«rscheini tu Keipjis «'-tt>-°ch, gre««a. Sonnt«». AbonncmentSpretS tut aans Tentlchland 1 M. SS Pf. p« Quartal. WonatS- Abonnement» r-rrbei!»ei allen deuiichen Postanyalten .«» dm 2. und S. Monat, und auf dm » Monat besonder» angenommen: im i*mgr. Sachsen und Herzogth. Sachsen- ljlltmburg auch aus den lien Monat de» Quartals\ s» Psg. Inserate Seir. Bersammlungm pr. Petitzeile IS Pf., Gefc. Pridaiangelegenheiien und Feste pro Peützeiie 30 Pf. Vorw ärls Vestellungen nehmm an alle Pasiaustalicu und Buch- handlungm des In- u. Auslandes. Filial- Expeditionen. Pen)-Kort: Soz.-demotr.«lmosseu- schaftsouchdruckcrei, tSs LIllrillxs Str. Philadelphia: P. Haß, SSO Ilortk S-a Strset. I. Boll, 1129 Qkarlatls Str. Hobolen S. J.: F. A. Sorge, 91» Vasd- ln xtaa Str. Shicag o: A. Lanfermaun, 74 lllxdaurn«»,». Eon FranziSco: F.Sutz, 4W0'I'arr«iI Str London W.-. t. Henze, 8 Kew"tr. GoMeo Squaxe. Nr. 124. Sonntag, 20. Oktober. 1878. Die Zukunft des deutschen Reiches. In der englischen Presse fehlt es nicht an Mahnrufen für die deutsche Reichsregterung und den- deutschen Reichstag in Bezug auf das Attentat, welches Beide vereint auf die Freiheit verüben. Speziell aber wendet sich die„Daily- News", »ach der„Times" eins der bedeutendsten englischen Journale, mit folgenden Worten an den Fürsten Bismarck: „Es dürste gut für Deutschland sein, wenn Fürst Bismarck einen Rückeinfluß von England acceptiren und der englischen Meinung in Sachen des Antisozialistengesctzes Gehör schenken würde. Die hiesige Meinung geht einstimmig dahin, daß er durch eine solche Maßregel den schlußge- rechten Beweis liefert, daß seine großen Gewalten beschränkt find, und daß seine innere Politik eben so kurzsichtig ist, als seine auswärtige Politik klug gewesen ist. Wir in diesem Lande glauben, daß. indem der Fürst Alles den militärischen Rücksichten unterordnet, und auf häusliche Schwierigkeiten Ideen anwendet, die dem Lager und den Kasernen entnommen sind, er für das deutsche Reich Gefahren, ebenso furcht- bar wie irgendwelche äußere Feinde, her- aufbeschwören dürfte." Da hören wir in einem englischen Blatte die- selbe Prophezeiung, die in der sozialdemokratischen Presie und auch von der Reichstagstribüne herab oft genug gehört worden ist und den deutschen Philister aus seiner frechen Sicherheit, die er den Sozialisten fühlen ließ, aufrüttelte. Doch wir wollen hier noch einen anderen Punkt berühren. Bor einigen Tagen brachte die„Berliner Freie Presse" einen„Brief eines alten preußi- schen Soldaten", der die Situation ähnlich, nur noch schärfer, beurtheilt und aus welchem wir hier einige Auszüge wiedergeben wollen. Nachdem der„alte Soldat" den Bamberger- schen Liberalismus und den Kleist- Retzow'schen Conservatismus als einen Afterpatriotismus gebrandmarst hat, der Deutschland m den Augen allor civilistrten Nationen compromittirt, fährt er fort: „Bis jetzt hatte ich nämlich gar keine besondere Furcht davor, daß in der nächsten Zeit schon irgend ein anderes Volk uns ernstlich mit Krieg bedrohen würde, oder besser gesagt, ich war über- zeugt, daß Deutschland siegreich auch aus dem nächsten Kampfe hervorgehen würde und daß die Nachbarvölker, von diesem selben Gedanken erfaßt, es deshalb gar nicht auf einen Krieg mit Deutsch land ankommen lassen würden. „Dieser Gedanke mag etwas nationalliberal angehaucht sein— er hat aber seine volle Be rechtigung. Zunächst ist unser Kriegsheer gegen wärtig den Heeren der anderen Nationen noch weit überlegen— und was viel wichtiger ist? Relativ besitzt das deutsche Volk auch eine größere Freiheit als seine Nachbarvölker. Und darin liegt die größere Gewähr eines Sieges. „Es kommen bei einem Kriege mit Deutschland nur folgende drei Staaten in Betracht: Frankreich, Oesterreich und Rußland— und da wird mir Jeder zugeben, daß meine Behauptungen richtig sind. „Ob sie es bleiben werden, das ist aller- dings eine ganz andere Sache. „Wenn die deutsche Reichsregierung und der deutsche Reichstag durch Ausnahmegesetze die eigent- liche Gewähr eines längeren Friedens oder eines sicheren Sieges, nämlich das Uebergewicht an Freiheit und Bildung den Nachbarvölkern gegenüber, selbst vernichten, dann wird allerdings etne andere Konstellation zu Deutschlands Ungunsten sehr bald schon eintreten. Dann haben wir schon bald wieder Kriegsdrohungen, demnächst Krieg und eine sehr wahrscheinliche Niederlage Deutschlands Armes Vaterland!" Uns will es bedünken, als' ob der„alte Soldat" die Zukunft unseres Vaterlandes in richtiger Er- kenntniß vorführte, doch versteht derselbe, auch wieder Trost zu verleihen, indem er sich gegen die Auswanderungslust der Sozialisten nach An- «ahme des Sozialistengesetzes zum Schlusie mit folgenden Worten wendet: � 11 „Wenn aber dann die braven Männer alle aus dem Lande gegangen wären, wer sollte nach einer Niederlage durch den äußeren Feind unser Baterland wieder austichten? Doch nicht Diejenigen, welche es dem Verderben Überantwort i haben. „Dann kommen wtr an die Reihe, das lassen Sie sich von einem alten Soldaten gesagt sein dann werden Diejenigen, welche uns Sozialdemo-' kraten, welche das arbeitende Volk ächten und verfluchen, flehend die Hände aufheben und die- Sozialdemokratie, die erlösende Macht, um Hilfe �.So wird es geschehen, trotz Bismarck, trotz Bamberger und trotz Kleist-Retzow; die Macht einer edlen Freihcits-Jdee ist glücklicher Weise größer, als der Freiheitshaß der Vorgenannten — und„die Weltgeschichte ist das Weltge- richt!" Kriege Erworbene zu schützen, aber nicht dazu, selbst mit einzugreisen. Die Manchestcrpartei hat demzufolge den denkbar niedrigsten Begriff vom Staate; sie kommt, wie schon seiner Zeit Lassalle ausgesprochen hat, über die Nachtwächteridee nicht hinaus. Daß diese Auffassung von dem Wesen des Staates nicht die richtige ist, daß der Staat in Bezug auf die Gesellschaft höhere Aufgaben ju lösen hat. das wird heute ziemlich allgemein empfunden, wenn es gleich nur von wenigen all- gemein erkannt wird, welcher Natur diese zu lösenden Aufgaben sein müssen, wenn die Gesell- schast aus diesem wirthschastlichen Kriege, der heute von Allen gegen Alle bis aufs Messer geführt wird, herauskommen will. Unsere Fabrikanten sind auch nur strenggläubige Nachbeter dieses man- schesterlichen Dogma's, soweit das Interesse der Arbeiter dabei in Betracht kommt. Wenn ihr eigenes Interesse in Betracht kommt, beten sie dieses Dogma nicht nur nicht nach, sondern ver- schreien dasselbe als eine falsche Doktrin, gegen welche im Interesse des Staates und auch der Gesellschaft entschieden Front zu machen sei. Als Beweis gilt die vorigen Jahres von unfern Fa- brikanten in Scene gesetzte Bewegung gegen die österreichische Zoll- und Handelspolitik. Hiermit wollen wir keineswegs gesagt haben, daß das Rufen der österreichischen Industriellen nach höheren Zoll- sähen ganz ohne Grund war, und daß die Arbriter An unsere Genossen in Deutschland. „Die Energie der Völker erweist sich in den Zeiten der Prüfungen." (Aus der jüngsten Thronrede des rumänischen Fürsten.) Die soldatische Tapferkeit in den Schlachten beweist nicht die Seelenstärke, die Cbarakterfestig- keit, die Energie eines Menschen oder eines Volkes. Diese Tapferkeit ist vielmehr der Ausfluß eines abnormen Gemüthszustandes, einer krankhaften Ueberreizung, wie sie z. B. die Verzweiflung typisch bedingt. Der sonst apathisch träge, denkfaule oder charakterlose Mensch kann zum energischen Kampf mit dem Feinde angeregt werden: Das ist rein thierischcr Muth, wie er sich besonders im Kämpfe ums Dasein äußert. Die höhere, menschlich- Energie, die von großer Kulturfähigkeit zeugt, äußert sich in der ruhigen Charakterfestigkeit, wie sie in Zeiten schwerer Prüfungen voll und ganz zum Vorschein kommen kann. Menschen, wie z. B. ein Mehring, ein Bucher ic., die durch die Bedingungen persönlicher Behaglichkeit oder des Ehrgeizes sich zum Verrath an ihren Ueber- zeugungen bewegen lassen, sind feige, energielos, trotzdem sie sehr„tapfere" Soldaten sein mögen. Die letzten Kriege„da unten in der Türkei" um in' Bezug"auf die Weiterentwickelung und den Be- das„Bischen Herzegowina" haben die bewun- stand der helmischen Industrie in keiner Weise derungswürdige Tapferkeit der Türken bewiesen. Manche— und darunter Schreiber dieses selbst— wurden dadurch förmlich enthusiasmirt für das türkische Volk, welches aus seinem jahrhunderte- langen geistigen Schlaf plötzlich erwacht schien. Allein es erwies sich leider bald, daß diese Plötz- liche Energie des türkischen Volkes nur eine Frucht der Verzweiflung, einer leidenschaftlichen Ueber- reizung war, ebenso wie die spätere„Energie" der Bulgaren eine Frucht der Rache— ebenfalls eines durch leidenschaftliche Ueberreizpng hervor- gerufenen Gefühls. BeWerse— die Greuelthaten, die von beiden Seiten begangen worden sind. Das sind Zeichen der inneren Schwäche der durch die jahrhundertelange Tyrannei corrumpirten tür- kischen Unterdrücker und slavischen Unterdrückten. „Die Energie der Völker erweist sich in den Zeiten der Prüfungen"— durch thatkräftige Ruhe..... Solche Zeiten der Prüfungen brechen jetzt auf das------------- deutsche Volk ein. Man will es noch mehr-- man will ihm einen moralischen Maulkorb aus- setzen, indem man ihm das edelste menschliche Gut, die Gewissensfreiheit— das natürliche Recht. seine Ueberzeugung offen aussprechen zu dürfen. gewaltsam raubt. Möge nun das deutsche Volk seine wahre, menschliche Energie zeigen. Möge es sich durch nichts zu leidenschaftlichen, leicht- sinnigen Handlungen provoziren lassen. Jede leidenschaftlich leichtsinnige Handlung kostet Opfer, die für günstigere Zeiten geschont werden müssen und könne». Möge das deutsche Volk seine Energie, seine Charakterstärke durch ver- uunftgemäß thatkräftige Ruhe beweisen. Guido Weiß hat Recht, wenn er sagt, daß diese Zeit schwerer Prüfungen eine„Destillation der Sozialdemokratie" herbeiführen müsse; diese schweren Prüfungen müssen den Kops und das Herz eines jeden Parteigenossen läutern und da- durcy stärken. Um aber die Läuterung und Stärkung herbei- zuführen, darf sich Niemand von seinen Ge- sinnungs- und Leidensgenosscn trennen. Die har- manische Geselligkeit legte den Eckstein zur Kultur, und nur sie vermag die Civilisation zu fördern. Schließe sich Jeder an seine Gesinnungsgenossen eng an. Bricht man euch auch die äußere Or- ganisation— aber die innere ist unzerstörbar I Die leichtsinnige, verbrecherische Leidenschaft der Vollsfemde ist der größte Beweis der Schwäche derselben— das sind die untrüglichsten Symp- tome des Todeskrampfes! Darum Muth, Brüder, keine Ueberstürzung, aber auch keine Trägheit! In solidarischer Einigkeit müsien Sie jetzt alle Kräfte der friedlichen, ruhigen, aber auch energi- schen Verbreitung von Aufklärung, von Bildung widmen. Die Kulturkraft eines Volkes liegt in dessen Bildung, und was eine Frucht der Bildung ist, ist unbesiegbar!(„Züricher Tagwacht".) A. El. Der Normalarbeitstag. Wie bekannt, besteht der Triftigste aller Gründe, mit welchen unsere Bourgeoisie, beziehungsweise unsere Fabrikanten die Einführung des gesetzlichen Normalarbeitstages bekämpfen, darin, daß sich der Staat um wirthschastliche Dinge nicht zu kümmern habe, daß er und die Gesellschaft sich am wohlsten befinden, wenn er das Dogma der Manchester- männer anerkenne und zum Regierungsprinzipe erhebe.— Nach diesem Dogma ist der Staat nur dazu da. Jedem das in diesem wirthschastlichen interessirt sind, aber das Prinzip der Nichtein Mischung des Staates in wirihschaftliche Fragen ist dadurch so, was man sagt, außer Cours gesetzt worden. Man hat dadurch bis zur Greisbarkeit demonstrirt, daß dem Staate das Recht zusteht, sich um die Erwerbsverhältnisse der Staatsbürger zu kümmern. Ja, noch mehr, man hat dadurch dem Staate sogar die Pflicht unterschoben, in diesem wirthschastlichen Kampfe den Schwachen gegenüber dem Starken zu schützen. Wenn dem Si-'.rte aber die Pflicht zukommt, die minder ent- wickelte einheimische Industrie gegenüber der ent- wickelten Industrie de« Auslandes zu schütz-n, weil ihr selbst die nöihige Kraft dazu fehlt, so muß es auch seine Pflicht sein, den wirthschaftlich Schwa- chen gegenüber dem wirthschaftlich Starken im eigenen Hause denselben Schutz augedeihen zu lassen. Die Schwachen find aber hier unstreitig die Arbeiter; ihr Interesse erheischt es, daß die Dauer der Arbeit eine gewisse Zeit nicht über- schreite; daß diese Arbeitszeit gesetzlich geregelt werde. Sie selbst find den Fabrikamen gegenüber viel zu ohnmächtig, um eine derartige Einrichtung mit Erfolg durchführen zu können. Das gewöhn- lichste Argument, das von Seite der Fabrikanten, beziehungsweise von ihren Wortführern in der Presse und im Parlamente dieser Forderung der Arbeiter entgegengebracht wird, ist, daß durch ein derartiges Gesetz die individuelle Freiheit der Ar- bester beeinträchtigt werde, und das laufe dem Wesen eines„freien" Staates zuwider. Als ob durch Schutzzölle nicht auch die Freiheit der Eon- sumenten beschränkt würde. Hierbei kommt noch in Betracht, daß die Consumenten diese Beschrän- kung ihrer Kauffreiheit nicht wollen, während die Arbeiter wohl in überwiegender Mehrheit diese Beschränkung ihrer„Freiheit", sich bis auf den denkbar möglichsten Grad abarbeiten zu müssen, erstreben, also ein derartiges Gesetz mit Freuden begrüßen würden, und das macht diese Art von freiheitlicher Fürsorge, welche die Bourgeoisie dem Arbeiterstande angedeihen läßt, drastisch. Und selbst, wenn die Industriellen nicht nach Schutz�für die einheimische Industrie gerufen hätten, so wäre die Forderung des Normalarbeitstages nicht um ein Jota weniger berechtigt, als sie es ist. Wir haben diesen Vergleich nur angeführt, um zu zeigen, daß ihre Consequenz nicht weiter als bis zum Geldbeutel Stich hält. Wo dieser in Betracht kommt, hört dasselbe Prinzip auf dasselbe zu sein und schlägt in das Gegentheil um. Berechtigt, ja. durch die Natur der Sache be- dingt, ist die Einführung eines gesetzlichen Normal- arbeitstages von nicht über zehn Stunden, weil durch das eutwickelte Maschinenwesen unserer Zeit, der Zeit des Großbetriebes, der wieder nur als Folge der vervollkommneten Maschinerie ist, die Produktion von Erzeugnissen der mannigfachsten Art eine ungemein ergiebige geworden ist, und zwar so ergiebig, daß von Zeit zu Zeit die Ueber- Produktion eine allgemeine Geschäfisstockung nach sich zieht. Die Arbeiter gerathen zur Zeit solcher Stok- kungen in die bitterste Roth. Dem würde durch die Abkürzung, durch die Beschränkung der Arbeits- zeit bedeutend vorgebeugt. Die Industriellen ken- neu, mit Ausnahme einiger Wenigen, bei nur halbwegs flottem Geschäftsgänge weder Maß noch Ziel. Einer sucht den Andern in Bezug auf die Hervorbringung der Menge der Artikel zu übe-.- bieten und in Bezug auf deren Preis zu unter- bieten. Die Arbeiter werden zur Arbeit angetrieben, als gälte es, einen neu entdeckten Erdtheil mit Waaren zu versorgen; die Nacht wird in ihrer großen Hälfte zum Tage und der Sonntag in vielen Fällen zur Woche gemacht. Und das End« resultat jeder solchen industriellen Glanzperiode? — Vollgefüllte Waarenlager, abgeschundene in sich selbst zusammengebrochene Arbeiter, allgemeine Zahlungs- und Kaufunfähigkeit neben der Eon- centration des Kapitals in immer weniger Hände. Berechtigt ist aber auch die Einführung des Nor- malarbeitstages deshalb, indem der Staat ver- pflichtet ist, die umfangreichsten Maßnahmen zu treffen, daß die Gesundheit der Staatsbürger so viel als möglich geschützt werde. Es dürfte kaum Jemanden geben, der dem Staate auf diesem Ge- biete das Recht des Eingreifens abspräche; denn er müßte gleichzeitig, wollte er konsequent sein, gegen die derzeit schon bestehenden gesundheits- polizeilichen Verordnungen Front machen. Die menschliche Erfahrung drängt aber nicht dahin, diese Verordnungen als überflüssigen Ballast über Bord zu werfen, sondern sie den Lehrsätzen der Wissenschaft gemäß zu erweitern. Nun ist es aber nicht mehr fraglich, sondern mit Bestimmtheit an- zunehmen, daß durch die heutige Art und Weise der Produktion mehr menschliche Gesundheit ver- nichtet wird, als durch die gefährlichste Epidemie. Gegen Epidemien sollte der Staat Mittel in Anwendung bringen dürfen, um sie einzudämmen, und für die Gesundheit der Arbeiter, insoweit sie durch die Industrie gefährdet wird, sollte er es nicht?— Diese Art Staatsrechtslehre verstehe, wer kann. Jeder gewisstnhafte Ärzt giebt die Er- klärung ab, daß die Arbeit, wenn sie über eine gewisse Zayl von Stunden des Tages hinaus- geleistet werden muß, die menschliche Gesundheit aufreibt und den frühen Tod der Arbeiter bedingt. Ein bestimmtes Maß von Erholung ist für den menschlichen Körper ebenso nothwendig, wie Speise und Trank. Aber nicht nur ist diese freie Zeit der Erholung wegen nothwendig, sondern mehr noch ver weiteren Ausbildung wegen. Die Aus- bildung eines Arbeiters ist noch keineswegs abge- schlössen, sobald er die Schule verläßt, sie soll viel- mehr von da ab erst recht beginnen; wenn die etwa bei den Arbeitern vorhandenen Talente nicht verkümmern, sondern zum Wohle der Ge- sammtheit fruhtbar gemacht werden sollen. Wie aber kann Jemand an die weitere Aus- bildung seiner geistigen Fähigkeiten denken, wenn ihm kaum Zeit gelassen wird, mit Ruhe zu essen und sich genügend auszuschlafen?— Was nützen gewerbliche Fortbildungsschulen, wenn dem Arbeiter keine Zeit bleibt, sie benützeu zu können. Und wenn er sich schon einschreiben läßt und diese Schule auch des Abends, nach dem Feier- abend, und des Sonntags besucht, wird er mit genügender Aufmerksamkeit die Vorträge hören, wenn ihm vor Müdigkeit die Beine zittern?— Gewiß nicht. Und wann macht er seine Aufgaben? Wenn derartige Schulen, sie mögen nun vom Staate, von den Gemeinden oder sonst von Cor- porationen gegründet worden sein und unterhalten werden, floriren sollen, so müssen die Arbeiter weniger Stunden des Tages arbeiten, als es jetzt geschieht, das heißt, es muß durch eine gesetzlich festgesetzte Arbeitszeit dafür Sorge getragen werden, daß der Arbeiter als Arbeiter an die Ausbildung seines geistigen Ichs mit voraussichtlichem Erfolg gehen kann. Nichts ist geeigneter, alles geistige Bestreben, jedes bessere Gefühl, zu dem der Mensch nur durch Reflexionen gelangen kann, an der Wurzel zu durchnagen, als übermäßige Arbeit. Sowie Wissenschaft und Kunst nur in der Freiheit vollkommen gedeihen, ebenso benöthigt der Mensch ein gewisses Quantum freier Zeit, um sich in den Tempeln der Kunst und Wissenschaft zurecht zu finden und heimisch zu fühlen. Nun zu dem rein wirthschastlichen Theile dieser Frage noch einige Worte. Die Industrie an und für sich würde durch eine solche Einrichtung nicht nur nichts verlieren, sondern gewinnen, wenn auch die Industriellen vielleicht mit einer etwas geringeren Profitrate, oder wie man es sonst heißen will, vorlieb neh- men müßten. Darüber noch Beweise zu erbringen, daß für die Arbeiter der Lohn nicht sinken, sou- dern steigen müßte, das halten wir wahrlich für überflüssig. Sozialpolitische Ueberftcht. Berlin, 16. Oktober. (Reichstag.) Fortsetzung der Zweiten Be- rathung des Sozialistengesetzes. „Civilbelagerungszustand", d. h. Aufhebung aller bürgerlichen Freiheiten und Rechte, wo und wenn immer es der Reichsregierung und der Po- lizei beliebt— ein Zustand, der sich vom mi- litärischen Belagerungszustand bloß dadurch unterscheidet, daß er lejchter verhängt werden kann, und daß das Schieten und Hauen nicht so- fort en gros betrieben wird— das war das erste Thema, mit dem sich der Reichstag heute zu befassen hatte. Ein Thema, sollte man denken, das eine gründliche, von dem Bewußtsein des ganzen Ernstes der Sache getragene„große De- batte" zu veranlassen geeignet wäre, wie kaum ein zweites. Der Reichstag, d. h. die Majorität hat anders gedacht. Ueber keinen Paragraphen des Umsturzgesetzes ist sie gleichgültiger hinwegge- gangen als über diesen. Von dem erzreaktionären Schlickmann(deutschconservativ) und Beseler wurde maschinenmäßig die reaktionäre Drehorgel in Bewegung gesetzt. Dann eine, allerdings sehr scharfe Kritik Windthorst's, die man unglück- licher Weise nicht verhindern konnte— das, nebst einigen„Erklärungen" des Eulenburg Mnior, war die ganze Debatte. Ein Schlußantrag machte die übrigen Oppositionsredner mundtodt. Unserer Seits hatte sich Hasselmann zum Wort ge- melvet. Die Ausführungen Windthorst's bezogen sich hauptsächlich auf den Nachweis der Thatsache, daß nach Annahme dieses Paragraphen die Reichsver- fassung und die Verfassung der Einzelstaaten, na- mentlich die bayrischen Reservatrechte durchbrochen find. Die Polizei sei dann allmächtig; der Civil- belagerungszustand schlimmer als der gewöhnliche — das habe er 1870 erfahren, wo ihm der mili- tärisch: Belagerungszustand weit weniger lästig geworden sei, als der normale Ausnahmezustand, unter dem Hannover sich so lange befunden und theilweise noch befinde.§ 20 richte sich gegen alle Parteien. Auf Grund desselben können die größten Ungeheuerlichkeiten verübt werden. Man brauche z. B. bloß den Belagerungszustand in Berlin zu proklamiren, und dann alle mißlie- bigen Abgeordneten ausweisen— nicht bloß die sozialdemokratischen.(Ah!!) Man halte das für undenkbar? Es sei aber sehr denkbar; und in den letzten Jahren habe so viel Undenkbares sich vollzogen� daß er sicherlich berechtigt sei, das sehr Denkbare für möglich zu halten. Windthorst geißelt dann noch die Gesinnungs- losigkeit der Nationalliberalen, die den Behörden die Macht geben wollen, unter der Herrschaft des § 20 mißliebige Personen auch aus dem Wohn- ort zu entfernen. Der Appell an das Ehr- und Freiheitsgefühl der Nationalliberalen nützte natürlich nichts. Bei der Abstimmung stimmten die National- liberalen in ihrer großen Mehrheit für Wegfall des Wohnorts und der Worte„mit unmittel- barer Gefahr für(die öffentliche Sicherheit") und in dieser verschärften Fassung ging der Paragraph denn auch durch.— § 21 hat nur eine formelle Bedeutung und ist im Na erledigt! Um 1 Uhr steht das Haus vor§ 22, der die Bestimmung des Termins, bis zu welchem das Gesetz in Kraft sein soll, enthält. Herr LuciuS, Bismarck's bekannter„Freund" plaidirt hitzig für die Dauer bis zum 31. März 1883. Windt- Horst besürwortet kurz den Termin der Com- missionsvorlage(31. März 1831). Nach ihm er- hält Bracke das Wort, und zeigt in längerer Rede die Absurdität der Anschauung, der Sozia- lismus lasse sich überhaupt, oder gar innerhalb eines bestimmten Termins ausrotten. Die sozia- listische Bewegung wurzle in den Verhältnissen, und werde, was man auch gegen einzelne Per- sonen, und wären es noch so viele, unternehmen möge, durch die Verhältnisse stets lebendig er- halten und gefördert werden.— Es folgt nun ein langweiliger, meist technischer Excurs des ba- dischen Oberstaatsanwalts Kiefer und eine wahr- Militärisches aus dem Rechtsstaat. (Aus der„Frankfurter Zeitung.") Oder sollen wir betiteln: Rechtliches aus dem Militärstaat? Darüber möge der Leser befinden, wenn er die nachstehende aktenmäßig erzählte Historie kennen gelernt hat. Sie hat etwas Dra- matisches und darum sei sie auch demgemäß be- handelt. Also: ein Gutsherr v. H., ein Major v. K., ein General v. V.-R., außerdem Soldaten und Bauern, gelb- weiße und schwarz-weiße. Ort der Handlung: das Gut Abbensen bei Peine(Hannover). Zeit: 1378 vom 13—27. August. Vorspiel: die Stichwahl im Kreise Hildesheim endete mit einem Siege der Welsen. Der Guts- Herr von Abbensen fühlte die Wonne dieses Er- folges und ließ zum Zeichen dessen einen auf dem Felde hoch gelegenen Getrcidehaufen hk Hon- növerschen Fimme genannt— mit getb-roeijjer Flagge krönen. Hurrah der gelb-weißen. Murren der schwarz-weißen Bauern; letztere sagen: Laßt nur erst das Militär zum Mannöver herkommen, da wird er die Fahne schon abnehmen. Eine verheißungsvolle Exposition, nicht wahr. Am 23. August rückt das Militär ein, 300 Mann vom 67. Jnfanterie-Regiment sollen sieben Tage Abbensen beglücken. Früher ging das so: die Offiziere kamen aufs Gut, die Mannschaften zu den Bauern ins Ouartier. Diesmal kam es anders— o du unseliger Wimpel auf dem Korn- Haufen, die schwarz-weißen Bauern hatten sich die Offiziere ausgebeten und erhielten sie auch, 13 an Zahl. Auf das Gut kamen 50 Mann, für die der Schafstall und die Kutschscheuer ausgeräumt wurde. Kurz nach dem Einrücken der Truppen er- scheint bei dem Gutsherrn v. H., der Major v. K., zuuächst um sich darüber zu beschweren, daß die Mannschaften in den Schafstall gelegt seien. Dann entspinnt sich aber folgendes Gespräch: Major v. K.: Ach so, dann hätte ich Ihnen noch zu danken. Diese große Aufmerksamkeit, die Sie durch Flaggen für mein Bataillon an den Tag gelegt haben.... Haft herzerfrischende donnernde Philippika gegen die Sozialdemokratie aus dem Munde des königl. preußischen Regierungspräsidenten(Westpreußen) von Flott well. An Stimme fehlts dem Mann nicht, und an Eifer auch nicht. Noch vor 2 Uhr— also nach nicht einmal einstündiger Berathung— nahm das Haus schon einen Schluß an trag an: die ziemlich verwickelte Abstimmung ergab Annahme des Commissions- Paragraphen mit der Frist bis zum 31. März 1881. Wohl bekomm's! Die Feststellung der nächsten Tagesordnung führte zu einer längeren Geschäftsordnungsdebatte, indem der Abgeordnete Stumm, der durchaus in Arbeiterfreundlichkeit machen will, eine die Grün- dung von Arbeiterinvalidenlassen betreffende Interpellation auf die morgige Tagesordnung ge- setzt wünschte. Dies fand indeß heftigen Wider- stand, und mit großer Majorität wurde Forcken- beck's Borschlag gemäß der morgige Tag für einen Feiertag erklärt und die nächste Sitzung, in wel- cher die dritte Lesung des Sozialistengesetzes be- ginnen wird, auf übermorgen(Freitag) 11 Uhr Vormittags festgesetzt. — Im Reichstage, während der zweiten Lesung des Sozialistengesetzes, zeigten sich die Conservativen schon als Herren der Situation; sie gaben den„Liberalen" keinen Pardon. Der Stock wurde nicht einen Zoll niedriger gehalten, so daß Bennigsen schließlich erklärte, er sei zu angestrengt, er könne nicht über den so hoch ge- haltenen Stock springen. Gut, sagten die Conser- vativen, verschieben wir die entscheidenden Hammel- sprünge bis zur dritten Lesung, dann werdet Ihr „Liberalen" ausgeruht sein und das Springen geht dann besser— aber niedriger halten wir den Stock nicht. Das war die Situation am fünften und sechsten Tage der zweiten Lesung, welcher wenigstens vorläufig die Paragraphen 6 und 16 zum Opfer fielen. In Bezug auf obige Situation sagt die„Magdeburgische Zeitung":„Nun ist aber das Eine sicher, daß das deutsche Volk im Großen und Ganzen, indem es eine Zurückdrängung der sozialistischen Wühlereien und Hetzereien sehnlichst wünscht, dennoch nicht etwa ein heißes Verlangen nach der Rückkehr zu dem Jammer und Elend des bevormundenden Polizeistaates hegt. Das aber ist es, was unsere Conservativen in Wahrheit herbeigeführt sehen möchten."— Den Jammer und das Elend des bevormundenden Polizeistaates wollen die Conservativen herbei- führen— so klagt das liberale Blatt, und dabei freut es sich zu gleicher Zeit, wenn die„Liberalen" im Reichstage die Brücken bauen, über welche der bevormundende Polizeistaat von den Conservativen herbeigcbracht wird. Nichts ist elender und per- fioer, als solcher„liberaler" Jammerruf bei solchen „liberalen" Thaten. — Ein treffendes Urtheil. Die alte „Tante Voß" sagt über die bekannte Rede Barn- berger's im Reichstage Folgendes:„Sie bewies unzweifelhaft das Eine, daß Herr Bamberger lange genug in Frankreich gelebt hat, um sich die Denk- weise der französischen hohen Bourgeoisie anzu- eignen, die willig die Napoleonische Diktatur er- trug und sich einbildete, daß damit die Schrecken des rothen Gespenstes beschworen werden könnten." — Zu deutsch heißt das: Bamberger hat Angst, daß seine Milliarden Nickel durch den Sozialis- mus in Gefahr geriethen, dishalb legt er sich mit dem Bauche auf dieselben und läßt sich die reak- tionären Rückenstreiche gefallen— dieser Held von Kirchheimbolanden. Gutsherr v. H.: Sie täuschen sich, Herr Major! Für Sie war das nicht. Die neue Flagge draußen auf dem Felde ist ein Wahlsieges- zeichen, die andere im Parke, die roth-gelbe, ist dort ständig aufgehißt, sie trägt meine Familien- färben. Major v. K.(freundlich): Was Sie sagen— nein, nein, so ist's nicht. Sie müssen schon er- lauben, daß ich mich durch Aufhängen einiger Flaggen in den Landesfarben revanchire— denken Sie sich das hübsche Ensemble, das sich dann her- ausstellen wird. Gutsherr v. H.: Sehr verbunden; soweit meine Gebäude und Grundstücke nicht dabei in Frage kommen, habe ich natürlich gegen diese Re- vanche nichts einzuwenden. Der Herr Major ruft den Regimentsschneider und ertheilt ihm den Befehl, sofort schwarz-weiße Fahnen anfertigen und über dem Hofthor des Gutes des Hrn. v. H. anbringen zu lassen. Letz- terer, der dies erfährt, protestirt dem comman- dirten Unteroffizier gegenüber, der Protest wird reglementmäßig gemeldet. Am 25. August, Morgens 10 Uhr, wurden die Fahnen an das Hofthor genagelt. Kurz dar- auf läßt der Gutsherr zwei Plakate an das Thor kleben. Das eine lautet:„Eingang für Militär- Personen", das andere:„Obige Fahnen sind gegen meinen Willen auf Befehl des Militärcommandos angebracht." Zugleich wird den Gutsleuten des Hrn. v. H. von diesem verboten, das fahnenge- schmückte Thor zu benutzen, da dasselbe militärisch occupirt sei; er gibt ihnen zum Ersatz einen Weg durch den Park frei, beschwert sich bei dem Major v. K. und sofort persönlich bei dem General v. B.-R. in Hannover. Letzterer verspricht, die Sache zu untersuchen, da er am nächsten Tage zur Besichtigung hinauskomme. Am Abend geht auch noch eine Klage wegen Besitzstörung an das nächste Amtsgericht ab. Ehe wir die Schriftstücke mittheilen, sei er- wähnt, daß in der Nacht vom 25. bis 26. die gelb-weiße Siegesfahne von der Fimme gestohlen wurde. Eine für die Entdeckung des Thäters ausgesetzte Prämie von 50 Mark hatte keine Wir- — Das Sozialistengesetz wirft bereits sehr bedenkliche Schatten voraus. Die„Ger- mania" schreibt: Am Sonnabend Abend unter- hielten sich in einem Berliner größeren Restaurant zwei junge Männer über den von Prof. Wagner herausgegebenen Briefwechsel zwischen Rodbertus und Lassalle und kamen bei dieser Gelegenheit auch auf die letzte Lassalls- Rede des Fürsten Bismarck zu sprechen. Plötzlich erschien der an- scheinend von dem scrvirenden Kellner von dem Gespräch unterrichtete Besitzer des Lokals und er- klärte, daß er in seinem Lokal sozialistische Ge- spräche oder politische Erörterungen nicht dulden könne. So geschehen acht Tage vor Annahme des Ausnahmegesetzes in der Hauptstadt des deutschen Reiches. — Wohl kaum schon dagewesen! In Düsseldorf wurde ein Bürger wegen einer an- geblich vor drei Jahren begangenen Majestäts- beleidigung denunzirt. — Ueber die Bismarck-Sonnemann'sche Affaire schreibt die„Frankfurter Zeitung": „Das Korsische Ungeheuer ist entwischt; der Bandit ist gelandet und so fort in der Abstufung bis zum: Soeben hält Se. Majestät der Kaiser Napoleon unter dem Jubel der Bevölkerung seinen Einzug in die Hauptstadt!"— wer kennt sie nicht, diese Musterleistung des„Moniteur" in den Tagen von der Flucht Nopoleons aus Elba bis zu dessen Einzug in die Tuilerien? An diesem klassischen Beispiel hat sich anläßlich der Affaire Bismarck- Sonnemann die„Magdeburger Zeitung" so cnt- zückt, daß sie beinahe das französische Original erreicht hat. Sie mag es uns selbst darthun. „Magdeburger Zeitung" von Donnerstag 10. Oktober.„Der Reichskanzler hat den Abgeord- neten für Frankfurt in einer Weise angegriffen, die den letzteren auf den Gedanken bringen dürfte, eine einfache Gegenerklärung sei nicht ausreichend. Der Fürst ließ durchmerken, Herr Sonnemann stelle sich mit seiner Zeitung dem französischen Gouvernement zur Verfügung, so daß man aus der„Frankfurter Zeitung" immer am ersten die Intentionen der Pariser Regierung erführe. Für das Zutreffende dieser seiner Be- hauptung bezog sich der Fürst auf ihm zugegangene diplomatische Aufschlüsse, und der Zuhörer mußte den Eindruck gewinnen, als verfolge der Abgeordnete Sonnemann nicht blos im Allgemeinen undeutsche Ziele, sondern er mache sich damit der französischen Regierung dienstbar. Das würde, wie auf der Hand liegt, Landesverrath sein, und entweder ihut Herr Sonnemann Alles, um diesen furchtbaren Bor- Wurf völlig zu entkräften, oder er ist als Mit- glied des deutschen Reichstags moralisch un- möglich." „Magdeb. Ztg." von Freitag 11. Oktober. „Die Angriffe, welche der Reichskanzler gegen Herrn Sonnemann gerichtet hatte, verloren von ihrer Treffkraft durch die Erklärungen, die der Erstere später nachfolgen ließ." „Magdeb. Ztg." von Sonntag 13. Oktober. „Der Zwischenfall Bismarck-Sonnemann ist nicht beigelegt, denn der Reichskanzler hat bisher unterlassen, für seine Behauptungen Beweise beizubringen. Bleiben diese aus, so ist der An- greiser im Unrecht. Der Abg. Sonnemann wird dies vor Schluß der Session voraussichtlich noch ganz ausdrücklich constatiren." Jetzt aber Halt um Himmels Willen, sonst bekommen wir noch etwas von einer„moralischen Unmöglichkeit" zu hören, die Jemanden veranlassen kung. Die schwarz-weißen Fahnen aber blieben bis zum Abzug der Truppen hängen. ** * v. H. an den Major v. K. Abbensen, 25. August. „Auf Ew. Hochwohl. Befehl haben Mann- schaften Ihres Bataillons mein Gebäude dazu be- nutzt, um an demselben Wegweiser, Ortstafeln, Strohkranz und Fahnen anzubringen, obgleich ich rechtzeitig zuvor gegen solche Anbringung Protest eingelegt habe, welcher Protest Ew. Hochwohlgeb. rechtzeitig gemeldet ist. Wenn cch nun auch die Anbringung der erst- genannten drei Gegenstände stillschweigend ge- duldet haben würde, da sie mir in militärischem Interesse nothwendig erscheinen, so muß ich die Anbringung von Fahnen auf Grund Ew. Hoch- wohlgeb. persönlich mir gegenüber gemachter Aeußerungen lediglich als eine unnütze und un- motivirte, gegen meine Person gerichtete Demon- stration betrachten. Die gedachte Anbringung von Gegenständen an meinen Gebäuden charakterisirt sich als eine Besitzhandlung und dadurch als ein unberechtigter Eingriff in mein Eigenthum. War solcher Ein- griff im öffentlichen Interesse nöthig, so mußte zuvor auf Anordnung der Landdrostei nach Maß- gäbe der§§ i und 4 des Gesetzes über die Entziehung des Grundeigenthums das Expropriations- verfahren eingeleitet werden. Ich ersuche daher Ew. Hochwohlgeb. ganz er- gebenst, die sofortige Fortnahme der angebrachten Fahnen befehlen zu wollen und falls ein solches Verlangen Ew. Hochwohlgeb. Rechtsbegriffen mcht entsprechen sollte,'diese Schrift als eine Be- sckwerdeschrift anzusehen und gcneigstenst als solche bis zur höchsten Stelle auf dem instanzmaßcgen Weg weiter geben zu wollen. Hochachtungsvoll v H" Major v. K. an v. H. „0. Quart. Abbensen 25. Aug. Ew. Hochwohlgeb. erwidere ich hiermit auf das mir soeben übersandte Schreiben ergebenst, daß die Anbringung von preußischen Fahnen an Ihrem Hofe(ebenso wie an dem von mir Persönlich be- könnte, das„Wohlwollen" der„gutmüthigen� Richter, so unangenehm es werden kann, in An- spruch zu nehmen. Uebrigens sei constatirt, daß die gesammte Presse Deutschlands und des Aus- landes, soweit sie sich selbstachtend, auf Achtung Anspruch hat, die von uns an den Reichskanzler gerichtete Ladung unterstützt und darin überein- stimmt, daß eine unbewiesene Anklage auf den Ankläger zurückfalle. Wir nehmen natürlich ge- wisse Organe, die sich kein Gewissen daraus machen, sich zu �prostituiren, aus und überlassen dieselben ihrem Schicksal, denn wenn man mit dem Herrn zu thun hat, kann man sich nicht mit den Do- mestiken beschästigen. Erfreulich ist es, daß neuer- dings auch Blätter, die aus ihrer Gegnerschaft gegen den Abgeordneten für Frankfurt kein Hehl machen und noch heute für dessen Rede nur das Epitheton„unwürdig" haben, stch soweit auf An- stand und Recht besinnen, daß sie den Reichskanzler „zur Ordnung" rufen. So der„Hannöveriche Curier" in folgender Weise:„Es ist in Aller In- tereffe, auch in dem des Kanzlers— denn was verbürgt ihm, daß nicht nächstens beim Angriff auf ihn irgend ein Oppofitionsmitglied seinerseits des Antonius„doch Brutus ist ein ehrenwcrther Mann" copirt?—, es ist, sagen wir, in Aller Interesse, daß die verdeckte Anklage, gegen welche der davon Betroffene sich selbst dann nicht wirk- sam vertheidigen kann, wenn er völlig unschuldig ist, nicht parlamentarisches Bürgerrecht erwerbe. Wenn es nicht in der Befugniß des Präsidenten sieht, dergleichen oratorische Torpedos— die am Mittwoch nicht zum ersten Mal angewendet wur- den— aus der Debatte fernzuhalten, so ist es Pflicht der Presse, gegen deren Gebrauch Ver- Wahrung einzulegen." Sollte sich der„Hannöv. Curier" nicht erinnern, wie man eine Kriegführung, die sich allgemein verpönter Waffen bedient, zu charaktensiren und zu bezeichnen pflegt?" In Bezug auf die Aeußerungen Bismarck's im Reichstag am 9. Oktober, die sich gegen den Abg. Sonnemann und gegen die„Frankfurter Zeitung" richteten, giebt jetzt die Redaktion der„Frankfurter Zeitung", nachdem die betreffenden Sätze der Bismarck'schen Rede dem Leser vorgeführt worden find, folgende Erklärung ab: Die Worte haben unzweifelhaft den Sinn, den Abg. Sonnemann und die„Frankfurter Zeitung" als in Beziehungen zur französischen Regierung stehend und deren Interessen namentlich in Fragen der inneren deutschen Politik vertretend erscheinen zu lassen. So sind sie im Reichstage und in der Presse allgemein aufgefaßt worden und die späteren Versuche des Herrn Reichskanzlers, seinen Worten eine andere harmlosere Deutung zu geben, ver- mögen daran nichts zu ändern. Herr Sonnemann für seine Person war sofort in der Lage, die Behauptungen des Herrn Reichs- kanzlerS als willkürliche Erfindung zu be- zeichnen, für die„Frankfurter Zeitung" in gleicher Weise einzutreten, vermachte er nicht, ba nach der Ansicht des Re-chstagspräsidenten der Rahmen der persönlichen Bemerkung ihm dies nicht gestattete. Die Redaktion der„Frankfurter Zeitung" war also genöthigt, selbst ihre Sache gegen Herrn von Bismarck zu führen und sie hat dies sofort gethan, indem sie dem Reichskanzler als dem Ankläger die Beweislast für seine Anklagen auf- erlegte. Wir haben zunächst zu constatiren, daß der Herr Reichekanzler dieser mit jeder Anklage ver- bundenen Pflicht, deren Nichterfüllung die öffent- liche Meinung übereinstimmend dahin deutet, daß der Ankläger nicht im Stande sei, die Wahrheit wohnten) eine Demonstration unsererseits ebenso- wenig hat sein sollen, als Ihrerseits das Auf- j hissen von je einer gelb-weiße:� und gelb-rothen Flagge an weithin sichtbaren Stellen. Die Anbringung von Ortstafeln, Wegweisern u. f. w. ist eine Höhern Orts befohlene Maß- nähme und muß Ew. Hochwohlgeb. ich es voll- ständig überlassen, gegen die hierdurch verursachten Eingriffe in Ihre Rechte auf gesetzlichem Wege vorzugehen— ebenso gegen die durch Anbringung von preußischen Fahnen an dem von Ihnen ge- pachteten Hofe Ihnen zugefügte Eigenthnmsver- i kümmerung. Zugleich bemerke ich jedoch, daß ich die Zu-. muthung nicht verstehen kann, wemen Leuten die Dekoration ihres Quartiers durch preußische■ Farben— eine alte gute Sitte— zu verbieten; und daß es mir unerfindlich scheint, daß in Preu- ßen eine andere Auffassung existire, als daß jeder Hof und mit ihm dessen Besitzer resp. Pächter> sich nur geehrt fühlen könne durch Dekoration des Hofes mit preußischen Fahnen— und um so' mehr Ew. Hochwvhlgeb. selbst, als mir bekannt, I daß Hochdieselben zwei Brüder als Offiziere in der Armce� haben, welche dieser Fahne unver-| brüchliche Treu; geschworen haben. Ergebenst v. K. v. H. an den Generallieutenant v. B.-R. Hannover, Abbensen, 25 Aug. Ew. Excellenz wollen mir gestatten, ein bei meiner Rückkehr heute Abend hier vorgefundenes Schreiben des Hrn. Major v. K. zu überreichen,' dessen Inhalt und Form ich gern vertrauensvoll der Kritik Ew. Excellenz überlasse. Ganz gehorsamst v. H. Generallieutenant v. V.-R. an Herrn v. H. Ew. Hochwohlgeb. erwiedere ich auf gefälliges Schreiben vom gestrigen Tage, mit dem Sie mir- einen Brief des Kön. Major's Herrn v. K. zu meiner Kritik übersenden, daß ich mit diesem letz- I teren mich vollständig in Uebereinstimmung be-- Mit vollkommenster Hochachtung bin ich Ew. Hochwohlg. ergebenster v. B.-R. seiner Behauptungen darzuthun, bis heute in keiner Weise nachgekommen ist. Wir werden, falls es auch ferner nicht geschieht, dies von Zeit zu Zeit erneut constatircn und schließlich an das allgemeine Urtheil dahin appel- liren, daß der Fürst Bismarck sich einer ehrenrührigen Verdächtigung gegen die „Frankfurter Zeitung" schuldig gemacht habe. Eines Weiteren dem Fürsten Bismarck gegen- über bedarf es, so lange er beweisfällig bleibt, nicht; dagegen stehen wir angesichts der Erörte- rungen des Vorfalles in der Presse und der ent- stellten und falschen Angaben über die Verhält- nisse der„Frankfurter Zeitung", die dabei bald leichtsinnig, bald böswillig vorgebracht werden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen, nicht an, Folgendes zu erklären: 1. Die„Frankfurter Zeitung" bezieht von ihren Pariser Correspondcnten, von denen niemals irgend einer in offiziellen oder offiziösen Be- Ziehungen zu einer französischen Regierung gestanden hat, nur die unter Frankreich täg- lich abgedruckten Correspondenzen und De- peschen, welche direkt an den betreffenden Ressortredakteur gelangen und von diesem selbstständig bearbeitet und zum Druck be- fördert werden. 2. Sie bezieht keine anderenJnformationen aus Frankreich, weder von ihren Correspon- deuten, noch von irgend einer anderen Seite. 3. Die Urtheile der„Frankfurter Zeitung" über innere und äußere Politik, wie sie in den Uebersichten und Leitartikeln enthalten sind, gehen von der Redaktion des Blattes aus; die Redakteure des Blattes sind an keinerlei Instruktionen gebunden, unterliegen keinerlei Beeinflussung und genießen vollste Selbstständigkeit des Urtheils. Die„Frank- surter Zeitung" hat keinen Chefredakteur, jeder Redakteur verwaltet sein Ressort nach freiem Ermessen und nur bei wichtigen Phasen der Politik hat er sich in einer Conferenz, in der die Mehrheit entscheidet, der Zustim- mung seiner Collegen zu versichern, zu denen auch Herr Sonnemann gehört. 4. Jede Einwirkung auf die Zeitung gegen die Ansicht der Redaktion oder über die Köpfe derselben hinweg ist somit ausge- schlössen, Beziehungen der„Frankfurter Zeitung" zu irgend einer Regierung müßten hiernach Beziehungen von Redaktionsmitglie- dern zu Personen oder Organen der be- treffenden Regierung sein. 5. Die Leiter des politischen Theiles der„Frank- surter Zeitung" halten es unter ihrer Würde, der etwaigen Insinuation, daß ihnen solche Beziehungen zur französischen Regierung zur Lap fallen, auch nur ein Wort entgegenzu- setzen. Lü»s Grund der vorstehenden Punkte wieder- holen wir, daß die Behauptung, die„Frankfurter Zeitung" unterhalte irgendwelche Beziehungen zur französischen Regierung, eine Verleumdung, jede juristisch unfaßbare Anspielung auf solche Beziehungen, dazu bestimmt, im Publikum den Glauben daran zu erwecken, eine frivole Ver- dächtigung ist. Frankfurt a. M., 15. Oktober 1878. Die Redaktion der„Franks. Ztg." Dr. Karl Bücher. Theodor Kurti. Otto Hürth. Eduard Sack. Dr. Josef Stern. Herr v. H. an das Königliche Amtsgericht Meinersen. Abbensen, 25. Aug. Sehr eilig. Der Herr Major v. K. vom Jnfanterie-Reg. Nr. 67, augenblicklich hier in Abbensen, hat zwei hiesige Gutsgebäude und das zwischen beiden be- legene Thor gegen meinen ausdrücklichen Protest dadurch zur vorübergehenden Benutzung in An- spruch genommen, daß er große Fahnen an den- selben befestigt hat, die die Pferde scheu machen und die Passage durch das Thor für solche hemmen. Da eine solche zwangsweise vorübergehende Benutzung nach den§8 1 und 4 des Gesetzes über Entziehung des Ärnndeigenthums zuvor einer landdrosteilichen Verfügung und der Einlei- tung des Expxgnriationsverfahrens bedarf, so er- suche lch 5lönigl. Amtsgericht als Vertreter der Besitzer jener Gebäude: „Dem Herrn Major v. K. aufgeben zu wollen, daß er sofort jene Fahnen entferne und mich in meinem Besitz nicht weiter störe." Ganz gehorsamst v. H. »* Damit schließt d.ese wahrhaftige Historie. So rnteressant sie der Leser finden mag. Eines wird er an ihr vermissen, die Pointe. Sie hat wirklich, wie die meisten dieses Genres, keine für die Leser. wohl aber für den,„dem sie just passirt". — Spinoza über die Freiheit der Mei- nungsäußerung. Man setz-, daß die Fr'eib.it unterdrückt und die Menschen so geknebelt werden können, daß sie nur nach Vorschrift der höchsten Staatsgewalt einen Laut von sich geben, so wird es doch nie geschehen, daß sie auch nur das denken was diese will, und folglich würden die Menschen anders reden, wie sie denken; die Treue, welche dem Staate so nöthig ist, würde unter- graben; eine abscheuliche Schmeichelei und Un- treue würde dann gehegt und damit der Betrug und der Verderb aller guten Künste. Allein daran ist nicht zu denken, daß Alle so sprechen, — Ein unbestreitbares Verdienst des Fürsten Bismarck ist es, daß er durch seine letzten Reichstagsplaudereien die Herren„Liberalen" und auch die„liberalen" Zeitungen zum Nach- denken angeregt hat. Während diese, wenn sie früher einmal von der Aenderung der heutigen Produktionsweise zu reden gezwungen waren, im- mer die Möglichkeit dieser Aenderung entschieden verneinten und alle Diejenigen, welche dieselbe für sicher und nothwendig erachteten, mit dem Rufe „Utopien!" abspeisten, erklärt jetzt schon die„Mag- deburgische Zeitung" in Bezug auf das Neue, das die„kapitalistische Produktionsweise" ablösen könnte, ganz kleinlaut: „Sollte es sich jemals einstellen, so wird es voraussichtlich, wie wohl auch Herr v. Bennigsen nicht anders annimmt, zuerst auf geräuschlosem Privatwcge sich hier und dort erproben, nicht aber von einem Lassalle der Zukunft einem künf- tigen Reichskanzler gegen Patentvorrechte zum Kauf angetragen werden. Die großen echten Neue- rungen des sozialen Lebens haben nun einmal die Eigenheit, klein und in der Stille anzufangen. Sie schicken keinen Trompeter zum Lärmmachen vor sich her. Sie entwickeln sich unscheinbar und anspruchslos aus dem Bestehenden, anstatt noch vor aller thatsächlichen Bewährung zu fordern, daß man ihnen zu Gefallen alles Bestehende vorab über den Haufen stürze." Welches Eingcständniß! Uns Sozialisten ist es ganz glcichgiltig, auf welchem Wege die Aende- rung der„kapitalistischen Produktion" in die„ge- nossenschaftliche Produktion" sich vollzieht, wenn diese Umänderung nur geschieht. Sollte die Ent- Wicklung der Menschengeschichte den„geräuschlosen Privatweg" vorziehen, wir haben nichts dagegen — nur wird man uns nicht zwingen können, an diesen Weg zu glauben. Wir haben nun einmal die Ueberzeugung, daß der Staat, oder sage man die Majorität der Gesellschaft, die„kapita- listische Produktionsweise" allerdings nach und nach aufheben und eine die Majorität der Gesell- schast nicht ausbeutende, eine auf gerechter Bertheilung der Arbeit und des Consums be- ruhende Produktionsweise einführen wird.„Alles Bestehende vorab über den Haufen stürzen" — das hat niemals ein Sozialist gewollt, das will auch jetzt kein Sozialist; eine solche An- schauung vom Sozialismus spukt höchstens in den Köpfen„liberaler" Redakteure und idiotischer Schreier. — Auf nach Up olu! Die preußische Regie- runo kommt den Auswanderungsgelüsten, die sich in verschiedenen Kreisen unserer Genossen vorgefunden haben, bereitwilligst zuvor. Wir lesen da in einer Correspondenz liberaler Blätter: „Im privaten Gespräch der Reichstagsabge- ordneten wurde die in den amerikanischen Blättern austauchende Nachricht von der Besitzergreifung der Insel Upolu(eine der bedeutendsten Samoa- Inseln) durch das deutsche Kriegsschiff„Ariadne" mit verschiedenen Coinmentaren verschen. Man sagte u. Ä., daß die Vorlage des Sozialistenae- setzes und die Erwerbung der betreffenden Insel nicht auf einem zufälligen Zusammentreffen be- ruhen. Von conseroativer Seite meinte man, daß im Falle einer weiteren Gefährdung der öffent- lichen Sicherheit und Ordnung durch die Sozial- demokraten dem Parlament eine Vorlage zugehen werde, zufolge welcher Personen, die auf Grund des Sozialistengesetzes rechtskräftig zu einer be- stimmten hohen Strafe verurtheilt sind, nach einem außerhalb des deutschen Territoriums belegenen Orte transportirt werden könneu." wie es vorgeschrieben ist; vielmehr werden die Menschen, je mehr ihnen die Freiheit zu sprechen entzogen wird, desto hartnäckiger darauf bestehen und zwar nicht die Geizigen, die Schmeichler und anderen geistigen Schwächlinge, deren höchstes Glück blos darin besteht, daß sie das Geld im Kasten zählen und den Bauch voll haben, sondern die, welche eine gute Erziehung, ein rechtlicher Charakter und die Tugend der Freiheit zugewendet hat. Die Menschen können ihrer Natur nach nichts weniger ertragen, als daß Meinungen, die sie für wahr halten, als Verbrechen gelten sollen, und daß ihnen als Unrecht angerechnet werden solle, was sie zur Frömmigkeit gegen Gott und gegen die Menschen bewegt. Dann kommt es, daß sie die Gesetze verwünschen und gegen die Obrigkeit sich vergehen, und es nicht für schlecht, sondern für recht halten, wenn sie deshalb in Aufruhr sich erheben und jede böse That ver- suchen. Ist die menschliche Natur so beschaffen, so treffen die Gesetze gegen Meinungen nicht die Schlechten, sondern die Freisinnigen, sie halten nicht die Böswilligen im Zaum, sondern erbittern nur die Ehrlichen, und sie können nur mit großer Gefahr für den Staat aufrecht erhalten werden. Auch find solche Gesetze überhaupt ohne Nutzen; denn wer die von den Gesetzen verbotenen An- sichten für wahr hält, kann dem Gesetz nicht ge- horchen, und wer sie für falsch hält, nimmt die sie verbietenden Gesetze wie ein Vorrecht und pocht so darauf, daß die Obrigkeit sie später, selbst wenn sie will, nicht wieder aufheben kann. Per Hlepuökikaner. Jllustrirter Volkskalender für 1379. Herausgegeben von Reinhold Rüegg. Verlag der Volksbuchhandlung w Hottingen- Zürich. Preis 50 Cts. Aus dem reichen Inhalt des gut ausgestatteten Kalenders heben wir als besonders bemerkenswerth hervor: Das schwang- volle Freiligrath'sche Gedicht:„Requiescat!"(Er ruhe!);.Der Sturm auf die Tuilerien am 10. August 1792";„Pestalozzi's Schüler in Spanien";.Aus der chinesischen Arbeiterwelt"; „Jean Jacques Rousseau"(mit Portrait);„Das Trinklied";„Die erste Verfassung der Helvetik"; „Gerächt", Novelle von Maximilian Dittrich, ge- Auch der Abgeordnete, Obergerichtsrath von Schlickmann erklärte am Donnerstag im Reichstag, daß man die sozialdemokratischen„Führer" ex- propriiren könne— jedenfalls ein milderes Wort für„deportiren". Doch— bange machen gilt nicht! Trotz Upolu, dem„deutschen Reich" zum Trotz, lieben wir unser deutsches Vater- land! — Der Republikaner Vermesch, eines der tapfersten Communemitglieder von 1871, ist in London gestorben. Vermesch war Herausgeber des Blattes„?öre Dncbesne". — Die Sozialdemokratie vor dem deut- schen Reichstage. Im Verlag der Hamburger Genossenschafts-Buchdruckerei ist das 2. Heft des bereits annoncirten Werkes:„Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag" erschienen. Dieses Heft enthält den stenographischen Bericht über die Verhandlungen des Reichstages bei der ersten Lesung des Sozialisten- Gesetzes, bildet also für sich ein abgeschlossenes Ganzes. Nach dem Plan der Herausgeber sollen 4 Heftchen erscheinen. Heft 1, das bis jetzt noch nicht erschienen ist, wird die ursprüngliche Regierungsvorlage, dann die Vor- läge, wie sie im Bundesrath umgeändert worden ist, nebst den dazu gegebenen Motiven und An- lagen enthalten. Wie die Verleger mittheilen wird Heft 1 am 17. d. M. erscheinen. Die Hefte 3 und 4 werden je die Verhandlungen der zweiten und dritten Lesung nebst dem endgiltigen Wort- laut des Gesetzes bringen. Der Preis für die einzelnen Hefte ist ein ungemein billiger. Bei der außerordentlichen Wichtigkeit, welche gerade dieses Gesetz und die betreffenden Verhandlungen für unser ganzes öffentliches Leben haben, empfehlen wir das Werk zur weitesten. Verbreitung.— In Hinsicht auf dieses Werk haben wir unsere Reichs- tagsberichte auch möglichst eingeschränkt. — Die Zukunft, zweiter Jahrgang, Heft 1 und 2 enthält: Billiges Brod, von M.— Die Exploitation der Arbeit in Amerika. Von Dr. Geo. C. Stiebeling.— Der Sozialismus und die häus- lichen Arbeiten. Von Joh. Most.— Rezensionen. — Genosse Karl Hirsch soll aus Frank- reich ausgewiesen sein— so berichten wenigstens verschiedene Zeitungen. Uns ist noch keine Nach- richt zugegangen.— In Bezug auf den Pariser Arbeitercongreß werden 39 Personen auf den 22. d. M. vor das Zuchtpolizeigericht beschieden; die Anklage lautet dahin, daß diese 39 Personen seit drei Jahren in Paris einer nicht gestatteten Gesellschaft von mehr als 20 Personen ange- hören. — Das Berliner Kammergericht bestä- tigte am Dienstag die Verurtheilung Dolinski's, Redakteurs der„Berliner Freien Presse", zu füns Monaten Gefängniß. — Parteigenosse und Reichstagsabgeordneter Wiemer schreibt über den Genossen Most in Plötzense- in einem Privatbriefe Folgendes: „....Nach einer langen Wanderung durch verschiedene Höfe gelangten wir an den schon viel- genannten Jsolirflügel, in welchem Most in Sträf- lingskleidung, die Nummer 8 auf der Brust und die Maske vor dem Gesicht, ein beschauliches Da- sein führen soll. Von all den Dingen ist nur das Eine wahr, daß Most im Jsolirflügel sich befindet, damit ihm der Schmuggel mit Lebensmitteln, schrieben im fließenden Tone, fesselnd in der Ent- Wickelung des Stoffes;„Der Papst bei Laune" (Gedicht mit Illustrationen) ec. Wir können den Kalender allen Genossen auf's Wärmste empfehlen. Den Feinden. (Bon einem 72 jährigen Parteigenossen.) I. Ihr wollt mit blinder Witih uns nun vernichten, Die nur nach allgemeinen Rechten jagen; Das Elend unermüdlich warm beklagen, Geduldig nicht auf jedes Glück verzichten. Zur Wahrheit wollen wir das Auge richten, Den schweren Kampf der Ueberzeugung wagen; Die schlimmsten Feinde tückisch nicht erschlagen, Zur ächten Bildung uns die Wege lichten. Das Bölkerleben schafft gewisse Leiden, Wovon Gedanken unvermeidlich stammen, Die Grimm und Gram in kühne Wünsche kleiden. Wir Glückbcraubten streiten treu zusammen, Verlangen jeden Mitgcnnß bescheiden, Wofür die Volksbetrüger uns verdammen. II. Ihr Thoren wähnt: nur Bolksverführer brächten Gedanken uns, die leicht Gewalt vertriebe; Daß jede Wirkung ungefährlich bliebe, Woran die Bürger bald mit Ekel dächten. Die Kraft verdanken wir gewissen Mächten, Der großen, allgemeinen Eigenliebe; Die keinen Tag den Rettungskrieg verschiebe, Wenn wir die schuldbewußten Feinde schwächten. Der Kampf des Lebens bildet uns Gedanken, Wofür das Wissen gute Waffen spendet, Womit wir sprengen überall die Schranken. Wir wollen, daß die lange Knechtschaft endet, Worauf die Völker traurig noch erkranken, Zum allgemeinen Glücke nicht gewendet. Zeitungen u. f. w., den er früher in Plötzense; getrieben, unmöglich gemacht werden soll. Most trägt seine eigene Kleidung, ist frei von all und jeder Zwangsarbeit und beschäftigt sich ausschließ- lich mit literarischen Arbeiten. Seine Behandlung unterscheidet sich nur durch eine etwas strengere Jsolirung von der Behandlung, wie sie unter Anderen auch Bebel zu Theil wurde, der sich darüber nicht zu beklagen hatte. Was also und zwar mit großer Schadenfreude zur Zeit der Wahl über die BeHandlungsweise Most's, als eines „Unverbesserlichen", der statt seines Namens mit: „Nummer 8" angeredet werde, in liberalen Zei- tungen geschrieben wurde, ist nichts Anderes als eine grobe, absichtlich in die Wählerschaft geschleu- derte Lüge— eine eben solch große Lüge, wie die, daß Most in Bacmen- Elberfeld eine mehr- jährige Gefängnißstrafe zu verbüßen haben würde. Wie mir Most mittheilt, ist er wegen der.nkci- minirten Stelle der betreffenden Rede in Berlin bereits freigesprochen worden. Es ist also nicht anzunehmen, daß er in Barmen wegen einer Aeuße- rung bestraft wird, auf welche in Berlin Frei- sprechung erfolgte. Most's Haft in Plötzensee geht am 10. Dezember zu Ende und damit wird iein Strafregister abgelaufen sein. Das Befinden Most's ist den Umständen angemessen ein gutes zu nennen. Die Quellen seines Humors sind nicht im Geringsten versiecht. Die hereinbrechende Reak- tion wird von ihm als ein Prüfstein für die junge Arbeiterbewegung betrachtet und ist er der Ueber- zeugung, daß die Arbeiterbewegung geläutert und gekräftigt aus der Periode der Verfolgungen her- vorgehen wird. Einzelnen Genossen würde aller- dings übel mitgespielt werden, aber zur Ausrottung der sozialistischen Bestrebungen werde die Polizei vergebliche Anstrengungen machen...." CoreesponsenZeK> Erfurt, 14. Oktober. Genosse Schulze, der frühere verantwortliche Redakteur der„Erfurter Volkszeitung", wurde am vergangenen Sonnabend wegen verschiedener Preßvergehen von dem Appel- lationsgericht zu Naumburg zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt. Der von Schulze erhobene Competenz- einwand wurde verworfen, weil er zu spät erhoben worden war. ZZraunfchweig, 15. Oktober. Unser hiesiges Parteiorgan bemerkt sehr treffend: Die Reichs- tagssitzung vom Sonnabend war besonders be- m-.rkenSwerth durch die Rede Reinders', des sozial- demokratischen Abgeordneten für Breslau. Er sprach zu§ 5 in recht wirksamer Weise. Nur beging er— lucus a non lucendo— das„Verbrechen",„mir" und„mich" zu verwechseln. Grund genug für die nationalliberale Presse, wie eine losgelassene Meute zähnefletschender Kläffer über Reinders herzufallen und ihn, nachdem sie ihn sachlich nicht widerlegen kann, in ganz gemeiner Weife ob seiner lückenhaften theoretischen'Bildung zu höhnen. Daß Reinders thatsächlich grammaii- kalische Fehler machte, kann nicht bestritten werden, und er selbst bekannte es freimüthig auf der Tri- büne. Aber in treffender Weise führte er aus, daß für seinen Bildungsmangel Niemand Anderer schuld sei, wie die herrschende Klasse, die nicht will, daß die Arbeiter denjenigen Grad von Bit- dung erlangen, den sie haben sollten. Anstatt daß Regierung und Parlament sich der Aufgabe wid- meten, die Schule zu verbessern und die Geschäfts- läge zu heben, beschäftigen sie sich mit einem Gesetzentwurf, der einem großen Theile der Be- völkerung seine Rechte raubt. Gerade der Um- stand, daß die gesellschaftlichen Einrichtungen so beschaffen sind, daß für unnütze, ja schädliche Zwecke, wie den Militarismus und andere Dinge, Hunderte von Millionen verwendet werden, wäh- rend dem wichtigsten Kulturmittel, der öffentlichen Erziehung, die geringste Sorgfalt und die kleinsten Opfer gewidmet werden, bildet die niederschmet- terndste Anklage gegen die herrschende Klasse. Die Bildung und Erziehung sind ebenso ein Monopol der herrschenden Klasse, wie die Produktionsmittel. Nur der Reiche kann seine Kinder ausbilden lassen, der Arme, der lebenslang mit Entbehrungen zu kämpfen hat, kann die Mittel nicht erschwingen, um seinen Kindern die ihnen nothwendige Aus- bildung angedeihen zu lassen. Kaum daß die Proletarierkinder den primitivsten Schulunterricht genossen haben, müssen sie schon, noch als halb- reife Geschöpfe, zum Unterhalte ihrer mit dem Elend kämpfenden Eltern in der Fabrik arbeiten, oder aber in die Lehre gehen, um dem sich rackernden Vater die Sorge um ihre fernere Er- Haltung zu benehmen. Und der Breslauer Ab- geordnete Reinders ist nichts mehr und nichts weniger wie ein solches Proletarierkind, welches frühzeitig in den harten Daseinskampf hinaus- gestoßen wurde. Ein einfacher, schlichter Arbeiter hatte er, trotz seines Wissensdurstes, nicht die Ge- legenheit und nicht die Mittel, sich eine höher- Schulbildung anzueignen. Das bescheidene Maß von theoretischem Wissen, welches er besitzt, hat er sich durch eigenen Fleiß, durch eifriges Selbst- studium angeeignet, trotzdem hat er sich nie höher gedünkt, wie ein einfacher Arbeiter, und auch die Breslauer Wählerschaft hat ihn eben nur als einen durchaus würdigen Repräsentanten der Arbeiter- schaft zu ihrem Vertreter im Reichstage erkoren. Daß er mit Geschick und Würde seinen Platz im Reichstage einnimmt, beweist seine in meritorischer Beziehung treffliche Rede, die jedem Parlamen- tarier Ehre machen könnte. Sein Auftreten zeugle für natürliche Beanlagung, welche nur der aus- bildenden Hand entbehrte. Allein ihm einen Vorwurf daraus machen, heißt Ursache init Wir- kung verwechseln. Denn märe Reinders Sohn wohlhabender Eltern, hätte er Gelegenheit gehab:, Gymnasium und Universität zu besuchen, dann könnte er auch in der Redeform sich auf gleicher Höhe mit, sagen wir Gneist oder Lasker, bewegen. Keineswegs aber gereicht es dem deutschen Par« lamente zur Schande, daß einfache Arbeiter in ibm Platz finden. Der Reichstag soll, dem all- gemeinen Stimmrecht nach, der getreue Ausdruck aller Bevölkerungsschichten sein. Zur Bevölkerung gehören aber auch die Arbeiter, und sie üben ihr Recht dann im richtigen Sinne aus, wenn sie einen Repräsentanten ihrer Klasse, das ist einen Arbeiter, der für ihre Leiden ein H-rz hat und mit ihren Interessen aus eigener Anschauung ver- traut ist, wählen. Nicht darum handelt es sich, im Reichstage schöngedreckselte, zweideutige Phrasen in klassische Formen zu kleiden, sondern die Rechte, Freiheiten und Interessen der Wähler zu wahren. Eine Schande ist nur, daß der deutsche Reichstag, anstatt sich mit der öffentlichen Wohlfahrt zu be- schäftigen, anstatt die Kultur durch Hebung des Schulwesens zu fördern und auch den Arbeiter- lindern die erforderliche Schulbildung durch obli- gatorischen und unentgeltlichen Schulunterricht zu ermöglichen, sich mit einem Gesetz beschäftigt, welches den graben Gegensatz zur Förderung der Kultur bildet und den Arbeitern sogar das Recht der freien Meinungsäußerung zu rauben be- stimmt ist. Dresden, 13. Oktober. In der Donnerstags- Nummer des„Dresdner Anzeigers" befindet sich folgende Annonce:„Zu kaufen gesucht werden etliche Häuser zwischen Albertbrücke und Schützen- kaserne, Preis bis 25,000 Thlr., mit Hinterraum und wenig Hypothekbelastung; nur dürfen darin keine Sozialdemokraten wohnen. Jnteres- senten wollen Adressen unter ill. 99 bis zum 15. d. M. in den K. S. Adreß-Comptoiren nie- verlegen." Dresden, 15. Oktober.(Max Hirsch in Dresden.) Die Dresdner kannten den Apostel der„Bildung" und„Harmonie" bisher nur aus Zeitungsberichten und Quatsch-Broschüren, wer wollte uns also verdenken, daß wir ungeheuer gespannt auf sein Erscheinen waren? Und so hatten wir uns bei Eröffnung des zweiten anli sozialdemokratischen Congressts im hiesigen Gewerbehaussaale zahlreich eingefunden; die 52 De- putirten von 46,700 Mitgliedern hatten in der Saalmitte Platz genommen, während man uns unter Ausnahmegesetz stellte, d. h. die Seiten- galerien zum„Hören" anwies. Unter Denen, so da„auch" ein warmes Herz für die„Auch- Menschen,, haben, begegneten wir den auffälligsten Gestalten; so Advokaten, die gegen„christliche" 24 Prozent Baugelder vorschießen, um die Bauunternehmer alsbald bankerott gehen zu lassen, Bankiers, denen erzfaule Gründungen mit Kracherfolg dutzendweise nachzuweisen sino, u. s. w.— Als„Max" auf der Tribüne zum Vortrage über„die wahre Be- kämpfung der Sozialdemokratie" erschien, srugen wir uns Alle erstaunt, ob dies Hirsch sei. Halb salbungsvoller Pastor, halb behäbiger Spießbürger. wie er uns erschien, entsprach er anfangs nicht unseren Vorstellungen von dem„Charlatan", allein wir sollten bald den Beweis erhalten, daß er wirklich„Charlatan" ist. Mäxchen begann, seine halbstündige Rede ablesend, mit den bekannten zwei Unthaten, die das Sozialistengesetz geboren haben, und meinte, er habe gleich beim Auftreten der Sozialdemokratie deren Gefährlichkeit erkannt. Er sprach von der Bereitwilligkeit seiner Anhänger, sich dem Gesetze zu fügen,„wenn nur die th euren Freiheitsrechte(jedenfalls hat er Freiheits- Reste sagen wollen) uns erhalten blieben." Hier- auf folgte der jedem Schuljungen geläufige Witz. die Sozialdemokraten hätten zugenommen„wie der Coloradokäfer". Die Sozialdemokratie habe eine„frivole Erweiterung" durch Bismarck ersah- ren, sie sei die„häßlichste Form des Sozialismus". In diesen Sprüngen bewegte sich der Gedanken- gang Mäxchen's noch ein Weilchen, bis endlich das Längsterwartete kam: die Bildung! Dem Arbeiter könne nur durch„Bildung" geholfen werden. Bei dieser Stelle brach urplötzlich ein homerisches Lachen unter den Arbeitern unserer Richtung aus. Erstaunt hielt Mäxchen einen Mo- ment im Vorlesen inne, die Herren Borstände bis Congresses blickten erstaunt um sich; ihr Auge schien zu fragen, wie man bei diesem Satze lachen könne. Allein unsere Leute wußten sehr wohl warum: ist doch dieses Wörtchen das Evange- lium, an dem die Arbeiter sich sättigen, bei dem sie die soziale Frage vergessen sollen. Bessere Auswahl des„Wissens", anregender Unterricht zum Selbstdenken, nicht bloße Gedächtnißübungen, wie solche nach den Sckulregulativen angeordnet find, verlangte Hirsch.„Die Sozialdemokraten sind aus den Regulativen herausgekom- men", fuhr er salbungsvoll und in consequenter Weise, die wahren Ursachen der Sozialdemokratie verleugnend, fort. Bismarck habe seinerzeit die Frage der Produktivafloziationen ventilirt, er könne daher wenigstens dafür sorgen, daß jedem Kinde ein„geistiges Kapital" mitgegeben werden könne. Er führt nunmehr die Fortbildungsschulen in's Feld, in denen Berfaffungskunde gelehrt werden muffe, damit sie nicht von den Sozialdemokraten in„entstellter Form" gelehrt werde; sodann will er richtige Nationalökonomie gelehrt wissen(offen- bar die Viktor Böhmert'sche, der sich Max am ehesten assimilirt). Folgt nunmehr ein Lob der Fabrikinspektoren, ein Tadel der Sonntags- und Nachtarbeit, der Frauenarbeit, bei welcher Gele- genheit er, wahrscheinlich eingedenk der praktischen Bethätigung seines Freundes Duncker in Hinsicht der Frauenfraqe, die Frau als„Hüterin der Sitte und schönen Menschlichkeit" preist. Nunmehr schüttet er das Füllhorn seiner öko- nomischen Weisheit über die Versammlung aus. „Der Lohn ist der Maßstab des Lebens für die große Masse des Volks", erklärte er wörtlich; daß der Lohn aber Per Maßstab des Sterbens für die große Masse des Volks" ist, hat er vergessen hinzuzufügen.— Noch ein Hieb und ein Sprung in die Luft und— die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit ist hergestellt.„Man muß leben und leben lassen"— mit diesen Worten voltigirte er über die Misere des gegenwärtigen Lohnsystems hinweg. Soll ich noch hinzufügen. was ein Jeder bereits weiß, was nun folgt? Selbsthilfe, Gewerkvereine, gleichmäßiges Bor- gehen der Arbeiter und Arbeitgeber. Voila tont! Schwaches Klatschen, starkes Zischen und Zu- rufe wie„Krachgesellschaften",„Roßwein, Frei- berg"! folgt der R-de. Hirsch verschwindet von der Tribüne, der be— rühmte Roth aus Chemnitz betritt dieselbe.„Ich mache die anwesenden So zialdemokraten darauf aufmerksam, daß sie nur „Gäste", nur„geduld-t" sind"; doch man ruft ihm mit Recht zu:„Oeffentlich, öffentlich!" Mäx- chcn schwingt stcv wieder auf die Tribüne:„Sie, meine Herren Sozialdemokraten, können noch etwas lernen—"—„Odo, obo!" tönt es zurück; was kann von Max Hirsch auch Lehrreiches kommen? Bald darauf verließen die Hunderte der Sozial- demokraten den Saal, die„Zehner" der Hirsch- Duncker'schen Richtung blieben zurück. So begann dieser zweite Congreß mit dessen Bankerott, und als am Montage Max Hirsch den Anti-Congreß schloß, war er bereits in Ver- wesung übergegangen, was sich in Folgendem do- kumentirte: a) Em Theil der Ehrenhalber Einge ladenen war nicht erschienen, d) Ein großer Theil der Deputirten war nicht erschienen, beziehentlich wieder fortgelaufen, o) Die fortschrittlichen„Ar- beitersreunde" befanden sich im Widerspruch mit den liberalen„Arbeiterfreunden", ä) Der gewählte August Walter(Dresden), zweiter Borsitzender, lehnte die Wahl ab und soll am Montag in sei- nem„Gewerkoerein" sich gegen die meisten Punkte des Hirsch Du-'cker'schen Programms erklärt haben. e) Ein D putirter erklärte, daß dieser(zweite) Congreß verfehlt sei, wie der erue. k) Die Refe- renken über einige Congreßpunkte hielten es nicht für nöthig, anwesend zu sein, als man sie brauchte, u. s. w. u. s. w. Max Hirsch aber hat die Mäßigung, die ihm seitens der hiesigen Sozialdemokraten entgegen- gebracht wurde, nicht verdient. Die unfläthigen Angriffe auf eine Partei, die zehnmal mehr in ihren Eingeweiden verdaut hat, als Herr Max Hirsch in seinen Gehirnzellen entwickelt, bätten eine ganz andere Würdigung verdient.„Frech" nannte er uns mit hochrothem Gesichte,„anmaßend und im höchsten Grade unverschämt", und seine Epigonen Schloßmacher je. standen hinter ihm nicht zurück. Und wie soll man seine Bemerkung nennen, daß wir, die Soz aldemvkratie, die „Reaktion erst heraufbeschworen hätten"? Ich glaube, es giebt nur eiuen Ausdruck dafür: Hirsch hat das wider besseres Wissen gelogen! An- dernfalls könnte er sich sein Lehrgeld über die bezahlten Smnden der Logik wiedergeben lassen; und seine Erklärung:„Die Sozialdemokratie ist die häßlichste Form des Sozialu nius" ist mit ungleich größerem Rechte dahin»u bestimmen, daß die Hirsch-Duncker'fche Richtung die hench lerischste Form ist, in der dem armen Arbeiter unter der Maske, ihm zu helfen, sein Verdienst aus der Tasche eskamotirt wird.— Wahrlich, wenn man meint, die Sozialdemokratie durch Ausnahmegesetze in ihre Atome aufzulösen, mithin wenigstens damit anerkannt wird, daß sie Etwas ist, so muh andererseits nicht minder zugestanden werden, daß bei den Hirsch- Duncker'schen Bestre- Hungen ein Aehnliches nie nöthig wird, weil sie Nichts sind und an ihrer eigenen Erbärmlichkeit zu Grunde gehen müssen. g. Krankfurt, 13. Oktober. Unser„Beobachter" kannegießert fort. Es heißt da jetzt wieder im „Sprechsaal": „Geehrte Redaktion! Gegen die Bemerkung, welche Sie an den Schluß meiner Einsendung anknüpfen, hätte ich eine Einwendung zu machen. Ich unterlasse dieselbe, weil ich Ihnen nicht zu- muthen kann und will, in Ihr Blatt Einsen- düngen aufzunehm-n, welche die ausgesprochene Anficht der Redaktion bekämpfen. Ich schreibe Ihnen lediglich, um Sic um eine Auskunft zu bitten. Sie sagen, es kämen im Testamente von Lassalle Legate an Kapitalien:c. vor, die L. gar nicht besessen habe. Ich habe dies bis jetzt noch niemals weder gehört noch gelesen. Doch bin ich überzeugt, daß Sie Ihre Be- hauptung nicht ausgesprochen haben würd n, wenn Sie dieselbe nicht aus guter Quelle geschöpft haben würden. Da ,ch mich für den Gegenstand sehr interessire, geht meine Bitte dahin, mir anzugeben, wo man sich über den fraglichen Punkt unterrichten kann. In der Hoffnung, daß Sie die Belästigung nicht verübeln, empfehle ich mich. Hochachtungsvoll w." Und auf diese vernünftigrn Fragen ertheilt die Redaktion des„Beobachter" folgende Antwort: „Die bezüglichen Stellen d-s Lassallc'schen Testaments sind vor einiger Zeit durch die Blätter, insbesondere durch Berliner Blätter, veröffentlicht worden; es kommt darin u. A. auch ein Legat von 800 Thalern Jahresrente an Lothar Bücher vor, ingleichen andere ähnliche Legate; es ist aber notorisch, daß Laffalle kein Kapitalvermögen, am Allerwenigsten in der dem Testament entsprechenden Höhe, hin- terließ. Red. d. Beob." W.nn mit dieser Antwort der Einsender zu- frieden ist, so ist er— ein Narr. Er verlangt Beweise und erhält die Antwort:„Es ist noto- risch". Wenn man auch des Näheren ausein- andersetzte, in welchen Bermögensver Hältnissen Lassalle sich befand und daß er wohl ein Vermögen in der dem Testament entsprechenden Höhe besaß, der„Beobachter" würde dies doch seinen Lesern nicht bringen. Er brachte seiner Zeit auch die Nachricht, Lassalle habe vom arbeitenden Volke gesprochen:„Man muß dem Mob etwas bieten." Nachdem die Unwahrheit dieser Be- hauptung nun längst nachgewiesen ist, rektifizirt sich der„Beobachter" natürlich nicht. Hteicheuöach i. B., 12. Oktober. Am 7. Oktober starb hier plötzlich der auch ferneren Parteige- nossen bekannte Freund und Förderer unserer Sache, August Seidel, im 55. Lebensjahre. Der Verstorbene war es, welcher nebst M. Löscher im Jahre 1865 die Arbeiterbewegung in hiesiger Stadt in's Leben rief und durch alle Stadien hindurch bis zu seinem Tode leitete. Der Arbei- terbildungsverein, Consumverein und Bolksverein, die sozialistische Partei:c. zählten ihn zu den tüchtigsten Vorstandsmitgliedern. Der Verlust trifft den hiesigen Platz um so schwerer, als sich seit einigen Jahren die rednerischen Kräfte durch Tod, Abreise u. s. w. verringert haben. Der Verstor- bene war ein Ehrenmann durch und durch und machte sich durch Treue und Standhastigkeit um unsere Sache verdient. Die arbeitende Bevölke- rung zollte ihm Dank und Anerkennung durch zahlreiche Betheiligung am Begräbniß. Ehre seinem Andenken! Die Parteigenossen in Reichenbach. London, 12. Ottober. In der letzten General- Versammlung des Communistischen Arbeiter-Bil- dungsvereins wurde auch der Bericht des ver- flossenen Jahres abgelegt und will ich es als von Interesse hervorheben, daß die Einnahmen des- selben die Summe von 5000 Mark überstiegen, wovon 2000 Mark für Unterstützungen verausgabt wurden. Auch hat der Verein seit dem letzten Vierteljahre seine Mitgliederzahl mehr als ver- doppelt und zählt momentan 225 Mitglieder. Wir erfreuen uns eines beständigen Wachsens.— Da ich mit Geschäften überhäuft bin, so konnte ich das Amt eines correspondirenden Secretär nicht wieder übernehmen und wurde Bürger Keck zu diesem Amte erwählt, an welchen von jetzt ab alle Correspondenzen zu richten sind. Dessen Adresse ist: I. Keck, 6 Rose Street, Soho Square, London W.— Zum Kassirer wurde Bürger Kamann wieder erwählt. Derselbe ist bereit, jed- wede Zusendung von Unterstützungen für die deut- schen Gemaßregelten entgegenzunehmen und an die richtige Adresse zu befördern. Dessen Adresse ist: I. Kamann, 54 Windmill Street, Haymarket. Mit bestem Gruß F. I. Ehrhart. An unsere Londoner Freunde und Genossen! Der Communistischc Arbeiter- Bildungsverein hat beschlossen, zu Weihnachten eine Verloosung zu arrangiren zu Gunsten der deutschen Jnhaftirten und Gcmaßregelten. Daß ein derarttges Vorgehen nicht allein zeitgemäß, sondern zum dringenden Bedürfniß geworden, glaube ich, wird Niemand in Zweifel ziehen. Ich ersuche deshalb namentlich auch jene Männer, die unserer hiesigen Organi- sation fern stehen, die sich aber zur sozialistischen Sache bekennen, daß auch an sie jetzt die Reihe kommt, bei den Massenmaßregclungen unserer deut- schen Brüder helfend uns beizustehen. Zur Er- leichterung haben wir obige Verloosung veranstaltet. Es werden zu derselben Geschenke bereitwilligst entgegengenommen bis längsten« den 21. Dezember in unterzeichnetem Lokale, woselbst auch die Ver- loosung am 25. Dezember, Abends 3 Uhr, statt- findet. Die Loose kosten pro Stück 6 Pence.— Wir hoffen, daß alle unsere Freunde bemüht sein werden, uns in die Lage zu versetzen, daß wir unseren vielgeprüften deutschen Genossen ein im- posantes Weihnachtsgeschenk, den Gegnern zum Trotze übermitteln können. Mit bestem Gruß F. I. Ehrhart, 6, Rose Street, Soho Square, London W. Briefkasten der Expedition. B. I. Ptr Zschortau: Ihre Schrisiendestellung beträgt 29,30. „Diutscher m Genf." Nicht angekommen. Senden Sie du Postquötuug: A. Baumann, Kaiser Franz- Grenadier-Pwtz 8», Berlin. rCrtln Sonntag, den 24. November, findet in VL/vllt der Restauration„Zum Schiffchen" am alten User eine außerordentliche Generalvcrsamm- lung der Mitgluder der Genoffenslyaftstischlerei (E Gen.) statt.(F. 65) T.-O.: Die Liquidation.(2aj 240]_ Der AufsichtSrath. Roh- Tabak. Domingo 45 55. Blatt 120 Pf.(84 Brasil 60 70. 80. 100. do. Blatt 6-7 Pfd. deckend 130 Pf. Seedleaf 45. 50. 55. do. Blatt 80. 100. 120-180 Jara 90, 150. 160. 180. 250 Pf. Palmyra 130 135. 170. Bio Grande 60 Pfa. Carmen 80. 100 120. Saratow 40 Pf.[3,30 Ferd. Gäljens, Altona, Rathhausmarkt 36. Mit 1. Oktober begann der 4. Jahrgang des in einer Auflage von 40,000 Exemplaren erscheinenden illnftrirten Familienblattes Die Neue Welt. Wöchentlich 1'/. Bogen. Preis viertelj. M. 1»M. In Heften ä 30 Pf. Alle diejenigen Gesinnungsgenossen, welche �ete- genheit haben Sammelmaterial in Bereinen, Werk>tätten Wirthschasten und Familien zu verbreiten, werden drin- g-nd um sofortige Angabe ihrer Adresse und der Zahl der ihnen zu sendenden Exemplare gebeten.— Eine entsprechende Subscriptionsliste(Abonnenten-Sammel- liste) wird in mehreren Exemplaren der Sendung bei- gefügt. Die Freundschaft und Anhänglichkeit unserer so großen Leserzahl wird uns noch weitere Bolkskreise er- schließen Helsen— darauf meinen wir mit Sicherheit rechnen zu dürfen. � Expedition der„Neuen Welt", Leipzig, Färberstr. 1211. Nächstens erscheint dreimal wöchent- lich in Leipzig: „Die Reform" Organ für allgemeine Volksintereffen. Alles Nähere wird seiner Zeit mitgetheilt werden._ Ordentliche Generalversaramlunff der � Geuossenschasts-Snliidrllcktrei;u Kiel lEingctragene Genossenschaft) am Sonntag:, d. 3. November d. J., Vormittags von 11. Uhr an Im Lokale des Hrn. Karstedt, ,, Volkshalle" in Neumünster. Tagesordnung: 1. Vorlage der Jahresrechnung und ev. Dechargeertheilung. 2. Vorstandswahl. 3. Wahl des Aufsich'srathes. 4. Antrag Walther auf Aenderung des Z 30, Abs. 2 des Statuts und zwar dahingehend, daß es heißt:„Alle diese Aufforderunzen, Einladungen und Bekanntmachung-n geschehen in folgenden Zeituu- gen: 1)„Vorwärts" in Leipzig, 2)„Hamburg-Altonaer VolkSblatt" in Hamburg; sollte aber eine dieser Zei- tungen eingehen, so genürt es, wenn dieselben in der nachbleibenden Zeitung veröffentlicht werden und gelten damit zc."(26) Kiel, den 9. Oktober 1878. Der Vorstand. Carl Ang. Rau. Hcinr. Dickmann. H. Walther. Die Genossenschaftsmitglieder, welche sich auf obiger Generalversammlung vertreten lassens, wollen nach nachstehendem Formular ihre Vollmacht ausstellen, da nur so ausgefertigte Bollmachten anerkannt werden. Der Vorstand. Bollmacht. Hierdurch bevollmächtige ich Herrn......... in...... mich auf der am Sonntag, den 3. No- vember d. I., in Neumünster im Lokale des Herrn Karstedt(Volkshalle) stattfindenden ordentlichen General- Versammlung der Genossenschasts-Buchdruckerei zu Kiel, eingetragene Genoffenschaft, zu vertreten. ....... den.. ten........ 1878. (Unterschrift) Im Verlage der Genosscnschaftsbuchdrnckerei zu Hamburg(E. G.) ist soeben erschienen: Die Sozialdemokratie vor dem deutschen Reichstag. Erste Berathung des Eelehentwurfs gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Zozialdemokratie. II. Heft. Inhalt: Stenographischer Bericht über die Reichstags- Verhandlungen am 16 u. 17. September 1873. Preis einzeln M. 0,35. In Partien von min- bestens 12 Stück:i M. 0,25. Lieferung nur gegen baar(vorherige Einsendung des Betrag«�, da Nach- nähme zu theuer ist) Das I. Heft enthält den Gesetzentwurf nebst Motiven und Anlagen. Dasselbe erscheint am 17. Okt. und kostet M. 0,1 5. I» Partien von mindestens 12 Stück d M. 0,10. lieber das III. u. IV. Heft Näheres später. Bestellungen erledigt sofort: Expedition des„Vorwärts". Herren- u. Frauen-Unterhosen, mittelgroß und ganz groß, bester Qualität und dauer- Haft genäht, empfehle 6 Pfänder(Gewicht per Dutzend u. leuchte Sorte) per Paar SO Pfg., 8 Pfänder(mittel- schwer) a Mk. IM 10 Pfänder(schwer) i Mk. 1,30„ 12 Pfänder(ganz schwer) ä Mk. 1,50 und 14 Pfänder (extra schwer) ä Mk. 1,70. Bei Abnahme von min- bestens i/2 Dutzend erfolgt frankirte Zusendung. Wie- dervrrkäufer erhalten Rabatt. Preisliste und Muster stehen fär sämm'liche Sorten zu Diensten.(9b) Bntlmsar Rösle jr., Strumpfwaarenfabrikant, 3,101 in Giengen a. Br.(Württemberg). Soeben erschien im Selbstverloge des Verfassers und ist durch uns zu beziehen:(2a) Ein Beitrag zu der Lösung der �pothekersrage von Otto Vppler, Apothekergehilfe. Mit statistisnen Uebei sichten über 1) die Arbeitspreise von 10,000 Recevteu; 2) die Menge, den Werth und den Erlös von 25- der gangbarsten in den 10,000 Recepten enthal« tenen Heilmittel.,(4,20 Preis vro Exenivlar 50 Pfg. Für Buchhändler� angemessenen Rabatt. Expedition des„Vorwärts". Bei C- Grillenberger in Nürnberg erscheint in den nächsten Tagen und ist durch alle Buchhandlungen und die Expeditionen befreundeter Blätter zu beziehen: Deutscher Z röeiter-AoiizKal'ender für das Jahr 1879. llVz Bogen stark, in Taschenbuchformat, gebunden. Inhalt: Kalendarium. Die für Gewerbetrei- bende und Arbeiter wichtigsten Bestimmungen der ReichS-Gewerbeordnung'(Novelle vom 18. Mai 1878, in Kraft tretend am 1. Januar 1879); Haft- pflichtgcfetz; Lohnbefchlagnahmegefetz; Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes n. die Form der Eheschließungen; Bestimmungen über den Postverkehr. 6 Bogen Schreibpapierfär Tagesno- tizen mit Geschichtskalender sur jeden Tag. Oreis 50 Pfg. Bei Partienabnahme Rabatt. 6,00 Unserm Mitkämp'er Heinrich Sicvers zu seinem 30. Wiegenfeste ein donnerndes— Steh fest und wanke nicht!—B. Veranrw. Redaklcur: Franz Gütziaff-n Lttpzrg., Redaktion und Erpedinon Färberstr. 12. II. in Leipzig. Druck ir. Verlag der H-nost-.nschaslsbuchdruckerei in Leivzig.