№. 24. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Bostanstalten und Buchhand lungen des In- und AusLandes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 18, F. Thiele, Emilienstraße 2, Mittwoch, den 22. März. Der Volksstaat 1871. Abonnementspreis Fitr Preußen incl. Stempelfteuer 16 Ngr., für die übrigen deutschen Staaten 12 gr. per Quartal. Agent für London A. Duenfing, Foreign Bookseller, Librarian and Newsagent, 8, Little Newport Street, Leicester Square, W. C. Filialerpedition für die Verein Staaten: F.A.Sorge, Box 101 Hoboken N.J. via Newyork Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschaften. Abonnementseinladung. verlangen es, daß die Frage beigelegt werde. Mit dem Siege über Frankreich ist die letzte deutsche Entschuldigung für die Einfluß die Einführung der Clausel in den Vertrag veranlaßt Weigerung, diesen Akt der Gerechtigkeit zu erfüllen, daß französischer habe, gehoben." Der„ ,, Standard" hofft vergeblich.„ Unsere Ehre" verlangt nicht Verträge zu halten. Unsere Ghre" fordert Kriege, Siege, Annerion. Nicht nur, daß wir Schleswig behalten, wir haben bereits das Federgeplänkel eröffnet. wollen auch Helgoland nehmen. Die deutschen Biedermänner Die Pariser machen sich den Scherz, unseren franzosenfrefferischen deutschen Professoren ein Packet Briefe zu präsen= tiren, die die wüthendsten derselben einst an den Kaiser schrieben und die man jetzt unter den zurückgelassenen Papieren desselben aufgewühlt hat. Wir schämen uns für die deutschen Hochschulen, die Briefe abzudrucken, die Allem, was würdige Professoren heute an Knechtssinn und hündischer Speichelleckerei gegenüber dem deutschen Kaiser leisten, ganz ebenbürtig zur Seite stehen. Namentlich gilt dies von den Briefen der Professoren Mommsen und Rietschl. Minkwit"; weil sie aber das nicht wollten und sich nicht weiter Wir bitten alle Leser und Parteigenossen, sich zum neuen zurecht finden konnten, haben sie gar nicht gewählt. Quartal für weitere Verbreitung des Volksstaat" zu bemühen Wahlumtriebe. Manches, was uns aus dem 19. Bezirk zuge Wir bitten um fernere Mittheilung der vorgekommenen und namentlich durch die div. Lokalpresse dahin zu wirken. sendet worden ist, können wir noch nicht veröffentlichen, weil Das Abonnement erneuere man jetzt schon, um die unangenehme Verzögerung, die sonst bei Beginn des neuen genaue Orts- und Personenbezeichnungen fehlen; wir bitten das Quartals eintritt, zu vermeiden. Fehlende zu ergänzen. Im nächsten Quartal wird der„ Volksstaat" wie- mit detaillierten Angaben versehen sein. Freilich für einen Mann Der Wahlprotest muß alle Thatsachen möglichst genau enthalten und der regelmäßiger in ganzen( Doppel-) Nummern erscheinen. Die Parteigenoffen in den Vogel v. Faldenstein'schen Pro- mit geradem Verstande und mit einigem Sinn für Recht wird vinzen ersuchen wir dringend, in ihren Lokalblättern den schon aus den Dutzenden von Thatsachen, die wir bis jetzt anBoltsstaat" zu empfehlen und bekannt zu machen daß nun- geführt haben, klar sein, wie der gefangene Vertreter des 19. mehr, nach aufgehobenem Belagerungszustand, alle Postämter Bezirks nicht mehr gewählt worden, wie die Minkwitz'sche Majoriwieder Bestellungen auf den„ Voltsstaat" annehmen. Wit tät zu Stande gekommen ist. Wird Herr Dr. Minkwit kein 1. April beginnt das neue Quartal. Bedenken tragen, ein Mandat in die Hand zu nehmen, das An die Parteigenossen. so tief in den Schmutz der Gewaltthätigkeit und Lüge getaucht Außer einem noch zu bedeckenden Defizit der Wahlun- ist? Will Herr Dr. Mintwis gerne zu einer typischen Figur tosten sind es die Pflichten, die wir unseren zahlreichen unserer offiziellen Kandidaturen" werden? U. A. w. g. Inhaftirten und deren Familien gegenüber zu erfüllen haben, welche uns zu einem erneuten Appell an die Ausdauer und An die demokratischen Wähler des 19. Wahlkreises. Opferwilligkeit der Parteigenossen nöthigen. Thue Jeder sein Der Knechtssinn scheint eben in Europa immer mehr überDie entscheidende Stunde hat geschlagen. Die Gegner hand zu nehmen, während man sich jenseits des Ozeans bereits Mögliches! Beiträge nimmt unser Kassirer Burchardt, Johannis- haben mit ihren..... Mitteln den Sieg unsers alten von Vorurtheilen frei macht, die selbst bei unseren ,, Gebildeten" gaffe 6-8 E. entgegen. treuen, ehrlichen Parteigenossen vereitelt. Wir konstatiren, indem faum berührt werden dürfen, wie z. B. Ueberhebung eines Ge= An die Vertrauensmänner unserer Partei richten wir dem Wahlkreis einen auf Thatsachen gegründeten Bro schlechts über das andere, einer Rasse über die andere, und der wir hiermit das Gesuch, wieder bei Zeiten für Erneuerung test vorbehalten, feierlich, daß der Gewählte nicht das himmlische Unsinn der Kirchenfekten. Die Wirkungen dieser der Abonnements auf den ,, Bolksstaat" sorgen zu wollen, zu Vertrauen der gesammten Wähler hat, sondern nur eine fleine entgegengesetzten Entwickelung beider Erdhälften sind unverkennmal, da die Aufhebung des Belagerungszustandes in den nörd- Majorität hat sich müssen beeinflussen lassen, ihre Rechte, ihre bar. Europa versinkt immer tiefer in Schulden; Nordamerika lichen und westlichen Landestheilen auch das über den„ Bolts- Pflichten zu verleugnen und dadurch ihre Stimme dem Gegner zahlt jede Woche Millionen von der feinigen zurück. Europa staat" verhängte Verbot beseitigt. Lasse es sich Jeder recht zu geben. Die Mehrzahl der Bewohner des Erzgebirges, ob erfindet jährlich neue Steuern, der Kongreß in Washington angelegen sein, dahin zu wirken, daß ein reges Parteileben wohl gut demokratisch gesinnt, mußte doch um nicht ihrer schafft die Thee- und Kaffezölle ab! wieder erblühe und beim Quartalswechsel für unser Partei- Nahrung verlustig zu werden sich die Hände binden lassen. Die politischen Kreise Schwedens nicht weniger wie die organ eine höhere Auflage sich herausstelle. Allen Wählern unserer Partei rufen wir zu: fest und treu preußische Presse beschäftigt noch immer der Brief, welchen der Mit sozialdemokratischem Gruß zu halten an unserm Programm, sich fürder nicht mehr be- König von Schweden Mitte Dezember an einen gefangenen Leipzig, 10. März. Der stellvertretende Ausschuß. einflussen zu lassen. Einst werden wir siegen. Zum Frieden. Festen Muth in schweren Leiden, Hilfe, wo die Unschuld weint! Ewigkeit geschwor'nen Eiden! Wahrheit gegen Freund und Feind! Schiller.( Lied an die Freude.) Friede! Friede! jauchzen Alle! Millionen jubeln laut! Unter frohem Glockenschalle Hat die Welt den Tag erschaut, Wo des Wahnsinns wüstem Streiten Seßte die Vernunft ein Ziel! Zeige, wem sein Alles fiel, Festen Muth in schweren Leiden! Menschlich Fühlen regt sich leise In des Frevlers starrer Brust, Der die Kinder und die Greise Gab des„ Ruhmes" schnöder Lust, Der zu Gottes"" höh'ren Freuden ( Dem er zu gehorchen meint), Sengt' und nicht gab blut'gem Leiden Hilfe, wo die Unschuld weint! Dem sein Herrgott" wird gedenken: Ob Er Huld" und" Gnade" übt, Dem, der keinem Feind vergiebt? Der den Nächsten sucht zu kränken. Seinen Namen täglich schändet Unter Frömmeln! Wird Er leiden Diesen, der verdreht und wendet Ewigkeit geschwornen Eiden?! Lebe Frevler! Lebe lange! Denn Dein Tod wird Schrecken sein! Jst Dir selbst denn noch nicht bange Vor der letzten Stunde Dein? Herzlichen Dant sagen wir schließlich den Ortschaften, welche fest und einig zusammenstehend für unsern Candida ten stimmten. Bleibt auch in Zukunft standhaft, treu und ehrlich! Im Namen der demokratischen Partei zu Mülsen St. Niclas! M. W. Politische Uebersicht. Noch ist das Pulver der Friedensfeier nicht verflogen, und schon beginnt im Innern der Kampf, nicht um Ruhm und eiserne Kreuze, sondern ums Dasein. französischen Offizier Major Verviers nach Erfurt geschrieben haben soll. Dieser Brief soll angeblich von dem schwedisch- norwegischen Minister in Berlin Herrn Dün weiter befördert wor den sein, hat aber seinen Bestimmungsort nicht erreicht, sondern ist den preußischen Behörden in die Hände gefallen. In Stock: holm erzählt man sich, daß der Brief die lebhaftesten Sympathien für Frankreich, die größte Feindseligkeit, ja Drohungen gegen Preußen enthält, daß der König bedauert, er könnte den Franzosen nicht zu Hilfe kommen und müßte mit seinen Unterthanen das Brod des Friedens essen, weil er nicht gerüstet wäre, inzwischen rüste er eifrig und mit Macht, der Tag der Nache In Berlin fand am Montag in der Centralhalle eine wäre nicht mehr fern u. dgl. m. In den Hofkreisen begnügt aus ca. 300 Köpfen bestehende, zumeist von Gesellen besuchte man sich ganz einfach damit, die Eristenz oder wenigstens den Ursprung Schuhmacher- Versammlung statt, welche sich mit der Lohnfrage des Briefes von der Hand des Königs wegzuleugnen; der König beschäftigte. Als unumgänglich nothwendig wurde von den wäre mit keinem einzigen Offizier so bekannt, daß er einen Gesellen eine Lohnerhöhung um 15 bis 25 pet. bezeichnet, Handbrief an ihn schreiben würde, und daher wäre derselbe unterwobei man jedoch von dem Grundsatze ausging, daß dieselbe geschoben, oder es fände eine Verwechslung statt. In gewissen nur und ausschließlich auf dem Wege gütlicher Vereinbarung bürgerlichen Kreiſen Schwedens ist man einfach mit den vom wischen Meistern und Gesellen anzustreben sei, da eine Ar- König ausgesprochenen Ansichten einverstanden, das eigentliche beitseinstellung bei den bis ins Aeußerste dezentralisirten Ver- Volk aber will, wie überall, den Frieden. hältnissen des Schuhmachergewerks ganz unmöglich sei. Schließlich setzte man eine Kommission von 11 Personen ein, welche wegen der Lohnerhöhung mit der Meisterinnung verhandeln und zugleich die Schritte berathen soll, wie der Konturrenz von Seiten der sogenannten Bazare und Zuchthäuser entgegenzutreten sei. Auch die Weißgerber in Berlin haben Strike gemacht. Dieselben verlangen Herabsetzung der Arbeitszeit von 13 auf 12 Stunden und eine Lohnerhöhung von 20 Brozent. In Haw: horne( Newcastle- on- Tyne) ist Strite in einer großen Maschinenfabrit, an dem gegen 1000 Arbeiter betheiligt. Man verlangt 14 tägige Auszahlung des Lohnes. Die Pontuskonferenz in London ist beendet. Das Schlußprotokoll ist ein lächerliches Denkmal der Unfähigkeit der englischen Staatsmänner, sowie Beusts und Konsorten. Rußland hat zugegeben, im Prinzip Unrecht zu haben, wohingegen die anderen Mächte ihrerseits erklärt haben, daß sie gegen Rußlands ,, in Prinzip" ungerechtfertigten Ansprüche auf die BeDie Seiler in Stettin haben die Auswanderung eines herrschung des Schwarzen Meeres durch eine Kriegsflotte, die ihm jeit Theiles ihrer Collegen nach Rußland benutzt, um eine Lohn- demFrieden von 1856 verboten war, nichts einzuwenden hätten! erhöhung von einem Thaler( bisher 3 und 3½ Thlr.) und Die in Bern tagende Kommision zur Berathung der Reform eine Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde täglich zu der schweizerischen Bundesverfassung hat die Einführung der verlangen. Die größeren Fabrikanten sind bereits auf diese direkten Gesetzgebung durch das Volk vorgeschlagen: Forderungen eingegangen. Auch sämmtliche Bodenarbeiter In der Züricher Kantonalrathssizung am 13. März ward der Berlin- Stettiner Eisenbahn haben eine Lohnerhöhung be- von verschiedenen Seiten besonders gegen die eidgenössische Interantragt. vention protestirt und zur Untersuchung der jüngsten Vorfälle, sowie Für die Zahl der früher und jetzt für die verschiedenen zur Einsicht in sämmtliche Akten eine Kommission von 9 Herren Parteien in Sachsen abgegebenen Stimmen stellt sich das gewählt. Zugleich ward eine vom 13. März datirte Eingabe Verhältniß folgendermaßen: Beim konstituirenden Reichstage der Assoziation der internationalen Metallarbeiter im Frühjahre 1867 wurden abgegeben: 155,757 Stimmen für verlesen, unterzeichnet von den Herren Esch libach, Morf Bundesstaatliche, 117,252 Stimmen für Liberale, 32,849 Stim- und Greulich. Diese Eingabe geht im Wesentlichen dahin: Parteigenosse Spier hat, soweit bis jetzt bekannt, über men für Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten und die ,, Die beklagenswerthen Vorfälle haben zu der auch durch die 4000 Stimmen erhalten, Biedermann, für den außer den Na- Liberalen zusammen erreichten also noch nicht die Stimmen öffentlichen Blätter verbreiteten Verdächtigung geführt, als sei tionalliberalen auch die Konservativen und Fortschrittler stimm- der Konservativen. Diesmal wurden abgegeben: 107,278 Stim- die internationale Arbeiter- Assoziation die Urheberin. Dieses ten, 4700. Wahlumtriebe und Ungesetzlichkeiten der Gegner men für Liberale, 58,235 Stimmen für Bundesstattliche, Gerücht ist unwahr und müssen wir gegen dessen Verbreitung find bereits gemeldet aus Mittelfrohna, Kändler, Wüstenbrand 42,323 Stimmen für Sozialdemokraten. So berichten ver- protestiren. Noch niemals haben die Internationalen irgend schiedene Blätter. Uns scheint lettere Ziffer ungenau und zu welche Störung hervorgerufen, es hat auch kein Mitglied der verschiedenen Richtungen 48-50000. niedrig. Unsere Addition ergiebt für die Sozialdemokraten der genannten Gesellschaft an der Ruhestörung theilgenommen. Wir sind entschiedene Anhänger der jezigen Verfassung des Kantons, Schrecklich tönen wird Dir Alten, Wenn die Unschuld blutend weint, Wahrheit, die Du nie gehalten: Wahrheit gegen Freund und Feind! B. B. Stichwahl im 15. Sächs. Wahlbezirk. und Oberfrohna. Fernere Wahlumtriebe im 19. Sächs. Wahlbezirk. Jn Kirchberg bei Stollberg haben die Minkwitz- Zettel Die Angabe dänischer Blätter, daß Graf Bismarck die protestiren gegen alle Gemeinschaft mit den Ruhestörungen der neben der Wahlurne gelegen. Bei jedem Wähler, der gekommen Rückgabe Nordschleswigs versprochen habe, unter der letzten Tage, die einen freiheitsfeindlichen und reaktionären ist, hat es geheißen: hier liegen Zettel, min kwitz ist zu wählen, Bedingung, daß Dänemark dem Zollverein beitrete, hält der Charakter gehabt haben." und sie mußten nehmen. Selbst der Richter hat agitirt. ,, Standard" im Allgemeinen nicht für wahrscheinlich und er meint Ein fernerer Beweis dafür, daß die Internationale sich In Mitteldorf hat der Richter an der Wahlurne gesessen am Schlusse einer längeren Ausführung, in der dies dargelegt nicht bei dem Tumulte betheiligt hat, ist das Votum des und hat den Wächter noch zu den Bauern geschickt, sie so wird: ,, Wir hoffen um Dänemarks wie um Deutschlands willen, Kantonsraths Krebser, der selbst Mitglied der Assoziation ist und tommen und wählen, weil er gewahr wurde, daß für Mie was daß der Kaiser und Graf Bismarck sich wirklich entschlossen haben, als solches Verwahrung gegen die verdächtigenden Behauptungen wenig Stimmen eingingen. Es mochte eine ordentliche Angst Dänemark einen Vorschlag zu machen, der der bezüglichen Clausel einlegte. Er verlangte, daß, wenn kein Mitglied der Intersein. In Schneeberg hat der Steiger zu den Bergleuten im Prager Frieden in billiger Weise Rechnung trägt. Die nationalen in die Kommission gewählt werde, es doch diesen gefagt: Heute fahrt ihr eine Stunde eher aus und wählt politische Ruhe Dänemarks und die Ehre Deutschlands gestattet sei, von den Atten Einsicht zu nehmen. Der Die über die Züricher Vorgänge vom schweizerischen und nicht auf indirekte, durch gewählte Vertreter. Wäre ten einzelne„ Ja“, die sich aus einem brausenden StimmengeBundesrath angestellte amtliche Untersuchung hat, der Frff. es also den Mitgliedern der Mehrheit der Konstituante um wirre loslöften, in dem hundertfältig sie übertönenden ,, Nein", 8tg." zufolge, folgendes festgestellt: die Aufrechterhaltung der französischen Republik zu thun, so so daß der General- Capitän von jedem weitern Versuche, Die Leiter des deutschen Komme rses machten davon am müßten sie und an dem Erfolge kann nicht gezweifelt wer- dessen Mißlingen er voraussah, abstand, und ohne weder die 6. März der Polizei Anzeige mit dem Ersuchen, der Feier den den das Volk direkt über die Frage, ob die Napoleons Artillerie, ohne das noch übrige Husarenregiment der Kavallerie erforderlichen Schuß zu gewähren. Alle Informationen, welche abzusetzen oder nicht, Beschluß fassen lassen. Dann war Na- zum Schwure aufzufordern, mit seinem Stabe sich zurückzog. die Polizei einholte, lauteten dahin, daß man den Kommers poleon mit seiner eigenen Waffe geschlagen. Aber das thun Die Truppen theilten sich in einmüthigster begeisterter Stimgewähren lassen werde und feine Störung desselben beabsichtigt sie nicht. Sie wollen Napoleon abgesetzt haben, damit auch mung und unter dem Beifalljauchzen der Menge in ihre versei, und diese Erwartung sprach der Chef der Polizei auch den sie wieder Jemand auf den Thron setzen können! Sie schiedenen Kasernen.- Ruhestörungen famen nicht vor. Festleitern aus. Nichtsdestoweniger traf man alle wünschbaren stellen sich damit über das Volk und suchen das öffentliche Die Regierung in Madrid aber hat alle Ursache diesen Akt Sicherungsmaßregeln und hielt auch das Militär( die Be- Recht Frankreichs um 20 Jahre zurückzuschrauben. offener Auflehnung im Militär mindestens ebenso schwer in die wachungsmannschaft der Internirten) in Bereitschaft. Es war Die Absichten sind recht hübsch, aber glüteklicherweise fehlt Wagschaale ihrer politischen Chancen fallen zu lassen, wie die ferner Befehl gegeben, die an den großen Saal der Tonhalle die Macht, sie durchzuführen. Die Macht Frankreichs liegt republikanischen Wahlagitationen, über deren Resultate namentanstoßende Restauration, den gewöhnlichen Sammelort franzöfi- nicht in den zerstreuten Dörfern, deren Bewohner, fünstlich lich in den südlichen Provinzen die günstigsten Nachrichten einscher Offiziere, am Abend des Kommerses nur Theilnehmern verblendet und verdummt vom Kaiserthum, ihr Wahlrecht be- laufen. Ob in Deutschland auch einmal die Bajonette denken desselben zu öffnen: unbegreiflicher Weise( warum ist noch nicht nutzten, um Reaktionäre zu wählen. Die Macht Frankreichs lernen werden? aufgeklärt) ward dieser Befehl nicht ausgeführt, und die Polizei liegt in Paris, Lyon, Marseille, Nan es, Montpellier und den fürchtete, ganz mit Recht, daß, wenn sie nachträglich die Fran- andern großen Städten, und in diesen Städten weht die rothe zurückgewiesen worden! In der Nacht vom 18. auf den Nachschrift: Das Attentat in Paris ist versucht, aber glänzend zosen aus der Reſtauration hinausweise, gerade das der außen- Fahne der sozialdemokratischen Republik; ihre Bewoh- zurückgewiesen worden! In der Nacht vom 18. auf den ſtehenden Menge einen Anlaß zu Unfugen geben werde. Als ner sind Sozialrepublikaner, wie ihre Vertreter in der Konsti- 19. ließ die Regierung durch einen militärischen Handstreich dann demungeachtet der kärm losging, that die Polizei ihr tuante, und sind nicht nur mächtig durch ihre große Bahl, und 400 Nationalgardisten, die protestirten, verhaften. Am einige Kanonen aus dem Stadttheil Montmartre entwenden Möglichstes, theils durch Zürnen und Abmahnen, theils mit ihre Intelligenz, durch ihre Begeisterung und durch den Druck Strenge die Störer niederzuhalten; mehrere Polizisten schweb- der Nothwendigkeit, die sie zwingt, für ihre Familie zu sorgen, ville vor das Gefängniß und befreiten sämmtliche Gefangene. 19. Morgens rückten die Nationalgarde- Bataillone von Belleten in Lebensgefahr, einige sind nicht unerheblich verwundet. indem sie die Nepublik vertheidigen, sondern weil sie Flinten Beim Anmarsch trugen sie die Gewehre mit den Kolben nach Aber wenn auch nur wenige Steine warfen, so widersetzte sich und Kanonen haben. Diese sind ihre Verfassungsgarantien oben, zum Zeichen, daß sie keinen Kampf wollten. Die Soldadoch die Menge der Umstehenden regelmäßig ihrer Verhaftung, und deshalb weigern sie sich, dieselben herauszugeben. Mit ẞ wenn die Polizei dazu schreiten wollte. Der Hauptfehler lag Recht bestreiten sie den Gewählten vom 12 Februar, die nur en des General Vinoy, die um den Stadttheil Montmartre fodenn, als Militär zu Hülfe ka, in der mangelhaften Lei- gewählt waren, Frieden zu schließen, das Recht, die Sou- herum aufgestellt waren und die auf die Straßen von Monttung desselben; der Plazkommandant Oberste so legt veränetät der Wähler sich anzueignen. Sie verlangen: 1) die martre gerichteten Mitrailleusen bewachten, diese Soldaten verman diese Lässigkeit aus wollte nicht durch energisches Ein- Wahl einer Volksvertretung behufs der Verfassungsberathung, Brüder in die Arme und übergaben ihnen ihre Kugelsprigen. standen das Zeichen der Nationalgardisten, fielen denselben als schreiten sich unpopulär machen, und den Soldaten( Reservisten) 2) die Rückkehr der Regierung nach Paris, und 3) ihren Sold Ein Lieutenant, der das Volk mit dem Säbel bedrohte, wurde war es auch nicht sonderlich um's Dreinschlagen zu thun. So als Vertheidiger der Republik, bis sie ihre friedlichen Arbeiten viel aber ist aftenmäßig festgestellt, daß von Berabre- wieder aufnehmen können. Die Gegenfäße sind natürlich aufs und zum weiteren Schuße des republikanischen Lagers strömten vom Volke getödtet. Damit war der erste Angriff abgeschlagen, dungen u. dgl. zur Störung der deutschen Siegesfeier keine Aeußerste angespannt, die Unterdrückung der sechs entschiedensten Spur vorhanden; die Internationale und sonstigen Blätter von Baris hat noch Del ins Feuer gegossen, und jeder nun von allen Seiten die Pariser Arbeiterbataillone nach MontArbeitervereine, die Slaven, die internirten Franzosen und Tag kann uns die Nachricht von einem Attentat der Bour- martre, alle die Gewehrkolben nach oben haltend, mit dem Rufe: wen man sonst noch als Urheber und Anstifter beschuldigt ha- geois- und Militärpartei auf die Republikaner bringen. ,, Es lebe die Republit!" Der zweite Angriff auf das Volk erfolgte nunmehr von allen Seiten, " ben mag, haben durch die Untersuchung glänzende und Der Times" wird aus Paris vom 13. telegraphirt: wurde aber in furzer Zeit abgewiesen. Ueberall verbrüderten vollständige Satisfattion erhalten. Der ,, Deutschenhaß", der In- Belleville und den anderen unzufriedenen Vierteln herrscht sich Linie und Nationalgarde. Zwei Generäle, Thomas und in neuester Zeit durch politische Befürchtungen und wegen Unterdrückung der sechs Zeitungen( die übrigens von Lecomte, wurden erschossen. Die Regierung Thiers' ist zerAntipathien genährt worden ist, war vielmehr der einzige Be- allen anderen Blättern scharf getadtelt wird) große Aufregung. sprengt, ein Theil der Mitglieder ging nach Versailles, fand weggrund, der die Zusammenschaarung der Menge vor der Rothe Mauerauschläge fordern die Truppen zur Meuterei auf. aber auch dort die republikanische Partei wach und auf dem Tonhalle herbeiführte, und das Weitere entwickelte sich zufällig, Fast einstimmig verdammt die Pariser Preſſe die heftigen Szenen, Bosten. wie es in erregten Volksmassen der Fall zu sein pflegt. Die welche die letzte Sigung der Nationalversammlung in Bordeaux von diesem ersten Auftritt her Verhafteten sind auch fast Alle fennzeichneten. Die Militärbehörden stellten dem Maire von In Paris hat sich eine neue provisorische Regie: bürgerlich unbescholtene Männer; erst bei den Stürmen auf die Montmartre die nöthigen Pferde zur Verfügung, um die Ge- Assy, Tolain und andere Parteigenossen befinden. rung gebildet, unter deren Mitgliedern sich Barlin, Strafanstalt und das Rathhaus am Freitag und ganz besonders schütze in die von der Regierung bestimmten Parks zu bringen. ,, Die neue Regierung erklärt, den Frieden und die am Samstag Abend, drängten sich gefährliche Elemente, denen Die Nationalgarde gab die Geschüze jedoch nicht heraus. eine Evacuirung der Strafanstalt ein ganz besonderes Interesse Die Kanonen von Montmartre", schreibt das„ Jour Ordnung, aber unter allen Umständen die Aufrechtdarbot, an die Spiße und nahm zugleich die Bewegung einen nal des Debats", sind heute beſſer bewacht als je. Posten stan erhaltung der Republik zu wollen, und schreibt neue auf Umstutz der Regierung gerichteten politischen Charakter an. den an jeder Ecke der Straße, welche den Gipfel des Berges Wahlen zur Konstituante und zu den Kommunalver= Es wurde eine wunderlich komponirte Liste einer neuen Regie: durchschneiden, und ein Cordon war über den Abhang gezogen, tretungen aus. rung mit dem Namen des Pamphletisten Locher an der Spitze der auf die Place St. Pierre herabbiegt. Mann kann sich we und seine Partei den Krieg zur Unterdrückung oder Schwächung Nach den neuesten militärischen Nachrichten scheint Bismarck herumgeboten. Am 10. März( Markttag) zirkulirte das Ge- der der Mühle von La Galette noch den Thoren von Solferino der franzöfifchen Republik wieder anfnehmen zu wollen. Wird rücht: die Regierung trage an Allem Schuld, denn der Stadt- nähern. Da man in den Umgebungen Artilleristen, von der rath habe den Kommers der Deutschen untersagt, die Regierung Linie sich herumtreiben sah, so schloß man daraus, daß ein An- das deutsche Volk sich dazu hergeben? aber diesen Beschluß kassirt und den Kommers bewilligt. An griff vorbereitet würde. Der Rappel wurde in Montmartre alledem ist kein wahres Wort, aber das Gerücht fand Glauben und in Batignolles geblasen und Abtheilungen des 54., 61. und ziger Spizzel der„ Magdeb. 3tg." jüngst über Bebel, LiebZur Widerlegung der gehässigen Lügen, welche der Leip= und wurde von den Marktleuten auf's Land hinausgetragen. 154. Bataillons entschlossen sich, ihre Wachsamkeit zu verdoppeln. Die Regierung vermehrte nun die Truppen, aber unter diesen Um drei Uhr läßt ein Offizier die Neugierigen, welche sich über echt und Hepner verbreitete, hat der Vertheidiger derselben, zeigte sich einiger Geist der Insubordination, möglicherweise aus den Kirchenplay herangedrängt hatten, wieder entfernen, was Herr Rechtsanwalt Freytag zu Leipzig, folgende Erklärung in Sympathien mit den Ruhestörern entsprungen. Nachdem am ohne Widerstand ausgeführt wird. Wie wir hören, sind die Abend des 10. die ersten Schüsse zur Abtreibung des Angriffs freiwilligen Artilleristen heute mit Munitionen versehen und entauf die Strafanstalt gefallen waren, erhielt man Bericht, die schlossen, den Platz zu vertheidigen." der Zukunft" veröffentlicht: 1) Es ist nicht wahr, daß die genannten Herren wegen Landesverrath oder Vorbereitung zum Landesverrath in Untersuchung sind; die Anklage richtet sich lediglich auf VorBewegung sei im Wachsen ,,, herunter mit der Regierung" überall Die der äußersten Linken angehörigen Abgeordneten bereitung zum Hochverrath; sie findet dieses Vergehen Rathe zog, empfahlen, da sich die Lage immer drohender zu gehat das Losungswort. Die Stabsoffiziere, welche die Regierung zu von Paris veröffentlichten folgende Erklärung: Thenere Mitbürger! Der Bericht der Sigung vom 10. März namentlich in der Agitation der Herren Bebel und Lieb= stalten schien, nachdrücklich Herbeiziehung eidgenössischer Truppen. at Guch gefagt, wie eindringlich wir darauf bestanden haben, daß die knecht, welche die Errichtung eines Boltsstaats, d. i. einer stalten schien, nachdrücklich Herbeiziehung eidgenössischer Truppen. Nationalversammlung nach Paris verlegt werden möge. Es verlangte Republik erstrebten, und welche wußten, daß eine solche in In Bern aber waren gleichzeitig noch andere diplomatische uns gar sehr, wieder in Eurer Mitte zu sein. Wir haben wenigstens Deutschland nur mit Gewalt zu erreichen wäre, sowie in dem Einflüsse thätig, welche durch übertriebene, von Deutschen dazu beigetragen, das Projekt zu vereiteln, demzufolge die Stadt Fon Verkehr der Angeklagten mit dem Ausschusse in Braunschweig in Zürich der Gesandtschaft zugetragene Darstellungen und tainebleau der Versammlung als Siz angewiesen werden sollte. Es Gerüchte von den Vorfällen in Zürich ein Bild entwarfen, wel- braucht nicht erst hinzugefügt zu werden, daß, wenn man sp äter den provi- und wieder einiger Mitglieder des Ausschusses mit Marr ches die wirklichen Gefahren übermäßig vergrößerte. Der Bun dieser Eingriff in das Recht der Stadt Paris, der einzig möglichen Haupt- des letzten Krieges ist weder Gegenstand der Anklage noch forischen Aufenthalt zu Versailles in einen definitiven umwandeln wollte, u. s. w. Das Verhalten Bebel's und Liebknecht's während desrath seinerseits interpretirte, wohl nicht ungerne, das Begeh- stadt Frankreichs, bei uns auf einen unbeugsamen Widerstand stoßen der Untersuchung; es kommt nicht einmal nebensächlich in ren um ,, eidgenössisches Aufsehen" im Sinne eines Begehrens würde. Einstweilen und im Hinblick auf den kläglichen Zustand, in um eidgenössische Dazwischenkunft und Okk upation, überschätzte welchen das Kaiserreich Frankreich versezt hat, halten wir es für noth Betracht. Der ganze Prozeß ist der Arbeiterprozeß in Wien. die Dimensionen der zürcherischen Unruhen und warf sofort eine wendig, alles zu vermeiden, was zu Aufregungen Anlaß geben Nur daß bei letzterem die Dezember- Demonstration hinzugekönnte, aus welchen unfehlbar unsere politischen Gegnerundber noch fommen war. überflüssig starke Truppenmacht nach Zürich, und obwohl ein auf dem Boden Frankreichs lagerude Feind Nugen ziehen solches Einschreiten des Bundes die Regierung nicht gewollt und würden. Wir erachten ferner, daß unser Berbleiben auf dem Poſten. Untersuchungsrichters mit der nur möglichen Beschleunigung 2) Die Untersuchung gegen die Angeklagten ist seitens des nicht begehrt hatte, machte man wieder in der öffentlichen Mei- den Gure Stimmen uns angewiesen haben, nicht unnüß sein mag, mag Untersuchungsrichters mit der nur möglichen Beschleunigung nung die Regierung allein dafür verantwortlich, daß sie den theidigen. Die Re: ublit unversehrt zu erhalten und die Befreiung liegt in der Natur der Sache. Aus einer ungeheuren Masse es sich nun darum handeln, die Republik zu befestigen oder sie zu ver- geführt worden. Daß dieselbe dennoch so lange gedauert hat, Schimpf einer solchen Intervention über Zürich gebracht habe. des französischen Bodens zu beschleunigen, das sind die beiden -In den letzten Tagen hat nun der Bundesrath die Besaßungs- großen Intereffen des Augenblicks. Die Republit! Wir wollen ihr die von Zeitungen, Papieren, Werfen waren die einzelnen gravitruppen bedeutend vermindert und, da in Zürich vollkommene nen, indem wir auf der Bresche bleiben, bis die gegenwärtige National renden Momente herauszuheben, ebenso wie alle von den AnRuhe herrscht, wird wohl bald die ganze eidgenössische Interven zu entscheiden und die mit dieser Entscheidung zusammenhängende An- erledigt worden sind. Die Kommunikation mit Braunschweig ſammlung, die nur ernannt iſt, um die Frage, ob Krieg oder Friebe geklagten gestellten, auf die Untersuchung bezüglichen Anträge tion ein Ende nehmen. Eine unvermeidliche Folge bleibt aber gelegenheiten zu erledigen, einer konstituirenden Bersammlung Play hat ebenfalls viel Zeit hinweggenommen. Die Untersuchung die, daß die Untersuchung gegen die Angeschuldigten( etwa 70 macht. Frankreich! Wir wollen ihm dienen, indem wir uns vor Allem sind verhaftet) Sache der Bundesjustiz bleibt und Dinge, büten, was geeignet sein tönnte, Konflikte herbeizuführen, über welche, ist aber nunmehr geschlossen, und, wenn wie voraussichtlich die von Seiten der kantonalen Justiz mit einer polizeirichterlichen sich zu freuen Grund hätten. Dies ist, theure Mitbürger, die Richt Anklagekammer dem Antrage des Staatsanwalts stattgiebt, so wir wiederholen es, unsere inneren und äußeren Feinde nur allzu sehr die Staatsanwaltschaft bei der Anklage beharrt und die Verhandlung zu erledigen gewesen wären, nunmehr mit all der schnur, die wir uns gezogen haben. Wir hoffen, daß Ihr sie gut heißen werden wie mir zugesagt worden ist die Geschworenen Weitläufigkeit eines Verfahrens vor einem eidgenössischem Ge- werdet. Peyrat, Conrad Adam, Edgar Quinet, Schölcher, Langlois, im Monat April in außerordentlicher Zusammenberufung über schwornengericht behandelt werden müssen. Henri Brisson, Greppo, Tolain, Gambon, Lockroy, Jean Brunet, Floquet, Tirad, Clemenceau, Martin Bernard, Farcy, Louis Blanc. den Fall zu urtheilen haben. " Napoleon hat von Wilhelmshöhe aus gegen den Beschluß In Spanien fangen selbst die Bajonette an zu denken. 3) Es ist eine dreiste Unwahrheit der Magdeburger der Konstituante, der ihn und seine Familie des Thrones ver- Es dürfte von Interesse sein, an dieser Stelle die Stimmung und der Deutschen Allgemeinen Zeitung, daß Staatsanwalt und lustig erklärte, einen feierlichen Protest erlassen. Es ist dies der Hauptstütze des spanischen Königs, des Heeres, zu ergründen: Untersuchungsrichter gegen eine etwa vom Reichstage verein billiges Bergnügen, das sich von jeher alle weggejagten wir haben leichte Arbeit. Die Igualdad" theilt uns folgenden langte Haftentlassung opponiren würden. Der Herr UnterLandesväter, von Tarquinius Superbus, mythischen Angeden- charakteristischen Vorgang mit: Am 29. Jan., dem Tage, suchungsrichter hat mir im Gegentheil auf meine Anfrage erkens, bis zum Kartätschenkönig Franz, der frommen Isabella welchen Amadeus I. zur allgemeinen militärischen Eidesleistung klärt, daß er jetzt, nachdem die Untersuchung geschlossen sei, und dem Brecheisen- Kurfürsten gegönnt haben und das auch in Spanien bestimmt hatte, waren 3 Uhr Nachmittags auf gar feinen Grund habe, der Freilassung Bebel's- wenn sie wir ihnen und allen ihnen Gleichenden herzlich gönnen. Auch dem Platze vor der Kavalleriekaserne in Sevilla alle dort lie- vom Reichstage beschlossen wird zu widersprechen oder auf daß Napoleon sich auf die Fügung Gottes u. dgl. beruft, kann genden Truppen, Infanterie, Kavallerie, Artillerie, Jäger, eine etwaige Anfrage seitens einer Deputation oder eines Behöchstens ein mitleidiges Achselzucken hervorrufen. Aber in Civilgarde und Carabineros, versammelt. Um 4 Uhr erschien richterstatters des Reichstages sich gegen die Freilassung zu einem Punkte können wir dem glücklich beseitigten Kaiser nur der General Capitän, gefolgt von dem ganzen Stabe, und erklären. Ich glaube versichern zu können, daß auch die Recht geben. Er hat vollkommen Recht, wenn er sagt, daß sofort schritt man zur Berlesung der Eides formel, die jedes Staatsanwaltschaft, welche ebenso wenig wie der Unternicht die gewählte Volksvertretung Frankreichs kompetent ist, einzelne Bataillon, der Reihenfolge nach, in üblicher Weise suchungsrichter die Untersuchung vom Parteipunkte ihn abzusetzen, sondern nur das französische Volk selbst, das zu beschwören hat. Doch schon das erste( Jäger) Bataillon aus behandelt, durchaus kein Bedenken gegen Bebel's ihn durch Plebiszit( Volksabstimmung) zum Kaiser gewählt antwortete auf die von dem General- Capitän deßhalb gestellte Entlassung erheben wird. und mehrmals bestätigt hat. Freilich waren diese Plebiszite Aufforderung ein einstimmiges ,, Nein", ebenso das zweite ungefähr ebenso zu Stande gekommen, wie die faiserlichen Infanterie) und dritte( Kavallerie). Mit Umgehung der Wahlen in Frankreich und Deutschland. Aber das ändert an weitern Linientruppen wandte sich nun der General Capitän Herr Stiegler in Chemnitz beschuldigt, die Cigarrenarbeiterge In Nr. 63 des vorigen Jahrgangs des ,, Volksstaat" wurde der Thatsache nichts, daß die öffentliche Gewalt in Frank- an die Civilgarde und Carabineros, als diejenigen Körper, nossenschaft und die Schneidergewerkschaft beschwindelt zu haben. reich sich auf direkte Aeußerungen des Volkswillens berief! deren er am sichersten zu sein glaubte; doch auch hier verhall- Sr. Liebknecht, als Redakteur des Boltsstaat" zur Berantwor = = 11 tung gezogen, nannte den Namen des betr. Korrespondenten 200,000 Pfd. in Diamanten, 16,000 Pfd. in Uniformen, Entgegnung. nicht. Die eine jener beiden Beschuldigungen erwies fich als 60,000 Pfd. für verkaufte Ländereien, im Ganzen etwa 7,000,000 Herr Redacteur! In der Voraussetzung, daß die Spalten auf Verwechslung mit einem anderen Stiegler beruhend und Thlr. irgendwie aus der Civilliste erspart und sicher angelegt. Ihrer geehrten Zeitschrift ohne Ansehen der Nationalität Jedem wurde bereits in Nr. 76 des ,, Volksstaat" zurückgenommen. In Man traut ihm auch noch anderweitige Ersparnisse zu, wofür geöffnet sind, der Recht und Wahrheit vertritt, wende ich mich Bezug auf die andere Beschuldigung hat sich dasselbe sich die Beweise vielleicht erst später finden. an Sie mit der Bitte, die hierbei auf den im Volksstaat" herausgestellt. Hr. Liebknecht erkannte dies auch an und mußte lediglich deßhalb auf Zeugenvernehmung bestehen, um zu beweisen, daß er jene Beschuldigungen nicht leichtsinnig veröffentlicht. Im Namen Herrn Liebknechts nehmen wir auch die zweite Beschuldigung förmlich zurück und bedauern aufrichtig, daß der Privatcharakter des Hrn. Stiegler im ,, Boltsstaat" unbegründeterweise angegriffen worden ist. Herr Liebknecht hat bereits vor 2 Monaten diesen Auftrag aus dem Gefängniß heraus ertheilt, die Redaktion hat indeß geglaubt, mit der Veröffentlichung dieser Erklärung bis nach den Wahlen warten zu müssen, da dieselbe sonst von der bekannten Perfidie der Nationalliberalen jedenfalls bei den Wahlen wäre ausgebeutet worden. Die Parteigenossen in Wurzen, Zittau, Schneeberg' Neustädtel, Schwarzenberg, Annaberg und Hartenstein werden um Mittheilung genauer Adressen eines Vertrauens mannes der Partei gebeten, da die Adressen, die der frühere Ausschuß hatte, nicht zur Hand sind. nach der Versicherung der Kommission nur eine mäßige Auswahl Artikel folgende Antwort gefälligst zu veröffentlichen. Ich hoffe, Die sechs Aftenstücke über Bestechung der Presse sind Nr. 10 von dem Verfasser der ,, russischen Briefe" erschienenen von einem Haufen ebenso verurtheilender Dokumente. Am 2. meine russische Nationalität wird der Veröffentlichung dieser Januar 1866 schreibt Theophile Silvester, Redakteur dreier Antwort teine Hindernisse in den Weg legen.*) Unter dem Journale, seinen speichelleckerischen Dank an den Kaiser für eine Titel: ,, Gosspodin Edardt und der felige Nodworny Ssobewilligte Pension von monatlich 250 Thalern. Ein anderer wjätnik( Hofrath) Alexander Herzen" ist in der Nr. 10 des Redakteur, Ganesco, bietet sich dem Kaiser feil, ihn gegen den Boltsstaat" ein Artikel erschienen, der gehässige Streiflichter Orleanismus zu vertheidigen. Dann eine Rechnung von beinahe auf die beiden Persönlichkeiten wirft. Man sieht es diesem 4000 Thalern, welche an die täglich erscheinende Zeitung ,, Le Peuple" Artikel sofort an, daß er aus einer Feder geflossen ist, die nur bezahlt worden war. Auch„ Le Pays" hatte seinen Antheil be- deshalb gegen den ,, livländischen Bildungsapostel Eckardt" so kommen. Aus einem ausführlichen Bericht des Ministeriums herzhaft geeifert, weil derfelbe es gewagt, von dem verstorbenen über die Organisation der Presse in Hinsicht auf die Wahlen Herzen das Gegentheil von dem zu behaupten, was der Vervom 15. April 1869 ersehen wir recht deutlich, wie die Ne- fasser der ,, russischen Briefe" für wahr und unumstößlich ausgierung das allgemeine Stimmrecht mit Hilfe der erkauften gegeben hat. Jeder unparteiische Leser erkennt auf den ersten Journale zu bearbeiten gedachte. Der Minister hatte wenigstens Blick, daß das Motiv zu diesem Artikel nicht die leidenschafts150 Organe der Presse absolut unter seinen Daumen; aber er lose Wahrheits- und Gerechtigkeitsliebe ist, die jeder Kritik zu fühlte sich noch nicht sicher und schlug deshalb für die nächsten Grunde liegen muß, sondern daß er aus einem weniger erzwei Monate bis zu den Wahlen weitere Maßregeln vor: ge- habenen und rein persönlichen Gefühle geflossen ist, zu dem die meinschaftliches Handeln der Präfekten, Zeitungseigenthümer, Beilen: ,, Was des Herrn Eckardt ,, erhabener Charakter Herzens" Deputirten und Kandidaten, außerdem Herausgabe von 27 neuen bei lebendigem Leibe nicht zu thun wagte, z. B. den Doktor Zeitungen in den Provinzen, für welche 33 Lohnschreiber aus Karl Marx anzuruffen, das thut seine edle Seele vom JenParis ausgesucht werden sollten. Die Kosten wurden auf 30,000 feits" u. f. w. den Schlüssel geben. Thaler veranschlagt. Wohl ist Herzen kein Genie gewesen, wohl hat er kein so Die Briefe und sonstigen Papiere der Napoleonischen Familie Für die Presse der Departements überhaupt wurden 25,000 weltberühmtes und gemeinnüßliches Wert wie das„ Kapital" und Clique, welche von einer Kommission der Nationalvertheidi- Thaler verlangt. Auch für die Entwaffnung der feindlichen geschrieben, doch hat er vielleicht mehr gethan als das: seine gung herausgegeben wurden, sind zwar schon vielfach in Aus- Zeitungen wurde gesorgt, unter anderm durch Gewinnung des Werke, seine Worte sind zündender Natur gewesen; sie waren zügen mitgetheilt und darnach beurtheilt worden; aber die ganze Havasmonopols der Telegraphie. Auch das belgische Journal die Posaune, die den Russen aus dem Todesschlaf erweckt hat, Reihe von Dokumenten, wie sie jetzt in acht kleinen Broschüren Le Nord" versprach Dienste zu thun. Endlich erfahren wir, in den die Schreckensherrschaft Nikolai's ihn gestürzt hatte, sie von je 32 Seiten vorliegen, machen doch noch einen ganz anderen daß 20 englische und deutsche Zeitungen ,,, wovon einige haben eine ganze Generation thatkräftiger Revolutionsmänner Eindruck, als die bekannt gewordenen Bruchstücke daraus. Sie ersten Ranges", zu Diensten standen. Daß die verlangte herangebildet; sie sind kein todter Buchstabe geblieben. Ein sind zuſammen jetzt ein geschichtliches Aftenstück,„ absolut amt- Summe so weit reichte, verdankt die Regierung der Wohlfeilheit solches Geschreibfel" wägt wohl hochberühmte Werke auf, die lich und unpersönlich, blos im Interesse der Wahrheit heraus einiger Präfekten und Zeitungseigenthümer. Ein Präfekt ver- als Ergebniß hoher Wissenschaftlichkeit glänzen. Für die krankgegeben", wie die Commission in der Vorrede versichert. Das langte für einen Redakteur blos 120 Thaler. Dabei erfahren haften Zustände der Gegenwart thut verständiges, rationelles, ist insofern richtig, als nirgends Bemerkungen irgend einer Art wir auch, daß ein Mitglied der Londoner Citypolizei als fran- fräftiges Handeln noth und dieses ist aus abstrakten Wissenhinzugefügt werden. zösischer Spion diene. Sogar die souveräne ,, Times" schimmert schaften und Theorien nicht zu schöpfen. Deutschland hat viel Eine kaiserliche Wirthschaft. ( Nach Aftenstüden.) Das älteste Attenstück Nr. 50 ist eine Proklamation vom hier als ein von der kaiserlichen Sonne beschienener Mond. studirt, hat über Wissenschaften und Theorien gesessen und ge= Jahre 1848 an die Wähler Frankreichs für den damaligen Im März und April 1867 kommt der schwarze Peter grübelt, bis es wie Hamlet geworden, der vor lauter Analyse Prinzen Louis Napoleon. Sie wurde in 40,000 Exemplaren wieder zum Vorschein und will durch Heirath einige seiner und Gelehrsamkeit seine männliche Thatkraft eingebüßt hatte vertheilt und ein alter Offizier der kaiserlichen Armee bezahlte Kinder legitimiren; aber der Kaiser schlägt es ab, obgleich ihm und die an seinem Erbtheil nagende Fäulniß nicht mehr hemAlles, da Napoleon selbst gestanden hatte, er habe kein Geld. schlimmere, Mesalliancen vorgeworfen werden. Später in dem- men konnte. Während die deutsche Jugend mit Theorien aufDie Nummer vorher enthält drei Briefe von 1850 und 1851 selben Jahre finden wir eine Rechnung über mehr als 90 gefüttert in Bierkneipen und Tanzböden ihre Zeit vergeudet an den Privatsekretär Napoleons, Moquard, über eine Anleihe Thaler für ein Frühstück, das der Kronprinz von Preußen von 80,000 Thalern. Ein Brief vom 2. Dezember 1851 von eingenommen. und nicht einmal soviel Muße und lebendiges Intereſſe für die Gegenwart hat, um an den internationalen StudentenRouher und Fould an die kaiserliche Druckerei verlangt, daß Jm Oftober 1867 machte Rouher einen interessanten Be- fongressen namhaften Antheil zu nehmen, setzt die russische hre mißbräuchlich unter ein Dokument gedruckten Namen aus- richt über die verschiedenen Personen, welche bei einer Minister Jugend für das Wohl ihres Volkes Zeit, Gut und Blut ein, gelassen werden sollten. Die beiden treuesten Diener des Kaiser- wahl zu berücksichtigen seien, wobei der unheilvolle Ollivier, ohne Phrasengepränge und mit einem Ernst, einem Feuereifer, reichs hatten damals also noch Furcht; sie warteten erst auf den nicht nur als ein konfuser Kopf, sondern auch als ein einer Selbstentäußerung und einer Selbstaufopferung, die ihres Erfolg. Fanatiker mit Strohfeuer, schlecht wegkommt. Und doch wurde Gleichen suchen. Wem man also nachsagen kann, er habe eine Nr. 54 ist eine Liste der Dezember- Prostribirten, nicht er Minister. Generation thatkräftiger Menschen herangebildet, der ist wahr= weniger als 26,642 Personen. Die meisten wurden blos ein- Persigny schrieb im Dezember ein anderes Dokument, worin lich kein Federschwenker zu nennen; wenn er aber Revolution gesteckt, wieder freigelassen und unter polizeiliche Aufsicht gestellt. er über die allseitige Zerbröckelung des noch zu krönenden Kaiser- nur in seinen Schriften getrieben hat, ohne dabei aus seiner Von den 6153 Verurtheilten tamen 173 nach Cayenne, 4042 gebäudes und die Verschwörer, welche in Form einer parlamen behaglichen Ruhe, aus seinem Wohlleben sich stören zu lassen, nach Algerien, 1342 in französische Gefängnisse und 614 waren tarischen Regierung das Kaiserthum untergrüben, seinen Miß nun dieser gerechte Vorwurf trifft Herzen nicht allein, sonFlüchtlinge. Todesstrafen sind nicht erwähnt. Von demselben muth und seine Verzweiflung ausließ. dern auch andere Häupter revolutionärer Elemente; er wenigJahre finden wir noch ein Dankschreiben der berüchtigten Ver- Ein Sprung bis zum 28. Oktober 1868. Hier finden stens hatte zu seiner Rechtfertigung eine Jugend aufzuweisen, gifterin Madame Lasarge an den Präsidenten Louis Napoleon wir unter Nr. 58. einen Brief des Generals Ducrot über die unter der Zuchtruthe Nikolai's nicht unter die bequemsten wegen großmüthiger Begnadigung. Madame de Pourtales, welche ihn so oft mit ihren dichterischen und behaglichsten gerechnet werden konnte. " " 1 Um nur eins Es folgen nun ungeheure Geldsummen zur Reinigung der Ergießungen über französische und preußische Brüderschaft gelang= Die Geschicklichkeit Herzens, als politischen Schriftstellers, schmutzigen Wäsche, die sich wieder und immer wieder bei Miß weilt hatte. Jetzt klang es ganz anders. Die Dame war als eine und die Güte des von ihm Geleisteten kann von dem VerHoward, der nachherigen Gräfin v. Beauregard, aufhäufte. Sie wahre Cassandra aus Berlin zurückgekommen. Nach ihrem fasser der russischen Briefe" keineswegs kompetent verneint scheint ihr ganzes Vermögen ihrem Anbeter für Ausführung des prophetischen Ausspruch würden die Preußen in 18 Monaten werden, da er, wie aus seinen russischen Briefen" erhellt, der Staatsstreiches geopfert zu haben. Aber hernach fand sie gar den Elsaß haben und Frankreich in ein zweites Spanien ver- russischen Sprache kaum oberflächlich und nur insoweit mächtig tein Ende in Eintreibung von Zinsen und Kapital. Der mit wandeln. Nichts könne das Schicksal, deren Werkzeug Preußen ist, um sich in derselben unverständlich auszudrücken, daher er Hilfe ihres Geldes gekaiserte Präsident zahlte ihr binnen zwei sei, abwenden. Der General giebt hier auch die angeblich von auch dem vollſtändigen Verständniß derselben und einem solchen Jahren anderthalb Millionen Thaler, und doch fordert Moltke gethane Aeußerung gegen einen Badenser wieder. Letzterer absprechenden Urtheil nicht gewachsen ist. sie schon nach einigen Monaten im schlechtesten Französisch von sollte geäußert haben, daß Baden wenig Sympathie für Prenßen anzuführen, ist z. B. sein Artikel, Brief Netschajeff's"( Volksdem Vater ihres Kindes, dem Kaiser, wieder 90,000 Thaler. habe. Darauf Moltke: Wirklich? Das ist seltsam, denn die staat, Nr. 22, 1870) ein so flägliches Machwert, daß es den So viel kann ein uneheliches Kind kosten. Freilich den unzweifel- Badenser sollten wissen, daß ihre Zukunft in unseren Händen Leser nicht einmal zum Lachen reizt, sondern eine Empfindung haft ehelichen Lulu hatte er nie so billig. In Nr. 14 lesen ist und wir wohl bald in der Lage sein werden, ihnen viel in ihm wachruft, die derjenigen nicht unähnlich ist, welche er wir offiziell, was so eine kaiserliche Geburt und Taufe in's Geld Gutes oder auch viel Schaden zu thun. Da wir bald im Stande bei dem Gezerre eines Affen, der einen Menschen nachahmt, lief. Die Taufe mit Wasser kostete nämlich nicht mehr als über find, über Elsaß zu verfügen, könnten wir durch dessen Vereini- durchzumachen hat. Trotz besten Willens und redlicher Mühe 200,000 Thaler, wobei auch Posten für Dich ter und Schau gung mit dem Großherzogthum Baden eine herrliche Provinz gelingt es nicht, in einige Säße desselben irgend welchen Sinn spieler eine Rolle spielen. Die Feuertaufe, welche der Herr bilden. Sie würde sich von den Vogesen bis zum Schwarz- hineinzubringen. Ob das für die Jämmerlichkeit des RussenVater mit ihm gleich zu Anfang des Krieges vornahm, wird walde mit dem herrlichen Flusse in der Mitte ausdehnen, und gehirns oder für die Jämmerlichkeit des Verfassergehirns be= allerdings noch viel kostspieliger, und die Franzosen werden viel- teine Gegend der Welt würde für Wohlfahrt und Reichthum redtes Beugniß ablegt das zu beurtheilen überlasse ich leicht ein halbes Jahrhundert oder noch länger brauchen, um die günstiger gelegen sein." jedem denkenden und unparteiischen Leser. Wer aber die Rechnung allmählich abzuzahlen. In Nr. 59 besteht Ducrot darauf, daß wegen der preußi- lichen gehässigen Gefühlen hinreißen läßt, kann ebensowenig Sprache so wenig kennt und sich noch obendrein von persön= Auch Nr. 23 ist nicht übel. Es ist eine Konditorrechnung schen Kriegsrüstungen ein besseres Spioniersystem in Preußen ein Urtheil über die Jämmerlichkeit oder Nicht- Jämmerlichkeit über 50 Thaler für 12 Dutzend Bonbonschachteln, die der und Deutschland organisirt werden müsse. Beweise für allge des Ruffengehirns fällen. Der dem verstorbenen Herzen- er Kaiser seinem General de Failly geschenkt hatte. Derselbe tapfere meines Mißtrauen, Ueberwachung, Bestechung und Spionirerei war deutscher Abstammung vorgeworfene Deutschenhaß tritt Soldat hatte 1858 binnen fünf Monaten auf Rechnung seines finden wir in einem Briefe des Barons Jérôme David. Die bei dem Verfasser der Russischen Briefe" als prägnanter Kaisers für mehr als 300 Thaler überzuckerte Pflaumen gelutscht, Briefe unter Nr. 20 zusammengefaßt, verdächtigen die Richter Russenhaß auf, der sich in jedem Ausdru te scharf abhebt. Man wie es aus einer mit Bleistift geschriebenen Anmerkung auf einer und Zeugen in dem noch nicht vergessenen Skandalprozesse braucht nur die Ausdrücke: ,, russisches Gelichter, Russengehirn, dieser Rechnungen ersichtlich war. gegen den schwarzen Schieß- Peter wegen Ermordung Victor Russenthum" u. s. w. gelesen zu haben, um überzeugt zu sein, Auch der schwarze Peter Bonaparte hat einige nicht üble Noirs. Nummern und zwar in Geld- und Schießangelegenheiten. Ein- Nun kommen fünf Dokumente über die kaiserlichen Aus- daß man es hier mit einem Russenhasser vom reinsten Wasser mal bittet er seinen kaiserlichen Cousin um 3000 Francs monatlich. gaben. Die Majestät war sehr freigebig gegen seine Verwandten, zu thun hat. Cousin schreibt an den Rand: Moquard refuser poliment. unter die er jährlich beinahe 4 Millionen Thaler als Pensionen oder weniger eine historische Berechtigung zu Grunde liegt, als Herzen ist zu seinem Deutschenhaß, dem in Rußland mehr ( Der Sekretär Moquard solle höflich ablehnen.) Er bekam auszahlen ließ. Außerdem erhielt Lucian Murat seit 1852 Patriot viel mehr berechtigt gewesen, als der Verfasser der eben so wenig hinlängliche Vorschüsse als Schüsse für seine un- nicht weniger als ungefähr 2 Millionen Thaler und Madame erfättliche Jagd- und Mordlust. de Montijo in einem einzigen Vierteljahre 300,000, und das Russischen Briefe" zu seinem Russenhaß. Denn abgesehen Der Brief Marimilians an Napoleon vom 20. Oktober Nadelgeld der Kaiserin hielt sich in der bescheidenen Höhe von ist und sein erneuerndes Contingent stets wieder aus Deutschdavon, daß das regierende Herrscherhaus deutschen Ursprungs 1865 klingt als Dank des Kaisers von Meriko an den Kaiser monatlich 25,000 Thalern. Und was wurde mit diesen Nadeln land bezieht, sind die meisten einflußreichsten Aemter Rußlands von Frankreich in dem Lichte der jetzigen Zeit wahrhaft entsetz- Alles genäbt? lich. Auch die Handon- Affaire mit siebenzehn Verhaftungen wird durch anderweitige Beweise von Wiederbelebung der berüchtigten Schreibebriefe der Herren und Herrinnen des Krieges bis zur faugen. Werfen wir einen Blick auf die dritte Sektion der Es folgen nun verschiedene interessante Telegramme und von Deutschen besetzt, die es sich angelegen sein laffen, das Volk auf die unbarmherzigste Weise zu knechten und auszu= Lettres de Cachets( Verhaftbefehl) von Gebrauch der Jrren- Gefangennehmung Napoleons und der Flucht der Kaiserin, lauter Geheimpolizei dieses Landes, auf diese Höllenküche der grauhäuser zu Bastillen zu einer der furchtbarsten Anklagen gegen schon allseitig bekannte Beweise für das allseitig würdeloſe, mit samsten Barbarei, so finden wir auch dort meist Deutsche, die die ganze Kaiser- und seine Cliquenwirthschaft. Hierher gehört keinem Zuge tragische Ende dieses Kaiserreichs. am emfigsten die Hand aus schändliche Werk legen; ja es ist auch das schwarze Cabinet mit Persigny. Es wurde immer ge= Es sind schon viele Dynastien, Kaiser: und Königshäuser statistisch zu beweisen, daß von hundert russischen Henkern und läugnet und hier haben wir die Beweise. Da man Niemandem gestürzt und gefallen; aber niemals und nirgends so plötzlich, Blutsaugern neunzig davon Deutsche sind. Hat der Verfaſſer traute, ist es nicht zu verwundern, daß auch der getreue Persigny fo gänzlich ohne Anhang, ohne Freunde und Vertheidiger, ohne der Russischen Briefe" ein ähnliches Faktum in Deutschland unter polizeilicher Aufsicht stand. würdigen Kampf, ohne jede Spur von tragischer Würde und aufzuweisen? Dienen denn die Deutschen selbst in Deutschland Es kommen Geld- und Wechselangelegenheiten Napoleons erhebender Züge für die Zuschauer. Das zweite französische der russischen Regierung nicht als Spür- und Hezhunde? Wenn mit dem Londoner Banquierhause Gebrüder Baring. Danach Kaiserreich endete jämmerlicher als alle hatte Napoleon 657,000 Pfd. St.( 4% Millionen Thaler) in gangenen. ihm vorange man sogar den Artikel ,, Brief Netschajeff's" liest, in welchem verschiedenen fremden Papieren, außerdem nicht weniger als *) Gewiß nicht. Wir nehmen die Entgegnung auf ohne ihr zuzustimmen D.R. der Verfasser viele unnöthige Einzelheiten verlangt, könnte man leicht auf den Gedanken kommen, diese Forderung wäre nur im Interesse der russischen Spürpolizei gestellt worden. Erwägt man das oben Gesagte, so wirft sich dem vergleichenden Verstande die natürliche Frage auf: wessen Haß ist berechtigter, Dessen, der sein Volk unter den deutschen Gewalthabern geknechtet und unglücklich weiß, oder Dessen, dem persönlich durch einige wenige russische Individuen Unannehmlich keiten sehr problematischer und untergeordneter Natur zugefügt worden sind? -anwalt fich winden und krümmen sehen gleich einem Wurm, um zwischen statt die Agitation für den festgestellten Kandidaten zu betreiben, wurde seiner Ueberzeugung und seinen Weisungen durchzukommen, unbeschadet theilweise bas Gegentheil gethan und für Staatsbeamte agitirt. der ersten und ohne Verweis von oben. So weit gelang es ihm, daß Bedauerlicherweise müssen wir nun berichten, daß unser Kandidat für der Angeklagte freigesprochen wurde, wenn ich aber nicht sehr irre, so diesmal die nöthigen Stimmen nicht erhielt, sondern Staatsanwalt mußte Berufung eingelegt werden gegen das freisprechende Urtheil, denn Jenest aus Weimar. In Münchenbernsdorf erhielt Böttcher von die Sache war nicht vor die Geschwornen gekommen. 219 abgegebenen Stimmen 169, Jenast blos 59. Da gab es freilich sehr wie man sich in England behilft ohne einen Mann, der das Anklagen ,, Aber wie soll man sich denn behelfen ohne Staatsanwalt?" schiefe Gesichter. Doch es wird und muß noch besser kommen. zum ausschließenden Gewerbe gemacht hat, dessen Herz dadurch so hart geworden wie ein Gesezartikel und der seinen Stolz darein setzt, den, der ihm überliefert worden, zu Falle zu bringen. Friedensrecht und Kriegsrecht. Wenn einer will das Recht studiren, So muß fünf Jahr er dran verlieren. Das Recht, vom Krieg jetzt eingeführt, Wird bei fünf Tagen ausstudirt. Briefkasten Logau. Man wird jedoch sagen, daß schon die Römer, diese Erzjuristen, Was den aus dem Kapital", Seite 763, angeführten einen Unterschied machten zwischen Fällen streitiger und Fällen verlezter Rechte diese nannten sie öffentliche Prozesse( causas publicas), Baffus betrifft, den Herzen in seinem jüngst erschienenen jene Privatprozesse. Richtig, das thaten sie, aber richtig war der Ssbornik possmertnych Stateï ,, gerächt" haben soll, so unterschied, den sie machten, keineswegs. Da die Selbsthilfe auch in hat er ein vollkommenes Recht, dagegen zu protestiren, denn Fällen streitiger Rechte ausgeschlossen ist, so müssen auch diese Fälle vor wenn er auch stets die Verjüngung des westlichen Europas daß Jeder zu seinem Rechte komme. Dennoch fällt es Niemandem auch Gericht gebracht werden; die Gesellschaft ist also verantwortlich dafür, Knieling, Dresden: Eine Erklärung ist uns bis jetzt nicht zugedurch das slavische Element vertrat, so vertrat er doch nie die nur im Traume ein, mit der Führung der sog. Civilprozesse einen kommen; selbstverständlich ist, daß event. eine solche abgedruckt wird. ,, Knute", gegen die er eben sein Leben lang geschrieben und Staatsanwalt zu beauftragen. Wie es die Sache des Einzelnen ist, Photographien- und Schriften: Anzeige mußte lediglich wegen des bei geeifert hat, gegen die alle seine Schriften gerichtet waren, die sein zweifelhaftes Recht außer Zweifel zu stellen, so hat auch Jeder, der den halben Nummern stattfindenden Raummangels zurückbleiben. Beschwerden über durch Photographien- Anzeigen zu befürchtenden Personener aus den Händen der russischen Regierung hat winden wollen. sein Recht verletzt glaubt, diese Verlegung nachzuweisen. Ein Ermordeter kann nicht selbst seine Sache führen, da muß fultus, die uns von hiesigen und auswärtigen Parteigenossen, namentMan hat Mühe zu glauben, daß dieser Artikel aus der der Staat eintreten." Ganz richtig und auch in England tritt in lich von Nürnberg( Rül) zugegangen sind, haben wir dem Ausschuß Feder eines Sozialdemokraten geflossen sei, dem doch die Ver- solchen und ähnlichen Fällen der Staat ein. Dennoch behilft man sich mitgetheilt, der einen Beschluß darüber nicht gefaßt hat. Die Kontrolbrüderung und nicht Verfeindung der Nationalitäten und Völker dort nicht blos ohne Staatsawalt, sondern selbst ohne Justizminister. fommission entscheide; darin ganz mit Ihnen einverstanden. am Herzen liegen sollte. Eine Russin. Ohne Justizminister?" Ja, ohne Justizminister, weil dort die Gerichte souverän sind, und Niemand sich unterstehen darf, ihnen Gesetze zu geben. Uebrigens wird im Verfolge besser Zeit sein, auseinan derzusetzen, wie man sich ohne Staatsanwalt und Justizminister behel: fen kann; vor der Hand liegt es mir ob, etwas Licht zu werfen in das Dunkel, in dem das kriminalistische Kleeblatt- Polizist, Untersuchungsrichter und Staatsanwalt ihre traurige Arbeit thun. Unser Strafverfahren. I. Diese Ueberschrift ist eigentlich unrichtig. Es handelt sich in erster Reibe gar nicht um Strafen, wir haben uns jedoch so tief in die uns aufgeredeten falschen Vorstellungen verwickelt, daß selbst Menschen, die aus Eigenem denten, sich nur langsam und mühsam davon losmachen fönnen; man ist sogar genöthigt, bei Untersuchungen an solche grundfalsche Vorstellungen anzufnüpfen, weil die Menschen von den richtigen nichts wissen. Ich habe mich mit diesem Gegenstande seit Jahren und sehr eingehend beschäftigt, weil die Stiefkinder der Gesellschaft, die Armen, davon mehr als andere berührt werden, da die Noth die Kupplerin der meisten, doch nicht der schwersten Verbrechen ist. In der Rechtsgesetzgebung handelt es sich um zweierlei: Nechte fönnen streitig, oder unbezweifelte Rechte können verlegt sein. In beiden Fällen tritt die Gesammtheit gewissermaßen als Gewährleiſterin des Rechtes ein. In Fällen streitiger Rechte legt die Gesammtheit ihre Entscheidung ein, auf welcher Seite das Recht stehe; in Fällen verlepter Rechte handelt sich's zunächst um Wiedererstattung, so weit davon noch die Rede sein kann. Die Gesellschaft, oder wie sie hier heißt, der Staat, hat die Selbsthilfe abgeschnitten, dem Beschädigten muß also die öffentliche Hilfe zugewandt werden, damit er wieder zu seinem Schaden komme; nach Umständen muß die Wiedererstattung sogar auf öffentliche Kosten geschehen. Bei uns ist das Rechtsverfahren fast im Ernst ein Unrechtsverfahren zu nennen. In Fällen streitiger Rechte ist das Verfahren so, daß der streitige Gegenstand gar oft tis auf Heller und Pfennig aufgezehrt wird; in Fällen verlegter Rechte denkt man nur an die BeW Internationale Gewerksgenossenschaft der Schuhmacher und verwandten Gewerbe. Für den Wahlfond. Durch N. Naudorf b.Staßfurt 2 Thlr.*); vom Arbeiter- Verein in Mülsen 1 Thlr.*); B. B. durch C. Hirsch 10 Thlr.; durch G. Hamburg, direkt f. d. Wahl Spier's, 8 Thlr.*) durch B. Hamburg, direkt f. d. Wahl Spier's, 6 Thlr.*) Durch K. Berlin von einem Freunde demofratischer Wahlen 2 Thlr. Für die Familien der Juhaftirten. Arbeiter- Verein in München 1 Thlr.*); durch B. Hannover 1 Thlr.*); Leipzig. Da wir schon mehreremal und zu verschiedenen Zeiten durch G. Hamburg 4 Thlr.*) die Beamten unserer Genossenschaft aufgefordert haben, etwas lebhafter mit dem Briefwechsel zu sein, so sehen wir uns genöthigt, wiederum von Neuem daran zu erinnern, indem trotz Aufforderung der Verkehr mit uns auf schriftlichem Wege immer noch der langsame und langweilige ist; mögen daher die Betreffenden sorgen, daß der Briefwechsel etwas geregelter und lebhafter werde. neten eingegangen. Ueber die bisher an mich, leider sehr spärlich, Die mit*) bezeichneten Beträge sind direkt bei dem Unterzeicheingesandten Partetbeiträge wird zu Ende dieses Monats quittirt. Theodor Burckhardt, prov. Parteikassirer. Johannisgasse 6-8. E. III. Noch möchten wir die Bevollmächtigten erinnern, daß bald wieder ein Bierteljahr abgelaufen, der Hauptkasse aber noch sehr wenig gedacht worden ist. Möge also ein jeder sorgen, daß der kommende Kassenbericht nicht so spärlich ausfällt, sondern uns freudevoll entgegenstrahlt. Weiter möchten wir noch unsre Freunde in Zürich und Göln im besonders bitten, uns doch baldigst ein Lebenszeichen zugehen zu lassen, ebenfalls wird Herr 3vowoda in Pest gebeten, den von uns erhaltenen Brief doch so bald als möglich zu beantworten, wie es mit der nach unserm Statut gegründeten Genossenschaft geht und steht. Gelder sind eingegangen Dresden 6 Thlr. Für die Verwaltung: Aug. Schäfer. Für Leipzig. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Donnerstag, den 23. März, Abends 8 Uhr: Versammlung Saale der ,, goldenen Säge", Ecke der Dresdener u. Langenstraße. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht( Ref. Richter.) Gäste sind willkommen. Schriften- Vertrieb. Alle Laffalle'schen, sowie andere Schriften sozialdemokratischen Inhalts sind durch mich zu beziehen Was nun?( v. Lassalle) ist vergriffen, hingegen Arbeiterlesebuch neuer Auflage erschienen. C. E. Seifert, Windmühlenstr. 23. trafung des Uebelthäters, nach der Wiedergewinnung feines Schadens Internationale Gewerksgenossenschaft der Metall- in mag der Geschädigte selbst sehen, nur muß er sich in Acht nehmen, daß er auf dem Rechtswege, wie er genannt wird, nicht noch zu doppeltem Schaden tomme. arbeiter. Reichenberg. Der Fachverein der Metallarbeiter ist genehmigt; Das bereits in siebenter Auflage erschienene Zeitgedicht: Das rothe Gespenst und die Cäsaren, breitung empfohlen. Preis 1 Ngr. Bei Partien 25% Rabatt. Bevon A. Otto Walster wird allen Parteigenossen zu zahlreicher Ver= stellungen übernimmt H. Knieling, Dresden, Christianſtr. 16, VI, Durch die Erpedition des Volksstaat" ist zu beziehen: Der Hochverrathsprozeß dem Landesgerichte zu Wien. Nach stenographischen Berichten bearbeitet von Heinr. Scheu. Vollständig in 9 Heften. Preis tomplet 18 Mgr. Das Gesagte läuft allerdings schroff gegen alle unsere alten Uebun- das Lokal ist beim Herrn Schossig, Roll- Gasse, im Gasthaus. gen. Unsere Bolizisten seben ihren größten Stolz in's Menschenfangen ohne viel Prüfung, was nicht ihres Amtes, sondern des UntersuchungsGlanchau, 12. März. Nach einem langen und heftigen Wahlrichters sein soll; der Untersuchungsrichter' dagegen setzt seinen höchsten kampfe, an dem von unserer Seite selbst Frauen rührigen Antheil nahStolz daran, den, der ihm überliefert worden, mürbe zu machen und men, nahte der Wahltag, an dem nun beide Parteien in geschlossenen zum Geständniß zu bringen. Man hat nämlich, dem Namen nach, Kolonnen aufmarschirten, um gegenseitig die Kräfte zu messen. Vor bas Anflageverfahren eingeführt, aber, der Sache nach, das alte Inqui- dem Wahltage, sowie am Wahltage früh äußerten viele National- Libesi ionsverfahren beibehalten. Daumschrauben werden zwar nicht mehr rale, daß Schulze- Delißsch im 17. Wahlbezirk ſiegen und in Glauchau angelegt, allein der geistige Folterapparat ist noch vielfach in Thä igkeit. mindestens eine Majorität von 500 Stimmen erhalten würde. Am gegen Oberwinder, A. Scheu, Most, Papst 2c., verhandelt vor Da ich hier nicht mit Juristen zu thun habe, so muß ich den Un- Eingange der beiden Wahllokale waren von unserer sowie von der gegterschied zwischen Inquisition und Anklage etwas anseinandersetzen. nerischen Partei Leute mit Stimmzetteln und es war eine Lust zu sehen, Wenn unter der unbeschränkten Herrschaft des Inquisitionsverfahrens wie der große Theil der Arbeiter Stimmzettel von Bebel nahmen. Die die Anzeige gemacht wurde, so war das Nächste, daß man sich der Per- National- Liberalen rannten des Nachmittags von einem Lokal in das Der Staat und das Genossenschaftswesen. 20 Stück 10 Gr. son dessen bemächtigte, den die Anzeige als Thäter bezeichnete. Die andere, um zu fragen, wie die Schulze'schen Stimmzettel abgingen, 30- 35 Kr. erste Frage an diesen war, ob er wisse, warum er verhaftet sei. Eigent- gen aber oft schon mit langem Gesicht ab. Abends 6 Uhr füllten sich lich ist diese Frage dumm: ein Schelm, der ahnt, warum er verhaftet die Wahllofale von beiden Parteien, um das Resultat zu erfahren. ist, wird der Leẞte sein, zu sagen, daß er es wisse. Die Künste, die Die Freude unter den Arbeitern war unbeschreiblich, als das Resultat aufgeboten werden, um Jemanden zum Geständniß zu bringen, wo bekannt und Bebel mit 263 Majorität über Schulze gefiegt hatte und vielleicht gar nichts zu gestehen ist, sind mitunter des geriebensten Schel- ein nicht endenwollendes Hoch auf Bebel wurde von sämmtlichen anmen würdig. Sie erfordern alles Ernstes ein zu- Hause- sein im Lande wesenden Arbeitern ausgebracht. Die Herren Nation.- Lib. verließen der Schlechtigkeit, das man schwerlich ungestraft sich erwerben kann. mit fodtenbleichem Gesicht und gesenktem Haupt den Saal, begleitet Man verliert da nur allzuleicht den Glauben an die Menschheit und von einem abermaligen Hoch auf Bebel. Ein Extrablatt, welches das damit an sich selbst, wer aber diesen verloren, hat allen Halt, alle Sicherheit eingebüßt: für einen solchen giebt es feinen Glauben mehr an Freundschaft, an eheliche Treue, überhaupt an nichts von Alledem, wodurch das menschliche Leben erst seinen Reiz erhält. " 1 = Nationalökonomisches. II. Vortrag von J. Diepgen. 30 Stück 10 Gr. 35 fr. Der deutsche Bauerufrieg von Friedrich Engels. 7 Bogen stark Das Eremplar foftet 5 Gr., in Partien bezogen nur 4 Gr., 1 Expl. im Buchhandel 7½ Gr. Frankfurter Zeitung" ( Auflage 12,000) und Handelsblatt.( Auflage 12,000) Der Abonnementspreis beträgt für Deutschland( excl. Preußen) und Desterreich fl. 3. 20th! r. 1. 27 Sgr. per Quartal. Abonnements werden bei allen Posämtern angenommen. Frankfurt a. M., im März 1871. Die Expedition der ,, Frankfurter Zeitung". Der ,, Deutsche Demofrat", " Der Soldat zäumt ab, der Bauer spannt ein, Und bald wird's wieder beim Alten fein." Gl. Tageblatt noch am Wahltag Abend herausgeben wollte, wurde, da Bebel gefiegt hatte, sistirt. Solch eine Niederlage war den Herren Nation.- Lib. ganz unerwartet gekommen, denn in ihrem Hauptquartier ( Felsenkeller) war Alles ruhig und mit dem Eintreffen einer jeden Uebrigens lernen nicht der Polizist und der Strafrichter allein die Wahldepesche wurden sie niedergeschlagener. Es war dies ein Genuß menschliche Gattung fast blos von ihrer schlechten Seite fennen, dem für Götter, so Etwas mit anzusehen. Selbst eine Kriegesdepesche, wo fog. Civilrichter geht es nicht besser, wenn nicht sogar noch schlimmer: 50,000 ranzosen auf dem Schlachtfelde geblieben wären, würde nicht der Wucherer, der überall das Gesetz für sich hat, ist noch weit schlim- im Stande gewesen sein, sie zu erheitern. Ein ganz ander Leben war mer, als der plumpe Dieb und Betrüger. dagegen im Hauptquartier der Sozialdemokraten( Bergfeller). Sämmt= Wie gehört das hierher?" Es gehört hierher, weil daraus sich liche ziemlich großen Lofalitäten waren zum Erdrücken gefüllt und man ergiebt, daß unsere ganze Gerichtsverfassung in ihrem Grunde vom Ar- sah und hörte blos Freude und Jubel, kein finsteres Arbeitergesicht war ein politisches demokratisches Wochenblatt für das deutsche Reich, fängt gen ist. Es geht nicht an, das Richteramt zum Gewerb und Lebens- zu erblicken, alle brückenden Sorgen der Arbeiter waren durch den Sieg mit dem 1. April ein neues Quartal an, in derselben Form wie es beruf zu machen, weil es in dieser Form fitilich schädigen muß. Der Bebels verscheucht. Als die Siegesnachricht von Meerane, Mülsengrund der unterzeichnete Verleger und Redakteur und im Zusammenwirken Mensch wird nicht zum Richter über seine Mitmenschen, zum Entschei- u. s. w. eintrafen, wollte der Jubel und die Freude gar fein Ende mit Dr. Johann Jakoby und J. Reitenbach- Plicken, die Beide dem der über dessen Wohl und Weh geboren; das Gericht ist nur der Ge- nehmen und wurde bei jeder Siegesnachricht ein dreimaliges Hoch auf Blatte noch nahe stehen, seit zwei Quartalen geschaffen. Der deutsche Freiheitsdichter Schiller fingt: sammtheit, des ganzen Volfes; die wenigen Männer, die auf der Bebel ausgebracht. Wo die 844 abtrünnigen Wähler Bebels( w Iche Geschwornenbank ſizen, sind nur auserlesen, weil es geradezu unmög- seinerzeit ein Mißtrauensvotum gegen Bebel abschickten) bei der jezigen lich ist, selbst wegen einer wichtigen Sache das ganze Volk zu ver- Wahl geblieben sind, ist unbegreiflich; jedenfalls sind es die NationalEs kann und darf aber nicht beim Alten bleiben! Unser Blatt sammeln. Einen ernsten Mann verlangt es nicht, auf die Richterbant Lieberalen, also Nichtwähler Bebels gewesen, welche dies Mißtrauensberufen zu werden; er scheut die tiefe, damit verbundene Gewissensver votum abgeschickt haben. Auch der offne Brief des Hrn. Säuberlich hat sich, trotz alles zum Himmel dampfenden Blutes, die Aufgabe ge= antwortung feineswegs, aber er sucht sie nicht, fürchtet vielmehr, sein an unsere Partei, der größtentheils Verläumdung, Verdrehung und stellt, dem Bolte zu lehren, das Volk zu Thaten zu führen im Friedens Rechts- und Gerechtigkeitssinn möchte durch öftere Wiederholung an Lüge enthielt, hat nichts genügt und die Behauptung des Herrn Säu- werke. Es will dem Volfe die Augen öffnen, daß es sich nicht durch Empfindlichkeit verlieren. Wer dies zu stark finden sollte, sei darauf berlich, daß viele Arbeiter nichts mehr von uns wissen wollten, Lügen das Fürstengeschenk der Einheit blenden lasse und der Freiheit verhingewiesen, daß das Richteramt nicht der einzige Beruf ist, für welchen gestraft. Wir sind herzlich froh, daß Hr. Säuberlich nicht mehr unserer geffe. der Mensch, weil er in demselben nicht gedeiht, nun und nimmer ge: Bartei angehört und zu den National- Liberalen übergegangen ist, denn Hoch die Fahne der Freiheit! soll es voranmarschieren! In volksboren sein kann. Ich will hier nicht verweilen bei dem Berufe eines der große Theil der Arbeiter verachtet ihn, wie es Verräthern der Ar- thümlichster Sprache wird es seine Aufgabe zu erfüllen suchen, unterSoldaten, eines Beamten, eines Regenten u. dgl.; ich will hier nur beitersache gebührt. Viele von den Herren Kaufleuten und Comtoristen stüßt als Mitarbeiter von Männern bekannten Namens in und außereinige Schlaglichter werfen auf den Lehrerberuf, um zu zeigen, daß sollen sich ausgesprochen haben, daß nun die Bebelianer feine Arbeit halb Deutschland. dieser noch weniger als andere zum Gewerbe und Lebensberuf gemacht mehr bekommen sollten. Hr. Franz, Waarenbeschauer bei Schumann Demokraten! unterstüßt den ,, Deutschen Demokrat" und helft ihm werden sollte. Es ist bekannt, daß im Jahre 1848 die Professoren alles& Heidner, leistet in der Beschimpfung gegen unsere Parteigenossen resp. zu seinem Ziele, indem ihr ihn in Schichten des Volkes verbreitet, in haben verderben helfen. Es waren feineswegs die schlechtesten unter Arbeiter etwas ganz Außerordentliches, selbst die Feder sträubt sich, denen größere demokratische Zeitungen feinen Eingang finden, und unber lebenslängliche Professor war es, der alles verdarb. solche gemeine Ausdrücke wiederzugeben. Doch bei unsern Arbeitern verständlich bleiben würden. Und wie mit dem lebenslänglichen Lehrer, so ist es mit den Juristen heißt's: bange machen gilt nicht. Auch sind bei einem unserer agitirenDer Deutsche Demofrat" erscheint jeden Samstag, wird für Ausvom Handwerk. Wie häufig der lebenslängliche Lehrer mit jedem Jahr den Parteigenossen am Wahltag Abends mehrere Fenster eingeworfen wärtige aber schon Freitags zur Post gegeben. Alle Postanstalten mehr das erständniß der Kindheit und Jugend verliert, so der Jurist worden; sollte dies etwa aus Rache von Leuten der gegnerischen Partei nehmen Bestellungen auf denselben an. Für Süddeutschland kostet er das wirkliche Recht aus seinem Herzen und behält nur die Gesetzpa: a- geschehen sein? Daß im 17. Wahlbezirk niemals ein national- liberaler 18 fr., gleich 5 Sgr., für Preußen,( in dessen großen Post- Zeitungsgraphen im Gedächtniß. Kandidat gewählt wird, dürfte den Herren National- Liberalen diesmal Preiscourant er im Nachtrage unter No. 689. a. verzeichnet ist) bei Allein in unserem Strafverfahren ist noch ein Dritter geschäftig flar geworden sein. Selbstabholung von der Post 6 Sgr. 9 Pf., in der Stadt mit Bestellder Staatsanwalt. Er ist zwar hineingekommen, wie Pilatus in's Münchenbernsdorf. Die Parteigenossen von Münchenbernsdorf geld 8 Sgr., auf dem Lande mit Bestellgeld 9 Sgr. 6 Pf. Inserate finden für 12 fr. 3 Sgr. die Petitzeile die weiteste Grebo, allein in das Glaubensbekenntniß der festländischen Juristen hat er und Neustadt hielten am 5. Febr. eine Boltsversammlung in Münchensich so feſt eingenistet, daß sie ohne ihn gar nicht auskommen zu fönnen meinen. bernsdorf ab, um im 3. Weimarischen Wahlbezirke einen Reichstags- Verbreitung in Deutschland und im Auslande. Und doch ist er nicht blos überflüssig, nicht bloß das fünfte Nad am Wager, fandidaten aufzustellen. Wenn auch in der Vorberathung einige Diffe Kaiserslautern, im März 1871. bas ja, unter Umständen, sogar von entscheidendem Nutzen sein kann renzen über die Kandidatenfrage sich bemerkbar machten, so erklärte sich Der Verleger und Redakteur Carl Luebeck. die Staatsanwaltschaft ist eine Einrichtung von so entschiedener und doch die sehr zahlreiche Versammlung einstimmig für Traugott Böttcher. zugleich so weitgehender Schädlichkeit, daß diese Einrichtung ohne Unter- Die Neustädter Parteigenossen verpflichteten sich, im oberen Theil des ,, Julian Schmidt, der Literarhistoriker" wird laß und mit allen Mitteln bekämpft werden muß, bis sie( zur Freude Wahlkreises für Herrn Böttcher zu agitiren und Münchenbernsdorf im zu kaufen gesucht Leipzig, Emilienstr. 2a, part. der Staatsanwälte selbst) zu Falle gebracht ist. Das Uebel liegt schon untern. Leztere hielten auch schon am 12. Februar Versammlung in handgreiflich darin, daß der Staatsanwalt auftritt als Jurist, als Ver- der Amtsstadt Weida ab, in welcher Böttcher das ihm übergebene ProVon der heutigen Nummer ist behufs Ver: treter des Rechtsgedankens, trotzdem er nichts ist als ein reiner Ver- gramm klarlegte. Wenn auch in dieser Versammlung Herrn Böttcher waltungsbeamter, der sich strenge zu halten hat an die Weisungen, die zwei Advokaten und noch einige Beamte schroff entgegentraten und alle breitung und Empfehlung des ,, Volksstaat" eine grö ihm gegeben worden, nicht an sein eigenes Urtheil. Wenn Jemand möglichen Fallen stellten, um Böttcher auf das naheliegende Kreisgericht ßere Auflage gedruckt worden und können solche Probe: mir einen Auftrag giebt, bei dem es sich nicht um Recht, oder Unrecht zu befördern, wurden diese Herren aber doch so meisterhaft abgefertigt, nummern gegen Einsendung des Portobetrags( pro für einen Dritten, nur um Nußen oder Schaden für den Auftraggeber daß ihnen zuletzt der Muth fehlte, noch eine Frage an Herrn Böttcher Dutzend 2 Groschen) von der Expedition des„ Boltshandelt, ist es allerdings Pflicht, aufmerksam zu machen auf das Ver- zu richten. Nach Schluß der Versammlung unterhielten wir uns noch fehrte dieses Verfahrens, allein damit hat auch meine Berantwortlichkeit lange mit den Arbeitern von Weida, welche uns zusagten, Hrn. Böttcher staat", Petersstr. 18, Leipzig, gratis bezogen werden. ein Ende. Ein anderes ist es, wo es das Recht eines Dritten gilt, da ihre Stimme zu geben. Wir haben dann noch mehrere Bersammlungen ihnen " Lassalle's dürfen Weisungen nicht Blaz greifen, da darf die Verantwortung nicht anderweitig abgehalten und hatten volle Aussicht, unsern Kandidaten Leipzig: Verantw. Redakteur in Vertretung: Carl Hirsch( Redaktion auf andere Schultern abgeladen werden. Ich habe selbst einen Staats- durchzubringen. Doch was thaten die Sozialdemokraten von N.? An-( Emilienſtr. 2.) Druck u. Verlag: F. Thiele.( Expedition: Peterſir. 18)