M 17. Soxnate»», de« 35. Februar. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal i« LetHzig. Lestetlungen nehmeil alle Poftanstalte» und Buchhand lungetr des In- und Ans lande Z an. Für Leipzig nehme» Bestellungen an: «.Bebel, PeterSstraße 18, F. Thiele, Emilienstraße 2, Der BolMtiliit Abonnementsprets Für Preußen incl. Stempel» steuer 1KNgr.,für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. AgenlsürLondon A. Duenstng, b'cirnigu Uaolrseiikr, I-ibra» rian null Nevsaxent, 8, Mittle Newport Street, Leidester Square, W. 0. Filialexpedition für die Verein Staaten: R-A-Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der joMl-demokratischen Arbeiterpartei und der Jnternationaten Gewerksgeuossenschasten. Wahl-Angelegenheiten. An die Parteigenossen. Die Parteigenossen machen wir hiermit ausdrücklich darauf aufmerksam, dag die Briefe von und an Parteigenossen jetzt vielfach theils verloren gehen, theils sehr verspätet ankomme». Letzteres geschieht auch hinsichtlich der Telegramme, wie denn neulich ein von Crimmitschau nach Glauchau gerichtetes Tele- gramm nahezu drei Stunden bis zur Adresse gebraucht hat. Wir ermahnen deshalb die Parteigenosien hiermit, ihre Briefe entweder rekommandirt, oder aber unter einer anderen indifferenten Adresse, jedenfalls aber sehr zeitig aufzugeben, damit selbst eine Verzögerung um einen Tag nichts schadet. Mir bemerken ausdrücklich, daß wir den Verlust und bez. die Verzögerung unserer telegraphische» und brieflichen Korre- spondeuz, die uusern politischen Gegnern von großem Nutzen ist, nicht den fungirenden Telegraphen- und Postbeamten Schuld geben. Crimmitschau, 20. Febr. 1871. Das sächsische Centralwahlkomitee. 12. Sachs. Wahlbezirk. Im BismarLschen Wahlkomitee steht mit der Pastor Drey- darf. Im Jahre 1867 geschah dies vom Pastor Goward, der wurde aber damals so beleuchtet, daß er es bald ausgab. Ein Pastor als Wahlagitator für Blut und Eisen! Ein Verkün- diger von Gottes Wort soll an das Wohl seiner Gemeinde denken und nicht an die Verherrlichung Preußens durch Krieg und Steuer. Ein Prediger auf der Kanzel soll sich nicht der Gefahr aussetzen, das Aergerniß eines Theiles seines Audi- toriums zu sein. 15. sächs. Wahlbezirk. Mittweida, 21. Febr. Der volle Name unseres Kan didaten ist: Lehrer Samuel Spier*). in Braunschweig. Burgstädt. Am Sonntag, den 17. Febniar, hatten wir Volksversammlung, wo Ekstein aus Waldheim und Vogel aus Limbach als Referenten anwesend waren, welche die Prinzipien der Sozialdemokratie erläuterten und dann zur bevorstehenden Reichstagswahl unfern Kandidaten, den Lehrer Spier aus Wolfenbüttel, empfahlen. Die Versammlung war circa 700 Mann stark, worunter natürlich auch die nationalliberalen An- Hänger des Prof.„Biedermann" nicht fehlten. Dieselben ver- hielten sich, trotz mehrfacher Aufforderung, wie die Mäuschen; in der Presse werden sie tms jedenfalls wieder als die Zersetzcr der bestehenden staatlichen Verhältnisse hinstellen, aber in den Vcrsammlungm uns gegenüber ihr Prinzip zu vertheidigen, dazu sind diese Herren zu feig. Was ist an einer solchen Partei, die sich für den Kern der Gesellschaft hält, noch zu zersetzen? 17. Sächs. Wahlbezirk. Schulze- Delitzsch schämt sich in Berlin(und' mit Recht) Derer, die ihn im 17. Wahlbezirk aufgestellt haben, und läßt erklären, daß er jede Bewerbung abgelehnt habe. Es ist dies aber, wie aus folgendem Bruchstück eines Briefes Schnlze's hervorgeht, eine Lüge: „Auf etwa beabsichtigte Störunge» der Sozialdemokraten gebe ich wenig, noch weniger auf ihre Gegenredner. Ich bin öfter unter ihnen gewesen, und sie haben es schwer gefunden, mich zu stören, dennoch kann ich unter keinen Umständen vor der Wahl dort auftreten, einfach deßhab; weil ein solches per- sönliches Auftreten einem Gegner gegenüber, der sich im Ge- fängniß befindet, wie Bebel, der mir nicht in gleicher Weise entgegentreten kann, meiner nicht würdig ist, wie mir scheint. Mögen die beiden Prinzipien, die wir vertreten, sich in der Oeffentlichkeit bekämpfen, und beiden Wind und Sonne gleich zugemessen werden. Sollte man aber meine Kandidatur dort festhalten und in der Wahl durchbringen, so trete ich bestimmt persönlich dort auf." Herr Schulze wird aufgefordert, an einem ihm beliebigen Tage i nGlauchau gegen seine früheren Anhänger und Schüler, jetzigen Gegner, aufzutreten. Namens des 17. Bezirks protesti- ren wir gegen die Unterstellung etwaiger Ruhestörungen.!Noch me wurde im 17. Bezirk irgend Jemand an der Ausübung der Redefreiheit gehindert.__ _.Tk 18. Sächs. Wahlbezirk. Wildenfels, 19. Februar. Im Saale des Gasthofs „zu den drei Kronen" fand heute Nachmittag eine zahlreich besuchte Volksversammlung statt, in welcher der bisherige Ab- geordnete des 18. Wahlkreises, Herr Adv. Schraps aus �simmitschau, den Wählern von Wildenfels und Umgegend seine Grundsätze darlegte. Außerdem traten noch die Herren Dvtzauer und Engelhardt aus Zwickau als Redner auf. Die Versammlung, welche nahezu drei Stunden dauerte, de- fchloß einstimmig, die Kandidatur zu unterstützen. 22. Sächs. Wahlbezirk. Kirchberg, 20. Febr. Unsere Kaiserlichen haben von Vicht Emanuel, wie der B.- u. Bsrd." irrchümlich druckt. den kaiserlichen Franzosen doch etwas profitirt; sie machen es nach Art der Präfekten. So hat z. B. gestern im Rathhaus- saale eine Versammlung stattgefunden, zu welcher alle Orts- vorstände hiesigen Gerichts durch Cirkulair und Boten geladen waren. Die Ortsvorstände haben wieder jeder seinen Anhang mitgebracht und so kam eine ansehnliche Zahl Hilfs- arbeiter zusammen. Oeffentlich wurde Nichts bc- kannt, darum waren die Herren auch so kühn, die Gegner in ihrer Versammlung zur Opposition aufzufordern! Auf diese Weise ist Herr Dr. Georgi als„best Empfohlener" nach ollen Himmelsgegenden ausposaunt. Die heimkehrenden Dorf- bewohner haben wir Abends noch eines Besseren belehrt und werden in öffentlicher Versammlung das Nöthigc noch nach- holen. Die Wähler des 22. Wahlkreises werden diese neue Art des freien Wahlrechts zu würdigen wissen. Wahlbezirk Cölu. Cöln, den 17. Febr.*) Am 12. dieses hatte sich hier ein Wahlkomitee der hier bestehenden beiden Fraktionen der sozial-denrokratischen Arbeiterpartei gebildet, von je 11 Personen und einem 12ten, keiner Fraktion angehörend, um bei Stim- mengleichheit den Ausschlag geben zu können, nachdem in drei Sitzungen kein Resultat erzielt wurde. Indem einerseits von den Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins nur solche ihrer Mitglieder aufgestellt wurden(Lichters und Klein), welche von unserer Partei durchaus nicht anerkannt werden konnten, andererseits Jene Johann Jacoby, welcher von uns aufgestellt und eben keiner Fraktion angehörte, ebenfalls nicht anerkennen wollten, sondern nur lediglich einem physischen Ar- beiter ihre Stimme geben wollten. Es wurde jedoch noch eine vierte Sitzung auf gestern Abend 9 Uhr bestimmt. Das Ko- mitee unsererseits war zeitig und vollzählig zur Stelle, jedoch die andere Partei blieb aus. Endlich kam der Vorsitzende der- selben mit noch vier andern Mitgliedern uitd erklärte, daß ihr Komitee sich gänzlich aufgelöst habe, indem drei oder vier ihrer Mitglieder sich durchaus zu keinem unparteiischen Kandidaten bequemen wollten. In Folge dessen wurde nun ein unparteiisches Arbeiter-Wahl-Komitec konstituirt, welchem fast sämmtliche An- wesende sich anschlössen, und wurde Herr Berg als Vorsitzender� Herr Falk als Schriftführer und Herr Winnen als Kassirer gewählt. Einstinimig wurde sodann beschlossen, Dr. Joh. Jocoby als Wahlkandidat aufzustellen, und zu diesem Zweck am kimsti gen Sonntag, den 26. dss., Morgens 10 Uhr, im hiesigen Kaisersaal eine öffentliche Volksversammlung zu berufen. Das Komitee versammelt sich jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn- tag Abends halb neun Uhr bei Herrn Wisdorf, um nähere Anordnungen zu besprechen. Auch wurde beschlossen, Bezirks- Versammlungen abzuhalten. Einige anweseitde Mitglieder dec Allgemeinen deuffchen Arbeitervereins, welche sich wegen hä»S licher Verhältnisse positiv dem Komitee nicht anschließen konnten, haben aber ihre völlige Mitwirkung unumwunden erklärt. In dem der„Rhein Ztg." entnommenen Artikel Nr. 15 im„Volksstaat" über unsere Versammlung heißt es: Herr Rit tinghausen sei vorgeschlagen, und derselbe habe sich bereit erklärt, eine Kandidatur anzunehinen. Dies ist durchaus unrichtig! Herr Rittinghausen hatte uns schon lange vorher Herrn Dr. Joh. Jocoby vorgeschlagen Da über Johann Jacoby weitläufige Debatten entstanden, so habe ich Herrn Rittinghausen vorgc- schlagen, wohl wissend, daß derselbe dieses sofort zurückweisen würde, was auch geschah, um Herrn Rittinghausen eine Auer- kennung, einen indirekten aber wohlverdienten Dank abzustatten, indem er stets tapfer für uns kämpfte. Politische Ueberficht. Aus Braunschweig, 18. Februar, schreibt man der „Zukunft": „Als einen Ring in der Kette militärischer Maßregeln, die sich bisher als praktisch bewährt haben",— sollen wir nach Ihrem Herrn Minister des Innern den Belagerungszustand ansehen, der in Folge dessen denn auch ganz richtig Kriegszu- stand bei ihm heißt. Wie aber dieser„Krieg im Innern" ge- führt>vird, dazu will ich Ihnen einen'Mlräg liefern, der die jüngsten Beschlüsse des Abgeordnetenhauses um so gerechtfertig- ter erscheinen lassen wird. Es hat wohl Jeder mit einer ge- wissen Befriedigung als den Letzten der Lötzener unser» alten Sievers zu Weihnachten heimwandern sehen und ohne Zweifel hat alle Welt geglaubt, damit seien die„Jnternirungen" nun glücklich zu Ende. Sträflicher Leichtsinn! Denn diejenigen unserer Sozialdemokraten, welche(beiläufig bemerkt, diesmal mit Stricken„geschlossen") in Folge eines Verhaftsbefehls des hiesigen Kreisgerichts schon Mitte November von Lützen nach hier gebracht worden waren, sind unserem Gerichte bis jetzt nur geliehen und sollen, wenn sie ohne Urtheil gerichts- 'eitig freigelassen werden sollten, wieder nach Lützen zu- rück. So habe ich es aus sicherer Quelle. Und daß dies kein leerer Wahn, beweist der Umstand, daß der Sozialdemo- krat Lüdecke, der im September mit verhaftet, aber nicht in Lützen, sondern im hiesigen Gefängniß internirt und gegen *) Wegen Raummangel veispätet) den dann im November im Verein mit den Uebrigen der richterliche Verhaftsbefehl erlassen wurde, zwar schon vor etwa 4 Wochen beim vollständigen Mangel an belastenden Thatsachen gerichtsseitig seine Freiheit erhielt, aber noch fernere 3 Tage„internirt" wurde, bis auch das Ge- neral-Gouvernement zu Hannover seine Freilassung beschloß. Das übertrifft doch wohl alles bisher Dagewesene. Der„In- ternirte" wird nach monatelanger Haft dem ordentlichen Richter übergeben, dieser prüft und sucht— wieder monate lang—, zuletzt wird der grundlos Angeschuldigte von ihm entlassen. Doch wenn dieser jetzt glaubt, nunmehr von„Rechtswegen" seine Freiheit wieder zu besitzen, so ist das ein unangeneh- mer Jrrthum: denn jetzt befindet er sich wieder in der Sphäre der, praktischen militärischen Maßregeln. Was gilt auch im Kriegszustande das Votum des Richters, der nach sorgfältigstem Suchen nicht den Schatten einer strafbaren Handlung zu entdecken vermag? Und ist ein richterliches Votum, das den vollständigen Mangel an belastenden That- fachen konstatirt, die Untersuchung niederschlägt und den An- geschuldigten befreit, nicht einem nach erhobener Anklage er- folgenden freisprechenden Urtheil in rechtlicher Geltung voll- ständig gleichzuachte»? So steht die militä rische B ehörde selbst über dem ordentlichen Richter! Daß das Generalgouvernement im vorliegenden Fall die Freilassung eben- falls verfügte, ist völlig gleichgiltig; dasselbe hat die Macht, sie nicht zu verfügen, und das ist entscheidend. Unter diesen Umständen wird es zweifelhaft, ob dieser Druck des Kriegs- zustandes nicht auch seinen Einfluß auf das Verfahren unserer Gerichte geltend machte. Ich wenigstens, der ich einige unserer sozialdemokratischen Hochverräther persönlich kenne, bezweifle sehr, daß bei ihnen in Wirklichkeit die Vorbereitung eines hoch- verrätherischen Unternehmens vorliegt. Was die Zeidler'sche s. Z. d. rüber brachte, ist, das möchte ich verbürgen, zum Theil wohl nur mit sehr wichtiger Miene vorgetragen, zum Theil wohl gewaltig entstellt. So höre ich von einigen Arbeitern, daß eine, an die europäischen Soldaten gerichtete Broschüre zwar von Amerika aus, dem Sekretär des Ausschusses zuge- sandt, daß aber an einen Nachdruck und eine Verbreitung der- selbe» nicht einmal gedacht wäre. Leider ist über den Prozeß so gut wie nichts zu erfahren; nur so viel steht fest, daß eine Anklage noch nicht erhoben wurde. Ich bin sehr gespannt auf die Verhandlung, die bei Gelegenheit der Schwurgerichtssession im April zu erwarten ist. Hätten wir hier nicht so überaus herrliche Zustände, so würde dieselbe wohl schon bei der letzten Sitzung im Januar stattgefunden haben. Aber da haben wir zum Beispiel bei unfern Kreisgerichten in 8uiuma zwei Untersuchungsrichter, welche alle Untersuchungen zu führen haben; die Stellen gelten nun keineswegs als bevor- zugte und sind, wie man sich denken kann, danach besetzt. Wenn dies alles anders wäre, wenn man in außerordentlichen Fällen auch außerordentliche Einrichtungen zu treffen wüßte, so hätte man das Material wohl in einigen Monaten ver- arbeiten können; allerdings sollen alle Schriften und Papiere des Ausschuffes der Arbeiterpartei mit Beschlag belegt und so mag nianches Briefchen durchzusehen sein, aber bei gutem Willen läßt sich in wenigen Wochen viel beschicken. Und da es sich um fernere 3 Monate Untersuchungshaft für die eines Verbrechens doch nur Verdächtigen handelte, so hätte man sich wohl etwas eilen sollen und zweifellos auch können. Aber...! Aber...!— Und dann sind da viele Dinge zivischen Himmel und Erde, von denen sich die Schulweisheit hier zu Lande nichts träumen läßt.— Bei dieser Gelegenheit sei noch bemerkt, daß die Untersuchungs- Gefangenen in un- fern Gefängnissen unter der gleichen Hausordnung wie die Strafgefangenen stehen und mit gleicher Strenge wie diese, ja in punoto des Abschließens von der Außenwelt, mit grö- ßerer Strenge behandelt werden. Ein Glück für unsere Sozialdemokraten, daß sie vom Schwurgericht abgeurtheilt werden müssen! Der einschlägige Z 86 des nordd. Strafgesetzb. droht nämlich wohlweise Zuchthaus- und Festungshaft an: auf ersteres ist in solchem Falle bei ehrloser Gesinnrng zu erkennen. Wenn ein Verbrechen aber im Höchstbetrage mit Zuchthaus bedroht ist, muß die Anklage nach unserer Gerichts- Verfassung vor die Geschworenen gebracht werden. Ob sich da nicht herausstellen wird, daß das einzige Verbrechen der Ein- gekerkerten war, der Republik ein Hoch ausgebracht zu haben, in einem Athem mit dem Satze, daß diese Staatsform für Deutschland noch gar nicht möglich sei und erst„einst" auch unser Vaterland beglücken werde?— Mittlerweile haben unsere Sozial- Demokraten Zeit, über einige Vorzüge der Mo- narchien nachzudenken, wir dagegen Veranlassung, über der tiefen Weisheit des inneren Kriegs- vulgo Belagerungszustandes zu sinnen und das besiegte Frankreich nicht allein um der Freiheit seinerWahlen willen zu beneiden; und das„„von Rechts wegen."" Der Klage über die Qualität der Liebescigarren ist eine gleiche über die Lieferung sei gar ren hinzugekommen. Aus dem Lager vor Belfort wurden der„N. Stell. Ztg." Proben zugesandt, die nach sachverständigem Urtheil etwa 6 Thlr. pro Tausend wenh sind, also kaum 2 Pfennige pro Stück, während denSoldaten dafür t» Pfennige proStück von der Löhnung abgezogen werden. __ Auf den untenstehenden vierten Artikel über den Landesverrath machen wir ganz besonders aufmerksam. Wählerlied. Bon allen Seiten droht der Feind Die Freiheit zu vernichten, D'rum Brüder, kämpfet treu vereint, Gedenkt der heil'gen Pflichten! Es soll das spätere Geschlecht Uns nicht das Zeugniß geben, Daß wir für unser Menschenrecht Den ltampf gescheut im Leben. Noch steht es ja in Eurer Macht, Das höchste Gut zu retten; Noch könnt Ihr Alle über Nacht Zersprengen Eure Ketten I Die Macht liegt in der freien Wahl, Frei könnt Ihr sie jetzt üben, D'rum laßt durch Reden hohl und schal, Euch nur den Blick nicht trüben. Wählt Männer, die der Militär- Und Pfafsenwirthschaft grollen, Die gegen jedes stehend Herr, Mit Nachdruck kämpfen wollen; Die wirken, daß die Presse frei Wird bald in allen Staaten Und daß nicht mehr die Polizei Hetz' wackre Demokraten! Ja, Männer, die trotz Sorgennacht Euch immer treu geblieben, Die nur an Euer Wohl gedacht, Für Euch gekämpft, geschrieben. Die Männer— Bruder!— wählet jetzt, Sie führen Euch zum Siege! Sie bürgen Euch, daß nicht, zuletzt Die Freiheit untcrliege! D'rum laßt die nicht'ge Träumerei, Eilt Alle zu den Wahlen! Es gilt, der schnöden Tyrannei, Den Lohn jetzt heim zu zahlen! Rührt kräftig Euch im ganzen Land, Euch vor dem Joch zu retten, Die Zukunft liegt in Eurer Hand, Die Freiheit, wie die Letten'.«Eh. Fr. Pr.) _(@. B.-L.) in seiner Nase Dies biblische Menscheufleisch.*) „Lasset ab von dem Menschen, der Odem hat, denn ihr wisset nicht, wie hoch er geehrt ist." Wort will mir nicht aus dem Sinn, es versolgt mich gleich einer zudringlichen, nie verklingenden Melodie auf Schritt und Tritt, wenn ich so durch die Straßen wandle oder über die Vorgänge dieser Zeit nachsinne. Da gewahre ich wohl in dunkler kalter Nacht, unter einem Thorweg kauernd, ein kleines zerlumptes Wesen, einen jener„Spatzen", wie der Galgenhumor unserer Tage solche arme verlassene Erdenkinder nennt, für welche Gott sorgen muß, da es die Menschen nicht thun. Ein Bischen Brod, ein Bischen Unterricht, und ihm wäre geholfen! Statt dessen durchschwirrt die Luft unserer hohen Civilisation stets das andere alte Wort:„Was erkühnt sich der Arme, daß er will unter den Lebenden sein?" Nun zumal erst das arme Kindl Sein bloßes Dasein schon wird als eine öffentliche Beleidigung aufgenommen; es ist ein Ungeziefer, eine Belästigung, ein keimender Dieb, Räuber, Mordbrenner, im günstig- sten Falle ein lausender Wechsel auf Jedermanns Kleingeld. Hinweg mit ihm, dessen Berührung verunreinigt, dessen Dasein eine Pest ist, dessen Erhaltung eigentlich staatsanwaltlich ver- folgt werden sollte! So wird es hin und her geschuppt wie ein Ding, das überall und aller Welt im Wege steht, dessen allein rechtmäßiger Beruf hungern und frieren, gestoßen und getreten, beschimpft und verachtet zu werden ist. Darin wächst es auf, so offenbart sich ihm die„sittliche Weltordnung". S' ist ja nur Menschenfleisch! „Lasset ab von dem Menschen, der Odem in seiner Nase hat, denn ihr wisset nicht, wie hoch er geehrt ist." Wem drängt sich nicht dies Wort in die Erinnerung, wenn er ein Zeitungs- blatt zur Hand nimmt und darin liest, wie tagtäglich Hunderte und Tausende der frevelhaften Laune Einzelner geopfert werden, deren persönlicher Werth gewiß nicht unterschätzt ist, wenn man ihn dem des letzten ihrer Opfer gleichstellt. Der König von Dahomai läßt alljährlich zur Verherrlichung seiner Größe an seinem Geburtsfeste einige Tausende von Gefangenen oder auch eigenen Unterthanen abschlachten. Solche Lumperei und Knau- serei ist gerade mitleiderregend gegenüber dem großartigen Da- homaisiren. Sind es ihrer ja doch immer noch genug! S' ist ja nur Menschenfleisch! O wie dumm, wie entsetzlich dumm sind wir noch, trotz unserer gepriesenen Bildung, daß wir noch immer nicht ahnen, wie hochgeehrt der Mensch, wie viel dies verachtete, mißhandelte Menschcnfleisch werth ist! Ja, um das goldene Kalb tanzen wir, trotz Jenen in der Wüste, was aber eigentlich dies ange- betete goldene Kalb sei, wissen wir gerade ebensowenig, wie sie. Das Ägenthum gilt uns heilig, der Mensch aber, der es immer neu aus sich selbst erzeugt, gilt uns nichts; das Todte, das Werk preisen wir, den Lebenden, den Schöpser mißachten wir. Die Uhr, die in alle Ewigkett keine zweite aus sich zeugen wird, steht uns weit über Dem, der sie gemacht hat, in dessen Kräf- ten noch tausende von anderen Uhren aufgestapelt liegen. O, um unsere Weisheit! Wollen wir einmal versuchen, uns einige Klarheit über den Werth des Menschenfleisches zu verschaffen? Dies eine steht zunächst unbestreitbar fest: Alles, was wir Kapital, Reichthum, Genuß nennen, ist nur Arbeit, Menschen- werk. Und ebenso steht fest, daß jede Generation bei ihrem Scheiden die Welt reicher hinterläßt, als sie dieselbe vorgcfun- den— periodische Störungen durch öffentliche Wohlthäter vom Schlage der Attila, Tamerlan, Bonaparte w. abgerechnet. Ver- zehrten die Menschen während ihres Lebens genau so viel als sie erzeugten, so säßen wir noch bei den Wölfen und Bären in den Wäldern. Nun bleibt es aber nicht einmal bei dieser ein- fachen Vermehrung, sondern die Prcduktionskraft der Menschen wächst in weit höherem Grade noch als ihre Konsumtionsbe- dürsnisse, und die gegenwärtige Generation wird vielleicht das Zehnsache an Werthvermehrung hinterlassen, als die Generation vor hundert Jahren. Da nun eine Generation aus nichts Anderem besteht, als aus den lebenden Menschen, so folgt aus dem Gesagten, daß Jqs! I*) Aus der Wiener Tagespresse, mit den im deutschen Reich rath- amen Hinweglassun�en. der werthvollste Schatz der Gesellschaft eben der Mensch ist und daß sie geradezu Selbstverstümmlung, Selbstmord begeht, wenn sie die Armen geistig und leiblich verkommen, wenn sie die Kräftigen irgend einem Moloch zu»Liebe dahomaisiren läßt. Hätten wir es doch nur einmal zur Weisheit der Bienen gebracht! Da sehen wir diese Thierchen, die weder Vater noch Mutter sind, mit allem Eifer sich der Erhaltung und Ausbildung der in ihrer Gemeinde Geborenen widmen. Sie wissen, was Bienenfleisch werth ist! Wir auf unsere geistige Ueberlegenheit so stolzen Menschen halten das in unsere Gemeinschaft eintte- tende Kind gleich einem Räuber, einem Vernichter, einem Helden, soferne es nicht auch gleich seine Atzungskosten mit auf die Welt bringt. Daß dieses kleine Wesen das Zeug in sich hat, uns zehnfach und hundertfach zu vergelten, was wir auf dessen Erhaltung und bestmögliche Ausbildung verwenden mögen, das ist uns noch eine verborgene Offenbarung; am wenigsten Ahnung davon aber haben viele löblichen und löblichsten Obrigkeiten, von wessen Gnaden sie immer sein mögen. Der Dorffchnlze ivetteifert in Werthschätzung des Menschenfleisches mit den größten Helden. Ich schlage vor, daß unsere Kindermärchen-Erzähler künftighin nicht mehr anheben: Es war einmal u. s. w., sondern: Es kommt einmal eine Zeit, in der man keine hungernden und frierenden kleinen Wesen mehr in dunkler kalter Nacht unter Thorwegen kauern sieht; da wird jedwedes in der Gemeinde geborene Kind, gleichviel ob reich oder arm, als ein kostbares Geschenk mit Dank und Jubel empfangen, sorgsamst gepflegt und auf's Beste ausgcbildeet werden, zu seinem und der Gemein- schaft höchstem Gewinn I Es kommt auch eine Zeit, in welcher es kein ärgeres Verbrechen als das Heldenthum geben wird, in welcher der- gleichen Seelenentartungen entweder dem Irrenhaus überwiesen oder gleich bissigen Hunden an die Kette gelegt werden. Dann werden unsere Jünglinge nicht mehr ihre schönsten Jahre in den Kasernen verlungern, wo sie das Schaffen verlernen und dagegen das Zerstören aus dem Fundament studiren; dann werden nicht Jünglinge und Männer und graubärtige Väter periodisch von irgend einem Helden ans die Schlachtbank geführt, um sich zu Hunderttausenden abschlachten zu lassen und dafür anderen Hunderttausenden denselben Liebesdienst zu erweisen. Kurz: es kommt eine Zeit, da man wissen wird, wie hoch geehrt der Mensch, wie kostbar das Menschen- fleisch ist! Ans Schwaben A. Dulk, einer der wenigen, die treu geblie- schreibt den sind: —„Alles ist in diesem neuen Reich von oben gekommen; Minister und Fürsten haben die Einheit in Roth und Angst mit unzähligen Rissen in den Nordbund hergestellt und mit den buntesten Lappen auf die Risse prächtig, wenn auch nicht imponirend, geschmückt; sie haben die Pflichten und Lasten der Völker im neuen„Deutschen Reich" fertig gemacht, geschrieben und gehandelt und gegenseitig angenommen— und dann, natürlich noch mitten im Tumult dieses entsetzlichen Krieges, für dessen rettenden Ausgang statt der Mäßigung widerspruchslose Einheit verlaugt wird— dann hat man dem betäubten Volke die Wahl gestellt, entweder dem mächtigen Heerführer entgegen- zutreten, und so auch die deutsche Sache und die Söhne Deutsch lands in Feindesland aufs Spiel zu setzen oder einen„ewigen' Vertrag seiner Unmündigkeit, seiner abnormen Belastung, seinesFreiheitsverzichts imDienste kai- serlicherDictatur einfach und schleunigst zu unterschreiben. Als man jüngst in Stuttgart das Gerücht verbreitete, Paris habe kapitulirt, rief ein Weingärtner aus:„Noi, Paris net, aber Würtemberg!" Das Wort macht die Runde. Das Volk fühlt wohl die Unvernunft, die Hohlheit all' dieser Machinatio- neu, aber führende Stimmen läßt die allgemeine Angst so we- nig wie der Terrorismus von Oben aufkommen. Wenn auch der einzelnstehende Bürger einen Sckmerzensschrei ausstößt, wenn auch ein Vater den Tod seines Sohnes anzeigt mit den Worten, er sei gefallen, das Opfer eines Krieges,„dessen End- ziel nicht die Freiheit, sondern die Unterdrückung des Vater- landes ist"— wie viele solcher Stimmen müßten es werden, bis sie nicht mehr wirkungslos wie flüchtige Seufzer verhallen! Vor allem aber steuert die Presse mit vollen Segeln in dem neuen Zeitstrom des preußischen Geistes eitler.— Noch 1866 schrieb unser„Schwäbischer Merkur", das Blatt für Alles in Schwabenland unter vielem Aehnlichen am 2i. Mai einen Artikel: „Deutschlands Einigung ohne Bruderkrieg", w or i n Preu- ßen die beabsichtigte Entschädigung Frankreichs durch deutsches Gebiet, sowie sein Bündniß mit dem Ausland vorgeworfen, dagegen der Vorrang in po- litischer und in Bildung überhaupt ihm abgesprochen wird, zumal es„derzeit in einer einseiligen militärischen und burcaukrat isch e n Konzentrirung in einem tief ein- gewurzelten Junkerthum und in einer gewissen Beschränkt- heit preußisch-partikularistischen Selbstgefühls die Haupt hin- dernisse einer freien Entwicklung habe, und der einseitig preußische Geist die wahren und berech- l igten Bestrebungen der Na t i on verfälsche und ver- derbe. Aber auf diesen schmählichen und verderblichen Bru- derkrieg, ans die von oben in Gang gebrachte Bewe- gung werde eine Bewegung von unten antworten!" Aerger trieb es die„Schwäbische Volkszeitung", welche unter zahllosen ähnlichen Artikeln am 29. Juni 1866 den, wie es schien, mißglückten Beginn des„preußischen Eroberungs- zuges" mit Hohn und Genugthuung begrüßte, weil„das p reust ische Volk auf frevle Weise in den Krieg hinein- geschwindelt, weil der Bruderkampf mit teuflischen Künsten heraufbeschworen worden sei, damit man dem wider- strebenden Volk zurufen könne:„Das Vaterland ist in Gefahr, seine Ehre ist verpfändet!"—— Nun aber kain mit un- vermutheter Schnelligkeit die Züchtigung durch die starke Hand, welche unnachsichtig und in Mcisterart niederfiel auf die Opfer... und vergessen waren die Grundsätze und die sittliche Empörung, vergessen durch dieselbe Erschütterung, welche das Thier zahm macht; gewonnen dagegen war die Einsicht, das neue Evangelium, daß die Macht in der Hand des Siegers höher stehe, als das Recht in dem Sacke des Besiegten, und daß auf dem Altar der Macht, daß dem Götzen des Erfolgs Verfasser sagen, so hätte er sich seine Ausführungen ersparen fortan Opfer zu bringen seien. Mit einem Cynismus ohne gleichen suchten in kurzem dieselben Blätter, und die heftigsten zuerst, die preußische Allianz. Und fast könnte man fragen, welches Blatt Süddeutschlands, mit Ausnahme der sozial- demokratischen Organe, diesen für die Charakterreife eines Volks so traurig zeugenden Gesinnungswechsel nicht mit- gemacht habe? Denn selbst das demokratische Hauptblatt Würtembergs, der„Beobachter", hat seine Schneide verloren und ist vollends seit der Annahme der Heeresfolge gegen Frankreich matt, tonlos und ohne eigne Initiative. Welch ein weites Feld der Charakterlosigkeit die Lockung der Macht, die Aufstachlung des Ehrgeizes vorfand, um den Abfall vom alten Glauben zu sehen und zu ernten, das zeigt nicht nur die Schnelligkeit, mit welcher die Anziehungskraft der Gewalt große Mengen der Bevölkerung, bei denen das Preu- ßenthum keineswegs beliebt war, in die Arme der fanatischen preußischen Partei führte, sondern auch die zahlreiche und oft so grenzenlose Hingebung an das Preußenthum, welche sich in den durch Charakterlosigkeit von jeher glänzenden Kreisen des gelehrten, des geistigen Berufs offen- barte. Hierher gehört vor allem die Landesuniversität durch alle Fakultäten, ein Theil der Literatur und selbst der Dich- lung. So Professor Römer, der Professor der Rechte, an dem jeder Zoll Hingebung ist; Palmer, das große Thübinger Kir- chenlicht, das auf preußischem Leuchter in die neue Landesver- trelung getragen wurde; Bischer, der Aesthetikcr(—?), der bei den Wahlen gegen den radikalen Hopf durchfiel, der sich aber viel Blühe gab, die Derbheiten seiner antipreußischen„Kriti- scheu Gänge" und„Epigramme aus Baden- Baden" vergessen zu machen, und daher schon beim Ausbruch des Krieges in Stuttgart eine kriegsbegeisterte Rede hielt, in der er den blühendsten Unsinn vortrug; Hölder, der Rechtsanwalt, der General der Preußenpartei, der bei seinem Umschwung aus den Reihen der demokratischen Oppposilion es geradezu aus- sprach, er habe lang genug bei den Besiegten gestanden und wolle nun auch einmal bei den Siegern stehen. Die poetische» Ergüsse der Wochen- und Amtsblättter überfließen von der Gloire preußischer Führer und Führung. Jene hochmlllhige Stimmung, welche sich 1866 von Oben herab in das preu- ßische Volk einsiltrirte, hat sich nach den ersten Erfolgen in Frankreich auch in Süddeutschland eingebürgert, und pfauenhaft lassen wir das deusche Gefieder prunken. Daß wir fortan die erste, die mächtigste nicht nur, sondern auch—„la grande"— eine wirklich bewunderungswürdige Nation in Krieg und Frieden sind, das ist erster Glaubensartikel und Grundsatz. Nichl mehr deutsche Rechtlichkeit, Großherzigkeit, Treue wird gepriesen, sondern deutsche Macht, Macht, Macht. Die Franzosen allein thun alle Schandthaten des Krie- ges. Daß sie ihre Gefangnen nach amtlichen Nachweisungcn besser behandeln, als wir die uusren, daß die viel verfluchten Leichenräuber vom Elsaß im deutschen Coblenz festgenommen wurden und sich als Breslauer Strolche entpuppten, daß unsre Soldaten Schauerszenen wie in Ablis und Baigneux lie- ferten ic. rc.— das alles darf die Einbildung des echt deutschen Edelmuths nicht störe». Ein wenig gehört auch zu diesem Edelmuth, daß der Stuttgarter Sauitätsvernn jüngst eine Rechnung aus Wildbad für einen als rekonvaleszent dort im Bade befindlichen preußischen Offizier zur Bezahlung zugeschickt erhielt, welche für 6 Wochen nicht weniger als 900 fl., also für den Tag mehr als 20 fl. in Rebhühnern, Weinen u. s. w. auf Gastfreundschaft konsumirte Badekosten aufwies. Warum nicht? Sind wir doch gegen Stapoleon auf Wilhelmshöhe noch viel edelmüthiger.-- j—_ Literarisches. Herrn Dr. Johann Jajcobi's Ziel der Arbeiterbe» wegung. Von John Prince-Smith. Berlin, F. A Herbig. 1870.— Wir denken uns nicht�lange bei genannter Schrift aufzu- halten; einige Citate werden genügen, zu zeigen, weß Geiste» Kind sie ist. Herr Prince-Smith beginnt damit, seine Achtung vor dem Charakter Johann Jacobi's zu betheuern, meint auch, daß er bei seineu Anhängern für einen scharf logischen Denker gelte. Das befähige ihn aber nicht,„als Autorität zu gelten in den rein volkswirthschaftlichen Fragen, um welche es sich dreht bei einer Prüfung der„ Arbefterbewegung." Natürlich, er gehört ja nicht zu den Pächtern der reinen Volkswirthschaft wie Herr Prince-Smith. Nun erfolgt eine ungemeine scharf- sinnige Exkursion, anknüpfend an das Motto der Jacobi'schen Rede:„Die Menschen sollen nicht Herren und Knechte sein, denn alle Menschen sind zur Freiheit geboren." Dies sei, meint Herr Prince-Smith, ein Pröbchen von Logik für die Menge.„That- sächlich genießen nur wenige Menschen Freiheit." Freiheit ist Herr- schaft über die Dinge und sich selbst, und Fähigkeit der Abwehr gegenüber den Mitmenschen; sie wird also hergestellt durch Ent- Wickelung wirthschaftlicher,; sittlicher und polittscher Kraft. Mit- hin wird jedem gebornen Menschen nur dasjenige Maaß von Freiheit zu Theil, welches seine Anlage und Ausbildung, seine ererbten und envorbenen Mittel, und die öffentlichen Zu- stände, unterdenener lebt, für ihn erreichbarmachen." Hiernach sollte man meinen, Herr Prince-Smith stände aus sozialistischer Seite, um die heutigen öffentlichen Zustände, unter denen„thatsächlich nur wenige Menschen Freiheit genießen", um- ändern zu Helsen. Aber nein, er fährt fort:„Wo es auch in der Geschichte den Schein hatte, als würde Frecheit erhascht durch einen kurzen Kamps gegen Andere, konnte Solches nur dadurch gelingen, daß man vorher allmählich die Unterlagen der Freiheit herangebildet hatte auf dem Wege des Kulturfortschrittes. Aber dieser Weg ist schwierig und lang; man möchte ihn gern umgehen." Herr Princc-Snuth scheint also der Meinung zu sein(behaupten kann man es nicht, da er hier abbricht und sich auf Silbenstecherei mit dem Worte„zur Freiheit geboren" wirft), daß der„Kultm fortschritt" sich aus dem ruhigen Gehen- lassen der Dinge, wie sie jetzt stehen, entwickeln werde, daß aber die sozialistischen Bestrebungen darauf hinausliefen, diesen Weg, der„zu schwierig und zu lang" erscheine, zu unterbrechen, kurz, daß es ihr eigentlicher Zweck sei, Revolutionen zu machen. Es liegt dem die sattsam bekannte Anschauung zu Grunde, daß der heutige Zustand der Gesellschaft kein historisch gewordener, und darum wandelbarer, sondern auf natur gesetzlichen Grundlagen beruhender, und darum unwandelbarer sei. Wollte dies der können; da dies die Voraussetzungen des Streites sind, mit ihnen also nichts bewiesen wird. Herr Prince-Smith meint im Grunde genommen, der Satz,„die Menschen sollen nicht Herren und Knechte sein, denn alle Menschen sind zur Freiheit geboren", sei deshalb unsinnig, weil es heute eben Herren und Knechte giebt und die Stelle, wo er von Anlage und Ausbildung er- erbter und erworbener Mitteln und den öffentlichen Zuständen spricht, die Ihatsächlich den Menschen frei machen, will eigentlich nur sagen, die heutigen Inhaber dieser Dinge sind es von Rechts wegen, jede Auflehnung dagegen ist Usurpation, ist Revo- lution. Herr Prince-Smith meint, der mehrfach angeführte Satz von Herren und Knechten werde am Besten widerlegt, wenn man ihn auf praktische Zustände anwende. In folgender Weise wendet Herr Prince-Smith den Satz praktisch an: „Die Menschen sollen nicht Gesunde und Kranke sein, denn alle Menschen sind zur Gesundheit ge- boren." Baarer Unsinn, wenn nicht eben auch hieraus eklatant die Meinung des Verfaffers spräche, die heutigen Zustände seien in Bezug auf ihr Werden und Vergehen ebensowenig menschlichem Einflusie unterworfen, wie im Großen und Ganzen die körperliche Konstitution des Menschen.(S. 6.) Herr Prince-Smith zeigt übrigens späterhin selbst, daß er sehr gut weiß, worum es sich handelt. Er sagt(S. 6.):„Er (Jakobi) nimmt als ausgemacht an, erstens, daß die Arbeiter- noth sich von Tag zu Tag steigert; zweitens, daß diese Roth eine nothwendige Folge der gegenwärtigen wirthschaftlichen und ge- sellschastlichen Verhältnisse sei; und drittens, daß diese sich in ihren Grundzügen umgestalten ließen." Aus die ersten beiden Punkte antwortet Herr Prince-Smich, die Roth, wo sie sich zeige, sei nicht Folge der Grundeinrichtungen unserer Gesellschaft, sondern Folge davon,„daß unsere Wirthschaftseinrichtungen noch nicht weit genug gediehen sind, um das wünschenswerthc Maaß von Beftiedigung für Alle herzustellen," eine Phrase, der Jeder, auch wir, zustimmen lönnen, denn wir behaupten ja auch, daß „unsere Wirthschaftseinrichtungen noch nicht weit genug gediehen sind,"„andererseits", fährt er fort,„daß die Rothleidenden noch nicht die Bedingungen erfüllt haben, welche unerläßlich sind, da- mit sie aus unseren Wirthschaftseinrichtungen den sich darbietm- den Nutzen ziehen." Diese Bedingungen, sie werden uns nicht genannt; man dars annehmen, daß sie, wie dies ja oft genug in den Kundgebungen der Richtung, der Herr P.-S. angehört, gesagt wurde, an der Forderung einer höheren Bildung bestehen, die es dem Arbeiter möglich machen soll, durch Einrücken in eine höhere, größere technische und geistige Ansorderungcn heischende Stelle, einen höheren Lohn zu beziehen. Darauf läßt sich Verschiedenes erwidern. Zuerst behaupten wir, daß die Tendenz unserer Maschinenperiode darauf hinaus- läuft, das eigentliche Technische der Arbeit mehr und mehr der Maschine aufzubürden, dagegen die Arbeit des Menschen im Großen und Ganzen immer mehr zu einer rein mechanischen Arbeit zu machen, sie fast nur auf einfache Hebeloperationen, was die eigentliche Produktion betrifft, und Hilfsarbeiten der Maschine zurückzuführen. Das Vcrhältnih der eine geistige An- strengung erfordernden Manipulationen zu den rein mechanischen erweitert sich mehr und mehr zu Gunsten der Letzteren. Wenn bestritten, erwarten wir Gegenbeioeis. Zweilens, da doch unter allen Umständen eine bestimmte Anzahl rein mechanischer und untergeordneter Arbeiten gethan werden müssen, so wird man uns sagen müsse», von wem diese geleistet werden sollen, resp. wie diese bezahlt werden sollen, wenn die Bedingungen des Hrn. Pr.-S. erfüllt sind und alle Arbeiter eine höhere Bildung sich angeeignet haben. Die Möglichkeit dieses Falles giebt er ja zu, indem er von den Arbeitern verlangt, daß sie seine Bedingungen erfüllen. Drittens und letztens aber bestreiten wir unsrerseits diese Möglichkeit unter heutigen Zuständen. Wir behaupten, daß es ein Hohn sei, von den arbeitenden Klassen eine höhere Bildung zu verlangen, zu derselben Zeit, wo ein Antrag im gesetz- gebenden Körper Deutschlands, nur die Frauen- und Kinder- arbeil theilweise zu beschränken, kaum eine Stimme für sich gewinnt, natürlich im Interesse der„Freiheit". Was diesen letzteren Punkt betrifft, so ist Herr Pr.-S. schon weit vorge- schritten. Er sagt(S. 11):„Eine polizeiliche Einschränkung der Frauenarbeit, und ein Verbot der Verwendung von Kin- der» unter einem gewissen Alter, mag stattfinden;" fährt aber fort:„wo aber solches nöthig ist, weil die Arbeiter nicht die sittliche Kraft haben, sich zu weigern, ihre Weiber und kleinen Kinder zur Lohnarbeit hinzugeben, da dürfen sie sich nicht wundern, daß sie bei einer des Menschen so wenig wür- dizen Willensschwäche sich keiner menschenwürdigen Wirthschafts- �age erfreuen." Run, ist mit einer solchen Anschauung zu Achten? Pon den Arbeitern verlangt man die höchste sittliche Kraft, die selbst gegen den Hunger Stand halten soll, und ver- langen sie, daß man ihnen Gelegenheit geben, sie unterstützen solle, diese zu erringen, dadurch, daß man auf die einzig wirk- some Weise, der gesetzlichen Arbeitszeitbeschränkung, ihnen und 'hren Kindern die Zeit gewähre, sich weiter zu bilden, so ist � im Namen eben dieser sittlichen Kraft, daß man ihnen ihre Forderungen abschlägt. Von den Arbeiter», der in jeder Be- Pehunz, berücksichtigt man thatsächliche Verhältnisse, schütz- Gsesten Klasse der Staatsangehörigen, fordert man sittliche Kraft, und wie sieht es mit den sittlichen Kräften der höheren Klassen aus, denen doch alle Mittel zu Gebote stehen, diese flch anzueignen. Herr P.-S. und die Schule, der er angehört, !>> öev Meinung zu sein oder ist es, daß sittliche Kraft vmi Jedem a priori erworben werden könne und müsse, woraus l'ch dann eine Besserung der Lebenslage ergebe, während wir or gerade entgegengesetzten Meinung sind, und glauben, daß «e Völker wie die Einzelnen erst dann einen höheren sittlichen Standpunkt einzunehmen im Stande sind, wenn sie über die ersten Kämpfe um die erste Rothdurft des Lebens mit den sie angebenden feindlichen Natur- oder anderen Verhältnissen hin- und deshalb, in der Erkenntniß, daß die heutigen '«Haltnisse die Gesellschaft sittlich abwärts führen, diese Ver- , D bekämpfen und einen Zustand erstreben, in dem es '"Einzelnen durch alle Mittel der Gemeinschaft möglich ge- 'cht werde, seine sittlichen Kräfte zu entfalten. Indessen, i» diese Ausführungen? Herr P.-S. erkennt ja selbst an, dif""* rÖC" Leitern darüber nun Borwürfe machen over >!. vm �ben Sicherheits- und Gesundheitsvorkehrungen für Mannerarbeit, Einschränkung der Frauenarbeit und Verbot der Kinderarbeit gerechtfertigt, d. h. also doch wohl nöthig geworden sei. Wir können Hrn. P.-S. nicht mehr so ausführlich, wie bisher, folgen. Einzelne charakteristische Stellen mögen noch hervorgehoben werden. Auf S. 4 ist von der Erfindung der Maschine die Rede. „Die Maschinerie ist angefertigt worden", heißt es dort, „durch Männer, welche die Mittel zur Herstellung von Maschinen erübrigt hatten, um einen Antheil zu haben an den vermittelst derselben vermehrten Befriedigungs- Mitteln." Mit derselben Logik, die die That fache, daß der Besitz der Produktionsmittel eine unverhältnißmäßige An- eignung des Produktes gewährt, zugleich als den Rechts- grund dafür angiebt, heißt es S. 15:„Daß der Mann, welcher die Mittel zur Anschaffung der Dampfmaschine hergiebt, von dem Ertrag der Fabrik so viel mehr erhält, als der Mann, welcher in das Heizloch die Kohlen steckt, rührt einfach daher, daß die Zahl derer, die eine Dampfmaschine bezahlen können, so klein ist gegen die Zahl derer, die eine solche heizen können." Dazu braucht man Herrn P.-S., um uns zu sagen, daß die Ausbeutung der Arbeit„daher rührt". Und weil sie daher rührt, soll es ewig dabei bleiben, daß auch die fernere Arbeit ausgebeutet wird, blos weil ein großer Theil ihres Ertrages dem Ausbeuter zufällt, und sie daher die Maschine nicht kaufen kann. S. 7 beweist Herr P.-S., sonst der Mann des„steigen- den Nationalreichthums", daß es gar kein„Bolkseinkom- men" gebe, sondern daß Jeder im Volke sein eigenes Ein- kommen habe. Dort paßt es ihm gerade in die Beweis- führung. S. 16 will Herr P.-S. die Richtigkeit des Satzes: „Kapital ist angesammelte Arbeit" nicht zugeben, vielmehr muß es genauer heißen:„Kapital besteht aus angesammelten Produkten der mit Kapital vereinten geistigen und körperlichen Arbeit." Hr. P.-S. kann sich ein Patent darauf geben lassen, wie man eine Sache durch sich selbst erklärt. S. 17 ist es zur Abwechslung einmal der„Bereicherungs- trieb" der reichlicher Erwerbenden, dem man die Ansammlung von Kapitalien verdankt; sonst war es der„Enthaltungstrieb" der Kapitalisten. Wir haben diese einzelnen, von hoher Weisheit zeugenden Stellen, auf gut Glück herausgegriffen, wir würden nicht in Ver- legenheit kommen, noch die zehnfache Anzahl zu citiren. Aber wir würden damit den Raum einer literarischen Anzeige weit überschreiten, und das bisher angeführte wird ja wohl genügen, die Schrift des Herrn P.-S. zu charakterisiren. Es wimmelt darin von Mißverständnissen, schiefen Auffassungen und noch mehr, von Unwissenheit. Man kann sie als den Stapelplatz aller als gang und gäbe umlaufenden angeblichen Bcweisführun- gen gegen den Socialismus betrachten, als deren Typus man die von einem anderen Vertreter der„Wissenschaft", einem Herrn Professor Frühauf, als wirklich schlagend angepriesene bekannte Anekdote von Rothschild ans dem Jahre 184lt bezeich- nen kann. Vielleicht das Interessanteste der Schrift ist die schon zu Anfang gekennzeichnete Anschauung des Verfassers, die das kapi- talistische System für das allein naturgemäße haltend, kein an- deres sich an seiner Stelle denken kann, und mit dem Verschwin- den des Kapitalisten auch jeden industriellen Großbetrieb auf- hören läßt. Am naivsten verräth sich diese Meinung in folgen- der Stelle, in welcher von der Vertheilung des Arbeitsertrages die Rede ist.(S. 19.):„In welchem Maaße die Größe dieses Ertrages abhängt von der geistigen Arbeit und dem Kapital, ermißt man, wenn man das Ergebniß irgend einer vervollkomm- neten Industrie, bei welcher eine gewisse Arbeiterzahl beschäftigt ist, mit demjenigen Produkt vergleicht, welches dieselbe Zahl von Arbeitern herzustellen vermöchte, ohne industrielle Leitung und Maschineriecn. Man erkennt sofort, daß die Menge von Befriedigungsmitteln, welche einfache Arbeiter, ohne Hilfe der Geschäftsunternehmcr und Kapitalisten, zu Wege bringen könnten, viel geringer als diejenige wäre, welche sie als Lohn zu erlangen pflegen."„Industrielle Leitung und Maschi- nerieen" werden also hier ruhig mit„Geschäftsunternehmern und Kapitalisten" identisicirt. Mit welchem Recht, einfach, weil die letzteren heute die Inhaber der Maschineriecn und die indu- striellen Leiter sind, und auch dies nur zum Theil; man erinnere sich der Actiengesellschaften, denn, so heißt es gleich darauf,„die Erhebung eines armen, in der Produktion schwachen Landes, zur reichen, industriellen Produktivität, geschieht ja nur dadurch, daß daselbst Geschäftsunternehmer sich ausbilden und Kapitale erüb- rigen." Sehr richtig; das ist der historische Weg. Aber ob dieser historische Zustand der endgültige, jeden anderen aus- schließende sein soll, das ist doch eine andere Frage. Was Wun- der also auch, daß der Verfasser unmittelbar nach jener ersten Stelle fortfährt:„Was die Unternehmer und Kapita- listen beziehen von dem Betriebsertrag ist nicht so viel, als was ihr Mitwirken zu diesem Ertrage beiträgt!!" Man frägt sich'hierbei unwillkührlich: gegen was polcmi- sirt eigentlich Herr Prince-Smith? Gegen den Socialismus? Dem Socialismus ist es nie eingefallen zu behaupten, daß ohne „industrielle Leitung und Maschinerien" eben so viel producirl werden könne, als mit denselben. Aber er greift das Recht des Kapitalisten an, auf Grund seines Besitzes der Produktionsin- strumente so viel von der Produktenmasse zu beziehen, als er bezieht. Aber davon hat Herr P.-S. keinen Begriff; er weiß immer nur zu wiederholen: Auf Grund der thatsächliche» Zu- stände bezichen die Kapitalisten ihre Einkünfte, folglich sind sie auch berechtigt dazu; sie haben die Macht, folglich auch das Recht. So wenig versteht Herr P.-S. die Argumente des Gegners zu erfassm, so wenig weiß er, was eigentlich der Socialismus will. Hiernach beurtheile man, ob wir zu den: vorher ausgespro- chenm harten Urtheil über die vorliegende Schrift berechtigt waren. Man könnte füglich dieselbe als den unübertrefflichen Aus- druck des Vulgär-Unverstandes, soweit dieser den Socialis- mus betrifft, bezeichnen, und im Uebrigen hat derselbe, das mag sich Herr P-S. zum Trost sagen lassen, wirklich noch bedeuten- dere Gegner, als ihm in dieser Schrift entgegentreten. Aber sie wachsen nicht auf dem Boden der Faucher'schen„Vierteljahrschrist für Volkswirthschaft und Kulturgeschichte", aus welcher die Schrift des Herrn P.-S. ein besonderer Abdruck ist. Man muß sie doch wohl für höchst vortrefflich und beweiskräftig gehalten haben. Berlin, den 14. Februar 1871. ah. Wer ist Landcsverratherl Wir sind also jetzt beim Landesverrath höchstselbst angelangt und es liegt mir ob, die oben stehende Frage zu beantworten. Um meinen Gedanken in's rechte Licht zu setzen, will ich Beispiele anführen, einer- scits von Handlungen, wie man sie heutzutage unter uns als Landes- verrath verschreien möchte und als solchen wirklich verfolgt; anderer- seits von Handlungen, die alle Merkmale eines Landesverraths an sich tragen, bei welchen aber von Verfolgung keine Rede ist. Zur Zeit des Krimkrieges war bei dem vor Sebastopel lagernden englischen Heere die Verpflegung wie das ganze Gebaren schlecht. Man ist in England alles Ernstes daran gewöhnt, daß jedesmal der erste Feldzug schlecht abläuft. In den letzten Zeiten der römische» Republik ging es ganz ebenso: die Schuld liegt an der aristokratischen Verfassung, die es einer Klasse möglich macht, die Gesammtheit auszubeuten. Es blieb aber nicht verschwiegen, wie es getrieben wurde. Briese von Unteroffizieren kamen nach England und in die Zeitungen. Erst einzelne, später fielen sie hageldicht. Die Briefe hatten Hand und Fuß und auch Kopf und legten die Wirthschaft beim Heere schonungslos dar. Ganz England wurde darüber aufgeregt und die Wellen der Be- wegung schlugen bis in's Parlament, wo Palmerston über den unver- antwortlichen Unfug zur Rede gestellt wurde. Er wollte, nach seiner gewöhnlichen Weise, die Sache auf die leichte Achsel nehmen, wurde jedoch derb zurechtgewiesen und sah sich genörhigt einzulenken. Ein preußischer Minister würde gesagt haben, in den Briefen sei Landes- verrath, weil dadurch der Feind ermuthigt werde, oder doch ermuthigt werden könnte: das wagte jedoch selbst ein Palmerston mit all' seinem Leichtsinn, all' seiner Frechheit nicht. Unter Engländern durfte er es auch nicht wagen, denn in England erkannte man in dem Vorgehen der Unteroffiziere nicht nur nichts Schädliches, sondern etwas sehr Nütz- liches, nicht nur kein Verbrechen, sondern eine Pflichterfüllung. Unter diesen Umständen wäre Schweigen Verbrechen gewesen. Es hat sich auch erwiesen, daß das Versahren der Unteroffiziere das richtige war. Es wurde eingegriffen und im zweiten Winter sah es im englischen Lager ganz anders aus. Eher könnte man die Ober- offiziere der Vernachlässigung ihrer Pflicht beschuldigen, denn sie schwie- gen. Desto lauter waren sie später im indischen Kriege, der bekanntlich englischerseits mit großer Grausamkeit geführt wurde. Damals band man die gefangenen Hindos, die ihr Land vertheidigt hatten, vor die Mündungen geladener Kanonen. Die weitere Operation nannte man mit einem vermeintlich zierlichen Ausdrucke„wegblasen", wie man anderswo zierlich gesiegt haben wollte. Wir komnien nun zu einem Bilde anderer Art. Während ich mir nicht denken kann, daß ein selbst ehrenwerther Mann die engli- scheu Unteroffiziere nicht sogar ehren sollte, habe ich selbst von Dem, was ich jetzt darlegen werde, eine ganz entgegengesetzte Anschauung, scheue mich aber, dem Urtheile der Leser vorzugreifen. Zum Neujahr 1859 hatte Bonaparte seinen berüchtigten Neu- jahrswunsch wie einen Unglücksvogel über Europa losgelassen. In Wien verlor man die Fassung und schritt zum Angriff, wo ein An- griff schwerlich beabsichtigt war. Der Verlauf und Ausgang ist bekannt, war auch vorausgesehen. Hier beschäftigt uns nur, was gleichzeitig in Deutschland vorging. Damals wurde nämlich unter Pathcnschaft und Schutz einer Königin jener Verein gegründet, der unter dem Namen„Deutscher Nationalverein" so ubel bekannt ist. Er wurde unter großem Halloh liberalisirender Redensarten ein- geführt: aber alle Männer fester Grundsätze und entschiedener Gefln- nuug waren voll Mißtrauen gegen diesen Verein gleich vom ersten Augenblicke an. Dieses Mißtrauen mehrte und schärfte sich, je mehr derselbe an Zahl zunahm, ohne sich auf das eigentliche Volk auszu- dehnen. Die 1362er Generalversammlung des Vereins war die erste, der der Schreiber Dieses beiwohnte. Er war damals dem Verein beige- treten, nicht in Folge einer Aenderung seiner Ansicht über denselben und noch weniger seiner Grundsätze, sondern weil er wenigstens durch seine Stimme fein geringes Scherflein zur Verwandlung desselben in einen wahrhaften Volksvercin beitragen wollte. Auch Carl Vogt rieth damals aus demselben Grunde zu massenhaftem Beitritt. Damals wurde die Herabsetzung des Mitgliedcrbeitrags angeregt, aber schnöde abgewiesen. Schreiber Dieses sprach über diesen Punkt mit mehreren namhaften Mitgliedern, stieß jedoch bei allen auf Aerger über diese Zumuthung.„Was ihm einfalle!" war noch dre mildeste Form der Zurückweisung. Ein preußischer Thaler war allerdings weniger, als die meisten Arbeitervereine von ihren Mitgliedern einHeben. Aber die Arbeiter- vereine thun etwas iür ihre Mitglieder, der Nationalverein that nichts; die Vorstände der Arbeitervereine halten Haus mit den geringen Mit- teln derselben, der Borstand des Nationalvereins warf die reichen Beitrage, die ihm zuflössen, wie zum Fenster hinaus. Hierüber ließe sich eine förmliche Skandalchronik zusammenstellen— das soll jedoch für ein andermal vorbehalten bleiben. Hier schon die juridischen Merkmale eines Volksverraths zu suchen, wollen wir einstweilen»och nicht unternehmen, obwohl das Wesen desselben nicht zu verkennen ist. Aber es kommt noch Besseres, eigent- lich Aergeres. Auf derselben Generalversammlung wurde auch die Wehrsraa e angeregt. Ein süddeutscher Offizier, ein Würtemberger, hielt darüber einen Vortrag, der entschiedenen Beifall fand, der aber sür die Meister des Vereins den Fehler hatte, daß er nicht widerlegt werden konnte. Niemand wagte es, offen dagegen auszutreten. Der Grund, aus dem man die gerechten Vorschläge zurückwies, war eben so albern als er« logen. Die Sache sollte„noch nicht spruchreif sein!"— Ein alter, penstonirter Lieutenant rief dem Schreiber dieses aus der Straße zu:„Noch nicht spruchreif, was dieSpatzen auf allenDächern pfeifen!"— Es möchte gesagt werden, �ein Beschluß des Nationalvereins hätte Das deutsche Volk nicht vor Selbstzerfleischung und äußerem Kriege gerettet— wie dieser Verein von Nationalverräthern war, allerdings nicht. Aber wenn ein Viertelhunderttausend Männer ihre Schultern ernstlich und ehrlich angesetzt hätten, so wäre das ganze deutsche Volk wie ein Mann hinter ihnen gestanden und es giebt noch jetzt keine Macht, die einem solchen Druck widerstehen könnte. Ich gebe hier nur meine persönliche» Eindrücke, weil die gedruckten, angeblich stenographischen Berichte über die Verhandlungen der General- Versammlungen des Nationalvereins wegen ihrer Untreue zu der Skandal- chronik desselben gehören: Deßhalb übergehe ich die 1863er General- Versammlung zu Leipzig, der ich nicht beiwohnte, und beschränke mich auf die 1864er Generälversammlung zu Eisenach. Auf dieser Versammlung kam die Angelegenheit Schleswig-Hol- stein's zur Sprache. Aufrichtig gestanden, so warm mein Herz für jedes Recht schlägt, so konnte ich mich für diese Sache doch nie recht eigentlich begeistern. Wie der Panslavismus von Petersburg ausging, so ist der Panaermanismus von Berlin ausgegangen und zwar vom toniglichen Schlosse, wie jener von dem Palaste des Kaisers, der, von Rechtswegen, keinen Tropfen slavischeu Bluts in seinen Adern hatte. „Timso Danaos et dona ferentes"(Ich fürchte die Danaer(Griechen), zumal wenn sie schenken), ist ein alter Spruch, den mau uns in der Schule als eine Lehre unerläßlicher Klugheit sehr ernstlich einprägte, und ich darf sagen, daß ich diesen Spruch immer vor Augen habe. Ich bin alt genug, um mich noch der Zeit zu erinnern, da man die dänische Sprache fast als eine Mundart der deutschen betrachten konnte. Deutsche Schriftsteller waren in Dänemark wie einheimisch; dänische übersetzten ihre eigenen Schriften in's Deutsche. Den Störer des Friedens zwischen den beiden Völkern weiß ich nicht mit Namen zu nennen; weder die Deutschen noch die Dänen können ihn ihren Freu' d nennen. Die Losung des„maritimenAnschlusses", wie man die Sache nannte, war damals schon gegeben; die Schleswig-Holsteiner ver- wahrten sich dagegen und bestanden auf ihrem Selbstbestimmungs- recht. Der alte treue Klaus Riepen aus Kiel brachte den dahin- gehenden Antrag ein. Man begreijl, auf welche Seite ich mich stellte. Damals schon entpuppten sich alle schillernden Größen des National- Vereins handgreiflich als Nationalverräther. Biedermann war, wie mmer, ganz Biedermann, Miquel schimpfte aui die..unverhelker- lichen Demokraten". Franz Dunker spielte den beleidigten Preußen, das Höchste— oder wenn man'will, das Niedrigste— leistete Schulze- Delitzsch, der sich nicht schämte, dem Rechte der Schleswig-Holsteiner „die Interessen der Stettiner Rheder" gegenüberzustellen. Die Ab- stimmung ergab in einer Versammlung mehrerer Hundert Mitgliedern für das Recht der SchleSwig-Holsteiner— 24, sage vierundzwanzig Stimmen. Auf eine juridische Prüfung geh' ich begreiflicherweise auch hier nicht ein, so wenig ich daran zweifle, daß dabei Volksverrath stattge- funden hat. Aber die Staatsanwälte sind nicht bestellt, wegen Ver- raths am Volke Klage zu führen. Der Nationalverein ist todt, aber Rechnung hat er i über die weggeworfenen und namentlich nicht über die in's geschmissenen Gelder. Die hier als Volsverräther gezeichnet sind, schlagen zetzt ein Pfauenrad, aber das große Schwurgericht der Geschichte wird ein anderes Verdikt fällen. Nach der Zeichnung noch einiger Fälle des Laudesverraths, die nicht vom östentlichen Ankläger Verfolgung zu bestehen haben, werden wir an die Rechtfertigung unserer Freunde gehen. Offene Erklärung an den— Präsidenten k des Allgeincinen Deutschen Arbeiter-Vereins. Unterzeichneter wurde von den hiesigen Mitgliedern des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins als Kandidat zum Reichstag Ihnen vorgeschlagen und auch von Ihnen genehmigt. Die Wahlagitation hat de- gönnen, es wird mit Erfolg gearbeitet, es wurde in Betreffs meiner Kandidatur Seiten unseres Bevollmächtgtcn an Sie geschrieben, uns zu unterstützen mit Rath und Thal, hauptsächlich weil es uns an Rednern mairgelt, uns hierin selbst in einer Versammlung zu unterstützen, wo möglich bei Ihrer Reise von Berlin nach M.-Gladbach, wo Sie edler Geist als Kandidat figuriren. Sie sagte» zu, hielten aber, wie b e kannt, schlecht Wort. Fürchteten Sie genialer politischer Seiltänzer etwa, die letzten Vorgänge unter Ihrer Diktatur im Vereine wären uns zn Ohren gekommen? Daß wir Sie zur Rede stellen und zur Rechen- schaft ziehen würden? Ja, diese traurigen Thatsachen, wir kennen ste. Hätten wir Marbnrger Mitglieder dieselben 4 Wochen früher gewußt wie jetzt, iiimmermehr hätte» wir uns in irgend einer Angelegenheit an Sie gewandt, am Wenigsten in der Wahlangelegen- heil. Wenn Sie nun ein Mann von Ehre sein wollen, dann kommen Tie nach Marburg und waschen sich hier den Schniutz ab, den wir in großem Maßstabe an Ihnen haften glauben. Auf Ehre und Gewissen können Sie fest darauf rechne», daß sämmtliche Mitglieder in Marburg bei dieser Wäsche sein werde». Nach den Wahlen werden wir Sie entlarven vor aller Welt und Sie i» Ihrer wahren Gestalt zeigen, jetztjjabeii wir Besseres zu thun, als uns mit Nullen zu beschäftigen wie Tie. Ihr aber Arbeiter, laßt Euch nicht mehr durch ehrgeizige Kreaturen w Emen wichtigen Bestrebungen auseinanderzerren, wir sind sonst für immer zur Ohnmacht verdammt. Wir Marburger Sozialdeniokraten werden Euch zeigen, daß, tvenn man mit einer glühende», Alles verzehrenden Begeisterung für eine hohe Idee känust, Etwas erringen kann. Hier brennt der Wahl kämpf in heller Flamme. Seil dem Jahre 1848 haben die Sozialdemokraten gc ruht, gar Mancher ist fahnenflüchtig geworden. Trotz unserer Minder heit hoffen wir zu siegen. Wir haben mit den Gegeiikandidatcn, es sind ihrer 2, ein Nationalliberaler(Herr v. Maibom in Berlin) und, wie man im parlamentarischen Lebe» sagt, einein„Wilden' zu thun (Dr. Grimm in Marburg). Tausende von Köpfen auswärts sind auf- geklärt, Marburg selbst wird zuletzt vorgenommen. Würden wir nur niit Rednern in den letzten Tage» unterstützt werden, dann ist der Sieg unser._ Volg. H. Schneider. Juteruationale Gewerksgenosseuschaft der Schuhmacher und verwandten Gewerkt. Leipzig. Da durch einige entstandene Lücken im Verwaltungs- rath eine Ergänzungswahl nöthig war, so wurde dieselbe Montag, den 20. d. Mts. vorgenommen und sind folgende Herren gewählt worden Friedr. Müller als aktives BerwaltungSrathsmitglied, Gustav Körner und Aug. Backen als Ersatzmänner. Die Herren Moritz Höritzsch und Karl Meißner, als frühere Ersatzmänner, sind also von jetzt an als wirkliche B rwaltungsrathsmitglieder zu betrachten. Ferner möchten wir die Mitgliedschaften aus unser Organ aufinerk- sai» machen und das Abonnement auf dasselbe empfehlen der „Volksstaat" dars in keiner Genossenschaft fehlen, damit ein Jeder sich jederzeit von Bekatintmachungen aller Art überzeugen kann, es ist des Bevollmächtigten Pflicht, dieselben aufzubewahren, um bei etwaigem Zweifel Rede und Antwort zur Ueberzeuguiig geben zu könne». Auch jordern wir die Mitgliedschaften auf, getroffene Neuwahlen uns zugehen zu lassen. Weiter ist uns von der Mitgliedschaft Stuttgart zur Bekanntmachung Folgendes zugeschickt worden. Unser Mitglied Heinz, gebürtig aus Lehmweiler bei Aidlingen (Würtemberg) hat sich in letzterer Zeit außerordentliche Schwmdelcien und Betrügereien zu Schulde» kommen lasten, sowohl an Vereinsmii- gliedern als an der Genossenschast selbst; so wollte er die 7 fl.. welche bei unserer Christbaumfeier gesammelt� worden und für politisch Gemäß- regelte bestimmt waren, unterschlagen s man kam ihm aber noch recht- zeitig aus die Spur. Heinz war früher in der Genossenschaft Eßlingen mit der Kasse betraut, und hat auch daselbst Alles sammt Buch uuterschlagen. Vor einigen Tagen hat sich derselbe heimlich ohne Schriften von hier entfernt und wird jedenfalls als politischer oder militärischer Flücht- ling seine Schwmdeleien fortsetzen. Wir warnen also hiermit Jeder- mann vor diesem Heinz, erklären ihn als ausgestoßen und jede Mit- gliedschaft inöge vorsichsig sein, wenn derselbe irgendwo wieder auftaucht. Abrechnung der Krankenkasse der Internationalen Manufaktur- Genoffenschaft zu Mcerane. Laut Beschluß des Vereins veröffentliche ich die Abrechnung vom 1. Mai bis Ende Dezember 1870, um zu zeigen, daß auch Leben in jetzigen gedrückten Zeiten herrscht. Es haben sich bis jetzt IIb Mit- glieder an unserer Kasse betheiligt, ich kann somit das Resultat als günstig bezeichnen. Gesammte Einnahme 52 Thlr. 27 Groschen " Ausgabe 40" 14 Verbleibt Kassenbestand 12 Thlr. 13 Groschen. Wir richten die Bitte an alle Ortschaften, die Krankenkassen gegründet haben, etwas von sich hölen zu lassen, damit wir bald in der Lage find, die Statuten drucke» zu lasten. Alsdann, glauben wir, wird unsere Kasse eine sehr starke werden, den» Alles wünscht Statuten und Ouittungsbücher. Also vorwärts, daß wir das Ziel erreichen! Meerane, 16. Februar 1971. Mit sozialdemokratischem Gruß Kassirer August Haverbier. Obige Rechnung geprüft und für richtig befunden: H. Tobt. I. Posern. I. Liebscher. Geschäftsführer H. Rohland. Glauchau, 18. Febr. Sie haben in Ihrem Blatte bereits er- wähnt, ivie das hiesige Stadtverordnetenkollegium den Autrag des Stadtraths, 150 Thlr. zur Friedensseier zu bewilligen, abgelehnt hat. Nationalliberale Blätter knüpfen daran die Schlußfolgerung, es sei dies ein Zeichen der„einseitigen" Zusammensetzung unseres dermaligen Stadtverordnetenkollegiums, unterlassen es aber wohlweislich, die Um- stände und Gründe zu erwähnen, unter bez. aus denen die Ablehnung erfolgt ist. Das alte Stadtverordnetenkollegium mit seiner ebenfalls, freilich nach anderer, nämlich der sog. nationalliberalen Seite hin„einseitigen" Zusammensetzung hatte dem Stadtrathe bereits 200 Thlr. zur Friedens- seier bewilligt, aber durchaus nichts dawider gehabt, daß diese 200 Thlr. bei den einzelnen Siegesseierlichkeiten verleuchtet bez. verpufft wurden. Die Lage unserer Stadt ist nun der Art, daß die Schulden in einem Verhältnisse zum Grundbesitze der Stadt stehen, bei-dem die Genehmigung einer Anleihe seitens der Regierung nicht zu erwarten steht, vielmehr die Nothwendigkeit vorliegt, einen Steuerzuschlag in der Höhe von 1'/, bis 2 Monat städtischer Steuer zu erheben. Dieser Steuerzuschlag trifft selbstverständlich am Härtesten die unbemittelten Klassen, die am meisten gelitten haben, und die schon im vorigen Jahre durch eine von ra. 1600 Reklamanten eingereichte, mit Erfolg gekrönte Steuerreklamation Anlaß hatten, sich gegen Steuer triotenklasse" giebt, deren jeder Einzelne, ohne damit eine nennenS werthe VermögcnSminderung zu erfahren, die 150 Thlr. spenden könnte. Mögen sie ihren Patriotismus dadurch bewähren, daß sie, anstatt zu raisonniren, den Beutel ziehen und zahlen. Auf anderer Leute Kosten Siege zu feiern, ist leichter und wohl feiler, als selbst die Kosten zu tragen. Waldheim. Schon wieder einmal muß die Eigarrenfabrik Herren Rihle und Altmann in diesem Blatte erwähnt werden, denn derartige Sachen zu übersehen, wäre wahrhaftig eine Sünde dieser Fabrik fnngiren zwei Werlmeister, der eine wurde wegen seiner galanten Handlungsweise zweimal in diesem Blatte veröffentlicht, aber der andere, Nameiis Louis Breitfeld, scheint die Arbeiter noch edler behandeln zu können, indem er den Arbeitern mit den gemeinsten Schimpfreden entgegenkommt. Als kürzlich Arbeiter und Arbeiterinnen auf dem Preßsaaie in genannter Fabrik nach dem Mittagstisch Wickel einpressen und wenden, da werden sie sich auch unterstehen, sich theih weise untereinander in ein anständiges Gespräch einzulassen, was wohlHrn. Breitseld nicht angestanden haben mag, so daß er im größten Zorn wörtlich ausrief:„Ihr gottverdammten Luder, wenn Ihr die Schnau zen nicht haltet, haue ich Euch die Form um den Kopf herum,' woraus einige Arbeiterinnen, welchen diese Drohung doch zu hart war, herunter kamen in den Arbeitssaal und weinten. Aber Niemand von Seiten der Arbeiter hat diesen gebildeten Herrn Faktor zur Verant Wartung gezogen darüber, vielleicht aus Furcht vor dem Feierabend Die Herren R. und A. scheinen dieses Benehmen zu billigen, da nicht das Geringste von letztgenannten Herren geschah, was als eine Ge nugthuung der Arbeiter angesehen werden könnte. Einer dieser Herren Faklore ist hingetreten vor die Arbeiter und hat gesagt:„Ihr glaubt wohl, daß ich mich darüber ärgere? Nein, da sehen die Herren, daß ich auf ihren Nutzen bin!" woraus man vermuthen kann, daß der artige Rohheiten von den Herren Chefs gebilligt werden. Ich wäre im Stande, noch einige derartige Freundschaftsstückchen von diesen beiden Faktoren anzuführen. W. Leipzig. Am 18. d. M. feierte der Arbeiterbildungs-Verein sei 10. Stiftungsfest mit Conzcrt, Gesang und Tanz, trotz der schweren Roth der Zeit unter sehr reger Betheiligung seiner Mitglieder und derer, die ihm„anverwandt und zugethan" sind. Der zweite Vorsitzende, W. Baer, gab einen Bericht über die Thätigkeit des Vereins im ab gelaufenen Jahre. Vor allen Dingen, sagte er, habe ich zuerst dessen zu gedenken, dem es von Rechtswegen zukäme, beute diese Stelle ein- zunehmen und der sicher auch nicht gefehlt hätte, wenn er nicht durch eine höhere Gewalt gezwungen wäre. Ich mesiie den ersten Vorsitzen den, unsere» Bebel, der, wie Sie Alle wisse», seil Monaten hinter Schloß und Riegel fest gemacht ist, weil er für die Interessen der Ar bciter als Bahnbrecher einer neuen, besseren Zeit eingetreten ist. Es i traurig, daß man noch immer nicht ein freies Wort vertragen kann, trotz der Hunderttausende von Bajonetten, aus welche die öffentlickie Macht sich stützt. Sie genügen immer noch uicht, um die Regung des bösen Gewissens zu beschwichtigen. Es heißt zwar, die Geschichte soll die Lehrerin für all unser Thun sein, aber diese Lehre ist auch in den Wind gepredigt. Man will eben nichts lernen und— nichts vergessen Der alte Vers in dem Siegesliede von 1813 Nicht Roß, nicht Reisige Schützen die steile Höh, Wo Fürsten steh'n, ist heute verpönt und gestrichen: an seine Stelle ist ein anderes geflügeltes Wort getreten:„Gegen Demokraten Helsen nur Soldaten." Und doch haben uns die jüngsten Tage gezeigt, daß alle Majestät und Herr- lichkeit trotz eines Heeres, das nach Hunderttausenden zählte und für eines der besten in der Welt galt, wie Glas in Scherben gingen. Ver- sucht man es auch, unsern Bebel zu einem Verbrecher zu siempeln, so hält dtnnoch unser Berein an ihm fest. In dem letzten Vierteljahrhun dert, seil 1848, hat das Zuchthaus seine Schrecken verloren; eine ganze Reihe von Männern, die mit zu den„besten" gezählt wurden, habe» dort Wolle gezupft und gesponnen, und durch sie ist das Zuchthaus zur Ehrenhalle geworden. So hat auch der Verein seinen Bebel, trotzdem er im Gefängniß sitzt, wiederum zu seinem ersten Vorsitzenden gewählt und in der That ist auch Niemand würdiger als gerade er, diesen Ehrenposten an der Spitze des Vereins einzunehmen; seil dem ersten Tlage seines Bestehens gehört er diesem an und hat sofort durch seine Thätigkeit bemerklich gemacht, ja seit einer Reihe von Jahren ist er im vollen Sinne des Worte« die Seele des Vereins. Daß unser Bebel heute unter uns fehlt, ist eine Frucht des Krie- gei. Aber außerdem lastet dieser noch schwer aus uns. Eine nicht kleine Zahl unserer Mitglieder steht draußen im Felde, einige sind uns sogar für immer entrissen und hier habe ich besonders eines der that- überbürdung fallen neue 150 Thlr. aufzubringen kräftigsten Mitglieder des Vorstandes, unseres Kroetzsch, ehrend zu ge denken, der schon vor Monaten seinen Wunden erlegen ist. Sein An- denken wird bei uns stets in Ehren bleiben. Vorträge wurden 67 gehalten durch. 20 Vortragende, von deiic» zwei— Liebknecht und Hepner—, leider die Schicksalsgenossen unseres Bebel, also auch heute, an unserem Ehren tage unter uns fehlen. Un- ler diesen Votträgen waren: 29 geschichtliche, 9 naturivissenschastliche, 5 über deutsche Literatur, 4 über Gesundheitspflege, 3 kulturgeschicht- liche, 2 über Mythologie, je einer über Festungsbau und Stenographie und 12 politische und soziale. Ich hebe das, besonders hervor den Verläum- düngen unserer Widersacher gegenüber, obschon ich weiß, daß diese gegen Gründe und Beweise blind und taub sind.— Unterricht wurde ettheilt in Gesang(40 Theilnehmer), Buchführung und gewerblicher Geschäfts- kiindc(40), deutscher Sprache und Stylistik(25), Rechnen(15), engli- 'cher Sprache(II. Cursus, 35, l. 8), Stenographie(18), Schönschrei- ben(8). französischer Sprache(12), und Tunien(25). Also auch diese Darlegung bekundet, daß der Verein trotz aller Verläumdungen seiner Widersacher an seinem Programm, wie es bei seiner Gründung ausge- stellt, festgehalten hat. Man kann eben das Eine thun und braucht deshalb doch das Andre nicht zu lassen. Der Vorsitzende dankt allen Männern, die dem Verein bei seinen Bildungsbestrebungcn unterstützt, und wünscht, daß sie ihm auch sürdcr treu bleiben möchten. Zu den Bildungsmitteln des Vereins gehören ferner ein reichhal- tiges Lesezimmer mit eirca 30 politischen, technischen und unterhaltenden Zeilschristen, von denen ein großer Theil gratis gewährt wird— und eine Bibliothek von circa 2000 Bänden. Aus letzterer wurden im verflossenen Jahre 1823 Bände ausgeliehen, so daß also fast die ganze Bibliothek durch die Hände der Mitglieder gegangen ist. Versammlungen wurden gehalten: 2_ General- und 4 Monatsver- ammlungen und an 17 Abenden Redeübungen. Der Vorstand hielt 22 Sitzungen. Abendunterhaltunge» und gesellige Zusammenkünfte änden— außer dem Stiftungsfest, der Weihnachts- und Sylvesterseier — 12 statt. Im Lause de« JahreS traten 409 Mitglieder neu ein, freilich, wie e« eben zumeist die Verhältnisse bedingen, nur aus kurze Zeit, denn auS den Mitgliederbeiträgen berechnen sich nur 250 Mitglieder. Unser Budget schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 1666 Thlr. Gr. 8 Pf. Dasselbe bedarf noch einiger Erläuterungen. um Auf- chluß über die bekannten Hietzinger Gelder zu geben. Einnahme: Be- tand 148, Mitgliederbeiträge 484, Festüberschüsse 38, Verkaufte Uten- ilien 36, Miethe 29, Rückzahlung der Credit-Anstalt des A.-B.-B. 550, Einziehung früherer Ersparnisse 280. Freilich findet sich ein Geschenk mit 15 Thlrn. vor, aber leider rührt das nicht aus Hietzing her, son dern von unscrm Wirth, ein Beitrag zu den Kosten für die Renooa- tio i unserer Räume. Das Hietzinger Geld spukt demnach nur in bor- nirten Köpfen. Ausgabe: Miethe 395, Lehrer-Houorer 134, Bibliothek 56, ausgeloste Bau- Aktien 125, beim Vorschuß- Verein angelegt 190, gekaufte Prioritäten 504, Bestand 30. Für Bildungszwecke hat dem- nach der Verein ausgegeben 585 Thlr. und dem stehen einzig und allein als Ausgaben für Parteizwecke 10 pCt. der Mitgliederbeiträge, also 48 Thlr., gegenüber. Also auch hier müssen unsere Widersacher mit Scham gestehen, daß sie unsern Verein verlänmdet haben. Der Redner knüpft hieran eine kurze Uebersichl der Geschichte des Vereins. Oerselbe ist so zu sagen die Fortsetzung oder Wiederbelebung ähnlicher Bestrebungen, die vurch den Alp der Reaktion nach 1848 er- drückt wurden. Wie in der Natur das Unwetter nur vorübergehend ist, so muhten sich auch mit der Zeit die hochgehenden Wogen der Rcaktionswuth legen, die nicht bis an das Ende aller Tage lustig fortbranden konnten; dem Hochgefühl der Reaktion folgte eine Zeit der Aktion, wenn auch nur einer sehr zahmen und lahmen, da dachten die Männer, die hier an der S pitze des politischen Lebens standen, daß es gut sein würde, den gemeuchelten Gesellenverein wieder ins Leben 1» rufen, da ein solcher/ wie die Folgezeit gelehrt, doch zu mancher- lei Dingen nütze sei. Unter schweren Geburtswehen erblickte denn end- lich unser Verein gleichsam erst in Folge einer gewaltsamen Overation der Opposition in der sächsischen Ständeversammlung, gerave heute vor 10 Jahren im Wiencrsaal das Licht der Welt und wurde das große Hoffnungen erregende Kind auf den Namen„Gewerblicher Bildungs-Verein" getauft, da die Bedeutung des Namens„Arbeiter" bei diesen selbst noch nicht zum Durchbruch gekomnien war. Heute ist leider die„alte Garde', die vor 10 Jahren jener feierlichen Stunde beiwohnte, sehr zusammengeschmolzen; sie wird kaum noch ein Viertel- hundert betragen, doch können wir unter den Gewerbtreibendeu Leipzigs die älteren Mitglieder des Vereins zu Dutzenden zählen, aber leider scheint in ihnen das Gedächtniß dessen, was sie dem Verein verdanken, gänzlich erstorben zu sein, da sie heute unter uns nur sehr spärlich vertreten sind. Die Furcht, daß man sich gegen den gelockerten Zügel ausbäumen werde, war zur Zeit der Gründung unseres Vereins noch so groß, daß man denselben unter Vormundschaft stellte; es war die zweite Abtheilung der hiesigen polytechnischen«Gesellschaft. Indessen müssen wir es doch offen bekennen, daß diese Bevormundung nie schwer auf uns gelastet hat. Man ließ uns volle Freiheit in unserem Ge- bahren und siehe da, das Sprichwort von dem jungen Most in alten Schläuchen bewahrheitete sich denn auch sehr bald an unserem Verein. Schon im zweiten Jahre war hier eine Partei vorhanden, die mehr vorgeschritten sein wollte; da aber der Mehrheit die Zeit sür eine hitzige Aktion noch nicht geeignet erschien, so kam es zur Spaltung, die zugleich auch den Anstoß gab zu der Arheiterbewegung, wie ste noch heute durch ganz Deutschland geht. Diejenigen, die damals auS- traten, sind entweder freiwillig schon längst abgetreten oder kalt gestellt worden, oder wenn heute noch thätig, so gehen) sie wieder Hand in fand mit uns, während unser Verein immer noch an der Spitze der ewegung steht. Für jene erste Zeit gilt freilich auch von unsenn Verein das alte Wort:„Als ich ein Kind war, sprach und handelte ich wie ein Kind." Er ha> der gesinnungstüchtigen Opposition des sächsischen Landtage« — daß sich Gott erbarme— seiner Zeit weder Ständchen gebracht und war er überhaupt das getreue Gefolge des selig entschlafenen Nationalvereins. Dafür mußten natürlich die artigen Kinder belohnt werden. Die Väter der Stadt gewährten uns eine Unterstützung, die bald auf 200 Thaler stieg, auch sonst wurden uns Gelder gewährt, die freilich zu dem projektirten Hausbau nicht ausreichren, aber doch später uns sehr zu statten gekommen sind. So stand denn damals unser Verein weit und breit im hohen Ansehen, weshalb auch hier der zweite Vereiustag der deutschen Arbeiter-Vereine im Jahre 1864 abgehalten wurde, wo der Bürgermeister der Stadt Leipzig in höchst- eigener Person die Vertreter der deutschen Arbeiter begrüßte und voll des Lobes iyrer Bestrebungen war. Indessen schon das Jahr 1866 schlug diesem Faß den Boden ein. Das herzliche Einverständniß hatte ein zähes Ende mit der Volks- Versammlung, welche die Leiter unseres Vereins gegen die vom Rath und von den Stadtverordneten nach Dresden abgeschickte Petition gegen den Krieg einberiefen. Wie großes Gewicht man damals von jener Seite noch auf unsern Verein legte, bekundet der Umstand, daß der damalige Stadtveroroneten-Vorsteher selbst in jener Versammlung austrat, um das Vorgehen der städtischen Behörden zu rechtfertigen, aber trotz aller seiner Beredtsamkeit machte er doch gründlich Fiasco. Seit der Zeit ist der Verein seinen eigenen Weg gegangen, und so ehr man auch Zeter darüber schreit, daß wir nicht mehr gewillt sind, >ie Kastanien für Andere aus dem Feuer holen zu wollen, glaube ich doch, daß.der Verein wohl daran gethan hat. In der Hoffnung, daß es wohl noch gelingen werde, die verirrten und mißleiteten Schafe wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen — und an Versuchen dazu hat es wahrlich nicht gefehlt,— ließ man uns die strafende Hand noch nicht fühlen. Indessen, die Sache kam anders. Unser Verein stand als Borort an der Spitze der deutschen Vereine; sein Werk war der Nürnberger Vereinstag, er, der Urheber der dort gefaßten Beschlüsse. Diese Missethat sollte seitens der Stadt- verordneten mit der Entziehung der Unterstützung geahndet werden, edoch trat der Magistrat selbst für uns ein. Dieser Wink mit dem Zaunpfahl hatte keine Wirkung; die Macht des Geldes erwies sich gegen unfern Berein als ohnmächtig. Auf Nürnberg folgte Eisenach und damit hatte die werkthätige Freundschaft der städtischen Behörden ein Ende; der Rath der Stadt Leipzig brachte es fertig, seinen eigenen Gründen, die er ein Jahr zuvor für die Fortgewährung der Unter- tützung vorgebracht hatte, ins Gesicht zu schlagen. Wir haben oben auf das Schlagendste nachgewiesen, daß der Verein trotz der Wandlun- -en, die er im Laufe der Zeit nach der politischen Seite hin erfahren at und nothwendig auf Grund des Gesetzes der Entwicklung infolge einer Bildungsbestrebungeu erfahren mußte, zu allen Zeiten fernem ursprünglichen Programm treu geblieben ist und sich a» das Geschwätz der Thoren in keiner Weise gekehrt hat. Wäre es den Bäter» der Stadt Ernst gewesen mit ihrein Interesse sür die Sache der Arbeiter, o hätte iiian sich mit eigenen Augeu und Ohren von unserem Thun und Treiben überzeugen müssen. Statt dessen hat man die uns ge- währte Unterstützung einer Priv.itfpekulation zufließen lassen und elbige in den jüngsteu Tagen sogar auf 500 Thaler erhöht,— und >azu müssen natürlich auch die Arbeiter ihre sauer erworbenen Groschen beisteuern. Bei jenen Verhandlungen gegen uns erkannten die städti- che» Behörden für nothwendig, daß ihrerseits dem Arbeiter zur Fort- bildung Gelegenheit gegeben werde. Bis heute ist es aber beim Reden geblieben, und bin ich der festen Hoffnung, daß unser Verein dieser Konkurrenz mit aller Seelenruhe entgegen sehen kann. So muß denn jetzt unser Verein aus eigenen Füßen stehen, und das kann ihm nur lieb sein. Ist seine Sache echt, so wird er auch erner trotz alledem bestehen; kann sie dagegen die Probe nicht aus- zalleu, so ist sie überhaupt auch nicht werth, zu leben. Die An- eindungen ringsum dürfen uns nicht kümmern; wer eben seinen eigenen Weg geht, muß daraus gesaßt sein; sagt doch scho» ein altes Sprichwort:„Biel Feind', viel Ehr'!" Hält der Verein auch sürder est an dem Spruche:„Thue recht und scheue Niemand", so kann er getrosten Muthes in das zweite Jahrzehnt eintrete», trauen hierauf wünschen ich unserm Verein ein recht und eine ersprießliche Thätigkeit. und im Ver- langes Leben B. Mittweida: 1 mittag, nicht-Abends. Thlr. Briefkasten. 2 Gr. erhalten.— Lugau: Sonntag Nach- Für die Familie» der Jnhaftirten Soz.-dem. Arb.- Ver. Leipzig d. K.(9. Bettrag) 3 Thlr. tschau 2" Pf., Pfeisenklub Crimmitschau 2 Thlr. 5 Gr., Parteigen, in Hof l Thlr., aus K. b. Zw. 1 Thlr. 15 Gr. d. Mehlhorn', Internationale Schuhm. Genossensch. Leipzig d. W. 1 Thlr. 15 Gr, Für die„Bolksftaat"- Anleihe: Zwickau 5 Thlr. Reichenbach 14 Thlr. An die Parteigenosse»! Für den Bolksstaat find ferner eingegangen: Parteigenossen in Hof d. M. 1 Thlr._ Wiederholt__ machen wir darauf aufuterksam, daß einzelne Exemplare der bei der Expedition erschienen Schriften weder per Post- Nachnahme, noch aus bloste Bestellung versandt werden. Be- trag ist bei Bestellung stets beizufilge». nie Expedition de»„Volkafttaat". Durch die Erpedition des„Volksstaat" ist zu beziehen Zu den Reichstagswahleu von Carl Hirsch. Separat-Abdruck aus dem„Volksstaat." Preis: einzeln 1 Gr. Bei größeren Bestellungen k 100 Stück ab Leipzig 1 Thlr. 15 Gr. Der Reinertrag ist sür den Wahlfond zur Wiederwahl ! lebrlö& Liebknechts bestimmt. Antrag und Reden von Bebel und Liebknecht im Reichstage Leipzig: Berantw. Redakteurin Bertretung: Carl Hirsch(Neda! Emillenstr.2.) Druck u. Verlag: F. Thiel«.(Expedition: Peterftr.