M 63. Uonnavend, de«'5. August. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes ain Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraste 18, F.Thiele, Emilienstraße 2. AbonvementSprets: Für Preußen incl. Stempelsteuer IK Ngr., für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Agent sür London A. Duenstng Foreign Bookaeller, Libra- rian and Newsagent, 8. Little Newport Street, Lei- cester Square, W. C. Filialerpedition für die Verein Staaten: k'.�.Sorge, Box 101 Hoboken N. J. via Newyork Organ der sozial-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenolsenschasteii. Zum Kongreß. Die Telegirtcn, welche zum Kongreß kommen, werden gebeten, sich baldigst bei Knieling, Christian- straße 16 Dresden, wegen Beschaffung der Quartiere anzumelden.— Die Vorversammlung und die ge- schloffenen Sitzungen werden nicht, wie bisher be- stimmt war, in der„Konversation", sondern im „Münchnerhof" stattfinden. Wiederholt bemerken wir, daß in den Maudaten auch die Zahl der Parteigenossen, welche vertreten werden sollen, angegeben werden mutz. Tie Mandate, welche bereits auf das Datum des 15.— 18. Juli ansgestellt sind, haben selbstverständlich Gültigkeit sür das Datum des 12.— 15. Angnst. Die den Delegirten mitzugebenden Vollmachten müssen fol- genden Wortlaut haben: Vollmacht. Die am........ in........ versammelten Parteigenossen beauftragen Herrn........, die Partei- initgliedcr dieses Ortes, an Zahl... auf dem, am 12., 13., 14. und 15. August a. c. in Dresden stattfindenden Kon- greß der sozial-demokratischen Arbeiterpartei zu vertreten. ....., den...... 1871. ............ t unterzeichnen ist diese Vollmacht von dem für die Ver- nlung gewählten Bureau, mindestens von 3 Mitgliedern desselben. Sind entfernter vom Kongreßort gelegene Orte außer Stande, selbstständig einen Delegirten zu senden, so empfehlen wir gemeinschaftliche Wahl mehrerer Orte. Uebertragung der Mandate an Parteimitglieder ist gestattet. An die Parteigenossen. Es haben in letzter Zeit wieder einige Parteigenossen eine mehrmonatliche Haft antreten müssen, welche ihnen im Dienst für unsere Sache zuerkannt worden ist. Unsere Jnhaftirten sind sämmtlich mittellos und zum Theil verheirathet. Unser dringender Appel an die Parteigenossen wird daher hoffentlich nicht un- berücksichtigt bleiben, wenn wir ihnen mittheilen, daß der „Fonds für politisch Gemaßregelte" baldiger und reichlicher Zuflüsse bedarf, wenn wir unfern Verpflichtungen gegen die Gemaßregelten einigermaßen nachkommen sollen. Leipzig. Der provisorische Ausschuß. Politische Uebersicht. In Nancy, Bourges, Tours und Perigueux sind in den letzten 14 Tagen kurz hintereinander Palastbrände aus- gebrochen, deren Ursachen zum Theil noch nicht vollständig er- klärt, zum Theil Zufällen von Unvorsichtigkeit u. s. w. zuzuschreiben sind. Die Thatsache, daß bonapart ist ische Blätter, wie der „Jmpartial" in Nancy, in der letzten Zeit direkt zu Brand- stiftungen aufforderten, raubt der Bourgeoispresse das Ver- gnügen, ihre Verleumdung, die„Kommunisten" hätten das Museum in Nancy, die Bischofspaläste in Bourges und Tours und die Kathedrale in Perigueux angezündet, aufrecht zu er- halten und sie sieht sich daher gezwungen, langsam den Rück- zug anzutreten. Die Berliner„Volkszeitung" ist sogar bereits so gnädig, die Pariser Brände theilweise vom Conto der Kommunisten abzutragen, indem sie am 2. August schreibt: „Ueber die(sie) Brände in Paris schwebt noch immer ein Ge- heimniß und die Wahrheit wird wohl erst später be- könnt werden. Sind die wüthenden(!) Kommunisten wirklich allein die Anstifter oller dieser Feuersbrünste, welche so viele Paläste und öffentliche Gebäude zerstört haben? Wenn man sich auf dem Quai zwischen dem Palais Bourbon und dem Jnvalivenplatze aufstellt, so ist es sehr leicht, die Bresche zu erkennen, welche die Kugeln der Versailler gemacht haben. Die Bäume des Tuileriengartens und die Gitter desselben sind in einer bestiminten Richtung beschädigt und zerstört. Wenn, wie die Einwohner der Umgegend des Jnvaliden-Hotels behaupten, die Batterie, welche gegen das Finanzministerium feuerte, mit glühenden Kugeln geschossen hat, so ist der Brand leicht diesem Umstände zuzuschreiben."— Dank der Unfähigkeit(und wohl auch Vorschubleistung� des September-Finanzministers Magnin sind bei der Verpro- viantirung von Paris große Unterschleife gemacht worden, in welche unter Anderen zwei bouapartistische Abgeordnete, Nogent-Saint-L aurent und Planst, tief verwickelt �•®e»n fle dafür bestraft werden, so ist das ihre eigene • Warum waren sie so thöricht, einen geheimen -vieoftayt zu begehen! Erlaubt ist nur der offene: Herr Thiers hat dem Finanzministerium für seine diplomatischen Reifen durch Europa während der Belagerung von Paris 10,500 Frcs. berechnet, der September-Polizeipräfect Kera- try für die blofze Hin- und Rückfahrt zwischen Bordeaux und Madrid 20,000 Frcs. und der honigsüße Kultusminister Ju- les Simon für seine Reise von Paris nach Bordeaux und Cherbourg und von da zurück— nicht weniger als 21,500 Trochu und mit ihm noch einige Generale hatten vor Kurzem in der Nationalversammlung den Antrag gestellt, die ti onalgard e aufzulösen,— augenscheinlich als> Eigenmittel gegen eine etwaige Wiederkehr der von der PariJ ser föderirten Nationalgarde vollzogenen kommunalistischen Re- Volution. Die Armeeorganisations-Kommission scheint sich nun diesen Antrag zu Herzen genommen zu haben, denn sie hat die Bestimmung angenommen, daß außer der aktiven Armee und der Reserve kein bewaffnetes Korps mehr or- ganisirt werden darf. Damit wäre nickt nur das In- stitut der Nationalgarde beseitigt, sondern auch die Bildung von Franktireurs für die Zukunft untersagt. Man will nur noch„gedrillte" Soldaten wie in Preußen und hat sogar zu diesem Zwecke soeben das„Salutiren", welches in der fran- zösischen Armee bisher nicht gesetzlich war, anbefohlen. Zwar Militärs vom Offizier abwärts brauchen auch jetzt noch nicht salutirt zu werden, aber— und das erregt bei den fran- zösischen Soldaten hauptsächlich großen Sturm— die beut scheu Offiziere müssen gleicherweise wie die französischen ge- grüßt werden. Auch soll nach der neuen Militärorganisation den Sol- baten das Wahlrecht entzogen werden— gerade wie in Deutschland. Die von der betreffenden Kominission angenommenen„All gemeinen Bestimmungen" lauten nach dem„Siecke": Art. 1. Feder Franzose ist für seine Person zum Mili- tärdienst verpflichtet. Art. 2. Es gibt in der französischen Armee keine Geld- noch sonstige Werbe-Prämie. Art. 3. Von zwanzig bis vierzig Jahren kann jeder Franzose, der nicht zu jedem Militärdienst untauglich erklärt wird, nach Maßgabe des Gesetzes in die active Armee und in die Reserven berufen werden. Art. 4. Die Stellvertretung ist abgeschafft. Die Dispensirungen vom Dienste können in den von dem Gesetz vorgesehenen Grenzen, nicht aber als definitive Befreiung vom Dienste bewilligt werden. Art. 5. Die Militärs unter den Fahnen können in keinem Fall an einer Abstimmung Theil nehmen...Art. 6. Außer der activen Armee und den Reserven darf es kein organisirtes bewaffnetes Corps geben. Also im Wesentlichen das Preußische System: statt des wirklichen Volksheers, das jeden wehrfähigen Bürger enthält uns darum einen bürgerlichen, demokratischen Charakter trägt: die monarchische Fälschung des Bolksheeres— anstatt des „Volks in Waffen", das nur für sein eignes und wirkliches Interesse kämpft, und bloß Freiheits- und Vertheidigungskricge führt: eine mit einigen„Tropfen demokratischen Oels" ge- schmierte Maschine, die, nicht selbständig denkend, heut mor- det, morgen still steht, wie es der Maschinenmeister will. So wie die Einführung der Volkswehr in Frankreich den Frieden bedeutet hätte, so bedeutet die Eiuführung des Preu- ßischen Militärsystems den Krieg, die„Revanche".— Der Belagerungszustand in den 5 größten Städten Frankreichs(Paris, Lyon, Marseille, Bordeaux, Toulouse) dauert fort. Der Pariser Platzkommandant Lad mirault hatgeäußert, der Belagerungszustand sei nothwendig, weil er gestatte, den Offizieren die Vortheile einer höheren Löhnung zu- zuwenden.— lieber die barbarische Behandlung der gefangenen und noch gar nicht vom Gericht verurtheilten Pariser geht dem Krakauer„Kraj" Folgendes zu: In Cherbourg sind neun Pontonschiffe mit zur Deportation bestimmten Gefangenen gefüllt, die jeden Augenblick den Befehl zur Lichtung der Anker erwarten. Auf jedem dieser Schiffe befinden sich P o lenj die theils in Paris, theils in Versailles aus ihren Wohnungen weggeschleppt und zur Haft gebracht wurden. Ungeachtet auch nicht der geringste Verdacht auf ihnen lastet, so sind doch schon sieben Wochen vergangen, ohne daß sie einem Verhör unterworfen worden sind. Es ist das keine Kerkerhast mehr, sondern eine wahre Tortur. Man behandelt die Unglücklichen wie Vieh. Wäsche wird nicht verabreicht, die«chlasstätte ist der schinustigc Austboden, und die kärgliche Kost wird den Gefangenen wir Schweinen in kleinen Tröge» vorgesetzt. Da die Schisse in den oberen und unteren Räumen mit Gefangenen ganz gefüllt sind, so ist die Luft in hohem Grade verpestet und Krankheiten sind an der Tages- ordnung. Läßt sich unter den Gefangenen das leiseste Gemurmel vernehmen, so ist die Schildwache angewiesen, in den Sichtelt Haufen zu schieszen. Die Kommandanten, Sergeanten und Ma- rinesofdaten bedienen sich der gemeinsten Schimpfworte. Die auf den Schiffen herrschende Unreinlichkeit übersteigt alle Vorstellung. Als Ge- tränk zum Stillen des Durstes wird Essigwasser gereicht, das der Gesundheit schädlich ist. Die Gefangenen siechen unter den raffinirten Henkerqualen langsam hin, und ihr Leben wird, selbst im Falle ihrer Freilassung, kaum noch zu retten sein. Die täglich dringender wer- denden Vorstellungen oer Journale bezüglich dieser in den Pontons eingepferchten Gefangenen, über die man noch immer nicht zu Gericht gesessen hat, haben nur zu einer scheinbaren Beschleunigung der Gerichtsverhandlungen Anlaß gegeben. Man schickt zwar eine große Anzahl von Beamten nach den verschiedenen Häsen, wo sich die Auf- ständischen' der Kommune befinden. Dieselben sind beauftragt, die Gefangenen zu verhören, damit das gerichtliche Verfahren mit grö- ßerer Schnelligkeit vor sich gehen könne. Die Gefallgenen, gegen welche keine zu schweren Anklagen vorliegen, sollen, wie man vor- giebt, auch sofort in Freiheit gesetzt und ihren Familien wiederge- geben werden, aber in Wahrheit geschieht noch nichts Wescnt- lichcs, Niemand wird freigelassen und die Verhaftungen dauern »och immer fort. Man hört zwar nur dann davon, wenn z. B. wieder eine der in den letzten Tagen verhafteten Personen wählt- finnig geworden ist, wie Maler Chisflard. Seinen Vater, der ihn in Versailles besuchte, erkannte er nicht wieder. Man behauptet mit großer Bestimmtheit, er sei ganz unschuldig, und seine Verhaftung habe nur stattgehabt, weil er zimi Maler Conrbet in freundschaft- lichen Beziehungen gestanden habe. In Betreff des Verfahrens der Kriegsgerichte ist angeordnet worden, daß die Angeklagten, um den Riesenprozeß zu beschleunigen, haufenweise vorgenommen nnd ab- geurtheilt werden sollen. Man glaubt, daß die Arbeit der Kriegsgerichte in 6 bis 7 Wochen gethan sein wird. Von eigentlichem ge- richtlichem Verfahren kann dabei nicht die Rede sein. Man wird haufemveis die Gefangenen verurtheilen nnd dann dieselben erschießen oder nach Cayenne oder Neu-Caledonien schicken. In Toulon stehen mehrere Transportschiffe bereit, und die herzzerreißenden Scenen, welche man nach den Junitagen von 1848 sah, als die Massendeportation ausgeführt wurde, werden nunmehr unter der Herrschaft des Herrn Thiers wiederkehren. Viele Frauen haben verlangt, ihre Männer mit ihren Kindern in die Kolonie zu begleiten."— „Die Gefangenen in Cherbourg, Brest, Cleron und in den Forts auf der Insel Madame(schreibt ein Pariser Korrespondent) sind eine schwere Verlegenheit für die Regierung und eine arge Gefahr für den Gesundheitszustand(!) Frankreichs geworden. Die Stunde des Mitleids hat geschlagen, obgleich der Klang in Versailles nur zu lviderwilligen Ohren dringt. Die Regierung ist direkt gezwungen, Freilassungen in größerem Maßstabe vorzunehmen. Um dieser Zwangsmaßregel den An- schein einer gewissen Freiwilligkeit und ein etwas besseres Relief zu geben, hat Jules Simon die Mission erhalten, in den verschiedenen Depots den Entlassungen der von den Militär Gerichten als schuldlos Erkannten zu präsidiren. Ich zweifle sehr, ob eine Rede des Unterrichtsministers die Unglücklichen für die grausame Behandlung und die schrecklichen Qualen ent- schädigen wird, denen man sie unberechtigter Weise unterworfen hat. Die Advokaten der kommunalistischen Angeklagten erster Serie sind abermals auf brieflichem Wege davon verständigt worden, daß ein neuer Aufschub der Verhandlungen vor dem Kriegsgerichte nothwendig geworden sei, als dessen Ursache man imPublikumdie Verhaftung Chardon's, Arnold's und E udes' bezeichnen hört. Das mag glauben wer will, unsere persönliche Ueberzeugnug ist die, daß es Leute giebt, welche die Sache um jeden Preis in die Länge ziehen wollen." Also Humanität aus— Gesundheitsrücksichten! Das ist neu, aber nicht überraschend bei einer Regierung, deren Haupt- regiernngssorge nach ihrem gesellschaftsrettenden„Sieg" darin bestand, die auf ihren Befehl Gemordeten aus dem Weg zu schaffen, damit durch die massenhaft anfgeschichteten Leichen die Luft nicht verpestet und keine Epidemie erzeugt werde. Erst Regierung der nationalen Vertheidigung, dann Regierung des nationalen Verraths, dann Regierung dernationalenMordbrennerei, und schließlich Regierung der nationalen— Gesundheit.— Am 27. Juli wurden über 500 Gefangene vom Bahn- Hofe Moutparnasse nach Versailles transportirl und am 28.„wurden die Verhaftungen in verstärktein Maße fortgesetzt". Unter den zuletzt Eingebrachten befinden sich die 3 Nationalgardeoffiziere Vazhanet, Bräghilotte und Cretin.— Seinguerlet berichtet der„Frankfurter Zeitung", er kenne in der Rue Entrepol ein von 10 Familien bewohntes Haus, in dem sich augenblicklich nicht ein einziger erwachsene Mann befindet,— alle die dort wohnten sind todt oder verhaftet!— Und doch ist die Kommune nicht todt. Bei den letzten Gemeindewahlen in Paris(vorige Woche) sind mehrere Mitglieder oder hervorragende Anhänger der Kommune: Ra n c, Lockroy, Cantagrel, Clemenceau und Mottu ge- wähltworden, letzterer in nicht weniger alsdreiOuatieren.— Die in voriger Stummer gebrachte Notiz, daß im Ober- amt Heilbronn hilfsbedürftigen Landwehrmännern und Reservisten keine Beihilfe gewährt wird, falls sie„Fabrikarbeiter und Tagelöhner" sind, ist jetzt dahin zu ergänzen, daß diese Maßregel nicht der Willkür jener Lokal- oder Kreisbehörde ent- sprossen ist, sondern höheren Vorschriften ihren Ursprung ver- dankt. Als Beweis dafür kann man die von der ostpreußischen Provinzialkommission in ihrer neulichen Sitzung citirte„Vor- schrift der Regierung" betrachten, welche bestimmt, das auf die Provinz entfallende Geld„solle vorzugsweise an Ge- werbetreibende und kleine Besitzer gegeben werden, au Tagelöhner, Fabrikarbeiter, Gesellen und Be- amte in der Regel nicht." Eine Minorität in der Provinzial- kommission machte zwar den Versuch, diese Vorschrift zu ändern, drang aber nicht durch.— Immerhin aber bleibt den Schwaben das Verdienst, zum Ruhm der„deutschen Einheit" zuerst die Berliner„Borschrist" vollzogen zu haben.— Warum unsere Soldaten gehungert. Von der „ehrlichen" Bethätigung des Prozentpatriotismus auf Kosten der lebendigen„Wacht am Rhein" sprachen wir neulich und gaben, nach Preußischen Blättern, einige Exempel. Von der anderweitigen Bethätigung des Prozentpatriotismns, die selbst Hr. Braun(�-Wiesbaden) nicht unter die Kategorie„ehrlich" ivird bringen könne», erfahren wir u. A. aus der Berliner „Staatsbürgerzeitung" Folgendes: „Mau erzählt sich— so berichtet die„Staatsbürgerzeitung" an öffentlichen Orten von einer großartigen Unterschlag» ng, die bei dein Armee-Verpflegungs-Consortiicm in Nancy entdeckt ivor- den sein soll. An der Spitze dieses Consortiums stehen die Herren Salomon Lachmann aus Berlin und Simon Cohn aus Bres- lau, zwei Namen, die in Regierungskreisen des höchste» Vertrauens nnd in der ganzen kaufmännischen Welt eines makellosen Rufes(I) genießen. Die beiden Herren haben im Austrage der Regierung die ganzen Einkäufe an Proviant und Fourage für das in Frankreich stehende Occnpationsheer zu besorgen. Die Regierung zahlte ihnen aus Rechnungsvorlage das ausgelegte Geld zurück nnd vergütet ihnen kür ihre Miihewaltung pCt. Provision von der ganzen Umsatz- ,umme. Es stehen in Frankreich noch 500,000 Mann und 170, OOO Pferde. Um das riesige Werk der Verpflegung bewältigen zu können, unterhalten die Herren S. Lachmann und S. Cohn circa hundert Leute, die, auf die verschiedenen Etappen vertheilt, die Einkäufe be- sorgen helfen. Einer der jungen Leute, der in Nancy stationirt ist, der Sohn eines höchst respectablen Kaufmanns, sandte dieser Tage eine Summe von 10,000 Thalern als Ersparung per Brief nach Ber- liu Da der junge Mann täglich nur acht Thaler Spesen hatte, so Fortsetzung auf Seite 4. Die Religion der Sozial-Demokratie. Ein Cyttus von Kanzelreden von Dietzgen. (Schluß.) Die Essenz der Religion besteht darin, diejenige Erscheunmg des Natur- oder Menschenlebens, welche je nach Zeit und Umstän- den von eminenter Bedeutung ist, zu personifiziren, und im Glauben auf eine so hohe Säule zu stellen, daß sie über alle Zeit und Umstände hinwegsieht. Die religiöse ist eine auf den Kopf gestellte natürliche Wahrheit. Nicht Gott hat den Menschen, sondern immer und allzeit ha ben die Menschen nach ihrem Borbilde Götter erschaffen. Wenn irgend ein entlegenes, vernünftiges Geschlecht, vielleicht auf dem Monde oder sonstwo die Heiligen Bücher unserer Klerisei zu Ge- sicht bekommt, wird es daraus nichts von Gott und Himmel, wohl aber etwas vom Kulturzustande der Menschen erfahren die diese Dinge gemacht und beschrieben haben. Wie unsere Zeit so nahe daran ist, die Religion gänzlich aufzugeben, wird augenfällig an den vagen, im höchsten Grade konfusen Ideen, die sie über Gott und seine Eigenschaften hegt. Während von allen andern Dingen die Menschen nur darum wissen, daß sie sind, weil sie vorher wissen, wie und was sie sind, wollen sie vom Dasein ihrer göttlichen Persönlichkeit überzeugt sein ohne irgend zu wissen, welcher Art sie ist, ob menschlicher oder unmenschlicher Gestalt, ob klein oder groß, ob schwarz- oder blauäugig, ob Mann oder Weib. Weil die Gottes- gelehrten auf diese Fragen keine Antwort wissen, nennen sie sie materialistisch und unziemlich. Die Fortgeschrit tenen unter ihnen haben schon erkannt� daß das Wenige, was die Confratres von Gott wissen wollen, wenn sie ihn ge recht, gütig, weise, allmächtig u. s. w. nennen, daß alles das keine religiösen, sondern profane irdische Eigenschaften sind, die wir schon hier unten finden, ohne uns in den Himmel zu ver steigen. Solche Beschreibungen nennen die Gelehrten deshalb „anthropomorphistisch", d.h.�wo der Mensch die Gerech- tigkeit überschätzt, beschreibt er einen gerechten Gott, wo er aber für Rkenschenfleisch schwärmt, traktirt er auch seine Götter damit. Die fortschrittlichen Gottesgelehrten kennen das und wollen deshalb von einer detaillirten Beschreibung ihrer Heilig- thümer nichts wissen. Ist es nun aber nicht schmählich köpf- los, von Jemand wissen zu wollen, daß er ist, wenn ich zugleich eingestehen muß, gar nichts davon zu wissen, wo, wie und wel- cher Art er ist? Je weiter die Gotlesidee in der Entwicklung zurück ist, um so leibhaftiger ist sie, je moderner die Form der Religion, um so konfuser, um so erbärmlicher sind die religiösen Ideen. Die geschichtliche Entwicklung der Religion besteht in ihrer allmählichen Auflösung. Vorhin, geehrte Mitbürger, nannte ich die Religion ein Substitut der menschlichen Unwissenheit, d. h. sie füllt die Lücken unseres Wissens aus. Wo diese Lücken groß sind, hat auch die Religion einen großen Umfang. Unter barbarischen Ratio- nen steht die Handthierung der Gewerbe und des täglichen Lebens, die soziale, bürgerliche und politische Gesetzgebung, alles unter göttlicher Vorschrift. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bekümmert sich um die kleinsten Details, er sieht zu, wie oft man sich wäscht, ob das schwache oder starke Thier vorn oder hinten gespannt ist u. s. w. Ebenso spezifizirt ist die Religion der Chinesen. Die zivilisirten Nationen der Gegenwart über- lassen dem lieben Gott nur das, was zu erforschen ihnen bis her nicht gelungen, z. B- das Wettermachen, die Heilung ge- heimnißvoller Krankheiten, und dergleichen. Für einen aufge- klärten Forischrittsmann ist wahrhaftig der gebencdeite Name Gottes nichts weiter, wie das A, wie der Anfang im Alphabet seiner Weltanschauung. Einmal über den Anfang hinaus, geht die Welt ihren regelmäßigen Gang ungestört und von selbst. Alles in der Welt ist natürlich, nur der Anfang ist diesen un- christlichen Christen unnatürlich oder göttlich. Sie wollen deß- halb den Glanben an das Dasein Gottes nicht entbehren, ein Glaube, der nebenbei noch, wie vorhin dargethan ist, den guten Zweck hat, die ,, Ungebildeten� im Zaum zu halten. Das einzig Namhafte, was die Schein- Religion unserer fortschrittlichen Gegenwart noch mit dem Katechismus in Zusammenhang bringt ist die sogenannte„sittliche Weltordnung". Weil ihr jedoch die Ahnung dämmert, daß auch die Sittlichkeit auf gemeinen irdischen Füßen steht, ist diese Jdeenverbindung schon sehr lose und dämmerig geworden. Sobald man klar erkennt, daß das Sittliche nicht durch dw Aussprüche Gottes entstanden ist, son der», umgekehrt, nur das von Gottes Geboten verordnet wird, was vorher schon sittlich war; sobald man daran erkennt, daß die Sittlichkeit älter ist, als der Ewige, verliert der Kirchen- staat sein letztes Terrain. Werfen wir also einen Blick über das religiöse Leben der heidnischen Vergangenheit, wo Götter und Göllinnen an allen Ecken und Kanten, in jedem Baum uno Strauch lebten, werfen wir einen Blick auf die intensive Religiösiiät des ursprünglichen Christenthums mit seinen vielen Heiligen und Wundern, und vergleichen wir damit, wie weit von allen Fragen des Tages gegenwärtig die Religion zurück- gedrängt ist, dann muß der unbefangene Zuschauer mit dem Satz übereinstimmen, den ich nochmals wiederhole, daß der Fortschrill oder d ie Entwicklung der Religion wesentlich in ihrer Auflösung besteht. Allerdings ist das nur ein gewöhnlicher Verlauf der Welt. Der �Neugeborene tritt am erllen Tage seines Lebens den Weg nach dem Grabe an. Aber, geliebte Zuhöier! mehr soll ja auch nicht wider die Re- ligion gesagt sein, als eben nur, daß sie keine ewige, himmlische, sondern eine gemeine, vergängliche Weltangelegenheit ist. Die letzte, folglich kräftigste religiöse Stütze in sonst vor- urtheilssreien Köpfen ist die nicht zu verleugnende Zweck mäßig- keit der Natur oder des Wellalls. Wer wird die wunder- bare Ordnung der natürlichen Dinge, die Harmonie, Organi- sation oder Planmäßigkeit leugnen? Abgesehen von der zahllosen Zahl verbrauchler Detail-Bcispiele, abgesehen von den grünen, blauen oder bunlgefleckten Kuckukseiern, die nach Farbe und Größe jedesmal genau zu den verschiedenen Bogeleiern passen, denen sie der Kuckuk beischiebt, verräth sich auf Schritt und Tritt eine allgemeine Intelligenz, tvelche alles, was leibt und lebt, was kriecht und stiegt, Stoff, Thier oder Mensch nur als Theil, als zweckmäßiges organisches Glied des Ganzen verwendet. Die Entwicklung, die fortschreitende Organisirung nicht nur in der Natur- sondern auch in der Menschengeschichle anzuerkennen, ist eine spezielle Sache der Sozial-Demokratie. Ihre bessere Einsicht besteht gerade darin, das, was man sonst noch für stabil und ewig hält, Religion, Sitte und Eigenthum, nicht mehr als heilige Ausnahme, sondern als profane, entwicklungs- fähige und entwicklungsbedürftige Theile des Ganzen zu erkennen. Wie sollte sie dabei verkennen können, daß im Ganzen ein Höheres lebt, dem das Einzelne unterworfen ist? Doch zum Religiösen oder Mystischen dürfen wir deshalb nicht zurück- greifen. Die Erfahrung hat uns soweit gewitzigt, die Klippe zu kennen, an der bisheran der Verstand in seiner Bemühung um Wahrheit so manchmal gescheitert ist. Die Gelehrten be- nannten sie mit dem schwerfälligen Wort: Anthrvpomorphie. Es ist das die unkultivirte Manier, von der abzulassen so un- endlich schwer wird, nämlich, die äußere Welt mit dem Maß- stabe des eigenen Inneren zu messen. Weil der Mensch seine Zwecke mit Willen und Bewußtsein verfolgt, unterschiebt er auch der allgemeinen Zweckmäßigkeit der Natur ein Wesen nach seinem Ebenbilde, mit Bewußtsein und Willen. Wo die Freigeisterei schon zu groß ist, als daß man noch von einer persönlichen Gottheit reden möchte, kann man doch auf philosophische Mystik nicht verzichten, die von Willen und Vor- stellung der bewußtlosen Dinge, von der Philosophie des Un- bewußten fabelt. Es ist die Thatsache nicht zu leugnen, daß in der todten Materie der lebendige Trieb wohnt, sich zu organisiren, baß folglich die materielle Welt nicht todt, sondern lebendig ist. Von ihrem Willen und Zweck läßt sich vergleichsweise reden. Jedoch erwächst dieser allgemeinen Intelligenz erst im thierischen Instinkt eine beschränkte Klarheit, welche einen reinen Ausdruck wiederum erst in der menschlichen Hirnfunktion, in unserm Bewußtsein erlangt. So wenig es gestattet ist, die Dämme rung, wie viel Licht auch dabei sein mag, heller Tag zu nennen, so wenig verdient die außermenschliche Zweckmäßigkeit, Wille, Vorstellung oder Intelligenz der Natur diese Namen. Wenn ich vorhin, werthe Mitbürger, mir erlaubt habe, davon zu sprechen, so geschah es in der reinen Absicht, diese Ausdrucks- weise schließlich zu diskreditiren. Allerdings ist Vernunft in den natürlichen Dingen. Wie sollte sonst auf naürlichem Wege, ohne religiösen Beistand, der vernunftbegabte Mensch zur Welt kommen? Wer die Vernunft, welche Hebel aller Systematik und Zweckmäßigkeit ist, als Naturprodukt anerkennt, kann die systematische Zweckmäßigkeit der Natur nicht verkennen. Aber dennoch ist des Menschen Geist der einzige Geist. Weder die Vernunft in den Sternenläufen, noch die in den Kuckukseiern, noch der Verstand im Bau der Bienenzelle, oder der im Kopf der Ameisen oder Affen, sondern erst die höchste Porenz, erst das Bewußtsein, der Geist oder die Vernunft in der Form menschlicher Hirnfunktion verdient den Namen. UnserGeist ist das höchste Wesen. Nun aber fürchtet nicht, andächtige, d. h. aufmerksame Zuhörer, daß derselbe auf die hohe Säule einer religiösen Gottheit gesetzt sein soll. Hoch und niedrig bedeutet im Sinne der Wirklichkeit nur mehr oder minder organisirt. Je weniger selbstständig die Theile einer Sache sind, je mehr sie als Organe funklioniren, je inniger sie zu einem Ganzen drängen, je mannigfacher dieses mit Anderm kommunizirt, um so höher steht es in der natür- lichen Rangordnung. Unser Bewußtsein ist das allge- m eine Zentralorgan, das universelle Kommunikation s- mittel. Aber es ist, was es ist, nicht an und für sich, wie der liebe Gott, sondern es ist nach demokratischer Art nur in Kontakt, in Verbindung mit allen andern Dingen. Gelehrte k k Vogt hört man viel hin und her reden, was graduell und was total verschieden sei. Ob Menschen und Affen zwei wenig verschiedene Arten oder zwei ganz verschiedene Gattungen sind. Während dem hat die Logik, die Wissenschaft des Geistes längss entdeckt, daß es nurEineGattung, nämlich: weltliche Dinge gibt, alles Andere nur Arten sind. Bewußtes und Unbewußtes, Pflanzen und Thiere, Gutes und Böses, alle Ver- schiedenheit, alle Gegensätze der Welt, sind als mannigfaltige Formen desselben Wesens zu erkennen, die graduell in einander übergehen, sich im Kampfe ums Dasein beständig be- fehden, durch natürliche Zuchtwahl beständig sich erneuern und vervollkommnen. Aus dem Chaos ist die Welt zum geistbe- gabten Menschen fortgeschritten, der nun die erfreuliche Pflicht und Fähigkeit hat, den weiteren Fortschritt unserer Vergleichs- weise noch sehr chaotischen Welt dadurch zu poussiren, daß er ihre Kräfte studirt und organisirt. In der unbewußten Ausführung dieses Berufs wurden die epochemachenden Instanzen, die Katze des Aegypters, der Hund des Persers, das Gesetz des Juden, die Menschlichkeit des Christen u. s. w., mit religiösem Gefühl angestaunt. Wo sich der Mensch seiner Aufgabe bewußt wird, wo er sich als den absoluten Organisator erkennt, tritt an Stelle der Re- ligion die antireligiöse Sozial-Demokratie. Ein Urtheil über die Arbeiterbewegung. In einem Augenblick, wo nahezu die gesammte Presse sich unausgesetzt in Verläumdungen und Denunziationen gegen die Arbeilerbestrebungen ergeht, wo die Angstmeierei in den Spalten aller„liberalen" Zeitungen spukt, und die Polizei- und Staats- gewalt direkt und indirekt zum Einschreilen aufgefordert wird, ick es interessant, ein Urtheil über die Arbeiterbewegung zum Abdruck zu bringen, das vor einiger Zeit in der konservativen „Leipziger Zeitung" enthalten war. In Nr. 92 der wissen- schaftlichen Beilage des genannten Blattes vom 17. November 1870 steht ein Kritik über das neueste national- ökonomische Werk des ehemaligen Professors und jetzigen östreichischen Hau- delsministers Dr. Schäffle, betitelt:„Kapitalismus und ozialismus, mit besonderer Rücksicht auf Geschäfts- und Ver- mögenssormen. Tübingen 1870." Gleich zu Anfang des Aufsatzes wird der Arbeiterbewegung in folgender Weise gedacht: „So sehr auch die großen Kriegsercignisse und die dadurch veranlaßten neuen deutschen Verfassungsprojekte einstweilen das ganze öffentliche Interesse in Anspruch nehmen, und dagegen die ozialen Fragen in den Hintergrund treten mögen, um so ge- wisser und um so nachdrücklicher werden diese Fragen nach dem Frieden hervortreten. Denn trolz aller Siege bleibt eine qrotzc Einbutze in dem allgemeinen Wohlstande un- vermeidlich, nnd die Rückwirkung davon fällt aus die arbeitenden Klaffen, die sich also nach dem Frieden zunächst wohl in einer ungünstigeren Lage befinden werden als vor dem Kriege. Daun aber werden sie nicht vergessen, da» sie doch selbst das grötzte Kon- tingent zu den Armeen stellen mutzten, und wie fie für das Vaterland gekämpft, so werden sie dann auch für ihre eigenen Interessen aufzutreten gewillt sein. Das allgemeine Stimmrecht, nebst der Vereins- und Koalitions- freiheit, giebt ihnen dazu die wirksamsten Waffen. Wer darf wähnen, sie würden diese Waffen unbenutzt lassen? Im Ge? gentheil, man wird auf eine Arbeiterbewegung gefatzt sein müffen, wogegen die Vorgänge der letzten Jahre nur als ein schwacher Anfang erscheinen dürften. Zwar äutzeren Frieden werden wir dann haben, aber keine innere Befriedigung, denn auf die nationalen Kämpfe werden soziale Klaffeukämpfe folgen. „Man darf sagen, das ganze zivilisirte Europa steht vor dieser Perspektive. Auch sehen wir ja vor unseren Augen, wie die Arbeitervereine ihre Netze weben, die allmählich den ganzen Kontinent umsp.rnnen sollen, und wozu sie schon so manch: Stützpunkte gewonnen haben. Wie ein Berhängniß ziehen diese Kämpfe, aus dem Schooße dermodernen Entwicklung ge- boren, über unsere Tage herauf. Wir werden ihnen nicht entgehen, denn die einmal angefachten Leidenschaften, welche sich an die heftigsten Begierden, wie an die dringendsten Bedürfnisse der menschlichen Natur anschließen und durch die grellen Kontraste von Arm und Reich, welche unsere Gesellschaft unleug- bar darbietet, immer neu aufgestachelt werden, sind zu ge- waltig, als daß sie nicht zu Konflikten führen sollten, und sie treten mit einem solchen Massengewicht auf, daß polizeiliche Beschwichtigungsmittel sich sehr bald ohnmächtig erweisen dürften. Können wir also den Kämpfen nicht entgehen, so ist das Einzige, was hier zuthun übrig bleibt, daß wir siedurch frühzeitige und zweck- mjäßige Reformen möglichst zu mildern suchen. Und dazu wird neben der praktischen Energie das unverläßlichste Er- forderniß die theorethische Aufklärung nöthig sein." So weit die„Leipziger Zeitung". Wir empfehlen den Aufsatz des Königlich Sächsischen Regierungsorgans ganz speziell den Königlich Sächsi- schen Staatsanwälten, welche höchst nützliche Belehrung darin finden werden. Der fragliche Artikel liefert einen neuen Beweis dafür, daß die konservative Partei sehr wohl die Bedeutung und die Berechtigung der Arbeiterbewegung zu würdigen weiß. Sie weiß, daß die Bewegung nicht das Produkt einiger„Wühler", nicht die Folge der„Hetzereien" von Individuen ist, die„per- sönlicher Vortheile" willen die„Bewegung hervorrufen" und aus egoistischen Motiven die Arbeiter mit ihrer Lage unzufrie- den machen. Die Arbeiterbewegung ist das natürliche Produkt „der grellen Kontraste zwischen Arm und Reich, welche unsere Gesellschaft unleugbar darbietet", und sie wird erst verschwinden, wenn diese Kontraste verschwunden sind. Nicht einen Tag früher, darüber täusche sich Niemand. Unsere Bourgeoisie und ihre Presse begreift das freilich nicht, will wenigstens es nicht begreifen. Sie betrachtet die Forderung der Arbeiter als rei- nen„Uebermuth" und der„Skandalsucht" entsprungen, und da ihr eigenstes Interesse darunter schweren Schaden leidet, muß der Polizeidiener, nölhigenfalls der Staatsanwalt herbei, um die widerspenstigen Arbeiter zur Raison zu bringen. Die konser- vative, d. h. die Regierungspartei aber, weit entfernt, ihre bessere Einsicht zu benutzen, um Abhülfe zu schaffen, ergreift im Gegentheil mit Wollust die ihr von der Bourgeoisie zuge- muthete Kncchtungsrolle, um sich selber im Sattel zu befestigen. Der Prozeß gegen Liebknecht, Bebel und Hepner ist cnd- lich um einen Schritt weiter gerückt. Donnerstag Nachmittag wurden die drei Genannten au Gerichtsstelle citirt und ihnen ein langes Aktenstück vorgelesen,*worin der Staatsanwalt seinen Antrag auf Jnanklagestelluug wegen Vorbereitungzum Hoch- verrath zu begründen versucht. Gegen Liebknecht wird außer- dem die Anklage auf Beleidigung des deutschen Kaisers gerichtet, verschiedener Preßanklagen gegen Liebknecht und Hepner nicht zu gedenken. Die Angeklagten, aufgefordert, ihre Vertheidiger zu benennen, nannten die Herren Advokat Frey tag in Leipzig und Advokat Freytag in Plauen i. V. Elfterer wird die Vertheidigung Liebknechts und Hcpners, letzterer die Bebels übernehmen. Es versteht sich übrigens von selbst, daß, wenn der Prozeß zur Verhandlung kommt, die Angeklagten, ebenfalls mit dem um- fänglichsten Material ausgestattet, ihre Vertheidigung mit aller Energie führen, und die Prinzipien der Sozialdemokratie auf das Entschiedenste und nach allen Richtungen hin vertreten werden. Die Anklage verbreitet sich über die gesammte Arbeiter- bewegung der letzten 10 Jahre, wie sie sich in Deutschland, der Schweiz und in der Thätigkeit der Internationalen Arbeiter- Assoziation offenbart hat. Die Pariser Kommune spielt gleich- falls ihre Rolle in dem Prozeß, so daß derselbe bei der Reich- haltigkeit des zur Verhandlung kommenden Materials an Dauer den Wiener Arbeiterprozeß, trotz der geringeren Zahl der An- geklagten, übertreffen dürfte. Der Gang des Prozesses wird folgender sein. Der An- klagesenat des hiesigen Bezirksgerichts hat zunächst zu entscheiden, ob dem Antrag des StaatsanwaltsStatt gegeben werden soll. Hier- bei dürfte es sich wesentlich um die Frage handeln, ob das vorhandene Anklagematerial so belastender Natur ist, daß sich eine Anklage auf„Vorbereitung zum Hochverrath" rechtfertigt. Bekanntlich hat der Anklagesenat des Obergerichts zu Wolfen- büttel in dem Prozeß gegen Bracke, Bonhorst, Spier und Ge- nossen den Antrag des Staatsanwalts zu Braunschweig wegen mangelnden Belastungsmaterials verworfen, und ist darum der Prozeß wegen„Vorbereitung zum Hochverrath" gegen die Ge- nannten dort unmöglich geworden. Das Anklagematerial gegen die Braunschweiger Parteige- genoffen war genau dasselbe, welches gegen die Leipziger Angeklagten vorliegt. Tritt der Anklagesenat zu Leipzig der Auffassung des Wolfenbüttler Gerichtshofes bei, so fällt die Anklage des Staatsanwalts zu Boden. Im umgekehrten Fall, werden die Leipziger Angeklagten die Nichtigkeitsbeschwerde gegen die Entscheidung des Antlagesenats erhoben, und das Ober- appellationsgpricht zu Dresden hat alsdann zu entscheiden. Entscheidet es zu Ungunsten der Angeklagten, so kommt der Prozeß wahrscheinlich im September vor die Geschwornen. Die Angeklagten haben natürlich ein Interesse, die Entscheidung möglichst bald herbeigeführt zu schen. Die liebe Unsch uld! Anläßlich der vor Kurzem ent- deckten Unterschleife des„Zeugen Hentze," veröffentlichte die Berliner„Volkszeitung" eine Zleihe von Artikeln über die ' frühere Thätigkeit dieses Gesellschaftsretlers, die, trotz mancherlei Lücken und Vertuschungen doch recht grelle Schlaglichter ans die preußische Reaktionswirthschaft werfen, und an„maßgebcn- der Stelle" gewiß einen sehr unangenehmen und vielleicht heil- samen Eindruck gemacht haben würden, wmin die Berliner „Volkszeitung" nicht, acht fortschrittlich, ihrem Angriff am Schluß der Artikel freiwillig die Spitze abgebrochen und, hier- mit nicht zufrieden, ihn sogar in ein Vertrauensvotum für die jetzige Regierung verwandelt hätte. Dies Kunststück ist ihr mit Hülfe eines zwei Drittel Zeilen langen Sätz- chens gelungen:„Die traurige Zeit liegt hinter uns." Bios sechs Worte, aber genug, um die fünf vorhergehenden, doppelspaltigen Leitartikel jedes polemischen Gifttropfens zu entzieheu, und harmlose historische Reminiszenzen daraus zu machen, die durch den Contrast einen rosigen Schein über die Gegenwart gießen.„Gott sei Dank! Die traurige Zeit liegt hinter uns!" ruft der gläubige Volkszeitungsleser, nachdem er durch die fünf Doppelspalten patriotischen Schmutzes hindurch- gewatet, vergnügt wieder aufathmend, ans, und neben dem schwarzen Engel Manteuffel erhebt sich in schimmernder Gloüe der weiße Engel Bismarck!-- „Die traurige Zeit liegt hinter uns!" Träumen wir, oder wachen wir? Ist es möglich, daß das in der Berliner„Volkszeitung" steht? In derselben Berliner„Volkszeitung," die vor 12 Iah- rcn bei Beginn der„Neuen Aera" eine ähnliche Reihe von Artikeln, wie jetzt über Hentze, nur dem Gegenstand angecnes- sen, weit schärfer— über den Hrn. Geheimerath Stieb er brachte? Weiß die„Volkszeitung" denn nicht, daß dieser Herr Stieber, den sie, wie aus jenen Artikeln ersichtlich, genau ksnnt, noch am Leben ist? Weiß die„Volkszeitung" denn nicht, daß dieser Herr Stieber, dessen untergeordnetes Werkzeug der Zeuge Hentze war, nicht bloß noch am Leben ist, sondern auch in Amt und Würden? Weiß die „Volkszeitung" denn nicht, daß dieser Hr. Stieber heute sozut wie in den SOer-Jahrcn der geheimen Polizei in Preußen und Deutschland vorsteht? Weiß die„Volkszeitung" denn nicht, daß dieser Herr Stieber im„Neuen Reich" noch eine weit ein- stußreichere Rolle spielt, als in der alten Manteuffel'schen Zeit? Daß er der Vertraute des Kaiser-Königs � ist, und denselben auf Reisen zu begleiten pflegt? Daß er im letzten Krieg neben der Leitung des Spionendiensts und der Presse(zwei untren«- bare Funktionen) die ganze Civilverwaltung der okkupirten Landstriche unter sich hatte, und daS Amt eines Präfekten be- kleidete? Daß er an„Macht" mit Bismarck wetteifern kann, und so wie kein Andrer, die Seele des„Neuen Reichs" bildet, von dem er mit vollem Recht sagen kann: L'&at c est moil Der Staat bin ich? Weiß die„Volkszeitung" das Alles nicht? Und weiß die„Volkszeitung" denn ferner nicht, daß so etwas wie eine„Demagogenhetze" jetzt vor sich geht, und daß auch an„Bubenstücken"(Briefstiebereien, Fabrikation und Zu- sendung von kompromittirenden Briefen) und Agents provoka- leurs(Löwenthal und Consorten) kein Mangel ist, von welch I letztern der Eine oder Andere nach alter„frommer Sitte" so- gar ungenirt an der offiziösen Presse beschäftigt wird, bis er ' �ls„Zeuge" produzirt werden kann? Weiß die„Volkszeitung" f denn nicht, daß die„Demagogenhetze", die jetzt vor sich geht, �ine weit ausgedehntere ist, mit ungleich größeren Mitteln be- trieben wird, als die unter Manteuffel,— daß zum Epempel fämmtliche vom Berliner Preßbureau beherrschte Zeitungen, d. h. neunzehn Zwanzigstel aller in Deutschland erschei- «enden Blätter als Stieber'sche Wildtreiber dabei mithelfen— ein Ehrenamt, gegen das sich unsere Presse vor 20 Jahren aus altväterischen Gcwisscnsskrupeln noch sträubte? Freilich:„Die traurige Zeit liegt hinter uns." ! Weiß die„Bolkszeitung" wirklich nichts von dieser neuesten ; Demagogenhetze? Und sie hilft doch selber ein Bischen mit— die liebe Unschuld!*) Arbeiter-Angelegenheiten. Barmen, 30. Juli. Die Bewegung im Wupperthal geht eben in hohen Wogen. Bandwirker, Ricmendreher Metallarbeiter dringen sämmtlich auf Lohnerhöhung und > kürzere Arbeitszeit. Fast jeden Abend finden Versamm- | mngen statt, in denen die Forderungen der Arbeiter besprochen werden. Die Fabrikanten benehmen sich den Forderungen gegenüber sehr feindselig, sie wollen sie schlechterdings nicht dewilligen. Die Riemendrehermeister haben sich den Fabrikanten an- geschlossen und erklären in der„Barmer Zeitung", daß sie 1) sich nicht mit einer Strike-Kommission in Untcrhand- lungen einlassen werden; ti) keine Arbeiter annehmen wollen ohne Zeugniß; <>) daß keiner der Unterzeichneten einen Arbeiter an- nehmen wird, welcher sich bei einer Arbeitsein- stellung in einer hiesigen Riemendrehcrei betheiligt hat. . Das Auftreten der Meister und Fabrikanten arbeitet em Sozialismus immer mehr in die Hände. Barmen, 2. August. Es striken augenblicklich die Band- trker in 2 Fabriken und sämmtliche Metallarbeiter. . Der Vorsteher der Telegraphenstation, Herr Schmitz hier, 2 Depeschen, an den„Volksstaat" und den„Sozial-De- lick 3' bie brave„Volkszeitung", nachdem sie neu- unimi�nn Lfc"!*""tgetheilte Denunziationsnotizchen, betreffend finl? ongtep, gebracht hatte, der„Magdeburger Zeitung" folgende respondmz des annerionslustigen Leonhardt nach: ne»�i?�-> Sozialdemokraten(Fraktion Bebel) habe» ihren Kongreß soll««( k>en 12 und 13. August ai, gekündigt; Abhaltungsort othn-l'V l61"" s.'o äC,eiVueu werden uner Anderm in der Tages- ÄliL®*et-"st was zu scr Annahme ha?«'�ehörve deusclbc» gestattet wt. das WcichbtlS der Stadt Leipzig verlassen zu können." unserm Bedauern munm wlr der„Volkszeituna" eröffnen, daß wirklich zu fallchen Hoffnungen hat„verleiten" lassen; wn„...L°'pziger Richter ftehen noch nicht auf der Höhe der„Volkszei- sow.p(Anschauung, und haben den zivei genannten Hochverräthern, Nack Dritten im Bund, Hepner, die Erlaubniß, zum Kongreß aidn'ii ,f?t>e>i zu gehen, ohne Bedenken gegeben.„Nur in Berlin W Achter", wird die„Volkszeitung" murmeln. mokrat", in welchen wir vor Zuzug von Metallarbeitern ge- warnt, zurückgewiesen! Es wird also hierdurch vor Zuzug gewarnt. Das schroffe Vorgehen der hiesigen Fabrikanten und Nie- mendrehermeister, dazu noch die Weigerung der Telegraphisten, schärfen die Klassengegensätze selbstverständlich ganz bedeutend. Täglich finden große Volksversammlungen statt, in welchen sich das Klassenbewußtsein der Arbeiter documentirt. Die Ma- schinenfabrikanten haben sich zum Theil schon gründlich bla- mirt, da sie nicht den Muth gehabt haben, die beifolgende Drohung(siehe die unten folgende Erklärung) auszuführen*), als die Arbeiter von W e v e r u. Co. mit dem Strike bcgan- neu. Im Gegentheil; die Arbeiter verschiedener anderer grö- ßerer Fabriken haben sich den Wever'schen angeschloffen. In 6 Fabriken haben die Fabrikanten gekündigt, so daß der Strike der Metallarbeiter allgemein ist. Die betreffende„Erklärung" lautet: Da die hiesige» Metallarbeiter: Schlosser, Dreher, Hobeler, Schmiede, Former sc. eine Arbeitseinstellung beabsichtigen und bereits an einen der Unterzeichneten Forderungen gestellt haben, welche nicht bewilligt werden können,(!) so sind die Unterzeichneten übereingekommen, daß bei einer Arbeitseinstellung in einer Fabrik oder in einer Werkstatt eines der Unterzeichneten allen auch den von den Anderen beschäftigten Ar- beitern gekündigt werden soll. Barmen, den 28. Juli 1871. A. Wever u. Co. F. W. Köttgen. Birker u. Koch. Rittershaus u. Blecher. Bergerhoff u. Hilgers. Ed. Wchöneweiß. Fr. Römer. Carl Kressin. Peter Hieber. C. W. Heckmann jr. August Her- zog. Fr. Müntmann. W. Reising. Hülsberg n. Rüth. G. Langensiepe. Obigen Beschlüssen sind ferner beigetreten: PH. Neust. Gust. Kellner. Gebrüder Kramer. W. Hedtmann(Lan- gerfeld). I. P. Buchen. Carl Jaeger. Robert Müller. Carl Beckers. Peter Schmitz. W. Strnnck. Herm. Dickerhoss, Robert Piepenbrink. Fr. W. Nieland. Königsberg. Die hiesigen Schnhmachsrgesellen erlassen fol- genden Aufruf an alle Schuhmacher Deutschlands. Die traurige Lage, in welcher sich die Arbeiter unseres GewerkeS befinden, hatte uns bereits vor mehreren Wochen veranlaßt, unser» Ar- bcitgebern gegenüber den Wunsch nach einer Erhöhung des Lohnes anszusprecheu. Dieser unser Versuch hat jedoch leider keinen Erfolg ge- habt, obwohl von den Arbeitgebern die drückenden Verhältnisse, in de- neu wir uns befinden, anerkannt werden mußten. Die in unserm Eir- kular an die Arbeitgeber aufgestellte Berechnung, wonach das Durch- schnitts-Einkommen eines tüchtigen Arbeiters sich auf jährlich 120 Thalcr erstreckt, hat, obwohl sie in sämmllichen hiesige» Blättern veröffentlicht war, nirgends eine Widerlegung gefunden. Unsere Forderung, unfern Lohn um 2b0/0 zu erhöhen, wodurch daS DurchschnitlS-Einkonimen sich von 120 zu 150 Thaler ausbessern würde, war gewiß eine bescheidene, um so mehr, wenn man die theuern Verhältnisse einer großen Stadt berücksichtigt. Solche Zustände, wie die hier bestehenden, sind keine men- schenwiirdigen, ja überhaupt unerträglich, und wir würden unser Elend verdienen, wollten wir nicht mit allen Kräften dagegen ankämpfen. Wir haben eine gerechte Forderung gegenüber dem böswilligen Eigen- nutz der Arbeitgeber durchzusetzen, und sind nach Ausbietung aller gut- lichen Mittel zu dem äußersten geschritten, indem wir, bisher 200 an der Zahl, die Arbeit auf so lange eingestellt haben, bis unsere Forderung ersüllt ist. Brüder, es ist eine gemeinsame Sache, die wir vertreten; gelingt es an einem Orte, den Lohn zu verbessern, so kann die Rückwirkung ans die andern Plätze auch nicht ausbleiben; unterliegen wir hier, so werden auch die anderwärtigen Bersnchc schwerer Erfolg haben. Unsere Ber- liner Brüder haben ihren Strike glücklich durchgeführt, wir sind ihnen nachgefolgt und unser Erfolg wird auch für die andern Städte ein er- munterndes Beispiel sein. Um aber z» siegen, bedürfen wir Eurer Hülfe, und diese thut schleunigst Roth. Wir richten an Euch daher die brüder- liche Bitte, Sammlungen für uns zu veranstalten. Das Geld, das J.w uns sendet, ist gleichsam ein Darlehn, denn wir werden gewiß nicht zurückstehen, wenn Ihr in gleicher Lage unserer Hülfe bedürft. Sodann wendet Euer Bestreben darauf, während unseres Strikes jeden fremden Zuzug abzuhalten und die von uns zuziehenden Genossen srcundtichst zu unterstützen. Noch lebt im Handwerkerstand das Gefühl der Gemeinsamkeit, und nur im Vertrauen yierauf konnten wir in unserer Armulh den Kamps ausnehme» gegen den Druck unserer Arbeitgeber. Laßt unser Vertrauen nicht zu Schanden werden. Unsere Sache ist auch die Eure, zeigen wir, daß auch wir mannhaft verbrüdert sind: Einer für Alle und Alle für Einen! Die Äönigsberger Schnhmachcrgesellenschast. Gelder und Briefe bitten wir an unser Vereinsburean zu senden unter der Adresse: Herrn A. Döring, Königsberg i. P., I. Fließstraße 1. Hanau. Nachstehendes Circulair ist von hiesigen Cigarren- Fabrikanten in die Welt geschickt worden. .,1' P. „Unter der Leitung eines sozialistischen Central-Komitees ist hier und in der Umgegend bereits seit 3 Wochen ein Strike der Cigarren- arbeiter ins Leben getreten, ver, ohne Rücksicht ans die lokalen geschäft- lichen Verhältnisse und unter Nichtachtung aller industriellen Conse- quenzen und volkswirthschaftlichenErfahrunsten(I) zunäch st ausErpressungsi) höherer Löhne abzielt und ein Feld wühlerischer Agitationen und sozialistischer Aufreizungen gegen die Arbeitgeber geworden ist. Die be- liebten Redewendungen und Schlagwöter der Agitatoren, durch welche die Arbeitgeber als„die Raubritter der Neuzeit" und als die privile- girte Klasse geschildert werden, welche„unter der Macht des Kapitals vom erpreßten Schweiß der Arbeiter Paläste baut," ferner der durch eine disciplinirte Organisation von Seiten des Komitees ausgeübte Zwang und Druck haben selbst die ruhigen und zufriedenen Arbeiter mit ins Schlepptau genommen und alle Mittel trügerischer Vorspiege- lungen und falscher Nachrichten über das angebliche Gelingen der durch den Strike geübten Pression werden zur Anwendung gebracht, um die Arbeiter zum Ausharren in ihre»» Schaden bringenden Verhalten auf- zumuntern und den Strike auch anderwärts zu einer größeren Aus- dehuung zu bringen. Es wird daber auch für die auswärtigen In- dustriellen von Interesse sein, nancenllich den zur Aufmunterung der strikenden Arbeiter absichtlich ausgesprengten falschen Gerüchten gegenüber� über den hiesigen Stand dieser Angelegenheit zuverlässige Nach- richten zu erhalten und theilen wir Ihnen daher mit, daß keiner der hiesigen Fabrikanten den gestellten Anforderungen nachgegeben hat, in der richtigen Erkeuntniß, daß unter allen Verhältnissen das Gelingen, resp. der Erfolg eines Strikes den Fabrikanten unter die Diktatur eines allen voifswirchschastlichni Theorien Hohn sprechenden Central- Komites bringen würde und daß ferner sämmiliche hiesige Fabrikanten sich gegenseitig verpflichtet haben, sowohl während, als auch entsprechender Zeit nach dem Strike keinen Arbeiter einer anderen Fabrik aufzuneh- men, gleichviel ob derselbe Cigarrenroller, Wickelmachcr oder Sortirer ist.— Alle Versuche von Seiten der Arbeiter, durch stellenweises Fort- arbeilen zu den allen Lohnsätzen, Eifersucht oder Uneinigkeit unter den Arbeitgebern hervorzurufen, vermochten nicht an den vorerwähnten Grundsätzen und den streng gehaltene» Vereinbarungen der hiesigen Fabrikanten irgend welche Aenderutgen zu bewirken oder dieselben in der Geduld zu beirren, mit welcher sie einer besseren Erkcnntniß ber Arbeiter über ihr beide Theile schädigendes Verhallen entgegenharre».— „Da es Angesichts der in ganz Deutschland ausgebreiteten Orga- nisation der Arbeiter auch für die Arbeitgeber geboten erscheint, unter sich in Beziehung zu treten, so werden wir Mitcheilrnigen Ihrerseits gerne entgegennehmen. Hanau, den 24. Juli 1871. Deibel& Groß. A. Dörr& Cie. Hamburger& Weinrank. Hartmann& Cie. Hengsberger& Grobe. P. G. Hoße W. Ist indessen doch geschehen. D. Red. Kehl& Gustine. Gebr. Loßberger. Heinr. Oldenkou& Cie. M. Rothfeldt. I. N. Schmidt. F. L. Vollbracht': Nachfolger. „KB. GegenwärtigeZuschrift bittenjwir in geeignetenKreisenzuverdreiten." Vorstehendes Aktenstück zeigt so recht dentlicb die Gcistesv erwand- schaft deutscher Fabrikanten mit ehemaligen Sklavenhaltern des Südens. E. B. Richter. Berlin. DieArbeitseinstellnng derMaurer ist seit. Mon- tag ganz allgemein geworden und es wird auch bei denjenigen Meistern, die bereits dre Forderungen bewilligt hatten, gefeiert. Es geschieht dies infolge der am Sonntag Vormittag im Wolter'schen Lokale(Kottbuserstraße) stattgehabten Generalversammlung der Maurer von Berlin und Umgegend, in welcher nachstehende Resolutionen fast einstimmig angenommen wurden:„In Erwägung, daß wir, wenn der Norrnalarbeitstag von den Meistern im Prinzip anerkannt wird, unsererseits zu Konzessionen gern bereit sind; in Erwägung serner, daß die von den Meistern beabsichtigte Neuerung der Stundenlöhnnng die Quelle unamhörlicher Zwistiockeiten werden und nicht eine Berb-sse- rung, sondern eine wesentliche Berschlechtenmg der Lage der Arbeiter herbeiführen würde; in weiterer Erkenntniß und Erwägung, daß gerade diejenigen, welche die größten und dringendsten Bauten haben, unsere Forderungen zugestanden, während in den Meisterversammlungen größ- tentheils solche Meister vertreten sind, welche gegenwärtig wenig oder gar keine Bauten haben, und deshalb wenig oder gar keine Gesellen beschäftigen; in Erwägung endlich, daß es deshalb nolhwcndig ist, in den Meistervcrsammlnngeii die Zahl derjenigen zu verstärken, welche zu einer Verständigung mit den Gesellen geneigt sind, beschließt die Versammlung: 1) vom Montag, den 31. Juli ab, wird aus allen Ar- beitsstelle» und bei allen Meistern ohne Unterschied die Arbeit eingestellt; 2) es werden Delegitte ernannt, welch« sich mit dem Meister- Komitee in Verbindung zu setzen und ein Verständniß anzubahnen haben; 3) an alle diejenigen Meister, welche das Formular des Strike- Komitees unterzeichnet haben, sollen Sendschreiben gerichtet werden, in denen unter dankbarer Anerkennung ihres Entgegenkommens die Motive des heutigen Beschlusses auseinandergesetzt stiid." Zugleich wurde die Erklärung abgegeben:„Es ist die Pflicht eines jeden unverheiratheten Maiimgeselleii, sobald es seine Verhältnisse gestatten, von Berlin ab- zureisen." Wie die„Staatsbürgerzeitung" mittheilt, haben etwa 40 dem Maurcrgewerbe angehörige Soldaten, welche zu dem durch den Maurer- strike unterbrochenen Kasernenbau kommandirt ivaren, den mili- tärischen Gehorsam zu Gunsten des Strikes versagt, in- dem sie die Arbeit verweigerten. Auch wurde am Dienstag Herr Lange, Vorsitzender des Manrerstrike-Komitee's, aus staatsan- waltlichen Befehl in seiner Wohnung verhastet,— auf die unzwei- felhaft lugenhafte Denunziation hin, er habe in öffentlicher(!) Ber- sammlung aufgefordert, den nichtstrikenden Gesellen das Handwerkzeug wegzunehmen, Berlin. Eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung der Tischlergesellen tagte am Donnerstag Abend, um über die Vor- schlage der letzten Delegirten-Versammlnng dieses Gewerks zu berathcn, welche auf eine Erhöhung des Lohnes um 25 Prozent und Einführung einer 9>/-stündigen Arbeitszeit abzielen. Diese Forderungen, führte der Leiter der Versammlung des weiteren ans, seien Angesichts der heutigen gesellschaftlichen Zustände durchaus ge- rechtfertigt und sehr mäßig zu nennen; es frage sich nur, auf welche- Weile dieselbe durchzusetzen seien. Aus gutwillige Gewährung seitens der Meister dürfe man nicht rechne», es bleibe mithin nichts weiter übrig, als dieArbeitseinstellnng, und um diese siegreich und mög- lichst schnell zu Ende zu führen, müsse man sich an alle Arbeiter Deutschlands mit der Aufforderung wenden, den Strike als eine allgemeine Ehrensache anzusehen und ihn moralisch wie materiell zu unterstützen. — Diese Ausführungen fanden den ungetheilten Beifall der Versamm- lung, die sich sofort dahin aussprach, daß ein Strikekomitee denjenigen Meistern, welche die Forderungen aus eignem Antriebe bewil ligen, die betreffenden Arbeiter überweise und daß letztere einen Wochen- beitrag von fünf Silbergroschen zur Strikekasse abzuführen haben. Leipzig, 1. Anglist. Die hiesigen Tapezirergehülfen überraschten dieser Tage ihre Meister mit einem Circular, worin sie eine Ar- bcitszeitverkürz ung um eine Stund e täglich verlangten. Die Ar- beit soll statt früh 6 Nhr erst nur 7 Uhr beginnen. Die verdutzten Herren Meister, welche eben mit der Arbeit arg im Gedränge sind, mußten wohl oder übel die Forderung bewilligen. Rcichcitbach in Schlesien. Die Weber des Eulengebirges haben an die Fabrikanten ein Cirknlar behufs einer Lohne rhöhnng gerichtet, in dem es heißt:„Wir erlauben uns folgende Forderungen zu stellen: 1) 20 Prozent Erhöhung des Lohnes für jede Waare; 2) da der gegenwärtige Lohn nur als alleiniger Verdienst des betreffenden Webers betrachtet wird und man übersieht, daß noch eine andere Person dabei mitarbeiten muß, so wird es hoffentlich auch als gerecht erscheinen müssen, dieser Arbeit entsprechend, bei Leinewand und den damit ver- wandten Zeugen, für je hnndertZaspeln Einschlag'5 Sgr. Spnl- lohn zu zahlen. Für Wolle, Parchent- und Leinen-Einschlag wäre diese Forderung nach obigem Satze entsprechend zu regeln. Weil bei dieser Forderung der höchste Mehrbetrag für gute feine Leinewand zu Gunsten des Arbeiters durchschnittlich nur pro Elle 4 Pf. beträgt, sich auch bei andern Waarengaltnngen noch beträchtlich niedriger stellt und die Erfahrung gelehrt hat, daß ein Steigen der Waarenpreise den Geschäftsgang und den Gewinn nicht verschlechtert, wie es das Jahr 1863 durch das Steigen der Garnpreise gezeigt hat, so kann diese Forderung nicht als unansfiihrbar betrachtet werden." Dieses Cirknlar, welches am Schluß die Erwartung einer Antwort innerhalb 14 Tagen ausspricht, ist von August Baadt in Reichenbach und Ernst Klingberg zu Ernsdorf unterzeichnet, Namens einer in Ernsdorf abgehaltenen Weberversammlunq. Frankfurt a, M., 31. Fnli. Eine am 22. Juü dahier abgehal- tene Arbeiterversammlung hat beschlossen, eine Vorstellung in Sache der Wohnungsnoth pn den Magistrat und die Stadtverordneten zu richten, die folgendermaßen von einer Kommission formnlirt worden ist:„Was die Familie dem Staate ist— das ist die Wohnung,� die Heimath dem Vaterlande! Wo durch die sozialen Verhältnisse die Familienbande zerrissen werden, da löst sich der Staat als solcher ans, und wo in einem Staat nicht dafür gesorgt wird, daß der Arbeilsmann weiß wo er sein Haupt hinlegen soll,— da ist der Begriff von Hei- math, von Vaterland nur noch Illusion! Und an diesem Punkte sind wir schon bis jetzt fast angelangt. Tausende von Familien kämpfen oft um die elendsten Wohnungen und selbst diese sind so im Preise gestiegen, daß die Hälfte des Einkommens eines Arbeitsmannns kaum zur Deckung der Wohnmigsmiethe ausreicht. Die Wohnungsnoth ist so allgemein und betrifft den gaiizen Kleinbürger- und Arbeiterstande, so daß sie nicht zu den momentan vorübergehenden Erscheinungen gerechnet wer- den darf. Die Wohnungsfrage ist daher nicht mit halben Mitteln zu lösen und es nützt sonach ailch gar nichts, wenn man halbverfallene, dem Abdruck? bestimmte Behausungen den Obdachlosen einräumt. Es kann abgeholfen werden, wenn 1) der rücksichtslosen Willkür der Bau- speknlanten auf dem Wege der Gesetzgebung Einhalt gethan wird, so daß es in Zukunft nicht mehr möglich ist, ganze Arbeiterviertel anzn- kaufen und Hunderte von Wohnungen Knall und Fall niederzurciße» und Paläste a i deren Stellen zu setzen, sondern daß die Unternehmer angewiesen werden, in der Veranlagung ihrer Neubaut direkt aus den Bedarf ver hiesigen Bevölkerung zu reflektiren. 2) Wenn anstatt aller nnnöthigen luxuriösen Bauten aus Kosten der Stadt gesunde, aber billige Wohnungen erbaut werden, welche nicht als Versorgnngsanstalten be- trachtet werden, sondern als ein schuldiger Ersatz für den allgemeinen Wohnnngsverlust, welcher durch obengenannte Willkür entstanden ist. — Es handelt sich hierbei auch nicht so sehr um den zahlungssahtgen Theil der hiesigen Bewohner, als vielmehr um de» Klcliibnrger- und Arbeiterstand, welcher trotz Zahluiigssähigkeit dennoch keine gesunden und den Lohnverhältnissen entsprechenden Woh- nungen sinden kann tind in Folge dessen, und weil vielfach noch der Mangel an Arbeilsraum hinzukömmt, noch vollständig zum Pro- letariat herabsinkt, und dieser Theil bildet den zahlreichsten in hiesiger Stadt, in welcher ohnehin alle Lebensmittel so hoch nn Preise stiegen, daß es de» vielen Familienvätern, deren DnrchschmUslohn pro Woche 7—8 fl. beträgt, unmöglich ist, auch noch theure WohnungSmrethe zu zahlen"-- Die Lage der Cigarrenarbeiterstrikes in Waldbeim, O; fenbach und Halberstadt ist unverändert.— In Frankfurt an der Oder habe» am 31. Juli die Malergehilfen die Arbeit ein gestellt, in Glogau die Maurer»nd in Graz zablreiche Ma- schineubauer. Fortsetzung von Seite 1. lliche Sparsumme auf Man vermuthete jedoch an- fiel diese ungewöhnlil. fangs, daß günstige Privat-Spekulationen im Spiele seien. Doch der Verräther schlief nicht lange. Der in Rede stehende junge Mann sprach mit einem Complicen in dessen Wohnung von einer Hafer- lieferimg im Werthe von über hunderttausend Thalern, die, auf Schleichwegen, start in die Hände der Armee-Jntendantur in die von Hehlern gegangen sei. Ein Proviant-Beamter, der in einem Neben- zimmer gelauscht hatte, br.chte die Sache zu- Anzeige und sind in Folge dessen bereits acht junge Leute verhaftet worden. Eine nicht geringe An zahl von sogenannten„Kaufleuten" aus Berlin, Breslau, Königsberg, Posen zc., die in den occupirten Landes theilen seit Monaten herumschlichen, um„Geschäfte" zu machen, wird an dem von dem unterschlagenen Hafer gebackenen Brode, wohl nicht ganz leicht zu verdauen haben. Die Untersuchung soll mit der äußersten Strenge gekührt werden." so und jeder der verhasteten' Arbeiter schmachtet in einem solchen elenden Loche."—- In einer Arbeit er Versammlung, die am 18. Juli in Drehers Bierhalle in Wien stattgefunden hat, wies ein Red- ner einen halbenKindesfinger vor und fügte bei, es vergehe kein Tag, an welchem nicht in der Waggonfabrik in Simmering ein oder das andere dort beschäftigte Kind einen Finger einbüße. Letzteres wollen wir wünschen; geschieht eö wirklich, bezweifeln wir nicht, daß die Unterstichungskommission wunderbare Entdeckungen über den Prozentpatriotismus machen, und sehr bald an der Gränzlinie anlangen wird, wo der„ehrliche" („respektable",„makellose" w.) von dem— anderweitigen nicht zu trennen ist. Doch wie dem auch sei, der unterschlagene Ha- fer, obgleich„nicht ganz leicht zu verdauen", wird dem Prozent- Patriotismus gewiß nicht so schlecht bekommen, als den Soldaten das stinkige Fleisch, der ranzige Speck und das schimmlige Brod.— Abgesehen von der Bertheurung des wichtigsten Metalls scheint die Mode, eiserne Kreuze zu tragen noch mit sonstigen Unannehmlichkeiten verknüpft zu sein. So wird aus Essen 6. d. 20. Juli nationalliberalen Blättern geschrieben: „Eine erschütienide Nachricht läuft soeben hier aus unserer Kreis- Hauptstadt ein. Dieselbe gab gestern, am Gedenktage der KriegSer- klärung des vorigen Jahres ihren Kriegern ein Festessen, wobei es von Zänkereien wegen des«isernen Kreuzes zu Thätlickk iteu kam, und leider auch zu dem sonst nur anderwärts üblichen„Messer" gegriffen wurde. Der Inhaber des eisernen Kreuzes ist todt und fünf andere Theilnehmer verwundet." Die Moral der Geschichte ist: seid vorsichtig, Ihr mit Ruhm und mit dem eisernen Kreuz Beladenen! Und wenn Ihr ganz sicher sein wollt, so ahmt die unter sächsischen Sol- baten aufkommende Sitte nach, und tragt das gefährliche Ding in der Hosentasche. Hätte der arme Essener Ge- kreuzigte das gethan, er wäre heut noch am Leben!— Das Berliner Obertribunal hat in einem Prozesse die Frage: Sind Gensdarmen und Polizeidiener, ohne Auftrag einer gesetzlich dazu ermächtigten Behörde, befugt, eine Haus- suchung vorzunehmen? verneint, und einen Angeklagten, welcher sich der unberechtigt vorgenommenen Haussuchung that- lich widersetzt hatie, freigesprochen.— Stupidität: In München hat das Philisterthum einige Sozialdemokraten aus der freiwilligen Feuerwehr gestoßen, „weil die Kommunisten wohl Brände anzünden aber nicht löschen könnten."— Aus Rußland wird geschrieben lund geht durch alle Zeitungen), es fänden dort viele Brände statt, und man gebe allgemein den Sozialisten die Schuld. In Rußland giebt's also eben so geistreiche Leute, wie im Land des„De-.kervolks"— Der sogenannte„Prozeß Netschajeff" ist soeben in Peters- bürg zur öffentlichen Verhandlung gekommen. Die angebliche „Verschwörung" war harmloser als die harmlosesten Kindereien unserer deutschen Burschenschaftler vor den 30er Jahren; und in Bezug auf'Netschajeff ist das Unheil des Verfassers der „russischen Briefe" in vollstem Maße bestätigt worden. Natür- lich befindet sich der Bakunin'sche Strohmann in Sicherheit, während mehrere der armen Studenten, deren einziges Ver- brechen es war, diesen Schwindler ernst genommen zu haben, Dank der Dickschädlichkeit russischer Richter zu schweren Strafen verurtheilt worden sind.— In Spanien ist der Serrano'sche Staatsstreich noch in letzter Minute vertagt, und ein„fortschrittliches" Ministerium (Zorilla) eingesetzt worden.— In Arazona in Sizilien will man den ehemaligen Ge- neral der Pariser Kommune, La Cecilia, der, wie es heißt, in Italien eine Zuflucht gefunden hat, zum Abge'orduet en für das italienische Parlament erneuneu. Er steht hier(sagt der Florenzer Korrespondent der„Frankfurter Zeitung") hei seinen Landsleuten in gucem Andenken sowohl durch sein Talent als durch seinen Charakler. Nürnberg. HerrOr. MaxHirsch ist auf einer Schultze- Delitzschiscben Propaganda-Reise begriffen. Am 20. ließ er in F ü r t h, am 21. Juli hier, im Beisein vieler fortschrittlichen Größen eine seiner dichterischen Expektorationen los. Wie dieser Reise- Prediger das Lügen versteht, sehen wir daraus, daß er der Internationalen die Vorfälle in Paris und in Königs- Hütte in die Schuhe schiebt. Die Sozialisten wollten, sagt er, Aufhebung des Privatvermögens. Dagegen seien die Schultze'schen Gewerkvereine die einzigen Mittel der Arbeiter, sich Bildung zu erwerben— die gerade nur so weit gehen darf, um die heutigen Geldgötzen als Muster des Scharfsinnes an- zustaunen und ihnen nachzueifern. Wie der Arbeiter selbst- ständig werden könne, und daß von Zehn kaum Einer sich meisterlich durchschlägt, verschweigt Herr Hirsch wohlweislich. (Eine in nächster Nummer folgende Nürnberger Correspondenz meldet gleichfalls, daß Herr Hirsch die Dreistigkeit gehabt hat, in seiner Nürnberger Rede unserer Partei die Königshütter Vorgänge in die Schuhe zu schieben. In seinem Blatt eine derartige Verläumdung auszusprengen, hat er sich wohlweislich gehütet; in der Nürnberger Versammlung aber vermuthete er nicht die Anwesenheit von Sozialdemokraten.) Braunschweig. Der„Braunschweiger Volksfreund" (Nr. 11) ist wegen eines Artikels„Der Friede und das stehende Heer" mit Beschlag belegt worden. Die Behandlung der inhaftirten Arbeiter in Pest. Das Pester Journal„Hon" bringt Mittheilungen über die empörende Behandlung jener Arbeiter, die vor mehreren Wochen eingezogen wurden. Man habe sie auf bloßen Verdacht hin verhaftet, ohne ihnen Zeit zur Regelung ihrer Angelegen- heilen zu lassen; man gestattet, selbst unter polizeilicher Aufsicht nicht, keinem ihrer Angehörigen Zutritt zu ihnen; man läßt sie selbst unter der Bürgschaft angesehener Bürger nicht auf eineStunde frei; man läß.t sie in Kellerlöchern ähnlichen Winkeln auf bloßer Erde ohneDecke liegen, so daß sie eineBeute des Schmutzes und Ungeziefers werden. Der Aus- schuß des Pester Volksclubs hat beschlossen, in dieser Angelegen- heil eine Petition an das Ministerium des Innern zu richten. („Volkswille.") Der Stadthauptmann von Pest ist in Betreff der am 13. v. M. verhasteten Arbeiter in einer Gemcinderathssitzung interpellirt worden. Er gab zu, daß noch kein Verhör stattgesunden habe, leugnete aber die von den Pester Blät- kern gerügte schlechte Behandlung der Verhafteten. Die lange Untersuchungshaft habe ihren Grund in der„weiten Verzweigung der sträflichen Umtriebe", und die Behandlung sei die allgemein übliche.„Letzteres mag richtig sein", meint der Wiener Korrespon- dent der„Frankfurter Zeitung",„denn es ist in Ungarn nichts Seltenes, wenn em Verhafteter viele Monate lang auf ein Verhör warten muß, und er hat von Glück zu sagen, wenn ihm schließlich nicht durch die landesübächen Stockprllgel und andereTorturen ein Gestäudmß der Schuld abgepreßt wird. Man nennt das ungarische Fre heit." Wie es mit der„allgemein üblichen Behandlung" der Ge- fangenen in Ungarn bestellt ist, das steht in einer Pester Spe- zialkorrespondenz der Chemnitzer„Freien Presse" vom 27. Juli: „Unsere Parteigenossen sitzen in den verpesteten Löchern und Kellern, welche in Arrestlokalitären umgewandelt sind, bei ganz gemeinem Gesindel. Hier ist es nämlich Usus, daß die Unter- suchungsgefangenen je 20, 30, oft sogar 50(!!!) in einem Gemache zusammengepfercht werden; die Geschlechter unter- mischt, Räuber, Fälscher, Kindesmörderinnen, Taschendiebe Mainz. Bambergerlich-national-liberaleBildung. Bei dem Bruder des Reichstagsabgeordneten Bambcrger war am 23. Juli d. I. ein Mädchen aus Osseubach als Kindermädchen in Dienst ge- gangen und kam dasselbe vor 1 Uhr Nachts nicht ins Bett; den 29. Juli konnte das Mädchen um 11 Uhr Nachts sich des Schlafs nicht mehr erwehren und als die Madame Bamberger V,12 Uhr vom Vergnügen nach Hause kam und das kleine Kind noch nicht schlief, da riß sie deni Mädchen das Bett bis auf den Strohjack weg und chlug es mit einem Korbdeckel um den Kopf herum; dabei bediente sie sich Redensarten, wie man solche selten von den gemein st eu Personen hört:„Du hergelaufenes schlechtes H.... mensch, Diebin w. zc. Du bist meine Magd, mein Hund,*) und wenn ich befehle, dann mußt Du bis 4 Uhr Morgen aufbleiben u. s. f." Die Herren Bamberger und Genossen mögen also erst Bild ung s- vereine für ihre Weiber gründen, ehe sie für die Arbeiter welche gründen wollen, oder die Arbeiter werden in aller Kürze einen Bil- Zungsverein für natio nal-liberale Herrschasten ins Leben rufen. Schließlich sei bemerkt, daß die Madame Bamberger dem Mädchen Entschädigung 16 Gulden, außerdem Strafe 5 Gulden und Kosten 6'/, Gulden hat zahlen müssen. Es ist doch wieder ein herrliches Stückchen National- Liberalismus! Stollberg 3c>.Juli.(E i uS ch a n d b u b e.) In derW o l l e r'schen Fabrik ist neulich die 18jährige Arbeiterin Föhrlich von dem Aufseher Zim- m ermann furchtbar mißhandelt worden. Die Ursache ihrer Miß- Handlung war, daß sie den Zimmermann in Kenntniß setzte, ihre Näh- Maschine gehe nicht mehr und bat, selbst einmal nachzusehen, woran die Störung liege. Zimmermann fing gleich zuwüthenan, erfaßte das Mädchen, welches sich flüchten wollte, bei der Jacke und riß diese vollständig in Fetzen. Dann schlug er hinterrücks mit einem starken zackigen Lineal auf die Aermste los und brachte ihr drei Kopfwunden bei, so dasz ihr das Blut sofort über de» ganzen Anzug strömte(!'.) und mehrere Stunden lang nicht gestillt werden konnte. Die so chmählich Mishandelte liegt jetzt noch darnieder und der Arzt be- iirchtet, das; die an ihr verübte Rohheit nachhaltige, bedauer- tiche Folgen für sie haben kann.('.!)-- Bedenkt man nun, daß dieser Fall bei Zimmermann nicht ver- einzelt dasteht, sondern, daß er diese Schinderei schoi» feit vielen Jahren treibt,(!!!) daß fast kein Tag vergeht, an dem er nicht Schläge austheilt, so wird man fragen, warum er uicht längst zum Teufel gejagt wurde?-- Daraus läßt sich nur Folgendes antworten: Die Wollerssche Fabrik ist die einzige hier im Orte und alle Ar- beiter unseres Städtchens und der nächsten Umgegend sind somit auf dieselbe angewiesen.(???) Hat man auch viele Rohheiten Zimmer- mann's zur Anzeige gebracht, so wurde die Klage im entscheidenden Moment doch immer wieder zurückgezogen, weil die Armen stets fürch- ten, die Arbeit, das Einzige, was sie noch haben, zu verlieren.(!!) Darauf stützt sich das Ungeheuer und äußert gewöhnlich:„Es kann im schlimmsten Fall einige Thalcr kosten und daraus mache ich mir Nichis!" Uebrigens muß man sich wundern, und wundert sich auch, daß Zimmermann aus irgend welchen Rücksichten von einer Persön- lichkeit gedeckt wird, bei der man humane Anschauungen voraussetzen möchte. Hoffentlich faßt die Justiz den Verbrecher jetzt beim Kragen und führt ihn der verdienten Strafe zu. (Es würde ein schlechtes Licht auf die Arbeiter der Woller'schen Fabrik werfen, wenn sie unter dem Aufseher Zimmermann fortarbeiten wollten. Von einer Entlassung desselben aus der Fabrik haben wir bis jetzt noch nichts gehört. D. Red.) Leipzig, 30. Juli. Am 16., 17. und 18. Juli tagte hier in aller Stille ein Arbeiter- Kongreß, der für eine Arbeiter- Branche, die bis jetzt der Bewegung sich vollständig fern gehalten hat, von großer Wichtig- keit sein wird. Es war dies der Kongreß der deutschen Hutmacher. Arbeiter. Zugegen waren 36 Delegirte, welche 49 Orte vertraten. O ffe n b a ch wurde zum Vorort gewählt und beschlossen sodann, ein eignes Organ, das monatlich ei» Mal erscheinen soll, herauszugeben. Nach der Konstituirung traten sofort an 2999 Mitglieder der Gewerksgenossen- schafi bei. Leipzig. Der„NeueSozialdemokrat". Seit dem 1. Juli erscheint der frühere„Sozialdemokrat" in Berlin, welcher zu Anfang des vorige» Quartals eingegangen war, unter dem obigen Titel wieder. Da das Platt jetzt Eigenthum des Vereins ist und demnach die Ver- einskasse die einige Tausend Thaler betragende Kaution vorgestreckt hat, so müssen die Vereinsmitglieder von der Redaktion mindestens verlangen dürfen, daß sie den in der Generalversammlung angcnom- menen Beschluß, die sozial- demokratische Arbeiter- Partei nicht zu befehden, auch respektire. Wir erlauben uns, die Mitglieder des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" auf folgende Korrespon- denz aufmerksam zu machen, welche sich in Nr. 9 des„Neuen Sozial- demokrat" befindet: „Chemnitz, 17. Juli.(Eiu entschlafenes Blatt.) Der ehemalige Präsident des Allgem. deutsch. Arb.-Ver. und spätere Mit- arbeiler an Wiener Bourgeoiszeitungen, Herr Bernhard Becker, welcher seit einem halben Jahre hier rn Chemnitz die neu herausgege- bene volksparteiliche„Frew Presse" schrieb, ist, nachdem das Blatt wegen seines traurigen Inhalts schon einmal beim ersten Quartal ein- gegangen war, und beim Versuch, es von Neuem erscheinenn zu las- seu, wieder so wenig Abonnenten erhalten hatte, daß es nicht bestehen konnte, zu den Braunschweiger Welsen abgereist. L. Stiegler." Wir haben darauf zu erwidern, 1) daß der Sozialdemokrat Bern- Haid Becker seil Jahren mit einem gleichnamigen, Wiener Bourgeois- Publizisten verwechselt wird; 2) daß der Sozialdemokrat Bernhard Becker nicht zu den„Braunschweiger Welsen" sondern zur Uebernahme ) Der Gebrauch dieses Epitheton ornans scheint� eine Bamber der Redaktion des von unfern Parteigenossen gegründeten„Braun- schweizer Volkssteund" nach Braunschweig gegangen ist; 3) daß du Chemnitzer„Freie Presse" nicht nur nicht eingegangen, sondern bereits in den Besitz einer eigenen Druckerei gelangt ist.— Wir benutzen diese Gelegenheit, um die Berliner Mitglieder des „Allgemeinen Deutschet! Arbeitervereins" vor 2 Personen zu warnen, welchen man in den von ihnen anberaumten Volsversammlungen un- gehindert zu agitiren erlaubt. Es sind dies Dr. Löweilthal und Preusz, von denen der erstcre in der Volksversammlung bctressend die Presse eine Rede gehalten, der zweite in der Bolksversammlunz betressend die Wohnungsnoth einen Antrag gestellt hat(„die Regierung möge provisorische Wohnungen errichten"). Löwcnthal und Preuß find beide Stieber'sche Ägeutci«, der erstere agent xrovoealeur, der zweite Horcher und Angeber. Löwenthal schreibtMajestätsbeleidlgungs- und Hochverrathsbroschüren, durch deren Verbreitung schuldlose Menschen auf Festung kommen— wie z. B. die im vorigen Jahr erschienene Schrift„DaS preußische Völkerdressur-System"— und Preuß hat die Ausgabe, zu schnüffeln und zu spioniren. So ist z. B. Liebknecht vor 5 Jahren von Preuß der Berliner Polizei denunzirt worden. Gewerksgenossenschast der Holzarbeiter. Bis zum heutigen Tage sind Abrechnungen resp. Gelder eingegan- gen von Stade, Luzern, Erfurt, Zlltona, Braunschweig, tannover, Cöln, Dresden, Magdeburg I. und II. Quartal, eipzig I. und II. Quartal, Zwickau. Nachdem das Ergebniß der Urabstimnuing durch den Ausschuß und eine von der Altonaer Mitgliedschaft erwählte Kommission von 3 Personen ermittelt, wird hierdurch das Resultat mitgetheilt; Es sind sämmtliche Anträge, mit Ausnahme der von Cöln zu Z 1 und 2 der Krankenkasse gestellten, und des Leipziger Antrags die Cikulare betreffend abgelehnt. Der Sitz der Kontrol-Kom- Mission ist nach Cöln verlegt. Zugleich wird hierdurch in Gemäß- heit des§ 24»Im. 3 innerhalb 14 Tagen eine Neuwahl des And- schusses sowie der Lokalbeamten ausgeschrieben. Das Resultat etwaiger Neuwahlen ist sofort im Organ bekannt zu machen. Hamburg, den 1. August._ Th. Zjorck. Briefkasten der Redaktion: Verf. der„Mordspatrioten". Alles richtig angekommen. Zwei ersten Korrekturbogen übersandt. Schicke sie um- gehend zurück, wenn nicht schon geschehen. Gruß.— G. in Gens. In nächster Nummer.— S. in New-Aork. Sei nicht böse. Woher die Zeit nehmen und nicht stehlen? C. hat noch nichts geschickt. Dränge ihn. Die Arbeiterstatistik erhalten. Aufträge, besorgt. der Erpedition: H. O. Breslau: Alle übrigen Nrn. senden Sie aw Schluß desQuartals retöur; diese kommen selbstverständlich in Abzug. C. M. in W.: AdressirensSie: per Adr. Brackesjun., Braunschweig. Sp. Biest- feld: 1 Thlr. 15 Gr. sür Schriften erh. R. Neviges:' Genügt für! wöchentlich Eine Zusendung. F.Wien: 2 Thlr. erhalten; das Uebrige an Adressaten befördert. K. Dresden: Schnell das Bestellte senden, i Sch. Hamburg: Erste Nr. sende ich ab. R. Düsseldorf: Bestelltes ging ab| Berichtigung. Im Erpeditionsbriefkasten der vor. Nr. sind unter: G. W. Bar- nien 13 Thlr. 29 Gr. freiw. Beitrag für den„Volksstaat" quittirt, während 43 Thlr. 29 Gr. eingegangen sind.____' Zum Kougresz! Von Leipzig besuchen eine größere Anzahl Parteigenossen de» Kongreß. Viele derselben sind im Stande,, die Vertretung solcher Ort« zu übernehmen, welche keine eignen Vertreter senden können. Partei- genossen, welche hierauf reflektiren, wollen die diesbezüglichen Mandate schleunigst dem Unterzeichneten einsenden. Bebel.! Die von Leipzig den Kongreß besuchenden Parteigenossen reisen• Sonnabend den 12. August Vormittags 7 Uhr 30 Minuten mit dem über Döbeln abgehenden Zug der Leipzig-Drcsdner Eisenbahn. Dies den auswärtigenParteig enosscn, welche sich anschließen wolle», zur Kcnntuiß.[ Bei meiner Abreise nach Amerika, rufe ich Gesinnungsgenossen ein herzliches Lebewohl zu. Mce rane, 17. Juli 1871.__ allen Freunden und _ Malech. die An den Parteigenossen Spier richten die Li mb.acher Parteigenosse» Anfrage, ob es nicht möglich ist, daß derselbe zur Zeit des Ko»- gresses sich seinen Wählern im 15. sächsischen Wahlkreis persönlich vor' stellen kann. Mit sozial-demokratischem Gruß I. A.: C. W. Schumann. (T\ie geehrten Parteigenossen in der Umgegend Leipzigs werde» um ihre Adressen gebeten und wollen sie diese an die Crpe- dition dieses Blattes einsenden. Leipzig._ Das Agitationskomitee. � IW" Cigarren.-HM Nachdem in Walsheim zur Gründung einer t%Arren-?i'oZuKtjv-<*eiiv88en8diatt geschritten worden ist, ersuchen wir die Parteigenossen, uns bei diesem Unternehmen durch Abnahme von Cigarren freundlichst unterstütze» zu wollen, und sichern wir reelle, prompte Bevienung ZU. I. A.: Louis Eckstein, aldheim, 2. August._ Niedermarlt 8.. Für Eöln. Der sozial-demokratische Äriieiter-tlerein hält regelmämg Sitzung jeden Sonntag Abends halb 9 Uvr im Bereinölokale bei Herrn Wisdorf, Thieboldsgasfe Nr. 192. TageS ordNUNg für Souutag, den 6. August: Centralifativ oder öderaliv? Um zahlreicheren, regelmäßigeren und pünktlicheren Besuch wird dringend gebeten._ I. A.: O. Fall-_ Für Chemnitz. Grotze Volksversammlung. Sountag, den 6. August, Nachmittags 3 Uhr im Äpollo-Taal. Tagesordnung: Die religiöse Bewegung in Teutschland und der Soztalismns.— Referent: Herr Johann Most. Die Arbeiter von Chemnitz und Umgegend werden hierdurch ausgesordert, sich in imposanter Masse zu dieser Ber- ammlung rechtzeitig einzufinden. Jetzt reichet Euch die Hände und haltet fest und treu;! Dann hat es bald ein Ende mit aller Tyrannei! Das Komitee�__ � ger'sche Familieiieigenthümlichkeit zu sein. Siehe die Reichstagsverhand- jungen über die zwei gestephamen Postsekretäre. R. d. B. zwei gestephamen Postsekretäre. Sommerfest des Arbeiter- Mdungs-Iereins. Sountag, v. 6. August, im„Xeue» Enstilok" zu Gohlis, Anfang Nachmittags 3 Uhr. Das Fest besteht in roncvrt und Ball, verschiedenen Spiele" und Unterhaltungen für Herren, Damen und Kinder. Eatreo für V ereinsmilgliever und Damen k IV« Nä1" für sonstige Gäste 2'/, Ngr.; Lallaiizeichtll für Herren 7'/, Ngr. Die Mitglieder der hier und in der Umgegend bestehen' den Arbeitervereine und Gewerkschaften zahlen gegen Vorzeigung der Legitimationskarlen ein Entree von IV, Gr. Alle Freunde und Gesinnungsgenossen laden wir zu dieselU Feste freundlichst ein. _ Der Borstand des Arbeiterbildnugsvereins. Durch die Erpedilion des„Vollsstaat" iß zu beziehen Unsere russischen Angelegenheiten von A. Serno- Zolowiewitsch, aus dent Russischen ubersetzt vo» S. L. Borkheim. Preis ä Stuck 2", Sqr., in Partien a l9/.�®� -v V V n; i m. ykti-j a s-allu 4 a Sl/izi«! 1,1' Ferner alle sozialistische» Schriften, Gedichte, Photographie�' ic. zu den billignen Preise». In Leipzig nimmt der Austräger des„Bolksstaat B l lnngen entgegen.________ klion: PeterS stemwegtt» L e i p z i g: Vera»lw.Redakteur». H e p n e r z........... a Druck u. Verlag: F. Thiele.(Expedmon: Petersstr. 18.)