.*«39. JouimienS. de» 13. Mai. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen dei In- und Au»- lande» an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel» Peteristrah« 18, Z. Thiele, Emilienstraße 2, AbonnementSpreis Für Preußen incl. Stempel- steuer ISNgr.» für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Agent sürLondonA.Duenstng Foreign Bookscller, Libra- rian and Newsagent, 8 Little Newport Street, Lei- cester Square, W. C. Filialerpedition für die Verein Staaten: R-�-Serge, Boa 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der joMl-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Tie Parteigenossen werden dringend ersucht, die Adressen der Redaktion(Peterssteinweg 13) und Erpedition(Petersstrastc 18) nicht mit einander zu verwechseln, weil sonst Perwirrung und Berzögcrung in der Ausführung der LestcUnngen entsteht. An die Redaktion sind nur die Briese und Sendungen zu richten, welche zur Ausnahme oder Benutzung für den „Bolksstaat" bestimmt sind; an dieExpeditiou nur die, welche geschäftliche Angelegenheiten(Abonne- ment, Schristeuvertrieb, Reklamation einzelner Rum- mern, Geldsendungen u. s. w. betresse«. Die Bertrauensmänner der Partei werden dringend ersucht, möglichst bald Bericht über die Partcilagc(Zahl der Mitglieder, Kassenverhältnisie, Agitation u. s. w.) an unfern Schriftführer(Heidemann, Neu- markt 8 III) einzusenden, behnss Berichterstattung an den Kon- greß. Möge Jeder seine Pflicht erfüllen! Dcr prov. Ansschuß. Politische Uebersicht. Die Commune- Bewegung verbreitet sich über Frankreich. Ein Congreß von Vertretern der französischen Städte, die eine selbstständige Gemeindevcrfassung anstreben, sollte diese Tage in Bordeaux stattfinden, ist aber von den ordnungstollen Bersaillern verboten worden. Ein besseres Mittel, die übrigen Städte Frankreichs auf Seite der Pariser zu drängen, läßt sich nicht leicht ersinnen.— Noch immer keine Schreckensherrschaft in Paris! obgleich alle Mikroskope des„honneten" Europa in angestrengtester Thä- tigkeil sind, um jede Mücke in einen Elcphanten zu verwandeln. „Einen Fußtritt, o Fremdling!" betteln die Aachener Hunde in Heine's Wintermährchen.„Nur Einen Mord, nur Einen Todtschlag, nur Eine Plünderung!" betet die Europäische Ord- nungspartei, die Augen sehnsüchtig auf Paris gerichtet. Aber die„Vorsehung", mit der die Herren sonst auf so gutem Fuße stehen, ist ihnen in diesem Punkte nicht hold, und sogar der „geachtete Kaufmann Vincent,".der neulich wegen verweigerten Eintritts in die Nationalgarde telegraphisch erschossen worden war, ist zwei Tage darauf wieder per Eisenbahn ins Leben zurückgekehrt. Die Herren Bourgeois sind in Verzweiflung, und die Verzweiflung läßt mitunter die kompromittirendsten Dinge ausplaudern. So nothschreit ein Korrespondent des europäischen Oberbourgeoisblattes, der Londoner„Times", aus Paris:„Eigentliche Gewaltthätigkeiten kommen nicht vor und sind auch nicht zu befürchten. Person und Eigenthum sind nicht unmittelbar bedroht. Aber gerade in dieser scheinbaren Mäßigung der Kommune liegt das Unheimliche. Wie gern würde man sich einen Tag lang Plünderung gefal- len lassen, wenn dann die alte Ordnung zurück- kehrte!" Köstliches Geständniß! Also weder Person noch Eigenthum sind„unmittelbar" bedroht,„eigentliche Gewaltthätigkeiten kom- men nicht vor"(nach unparteiischen Berichten war die Zahl der Vergehen und Verbrechen niemals geringer als seit Grün- dung der Kommune)— und doch hat dieser Zustand für Euch Bourgeois etwas so„Unheimliches", daß Ihr eine richtige „Plünderung"— eine Plünderung, die„einen Tag", d. h. 24 Stunden lang dauerte, mit Freuden begrüßen würdet, wenn damit die„alte Ordnung" zurückgekauft wäre!„Die alte Ordnung"— das heißt Euer„Recht", den Proletarier zu plündern. Ihr seid pfiffige Leute, Ihr Herrn Bourgeois, Ihr versteht zu rechnen und wißt, daß beim besten Willen, und wären sie selbst bei Euch in der Schule gewesen, die Arbeiter Euch in 24 Stunden nicht halb so viel plündern können, als Ihr nach der„alten Ordnung" in der gleichen Zeit den Ar- beitern ordnungsmäßig zu plündern versteht— Uebung macht den Meister. Aber auch angenommen, die Arbeiter verständen es ebenso gut, so würdet Ihr immerhin ein vortreffliches Ge- schäst machen: Ein Tag Plünderung ber Bourgeoisie durch das Proletariat für eine neue Epoche, sagen wir blos ein„ruhiges". Jahrzehnt der Plünderung des Pro- letariats durch die Bourgeosie— läßt sich„billiger und„profitabler" kaufen?— Nicht minder charakteristisch und belehrend ist die Jere- miade des Orleanistischen Pariser Correspondenten der„In- dependance beige", des Herrn John Lemoine, der in einer der letzten Nummern seines Blatts jammert: „Wissen Sie, welches das offenkundigste Resultat dieser verbrecherischen Jnsurrection sein wird? Sie wird den Erfolg haben, in dem Herzen der höheren Klassen das Gefühl des Patriotismus zu zerstören, wie es in den niederen Klassen be- retts geschehen ist. Wo sind die glücklichen(!) Zeiten, rn denen man nur für den Ausländer, für den äußern tfeind tfluch und Haß hatte? Heute hegt man diese Ge fühle gegen den>nnern Feind. Es scheint mir, daß man sich noch nicht genau Rechenschaft gebe von der tiefen, fast würde sch sagen ungeheuren Umänderung, die sich seit sechs Wochen tn unfern Geistern vollzogen hat." . B&xx 3ohn Lemoine verräth da in seiner Herzensangst das Geheimniß, daß es der Bourgeoisie init ihren Humanitäts- Phrasen nie Ernst war, und daß sie die„glücklichen Zeiten" zurücksehnt, wo ihre Klassenherrschaft, gleich jeder andern Klassen- und Standesherrschaft, im Völkerhaß ihre festeste Stütze fand. Diese prächtige Kritik des„Nationalitätsprinzips" nehmen wir mit Freuden all acta. Uebrigens müssen wir im Interesse des Verstandes der Bourgeoisie konstatiren, daß sie selber an dieses„Nationalitätsprinzip", an diese heilige Pflicht, „Fluch und Haß" ausschließlich dem„Ausländer" zu widmen, niemals geglaubt hat und stets bereit gewesen ist, ihre ein- heimischen Feinde, namentlich die Arbeiter, mit„Fluch und Haß" niederkartätschen zu lassen, und sei es mit Hülfe der „Ausländer". Hat Hr. John Lemoine die Junitage vergessen? Hat er vergessen, wie die Pariser Bourgeoisie seit vorigem September die„Preußen" herbeisehnt? Fürwahr, es hat nicht der Commune bedurft, um der französischen, wie überhaupt der gesammten Bourgeoisie den„internationalen Gedanken" zum Bewußtsein zu bringen.— Stach einem Telegramm aus Frankfurt hätte die Favre- Bismarck'sche C o n f e r e n z ihren Zweck erreicht, und wäre der Friede gestern(Mittwoch) Unterzeichner worden. Friede— auf wie lange? Auf einen Tag? Einen Monat? Ein Jahr? Ein Jahrzehnt? Stun, die Meisten wären schon froh, wenn er nur auf ein Jahr sicher wäre. Glückliches Europa! Herr- liche„Ordnung"!„Großer Staatsmann"!— Germania's Mutterliebe: Die Stadt Straß- bürg, welche durch die Belagerung und das Bombardement bereits so schrecklich gelitten hat, seufzt gegenwärtig unter einer erdrückenden Einquartierungslast, deren Beseitigung die dortigen Munizipalbehörden bisher vergebens erstrebt haben. In jedem Haus liegen nach zuverlässigen Mittheilungen seit beinahe sieben Monaten beständig 4 bis 16 Soldaten im Quartier, denen Holz, Licht und Verpflegung zu jeder Tageszeit gewährt werden muß. Abgesehen von den sehr erheblichen Kosten, welche hier- durch für die Bürger entstehen, wird am drückendsten die schreck- liiye Mühe empfunden, welche den Familien aus der Skatural- Verpflegung der Einquartierten erwächst, zumal unter der fran- zösischcn Verwaltung in Straßburg niemals das System der Einquartierung bestand.„Straßburg", so heißt es in einem, dem„Frankfurter Beobachter" von achtbarer Seite mitgetheil- ten Privalbriefe,„hat viele Kasernen, und nie hatten wir Ein- quartierung; daher kommt uns diese Last jetzt doppelt schwer vor. Die Stadt wollte sogar Baracken für die Soldaten bauen, damit man sie dem Bürger abnehmen könnte; dies ist aber nicht von der deutschen Verwaltung angenommen worden; die Soldaten bleiben dem Bürger auf dem Hals..... So wie ich denke, denken alle Straßburger, und noch viel ärger, da ich mich noch gut in alle Verhältnisse fügen kann, aber Die, welche kein Wort Deutsch sprechen, was müssen die erst empfinden?" Wir reihen hieran eine Einsendung im„Niederrheinischen Courier", welche über den durch das Bombardement von Straßburg entstandenen Kriegsschaden spricht. Bekanntlich ist von der Regierung in Berlin der Grundsatz ausgesprochen worden, daß die Kriegsschäden des Elsasses aus den von Frank- reich zu zahlenden 5 Milliarden ersetzt werden sollen; aber bis dieses geschehen ist, können Tausende von Bewohnern Straft burgs, deren Häuser während der Belagerung zusammenge- schössen und abgebrannt sind, zu Grunde gehen. Der Einsender des„Niederrheinischen Couriers" macht deshalb den Vorschlag, daß die aus 50 Millionen Franken taxirten Schäden von dem wohlhabenderen Theile der Straßburger Bevölkerung selbst aufgebracht werden,„da kein Kapitalift gegenwärtig einwilligen wird, jene Versprechungen der deutschen Regierung zu diskon- tiren" und jeder Tag Verzögerung ein Unglückstag für die durch das Bombardement und den Brand ihrer Häuser Heim- gesuchten sei.— Es ist indeß keine Aussicht, daß die Wohl habenden den Wünschen dieses Inserats entsprechen werden. Sehr trostlos ist überhaupt die Lage des ganzen armektir ten Elsaß-Lothringen. Der auf das neue Reichsland bezügliche Gesetzentwurf, welcher gegenwärtig von einer speziellen Kommis- sion des Reichstags— ohne Hinzuziehung von Elsäs- ser Delegirten— berathen wird, will die Bewohner von Elsaß-Lothringen mit einem Provisorium bis 1874 beglücken, also eine dreijährige kaiserliche Diktatur, welcher es überlassen bliebe, dann und wann die„Notabeln"(Vornehmen) des Landes über diesen oder jenen Gegenstand zu Rathe zu ziehen. Wir heben Einiges aus dem Bericht jener Kommissions- Verhandlung hervor: „Wizard erklärte sich gegen eine dreijährige Diktatur. Er verlangte die sofortige Einberufung einer Elsaß-Lothringischcn Landesvertretung mittelst des allgenieinen Stimmrechts und die Theilnahme des Reichstags an der Gesetzgebung bezüglich der neuen Provinzen.— Windhorst(Meppen) wies mit seiner gewöhnlichen Schärfe auf die Mängel und Schwächen des Ge- setzentwurfs hin.— Er habe in Hannover so bittere Ersahrun- gen mit der Diktatur gemacht, daß er den Bewohnern von El- saß-Lothringen eine Wiederholung derselben erspart wissen möchte. Sei man doch in Hannover während der Diktatur so weit ge- gangen, die Unabsetzbarkeit der Richter mitelst eines einfachen Schreibebriess wegzudekretiren. Wennman die neuen Provinzen mit der Annexion aussöhnen wolle, so müsse man sie selbst über ihre Angelegenheiten hören. Dies könne nicht durch„Notabeln" geschehen, welche die Regierung selbst notire, sondern nur durch eine gewählte Landesvertretung und durch die sofortige Einberufung der Elsaß-Lothringer zum Reichs- tage. Daneben könne man den Kaiser mit dem Bundesrath nicht allein bis 1874 über die Geschicke der neuen Provinzen entscheiden lassen. Der Reichstag oder eventuell eine Delegation desselben müßten sofort das Mitentscheidungsrecht erhalten.—• Lasker ergeht sich in weitläufigen staatsrechtlichen Deduktionm über die Anwendung der Reichsverfassung auf den vorliegenden Fall. Er muß jedoch zugestehen, daß alles, was man ohne die Mitwirkung der Elsaß-Lothringer thue, gesetzgeberisch nicht zu billigen sei. Es lasse sich nur rechtfertigen als ein Gebot der politischen Nothwendigkeii.— Staatsminister Delbrück hält die Einberufung einer Landesvertretung in Elsaß- Lothringen Angesichts der feindlichen Stellung der Be- wohner vorerst für unmöglich. Man werde sich darauf beschränken müssen, die Interessenvertretungen bei den ein- zelnen zu lösenden Fragen zu hören. Die Aufgabe der Regie- rung sei es nicht allein, in Elsaß-Lothringen die Stühe und Ordnung aufrecht zu erhalten, sondern die wirthschaftlichen In- teressen zu pflegen und dadurch den Verschmelzungsprozeß zu befördern. Den Reichstag könnte man schon um deswillen nicht an der Gesetzgebung für die neuen Provinzen theilnehmen lassen, weil er nicht immer versammelt sei und weil häufig rasche Ent- scheidungen getroffen werden müssen. Dem Reichskanzler und Bundesrath aber könne man die Entscheidung ohne besondere Abgrenzung ruhig überlassen.— Duncker: Wenn der Reichstag nicht versammett sei, könne die Regierung provisorisch geltende Verordnungen erlassen, wozu sie im Gesetze besonders zu ermächtigen sei. Ueberlasse man aber die Souverainetät während eines dreijährigen Provisoriums den Regierungen allein, so würden unzweifelhaft Mißgriffe vorkommen, welche die Stim- mung in den neuen Provinzen noch verschlimmern könnten. Das Reichskanzleramt sei auf die direkte Verwallung eines Landes gar nicht eingerichtet. Es müsse sich da immer an die preußi- schen Ministerien wenden, welche in der„bekannten" Weise re- gieren würden, die übrigens dem Reichstage für ihre Handlun- gen nicht verantwortlich seien. Gerade jetzt sei die Situation relattv günstig. Der französische Bürgerkrieg mache die Elsaß- Lothringer dem Anschlüsse an Deutschland geneigter.(?) Gewähre man ihnen jetzt Selbstverwaltung und vollen Antheil an der Reichsgesetzgcbung, dann seien sie besser Zugewinnen, als später, wenn in Frankreich wieder geordnete Zustände herrschen. Vor allem aber wünsche er zu wissen, nach welchen Grundsätzen die Verwaltung in Bezug auf das Schulwesen, die Steuergesetzge- bung und die Zollpolitik im Elsaß zu verfahren gedenke?— Kiefer(Baden) ist gegen jede Elsäßisch-Lothringische Landesvertretung, gegen jede Betheiligung der El- sässer am Reichstag. Die Stimmung jener Provinzen sei, wie er sich überzeugt habe, so deutschfeindlich, daß eine ge- wählte Landesvertretung voraussichtlich gegen die Annexion pro- testiren und in anderen leidenschaftlichen Beschlüssen ihre franzö- fische Gesinnung äußern werde. Im Reichstag würden sich die Elsässer Jahrzehnte lang wohl ebenso verhalten wie die Polen. Darum sei er dafür, daß man dem Kaiser eine umfangreiche Diktatur übertrage, ihm sei sogar in der Vorlage dieBethei- ligung des Bundesraths eine zu weitgehende, da in Elsaß-Loth- ringen rasch und ohne lange Berathungen gehandelt werden müsse." Das ist die„Freiheit", durch welche Germania ihr jüngstes, ihr Lieblingskind beglücken wird. Die lächerlichste Rolle in dieser Ange- legenheit spielen aber, wie immer, die Leute von der Fort- schrittspartei, welche die Annexion billigen, und die Folgen der- selben mit ihrer Panayee— einer Dosis verdünnter Freiheit— kuriren wollen, als ob gewaltsame Situationen sich anders er- halten ließen, denn durch brutale Gewalt. Von zweien Eins: Ent- weder ist's Euch Fortschrittlern mit der„Freiheit" ernst, und dann müßt Ihr die Annexion vcrurtheilcn und bekämpfen. Oder Ihr seid für die Annexion und dann habt ihr nicht das Recht, von„Freiheit" zu reden. Von„Freiheit" reden, und gleichzeitig die roheste Unterdrückung gutheißen, ist ekelhafte Heuchelei. Da sind die Natioualliberalen offenherziger, und Herr Hans Blum, der die Courage hat, dasHelot euthum als Consequenz der Annexion zu proklamiren, zwingt uns sogar eine gewisse Achtung ab. Es ist doch Logik— freilich die Logik der Bestialität.— Die Zeitungenjberichten: In Folge eines unter den S chneider- gesellen i n Pest ausgebrochenen St ri kes haben Auftritte statt- gefunden, die zurVerhaftung von 52 Schneidern führten. Ueber die weiteren Vorgänge bringen Wiener Blätter folgendes Telegramm: 600 Schneidergesellen versammelten sich heute vor dem Reichslagsgebäude, um eine Petition, muthmaßlich wegen Freilassung der verhafteten Kameraden, durch eine Massendepu- tation zu überreichen. Sie wurden jedoch von 50 Panduren mit scharfgeladenen Gewehren zurückgewiesen. Ihr Verhalten ist übrigens ruhig.— Ein späteres Telegramm lautet: Der Schneiderstrike ist in ganz Ungarn organisirt. Heute haben hier die Damen s chne i de r Stri ke gemacht. Außer- dem die Schneider in Agram und Esse gg." Der Bundesrath der Pariser Sektion der in t ernati ona- len Arbeiterassoziation hat folgenden Beschluß gefaßt: „In Erwägung, daß Herr Tolain, welcher in die Ratio- nalversammlung gewählt worden, um die Arbeiterklasse zu ver- treten, unsere Sache auf die feigste und schimpflichste Weise verlassen hat, stößt ihn der Bundesrath der Pariser Sektionen aus und schlägt er dem Bundesrath zu London vor, diesen Ausschluß zu genehmigen." Tic Belagerung von Paris. Die Regierung.(Fortsetzung.) Vierter Punkt. Die militärischen Operationen. Wir sind jetzt am delikatesten Punkt angelangt: wir ver- stehen uns nämlich nicht auf die Kriegskunst und müssen uns dem Vorwurfe der Inkompetenz aussetzen. Es sind aber nicht allein unsre persönlichen Eindrücke, die wir wiedergeben werden, sondern das Resume der Eindrücke aller jeuer Pariser, die keinen absoluten Glauben in das militärische Talent und in die Ehrlichkeit Trochu's haben, und unter der Zahl dieser Zweifler befinden sich kompetente. Schließlich hat die Folge der militärischen Ereignisse gezeigt, wer Recht hat. In Paris schätzte man die feindlichen Streitkräfte im Umkreis der Hauptstadt seit der Cernirung bis zur Kapitulation von Metz auf 250,000 Mann. Diese Streitkräfte waren in 3 Armeekorps getheilt, und nach preußischer Taktik in Dreiecken aufgestellt. Rehmen wir die Korps als gleich stark an, so kommt auf jedes derselben 80,000 Mann, welche eine Linie von 10 Meilen zu bewachen hatten. Die Grundlinien der einzelnen Dreiecke, obgleich inehr und mehr durch die Arbeiten geschützt, waren schwach besetzt, die Stärke lag im Centrum. Wohin man auch den Angriff richtete, so war in wenigen Stunden das ganze Armeekorps an dem angegriffenen Punkt, so daß man zum Rückzug ge- nöthigt war, nachdem man nicht ohne großen Verlust die ersten Positionen genommen hatte. Wenn man den Flügel der Linie angriff und einmal die ersten Positionen genommen hatte, so glaubte man freies Feld vor sich zu haben, aber die Truppen der beioen anstoßenden Dreiecke, konnten sich auf die Truppen werfen, die sich weiter vorausgewagt. Mit diesem Cernirungssystem war nur Eine Taktik möglich, die der Vereinigung aller Kräfte, welche bekanntermaßen darauf hinausläuft, in einer großen Masse zu marschiren und Haupt- schlage zu führen. Man mußte darauf sehen, alle verfügbaren Streitkräfte auf ein Armeekorps zu werfen um es zu vernichten; da eines der belagernden Armeekorps einen ganzen Tag dazu nöthig hatte, um dem andern zu Hilfe zu kommen, so waren nicht einmal Diversionen gegen das 2. uud 3. Korps nöthig, während man das erste angriff, es wären nur verschwendete Kräfte. Es bedurfte in diesem Fall gegenüber dem nichtangegriffenen Feind nur der genügenden Anzahl Mannschaft, um die Werke zu bewachen. Die Lage von Paris war prachtvoll für die Ausführung dieser Taktik. Da sich die Franzosen im Centrum befanden, so konnten sie sich massenweis in einigen Stunden auf einen Punkt werfen. Wenn sie ihre Operationen bei sinkender Nacht begannen, konnten sie sich auf dem Schauplatz der Aktion vor Tagesanbruch befinden. Keine andre Taktik war möglich, als Schlachten auf Schlachten zu liefern. Die Mehrzahl der Truppen waren freilich Rekruten, aber sie hätten sich geschlagen, auf die Forts gestützt; im Fall der Niederlage war der Rückzug immer gesichert. Dennoch war es das System der kleinen Unternehmungen, das von Trochu während der ganzen Periode, von der wir reden, befolgt wurde. Während man in den Proklamationen der Regierung von der heldenmüthigen Bertheidigung von Paris und den häusigen Ausfällen sprach hielt man sich sorg- fältig hinter dem Schutze der Forts, indem man von Zeit zu Zeit einen Ausfall von einigen tausend Mann machte. Schwer- lich hatte Trochu eine Ahnung von � dem Plan der Preußen, er suchte nach der starken und schwachen Seite des Feindes, während im Grund kein schwacher Punkt vorhanden war, oder alles schwach war, je nach der Art des Angriffs. Alle Unternehmungen ließen sich etwa so zusaminenfassen: 10 Uhr. Der Kampf dauert seit 2 oder 3 Stunden; die Uusrizen sind sichtlich im Vortheil. Mittag. Die Franzosen haben die Positionen genommen, die Preußen ziehen sich zurück. 1 U h r. Wir occupiren noch immer die Positionen, aber der Feind hat bedeutende Verstärkungen erhalten, die es ihm mög- lich machen, die Offensive zu ergreifen. 2 Uhr. Vor den bedeutenoen Massen, die der Feind ent- faltete, mußten die Truppen ihre eroberten Positionen wieder aufgeben. Das Feuer der Forts deckte ihren Rückzug und ver- ursachte dem Feinde großen Schaden. 5 Uhr. Alle Truppen sind nach Paris zurückgekehrt. Die Pariser, die um 10 Uhr glaubten, der Feind sei vernichtet, und um Mittag einander in die Arme sielen mit den Worten: Sieg, wir sind in Versailles! waren ganz be- stürzt bei der Rückkehr der Soldaten. Sie konnten nicht be- greifen, daß man sich zurückziehe, weil der Feind Verstärkung erhalten. Und wir, sagten sie, hätten wir denn nicht auch welche schicken können? Das Maximum der Truppen, die im Feuer standen, war 20,000 Mann; sobald diese nicht ausreichten, ließ man sie zurückkehren. Hierauf veröffentlichte Trochu einen großen Anschlagzettel, der also anfing:„Die Rekognoszirung von diesem Morgen war brillant und ist außerordentlich gut gelungen. Nachdem die Truppen den Zweck erreicht, den sie sich vorgesetzt, haben sie sich in guter Ordnung zurückgezogen". Oder aber den Telegraphenstyl nachahmend:„Dauerhafte Rekognoszirung". Die Preußen waren von allem unterrichtet, was sich in Paris zutrug. Jedermann konnte frei ein- und ausgehen. Zwischen den Marodeurs, die sich zu Tausenden auf den Fel- dern umhertrieben, schlichen sich leicht ihre Spione ein, die ihnen die pariser Journale brachten frisch von der Presse weg, ebenso die Neuigkeiten, die der schwatzhafte und verrälherische General- stab ausgeplaudert. Die Pariser, empört über diese Jndis- kretion, behaupteten, unter den Generalstabsoffizieren müßten von Preußen bezahlte Berräther sein. Man ging so weit, den General Schmitz als solchen zu bezeichnen. Die Schwatzhaftig- keil des Generalstabs reichte jedoch allein schon hin, um zu er- klären, wie die Preußen immer über die Pläne der Belagerten auf dem Laufenden waren. Es war unter dem Generalstab ein Haufe eitler unfähiger Gelbschnäbel. Diese vertrauten un- ter dem Siegel der Verschwiegenheit einem Dutzend Freund- an, man werde an dem und dem Tage in der und der Rich- tunz einen Ausfall machen. Diese erzählten es andern, so daß im Verlauf von 24 Stunden ganz Paris wußte, was man zu thun beabsichtigte. Wie hätten es die Preußen nicht auch wissen sollen? Die französischen Generale ihrerseits wußten nie, was bei /den Preußen vorging. An deutschen Journalen hatte man nur das, was inan bei den Todten oder Verwundeten fand. Nicht Ein Spion, obschon die Preußen, so viel sie nur wollten, auf einem fremden Boden fanden. Wenigstens war die Regierung immer in Unwissenheit über das, was die Preußen thaten. Wo man auch Hinblicken mag, immer nur dasselbe Dilemma: Un- fähjgkeit oder Verrätherei. Eine kleine Thatsache allein mag dafür sprechen; man kann sie im„Combat" oder im„Reveil" finden. Ein französischer Ingenieur hatte der Regierung ein System vorgeschlagen, nach dem die Kanonen leicht von einer Schießscharte zur andern ge- führt werden konnten, um den Schuß des Feindes irre zu lei- ten. Sein Vorschlag wurde todtgeschwiegen; wie groß war aber sein Schmerz, als er lang nachher zur Zeit des Bombar- dements erfuhr, daß die Preußen sein System benützten! Wir wollen uns nicht länger über einen Gegenstand auf- halten, der hoffentlich kompetentere Bcurtheiler finden wird, sondern einiges über die Hauptoperationen sagen, die bis Ende Oktober stattfanden. 23. September. Schlacht von Villejuif. Der einzige Erfolg der Belagerung. Die Preußen hatten einen Ueberfall. auf das Fort von Bicötre beabsichtigt. Sie wurden durch die Feuer der Forts aufgerieben und zogen sich bis über Villejuif hinaus zurück, dessen unvollendete Rcdoute die Franzosen wieder be- setzten. Letztere konnten sich. Dank den Forts, dort halten, die Redoute vollenden und bewaffnen und sie mit 2 andern, Hautes- bruyeres und Moulin Saquet, decken. Diese Werke wurden in Betreff der Bertheidigung die wichtigsten im Süden von Paris. Sie beherrschten Choisi le Roi, waren gegen l'Hay, Che- villy und Thiais gerichtet und faßten Bagneaux und Chatillon in der Flanke; unglücklicher Weise lag dieser letztere Punkt etwas höher. 30. September. Schlacht bei Chevilly und l'Hay. Man nahm mit dem Bajonnet und ohne vorher die verbarrikadirten Dörfer mit den zahlreichen Batterien beschossen zu haben. Nach ungeheuren Verlusten besetzten die Truppen Dreiviertel der Häuser(ein jedes derselben erforderte eine Belagerung), als Verstärkung für die Preußen anlangte. Man blies zum Rückzug. 13. October. Schlacht von Chatillon. Wir haben in einer vorhergehenden Nummer die Wichtigkeit der Position, die den ganzen Süden von Paris beherrscht, gezeigt. Da sie die Forts beherrscht, so bieten diese keinen großen Nutzen. Man mußte sie durch eine ernsthafte Schlacht nehmen und weitere Schlachten liefern, um sich bis zur vollständigen Befestigung des Platzes dort festzusetzen. Um sich Chatillons zu bemächtigen, schickte man 20,000 Mann aus. Statt Morgens um 6 Uhr zu beginnen, fing die Schlacht um 8 Uhr an, weil die Artillerie noch zurück war. Die Franzosen sind in Bagneaux, ihre Artillerie hat sehr viel von der preußischen Artillerie zu leiden, die ihr beveutend überlegen ist; glücklicher Weise brachte das Feuer der Forts die Batterien von Bourg-la-Reine zum Schweigen; sie erstürmen Chatillon. Um Mittag sind sie Herren fast des ganzen Dor- fes. Gegen 2 Uhr wird zum Rückzug geblasen; 50,000 Preußen rücken vor und besetzen wieder Bagneaux und Chatillon. In Versailles war die Bevölkerung in einer unbeschreib- lichen Spannung. Man erwartete die Franzosen. Der prcu- ßische Generalstab, der es für einen ernstlichen Angriff hielt, war in Unruhe, denn die preußische Armee war sehr geschwächt, weil sie starke Detachements in die Norinandie und bis in die Bretagne geschickt hatte, um Proviant zu holen. Trochu's Untüchtig- keit hatte hier eine vortreffliche Gelegenheit versäumt. An diesem Tage hätten 50,000 Mann statt 20,000 sicherlich das ganze Kriegsgeschick gewendet. 21. October. Schlacht von la Malmaison. Der Gene- ral Ducrot näherte sich durch die Halbinsel Gennevilliers» Ganz Paris glaubte, es handle sich um eine wichtige Ange- legenheit. Im Verlauf des Tages wird gemeldet, ein Corps von einigen tausend Preußen sei in der Halbinsel cernirt: man habe Montrelout, Garches und la Malmaison besetzt, man marschire auf Versailles. Wirklich waren auch diese drei Positionen momentan be- setzt gewesen; wie man sich aber denken kann, konnten sich die 8000 Mann des Generals Ducrot nicht lange gegen die preu- ßischen Verstärkungen halten. Diese traurige Affaire hatte mehrere Hundert Mann und zwei Stück Kanonen gekostet. Als Trochu des Abends zurückkehrte, umringten ihn Nationalgarden und sagten: Nun, General, ist die Affaire ge- lungen?„Es war ein guter Tag," erwiderte er, indem er sich die Hände rieb; dann setzte er einen Rapport auf, der mit den Worten anfing:„Gründliche Recognoscirunz." 30. October. Schlacht bei Bourget. In der Nacht des 27. auf den 28. October übersielen die� Franctireurs das schwache preußische Corps, welches das Dorf besetzt hielt und setzten sich dort fest. Man schickte sogleich von St. Denis zwei Bataillone Mobile und zwei Stück Kanonen zu ihrer Unterstützung. Während 48 Stunden befestigten sie sich dort, ohne he- unruhigt zu werden. Den 30. Morgens begannen die Preußen den Angriff. Eine Batterie von achtzehn Kanonen bestrich die Hauptstraße des Dorfes; hierauf wurven drei aufeinanderfol- gende Stürme gewagt. Umsonst verlangte General von Belle- mare Verstärkungen an Artillerie von St. Denis. Er erhielt zur Antwort, man könne ohne einen Befehl der Regierung von Paris keine senden. Während dieser Zeit umgingen die Preußen daS Dorf und ceruirten es, kaum 2 Kilometres vor den Forts. Man hörte während mehrerer Stunden Klinten- schüsse aus dem Innern des Dorfes, jedes Haus wurde wie eine Citadelle vertheidigt. Hierauf hörte man nichts mehr. Kaum hundert von den Franktireurs erschienen Avends beim Appell: sie hatten ihres Effeklivbestandes verloren. Auch die Mobilen waren fast alle auf dem Schlachtfelde geblieben. ' Und in St. Denis stanven viele tausenv Mann Gewehr bei Fuß unv viele Batterien Artillerie in den Parts. General von �Bellemare, der in Bourget kommandirte, wurde abgesetzt. Er richtete hierauf einen Brief an die Re- gierung, der in allen Journalen wiedergegeben wurde, worin er dieselbe aufforderte, ihn in Anklagestand zu setzen: er wolle be- weisen, daß der Fehler von Oben komme. Man war sehr erstaunt, den General von Bellemare nach einiger Zeit an der Spitze einer andern Division zu sehen. Man wird vielleicht die Ursache von all dem verstehen durch die Worte, die dem General Trochu entschlüpften, als man ihm die Besetzung Bourgets durch die Franktireurs mel- dete: Sie haben Bourget genommen, sie mögen sehen, wie sie es halten können. Es lag nicht in seinem Plan. Denn ganz Paris lebte nach dem Plane Trochu's! Man sagte alle Augenblicke:„Dies liegt in seinem Plane", oder„dies liegt nicht in seinem Plane. Geduldet Euch ein wenig und ihr werdet den Plan durchschauen." General Trochu, sagte der„Offiziel", hat seinen Plan der Regierung der Rationalen Bertheidigung vorgelegt, die entzückt davon ist und dem Gene- ral ihre lebhafte Befriedigung ausgesprochen hat. Durch die Resultate hat man gesehen, in was dieser fa- mose Plan bestand. Er war derselbe wie der von Benedeck: Zu warten, bis die gebratenen Tauben einem von selbst in den Mund stiegen. (Fortsetzung folgt.) O, welche Lust, Soldat zu sein! Der Stuttgarter„Beobachter" bringt über das Thema der Verpflegung der Truppen in Frankreich den Brief eines Soldaten an seine Eltern, in dem es heißt:„Früher, solange wir im Hermarsch waren und solange wir Paris belagerten, hatten wir oft und viele Entbehrungen, jedoch wurden Lebens- mittel herbeigeschafft, so gut es möglich war; nun, nach end- lich glücklich aber beschwerlich errungenem Frieden, wo alle Mittel zu Gebote stehen, gute Nahrung herbeizuschaffen, be- kommen wir Brot, nicht wenig, aber schwärzer und fester als der Erdboden, das man nicht im Stande ist trocken zu essen, ebenso ist es oft halb schimmelicht; dann fassen wir Speck, meistens so fett, daß man keinen andern Gebrauch damit machen kann, als Stiefeln schmieren; dann zur Suppe immer auf zwei bis drei Tage Erbswurst, Gries, Reis, Gerste oder Bohnen. Von Zucker oder Wein sehen wir nichts mehr, seitdem wir 9 kr. Zulage haben, was aber ganz deutlich in unserem Ablieferungsbüchlein steht, daß wir Wein anzusprechen haben. Nun, jedenfalls haben wir seit'/« Jahren in diesem Feldzuge nicht mehr verdient, als daß man, wenn man nicht verhungern will, sich für sein Geld verköstigen darf. Davon werden sie in den Blättern nicht viel schreiben. Das heiße ich keine Zulage, wenn ich einen Schoppen Wein anzusprechen habe und der Wein wird mir entzogen und ich bekomme 9 kr. dafür. Das ist Alles blos, um der Sache in Deutschland einen großen Namen zu geben, wie gut das Militär daran wäre, aber da ist's weit gefehlt. Ebenso wenn wir anderes Fleisch, Hammel- oder Ochsenfleisch fassen, ist es so wenig, daß man bereits nicht auskommt damit. Den Herren Ofsi- zieren wird ihre Menage seit 1. April herausbezahlt und für die Soldaten ist Alles gut. Kürzlich habe ich in einem katho- lischen Sonntagsblatt, von Stuttgart ausgegeben, zwei Feld- poftbriefe, einen von Bitry und den andern von Chalons aus geschrieben, gelesen, welche sich ebenfalls über schlechteVerpflegung bil- ter beklagen. Es wäre zu wünschen, daß noch mehr solche Artikel zur Oeffentlichkeit kommen, daß die Leute wissen, was der Dank ist für die Soldaten nach einem solchen Feldzuge. Man muß sich nur schämen vor den Franzosen, wenn man so Brot und Speck bekommt, wie es bei uns der Fall ist, sie lachen uns natürlich nur aus." Die„Bolkszeitung" enthält folgende Zuschrift aus Greifs- wald: „Sobald die Kriegsposaune ihren Ruf erschallen läßt, sind wir die ersten, welche bis in das späteste Atter hinein dem Rufe folgen müssen, und dieses gewiß auch, wenn es dem Laterlande gilt, gern thun; doch jetzt, da lelbst die längsten Jahrgänge der Reserve aus dem Felde von der Kavallerie und Artillerie, sobald sie vcrheirathet sind, ihrer Familie wiedergegeben werden, harren wir bei der Crsatzkom- pagnie der Slösungsstunde;— von Franzosen ist hier keine Spur, nachgeschickt wird Niemand, wo bleibt der Zweck unseres Hierseins? VerntS im zehnten Monat sind wir von Hause, zu Hause schmachtet Weib und Kind, Wirlhschafl und Geschäft i'l ruinirr, also wo das Ende unserer Zulunst? Sollte eZ nicht möglich sein, daß wir, bei denen fast die ganze Existenz aus dem Spiele stehi, auch entlassen wer- den? Gern werde» wir bereit sein, wenn Roth am Manne ist, auf eigene Kosten nach der Garnison zu eilen. Mehrere verheiralhete Wehr- jäger vom Jahrgang 1862." Im„Zwickauer Tageblatt" findet sich folgendes Inserat, das die Gerüchte über nachlässige Behandlung der kranken Soldaten bestätigt: „Die Trauerkunde, daß unser guter Wilhelm in fernem Lande gestorben sei, ohne daß es ihm vergönnt gewesen, noch einmal die Seinigen zu sehen, wurde uns zuerp von einem Krankenwärter des Militarhospitals brieflich gemeldet. Wenn aber der Wärter schreibt, daß der Arzt und der Krankenpfleger alle Mittel angewandt hätten, um ihn zu retten, daß ihm bei feiner Beerdigung alle militärischen Ehren angethan und über sein Grab geschossen worden, so müssen wir dagegen sagen, daß dem nicht so gewesen ist, daß vielmehr die Sache sich ganz so verhält, wie sie neulich in dem„Zwickauer Tage- blatt" iir dem Feldpostbriefe dargestellt war.(Darnach waren Kranke sehr vernachlässigt worden.) Wir sind davon überzeugt ivordw durch eine« Brief, den uns später ein treuer Kamerad unseres Wilhelm schrieb und der die Sache ganz so schildert, wie sie in diesem Blatte Iland. Wir könne» uns auch deshalb weder dem Herrn Militärarzt, der die Krankheit unseres Wilhelm für einen Rausch gehalten, noch dem Herrn Vorgesetzten, der ganze vier Mann zu der Beerdigung kommandirte, zu großem Dank verpflichtet fühle» und Niemand wird uns das verdenken. Die Familie Gerischer." Wie uusren Soldaten„zu ihrem Recht verholfen" wird— praktische Illustration der Moltke- Theorie von der„Abhülfe der Beschwerden auf dienstlichem Wege": Vor vier Wochen brachte der„Dresdner Volksbote" in seiner Nummer 4 Wach- stehendes: »(Auch ein Feldpostbrief.) Von der Mutter eines„unserer Helden" in Frankreich geht uns aus dem Plauenschen Grunde heute folgender Brief zu:„Merein, den 26. März 1871. Liebe Mutter! Endlich ergreife ich die Feder, um Euch ei» paar Zeilchen zu schrei- ben. Ich hätte schon längst einmal geschrieben, ich konnte aber immer vor Aerger nicht, denn wie es uns jetzt geht, ist gar nicht zu glau- den, behandelt �verden wir wie die Hunde und hungern müssen wir, daß uns die �eele im Leibe wackelt. Dienst von früh bis Abend, schlimmer als Rekruten, ich will Euch nur ein paar Vorfälle fchreibe», wie sich unsre Vorgesetzte» aussprechen. Den 18. kamen wir in dem Reste an, wo wir liegen, da es gerade sehr kalt war und regnere und wir ein Ouartier dekainen, wo kein Mensch zda war, weder >sluhl noch Tisch, bloS die vier leeren Wände. Wir machten uns ein Feuer an, da aber lange nicht im Heerd gefeuert war, so brannte der Ruß an, da kam unser Feldwebel dazu, der sprach, das nächste mal ziehn wir die Pserde in die Stuben und ihr geht auf den Mist, .vo ihr hingehört. Den Tag darauf hatte einen Fahrer ein Pferd gebifjen, der Fahrer fchlug es, es wurde von einem Sergeant ge- meldet, da jprach unfer Oberleutnant zu dem Fahrer: und wenn es ihn zu Schanden gebissen hätte, er durfte das Pferd nicht schlagen. Die Folgen waren, er wurde drei Tage hintereinander drei Stunden an einen Baum gebunden. DaS ist der Dank des Vaterlands, Hollelufa. Und ihr schreibt von den großen Sieges- und Friedens- seiern, wenn das nicht zum verrückt'werden ist/ Doch genug von der Sache, am längsten»ruß es doch gedauert haben, was unsere einzige Hojsnung ist. Ich mach keinen wieder mit, denn eher erschieß ich mich selber ehe es so weit kommt, denn wir beneiden blos die, die gleich die ersten Schlachten gefallen sind. Ich wiil nun schließen und verbleibe indessen Euer Karl, Fahrer bei der vierten schweren Batterie." Hierzu finden wir im„D. V." vom vorigen Sonnabend folgendes Machspiel: „(Abhülfe vonBeschwerden.) Wegen der Beschwerden, welche in dem Feldpostbriese in Nr. s unseres„Voltsboten" enthalten waren, sind zwei Kanoniere, einer in Frankreich und einer in Döhlen ver- haftet worden. Dies ist die neueste Art der Abhülfe für Beschwerden und also lohnt man„unsere Helden." Da wir übrigens weder den Namen des Feldpoftbriesjchreibers, noch desjenigen, von dem wir selbigen erhalten haben, da wir überhaupt den Brief weder von einem Kanonier noch sonst von einem Soldaten zugestellt erhalten haben, so scheint uns hier ein artiges Stückchen Stieberei mit im Spiele zit fein. Glückliches, ruhmreiches Deutschland 1" Man schreibt unS: —*) 4. Mai. Aus nachfolgender Thatsache geht wieder so recht deutlich hervor, wie schlimm es ist, daß die ivfilitärmaschine nicht unter dem gewöhnlichen Landesgesetz steht. „Als vor einigen Monaten das Garnisons-Bataillon für .... gebildet wurde,— da wurden in Folge dessen auch noch eine Anzahl Oekonvinie-Handwerler einberufen, weil eben nach dem Mtlilärsystem jede Abtheilung auch ihre gewisse Zahl Schuhmacher undSchneider haben muß. Das Garnisons-Bataillon ist nun bereits 7 Wochen aufgelöst, aber bei der Handwerker- Kompagnie ist trotzdem Niemand— mit Ausnahme von 3 Mann, welche den ältesten Landwehr-Jahrgängen angehörten, — entlassen worden. Weiter ist vor etwa 14 Tagen das zu dem hiesigen 1. hanseattschen Jnfanterie-Äegiment Nr. 75 zugehörige Landwehr-Bataillon ausgelöst worden, aus welches ohn- gesähr 40— 50 Handwerker gerechnet worden,— aber wiederum wurde auch Ntcht ein einziger Handwerker entlassen. „Am 2. Mai wurden nun ohngesähr 400 Landwehr- und Reservemannschasten vom Grsatz- Bataillon entlassen, welche den Jahrgängen bis 1866 angehörten, aber trotz alledem noch kein Oekonomic-Handwerker, vielmehr befinden sich dieselben noch jämmtlich vom Jahrgang 1863 ab im Dienst. „Wenn man bedenkt, daß die Handwerker-Abtheilung seit Beginn des Krieges, also seil 9 Monaten, in der Stärke von 300 Mann bestanden hat, welche lediglich die Bekleidung des einen Regiments zu beschaffen haben, so tonnte man daraus schließen, daß gleich in Gmein fort, wie das auch nach dem Kriege von 1866 der Fall war, alles für emekl i« nächster Zeit kommenden ttrieg vorbereitet»vird,— over mir andern Worten, wie es ja auch Herr Bebel in seiner Rede gegen die neueste 120 Millionen- Anleihe im Reichstage so treffend nachgewiesen hat,— wir noch lange keine Aussicht haben, ans eme Grleichterung des das Mark des Boll es verzehrenden Militäretats. „Oder sollte das Kriegsministerinm vielleicht es gar nicht wissen, daß— während die übrigen Mannschaslen der betreffen- den Jahrgänge entlassen werden, die Handwerter von derselben Einstellung noch dableiben müssen?—" Der„Rheinischen Zeitung" schreibt ein Soldat unterm 20. April: „Seit Ratistkation der Friedens-Präliminarien haben wir Magazin- verpstcgung. Man kann auch mit dieser Portion, wenn sie nach Bor- schrijt verabreicht wird, mäßig leden, ohne zu hungern. Wer in- desten überhaupt das Unglück gehabt hat, das Wort Magazinvcrpfle- gung in der Wirklichkelt naher kennen zu lernen, der weiß schon, daß die schönen Vorschriften über Quantität und Qualität der von den Magazinen auszugebenden Bittualien-Portionen s e l t e ir z u r w i r k- lichen Ausführung gelangen. Sie werden an der Wahrheit des Vorstehenden nicht zweisein, wenn Sie gelesen haben, wie es da- mit bei uns zugeht, und will ich dabei nur von der Hauptsache der Portion, vom Fleisch, sprechen. Beim Bataillon lausen täglich Klagen der Mannschaften, rejp. Meldungen der Kompagnien, sowohl über die Beschasfeuheu als auch über das Gewicht des ausgegebeneu Fleisches ein. Die Kompagnien haben in der tetzten Zeit, wo die Mannschaslen sich nicht scheuten, offen mit ihren Klagen hervorzutreten, wenn die Quantität oder Qualität des ausgegebenen Fleisches nicht stimmte, die Annahme verweigert. Hierdurch haben die Mannschaften eimge Male Nichts erhalten, spater hat das Bataillon sich veranlaßt gesehen, das Fehlende durch Ankauf für Rechnung des Bataillons zu bejchasien. Den Militärbehörden kann überhaupt dabei keine Schuld beigemessen werden, es liegt dieselbe lediglich an der Magaziuverwal- Jung, die das Fleisch so knapp wiegt, daß dasselbe, wenn es hier an- kommt, an Gewicht verloren hat. Dies wäre indessen auch zu ent- ichuldigen, und Niemand würde sich über das Mehr oder Weniger von 1— 2LothproKopf beklagen, denn die Kolonnen empfangen frisch geschlachtetes Fleisch, und wenn man dieselben für einen Manco durch tktntrockuen verautivorilich mache» wollte, so wäre das allein nicht unbillig, sondern auch ungerecht, Das aber ist es auch nicht, worüber die Leute klagen, sondern es kommt zu häufig vor, daß das auszu- gebende Flesich theilweise schon verdoroen ist. Allerdings wird vor dem Ausgebe» bei uns das gänzlich verdorbene ungeuiestbarc Fleisch ndgeschnitiin, ade, wenn von einem Stück verfaulte Theile adgeschnirteii sind, so ivirv es schwer zu begreifen sein, daß der ander« TheU noch genießbar sei, und dennoch versichere ich Sie, daß leider diese meine Aussagen Thatsachen sind. Wenn nun noch anstatt des RinoslcischeS. �peck oder Buchjensleisch tJonservirteS Rinvstcisch in Büchse») ausge- geoeu woroen, so ist es noch nicht ein Mal vorgekommen, baß dasselbe die vorschristsmäßige Qualität hatte. Darüber drauchi man sich auch nicht zu wundern, denn der Speck, der feit Bc= flimi des Krieges in den Magazinen umherlagert, wird schwerlich stets behandelt worden sein, daß die Qualität noch gut sein könnte. eine Uebervortheilung uns gegenüber nicht stattfindet, und daß ein großer Theil der Mannschaften, ind'em sie die gelieferte Victualien- Portion denselben abgeben, dann vollständig von ihnen verpflegt wer- den. Manchem deutschen Soldaten jedoch widerstrebt es, das Mitleid der Franzosen erst hervorzurufen, um diesen Zweck zu erreichen, und diese ziehen vor, entweder lieber zu hungern, oder sich das Fehlende durch Selbstankauf zu beschaffen. Daß die Lebensmittel hier nicht billig sind, liegt auf der Hand, und daß die Franzosen für die ihnen auf- erlegten Kontributionen dadurch Revanche nehmen, daß sie nicht ohne anstandigen Nutzen an die deutschen Truppen vrkaujen, kann man ihnen doch nicht verdenken. Bei den besagten Kontributionen glaube ich Sie noch daran erinnern zu müssen, wofür dieselben vorab ver- wendet wurden. Es wird ihnen bekannt sein, daß von Beginn des Wastenstillstandes bis zum 31. März jeder Offizier außer der gewöhn- lichen Feldzulage eine Ertra-Zulage von 16 Frcs. pro Tag, sog. Portionsgelder erhielt,— dieManns chaften bekamen nichts; daß aber die Kontributionen zur Zahlung an die Offiziere vorab be- stimmt waren, haben Sie vielleicht nicht gewußt. Wie oben bemerkt, er- halten die Ofsiztere vom 1. April ab nur noch eine Zulage von 5 Frcs. täglich, dagegen hat man sich aber schon beklagt und eine Er- höhung resp. Wiederherstellung des früheren Satzes beantragt. Rechnen Sie nun zu allen diesen Zulagen, welche die Offiziere beziehen, noch die gemäß allerhöchster Eabmets-Ordre vom 28. Marz curr. zuerkannten RetablissementSgelder, so kommt ein ganz hübsches Sümmchen heraus......... Unwillkürlich drängt sich einem hier die Frage auf: wo bleiben denn die RetablissementSgelder für die Wittwen und Waisen der Gefallenen, für die Krüppel und Invaliden, für die Tage- löhner und Handwerker, Ackersleute, Kaufleute u. s. w., die nicht allein Gesundheit, sondern auch Vermögen geopfert haben, deren Geschäfte zu Grunde gegangen sind oder gelitten haben? Daß die Offiziere hier in letzterer Beziehung wenig Opfer gebracht haben, läßt sich dadurch unschwer beweisen, daß sür sie wenig oder gar keine Geldbriefe an- kamen, dagegen dieselben in der Lage waren, Geld in die Heimath zu senden. So sind von 12 Offizieren im Monat Februar 2666 Thlr. ca. nach Haus geschickt worden; jetzt haben diese Sendungen fast gänzlich aufgehört. Daß Angesichts dieses die Klagen und Anforderungen der Mannschaften immer lauter werden, ist, wie deren Sehnsucht nach der Heimath, ganz natürlich. Könnten Sie dazu die freundliche Behandlung der Mannschaften mit ansehen,____ doch davon lieber mündlich.— Die Bemerkung der„Kölnischen Zeitung", daß der Grund zur Unzufriedenheit im Uebergang aus dem gewohnten früheren Ueberfluß zu der reglementsmäßigen Verpflegung liege, weise ich im Namen metner Kameradeii� mit Entrüstung zurück. Es ist das ein Borwurf, den der deutsche Soldat nicht verdient hat, denn im Ueberfluß haben wir niemals gelebt; manchmal haben wir hungern müssen, thaten es aber mit Ruhe und Einsicht, weil das im Kriege vorkommen kann, ohne daß Einen die Schuld davon trifft." Der Schreiber des Obigen macht allerdings den Gindruck eines Menschen, der nicht zu Denen gehört, welche in Feindes- land plündern. Allein es ist wunderbar, wie der Verfasser so naiv sein kann, zu glauben, jene 12 Offiziere hätten die 2000 Thaler„gespart." 166�/, Thlr. kann ein Offizier im Felde nicht in Ginem Monat sparen! Selbst wenn man annehmen wollte, daß die Herren Offiziere jene 15 Frcs.(4 Thlr.) Extra- zulage gar nicht angegriffen haben, so kommen immer nur 112 Thlr. heraus, welche während des Februar gespart werden konn- ten, aber nicht 166%. Und wie seltsam das klingt, daß„jetzt diese Sendungen fast gänzlich aufgehört haben"! Aus Dieppe, 1. Mai schreibt uns ein Soldat:„Zum Glück erhielt ich vor einigen Tagen 2 Thaler. Hier kann man Geld brauchen.— Ich las in einer Berliner Zeitung, wir, die Soldaten in Frankreich, würden sehr gut behandelt, denn wir bekämen jeden Tag 5 Cigarren, V- Litre Wein und V« Pfund Fleisch. Ich versichere Euch aber: So lange wir in Dieppe sind, haben wir noch keine Cigarren und keinen Wein gesehen, und wenn wir Fleisch fassen, sind wir froh, wenn auf zwei Mann*/« Pfund kommt. Sehr oft aber fassen wir Speck, welcher von selbst in den Topf kriecht und stinkt. Sehr viele Soldaten müssen sich selbst kochen, und zwar nach- dem sie bis 10V» oder 11 Uhr exerzirt haben; um 4 Uhr muß man dann wieder zum Exerziren oder zum Appell. Oft hat man gar keine Zeit zum Kochen und dann ißt man das Fleisch roh zum Kommißbrot. Die wenigsten Soldaten haben Geld und Alles ist so furchtbar theuer. Das ist Vaterlands- dank!" so nick,« h" tleium Mancos an Kasse«, Hülsenfrüchte» u. j. w. will ich kann eitei1' t6 sind das Sachen, die man'überall gut gibranchen wem' moh �.gehen davon immer Theile verloren, ohne daß man iaae' d ü S'te gekommen; es genügt daher wohl, wenn ich Ihnen Kiaa-n hau im �W-g-benc Ouantitäi, dagegen n.cht die Oualttat zu Victualien g'ebt. Dazu kommt nun noch, daß die vom tfrenirfn f*' U'1 den Leuten ausgegeben werden, wenn sie Äann d/r aewö mUck'' U"' Uh- Morgens); nun soll de. Re zivci Stunden»um tod�1 muP'>°e»n er Erbsen hat, aber»u den»maeu h�u.ma!)-n haben inüffen!— Em Hauptgrund allen H>,m mm„nm."""ichasteu ist der, daß den Ojsizieren außer �«äh�t lr �°a7a?n'd���gu..gszul'age von 1 Thlr. IDSgr. 21,.(Lif.r" 9.?,",.:1' �annfchaftcn nur eme Zulage von man daher- Haben diAe Derre��'n"�'� i,t 9t0'J''taäI umheriim-, fftbe'1 il{,e Herren, die beim Exerziren auf dem Platze k�aSimmck�."- Hunger als der Soldat, der 2-3 Stunden m.t Uiewnd de» Gepäck exerz.rt hat, j« daß ihm der Schweiß mÄ�cken h°run.erlau,t k Unfern franzö,. scheu vuarti.rgeb.rn ---- ch GerechNgkeit widerfahren lassen; ich iaun nur sagen, daß iendu« � H'"bUck aus Obiges halten wir es im Interesse de» Ein- stir angemejfen, den Ort nicht zu nennen. d. R. d. B New-Uork. Auf den 10. April war eine Massenver- sammlung einberufen durch folgendes Plakat: „Die Sozialdemokraten an ihre Brüder, die Arbeiter in New-�ork!" „Als vor zwanzig Jahren der Dezember-Kaiser eingesetzt wurde, jubelte das offizielle Europa, daß endlich der Friede wiedergekehrt und die Ruhe hergestellt sei. Welche Ruhe? Den Arbeiter wieder an der Arbeit zu sehen, damit die herrschende Klasse im igemüthlichen Faullenzerlcben den Raub verzehren könne, den sie dem Lohnarbeiter auspreßt. „Wie sehr auch die alte Gesellschaft dem Franzosenkaiser zum Dank verpflichtet war, sie ließ ihn doch fallen, weil er weiter nichts nützen konnte, und die neue französische Regierung ein williges Werkzeug derselbe» Gesellschaft ist, welche sich jetzt einen neuen Kaiser einsetzt mit derselben Instruktion: Die Ordnung zu erhalten! Ja, die alte Ordnung gegründet auf Mord, Diebstahl und Betrug. Wer zu dumm, d. h. zu ehrlich ist, zu rauben und zu betrügen, der muß die Arbeitsmaschine sein, zu produziren, was die Andern verjubeln, verprassen und aufspeichern. „Gin Heer von Preßknechten, feilen Schreiberseelen ist ge- schäftig, seinen Geifer auszuspeien, wenn die arbeitende Klasse sich gegen diese Diebsordnung auflehnt. Diese seinwollenden Kopfarbeiter, dieses Lumpenproletariat, das sich stets an die Meistbietenden verkauft! Kein Wunder, wenn so wenig von ihnen auf Seite der Produzircnden steht; sie bezahlen eben so schlecht, als sie selbst bezahlt werden. „Arbeiter! Lernen wir die Verhältnisse verstehen, aber auch die Menschen! Ob der Ordnungshalter Napoleon oder sonstwie heißen möge, er handelt nur im Interesse und Auf- trage seiner Bande; sei es die vom Dezember oder vom März; ob sie französisch spricht oder deutsch; es ist dieselbe; ihr Jnter- esse ist international: sie kann nur durch die Waffen des Jnter- Nationalismus bekämpit werden. „Das Hauptaugenmerk der Herrschenden ist darauf gerichtet, die Nationen zu entzweien, ihre Interessen zu theilen, um sie desto leichter beherrschen und ausbeuten zu können. Kann eine Nation glauben, daß ein solcher Komödiant so viel Achtung vor ihr hätte, ihr irgend ein Recht, irgend eine freie Bc- wegung zu gewähren, nachdem sie sich von ihm als Hetzhund gebrauchen ließ? „Schrecklich wie der Leichtsinn der Franzosen sich bestraft hat, so wird dem Siegesrausche der Deutschen auch ein schreck- Ucher Katzenjammer folgen! Arbeiter! Was kümmert uns das bunte Tuch, der blanke Helm, die Quasten und die Troddeln? Wer erschafft sie? Seid ihr es nicht, sind wir es nicht? Darbt der Berfertiger des fürstlichen Gala-Kleides weniger als der des groben Kittels? Wohnt der, welcher Schlösser und Paläste baut, nicht in elenden Hütten? Liegt nicht gerade deshalb so düsterer trüber Ernst auf unfern Gesichtern, weil der ganze Frohsinn mit der Politur unserer Arbeit von bannen geht, um die Schaufenster großer Städte zur Anlockung des Publikums zu zieren? Können wir einen Würdenträger bewundern, den wir ausstaffirt, eine Armee, die wir ausgerüstet haben? Die dafür jederzeit bereit ist, unfern Hunger mit Blei zu stillen? Schreckliches Spiel! „Was ist ein Mensch heute der Gesellschaft noch werth, wenn er nichts sür sie produzirt, blos da ist, um sie auszu- nützen? „Dies, Mitarbeiter, sind die Fragen, welche berathen werden in der Massen-Versammlung am Ostermontag, den 10. April, Nachmittags 4 Uhr» im 10. Ward Hotel, Ecke Broome und Forsythstr. Das Comitee." Meerane, 2. Mai. In der am Sonnlag abgehaltenen Versamm- Inng der Schuhmacher und Schneider über die Lohnsrage legte zunächst der Vorsitzende den Grund der Versammlung und die Mangel- yafte Lage des Gewerks dar; den durchschnittlichen Ldhn der Schuh- macher taxirte er auf 2'/» Tylr., wovon aber noch ein Theil abgehe zur Erhaltung de« Werkzeugs und sonstiger gewerblicher Bedürfnisse, fo daß e« bei den enorm theuren Lebensmilielu nicht möglich fei, in diesen Lohnoerhältniffen zu bleiben.— Schuhmacher R. sprach sich dahin aus, daß die Mängel übergroß feien und es wohl andere» Professtonen zum Gelächter würde, selbige zu veröffentlichen. Deshalb beantragte er eine Lohnerhöhung von 20 Prozent, sprach aber dabei den Wunsch aus, erörtern zu dürfen, ob auch der Arbeitgeber in der Lage sei, 2v Prozent bei dem jetzigen Stand der Preise von seinem Verdienst den Gehilfen zukommen zu lasse», und stellte ferner den An- trag, 2 Schuhmacher und 2 Schneider zu einem Komitee zu wählen, welche den Auftrag übernehmen, die Arbeitgeber beider Professionen zu einer gemeinschastilchen Besprechung mit den Gehilfen persönlich einzu- laden, waS auch einsttmmig angenommen wurde. Die Lage der Schuh- macher und Schneider ist, nach ferneren Darlegungen, eine kritische; der Kredit, welcher von Seiten der Arbeitabnehmer von unseren Pro- fessionen gefordert wird, ist zu groß; man möchte gast fagen, daß ein großer Tyell der Arbeitabnehmer bei Bedarf von Kleidungsstücken das Moito habe:„der Schuhmacher und Schneider muß borgen," und da möchte man mitunter auch noch anhängen„schenken". Wie viel nur dadurch schon Prozente verloren gehen! Dazu kommen noch die enorm hohen Preise des Leders; also muß auch die Arbeit höhere Preise an- nehmen. Meerane, den 3. Mai. Die Lohnfrage der Weber be« treffend: Zahlreiche Versammlungen der Weber, Färber, Apreteure u. s. w. haben stattgefunden und oi« Resultate waren alle günstig, nur die Weber waren nicht zufrieden gestellt. Woher dies kommr, darüber lassen sich sehr viele Meinungen höre». Was die Agitation betrifft, welche vom Meerane-Glauchauer Komitö beschlossen wurde und sich über ganz Deutschland erstrecken sollte, um die Kalkulation der Waare und Erhöhung des Lohnes in Gleichheit zu bringen, so möchte man doch rüstig zu Werke gehen, um die Lage ver Arbeiter, vorzüg- lich im Voigttande und Gebirge zu verbessern und dadurch das Wohl der Arbeiter im Allgemeinen zu fördern. Die Lage der Weber.im Voigt- lande, vor allem in Oelsnitz, ist eine zu gedrückte, kummervolle, für die man gar nicht Worte finden kann, um sie zu schildern. Die Menschen kommen herunter ohne ihr Verschulden, sie werden schüchtern, sie glauben selbst nicht mehr, ihr Recht als Mensch behaupten zu dürfen, sie fürchten sich vor Denen, welche noch über ihnen stehen, sie zittern, wenn ein Höherer mit ihnen spricht, und doch schämen sie sich, ihre Roth einem Anderen zu offenbaren. Weder, welche im Geschäft P. und E. arbeiten, welches noch das nobelste daselbst ist, bekommen für ein Stück Zwirn-Kette und Zwirn-Schuß, 168 Elle» lang, doppelt breit, etliche 60 Schuß pr. Zoll: 2 Thlr. 12 Sgr. Lohn. An diesem Stück müjsen zwei Mann arbeiten, ein Spuler und ein Weber; wie viel werden die zwei Mann wohl per Tag verdienen? In einem anderen Geschäft, Eh....... r, ebenfalls doppelt breit, 92 Ellen lang, ist der Lohn 2 THl.; dann müssen die Leute bei jedem Stück auf das Material lauern, und sich Abzug gefallen lassen. Für Oelsnitz muß etwas gethan werden. Die Partei muß„Volksftaate" und Agitatoren hinschicken, damit sich die Leute dort als Verein orgamsiren. Am 21. April hielt Renz(Meerane) bereits eine Versammlung dort ad zur Bespre.pung der Lohnfrage, deren Resultat der Anschluß an das Meeraner Eentralkomilö war. Mectane. Die Meister sind oft viel ärger, als die Fabrikanten. Bei Schumann und Hof mann sind den.Arbeitern 20 Sgr. zu- gelegt worden, aber eimge Meister geben ihren Gesellen nur 3 Sgr, davon. Wie würden es erst diese Meister machen, wenn sieFadrikan- ten wären?— FrvtzvNt g, 30. April. Heute fand auf Anregung mehrerer Weber eine allgemeine Weberverfanimlung statt. Tagesordnung: Lohn- frage. Herr Müller referirte über die Webcroerhäwnsse»n Allge- meinen und über die gerechte Forderung der Lohnaufbesserung. Gleich- zeilig wurde bemerkt, daß e- zu beklagen sei, daß die Arbeit iil Meerane oei E. F. Schmieder zum alten Lohnsätze wtedec ausgenommen sei. Dann hielt Herr H. Krause einen ausführlichen Vortrag über die Lohnverhällniffe und wies daraufhin, wie immer Frau und Ktiider mit bei der Arbeu helfen müssen, um einigermaßen einen Lohn zu erschivingen, der zur Abwendung der höchsten Noth erforderlich sei. Es wurde noch der Antrag gestellt, eine Assoztationskasse zu gründen, um bei vorkom- inenden Krisen eine Unterstützung zu geben, was auch anerkannt wurde. Einige 20 Mitglieder zeichneten sich mit Einlagen. Nächstens findet eine zweite Versammlung statt. Penig. Wer Andren Bildung beibringen will, muß vor Allem selbst Bildung haben; und wenn es einen Stand giebt, bei dem wir das Recht Häven, Bildung vorauszusetzen, ja Bildung zu forder», so ist dies der Lehrerstand, dem die Bildung de« Volks anvertraut ist. Daß es ,edoch leider noch Lehrer giebt, welche dieses»öthige Erjorder- niß von Bildung nicht besitzen, nicht einmal im Besitz der nöthigsten und nothdürsligsten Bildung sind, das zeigt ein Fall, der sich vor einiger Zeit in dem benachbartenEyursdorf zugetragen hat uns über de» das „Penig-Bornaische und Frohburger Wochenblatt" vom 10. März(man entschuldige die verspätetcBezugnayme!) nachstehendes Eingesanot bringt: „Zur Beleuchtung. „Bei der„Friedensfeter" Chursdorfs wies der Lehrer dieses OrtS ein Ehursborfer Waisenkind, das aus uns unbekannte» Gründen aus- fälliger Weise nicht die Schule im Orte, sondern im benachbarte» Tauscha besucht, von dem für deren Mttgespielinnen, die am festlichen llmzuge Theil genommen hatten, angestellten Festessen unsanft zurück, daß sich selbst der Kleinen Fernstehende durch deren bitterliches Weinen in der Ecke gerührt fühlten, und als dann ein Ansässiger Chursdorfs die Kleine in den zum gemeinschaftlichen Vergnügen angewieseneii Saal zurückführte, wiederholte uiiser Schulmann seine Handlung und drängte die Kleine zum zweiten Male aus der Mitte ihrer Schultame- raven. Wir fügen dieser Thatsache aus dem sonst sehr lodeiiswcrlhen „Friedensseste" persönliche Ansichten nicht bei, können aber nicht ver- schweigen, daß uns dabei unwillkürlich Jesu Wort in Marc. 0, 42 ins Gedächlniß trat. Mehrere Augenzeugen." Wetzlar. Die äußerst strenge und schlimme Beyanviu ig, welche allgemein den Soldaten und besonders auch Pen Landwehrleuten wi- dersahrt, bringt es dahin, daß Vielen die Augen über die Zustände bei uns aufgehen. Aeußerungen über die Fortsetzung deS Krieges feit Sedan, die vis vor kurzem hestig bekämpft wvtden waren, hört man jetzt schon geduldig an, giebt sogar hier und da seine Zustimmung zu eltennen. Die Leute hier haben bisher Alles willig ertragen, aber daß man gegeit alte Lairdweyrmäniier sich bis zu MißhandliiNgeii versteigt, macht viel böses Blatt. Man betrachtet den Sotvate» von Seiten der Vorgesetzten ats Letbeigne» ober Sklaven, der blind jedem Befehl, sei er noch so unveruüiislig, folgen müsse.— Die Geschäfte gehen hier, tu einer Ueme» Stadl, die wemg Industrie hat und von der Landbeoöl- kerung wesentlich lebt, noch so ietdlich, aber allgemein ttagt man über Mangel a» Geld; kein Mensch dezahlt. Berlin, 10. Mai. Die Würfel sind gefallen. Die dritte Lesung des Gesetzes, betreffend„die Verbindlichkeit zum Schadenersatz für die bei dem Betriebe von Eisenbahnen, Bergwerken u. s. w. herbeigeführten Tödtungen und Körper- Verletzungen" ist beendigt. Ein vielversprechender Gesetzestitel und ein leeres Gesetz— das ist das Resultat der an Länge und Breite nichts zu wünschen übrig lassenden Berathungen des Reichstags. Der„Liberalismus" und die Bourgeoisge- sinnung desselben hat sich in diesem Falle so glänzend ge- zeigt wie nie zuvor. Die mangelhafte Regierungsvorlage wurde zurechtgestutzt, daß das Bischen Gute des Gesetzes vollständig vernichtet und dasselbe statt zu einem Schutze für die Arbeiter zu einer Handhabe für die Kapitalisten ge- macht wurde, sich der Kranken- und Berstcherungs- lassen der Arbeiter überall zu bemächtigen und ihre schlimmen Hände hinein zu mengen. Im wesentlichen ist dieses Resultat dem ewigredenden, sich in alles mischenden Lasker zu verdanken, der mit seiner engen juristischen Auf- fassung und seiner guten Suada sich in Dinge mischt, von denen er nicht das Geringste versteht, gleichwohl aber von dem Troß der„Liberalen" und in diesem Falle auch der Konservativen blinde Heerfolge geleistet bekommt,— ein schlagender Beleg für die sozialpolitische Bildung der großen Mehrheit. Die„be- wußten" Bourgeois und ihre Führer, die Braun, Miquel und Consorten unterstützten natürlich rührig Herrn Lasker und so hatte dieser die Genuglhuung, seine reaktionären Anträge mit großer Majorität durchgehen zu sehen. Ein Uebriges zu diesem Resultat wurde natürlich auch vom Bundesrathstisch ge- leistet, wo der �aus der Waldenburger Strikeangelegenheit be- rüchligte Bundeskommissar Dr. Achenbach mit großer Selbst- gefälligkeit sein Mundwerk spielen und sein Einverständniß mit den Anträgen Lasters erkennen ließ,— ein-Wink, der bei dem hohen Respekt der großen Majorität des Reichstag vor dem grünen Tisch des Bundesraths und der an ihin sitzenden „konzentrirten Weisheit" der deutschen Regierungen stets ge- horsame und willige Folge findet. So ist denn das von der „liberalen" Presse seit Wochen als Köder für die Arbeiter de- nutzte Gesetz das reaktionärste Ding von der Welt geworden. Wir freuen uns in gewisser Hinsicht dieses Resultats. Es zeigt, daß unsere Auffassung richtig ist, daß von diesem Reichs- tag etwas erheblich Nützliches für das arbeitende Volk zu er- warten eine Thorheit sei, und wir haben die Genugthuung, daß auch in den Arbeiterkreisen, welche nicht auf unserm Stand- Punkt stehen, vor allem in den sogenannten Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereinen grade dieses Gesetz dazu beitragen wird, der Masse die Augen zu öffnen.*) Es bleibt uns noch übrig, das, was wir in Obigem über die reaktionäre Statur des Gesetzes gesagt, auch zu beweisen. Wir werden mit Vergnügen dieser Pflicht nachkommen und so- bald das Gesetz in endgültiger Fassung uns gedruckt vorliegt, dasselbe in mehreren Artikeln besprechen. Wir bitten, diese Ar- tikel genau zu beachten und dafür zu sorgen, daß sie in den weitesten Arbeiterkreisen bekannt werden, namentlich aber sie in den Bergarbeiterkreiscn zu verbreiten, da diese Klasse der Ar- beiter bei den eigcnthümlichen Verhältnissen, in denen sie mit ihren Unterstützungskassen zu den Werksbesitzern stehen, zunächst der Gegenstand der Experimente auf Grund des neuen Gesetzes sein werden. Ferner halten wir für nothwendig, daß auch der prov. Parteiausschuß die Frage in die Hand nimmt und das zum Gegenstand einer Erörterung auf dem näch- sten Parteikongreß mache. Es muß den regierenden Krei- sen in Deutschland zum klarsten Bewußtsein gebracht werden, daß die Arbeiter sich kein Zl für ein U vormachen lassen, daß sie hinlänglich Klarheit und Selbstbewußtsein besitzen, um die Phrase von der Wirklichkeit unterscheiden zu können.— Die Verhandlungen des„Reichstags" ziehen sich unsäglich in. die Länge und wie seine Verhandlungen an Langweiligkeit, so leiden seine Beschlüsse an Inhaltslosigkeit und kaum ist Ein Mitglied im Hause, das nicht von der gänzlichen Bedeutungs- losigkeit des Reichstags überzeugt wäre. Wir könnten init Aeußerungen aus den Reihen der Seligsten der Seligen, aus den Reihen hxr National-Liberalen aufwarten, die dies voll- kommen bestätigen. Am meisten enttäuscht sind die„liberalen" Süddeutschen, denen man das täglich größer werdende Unbeha- gen an den Gesichtern ansieht.— Der einzige Gegenstand, der zu einer lebhafteren Erörte- rung führen dürfte, ist die Vorlage wegen der Annexion von Elsaß und Lothringen. Aus der Kommission, welche diese Vor- läge beräth, kommen wunderbare Gerüchte. Während die„li- berale" Presse und insbesondere Herr Braun- Gera in der „National-Zeitung" täglich dreister behauptet, die Elsässer woll- ten deutsch sein und würden sich in die neuen Verhältnisse mit Leichtigkeit fügen, gestehen national- liberale Mitglieder der Kommission aus Baden, die Elsaß kürzlich bereist, offen ein, daß die Stimmung gegen Deutschland eine äußerst erbitterte sei und daß dieElsässer noch min- bestens Jahrzehnte hinaus dieselbe Stellung im Reichstag einnehmen würden, wie die Polen heute noch. Die unbeschränkte Diktatur des Kaisers sei das einzige Mittel, die widerspenstige Bevölkerung im Zaume zu halten. Ist das nicht das He lotenth um, wozu Häuschen Blum schon vorigen Herbst in„liberalen" Blättern aufforderte, die Elsaß-Lothringer im neuen„heiligen deutschen Reich" zu degradiren? Die Polen sind entschlossen, bei der Erörterung des Gesetzentwurfs über die Annexion von Elsaß und Lothringen scharf ins Feuer zu gehen und eine Philippika gegen die Eroberungspolitik loszulassen; die Sozialisten dürften auch ihr Möglichstes thun und endlich werden die partikularistischen Hannoveraner zwar die Annexion als „vollbrachte Thatsache" anerkennen, aber mit aller Kraft für die sofortige Einsührung definitiver Zustände in Elsaß-Lothrin- gen, als: Begründung einer Verfassung, Zulassung der Depu- tirten von Elsaß-Lothringen zum Reichstag u. s. w. befür- Worten.„Fürst" Bismarck„ohne Land" dürfte auch manche •) Bebel hatte sich in der Spezialdebatte bei dem reaktionärsten Paragraphen,§4, mehrmals zum Wort gemeldet, um die ganz hirnlosen Auseinandersetzungen Lasker's undBraun'S, wie Angrisse auf seine Rede vom vorhergehenden Tage in der Generaldebatte zurückzu- weisen. Die Majorität schnitt ihm daS Wort ab, obgleich un.mttelbar vor ihm beide Bundeskommissare gesprochen und es bisher stets Brauch war, nach Reden vom Buudesrathslisch die Debatte weiter gehen zu lassen. Bebels Einwendungen gegen das Gesetz in der Generaldebatte bringe» wir in nächster Nummer nach dem stenographischen Bericht. schöne Erinnerung über die Uebergangszeit von Hannover an Preußen und seine Wirthschaft im Lande zu hören bekommen. In Reichstags kreisen kursiren merkwürdige Gerüchte über großartige Rüstungen in Rußland. Es wird behauptet, in Petersburg würden Karten ausgeboten, auf denen Ost- und West- preußen als zu Rußland gehörig abgebildet seien. Polnische Abgeordnete versichern, daß in allerletzter Zeit lebhafte Ver- suche' gemacht worden seien und zwar von Rußland aus, sie für die panslavistische Idee zu gewinnen und bestätigen die großartigen Rüstungen Rußlands. Sollte, was wir vorläufig dahingestellt sein lassen wollen, Rußland wirklich Pläne in dem angedeuteten Sinne haben, dann läßt sich nicht bestreiten, daß der gegenwärtige Zeitpunkt der denkbar günstigste ist, seine Pläne zu verwirklichen. Die preußische Politik käme in eine furchtbare Klemme, Elsaß und Lothringen wärensverloren, noch ehe sie Deutschland richtig annektirt hätte, alle Opfer des Krieges seit Sedan stellten sich jetzt erst recht als unsinnige Vergeudung an Gut und Blut heraus, und neue ungeheure Opfer zu bringen wäre noth- wendig. Sollten die merkwürdigen Reden Bismarck's bei der 120- Millionen-Anleihe und der ersten Lesung des Annexions- gesetzes vielleicht durch die russische Politik veranlaßt sein? Un- möglich ist's nicht. Stellen sich die russischen Nachrichten als richtig heraus, dann ist es sogar gewiß. Warten wir ruhig ab. Es ist die Frucht der schlimmen That, daß sie sortzeugend Schliimnes muß gebären. An die Manufaetur- Weber Deutschlands! Der Druck und die Leiben, die seil Jahrzehnten immer schwerer aus unserm Geschäfte lasten, haben sich in der letzten Zeit bis zur Unerträglichkeit gesteigert. Die Lebensbedürfnisse steigern sich fort und fort und nöthigen zu langer Arbeit. Roth und Elend führen zu Krankheiten aller Art uno frühem Tod. Beamten aller Berufsklasieu wird ihr Gehalt nach den Verhältnissen aufgebessert, wir müssen dafür mit auf- kommen, uns bleibt nur schlechter Verdienst, unregelmäßiger Geschäfts- gang und eine größtentheils sklavische Behandlung, welche seit Jahr- zehnten in keinem Geschäft so heimisch geworden wie in der Weberei. Die verschiedenen, kurz aufeinander folgenden Kriege, zu jeder Zeit von den unheilvollsten Folgen für unsere Geschäftsbranche begleitet, Haupt- sächlich aber der letzte deutsch-französische Krieg hat dieses Uebel greller als je hervortreten lassen und zwang uns, zu erwägen, ob wir lautlos untergehen oder uns unsere Enstenz bessern und wahren wollte». An allen Orten gleichzeitig, am meisten in Sachsen, rafften wir uns auf und brachten unsere Leiden und Beschwerden an die Oeffentlichkeit. Kein rechtlich gesinnter Mensch hat sie zu leugnen versucht und sogar der größte Theil der Unternehmer hat sie anerkannt, nur erklären die- selben die Macht der Konkurrenz für zu groß, als daß sie als Ein- zelnc oder an einem einzelnen Platze den Uebelständen abzuhelfen ver- möchten. Es ist wahr: wenn Hilft möglich ist, so ist sie nur möglich durch unser Aller vereinigte und gleichzeitige Anstrengung. Nun wohlan, machen wir diese Anstrengung, vereinigen wir uns! DaS hiesige, am 12. April d. I. von einer hiesigen Weberver« sammlung gewählte Komite hat sich mit andern ähnlichen Komile's zu diesem Behufe in Verbindung gesetzt und beruft, im Einverstäudniß mit denselben, hierdurch für die bevorstehenden Pfingftfciertage einen Allgemeinen Webertag nach Glaucha»« iu Sachsen ein. Die Einladung richtet sich insbesondere an folgende Geschäfte, ohne damit etwa nicht namentlich angeführte ausschließen oder zurückweisen zu wollen: Zeug-, Lein- und Wollenweber, Tuch-, Zeug- und Raschmacher, Band-, Seiden- und Fabrikweher u. s. w. Wir ersuchen nunmehr die Angehörigen aller dieser oder gleich- artiger Geschäftszweige an alle» Orten Deutschlands in ihrem eigenen Interesse, sich durch Delcgirte bei dem bevorstchenden Webertag vertreten zu lassen. Wir machen keinerlei Vorschriften über die Art der Wahl und Vertretung, überlassen dies vielmehr dem Webertag selbst und bitten nur, die Delegirteir mit ausführlichem Mandat zu versehen, gleichviel, ob dieselben mehrere oder nur einen Zweig, ob sie eine Ber- sammlung, einen Verein oder eine Innung vertreten. Die Vorversammlung und Konstituirung des Webertags wird Sonntag, den 28. Mai, Nachmittags 6 Uhr, die Haupt- Verhandlungen werden Montag, den 29., und Dienstag, den 30. Mai stattfinden. Folgendes ist die von uns vorgeschlagene Tagesordnung: 1) Wie ist es �gekommen, daß die Löhne so gedrückt sind? 2) Wie sind sie zu heben? 3) Wie sind sie den Zeitverhältnissen entsprechend zu erhalten? Diese Punkte werden vermuthlich zu folgenden Diskussionsaegen- ständen führen, unbeschadet der Vermehrung derselben durch den Weber- tag selbst oder durch vorher eingegangene schriftliche Anträge. A. Mittel der Selvsthilfc. 1) Ausstellung von Lohntarifen. 2) Die bisher unbezahlten Arbeiten. 3) Die Bereinigung der verschiedenen Gewerksgenossenschaften nn- seres Geschäfts. 4) Die Organisation de« Kasftnwejens. 5) Die möglichste Verhütung von«trikes.— Schiedsgerichte. K) Die Unterstützung Arbeitsloser. U. Gesetzgebungsfragen. 1) Die ungleiche Koalitionssreiheit der Fabrikanten u. der Arbeiter. 2) Gesetzliche Einrichtung von Schiedsgerichten über ArbeitSdif- ferenzen. 3) Gewerblicher Unterricht. 4) Die Zollgesetzgebung. 5) Die gesetzliche Reguliruug der Kinderarbeit. K) Die Einführung eines Normalarbeitstages. College», die über einen dieser Puntte refenren wollen, bitten wir, uns dieses brieflich mitzutheilen. Und nun, College» allerorts, liegt Euer und Eurer Familien Schicksal in Euren Händen. Von dem Umfange, in welchem sich die deutschen Weber vereinigen, von der Besonnenheit, mit welcher die Ver- einigung beräth und beschließt, endlich von der Energie und Pünktlich- keit, mir welcher die Beschlüsse allenthalben ausgeführt werden, wird e« abhängen, ob sich unser Stand aus seiner jetzigen Lage heraus in eine menschenwürdigere zu erheben vermag! Delcgirte wollen sich womöglich einige Tage vorher an das Lokal- Komitee Glauchau unter der Adresse: Fnedr. Hcrman Franz, Oststraße, anmelden. Alle übrigen Zuschriften sind zu richten an C. G. Binder, Meerane, Martinstraße 57 L. Meerane, 9. Mai 1871.' Das Central. Komitee. Iuternatiouale Gewerksgeuoffenschast der Schuhmacher uud verwandten Gewerkt. Die Mitgliedschaft Zürich zeigt an, daß Georg Schneider von jetzt au Bevollmäcktigter und Richard Kistner Kassirer ist. Erstcrer wohnt Kuttclgasse 5, letzterer Rennweg, beim Schuhmacher Heer. Da unsre College» daselbst die sogenannte Suppenkost abschaffen wollen, viele Meister sich aber nicht werden einve» standen erklären, so steht jedenfalls baldigst eine Arbeitseinstellung bevor, und warnen wir deshalb vor Zuzug. Für die Verwaltung: Aug. Schäfer, Gewandgäßchm 5. Internationale Gewerksgenoffenschast der Maurer, Zimmerer und verwandten GeWerke. Dresden. Der in Dir. 32 d. Bl. wiederholte Vorschlag unseres Freundes Jork in Haniburg: die Gründung einer„Gewerks-Nnion" betressend, veranlaßte den Ausschuß, den Gegenstand sowohl in der Ber- waltungsrathS-Sitzung als auch in der Hauptversammlung des Ber- eins zur Beschlußfassung zu bringen. Wie zu erwarten war, fand der- selbe um sc mehr Anklang, da sich dl». Verhältnisse seit einem Jahre ganz darnach gestaltet, eine engere Verbindung aller Gewerkschaften herbeizuwünschen, wenn die durch den Krieg allero rts hervorgegangenen Störungen im Fortschritte der einzelnen Mitgliedschaften nicht die nach- cheiligsten Folgen haben sollen. Dies erwägend, nahm denn auch die Versammlung am 2. Mai eine Resolution einstimmig an, welche nicht allein das Zustandekoinmcn der genannten Union befürwortete, sondern auch noch die größtmöglichste Unterstützung versprach, wenn, wie in Aussicht genommen, Dresden als Versammlungsort bestimmt werden sollte. Demzufolge glaubt der Ausschuß auch im Sinne der Ortsmit- gliedschaften zu handeln, wenn er die in unserm Aufruft(s. Nr. 34 d. Bl.) erwähnte statutenmäßige Generalversammlung so lange vertagt, bis eineStheils der Termin des Partei-Kongresses be- stimmt ist, anderntheils die der„Gewerks-Union" zustimmenden Genossen- schaften dazu vorbereitet sein werden, gemeinschaftlich ihre Versamm- jungen hierorts abzuhalten, wodurch auch für uns bedeutende Kassen- ersparnisse an Reisespesen gemacht würden. Wir fordern daher unlere Mitgliedschaften auf, etwaige Einwendungen gegen die Vertagung un- serer Generalversammlung schleunigst an den Unterzeichneten gelangen zu lassen. Desgleichen bitten wir auch, Zustimmungen zum Vork'schen Antrage entweder an die Redaktion des„Volksstaat" oder den Ausschuß zu sen- den; im Allgemeinen aber erneuern wir den Wunsch einer regeren Betheiligung aller Mitglieder an dem großen Vereinigungswerke. W. E. Müller, Vorsitzender, Feigengasse 4, pari. Internationale Gewerlschaft der Holzarbeiter. Alto»«. Reise-Legitimationen werden ausgefertigt: von Mittags 10 bis Abends 5 Uhr bei Angust Körner Hamburg, EiSkuhle Nr. 7. XL. Alle Briefe für die Gewerkschaft lind zu addressiren: Aug. Körner, Eiskuhle Nr. 7, Hamburg. Meerane, den 10. Mai. Erst gestern wieder wurde ein Ar:eiter bei Straff und Sohn, als er sein Stück voll harte, sofort entlassen, weil er für die Ztrikenden gesammelt, eigentlich aber wohl nur, weil er zum Komite gehört. Die Herren vom Kapital achten kein Gesetz, wenn es ihnen nicht paßt. Nur immer zu, jeder Gemaßregelti wird ein Sozialdemokrat! Der Strike in der Plüschfabrik von Hesse dauert hart- näckig fort. Diese Arbeiter, einige dreißig an der Zahl, sind sämmt- lich verheirathet, und hatten bei einer sehr schweren und anstrengenden Stuhlarbeit höchstens einen Durchschnittslohn von drei Thalern wöchentlich. Hilfe thut noth! Die Leute sind bitterböse aus ihren Werlsührer Götze zu sprechen. Sie glauben sammt und sonders, Herr Hesse hätte die 15 pCl. Lohnerhöhung sicher gewährt, wenn der Werk- führer in dieser Angelegenheit nicht Diplomat gewesen wäre. Der Stand der Dinge übrigens ist auch nicht sonderlich. Die Versammlungen des Komttc's der vereinigten Weber mit den Fabri- brikanten sind während der Leipziger Messe ins Stocken gcrathen, wer- den aber jetzt wieder aufgenommen. Wenn aber nicht bald ein gün- stiges Resultat erzielt wird, so dürsten schon in nächster Zeit viele Komitemitglieder die Verhandlung abbrechen und der„Volksstaat" hat sodann die Aufgabe, die edelsten der Herren Arbeitgeber der Reihe nach ausmarschiren zu lassen, voran den Sieger des Aprilstrikes, C. F. Schmieder und Co. rc. Hilssgelder wolle man gefälligst senden an C. Binder, Marlin- straße. Frunkcnberg, 11. Mai. Der sozial-demokratische Ver- ein ist hier glücklich zu Stande gekommen und zählt vorläufig 80 Mann. Es befinde» sich darunter nicht lediglich Arbeiter, sondern auch kleine Arbeitgeber und selbst völlig�unabhängige Männer, welche, von der Richtigkeit unseres Prinzips durchdrungen, sich der Bewegung angeschlossen haben. Der„Frankenberger Monitcur", der in jeder Stummer über unsere Freunde Bebel und Liebknecht in ächt biedermäil- nischer Weise herzieht, bricht in ein großes Lamento auS, daß jetzt sogar die„Fremden" aus Chemuitz und Leipzig nach Frankenberg kommen, um den Arbeitern die Milch der frommen Denkart in gährend Drachen- gist zu verwandeln. Das Gezeter des armen Lohnschreibers wirkt un- gemein erheiternd auf die Arbeiter und haben sie den„Mvnilcur" be- reits in„Frankenberger Kladderadatsch" umgetauft. Wir werden gele- gentlich noch aus dieses humoristische Organ zurückkommen. 1-. Berlin, d 3. Mai. Oie gegenseitige Besch du ng unserer Breslauer Parteigenossen veranlaßt uns im Hinblick auf unsere Befürchtung, daß diese Polemik sich nicht auf dein Gebiete der persön- lichen Reiberei lokalisircn, sondern in der Zerklüftung der dortigen Ar- beiter ihren Ausgangsplnikt finden dürft, als ehemalige Parteigenossen Breslau's ein Wort der Vermittlung Hierselbst einzulegen. Freunde und Parteigenossen Breslau's! Vergegenwärtigt Euch die Zeit des In«- lebentretens unserer Prinzipien in Breslau im Frühjahre 1863, wo wir Alle msgesammt 17, schreibe siebenzehn Mann zählten. Vergegen- wärtigt Euch die Versolglingen aller Art, des bald nach erwähnter Zeit, in Folge richterlichen Beschls, gänzlichen Brachliegens unserer Partei während eines halben Jahres und die schon iin Frühjahr 1869 ziemlich bedeutende Anzahl von Parteigenossen. Vergegenwärtigt Euch serner all' die Schläge, die unsere Gesamml-Partei während des ver- flossenen Krieges erlitten, und Angesichts alles dessen wollt Ihr nun durch unnatürliches, gegenseitiges Wundenschlagen zum Jubel unserer Gegner, insbesondere der dortigen„Morgen-Zeitung" die Breslauer Ar- beiter-Bcwegung Schifsbruch leiden lassen! Wir haben zu Euch zu viel Vertrauen, als daß in dieser Hinsicht nicht große Zweifel aussteigen würden. Die Bewegung hat in Folge des Krieges aller Orten gelitten, die Sozial- Demolralie hat aber keine Niederlage. Je mehr geschlagen, desto kühner erhebt sie immer wieder von Neuem ihr Haupt. Drum Freunde und Parteigenossen Breslau's! Jetzt, wo die Partei aller Orte» wieder mit neuem Muthe gestählt in die Arena de« Kämpft« eintritt, werft alle' persönlichen Streitigkeiten über Bord und schmückt Euch wieder mit den Palmen des Friedens und der Einttacht zum Trotze unserer Gegner. Mit sreundfchasttichem Gruß und Handschlag. _ H. Friedländer. Mar Kayscr. Adolf Ahr. Urtefkafte« der Erpedition: P. Sicgdurg: Das Verlangte sende Ihnen in 3-10 Tagen. C. V. Berlin: a Stck.'/, Gr. I. M. H. Mainz: Die NewhorkcrAdresse am Kops des Blattes wird Ihnen weitere zuführen. Par- teigenossen in Waldhcim: Durch E. 1 Thlr. 4 Gr. 5 Pf. f. die Fami- lien der Jnhaftirten und 10 Gr. freiw. Beitrag f. d.„Volksstaat" er- halten. S. Verden, K. Darmstadt: Das Gewünschte ging ab. K. Wald: In einigen Tagen. Neundorf: Desgl. Für den„Volksstaat" v. A. H. Wiesbaden 15 Gr. j Für Breslau. Sozial- demokratische Arbeiter-Partei. Montag den 15. Mai Abends 8 Uhr Versammlung im kleinen Saale des Hrn. Wiesner, Nikolaistraße. Tagesordnung:„Die Pariser Kommune," Vortrag von Hrn. Neisser. Alle Parteigenossen werden hierzu eingeladen. Gäste willkommen. I. A.: H. Oehme. Für Altona. Juternatioualer Gewertverein der Holzarbeiter. Versamm lung'am 13. d. M., Abends 8'/, Uhr.— Tagesordnung: Vortrag des Herrn A. Geid über Produktiv-Gcnossen- j schaften. Der Bevollmächtigte: Einsührung von.Gästen ist gestattet. Aug. Körner. Für Hamburg. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Versa m ml ung ani Montag, den 15. Mai, Abends 9 Uhr, bei Herrn Eberhahn, Zeughausmarkt 31. Tagesordnung: Norinalarbeitstag. Wochenbericht. Gaste haben Zutritt. August Geib. Um Miijverständnlsseu vorzubeugen, sei bemerkt, dag de»' vor Kurzem emgetreteiic Wechsel in der Person des lvcw Gericht)„vcraiitivvrtlichcn Nedakteilrs" Nichts an der btshe- rigen Thätigkelt Liebknechts ändert. Leipzig: Veranlw.Redakleur A. Hepiier(Redaltion: Pelers>leinn>««z13). Druck». Verlag: F. Thiele.> Expedition: Peiersftr 18).