen, nur an einem Tische geschah dies nicht, und zwar deshalb, weil die dort Sitzenden, in Unter- Haltung begriffen, die Aufforderung des Redners mißverstanden hatten, im Uebrigen aber— das muß hier ausdrücklich bemerkt werden— durchaus nicht als Reichsfeinge zu demonstriren beab- sichtigten, denn die Betreffenden schwenkten ihre Programms und brachten so gut wie alle Anderen das Hoch mit aus. Plötzlich ergreift ein tn der Festversammlung Anwesender— Herr von Brause— ein volles Bierglas, schüttet den Inhalt desselben dem neben ihm stehenden Oberlehrer Herrn Haferland auf die Kleidung und wirft es mit solcher Gewalt nach dem Tische der sitzen gebliebenen Herren, daß es dort aufschlägt, in Stücken zerspringt und zwei der dort Placirten an Kopf und Backen verletzt. Der Thäter, welcher sich hierauf sofort entfernte, wurde von einigen nacheilenden Herren festgenommen und an den Schutzmann abgeliefert, der ihn nach dem Gemeindebureau und von da— wahrscheinlich damit dem„Herrn" nichts geschehen möge— in seine Behausung eskortirt. Sämmtliche Anwesende sprachen ihre Entrüstung über diese Rohheit aus.— So, meine Herren Reichstreuen, jetzt ein Wort an Sie: Die niederträchtig infame Hetzerei Ihrer Partei- und Wortführer, hauptsächlich aber Ihrer Preßorgane hat es bewerkstelligt, daß Sie in Ihren eigenen Kreisen bei nur dem leisesten Verdacht der Reichsfeind- lichkeit Ihres Lebens nicht mehr sicher sind, daß eine Rohheit und ein Haß gegen Andersdenkende platzgreift, der in solch viehischem Gebahren seinen Ausdruck findet. Das„Leipziger Tageblatt" plaidirt häufig für die Prügelstrafe; es mag diese Notiz abdrucken und dem Publikum zugleich mittheilen, wo der Prügel am ehesten und am meisten Verwendung finden wird und muß.(Fackel.) IriedSerg, den 28. August. Im Interesse der Wahrheit bin ich genöthigt, den Sachoerhalt bezüglich der in letzter Nummer des„Vorwärts" besprochenen Messcraffaire hiermit wiederzugeben. Rödler, der übrigens meines Wissens nicht Sozialist, aber nach Aussage seines Meisters ein ganz braver Mensch ist, hatte an dem Sonntage der That des Guten ein wenig zu viel genossen und begab sich in ziemlich angeheiterten Zustande gegen 11 oder Vs 12 Uhr Nachts auf den Heimweg. Von verschiedenen Personen wurde ihm, wie man sagt, zugerufen:„Er Jott", ein Ausruf, der hier zu Lande gebräuchlich ist bei allen Denen, welche einen Angetrunkenen zu foppen beabsichtigen. Rödler blieb die Antwort, und zwar eine sehr derbe, nicht schuldig, und war eben im Begriff die Hausthüre aufzuschließen, als ein benachbarter Metzgermeister auf ihn zu sprang und ihm einen Schlag versetzte, daß er, Rödler, zu Boden stürzte. Darauf überfiel ihn ein Steinhauergeselle mit dem Messer und versetzte ihm mehrere Stiche, einen in den Unterleib, einen in den Rücken und einen in den Schenkel. Dabei ist der Ruf erschallt:„Dich Sozialdemokraten wollen wir vernichten!*) Der Meister Rödler's, unser Freund F., will mehrere Zeugen stellen die den Ruf gehört haben. Dies die wahrheitsgemäße Schilderung des traurigen Verfalls, soweit er mir zu Ohren kam. Die Unter- suchung, welche sofort nach Arretur des ThäterS eingeleitet wurde, wird daS Nähere ermitteln. Inzwischen ist Rödler wieder so weit hergestellt, daß er aus- gehen kann, der Steinhauer aber, wie ich erfahren, ist seiner Haft entlassen. Es ist nicht richtig zu sagen, daß die Liberalen hier ein Attentat verübt hätten, denn so viel ich weiß ist der Thäter ebensowenig ein Liberaler, wie Röder Sozialist ist. Damit soll aber durchaus nicht gesagt sein, daß die Hetzereien der Liberalen und Conservativen nicht ganz dazu angethan find derartige Attentate zu provoziren. Hat man doch in hiesigen Wirtschaften anständige Leute oft genug insultirt oder gar mit dem Rufe: „N'aus mit dem Sozialist", aus dem Lokale geworfen; ja, eine Gesellschaft Burger und sonstige Individuen erließ im hiesigen Blättchen, genannt„Oberhessischer Anzeiger", eine Erklärung, daß sie mit den Verherrlichern der Pariser Mordbrenner der Commune, mit diesen„Pestbeulen", diesem„Auswurfe der Gesell- schaft" nichts gemein haben wollen. Wenn Leute, wie ein Herr Peter Döll, Wagner, Engel, Schenk u. f. w. derartiges thun, so findet man dies am Ende natürlich, wie aber die Namen von einem Herrn Lehrer Meinel, von einem Kaufmann Hausstädt unter diese Erklärung kamen, das bleibt ein Räthsel oder zeigt doch, wie sonst durchaus gebildete und ordentliche Leute fanati- sirt werden können. Da ist es doch wahrhaftig uicht zu ver- wundern, wenn rohe, unverständige Menschen ein gutes Werk zu thun glauben, Einen dieser vermeindlichen„Auswürfe" aus der Welt zu schaffen. So lange wir hier agitirt, hatten wir es auch mit Rohheiten der Gegner zu thun und nur der großen Mä- ßigung der Sozialisten war es zu verdanken, daß nicht öfter blutige Raufereien entstanden. Die feinen Herren dieser Gesell- schaft hüten sich freilich, sich an solchen Scenen zu betheiligen, dafür aber thut der von dem Ordnungspöbel aufgehetzte Mob seine Schnldigkeit. Mit bestem Gruß-— g. ßottbns. 17. August.(Glosse zum neuen Sozialistengesetz.) Nach Durchlesung der 24 Paragraphen des neuen Sozialisten- gesetzes frugen wir: Was ist der langen Rede kurzer Sinn? Wohin zielt man?— Antwort: Man will den menschheitlichen Fortschritt ein Halt gebieten. Wie Stahl einst sagte: Die Wissenschaft muß umkehren, so sagt man jetzt: Die Menschheit- liche Entwicklung soll aufhören. Das sozialistische Ziel ist das der menschheitlichen Entwicklung, es heißt: Glück und Wohl aller Menschen auf Erden. Also Halt! Stillstand. Nicht Glück und Wohl aller Menschen, sondern nur einer besscrsituirten Mitzderheit! Bestialismus und Egoismus kor ever! Kein Humanismus und Sozialismus!— Obgleich das ganze Leben ein fortwährendes Streben, Ver- ändern und Wechseln ist, so soll trotzdem der Stillstand ein- treten, es soll keine Geschichte mehr geben. Die folgenden drei *) Es wird also im großen Ganzen unser erster Bericht bestätigt. R. d. B. Sätze sollen und dürfen nicht wahr sein: 1. Die Menschheit macht eine Entwicklung durch. 2. Jede Entwicklung muß ein Ziel haben. 3. Das Ziel der menschheitlichen Entwicklung ist statt des jetzt noch herrschenden Bestialismus und Egoismus der Humanismus und Sozialismus, statt des Thiermenschen der wahrhaft würdige Vernunftmensch. Die ganze Menschheitsgeschichte ist eine Entwicklungsgeschichte, also ein beständiges Untergraben von Bestehendem, ein fortwährendes Neubilden von Staats- und Gesellschastsformen. Wer untergräbt Bestehendes nicht? Antwort: Wer für selbst- thätige geistige Regsamkeit noch zu jung, oder schon zu alt, oder überhaupt dazu nicht fähig ist, also das Kind, der kindisch ge- wordene Greis, der Dumme und Blödsinnige. Jeder Andere, jeder geistig Gesunde untergräbt Bestehendes, weil das ganze Leben ein Streben, ein Fortschreiten nach einem fernen Ziele ist. Man will alio mit dem neuen Sozialistengesetz jede gei- stige Regsamkeit unterdrücken, man will die strebenden Menschen beseitigen und nur über Kinder, kindische Greise und Dumme herrschen. W. Dabritius. Nachstehende Schriften sind durch die Expedition des„Vorwärts'* m Leipzig, sowie durch die Expedition der„Freien Presie" in Berlin, Kaiser- Franz-Grenadier-Platz 8, zu beziehen: Armen- und Heimathsgeiehzedunz....... Mark 1. 50. Ardeitermarseillaise..............—.05. Auerbach, Tagebuch au« Wie»...........—.70. Ausschlüsse über die badische Revolution von 1849.... 1. 50. Aus den Kuinen von Nimrut und Olywvia......—.10. Auszug aus den gesetzl. Bestimmungen über die Landtagswahl—. 10. Aaumann, Berechnung über das Gewindeschneiden.... 1. 60. Bebel, A.!, Bauelnkrteg........... 2.—. -- Rede über die Anträge betr. Abänderung der Gewerbe- ordnung...............—.10. -- Die Entwickelung Frankreichs vom sechszehnten bis gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts....—.25. -- Die parlamentarische Thätigkeit des deutschen Reichs- tages von 1874—76...........—.30. -- Glossen zur Schrift:„Die wahre Gestalt deS Chriftenthums.............—.25, Itter, B., Der alte und der neue JefuitiSmu».....—.60. -- Briefe deutscher Bettelpatrioteu. 5 Lief...... S. 75. -- Die Reaktion in Deutschland gegen die Revolution v. 1848 2. 25. -- Mißbrauch der Nationalitätenlehre....... 1.—. -- K. Fourier...............—.30. -- Geschichte der Arbeiter-Agitation F. Lassalles. 5 Lief. 3.—. -- Geschichte der revolutionären Pariser Commune 1789—94 2.—. Becker, I. PH., Wie und Wann? Ein ernstes Wort über die Fragen und Aufgaben der Zeit........ 2. 50. — Le PrecurBeur. Organe d�rnocratique social des associatioas des travaillenrs(1877)...... 3, 50. -- Vorbote. Soz.-pol. Monatsschrift. 1866— 1870.. 6.—. Bergmann« Zluch. Bericht über den DelegiNentag sächsischer Berg- und Hüttenarbeiter zu Zwickau 1874....—. 10. Iltt, SB., Unsere Preßzustände..........—.10. -- Blut und Eisen od. die Entstehung d. Kriege» von 1366—. 50. -- Zur Geschichte der Commune von Pari».....—.40. -- Die Revolution zu Mainz 1792— 1793.....—. 60 Ioruttau, Religion und Sozialismus........—.40. -- Die religiöse Frage und das arbeitende Volk...—. 25. Iracke, SB., Der Lassalle'sche Borschlag........—. 50. -- Nieder mit den Sostaldemokrate».......—.15. -- Verzweiflung im liberalen Lager.......—.15. —— Hület Euch vor den 300 Millionen neuen Steuern.—.10. Brunnemann, Skizzen u. Studien zur sranzdsischen Revolution»- Geschichte 1.*, Bürgerkrieg in Frankreich............—.15. «ivilehegesetz............... 1.—. Eulturkamxf und Volksschule in Preußen.......—.10. Daniel in der Löwengrube. Gedicht........—.50. Dedekind, Dr. Fr., Prozeß Stever»«'••n Bogel v. Falkenstein 1.—. Der arme Konrad. Jllustrirter Kalender für da« arbeitende Volk. 1877. b.och...........—.20. -- für 1878. broch.............—.20. —. 60. -- für 1879. broch. 0,40 M., geb........ Der Iraunschmeiger Ausschuß der sozial-demokratischeu Ar» beiterpartei in Lützen und vor Gericht 1871.... Der Republikaner» Schweizer Volkskalender für 1878. Die parlamentarische Thätigkeit des demscheu Reichstage» von von 1871—74............. Die Dolksschule und die Lage ihrer Lehrer in der Provinz Preußen Diehgeu, National-OekonomischeS. 2. Auflage..... -- Die bürgerlich» Gesellschaft......... --- Die Religion der Sozialdemokratie. 4. Auflage.. -- Da» Wesen der menschlichen Kopsarbeit..... Disfidentengeseh................ Douai, Dr. A., Antwort an den Bekenner de» TheiSmn».. -- Kindergarten u. Volksschule al» sozialdemokr. Anstalten -- ABC des Wissens. 4. Aufl......... Dulk, Nieder mit de» Atheisten......... Srcarius, I. ö., Kampf de» großen und kleinen Kapital«.. «inkommeusteuergesetz............. Sngels, F., Zur Wohnnngsftage. 3 Hefte...... -- Der deutsche Bauernkrieg.......... -- Soziales au» Rußland........... -- Bakunisten an der Arbeit.......... -- Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschast. I.THl. Philosophie. II.THl. Pol. Oekonomie u. Sozial, ä «rinnerung an Herwegh............ Erinnerung an Börne............. Irans, I., Herr Böhmert, Professor der Nationalökonomie und seine Fälschungen der Wissenschaft..... Iflr die sransöfischen Drüber........... »eiser, Forderungen des Sozialismus an Gegenwart u. Zukunft -- Das deutsche Reich und seine Gesetzgebung.... Eeneralabstimmungsliste de» deutsch. Reichstag« v. 1867— 73. -- Nachtrag von 1873— 76.......... «enossenschaftszeseh(Bundesgesetz)......... Tewerbeordnung für da» deutsche Reich........ Eefindeordnung................ Gespräch am Kachelofm............. Greulich, H., Der Staat vom sozialdemokratischen Standpunkte aus. Ente Auseiuanderfetzung mit den Anarchisten. Hasenclever, Wilb., Liebe, Leben, Kampf(Gedichte).... -- Erlebtes(Skizzen und Novellen)....... Hepner, Ad., Meme 3>/-jährige Leipziger Polizeicampague.. Herr v. Treitschke der Sozialisteutödler und die Endziele de» Liberalismus.............. Hillmann, Die iuternat. Arbciter-Assoziafton 1364—71, ihre Geschichte, Programm und Thätigkeit...... -- Praktische Emanzivationswinke........ —— Die Organisation der Massen........ HilssKassengeseh, Leitfaden für zu errichtende Krankenkassen. H rsch,»i» Parteu ress», tp« Beheutuag uu» Orgamsau»». Iarobi, L., ES werde Licht(Poesien)......... -- Die Idee der Entwickelung. 2 Bde. k..... Iaroby, Joh., Da» Ziel der Arbeiterbewegung..... Kegel, M., Freie Lieder(Gedichte)......... Knappschafts Kassenwesen vor dem deutschen Reichstag... Ksmplot gegen die Intern. Arb.. Assoziation. Au» dem Französischen übersetzt von Kokosky...... König, Schwarze Kabinette............ König Mammon und die Kreiheit Ein neues Bilderbuch Krasser» Dr. F., Anu-SvllabuS(Gedicht).......—.05 -- Cetemn: ctnseo(Gedicht).........— ,05 1. 25 —. 40. -. 10. —. 10 15. 10 —. 15. 1. 60. -, 20. -. 10. —. 25 —. 15. -. 25 —. 15 1.-. —. 30. —. 50. —. 15, —. 10. —. 75. —. 10. —. 20. —. 80. —. 15- —. 50 —. 60. 2.—. 1. 20. 1. 40 1. 50. 1. 50. —. 50. —. 25. 40. 1. 20. —. 60. —. 20. —. 15. —. 10. —. 20. —. 30. —. 10 —. 50. 1.—. -. 20. —. 50, —. 12. 1.—. -. 75. 1 20. Kunst und Sostalismur Lange, Arbeiterfrage. Lassalle, F., Arbeiterfrage -. 16. 4.-. 16. 35. Id. -- lieber Verfassungswefe», Macht u. Recht, Was nun?.—. -- An die Arbeiter Berlins..........—. -- Arbeiterlesebuch.............—. 30. -- Offene» Antwortschreiben..........—.08. -- Arbeiterprogramm............—.10. -- Die Wisseuschaft und die Arbeiter.......—.15. —— Eriniiualprozeß, III. Instanz.........—.80, -- Die Feste, die Presse:c...........—, 16. -- Bastiat Schulze.............—. 50 -- Indirekte Steuern............—.40, -- Düsseldorfer Asfisseurede..........—.30 -- Fichte'» Philosophie............—. 26, -- Fichte's politisches Vermächtniß........—.25. -- Julian Schmidt............. 1.—. -- Gotth. Ephraim Lessing..........—.20. Lebe» und Thaten des General« Jarosla» DombrowSkt..—. 75, Lehn, Juristisches Taschenlexikon..........—.50. Liedknecht, SB., Zu Trutz und Schutz........—. 2U 10. 20 10. 75. 30, 30. 4 75. 40. 30. 4. —. 25. 9. 1. 50 —. 20 1. 80, 30. 30, 60 -- lieber die politische Stellung der Sozialdemokratie -- Wissen ist Macht— Macht ist Wissen. 2. Aufl...—. -- ReichStagSrede 1874...........—. -- Zur Grund- und Bodeuftage 2. Aufl.......—. -- Zur orientalischen Frage oder soll Europa kosackisch werden—. -- Die Orievtdebatte im deutschen Reichstage....—. -- Das Briefgeheimniß vor dem deutschen Reichstag..—. Lübeck, C., die BaterlandSlosen(Novelle).......—. Lommel, Jesu« von Nazareth...........—. — Johanne« Huß............ Lissagaraq, Geschichte der Commune von 1871.... Mar», Der Eölner Eommunlsten- Prozeß. 2. Aufl.... -- Da« Kapital. 2. Aufl.........., -- Der XVin. Brumaire des Louis Bonaparte... -- und Engels, Kommunistisches Manifest..... Mignet, Geschichte der stanz. Revolution von 1739 bi» 1314, deutsche Uebersetzung gebd......... Minister Kulendurg und die deutsche Sozialdemokratie.., Most» Liederbuch, gbd. 40 Pf., broch......... -- Die Pariser Commune vor den Berliner Gerichten., -- Sammlung von Reich»- Gesetzen: 1. Heft: Gewerbeordnung.......... 2. Heft: Freizügigkeit«-, Impf», Lohnbeschlagnahm»» und Haftpflicht-Gesetz........ -- Kapital und Arbeit............—.50 -- Bastille am Plötzensee...»......—.60 -- Der Kleinbürger und die Sozialdemokratie.....—. 50, -- Die Lösung der sozialen Frage........—. 40, -- Die sozialen Bewegungen im alten Rom und der Cä- sarismus............... 1 Moralt, F. fl., Arbeiterkravlbeiten. 1. Schädliche Gase. 2. Schädliche Dämpfe, als Krankheitsquellen....— Motteler, I., Frauen- und Kinder-Arbeit......—. ©Idenburg, Was wollen die Sozialdemokaten?.....— «tto-jvalster, A., Allerhand Proletarier. Eine Hausgeschichte.— -- Rienzi. Drama in 5 Aufzügen........—.30, -- Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman...... 3.—. -- Eine mittelalterliche Internationale. Histor. Novelle.—. 75. -- Kranke Herzen............ 1.—. -- Braunschweiger Tage........... 2. 50, -. 25 —. 15 10. 15. 30. 40. -- Schutz in den Gewerkschaften.........—.10. -- Ein verunglückter Agitator(Lustspiel)......—.60, Dhotographicn: Feuerbach, Heß, Herwegh, Johann Jacoby, Laffalle, Lange, Aorck, Blanqui, Crsmteux, DeleScluze, Dombrowsti, Ferrö, Flouren«, Maral, Dtilliäre, Owen Raoul- Rigauli, Rossel-c.; in Bisiientartenformat ä.—. 25. -- Gruppenbilder(Tableaux) der sog. Wiener, Braun- schweizer, Leipziger und Pester Hochverräther, von der Courbet'schen Büste der„Udertö"(Freiheit)£...—. 25 Photographie»: in Kabiuetformat ä.........—.60 -- in Groß-Folio............. 3.—, -- Triumph of Order, darstellend die Erschießung von Communisten durch die Versailler Truppen(Mai 1871) im Kirchhofe Pere la Chaise zu Paris 28 Ctm. breit 20 Ctm. hoch pr. Sick... 5.— 20-- 14---... 2. 50. Pollitzer. K., Die Behandlung der politischen Gefangenen in Bayern............—.20 Pfau, L., Da» Preußische Regiment vor Gericht.....—.30, preußischer Schnaps im deutschen Reichstage 05, Pressgesetz vom 7. Mai 1874...........—.25 Protokoll de« Stuttgarter Congresse» 1370......—.15. —— de» Dresdener Congreffes 1871.........—.20 -- de« Coburger Congresse» 1874........—. 30. -- des Gothaer Congresses 1875........—. 30. -- de« Gothaer Congresse« 1876.........— ,80 -- Holzarbeitercongreß zu Nürnberg 1873.....—.20. Protokoll, deS Schweizer Arbeiter-Congreffe» zu Olteu..—. 25, -- de« Schweizer Arbeiterbunde» zu SBinterthur....—.50. -- de« 3. Congresse» de» Schweizer'schen Arbeiter-Bunde».—. 30 prowe, John Osawatomie Brown, der Negerheilaud... 1.—. Rathgeber für«ewerblreibeude........... 3. 50. Vogel» Apotbeken-Monopol............—.60. -- Verfälschung der Lebensmittel........—. 60. polksstaat- Kalender für 1874...........—. 20. -- für 1875...............—. 20. Dolksstaat-Kremdwörterbuch........[ gj?" V-lksschulgefetz für Sachsen............ 1.—. Dollmar, G., Waldverwüstung und Ueberschwemmung...—. 15. Wahre Gestalt des«hristenthuws..........—.50. Wander, K., Drei Jahre aus meinem Leben oder: Mein Prozeß wegen Erregung von Mißvergnügen und Un- zustiedenheit zc.............. 1. 50. Wohnungsfrage. Ein soziale Skizze.........—.10. Wuttke, Die deutschen Zeitschristen......... 2.—. JJordt, Die industrielle Arbeiterfrage.........—. 10. Zimmermann, Pfaffenpeitsche. 1. Bd......... 1. 60. Zeitgeist, Eine Studie.............— 25, Zukunftsmedisin oder Anleitung sich selbst der beste Arzt zu sein, d. h. Krankheiten zu verhüten.(Bollständig in 12 Heften.) Heft 1-10 ä........—.75. Revidirle Landgemeiudeordming für Sachsen......—. 90, „»tädteordnung............. 1. 40. RMinghausen, Sozial-demokratische Abhaudlungev, 5 Heft». 1. 90, Rohltder» die Pariser Commune vor der Deputirtenkammer in Versailles...............—.30. Röckel, Sachsens Erhebung und da» Zuchthau« zu Waldheim. 1—. Koller, der bekehrte Nagelschmied.........—.05. Sack, Ed., Unsere Schuten>m Dienste gegen die Freiheit,.—.60. -- Gegen die Prügelpädagogen........—.80. »chilffle, Dr. A., Quintessenz de» S-zialiSmuS..... 1. 20. Schlesinger, M., Eine Reife nach Utopien.......—.10. Scholl, Carl, die steien religiösen Gemeinden und die Sozial- demokratie......._........—.25. -- Der Massenaustritt au» der Kirche.......—.15, Schramm, Grundzüge der Nationalökonomie, 1. Abth...—. 25. -- Ein Wort zur Verständigung der sozialen Frage..—. 20. Schulze, G., Der große Krach, ein Märchen für große und i kleine Kinder.......... geb.}—. 50. broch.)—. 40. Serno-Solowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten...—. 20. Sozialistische Theaterstücke. Nr. 1: Bin Schlingel...........—.35. (Zur Ausführung gehören» Expl. für die Rollen und 1 Expl. für den Sousleur. Preis complet M. i.sv) Nr. 2: Preßprozesse............—.25, (Zur Ausführung gehören 5 Expl. für die Rollen und I Expl. für den Soufleur. Preis complet M. IM.) Nr. 3: Bin Opfer............—. 40. (Zur Ausführung gehören lg Expl. für die Rollen und 1 Expl. für den Soufleur. Preis complet M. 6.) Specht, Populäre Entwicklungsgeschichte de« Weltall» Statuten der Internationalen Arbeiter» Assoziation Strafgesetzbuch für da» deutsche Reich.>- Strodtmann» Die Arbeiterdichtung in Frankreich broch. eleg. gbd. broch. eleg. gbd. 2. 50. -. 10. 1.-. 60. 1. 50. —. 60. 1. 50. —. 40. -- Bruw«! schläfst Du?...... Sessendorf und die deutsche Sozialdemokratie. Theokratisches Kirchenthum und autokratifcheZuftiz. Ein Gottes- lästerungsprozeß vor dem Schwurgericht zu Eßlingen Tchernychewsky, ZI. g., Qae faire? Roman...... —— L'sconomie politiqne........,.. 1. 50, pahiteich, Der Dellamalor. 4 Hefte.........—.60 Vereins- und Versammiungsgefetz für Sachsen 10, Verfassung de» demscheu Reiche»..........—.75. -. 75. 3.-. 1. Allgemeiner Arbeiter Sänger Bund. Um zwei Gesangesgenossen bei dem jetzige» schlechten Geschäftsgang zu unterstützen, habe ich für Raucher Tabakspfeifen mit dem Bundes- zeichen am Pfeifenkopf anfertigen lassen. Ein Stück lange Pfeife kostet 2 Mk., ein Stück halblange 1,80 Mk. gegen Nachnahme; jedoch kann ich unter 3 Stück nicht versenden. Zur bevorstehenden Wintersaison mache ich die GesangeSgenossen im Bund und außerhalb des Bundes hierauf aufmerksam. Gotha. Mit Gruß slOO _ Emil Sauerteig, Vorsitzender._ Briefkasten der Redaktion. W. H. in Glarus: Der eingesandte Bericht ist allzu pecsönlicher Natur, als daß er das Interesse unser Leser berühren könnte.— Wenn ein Deutscher im Auslande eine Beleidigung gegen den deutschen Kaiser oder irgend einen andern deutschen Bundesfürsten ausstößt, so kann er nach§ 4 des Strafgesetzbuchs für das deutsche Reich bei seiner Rückkehr nach Deutschland der Majestätsbeleidigung angeklagt und demgemäß bestraft werden.— In 5 Jahren tritt Ver- jährung ein.— Eh. W. in Berlin: Leider nicht aufzunehmen. Der Staatsanwalt!— A. H. Leipzig: Im vorigen Jahre hatte die Ein- kommensteuer sechs Simpla, in diesem Jahre elf; wo stüher 6(Pfennige, Mark zc.) bezahlt wurden, müssen also in diesem Jahre 11(Pfennige, Mark zc.) bezahlt werden— also fast das Doppelte.— R. T. in Berlin: Wir sind Ihnen für Ihre Mittheilung sehr verbunden. Unserem Correspondenien Z. in H.(S. Nr. 103) also zur Nachricht, daß in der „Neuen Gesellschaft"(5. Heft, Februar) eine Widerlegung(so weit sie dem Verfasser nölhig schien) des Mehring'schen Opus veröffenllicht worden ist. Die„Neue Gesellschaft" ist, wenn Hr. Z. in H. keine andere Be- zugsquclle hat, von unserer Expedition zu bekommen.— Die Berthe«- digungsrede Lassalle's, gehalten vor dem Staatsgerichtshof zu Berlin, ist vergriffen; wird hoffentlich aber bald neu verlegt werden.— Das Protokoll von 1875 ist nicht mehr im Buchhandel zu haben. Wenn es Ihnen blos daraus ankommt, dasselbe zu lesen, so werden Sie gewiß, in der Expedition der„Berliner Freien Presse" ein Exemplar geliehen erhalten. der Expedition: Fr. Kttlr und Ad. John in Würzburg: die Adresse der Frau E. Klemich ist: Schloßstr. 2311. Dresden.— Sozialist Wien: 15 in ein Couvcrt.— C. Fk Hannover: Die Bilder sind zu beziehen bei I, H. Bonn Elberfeld, wir haben sie nicht.— X in L.: Sie erhalten das 18. Hest gratis. Dasselbe enthält 2 Nrn. und das Jnhaltsvcrzeichniß._ Christian Hengst, Schieferdecker aus Carlsruhe, Baden, wird er- sucht mit seinem Bruder in Correspondenz zu treten. Ildrcsse: Mürli- G l ar uS(& chroetj).__ Will,. Hengst.[30 Hannover u. Linden. tigeS Herbst- und"H interstofflagrer zur Anfertigung von Herren- kleidern. Für pünktliche und reelle Bedienung garantirt(3a) 1,50] H. Rudolph, Mittclstr. ll/u..J f-k/trmrmov Sozialdemokratischer Wahlverciu. «yillUlvvUv. Sonnabend, den 7. September, Abends Uhr, im Vereinslokale, Mittelstraße Nr. 11:[1,20 OeKentlielie Versammlung. Tagesordnung: Der Kampf ums Dasein. Referent Herr Oehme, Der Vorstand. Den Mitgliedern zurZNachricht, daß jetzt Kalender„Armer Eon- rad" sowie..Braunschweiger Volks-Kaleuder�' in den Versamm- lungen und stets bei mir zu haben sind. Es ist Pflicht eines Jeden für die weiteste Verbreitung zu sorgen.(F. 167> _ H. Loges. Unter stützunasverei« der Metallarbeiter für[50 Leipzig und Umgegend. Sonnabend, Abends lliQ Uhr: Außerordentliche Generalversammlung. Tauchaer Sst. 12, Hof lks. T.-O: Innere Vereinsange- tegenheiten, Nichtanweseude Mitgl. zahlen 25 Pf. Ordnungsstrafe, D. B. In den nächsten Tagen erscheint im Verlage der Genosienschafts- Buchdruckcrei zu Leipzig und ist durch die unterzeichneten Buch- Handlungen zu beziehen: Der arme Conrad- Zllusstirter Kalender für das arbeitende Volk pro 1879. Inhalts- Bcrzcichniß: Vorwort.— Bollständiges Kalendarium.— Aus meinen Erinne- rungen. Bon Joh. Phil. Becker.— Woher und wohin mit den Kulis?— Wie entstand unsere Welt. Von L. Friwitzer.— Heinrich Heine's Biographie.(Mit Portrait.)— Im Hinterhause. Erzählung von Heinrich Friedenau.— Sonne, Erde und Mond. Ein wichtiges Kapitel für Kalenderkäufer. Von Emil Roßbach.(Mit 5 Abbildungen.)- — Weihnachtsbilder aus einem Proletarierleben. Bon F. W. Fritzsche. — Babeuf, Biographie.(Mit Portrait.)— Produktive und unpro- duktive Arbeit. Ein Kapitel aus der politischen Oekonomie. Von H. Oldenburg.— Was uns die Statistik lehrt.— Statistik sozialistischer Reichstazswahlen.— Die Vergiftung des Volkes.— Aus alten Papieren.— Post-Porto-Tarif. Telegramm-Tarif. Anekdoten. Sinn- sprüche. Räthsel tc. iz.— Marktverzeichnisse für ganz Deutschland. Die Illustrationen sind von bewährten Künstlern gezeichnet und geschnitten. Trotz der gediegenen und reichhaltigen Ausstattung kostet der Ka-, lender geheftet nur 40 Pfg., gebunden und mit gutem Schreib- papier durchschossen 60 Pfg., gegen baar oder Postvorschuß. Den Bestellern von Einzel- Exemplaren ist anzuempfehlen, für jedes Exemplar brochirt 50 Pf., gebunden 70 Pf., einzusenden, wofür wir franco per Kreuzband zusenden. Die Lieferung des Kalenders erfolgt nur gegen baar oder Postnachnahme. Irei-Krcmptare werden nicht gegeben. Auf Posten von 1 Dutzend auswärts berechnen wir Ä. i!,'■ T T} ßzpedition des„vorwärts", Leipzig, Färberstraße 12/11. Allgemeine deutsche Affoeiations-Muchdruckerei zu ZZerkin, __ Kaiser Franz-Grenadierplatz Nr. 8 a.____ Verantwortlicher Redakteur: Franz Gütz'aff in Leipzig. Redaktion i-'.d Expedition Färverstr. 12. II. in Leipzig. Druck und Verlag der GenoiicnschaftSbuchdruckerei in Leipzig.