l M 71. 1871. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 13, F.Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. AbotmeuirntspreiS: Für Preugen incl. Stempel- steuer löNgr., für die übrigen deutschen«vraalm 12 Sigr. per Quartal. Filialerpedition für die Ver- einigten Staaten: R A. Sorge, Box 101 Hodoken N.J. viaNewyork Organ der sozial-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationaien Gewerksgenojsenschafien. An die Parteigenossen! In der am Sonntag den 27. August stattgehabten Ver- sammlung der Partcigenosien Hamburg's und dessen Umgegend wurden in den Parteiausschuß gewählt: G. A. Müller, Mechaniker, 1. Vorsitzender. T. Külbtl, Korbmacher. 2. Vor- sitzender. Th. Kork, Tischler, Schriftführer. H. BeNNtke, Schuhmacher, Kassirer. E. Paulssen, Tischler, Beisitzer. Hamburg, 27. August 1871. H. Ebler.> A. Wenott.>Wahlkommission. E. Paulssen.� August Ge»b, Vorsitzender der Versaminlung. Wie kamen die Vcrsailler nach Paris? Unsre neulichep Blittheilungen und Bemerkungen über dieses heikele Thema(in Nr. 68 d. V.) haben zu unserer großen Genugthuung endlich einmal die wunde Stelle so empfind- lich getroffen, daß die Gegner nicht länger in der b:quemen Taktik des Todtschweigcns verharren konnten. Von zwei Seiten sind bis jetzt„Erwiderungen" versucht worden. Erstens in dein amtlichen„Bleeraner Tageblatt," dejfen Artikel uns nicht vor- liegt, jedoch durch das nachfolgende„Eingesandt" eines Soldaten (im'„Crimmitschauer Bürger- und Bauernsreund", der den Artikel des„Voltsstaat" abgedruckt hatte) hinlänglich klarge- stellt und abgefertigt wird. Das„Eingesandt" lautet: � „Im Meeraner Tageblatt findet sich unter der Ueberfchrist:„Wie der„Bolksliaat" und der„Crimmitjchauer Bürger- und Bauernsreund' lügen!"— ein so dummer Artikel, daß man die Ausnahme desselben in dem bctrefienden Blatte sich nur erklären kann, wenn auf der Liste der Mitarbeiter desselben in erster Linie der vielberllhmte Doktor!)«- lirium Tremens steht. Die„Lüge" der beiden angegrissenen Blatter soll darin bestehen, daß sie die Mittheilung eines 04er Soldaten abdrucken, die bestätigt, daß in der Nacht vom 20. auf den 21. Mai dieses Jahres(nachdem,»ach 2 monatlichem Äainpfe auf der West- sei e von Paris, die Berfailler immer noch nicht Herrn der Stadt waren) die deutschen Truppen sich in die Forts zurückziehen und den B.rsarttiru freien Durchgang lassen mußl«l, so daß diese Bluthunde ans dem Uniweg über St. Quen den von den Parisern befestigten Montmartre sim Norden von Paris gelegen) überrumpeln Und von hier aus Paris verwüsten und die Pariser Arbeiter abschlachten konnten, während gleichzeitig endlich der Sturm im Westen begann. Das soll„Lüge" sein? Nun, dann hat das„Meeraner Tage- blatt" zuerst gelogen, als es am 25. Mai d. I. aus Versailles, 23. Mai, meldete: „Ecneral Clinchant griss den Mon t martrc(im Norden von „Paris!) an, nachdem die Besepiing von Batignollcs erfolgt „war, während Gcneral L'Ädmiranli, durch St. Quen(zwischen �Montmartre und St. Denis, zum Gebiet der Preuße» ge- „hörig!) vorrückend, den Nordbahnhof von Montmartre(zur „neutralen Zone gehölig!) angriss, welcher um 1 Uhr genom- „mcn wurde."„.. m„ Ei wurde genommen, weil alle Kräfte der Foderirte» im Westen der Siadt brschäsiigt waren, den Feind abzuwehren. Sie ahmen ja nicht, daß Thiers und Bismarck Alliirte seien! Daß die Veisailler nur zwischen den von den dentschcn Truppen besetzten Forts hindurch und nicht durch die innere Stadt den Mommarlre gewonnen haben, ist aus dem Umstände ersichtlich, daß die heimlich mit Hilfe der deutschen Truppen auf den Montmartre ge- langten Versaillcr erst am zweiten Tage ihre Verbindung mit den von Westen her eingedrungenen ander» Versaillern, unter Umzingelung und Verbrennung bez. Nicdermachung der Föderirlen, bewerkstelligen konnten. Daß m den großen Forts Noijy nnd Rosuy, die mehr im Norden als im Osten von Paris liegen, Sachjen waren, schließt nicht aus, daß in jener schmachvollen Nacht auch 2 Kompagnien der 04-r darin waren, und fällt die Lüge, deren der„Einsender" weniger die demokratischen Blätter als de» beiressenden 94er Soldaten beschul- digt, in seinen eigenen srechen Hals zurück. Wieso durch die wahrheitsgetreue Darstellung eurer Thatsache, bei der die deutschen woldaten nicht freiwillig, sondern auf Koni» Wando mitgewirlt haben, diese letzteren„mit Schmutz beworfen' sehr sollen, ist nicht klar. Tie Solvaten habe» ihre Ordre ausgeführt) wenn das„Meeraner Tageblatt" diese Ordre für eine schmutzige hält, so sollte es sich hüten, den„Vulksstaat" oder den„var- »er- uud Bauerufreund" dafür verantwortlich zu machen. Diese sind datier sicher ntchi g fragt worden." Die zweite„Erwiderung", offenbar amtlichen Ursprungs, geht von Weimar aus, wo man sich durch unsere Mittheilung besonders getroffen fühlt, weil das 94. Regiment„eben das �eimarische Regiment ist." Der Weimarer Offiziöse, der seine Erwiderung, um sie wirksamer zu machen, verschiedenen Blättern in verschiedenen, sinnreich abgeänderten Lesarten zuge�chickl hat, schreibt in der für das„Dresdener Journal" bestimmten Lesart: ..„Von Zeil zu Zerl wird in den Blütrern, welche sich der Verther- diguirg der Pariser jromniuue befleißigen, die de»tsche Heercslcriuiig der Nrchrachtung der Neuiraliläl de» Kommunisten gegenüber beschuldigt. Auch der in Leipzig erscheinende„Votlsstaat" findet jetzt es wieder an- Leinesjeu, aus Giund angeblich„unwiderleglicher" Thotsachen" zu be- haupleu, daß„die deutschen Truppe» haben Schergeudienfte sur die VersalUer Mordbrenner' leisten müssen. Diese„unwiderleglichen Thai» sachen" sallen indessen in Nichts zusammen, sobald man sie naber be- wacdiet. Der„vollsländig zuv.rläjsige Gewährsmann" des„Vollsflaar �zählt nämlich:„In de» Föns Noisy und Rosny lagen vom 94. 1»- sanleneregiment zwei Balaillone und zwar in den Föns selbst nur zwei Kompagnien, während die beiden ander» Kompagnien jedes Bataillons t» den belressenden Dörfern Noisy und Ro-ny Onaniere hallen. Da wurden am 20. Via» Abends die in den Törfeln liegenden zwei Koni- pagmeu in die Fo l« gezogen, so daß die'-ersailler. ohne auf demsche Truppen zu stoßen, von der Word- uird Westseite in Paris ehidrhige» konnten." Es ist zunächst verwunderlich, wie die angegebene Truppen- bislocirung überhaupt emen Einfluß auf die nach Angabe de«„Volks- !slaai"„im Norden und Westen nach Paris eindringenden Versailler" mben konnte, da weder Siosny noch Noisy im Norven oder Westen, andern im Osten von Parts liegen. Abgesehen davon indessen, so wurden doch die Versailler, wenn sie es versucht hätten, in der Rich- tung der genannten Forts nach Paris zu gehen— was sie aber über- Haupt gar nicht versucht Habens— keineswegs„nicht ausdeutsche Trup- pen gestoßen sein", wie der„Volksstaal" und sein„zuverlässiger Ge- währsniann" behaupten, sondern sie würden gefunden haben, daß die von den Leuten des 94 Infanten-'-Regiments geräumten Dörfer sofort von den nachrückenden Mannschaften des 83. Regiments besetzt worden waren. Ebenso ist es gänzlich unsinnig, wenn der„Volksüaat" und sein„zuverlässiger Gewährsmann" dann„einen Schergendienst für die Versailler" sehen wollen, daß die auf den genannten Forts befindlichen Bataillone des 94. Infanterieregiments am 21. Mai ihre Vorposten nur 2—300 Schrill von der Pariser Enceinte mit dem Befehl aufstell- ten, Unbewaffnete zurückzuweisen, Bewafsnete gefangen zu nehmen. Wie die Dinge damals in Paris lagen, war äußerste Vorsicht geboten für die deutsche» Truppe», die ebensowohl im Interesse ihrer Sicherheit wie gerade im Interesse der Neutralität darauf achten mußten, daß die Neutralität streng innegehalten werde. Hat doch ohnehin oas 94. In- fanieriereginient auf einem Patronillengange einige Mann durch fran- zösische Kugeln verloren. Hier in Weimar weiß man ganz genau, was man von diesen„unwiderleglichen Thatsachen", die der„Volksstaat" aufiischt, zu halten hat. Das 94. Infanterieregiment ist eben das wei- marifche Regiment." Zunächst sei konstatirt, daß Rosny und Noisy im Nord- o st e n von Paris liegen, und in unserer Mittheilung das Wort „Westen" sich nur durch einen Druckfehler findet. Und nun dem Herrn Ossiziösen aus Weimar unseren Dank für sein Geständniß, daß die von uns erwähnte Ordre(Zurückziehung der Truppen aus den Dörfern Rosny und Noisy in der Rächt vom 20. auf 21. Mai*-*) wirtlich erlassen worden ist. Der Herr Offiziöse aus Weimar fügt zwar bei, die betr. Stellungen seien„sofort" von anderen Truppenkörpern wieder besetzt worden, allein dieses„sofort" ist ein dehnbares Wörtchen und bedeutet hier genügende Zeit für den Durchmarsch der Versailler. Wenn ver Herr Offiziöse aus Weimar sich gegen den Aus- druck„Schergendienste" sträubt, so können wir ihm nicht ganz Unrecht geben, denn nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch heißt„Scherge" ein Mensch, der im Dienste der Gewalt Jagd macht auf Mitmenschen, um sie in das Gefän gniß zu liefern. Wer Jagd macht auf Mitmenschen, zwar nicht um selbst sie zu morden, aber doch um sie Mördern ans Messcrzu liefern, ist nicht ein„Scherge", er ist der Gehülfc von Mördern. Also nicht zu„Schergendiensten" hat man unsere deuischen Soldaten vor Paris gezwungen, sondern zu Henkersdiensten für die Versailler Mmdorennerbande. Und hiermit wären wir mit dem Ossiziösen aus Weimar fertig. Für heute nur uoch ein Wort: Wir halten Alles aufrecht, was wir über das vorliegende Thema in Rr. 68 und in früheren Nummern des„Voltsstaat" gesagt haben, und erklären wiederholt, daß wir bereit sind, vor Gericht den Beweis der Wahrheit zu liefern. Unter allen Umstän- den werden wir dafür sorgen, daß die volle Wahrheit an de» Tag und in die weiteste Oeffent lichteit kommt. Polltische Ucbcrsicht. In der Versailler Junkerversammlung gab es vor einigen Tagen eine ungewöh:.Iich heflige Szene— ein Sturm im Sumpf, mit obtigaler Aufregung der Frösche und Schtammkröten. Den Anlaß bot die auf der Tagesordnung stehende Frage der Auflösung der Nationalgarde. Das royalistische Gesindel hat nemlich zu seinem Schrecken entdeckt, daß die Republik durch die letzte Pariser Bluthochzeit noch nicht vollständig ver- nichtet ist, und daß erst noch die übrigen großen Städte des Landes entwaffnet werben müssen— vor Allem Lyon, die zweite Hauptstadt, wo die sozialistische Partei einen maßgeben- den Einfluß ausübt, der öfsentliche Unterricht den Pfaffen ent- rissen worden ist***), und ein Arbeiter an der Spitze der Ra- tionalgarde steht. Zu diesem Zwecke wurde in den neuen Armeegesetzentwurf ein Paragraph aufgenommen, welcher die Abschaffung der Nationalgarde, dieser Errungenschaft der„großen Revolutivn" dekretlrt. Aber mit dem Dekretiren ist's nicht ge- than, es gilt die Dekrete auch auszuführen. Und das hat in dem vorliegenden Fall seine Schwierigkeiten. Die tllaticnalgarde, ursprünglich eine rein bürgerliche Ein- richtung, ist in Lyon, Bordeaux, Toulouse, Ronen u. s. w. vorwiegend aus Arbeitern zusammengesetzt, die sich einem handgreiflick de» Umsturz der Republik bezweckenden Auflösungs- dekret allem Bermulhen nach nicht guiwillig unterwerfen würden. Durch den„Sieg" über die Pariser Kommune be- rauscht, kennt aber die reaktionäre Majorität der Versailler Versammlung keine Hindernisse, und als die Frage der Ab- schaffung der Nativnalgarde zur Debatte kam, forderte sie lumuliuarisch die sofortige, gleichzeitige Auflösung. Herr Thiers, der in Bezug auf das Ziel mit der Majorität über- •) Sagt der Osfisiose aus Weimar. *») Beiläufig dein Oifiziösen au- Weimar zur Notiz, daß diese Ordre sich nicht aus seineWeimaraner beschränkt hat, sondern eine allgemeine war und sich aui die ganze Lüne um Paris erstreckte: notorisch auf die Preusjm und Bayern. Die Psassenblätter, oben an der„Un.vni-, wüihen deßhalb gegen Lvdn: und unsere deutsche naiuniallibelale Presse, die eine so gnnunige SWiiib'in des Uttramonlanismus zu sein vorgidi, druckt in ihren, Haß aeaen den Svziahsimis die Lügenartikel der sianzösischen uliramontanen Zeuunaen gernülhlich nach; insdesondere machie ein Artikel über das seme Schultest, dessen„aiheistischer" Eharakler die Schwarzrock- gewaltig iii üarnisch brach.-, die Runde durch unsre„libeiale" Presse: ein aber- maliger Beweis, daß der Sozial-Demokralie gegenüber Bourgeoisie und Psassenthum einig sind. einstimmt, aber die Mittel richtiger abzuschätzen weiß, wider- setzte sich diesem Verlangen und rief dadurch einen Tumult hervor, der an die schönsten Skandale des Norddeutschen„Reichs- tags" erinnert, und schließlich damit endigte, daß Thiers im Gefühl seiner Unentbehrlichkeit k la Bismarck mit Demission drohte und durch diesen Knalleffekt die Majorität zu Paaren trieb. Für den Augenblick ist der parlamentarische Friede wieder hergestellt, obgleich man in Betreff der Bedingungen noch keine Einigung erreicht hat. Jndeß, das wird sich finden: die ver- nageltsten Krautjunker werden einsehen, daß vorläufig an Ein- führung der Monarchie nicht zu denken, und die Erhaltung, der„Republik Thiers" eine praktische Nothwendigkeit ist. Allein das„Provisorium" kann doch nicht ewig dauern. Die Armee ist nichts weniger als verläßlich. Selbst diejenigen Truppentheile, mit deren Hülse die Ordnungspartei Ende Mai und Anfangs Juni die Pariser Metzeleien in Szene setzte, haben seildcm bei den Ersatzwahlen republikanisch gewählt) die jüngeren, d. h. seit Proklamirung der Republik gebildeten Truppen- theile sind durch und durch republikanisch gesinnt. Dazu kommt, daß die Sozialdemokratie sich überall, selbst zum Theil in Paris, von dem Schlag der„zehn Mordtage" erholt hat, und daß unter der städtischen und zum Theil auch unter der Landbc- völkcrung die Einsicht immer mehr Platz greift, daß die Kom- munc von Paris Recht halte und dag die Republik nur zu retten ist durch Auslösung der Nationalversammlung. Unter solchen Umständen hat die Nationalversaminluitg nicht viel Zeit zu verlieren: ihre Lage verschlimmert sich mit jedem Mo- mcnt, und dieses Bewußtsein erklärt die fieberhafte Reaktions- manie der royalistischen Mehrheit. Kein staatsmännischcs Tem- poristren(Zeit gewinnen) beseitigt das Dilemma: Auslösung der Nationalgarde, d. h. Zerstörung der Republik und Bürgerkrieg, oder Auslösung der Nationalver- sammlung, d. h. Entfernung der Verschwörer für die Monarchie und den Bürgerkrieg. Entweder— Oder.— Ein dem Sozialisinus nicht geradezu feindliches aber doch auf bürgerlichem Standpunkt stehendes Pariser Blatt, die „Vvtile", schreibt über die Kommune-Revolution: „Man darf nicht vergessen, daß die moderne Revolution noch nicht ihr endgültiges Schlagwort gefunden hat. Wir haben schon eine Revolution gehabt, die von 1789. Frankreich hat damals sein Werk begonnen. Es hat die Glocke der Thronbesteigung der Bourgeoisie geläutet. Die Idee hat ihre Rundreise durch Europa gemacht, und die Bour- geoisie herrscht überall als Souveränin. Heule vollzieht sich eine Umwandlung. Die Revolution vom 4. September, eine Bourgeois-Revolulion, ist ohne Wiederhall geblieben, weil die europäische Bourgeoisie, gesättigt und befriedigt nichts mehr erwartete. Sie hatte die Mach', den Reich- lhum, die EbrensteUen; diese Revolution, die in ihren Äugen lediglich eine Palast-Revolution war, kümmerte sie wenig. „Der 18. März dagegen hat in derganzen Welt einen Wiederhall gefunden. DasVolt hat überall den elektrischen Schlag empfunden— ein deutliches Anzeichen daß die Herrschaft des Volkes nahe bevorsteht. „Gewiß sind wir fern davon, die Verbrechens?) und Thor- heilen(?) der K ommune-Rivoluiion zu verkennen. Aber es ist darum nicht weniger unbestreitbar, daß die Tendenzen der Kommmune in derArbeiterbevölkerung desgesamm- ten Europa ein gewaltiges sympathisches Echo ge- funden haben. „Wir beschränken uns darauf, eine nackte Thatsache zu registriren: den Beginn einer neuen, auch' diesmal vonFrankreich eingeleiteten revolutionären Aera."— Das Kominunemitglied Regöre, ein Verbannter vom 2. Dezember, dessen Aussagen übrigens beim Verhör seine Person- lichkeit nicht grade hell beleuchteten— so berief er sich z. B. auf seine katholische Frömmigkeit— hat an Thiers ein offnes Schreiben gerichtet, ivelches neben einigen, theilweise sehr un- wesentlichen, theilweise in schwerverständlicher Ironie gehaltenen Stellen, dennoch viel Treffendes enthält. „Wer weiß", heißt es in dem Briefe,„ob, wenn die Umstände sich ändern und Sie, Herr Thiers, uns nicht erschießen lassen, unser Schicksal bei der nächsten Uinwälzung nicht ein ganz anderes sein wird?� Vor Ihnen als Geschichtsschreiber ivill ich denn unsere unschuldige Kommune vertheidigen, und ich wende mich hierbei nicht an den König ohne Krone und ohne Verfassung, der trotz seines Axioms in Versailles herrscht und regiert.*) Gleich Ihnen ein Proskribirter des Staats- streiches, fand ich in der Kommune gerade so wenig Gehör, wie Sie im gesetzgebenden Körper. Run will ich Ihnen von den„Verbrechen" der Kommune und den Ursachen ihrer Ent- stehung sprechen. „Wir, die Urheber und Vollbringer des 4. September, hielten die Republik gefährdet durch Ihre National-Versammlung. Aus dieser Besorgniß ging die Kommune und gingen ihre Akte hervor. Irrten wir?— Es ist möglich, daß Sie mit Ihren Bemühungen der Sache, welche Sie die Republik nennen, zum Leben verhelfen. Wird es jene demokratische, aus dein allge- meinen Stimmrechte hervorgegangene Republik sein, von der ♦) Anspielung auf Thiers' Grundsatz(Ariom): Der König soll herrschen aber nicht regieren- Fortsetzung auf Seite 4. Zur Eriuueruug für die deutschen Mordspatrioteu. 1806—1807. (Fortsetzung.) Zustände in Schlesien. Die Civilverwaltung Schlesiens war in den Händen eines traurigen Ritters des sridericianischen Patriotismus, des Gra- fen Hoym, die Militärangelegenheiten in denen des General- major Lindener. Der Bildung von sogenannten Land-Reserve- Bataillonen widersetzte sich Hoym,„weil er sich nie von dem Nutzen, wohl aber von dem nicht zu übersehenden Schaden solcher Aufgebote überzeugen konnte, und schauderte, wenn er nur dran dachte." Auch erklärte Hoym öffentlich,„daß Alles verloren und alle Anstrengungen umsonst seien," und als die Niederlage der preußischen Armee in Schlesien bekannt gewor- den war, befahl er in einem Erlaß an die Einwohner:„im Falle einer feindlichen Invasion den feindlichen Truppen mit Bereitwilligkeit und höflichem Betragen zuvorzukommen und, so weit es die Kräfte erlauben würden, ihre Forderungen zu befriedigen, sich auch, bei Annäherung des Feindes, in Zeiten hierzu gefaßt zu machen— und eine solche Aufforderung wurde sogar in der Festung Schweidnitz, unter den Augen des Kom- Mandanten, den Bürgern vom Magistrat durch öffentlichen An- schlag mitgetheilt." Höpfner fügt hinzu, daß ein solcher Er- laß„im völligen Gegensatz zu dem Landsturm-Edikt von 1813" war. In Frankreich wollten die Deutschen aber iüngsthin die Franzosen nach den Grundsätzen Hvyms handeln sehen, obgleich ihn Niemand zu Hause zu vertheidigen wagt. Den Kommandanturen der schlesischen Festungen schrieb der König:„Ich mache es'Euch aufs Neue zur vnverbrüch- lichcn Pflicht, die Euch anvertrauten Festungen nicht in des Feindes Gewalt kommen zu lassen." Zu dem General Lin- dener,„dem zugleich bedeutende geistige Mittel zu Gebote stan- den," hatte er unbedingtes Bertrauen: Dieser wackere Mann erläuterte den Kommandanturen den königlichen Befehl in fol- genden Worten:„Wir sollen uns halten, d. h. nur dann die Festung geben, wenn wir sehen, daß man sich nicht länger, ohne unweise zu sein, halten kann", und müvdlich erklärte er bei Bereifung der Festungen den Kommandanten seine eigne Erklärung dahin:„daß Alles verloren und vorbei sei, und man sich nur gegen einen ccrnp de niain sichern müsse, um eine gute Kapitulation zu erhalten." Er verheimlichte übrigens dem Könige seine Ansicht nicht, daß nämlich die Festungen gegen eine„Belagerung ei» forme" unhaltbar, wobei er sich„vor- züglich auf die gänzliche Invalidität der Kommandanten, der meisten Bataillouskommandeure und der Kompaguiechefs be- rief." Hoym widerstrebte durch direkte Befehle der Verpro- viantirung der Festungen.„Auf diese Weise geschah Alles, was irgend geschehen konnte, um die Wehrbarmachung der Pro- vinz zu verhindern, ja, mau beabsichtigte die Remonten an die Unterthanen zu geben und über 2000 Pferde der zurückgekehr- ten Artillerieparks ic. zu verauktioniren." Die Masse der Ranzionirten(sich ranzioniren nennt man das Ducroliren des „gemeinen Mannes") war abgewiesen worden, und trieb sich zum Schrecken der Einwohner im Lande umher, und Einzelne dienten erwiesenermaßen in der Folge sogar gegen Preußen. Am 2. November sandte der König an Hoym einen Befehl, worin gesagt wird:„Die Festungen müssen, es koste waS es wolle, bis auf den letzten Mann vertheidigt wer- den, und Ich werde solchem Kommandanten, der seine Schul- digkeit nicht beobachtet, den Kopf vor die Füße legen lassen." So stand es um das Vertrauen des Königs zu den adligen Thronftützen, denen trotzdem noch heute von„ge- bildeten" Kricgsknechten ein höherer Muth zugesprochen wird als dem„gemeinen'" Manne, was man zwar vor dem letzten Kriege nicht den Muth hatte, öffentlich zu erklären, sondern erst nachher, als es an die Verlheilung der Beute ging. Der Graf Friedrich Pückler berichtete dem Könige per- sönlich über die Jaminerlage in Schlesien und erhielt eine Art Vollmacht für die Oberleitung in dieser Provinz. Schon am 13. November entleibte sich der arme Mann, sei es aus Ver- zweiflung über den Widerstand, den er überall fand, sei es aus Erkenntniß seiner eigenen Unfähigkeit. Nochmals am 4. November ermahnte der König von Graudenz aus die Kommandanten der schlesischen Festungen,„sie nicht dem Feinde zu übergeben, wenngleich ihnen keine Hülfe gesandt werden könnte." Kapitulation Nr. 17.— Glogau. Vicegouverneur dieser Festung war der GeneraUieutenant Reinhart, Kömmandant der Generalinajor Marwitz, Artillerie- ofsizier vom-Platz der Major Lichtenberg, Jugenieuroffizier der Hauptmann Moritz. Die Garnison bestand aus 3228 Mann, von denen jedoch die Meiste» ganz unzuverlässige Polen waren,„die nur die erste Gelegenheit abwarteten, um zum Feinde übergehen zu können." An Geschützen war zwar kein Ueberfluß; immerhin gab es deren genug zu ernster Vertheidigung. Munition und Pro- viant reichten für eine lange Belagerung hin; auch die Bürger hatten sich reichlich mit Lebensmitteln versorgt. Erfurt und Stettin waren so schnell und glatt von Ka- vallerie weggenommen worden, daß man in ähnlicher den Feind verhöhnender Weise Herr von Glogau zu werden hoffen durfte. Der General Lefebvre ging am 6. November mit seiner Ka- valleiiebrigade und einer leichten Batterie auf dem linken Oder- ufer gegen Glogau vor, und sandte zwei Schwadronen Che- vauxlegers bei Neusalz auf das rechte, um die Festung am 7. auf beiden Ufern berennen zu können. Die Aufforterung zur Uebergabe wurde abgewiesen, jedoch am 8. wieder parla- mentirt. Die Franzosen machten Minheilung vom Fall Stettins und Küstrins und der Zertrümmerung der preußischen Armee. Während der nächsten Tage rückten rheinbündische Trup- Pen zu gehöriger Belagerung an, Arbeilen für Anßenwerke und Ausfälle aus der Festung konnten nicht unternommen werden, da man die stetige Schwächung durch Desertion zu befürchten hatte. Am 13. wurde die Stadt bombardirt, so daß„sie an 13 verschiedenen Orlen brannte; doch wurde überall bald ge- löscht." Eine dritte Aufforderung hatte keinen bessern Erfolg als die vorangegangenen und nun ließ Jerome Napoleon Be- lagerungsgeschütz herbeischaffen. Am 15. brannten zwei Häu- ser nieder. Jerome drohte mit schrecklicher Verwüstung, zeigte auch die Uebergabe von Magdeburg an; eine Kapitulation konnte er immer noch nicht bewerkstelligen. Die Bürgerschaft von Glogau,„selbst die zahlreiche Judenschaft", versorgte die Besatzung mit kräftigenden Extralebensmittela und warmer Be- kleidung. Am 16. brannte die Stadt an 30 Orten. Am 19. flogen die Gewehrkugeln der Schützen', die sich in Gruben eingenistet hatten, bis in ihr Inneres; sie durch Kartätschen zu vertreiben, hielt der Artillerieoffizier vom Platz, wie er dem Jngenieuroffizier erklärte,„für eine unnütze Munitions- Verschwendung." Natürlich rückte nun auch das Ariillerie- feuer näher. Gegen Ende November befand sich nur die etwa 8000 Mann starke würtembergische Division vor der Festung und die Leitung der Blokade in den Händen Vandammes. Am 28. wurden mehrere Komplots in der Festung entdeckt.„96 Mann des 3. Musketierbataillons von Zastrow gingen zum Feinde über." Vom 3. Musketierbataillon von Tschepe„wurden die Rädelsführer erschossen, die übrigen Mannschaften durch Gassen- laufen bestraft." An demselben Tage wurde die Aufforderung Vandammes, der soeben angekommen war, verneinend beschie- den. Als der Gouverneur am 1. Dezember iunc wurde, daß der Feind seine Batterien mit wirklichem Belagerungsgeschütz armirt hatte, gab er jeden Gedanken fernerer Vertheidigung auf. Er hatte zwar in einem Zanke mit dem Major Puttlitz, der von einer Kapitulation nichts hören wollte, kurz vorher erklärt,„sich unter den Trümmern der Stadt begraben zu las- sen," schlug aber nun dem Feinde eine Kapitulation mit freiem Abzüge vor. Vandamme ging hierauf nicht ein. Am 2. De- zember,„ohne den vorschriftlichen förmlichen Kriegsrath zu- sammen berufen zu haben", kam die Kapitulation zu Stande. Sofort begann die Garnison ,die öffentlichen Depots und die Einwohner zu plündern. Als am 3. Dezember die Festung förmlich übergeben wurde, streckten die Truppen auf dem Glacis die Gewehre,„welche meist vorher zerbrochen worden waren." „So fiel Glogau, ohne daß der Feind irgend welche Be- lagerungsarbeiten eröffnet oder einen Sturm gewagt hätte. Die Wälle hatten gar nichts gelitten; der Schaden an den Bürgerhäusern war verhältnißmäßig gering; das Festungsge- sckütz war in vollständig gutem Zustande, trotzdem daß der Ar- tillericofsizicr vom Platz darüber das Gegentheil ausgesagt hatte; Munition und Proviant waren in Fülle vorhanden; der Verlust der Garnison betrug 30— 40 Todte, eben so viele Verwundete, und gegen 200 Deserteurs." Die Gründe, welche zur Vertheidigung der Kömmandiren- den angeführt wurden,„besitzen nicht die geringste Kraft, um eine Kapitulation zu rechtfertigen, da das Gouvernement wußte, daß die Einschließungstrnppen verhältnißmäßig sehr schwach waren, und der mitgetheilte königliche Befehl vom 2. No- vember ausdrücklich eine Vertheidigung bis auf den letzten Mann forderte. Ein solcher Befehl mußte jede Betrachtung über Haltbarkeit und UnHaltbarkeit des Platzes, über das Un- glück der Einwohner u. s. w. beseitigen." Es wird sich jetzt für den Leser wohl schon von selbst ver- stehen, daß von den Kommandirendcn Keiner kriegsgerichtlich erschossen worden ist; selbst nicht einmal zum Gassenlausen schei- nen sie verurthcilt worden zu sein. Dergleichen Strafen wurden nur über die„patriotischen" Pollaken verhängt, die den Muth hatten, unter Lebensgefahr zu komplotiren, und vor denen sich die Komwandirenden allerdings schämen mußten, da sie nur den Mnth hatten, ohne Lebensgefahr zu kapituliren. (Fortsetzung folgt.) Das Vereins- und Versammlungsrecht in Sachsen. Von Bracke geht uns folgender Brief zu: Leipzig, 26. Aug. 187l. Sie haben bereits über die, bei meiner Anwesenheit im 22. sächsischen Wahlbezirke dem Vereins- und Versammlungs- recht seitens der Behörden widerfahrene BeHandlungsweise be- richtet. Erlauben Sie, daß ich den Sachverhalt rekapitulire und zusammenfasse. 1) Ter Herr Gcrichtsamtmann Naupert in Kirchberg hat die in Kirchberg und Wilkau beabsichtigten Versammlungen, in denen ich, als Kandidat der Arbeiterpartei bei den letzten Wah- len, mich meinen Wählern vorstellen, ihnen für das mir er- wiesene Vertrauen danken und einen politischen Vortrag halten wollte, durch folgende Entscheidung verboten: Beschluß! „In der für Sonntag den 20. Aug. dieses Jahres Vor- mittags 11 Uhr im Müller'fchen Gasthofe zu Wilkau gemeldeten Volksversammlung soll als Referent Herr Kaufmann Bracke aus Braunschweig austreten; sie geht also(!) von der sozial-demo- kratischen Arbeiterpartei aus. „Welches Ziel nun aber die Letztern verfolgen*), darüber kann kein Zweifel mehr bestehen, nachdem einer ihrer Haupt- führer sich offen als Vertheidiger der Pariser Kommune aufgc- worfen. „Auch hat der in diesen Tagen in Dresden stattgefundene Congreß dieser Partei von Neuem gezeigt, wessen man sich zu**) ihr zu versehen. „Hiernach und im Hinblick auf 8 5 des Gesetzes vom 22. November 1850 muß man Anstand nehmen, das Abhalten ge- dachtcr Volksversammlung zu genehmigen, wie Herrn Häußler durch Aus- und Zufertigung dieses Beschlusses eröffnet wird. „Königliches Gerichtsaint Kirchbcrg, den 16. Aug. 1871. Naupert." Der Bescheid für Kirchberg ist, obschon nur mündlich er- theilt, derselbe. Hierbei ist noch zu bemerken, daß als Tagesordnung für die Kirchberger Versammlung zuerst angegeben war:„Der Mehrwerth" und„Der Parteistandpunkt", was der Herr Ge- pichtsamtmann als„nicht genügend" erklärte. Auf die darauf erfolgte neue Anzeige mit der T.-O.:„1) Vortrag des Unterzeich- netcn über den Mehrwerth der produktiven Arbeitskraft und die Gründung von Produktiv- Assoziationen." 2) Der deutsche Reichstag, die Wahlen zu demselben u. s. w." ist das Verbot auch dieser Versammlung erfolgt. 2) Auf die, Tags vor der beabsichtigten Kirchberger Ver- sammlung(welche am 18. dss. stattfinden sollte), bei der Kreis- dircktion in Zwickau von dem Einberufer: Wilh. Eduard Schu- *) Herr Gerichtsamtmann!„Die Partei" ist ein Singularis und kann also nimt mit dem Pluralis konstruiri werden! D. Red. d.„V." **) Grammatik, Herr Gerichtsamtmann! Grammatik! Man ver- sieht sich einer Sache von Jemand, nicht zu Jemand. bert in Kirchberg angestrengte Beschwerde ist die Ensscheidung erfolgt, daß vor Eintreffen der Akten darüber nicht entschieden werden würde; übrigens wurde von Herrn Kreisdirektor Uhde dem Einberufer Schubert der Rath ertheilt, mir doch lieber noch„abzuschreiben". 3) Eine am 18. dss. in Kirchberg, nicht im Deutschen Haus, wo die Versammlung hatte stattfinden sollen, sondern im Schicßhaussaal auf die bald verbreitete Nachricht, daß Schubert und ich dort ein Töpfchen Bier trinken würden, stattfindendes gemüthliches Beisammensein von Freunden, bei welchem mitge- theilt wurde, daß die Versamnilung verboten sei, und wir uns also auf gemüthliche Unterhaltung beim Glase Bier bcscbränken müßten, wurde von der anwesenden Polizeimannschaft die Ver- sammlung als verboten erklärt; demzufolge wurde auch bei so- fortiger Verhaftung von Schubert und mir befohlen, sofort alle Lichter auszulöschm, welches Gebot nur auf die Vorstellungen von Schubert, der auf die materiellen Verluste für den Wirth aufmerksam machte, zurückgenommen wurde. Wir wurden aber bald gezwungen, das Lokal zu verlassen. Tags darauf wurde von Schubert eine neue Bcrsaminlung angemeldet, mit dein Zweck: mich meinen Wählern vorzustellen und mich mit ihnen zu unterhalten, aber auch dazu wurde von dem Hrn. Gerichtsamtmann,„da das fja doch nur die verbo- tcne Versaniwlung sein würde", keine Genchniigung ertheilt. 4) Die auf den 19., rcsp. 20. August in Falkenstein und Rcichenbach veranstalteten Versammlungen wurden allerdings nicht verboten, aber dadurch zwecklos gemacht, daß nian�mir behördliche Legitimationspapiere, Paßkarte oder der- gleichen abverlangte, und, bei dem selbstverständlichen Mangel derselben, mir das Sprechen in den Versammlungen verbot. Briefe, Zeugen und in Rcichenbach auch die Bürgschaft angc- sehener Bürger wurde nicht genügend erachtet, mich zu legiti- miren. In Falkenstein wurde mir sogar verboten, an die ein- zelnen Gruppen heranzutreten und mit denselben zu plaudern, da man bei dem Mangel behördlicher Legitimationspapiere mir auch„diese Anreden an die einzelnen Tische" nicht gestatten könne.— Motivirt wurde das Verfahren damit, daß, obschon allerdings der Paßzwang aufgehoben sei, die Behörden doch das Recht behalten hätten, die Legitimation zu verlangen. Bei Abwesenheit einer solchen könne selbstverständlich auch das öffent- liche Auftreten nicht gestattet sein. 5) Auf der Falkensteiner Versainmlung vom 16. August wurde geäußert, man solle eine neue Versammlung einberufen, um dann, nachdem meine Legitimationspapiere eingetroffen seien, zu sehen, ob dem Versammlungsrecht noch in derselben Weise von den Gegnern begegnet werden würde,!vie dies heute der Fall sei. Darauf wurde dem Redner von dem überwachenden Beamten das Wort entzogen und, da sich hiernach Jemand im Saale zu lachen erlaubte, die Versammlung für geschlossen erklärt. Motivirt wurde dies Verfahren von Seiten des Be- amten auf an ihn gerichtete Fragen damit, daß er die„ge- messensten Befehle" erhalten habe und sich ein„Hohngelächter" unmöglich gefallen lassen könne.— Im Vorbeigehen sei be- merkt, daß die Reichenbacher Versammlung am 20. August in demonsttaliver Weise nach kurzer Debatte beschloß, daß, nach- dem mir derartig das Wort verweigert wurde, es als unan- gemessen betrachtet werden müsse, weiter zu tagen und wurde eine neue Versammlung auf den 24. August festgesetzt. 6) Am 21. ds. erhielt ich meine behördlichen Legitimalions- papiere. Es haben dann Versammlungeu stattgefunden: Am 21. in Lengenfeld, am 22. in Treuen und am 24. in Reichen- dach, doch sind mir nur in Treuen vor der Versammlung die so wichtigen Papiere abverlangt worden, in Lengenfeld, wo die Polizei städtisch ist, und in Rcichenbach wurde ich nicht danach gefragt.— Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß die Ver- saminlungen glänzend verlaufen sind und die erhobenen Schwierig- teiten nur dazu beigetragen haben, in der Bevölkerung des 22. Wahlkreises, welche uiiseren Partciprinzipien schon lange mit Wärme ergeben ist, die Liebe zu denselben neu anzufachen und die Bewegung zu kräftigen. 7) In Lengenfeld und Reichenbach wurde von den betr. Beamten jede Debatte verboten, in Rcichenbach sogar dem Vorsttzenden Müller das Schlußwort, in welchem er zu kräftigem Einstehen für unsere Sache aufzufordern im Begriffe war, ent- zogen und die Versammlung behördlich für geschtossen erklärt. Auch hat man mich in diesen Orten, als ich, was doch bei Betrachtung der Gesetzgebung des Reichstags wichtig genug ist, auf die Arbeitersrage im Allgemeinen einging, unterbrochen (in Lengenfeld mehrmals) mit dem Vorgeben, es gehöre das nicht zur Sache, da nur Vortrag über den Reichstag ange- meldet sei. Ob nun auch in dieser Anmeldung eines„Vortrags" ohne den Zusatz, daß eine Debatte darüber stattfinden solle, die Berechtigung zu dem Verbot der Debatte erblickt wird, kann ich nicht sagen.— In Treuen wurde weder inein Vortrag ge- stört, noch eine Debatte verboten; wenn hier gleichwohl keine solche staltfand, so war es, weil trotz der Aufforderung des Vorsitzenden Niemand sich zum Worte meldete.— Wenn die heute Abend in Auerbach stattfindende Versammlung diesen Thatsachen neue hinzufügen sollte, so werde ich nicht ermangeln, Sie davon in Kenntniß zu setzen. Ich habe Ihnen vorstehend einfach die Thatsachen zusaimnen- gestellt und entHalle mich persönlich jedes llrtheils. Die fäch- fischen Gesetze aber kennen Sie besser als ich und werden dem- zufolge besser zu bcurthcilen vermögen, wie weit das gegen mich angewandte Verfahren mit gesetzlichen Bestimmungen zu rechtfertigen sein mag und wie weit etwa nicht;»ach meiner persönlichen Anschauung übrigens, und das will ich nicht ver- fehlen hier auszusprechen, sind diese„Schwierigkeiten" nur ein Beweis für die Bedeutung und die Kraft unserer Partei in dem, industriell so weit vorgeschrittenen und demzufolge auch in der Arbeiterbewegung fast dem ganzen übrigen Deutschland vorauseilenden Sachsen; und, statt die Entwicklung unserer Partei zu beeinträchtigen, werden diese Versuche nur dazu dienen, dieselbe zu beschleunigen und ihre Kraft zu vermehren. Mit sozial-demokratischem Gruß W. Bracke Jim., aus Braunschweig. Welchen Erfolg eine gegen die oben aufgezählten Maßre- gelungen zu führende Beschwerde habe» dürfte, läßt sich an den Fingern abzählen, nachdem das Sächsische Ministerium die Glauchauer Beschwerden wegen Verbots der dortigen Volksver- J iammliing und der öffentlichen Sitzung der Manusakturgenossenschaft vom Juni d. I. seitens des Stadtraths Dr. Schulze in die- sen Tagen b estätigt hat. Addiren wir alle die Verhaftungen und Vcrurtheilungen, Konfiskationen, Verbote und Auflösungen und sonstigen Straf- maßregeln und Chikanirungs-Maßregelungen, welche unsere Par- tei in Sachsen im letzten Jahre erfahren hat, zusammen, so kommen wir zu dem Ergebniß, daß in keinem Theile Deutsch- lands die Reaktion so beschränkt und so kurzsichtig ist, wie in Sachsen. Und zwar nicht lediglich die Regierungsreaktion, son- dern in gleichem Maße Bourgeoisrcaktion, welche ja in den meisten Städten Sachsens das Heft in Händen hat. Das Ge- lungenste uich Charakteristischste in diesem Genre hat jedenfalls der Cr im mitschauer Bürgermeister in diesen Tagen geleistet: er hat eine öffentliche Versammlung der Steuer- Zahler verboten, welche über das städtische Bau- und Schulwesen berathen sollte, unter der angeblichen Motivirung, daß über städtische Angelegenheiten nur die städti- schen Behörden zu berathen haben. Stach der Consequenz dieses Satzes könnte es auch einem Arzte verwehrt werden, über die Desinfektion und die Schutzmittel gegen die Cholera einen öffentlichen Vortrag zu halten,„weil die Sanitäts- kommission der Stadtverordnelcn über dieses Feld kommunaler Thäligkeit ganz allein zu verfügen habe/ Durch dieses Beispiel sollte nur der Nonsens des Crimmitschauer Bürger- Meister Ukases klar gemacht haben. Die Sache bietet aber uoch eine andere Seite der Betrachtung: Die Abhaltung so und so vieler öffentlichen Versammlungen rein politischer Statur hat der Crimmilschauer Rath in seinem Amts- bezirk bereits geduldet; keine derselben fand er für staats- oder gesellschaftsgefährlich; eine Versammlung aber, welche rein kommunale Angelegenheiten angeht, wird verboten. Kann man sich dies anders erklären, als daraus, daß der Crimmilschauer Rath Grund hat, zu fürchten, unliebsame Erörterungen über die schlechte Kommunalwirthschaft zu Ohren zu bekommen?— Ueber die Pariser Kommune durfte man Reden halten— über die Crimmitschauer Kommune nicht; in der Gegeneinander- stellung dieser beiden Dinge liegt die Lösung des Geheimnifles, welches über dem besagten Verbote schwebt. Tie heilige Alliauz gegen die Arbeiter. Hamburg. Die Strikcs zu Berlin nehmen zu; noch scheint die Liste der Gewcrke, welche unter ihrem Banner kämpfen wollen, nicht geschlossen. Dies ist ein Beweis, daß die Arbeiter immer mehr fühlen, wo sie der Schuh drückt, und daß sie geson- nen siud, den alten, abgeworfenen Schuh der übergroßen Arbeits- bedrückung nicht wieder anzuziehen. Warum und wodurch es so ncit in den Arbeiterkreisen, trotz ihrer inneren Verhetzung, gekommen ist, das bedarf hier keiner Auseinandersetzung. Zweck Reser Zeilen ist nur, darauf hinzuzeigen, wie cinmüthig Bour- gcoisie und Regierung sind, sobald es gilt, gegen die Arbeiter Front zu machen. Die reichen Mittel, welche Regierung und Bourgeoisie zu Gebote stehen, gestalten das Bündniß dieser beiden Herrensekte», welche ohne das Proletariat nichts sind, zu einem �er wirksamsten Faktoren moderner Volksbcdrückung. Die Bour- geoisie bewilligt das Geld, damit ihre Verbündete es nehmen kann, wo sie es findet, um auf Grund dessen so„herrschen" zu können, wie wir uns dies unter Berufung auf„Gesetz und Recht" gefallen lassen müssen. Die gegenseitigen Dienste dieser beiden Schwestern erstrecken sich von den größten Dingen bis herab zu den kleinsten. Die Berliner Maurer können neuerdings davon wieder ein Liedchen fingen. Um den jetzt und etwa zukünftig Sinkenden aber noch einmal und ausdrücklich diese treue Schwestern- bebe zwischen Bourgeoisie und Regierung vor Augen zu führen, sei hier einem Berichte Raum gegeben, welcher in verflossener Woche die Zeitungen des einigen, freien und gerechtigkeitsschwan- gern Nationalliberalismus zierte. Er lautet: „— Von hohem Interesse war die am Montag Nachmittag im Konzerthause abgehaltene Versammlung der Bau-, Maurer- und simmermeister Berlins und Umgegend, weil in derselben alle die Massnahmen mitgetheilt wurden, welche der von den Meistern erwählte «»Sschuß dem Sinke der Gesellen gegenüber crgrissen hat. Herr Bau- weister Beckmann gab zunächst einen Uebcrbiick über die bisherige 'khäiigkeit dieses Ausschusses. Danach hat derselbe 14 Sitzungen, da- l Gunter eine mii den Gesellen-Delegirteu, abgehalten. Sämmtliche Be- Horden sind aufgefordert worden, nicht aktiv zu Gunsten der Meister Auszutreten, sondern nur, aus dem Boden des Gesetzes stehen bleibend, 'ure wohlwollende Neutralität zu bewahren. Das Polizeipräsidium Hot seine moralische und event. aktive Hülfe zugesagt und beson- oerz darum ersucht, jede einzelne Ausschreitung zur Anzeige zu brin- gti, und einen Strasantrag zu stellen; der Magistrat hat eben kollz seinen Schutz versprochen; die ministerielle Baukommision Hot dazu ermahnt, kräftig auszuharren und die Befürwortung der sueriäulzerungs-Termine bei dem Minister in Aussicht gegeben; der Minister für Handel und Gewerbe endlich, der Minister des Innern Und das Bundeskanzleramt haben ebenfalls ihre Sympathien tund gegeben, so dass schliesslich die Anordnung getrosse» wurde, I okn Bau der Porzellan-Manusaktur und des Parlainents-Gebäudes ! suhen zu lassen. So weit eS möglich gewesen ist, ist eine Statistik ots Ulrikes ausgestellt worden, die allerdings noch nicht vollständig ist, o» die Beantwortung der vertheilten Fragezettel noch nicht im ganze» i umfange erfolgt ist, weil ein grosser Theil der Meister die gezwunge- | Ferien benutzt hat, um. in Bäder oder aus das Land zu gehen. i, totzdein die eine Verhandlung mit den Gesellen einen günstigen Per- I, J hatte, ist sie doch von den Gesellen als ein Zeichen der Schwäche s.hh des Nachgebens gedeutet werden. Aus Anregung des M msters .Handel und Gewerbe ist der Ausschuß mit den größeren Tischler- ,'ßern in Verbindung getreten, hat aus die Wichtigkeit der Einigung .ouitnerksam gemacht und kein Bedenken gehabt, seine» Beistand zuzu- t rät", wenn die Tischlermeister geeinigt daständen und die Forderungen vT Gesellen für unberechtigt hielten. Schließlich sind noch die Maß- (a-lfln ins Auge gefaßt worden, welche nach voller Beendigung des �,'kez wohl zu ergreisen wären und u. A. beantragt worden, von > uswärts Massen von Maurern heranzuziehen, damit genügende Aus- °ohl oa sej.(5z sollen zu diesem Zwecke alle Bahndirektronen um I Mäßigte Fahrpreise für jeden Maurer ersucht werden." .. Also das Polizeipräsidium verspricht„moralische und ak- ! jn" Hülfe", der Magistrat verspricht„Schutz", die ministerielle i, oukommission ermahnt, gegen die Arbeiter„kräftig auszu- I j) der Minister für Handel und Gewerbe, der Minister � Innern und der Bundeskanzler geben„Sympathien" kund, j armen Meister machen„Badereisen", auf Anregung des �andelsministers sucht man ein„Schutz- und Trutzbündniß mit I 9» Tischlermeistern" abzuschließen, dem der Minister vorweg i Umstand" zusagt, schließlich wird erwogen, fremde Arbeiter ,'„ermäßigten Fahrpreisen" der Gevatter Eisenbahnen zur �che» Auswahl und Konkurrenz heranzuziehen— und alles \ 3igen die Arbeiter, gegen die auf Besserung dringenden i Sollten diese ha ndgreiflichen Thatsachen die deutschen ' Arb der Einigkeil nicht in die Arme treiben? Sollte den "kern nicht bald die einfache Wahrheit.klar werden, daß sie r U. sich verbünden müssen in Deutschland und über Deutschland hinaus?— Doch ich hoffe auf Besserung. Je mehr die Strikes zur Erkenntniß der ökonomischen und sozialen Klassenlage führen, desto weniger werden die Arbeiter sich auf politi- schem(nationalem) Gebiete täuschen und mißbrauchen lassen. Und der kleine Guerillakampf der Strikes engagirt täglich mehr Kämpfer; ein jeder der letztern hat einmal dem wirklichen Feinde in's Antlitz geschaut und die wahren Freunde neben sich gesehen. Dies kann er nicht vergessen, ivenn er es Vermag, Vorurtheile und Thatsachen streng gegen einander abzuwägen. August Geib. Zürich. Sonntag den 13. und Montag den 14. d. M. fand hier dieZentral-Versammlung der deutschen Arbeiter- vereine in der Schweiz statt. Dieselbe war von 20 Orten be- schickt. Es wurde fleißig berathen und namentlich die politisch- soziale Stellung dieser Vereine, der ältesten deutschen Arbeiter- vereine, die jetzt noch bestehen, einer gründlichen Diskussion un- tcrzogen. Es wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewie- sen, daß die Vereine nicht allein dadurch, daß sie Mitglieder der sozialdemokratischen Partei Deutschlands seien, ihren Brüdern, die im Kampfe mit der monarchischen Reaktion stehen) inorali- schen und materiellen Beistand leisten sollen— es wurde auch namentlich durch die Delegirten aus der Westschweiz entschieden betont, daß man auch am Orte mit den schweizerischen Arbeitern Hand in Hand für die sozialdemokratischen Grundsätze einstehen solle. Von den Beschlüssen heben wir nur hervor, daß festgesetzt wurde, den allgemeinen schweizerischen Arbeiterkon- greß durch Bürger Härtung zu beschicken(natürlich steht es auch den einzelnen Vereinen noch frei, sich vertreten zu lassen), ferner, daß man die Gründung einer„Allgemeinen schweiz. Arbei- ter- Kranken- und Jnvalidenkasse" auf die Tagesordnung des Kongresses vorschlagen will, und schließlich eine Resolution, in welcher hauptsächlich die ganze Stellung der Vereine zu ersehen ist. In Erwäoung: daß sich die Zentralversammlung, als Vertretung der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz, als lebendiqes Glied der soziaidcmo- kratischen Partei Deutschlands und durch sie als Glied der grossen soziairepublikanischen Arbeiterbewegung aller Länder betrachtet; daß die Zentralisation der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz eine bewährte Verbindung ist, um im Sinne dieser Prinzipien aus die in der Schweiz zum grossen Theil nur vorübergehend leben- den dcut chen Arbeiter Einfluß zu erlangen; In weiterer Erwägung: daß eine Verbindung von Arbeitern einer Nation, sobald sie von � dem oben erwähnten Grundsatz ausgeht, nicht allein berechtigt, sondern auch ganz besonders geeignet ist, das berechtigte Streben nach nationaler Einheit im Sinne der Arbeiter aller Länder zu fördern und auf die Angelegenheiten des eigenen Volkes Einfluß zu erlangen; beschließt die' in Zürich tagende Zentralversammlung der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz: I. das„Felleisen" aufrecht zu erhalten und zwei mal im Monat herauszugeben; II. die Zentralisation noch mehr zu kräftigen durch einheitliche Zentral- und Lokalstatute»; III. um auch schon hier in der Schweiz im Sinne der oben au- gedeuteten Parteibestrebungen i raktisch zu wirken, betrachtet die Zentralversammlung es als Pflicht, überall die sozialdemokratische Partei der Schweiz zu unterstützen. Sie wählt daher zu dem bevorstehende» Allgemeinen schweizerischen Arbeiterkongreß einen Delegirten und beaustragt diesen, ganz be- sonders dahin zu wirken, dass eine Parteiorganisation und Pro- gramm für die Schweiz geschaffen wird, welche geeignet sind, der Partei größeren Einfluß auf die Entwicklung der Schweizer Verhältnisse zu erringen, wozu die in Aussicht' stellende B nn des- revision außerordentliches Material bietet.(„Tagwacht.") Aus' der nach unserm Eisenacher Programm entworfenen Programm- Vorlage für den oben erwähnlen, demnächstigen schweizerischen Arbeiterkongreß— Zeit und Ort desselben ist noch nicht bestimmt— drucken wie diejenigen Stellen ab, welche eine vom Eisennacher Programm verschiedene resp. eine entwickeltere und zum Theil verbesserte Fassung Habens; auch diejenigen Varianten, welche lediglich durch die schweizerischen Verhältnisse erfordert sind. � 1. Ein allgemeines Schweizerbiirgerrecht. Die Armenpflege soll Sache der Einwohnergemeinden sein. Der Staat hat die Lasten immer ausgleichend zu ordnen. 2. Die direkte Gesetzgebung durch das Volk in derEidgenossenschaft. Volksinitiative durch 20,000 Stimmberechtigte. Bei der Volksabstimmung entscheidet die absolute Majorität der mit„Ja" und„Nein" stimmenden. Abschaffung des Ständeraths und des Standesvotums. 3. Obligatorische, unentgeltliche Volksschule bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre und Verbot der Kinderarbeit in den Fabriken bis zu die- fem Alter. 4. Unentgeltlicher Unterricht an allen öffentlichen Lehr- anstallen. Unentgeltliche Lehrmittel. 6. Abschaffung aller inbireklen Abgaben und Einführung der direkten, progressiven Vermögens- Einkommens- und Erbschaftssteuer. Allzemeine periodische Jnventarisation, desgleichen bei jedem Todesfall. Steuererleichterung für Familienväter. 7. Beseitigung aller unnützen Ehebeschränknngen. Cen- tralisation der gesammten Zivil- und Strafgesetz- gebung. Einrichtung von Fachjury, insbesondere für S reiligkeilen zwischen Arbeitern und Arbeitgebern. 9. Strenge Beaufsichtigung aller Arbeitslokalitäten und zwar sowohl in gesundheitspolizeilicher Hinsicht, als auch init Bezug auf Vorrichtungen zum Schutze gegen Lebensgefahr. Anstellung von besoldeten unabhängigen Fabrikinspektoren. Verbot aller Lohnabzüge durch Bußen. Staatliche Statistik über die Lage der arbeiten- den Klassen. 11. Staatskredit für Genossenschaften mit soli- dorischer Haftbarkeit: dazu Errichtung einer schweizerischen Nationalbaukmit Bantnoten- Monopol. 12. Rückkauf und Betrieb der Eisenbahnen durch den Bund in der Meinung, daß alle Verkehrsmittel Staaiseigen- thum sein sollen und daß der Staat keinerlei Monopole (über der Konkurrenz stehende Vorrechte) Privaten zur Ausbeutung überlassen soll. 13. Vollständige Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung der Wehrmänner durch den Bund. Ausreichender Sold. Abschaffung der Aspirantenkurse. RvNsdors. Zur Gewerkschaflsfrage. Da in jüngstcr Zeil Manches über diese Frage laut geworden ist, so hallen ivir es auch für unsere Pflicht, unsere Erklärung hierüber abzugeben. Wir brtrach- ten die Gewerkschaften, deren Aufgabe es sein soll, Produktivasso- ziatiouen zu gründen, als reine Nebensache unserer heutigen Bewegung. Ein Blick in die sozialen Verhältnisse des Arbeiterstanoes, sowie die steten Mahnungen in Betreff der Beiträge, die von Seiten der Kassensührer, der Partei sowohl, wie auch der Gewerkschaften, er- lassen werden müssen, lehren uns vollständig, daß der heutige Arbei- terstand die Mittel zur Selbsthülse unmöglich in sich birgt; ferner ist die Selbsthülfc ja auch von allen unfern sozialistischen Lehrern seit Jahren bekämpft worden; darum ist es uns vollständig unerklärlich, dass von verschiedenen Männern die Gewerkschaslen mit oben angeführ- ter Aufgabe als Mittelzur Hebung der jetzigen mißlichen Lage der Arbeiter angepriesen werden. An Staatshülse unter den jetzlbestehenden Slaa- ten zu denken, wäre eine Lächerlichkeit, dies beweist auch die famose 4- Millionen-Dolation zur Unterstützung bedürftiger Krieger. Nach unserer Ansicht ist es vielmehr die Aufgabe all.r Parteigenossen, ihre geistigen wie materiellen Kräfte anzuspornen und dieselben der Partei, sowie den bestehenden und noch zu gründenden Lokalvereinen zuzuwenden. Die Lokaivereine mit einer guten unserm Prinzip entsprechenden Or- ganisation seiner Lage ausgerüstet, die den Zweck haben, den jetzige», noch vielfach seiner Lage unbewußten Arbeiter aus wisjenjchgftli- chem wie auf sozialem Gebiete aufzuklären und zu belehren, werden die Parteimitglieder eines jeden Ortes besser zusammenhalten und auch der Partei viele neue Kräfte verschaffen. Eine solche kräftige Agitaiion wird den Arbeiterstand zu einer ausgeklärten Masse heranbilden, die nicht mehr das Werkzeug der Interessen und Leidenschasteii einzelner Individuen wird. Im Austrage der Parteigenossen: Gustav Grünrock. Hos. Bor einigen Wochen sollte in Naila bei Hof eine Volks- Versammlung stallfindc», in welcher Ditlmar zu referiren beabsichtigte. In Folge einer unterlassenen Formalität mußte die Versammlung indeß unterbleiben. Als ich in das Versaminlungslotal kam, sah ich daselbst einige Gerichtspersouen mit dem Oberbrigadenr und hörte, wie sie auf Dilimar schimvfleii und sich seiner eveniilellen Verhaftung freuten. Es schaarten sich viele der.anwesenden Arbeiter um mich und ich erklärte ihnen das alberne Mährchen vorn„Theilen Em Brigadeur, dadurch aus mich ausmerksam geivotden, sragic mich nach den Personalien. Da ich keine Papiere bei mir natie, sorderre er mich auf, mit ihm zu gehen. Wir lainen nun zum Ooeramii».'.»», welcher bei seinem Schnaps- oder Weinbruder im Gasthof war Orr Brigadeur crstaltete Rapport, sagte, daß ich ein Frenno Dilimar's sei und„der Gcselljchasl angihöre". Nun wurde mein Notizbuch»iiler- sucht, in welchem sich unter Anderm Moil's Gedichte(darunter:„Der Staat ist in Gefahr nach der Melodie:„Was komtm dorr von der Höh',") befanden. Ich wurde nuti in die Frohuveste gebracht, aber am andern Morgen wieber frei gelassen.— I m h o f. Hof. In utiserer Umgebung hat sich ein Verein unier dem Namen„Boigtländischer Weberverein" gebildet, dessen erstes Bestreben sein toll, die Löhne wenigstens aus das Maaß zn erheben, welches in Sachsen allgeniei» üblich ist, damit die sächsttchen Weber nicht mehr unter der Konkurrenz ihrer voigilätidischeil Genosse» zu leiden haben. Tchaueil stein im Voigtland, 9. August.'Wie das Spitzelwesen in Deutschland immer mehr zur Blüthe kommt, zeigt soigetlder Vorfall, der sich kürzlich in unserem Städtchen ereignete. Am Freitag vor 8 Tagen saß Parteigenosse Dittm ar mit mehrcreti seiner Freunde in einem Winhshause und sie sprachen über die politischen verhält- nissc. Es Handelle sich darum, ob Fürst Bismarck unb Gras Mollke wi ll ch so engelreln und bewuildernngswürdig seien, wie Mancher meint, und aiich ein anwesender Soldat, welcher den Feldzug mitge- macht hatte, behauptete. Dittmar äußerte bei dieser Gelegenhcii: „preußische Junker". Kaum war das Wort Junker über seine Lippen, so kamen wie Tiger zu einer Seiietithür zwei GenSdarmen auf ihn zilgestürzt mit folgenden schönen Aciißerunge»:„Nun Halen wir Sie doch eitimal, Sie Demokrat! Aus Sie haben wir schon lange gelauert, wir haben Ihnen schon eine halb- Stunde zugehört, wir wollen Ihnen sagen lassen, was Bismarck ist. Nun kommen Sie mit!" lautete der strenge Be'ehl. Dittmar wurde von einem Gensdarmen am Arme gesaßt und unter dem fortwährenden Gebrüll:„Sie Demokrat! Sie Lump! Sie sind ein echter Demokrat; der Herr Amtmann hat mir Befehl gegeben, Sie auf jedem Schritt zu beobachten"— in das Wachtlokal der Gensdarmeric geschleppt. Hier angekommen, erklärte ihm der Geiisdann:„Ich werde Sie schließen und heute Nach» nach Naila zum Herrn Amtmann führen, jetzt sind Sie verhaftet!" Der Gensdarm versuchte unrer fortwährendem Schimpfen und verschiedenen Drohungen ein Verhör mit seinem Arrestamen anzustellen, was derselbe jedoch entschieden verweigerte: er erklärte, wetin es der Geiisdarm glaubte verantworten zu können, so möchte er ihn verhaftet,, ein Verhör habe er vor ihm nicht zu bestehen. Auf Ditnnars allerdings sehr naive Frage an einen bayrischen Gensdarm, was er eigentlich unler Demo- krat verstehe, kam dieser sichtlich in Verlegenheit. Was mag dieser sich wohl unier Demokrat gedacht haben? Endlich nach drei Stunden halte sich der. Geist des— Diensteifers etwas verduftet und wurde dem Am- stanien erklärt, daß er gehen könne!— Konnten die donapartislische» Gensdarmen mehr Diensteiser entwickelti? Schließlich ist Ditlmar, ohne irgend ein Verhör bestanden zu haben, z» 31 Thlr. Sirake verurtheilt wordeti, weil unter der Einladung zu einer Vasanimlung in Naila sei» Name nicht stand, obschon er mit der Einberusung d er sraglichen Versammlung gar nichts zu schassen gehabt hat. Selbstverständlich hat er gegen diese Willkür Rekurs erhoben. Chemnitz. Parteigenosse Ufert, Sachse von Geburt, ist nun definiliv aus Chemnitz ausgewiesen, nachdem das Mlnitierium den von Ufert eingelegten Returs gegen das stadi.älhliche Erketiutniß zurückgewiesen hat. Stadtrath Geyer in Eyemaitz sagte zu Ufert: „Hätten Sic sich ruhig verhallen, so wäre über Jahr»nb lag die Sache vellause»; so aber haben Sie auss Neue aguiit, aufs Neue Versanimlutigcii abgehalten, und in Folge dessen hat es beim Beschluß sei» Bewenden." Leipzig 19. August. Wo die Bourgeoisie das Ruder, wie iti der Genietndc, 111 den Händen hat, sucht sie die staailiche Bureaukralie in Drangsalirungen»och zu übertreffe». Beweis folgender Vorfall: Ein hiesiger Einwobner, der eist kürzlich hier zuge;ogeii, schtckic 14 Tage vor Johani» seine Tochier in die 9. Bürgerschule und war»ich, wetitg überiaschl, als er z» Johannj die Auffordeailig erhielt, für das ganze 2le Qnarial das Schulgeld zu bezahlet,. Der Beireffetide ivaudle sich in einer Bttischiifi an den Raih, worin er aus sein Unvetmögen hinwies, siir einen 14 lägigen Schnliinlerrichl das Schulgeld für drei Monale zu bezahlen. Ein Ralhsschreiden, unierzeichne, vom Dr. Slephani als Vicebürgermeister, belehrte ihn, dag er nicht nur den verlangten vollen Betrag zu enirichten, sondern außerdem auch noch Ngr«träfe zu bezahlen habe, well er das Schulgeld nicht rechlzeil ig dezaylr. Es scheint, als suche unsere Stadtverwaltung auch noch dieser Seite hin auszubringen an Groschen und Thalern vom gelingen Mann, was auf der andern Seite in Tausenden nutzlos hiuailsgewoiseu wird. Halberstadt.(Abrechnung des Strike-Koiuitee's.) Einnahme vom 10. bis 20. August: Von Magdeburg zur Ag tation Thlr. 3.—.—. Lüneburg durch Wulfs Thlr. 2. 10.—. Berlin durch Müller ählr. 129.—.—. Von.ier iti Arbeit stehenden Kollegen Thlr. 5. 21. 3. Rinteln durch Kramer Thlr. 5.—.—. Braunschweig durch Streifs Thlr. 8. 12. 6. Dessau durch Locke Thlr. 2. b. 6. Otte»- sen durch H. W. Spiß Thlr. 4.—.—. Frankfurt a/O. durch H. Hellinigk Thlr. 7.—.—. Burgdamm d. Joh. Kieren Thlr. 4.—.—. CasjA durch H. I. Schröder, Ueberschuß vom Konzert Thlr. 3. 14.—. Willenberg durch H. Jassen Thlr. 2. 8.—. Berlin durch H. Hasait Thlr. 129—. Summa Thlr. 297. 21. 4. Für die bis jetzt eingegangenen Gelder sagen wir hiermit unfern bestell Dank und ersuchen, ilns auch ferner thalkräslig zu uilterstützen. Das Komitee: I. A. Kahlenberg. Vor Zuzug wird strengstens gewarnt. wir geträumt und deren Stunde geschlagen hat? Nein, gewiß nicht. Unter dem Namen der Republik werden Sie die Bourgeois- In teressen konsolidiren und etwas wie eine venetianische Republik, ohne deren Größe, errichten, und wenn Sie Ihr Werk vollbracht haben, so werden Sie von geschickten Prinzen beseitigt und mit dem Fluche des Friedensvertrages mit Preußen und des Bombardements von Paris beladen wer- den. Beherzigen Sie den Rath eines Gegners. Gedenken Sie Ihrer Unpopularität im Jahre 1870 und lassen Sie sich an- gesichts eines demnächstigen Umschwunges warnen! „Man beschuldigt uns, die Plagiatoren von 1793 zu sein. Leider waren Ginige von uns Nachahmer des Konvents, aber sie blieben bei 1792 stehen. Sie hätten vielleicht den König zum Tode vcrurtheilt, aber nicht hingerichtet. Sie Vcrbrann? tcu das Tchajfot und haben innerhalb zweier Monate nicht ein einziges Todcsurtheil bestätigt. Obgleich sie stets Geldmangel hatten, rührten sie die 250 Millionen einer Anleihe, welche der Pariser Kommune gehörten, nicht an, und in 65 Tagen haben diese„Plünderer" bei der Bank nicht mehr als 15 Millionen erhoben, d. h. gerade so viel, als man zur Besoldung der Nationalgarde brauchte. Welche Regierung wäre wohl sparsamer gewesen? Etwa die des Kaiserreiches, welche mit 5 Milliarden debütirte? Oder die Ihrige? Ich kenne heutzutage, lieber Geschichtsschreiber, nur einen Repräsentanten von 1793, und das sind Sie, der Republikaner von 1825, der Sie der Zeitgenosse jener Männer waren und der einzige Erbe ihrer Energie" Wnc außer Ihnen hätte den Gedanken gefaßt, die Streitkräfte Frankreichs zu konzentriren, um eine Stadt von 2 Mill. Seelen, dietzauplstadt desLandes, zu beschießen und zu verbrennen? Heinrich IV. wagte dies nicht, ob- gleich er dazu vollkommen berechtigt war. Er, der König, unterhandelte. Sie, ohne auch nur eine Ausforderung an uns zu richten, haben uns zerschmettert und die Stadt mit Feuer erfüllt. Und wenn Sie von den Grausamkeiten der letzten Tage sprechen, so wird man Ihnen antworten, daß dieselben der Kommune nicht zum Vorwurfe gemacht werden können, welche am 23. und 24. Mai in der That nicht mehr existirte; denn am 19. oder 20. Mai präsidirle ich der letzten Sitzung. Die Kommune ist so unschuldig an den Scheußlichkeiten, welche ihr Ende begleiteten, als an den Er- eignisscn vom 18. März, an welchem Tage sie noch nicht ge- boren war und an welchem— erlauben Sie mir, es auszu- sprechen— die Männer vom 4. September eine keineswegs heroische Haltung beobachtet hatten." Internationale Gewerksgenossenschaft der Manu- faktnr-, Fabrik- und Handarbeiter. Zweite Hauptabrechnung der Centralkassen-Verwaltung vom 1. Juni 1870 bis 2. Agjjust 1871. E i« n a h m e n. I» Summa während obiger Neriode: Xasjabestand am 1. Juni 1871 Tblr 361. 23. 7. Für Material von Arzberg(Bayern) „ ,, und Beiträge von Braunschweig „„ n ,,„ Vurgslädt „ ,,""„ Basel „„„ Crimmitschau „„„„ Cannstadt „„ Erlangen „„ Grünberg>. V. „„„ ,, ,, Großottersleben .. Glauchau „„ Großenhain ,,„„ tt„ E otha ./»» Haynichen ,,„ n n n Hds ,, ,, n n ,, Hersseld „„„„ Luckenwalde „ ,.„„ Lunzenau „„„„„ Meerane ,, Metzingen „„ Magdeburg „ ,,„„ Mühlwand „ ,,„ ,, ,, Netzschkau „ Niederzwönitz „„„„ Reichenbach i. V. „„„., Ronneburg „„ ,, ,, n Brockau ,.„„„„ Glauchau_ Summa Thlr. 550. A Ausgaben. 5. 9. 1870. Juni 6. Zuschuß gnach Apolda Gesammteinnahme. 14. Bruck v. Büchern ic. an Thiele, Lpzg., lt. Beleg Juli 7.u.9. Berwaitungsauswand zum Kongreß(1870) „ 28. Zuschuß nach Erlangen ., Apolda Thlr. 5.-.-. „ 29. Aug. 23. Sept. 17. „ 23. Dez. 12. 1811. Apnl 14. .. 23. Mai 29. 10. Juni 6. Juli 6. Aug. 8. „ an Schenk, Burgstädt, Agitation „ nach Gera „ Gotha Druck v. Büchern jc. an Thiele, Lpzg., lt. Beleg Gerechtskosten Verläge zum Webcrtag in Glauchau Spe en der Lorortsveewaltung Portoverlag des Hauptkassirers „' der Borortsvenvaltung „ des Hauptkassirers 46. 29.— 3. 3. 4. 15.—.—. 2.—.—. 2.—.—. 1.—.—. 2.—.—. 2.—.—• 52.—.—. 1. 21.—. 1. 10.—. 3. 12. 7. —. 19. 5. 2. 3. 1. —. 1. 5. Summa Thlr. 140.10 2. A. Einnahme im B. Ausgabe„ Zusammenstellung. B. Gesammt-Ausgabe. Verwaltungsjahr Thlr. 550. 5. 140. 29. Saldo-jiassabestand am 2. Aug. 1871 Thlr. 4o9. 2b. 7., Hiezu'kommen noch die Zinsen sür das zinsbar angelegte Geld und war eine slühcre Bekanntgabe der Rechnung während des Kriegs und durch die dadurch nöthig werdende totale Reorganisation der Gewerlschast rein unmöglich. Die säumigen Mitgliedjchajte» werden nun wiederholt um Kasjaderichte gebeten, da sonst keine Ordnung zu halten ist. Bis zum 28. August a. c. haben Meerane Thlr. 6. 21.—., Braunjchweig Thlr. 1. 14.—• und Hersseld Thlr. 5. 17.—, weiter eingezahlt. E.«tehscst, Crimmitschau, 24 Aug. 1371. Hauptkasstrer. Aufforderung! Alle, welche mit Abrechnung auf Bücher, Karten ic. an nns im Rückstaudc sind, werden hierdurch ausgesorvert, ungesäumt ihren Bei- pslichtuugen nachzukonimeil, da wir sonst gezwungen wären, uns durch ösjentlichen Namensaufrus in unjren Organen zu vergewissern, ob die Einpsänger verschonen sind. T. Overnian» in Ejchweiler, der am 14. Januar 1870 bricf- lich und letcgraphijch tausend Bücher und Karten rcquirirte, am selben Tage auch unter der Adresse(„Adam Schäfer in Eschweiler bei Aachen" 500 Bücher und Karlen, 10 Organisationsberichte, 3 Ouil- tungssiempel und 13 Abrechnungsscheinas in einem Paquel T. 0. 61. per Post zugesandt erhielt, hat seil Anmeldung zweier Mitgliedschajten (19. Jan. 1870), die gleichfalls verschollen sind, ungeachtet mehrfacher Zuschriften und unseres jüngsten Mahnschreibens vom 16. Mai d. I. keine Nachrichten hierhergesandt. Briefe an denselben sind nicht an uns zurückgegangen und ersuchen wir deshalb Freuiide und Genossen aus dortiger Gegend um gefällige llebermiitlung bezüglicher Aufschlüsse, da wir bei Verlust des erwähnten Materials namhaft benachtheiligt wären. Die beiden Genannten sollen um unsrer Sache willen mehrsach von den Behörden behelligt worden sein. Weiteres über dieselben bis heute zu erfahren vermochten wir nicht und betreten deshalb diesen Weg,»m Klarheit zu irlarigen. Crimmitschau, am 26. August 1871. Für die Vorortsverwaltung: I. Motteler, l. Vors. Juternationalc Gewerksgcnosscnschaft der Schuhmacher und verwandten Gewerkt. Lcibiig, den 30. Aug. Von Dresden sind an die Hauptkasse 7 Thlr. 5 gr. eingegangen. Weiter machen wir bekannt, daß es uns unmöglich ist, die Ge- schäfte des Verwaltungsraths länger fortzuführen. Wir machen daher den Vorschlag, Zürich als nächsten Ort des Vor- sitzes zu betrauen, indem die Züricher auf uusre Anfrage sich bereit erklärt haben, das Amt anzunehmen. Weiter hat Dresden den Wunsch aus- gesprochen, ebenfalls nicht länger Ort des Aussichtsrath s zu sein und hat sich an diese Stelle Leipzig bereit erklärt, dies Amt zu übernehmen. Wir fordern daher die Mitgliedschaften auf, etwaige Einwcndun gen uns baldigst zugehen zu lassen; wo nicht, uehmen wir an, daß die Mitgliedschaftcu mit unser» Vorschlägen einverstanden sind, und werden wir dieselben bis zum 1. Oktober d. I. in Ausführung bringen. Für die Verw ltung: Aug. Schäfer. Jnternationnle Gewerkschaft der Holzarbeiter. Hannover. In der am 21. August abgehaltenen Gewerksvev sammlung sind folgende Beamte gewählt worden: Bevollmächtigter W. Krieth e, Osterstraße 98; Kassirer für beide Kassen V. Fu nd- stein, Blumenstraße 8; Revisoren der Gewerkschaft Graubom, Wö- kener und Stein; Revisoren der Krankenkasse Vespermann, B o h l y, Sauerland; Krankenkontroleure Bohly, Saucrland; Schriftführer Vespermann. Erfurt. In der am 21. August stattgefundenen Versammlung wurden folgende Lokalbeamte gewählt: E. Fritz, Tsschler, Bevollmäch- tigter sür Gewerkschaft und Krankenkasse. I. Rudolph, Metallarbeiter, Gcwerkschastskassirer. H. Graes, Bildhauer, Krankenkassenkassierer. Th. Kühn, W. Kummer, K. Reichmann, Revisoren. Da sehr häusig vorgekommen ist, daß Mitglieder anderer Gewerkscha'- ten als der Holzarbeiter hier Reiseunterstüvung beanspruchen, in der Meinung, weil hier gemischte Gewerkschaft besteht, würden auch alle Mitglieder anderer Gewerkschaften unterstützt, so benachrichtige ich hiermit die reisenden Gewerksgenossen, daß blos In haber von Quit- tu ngsbüchern der interna tionalenHo lzarbeiterschaft u uter- stütziingsberechtigt sind. Diellnterstützungslegitimationwird ausgefertigt bei E. Fr i tz, Tischler, Neucgasse 5. Fremdenverkehr im Gasthof zum„alten Schwan," Gotthardtstr. Altona, 29. August. A» das Berliner Tischt er- Komitee ist unter heutigem Dato nachsteheudc Zuschrift gesandt worden: Arbeits- und Gewerksgenossen! Euch der ungetheiltesten Sympathie der Tnchler Altona's im Allgemeinen, so wie der Mitglieder unserer Gewerkschaft insbesondere ver- sichernd, bedauern wir, nicht längst schon Kenntniß von Eurer Arbeits- einslcllung erhalten zu haben. Obgleich die Alionaer Tischler seither in wahrhaft aufopfernder Weise die Unterstützung der strikenden Kollegen, so in Cassel 1869, in Wiesbaden und Krel 1870 betrieben, und selbst in schlechtester Geschäftszeit, während des Krieges von 1870—71, noch bedeutende Summen sür die gamilien ihrer„einberufenen" Kalle- gen ausbrachten, ist uns leider nicht ein Etztinplar von Eurem„Auf- ruf", den wir überhaupt erst ans!)tr. 69 des„Bvlksftaat" vom 26. August ersehen, zugegangen. Wir bedauern dies um so mehr, als dadurch unser Motto„schnelle Hülse ist doppelte Hülfe", diesmal nicht zur Anwendung kommen kann, und Unberufenen Gelegenheit wurde, sich in die Unterstützungssammlungen einzumischen, Personen, denen wir ein Vorrecht dazu nicht zuerkennen konnten und die durch ihr unberu- fene« Eindrängen nur Mißtrauen herbeiführten, und de» Ertrag der Sammlungen beeinträchtigen, weim nicht überhaupt problematisch machen. Es hatten nämlich Cigarrenarbeiter, die vcrinuthlich eher Ausrufe als die Holzarbeiter selbst erhallen habe», am 25. d. M. eine„Holzarbeiter- Versammlung" einberufen, in der natürlich, da unsere 150 Mitglieder zählende Mitgliedschaft der internationalen Gewerkschaft tonangebend bei Altona s Holzarbeitern ist,— die Holzarbeiter fehlten. Selbstoer- ständlich lehnten die drei einzig und allein in dieser Versammlung an- wesenden Holzarbeiter, Mitglieder unserer Gewerkschaft, es ab, einem obskure» Unterstützuugskomilee, welches aus, uns Tischlern ganz un- bekannten Cigarrenarbeitcrn, Schneider» k. bestand, beizutrelen, und durch welches der Ertrag der in den Weikstellen zu veranstaltenden Samm- lungcn von vornherein in Frage gestellt war. Dem gegenüber wurde von uns durch Cirkular und Plakat zu gesteni Abend eine Bersamm- lung der Tischler jc. einberufen und leider auch anderen Albeiter» der Zutritt gestattet. Wir sagen leider, weil dadurch der Zwick dieser Versammlung, Regelung der Unterstützungssrage, vereitelt werden konnte. Die hiesigen Anhänger der Hrn. Schweitzer-Hasenclever in Berlin sprengten nämlich diese Versammlung in bekannter brutaler Weise, in- dem sie als Rechtstitel, um den diese Leute nie verlege» sind, geltet d machte», daß berriis ein Komitee bestände, mithin die Tischler sei- st nicht das Recht hätten, in dirser Sache noch etwas zu thu», sonde n sich dem von ihnen gewählten Komilee unterordnen inllßle». Herrliche Logill Und wenn 10 Komitee's beständen, wäre es nur nm so besser. Kmz und gut, diese Leute, denen es nicht um die Sainmlnnge», sondern nur darum zu thun ist, ihre Finger dazwischen zu haben und für Per- sonen wie Schweitzer und für oessen Blatt, den„Neuen Sozial- Demokrat" Propaganda zu machen, während die Tsschler in Altona von diesen Personen nichts wissen wollen— wir sagen, diese Leute ver- hindertcn in ganz gemeiner Weise das Zustandekommen der Beralhun- gen. Leider werden immer 30—40 organisirie absichtliche Ruhesiö.er eine Versammlung von ebenso vielen Hunderten sprengen könne». Doch wie gejagt, wir bedauern, daß Euer Aufruf uns nicht eher zugegangen, da es dann wohl anders gekommen, und hoffen, daß es uns trotzdem möglich werden wird, unter Fernhaltung einer unbeiufenen und uner- betenen Clique die Unterstützungsfrage erfolgreich zu erledigen Altona, 29. August 1871.' � Gruß und Handschlag Die Tischlergejetlen und Mitglieder der Gewerkschait der Holzarbeiter. Briese und Zuschriften unter der Adr.: Gastwirth Eppler, Tischler-Herberge. Berlin. Der Maurerstrike ist beendet. Sonntag am 27. August wurde in einer Maurerversammlung betchlossen, am darauf- folgenden Tage die Arbeit wieder zu beginnen.— Da die über das Rezultar des Strikes bis jetzt uns vorliegende» Berichte einander wider- sprechend und, so behalten wir uns die Beurtheilung deS Erfolgs des Berliner MaurerstrikeS fürs nächste Mal vor. Gin Bällchen im eigene» Auge. (Für nationale Spluierrrchter.) Mit einer wahren Wollust haben die natioualliberalen Intelligenzen in ihrer, die„wahre Büdung" repräsentirenden Presse die Internationale in füngster Zeit zum Gegegenstand ihrer Angriffe gewählt, und, über die Gesetze und Ordnung umenvühlcirde Thätiglen des„rolben Ge- spenstes" zeternd, des dummgläubigen Philisters Gänsehaut schaudern geinacht, meist, um seine Auinierksamkeir von Dingen abzulenken, die man allen Grund hat zu vertuschen. Den Splitter im Auge des Nachbars findet man, während man den Balken im eigenen Auge nur allzulcicht und allzugern der Beachtung eulzrehl. Hier eine Probe kirchlicher Toleranz im nationatliberalen Lager. Sosort der Publikation des sächsische» Dijsidenlengesetzcs aus der evangelischen Kirche ausgetreten, haue ich eine» schon' 18 Woche«! vdr diesem Zeitpunkte zebornen Knaben, trotz mancherlei Anfechtungen glücklich ungetauft erhalten und glaubte nun, meincit Lebensweg srei von„geistlichen Holpern" zurücklegen zu kv«>nen, doch dies war eitle Täujchung. Zwischen Lipp' und Kelchesrand schwebt der„finflern Mächte" Hand, sagt schon der Dichter: auch ich sollte dies ersahrcn. Ein am 22. Juli ds. Jahres gebornes und dem Gesetz entsprechend in das Eivil- standsregister eingetrageues Mädchen starb nur luder am 20. dS. und sollte sein Begräduiß am 22. Abends 6 Uhr statlfindeil, als mir durch Letchemrau und Tooteugräver die Nachricht ward, gas KiiiO wciSe auf Allor0ii»iig des Herrn Tiaconus Rothe zu Schmiesclo „nicht begraben", der Kirchhof fei ein„chnstlichcr" iiuo ick solle öle Leiche auf den meiueu bringeti,»vah.mpt uuch erst erklären, welcher»oufeffio» ich angchtirc. 'Nachdem ich mich beuir Todtcugrader vergewisserl, ob das Leichen- Haus ein„christliches" oder überhaupt nur cm Leicheuhaus sei und von ihm die Zusicherung erhalten Halle, daß die Leiche da unbehelligt stehen lönne, brachte ich sie da unter und ging andern Morgens ins lömgl. Gerichtsamt um mein Recht zu suchen. Hier wurde mir das Begräv- «iß noch an demselben Tage in Aussicht gestellt, wenn ich quasi bittwcise darum einkommen wolle. Davon konnte nalürttch keine Rede sein und forderte ich einfach Beantwortung der Fragen: 1) Ob mein Kind auf dem Kirch hose zu Reudnitz begraben werden müsse oder ob ich dies thun könne, wo und wie ich wolle? 2) Ob der Herr Diaconus Rothe berechtigt sei, das Begräbniß ans dem Gottes« acker der Gemeinde Reudnitz zu verbieten? Zur Beantwortung dieser Fragen nicht kompetent, berichtete daS Gerichtsamt an die Kreisdirektion und ließ mir Freitag Mittag den vo«l dieser ergangenen Bescheid zukommen, daß das Kind aus nredi- einal- polizeitichen Gründen sofort auf dem Kirchhofe zu Reudnitz beigesetzt werden solle. Beantwortung meiner Fragen behielt sich die Kreisdirektion vor. Sofort nach dem Kirchhofe gehend, mußte ich dort vom Tobten- gräber erfahren, der Herr Dmeonus Rothe habe mein Knrd bereits Mittwoch Rachmittags mit„feinem Segen" beerdigt. 'Mochte Rothe der der Verweigerung in seinem Reryie zu sein glauben, so war er jetzt, abgesehen von der bewiesenen Inkonsequenz, im Unrechte, denn geistliche Funklioneu durfte er nicht uusüdcn. Ich werde mich deshalb aufs Neue beschwerdesuhrend an die Kreis- direklion wenden und zur Nachachlung sür sächsische Dissidenten die Bescheide im„Voltsstaal" verössenilichen. Nur noch ein Wort an die Partelgenossen in Sachsen. So wenig ich dafür bin, den Schwerpunkt auf kirchliche Agitation zu lege», eben- sowenig kann ich das loisser aller Derer billigen, welche auertennen, oaß die Kvusequenzeu des Dissivenieugesetzes uns einen bedeuteudcn Borcheil weiiigitcus insoweit bringen, als unsere Kinder nicht dazu ver- dämmt sind, einen großen Theit ihrer besten Zell mit Reltgionsnmer- richl und dem, was damit Hand m Hand geht, zu vergeuden. Wohl sieht die„schwarze Phalanx" welche Gefahr ihr erwächst, weun wir so ein vormihe«lssieies, thaUräftiges Geschlecht erziehen, des- halb ihr Geifern und blindes Wuihen, jelbsl gegen gqetzuche Jn- slitutionen. Ihr und ihren Bundesgenossen gegenüber haben wir jetzt nur eine wirksame Wusse und das ist— der Austritt aus der Kirche. Reudnitz b. Leipzig, 28. August. F. Tischer. Warnung.. Wie wir erfahren wird, d-tondcrs un Erzgebirge, mit angeblichen Photographie» der Pariser NomuluiieulitglieSer ei» tedhasier Haubcl gei« irden. Wir ralyen uissern Parieigeii0>;en, auf ihrer g)>ur zu sein. Mu Ausnahme des in Dresden angcserligten Porträts von Barl lani sind sainmttiche im Hanoel desmdssche„Photographien der Pariser Koininunemiiglleder" von unzweiselhailer Itiiächweit oder zweisethaster Aechiheit. Die ächten Porträts sind bisher, um dem inlernanoiiateii Sticberlhum keinen B o r j ch n d zu leisteu, geflissentlich der Oesscnilichkeit entzogen worden. Sobald diese Rücksichten nicht mehr zu nehmen sind, werde» wir sür Vermel- alltguug sorge» und es im„Vollsiiaat" bekannt machen. f Briefkasten der Redaktion: R.& L. in London: Authentische Auskunft nächstens. Ich muß erst genauer Erkundigungen einziehen.— Achim: Die Geschichte ist schon bald ein Jahr alt. Wurde Ihnen nur Wasser und Brod im Gefängniß verabreicht?— Weller in N.: Ihr Brief ist Ihrem Wunsch gemäß dein Ausschuß übergeben. Mainz. Anonyme Zuschriften können nicht berücksichtigt werden.— R. Sch. in Elber- leid. Ihr früher Eingesandtes ist, soweit verwendbar, in Nr. 69, Seite 3. Spalte 1 abgedruckt. Ihr letzter Brief kann nicht in der gewünschten Weise ausgenommen werden, da er duichaus persönlich ist und Sie der betr. Peison obendrein nitre cht thun, wie wir anss Positivste wissen. F. F. Waldenburg: Die fraglichen Schritten sind nicht verboten, sondern sämmtlich durch die Erpedilion beziehbar.— Fürth: 1)„Warum Scheu mcht gekommen", Grund uns nicht genau bekannt. 2) Das H'sche Gedicht konnte leider wegen Raummangel »cht in die gewünschte Nummer kommen, wird sich aber ein ander Mal verwerihen lassen. Eine Annonce über das Fest findet sich aber in dem uns vorliegenden H'schen Briese nicht. der Expedition: A. G. Hamburg: 1 Thlr. 15 Gr. erh.— W. Cassel: Packet sandle ich ab.— L. Mainz: desgleichen.— Fr. Huiiiover: >2 Thlr. sür Abonnement erb.— Schmidt in Z.: 72 kr. erh. Warum nicht in Briefmarken?— F. Erfurt: 2 Thlr. erh. und Bestelltes ab- gesandt.— L. in St.: 16 Gr. f. Abonnement erh.— K. Pforzheim:' Beides aiigckommen. Besten Dank.— Frl. B.«soldbach: 1 Thlr. 2 Gr. sür Abonnement erh.— R. Berltn: 1 Thr. sür Schnsten.— Pf. in St.: Sie erhalten Brief.— N. Halberstadt: 6 Exemplare incl. Porto l Thlr. 5 Gr. Für Breslau. Sozialdemokratische Arbeiter-Partei. Riontaa, den 4. Sept. e. Abends 8 Uhr. geschlossene Mit- gliederversanunluiig im Warschauer Keller, Kupserschniiedeitraßc. Tagesordnung: Neuwahl etnes Vertraueiismaniis und der Revisoren; Anträge je. Die Mitglieder werden ersucht, sämmtlich zu erscheinen und ihre Karten mitzubringeii._ H. O e b m e. Für Hamburg. Sozial-demokratischer Arheiterverei». Montag, d. 4. September, Abends 9 Uhr, bei Eberhahn, Zeug- bausmarlt 31.,' Tagesordnung: Bortrqg von Herrn Rose: Geschichte der Arbei- lcrbeweguiig in Oesterreich. Gäste haben Zutritt. August Geib. Für Leipzig. Todtenseier Lassalle's. Sonnabritd den 8. September.Xbriids Z Uhr in der Westendhalle. Alles Uebrige bef igen die Plakate. Um zahlreiches Eischeineu ersucht freundlichst Tas Eaulitec. Für(yrjurt. Sountaa. de» 10. September seiern die hiesigen Gewerkschaf- ten ein allgenicines -A-rbsitErfest, bestehend in Concert, Vortrügen und Bull, in den Lokalitäten des Ralhskellers. Anfang Nachmittag 3 Uhr. Freunde und Parteigenossen von Nah und Fern werden zu die- fem Feste freundlichst eingeladen mit dem Bemerken, daß gegen Bor- zeigung der Parieikarte oder eines Gewerktchaftsbuchs der Eintritt unentgeltlich erfolgt. Tas«owitee. Für Leipzig. j Internationale Gewerlschast der Holzarbeiter. Versa mm tu ug Sonnabend de» 2. Sept. Aveuds Punkt 8 Uht in der Restauralio» von Stolpe, Nicolaistr. 51. _ Gaste sind sreundlich willkomme». Leipzig! Berantw.RedakteurA.Hep ner(Redaklion: Peterssteinweg 1: Druck u. Verlag: F. Thiele.(Expedition: Petersstr. 18.)