M 6». Sonnabc«», de» SS.Auguft. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Pvstanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Für Leipzig nehpien Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 18, F.Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. AbonnementsprriS: Für Preußen incl. Stempelsteuer 1SNgr.,für die übrigen deutschen Staaten 12 sttgr. per Quattal. Filialerpedition für dieVer- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soMl-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Monatsabonnement auf den„Volksstaat" für 4 Ngr. nehmen säMMtliche �ilialvxpeäitio- mn an. In Leipzig und Umgegend nehmen unsere Kolporteure Bestel- lungen entgegen, sowie die Exucditlon des„Volksstaat", Petersstratze 18. Familie sorgen könnten. Ich meinte, 1300 Frs. wären genug, nahm gleichnamigen Boulevard und Napoleon III. von dem neuen Louvre- also 40,000 Frs. mit mir und konnte von denselben, da ich noch 30 Bogen hatte wegschaffen lasse». meiner Kollegen antraf, 30,0 Passage du Sanmon in Verwahrung gegeben haben? Verhaftung diese Banknoten leicht vernichten können, da mau sie mir Angeklagter: Diese Bildet, rheils von mir selbst, theils von erst 12 Stunden später abnahm, hatte aber keinen Grund, den anderen Maler», welche letzteren ich in Deutschland und anderwärts Die Kommune. Großartig war es, wie zum Kampf das Volk die roihe Fahne trug Und wie es sank und über ihm ein Flammenmeer zusammenschlug Ein stolzer Scheiterhaufen war's bei diesem stolzen Untergang Hei! was im Fall die Rebellion sich eine Leichenfackel schwang Es strahlte mächtig dieses Licht— ein Schreck den Schurken durch die Welt, Es hat— ein Trost in düstrer Nacht— wohl manches trübe Herz erhellt. Wenn so die Kämpfer untergehn, ist's Niederlage nicht, ist's Sieg, Es ist das Ende nicht des Kampfs, nur erste Schlacht iin großen Krieg. Es wird kein Ende,— zittert nur! ihr Mörder wißt ei selber gut!— Bevor nicht euer Dolch verspritzt des letzten freien Mannes Blut Lantdonnernd von der Alpeuwand stürzt die Lawine in das Thal. Doch an dem Schutzwall bricht sie sich, und sie zerstiebt mit Einem Mal; Allein von Fels zu Fels erdröhnt stets mächtiger der Widerhall; Entfesselt wälzen sich heran Lawinen von den Bergen all. Da kann kein Wall mehr widersteh», es dämmt kein Damm sie ein, o glaubt! Die Rebellion naht wie der Sturm, schüttelt ihr blut'ges Lockenhaupl; Ha! Blitz und Donner, Krach auf Krach! in ihren Fugen bebt die Welt, Daß Pfaffenthum und Junkerthum und Protzenthum in Trllin mer fällt. K. Politische Uebersicht. Wir haben bereits hervorgehoben, daß der Prozeß der Kommune trotz aller Vorsichtsmaßregeln der sich zu Richtern aufwerfenden Mörder für diese den möglichst ungünstigen Verlauf nimmt. Die zwei Hauptanklagen: Die der Brandstiftung und Plünderung sind vollständig zusammengebrochen, und es ist umgekehrt der Beweis geliefert worden, daß die Finanz- Verwaltung der Kommune ebenso sparsam als un- eigennützig war, und daß die eingeäscherten Bauten im Kampf, und zum Theil durch Versailler Bomben zerstört wurden. In Bezug auf die augebliche Brandstiftung sind wir bei- läusig von den überlebenden Mitgliedern der Kommune zu der kategorischen Erklärung ermächtigt, daß Alles, was von Petroleur- oder Petroleusen-Banden gesagtwordcn lst, auf Erdichtung beruht, und auch des leisesten that- sächlichen Anhalts entbehrt. Das Verhör Courbet's, über das wir heute berichten, ergiebt weiter, daß die„Theiler" der Kommune das„Eigenthum" der Nation aus den Lang- singern des„Gesellschaftsretters" pur excellence zu Zelten hatten. Dies vorausgeschickt, theilen wir nachfolgend weitere Auszüge aus den kriegsgerichtlichen Verhandlungen mit: In dem Zeugenverhör gegen Billioray erscheint der General Ehanp). Der Zeuge sagt aus: Als ich in der Nacht vom 28. zum Jb. März mit dem General Langorulan aus das Stadthaus und ?vr das Eentralkomitee gebracht ninrde, machte uns dort' ein blonder, lunger Manu mit langem Haar, der als Nationalgardist gekleidet war, in unsererUeberraschungs!) lebhafte Entschuldigungen. Er äußerte Bedauern über die„Ermordung" der Generale Element Thomas U"d Lecomte, was ihm sogar scharfe Vorwürfe von einem seiner Kol- wgen zuzog, und eröslnete uns, daß man uns nur aus jporge um unsere persönliche Sicherheit bisher in Haft behalten habe und nun in Freiheit setze. Zeuge erkennt Herrn Billioray nls diese Person nicht wieder,(der Angeklagte hat sich inzwischen Bart und Haare kurz schneiden lassen), doch erinnern ihn die Züge des An- geklagten ziemlich stark an jene Person, die er übrigens nur dej Abends gesehen hatte. Man legt dem Zeugen eine ältere Photographie Miorays vor, in welcher er in der That das Portrait jenes J't itg liedes des Centralkomitee's wieder zu er kenne n glaubt. . Billioray: Zeuge wird sich vielleicht erinnern, daß ich, als ub jene Worte sprach, an den Kamm gelehnt war.(General Chanzy bestätigt das.) Es ist also erwiesen, daß ich schon damals die Ermordung der Generale streng verurtheilte. � Präsident richtet noch einige nachträgliche Fragen an Iourde: W>e verhält es sich mit den 9067 Fr., die Sie bei Ihrer Verhaftung bei sich führten? Iourde: Am Dienstag früh kam der Wohlfahrtsausschuß zu wir und sagte inir, daß jeder von uns, den man ergrissc, auf der hN. erschossen würde. Ich solle daher jedem Mitglied der Kommune a')(, Frs. geben, damit sie wenigstens für die nächsten Bedürfnisse ihrer wahren Sachverhalt zu verhehlen und kann hinzufügen, daß nur 120Frs. von dieserSumme mir selbst angehörte n. Hr. v. Ploeuc, Untergouverneur der Bank von Frankreich, giebt nähere Aufschlüsse über die zuerst von Iourde und Varlin, dann von Iourde allein gemachten Requisitionen. Das erste Mal verlangte man 700,000 Frs. Zeuge erbat sich eine kurze Frist und eilte zu dem Ad- miral Saisset, der lhm aber erklärte, daß er Nichts thun könne. Wir hätten, fährt der Zeuge fort, damals drei Milliarden in der Bank, zwei Milliarden baar und eine dritte in Banknoten, für die nur noch der letzte Stempeldruck fehlte. Fr. Beslay, der sich eine Delegation für die Bank hatte ausstellen lassen, stand mir in dieser gefährlichen Lage vortrefflich zur Seite; er verbarg mich, als Raoul Rigault einen Hastbefehl gegen mich erließ,' und Hais mir auch sonst stets gegen die Zumuthungen der Kommune. In der Folge mußte ich Barren im Werthe von 1,300,000 Frcs. herausgeben, die in der Münze geprägt, aber meines Wissens nicht in Umlauf gesetzt wurden. Die partiellen Requisitionen dauerten fort bis zum 22. Mai, und noch am folgenden Tage gab ich eine letzte Anzahlung von 700,000 Frs. Iourde machte mir den Eindruck eines Mannes, per seine Autorität nur gebraucht, um Gewaltthätigkeiten zu vcrhinvcr», was nicht ausschloß, daß er bisweilen zu heftigen Drohungen schritt. Iourde macht darauf aufmerksam, daß Beslay amtlich seinUn tergebener war und nur seinen Eingebungen gehorchte, wenn er gegen die Bank Schonung walten l'eß. Migniot, Cassier der Bank, bekundet in ähnlichem Sinne, wie Ploeuc. Eine längere Diskussion entspinnt sich nur noch über den Verbleib von 2,500,000 Frs., welche Iourde noch am 20. Mai requi rirt hat. Iourde behauptet, daß der Sold der Nationalgarde in ein zelne» Quartieren noch bis zum 25. gezahlt worden sei; übrigens wa ren die letzten Requisitionen nicht von ihm, sondern von vier Mit gliedern des Wohlfahrtsausschusses unterzeichnet,(die fehlende fünfte Un lerschrift ist die von Billioray). Als Entlastungszeugen erscheinen dann: Der Hauswirth Jourde's, Baillet, welcher bekundet, daß der Angeklagte auch während seiner Amtsführung, da ihm täglich Millionen ohne Kontrole durch die Hände gingen, nichts in snnen Gewohnheiten änderte, wie seine Geliebte auch ferner die Wäsche selbst wusch, n»d das»Und in die Armenschule ging. Weiter Fr ä zog li, ein Mitarbeiter des„National", der am Montag Augenzeuge war, wie man den erste» Brand des Finanzmini- sterinmö mit aller Macht zu löschen suchte, wobei allgemein die Ueberzcugung herrschte, das; dieser Brand durch eine von den Bersaillcru gesendete Bombe entstanden war; endlich der Restaurateur Rey, welcher aussagt, daß Iourde, der mit seiner Familie bei ihm seine Mahlzeiten nahm, in den zwei Monaten seiner Amtsführung nicht mehr als 224 Frs.(d. h. circa 1 Thaler täglich für die ganze Familie) verzehrte. Der Präsident schreitet zum Verhör des Maler Co u rbet; derselbe ist seit seiner Verhaftung beständig leidend gewesen und hat auch die letzte Nacht noch im Hospital zugebracht. Auf den Vorwurf des Präsidenten, daß Eourbet für die„Verbrechen" der Kommune mit verantwortlich sei, antwortet dieser: Ich suchte nach Kräften dem Hebel zu steuern. So bemühte ich mich dafür, daß Versailles den Pariser Föderirten das Recht von Kriegführenden anerkenne; damit wäre viel Blutvcr- gicfzcn verhütet worden. Präs.: Es war ganz undenkbar, daß eine regelmäßige Regierung(!) bewaffnete Empörers!) als Kriegführende anerkennen könnte. Angekl.: Allerdings, aber unter Mitbürgern hielt ich eine Ver- ständigung für möglich. Ich hatte zudem, da ich seit dem 4. Sep- tember an der Spitze der Verwaltung der schönen Künste stand, auch die Aufgabe, aus den Schutz unserer Kunstwerke bedacht zu sein; zu diesem Behuf mutzte ich in die Kommune selbst eintreten und in der That befinden sich unsere Ännstsammluugen heute in dem- selbe» Stande wie am-1. September. Damals hatten mich die Künstler in freier Wahl zum„Präsidenten der Künste" an Stelle des Hm. v. Nieuwerkerke ernaunt. Ich nahm das Amt, weil ich dies sur eine Bürgerpflicht hielt, an. jedoch nur ans die Dauer des Krieges und mit einem Komitee zur Seite.. Ich wurde von dem Unterrichts- minister Hrn. Jules Simon, in diesen Funktionen bestätigt und wir brachten alle Schätze von Paris, Sevres, St. Cloud u. s. w. in Sicher- heil. Ich habe persönlich den berühmten Belizar von St. Cloud ge- rettet, die Horace Vernets von Versailles abgeholt, die Rettungen in den Gobelins, in Fontainebleau, überall geleitet. In Mendon blieb mir nicht viel zu thun übrig, da der Prinz Naholcon schon selbst von dort fast alles fortgeschafft hatte. JnMalmaison liest man gegen meinen Wunsch einige Sincke zurück; ei» prenWchcr Lfffzier hat sie später in Kassel für etwa 125, 0«>0 Frcs. verkauft. Ich war es, der den Triumphbogen und die Rosse von Marly(am Eingange der großen Avenue der elysäischen Felder) mit schützenden Erdwerkcn umgeben ließ. Als ich mit 4600 Stimmen in die Kommune gewählt wurde, erblieAe ich in derselben nur eine Decentralisation der Gewalten. Auch in der neuen Stellung wirkte ich nur sür die Kunst. Ich sorgte dafür, daß die Louvre-Beamten nicht in die Nationalgarde zu lreton brauchten; ich ließ 29 Kisten anhalten, die von Pienefonds ankamen und nach England zu dem Er-Kaiscr wandern sollten: sie enthielten in der That die berühmte Sammlung militärischer Waffen und die Archive dieses Schlosses. Präsident: Sie haben auch der Kommunesttzung beigewohnt, in welcher man die Zerstörung der zum Andenken des Generals Bröa errichteten Kapelle beschloß. Angekl.: Den Sitzungen mußte ich beiwohnen, weil ich dort meine Besuche empfing. Es gingen mir mchr als 1500 Gesuche um Stellen zu; ich habe aber keine einzige verliehen, weil meiner Anficht nach alle durch»lontnrö und Wahl vergeben werde» sollten. Präs.: Welche Rolle spielten Sie bei der Zerstörung des Hauses von Tchiersi Angekl.: Die Rolle eines Retters, und in der That war ich dort am Platze, weil es Kunstwerke zu retten gab. Als ich hinkam, war man schon mit der Verpackung begriffe»; doch gingen die Leute verhält- nißmäßig vorsichtig zu Werke. Da tch zwei kleine Figuren in Terra- cotta auf der Erde llegeu sah, hob ich sie aus, um sie dem Eigenthümer zurückzuerstatten, dem sie vielleicht lieb sein konnten; Hr. Thiers selbst hat anerkannt, datz ich nicht sahig war, sie mir widerrechtlich anzucignc». Präs.: In der Sitzung vom 27. April verlangten Sie die Aus- sührung des Dekrets betreffend die Bendomcsänlc. Angekl.: Ties geschah nur im Sinne der öffcntlichc» Mei- »nng und der Regierung vom-1. Scbtcmber selbst, welche schon den kleine» Napoleon von Conrbevoie, den Prinzen Eugen von dem gekauft hatte, waren mei» ganzes Bermöge», da die Prcutzen mir in Lrnans viel zerstört habe». Um auf die Vendoniesäule zurück- zukommen, so bekämpfte ich dieselbe nur vom künstlerischen Standpunkte, während Andere auch geltend machten, daß sie den Zorn der fremden Nationen herausfordere. Sie war eine schlechte Reproduktion der Tra- jansjäule, die-Sculptur wahrhast kindisch und lange nicht einmal auf der Höhe der Zeit, in der sie entstand: keine Perspektive, die Figuren geradezu grotesk. Da meinte ick denn, daß man die Säule als ein rein militärisches Denkmal vor das Haus der Invaliden stellen sollte. Reg.-Komm. Gaveau: Bei den Akten befindet sich ein von dmi Angeklagten unter dem 14. September an die Regierung gerichtetes Schreiben, in welchem er die Zertrümmerung der Bendomesäule empfiehlt und diesen Antrag mit politischen Gründen motivirt. Ado. Lachaud: Aehnlichc Borschläge sind von Minister» und hohen Beamten gcmacht worde». Courbet: Ein Minister hat sogar gegen mich die Idee geäußert, die Statue Bonaparte's in ein Denkmal der Stadt Straßburg umzu- gießen und ich habe ihm dies ausgeredet. Die Zeugen werden vernommen: Von dem Zeugen Charlon wird in einer Zuschrift bekundet: Courbet hätte das Mögliche gethan, um Ehaudey zu retten.— Palliet, Beamter der Assistance publique, hat auf Befehl Courbet's die mit Beschlag belegten Papiere dieser An- statt und seine eigenen Sachen zurückerhalte»; Courbet war es zu danken, wenn die Haussuchungen in dem ganzen Bterrel aushör- teil.— Eine Bedien ungsfrau des Herrn von Choiseul bezeugt, daß Courbet ihrem Herrn einen Geleitjchein geschafft und die Plünde- rung seines Hotels verhindert hätte. Barbe t-de-Jouy, Coirservator des Louvre, gesteht, daß Courbei wider seine Erwartung den Dienst in' den Kunstsammlungen nicht nur nicht gestört habe, sondern ihm im Gegentheil nur förderlich gewesen sei; übrigens sei er in der letzten Zeit gar nicht mehr in den Museen erschienen. Der ehemalige Bautenminister Dorian äußert ebenfalls feine Sympathieen für den Angeklagten(Fortsetz, folgt.) Die französische Polizei hat, da ihr die Macht fehlt, in Marx's Londoner Behausung die„geheimen" Papiere der „Kommunistenverschwörung" zu durchstiebern, sich die Genug- thuung nicht versagen können, wenigstens an den Töchtern von Marr, und feinem Schwiegersohn, dem Arzt Lafargue aus Bordeaux, ihr Müthchcn zu kühlen. Die Genannten bc- fanden sich auf einem Lt�rdhause zu Luchon, nahe der spanischen Grenze, als sie vor einigen Tagen den Besuch des Poli- zei-Präfekten Keratry und des Generalstaatsanwalts Del- pech empfingen, welche sie einem längeren Verhör unterwarfen. Herr Lafargue begab sich daraus nach dem spanischen Dorfe Bossoz, während die Damen nach Foix reisten. Hier wur- den dieselben verhaftet und nach ihrem früheren Aufenthalt Luchon zurückgebracht, wo sie— nach dem Bericht Seinguerlets in der„Frankfurter Zeitung" vom 14. August—„unter der Aufsicht zweier Gen sd armen w oh n e n". Auch ist der französische Staatsanwalt nach Bossoz gereist, um von der spanischen Behörde die Verhaftung Lasar- gue's zu erwirken.— Natürlich hat man bei Frau Lafargue und ihren Schwestern weiter nichts gefunden, als harmlose Fa- milicnbriefe, und von Lafargue wissen wir, daß auch nicht das geringste belastende Moment gegen ihn vorliegt. Kindische Angst vor Marx ist das einzige Motiv des lächerlichen Gewaltstreichs. Zum Glück gilt in Frankreich das Sprichwort: Le ridicule tue— das Lächerliche tödtet.— Die Frau des Kommune- Mitglieds und früheren Mar- seillaise-Redakteurs Mi lliere ist aus der Haft entlassen wor- den; gleichzeitig geht das Gerücht, daß Milliöre nicht er- schössen, sondern glücklich entkommen sei, und daß der wirk- lich füsilirte Milliere ein Nationalgardcoberst gewesen, der lediglich infolge seines Namens irrthümlich erschossen wurde. Bestätigt sich dieses Gerücht, dann wehe dem Erbschleicher, Ur- kundenfälschcr und Ehebrecher Jules Favre, denn der le- bende Milliere würde sicherlich in Kürze die Fortsetzung der auf die Affaire Adiot bezüglichen Aktenstücke herausgeben und den statt seiner auf Favre's erpressen Befehl ermor- deten Namensvetter gebührend zu rächen wissen. Beiläufig eristirte nicht blos für Milliöre ein solcher Befehl. Nach Mittheilungen, die uns von kompetentester Seite zugegangen sind, unterliegt es nicht dem mindesten Zweifel, daß die Versailler Banoitenregierung im Bewußtsein ihrer Schuld und um die Zeugen ihrer Verräthereien und sonstigen Niederträchtigkeiten„stille zu machen", vor dem Einmarsch in Paris den Soldaten Ordre gegeben hatte, sämmtliche Mitglieder und hervorragenden Anhänger der Kommune sofort auf dem Fleck zu erschießen, und zwar unter dem aus- drllcklichen Versprechen einer Belohnung! Mitdieser Maß- regel schössen jedoch die gesellschaftsrettcrischen Mordbrenner über das Ziel hinaus, denn um sich das Blutgeld nicht weg- schnappen zu lassen, untersuchten die schnapstrunknen Soldaten nicht lang, wen sie vor sich hatten, und metzelten mit Berserker- wnth Jeden nieder, in dem sie einen der Gesuchten vermutheten. So geschah es, daß eine Menge„Unschuldiger" wegen zufälliger Namensgkeichheit oder Aehnlichkeit in den Gesichtszügen erschossen wurden und dagegen Vielen, auf die es abgesehen war, die Möglichkeit der Rettung geboten wurde.— Um der Internationalen das Lebenslicht auszublasen und damit die Quelle aller Revolutionen zu verstopfen, hat der Versailler Justizminister folgenden sinnreichen Gesetzentwurf ausspintistrt und der Junkerversammlung vorgelegt: Fortselzuug auf Seite 4. (Criiiucvmift für die deutschen Mordsdatrioten. persönlichen Gefühle für mich betrachten, und, Sire, rechnen sehr lockern Pflaster zu reißen, um seiner Frau zu Hülfe zu a i t/ T..__■-j.____ v.___ n::c,„ t-.;ra«. in.» sir.-.», 1806—1807. (Fortsetzung.) Kapitulation Nr. 15.— Nienburg. Kommandant dieser kleinen Festung war Generalmajor Strachwitz, zweiter Kommandant, und zwar„auf Empfehlung des Generals Blücher", der Artilleriemojor Colson und Inge- nieur vom Platz der Hauptmann Geyling. Munition und Lebensmittel, die bombensicher untergebracht waren, gab es ge- nug für 3 Wochen. Die Besatzung bestand aus 2911 Mann. An Geschützen hatte man 39 Kanonen von allen Kalibern, 10 Haubitzen, 2 Mörser und 12 Wallbüchsen,„für die Festung also eine hinreichende Anzahl." Am 24. November brach das Parlamentiren los. Im Kriegsrathe drängte der Major Colson am heftigsten zur Ueber- gäbe, obgleich er von Blücher empfohlen war, und die Mem- menhaftigkeit doch nicht gerade von den französischen republi- konischen Bcrthcidigern Balencienne's gelernt haben konnte, bei desien Belagerung 1793 er sich„besonders ausgezeichnet hatte/' Die Kopilulationspunkte wurden vereinbart zwischen dem fran- zösischen Kapitän Seinery und den preußischen Offizieren: Ma- jor Treßler, Major Colson, Lieutenants Bismarck vom Regi- ment Prinz Ferdinand und Longe de Beauveset vom Regiment Wedell. Am 25. wurde die Kapitulation der Garnison be- kannt gemacht und am 26. die Festung dem Feinde übergeben, „So siel denn am 26. November auch Nienburg ohne alle Bertheidigung dem Feinde in die Hände. Wenn ein baldiger Fall bei ernstlichen Anstalten des Feindes auch vor- auszusehen war, so mußten solche Anstalten doch wenigstens erst abgewartet werden, da mit dem leichten Feldgeschütz des Feindes weder Schleusen noch Batardeaus so leicht zerstört noch die Stadt in Brand gesetzt werden konnte, wenn die schweren Kaliber der Festung den Feind in der gehörigen Ent- fernung erhielten. Mit Nienburg fiel— mit Ausnahme Schlesiens— der letzte feste Punkt Preußens auf dem linken Oderufer." „Ohne das Kriegsmaterial, welches zur Ausrüstung der Festungen selbst gehörte, waren 511 Geschütze, 12 Trainko- tonnen und 3 Ponlontrains verloren gegangen, außer dem Material der sächsischen Armee." i Sie auf mein Wort, ich werde mich mit wahrem Eifer be- mühen, sie aufs Gerechteste zu verwalten." In diesen Briefen ist keine Spur von jder Nürnberger Affektation zu finden, die darin bestand, daß Friedrich Wil- Helm III. die persönlichen Fürwörter wegließ und die Zeit- Wörter nicht konjugirte. Seine Sprachweise war gewöhnlich, wie die„Kreuzzeitung" bestätigen wird, etwa diese:„Monument ausstellen, nichts verschlagen, Plebs doch lachen, Kommunisten par cinschmeißen." Wie das trianguläre Begaunerungsduell zwischen dem „gerechten", in Neutralität„gemacht habenden" hohenzollern- schen Weisen, dem„Erbfeinde" und dem„Erbfreunde" zu Tilsit endete, ist bekannt.(Forisetz. folgt.) Briefliche Gedenksäulen zur Würdigung des drit- ten hohenzollern'schcn Friedrich Wilhelm. Der Generalmajor von Höpfner nimmt Anstand, die fran- zösisch geschriebenen Briefe des Königs an Napoleon in beut- scher Uebersetzung zu drucken. Sie sollten, in fremder Sprache einem dicken, t heuren Buche einverleibt, dem Publikum mög- tichst unzugänglich gemacht werden. In dem Wettkampfe gegen- seitiger UeberUstung schreibt der Hohcnzoller dem französischen Kaiser wie folgt, am 26. Oktober:„Mein Herr Bruder! Nie- nmnd hat mehr wie ich die unglücklichen Umstände bejammert, die den Kriegszustand zwischen uns herbeigeführt haben, der doch zweifelsohne sich so wenig mit den wirklichen Jiitercficn unsrer beiden Nationen verträgt. Sie sind zu gerecht, incin Herr Bru- der, un» mich des unüberlegten Bruchs des Bandes anzuklagen welches meine persönliche Neigung zu Ihnen mir doppelt theuer macht. Sie sind zu groß, als daß das Ergebniß eines einzigen Tages Sie veranlassen könnte, mich geringer zu schätzen. In- dem ich den Wtarquis von Lucchesini in Ew. M. Hauptquartier gesandt, um dort über den Waffenstillstand und den Frieden zu verhandeln, glaube ich den ausrichtigen Wunsch bekundet zu ha- ben, daß die Beziehungen, wie sie einzig zwischen uns bestehen sollten, wieder aufgenommen werden möchten. Darf ich Ihnen, Sire, ein Geständniß inachen? Es schinerzt mich tief, noch ohne Nachrichten über den Empfang zu sein, der den Eröffnungen dieses Ministers bereitet worden ist. Wenn er ein solcher ge- wescn, wie ihn mein Vertrauen zu den Entschließungen Ew. Kais. Majestät erwarten läßt, warumbin ich nicht schon längst da- von unterrichtet worden? Die Rücksendung der russischen Ar- meen würde die sofortige Folge sein, und aus einem Zustande der Ungewißheit befreit, der mich schwer drückt, würde ich nicht zögern, Ew. K. Majestät den Beweis meines heißen Wunsches zu geben, mit Aufrichtigkeit meinen Verpflichtungen nachzukommen, die, wie ich zu glauben wage, der Anfang einer neuen und un- veränderlichen Innigkeit zwischen uns sein werden." Da die Russen zu langsam und in sehr schwacher Zahl anrückten— sie hatten ihre Thätigkeit in Folge der Wirren im übrigen Europa Hauptsächtich auf die Türkei und geradezu auf Konstantinopcl gerichtet— so schrieb Friedrich Wilhelm am 7. November durch den Major Rauch an Napoleon:„Mein Herr Bruder! Indem ich Ew. K. Majestät um Frieden bat, handelte ich nicht nur nach den Vorschriften meiner Vernunft, sondern auch nach denen meines Herzens. Ungeachtet der schreck- lichen Opfer, die Sie, Sire, mir auferlegt haben, wünsche ich dennoch aufs Wärmste, daß dieser Friede, der ja schon durch meine Annahme seiner Grundlagen gesichert ist, mich bald in Stand setzen möge, die freundschaftlichen Beziehungen mit Ew. K. M. wieder aufzunehmen, die eine kurze Spanne des Krieges unterbrochen hat. Es ist süß sür mich, mein Herr Bruder, von diesem Augenblicke an meinen aufrichtigen Wunsch, sie zu nähre», durch einen Beweis des Vertrauens zu bekunden, und ich glaube ihn Ew. K. M. dadurch zu geben, daß ich nicht ein- mal die Zeichnung des Friedensvertrags abwarte, um den Marsch der russischen Truppen aufzuhalten. »Ich bin von dem wärmsten Wunsche beseelt, daß Ew. M. in meinen Palästen in einer Weise empfangen und behandelt werde, die Ihnen angenehm sein muß, und darauf bezüglich habe ich eifrigst alle die Maßregeln getroffen, welche die Um- stände gestatteten. Möchten sie das Gelingen verkürzen! Wolle mir dagegen Ew. K. M. erlauben, Seiner Großmuth meine Hauptstadt und die brandenburgischen Marken zu empfehlen. Von der Natur wenig begünstigt, sind sie gewissermaßen das Werk meines unsterblichen Ahnherrn. Sire, betrachten Sie die- selben als ein Monument, welches er sich selbst errichtet hat, und die vielen Berührungspunkte, welche zwischen Ew. M. und jenem großen Mann bestehen, werden für Sie— ich bin dessen sicher— neue Beweggründe sein, eine edelmüthige Behandlung seiner Schöpfung obwalten zu lassen. „Ferner wage ich Ew. M. zu bitten, die schmerzlichen mir auferlegten Verluste um das Halberstädter Land und die Gebiete des Herzogthums Magdeburg zu verringern. Einen solchen Beschluß würde ich als ein kostbares Zeichen Seiner Wie es um den„Schutz der Deutschen im Aus- land" bestellt ist, und daß das Ziegler'sche Wort:„ich gehe zum Kadi!" auch den diplomatischen Vertretern des„neuen Reichs" gegenüber gilt, zeigt nachstehende Korrespondenz eines Lands- mannes, der mit dem Civis Gemianus sum!*)„dort hinten in der Türkei" schlechte Erfahrungen gemacht hat: Pera(Constantinopel), 10. August 1871. „-- Hier ist soeben in Tschiragan der 35., sage fünf- und dreißigste kaiserliche Palast mit einem Aufwände von 3 Mil- Honen Liren(ä 6 Thlr. 6— 8 Sgr. nach Cours) fertig gewor- den, während Gehälter und Sold seit vielen Monaten rückständig sind, das Volk unter den Abgaben erliegt und der Staat buch- stäblich nur noch vom Schuldenmächen existirt. „Die Gesandtschaften nehmen jetzt das ganze Personal mit an den Bosphcrus hinaus und die deutsche hat nicht ein- mal Jemanden in dem Hotel zurückgelaffen, der Eingaben ent- gegennähme, sondern ein Bedienter weist auf die beliebte patzige und ordinäre diplomatische Weise das Publikum nach Bujukdere resp. an die türkische höchst unzuverlässige Lokalpost. Obgleich man vor einigen Jahren ein großes Gesandtschaftshotel mit einem schönen Garten für 24,000 Lr. oder 150,000 Thlr gekauft hat, wovon indessen der Eigenthümer wohl kaum 16,000 Lr bekommen hat und der Rest in die Taschen der die Gesandt- schaften uinspinnenden Levantiner gefallen ist, hat man in Folge der letzten politischen Ereignisse wieder ein neues Hotel für 3000 Lr.(19,000 Thlr.) jährlich gemiethet, wovon ebenfalls einige Hunderl als Trinkgeld für die erwähnten Levantiner; auch dieses Hotel steht jetzt, wie gesagt, ganz leer. „Um die Herren diplomatischen Beamten, abgesehen von denen der Gesandtschaften, die wohl gar Nichts thun, für ihre freundlichen Verhältnisse zu den Levanlinern zu belohnen, haben es die Letztern dahin gebracht, daß die schreckliche Arbeits- last von täglich vierStunden, 10 Uhr Vorm. bis 2 Uhr Nachmilt., auf drei Stunden heruntergesetzt ist, indem die Herren um zwölf Uhr schon wieder Hunger kriegen und bis um ein Uhr speisen müssen; Sie können sich denken, was aus der Stunde von ein bis zwei Uhr wird. Damit noch nicht zufrieden, hat der neue Konsul Friedländer die Gesandten nach- geahmt, sich ruhig nach Therapia hingelegt und Geschäfte Ge- schäfte sein lassen, jedoch dieses behagliche Leben auf Weisung der Regierung aufgeben und wieder hierher zurückkehren müssen. „Man wollte auch letzthin hier eine deutsche Zeitung be- gründen und wandte sich deshalb an die echten Deutschen Testa, Finzi, Kiltzanides u. s. w., die den„Phare du Bosphord" be wogen, halb deutsch zu erscheinen, es fanden sich aber wegen des plumpen gemeinen Inhaltes, welcher der phanariotischen Form entsprach, gerade zwei Abonnenten, davon ein Oesterreicber, so daß das Blatt nach 18 Tagen wieder ganz französisch er- schien, und wir wieder ohne deutsche Zeitung sind, während die Deutschen nebst den auf das Deutsche angewiesenen Ungarn, Polen, Schweizernviele Tausendezählenund die paarhunderjt englischen Familien zwei täglich erscheinende englisch-französische Zeitungen erhalten. „Vor ein paar Jahren suchte die Regierung die hiesige Kolonie zu bewegen, eine Gemeinde zu bilden, deren Vorstände, wie es scheint, als Gegengewicht gegen die Gesandtschaft und das Konsulat dienen sollten; der damalige Gesandte, derselbe, der, als die Deutschen eine Feuerwehr zu errichten wünschten, antwortete, er sähe nicht, worin die deutsche Feuerwehr besser sein könnte, als die hiesigen Tublumbadschi's(eine Mordbrenner- und Diebsbande), frug seine Levantiner um Rath und diese schlugen dann einigen der angesehenste» Deutschen vor, sie möch- ten die Vorsteherämler übernehmen, man würde die Kolonie mit 50 Piastern per Kopf besteuern, um ihnen gute Gehälter zu sichern und ihnen ein Lokal im Gefandtschastshotel zu ihren Sitzungen zur Verfügung stellen, waren jedoch sehr erstaunt, zu vernehmen, daß Gemeindevorsteher durch öffentliche allgemeine Wahlen ernannt werden müssen, die Gemeinden für ihre Lokale und Ausgaben selbst zu sorgen haben, eine Kopfsteuer von 50 Pia- stern(3 Thkr.), gleichmäßig für den Armen wie den reichen Kaufmann, wohl nach früheren türkischen jedoch nicht nach deutschen Gesetzen zulässig sei und ein Gesandter auf einen Gemeinderath keinen andern Einfluß ausüben dürfe, als in Deutschland ein Minister auf den Bürgermeister oder Schulzen, worauf man den Entwurf murrend fallen ließ. „Die Vertretung der deutschen Kolonisten wird sehr gewissenhaft gehandhabt, jedoch mit den Stiefelabsätzen: Als der Schlossermeister Kle inert wegen eines zu repariren- den Koffers auf das Konsulat bcschieden wurde und der Amts- diener nur dessen Frau zu Hause fand, welche sich weigerte zu folgen, indem sie allein zu Hause sei, das Mittagessen bereiten und für ihr Kind Sorge tragen müsse, kam es zwischen ihr und dem Amtsdiener zu Schimpfreden; Letzterer requirirle außer den vier Konsulatskawassen noch drei andere von der Wache, welche Heldenschaar die Frau bei den Haaren aus dem Hause schleifte, zu Boden warf und ihr auf der Straße auf dem Leibe herumtrampelte, so daß die ganze Gasse in schreck- liche Aufregung gerieth und ein vorübergehender türkischer Offi- zier den Kawassen zurief, abzulassen, damit der Vorfall nicht etwa der türkischen Regierung Schuld gegeben werden möchte; Herr Kleinrrt kam dazu und suchte einen Stein aus unserm �*J„Ich bin deutscher Bürger"— nationallibeiale Travestie des berühmten Civis Romauus sum! ich bin römischer Bürger! Für die alten Römer gab es kein Ausland, denn sie waren Herren der Welt, und obendrein Herren im eigenen Haus; während die Teulschen weder das Eine noch das Andere sind, daheim katzbuckelnde Stlaven oder dressirte Gladiatoren, in der Fremde— was obige Figura zeigt. D. Red. d.?. eilen; wurde jedoch gepackt, gemißhandelt, ihm die Arme, zwei- mal umgedreht, auf den Rücken gebunden und er dann mit der blutenden und jammernden Frau unter Zulauf von Tausenden von Menschen ins Gefängniß geschleppt; Letztere wurde dann später wegen der, doch gegenseitigen, Schimpfreden, nach langer Krankheit, zu vierwöchentlichem Gefängniß verurtheilt, Herr Kleinert zwar freigesprochen, erhielt jedoch auf seine Beschwerde bei der Bundeskanzlei zur Antwort, er habe die erlittenen Miß- Handlungen, Gefängnißstrafe, mehrwöchentliche Arbeitsunfähig- keit u. s. w. seiner„Haltung" zu verdanken. In welcher Ver- wilderung die Kolonie unter solchen Umständen lebt, welche Achtung sie von Seiten der andern Kolonien und der türkischen Regierung genießt und wie die Kinder aufwachsen, können Sie sich bei solchen Verhältnissen leicht vorstellen. „Schreiber dieses kennt einen Landsmann, der sein auf den Rath des Konsuls Reiser in Varna, eines Handlungskom- mis, der sich vermittelst Glacehandschuhen, tackirtcn Stiefel». u. s. w. bei der Gesandtschaft beliebt zu machen wußte, daselbst gekauftes Haus hat verlassen müssen, indem der Reiser die dortigen Deutschen zur Anlegung von Etablissements, wie z. B. den Tyroler Bucher zur Anlage einer Bäckerei, Häuser- kauf und dgl. zu veranlassen sucht und dann durch Jntriguen, Schutzverweigerung, Aufhetzung der Eingebornen vertreibt, jeden- falls damit die Liegenschaften und Einrichtungen ihm und seiiun Helfershelfern bleiben. Ueb er Haupt hatEigenthum auf- gehört, zu epistiren, indem ein Jeder die Deutschen frei, selbst auf der Landstraße, berauben, bestchlen oder durch betrllgliche Bankerotte um ihre Habe bringen kann, ohne daß die Kanzleien das Ge- ringste dazu thäten und indem einige derscl- benselbst stehlen, worüber ich mir vorbehalte, Ihnen die Akten zuzuschicken."_ Leo Fränkel, der gewesene Delegirte der Pariser Kommune für die Arbeitskommission ist den Ver sailler Henkern glücklich entronnen und weilt gegenwärtig in London. Im„Vorbote" finden wir einen Brief von ihm, der, wenn auch schon älteren Datums(12. Juni), doch noch viel Interesse hat. Er lautet: Bellaqio, den 12. Juni 1871. Geehrter Bundesgenosse! Während die französischen Journale mich in der kue ck�Isaeo, als Bahnbeamtcr verkleidet, von den Gendarmen aufgreifen, mich Tags da rauf nach Versailles bringen und erschießen lassen, weile ich unter fremdem Namen an den Usern des Comcr-Sees, meiner Pariser Bundes- genossen gedenkend, denen es nicht gleich mir gelang, den preußischen und französischen Häschern zu entgehen. Was man auch in Deutschland sagen und schreibe» möge, die Geschichte wird es zu verzeichnen haben, daß deutsche Soldaten an dem Mordwerke der Bersailler Regierung theilnahmen. ris sollte mich nicht wundern, wenn denselben das„Hobe Glück und die Ehre" zu Thcil würden, die Brnst nebst dem eisernen Kreuze, nech mil dem Kreuze der Ehrenlegion„zieren" zu können, es gcbllbil ihnen mil demselben Rechte, als der französischen Soldateska die Anerkennung, sich„um das Vaterlaud wohl verdient gemacht zu haben". Dem er- habenen deutschen Kaiser schien diese militärische Unterstützung wohl das probateste Mittel gewesen zu sein, um die diplomatischen Beziehuu- gen zwischen Deutschland und Frankreich wieder aufnehmen zu können. Zu diesem Zwecke genügte es seiner„weisen" Regierung nicht, die Armee von Versailles mit den im letzten Kriege gefangenen asrika- Nischen Truppe» zu verstärken, Schaaren— wodurch nach einer Rektoi�ts- rede Bluntschlüs, der zivilisirte Kiieg durch eine neue Barbarei verun- staltet wird; es genügte ihr nicht, der Bersailler Regierung Ehassepotgewchre zu liefern, nein, es mußte noch der deutschen Besatzung um Paris der schmachvolle Befehl erlheilt werden, Nieinan- den passiren zu lassen. „Es lhut mir wehe, wenn ich die Leute, ja selbst oft nur Frauen mit ihren Kindern zunickweisen muß", sogt« niir ein hessischer Soldat, „aber ich kann nilbt anders handeln, sonst bekomme ich 4 Tage scharfen Arrest"! Wenn es mir dennoch durchzukomme» gelang, nebst noch einigen Personen, unter welchen sich eine mit seltenen Geistesgaben ausgestaltete Dame befand, die an der Spitze dcs.Centralkomilee's sürFrauen stand, und welche gleich mir in den Barrikadenkämpfen, an denen sie lebhaft theilnahm, verwundet wurde, bade ich dies nur der Gunst eines französische» Arbeiters zu verdanken, der uns den Eingang in ein Haus vcrjchassie, von welchem aus wir unangefochten die Linie passiren konnten. Damit war allerdings noch wenig gewonnen. Mehr als einmal wurde ich von sranzösischen Gendarmen undZZolizei- dienern angehalten, um meine Papiere befragt, woher ich komme, wo- hin ich gehe, u. s. w., ehe ich der französischen Grenze den Rücken kehren konnte, und sicherlich wäre ich verlorcn getveseti,— ich hatte keine Reisepapiere bei mir— hätte mir nicht mein erkünstelt nnbe- fangenes Aussehen durchgeholfen. Ich dachte an Diderot's Paradox über den Komödiant, wonach ein Schauspieler, welcher gefühlvoll spielt, es niemals über die Grenze der Mittelmäßigkeit bringen kann, daß vielmehr sein Aeußeres sich zeigen müsse, als verberge er diese oder jene Empfindung, und so erschien ich denn, das Elend im Innern, kecken Mulhs von Außen. JnMeaux, wo Rochefort, Murat,-c. verhaftet wurde», wäre es mir trotzdem bald schlecht ergangen. Ein Polizeidiener, der sich mit meinen Antworten nicht begnügen wollte und wie Sbylok auf dem„Schein" bestand, hieß mich aus dem Wagen steigen. „Jetzt hängst du doch", sagte ich mir im Stillen, während ich meiner Reisegefährtin, welche mich nicht verlassen wollte, als bis sie mich anßcr Gefahr wisse, meinen Arm anbot, doch nur, um zu ver- berge», daß ich dort verwundet sei. Gleichzeitig frug ich den Polizei- diener mit anscheinend kaltenr Tone, ob ich weit mit chm z» gehen habe, da ich nicht gerne den Zug versäumen möchte.„Jm Nothsalle— Hub meine Begleiterin im selben Tone an— übernachten wir hier, und 'ahren morgen früh fort." „Was mir nicht sehr angenehm wäre, da ich nicht weiß, ob nnscre Reiscbillete morgen noch gültig sein werden." „Wohin wollen Sie denn reisen"? srug da der Polizeidiener. „Nach Deutschland", war meine Antwort. „Nun, dann steigen Sie ein. Besorgen Sie Sich aber einen Paß, wenn Sie wiederkommen." So gelang es mir denn, überall den Häschern zu entgehen. In Kehl angekoinme», mußte ich von meiner Kampfes- und Reise- gefährtin Abschied nehmen, da dieselbe über Hamburg»ach Eugland reiste, während ich vorzog, meine etwas zerrüttete Gesundheit in Italien herzustellen. So»ahm ich denn meinen Weg über Baden nach Eonstanz; von da über de» Bodcnsee, und dann Mit der Babn bis nach Ehnr. Von Ebur aus ging's bald zu Fuß und bald zu Wagen nach Titsenkasten, über den Albula-Paß nach Samade», bis ich endlich bei etwas kalter und regnerischer Witterung in Bcllagio ankam, von wo ich Ihnen chreibe. Als ich noch in Kehl war, hatte ich zuerst die Absicht, nach Genf zu kommen, um zugleich persönlich mit Ihnen Belaimtfchast machen u können. Wenn ich diese Absicht aufgab, lag dies nur in dem Grunde, aß ich dachte, dort wenig Aussicht auf Arbeit zu haben, sonst hätte ich zweiselsohue die Schweiz, ihrer politischen Freiheit halber, vorgezogen. Keinesfalls glaube ich es jetzt bereuen zu haben, denn so viel ich aus den Zeitungen bezüglich der Auslieferungifrage erfahren habe, cheint es ziemlich faul aucki im Staate der Schweizer zu sein. Es wird in der helvetischen Republik wahrscheinlich ein ebenso großer Unterschied zwischen Regierung und Regierten zu machen sein, wie in den übrigen europäischen Staaten, denn dem Schweizer Volke traue ich doch wenigsten« so viel Scharssinn zu, um einsehen zu können, daß es nicht» Seichtere« sür den Urkundensälscher Jules Favre gebe, als leben Vertheidiger bei Pariser Kommune in einen gemeinen Per- drecher umzuwandeln, um dessen Auslieferung verlangen zu können. Würde Tell aus dem Grabe steigen können, würde er sicherlick, die Herren Bundesräthe an's Ohr fassen und dieselben fragen, ob sie vergessen hätten, auf welche Weise die Schweiz von dem Habsburger Zoche befreit wurde, ob sie ignoriren, was sich in der Nacht vom 7. zum S. November 1307 auf dem Rütli zutrug, und was für einen unterschied dieselben zwischen den Männern der Kommune sehen und lenen, die aus Uri, Schwytz und Unterwaiden zusammentraicn, um einen Befreinngsbund zu schließen, wenn nicht diesen, daß, was jenen «n Interesse Frankreichs mißglückte, diese», im Interesse der Schweiz gelungen war. Wenn der Schweizer Bundesrath die Zeichen unserer Zeit nicht zu deuten versteht, wenn er die zu lösende Aufgabe des lg. Jahrhunderts nicht erkennt, ist dies nur eine geistige Schwäche, die er mit den übrigen Regierungen theilt. Nicht Jedermann hat die Gabe in die Zukunst dlicken zu können, jeder Staatsmann hat aber die Pflicht, mindestens die Geschichte seines Landes zu kennen. Als ich vor einigen Jahren eine Partie über den Vierwaldslätteisce machte und in kolosialcn Gotdlettcrn die Worte:„Dem Sänger Tell's, Friedrich Schiller. Die Ur-Kantone, 1853" auf einer Fetspgramide ein- gegrabe» fand, dachte ich wahrlich nicht daran, daß die Zeit nahe sei, in welcher die schweizerische Regierung diejenigen Männer als gemeine Ver- drechcr auszuliefern gedenke, die sich gegen die französischen Landvögte Mslehnten. Ich bin k. L. Frankel. S t ollberg, 19. Nligust. Heute wurde Parteigenosse Jmhof, welcher kaum hier eingetroffen war und der das Re- serat zu der für den heutigen Abend anberaumten Volksver- sammlung übernommen halte, in einem Privathause von hie- stgen Gendarmen verhaftet und nach Halle transportirt. Er >st in Erfurt vor einiger Zeit wegen„Majestätsbeleidigung", bie darin bestand, daß er die Reden unserer Reichstogsabgeord- Veten im Verein vorlas, zu 3 Monaten Arrest verurtheilt wor- �en, hatte aber diese Strafe der preußischen Regierung vorläufig geschenkt und jetzt liefert ihn Sachsen an Preußen aus. Wie- der ein Beweis, wie sehr die deutsche Einheil— in Bezug auf das Polizeiwesen fortgeschritten ist. Elberfeld, 21. August. Parteigenosse Kötter von Barmen ist als„Hochverräther" ins hiesige Zellenge sä ng- biß abgeführt worden. Der sogenannte„Hochverrath" soll darin bestehen, daß Kolter den internationalen Standpunkt ver- treten hat._ Das Organ der Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereinc, der „Gewerkverein", wirft in Nr. 34 den deutschen Sozialdemokraten indirekt vor, daß sie nicht für die Pariser Kom- mune die Waffen ergriffen haben, indem er sagt: „Zur Zeit der Roth sandten sie gleich sämmtlichen anderen Internationalen, nur großsprecherische Resolutionen der Kom- mune zuHilfe." Abgesehen davon, daß die in Paris lebenden nichtfran- zwischen Internationalen— Deutsche, Polen, Italiener, Ungarn— flchin h ervorragender Weise am Kampfe betheiligt haben, wird Ach wohl Herr Mar Hirsch die Frage, warum die deutschen Internationalen„nur" Resolutionen zu Hilfe sandten, selber bc- antworten können, falls er nicht als ajjent provocateur gelte» will._ Zur Kennzeichnung der nationallibcralen Denun- Z lauten schreibt der Crimmitschauer„Bürger- und Bauern- freund" anläßlich der in letzter Nummer des„Volksstaat" mit- getheilten Chemnitzer Korrespondenz der„Deutschen Allgemeinen Zeitung": Bereits haben wir wiederholt darauf hingewiesen, wie die nationalliberale Presse es sich zur besonderen Aufgabe gesetzt hat, durch fortwährende Verleumdungen die sächsischen Be- Hörden zum Einschreiten gegen die Versammlungen der sozial- demokratischen Partei zu veranlassen und die Freiheit der Presse, das Vereins- und Versammlungsrecht zu verkümmern. Ein solcher verleumderischer„Chemnitzer" Bericht der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" war es, der Most von der leipziger Polizeibehörde vorgehalten wurde, und er war wesent- lich mit Motiv des gegen ihn beobachteten Verfahrens. Most redigirt jetzt unbehelligt die„Chemnitzer Freie Presse�,, und der Mangel eines gegen ihn eingeleiteten Strafverfahrens beweist, daß sich für die Denunziationen des Leipziger Blattes kein Beweis hat erbringen lassen. Damit freilich ist noch kein Bcht über den Ursprung dieser Berichte verbreitet. Jetzt wird auch dies Licht durch das Ungeschick des Leipziger Denunzianten Jedermann aufgesteckt. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" von Sonntag den «0. August enthält eine merkwürdige Korrespondenz.(Dieselbe lst in der vorigen Nummer des„Voltsstaat" enthalten.) Wir würden nun den Rednern der Chemnitzer Ver- sammlung rathen, insgesammt dem Herrn Redakteur der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" und dem Verfasser der Korrespondenz mit Strafantrag �?) auf den Leib zu rücken, um ihm für bie Zukunft größere Wahrheitsliebe zur Pflicht zu machen. Für jetzt begnügen wir uns, nachzuweisen, daß diese „Eheinnitzer" Korrespondenz der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" Vicht in Chemnitz, sondern offenbar entfernt von Chemnitz, allem Anscheine nach in Leipzig von einem der als Hand- langer des Herrn Prof. Biedermann thätigen Buchhändler- Komniis, und zwar ohne Durchsicht des Hrn. Chefredakteurs lvbrizirt worden ist. .. Die Korrespondenz behauptet, der Kaufmann Bracke Ai in Chemnitz und im benachbarten Burgstädt- Franken- v�ger Wahlkreise bei der letzten Reichstagswahl aufgestellt Alvesen. Nun weiß aber jeder Chemnitzer, der nur die Verhält- vifle von Chemnitz und Umgegend einigermaßen kennt, selbst vhve sich angelegentlich um Politik zu kümmern, daß im Burg- I.vvl-Frankenberger Wahlkreise dem Prof. Biedermann aus �'Pzig nicht der Kaufmann Bracke, sondern der Lehrer Spier Msenüberstand, und trotzdem er sich nicht persönlich seinen Wählern vorstellen konnte, sondern im Gefängniß saß, und der Koalition der konservativen,„nationalliberalen" und 'Mtschrittlichen Elemente eine Minorität von über 4000 Stimmen Ehielt. . Daß eine solche Unwissenheit, wie die erwähnie Korre- wondenz„aus Chemnitz" über den eigenen Wahlkreis des Herrn ikdermann verräth, in der eigenen Zeitung des Herrn Bieder- ann vorkommen kann, ist ein trefflicher Beitrag zur Beurthei- vg der redaktionellen Thätigkeit des Herrn Biedermann. H�ber auch noch in anderer Beziehung verräth sich der ruvg aus der Biedermann'schen Ofsizin. a. Die Korrespondenz verräth gegen den Schluß hin eine Besorgniß um den Ausfall der nächsten Landtagswahl. Vertreter des einen Chemnitzer Wahlkreises war nun aber Herr Prof. Biedermann. Wer nun weiß, wie schwer das da- malige Wahlgesetz mit seinem Census durch Ausschluß großer Arbeiterkreise vom Wahlrecht die Erwählung eines sozial- demokratischen Kandidaten macht, der kann aus der Korrespou- denz entnehmen, wie nicht sowohl die Aussichten eines solchen Kandidaten gewachsen, als vielmehr--- die Aussichten des Herrn Biedermann geschwunden sind.--- Und daher jene Wuth und daher jene Denunziationen! Wir meinen, daß selbst in den Augen solcher Männer, die nicht zur Sozialdemokratie gehören, solche Mittel Herrn Biedermann nicht rehabilitiren, sondern nur noch vollends ruiniren können._ Das Vereius- und Versammlungsrecht iu Sachsen. Glauchan. Im Juli d. I. meldete, wie üblich, die hiesige„Internationale Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter- Gewerkschaft", eine nach ihren Statuten nicht politische Korpo- ration, eine öffentliche Versammlung zur Besprechung gewerblicher Angelegenheiten an. Der dortige Stadtrath Schulz verbot die Versammlung, weil er u. A. die betr. Korporation für einen politischen Verein halte, unterließ jedoch, was konsequen- terweise hätte geschehen müssen und was der Vorstand der Gc- wcrkschaft verlangte, gegen die letztere wegen Verhcimlichnng ihres politischen Charakters eine Untersuchung zu veranlassen. Als verlautbartc, der Gewerkschaftsvoi stand werde Beschwerde erheben, da veröffentlichte der betreffende Stadtrath einen Artikel in den Lokalblättern, in dem die Erwartung ausgesprochen war, die Oberbehörde— die Zwickauer Kreisdirektion— werde dem Stadtrath Recht geben. Daß dies der Kreisdirektion nicht mög- lich war, geht aus dem Umstände hervor, daß dieselbe über die Beschwerde an das Ministerium nach Dresden berichtete. Die- sein ist es nun doch möglich geworden, den Rekurs zu verwerfen und das Verfahren des Stadtrath Schulz in Ordnung zu sinden,— ein Akt, der unser ganzes Vereins- nndVersamm- lnngsrccht mit einem Schlage über den Hansen wirft. Reichcnbach i. B., 20. Aug. Zur Anerbacher Korrespondenz in vor. Nummer, betreffend das Vereins- und Versammlungsrecht in Sachsen, diene Folgendes als Nachtrag: 1) Schnbert'in Kirchberg ist nach Verbot der Freitags-Ver- sammlung gleich zur Kreisdirektion in Zwickau gegangen, wo man auf die augebrachte Beschwerde aulworteic, daß vor Ankunft der Akten nicht entschieden werden könne und daß Schubert Bracke doch lieber „abbestellen" solle. 2) I» der Anzeige der aus Mittwoch 23. c. in Kirchberg an- gesetzten, ebenfalls verbotenen Versammlung, ist gesagt, daß Bracke sich mit seinen Wählern unterhalten wolle.' Auch das ist im Amte Kirchberg allerdings„staatsgesährlich". 3) Die gestrige Versammlung in Falkcnstein, in der Bracke weder rede» noch die einzelnen..Tische" begrüßen durfte, wurde nach kurzer Dauer polizeilich ausgelöst. Als der Einberufer mitgctheilt hatte, daß Bracke nicht sprechen dürfe, meinteTeusel von Lengenseld, daß man eine neue Versammlung einberufen solle, damit man dann doch sähe, ob, nachdem Bracke seine Papiere beschafft, die Behörden noch im Stande wären, das Versammlungsrecht....„Ich entziehe dem Redner das Wort unterbrach der Polizcibeamte. Irgend Jemand im Hintergründe des Saales erlaubte sich hierauf, laut zu lachen, worauf der Beamte die Versammlung für aufgelöst erklärte. Auf Befragen erklärte derselbe dann, die„gemessensten Befehle" zu haben. 4) Heute Morgen war statt der verbotenen Versammlung in Wilkau ein gemeinscha tlicher Spaziergang. In einer Brauerei im- terwegs machten wir H.ilt, die Genossen von Wilkau und Umgegend toasteten auf die Sozialdemokratie und wir plauderten miteinander. Der Gendarm aber, welcher uns in dieser Brauerei besuchte, meinte, daß der Veranstalter des Spaziergangs für denselben„verant- wortlich" gemacht werden würde. 5) Heute Nachmittag inReichenbach, wo eine ungemein große Volksmenge zur Versammlung von nah und fern zusammengeströmt war, wiederholte sich derVorgang!von Falkenstein: Forderung an Bracke von Legitimationspapieren und bei dem Mangel derselben Verbot, zu sprechen. Selbst die Bürgschaft eines hochängesehencn Bürgers von Reichenbach wurde zurückgewiesen. Die Versammlung hielt es darauf nicht für„angemessen", da Bracke als Referenten das Wort nicht ge- staltet fein solle, überhaupt zu tagen, sie brachte enthusiastische Hochs auf unsere Sache aus und auf den Reichstagskand.daten des Kreises und es wurde eine Versammlung aus Tonnerstag Abend beschlossen. Außer dieser wird Bracke Versammlungen abhalten: Montag in Leu- genfeld, Dienstag in Treuen und Mittwoch in Auerbach. Morcjen früh erwartet er seine Legitimationspapiere und wird er sich inskünftig übrigens mit allen möglichen Scheinen der seligen deutschen Bundcstagspcriode versehen, als Tauf-, Trau- und Bürgerschein, da- mit er sich in jedem Falle nicht allein mit der Paßkärte, sondern ganz nach„Befinden" des betr. Beamten(„legitiiniren" kann. Auch der Geburtsschein scheint dabei nothwendig, denn, läuft man ohne Paß Gefahr, als Vagabund betrachtet zu werden, so möchte es denk- bar sein, daß man bei Abwesenheit jenes ersten aller Scheine vielleicht als Mondkalb angesehen wird.— Unsere Sache hier zu Lande steht glänzend. Ehre den braven Einwohnern des Voigtlandes einschließlich des Gerich tsamtes von Kirchberg! Berlin. In der am Dienstag Vormittag stattgehabten Versammlung der stri lenden Tischler wurde mitgetheilt, das; bereits 275 Meister durch ihre Unterschrift die Fordern» gen»ncrtannt hoben und daß diese Zahl noch größer sein würde, wenn das Formular für die Unterschrist geändert würde. Im Allgemeinen wurde es sehr bedauert, daß die Strikenden kein Lokal in Berlin finden konnten, welches alle Belheiligten �aufzunehmen vermöchte. Bon auswärts sind zahlreiche Briefe und Telegramme niit der Zusicherung von Unterstützungen, mit Unterstützungsgcldcrn und mit der Aufforderung zum Festhalten eilt-- gegangen. Die Strikenden erließen sotgelideli: Aufruf oii die Tischler, sowie ou sämmtliche Arbeiter Deutschlands. Männer der Arbeit! Bei dem fortwährenden Steigen der Preise der Lebensmittel und der Wohnungsmielhe war es uns nicht mehr mög- lich, mit dem j tzigcn Verdienst ein menschenwürdiges Dasein zu führen. Ein Jeder von uns fühlte die dringende Noihwendigkeit, daß diesem Zustand abgeholfen weiden müsse, und so wurde denn in einigen Ver- sammlungen sämmllicher Tischler'Verlins beschlossen, von den Meistern' eine Lobnerhöhung von 25 Prozent und Angesichis unserer äußerst schweren Arbeit eine Abklliznug der Arbeitszeit von 12 Slun- den auf g'/s Stunden zu verlangen. Diese bescheidene Forderung wurde den Meistern mit der näheren Moliviruug per Cirkular zugestellt. Wir hatten geglaubt, daß die Meister, resp. Arbeiter, diese unsere mäßige Forderung sofort bewilligen, oder daß sie wenigstes doch mit uns tu Unierhandlung darüber treten würden. Aber keins von Beiden geschah. Schnöde hat man uns abgewiesen. Wir waren hierauf genölhigt, den Weg der Arbeitseinstellung zu betreten, so lange bis sich die Meister erkläre»,. unsere Forderungen bewilligen zu wollen. Kollegen und Arbeiter aller Berujszweigel Wir haben nunmehr den Kamps gegen die Kapitalmacht aufgenommen, gestützt auf unser gules Recht und im Vertrauen auf Euch, daß Ihr uns Eure Hülse nicht versagen werdet. Zeigt jetzt, daß wir uns nicht getäuscht haben; unser Sieg kommt ja auch Euch zu Guie. Beweist es mit der That, wie wir es den Mau- lern gegenüber gelhan haben, daß die Jnleressen aller Arbeiter solidarisch sind Wir stehen fest und euischlossen zusammen und haben die besten Aussichten auf die Erreichung unseres Zieles, indem der Aufschwung in unserem Geschäft jetzt eine große Zahl von Arbeitskräften erfordert. An Euch, Ihr Arbeiter Deiuschlands, liegt es nun, den Zuzug von Berlin abzuhalten, und uns, soviel es in Euren Kräflen steht, mit Geldmitteln zu unterstützen, damit die Familienväter, die der Unterstützung bedürftig sind, nicht, aus Roth getrieben, die Arbelt wieder aufnehmen müssen. Also, vereint Euch wie wir, und unterstützt uns in unserem Kampfe, wir werden auch Euch nicht vergessen, wenn Ihr Euer Recht geltend macht. Stimmt ein mit uns in den Wahl- spruck:„Einer für Alle und Alle für Einen!" Berlin, 2!. August 1871. Die Mitglieder der Tischler-Strikekasse in Berlin. Unteistützungen, Briese und Anfragen wolle man gefälligst an das Bureau der Tischler-Strikekasse, Vorsitzender Herr Schmitz, Stallschrei bersir. 3, 1 Tr.. senden. In Stettin ist zur Paralysming des Maurerstrikes Militär den Meistern zur Verfügung gestellt worden. Auö Kvuigöbcrg erhallen wir von den strikenden Maurern folgenden Aufruf! „Wir, Maurer in Königsberg, habe», da unsere Forderung um Lohnerhöhung von 25°/„ nicht berücksichtigt wurde, obwohl wir uns in der traurigen Lage befinde», das; unser JahreScinkomiiten im Turchschnitt kaum über 130 Thlr. beträgt, am 17. d. M. die Arbeit eingestellt. Wir fordern alle Arbeiler, insbesondere alle Fach- genossen auf, unsere Sache, welche ja auch die ihre ist, zu uiiterstütze». Nur im Vertrauen auf die brüderliche Hülfe aller Arbeiter konnten wir den Strikc ausnebme», nnd nur das gemeinsame Auftreten aller Arbeiter kann ihnen Hülfe bringen gegen die Unterdrückung und lieber- vortheilimg durch die Kapitalmacht. Brüder! Helft nnsj und rechnet in jedem Falle auf unsere Hülfe. Unser Sieg ist auch der Eure. Seiidun- gen bitten wir an die Adr. des Maurergesellen Mostlebner, Tvdiensir. Nr. 23 zu richten. „Königsberg, den 22. August 1871. „Die Strike-Kcmmissio» der Maiirergesellschafr." Genf. In der hiesige» Sektion der Internationalen hat sich eine Frauenjektion gebildet, welche, um dienstlose Mädchen zu be- schäftigen und in sittlichem Wandel zu bewahren, ein Produktionsge- schäft errichtete, Hemden, Blouscn zc. anfertigen läßt und vorläufig durchschnittlich für 300 Fr. in der Woche umsetzt. Pforzhcti». Daß Mar Hirsch wider Willen Rekrutcu für o>e Sozialdemokratie liefert, zeigt stnter Anderm folgende Korrespondenz der„Frankfurter Zeitung": d. d. Psorzheii», den 13. Aug.:„Der Zersetzuiigsprozeß in dem Gewerkvereiii der Gold- und Silberarbeiter verfolgt seineu Weg. Die Häleleien, welche die Folge des Zwiespaltes der Meinungen waren, gehen schon weit über den Ausbruch des Krieges zurück. Aiisänglich handelte es sich nur um das Organ des Vereins, den„Genossenschafter", welcher den na- lioiialliberaleu Schleppträgern zufolge, nicht stramm genug bei der Stange hielt; seit einiger Zeit aber hat diese demokratischere Mei- »ung auch in dem Generalrath das Uebergewicht erlangt,»nd der „Genossenschafter", obgleich der sozial-demokratischen Pariei durchaus nicht dienstbar, verfolgt rein demokratische Prinzipien. Diese Tendenzen habe» nun aber zu einem ernstlichen Zwiespalt zwischen dem Generalrath und dem Berliner Ortsverei» geführt, welch letzterer, unter dem Einfluß der Berliner Luft stehend, nur das reine Schwarz- weiß des Nationalliberalismus als seine Farbe ancrkennt," HO Mar, Marl» Bcrli». Blödsinn. Damit man eilimalsehe, wie!» den von der Bourgeoisie geleiteten Bildungsanstalten der Volksgeist bearbeitet wird, sei hier eines Vortrags gedacht, welchen ein sogenannter Gelehrter im größten deutschen Handwerker-Verein, dem Berliner, neulich gehalten hat. Die„Volkszeitung", das Organ dieses Vereins, berichtet unterm 8. August:„Aus dem großen Berliner Handwerker-Verein. Am Mittwoch sprach Hr. Dr. Hüppe, anschließend an de schauer- lichen Vorgänge in Paris während der Herrschaft der Kommune, über Volkswirthschaft. Zu den vielen Räthseln, welche die Kom- mune der Welt zum Lösen gegeben, gehört u. A. auch die Thatsache, daß sich die Weiber in so eminentem Maße an dem Kampfe und an der Zerslörnug betheiligten, daß nach Zeitungsnachrichten über 5000 solcher Petroleusen nach Capcnne transportirt, d. h. der trockenen Guillotine Überliefert werden sollen. Dieses Faktum fordert um so mehr zum Nachdenken auf, als die Jntereffen jeder ehrbaren Frau den Endzielen der Kommune direkt widerstrebe», und, meinie der Herr Vortragende, es lasse sich»ur so erklären, daß die Kämpfer innen sich schnell ausKosten derWohlhabeuderen bereichern woll- ten, ohne dabei über das Wesen des Kommunismus sich klar zu iein. Kommunismus ist nicht nur Despotismus, sondern auch Wei- bergemeinschaft; sagt doch ein bekanntcr(?)Koinmunistenches: eigent- liche Menschen seien nur die Männer, die Frauen müßten als S ach« betrachtet werden, und dieser Meinung schloß sich Napoleon in Ge» geuwart zweier Frauen von Generalen an. Daß in der That der Gütergemeinschaft die Weibergemeinschaft auf dem Fuße folgt, be- weisen u. A. schon die Einrichtungen der Wiedertäufer während der Reformationszeit. Jeder dieser Sekte nahm so viel Weiber, wie er vertheidigen konnte. Johann von Leyden begnügt« sich mit 50 bis 60. In Paris bestand während der Herrschast der Kommune die Weibergemeinschaft auch wirklich d' tacto, Denn, während die Männer irgendwo im Felde kampirten, warfen sich die Frauen dem ersten besten in die Arme. Der kommunistische Staat will Jedem, Mann sowohl wie Frau, je nach seinen Fähigkeiten die Arbeit anwei- sen, dadurch aber wird das Familienleben gelockert." Wir wissen augenblicklich noch nicht, od Herr Franz Duncker, der Vorsitzende des Handwerker-Vereins, dem Hüppe'schen Vortrag beigewohnt hat; aber als Eigenthümer und Mitarbeiter der„Volks- zeitung" hat er doch jedenfalls nachträglich das obige Resumö gelesen und, soviel uns bekanilk, ist seinerseits kein Schrill geschehen, um die Blamage des Vereins zu milder». Sollte man wohl glauben, daß man in einem Verein und einer Zeiiung solchen Creliitisnius seilzubieten wagen darf? Wir wollen nicht von dem Petroleusenmärchen reden, an das zu glauben jedenfalls nicht gravirender ist, als der Glaube au gewiss« religiöse Dogmen; eS verdieiit auch die Verleumdung, daß„die Kampfe- rinnen sich auf Kosten der Wohlhabenden bereichern wollten," keine weitere Berücksichtigung, besonders nach den übereinstimmenden Aus- sagen der wieder nach Paris zurückgekehrten Deutschen, daß sie ihr Hab und Gut unangetastet wiedergesunden haben. Wir möchten aber gern wissen, wer denn eigentlich der„bekannte Kommunisteuches" ist, welcher gesagt hat, daß„nur die Männer eigeutl che Menschen seien und die Frauen als Sache betrachtet werden müßten." Haust der Mann in London oder in Paris, oder hat Herr Dr. Hüppe diese „Thalsache" blas aus einem Conversationslerikon geschopstf) In letz- lerem Falle dürsten mildernde Umstände zulässig sein, denn sür'S Con-' versationslexikon ist Dr. Hüppe nicht verantwortlich. Aber— die „Wechergemeinschaft!" Die Wiedertäufer von vor 350 Jahren, iden- tifizirt mit den heutigen deutschen Sozialdemokraten und Pariser Kom- munaliste»— steht dieser„gebildete" Don Ouirote etwa seinem berühmten Vorbilde nach, welchereine Windmühle für einenRitter ansah? Und nun gar die„logische" Begründung durch„denn":„In Paris besta rd während der Herrschaft der Kommune die Weibergemeiujchast auch wirtlich de facto(in der That), denn, während die Vtänner irgendwo im Felde kampirten, warseu sich die Frauen dem ersten besten in di« Arme." Wie wär's, wen» Einer so niederträchtig sein wollte, diesen Satz ins Deiitsche zu übersetzen? Oder habe» die dem Vortrage bei- wohnenden Landweyrsrauen— Mittwochs haben bekanntlich Damen Zutritt— gar nicht gemerkt, daß böswillige Berleumdung die Spitze dieses infamen Satzes auch gegen sie kehren könnte? Freilich, unser armseliger Tropf von Doktor hat keine Ahnung davon, ebensowenig wie er die Tragwecke des letzten Satzes begreift:„Das Familienleben wird dadurch gelockert, daß der kommunistische Staat Jedem, Mann sowohl wie Frau, ie nach seinen Fähigkeiten die Arbeit anweisen will." Allerdings ein surchtdares Verbreche»: man würde im kom- munistischen Staat keinen Cretin zum Lehrer eines Handwerker-Vereins machen, sondern— wie Herr Dr. Hüppe mit Grund befürchtet— nur dazu„besähigten" Leuten diese„Arbeit anweisen." Nürubktg. Kramer-Kteli'sche Fabrik. Der Vorarbeirt« P f e i j e» b e r g e r wollte Montag den 13. August denArbellerH i r s ch m a n n zur Nacharbeit r quiriren, da e>klärte ihm dieser, daß er beule nicht nach Feierabend arbeiten könne, er müsse sich nach einer Miethe um- sehen; darob erboste sich der Vorarbeiter und schickte den Arbeiter in zwei Tage Hausarrest. Trotz dieses Ukases ging der gemaßregelte� Arbeiter des anbeten Morgen zur bestimmten Zeit in die Arbeit, aber wieder wurde er(wir wissen nicht ob mit Wiste» der edlen Brüder Reichsrath, Eisenbahn Dirtltvr, Mordwaffen- Erfinder und Speise- zetlelschreiberi sortgeschickt. Hirjchinann ist Vater von 4 Kinder. *) Wahrscheinlich eristirt sie nur in Dr. Hüppe's Schädel. Aum. d. SetzerS, Fortsetzung von Seite 1. „Art. 1. Jeder Franzose, der nach der Promulgirung des gegenwärtigen Gesetzes sich in die Internationale Arbeiter- Assoijiation oder in irgendeine andere internationale und geheimesll Gesellschaft, welche die nämlichen Lehren pre- digt und denselben Zweck verfolgt, aufnehmen lassen oder in derselben verbleiben sollte, wird mit einer Gefänaniß- strafe von zwei Monaten bis zwei Jahren und einer Geldstrafe von 50 bis lOOO Franks belegt; außerdem wird er aller Givil-, Bürger- und Familienrechte, die in dem Artikel 42 des Straf gesevbuches aufgezählt sind, verlustig erklärt. Er kann auf fün Jahre unter polizeiliche Ueberwachung gestellt werden, abge sehen von de» schweren Strafen, die im Sinne des Strafgesetzes für jene Verbrechen oder Vergehen in Anwendung kommen, deren die Mitglieder dieser Gesellschaften sich, sei es als Haupturheber, sei es als Theilhaber, schuldig machen könnten. „Art. 2. Denselben Geld- und Freiheitsstrafen, sowie dem Vev luste der nationalen Rechte unterliegt Jeder, der durch eines der im Art. 1 des Gesetzes vom 17. Mai 1819 genannten Mittel die Bewob »er eines Theiles des sranzösischen Gebietes aufgereizt haben wird, sich der Souveränetät der Ration entweder durch den Anschluß an einen Nachbarstaat oder durch die Konstituirung in einen unab- hängigen Staat zu entziehen. Diesen Strafen verfällt er, abgesehen von den stärkeren, denen er gemäß den Artikeln 87 und folgenden des Strafgesetzbuches unterworfen ist. „Art. 3. Der Art. 463 des Strafgesetzbuches wird mit Bezug aus die von den vorhergehenden Artikeln ausgesprochenen Gefängniß und Geldstrafen in Anwendung gebracht werden können." Sogar die legitimistische„Gazette de France" schüttelt zu dem reaktionären Blödsinn des„liberalen" Dufaure den Kop „Man kann von Vornherein überzeugt sein", bemerkt sie,„daß bei dem gegenwärtigen Stande der Ding weder die Strafen, die man über die Jnternatio� nale verhängen wird, noch die Untersagung der Strikes und Koalitionen dem Kampfe ein Ziel setzen werden, der mit wechselndem Glücke zwischen der Bourgeoisie und den arbeitenden Klassen ge führt wird." Auch die royalistische„France" ist mit dem Gesetzentwurfe nicht einverstanden. Sie sagt:„Mit Nepressivmaßregeln kann man in derThat die der zeitgenössischen Gesell schaft gestellten Probleme nicht lösen. Warum sollte man nicht in der Assoziation selbst einen wirksamen Schutz gegen die von ihr ausgehenden Drohungen suchen? Man stelle doch der Internationalen eine auf breiter und moralischer Basis aufgebaute Organisation der Arbeiter entgegen und man wird für die Zukunft mehr gethan haben, als wenn man dem Straf gesetze ein neues Kapitel hinzufügt." Nun— mit der angerathenen„moralischen Organisation dürfte es seine Schwierigkeiten haben, da die Arbeiter von der „Moral" der Herren Royalisten und Bourgeois nichts wissen wollen, und dieselbe sogar für die abscheulichste, durch wider liche Heuchelei noch doppelt abstoßende und verwerfliche Im- moralität halten. Doch insofern haben die zwei royalistischen Blätter jeden falls recht: das Gesetz wird nichts nützen, wenigstens nicht seinen Urhebern. Es ist lange nicht radikal genug. Wer den Zweck will, muß auch die Mittel wollen. Also frisch darauf los dekretirt: s 1. Jeder Arbeiter, welcher Mitglied der Internationalen ist, wird sofort füsilirt. § 2. Jeder Arbeiter, der zu den internationalen Grundsätzen hin- neigt, wird auf Lebenszeit eingesperrt, und, da es den Bourgeois sonst an„Händen" fehlen würde, von einem Polizisten täglich auf 10, 12, 1b Stunden(je nachdem) an die Arbeit geführt, die er unter strengster Aussicht zu verrichten hat, natürlich mit einem Schloß vor dem Mund und einem Jsolirschirin über den Augeir S 3. Um die Verbreitung internationaler Ideen zu verhüten, werden alle Zeitungen, Posten, Telegraphen, und vor Allem die Schulen abgeschafft, in denen die Teufelskünste des Lesens und Schreibens gelehrt werden. 5 4. Herr Mühler, derzeit Minister in Preußen, wird mit Aus- führung des 8 3 betraut; für die 88 1 und 2 reichen französische Zia tionalkräfte ans.— Nun, wie gefällt Euch das Dekret, Ihr Bourgeois? Und auch dies ist noch lange nicht radikal genug. Um dieJnter- nationale abzuschaffen, müßt Ihr das Proletariat ab- schaffen; und uin das Proletariat abzuschaffen, müßt Ihr— Euch�selbst abschaffen!— Das Kapitel von der nicht„gewaltsamen Annexion"*) wird in der amtlichen, bis über die Ohren in Bismärckerei stecken den„Karlsruher Zeitung" durch folgenden Nothschrei wunderhübsch illustrirt „Es Hilst nichts, sich mit rosigen Anschauungen und tröstlichen Hossnunge» über die Sache hinweghelfen zu wollen, es muß heraus gesagt werde», herausgesagt im Interesse der Wahrheit, in Rücksicht auf Freund und Feind,' ini Hinblick auf die Gegenwart und Zukunft: „die ungeheuere Mehrheit der elsaß-lothringischen Bevölke- rung, insonderheit die wohlhabenden und„gebildeten" Stände, die politisch thätigen undlebendigep Elemente sind > durch französisch und antideutsch gesinnt." Tem- durch und perament, Furcht, Berechnung� örtliche Verhältnisse legen der Gesinnung bei einzelnen Individuen wie bei verschiedenen Ständen, Städten, Gaue» eine größere oder geringere Mäßigung auf und veranlassen sie wohl euch zur sörmlichen Resignation; eine Zuneigung zum Deutsch- thum aber, ein klares Erkennen des Werihes des deutschen Wesens gegenüber dem französischen oder gar eine bewußte und freudige Hin- gebung an das erstere sind seltene Ausnahmen, die meist nur im Ver- dorgenen blühe». Wohl fehlt e« auch nicht an besseren Stimmungen, aber man würde sich und Andere täuschen, wenn man nicht sagen würde, daß sie wc.taus hinter die gegentheiligen zurücktreten." In ähnlicher Weise äußern sich offiziöse preußische Blätter und die Frage ist auf der Tagesordnung:„Wie können wir die Elsaß-Lothringer zufrieden stellen?" Nun, wir wollen die Frage kurz und bündig beantworten: Schafft den Sti eber ab, mit Allem was drum und dran hängt! Schafft den Bismarck ab mit Allem was drum und dran hängt! Schafft den Mühler ab mit Allem was drum und dran hängt! Bringt die Ideen von 1789**) und 1793 in Deutschland zur Geltung, durch welche die Elsässer und Deutsch-Lothringer zwar nicht französisch geworden, aber für Frankreich gewonnen wor- den sind! Nehmt die nicht„gewaltsame Annexion" zurück! Erkennt das Selbstbestimmungsrccht der Elsässer und Lothringer an! Und Ihr dürft versichert sein, sie sind„zufriedengestellt", und werden, wenn auch nicht unter das elterliche Dach zurück- kehren, doch ihr Mögliches thun, um einen„ewigen Frieden" zwischen der leiblichen Mutter Germania und der politischen Mutter Trance zu begründen!?rol)irtunr est.-- Die Presse beschäftigt sich viel mit den Zusammenkünsten der Herren Stieber,*) Bismarck und Beust in Gastein. Nach dem Einen handelt es sich um eine Allianz zwischen Preu- ßen, Oestreich und Rußland, gegen England, Frankreich und die Pforte, nach Andren um die Rumänische Frage, d. h. um „Staatshilfe" für den Erzschwindler Stroußberg und seine adligen und— mehr als adligen Mitschwindler(die Herzöge, Fürsten und Grafen Ujest, Lehndorf und Consorten); nach Dritten um Maßregeln gegen die bösen„Sozialdemokraten." Und nach einer vierten Lesart, die mindestens so viel für sich hat, wie die übrigen, um inter- nationale Regelung der Briefstieberei, resp. geniein- same Einführung einer neuentdcckten Methode, die Briefe zu er brechen, ohne daß Aufenthalt entsteht oder die Couverts beschä- digt werden. Wir hoffen, man wird sich über letzteren Punkt recht bald einigen; denn die jetzige Procedur ist eine höchst un vollkommene und es ist nichtsangenehm, seine Briefe verspätet oder(in Folge ungeschickter Oeffnung) gar nicht zu bekommen.— Und inzwischen geht's im„Neuen Reich" flott vorwärts nach der Devise„Infanterie, Kavallerie, Artillerie. Den unglücklichen Philistern, die sich dem Wahn hingegeben hatten, nach den„beispiellosen Siegen" sei eine Verminderung der Armee, oder doch mindestens von wegen der„Milliarden" eine Verminderung der Steuerlast für die Armee zu erwarten, gellt es jetzt von allen Seiten in die Ohren: Mehr Soldaten! Mehr Kasernen! Mehr Steuern!(Z- E.„Reichs-Gcwerbsteuer.") Man lese nur nachstehende offiziöse Notiz aus dem Berliner Preßbureau, die von den nationalliberalen Blättern mit einigen obligaten Stoßseufzern abgedruckt wird:„Das entscheidendste und wichtigstes!) Moment für die gesammte Entwickelung des neuen Deutschen Reichs ist sicherlich der mit dem Reichstage zu verein- barende neue Militär-Etat für das Jahr 1872. Wie verlautet, ist man im Kriegs-Ministerium bereits mit der Auf- und Zusammenstellung desselben beschäfttgt, woraus sich der Schluß rechtfertigt, daß auf das sogenannte eisenic Militärbudget, wie es der Artikel 62 der Norddeutschen Bundesverfassung geschaffen, nachdem 31. Dezember 1871 nicht mehr zurückgekommen werden soll. Es geschieht das aus einem doppelten Grunde, einmal, um endlich aus dem selbst der Militärverwaltung unliebsamen Zustande des Provisoriums herauszukommen, hauptsächlich aber um deshalb, weil der Satz von 225 Thalern pro Kopf durchaus nicht mehr genügt und eine bc- deutende Erhöhung desselben beantragt werden soll. Auch das Ertraordinarium soll gewichtiger denn jemals werden, und zwar in Folge der zahlreichenKasernenbauten, die in Aussicht stehen; für Berlin soll es sich dabei um vier neue Kasernen, zwei für die Kavallerie, eine für die Artillerie und eine für die Garde-Jnfanterie, handeln. Aber auch in kleineren Städten soll mit dem Kasernenbau energischer als bisher vorgegangen werden, um die auch auf diesem Gebiete herrschende Wohnungsnoth für Mann und Pferde gründlich zu beseitigen, wozu freilich nahezu 166 Mil- lioncnThaler innerhalb des Bereiches des Norddeutschen Bundes erforderlich wären. Ob auch nur eine annähernd so hohe Forde- rung an den deutschen Reichstag gestellt wird, ist nicht bestimmt zu sagen, indessen wohl anzunehmen."— Um der Wohnungsnoth in Berlin abzuhelfen, hat die Regierung— 566 neue Schutzmänner(Polizcidicner) an- geschafft. Das Mittel ist gerade so probat wie blaue Bohnen für Hunger, und wird wohl am 1. Oktober' beim Wohnungs- Wechsel zur Anwendung koinmen. Eiukommen-Tteuer-Berhältnisse der Äaiserstadt Berlin im Jahr des heiligen Krieges 1876: Durch die königl. preußische» Abschätzungsbehörden wurden im genannten Jahr 15,722 Personen entdeckt, welche ein Einkommen von über 1666 Thlrn. hatten, die städtischen Behörden haben deren noch 1747 ausfindig gemacht, zusammen also 17,469. Ein Einkommen von 966— 1666 Thlr. haben 3165 Personen dagegen » waren von 866— 656— 500— 466— 350— 366— den 900 800 650 500 400 350 248,743 3209 5370 10256 11510 8866 28882 Personen, die von der bestehenden Gewerkschaften der Metallarbeiter nud Manufakturarbeiter zurückbleiben. Doch diese Versammlung war nur, wenn ich so sagen soll, da« Vorspiel der Volksversammlung vom 17.) in welcher Bracke über „Staatshülfe" und über das„Hastgesev"referirte. Gewiß, ich habe schon vielen, und zahlreich besuchten Versammlungen beigewohnt, doch keiner noch, die so massenhaft besucht gewesen wäre. Wahrhaftig! einer Völkerwanderung gleich, wälzte die Arbeiterbcvölterung von Chemnitz, nach dem 5000 Personen fassende»„Apollo- Saal", der bald nach 8 Uhr schon, Kopf an Kopf gefüllt, richtiger überfüllt war. Ein im- posanter Anblick, diese wogenden Arbeiter-Massen, die mit bewundernS- würdiger Ruhe und gespanntester Aufmertsamkrir, de» Reden, die ebenso ruhig als sachlich die fraglichen Themm behandelten, folgte. Männer und Frauen, Greise und Jünglinge legten hier Zcugniß ab, wie sehr die Arbeiter Sachsens von der sozialdemokratischen Bewegung er- griffen sind. Wahrscheinlich wird von anderer Seite Eingehendes über die Ver- sammlung berichtet werden, mich drängt es nur zu konstatiren, daß die Zersplitterung und Verhetzung der Arbeiter in Chemnitz ü b e r w u n d e», daß dort weder„Schweitzerianer", noch„Mendeaner", noch „Bolksparteiler", sondern nur„Sozialdemokraten" sind. Herzlich lachen aber mußte ich über den Bericht eines H. Stieg ler im„Reuen Sozial-Demokrat" vom heutigem Datum, der als Repräsentant einer traurigen Vergangenheit und als einziges Mitglied der schweitzer'schen Partei in Chemnitz seinem gepreßten Herzen in einigen Stoßseufzer» über den„Bürger" Most, und die„Eisenacher Bolls- parteiler" Luft macht. Zur Erheiterung der Chemnitzer Arbeiter, denen leider die Stylübungen des Herrn Stiegler nicht zu Gesicht kommen, möge nachstehender Satz aus denselben hier Platz finden! „Bei meinem Abtreten von der Tribüne, eilte mir der„Bürger" Most nach und fragte:„Warum Herr Stiegler kommen Sie nicht öfter in unsere Versammlungen und unterstützen uns mit Vorträgen?" Theodor'Jork. Barmen, 14. August. Ich protestire entschieden dagegen, daß in unserm Blatte die alten persönlichen Streitigkeiten zwischen den„Ar- beitersührern" wieder beginnen. Wie kann in einem Brief vom Jahre 1865 der„Graf Bismark" erwähnt sein, da der Grafentitel erst eine Folge von 18 66 war?! Stach den gewaltigen Ereignisjen in Paris, welche manche Ansicht geläuterr haben werden, und welche der Sozial- Demokratie eine ganz klare Stellung gegenüber Reaktion und Bourgeoisie gegeben haben, dürfen diese alten kleinlichen Hetzereien nicht weiter lialtsinden. Wer nach dem Gemetzel in Paris, nach dem feigen Ve- nehmen der ftanzösischen Bourgeoisrepublikaner, selbst von der äußersten Linken, noch etwas von Reaktion und Bourgeoisie erwartet, der sei ans unseren Reihen ausgestoßen! Aber die alten Sünden müssen vergesse» sein. Der Stuttgarter Kongreß hat sich bei der Grund- und Boden- frage ja auch noch an die Staatsgewalt gewandt, und Freund Bebel hat im Reichstag selbst erklärt, daß er siüher Anhänger von Schulze gewesen sei. Ich glaube, daß Herr Hasenclever sriider wohl Neigungen für die preußisch deutsche Spitze gehabt hat, glaube aber auch, daß' sie ihm, wenn nicht schon früher, doch nach d-n ritterlichen Diensten der- selben gegen die„Kämpfer für die deutsche Städteordnung" und gegen den„gesunden Kern" von Paris gründlich vergailgen sein werden. Tie Revolution in Paris bildet einen scharf begränzleu Abschnitt in der Geschichte der Sozial-Dcmokratie, in der Geschichte der Menschhett. Man lese den Schluß des Manifestes der Jnternationaleu: Hie Fiennd, hie Feind, es giebt keine Versöhnung mehr! W. (Zu diesem Brief haben wir zu bemerken: 1) Wir haben die Korrespondenz Becker-Gogarten(die vollfiän- dige Adresse des letztern„Eduard Gogarten in Rade vorm Wald" ersehen wir aus Nr. 20 des„Neuen Sozialdemokrat") nicht ausge- nominell wegen der uns äußerst wenig interessircnden politischen Null Hasenclever, sondern zur Charakteristik des Herrn von Bismarck und der preußischen Regierungssozialisten, sowie um der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", welche das literarische Organ des offenen(nicht geheimen) Negiernngssozialismus ist, den Denunziaiitenmund zu stopfen. 2) Die„alten persönlichen Streitigkeiten" sind vom„Neuen So- zialdemokrat" begonnen wordeii, der den„Volksslaat", sowie! die Person Beckers ohne alle Veranlassung auss Gehässigste angegriffen hat. 3) Gerade weil die Commune so klärend gewirkt Hai, gibt es keine Entschuldigung mehr für Diejenigen, welche jetzt noch uin jeden Preis Zwist innerhalb der Arbeiterpartei zu erregen suchen. Das Ge- bahren des Hrn. Hasenclever seit dem Fall der Commune beweist, daß der Hasenclever von 1871 noch der Hasenclever von 1865(Go- garten) und von 1870 ist(wo er extra nach Leipzig reiste, um Bebel und Liebknecht als Landesverräther der Lynchjustiz(des besoffne» Bismarck-Patrietismus zu denunziren und es auch glucklich z» Wege brachte, daß Liebknecht die Fenster eingeworfen ivürden unter den Klängen der„Wacht an, Rhein"). 4) Der Jrrthum mit dem Grasentitel kann höchstens ein Schreib- ehle, sei», da Hasenclever selbst die Aechtheit der Korrespondenz nicht bestritten bat. 5) Wir sind überzeugt, daß die Veröffentlichung der Becker-Go- I garten'schen Korrespondenz im Interesse der sozial-demokratischen Partei und ganz besonders des Allgemeinen deutschen Ar- b eitervereins war._ D. R. d. V. Briefkastc» Abschätzungskommission veranlagt wurden, Personen, oder mehr als 70° /0l welche weniger als 300 Thlr. Einkommen haben. Die städtische Einkommensteuer wird nur von 88,667 Personen resp. Hausleuten getragen. Steuerrestanten wurden im Jahr 1876 zur Anzeige gebracht 182,502 von denen 103,058 mit Exekution verfolgt werden konnten; die übrigen 18,964 rührten von Personen her, welche zur Armee eingezogen waren. Diese stummen Zahlen beweisen zur Genüge, wie es mit dem Wohlstand der Bevölkerung steht, trotz dreier reg- und„glorreichen" Kriege in 7 Jahren. Außer Vaillant und Fränkel und den in voriger Nummer gemeldeten Kommunemitgliedern, welche sich in Sicher- heit befinden, nennt man uns noch Theiß, Postdirektor, Oud et, I. B. Clement, Chalain, General Eudes und Gattin, Oberst Dombrowski(Bruder des Kommandanten), Ver- dure, welcher aber leider gefährlich krank ist. In Neapel sollen(nach der„Neuen Züricher Zeitung") einige Mitglieder der Internationalen, nachdem bei ihnen Haussuchung stattgefunden, verhaftet und das Komitee der dortigen Sektion aufgelöst worden sein. Chemnitz. Am 17. und 18. August hatte ich Gelegenheit, einer Gewerksversammlung und Volksversammlung beizuwohnen, und wenn auch von vornherein schon, durch die Berichte des„Volks- laat" über die Arbeiter-Bewegung in Sachsen, eine rege Betheiligung erwartend, muß ich doch eingestehen, daß meine Erwartung in kaum geahnter Weise überttoffen wurden. War schon die am 16. in„Stadt London" tagende„Holzar- eiter- Versammlung" nicht allein durch den zahlreichen Besuch von circa 600—700 Personen ein Beweis für das Interesse, welches die Arbeiter an der Gewerkschaftsbewegung nehmen, so war es noch *) Vergl. den in letzter Nummer zitirten Artikel der„Norddeutschen Allgemeine» Zeitung." **) Im Jahre 1867 erklärten die Straßburgcr Studenten in einer Antwortsadresse an die Berliner Studenten: Seit 1789 ist da? Elsaß französisch. schenkten. Zahlreiche Einzeichuungen in dieListen der Gewerkschaft der Holz arbeiter bekundeten schließlich, daß die Versanimlung nicht fruchtlos ge- blieben, und werden hoffentlich die Holzarbeiter nicht hinter den bereits *) Kein schlechter Witz des„Volksstaat"; Hr. Stieber befindet sich allen Ernstes in Gastein, um seinem Kollegen Bismarck zur Seite zu stehen. der Erpedition: R. Neviges: 1 Thlr. f. Schriften erh. Sch. Menzingen: 1 Thlr. 10 Gr. Packet abgegangen. F Köln: 4)Thlr. 10 Gr. Brief folgt. O. Breslau: 1 Thlr. erh. Bestelltes sandle ich ab. Faerber: desgl. A. G. Hamburg: 1 Thlr. 15 Gr. f. Schriften. W. Cassel: Brief folgt. K. Dresden: 11 Gr. und 3 gr. für Porto. C. H. Crimmitschau: Durch D. 70 St. erh. G. W. Barmen. Bestelltes ging am 23. d. ab.___■ Für Breslau. «oztal-demokratische Arbeiter-Partci. Montag, den 28. d.M., Abends8 UhrtGeselligeZusammen- kunft und Fest-Komitee-Sitzung im Warichauer Keller, Kupserscbniiede- straße und Schmiedcbrücke- Ecke. Um zahlreiche Betheilignng ersucht _ H. Oebme. Für Hamburg und Umgegend. YerNaininliiur; zur Wahl des Partriansschuffcs findet nicht heute, sondern morgen, Soiiiitag, S. 27. August, Nachmittags 4 Uhr, in Eberhahn s Clublokal, Zeughausmarkt 31, statt. Die Parteikarten sind vorzuzeigen. Möge jedes Mitglied aus Hamburg, Altona, Harburg»»» Wands'beck präzise erscheinen._ August Geib. �| Die Crpedition des„voltsftaat" ist mit dem _tf- Berkaus der Partei-Schrifteu durch Kongreßbeschluß offiziell beauftragt und liefert den geehrte» Parteigenossen Nilnuntlicbe Noziulc, nntional-OkonoiuiscIie wie überhaupt alle partrischriften, Gedichte. Photographien ic. zu soliden Preisen. Betrag wolle man dci Beziellung, wenn möglia beifüge«. Expedition des„Volksstaat", Pelersstraße 18. Die Verhandlungen deS 4, Kongresses der Internationalen Arbeiter- Assoziation in Basel- 5 Bogen stark, ä Stück 3 Ngr. sind zu beziehe» d»rch Leipzig. C.(?. Seifert, Windmühlenstr. 23. T e 1 e«: r a in in. Auerbach, 24. August. Tie Lersammlung� in Lengeufeld und Treuen habe» unbeheUigt stattg� sunden und sind gläuzeud verlaufe», In Lengense � hatte nur der Bürgermeister die Tebatte verboten«!-' Leipzig: Verantw.RedakteurA. Hepner(Redaktion: Peterssieinweg Druck u. Verlag: F. Thiele.(Erpeditiwi: Pelersstr. 18.) I