№ 86. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. alle Bestellungen nehmen Bostanstalten und Buchhandlungen des In- und Auslandes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 18, F. Thiele, Emilienstraße 2, Mittwoch, den 26. Oktober. Der Volksstaat 1870. Abonnementspreis Für Preußen incl. Stempelsteuer 16 Ngr., filr die übrigen deutschen Staaten 12 gr. per Quartal. Agent für London A. Duensing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. Filialerpedition für die Verein Staaten: F.A.Sorge, Box 101 Hoboken N.J. via Newyork Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschaften. Brot. ( Nach Pierre Dupont.) Wenn am Gestad' und in den Lüften Sich keine Mühle mehr bewegt; Wenn müßig weidend auf den Triften, Der Esel teinen Sad mehr trägt: Dann, wie ein Wolf, am hellen Tage Kühn tritt der Hunger in das Haus; Ein Wetter rüstet sich zum Schlage Und durch die Luft geht ein Gebraus. Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Der Hunger kommt vom Dorf gegangen, Einzieht er durch der Städte Thor; So haltet ihm doch Eure Stangen Und Eure Trommelstöcke vor! Troß Pulver und Kartätschenschauer Rasch wie ein Vogel ist sein Lauf Und auf der allerhöchsten Mauer Pflanzt er sein schwarzes Banner auf. Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Laßt Eure Söldnerhaufen kommen In gleichem Schritt, mit gleicher Wehr! Der Scheuer und der Flur genommen, Hat Waffen auch des Hungers Heer; Es reißt die Schaufel aus der Scholle, Die Sense reißt es aus dem Korn; Sogar des Mädchens Brust, die volle, Bocht an die Kolbe ihren Zorn. Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Packt, in des Volkes muth'gen Reihen Wer Sichel oder Flinte trägt! Laßt immer das Gerüst uns dräuen, Auf dem das Beil den Kopf abschlägt! Hat es in finstrer Schauer Mitten, Hat es, die Luft durchzuckend scheu, Der Opfer Leben nun zerschnitten, Dann thut ihr Blut noch diesen Schrei: Ihr dämpft den Zoruruf, o Despoten, Des Voltes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Brot thut uns Noth! Brot muß man haben! Wie Luft und Wasser thut es Noth! Wir sind des alten Herrgotts Raben: Was er uns schuldet, ist das Brot! Doch seht, die Schuld ist abgetragen: Er gab uns Land zur Aehrenzucht, Und kann nicht noch zu allen Tagen Die, Sonne reifen uns're Frucht? Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Die Welt ist halb noch wildniß eben Und sollte doch aus Korn und Mais Ein blonder Gürtel sie umgeben Vom Pol bis an den Wendekreis! Laßt uns der Erde Schoß zerreißen! Laßt uns wir schlugen uns genug! Laßt uns des Krieges schneidend Eisen Verwandeln in den stillen Pflug! Des Volkes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Ferdinand Freilig rath. An die Parteigenossen! ribaldi glücken, eine größere Anzahl von Truppen in die Nähe von Metz zu bringen, so tann Bazaine, wenn er ehrlich ist, sich mit ihm vereinigen nnd die französische Republik hat eine schlagfertige Feldarmee. Wir wissen aus sicherster Quelle, daß man dies im preußischen Hauptquartier befürchtet. Hinsichtlich des Ausgangs der Friedensverhandlungen Der Abonnentenstand des„ Volksstaat" hat auch in diesem können wir, statt uns in Conjekturen zu ergehen, nur wiederQuartal einen bedeutenden Ausfall erlitten. Das Verbot des holen, was wir bei Gelegenheit der Besprechungen zwischen Blattes im ganzen Norden Deutschlands, die massenhafte Ein- Favre und Bismard gesagt: Das Interesse der preußischen ziehung von Parteigenossen in das Heer, die Arbeitslosigkeit Junker erheischt die Vernichtung der französischen Republik, und der damit zusammenhängende Mangel an Verdienst machen und sie werden sie vernichten, wenn es in ihrer Macht steht. dies erklärlich. Die finanzielle Stellung des Blattes ist dadurch Steht es in ihrer Macht? Das ist die Frage. eine äußerst schwierige geworden. Wir richten deßhalb hiermit aufs Neue die Aufforderung an die Parteigenossen, aufs kräftigste das Blatt nicht allein durch Abonnements sondern auch durch Geld zuschüsse materiell zu unterstützen. Nach dem indirekten Eingeständniß der preußischen Junker selbst- Nein. Und dies bringt uns zu der zweiten Thatsache, die wir zu Anfang hervorhoben: Das preußische Junkerthum ist mit dem Gang des Krieges unzufrieden. Es erhellt dies aus dem sichtlich verstimmten Ton der neueren offiziösen Von Seiten der Verwaltung ist selbstverständlich Alles ge- und offiziellen Kriegs- Correspondenzen und Leitartikel, es erhellt schehen, um die Ausgaben auf das Aeußerste einzuschränken. dies vor Allem aus dem mehr und mehr zu. Tag tretenden Seit Ausbruch des Krieges ist der Gehalt der Redaktion erheb: Widerspruch der offiziellen Kriegstelegramme mit der lich vermindert worden und der Gehalt der Expedition ganz in Wahrheit. Hiervon nur einige Beispiele: Eine Depesche Wegfall gekommen; ferner sind die Honorare für auswärtige Gambetta's verkündete, daß die Pariser am 13. d. einen glückCorrespondenzen fast gänzlich gestrichen und noch sonstige Er- lichen Ausfall gemacht hätten. Herr Podbielski erklärte, der sparnisse in dem Vertrieb des Blattes eingeführt worden. französische Ausfall sei mit Leichtigkeit und deutscherseits bloß Die dadurch erzielte Minderausgabe beläuft sich auf ca. mit einem Verlust von 19 Mann zurückgewiesen worden, und 130 Rthlr. per Quartal. Daß das Blatt öfters nur im hal- bezeichnete das Gambetta'sche Telegramm ziemlich unverblümt als ben Umfange erscheint, hat außerdem die Druckkosten nicht un- Schwindel. Jetzt steht aber fest, daß Gambetta im Wesent= erheblich vermindert. Den Raum noch mehr einzuschränken, ist Lichen Recht hatte. Am 14. fand abermals ein Ausfall indeß nicht möglich. Die gegenwärtige bewegte Zeit liefert aus Paris statt, der wiederum nicht nachtheilig für die Franmassenhafteres und wichtigeres Material als sonst, und gegen zosen war und in dem sich der beiderseitige Verlust nach einer über dem Chauvinismus, welcher mit sehr wenig Ausnahmen Correspondenz des ,, Frankfurter Journals" auf 2-3000 Mann die gesammte Presse ergriffen, hat und die öffentliche Meinung belief. Dieser Ausfall existirt für den offiziellen corrumpirt, ist mehr denn je eine möglichst ausführliche Dar Nachrichtenverfertiger nicht; bis auf den heutigen legung unseres Standpunktes geboten. Tag hat Herr Podbielski es nicht der Mühe werth erachtet, Das Parteiorgan hat, wie zahlreiche Anerkennungsschreiben, auch nur ein Wort darüber zu sagen. auch aus Kreisen, die sonst mit uns nicht einverstanden waren, Die neuste hierhergehörige Leistung besteht in folgenden bestätigen, die Fahne der Partei unerschüttert hochgehalten; es drei Telegrammen, die am Sonnabend gleichzeitig eintrafen ist jetzt Sache jedes Einzelnen, fein Möglichstes dazu beizutra- und unfren noch halbwegs denkfähigen Chauvinisten böse Kopfgen, daß das Blatt nicht sinke. Wirke Jeder unermüdlich für schmerzen verursachten: " die Verbreitung des Volksstaat"! Unterstütze uns Jeder nach seinen Kräften! Und wir werden die Krise siegreich überwinden. Die Expedition und Redaktion des Volksstaat." د" 1) Der Königin Augusta in Homburg. Versailles, den 21. Oktober. Ich komme soeben von einem fleinen Gefechte bei La Malmaison; 12 Bataillone waren vom Mont Valerien mit 40 Geschützen ausgefallen, und wurden nach dreistündigem Gefechte zurückgeworfen. Wir sahen von dem Marly Viadukt dem Gefechte zu. Ganz Versailles wurde allarmirt. Wilhelm. 2) Versailles, den 21. Oktober. Am 21. 1 Uhr Nachmittags Ein billiger Friede mit der französischen französischer Ausfall mit bedeutenden Kräften vom Mont Valérien Republik! aus, wobei etwa 50 Feldgeschüße, durch die vorderen Abtheilungen der 9. und 10. Infanterie- Division, sowie des 1. Garde- Landwehr- Regiments, zuletzt unterstützt durch Artillerie- Feuer des 4. Korps vom rechten SeineBis jetzt konstatirt! über 100 Gefangene und 2 Feldgeschütze in unsern Händen. Diesseitiger Verlust verhältnißmäßig gering. Keine Annerionen! Bestrafung Bonaparte's und seiner Mit- fer unter den Augen Sr. Majestät des Königs fiegreich zurückgeschlagen. schuldigen! Politische Uebersicht. Wenn über dieses Gefecht, wie nicht zu bezweifeln, ein neuer fran zösischer Siegesbericht erscheint, so wird dies der beste Beweis für die außerordentliche Genügsamteit unserer Gegner sein. von Podbielsti. 3) Ein Telegramm des Generallieutenants v. Blumenthal behandelt dasselbe Gefecht, und fügt hinzu, daß die 2 Geschütze durch das Zwei Thatsachen sind heute zu konstatiren: erstens, daß Friedensverhandlungen obschweben, und zweitens, daß 50. Infanterie- Regiment erobert wurden. man in den leitenden preußischen Kreisen mit dem jetzigen Der Leser braucht bloß die fettgedruckten Stellen zusammenStand der Kriegsoperationen nichts weniger als zufrieden ist. zuhal ten und er hat die beste Kritik dieses Müsterchens offizieller Was die Friedensverhandlungen betrifft, so sind dieselben Geschichts- schreibung. Jedenfalls sind wir aber Herrn Podbielski die Anerkennung allem Anschein nach von den ,, neutralen Mächten" eingeleitet worden und zwar auf der von der Londoner ,, Times" formu- schuldig, daß er nicht die ,, außerordentliche Genügsamkeit" besiẞt, mit lirten Grundlage, die eine Gebietsabtretung französischerseits dem Resultat des von ihm gemeldeten Treffens zufrieden zu sein. Diesen unverdächtigen Zeugnissen zu Gunsten der franausschließt. Die Anwesenheit eines Abgesandten Bazaine's im preußischen Hauptquartier hängt mit diesen Verhandlungen zu- zösischen Republik führen wir ein anderes aus feindlichem Lager sammen, und hatte offenbar nur zum Zweck, festzustellen, ob bei. Herr Mar Hirsch schreibt in der letzen Nummer des die an Bazaine's vermeintlichen Bonapartismus sich knüpfende Gewerkverein": Berlin, 20. October. Hoffnung einer Reſtauration des Kaiserreichs festzuhalten sei Mehr als drei Monate sind seit der verhängnißvollen Kriegseroder nicht. Daß die Auskunft, welche der Abgesandte Bazaine's flärung Frankreichs verflossen, und noch immer teine Entscheidung! Die gab, den Wünschen des preußischen Hauptquartiers nicht ent- Lasten und Opfer dieses Krieges wachsen für beide Länder in's Ünendsprach, darf nach den vorliegenden Berichten mit ziemlicher Ge- liche, die Sehnsucht nach dem Frieben wird in Deutschland, und gewiß wißheit angenommen werden. Jedenfalls hat die Vermuthung, auch bei der Wiehrzahl der Franzosen immer dringender. Man glaubte bisher, daß die moderne Kriegführung wenigstens den Vorzug habe, durch Bazaine wolle kapituliren, sich als trügerisch erwiesen. Weß- die sofortige Massenentfaltung der Wehrkräfte die Kriege zu verkürzen; halb sollte der Marschall auch fapituliren? Er hat, abgesehen von leider scheint sich dies gegenwärtig nicht zu bestätigen. Und doch hat der 25,000 Mann starken Metzer Festungsbefagung über 100,000 noch nie, seitdem es Geschichte giebt, eine so ungeheure Kraftentwicklung Mann Kerntruppen unter seinem Befehl, und leidet so wenig stattgefunden. Wie staunte die Welt über die Riesengröße Napoleons I., als er im Jahre 1812 ans halb Europa ein Heer von einer halben an Nahrungsmitteln*), daß preußische Kriegs- Corresponden- Million Soldaten gegen Rußland führte! Im Jahre 1870 aber hat ten neuerdings zu argwöhnen beginnen, die Cernirung sei lücken- Deutschland allein über eine Million Streiter in's Feld geschickt, aushaft und Bazaine stehe in fortwährendem Verkehr mit der Um- gerüftet mit allen Hülfsmitteln der Wissenschaft und Industrie; eine gebung. Vielleicht wendet der Eine oder Andere ein: aber wa- Reihe gewaltiger Siege sind erfochten, ganze Armeen vernichtet, mächtige rum ift er dann nicht aus der Mauſefalle herausgegangen? Aus dem einfachen Grunde, weil es keine Mauſefalle ist, sondern eine unangreifbare Stellung, die ihm den Vortheil verschafft, eine doppelte feindliche Streitmacht zu beschäftigen, ohne selbst im mindesten gefährdet zu sein. Es wäre absoluter Wahnsinn, wollte er diese Stellung verlassen, ehe die Möglichkeit vorhanden ist, der Cernirungsarmee im offenen Felde die Spitze zu bieten. Am 31. August war Bazaine notorisch durchge*) Obiges Gedicht, Herr Staatsanwalt, ist bereits 20 Jahre alt, tann also nicht mit Bezug auf den französisch deutschen Krieg ver- brochen, zog sich aber wieder zurück, sobald er merkte, daß faßt sein. Zum Schuße des Dichters hielten wir diese Bemerkung der Mac Mahon'sche Vorstoß mißlungen war. Sollte es Gafür nothwendig; sie ist übrigens auch in literarhistorischer Beziehung von Wichtigkeit, weil sich gewisse Leute ein Geschäft daraus machen,*) Seit drei oder vier Tagen hat die offiziöse Presse Befeht, die die spießbürgerlichen Gedichte des unechten Freiligrath, welche jetzt französische Armee in Metz dem Hungertod nah zu schildern. Die Unburch alle Zeitungen gehen, dem Verfasser des Obigen zuzuschreiben. ruhen in Paris" ziehen nicht mehr, und Abwechslung muß sein." Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, Des Voltes nicht, das hungernd droht! Denn die Natur hat ihn geboten, Den Schrei: Brot! Brot! Brot thut uns Noth! Der Kabinette Thun und Lassen, Was gilt es unserm Bienenschwarm? Wozu noch für der Fürsten Hassen Bewaffnen den Cyklopenarm?*) Das Volk ein Meer! Vom nackten Heerde Braus't es heran, und schwillt und droht! Erbebt und gebt dem Pflug die Erde, Und nimmer fehlen wird das Brot. Ihr dämpft den Zornruf, o Despoten, 1 " 1 Bestungen eingenommen, der vierte Theil des feindlichen Landes besetzt, seine Hauptstadt seit Monatsfrist umschlossen aber noch immer fein Ende, noch immer kein Friede! Mögen unsere Chauvinisten es eingestehen, daß sie denn doch die Volkskraft Fra ntreichs außerordentlich unterschätzt haben daß die Freiheit, selbst in der unreifen Form der jetzigen Republik, eine gewaltige Macht im Voltsleben ist. Gerade als deutscher Patriot darf man die Standhaftigkeit und den Opfermuth der Nachbarnation nicht verfennen, so viel Webe sie uns auch zufügt. Nachdem das gesammte stehende Heer des kaiserlichen Frankreichs theils vernichtet, theils gefan= gen oder eingeschlossen war, und Alles schon gemeint, jetzt sei ein fernerer Widerstand unmöglich da wuchsen die Krieger gleich Pilzen aus dem französischen Boden, ein riesiges Heer von Paris, eine Loire- Armee, eine Armee von Lyon, und überall, selbst mitten in den von uns besetzten Gegenden, Haufen von Freischüßen und Partisanen. Wie der Hydra wachsen Frankreich die abgeschlagenen Köpfe immer von Neuem, und selbst der Herkules Deutschland vermag sie faum zu überwinden. Mögen wir diesen fortdauernden Volkskrieg auch im nächsten Interesse schreiten und daß nichts die Entwickelung hindern kann? Sie publit versehene Werth ist nichtig, und hat keinen Werth; beklagen und mißbilligen, so müssen wir doch anerkennen, daß gegenüber moquiren sich in der unwürdigsten Weise über unsere Regierung, im Hauptorte des Departements correspondiren, während letztere Commisin allen Gemeinden Ausschüsse, die mit einer permanenten Commission dem feigen und unfähigen Kaiserthum die Republik sich durch ihre Energie unsere Armee, unsere Mobilgarde, unsere Minister, über den fion direct mit der Assemblée in Marseille correspondirt; die Aſſemblée ein bedeutsames Ehrenzeugniß für die Zukunft erwirbt. Der Vertreter des französischen Ministers des Aeußern in Kaiser, die Kaiserin und erklären, binnen Kurzem werde Frank- souveraine mit einem Vollziehungsausschusse, der jede Minute verant Tours, de Chaudordy, hat unterm 10. Oftober ein Cirkular reich ein zweites Spanien sein. Glauben Sie wohl, daß der wortlich und abseßbar ist; Erneuerung dieses Ausschusses alle 14 Tage, jodaß alle Departementaltelegirten nacheinander an die Reihe kommen; schreiben als Antwort auf die Noten des Grafen Bismarck Minister des königlichen Hauses, von Schleinig, mir zu brei Deputirte für jedes Departement, einer in Bermanenz zu Marseille, vom 13. und 16. September erlassen. Gegen die landläufige, sagen wagte, binnen achtzehn Monaten werde unser die beiden andern fortwährend auf der Rundreise in ihrem Departement; deutscherseits beliebte Phrase, daß sich Teutschland nun gegen Elsaß Preußen gehören? Und wenn Sie wüßten, welche ihre Aufgabe, alles zu vernichten, was der Revolution und der Lantesdie raubluftigen Franzosen sicher stellen müsse durch die Annerion Vorbereitungen auf allen Seiten getroffen werden, wie man pertheidigung hinderlich ist; sie ergreifen jede Maßregel gegen die Reaction, französischen Gebiets" wendet das Schreiben Folgendes ein: mit dem größten Eifer daran arbeitet, die Armeen der jüngst machen dem Volte begreiflich, daß es frei ist, daß wir hinter ihm stehen, mit offenem Auge gegen seine Feinde. Der Bauer wird Republikaner annectirten Länder umzubilden und mit der preußischen zu ver- in 14 Tagen." schmelzen! Welch ein Vertrauen herrscht im Heere und in Bravo! " 1 Tas heutige Frankreich gleicht nicht mehr dem von Ludwig XIV. regierten, als das heutige Deutschland dem des heiligen römischen Reichs. Der Eroberungsfrieg war zu jener Zeit, wenn auch nicht ein der Gesellschaft! In Wahrheit, General, ich fomme zerknirscht, Den Klagen über die Herren Johanniter muß selbst die Recht, doch ein Gebrauch der Monarchien. Die Revolution von 1789 hatte eine Veränderung der Politik zur Folge: der Friede ist eine der beunruhigt und beängstigt zurück. Ich bin jetzt der Ansicht ,,, Deutsche Allgemeine Zeitung", gewiß eine unverdächtige Zeugin Freiheit nothwendige Bedingung. Dieses Licht, welches sich damals um daß nichts, aber gar nichts den Krieg zu beschwören vermag, in dieser Frage, Raum geben. Ein Feld- Diakone schreibt ihr: uns verbreitete, wer bemühte sich, es auszulöschen? Wer waffnete sich, und welchen Krieg!" Um Ihnen ein Gegenstück zu dem Aus- ,, Während der fünf Tage, die wir in Nancy, wo es von freiwilum das Genie der Revolution in seinem ersten Aufschwunge aufzuspruche von Schleinitz zu geben( schreibt Ducrot weiter), will lizen Krankenpflegern wimmelte, aufgehalten wurden, hatten wir nicht halten? Keine Geschicklichkeit der Sprache, keine hiſtoriſche Diskussion ich Ihnen ein Wort des General von Moltke über denselben viel mehr zu thun gehabt, als täglich auf dem Stanislausplaße zum fann die Thatsache umstoßen, daß die Revolution von 1789 eine neue Aera eröffnete und mit den Traditionen der Vergangangenheit brach. Gegenstand citiren. Dieser große Heerführer plauderte mit warten. Diese Herren erschienen immer in großer Anzahl, sehr behäbig, appell anzutreten und einige Stunden auf Befehle der Johanniter zu Preußen war die erste Macht, welche sie bekämfte. Die In einer ziemlich hochstehenden Bersönlichkeit aus Baden, die ihm theils mit großen Schlachtschwertern, theils mit zierlichen Paradedegen vasion von 1792 war der Beginn jener bebauernswerthen Rivalität, versicherte, daß die Bevölkerung des Großherzogthums im All- bewehrt, das Gesicht von einem Lächeln umspielt, welches mich sehr leb= welche mit dem Unglück von heute enden sollte. Frankreich wies den men Repressalien hinaus fortgerissen. Es war grausam beleidigt wor- nexionsprojekten sehr entgegen sei. Das ist unbegreiflich," petenz stritten und dann, ohne je einen Befehl zu hinterlassen, in ihre Angriff zurück; aber es wurde, wir erkennen dieses an, über die legiti gemeinen den Preußen wenig Sympathie zeige und den An- haft an jenes bekannte der römischen Haruspices*) erinnerte. Ihre Thätigkeit bestand darin, daß sie die Köpfe zusammensteckten, sich über Komden; es ließ sich durch den Sieg berauschen. Jena war eine Revanche. meinte Hr. v. Moltke, die Leute sollten doch einsehen, daß Hotels zurückkehrten. Dort fand man sie zu den verschiedensten TagesLeipzig und Waterloo folgten und erinnerten die Franzosen daran, ihre Zukunft in unserer Hand liegt, indem wir bald im zeiten dinirend und gewiß nicht schlechte Weine trinkend." rigen Nationen legen darf." " daß, wenn es e nem Volfe erlaubt ist, für eine gewisse Zeit seiner eige- Stande sein werden, ihnen viel Gutes oder viel Dagegen enthält der Brief des Diakonen am Schluß ein nen unabhängigkeit zu entsagen, es nicht ungestraft Hand an die üb- Schlimmes zu erweisen. Wenn wir über Elsaß dispo- Bild der Lage der Verwundeten von Sedan, welches von der Nach diesem berechtigten Vorwurf, hergeleitet aus der preu- niren, was bald der Fall sein wird, tönnen wir durch vollständigen Unthätigkeit der genannten Herren Zeugniß ablegt, ßischen Invasion von 1792, geht das Schreiben auf die ver- Vereinigung desselben mit dem Großherzogthum Baden zwischen sowie von dem Mangel einer jeglichen Organisation und von schiedenen, von Frankreich seit 50 Jahren unternommenen Feld- Vogesen und Schwarzwald eine herrliche Provinz bilden, die den unzureichenden Mitteln an den Orten, wo es thatsächlich züge ein, deren( übrigens nicht durchweg demokratischen) Ver- ihrer ganzen Länge nach von einem schönen Flusse durchströmt noth ist. Der Abgeordnete Eugen Richter schreibt aus dem Felde: theidigung und Kritik dann wieder folgende, meist richtige Be- wird. Sicher hat kein Land der Welt ähnliche Bedingungen des Wohlseins und Emporblühens." Von dem Rufe, in dem die Johanniter hier bei Offizieren, Aerzmerkungen folgen: ten und Soldaten ohne Unterschied stehen, macht man sich überhaupt ,, Wer hat Dänemark beraubt, wer offen Desterreich zum Kriege ge- Daß man in Preußen seit 1866 an einen Krieg mit feinen Begriff. Mir war es in Verneville paffirt, daß ich mit einem zwungen; wer auf gewaltsame Weiſe Hannover, Hessen, Frankfurt 2c. Frankreich dachte und sich darauf rüstete, ist gewiß; aber ebenso- Johanniter auf der Straße ein Gespräch geführt; das brachte mir nachannectirt, alle eingeschlafenen Leidenschaften erweckt und Europa erschüttert? Man spricht vom kriege ischen Eifer der französischen Nation und gewiß ist für uns, daß Graf Bismarck den Krieg mit seinem ger von Aerzten dort, welche mich nicht tannten und in Beziehung mit Kleinlichen Eifersüchteleien, welche bei ihr die Siege der Preußen erregt Gastfreund und Prinzipiengenossen Bonaparte auf jede Weise den Johannitern glaubten, unhöfliche Behandlung und ironische Bemerkungen über die Johanniter ein. Einen Punkt möchte ich gerne hätten. Aber am Tage nach Sadowa, zur Zeit des aufreizenden lu- zu vermeiden gesucht hat. Doch damit kommen wir auf ein, noch naher aufgeklärt sehen. Ich habe bisher geglaubt, daß die Joyanremburger Zwischenfalles sprach sich die öffentliche Meinung in Frank Dermalen noch allzu erschießliches Thema: den Ursprung des ge- mter, wie so viele Tausende bürgerlicher, in der freiwilligen Krantenreich offen gegen den Krieg aus, und die deutschen Publizisten selbst pflege unermüdlich thätiger Personen, ihre Dienste unentgeltlich, waien genöthigt, es anzuerkennen: die Mäßigung war auf unserer genwärtigen Kriegs. Seite. Als endlich im letzten Monat Juli der Krieg ausbrach, wer Garibaldi, der wir bemerken dies ausdrücklich den göchstens gegen Gewährung von Quartier und Kost in Feindesland, konnte da leugnen, daß Preußen seit 4 Jahren nicht Alles gethan, um in Umlauf gesetzten Tendenzlügen gegenüber-in vollständigem versehen. Nun erzählt man hier, diese Herren bezögen neben reichlicher in vollständigem Verpflegung und gutem Quartier noch täglich 5 ylr. Diäten." zu diesem Biele zu gelangen? Ohne von seinem politischen Auftreten Einklang mit seinen italienischen Freunden gehandelt hat, ist In Desterreich blühen die Preßprozesse, und der sozialund der sehr eigenwilligen Nichtausführung des Prager Vertrages zu sprechen, war es auf formidable Weise gerüstet und in acht Tagen be- von der Republik zum Oberbefehlshaber aller irregulären Streit demokratische Volkswille", der seit dem Tendenzprozesse gegen reit, ins Feld zu rücken. Die Ereignisse haben dargethan, bis zu wel- träfte ernannt worden. Er hat von Besançon aus folgende seine Partei nur dann erscheint, wenn er ausnahmsweise chem Punkte eine seit langer Zeit gemachten Vorbereitungen betrieben Ansprache erlassen: das ist worden waren; man weiß im Gegentheile, wie sehr sie von Frankreich Freiwillige und Franktireurs! Ich komme, um den Oberbefeht einmal nicht konfiszirt wird, hat an der Spitze seiner vorletzten vernachlässigt worden waren. Die Rüstungen Preußens waren nicht über die für die nationale Bertheidigung gebildeten Korps zu über- ummer nicht weniger als vier Urtheile über beſtätigte Beallein vouständig, seine Auianzen waren auch abgeschlossen. Wir kön- nehmen. Preußen weiß, das es heute auch mit der bewaffneten Nation schlagnahmen abgedruckt, und die Redaktion war nen von diesem Kriege offen sprechen, denn die Mitglieder der gegen: abrechnen muß. Ich richte keine lange Rede an euch. Ich richte an tein Scherz genöthigt, einen großen Theil des Stoffes zuwärtigen Regierung haben Alles gethan, um dem Lande dessen Gräuel Euch Instruktionen, welche euch als Richtschnur bei euren Operationen rückzulegen, weil gegenwärtig, wie der Redakteur meinte, der zu ersparen. Hr. v. Bismarck wird nicht auf ernsthafte Weise gegen gegen den Eindringling und den Feind der Republik dienen werden. Staatsanwalt Schmeidel für seine ,, Beiträge" den größten Theil uns die Erklärung einiger Schriftsteller und die lärmenden Manifesta- Ich rechne auf euch; ihr könnt auf mich zählen. Es lebe die Republik! tionen einer exaltirten Menge richten können. Es waren isolirte HandGaribaldi. des Raumes in Anspruch nimmt. Dabei figurirt das genannte lungen, ohne Widerhall in dem Lande, welche nicht die Tragweite der Auch Mazzini, den die Italienische Regierung sehr wider Blatt in der Liste der in der am 7. November beginnenden zesse dreimal mit unterschiedlichen Vergehen und Uebertretungen und mit dem Verbrechen der Störung der öffentlichen Ruhe". Die massenhaften Konfiskationen haben und das ist das Lächerliche an der Sache nicht einmal ihren Zweck erreicht, denn sie wurden zumeist erst in den Vormittagsstunden vorge. verwirrten Agitationen überſtiegen, die jede öffentliche Erregung in den Willen in Freiheit setzen mußte, beabsichtigt nach Frankreich zu Schwurgerichts- Session zur Verhandlung gelangenden PreßproZur Bezeichnung der Zustände und der Stimmung im Heere vor Paris theilt man uns folgende Stelle aus dem Brief eines ,, begeisterten Patrioten" mit: Der großen Städten zur Folge hat. Hr. v. Bismarck kannte den Werth biejer Dinge. Welches Volf läßt sich übrigens nicht leicht beim ersten gehen. Kriegerischen Rufe hinreißen? Die Regierungen sind immer sicher, Begeinerung hervorzurufen, wenn sie Ruhm und Triumph versprechen. Aber beim ersten Zusammenstoße ist ihr Fall, wenn sie nicht mit der öffentlichen Meinung Hand in Hand gehen, unvermeidlich. Dieses Rejuliat hat sich sowohl unter dem ersten als unter dem zweiten Kaiser- ,, An Muth und Patriotismus fehlt mirs nicht, ich bin noch der reich eingestellt. Das eine wie das andere mußte untergehen, da ihre nämliche wie zu Hause, was man nicht von Allen sagen kann, nommen, nachdem das Unglück", das man verhüten wollte, Unternehmen ungerecht waren. Was die Behauptung des Herrn aber darum wünsche ich doch baldigen Frieden; denn einem Winterfeld- nämlich die Lektüre des Blattes, bereits geschehen war. v. Bismard anlangt, daß der Kaiser von der öffentlichen Dieinung zum zug sieht der Soldat, der jetzt schon Hunger und Strapazen genug Redakteur der Wiener„ Vorstadtztg.", Hr. Ed. Hügel, wurde kürzlich Krieg gezwungen worden, so strafen die Greignisse sie vollständig Lügen. Wochen habe ich in keinem Bett mehr geschlafen und die Kleider nicht von dem Strafgerichte, welches sich, trotz der Hinweisung des Krieg gezwungen worden, so strafen die Ereignisse sie vollständig Lügen. ertragen hat, nur mit einem gewissen Frösteln entgegen. Seit drei Redakteur der Wiener ,, Vorstadtztg.", Hr. Ed. Hügel, wurde kürzlich Das Schreiben erzählt nun des Näheren die bereits ge- vom Leib gebracht. Zu solchen Dingen wäre die Winterkälte eine über: Vertheidigers auf die Geschworenen, kompetent erklärte zur Bemeldete Thatsache, daß von 89 Stimmungsberichten der Prä- flüssige Zugabe. Darum lieber Sturm auf Paris als noch Monate fekten nur elf dem Kriege günstig gewesen seien und erörtert lang in Frankreich. Dazu ist aber allem Anschein nach keine Aussicht. urtheilung der vorliegenden ,, Uebertretung", zu 14 Tagen Arrest dann die Frage, ob Frankreich oder Preußen heute eine drohendere, Wan ist gewillt Paris auszuhungern. Leider trifft uns das meiste verurtheilt; dabei ergab sich die Monstrosität, daß der Verfasser von diesem Hunger." militärische Macht sei?: des Artikels, welch letzterer eine Kritik der Ernennung des Baron Im Alterthum und im Mittelalter pflegte man beim Sturm Widmann zum Minister bildete, trotzdem er sich nannte und die Frankreichs Nordgrenze, Deutschland gegenüber, ist vollständig offen. auf Städte die Gefangnen oder Geißeln des Feinds voran Verantwortung auf sich nahm, gar nicht angeklagt wurde, während Die Resultate des gegenwärtigen Krieges gewähren einen unumstößlichen Beweis. Und während Frankreich nichts in seiner Organisation marschiren zu lassen, so daß dieser, wenn er sich seiner Haut der Redakteur 14 Tage brummen muß dafür, daß er einen modificirte, hat sich Deutschland in dem gefahrdrohendsten Zustande consti- wehrte, zunächst seine eignen Leute traf. Dieses sinnreiche Artikel aufgenommen, der sonach gar nicht strafbar erscheint. tuirt, welchen je eine Macht erlangt hat: absolute militärische Einheit, Mittel, das weiche menschliche Herz für die harten Kriegszwecke in Diese Maßregelungen der Presse bilden denn auch die Hauptpersönliche und dirtcte Action des Führers, der den Degen des Ober- Contribution zu setzen, scheint jetzt, nachdem es seit drei Jahrhunder: aktion" der Regierung im gegenwärtigen Momente, sonst herrscht Commandos trägt, ein für Alle obligatorischer Militärdienst wir fragen hier an, ob Frankreich oder Deutschland heute drohend ist. Eben ten von einer ,, falschen Sentimentalität" außer Anwendung gebracht im politischen Leben des Kaiserstaates, nicht blos im figürlichen so wenig wie 1792 hat 1870 Preußen nöthig, sich vor den Angriffen worden, bei den preußischen Heerführern wieder in Gunst gekommen Sinn, eine Todtenstille. Frankreichs zu sichern. Es ist außer Zweifel, daß die preußische Re- zu sein. Man schreibt der ,, Kölnischen Zeitung" von der Armee des gierung eher Erleichterungen der Offensive als bessere VertheidigungsLinien jucht. Man sieht in der That nicht recht ein, in wie fern preußischen Kronprinzen: Anstatt daß der Staat die französischen Gefangenen in Deutschland besser vertheidigt wäre, indem es seine Grenze weiter hin- Corbeil 13. Okt. Es ist die Meldung gekommen, daß man nüßlicher, produktiver Weise für sich arbeiten lassen sollte, ohne ausschiebt. Im Falle eines Einfalles würde das occupirte Land das am 11. Oktober unweit Epernay in der Nacht heimlich die Schienen der den heimischen Arbeitern Conkurrenz zu machen, überläßt er von Deutschland annectirte Land sein, und das Theater der Feindselig- Eisenbahn aufgerissen hat, wodurch leider ein Zug, der kranke Soldaten jene den Fabrikanten und Landwirthen zur beliebigen Verwendung ketten würde einfach von einer Provinz in die andere getragen werden. beförderte, verunglückt ist. Es sind drei Soldaten bei dieser Gelegenheit und schädigt dadurch die eigenen Landeskinder in der empfindUnd welches würden die Consequenzen dieser gewaltsamen Annexion getödtet und einige zwanzig mehr oder weniger verwundet worden. " 1 von Teuitorien sein, welche nicht aufhören wollen französisch zu sein? Man hat zwar mehrere verdächtige Personen, darunter auch einen Grafen, lichsten Weise; denn die Gefangenen arbeiten blos für den Ohne von dem Gefühl zu sprechen, welches jeden redlichen Geist zu- der ein Schloß in der Nähe hat, arretirt, doch hält es in solchen Fällen dritten Theil des normalen Lohnes und machen dadurch die Arrücnößt, wenn er sieht, daß den Bevölterungen auf diese Weise eine leider stets sehr schwer, ja, ist fast unmöglich, die wahren Schuldigen beitskraft der übrigen Arbeiter werthlos nnd überflüssig. Die ihren Wünschen und ihrer Bergangenheit widerstrebende Nationalität zu ermitteln. Um ähnlichen Fällen vorzubeugen, müssen jetzt alle Ort- deutsche Bourgeoisie, die auch aus dem Kriege ein„ Geschäft" aufgezwungen wird, hieße dies den Krieg verewigen. Ist es nicht un- fchaften an der Eisenbahn Geißeln stellen, welche stets in den vormöglich, daß das Herz Frantreichs sich je von den Gegenden lossagt, dersten und daher am meisten gefährdeten Wagen auf zu machen weiß, läßt Vaterland Vaterland sein und bereichert welche so vieles, so edel ertragenes Unglück und so vieles, so glorreich jedem Eisenbahnzuge mitgeführt werden. Kommen dann sich solchergestalt durch die„ sittlich verkommenen Franzosen"! vergossenes Blut durch ein unauflösliches Band mit ihm verbindet? ähnliche schändliche Bernörungen der Bahn wieder vor und verunglückt Möge man wenigstens überall die Namen dieser ,, Patrioten" Die Wirien, welche dadurch entsiänden, würden Europa agitiren, ohne ein Zug, so sind diese französischen Geißeln stets diejenigen ans Licht ziehen, welche fortwährend aus voller Kehle die Wacht daß es möglich wäre, darin einen Augenblick Ruhe zu erhoffen. Man Personen, welche ihr Leben einbüßen." sieht klar ein, daß Herr v. Bismarck durch solche Forderungen selbst Die Berliner Börsen- Zeitung" schreibt: am Rhein musiciren, bei ,, blutigen Siegen" illuminiren und neue Kriege vorbereitet, ie für ihn nothwendig sind, um den Zweck ,, Es scheint hohe Zeit zu sein, daß mit dem letzten Mittel, der Be- Andersdenkende als Landesverräther denunziren sich aber zu erreichen, zu dem ein zügelloſer Ehrgeiz hinreißt. Was das deutsche schießung, von Paris ernstlich begonnen werde, denn auch das Bild, welches das bei alledem nicht scheuen, die Wächter am Rhein an die Luft Volt will, ist die nationale Einheit und die politische Freiheit. Das übrige Frankreich gewährt, mahnt daran. Zwar werden die neugebil zu setzen unter dem Heuchlerschein der freien Conkurrenz". liberale Frankreich kann sich dem nicht widersetzen. Es ist eine gerechte beten französischen Heereskörper bisher überall geschlagen, wo sie sich den Sache, und wir würden unsere Bergangenheit verleugnen, wenn wir sie Deutschen gegenüberstellen, allein Thatsache ist es auch, daß in zunehmendem Briefkasten be.ämpfen. Aber es giebt einen Abgrund zwischen den berechtigten Stre- Maaße die Franctireurs in allen Gegenden aus der Erde der Expedition: L. in J.: 5 Thlr. für die Kasse des„ Volksbungen und der von Herrn v. Bismarck formulirten und in Anwendung wachsen, vorläufig nur fleinere Abtheilungen bildend, die aber mit staat" dankend erhalten.. in Rochlitz: Durch Regierungsverordgebrachten Doctrin. Wenn man die Ereignisse betrachtet, welche sich der Zeit unseren Verbindungen sehr gefährlich werden nung nimmt die Post seit dem 15. Oktober nur Briefe bis zu 4 Loth seit zehn Jahren in Europa zugetragen, so muß man anerkennen, daß können. Dazu kommt, daß die Lage unserer Soldaten vor Metz an nach dem Kriegsschauplay, größeres Gewicht wird als Packet be Preußen sich selbst die Rolle angeeignethat, welche es uns nach den zuverlässigsten Nachrichten eine sehr traurige ist und bei dem handelt und kostet 5 Gr., Ihnen kommt das mit Recht hart vor, zu mit so vieler ungerechtigkeit zuschreibt." Anbrechen der rauhen Jahreszeit in Ermangelung des Obdachs sich ändern aber ists nicht. Senden Sie selbst die neuen Gremplare ab, den Geschonten ohnhin nur als Schwäche aufgefaßt wird, fahren zu immer noch verschlimmert. Gründe genug, um alle Milde, welche von wir ersetzen sie später. laffen, und mit äußerster Energie vorzugehen." *) Die Priester im alten Rom, welche die Eingeweide der Opferthiere zu untersuchen und darnach zu prophezeien hatten. Gleich ihren Gollegen, den Bogelbeschauern( Auguren), tonnten sie einander nie ansehen, ohne über die Leichtgläubigkeit des Publikums und den ihnen gezollten Respekt lachen zu müssen. Für Leipzig. Enthüllungen: In den Tuilerien- Papieren ist ein Brief des General Ducrot an Pietri vom 28.October 1868 aufgefunden worden, welcher eine Unterredung des Erstern mit der Gräfin Pour- Von der Ligue des Südens" berichtet die Emanzipatalès( der Frau des bekannten preußischen Diplomaten) tion von Toulouse: enthält. Frau Pourtalès, eine geborene Französin, erzählt dem Die Liga des Südens, gebildet von 15 Departements und Algerien, General, daß man in Berlin sich zwar sehr friedlich stelle, nichts ist definitiv organisirt. Wir haben Alfons Gent zum Generalbevollmächtestoweniger aber im Geheimen sich zum Kriege rüste. Sie fährt tigten der Liga ernannt. Eine Delegation von vier Mitgliedern ist in diesem Augenblicke in Tours, um unsere Beschlüsse von der provisorischen folgendermaßen fort: In Wirklichkeit ist die Parole ertheilt: Regierung ratificiren zu lassen. Alle unfere Blane find fertig und wer Deffentlich spricht man von Frieden, von dem Wunsche, mit den in Ausführung gebracht, sobald unsere Bollmachten festgefeßt und uns in gutem Einvernehmen zu leben. Wenn man aber ver- anerkannt sind. Unter andern Maßregeln sind folgende bereit: Prämie traulich mit Leuten aus der Umgebung des Königs spricht, neh- für Gewehre, die sofort geliefert werder; Requsition nach Maßgabe men sie eine spöttische Miene an und fragen: Glauben Sie an 48 Stunden Einlieferung und Abstempelung aller öffent- leipzig: Berantw Redakteur: W. Liebinecht.( Revaltion: Brauftr. 11 des Vermögens, von 100,000 Frs. an; keine Anleihe; binnen all das? Sehen Sie denn nicht, daß die Ereignisse rasch fort- lichen Werthpapiere; jeder nicht mit dem Stempel der ReSozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 27. October, Abends 8 Uhr: Bersammlung im Saale der ,, goldnen Säge", Ece der Dresdener- und Langenstraße. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht( Ref. Käseberg). Vortrag von Liebknecht: Die Annerion von Elsaß und Lothringen. Gäste sind willkommen und Damen besonders eingeladen. Drud u. Berlag: F. Thiele.( Expedition: Peterstr. 18.)