ares. Mittwoch, den'W, August. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, PeterSstraße 18, F.Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Abonncmcntsprei»: Kür Preugen mcl. Stempelst euer 169igr., für die übrigen deutsche« Staaten 12 lrfjjr. per Quartal. Filialerpeditiou sür die Ber- eii igten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. riaNewyork. Organ der sozial-demokratischen Arbeiterpartei nnd der Internationalen Gewerksgenossenschasten. l An unsere Leipziger Abonnenten. Da es vorgekommen ist, daß Fabrikanten— wie z. B. der Hofpianofortefabrikant Blüthner— Bruder des Herrn Blüthner, welcher bei der Reichstagswahl d r e i Stimmzettel für den Vizebürgermeister Stephani abgegeben hat— Arbeiter entlassen haben wegen ihres„Bolksstaats"-Abonnements, so er- suchen wir alle diejenigen Arbeiter, deren Existenz in dieser Weise gefährdet ist, der Expedition aufzugeben, ihnen den „Volksstaat" fortan in die Wohnung, statt in die Fabrik Zu schicken. Es entstehen keine Mehrlosten dadurch. Politische Uebersicht. Aus den weiteren Verhandlungen des Versailler Kriegsgerichts heben wir heute Folgendes heraus: Zum Verhör Assi's: Pellaud, Generalrath im Niövre- Departement, als Bela- stungs-Zeuge vorgeladen, kann gleichwohl nur aussagen, daß Assi stch in den Arbeiterbewegungen des Ereuzot mit anerkennenswer- ther Mäßigung ausgeführt hätte. Von Hrn. Schneider entlassen und brodlos geworden, hätte er gleichwohl von Arbeitseinstellungen obgemahnt und auch später lediglich im Sinne der von dem Grase» von Paris selbst empsohlenen Träde-Unions(Gewerkschaften) gewirkt. Präs. wiederholt die bei ihm schon stereotyp gewordene Phrase: «Die politischen Ansichten der Angeklagten gehen uns nichts an; wir haben hier nur über die ihnen zur Last gelegten Verbrechen zu er- kennen." Advokat Bigot: Es scheint mir gleichwohl Beachtung zu ver- dienen, daß ei» als Belastungszeuge vorgeladener angesehener Mann hier aus freien Stücken bekundet, wie Assi, der vielgenannte Agitator des Creuzgt, sich in diesen Arbeiterfragen vollkommen gesetzlich be- uommen habe. Es befindet sich ferner bei den Akten ein Bericht vom Juni, wonach ein deutscher Offizier von Assi gesagt hätte:„Herr von Bismarck kennt ihn recht gut, er hat ihm jährlich 25,000 Frs. gegeben, damit er Strikes in den großen Arbeitercentren anstifte." Es ist Zest, diesem albernen Klatsch ein Ziel zu setzen, und ich ver- lange daher, daß der Bersasjer jenes Berichts als Zeuge vorgeladen werde und den deutschen Osfiüer namhaft mache, der ihm diese Dinge gesagt hat. Ich werde gleichzeitig auch Hrn. von Bismarck auf tele- graphischem Wege von diese»! Antrage Mittheilung machen. Der thörichte Ruf: Sie sind ein Prussien! muß endlich einmal aushören. Hat man nicht vor einem Jahre denselben Ruf vor dem Hause des Hrn. Thiers erschallen lassen 7 Präs.: Alles das gehör« nicht hierher. Regierungs kominissar: Sie sollten doch wenigstens beim Justizmiiuster anfragen, Herr Bigot, che Sie ihn ins Spiel ziehen. Bigot: Ich möchte wohl wissen, wer hier vom Justizminister Ipricht; der Herr Regierungskommissar sollte sich nicht jeden Augen- vlick in meine Funktionen eindränge». Regier ungsko m missar: Ich habe keine Lektionen zu empsan- gen, am wenigsten von Ihnen! Fosse, Handlungskomi, lis und zur Zeit selbst in Haft, war Ad- iutant Assi's unter der Kommune; er bestreitet ebenfalls, die Anferti- gung von Petrolbomben geleitet zu habe»; im Auftrage Assi's hat er nach der Assaire der Kaserne Lobau die Verhastung Adamcourt S be- sorgt, und auch als Assi selbst ergriffen wurde, hat er, obgleich zu Pserde und die Flucht ihm leicht war, sich von seinem Freunde nicht trennen wollen. Nach Vernehmung einiger anderen Zeugen wurde E r n st Picard, themaliger Minister des Innern, vernommen. Präs.: Sie sollen zu Assi gesagt haben, Sie hätten Einsicht von rinem Briese genommen, aus welchem hervorgehe, daß Asst ein preu- Bücher Agent gewesen sei. Picard: Aus die Kund« von der Verhastung Assi's begab ich wich zum Profoßen, um ihn zu vernehmen; namentlich wollte ich ®hn ihm hören, ob es wahr sei, daß die Insurgenten in verschiedenen �heilen von Paris Torpillen gelegt kätten. Ich konnte hierüber von thnr keine befriedigende Auskunft erhalten. Mit dem Brief verhält »erlust gerathens!!). Ado. Bigot: Sollte es nicht zufällig derselbe Brief sein, der sich °ei den Akten befindet und gestern zur Sprache kam? Dieses Schrift- stuck wird Hrn. Picard vorgelegt und von ihm in der That als daS- t'uige, aus welches er sich beziehe, rekognoszirt(anerkannt). . Der Brief, fügt Picard hinzu, steht in keinem Zusammenhang w» dem 18. März, sondern vielleicht(?) mit einer früheren Ver- lchwörung, welche den Preußen während der Belagerung die Thore von Paris össnei» sollte(?). . Ado. Bigot: Hat Hr. Picard nicht schon früher�ewe Unterredung Wit Assi gehabt?"•. . Picard: Allerdings. Es war kurz vor dem 18. Marz, als man w>r zwei Delegiite eines Bataillons der Nationalgarde anmeldete. eine von ihnen war Assi. In dem Gespräch war nur von dem Gr den Monat April fälligen Solde die Rede. Noch früher Hab- ich ''"mal als Rechtsanwalt Assi bei mir empfangen, nachdem er sich lcho» brieflich um Auskunft über einen RechtSpunkt in Sachen des "uzol an mich gewendet hatte. Assi! In der erstgedachten Unterredung war auch von den Ka- "vnen von Montmartre die Rede, und ich machte geltend, das; die- ftoe« auf»Osten dcr Bürgerschaft hergestellt worden waren "ad also auch ihr gehörte»._ t m Adv. Bigot. Hat Hr. Picard nicht aucki dem Beisitzer des Be- Urksbürgermeisters von Monlniartre, Hrn. Lafont, versprochen, die "tegierung wolle keinen Schritt thun, um die Kanonen von.Mont- marire abzuholen, ehe fix sich„jchk mit dem(tentralkoimter ver- »andlgt hatte? . Picard: Ich Hab« als Minister dem Herrn Lasont keine Mlche Erklärung abgegeben. Die Regierung wollte nur einige Tage Marien, ob nicht die Bevölkerung selbst das Unrichtige jenes Falles flehen werde; die Warnungen,' die ich in einer Beisammlung der "iaires gab, blieben leider«»gehört. Ado. Bigot: Bei den Akten befindet sich eine Aussage Lafoni's, Milche anders lautet; ich bedauere, daß Hr. Lafont wegen Un- m°hlseins nicht erscheinen kann. ��Herr Picard: Herr Lafont hat keinerlei Austrag von mir er- U. Perthcidiger Laviolette: Ist es Hrn. Picard bekannt, daß die '""in am 18. März nicht bewacht waren? Hr. Picard: Sie waren schlecht bewacht. eorges Cavalier, bekannt unter dem Namen Pipe-«n-Boi», mich "»»geführt. Assi(zum Zeugen): Haben Sie Befehl erhalten, das Pulver in Sicherheit zu bringen? Es ist das von Wichtigkeit, weil man behaup- tet, ich hätte Paris in die Luft sprengen wollen. Eavalier: Ich habe in der That am 20. Mai in der Frühe Asst 25 Omnibuswagen zur Verfügung gestellt, um das Pulver wegzuschaffen, welches von dem Bomba rdement bedroht war. Präs.(zu Assi): Erkennen Sie diesen sünfläuflgen Revolver, den man bei Ihnen gefunden hat, und von welchem ein Lauf entla- den war? Assi: Mein Revolver war von demselben Kaliber wie der des Prinzen Peter Bonaparte..... Präs. Lassen Sie fremde Persönlichkeiten aus dem Spiele. Adv. Bigot: Der eine Schuß ist wahrscheinlich von dem Gens- darmen abgedrückt worden, welcher Assi entwaffnete, Assi hat ans Nie- wand geschossen. Vicomte Arthur Beugnot, Hauptmann vom 132. Linienregi- ment, der zufällig der Verhandlung beiwohnt, bittet vernommen z» werde». Er ist am 18. März mit zwei seiner Leute veihaftet, nach dem Ehateaurouge und dann nach der Rue des Rosiers gebracht wor- den. Er sah, wie nach der Erecuiion der beiden Generale der Maire Clemenceau herbeikam uud verzweifelt auszief:„Wie? das Ver- breche» ist also schon vollbracht?" Später sei er auf Befehl I aclards in Freiheit gesetzt worden. Ferrä: Nicht Jaclard, sondem ich gab diesen Befehl. Herr v. Bengnot: Er war auf alle Fälle von Jaclard unter- zeichnet. Präsident(zu Ferrä): Was liegt Ihnen an diesem Punkte? Sie würden damit nur beweisen, wie früh Sie össentliche Gewalten an sich gerissen haben. Ferrä: Ich will beweise»,»af; wir niemals den Zoldate« Gewalt anthun wollte», die sich weigerten, sichntil ihren Brü- Sern zu schlagen. Adv. Boy er(znm Zeugen): War es das Eentralkomitce oder irgend eine Art von Kriegsgericht, welches die Generale Lecomte und Element Thoma s verunheilte? Zeuge: Es hieß nur immer, daß wir vor das Centralkomitee gebracht werden sollten, und General Lecomte verlangte dies sogar ausdrücklich. Angeklagter Billioray: Es muß festgestellt werden, daß eS aus dem Montmartre auch eine ganze Menge von Eomitees de vigilance (Wachsamkeits-Koinriec's) gab. Wir vom Central, omitee tagten nicht in der Rue des Rosiers, sondern in der Rue Bassroi.' Zeuge kann nicht aussagen, wer die beiden Generale füsilirt hat, er fbekundet aber, daß die Generale des Morgens gegen 3 Uhr ergrissen wurden waren und erst Nachmittag« um 5 Uhr erschossen wurden. Regierungskoinmissar: Es ist unmöglich(!!), daß man in der Zwischenzeit nicht die Zustimmung des Centralkommitees einge- holt hätte. Es wird zum Verhör des Angeklagten Billioray geschritten, eines jungen Mannes von einnehmeiidem Aeußern, der mit Gewanot- heit antwortet. Er giebt zu, dem Centralkomilee angehört zu haben. bestreitet aber, das; dieses irgendwelche» Llnthetl ai» dcr Gr- inordung der beide» Geueralc auf dem Montmartre gehabt hätte. Er war Muglied ves Wohliayrlsausschnzses. Er sei gegen oie Zerstörung der Vendömesäule und des Hotel des Herrn Thiers qcwcien, habe auch das Dccret über die Geißeln belämpst, welches in dcr Absicht dcr meisten Mitglieder dcr»om»l»nc ein todter Buchstabe bleiben sollte. Tie Personen, welche später in de» Gefängnissen ermordet wurden, hätten auch nicht eigentlich dcr Liste von Geijzeln angehört, welche»ach dem 18. Mai entworfen worden war. Der Wohlsahnsausschuß sei in seiner Wirksamkeit sleis von der Kommune selbst beeinflußt worden; oft habe es gar keine wirkliche Autorität gegeben. Präs.: Im„Offiziel" befindet sich eine an Sie erlassene Ordre, Privataebäudc in Brand zu stecken. Billioray: Diese Ordre ist allem Anscheine nach dem Bürger Telescluzc unterschöbe», von dem ich übrigens keine Befehle z» empfangen hatte. Ich wiederhole, als Mitglied des Centralkomitees habe ich am 18. Marz nur einige Freilassungen angeordnet, darunter die eines Offiziers, der vielleicht, wenn er diese Verhandlungen liest, sein Zeugniß noch beibringen wird. Die Leitung derBe- wegung hatte eines unserer Mitglieder schon am Morgen(mit einem Blick auf Assi) in die Hand genommen. Ich selbst war gegen die Verweigerung der Kanonen. Ich will die Verantwortung für das Weitere nicht ablehnen, aber konstatireil, daß ich an dem Beginn der Lewegniig keinen Thcil hatte. Das Centralkomitee wollte, wie ich, nur Genieindewahlen herbeiführten, aber keinen Bruch mit der Regierung. Als MitglicS der»ommunc und des Wohl- fahrtsausschusses theile ich die B�'ckntmortung für ihre Akte. »ins; aber jede Mitschuld an de» Grmordungen und Brand- stistnngcn von mir weise». Limousin, ein Redakteur des„Siöcle", bekundet, daß Billioray durch ihn ernstliche Vermittlungsanträge in Versailles habe stellen lasse» und das Scheitern derselben tief bedauert habe. Die Bedingungen waren: Selbstständige Verwaltung von Paris durch einen Gemeinderath; die Armee solle die Forts besetzen, aber nicht in die Stadt einrücken; die Nationalgaide sollte ihr« Waffe» in die städtischen Arsenale niederlegen; Anmestie und Abschaffung der das Vereinsrecht beschränkenden Artikel 91 und 92 des Strafgesetzbuches. Präs.: Es gehörte eine große Naivetät dazu, zu glauben, daß die Regienrng solche Bedingungeu anneymen lönnte.(!!) Lamq und Benedcck bekunden ähnliche Vermittlungsversuche Seitens des Angeklagten; der Letzlere ist der Vater der Geliebte» Billioray's und hielt diesen seit dem 21. Mai bei sich verborgen. Der Präsident schreitet zu dem Verhör des Angeklagten Jourde, des jugendlichen FinanzministerS depjtooimune. Bis zu in 18. März will er nur«Ker ViertelSkommisfion angehört und sich übrigeus mit Poliiik nicht beschoikizt haben. Der 18. März, jährt er fort, was uns wie ein Donnerschlfg- Ich eilte auf das Stadthaus, war Zeuge der allg.'meinen Aufregung und Verwirrung und sagie mir, daß man der Nationalgarde ihr tägliches Brod nicht versage» dürfe. Ich nahm das Mandat für die Kommune an und von ihr die Delegation für die Finanzen, Die ich ärmer verlassen habe, als ich in sie eingetreten war. Ich habe niemals an Privatinteressen gerührt, nie an sine Kredligesellschast oder Bank. mit Ausnahme der Bank von Frankreich. Der letzteren entnahm ich und zwar aus den Händen ibres Gouverneurs Rouland zuerst 1 Million. Es wäre mir ein Leichtes gewesen, die schwach ver- lheidigte Bank gänzlich zu leeren; aber ich machte es mir zum Gesetze, stets nur nach den Bediirs nissen des Augenblicks zu handeln und das Land und die Hauptstadt vor gänzlichem Ruin zu retten. Präs.: Was geschah mit den Sildersachen der Kirchen? Jourde: Alles wurde nach der Mnnfe gebracht und aus den filberncu Basen wurden alle»« 80,000 Ares, geprägt. Präs.: Sie haben auch aus der Bank 1,200,000 Frcs. in Baarem abholen laffen? Jourde: Allerdings, im Einvernehmen mit Hrn. Beslay. Die- selben wurden aber bis aus 180,000 Frcs., die in den letzten Ereig- nissen verschwanden, der Bank in Fünffrankstücken zurücker- stattet. Der Angeklagte giebt nun noch einmal in runden Ziffern seine Bilanz, berichtigt mit großer Klarheit und Seelenruhe einige Jrrthünier, die ihm in der Verwirrung des ersten Verhörs untergelaufen ivaren, und erzählt u. A., daß er in der ersten Periode, vom 18. März bis zum 20. April, täglich 250,000 uyd dann voin 20. April bis 25. Mai täglich!'/< Millionen») ausgegeben haben. Die Nationalaarde kostete allein 300 bis 350,000 Frcs. täglich. Er habe sich der größten Spar- samkeit befleißigt und manchen verführerische» Antrag, so z. B. 50 Millionen, die ihm ein Deutscher lden er nicht nennen dürft) sür die Gemälde des Louvre geboten hätte, abgelehnt. Im Finanzministerium habe er nur ein kleines, bescheidenes Zimmer für sich in An- spruch genommen. Den Brand dieses Gebäudes will er damit erklären, daß am 22. Mai uin 4 Uhr Morgens sine von Trocadero kommende lBersnillcr) Bombe in dasselbe einschlug. Präs.: Eine Bombe kann ein solches Bauwerk nicht in Brand stecken. Jourde: Unter dem Dach befanden sich Archive mit Papiere«, dt« das Feuer leicht verbreiten konnten Die Einwovieer des Bierrcis töuneu Bezeugen, daß ich mit allem Eifer die Löfchmauu- fchaftcn in Thätigkeit setzte. Auch war Nachminags um 4 uyr jede Gesahr geschivuncen uud ich glaube, es muß später ein zweiter Brand ausgebrochen sein, über den ich keine weitere Auskunft geben kann. Ich trug die wichtigsten meiner Papiere nach dem Stadthause, wo sie später ohne Zweifel mit verbrannt sind.(Fortsetz, folgt.) Man schreibt uns: ,.Zur Frage: wie kamen die Ver- sailler nach Paris? bin ich in dcr Lage, Ihnen Folgen- des mittheilcn zu können. In den Forts Noify und Rosny lagen vom 94. Jnfanterie-Regiment 2 Bataillone und zwar in den Forts selbst von jedem Bataillon nur 2 Compagnien, während die beiden andern Compagnien jedes Bataillons in den betreffen- den Dörfern Rosny und Noify Quartiere hatten. Da wurden am Abend des 20. Mai die in den Dörfern liegenden 2 Com- pagnien in die Forts gezogen, so daß die Versailler, ohne auf deutsche Truppen zu stoßen von dcr Nord- und Westseite in Paris eindringen konnten. Am Morgen des 21. Mai wur- den die Vorposten der Truppen in den Forts bis auf 200— 800 Schritt vor die Cnceinte von Paris vorgeschoben mit dem Befehl, alle Unbewaffneten nach Paris zurückzuweisen, Bewaffnete aber gefangen zu nehmen(natürlich, um sie an die Versailler auszuliefern). „Wenn es zwar keines Beweises mehr bedarf, daß die deutschen Truppen Schergendienste für die Versailler Mordbrcn- ner haben leisten müssen, so ist es doch gut. wenn un wider- legliche Thatsacden wie die vorliegende zur allgemeinen Kenntniß kommen. „Machen Sie Gebrauch von vorstehender Mittheilung, ohne den Ort zu nennen, woher sie kömmt, da ich meinen Gewährsmann, der vollständig zuverlässig ist, scho- nen muß." So weit unser Korrespondent. Auch von anderer Seite sind uns Mittheilungen ganz ähnlichen Inhalts zugegangen, so daß wir jetzt vollkommen in der Lage sind, selbst vor deutschenGerichten denBeweis derWahr- heit anzutreten. Es unterliegt nicht dem geringsten Zwei- fel mehr: um das Blntgeld von 500 Millionen zu verdienen, und die„für die preußische Städteordnung kämpfende Kom- mune" zu vernichten, hat Fürst Bismarck militärische Maßre- geln treffen lassen, durch welche die, auf die deutsche Neutrali- lät bauenden Pariser überrumpelt, und an das Messer der internationalen Gesellschaftsreltungs-Banditen geliefert wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach waren sogar die Bomben, durch welche ein paar Hundert Häuser in Paris zerstört oder beschädigt wur- den, zum Theil deutscher resp. preußischer Herkunft. Bon pr-u- ßischen Militärs wird uns nämlich auf das positivste versichert, es seien den VersaiUern Anfang Mai für die bevorstehende Haupt- und Staatsaktion mehrere preußische Batterien »erkauft, geschenkt oder geliehen worden. Der hel- denznüthige Spion Ducatel ist von dem Erzlügner Thiers nur erfunden worden, um diese, für das internationale Gefellschafls- relterthum so wenig ehrenvollen Thatsachen mit einem romanti- schen Nebel zu umhüllen. In Berlin wird vom 1. Oktober eine billige Ta geS- zeitung erscheinen unter der Redaktion des Herrn Lübeck, welcher jetzt den„Deutschen Demokrat" in Kaiserslautern redigirt, und des Herrn Vogt, früheren„Mitredakteurs" der „Zukunft". Bei der bewährten Tüchtigkeit der beiden, uns politisch nahestehenden Männer— dürfen wir erwarten, daß das neuzugrllndende Blatt seine Bestimmung erfülle, und ge- sunde politische und sozialistische Grundsätze unter der Masse oer Berliner Bevölkerung verbreiten wird. Leicht freilich ist das nicht auf einem Terrain, wo Menschen von dem Charakter und der Vergangenheit eines Held im Stande sind, ton- angebende Rollen zu spielen. Wie wir aus London erfahren, sind WroblewSki, onguet und Bastelica glücklich dort angekommen. ') Ein Druckfehler in verschiedenen Blättern läßt die Summen auf 25 und 13 Millionen täglich ausschwellen! Fortsetzung auf Seite 4. Zur Grwnerung für die deutschen Mordspatrioten. 1806—1807. (Fortsetzung.) Kapitulation Nr. 14.— Hameln. Kurz vor Ausbruch des Krieges, beim Abmärsche Blüchers aus Westphalen, verblieben die dort zurückgelassenen Truppen unter dem Befehl des Generallieutenants Brüsewitz, der„auf sein Ansuchen den Abschied erhielt". Mit seinem Kommando wurde der Generalmajor Lccoq betraut.„Dieser General stand noch im kräftigsten Mannesaller, genoß das besondere Vertrauen i des Königs, unv hatte einigen Ruf in der Armee erworben." Unters seiner Leitung war Westphalen„aufgenom- men" und die Karte dieses Landes ausgearbeitet worden, weß- wegen man besondere Terrainkenntniß bei ihm voraussetzte. Ein General Hagken, bisher unter Brüsewitz's Befehlen, wollte sich„als älterer General" dem Lecoq nicht nur nicht unter- ordnen, sondern verweigerte ihm sogar jede Unterredung. So stand es um die Subordination! Als die Nachrichten vom unglücklichen Ausgange der Schlachten an der Saale eintrafen, zogen sich Lecoq und Hag- ken auf Hameln zurück. Jener bezog Kantonirungen in der Nähe der Festung. Kommandant von Hameln war der Generalmajor und Jngenieur-Brigadier Schöler,„ein 7S-jährigex Greis, körper- lich und geistig völlig abgestumpft, daher auch schwer von Ent- schluß und äußerst ängstlich". Platzmajor war der Hauptmann Markoff, Artillerieoffizier vom Platz der Major Grossin; ihm beigegeben der Major Schulz. Kommandant des Fort George ivar der Oberst Kaprivi. Die Besatzung bestand schließlich aus 5000 Mann, an Lebensmitteln war für 72 Tage genug'vorhanden. Am 10. November wurde bereits ein Parlamentär und Gefolge, alle mit unverbuudenen Augen, in die Festung einge- lasten. Es war der Divisionsgeneral Loison, der ein Schrei- den des Königs von Holland an den General Lecoq über- brachte, worin dieser zur Uebergabe gegen freien Abzug auf- gefordert wurde. Im Weigerungsfälle sollte die Stadt in 24 Stunden eingeäschert werden. Der preußische General wollte für sein außerhalb der Festung gelagertes Korps auf den Vor- schlag eingehen, jedoch machte er die Bedingung, der KonMan- dant von Hameln sollte sich ihm anschließen. Dieser berief „alle Generale und Kommandeure, mit Ausnahme des Obersten Kaprivi," um ihre Ansicht zu hören. Sie waren zur Kapitu- lation geneigt. In den Unterhandlungen, die nun zwischen den beiden Hauptquartieren eingeleitet wurden, suchten die Franzo- sen ihre Gegner durch Fälschungen von Dokumenten zu über- listen, so daß sie sich zerschlugen. Als das Gerücht von einer abgeschlossenen Kapitulation zu den jOsfizieren der Garnison gelangte, mißbilligten sie laut das ganze Verfahren, und mach- ten durch den Major Beaufort vom Regiment Hagken Gegen- Vorstellungen. Der Oberst. Kaprivi zog seine Truppen aus der Stadt ins Fort George und widersetzte sich, da er von keiner Uebergabe hören wollte, den Anordnungen des Kommandanten. Feindliche Offiziere gingen indessen ungestört bei diesem aus und ein. Am 12. wiederholte der König von Holland unter Drohungen seine Forderung, indem er den Fall Magdeburgs und die Blücher'sche Kapitulation von Rattkau mitthcilte. Am 13. November versprach der Kommandant dem Obersten Ka- privi, sich vor dem 20. Dezember, bis wohin die Lebensmittel reichlich genügten, in keine Unterhandlung einzulassen. Wegen deS sehr schlechten Wetters wurden die 4000 Mann Lecoq's in der Stadt einquartirt und die Lagermagazine geräumt. Man erhielt auch vom General Michaud Anzeige, daß er den Ober- befehl an Stelle des Königs von Holland übernommen, und Hohenlohe bei Prenzlau, wie auch die Festungen Stettin und Küstrin kapitulirt hätten. Streifereien und Rekognoscirungen der Besatzung brachten Nachrichten ein, die mit Bestimmtheit annehmen ließen, daß das vom General du Monceau, der den Michaud abgelöst halte, befehligte Belagerungskorps nicht über K000 Mann zählte. Eine Deputation des feigen Hannöver- schen Landeskollegiums„wurde auf Anrathen des Generals Le- coq vom Kommandanten nicht angenommen, so daß sie ihr Gesuch um Schonung der Stadt durch Uebergabe an den Feind schriftlich einreichen mußte". Am 18. November erschien als Parlamentär der hollän- dische Oberst Stedtmann,„der geläufig deutsch sprach", drückte den Zorn Napoleons über die Zögerung der Generale aus, und forderte unter Drohungen die sofortige Kapitulation. Le- coq schrieb nun an du Monceau, wenn bis zum 20. Dezember kein Ersatz einträfe, sollte die Festung übergeben werden;„ein Parlamentircn auf einer anderen Grundlage werde verbeten". Am 19. meldete der französische General Savary dem Kom- Mandanten, daß er zum Befehlshaber des Belagerungskorps er- nannt sei, und obgleich er auf die von Schöler und Lecoq ge- stellten Bedingungen nicht eingehen wollte, wurde dennoch eine Zusammenkunst für den nächsten Tag, den 20., festgesetzt. Von den höheren preußischen Offizieren war es nur der Oberst Kaprivi, der taub gegen entmuthigende Einflüsterungen blieb. Es ritten zum Rendezvous mit Savary die Generale Schöler, Hagken und Lecoq und der Oberst Heyn; sehr bald schickt man nach dem Oberst Kaprivi. Außer der gewöhnlichen, unter den Verhältnissen natürlichen, auf die Lage der Feinde ange- wandten� Schwarzmalerei, log Savary, als kaiserlicher militä- rischer Erzstieber, auch die Preußen noch an, indem er behaup- tete,„daß Glogau und Breslau bereits kapitulirt hätten". Als Kaprivi eintraf, war die Uebergabe bereits eine abgemachte Sache;„er antwortete nur durch Thränen." Die preußischen Generale ritten zur Festung zurück, in der sich das Gerücht von der Kapitulation schnell verbreitete und einen Aufruhr der Offiziere zur Folge hatte. Schon be- vor sich sämmtliche Stabsoffiziere auf den Befehl des Kom- Mandanten bei ihm versammelt hatten, war der General We- dell, während der Abwesenheit Schölers das Oberkommando führend, vom Major Eller, Oberst Renzel und Oberst Oertel aufgefordert worden, sich der Kapitulation zu widerfetzen. Er antwortete:„Kennen Sie nicht die preußische Subordination? Das ist Sache des Kommandanten und des Generals Lecoq, die haben Alles zu verantworten." „Als die Stabsoffiziere beim Kommandanten Schöler bei- sammen waren, theilte er ihnen die abgeschlossene Kapitulation mit, und der General Lecoq beeilte sich, dir unglückliche Lage des preußischen Staats, die zu diesen: Schritt vermocht habe, im grellsten Lichte darzustellen. Fast alle Stabsoffiziere sprachen gegen die Kapitulation, besonders die Obersten Oertel und Bä- renstein vom Regiment Lcttow, so daß die heftigsten Szenen herbeigeführt wurden. Bei den Bemühungen, die Eemüther zu beruhigen, entschlüpften dem Kommandanten die bedenklichsten Worte über die Existenz dcL preußischen Staats, und der Ge- neral Lecoq fragte den Obersten Oertel, ob er hinausgehen wolle, eine bessere Kapitulation abzuschließen. Dem General Wedell, der auf den Punkt der Subordination zurückkam und die Stabsoffiziere sogar für betrunken erklärte, erwiderte der Oberst Bärenstein, daß er nicht glauben solle, sein Regiment, das bei Jena fortgelaufen, sei in der Festung, worauf der Kom- Mandant dem Obersten Arrest ertheilte, dieser ihn: aber den Degen vor die Füße warf. „Mittlerweile waren auch- viele jüngere Offiziere in das Zimmer gedrungen, und verlangten tumultuarisch die Zurück- nähme der Kapitulation. Der Jngenieurlieutenant Rhade zog den Degen und schwur, sich bis auf den letzten Blutstropfen zu vertheidigen, wenn die Kapitulation zurückgenoinmen würde. Seinem Beispiele folgten fast alle Offiziere, ältere und jüngere. „Während dies im Innern der Kommandantur vorging, hatte sich auch eine Menge Soldaten vor dem Hause versam- melt, die laut murrten und schimpften. Der alte Komman- dant wurde besorgt und wünschte die Kapitulation abändern zu lassen; doch der General Lecoq erklärte: der Offizier wage sein Leben, der das Schreiben dem General Savary überbrin- gen würde, da derselbe erklärt habe, er werde den zehnten Of- fizier erschießen lassen, wenn die Kapitulation nicht gehalten würde. Als sich nun sogleich mehrere Offiziere erboten, den Brief zu überbringe», sagte der General Lecoq, daß er bereit sei, dem Feinde ihren Willen und ihre Kräfte zu zeigen." Dies that er, indem er dem Savary einen Lügenbrief schrieb, worin er verlangte, man sollte den Offizieren ihren Lebens- unterhalt für immer oder doch für einige Zeit sichern, und die Soldaten in ihre Heimath zurückkehren lassen.„Bon solchen Bedingungen hatte indessen Niemand gesprochen, sondern man wollte allgemein freien Abzug oder weitere VerlheidiguAg." „Ter Lieutenant Hugo vom Regiment Lettow brachte den Brief hinaus. Er wurde sogleich arretirt, und der General Savary drohte, ihn am Fuße des Glacis erschießen zu lassen." Dieser Savary war nämlich einer von den Erschießern saus phrase; er hatte dem über den Herzog von Enghien abgehal- tenen Kriegsrath präsidirt. In den Siraßen wuchs der Soldatcntumult, die Leute „berauschten sich, zerstreuten oder verkauften die Lebensmittel, schössen die Gewehre in den Straßen ab, besonders gegen das Haus des Kommandanten." Sehr bald waren sie fort, Alle zur Stadt hinaus in die nahe, westphälische Heimath gelaufen und gaben sich später„für Deserteure aus, um der Kriegsge- fangenschaft zu entgehen, während in der That höchstens 20 Mann in der Zeit der Berennung desertirt waren. Mehrere Bürger und Soldaten waren durch das Gewehrfeuer verwundet und getödtet worden." Am 21. antwortete Savary auf das Lecoq'sche Schreiben mit einem Drohbriefe, und da die Soldaten entlaufen waren, konnte an eine Vertheidigung gar nicht mehr gedacht werden. Die Franzosen nahmen Besitz von der Festung. „So fiel Hameln, im vollkommenen Bertheidigungszu- stände mit einer Garnison von fast 10,000 Mann, mit Vor- räthen auf längere Zeit— ohne die großen Vorräthe der Bürger— in die Hände eines nur 6000 Mann starken Fein- des, der an Geschütz außer 6-pfündigen Kanonen nichts als 3 alte 30-pfllndige Hängemortiere besaß, die er erst aus Rinteln herbeigeholt hatte". Der Generalmajor von Höpfner erwähnt nicht, was doch besonders hervorgehoben werden sollte, daß die Kapitulation ab- geschlossen wurde, ohne daß vorschriftsmäßig ein Kriegsrath be- rufen worden wäre. Einen Vergleich mit Leuten wie Schöler, Lecoq, Hagken und Wedell halten selbst der dumme Bombardier Leboeuf, der Jugendlehrer Frossard und der Papalino de Failly aus, von Coffinieres, Changarnier, Bazaine und Bourbaki gar nicht zu reden.(Fortsetzung folgt.) tt.«. Justiz. Leipzig, den 16. Aug. Die„Kölner Zeitung" bringt„aus Süddeutschland" eine Korrespondenz über die Verstärkung des Bundesoberhan- delsgerichts durch vier neue Mitglieder in den Personen der Herren E>r. Puch elt, Wernz, Dr. Marquard Barth und Prof. Dr. Römer, der auch im hiesigen„Tageblatt" Auf- nähme gefunden hat und der uns caher auch zu einigen Be- merkungen veranlaßt.'-- Sie bemerkt über die beiden letztgenannten Räthe Fol- gendes: „Die beiden anderen neuen Räthe, Dr. Marquard Barth und Prof. Dr. Römer von Tübingen, stehen dem französischen Rechte fern; aber sie bringen in so fern neue Elemente in da�Kollegium, als in dem einen Falle ein gewiegter Prakti- ker, in dem anderen ein anerkannter Theoretiker des gemeinen Rechts die geistige Kraft unseres künftigen Reichsgerichts ver- stärkt. Daß beide, der Eine längere, der Andere kürzere Zeit, im politischen Leben thälig gewesen sind, vermindert ihreTüch- tigkeit für das Richieramt gewiß nicht. Das Rechtsleben ist ja nur ein Abbild und juristischer Niederschlag der gesammten vielgestaltigen Gesellschaftsbeziehungen, und eben der entschie- denste Parteimann im politischen Leben pflegt sich auf der Richterbank gerade um des Gegensatzes willen durch die aus- gesuchteste Parteilosigkeit auszuzeichnen. In England und Nordamerika, wo fast regelmäßig die politische und parlamen- tarische Thätigkeit das Durchgangsstadium für die höheren Richterstellen ist, hat sich diese Erfahrung wieder und wieder bestätigt.*) Wir glauben, daß Süddeutfchland nach seiner jnri- stischen Seite durch diese Ernennungen im höchsten Gerichtshöfe der Nation wohl vertreten ist und das Zusammenarbeiten von Süddeutschen und Norddeutschen innerhalb dieser Reichsbehörde ein weiteres Bindemittel zwischen den deutschen Stämmen sein wird." *) Der Vergleich ist durchaus unpassend, da in England und Amerika die Parieien wechselsweise zur Regierung gelangen, und so der ojscnbnre Nachtheil der Berufung von Parlcimäiinern ausgeglichen wird. A. d. Verf. Es ist gewiß deutlich genug daraus zu lesen, was mit diesen Redensarten gesagt sein soll: Die Herren Barth und Römer verdanken ihre Ernennung nicht den Fachkenntnissen, welche für das Bundesoberhandelsgericht erfordert werden und befähigen sollen, sondern ihrer Thätigkeit als nationalliberale Agitatoren in Süddeutschland, als Pioniere der preußischen Herrschaft unter den„süddeutschen Brüdern". Daß der Herr Dr. Marquard Barth eine hervorragende juristische Capacität sei, dafür dürfte sich kaum eine Stimme erheben. Was aber den Hrn. Prof. Dr. Römer betrifft, so hat derselbe im Laufe der- letzten Reichstagssession, wie die letzten Reichstagsberichte an die Hand geben und uns außerdem privatim mitgetheilt wurde, vollständig Fiasko gemacht. Plan wird sich entsinnen, wie seine in Frageform geklei- beten Bemerkungen zur Diätenfrage, Abgeordnete aller Par- teien, auch der nationalliberalen, dazu verleiteten, auf eine Frage bald mit„Ja!" bald mit„Nein!" zu antworten, so daß der gemüthliche Herr Simson dem Redner nicht anders zu Hülfe kommen konnte, als dadurch, daß er zur großen Heiterkeit des Reichstags das Frage- und Antwortspicl mit der Bemerkung unterbrach, man möge dies Ja! und Nein! bis zur namentlichen Abstimmung lassen. Ein anders Mal sprach Herr Dr. Römer von der großen Staatsweisheit der alten Römer, und rief durch den großen Krontrast mit der Slaatsweisheit des jungen Römer eine große Heiterkeit hervor. Ein drittes Mal bedankte sich der loyale Mann für die große Humanität, mit welcher der Bundesrath die Reichstagsmitglieder in der unmittelbaren Nähe seines Tisches dulde; ein viertes Mal perorirte er in einer Weise, daß in seiner Nähe ein Abgeordneter, den Niemand für einen De- mokraten oder Störenfried halten wird, der sächsische Abgeord- nete Ackermann, äußerte:„den Mann muß man unmöglich machen"!--- Und einen solchen Mann ftnacht man zum Mitglied deS obersten Handelsgerichtshofes, der durch Unabhängigkeit und Fähigkeit allen andern überlegen sein soll! Man muß sagen, dem— Handelsstande, der fast überall in seiner großen Mehrheit durch preußische Sympathien ge- glänzt hat, wird diese �Sympathie in eigenthümlicher Weise vergolten, wenn solche Männer zur Pflege und Ausbildung des Handelsrechts berufen werden! Diese Ernennungen stehen übrigens nicht vereinzelt da. Man wird sich entsinnen, daß zu den Secretärstellcn ein preu- ßischer und ein sächsischer Beamter berufen, wurden. Die erste Stelle, welche unseres Wissens 1800 Thlr.'ährlichen Gehalt gewährt, d. h. soviel als in Sachsen ein Appellationszerichts- rath erhält, wurde einem preußischen Beamten zu-jetheitt, der unseres Wissens nicht einmal studirt hat, die zweite aber, die unseres Wissens 1500 Thlr. Gehalt gewährt, Hrn. v. Tllmp- ling, früher in Reichenbach, dann am Leipziger Handelsgericht Referendar. So iveniz wir an den Verdiensten des preußischen Ge- ncrals v. Tümpling auszusetzen haben, von Herrn Referendar v. Tümpling ist uns nicht bekannt, daß er sich in Reichen- dach durch ein Uebermaß von iuristischen Kenntnissen, Fleiß und durch einen alle Anderen überstrahlenden Lebenswandel ausgezeichnet hätte. Ob er sich später in dieser Beziehung vervollkommnet und in Leipzig dem Ideale des alten deutschen Rechts genähert, welches, um das Erforderniß der Unabhängigkeit zu charaklerisiren, sagt: der Richter solle sein, wie ein brüllender Löwe, das lassen wir dahin gestellt. Wir meinen aber, es habe in Sachsen Hunderte, außerhalb Sachsens Tau- sende von fähigen Leuten gegeben, die solchenfalls hätten in Vorschlag gebracht werden können. Wohin eine solche Vergebung der wichtigsten Stellen der Justiz führt, das haben wir an dem kaiserlich-französischen Re- giment gesehen. Wir möchten wünschen, daß wir und mit uns Viele der noch jetzt Lebenden nicht in den Fall kommen möchten, gleiche Folgen in Deutschland zu erleben.**) Die gestieb erte Amnestie scheint gewissen Leuten, die wir über derlei Anwandlungen erhaben dachten, doch etwelche Kopfschmerzen zu verursachen. Wir schließen dies aus nach- stehender Expektoration, deren sich ein beliebiger Berliner Preß- turko soeben in dem Bismarcksschen Leiborgan(der„Nord- deutschen Allgemeinen Zeitung") unter der Eliquette Paris endledigt hat: „Sic werde» mir noch eine kleine Excnrsion auf das Gebiet des Völkerrechts vergönnen, um zu beweisen, wie wenig die heuligen Fruit- zoscn davon verstehen oder, wie sie die Bestimmungen desselben adsicht- lich zu verdrehen suchen.» Bekanntlich haben die Sozialdemokra- ten Bebel, Liebknecht und Consorlen gegen Ende vorigen Iah- res es gewagt, nicht eiwa nur die preußische Poliiik zu tadeln, son- dern während des Krieges den Versuch gemacht, das Naiionalgefühl zu verhöhnen, den Truppen vorzulügen(?)»'*), daß man sie in einem unge- rechten Kriege hinschlachten wolle, den Haß und das Miilrauen deS Volkes gegen den König»nd die Regierung zu erregen, offen ihre Sympathien mit dem LandeSfcinde anszusprechen und dafür von die- fem eine Beglückwllnschung-adreffe nicht nur zu empfangen, sondern anzunehmen, und sich dieser vom Feinde für ein solches Verfahren er- haltenen Belohnung noch zu rühmen, kurz, den deutschen Namen, so viel an ihnen war, mit Schmach zu bedecken. Für diese Handlungen, welche zusammen dai Verbrechen des Hochverraths(?)t) darstellen, werden die Betreffenden nächstens vor den Assifen zn erscheinen haben. Daß kein ehrenhaftes deutsches Journal die Partei von Hochverrathern ergreifen wird, ist vorauszusehen; aber ebenso begreiflich ist es, daß die französischen Blätter die Vertheidigung jener Renegaten und Friedensfreunde übernehmen, wie seinerzeit ein französischer Beamter ihnen offiziell oder offiziös den Dank Frankreichs für Jchrcn Vatcrlandsoer» rath ausgesprochen hat. Die„Berits" vom 6. d. M. widmet denn auch di.sen inlercssanten Opfern, welche„iumitteii einer servilen, wahnsin- nigen Versammlung(so wird der Deuffche Reichstag genanut)1"j-) sich *') Der Wunsch ist natürlich ein„frommer Wunsch".— Das Deutsche Empire muß auch auf diesem Gebiete in die Fußstapfen deS französischen Kaiserreichs treten. Gleiche Ursachen, gleiche Wirkungen. Red. d.„Volksst." *•*) Fragezeichen des„Volksstaat". 1) Fragezeichen der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", aus der wir den Stieber'schen Erguß abgedruckt haben, und die gerade einem Anfall von Geistesabwesenheit unterworfen gewesen sein muß. EnttUtloeuuizue bonus ciormitat llomerus— auch der geübteste Denunziant hat seine schwachen Minuten. -rl") Stoßseufzer der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" über diese unwissenden Franzosen, die nicht einmal wissen, was in Deutschland jedes Kind weiß: daß der Berliner„Reichstag" aus lauter Brulussen besteht, die für die Freiheit glühen, stets ihre 5 Sinne zujaaiuien haben, und ganz und gar unfähig sind, gleich den„verkommenen" französischen Parlamentsinaineluckcii, durch geballte Fäuste und Gajsenbubenruft (z. E. Haut ihn! Raus!!) ihre Meimmgsoerschiedenheil zu bekunden. umthlg erhoben, um die Eroberungspolitik und gewaltsame(!)*) An- neyion von Elsaß und Lothringen und die kaiserliche Diktatur zu brandmarken", einen besondern pathetischen Artikel, an dessen Schlüsse es wie folgt heißt:„Bisher ist es stets gebräuchlich gewesen, am «chlusse eliies Krieges für alle die Verurtheilungen von Handlungen, die mit den Feindseligkeiten in Beziehungen standen, eine' Amnestie zu ercheilcn und den obschwebenden Prozessen keine Folge zu gebe». Indem die Berliner Regierung trotzdem die Leipziger Republikaner verfolgt, zeigt sie den übrigens in ihrem Charaktei liegenden Mangel an Edelmulh." Abgesehen von dem albernen(?)♦♦) Ausfalle gegen die preu- ßische Regierung zeigt der anonyme(1)***) Artikelschreiber, daher allerdings die Glocken hat lämen hören, aber nicht weiß, wo sie hängen. Wen» man auch die Ansicht, welche Coccejus in seiner Dissertation.,11s postliininio in pace et amnestia" ausspricht, nämlich, daß jede Am- nestie ausdrücklich im Friedenstractate ausgemacht werden müsse, nicht th-ilt, so muß doch der Ausspruch Battel's(Buch 4, Kap. 2) und an- derer Völkerrechtslehrer gelten: daß„nur das, was den Krieg veran- laßt hat oder Zweck desselben war, von der Amnestie profitiren dürfe". Da nun aber die Herren Bebel, Liebknecht und Consorten den Krieg Nicht verursacht haben, auch ihre sozialen Doktrinen nicht Gegenstand oder Zweck des Krieges waren, sondern da sie die bereits bei ausge- brochenem Kriege über denselben in ver Kammer entstandenen Debat- teul-) benutzten, um eine Handlung des Hoch- und Landesverraths-j-j-) durch Wort und Schrift zu begehen, so sind sie so ipso und selbstverständ- sich von der mit dem Friedensschlüsse verbundenen Amnestie ausge- schlössen, und die ipsekeeit- Theorie des ftanzösischen astrocati stiadoli ist unrichtig und hinfällig." Unser Berliner Preßturko hat offenbar noch zu lernen, daß es übelriechende Dinge giebt, die man nicht berühren kann, ohne sie noch übelriechender zu machen. Doch freilich— er folgt ja nur höherer Ordre und darf nicht erst fragen, ob sich's um reinliche Arbeit handelt. Was nun die Bemerkungen der„B�rite" anbelangt, so mußte unser Preßturko sie natür- lich mißversteh»— dafür ist er Vezahlt—, aber er hätte sie doch etwas verständiger mißverstehen sollen. Gerade so wenig, wie den neun Zehnteln der deutschen Zeitungen und des deutschen Publikums, die nach dem Krieg mit Frank- reich eine Amnestie erwarteten, ist es der„V6ril6" eingefallen, an eine völkerrechtlicheFriedens-Amnestie zu denken. Das woran man in Deutschland dachte,(und was auch die„Berits" im Auge hatte) war eine gewöhnliche politischeAmnestie — eine Amnestie, wie sie Regierungen bisher nach einem glück- lichen Kriege zu ertheilen pflegten(z. E. Bonaparte nach dem Krimkrieg und nach dem Jtalienerkrieg), umder Welt zu zeigen, daß sie sich von ihrcmVolk nicht mehr fürch- t e n. Wenn die„Berits", von„Handlungen"„spricht",„die mit den Feindseligkeiten in Verbindung standen", so thut sie dies offenbar nur, weil für solche„Handlungen" die— Anständigkeit einer Amnestie am handgreiflichsten zu Tage tritt; und daß der Leipziger Hochberrathsprozeß mit den„Feindselig- keilen" nicht nur in„Verbindung stand", sondern sogar eine direkte Folge derselben war, plaudert ja der Herr Preßturko selbst mit rührender Naivetät aus. Summa summamm: der Herr Preßturko hätte sich seine Citate aus Coccejus und Battel ersparen können, mit denen er elendiglich neben die Scheibe schießt. Und nicht blos das deutsche Publikum und die„Verite" haben an eine gewöhnliche politische Amnestie gedacht. Oder war es etwa eine Amnestie nach Coccejus und Lattel, welche die preußi sche Regierung beabsichtigte, als sie im vorigen März das Amnestie-Dekret ausarbeiten ließ, welches nachträglich zurückgenommen ward?. � Und die Amnestie, welche Ka!ser-Kv mg Wslhelm vor 14 Tagen in Ems erlassen hat— ist sie etwa eine Amnestie nach Coccejus und Vattel? Freilich, sie gilt nur— den Wald- frevlern und Wilddieben.--- O ei tacuises! O hälfst Du geschwiegen still, und den Mund gehalten fein, lieber Preßturko von der Spree! Wir aber benutzen Deine unglückliche Expektoration, um von Äteuem zu erklären, daß die Sozialdemokratie weder Amnestie nimmt noch giebt; und um von Neuem die Thatsache zu konsta- tiren, daß das„Neue Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte" sich trotz seiner„beispiellosen Erfolge und Siege" nicht einmal stark genug fühlt für die schauspielerische Großmuth eines Bo- naparte.—_ Zum Dresdener sozialdemokratischen Partei-» ongrcs;. Aus den grjchlosfenen Sitzungen theilen wir nur das Wesem- üchsie in aller Kürze mit, die Parteigenossen auf das in Bälde er- icheinende ausführliche Protokoll verweisend. Der Ausschuß-Schriftführer Heiden, ann bemerkt in seinem Gericht, daß die freiwilligen Beiträge einen größeren Betrag in der Gesammteinnahme ausmachen, als die regelmäßigen Steuern. Parteikassirer Burckhardt sieht sich, nach Darlegung der Finanzvcr- hällnifse der Partei, leider genöthigt, die Bemerkung zu machen, daß Nur 53 Orte zum größten Theil ihre Steuern bezahlt, nahe an 1age des„Bolksstaat" sei 4200. Ein spezieller Nachweis über den �chriftenverkau s lasse sich jetzt noch nicht geben, weil die betref- ienden Bücher sich noch in den Händen des Staatsanwalts befinden. Götze(Ncujtadt) stellt den Antrag, in Zukunft bei den Kon- ßressen keine öffentlichen Sitzungen mehr abzuhalte», damit die Kunze Zeil für innere Angelegenheiten verwendet werden könne. Der Antrag wird nicht hinreichend unterstützt.— Auf eine Interpellation, warum der W a l st e r' s ch c Roman, dessen �eröjfentlichung im„Bolksstaat" begonnen war, nicht mehr erscheine, 'tklärt Hepner, daß die Fortsetzung des Romans(welcher, ohneHin- fttziehung der Redaktion, vom Braunschweiger Ausschuß für das Mrteiorgan bestimmt worden war) in der Weife, wie er dem„Volks- llaat" beigelegt wurde, mindestens 2 Jahre in Anspruch genommen Und 200(1 ihlr. Druckkosten veranlaßt haben würde, worüber man sich nider erst sehr spät klar geworden sei. Bebel bemerkt sodann, daß *) AuSrusungSzeichen der„Norddeutschen Allgemeiuen Zeitung", Welche Zündnadelgewehre, Bomben und Granaten offenbar mit unter Jjie gütlichen Mittel rechnet, und demgemäß in den Metzeleien um "ied, den, Bombardement von Sttaßburg und dergleichen argumentis � homiuem bloß zärtliche Liebeswerbnngen erblickt. **) Fragezeichen des„Bolksstaat." .**♦) Ausrufungszeichen des„Bolksstaat". Woher die Verachtung ?Utr die„anouhwen" Artikelschreibcr, Herr Anonymus? Selbster- «nntiuß? f) O Du enfant ternble, von einem Preßtm ko! Es sei Dir �Usendmal gedankt, daß Du das Gcheimniß unseres Hochverraths- fiozesses so muthig aus der Schule geschwatzt hast. Also weil wir„die IK der Kammer(„Reichstag") entstandenen Debatten benutzten"! Wir Jjlttn das längst gewußt, aber nimmer geglaubt, daß man so— ehrlich »> würde, es zu jagen. t tt) Hoch- und Landes verrath— o Gnade! Gnade! Wir haben i? Noch kerne Könige fortgejagt und keine Verfassungen umgestürzt! > ir sind ja nicht in Viarritz gewesen! Wir haben ja nicht mit „Erbfeiud" Jahre lange„dilatorijchel' Verhandlungen gepflogen! ■''o Anade, Gnade, guter Preßturko! ! der Walster'sche Roman, sobald das beabsichtigte literarisch« Unternehmen ins Leben getreten ist, ohne Schwierigkeit zur Herausgabe gelangen wird, und zwar derar, daß sowohl der Autor als auch die ! Besitzer der ersten Lieferungen ,ufnedengestellt werden können. In einer spätere» Sitzung wird schlössen, den, neuen Ansschnß auszu- geben, für die Herausgabe des BZalstefschen Romans in Lieferungen Sorge zu tragen. Der Antrag der Eölner Parteigenossen, den„Bolksstaat" einen Tag früher erscheinen zu lassen, wird abgelehnt, nachdem Seitens der Redaktion und Expedition die technische llnauskührbarkeit dieses Verlangens unter den demligen Verhältnissen dargestellt worden. Gleichfalls abgelehnt wird de.Kolnir Antrag, betreffend die Wieder- Herstellung des in Eiscnach beschlojenen und in Stuttgart abgeschafften 88, welcher die Gründung von Lok-bereinen anempfiehlt. Zum Breslau er Antrag, betreffend eine 14tägige ökonomische Beilage zum„Bolksstaat", beaateagk Hepner Vertagung dieses An- träges bis zum nächsten Kongreß da die Redaktion— abgesehen von den materiellen Schwierigkeiten, welche die Ausführung de« Breslaner Antrags vor dem Jnslebentretei des literarischen Instituts mit, sich brächte— augenblicklich durch Arbeiten mechanischer Art— wie z. B. Korrekturlesen— so überbürdet ei, daß sie die Ausführung des Bres- lauer Antrags nicht übernehw-u könne. In der folgenden Sitzung beantragt Bebel die Ablehnung des Breslauer Antrags(geschieht) und dafür zu beschließen, daß sas Parteiorgan öster Abhandlungen rein ökonomischen Inhalts verösentliche. Dltser Antrag sowohl, wie der andere von Bebel gestellte, daß die Redaktion zu Beginn jedes Quartals das Parteiprogramm an der Spitze des Blatts veröffent- lichen soll, wird angenommen. DerAntrag Bebels, den Parteinamen in„sozialdemokratische Partei umzuändern, wird bis zum nächsten Kongreß ausgesetzt. Der Antrag Biedermannes betreffend den Austritt aus der Landeskirche, wird bei einer zweimaligen, längeren Diskussion durch Uebergang zur Tagesordnung Ledige. Die RonSdorser Anträz.. bei den Wahlen nur entschiedenen Partei- geiiossen die Stimmen zu g.rien, zowie: der Pariser Kommune als Borkämpferin des P rvlctariais■ tz, fern Dank auszusprechen, werden angenommen.- � Der Mitwei daer A..u.z, betreffend die Agitation, wird ange- nommen. Die Untersuchung über die Verwaltung de« Dresdener prov. Aus- schusscs und über die Bkrpsnchämgen der Partei gegen die früheren Herausgeber des Augsburger..Proletarier' wird einer Berliner Eommisfio» übertragen. Der Hamburger Antlag jdas ist der modifizirte Leipziger An- trag) betreffend die Einsetzung einerF i n a n z ko m m i s si o n des„Voltsstaat" wird angenommen. Ter Antrag von Müll«."(Hainburg), betreffend das produktiv- geschäftliche Vorgebe» seuens per Partei wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledig l. Da die„Geschäftsordnung' äir die Partei und den Ausschuß, welche auf dem Kongreß angenommen iporden ist, demnächst den Mitgliedern — und zwar gegen bei. szinug?-» Entgelt der Herstellungskosten— zugänglich gcniacht werden wird,)- fitz« das beabsichtigte literarische Unternehmen, resp. die Genosie,-fts-Druckerei erst die nächsten Wochen eine Entscheidung herbeisühren stnt-en, so können wir ans die ausführliche Mittheilnng der hierüber gchsiogcnen Debatten um so mehr ver- zichten. als die Frage der Aeuojsenschasts-Druckcrei ganz speziell im „Volksstaat"(mit Rücksicht aus die Kongreßverhandlungen) zur Sprache kommen wird. —_ Bcrlt», 19. August,(Zum Maurer-Strike.) Fünf Wochen sind bcrits vergangen, und immer ist der Sttile noch nicht ganz ent- schieden, obschon jetzt bei sehr vielen Meistetu, welche unseren Forderungen nachgekoinmen sino, die Arbeit ausgenommen ist. Auch werden von den Meistern fast immer diejenigen Gesellen verlangt, welche vor dem Strike bei ihnen arbeiteten, wobei diejenigen schlecht fahren, welche, der allgemeinen Sache zuwider, t ihftzfr dt« StrikeS gearbeitet haben. So wnrde von einem Meister, b-sk Viten Leuten erklärt, sie bekämen für die Uebechnmle b Sgr,, wäbrend fene, welche so lange arisgeholfen hatten, nichts b, kämen; zwar wenig angenehm für diese, aber es wird ihnen eine gute Lehre bei künftigen Strikes sein. Die Zeitimgen schrei- den, wir hätten ungerecht und uns selbst zum Schaden die allgemeine Arbeitseinstellung provocirt; wie recht wir aber hatten, durch dies Mittel die humanen Meisler zu nöthigen, ans die Hartnäckigen für unsere Forderungen einzuwirken, beweist das Borgehen eines Meisters, dem sich gewiß viele andere angeschloffen hätten. Maurermeister Koch hat nämlich das Parlamentsgcbände ziemlich fertig gebracht, und zwar durch Leute, welche den atlgenieinen Beschlüssen zuwider gehandelt; da nun jener Herr aus der größten Klemme ist, nimmt er seine Anfangs gegebene Unterschrist zurück und entläßt jene Leute. Hier bewahrheiter sich das Wort wieder:„der Mohr bat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen!" Zu bedauern ist noch, daß jene Entlassenen sich nicht getrauen, unter die Masse zu trete», sondern sofort zu einem an- der» Meister gingen, wo sie natürlich mit offenen Armen empfangen wurden. In der Bersamnnnlung am 18. rief die Verlesung eines Brieses von Knöllner aus Brandenburg, worin er im Namen der Branden burger Weber zum Ausharren ermahnte, und 31 Thaler schickte, all genieine freudige Erregung hervor, Grottkau hatte auf der Reise von Frankfurt a, O. im Coupee des Eisenbahnwaggons ein Gespräch eines hiesigen Baumeisters unfreiwillig mit angehört, der recht vreist, im Fall die Wohnungsnolh die Arbeiter am 1. Oktober zur Bei- zweiflung triebe, vom Einschreiten besMilitärs mit 50 scharfen Patronen per Mann und Kartätschen gesprochen. Beim Verlasse» des Zuges hatte Grottkau jenen Herrn um seinen Namen gebeten; dieser wurde verweigert, und als die Gegenfrage mit dem Namen„Paul Grottkau" beantwortet wurde, empfahl sich jener Herr schleunigst. Nun, die Arbeiter werden jene», Herrn das Vergnügen des Kartätschen« nicht bereiten, sondern fest und sicher ihrem Ziele zuchreiten. Mit sozial-demokratischem Gruß Sievert. („Neuer Sozialdemokrat.") Berlin. Der Verbandstag der Hirsch-D Uilcker'schen Gc- werkjchastcn findet hier am 26. bis 29, August statt.— Die hiesigen selbst- ständigen Barbiere haben beschlösse», an das Puolikum einen Appel um Zulage zu dem bisherigen geringen Honorar zu richten.— Bezüglich der Agitation der Mal ergeht Ifen heißt es in einer Erklärung, we che die Kommission der Malergehilfeu erlassen hat: „Die Malergehilfeu fordern keine direkte Lohnerhöhiing, sondern nur Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde, Regulirung der Soniitagsarbeit und der Ueberstunde», bei Fortfall der' Vesper- pause. 60 Meister haben sich bereit erklärt, sofort auf die Forde- runge» einzugehen, während eine größere Anzahl Meister verspre- che» bat, nach Beendigung des Manrerstrikes die neue Ordnung in ihren Werkstätten einzuführen. Alle Meister aber, init Ausnahme einer kleinen Anzahl, erkennen die Forderiingen der Gehilfen als gerechte an, und machen die Einführung nur von der Zeit abhängig." DieBuchbindergehilfen agitiren für den 10stündlgen Normal- arbcitstag und eine 25prozc»tlge Lohncrhrhung. Königsberg. Hier haben außer den Schuhmachei F nun die Maurer dieArbeit eingestellt; sie verlangen Kürzung der Arbeits- zeit um 1 Stunde und 1 Thlr. pro Tag.— Lffcnbach. Die hiesigen Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Häuser, Stürz und Wolf sind m Folge einer am 13. d. M. in Bieber abgehaltenen Versammlung, woselbst sie als Redner auftraten, verhaftet worden. Der Grund der Verhaftung ist der landes- und reichsubliche, nämlich„Aufreizung" n. s. w.— Breslau, 14. August. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, mich nicht mehr an der Diskussion über den Stuttgarter Kongreßbe- schluß zu betheiligen, bin ich durch die Ausführungen des Hrn, Uorck in Nr. 65 d. Bl. gezwungen, meinem Vorsatz untren zu werden. Vor ihrer Veröffentlichung war ich wirklich der Meinung, daß der Kongreßbeschluß„für die Hauptaufgabe der Gewerkschaften die Bildung und Förderung gemeinsamer Produktiv- Geschäfte erklärt" und daß er ihnen„ein gemeinsames Borgehen in dieser Richtung empfiehlt". Ich sehe nun, in welcher Verblendung ich mich befunden, den Beschluß nach seinem Wortlaute aufzufassen. Hätte Hr. Norck nämlich auch nur im Entferntesten ayncu können, �daß es nach Jahr und Tag irgend einem Parteigenossen eifffallen würde, dies zu thun, so würbe er ihn wie folgt formulitt haben:„Der Kongreß erklärt sür Hauptaufgabe der Gewerkschaften: die Agitation zur Förderung und Bildung von Produktlv-Genossenschaften mittelst Staatshülfe". In der That hätte er dann einiges Unheil abgewendet, und ich kann ihm nur den Rath ertheilen, für die Folge seinen Meinungen einen präcisen Ausdruck zu verleihen; denn cL gibt leider in unserer Pariei einige Mitglieder, welche nicht dem Talleyrand'schen Ausspruche hul- digen, daß uns Gott die Sprache gegeben, um unsere Gedanken zu verbergen. Wenn aber Herr Korck meint, daß für irgend einen klaren So- zialistcn die Resolution in dieser zweiten Fassung annehmbar gewesen wäre, so befindet er sich in einem geradezu komischen Jrrthum; denn die Errichtung von Produktiv- Assoziationen liegt gar nicht in der Macht der Gewerkschaften, sondern allein in der des Staate», und in dem heutigen Staate, der niemals daran denken kann, jene Bestre- düngen zu fördern,.den Gewerkschaften es zur Hauptaufgabe machen, solche Produktiv-Assoziationen zu gründen, heißt entweder sie zum Um- stürz des heutigen Staates auffordern oder sie verhöhnen. Da aber auch Herr Zorck wissen muß, daß den Gewerkschaften schon der ge< ringste Versuch einer derartigen politischen Wirksamkeit, welche eine Acnderung der Staatsform bezweckt, durch die bestehenden Gesetze un- möglich gemacht ist, so bleibt, so lange Hr. Uorck den Anspruch auf Klarheit in seinem Handeln macht, nur die zweite Annahme denkbar. Aber es war Hrn. Horck— nach seinem eignen Geständniß— zunächst und hauptsächlich darum zu thun, dem damals mehr als nöthia grasstrenden Strikefieber durch jene Resolution einen Dämpfer aufzusetzen. Sonderbarer Dämpfer! Die Arbeiter machen von dem ihnen zustehenden Recht, sich zu koaliren, Gebraiich, um ihre Lage da- mit zu verbessern, sie hauen in Unkenntnis! über die zweischneidige Waffe der Arbeitseinstellungen bisweilen über die Schnur, und die Partei, lanstatt durch eine zweckmäßige Organisation der Gewerkschaf- tcn die übermäßigen Strikes zu verhüten, oder wenigstens zu erklären, vaß durch sie eine dauernde Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse nicht erzielt werden kann, saßt auf ihreni Kongreß eine Resolution, die für Hauptausgabe der Ge»virkschasten die Bildung und För« dcrung von gemeinsamen Produltiv-Geschäften proklamirt. Das heißt doch wahrlich, wie ich in meinem ersten Artikel nachgewieien, der in keinem seiner Theil« bisher widerlegt worden, den Teufel durch Beelzebub austreiben. Die Gewerkschaften haben, wie die? ihre Geschichte in England zeigt, die nicht wegzuleugnende Tendenz, Arbeitseinstellungen zu or- ganisiren, um mit ihrer Hülfe, soweit es die Verhältnisse— d. h. die kapitalistische Produktionsweise— gestatten, einzelne Uebclstände zu befeirigcn. Dies haben die Pariser Arbeiter so sehr begriffen, daß sie bei Etablirung derselben im Frühjahr 1869 ihnen den Namen„Wi- derstandskassen" gaben. Ja sogar Hr.Pork selbst scheint dies zu wissen, denn er wolne nur durch lenen Beschluß„dem damals mehr alh nöthist grassirenden Strikefieber einen Dämpfer aufsetzen". In ae- wisser Anzahl hält auch er demnach die Strikes für nöthig. Und die neuesten Ereignisse bestätigen die Richtigkeit dieser Anschauung. Die Arbeitseinstellungen lassen sich, weil Folge der heutigen ProduktionS- weise, durch keinerlei Mittel aus der Welt schaffen: sie unserer Partei dienstbar zu machen, muß vielmehr unsere vorzügliche Ausgabe sein. Dies kann aber immer nur durch eine streng einheitliche und stramme Or- ganisation geschehen. Die Gewerkschaften werden zu einem Verbände vereinigt, in dessen Leitung sie nach Verhältniß ihrer Mitgliederzahl Delegirte wählen. Diesen unterliegt die Genehmigung eines jeden Strikes, sie ord- nen an, an welchem Orte und in welchem ArbeitSzweige die Arbeit eingestellt werden soll. Durch die Direktion nicht genehmigte Strikes werden nicht unterstützt,— das beste Abschreckungsmittel für die Schma- rotzer in der Arbeiterklasse, die sich aus Kosten ihrer Kollegen eine des- sere Stellung erringen wollen. Ich will hier nicht in's Detail der Organisation eingehen, mögen Andere, die darin mehr praktisch« Er- fahrung haben, dies thun. Einmal die leitenden Grundsätze sestaestellt, wird es bei einigcni Nachdenken nicht schwer fallen, das Gebäude der Organisation aiiszurichten. Habe ich vorhin die Jnszenirung von Strikes als die ultima ratio*> der Gewerkschaften hingestellt, so ist damit jede andere Thätigkeit derselben durchails nicht anSaejchloff'u. In der ersten Zeit ihres Be- ftehenS werden sie vorzüglich� für ihre größtmögliche Ausdehnung Propaganda machen, ihre Mitglieder sozialistisch schulen müssen. Ist dies großentheilS erreicht, so kommt die politische Agitation, die Agitation sür den Ro malarbeitStag, für die Aushebung der Kinder- und Be- schränkniig der Frauenarbeit an die Reihe u. s. w. Um dies jedoch thun zu können, dürfen sie sich nicht mit, ihrem Zwecke fremde» Sachen beschäftigen, haben sie vor Allem eine Ueberanspannung der matenel- len Kräfte der Arbeiter zu verhüten. Nicht werden sie demnach Kran- kenkassen errichten; vielmehr wird es ihr Bestreben sein, die bestehenden Fabrik- und Zwangskassen in ihre Hände z» bekommen und die Jahre hindurch gesteuerten Beiträge der Arbeiter zum Theil für ihre Zwecke zu vcrweiiden. Soll die erfolareiche Durchsührniig aller ihrer Be- strebungen aber gesichert sein, so dürfen nicht, wie bisher, die mittel- mäßigen Talente zu ihrer Leitung berufen werden, sondern es muß den Intelligenzen unserer Partei ein heilsamer Einfluß aus dieselbe eingeräumt werden. Dies sind im Wesentlichen meine Ansichten über die Reorganisa- tion der Gewerkschaften, und muß ich Herrn York schließlich noch be- merken, daß er meinen ersten Artikel gar Nicht gelesen zu haben scheint, wenn er mich sür einen Gegner derselben hält. S. Faerber. Nürnberg. Ich muß Ihnen doch ein Stückchen frechster Ge- meinheit, die aber bei den Nationalschwindlern zur Sitte geworden, erzählen. Am folgenden Tage nach demMar Hir schichen Vortrage erstattete der hiesige„Korrespondent von und sür Deutschland" Bericht über denselben, dabei erwähnend, daß Hirsch die Pariser und Königs- hütter Vorgänge der„Internationalen" aufgebürdet. Hunderte hatten es gehört, es war nicht z» bestreiten. Da brachte auch der„Volks- staat" diese Notiz, und was geschah? Am 6. d. M. erscheint im„Frän- kischen Kurier" in Form einer'Nürnberger Notiz eine Erklärung, die vom„Volksstaat" berichtete Thatsache sei eine Lüge, ebenso hätten die Sozialdemokraten in der Versammlung Lärm gemacht, während es das»ationalservile Gesindel war, das gegen die sozialistischen Re- den tobte, wie immer, wenn es die Uebcrzahl zu haben glaubt. Ge- gen den„Korrespondent von und sür Deutschland" wagten die Leute nicht aufzutreten, weil sie zu sei« sind; der„Volksstaat" aber ist weit »nd wird von Keinem auS der säubern Gesellschaft gelesen, und dann ist es doch Pflicht jedes Käseblatt-Redakteurs, über die Sozialisten mit allen Waffen der Gemeiiiheit herzufaUen, wäre eS auch nur, um Schwarz als Weiß seinem Publikum hinzumalen. Einer der vielen Ohrenzeugen sandte der Redaktion des„Kurier" eine kurze Berichti- gung, aber die noble Redaktion, deren wahre Seele ein Dr. Rauhen- zähster, Schwiegersohn des Eigenthümers Tümmel, nah», dieselbe nicht aus.**) ÜB. An diesem Blatte war vor circa 20 Jahren der fetzige Reichsrath und Hauptsabrikant Cramer, der sich„Cramer- Klett" nennt(eine alte Frau Kiett hatte dem jungen Manne ihr be- deutendes Vermögen zugebracht und kinderlos hinterlassen), auch ein- mal Redakteur. Das„Direktoriilni"(eigentlich der erste Borfitzende A. Essenwei») des Germanischen Museums hatte in einem Bittgesuche größte» Maßstabes an den Bundesrath des„deutschen Reichs" die bescheidene Frage gerichtet, ob Hochderselbe nicht aus der allerhöchsten Kriegsent- schädianiig die Schulden des Museums bezahlen, die»och unvollen- beten Gebäude ausbauen, die Sammlungen abrunden helfen und noch ein Staminkapital bewilligen wolle: eine Sache, die so ziemlich eine halbe Million kosten würde. Was hat nun der„Reichskanzler" dar- auf geantwortet? Mft den vom 1. Januar 1872 an zahlbaren 8000 Thlr». habe die Frage über die Umwandlung des Germanischen Mu- seums in eine Reichsanstalt ihre Erledigung gefunden. Eine des neuen Soldatenreiches würdige, dem Anbeter des GroßpreußenthumS für feine Ignoranz geziemende Antwort I— Vom 20. bis 23. August wird hier der zwölfte„VereinStag deS allgemeinen Verbandes der aus Selbsthülse beruhenden deutschen Er- iverbs-nndWirthschast s-Ge n o ss e n s chas t e n" abgehalten. Es solle» in Deutschland jetzt circa 3000 solcher Genoffenschastcn existiren. Ein Bankier, A. Kohn, ist hier Vorsitzender. *) Der letzte Griind; das letzte Wort. **) Wir verweisen bezüglich des ersten Theils dieser Korrespondenz ans die Erklärung des Herrn Hirsch in der letzten Nummer des „Volksstaat". Fortsetzung von Seite 1. London. Es ers cheint hier ein französisches Polizeiblatt„�.'International", das vor einiger Zeit durch Herrn Clement Duver- nois zum offiziellen Organ des Herrn Louis Bonaparte erklärt worden ist. Dieses Schmutzblatt macht sich natürlich ein Ver- gnügen daraus, die Polizeilügen über die Internationale Arbeiter- Assoziation zu verbreiten. Neuerdings bringt es einen Artikel aus der Berliner„Nationalzeitung"— die Lorbeeren der Herren Henri de Pöne, Villemessant und Konsorten scheinen dem biedern Zabel den Schlaf zu rauben. In diesem Artikel heißt es- wir übersetzen aus dem französischen zurück: „Aus ihren sauren Ersparnissen liefern die verblendeten Ar- beiter den Mitgliedern des Generalraths allen nur wünschens- werthen Comfort, um in London angenehm zu leben" u. s. w — Die alte bekannte Verläumdung, als ob die Führer der Ar- beiterbewegung sich auf Kosten der Arbeiter zu Gute thäten. Unser Freund Marx hat sofort hierauf durch eine an den „International" gesandte Erklärung geantwortet. NachAnführung obiger Stelle sagt er: „Ich mache Ihnen bemerklich, daß mit Ausnahme des Ge- neralsekretärs, der einen Lohn von zehn Schillingen(3 Thlr. 10 Ngr.) die Woche bezieht, alle Mitglieder des Generalraths ihre Amtspflichten unentgeltlich erfüllen und stets erfüllt haben. „Ich verlange die Einrückung dieser Znlen in Ihrer näch- ste» Nummer. „Falls Ihr Blatt fortfahrt, ähnliche Verläumdungen zu verbreiten, wird es gerichtlich verfolgt werden. Zch habe die Ehre Sie zu grüßen London, 17. August 1871. Karl Marx." Da diese Erklärung auch an die Adresse der„Nationalzeitung" gerichtet ist, so geben wir sie ihr hiermit zum Besten. Natür- lich wird sie den biedern Zabel nicht abhalten, ruhig weiter zu verläumden.— Unsere Gegner: In der Biedermännischen„Deutschen Allgemeinen Zeitung" vom vorigen Sonntag befindet sich folgende Korrespondenz aus Chemnitz, ä. ä. 18. August: „Der scinerzeit hier und im burgstädt-frankenbcrger Wahlbezirke von den Sozialdemokraten aufgestellte, aber durchgefallene Reichstags- kandidat Bracke anS Braunschw eig tritt heute in öffentlicher Volks- Versammlung auf, um über Staatshnlfe und das Haftverbindlichkeits- gesetz zu sprechen. Daß die Sozialdemokratie seit ungefähr drei Mo- naten hier ungemein an Terrain gewonnen hat, beweist der starke Zuwachs ihrer Mitglieder und der zunehmende Vi- such der beinahe Tag um Tag stattfindenden öffentlichen „Volksoersammlungen." Dieser Erfolg, weit entfernt, sich etwa auf die Wahrheit der treibenden Idee oder auf Ueberzeugungstrcue zu stütze», ist lediglich(!) das Resultat schwunghaf t betrlebener Agitation, einer Agitation, der alle Mittel recht sind. Der Verantwortlich- keit für die etwaigen Auswüchse und Folgen des sozialisti- scheu Parteitreibens kann sich die Regierung nicht entzie- he», sie hat die Partei sowohl in der Presse als in öfsenl- lichen Versammlungen erstarken lassen, indem sie ihr eine Freiheit gewährte, wie sie andern Parteien(mit Aus- nahine der reaktionären) noch niemals zugestanden worden. Auffallend ist, daß die meisten hiesigen Agitatoren aus andern Ländern verschrieben werden. Während vor Jahresfrist die sozialdemokratischen Versammlunge» das Zerrbild innerer Spaltung und heftigster Anfein. düng untereinander boten, herrscht jetzt vollkommenes Einverständniß indem man einzelne Priuzipfraam bei Seite läßt und lediglich der Fahne der„Kommune" folgt, Haß und Verachtung gegen alle Be- sitzenden predigt, die Unzusrievenheit des Arbciterstandes aufstachelt und die blinde Menge mit den ehrgeizigsten Planen kitzelt. Und daß die Agitatoren dabei ungescheut jeowede Drohung aus Leben und Eigen- thum aussprechen dürfen, macht nicht nur die Versammlungen pikant (eiti Ausdruck, den wir so oft gehört haben), nein, dadurch werden die Blindgläubigen auch in ihrer Ansicht bestärkt, daß es doch einmal so kommen müsse und der Arbeiter„Recht" habe. Daß man sich mit de» gegenwärtigen rein sozialistischen Agitationen zugleich den Boden für die im hiesigen 2. Bezirke vorzunehinende Laudlagswahl ebnet, liegt auf der Hand, und ebenso einleuchtend ist es, daß die liberale Partei nur mit einem Kandidaten reussiren kau», der sich bereits im parlamentarischen und politischen Leben erprobt hat." Also unserer Partei hat die sächsische Regierung eine„Frei- heit gewährt",„wie sie anderen Parteien(mit Ausnahme der reaktionären) noch niemals zugestanden worden." Schamloser, als es in diesem Satze geschieht, läßt sich die Wahrheit nicht auf den Kopf stellen. Unsere Partei genießt allerdings in Sachsen eine Ausnahmestellung, aber nur insofern, als sie das Monopol der politischen Verfolgung hat. Die Ehre der Ve rurtheilung z uGefängnißstrafe und derPräv en- tivhaft wegen sogenannter politischer Vergehen ist seit Jahren in Sachsen a usschließlich Sozia ldemokraten zu Theil geworden; seit Jahren ist, zwei oder drei harmlose Fälle abgerechnet, in Sachsen kein politischer Preßprozeß eingeleitet worden, außer gegen Sozialdemokraten; während des letzten Kriegs hatten alle Parteien in Sachsen das Vereinsrecht, blos der Sozialdemokratie war es entzogen; seit einigen Monaten hat man die„fromme Sitte" der polizeilichen Ausweisungen in Sachsen wieder ein- geführt— b los gegen Sozialdemokraten; und jetzt ist von Neuem das Vereins recht abgeschafft worden— für die Sozialdemokratie! Natürlich ist das dem sau- bern Korrespondenten und dem säubern Herrn Redakteur, der die Korrespondenz abdruckt, vollkommen wohl bekannt, aber viel- leicht läßt sich die sächsische Regierung, die hier Biedermännisch in Berlin verklagt wird, zu weitergehenden Maßregeln gegen uns treiben, und dann hat das Artikelchen seinen Zweck er- füllt. Nun, wir warten in aller Gemüthsruhe die Wirkungen ab und freuen uns mittlerweile der unfreiwilligen Lobsprüche unseres Denunzianten, dessen am Schluß seines Briefes crtheilten Rath wir dankend benutzen werden. Warnung. In der Brüsseler„Internationale" vom 20. August warnt der' belgische Centralrath der internationalen Arbeiter- assoziation vor dem Zuzug von belgischen Arbeitern nach Newcastle(England), indem die dortigen Maschinenbauer bereits seit mehreren Wochen für den neunstündigen Normalarb>itstag im Strikeund nahe am Siege sind. Wir lassen eine ähnliche Warnung an die deutschen Arbeiter ergehn, da uns mittgetheilt wird, daß die Newcastler Fabri- kanten sich in ihrer internationalen Ausbeutungswuth auch nach Deutschland gewandt haben, namentlich nach Berlin, Solingen und Chemnitz, um hier Lohnsklaven zu miethen, mit deren Hülfe die für ihr Menschenrecht kämpfenden engli- fchen Arbeiter zu Paaren getrieben werden sollen. Kein deutscher Arbeiter, das hoffen wir, ist so ehrlos und stumpfsinnig, sich mit Bewußtsein zu einer solchen selbstmörderischen Nieder- Irüchtigkeit gebrauchen zu lassen. Zeigen wir unfern englischen Brüdern, daß das Deutschland derArbeiter nicht das Deutsch- land der Junker, Pfaffen und Boureois ist: der europäische Büttel. Das Vereins- und Versamnlungsrecht in Sachsen. Auerbach, den 19. August. Dasist hier eine nette Gegend, d. h. was die Behörden betrifft, denn dasVolkhier ist gut, ist kreuzbrav. In Kirchberg und Wilkau sinldie angesetzten Versammlungen, erster« für Freitag Abend, letztere für Sonntag Morgen bestimmt, vom Herrn Gerichtsamtinann Naupert ir Kilchberg verboten worden. Die Motivirung ist folgende: Reseriren soll Bracke; derselbe«hört zur sozial- demokratischen Arbeiter- Partei Einer der Hauptführr dieser Partei hat sich sür die Pariser Kommune erklärt, auch hat derDresdner Kongreß gezeigt, wessen man sich von derselben zu versehen hat. Ob das aber in juristischem Siwie nicht eine Beleidigung ist, von Jemand so ohne Weiteres anzunehmen, daß er die Versammlung zu unge- setzlichen Handlungen geneigt machen wollte? Jedenfalls ist dies Verbot fehl sehr stark, auch wohl neu in seiner Art. Kirchberg und Wilkau werden sebstverständlich den Beschwerdeweg verfolgen. Doch mehr! In Kirchberg ging Schubert mit Bracke zu einer Anzahl Parteigenossen, denen der Sachverhalt mitgetheilt und denen ferner gesagt wurde, daß die genarnten zwei in ein anderes Lokal < Schießhaussaal) gehen und dort ein köpfchen Bier trinken würden. Trotz des strömenden Gewitterregens nar das große Lokal bald über- süllt und Schubert erzäh.te, daß eben bine Versammlung, sondern nur ein gemüthlichcs Beisammensein statlfiiven dürfe. Darauf erzählte Bracke den Umsitzenden etwas vom Herrn Eerichlsamtmann zu Kirchberg, wurde aber nach kurzen Worten, denen alleAnwesenden zu lauschen schienen, am Weitererzählen verhindert, da hie mMsende Polizeimannjchaft darin die Versammlung zu erlicken vorgab. Der Befehl, sofort alle Lichter auszulöschen, wurde auf die vernünftigen Borstellungen Schubert's der auf die Folgen für den Wirth aufmerksam machte, allerdings zurückgenommen, aber nur erlaubt, das.Töpfchen Bier auszutrinken und zu bezahlen. Selbstverständlich wird auch darüler Beschwerde verfolgt. Morgen, als Sonntag Vormittag, soll nun in Wükau, da weder eine Versammlung noch ein gemütstiches Beisammensein von den Organen des Gerichtsamts Kirchberg gestattet werden wird, ein ge- müthlicher Spaziergang stattfinden. Ob man denselben nicht vielleicht auch verbieten wird?— Anders, ganz anders scheint man hier im Voigtlande verfahren zu wollen. Heute Abend sollte Versammlung in Faltenstein sein der Abhaltung derselben legte man auch keine Hinernisse in den Weg aber vor Beginn der sehr zahlreich besuchten Versammlung wurde Bracke nach seinen Legitimationspapiesren gesragt, Briefe und Zeugen aber nicht an deren Stelle a. genommen. Daraufhin wurde Bracke das Sprechen verboten, was er natürlich mit den bestehen den Gesetzen nicht im Einklang findeit konnte und worüber er Be- schwcrde anmeldete. Daraufhin ging Bracke zu den einzelnen Tischen, wünschte einen guten Abend, theilir' den Grund seines Nichtreden- dürfens mit und dankte für das ihm bei der letzten Wahl geschenkte Ver- trauen. Kaum beim zweite» Tisch angelangt, wurde ihm auch dies: „die Anreden an die einzelnen Tische" auf Grund seiner mangelnden Legitimationspapiere verboten. Vermuthlich wird es Bracke in Rcichenbach ebenso ergehen und hat er daher um die Legitimalionspapiere»ach Hause telegraphirt; er erwartet dieselben Montag in Lcngenfeld und wird dann außer Lengenfeld noch in Treuen und Auerbach, wo.nölhig auch in Neichen- dach Versammlungen abhalte». Daß diese„Schwierigkeiten" bei der hiesigen Bevölkerung, die das Lob tüchtiger sozialdemokratischer Gesinnung verdient, nur das Gegen- theil von Dem bewirken, was sie bewirken sollte, ist selbstverständlich. So leicht sind wir nicht lahm gelegt. Jttteruationalc Gewerkschaft der Holzarbeiter. Zu Mitgliedern der Kontrolekommission sind folgende Per- sonen gewählt: G. Heinrichs, Tieboldsgasse 88 zVorsitzender); I. Kröger(Schriftführer); I. Winnen, F. Wermelingen, W. Siebegteroth, I. Flandergan, I. Sauer, C. Plaumann. ?l. Rockel, A. Zimmermann! H. Küpper. Briefe und Zuschrif- ten sind an den Vorsitzenden zu richten. Cöln, im August 1871. Der Vorstand. Dresden. Am 14. d. M. fand hier im Saale der„Konversa- tion" eine auch von Meistern recht zahlreich besuchte Versa mmlung der Holzarbeiter statt. Hr. Aorck als Vorsitznder der Gewerkschaft und noch mehrere andere Kongreß- Delegirte aus Ehemnitz, Zwickau u. a. m. besprachen die Organisation und den Nutzen der Gewerk- schaften und forderte» die Anwesenden demgemäß auf, die Reihen der kampfenden Genossen durch zahlreichen Beitritt zu verstärken. Es thut sehr Roth, daß hier in Dresden besonders die Tischler etwas mehr aufgerüttelt werden, wozu der Kongreß wohl das Seintge beigetragen haben wird. Der Vorsitzende: Arnold. Stade. In der Versammlung vom 6. dss. M. wurde Niemann zum Bevollmächtigten der Gewerkschaft und Krankenkasse und Wildstacke zum Kassirer gewählt; Fündling, Stöver, Willy, zu Revisoren der Gewerkschast, Lüdge, Hallst, Hahn, zu Revisoren der Krankenkasse. H. Beckmann, Schriftsührer. Magdeburg, 13. August. Vorigen Donnerstag fand hier eine recht zahlreich besuchte Veisammlung hiesiger Holzarbeiter statt, in welcher Freund Uork, als Vorsitzender unserer Gewerkschast, die Ziele der Arbeiterbewegung im allgemeinen und die Bestrebungen und den Zweck der Gewerkschaften insbesondere, klar und bestimmt, nachwies. Hoffentlich werden die Arbeiter in Magdeburg, jetzt, wo die ge- zenseitigen Reibereien und die Verhetzungen der Arbeiter unter einan- >er, die zum großen Schaden der sozial-demokratischen Bewegung auch hier so viel Unheil angerichtet, beseitigt �sind, auch in der Gewerk- chastsbewcguug wieder mehr Eifer und Thatlraft entwickeln, und ist durch die stattgehabte Versammlung der Boden doch etwas vorgear- beitet worden. den Mitgliedschaften daZ Deficit deckten, und wir bei regelmäßiger, schneller Einzahlung eine der beststtuirten Gewerkschaften bilden. Haben wir nicht gleiche Pflichten und Rechte, find wir nicht mehr solidarisch unier einander? Wo wollen wir hinkommen, wenn wir den Vorort stets in der Bedrängniß sitzen lassen? Sämmtliche Mitgliedschastskassen ent- halten Gelder, und ebensowohl die Krankenkassen, wir nehmen dies nur von uns und einigen uns bekannt gewordenen Mitgliedschaften ab. Darum rasches und einiges Zusammengreifen und wir kommen vorwärts! In der Erwartung, daß dies die letzte Mahnung an die verschie- denen Mitgliedschaften ist, und daß dieselben sür dieZukunfr mehr Pünktlich« keit üben werden, zeichnet mit sozialdemokratischem Gruß und Hand- schlag sür Die Kontrolkommission: M. Seischab,„Goldner Baum" Lammsgasse. XL. Wir haben hier am Orte beschlossen, in Uebereinstimmung mit den internationalen Gewerkschaften, zur Gründung einer Gewerk- schaftsunion unser Mögliches zu thun, und theilen in Betreff eines Gewerkschaftsorgans die Ansichten Iott's. Pest. Aus dem Berichte des Komitees des Allgemeinen Arbei- ter-Vereins ersehen wir, daß vom 18. Juni bis zum l. August die Einnahme sür die inhaftitten Parteigenossen daselbst 350 fl. 18 kr., die Ausgabe 326 fl. 84 kr. betrug. Kassabestand also: 23 fl. 34 kr. — Nach dem ersten August sind ferner eingegangen 32 fl. 30 kr. (darunter 10 Thlr. von Leipzig). Internationale Metallarbeiterschast. Hannover, 20. August. Metallarbeiter aller Länder! Der Klassenkampf tritt überall in der schroffsten Weise zu Tage. Ueberall stehen die Ar- beiter im Kanipf mit der Kapitalmacht, um ihren gerechten Ansprüchen Geltung zu verschaffen. So tritt denn die Forderung auch an uns heran, die Solidarität der Arbeiter zu bethätigen. Darum aus, Metall- arbeiter! Laßt unser» nothleidenden Brüdern, welche durch den Druck des Kapitals und den Kampf um ihre gerechten Forderungen brodlos geworden sind, nicht im Stich! Macht es möglich, trotz der Maßregel- ungen, welchen ihr täglich ausgesetzt seid! Jetzt ist es Zeit, jetzt könnt ihr zeigen, daß ihr nicht im gemeinsamen Kampfe zurückstehen wollt! Schauet hin nach Barmen, nach Berlin, nach Reichenberg, wo Metallarbeiter im Strike begriffen sind und hartnäckige Kämpfe zu be- iehen haben. An Euch liegt es, ihnen ihr Loos erträglicher zu machen. Darum tragt, so rasch als möglich, euer Scherflein dazu bei, ihre Roth zu lindern. Auf, Metallarbeiter, zum gemeinsamen Ktasseukampfe, Ihr durch eure Unterstützung, Jene durch entschiedenes Ausharren im Kampfe, dann wird ihr Sieg der unsere sein. Gelder sende man an untenstehende Adressen, a) An Josef U lbri ch Schützengasse 60/1. in Reichenberg. b) An das Strike-Komitee,«chneidcr'sches Lokal Thorstraße 12 in Berlin, c) An Jul. Schmidt Obcrdankmalstraße 83 in Barmen, woselbst auch eine Mitgliedschaft im Entstehen begriffen ist. Um thätige Unterstützung bittet Der Ausschuß. XL. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden ersucht, Obiges in ihre Spalten aufzunehmen. Nürnberg. Wir erlauben uns an alle Mitgliedschaften die Auf- forderuug ergehen zu lassen, dem Vororte gegenüber ihren Verpflichtungen schleunigst nachzukommen, und den Aufforderungen desselben pünkt- lichst zu genügen, um für den nächsten Kongreß ein erfreuliches Resultat zu Stande zu bringen. Es ist bedaueraswerth, nur immer mahnen und mahnen zu müssen und doch keine Folgsamkeit von den einzelnen Mitgliedschaften zu sehen. Bedentt doch, daß wir wenigen einzahlen-. Briefkasten deS Parteikassirers: F. B. in Hannover: Thlr. 1. 20.—. erhalten. C. Z. in Reutlingen: Thlr.—. 29.—. erh. O. F. in Eöln: Thlr. 1. 6.—. Parteibeitrag, Thlr. 1.—.—. freiw. Beitrag, Ihlr. 4. 28. 5. au die Expedition abgel. W. A. in Neu- Isenburg: Thlr. 1. 2. 5., I. L. in Mainz: Thlr. 2. 24. 8., G. A. P. in Fürth (Zukunft): Thlr. 1. 18.—., E. D. in Rochlitz: Thlr. 1. 11.—., Brünnlng in Heide i. H.: Thlr. 5.—.—. für die Partei, K. Kl. in Solingen: Thlr. 1.—.—. für die Jnhastirten und Thlr. 9.—.—. für die Partei, I. G. in Kassel: Thlr. 2.—.—., durch Bebel: Partei- beiiräge der Schweizer Parteigenossen'Thlr. 53. 20.—. und vom Arbeiterverein in Frohbura Thlr. 1.—.—.' sür die Partei, Metzner in Berlin: Thlr.—. 20.—. für Spandau, Albert in Glauchau: Thlr 5. 20. 9. für Schriften, Bohne in Hohenstein-Ernstthal: Thlr. 1. 15.—. C. Sch. in Miltweida: Thlr. 1.—.—. für die Jnhastirten, durch Thiele von N. N.-in Coblenz Thlr. 3.—. für die Jnhastirten („Recht muß über Gewalt gehen")' H.Scheu: Thlr. 1. 1.—. erhalten. der Expedition: Durch Sorge Hoboken erhalten: 5 Dollar freiwilliger(dritter) Beitrag von Frau Lilienthal. C. Blasch in M. 5 Fl. erhalten. E. M. Tübingen 1 Fl. für die Jnhastirten erh. O. Neviges 10 Gr. für Abonn. erh. Grütliverein, Genf 1 Thlr. 20 Gr. v August bis Decembcr. W. in Warnsdorf Normalarbeitstag v. Hirsch ist vergriffen. F. Breslau, Sch. u. Sl. G. in Hainburg, E. in Augsburg, W. in Essen u. andere Besteller: Die Adresse des General- rathS ist soeben erst im Druck vollendet, ich konnte sie daher nicht früher senden. M. Weiniar 1 Thlr. für Schriften erh.„Unsere Ziele" sind nicht zu habe». Deutsche Sektion, Verviers: 1 Thlr. für Adon. erh. 2 Thlr. für den Diätensond von Parieigcnossen in Mcerane durch C. G. ür Hamburg und Umgegend. Zozialociiilikratlschc Arbeiterpartei. Versa»»i»ln»g am Sonnabenv, den 26. August, Abends 9 Uhr, in Ebcrhalm's Elubtokal, Zeughansmarkt 31. Tagesordnung: Wahl des Partciausschusses. Zu dieser Veisammlung sind die Parteimitglieder in Hamburg, Altona, Wandsbeck und Harburg eingeladen. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. August Geib. statt Für Cöln. Sonntag den 27. Angust findet keine Parteiversauimluiig Sämmtliche Parteigenossen werden hiermit ersucht, Sonntag den 27. dss. Morgens 9 Uhr bei Trimborn in derTrankga sse zu sein, um von da zusammen»ach der Versammmlung in Mühlheim zu gehen. ES ist nothwendig, daß Alle erscheinen._ C. Berg, Für Tyüringe«. Sämmtliche Vertrauensmänner in Thüringen, denen ich die Gründe, die mich bestimmt, nicht zum Kongreß zu gehen, mitgetheilt habe, ersuche ich um recht baldige Antwort. Weimar._ A. Müller. Für Hannover. Leffentliche Mttgliederversammlnna Sonnabend, d. 26. August bei Bartling, Knocheuhauerstr. 59. Tagesordnung: Berichterstattung über vcnPartei-Kongreß vom Delegirten Reichelt. Zutritt Jedermann frei. in Für Lunzena«. Sonntag, den 27. d. M. Zkachmillags 3 Uhr Große V Olks- V ersammlung H'eise's Gasthans hier. Tagesordnung: 1) Di« religiöse Bewegung und der Sozialismus. 2) Der Dresdner Arbeiter- Kongreß.(Ref. Herr Johann Most.) Arbeiter! Erscheint in Massen! XL. Nach Schluß obiger Versammlung findet deklamatorische und musikalische Abendunterhallmig stall, wozu hierdurch freundlichst einlabet Der Arbctterverein„Vorvimsi". Für Lripffg. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 25. August, Abends v,9 Uhr: Geschlossene Mit- gliederversammlniig m der„goldenen Säge". Tagesordnung: Bericht des Kassirers.— Neuwahl des gesammten Vorstandes.— Sozialpolitischer Wochenbericht.(Ref. Harnisch.) Nur gezen Vorzeigung der Mitgliedskarten ist der Zutritt gestattet.— Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. _ Der Borsland. rr Den Parteifreunden zur Nachricht, daß jetzt die Broschüre Lommel, v«» Xanai-etl»", 5. Auflage, für 3'/» Gr., Boruttau's„Die religiöse Frage und die Arbeiter" für l'/j Gr. zu haben ist.(C.(5. Seifert, Leipzig__ Windmühlenstraße 23. Scliiihuiacher- Werkzeug, Brennzeng eigenes Fabrikat nnter Garantie. Leisten- Lager. Wiener Papp. Berliner Holzstifte empfiehlt Moritz kohityseli in Dresden, Zwillgerstr.(an der Weifferitz) 36. I. Etage, _ gegenüber dem Postplay._ Cigarren. Nachdem in Waldheim zur Gründung einer Ctearren- Produktiv-GenosseDsebaft geschritten worden ist, ersuchen wir die Parteigenossen, uns bei diesem Internehmen durch Abnahme von Cigarren freundlichst unterstützen zu wollen, und sichern wir reelle, prompte Bedienung zu. I. A.: Louis Eckstein, Waldheim, 2. August. Niedermarlt 8. Für Wilkau. Die von� unsern Gegnern neben vielem Anderm ausgesprengte Nachricht, daß die Polizei uns bei Strafe untersagt hätte, in unserM alten Bereinslokale weiter zu tagen und unjerm Lokalwirth, Partei- genösse Dittrich, bei 20 Thlr. Strafe verboten hätte, sein Lokal sür unsere Versammlungen herzugeben, ist natürlich rein erfunden. L e i p z i g t Verantw.Redakteur A. H e p n e r(Redaktion: Peterssleinweg Druck u. Verlag: F. Thiele.(Erpedition: Petersstr. 18.) i?.