K,.. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und AuS- ilandeS an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 18, F. Thiele, Emilienstraße 2. Mittwoch, de« 1. November. 1871. >: iii« Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. AbonnementSpret»: Für Preußen incl. Stempel- steuer 16Ngr.,für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Filialerpedition für dte Ber- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soMl-demokratischen Arbeiterpartei und der Znternationalen Geuierksgenolsenschasten. Des Reformationsfeftes wegen mutz der„Volksstaat" diesmal schon am Montag, statt Dienstag, gedruckt werden. für den Parteiausschutz der sozial-dem. Arbeiterpartei. § 1. Der Ausschuß ist verpflichtet, innerhalb drei Tagen nach erfolgter Wahl sich zu lonstituiren und die Konstituirung sofort im Parteiorgan. anzuzeigen. Z 2. Der Ausschuß ist verpflichtet, wöchentlich mindestens eine Sitzung zu halten und den regelmäßigen Sitzungstag im Parteiorgan bekannt zu. geben. 8 3. Zu einer Aufbewahrung der eingehenden Korrespon- denz ist der Ausschuß, nachdem seine Mitglieder von dem In- halt derselben Kenntniß erhalten, nicht verpflichtet, ausgenommen solche Schriftstücke, welche als Beleg für die Verwaltung der Partei u nun» gänglich nothwendig sind. Dahingegen ist über alle, einlaufenden Briefe ein Verzeichniß anzulegen, welches die laufende Nvtymer, Datum des Eingangs, Ort und lltaine des Absenders enthält. ß 4. Die Führung von Kopipbüchem für die Parteikorre- spondenz ist dem Ausschuß, wie einzelnen Mitgliedern desselben verboten, dahingegen ist derselbe verpflichtet, zur Anlegung eines Verzeichnisses, für alle abgehenden Schriftstücke, welches laufende iliummer, Datum des Abganges, Angabe des Orts und der Person des Empfängers enthält. 8 5. Der offizielle Verkehr mit politischen Vereinen und Organisationen ist dem Ausschuß, als gegen die in den mei- sten Staaten bestehenden Vereinsgesetze verstoßend, untersagt. 8 6. Alle Erlasse, Bekantmachungen und Schriftstücke des. Ausschusses haben nur dann offizielle Gültigkeit, wenn die- selben von mindestens 2 Ausschußmitgliedern unterzeichnet sind. Beschlutz des Geueralraths der Znternatio- «alenArbctteraffoziatiou vom Die zu London vom 19. bis 23. September 1871 ver- sammelte Delegirten-Konferenz der Internationalen Arbeiter- assoziativ» hat den Generalrath beauftragt, öffentlich zu er- klären: Daß Netschajeff niemals Mitglied oder Agent der Jnt-erviationalen Arbeiterassoziation war; Daß seine(durch den politischen Prozeß zu St. Peters- bürg, bekannt gewordenen) Versicherungen, er habe eine Sektion der Internationalen zu Brüssel gestiftet und von einer Brüsseler Sektion eine Mission nach Genf erhalten, Lügen sind; Daß der besagte Netschajeff den Namen derJnternatio- naleu Arbeiterassoziation usurpirt und ausgebeutet hat, um in Rußland Betrogene und Opfer zu machen. London, den 25. Oktober 1871. Im Austrag des Generalraths: Karl Marx, Sekretair für Deutschland und Rußland. In Chemnitz, dem„Deutscher. Manchester", sind 8000 Arbeiter zum Strike gedrängt worden. Was die Arbeiter forderten, war gerecht: Der Ivstündige Normalarbeitstag. Sie legten, wie selbst die Gegner zugeben, bei ihrem Vorgehen die größte Mäßigung an den Tag. Trotzdem verweigerten die Fabrikanten Alles: Die Arbeiter hatten sich feig zu unter- werfen oder den Handschuh aufzunehmen. Sie haben gethan, was die Pflicht, was die Ehre gebot. Sie haben es gethan im Vertrauen auf ihre arbeitenden Brüder. Deutsche Arbei- ter, täuscht dies Vertrauen nicht! Bedenkt, datz von dem Ausgang des Kampfes w Chemnitz das Schicksal der Zehustnndenbewegung in Deutschland abhängt. Thnt Eure Schuldigkeit: Die Chemnitzer Arbeiter haben folgenden Aufruf erlassen: An die Proletarier aller Länder! Bürger! Wie Euch Allen bekannt sein dürfte, haben wir seit einiger Zeit mit unseren Fabrikanten wegen Einführung der Itzstün- digen Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes für lleberstunden unterhandelt. Die Fabrikanten haben sich aber nicht bewegen lassen, nachzugeben; gestern war ihnen der letzte Termin anbe- räumt, den sie dazu benutzen um den Arbeitern hohnlachend ins Gesicht zu schlagen. Die Geduld der tiefverletzten Arbeiter ist nunmehr erschöpft, das Unterhandeln hat ein Ende, die Ars bat wurde eingestellt. Zirka 8000 Maschinenbauer und Gießer befinden sich daher ,m Strike.— Der Geist ist-in vortrefflicher. Wes hat geschworen, unter keinen Umständen die Arbeit eher aufzu- nehmen als shis die Forderungen, welche nur zu billig sind, vollinhaltlich anerkannt werden. Arbeiter! bedenkt, daß Chemnitz einer der Centralpunkte der deutschen Industrie ist, daß es für die Gesammt-Arbeiter- schaft von der größten Wichtigkeit ist, wenn hier ein Sieg er- runden wird, daß ein solcher Allen zu gute kommen muß. Hier ist jetzt die Avantgarde im Kampfe begriffen, muthig dringt sie vor gegen die Bastille des Kapitals. Möget Ihr Euch nicht allein als die Reservearmee betrachten, souder» auch mit voller Kraft das Vordringen Eurer Mauerbrecher, der hiesigen Maschinenbauer erleichtern und so den Sieg ermöglichen! Wir wissen recht gut, daß leicktsinnig kein Strike gemacht wer- dendarf; daßzu diesem Mittelnur dann gegriffen werden darf, wenn die volle Gewißheit vorhanden ist, den Willen des arbeitenden Volkes zur Geltung bringen zu könney, das stolze Kapital zu beugen vor der Arbeit, und wenn es, einer Sache gilt, die nicht blos am Orte, sondern überall angastrebt wird. Bei uns liegen aber, eben die Dinge so, und d�rum mutzten wir so handeln, wir konnten nicht anders; es war unsere Pflicht. Schmach nub Schande würde nicht allein uns betreffen, wenn wir nachgegeben hätten, sondern die Arbeiter von ganz Deutschland würden dadurch der Bourgeoisie und ihrer elenden Schwindel- presse, ihrer für Geld schimpfenden Metze preisgegeben worden sein. 10 Stunden Arbeitszeit! ist uusre Losung und muß die Losung aller Arbeiter sein.— Haben wir einen Sieg zu verzeichnen, dann wird es an den meisten Orten gar keines Kampfes bedürfen; ganz von selbst wird der freche Uebermuth des Fabrikantenthums kleinlauter werden. Ucberall wird es schon genügen zu zeigen, daß man organisirt ist, um das Herz der Capitalsmenschen erzittern zu inachen, sie zur �Nachgiebigkeit zu bewegen. Also: Arbeiter steht! Steht hinter uns und wir wer- den und müssen ftegeu! Handelt, aber handelt rasch! Je mehr Ihr zeigt, daß Ihr mit aller Energie gewillt seid, unsere Forderungen, welche Ihr als die Eurigen anerkennt, unter jeder Bedingung durch- zusetzen, je rascher Ihr Hand ans Werk legt, desto schneller werden wir am Ziele sein! Sorget zunächst für Folgendes: 1. Verhindert jedweden ZNMg! 2. Sucht)n erforschen, in welchen Fabriken vorläufig Maschlncnbauer und Gießer nnteraebracht werden können»nd zeigt uns dieses sofort an! -t. Sorgt für Unterstützungen! Die hiesigen Fabrikanten glauben, daß wir alleinstehen; an Euch liegt es nun zu beweisen, wie falsch diese An- nähme ist. Es lebe die Vereinigung der Proletarier aller Länder! Es lebe die Sozial-Demokratie! Chemnitz, den 28. Oktober 1871. Im Namen der sozial-demokratischen Arbeiterpartei: I. Most. Im Namen aller Arbeiter der hiesigen Maschinen-Fabriken und Gießereien: Das Central-Ko mitee. NB. Alle In- und ausländischen arbeiterfreundlichen Blätter werden ersucht, vorstehendes Schreiben sofort abzu- drucken, wie überhaupt jeder Arbeiter für die weiteste Ver- breitung desselben Sorge tragen muß. Briefe und Gelder:c. sind einzusenden:„An das Cen- tral-Komitee, zu Händen des Bürgers Fried. Husmann (Strellers Restauration), Färberstraße, Chemnitz! Politische Uebersicht. Vom Berliner„Reichstag" ist nichts zu vermelden, als daß Lasker noch nicht gesprochen hat. Oder sollte er etwa jetzt Richter heißen?— Daß es mit dem„Respekt nach Außen", dessen das „Neue Reich" genießen soll, nicht weit her sei, haben wir wie- verholt angedeutet; noch schlimmer scheint es aber mit dem Respekt nach Innen bestellt zu sein. Der Vertreter, Re- Präsentant, sozusagen die Personifikation des„Neuen Reichs", ist doch unstreitig der Kaiser Wilhelm, auch„Heldengreis" ge- nannt. Nun— in Sachsen sind allein über Hundert Personen jetzt. wegeu Majestätsbeleidigung des Kaisers in Untersuchung (wegen Majestätsbeleidigung des Königs von Sachsen bloß Einer), und im übrigen Deutschland soll die Zahl sich auf das Zehnfache belaufen. Jedenfalls, so versichert uns ein Jurist, sei niemals seit Menschengedenken, selbst nicht 1848 und 1849, das Vergehen der Majestätsbeleidigung so häufig gewesen, als jetzt. Und daß Majestätsbeleidigung nicht aus„Respekt", sondern aus dem Gegeutheil von Respekt entspringt, werden wir wohl nicht zu beweisen haben.— WeißeSklaven. Man schreibt uns aus Gotha, 6. 6. 22. Oktober.„Nachdem sich die Bourgeoisie in die Arme der Regierung und unter den Schutz der Bajonette geworfen, hat die hiesige Schützmgesellschaft, um ein recht intimes Verhältniß mit den Bajonetten zu unterhalten, Offiziere nnd Unteroffiziere zu ihrem Prämienschießen eingeladen. Zum Schluß des Festes wurde nach Vertheilung der Gewinne auch noch ein freier Trunk gegeben, und es waren die Leute meist in recht angenehmer Stimmung. Daher kam es, daß der Sergeant Usbeck und der Unteroffizier Kern, die erst einige Tage vorher ein- berufenen Rekruten Nachts 12 Uhr aus den Betten trieben und Exercitien mit ihnen durchmachten. Da das Exercitium nicht recht gehen wollte, traktirte Usbeck die armen Leute mit Schlä- gen und hieb dabei dem Rekruten, der zu dieser Uebung leuchten mußte, die Lampe aus der Hand, so daß Milchglas und Cy- linder in vielen Scherben am Boden lagen, Jetzt mußten diese armen Rekruten barfuß, wie sie waren, auf diese»Scher- ben marschiren, so daß zwei am andern Morgen für dienstuntauglich erklärt wurden. Damit noch nicht zu- frieden, mußten die Rekruten auch noch bis früh 7 Uhr die Stube scheuern, wobei die Chargirten aus ihren Betten zu- sahen und Befehle ertheilten. Es soll eine strenge Untersu- chung eingeleitet sein; aber wie dieselbe auch ausfalle— nur im Volksheer können solche Uebelstände beseitigt werden."�)— In Oestreich ist die Entscheidung vertagt worden; der Kaiser hat im letzten Moment konstitutionelle. Gewissensskrupel bekommen und Graf Hohenwart mußte in Folge dessen seine Entlassung einreichen.**) So wäre Hohenwart also ein verfehlter Bismarck, weil Franz Joseph ein verfehlter Wilhelm ist.— Ueber den„Pester Hochverrathsproze ß" veröffentlicht „ein Betheiligter" im„Volkswille" folgende Details: „Freitag den 20. d. M. wurden 15 der auf Hochverrath angeklagten Arbeiter bis zur Verhandlung auf freien Fuß ge- setzt. Die übrigen 12, nämlich: Farkas, Külföldi, Politzer, Jhrlinger, Svoboda, Eßl, Schäffler, Rauch, Szopko, Rauch- maul, Führer und Holländer befinden sich noch in Haft. Einer der Verhafteten Samens Carl Eisel, Mitglied der„Jnter- nationalen", ist währeud der Hast gestorben. Ueber die muthmaßliche Ursache seines Todes kann ich Folgendes angeben; Eisel erfreute sich zur Zeit der Verhaftung der besten Gesundheit, es darf sich aber Niemand wundern, wenn er der Wucht der über uns einstürmenden Ereignisse dennoch erlegen ist. Zuerst im Stadthause untergebracht, mußten wir 10 Tage auf bloßem Stroh, ivelches später zur Streu wurde, bei täglich �ständiger Lüftung campiren. Mit Essen und Trinken wurden wir von den Mitgliedern des bestandenen AllgemeinenjArbeiter-Vereineschesorgt, sonst hätten wir verhungern müssen. Nach IvTagen wurden wir inderNacht in eindemMagistrate gehöriges Gebäude gebracht, wo wir, 16 an der Zahl, in einen Keller geworfen wurden, in welchem es von Rattech, Mäusen und anderem Ungeziefer wimmelte. Ja des Nachts konnten wir diese unliebsamen Gäste gar nicht von unseren Gesichtern verscheuchen, hauptsächlich aber wurde Eise! von denselben so zerfressen, datz der ganze Körper, vorzüglich aber das Gesicht, von Beulen und Wunden bedeckt war. Dennoch mußten wir aber 5 Tage in diesem Loche zubringen, während welcher Zeit und auch in den nächstfolgenden 16 Tagen wir niemals in die frische Luft kamen und auch schon manch- mal Hunger leiden mußten. Bon diesem Keller wurden wir dann in ein Zimmer im 1. Stock gebracht, wo uns Anfangs täglich 2 mal und zwar Früh und Abends je eine halbe Stunde ein Fenster geöffnet wurde. Erst 3 Wochen nach unserer Ankunft aus dem Stadthause durften wir täglich früh eine halbe Stunde frische Luft schöpfen. Wenn man bedenkt, daß wir 16 Mann in ein�em Zimmer untergebracht waren, so kann man sich denken, welchen Einfluß dies auf die Gesundheit eines Menschen macht. Und als später noch durch 4 Tage wir von Austen auch nicht einen Bisten zu effeu bekamen, da wurden auch die Stärksten nie- dergerafft. Zu dieser Zeit kam auch Eisel in ärztliche Behand- lung und wurde von Tag zu Tag schlimmer. Als wir dann nach Waitzen überführt wurden, meldete er sich allsogleich bei dem dortigen Arzt, welcher aber mit den Worten:„bis morgen werdeuSie nicht sterben" wieder verschwand und ans siebenmaliges Verlangen nicht wieder erschien, bis Eisel schon anftug, Blut zu speien. Dann wurde er in das Spital gebracht. Nun ist aber im Spital die mehr als unmenschliche Einrichtung, daß der Kranke nicht mehr Medicamente bekommen darf als für 8, höchstens aber 10 Kreuzer, und darum jeder unrettbar verloren ist, dessen Heilung vielleicht eine Ausgabe von 12 Kr. täglich erfordern würde. Dies hat auch zur Folge, daß 25 Prozent der Gefangenen jährlich ihren Tod finden. „Als Eisel nun in das Spital gebracht wurde, war bereits sein Zustand so verschlimmert, daß an sein Aufkommen und noch unter solchen Verhältnissen, gar nicht zu denken war. Als dies die Direktion einsah, fand sie sich bewogen, den Kranken wieder nach Pest zu transportiren und in einem dortigen Spi- tale unterzubringen, wo er auch nach kurzer Zeit, am 15. dss. seinen Leiden erlag. „Durch dieses Beispiel will ich die hiesigen Zustände etwas beleuchten, welches später ausführlicher geschehen soll. Auch muß ich noch etwas über die Art und Weise unserer Freilassung bemerken. Wir wurden nämlich 5 Uhr Abends im buch- stäblichen Sinne des Wortes ohne alles Reisegeld, bis auf den letzten Kreuzer entblöst, vor die Thüre gesetzt, und wären wahrscheinlich auf dem Wege nach Pest zum größten Theil liegen geblieben, wenn es uns nicht gelungen wäre, von ganz fremden Personen leihweise so viel Geld zu bekommen, daß wir wenigstens mit der Bahn nach Hause fahren konnten, welches Geld wir jetzt wieder zu- rückzuzahlen haben."— Soweit der Bericht im„Volkswille". Und eine„Civili- sation", die solche Infamien begeht, glaubt das Recht der Exi- stenz zu besitzen? *) Wie wir nach Schluß der Redaktion erfahren, sind Usbeck und Kern zu 3 Wochen Mittelarrest verurtheilt worden— was allerdings sehr„mild" ist. ") Hat sich als falsches Gerücht'erwiesen. Hohenwart ist noch im Amt, und hat Aussicht, die allerhöchsten Gewifsensskrupel zu über- wältiaen und dann ein aelunaener Bismarck zu werden. Sozialtsmus und Kommunismus. Von Dr. Boruttau/) In Nr. 73 unseres Parteiorganes findet sich eine auf das Wesen des Sozialismus bezügliche Erklärung, die mich, weil ich mit derselben nicht übereinstimmm kann, zu den nachfolgenden Bemerkungen veranlaßt. Es ist nach meiner Ansicht eine nicht zntreffende oder wenigstens eine ganz ungenügende Begriffsbestimmung, wenn die Redaktion d. Bl., um eine irrthümlichc Auffassung des Dr. Siebenhaar zu berichtigen, sagt:„der Kommunismus ist der durchqeführte Sozialtsmus." Der Sozialismus ist nach meiner Anschauuugs- weise eine neue Weltanschauung, welche sich auf reli- 8iösem Gebiet als Atheismus, auf politischem als tepublikanismus und aus ökonomischem Gebiet als Kommunismus ausdrückt. Sie werden mir, wenn ich mir herausnehme, die- sen meinen Standpunkt Ihnen als einen, die klare Ueberficht sehr erleichternden anzuempfehlen, nicht die Einwendung machen, daß der Sozialismus mit Religion und Politik Nichts zu thun habe, sondern einzig und allein eine Umgestaltung der wirth- schaftlichen Verhältnisse, eine ökonomische Revolution bezwecke. Die so eben von mir aufgestellte Erklärung ist vor dieser Einwendung Ihnen gegenüber durch den Umstand geschützt, daß Sie oft und mit großer Entschiedenheit darauf hingewiesen haben, es sei die sozialistische oder Arbeiterbewegung keineswegs eine rein ökonomische, sondern ebensosehr eine durchaus poli- tische. Die Redaktion des„Volksstaat" hat wiederholentlich es als einen gefährlichen Jrrthum dargestellt und sehr angelegentlich davor gewarnt, die Arbeiterbewegung als eine solche zu betrach- ten, welche rein wirthschaftliche Ziele zu verfolgen und von der politischen Agitation sich grundsätzlich fern zu halten habe. Dem „Volksstaat" brauche ich es nicht ausführlich darzulegen, daß die sozialistische Bewegung den bestehenden, auf konservativen oder reaktionären Grundsätzen beruhenden Staaten feindlich gegen- über tritt und dieselben von Grund aus umzugestalten bestrebt sein muß. Wenn ich mir dennoch gestatten werde, die politische Bedeutung des Sozialismus hier mit einigen Worten zu erör- tern, so wendet sich diese meine Mahnung zu schärferer Beach- tung der vorliegenden Streitfrage weniger an die Redaktion des „Volksstaat", als an andere Repräsentanten und Organe un- serer Partei, welche die Ansicht vertreten, daß die Sozialisten sich um politisches Leben und Treiben durchaus nicht bekümmern dürften. Ehe ich zu näherer Beleuchtung dieser Streitpunkte ge- lange, halte ich es jedoch für nöthig, die Leser unseres Partei- organcs auf eine andere Frage aufmerksam zu machen, die nach meiner Ansicht nicht nur im„Volksstaat", sondern überhaupt in der literarischen Vertretung unserer Parteiprinzipien bisher nur eine sehr unzulängliche und wie mir scheint oberflächliche Erle- digung gefunden hat; ich meine die Frage nach der religiösen Bedeutung der sozialistischen Bewegung. Ich habe in meiner obigen Erklärung, wo ich dm Sozia- lismus als eine auf religiösem Gebiet den Atheismus vertre- tende Weltanschauung definirte, absichtlich diese Behauptung vorangestellt, weil nach meinem Dafürhalten die ganze soziali- stische Bewegung unverständlich ist, wenn man es verabsäumt, über diese, die religiöse Seite derselben, ein genügend klares Licht zu verbreiten. Der Götter- oder Gottesglauben(Theismus), wie wir ihn in den verschiedmen Gesellschaftsorganisationen des sogenannten historischen Zeitalters vorfinden, war nicht etwa eine nebensäch- liche oder zufällige Erscheinung, sondern bildete, wie sich unwider- lcglich erweisen läßt, die eigentliche Grundlage derselben. Sitte, Kirche und Staat aller theistischen Völker waren auf der unbe- dingten Autorität jener fingirten Personen begründet, als deren bloße Stellvertreter die Inhaber des Sittenwächteramtes, so wie der kirchlichen und staatlichen Gesetzgebung und Macht angesehen werden. Allerdings war auch das Entstehen des Theismus nichts Zufälliges, vom Himmel Gefallenes, sondern hatte seinen Grund in dem vorausgehenden Kulturzustande der Völker. Und die traurige Lage der wirthschaftlichen Verhältnisse, die ökonomische Hilflosigkeit war gewiß nicht einer der geringstm Beweggründe zur Aufstellung jener erdichteten Helfer. Also daß das Zustandekommen der theistischen Vorstellun- gm nicht vollständig erklärt werden kann, ohne die wirthschaft- liche Lage der Völker, in der dieselben zuerst auftauchten, genü- gend zu berücksichtigen, soll von mir keineswegs geleugnet werden, doch wird mir zugegeben werden müssen, daß das Studium der ökonomischen Wissenschaft und der historischen Entwickelung des wissenschaftlichen Zustandes der Völker allein nicht genügt, um das Entstehen des Theismus zu erklären, sondern daß diese Aufgabe nur durch eine eingehende Würdigung der gesllMM: ten Anthropologie unter Befolgung einer allseisig prüfenden, fortschreitend vergleichenden Methode, genügend gelöst werden kann. Weit davon enlftrnt, dm großen Einfluß der wirth- schaftlichen Lage der Völker auf die Gestaltung der religiösen Vorstellungen und somit der kirchlichen und staatlichen Einrich- tungen zu leugnen, erkenne ich es vollständig an, daß die ver- schicdenen Sittenregeln und das Kirchen- und Staatsrecht zu allen Zeiten sehr wesentlich durch die ökonomischen Verhältnisse bedingt wurden; mit um so größerer Entschiedmheit bestehe ich dafür nun aber auch darauf, daß man sich die Mühe gebe, es einzusehen, daß die jedesmal bestehenden Sitten-, Kirchen- und Etaatsgesetze eine unverkennbare Rückwirkung und einen ge- waltigen Einfluß auf das wirthschaftliche Leben der Völker und somit der gesummten Menschheit ausgeübt haben und noch ausüben. In Betreff der Staatsgesetze, wie gesagt, wird dieses von Seiten des„Volksstaat" zugegebm. Wie aber kann man es verkennen oder unbeachtet lassen, daß diese, die Staatsgesctze, durch die bestehenden religiösen Vorftellungm und ihren un- mittelbaren äußerlichen Repräsentanten, die Kirche, beeinflußt werden! Die Monarchen(tynrnnoi, reges, Könige und rois) haben diesen gewaltigen Einfluß niemals verkannt und haben es sich eisrigst angelegen sein lassen, den Glauben an die Existenz und an die Macht resj). an die Güte oder an den Zoru „himmlischer Herren", für deren irdische Bevollmächtigte sie sich (bona oder rualu Läe) ausgeben, bei ihren Unterthanen zu kultiviren. Die bevorzugte und bevorrechtete Stellung dieser 'Wir werden diesen Artikel eingehend beantworten. R. d. V. „Herren" und ihrer diversen Trabanten vom Vicekönig bis zum Familienvater herab würde längst eine unhaltbare und gänzlich unmögliche gewordm sein, wenn dieselben nicht in der religiösen Vorstellung der Menschen, daß es allmächsige Perso- nen gebe, deren Wille, in den bestehenden Moral-, Kirchen- und Staatsgesetzen ausgeprägt sei, ihren festm Stützpunkt gefunden hätte. Ohne die fingirten(von der Einbildungskraft erzeugten) Götter, denen Gehorsam zu leisten als höchste Gewissensforde- rung galt, warm die Fürsten und ihre zwar gleichfalls einge- bildete, aber trotzdem sehr sichtbare, reelle und handgreifliche Macht eine Unmöglichkeit. Es ist demnach ein grober Jrrthum, durch welchen eine sehr verderbliche Vernachlässigung einer durchaus nothwendigen Agitation verschuldet wird, wenn man sich der Vorstellung hin- giebt, als seien die bestehenden kirchlichen Einrichtungen, welche den alten theistischen Glauben aufrecht zu erhalten bestimmt sind, für das Gelingen der sozialistischen Revolution gleichgültig oder von untergeordneter Bedeutung. Di: Hoffnung auf ein befriedigendes Gelingen der sozialistischen Revolution ist eine schwärmerische Utopie, so lange man es verabsäumt, durch allge- meine und gründliche Volksaufklärung dm Gottesaberglauben auszurotten. Da dieses zu thun niemand anders als die So- zialisten selber fähig oder willens ist, so'ist es unsere Pflicht diese Arbeit mit Eifer und Hingebung zu erfüllen und niemand anders ist des Namms eines Sozialisten würdig, als wer, selbst Atheist, der Ausbreitung des Atheismus mit allem Eifer seine Anstrengung widmet. Also die Redaksion des„Bollsstaat" wird, wenn sie konse- quent sein will, zugestehen müssen, daß jes unmöglich ist, die Nothwendigkeit der gegm dm Staat gerichteten politischen Agitation anzuerkennen und gleichzeitig die Nothwendigkeit der gegen die Kirche(die Fundament und Unterbau des Staates ist) gerichteten, der religiösm Agitasion, zu leugnen. Die Nothwendigkeit der polisischen Agitation wird aber nicht von Allen, die sich zur sozialistischen Partei zählen, aner- kannt, und an Diese habe ich mich nun schließlich noch mit einer kurzen Bettachtung zu wenden. Die Verttcter der Ansicht, daß die Arbeiter sich behufs Durchführung der kommunistischen Be- strebungen einfach mit einander einigen, organisiren und der Polisik gänzlich den Rücken zukehren sollen, zerfallen in zwei verschiedene Gruppen, deren die eine diesen Rath als eine prin- zipiellc Forderung hinstellt, während die andere ihn aus Gründen der Zweckmäßigkeit, der Taktik zu erwägm giebt. Die Bedeutung der Forderung der ersten Gruppe würde unverständlich und unsinnig erscheinen müssen, wenn man es unterläßt, sich daran zu erinnern, daß ein Wort oftmals im Munde verschiedener Leute einen verschiedenen Sinn hat. So auch das Wort Politik. Wenn man, wie die Verttcter dieser Ansicht es thun, das Wort Staat in dem Sinne gebraucht, daß man darunter eine Anstalt versteht, welche die Autorität gewisser bevorrechteter Personen oder Klassen durch List und Gewalt aufrecht zu erhalten bestimmt ist, wenn man dieses als den allgemeingilttgen Begriff des Wortes Staat aufstellt, so kann begreiflicher Weise von einer Betheiligung der Arbeiter- partei am staatlichen(polisischen) Lebm nun und nimmer fauch nach dem Untergang der zur Zeit bestehenden Bourgcoisstaaten nicht mehr) die Rede sein, und das Streben nach Errich- tung eines„freienVolkSstaats", einessozialistischen Staates, schließt für Alle, welche diese Definition des Begriffes Staat für richtig halten, eine eon- tradictio in adjecto, einen innern Widerspruch in sich.(Schluß folgt.) Verviers, 16. Oktober. Seit vielm Jahren haben die Industriellen aus oemLuxemburgischen, namentlich die aus Hamm, ihren Kollegen eine äußerst verderbliche Konkurrenz gemacht, und trotzem sehr schöne Prozente verdient. Diese Her- ren zahlen nämlich ihren Arbeitern kaum die Hälfte des Loh- nes, der anderwärts gang und gebe ist. Leute, die hier 2l/a bis 3 Franken per Tag verdienen, werden da mit l1/» bis 1 3/4 Frks. entlohnt. Durch einen kleinen Grundbesitz an den Ort gefesselt, und nicht über den engen Horizont hinauszusehen gewohnt, ließ man Alles beim alten Schlendrian, verlangte weder Lohnverbesserung, noch Reduktion der Arbeitszeit, sondern sah die Fabrikanten als die größten Menschenfreunde an, und achtete sie ungemein hoch. Seit einigen Monaten haben sich aber die Umstände ver- ändert; die verschiedenen Handwerker haben sich versammelt, be- rächen und, dem Beispiel anderer Orte folgend, Lohnerhöhung und Slundenverminderung verlangt, die auch sofort bewilligt wurden. Die Arbeiter der Schafw ollwaaren-Jndustrie allein waren es, die gleichgültig zusahen, obgleich viele Freunde, und tüchtige Demokraten unter ihnen zu finden sind. Erst durch den in die Augen springenden Erfolg ihrer Collegen, sahen sie sicy veranlaßt, zusammenzutreten, und in corpore der Internationalen beizutreten. Die Fabrikanten, namentlich Herr Louis Godcheaux, an reich gewordener Elsässer Pinkeljude), sahen in dieser Ver- einigung den Untergang ihrer Privilegien, und den Grundstein zur Emanzipation ihrer weißen Sklaven, und glaubten, weil sie eine feste Organisation für später zu fürchten hatten, den Freiheitsfunken in seiner Wiege ersticken zu müssen. Herr L. Godcheaux ließ einen der Parteigenossen, dem er viel Einfluß auf seine Collegen zutraute, nach dem andern, auf sein Comptoir rufen, und verlangte von denselben, daß sie ihre Unterschrift, betreffs der Affiliation(des Anschlusses) an die Internationale zurückziehn sollten, und präsentirte ihnen zu diesem Zwecke eine bereit gehaltene Liste. Die beiden ersten Arbeiter weigerten sich entschieden, obwohl sie deßhalb sofort entlassen wurden, und obwohl die 4 im Nebenzimmer sich befindlichen Gensdarmen ihr Möglichstes gethan, um durch Nase zur Thür hineinstecken und Säbelgeklirr unsere Freunde einzuschüchtern. Vier darauf folgende waren sofort bereit, dem Wunsche Godcheaux's nachzukommen, der seine Freude durch sein Lieblingssprichwort: Gott sei getrommelt und gepfiffen! Luft machte; allein die nun kommenden Arbeiter erklärten ein- müthig, sie seien erst nach reiflicher Prüfung der Internationalen beigetreten, und gedächten auch dabei zu bleiben. Herr God- cheaux hatte der Zumuthung, dm Berein zu verleugnen, einen Vortrag über denselben vorausgehn lassen, und darin das höchste in Schwarzfärberei geleistet. Der meinem Brief bei- liegende Artikel") der„Luxemburger Bolkszeitunz", vom 27. September, diente als Leitfaden, für diese improvisirte Bußpredigt, und die administrativen Anordnungen. Herr Godcheaux hat, ohne zu wollen, unserer Partei einen großen Dienst erwiesen, und durch die Unterdrückung dieser freien Regung den entgegengesetzten Erfolg hervorgebracht, den er erreichen wollte. Obwohl ein großer Theil der dortigen Arbeiter wenig von Logik weiß, haben sie doch sofort die Haltlosigkeit der Beschuldigung: die Parteisprecher wollten sie nur ausnutzen, eingesehn, und öffentlich bekundet, indem sie sagten: was kann man uns stehlen, oder abschwindeln, nachdem man uns nur die Augen zum Weinen übrig läßt? Solche Beschuldigungen fallen am leichtesten von selbst, und nur so ein tiefer Denker, wie Herr Godcheaux kann schweres Belagerungs- geschütz dagegen auffahren. Der größte Theit der besten Ar- bester des Herrn Godcheaux hat Hamm verlassen und weilt in unserer Mitte, wo sie Beschäftigung und Freunde gefunden haben. Die Zurückgebliebenen thun ihr bestes, um den ge- streuten Saamen zur Reife zu bringen, nnd alle Hoffnung auf viele kräftige Sektionen ist vorhandeu. In meinem nächsten Briefe werde ich Ihnen auseinandersetzen, warum Herr Louis Godcheaux, so große Furcht vor der Internationalen hat. Was den hiesigen Stand der Partei betrifft, so kann ich Ihnen gute Nachricht geben; es sind seit dem 8. Oktober zwei neue Widerstandskassen(Scrikekassen) für die Presser und die Heitzer gebildet worden. Betreffs der vorgeschlagenen Zehn stunden-Liga hat dieser Tage eine allgemeine Partei- Versammlung stattgefunden, die ein provisorisches Comitee er- nannt, und einen von den Sektionen, Widerstandskassen und Delegirten der einzelnen Fabriken zu beschickenden Congreß für den 22. nächsten Monats anberaumt hat. 9 der größten Fabriken, die eine Mitgliedzahl von 731 Männern und 586 Frauen und Kindern ausmachen, haben ihre lokalen Administra- toren ernannt, und bereits zweimal die wöchentlichen Beiträge erhoben. Nächstens ausführlichen Bericht über die Liga. Jm Eupner Arbeiterkastno, dessen Präsident, Herr Plür, erklärt unsere Delegirten nicht annehmen zu können, noch überhaupt in Verbindung mit dem Arbeiterverein zu treten, da er und der Verein katholisch sei und bleiben wolle, finden dennoch freie Regungen statt, die der Oberbürgermeister B eck er, (der arme Ritter von Hundrück), dadurch zu unterdrücken dachte, daß er ein Namensverzeichniß der Mitglieder verlangte, was ihm jedoch geradeheraus abgeschlagen wurde, mit Hinweis auf das Koalisationsgesetz. Sie werden von nun an von den Parteigenossen und mir am Laufenden über die Ereignisse in unserer Gegend und über den Stand der Partei erhalten werden.�) Im Namen der deutschen Sektion _ P. B. Genf, den 20. Oktober. Morgen feiern wir das Stiftungsfest der Internationalen Arbei ter-Asso- ziation, wozu wir folgenden Aufruf erlassen haben: „Arbeiter und Arbeiterinnen! „Der Sektionsbund vou Gens hat eine Feier des Grün- dungsfestes unseres allgemeinen Bruderbundes beschlossen. Wir kommen daher, alle Arbeiter und Arbeiterinnen, die in Genf weilen und daselbst anlangen werden, zu unserm Verbrüderunzs- fest freundlich einzuladen, einzuladen alle Diejenigen, welche die dringende Nothwendigkeit der Verbesserung des Looses der Arbeiterklasse fühlen!, jaj'alle Diejenigen, welche Sympathien empfinden für die große Arbeiterbewegung, die sich zur Be- sreiung des Proletariats durch die ganze Welt vollzieht. „Unsere � Assoziation ist der treuste Ausdruck dieser un- widerstehlichen Bewegung. Kaum seit 7 Jahren in Selbster- zeugung geboren, hat der Internationale Bund, vom allge- meinen Bedürfniß der Arbeiterklasse, die politischen und ökonomischen Sklavenkctten zu brechen, getragen, riesige Fortschritte gemacht und inmitten grausamster Verfolgung zur Geltendmachung ge- rechter Ansprüche, Siege auf Siege errungen. Von Tag zu Tag erweitern sich unsere Reihen, alsbald das ganze Pro- letariat umfassend; denn das Proletariat begreift mehr und mehr, daß es nur durch eine allgemeine und solidarisch bin- dende Organisation sicher triumphiren, die ihm von seinen Feinden in den Weg gelegten Hindernisse übersteige« und die Befreiung der Arbeit vollenden kann. „Also in diesem Augenblick, wo die großen und kleinen Sendlinge der europäischen Reaktion sich gegen das Recht der Arbeit verschwören; wo die abscheulichsten Verläumdungen, die dümmsten Lügen die ohnmächtige Wuth unserer Feinde be- weisen, da wollten wir die Gelegenheit unseres Festes be- nutzen und unsere menschenfreundlichen Grundsätze, unser Eman- zipationsziel am hellen Tag vor aller Welt verkünden. Es ist gut, einmal lauter als sonst darzulegen, daß unser Werk das größte des 19. Jahrhunderts ist, denn es ist das Werk aller Arbeiter ohne Ausnahine. Seid uns darum willkommen Ar- beiter und Arbeiterinnen von allen Gewerken, von allen Berufs- arten und aus allen Ländern! Kommet Alle, Alle! Ihr Brüder und Schwestern, die Ihr schon Proben Eures Eifers mr die Arbeitersache abgelegt habt, und Ihr Brüder und Schwestern, die Ihr durch irgend eine Ursache unserer großen und erhabenen Bundcsgenossenschaft bisher noch fern ge- blieben seid. „So vereinigt Euch mit uns, um in Gemeinschaft unsere Interessen zu fördern, und in Brüderlichkeil das lichte Wieder- erwachen des Volks,— die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation, den Geburtstag der Verbrüderung der Ar- beiter aller Länder zu feiern. Inmitten unserer Leiden und Entbehrungen haben wir das Recht, uns einen Moment zu er- jolen, unsere Fortschritte zu bestätigen, uns wie eine Familie darob zu erfreuen, und uns zu dem Kampfe der Erringung einer schöneren Zukunft für uns und unsere Kinder gegen- eitig zu stärken. „Hoch die Bereinigung der Proletarier aller Länder! Hoch derJnternationale Arbeiterbund!(Folgtidas Festprogramm.)" Am 12. November finden hier die Staa tSr athswahlen statt, und müssen wir trachten, einige Arbeitertandidaten durchzubringen. ') Eine traurige Zusammenstoppelung aus den Schimpsartikeln, welche für die demsche Bourgeois-Reaklionspresse fabrikmäßig ange- [ertigt worden sind. *) Sehr willkommen. R. d. B, In einer Deutsch-Schweizerischen Arbeiterversammlung, wurde am 15. d. auf I. PH. Beck er' s Antrag der Beschluß gefaßt, hier in Gemeinschaft mit anderen Arbeitergesellschaften die Initiative zur Organisirung der gesammlen Schweizer Arbeiter- klaffe zu ergreifen, um in der Gemeinde-, Cantons- und Bundes- gcsetzgebung und Verwaltung, möglichst großen Einfluß auszu- üben, und namentlich auf eine Gesammtrevision, d. h. rad.ika l e Umgestaltung der Schweizer Bundesverfassung hin- zuzielen.- Die„Demokratische Zeitung" in Berlin bringt folgende Erklärung von Bebel: In Nr. 18 Ihres Blattes bringen Sie die Notiz:„ich wolle im Reichstage über die willkührliche Handhabung des Vereins- und Ver- jammlungsrechts in Sachsen Beschwerde führen." Mir ist das zu thun nie eingefallen. Was ich lhun wollte und gelegentlich auch thun werde, ist: gegenüber den beständigen Lamen- tationen und Denunzationen der„liberalen" Presse, welche behauptet: die sächsische Regierung behandle die Sozial-Demokratie viel zu schonend, ja unterstütze sie sogar, im Reichstage, auf zahlreiche Thatsachen ge- stützt, zu beweise», daß seirjjen schwärzesten Reaktionsjahren zu An- fang der SOer Jahre in Sachsen keine Partei einer stärkeren Versal- gung und einer reaktionäreren Auslegung der Gesetze ausgesetzt war wie die soziai-demokratische. Ich wollte und will dies bei passender Gelegenheit im Reichstage thun, weil ich es hier vor der Oesfentlichkeit im weitesten Sinne und unsere Gegner am besten widerlegend thun kann, nicht um„Beschwerde zu führen". Ich weiß so gut wie irgend Jemand, daß der Reichstag nicht die Macht besitzt— vom guten Willen zu schweigen—, einer solchen Beschwerde Abhilfe zu schassen. Ich stimme mit Ihnen vollständig darin iiberein, daß die Seele der reaktionären Bewegung in Berlin sitzt, es also hieße, Eulen nach Athen tragen, wollte man von dort Abhilfe erwarten. Im Jahre 1867 sprach ich bereits im konstituirendcn norddeutschen Reichstag aus: die kleinstaatlichen Fürsten und Regierungen sind nichts weiter als die Generalgouverneure des Königs von Preußen,— ich habe bis heute keine Ursache das Wort zurückzunehmen. Sie haben die Güte, diese Zeilen der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes einzuverbleiben. In freundschaftlicher Hochachtung-c. Lauftgk, den 19. Oktober: Wir haben heute auch von einer Beamtenwillkühr zu berichten. Der hiesige Amtmann Böhme lud an, 23. September den Vorstand des sozial-demokratischen Arbeiter- Vereins, I oh.«rasche, vor Gericht und erkundigte sich, ob der Berein Statuten habe, aus wie viel Mitgliedern der Berein bestehe, und was mit dem gesteuerten Gelde geschehe. Der Vorstand konnte Hch über diese wirren Fragen des Herrn Amtmanns nicht genug ver- wundern, denn die Statuten waren kurz zuvor bei Gencht eingereicht worden, und halte der Berein für deren Bestätigung 12 Neugroschen b Pfennige Kosten zu bezahlen gehabt. Der Amtmann meinte, Statuten habe er nicht gesehen, sondern nur einen S ta t utenenlwurf. Der Herr Amtmann kann als� nicht begreifen, daß ein Statut so lange nur ein Stalutencnlwurf ist, als die Behörde es nicht bestätigt hat, daß aber ber eingereichte St, tutenentwurf sofort volle Gültigkeit hat und Statut ist, sobald die Behörde leine Einwendung dagegen zu machen hat. Der Herr Amtmann bewies auch kurz darauf in demselben Gespräch, daß auch er den„Statutenentwurs" als gültiges Statut betrachte. '!r srug weiter unfern Vorstand: wie oft /der Berein Versammlungen habe; dieser antwortete: alle 14 Tage. Da meinte der schlaue Herr Amtmann, das sei eine Statuteuverletzung, denn im Statut stehe, es �solle alle 8 Tage eine Versammlung sein. Auf Grund dieser Staturenverleyung löse er den Verein aus, und außerdem habe er das Recht, den Vorstand auf Grund des Vereins- gesetzes zu einer Strafe von 1—56 Thalern zu verurtheilen. Wir mochten doch gerne wissen, ob der Amtmann berechtigt ist, so ohne werteres einen Verein aufzulösen, und ob er uns wegen einer so- genannten Statutenverletzung in Strafe nehmen kann! (Da Beschwerden wegen Verletzung des Vereins- und Bersamm- tuugsrecht von Seiten der Behörden in Sachsen an der Tages- sprechet wollen wir den obigen Fall etwas ausführlicher bc- m keine Behörde das 81- cht, zu verlangen, daß sie ein Veremsslatut erst„genehmige", ehe e« Gültigkeit habe, es ist also auch nicht in der Ordnung, wenn für ein« solche„Genehmigung" Sporteln verlangt werden. Der ij. 18. des Vereins- und Versammlungsgesetzes vom 22. No- vember 1856 bestimmt klar und deutlich: „ZurBildung vonBereinen bedarf es leiner Genehmigung." Der Vorst, nd hat serner nach zj. 19. über die Bildung des Verein«, Name, Zweck des Vereins, Name» des Vorstehers und der Beamten innerhalb drei Tagen nach der Gründung der Behörde anzu gseigen, damit ist seine Ausgabe der Behörde gegenüber erledigt. 2) Zu einer Strafandrohung resp. Vcrhängung von Strafe, weil der Vorstand die stalulengemäß angezeigten Versammlungen nicht ab- Schalten, hat die Behörde ebenso wenig ein Recht. . ß. 21. lautet:„Sind die Zusammenkünfte des Vereins(jj. 19.) wcht im Boraus nach Zeit und Ort durch die Statuten bestimmt, oder bn Behörde nicht im Allgemeiueu zum Boraus angezeigt worden: so nt durch den Vorsteher der Polizeibehörde von jeder Zusammenkunft des Vereins wenigstens 24 Stunden vor dem Beginn derselben An- ictge zu machen. „Dasselbe gilt von Zusammenlünften, welche zu anderen Zeiten oder an anderen Orten als im Boraus bestimmt und angezeigt worden roor, stattfinden sollen." Und der z 33 besagt: _„Handlungen oder Unterlassungen, welche den Bestimmungen der S ,S- 2, 4, 8, 10, 12, 13, 14, 15, 16, 19, 21, 22, 25, 27 des gegen-- !°arligen Gesetzes zuwider lausen, sind mit einer Geldstrafe von 1—50 Thaler oder mit dreitägigem bis dreimonatlichem Gefängniß zu ahnden." Auf§. 33 glaubt sich offenbar der Herr Amtmann stützen zu können, ?b«r sehr mit Unrecht; denn daß unter den Unierlaffungen die -rnchtabhallniig einer stalulengemäß bestimmten Versammlung nicht verstanden ist, sondern nur die Unterlassung der Anmeldung der -Versammlungen, dürste für Jeden, der zu lesen versteht, unzweifelhaft lein. Noch unfindbarer ist, wie der Herr Amtmann dazu kommt, ohne weiteres den Verein auszulösen. In dem ganzen Gesetz ist nicht Ein -ivort, das seine Handlungsweise rechtfertigt. ,, Wir empfehlen den Laustgkern Parteigeiwffen, sich die Ent- w"dungsgründe für die Auflösung schriftlich ausfertigen zu "tsten und den Beschwerdeweg, zunächst an die Kreisdirektion, zu vetreien; vi« Antwort auf die Beschwerde aber nicht erst abzuwarten, ■.7nn. da könnten sie unter Umständen erst recht lange warten,(wir TW«arten z. B. auf erhobene Beschwerden bereits drei Mo- sondern ungesäumt mit der Neugründung des Ber- �"'?°�ugehen. die Statuten einzureichen, die gewählten Beamten, Ber- f?"?!."Mwtal und Tag der Versammlungen anzuzeigen, und ftisch lur oie lozial-demokratischen Prinzipien weiter zu agitiren. t.■ Die Redaktion de«„Volkstaat.") —" Stollberg, den 18. October.(EinKonfusionsrath. r1!�- Wie Sie vielleicht schon aus den Zeitungen ersehen I�in. IVJt? ReichStagsabgeordiiete vr.Minkwitz eine Erklä-. rung) an seine Wahler vom Stapel gelassen. ES ist noch veralte unver- efferliche FortschrtttSphiliftN' voll Widersprüche und Begriffsver- wir eii"""f"i oller Welt kommt er dazu uns vorzuwerfen, daß a»«™ i.lL um. durch unfern Fanatismus förderten? Hat er ver- b»! iTaFt,tJnl' oller reaktionären Elemente den Sieg ! tim* T«1 on getragen hat 7 Wo liegt das reaktionäre Element, di,!. rV/" böhmischen Dörfern? O nein, bei den Arbeitern, denn lo»reaktionär", daß sie das alte von der urewiaen Natur ! n>nu„9 ber Gleichheit zum Staat«- und Sittengesetz macheu iiha?' Jjf spricht von schweren Kämpfen, welche der liberalen Parrei leck? devorsländen, während doch diese Partei Ichweiswedelnd und psoteu- i«enb dem Junkerthum zu Füßen liegt, und seine Erfolge als heilige „""grnschaflen und große nationale Ruhmesthaten verherrlicht, wie c« IHM. Gegen wen also könnte der Kamps nur zu führen fem, u r il �..der nächsten Wahl werden wir mit Herrn Minkwitz müad- über se, sonderbare« Machwerl verhandeln. R. d. B. w»".Olk.. als gegen die bösen Sozial-Demokraten, welche in dem höllischen Wahne befangen find, daß das vermeintliche große und herrliche Bater- lnad für sie nur eine Chimäre ist, da die Arbeiter sagen können wie einst Christus: wir haben nicht so viel, wo wir unser Haupt hinlegen können?(den Beweis liefert in drastischer, aber schrecklicher Weise, Berlin und andere volkreiche Städte). Mit seiner scharfsinnigen Dar- legung des Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit will ich Sie verschonen; die Arbeiter kennen genuasam'.die Theorien aller Geld- fackmenschen von heute, welche sich ä la Favre zu Vertheidigern von Familie und Eigenthum, wie früher von Thron und Altar auswerfen. Aus allen ihren Ergüssen leuchtet nur die Furcht hervor, das Eigen- thum zu verlieren. Als Christus jenen Mann prüfen wollte, ob er reff zum Dienste des Herrn, also zum Christenthum sei, befahl er ihm, sich alles Eigenthums zu entäußern, aber hier hing die Angel fest. So auch Ihr. Doch wir wollen gar nicht das Eigenthum antasten, sondern uns nur wehren gegen die ungerechte Ausbeutung und Plünderung unseres Eigenthum. Wenn Herr Minkwitz glaubt, daß man durch Einführung von Gewerbefreiheit, Freizügigkeit und Koali- tionsrecht genug für dm Schutz des Arbeiters gelhan hat, so ist er im gewaltigen Jrrthunr. Gewerbefreiheit ist für uns gleichbedeutend mit Ausbeutungsfreiheit, oft auch Hungerfreiheit. Freizügigkeit(freier Schub, denken Sie an Ufert!), und wie man das Koalitionsrecht oft illusorisch macht, davon können die Arbeiter hie und da ein Lied singen. Zeigen Sie also immerhin dem Kinde einen schönen Apfel auf dem hohen Baume und reichen ihm keine Leiter denselben zu erklimmen, so erwirken Sie nur die Sehnsucht und lasten dieselbe ungestillt. Wir kennen aus Erfahrung die Bourgeoishumanität. Zum Schluß freut es mich noch, daß er selbst glaubt, von den Arbeitern eine feindliche Beurtheilung zu erfahren. Jawohl Ihr Herren, die Arbeiter wissen: Eure Wege sind nicht unsre Wege und Eure Ziele sind nicht unsre Ziele. Trotzdem will Herr Minkivitz auch die Interessen der wieder- spensligen Arbeiter in Berlin mit vertreten*); er will also feurige Kohlen auf unser Haupt sammeln auf das Haupt der undankbaren Arbeiter, die so schnöde seine so selten« Liebe und Geduld verkennen. Unsre Arbeitsverhältnisse sind durchaus unerfreulich. Das kleine Gewerbe, meistens Strumpfwirkerei hat mehrere starkeKrisen durchgemacht, und wenn auch jetzt immer vollauf Arbeit ist, ist doch der Lohn im Berhältniß zu den Anstrengungen sehr niedrig, ich kenne Arbeiter, Berheirathete, welche bei 13— listündiger anstrengender Arbeit nur 2, Thaler und einige Groschen ver- dienen. Kann da eine Fainilie bei den theuern Lebensmittelpreisen bestehen? Leider sind Viele noch so stupid zu glauben, daß das so sein müsse. Wenn sie genug Erdäpfel und Brod haben, um den Magen vollzufüllen, dann stiinmen sie das Hostanna an. Traurig aber wahr. Einige Fabriken, worunter eine Flachsspinnerei sind hier, welche den Gebr. Clauß gehören. Man arbeitet 14 Stunden, von 5 Uhr früh bis 8 Uhr Abends, rechnet man hinzu den Hin- und Herweg früh, Mittags und Abends, wo die Arbeiter lausen müsten, was die Lunge aushält, so kann man 1« Stunden rechnen. Ist das menschlich? Kann das Arbeitergeschlecht geistig und Physisch ge- deihen bei täglich 14— Ibstündigem Aufenthalt in einer Atmosphäre voll Schmutz, Staub und anderer schädlicher Miasmen, nur allein um sich des Hungers zu erwehren und das Unternehmerkapital zu ver- größern? Denn bereits ist von den Gebr. Clauß wieder eine Fabrik :m Baue begriffen. Wäre da nicht eine Agitation für den Normalarbeitstag am Platze?") Arbeiter, erwacht aus Eurer Lethargie! Später nähere Berichte über die Lohnverhältnisse. Ernst Schletter. Ureslau.(UnserVereinS, und Versammlungsrecht). Ein sinnreiches Polizeimanöver. Wen» heute die Polizei von unserer Partei angegriffen wird, so behaupten deren Freunde, sie müsse die Bürger in der Ausübung ihres Rechts schützen. Diesem Grundsatze ganz entgegen handelt die hiesige Polizei, indem sie der Ausübung des Vereins- und Versammlungsrechts Hindernisse in den Weg legt. In dem Entwürfe zum preußischen Vereinsrecht vom 11. März 1856 heißt es wörtlich:„der Trieb des Menschen sich mit anderen zu ver- binde», mit ihnen seine Meinungen über Alles das auszutauschen, was ihn bewegt, sich mit ihnen zu verbinden, wo die Kraft der Ein- zelnen nicht ausreicht, um gewisse Zwecke zu erreichen, ist ein anqe- borener, so natürlich wie das Sehen und Sprechen." Dies sagte eine erzreaktionäre Kammer. Aber trotz der neulich vom Abgeordneten B a m- berger vor seinen Wählern ausgesprochenen Behauptung von den Vortheilen, die uns der, so drückte sich der werthe Herr aus: arbeits- jamstes?) Reichstag'") verschafft haben soll— trotz der weiteren Be- Häuptling dieses Herren, daß der Kaiser-König das Rechtsbewußtsein des Volkes anerkennt, genießen wir hier weder Vortheile, noch hat sich auf die hiesige Polizei, die das allerhöchste Vertrauen besitzt, jenes Rechtsbewnßtsein übertragen. Die Beeinfluffung der Polizei besteht darin, daß sie die Wirthe zu bestimmen sucht, nachdem sie uns einmal ihr Lokal gegeben haben, dasselbe uns nicht mehr zu über- lassen, und herrscht in Folge dessen hier eine große Lokalnolh. Die Mittel sind folgende: Die Polizei sucht mit ihrer Kanzleiberedsamkeit den Wirth zu überzeugen, daß er eine sehr gefährliche Gesellschaft bei sich habe, die alles mit Petroleum niederbrenne- denn die Sozial- Demokraten verfügen ja nicht über Brandrakete», um, wie unsere Geg- ner, zum Nutz und Frommen des Thrones und dessen Dienerschaft Städte einzuäschern.----- Ein anderes Mittel ist die Einschüch- terung und zwar die durch die Polizeistunde. Bei uns im Lande der Änak, Wangemanii, Wicher» und Konsorten, darf nach einer vorsllndfluthlichen Verfügung des Ministers, welche in neuerer Zeit wieder eingeschärft wurde, nach 11 Uhr in öffentlichen Lokalen Nichts mehr ausgeschenkt werden. Wer nun ein gehorsamer Unterthan ist und nach dem Sprüchwort handelt: Gehorsam ist die erste Bürger- pflicht, kann die ganze Nacht hindurch schenken. Wenn aber Einer ist, der glaubt, nicht der Polizei blind gehorchen z» müssen, so wird ihm bald eine andere Ueberzeugung beigebracht. Nach 11 uhr wird bei ihm revidirt, schenkt er noch aus, so muß er die Ueberschüsse des Militäretats decken helfen, d. h. er muß Strafe zahlen. Das ist „Gleichheit vor dem Gesetz." Das ist der neubegründete Lasker-Schulze- Bambergersche„Rechtsstaat."(Fortsetzung folgt). M. K. Aus Muncheit-Gladbach haben wir folgenden„Aufruf an alle Arbeiter Deutschlands" erhalten, den wir uns verpflichtet glauben, mit Weglassung des schon Bekannte», seinem vollen Umfange nach mitzu- theilen: Brüder! Neun der größten Fabriken von M.-Gladbach sind ge- zwungen worden, die Ärbeit einzustellen! Wir sind strenge Lassalleaner und sind unser» Prinzipien gemäß Gegner der organisirten Strikes, wenn sie als soziales Mittel, weiches zur Lösung der sozialen Frage, zur dauernden Verbesserung der Lage des Arbeiterstandes führe, sollen dargestellt werden, weil wir, als Sozialisten, ivissen, daß dies eine Täuschung des Volkes ist und daß Arbeitseinstellungen diesen großen und durchgreifenden Zweck nicht erreichen können; daß wir uns vielmehr aus den sozialen Fesseln, die uns, unter dem Joch des ehernen ökonomischen Lohngesetzes, zur Waare herabwürdigen, nur durch völlige Aushebung der Lohnarbeit und Gründung der auf dem Kredit des freien demokratischen Staates beruhenden großen Produttiv-Assoziationen erlösen können. Wir täu- schen uns aiso nicht über die Tragweite der sozialen Erfolge der Stri- kes, aber wir wissen auch, daß es Fälle gibt, in denen die Arbeitsnie- derlegung, als letzte Waffe der gedrückten Arbeiter, ihre volle Berechti- gung hat, das ist, wenn dieselbe zur politischen Nothwendigkeit gewor- oen! Es giebt einen Grad der Bedrückung, den der Mensch, so lange es noch nicht gelungen ist, jede Regung der menschlichen Würde, des menschlichen Rechtsgesühls in ihm zu ersticken, nicht zu dulden vermag und nicht dulden darf. Denn nicht genug, daß wir nicht inehr im Stande sind, bei der härtesten Arbeit auch nur das elendeste Leben zu fristen; nicht genug, daß wir unsere Familien hungern und frieren, in Krankheit ohne Hülse sehen; daß wir unsere Kinder in früher Jugend, wo sie noch der körperlichen Pflege, frischer Luft, Bewegung, der Aufsicht und geistigen Ausbildung bedürsten, in die Fabriken trei- ben müssen und so auch die küustigen Arbeiteer-Generationen körperlich und geistig vergiften; nicht genug mit diesem täglichen Kampf um Fristung des elendesten Lebens, auch unsere Geister sollen geknechtet werden! Es heißt, alle Menschen sind heute gleich vor dem Gesetze, alle *) Durch Schweigen? R. d. V. *•) Könnten die Freunde in Chemnitz nicht etwas thun? - R. d. B. e»*") Herr Bamberger wird sich des deutschen Sprüchworts erinnern: Eigenlob stinkt. haben gleiche politische Rechte. Ja, aber diese Rechte, sie stehen für die Arbeiter noch immer nur— aus dem Papier!— Die Arbeiter, welche dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein angehören, die sich an Volksversammlungen betheiligen und dort ihre Stimme für das heilige Recht der Arbeiter� erheben, oder die sich gar erlauben wollen, frei das Wahlrecht auszuüben, anstatt als Stimmvieh zu dienen, sie werden— aus der Arbeit entlassen— sie behalten ja das Recht der Wahl zwischen dem Hungertode,—(denn sie werden überall als Wühler bezeichnet und vervehmt) und der blinden Unterwerfung, dem Verzicht auf die Ausübung aller politischen Rechte, auf jede politische Ausbil- dung und— durch diesen Verzicht auch auf jede Hoffnung besserer Zukunft, denn nur die Erkenntniß und Ausübung unserer Rechte können uns zur Freiheit führen! So steht es hier, und die klerikale Partei legt'gleichfalls ihr ganzes Gewicht in die Wagschaale der Kapitalmacht, um uns noch tiefer her- abzudrücken. Wir haben uns zur Abwehr dieser Knechtung erhoben und treten in diesen schweren Kampf mit dein Muthe der Verzweiflung nnd dem Bewußtsein, für die heiligsten Rechte der ganzen Menschheit zu kämpfen. In den Fabriken von M.-Gladbach und Umgegend be- steht bis jetzt eine 14stündige Arbeitszeit von sechs Uhr Morgens bis acht Uhr Abends, nur mit einer Stunde Unterbrechung, welche uns zum Mittagsessen vergönnt ist. Der Durchschnittslohn für diese 14stündige Arbeit besteht kauin in 15 Groschen per Tag, also 3 Thaler die Woche. Bei der in M.-Gladbach herrschenden Wohnungsnoth und den stets wachsenden Miethpreisen sind die Arbeiter zurückgedrängt in die umliegenden Dörfer und die meisten derselben haben stundenweit zu gehen, um in die Fabriken zu gelangen; die täglich zunehmende Theue- rung der Lebensmittel, der Kleidung wie des Feuerungsmaterials, macht es geradezu unmöglich, daß der Arbeiter mit dem jetzigen Lohn irgendwie bestehen und seine Fainilie nur vor dem Hungertode sichern könnte. Wir verlangen nur die Herabsetzung der Arbeitszeit auf 13Stlln- den mit nur im Ganz'en 2 Stunden Essenszeit für sämmt- liche Mahlzeiten für die iveit entfernt wohnenden Arbeiter, und eine Erhöhung des Lohnes, so daß der Durchschnitts-Wochenlohu sich auf mindestens 4 Thaler 15 Groschen stelle! Und wir begehren außerdem nur noch das Aufhören der Willkür in denStrafen undAbzügen, indem wir diese nach festen Regeln geordnet und in eine Arbeiter- Unterstützungskasse abgeführt wissen wollen; sodann die Wahl der Meister durch die Arbeiter, die Abschaffung der regelmäßigenSonntags- und Kinderarbeit, endlich aber das Aushören der Arbeitsentlassung aus politischen Gründen! Alle diese Forderungen sind der Art, daß sie an allen anderen größeren Fabrikorten außerhalb Gladbachs bereits längst bewilligt sind!(??) Diese Forderungen sind, wie jeder Manu einsehen inuß, von der äußersten Billigkeit, wenn man erwägt, daß M.-Gladbach und die Rheinprovinz eine der theuersten Gegenden in ganz Deutschland für den Lebensunterhalt der Arbeiter ist. An Euch, Arbeiter Deutschlands, ergeht nun der Ruf Eurer Brü- der in M.-Gladbach! Wir sind entschlossen, diesen Kampf, zu welchem man uns zwingt, wie Männer, die ivissen, was sie wollen, zu bestehen und unsere äußersten Kräfte aufzubieten! Aber wir brauchen Hülfe! und zwar schleunige Hülfe! Ihr werdet eingedenk sein, daß Roth und Kampf uns Allen ge- meinsam sind und daß unsere Befreiung die gemeinsame Sache ist, für welche wir— Alle für Einen und Einer für Alle— einstehen müssen; daß wir vereinzelt Nichts sind— Nichts können, daß aber in unserer festen Verbrüderung, in unserer Einheit, im großen Arbeiterbunde die unwiderstehlicheMacht liegt, die alleHindernisse siegreich durchbrechenmußl Eure Beiträge bitten ivir an den Kassirer des Strike-Komitec's Johann Wilhelm Pseiff er in M.-Gladbach(Rheinpreußen) Mühlenstraße 22 zu senden, welcher in der„Freien Zeitung"') über den Empfang jedes Betrages quittiren, auch jedem Beitragenden Quit- tung und Abrechnung zustelle» wird. Vergesset nicht, Arbeiter, daß wir für das heiligste Menschenrecht kämpfen, daß unser Kampf ein politischer ist und wir seit Jahren mit Wort und That der Losung treu geblieben sind und bleiben werden: Hoch lebe Ferdinand Lassalle! Hoch das heilige Recht der Arbeit! Hoch der einige Bund der Arbeiter! M.-Gladbach, 15. Oktober 1871. Das Komitee der strikenden Arbeiter M.-GladbachS. Im Auftrage: F. H. Kucks, Vorsitzender. Joh. Wi lh. Pfeiffer, Kassirer. Vor Zuzug von Webern wird gewarnt. Nippes, oen 22. Oktober. In Anbetracht der Thatsache, daß die Lage der Arbeiter in hiesiger Central-Werkstatt eine sehr gedrückte und fast unerträgliche ist, hat die heutige Arbeiteroersammlung, auS Arbeitern der Central-Werkstatt zu Nippes zusammengesetzt, be- schloffen, ihre Lage insoweit zu verbessern, als sie der Direktion der Rhein-Eisenbahn-Gesellschaft, folgende Bedingungen zur Berücksichtigung respektive Bewilligung zu unterbreiten die Ehre hat. Die Arbeiter der Central-Werkstatt zu Nippes fordern: 1) Die Ermäßigung der Arbeitszeit von 11 auf 16 Stunden. Frühstücks- Mittags- und Vesperzeit bleiben nach wie vor dieselben, die Arbeitszeit beginnt um sechs Uhr Morgens und endigt um sechs Uhr AbendS; Samstags um fünf Uhr. Etwaige Ueberstunden an Sonn- und Feiertagen werden doppelt bezahlt. 2) Eine Lohnerhöhung von 25 Prozent. Eine Regulirung der Akkordsätze in der Weise, daß jedes Stück um 25 Prozent höher bezahlt wird wie bisher. Rechiiungsablegung der Krankenkasse. Wegsall sämmtlicher Strafen, welche bisher in Geld bestanden. Bei Auszahlung des Lohnes Verabfolgung eines Lohnzettels und zwar so, daß aus demselben ersichtlich ist, wie viel der Arbeiter in Akkord und wie viel er m Lohn verdient hat. Eine humanere und würdigere Behandlung der Arbeiter seitens ihrer Vorgesetzten als: Ober-Maschinenmeister, Werksiihrer, Borarbeiter. Wir sind nicht länger gesonnen uns einer so schmachvollen und tyran> nischen Behandlung Seitens unserer Vorgesetzten zu fügen: Wir sind und wollen freie Deutsche bleiben und lassen uns bei unserer treuen Pflichterfüllung nicht das mindesteUnrecht gefallen, wie dies bisher geschah. Das unterzeichnete Komitee, von uns selbst gewählt und einge- setzt, beauftragen wir hiermit, unsere Interessen bei der Direktion auf gerechte Weise zu vertreten. Als korresspondirendes Mitglied bestimmen wir Herrn Wytzka, welcher etwaige Zusendungen von der Direktion zu empfangen, respektive dieselben zu beantworten hat. Eine nicht sofortige Beantwortung dieses unseres Gesuches werden wir als Nicht be- willigung unserer gerechten Forderungen ansehen, und Alle die Ar- beit am künftigen Mittwoch(also den 25. Otkober) nieder- legen. Parteigenossen aller Gewerke! Da der Strike hier jedenfalls aus- bricht, so sucht nach Möglichkeit jeden Zuzug der betreffenden Hand- werker abzuhalten, auf ein siegreiches Ende haben wir Aussicht, wenn nur kein Zuzug von auswärts unsre schon schlimme Lage nicht »och mehr verschlimmert. Mit social- demokratischem Gruß. Das Komitee, Johann Whtzka, Vorsitzender. Kastel.(Fanatismus). Auf Wunsch einiger Mitglieder des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins sowie unserer engeren Partei- genossen, um womöglich eine Einigung zu erzielen, wurde am 16. d. eine allgemeine Arb eiterversammlung abgehalten. Unsere jetzt noch kleine Partei hatte eine starke Anzahl von Mitgliedern des oben- genannte» Vereins in Gegenwart; jedoch wurden bei der Wahl eines Bureau's von ihrer Seite die Vorschläge zurückgewiesen, und unsererseits C. Zuch zum Vorsitzenden und Unterzeichneter zum Schriftführer ge- wählt. Alles Hinzielen auf Einigung war erfolglos; es betheiligten sich von uns 3, von den übrigen Anderen 7 an der Debatte. Es ging sehr lebhaft zu, und wenn uns nicht die Pflicht obläge, Denen, die ihrer sozialen Bildung durch Ruhestören und lautes Aufschreien ein ehrenvolles Zeugniß ausgestellt haben, unseren, Dank abzustatten, so würden wir die Spalten unseres Organs mit diesem Bericht verschont haben. Fahrt nur fort mit Eurem Tumult, man ist es von einem Theil Eurer Mttglieder schon lange nicht besser gewöhnt. - H. Franke, Cigarrenarb. ') Es wäre doch wohl gut, auch in deujenigen Blättern zu quii- tiren, welche den Ausruf der M.-Gladbacher Strilenden ausgenommen haben. R. d. B. An die Parteigenossen« Nachbenamite Orte kiaben die fiilliqsn Parteisteuern eingesandt: Breslau, Hannover. Kglinaen, Cassel, Braunschweig, Franken banse», Wieda, Berlin, Neuenvors, Spanda», Luckenwalde. Marburg. Augsburg, Dresden, Furtb. Wechselbnrg, Cisenach, Neviges, Ztnttgart, Wiesbaden. Veithain. Meeraue. Biete-.. seld, Chemnitz, Psen'ee. Reutlingen, Frankfurt a-M., Reu-°ie Isenburg. Celle. Mühlheim a M, Cül», Peuig. Coburg, Lötz- Nitz, Sohenitein-Krnstthal, Mainz, Hamburg, Mn««benberns- darf, Hainichen, Burgstädt, Mittweida, Limbach i,S.. Basten tbal, Geyer. Ronieevurg. Pforzheini, Connewitz, Giengen. Nürnberg, Reichenbach t B., Weimar.*) Ihre» Parteipstichlen nicht nachgekommen sind folgende bei uns angemeldeten Orte: Leipzig, Mezingen. München. Rochlitz, Magdeburg.«Ken, Altona. RonSdvrf.**» Desgleichen sind Parteisteuern nicht ein- gesandt von allen andern belannien, doch hier noch nicht a»ge meldeten Otten, von denen wir bis jetzt nicht wissen, ob sie der Or ganisation sich einfügen wollen oder nicht. Dispensirt von Beiträgen für dieses Jahr ist Glauchau. Gestnndet auf Ersuchen: Bremen Ncuangemeldet zur Gteuer pro Oktober: Herborn, RegeilSburg Ztollbcrg, Gotha, Oüenbach. Lichtensteiu-Callnberg. Die Einsendung der Parteisteuern betreffend, hat der Ausschuß be schloffen, daß alle Orte, an welchen mehr als 20 Mitglieder sind. allmonatlich ihre Steuern einsende» sollen. Dagegen haben Orte unter 2V Mitgliedern dies alle drei Monate zu thun. Wir erwarten daß die Orte, die bis jetzt unter 20 Mitglieder zählen, alles ausbieten werden, um rasch in die Reihe der allmonatlich die Steuer einsendenden Orte auszurücken. Für den Ausschuh Hamburg, den 25. Ottober 1371. H. Benneke, Kassirer. Berlin Obgleich einig« Zeitungsbesitzer aus die Forderungen der Schriftsetzer eingegangen sind, so machendie Druckereibesitzer doch Miene, es aus einen Strike ankommen zu lassen. Die berechtig keit der Setzersorderungen ist unbestritten, und wird von der„De mokratischen Zeitung" im Einzelnen nachgewiesen. Zum Glück ist die Organ isat io nder Buchdrucker eine so gute, daß sie vor.eiirem Strik: nicht zurückzuschrecken brauchen. Wie», am 26. Oktober 1371. Strike der Waffenarbeiter Bürger! Da unser Strike fortdauert, bitten wir um schnellt Unterstützung Eurer Seits; helft, damit wir nicht sinke». Bis jetzt stehen wir noch wie die Mauern, und soll e« schwer fallen, Bresche zu machen. Aber helft nur schnell I Mit sozial-demokratischem Gruß, Im Namen des Strike-Komitee's Franz Fortelka. Reubau, Kaiserstraße Nr. 100„zum Hinterlader" Wien. Nürnberg. Sie brachten vor einiger Zeit einen Artikel in Ihrer Zeitung, welcher die Mißstände in der von Cramer-Klett'schc Fabrik in Nürnberg, namentlich die Autorität der Vorarbeiter gegen über den Arbeitern betraf. Ich werde Ihnen jetzt Weiteres mittheilen. für welches ich Sie um die Veröffentlichung in Ihrem Blatte bitte. In der Fabrik besteht ein llnte rstütznngsfond, welchen die Fabrik verwaltet, und von dem die Arbeiter, obgleich sie mitbezahlen müssen, g-r nicht wissen wie der Kajsenbestand ist. Jeder Arbeiter muß wöchentlich 1 Kr. bezahlen, macht bei der runden Zahl der 3500 Arbeiter, welche die Fabrik jetzt beschäftigt, wöchentlich 53 Gulden und jährlich 3000 Gulden aus, wozu»och der Beitrag von 3000 Gulden der Fabrikbesitzer, den sie öffentlich versprochen habe», kommt,— macht zusammen jährlich 6000 Gulden. Davon erhalten die Hinterbliebenen des ledigen Arbeiters, wenn er stirbt, 25 Gulden Begräbnißkosten; die Hinterbliebenen des verheiralheten 75 Gulden, durchschnittlich 50 Gulden- macht bei höchsteus 30 Todesfällen im Jahre 1500 Gulden. Ferner hat die Fabrik einen Bader sein sehr spezieller Freund des sehr in Gunsten stehenden brüsten Hausmeisters), welcher jährlich die seh hohe Summe von 400 Gulden für den ersten Verband an rechnet. Wenn diese Summe verdreifacht würde, bekäme man einen tüchtigen Arzt, welcher dann die Arbeiter in jeder Krankheit behandeln könnte. Einnahme 6000Gulde>t. Ausgabe 1900 Gulden. Rest 4100 'Gulden. Bon diesem Rest wissen die Arbeiter blas, daß ein kleiner Theil davon an Günstlinge der Werkmeister als Unterstützung im Alter ver theilt wird. Von Rechnungsabschluß, Vermögensstand oder Durchsicht der Bücher erfahrt kein Arbeiter ein Sterbens wörtchen. Jeder Arbeiter, der bei Anfang der Arbeit« wir arbeiten noch von 6 Morgens bis'/,? Abends) 3 Minuten zu spät kommt, muß' 3 Kr. Strafe zahlen; 30 Minuten zu spät, kostet 6 Kr. Tag unentschuldigt versäumt, kostet 18—21 Kr.,— macht jährlich, ganz gering gerechnet, doch 500 Gulden. Was damit geschieht, weiß wieder Niemand. Jedenfalls kommt es zu dem Profit, der die Fabrikbesitzer zu Millionären ge macht hat. Wenn die Fabrik Lieferungsverträge gemacht hat, wird sie sich jedenfalls bei richtig und gut gelieferter Arbeit nicht vom bedungenen Preise abbrechen lassen. Gegen die Arbeiter ist sie aber nicht so reell, wie sie selbst behandelt werden will. Verakkordirt ein Schreiner oder Wagenbauer seine Arbeit und verdient wöchentlich 12 Gulden(was nebenbei gesagt eine Seltenheit ist), so heißt es: es ist zu viel ver dient und es wird ihm vom Akkord abgebrochen(Reuter). tat er schlecht bezahlte Arbeit und verdient 6 Gl., so fällt es keinem orarbeiter ein, ihm zuzulegen; und mit 6—7 Gulden kann bei dem jetzigen Micth- und Lebensmittelpreis eine Familie nicht auskommen Herr von Cramer-Klett, der während des 30jähriaeil Bestehens der Fabrik ein starker Millionär geworden ist, wirft die 100,000 Gulden herum zu Zwecken, die den Arbeitern gar nicht oder sehr selten von Nutzen sind, obgleich er ihnen doch seinen Reichthum verdankt. Hätte er die 200,000 Gulden zum Polytechnikum und Gewerbs- museum, für Arbeilerhäuser'*") oder eine Dampfmühle und Bäckerei verwendet, damit seine Arbeiter billigere Wohnung und gutes nahr- Haftes Brod für ihr sauer verdientes Geld erhielten, dann Härte er sich um seine Arbeiter ein Verdienst erworben. Dafür aber hätte ihm der hohe Magistrat nicht seine Aufwartung gemacht. Der Arbeiter fühlt es aber doppelt schwer, wenn er von seinen Arbcstgebern, denen er doch »um Reichthum verhilft, am wenigsten berücksichtigt wird. UebrigenS ist die Behandlung der Arbester Seitens der Vorarbeiter und Werkmeister eine derartige, daß es zum Verwundern ist, daß es nicht schon zu be- deutenden Reibungen gekommen ist. Die Stimmung der Arbeiter ist gegenwärtig so nicht die beste. Werkmeister Ferner hat seinen Sohn und Schwiegersohn, zwei (,anz unfähige Menschen, als Vorarbeiter angestellt, obgleich ältere und ehr tüchtige Arbeiter diese Stelle verdient hätten. Der Gevatter dieses Werkmeisters liefert das Bier in die Fabrik und zwar recht schlechtes, für das ihm so viel bezahlt wird wie im Wirthshaus, obgleich er keine Bedienung und kein Geschirr dazu giebt. Eine Beschwerde„ütz! nichts, es heißt:„für die Fabriler ists gut genug." Für heute genug. R. N. ein Arbeiter.�) Crimmitschau. Sämmtliche Spinner bei Wipper und Wich hatten vor 14 Tagen das Versprechen erhalten, wenn sie noch 14 Tage *) Die 7 letztgenannten Orte, wollen dem Ausschuß die Adressen der Vertrauensmänner umgehend mittheilen. ♦•) Ronsdrs hat dies motivirt. ***) Solche Aibeitcrhäuser sind Danaergeschenke, und hat der Bau derselben meist„den Schalk hinter ihm", in sofern die Herren Fabrikanten (und Arbeitgeber überhaupt) darauf rechnen, den Arbeiter dadurch noch mehr in ihre Gewalt zu bekommen, als dieß sonst der Fall ist. Ueber- all, wo bisher solche Arbeilerhäuser gebaut worden sind, haben sie sich als Knechiungsmittel für die Arbeiter erwiesen. f) Wir lenken ganz besonders die Aufmerksamkeit unserer Leser auf diese Korrespondenz: die zwei Ucbel, welche sie an den Pranger stellt: das Kassenunwesen und„die Schraube ohne Ende" der Akkordarbeit, sind allgemein und müssen enerzischft bekämpft werden. Zunächst gilt es, überall Material zu sammeln, und dasselbe dem Parteiorgan zuzusenden. Eine systematische Agitation für A b- schasfung, resp. möglichste Beschränkung der Akkordarbeit, und für Rettung der Kassen aus den Hände» der Arbeit- geber resp. Gründung von selbstständigen Arb eiterkassen, in welche die Kapitalisten weder zu steuern nock hineinzu- reden haben, ist unumgänglich nochwendig Wir werden am diese Frage zurückkommen. R. d. V. lang von früh 5J6i8 Abends S�UHr arbeiteten, wolle man die Arbeits- zeit von 6 bis 8 Uhr beschränken(12-stündige Arbeitszeit ohne Paulen). Heute Mittag 11 Uhr wurde die neue Fabrikordnung bekannt gigeben, künftig müsse von früh 5 bis Abends 9 Uhr gearbeitet werden. Wer nicht unter diesen Bedingungen arbeiten wolle, der könne gehen. So halten diese Herren Wort. SämmtlicheSpinner stellten hierauf die Arbeit ein. Bor Zuzug wird gewarnt. Dessau, den 17. Oktober. Vorgestern war ich»ach Ncundorf zu einer Versammlung eingeladen. Seit einem ganzen Jahr krank, und zwar größtentheils schwer, habe ich hinsichtlich der Agitation für unfre Sache nach Außen nicht viel thun können, und war dieß seit Langem wieder die erste kleine Reise, welch« mir gestattete, einmal wieder unter echten Parteigenossen, vom reinsten Wasser zu snn. ES war für mich erhebend, meine alten Gardemänner, welche festgestanden während des patriosischen Siegesjubels unsrer Gegner, in oft schweren Kämpfe» ausgeharrt mit Muth und Ausdauer, wiederzusehn. Ich referirte über das heutige Finanz system, den Börsenschwindel, über das Theilen, welche« wir wollen, und über da« Haftpflicht- gesetz. Mein Bortrag wurde mit Beifall aufgenommen, und blieben wir noch längere Zeit beisammen, wobei ich das Wesen und die Principien der Internationalen Arbeiter-Assoziation erklärte, und zum Beitritt rieth, welches vom größten Theil der dortigen Parteigenossen zugesagt wurde. Gestern stellten die hiesigen Sigarrenarbeiter der Schmidt'schen Fab rik die Arbeit ein.(S. vorletzte Nr.)�) Sir sorderic.i ein? Lohnerhöyung von 5 Sgr. pro mille. Herr Schmidt sagte ihnen au; tvrcLotstcllung, daß sie nicht im Stande seien sich Schuhe oder eiwaS zum Brode zu erschwingen,„sie könnten ja ohne Schuhe geh» und lrocknesBrod essen, sein« Kinder äßen es auch."— Was wird aber dann mit den Putern und Kapaunen. welche fort- während neben Hasen und dergl. aus dem Hofe des Herrn Schmidt ansgehängt sind? Betoinmen diese vielleicht die Ratten? Es wurde ein Strike-Komitee gewählt, und Abend» eine Versammlung abge halten, in welcher von dem Unterzeichneten über die StrikeS, deren Nutzen und Schaden, sowie über die International« referirt wurde. Derselbe empfiehlt den Anschluß der hiesigen Arbeiter an dieselbe. Herr Kirchbach, Eigarrcn-Arbeitcr, sprach gegen diese Ausführungen, be- lundele aber nur, daß er in der heutigen Stellung der Arbeiterbewegung, sowie derJnternationalen in der richtigen Erkennlniß, um eine ganze Pferde länge zurück fei. Ferner wurde beschloffen, zum Sonntag den 22. o. die eine öffentliche Versammlung einzüderufen, und gleichzeitig hiesigen Arbeiter zur Unterstützung der Strikenden aufzufordern. Der Geist der Strikenden ist ein guter und macht der Strike, da hierorts to etwas nicht dagewesen, große Sensation. Unfre Bourgoifie ist aus Ränd und Band, denn der größte Theil der hiesigen sogen. „Arbeitgeber und Brodherrn", sind Anhänger des A llverehrtenS� und des guten Max Hirsch, somit auch der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit. Ein zweiter Eigarrensabrilant(gegen Herrn Schmidt nur ein armer Mann), hat seinen 5 Arbeitern sofort die gc- forderte Lohnerhöhung von 5 Sgr. pro mille bewilligt, und haben dieselben diese Aufbesserung den Stinkenden zur Verfügung gestellt. Der kleine, aber vernünfttge Fabrikant heißt Lindau, derselbe hat Herrn Schmidt, welcher ihn zu einer Koalition gegen die Arbeiter be- reden wollte, kurz abgewiesen. Also Hut ab für den Mann! Für die hiesigen Arbeiter hat der Strike daS Gute, daß sie au« ihrem echt Germanischen Pflanzenschlaf aufgerüttelt, und sich hinfort wohl etwas mehr um ihre Angelegenheiten bekümmern werden, welche wahrlich die schlechtesten in ganz Demschland genannt werden können. Auch die Polizei hat sich in's Riittel gelegt; jedoch ist dieselbe bi» jetzt human vorgegangen. Nippes, den 26. Oktober. Der erwartete Strike(®. vorhera« hende Seite) ist ausgebrochen. 300 Arbeiter brodlos. Hülfe thut noth. Unterstutzungen zu senden an: I. Wytzka, Südstraß« 225, Nippes. Eöln, den 26. Oktober. Sämmtliche Arbeiter— etwa 1000— in den hiesigen Werkstätten der Rheinischen Eisenbahngesellschaf t haben die Arbeit eingestellt. Leipzig. In der am 24 Oktober stattgefnndenen Besprechung der Schloffer und Maschinenbauer von Leipzig und Umgegend über die Einführung der 10stündigen Arbeitszeit in jämmtlichen Mafchinenfabriten Leipzig'S wurde Herr Kolbe zum 1. Vorsitzenden. Herr Herzog zum 2. Vorsitzenden und Herr Möbius zum Schrift- führer erwählt. Der Vorsitzende Herr Kolbe erklärte alsdann nochmals dm Zweck der Besprechung und forderte schließlich die in dm früheren Besprechungen erwählten Kommissionen, welche beaufttagt waren, in den einzelnen Fa° briken mit den Prinzipalen, wegen Einführung der löstündigen Ar beitszeit zu unterhandeln auf, Bericht zu erstatten. Es stellt« sich nun heraus, daß das Resultat der Unterhandlungen. meistentheils ein sehr ungünstiges war. In einigen Fabriken sollen die Arbeiter dm Bescheid vom Prinzipal« erst in nächster Zeit be- kommen. Außer verschiedenen andern Rednern besprach Herr Jacobi jun. die Zweckmäßigkeit der 10stündig«n Arbeitszeit; und um in dieser Angelegenheit energisch vorgehen zu können, forderte der Redner die Metallarbeiter Leipzigs zur Gründung einer Genossenschast der Metallarbeiter auf. Redner verlas hierauf die hauptfächlichstm Paragraphen der schon bestehenden„Internationalen Metallarbeiter ch-ft," welche von den Anwesenden mit großem Beifall ausgenommm wurden. Leider wurdm die Verhandlungen durch das ungebührlich« Be- tragen einiger Arbeiter aus Kästner'« Fabrik auf kurze Zeit unter- krochen, die Verhandlungen nahmen aber, nachdem die Ruhestörer mt- ernt waren, ihren ruhigen Fortgang. Es wurde nun Herr Röthin g, trotzdem er nicht Fachgenojs« war, von den Versammelten das Wort ertheilt: Redner besprach nochmals den Nutzen einer GewerlSgenossmschaft. Es wurde nun ein Komitee von 7 Mann gewählt, welches beauftragt wurde, die Gründung einer Gewerkschaft vorzunehmen, mid die Leitung der Arbeiterangelegmheiten in die Hand zu nehmen. Der Schriftführer. Luckenwalde, den 20. Oktober. Ein Strike eigenthümlicher Art, hat sich kürzlich hier vollzogen. Wir haben, hier nämlich, in einer Siadt von nahezu 13,000 Einwohnern, man hörel eine Kirch«, edenfalls ein hübscher Beweis von der Frömmigkeit hiesiger Be> völkerung. Nun ist gewiß Jedermann fest davon überzeugt, daß die- elbe, so oft sie ilnr geöffnet wird, bi« unter« Dach mit Andächtigen gefüllt sei, dem ist aber nicht also. Denn es begab sich zur Zeit, daß eine große Kälte alisbrach, und sollen diesen Sonntag 7, schreibe sieben andächtige Zuhörer in diesem eine» Gotteshaus gewesen sein. Jedoch nun zur Sache. Ei ist nämlich in hiesiger Gemeinde Sitte und Ge- brauch, daß in jedem Vierteljahr, außer Sonntags, einmal am Mit woch große« Abendmahl abgehallen wird. Als nun bei diesem Quartals Wechsel einige Gläubige zum Tisch deS Herrn gehen wollten, wurde ihnen an der Kirchihur der Bescheid, daß die Geistlichkeit die Arbeit d«S Abendmahlverabreiche ns in der Woche eingestellt habe, und zwar aus Mangel an Betheiligung. Nu» frage ich Jedermann: ist es nicht traurig, daß unsere Ar- beiter den internationalen Gott der Lieb«, ich wollte sagen, den na- tionalen Gott der DeMschen, welcher ihnen erst kürzlich den Sieg über die vorkommen«» Franzosen verliehen hat, so vergessen? Wie magS erst werden, wenn uns bei später» Kriegen der Sieg nicht lächelt? München. Vor ein paar Wochen saßen in einen hiesigen Gast- hauS der edle Feuerwasserbrenner RaSp jun., hochlöblicher nationalliberaler Armenpflegschastsrath allhie, nebst einen Herrn Leibold und mehreren Andern beim Vier. Man kam auf die TageSneuigkeiten im Reich zu sprechen, jedoch nicht auf die Reisen de«„Sohnes der Sonne", ondern auf die Beamten. Der hier erscheinend«„Landes-Bote' hatte nchmlich von einer Aufbesserung des Gehalte» derselben geschrieben, und da hatte denn der Herr Leibold geäußert, die Beamten sollten halt ihre Frauen und Töchter auch bester zur Arbeit treiben, dem Arbeiter gebe auch Niemand eine Aufbesserung, und derselbe leb« in chlechtern Berhältiiifsen wie diese Herrn. Jetzt war beim Geldprotzen Rasp Feuer am Dach und er fing an:„Lasten Sie mich nur mst den Arbeitern in Ruh, am Sonnabend und Sonntag haben'« einen Rausch und unter der Wache sausens' Wasser; und dann kann der Arbeiter seine Kinder l'etteln schicken, das kann aber der Beamte nicht." ') Nach den neuesten Nachrichten hat Hr. Schmidt»achgegehen. Daß find die Worte eines Mannes, der sich Bürger nennt, und im Bewußtsein seiner Geldmacht den Kindem eines Mitbürzers das Betteln in Ausficht stellt, obwohl der Arbeiter natürlich gar nicht daran denken darf, auch Bürger zu sein, und es auch verschmerzen kann, mit solchen Individuen kollegial zu sein. Wenn Herr Rasp für seinen Antrag bei den Fabrikanten Propaganda macht,«erden sie zukünftig denjenigen Arbeitern Lohn abziehen, welche die meisten Kinder haben, weil ja diese mit dem Betteln das Meiste oerdienen. Nur Eins hat Herr Rasp in seiner menschenfrundlichen Rede vergessen, daß nehmltch der Arbeiter gerade deßhalb Sonnabends und Sonntags gleich einen Rausch hat, weil er eben unter der Woche Wasser trinkt, und daher sein Magen von dem chemischen Produkt, Bier genannt, keiile'2 Maß vertra- gen kann; wenn er die ganze Woche einen Rausch Hätte, dann freilich wäre lein Unterschied zwischen dem Sonnabend und den übrigen Tagen. Crimmitschan, 23. Oktober. Gestern feierte der hiesige Volks- verein sein diesjähriges Stiftungsfest im Hotel zum schwarzen Adler hier. Vorstand Müller eröffnete den offiziellen Theil des Festes durch eine kräftige Ansprache an die außerordentlich zahlreiche Versammlung, indem er namentlich auf die Verfolgungen hinwies, die die Sozial- demokratie in der letzten Zeit zu erdulden gehabt habe und die An- wesenden ermahnte, dessenungeachtet fest und treu zur Sache zu hat- ten.— Gesangs- Konzert und Vorträge wechselten daraus in bunter Reihe, bis endlich Hr. Liebknecht aus Leipzig die geschmackvoll deko- rirte Rednertribüne bestieg und seine mit der gespanntesten Aufmerk- samkeit entgegengenommene Festrede vonrug. In derselben entwickelte Redner zuvörderst das Programm der Sozialdemokratie, sowie die Entwickelung derselben und widerlegte schließlich alle gegen die Führer der Sozialdemokratie sowohl als gegen die Sache überhaupt von Sei- ten der Gegner gemachten Angriffe und erhobenen Verdächtigungen und Verleumdungen*). Nach diesem Vortrage sprachen noch verschiedene :sige und auswärtige Redner, während die Zwischenpausen durch usik- und Gesanasstucke ausgefüllt wurden. Eine zu Gunsten der Flüchtlinge der Pariser Kommune veranstaltete Sammlung ergab das ersreuliche Resultat von ca. 12 Thlr. Der hierauf folgende Ball erbielt die Anwesenden noch längere Zeit in schönster Feststi'mmunq. Möge das Fest für die Bestrebungen nnserer Partei nicht ohne Erfolg gewesen sein! Crimmitfchauer Bürger- und Banernfreund. *) Der Vortrag ist stenographirt worden, und wird veröffentlicht werden. Briefkasten tlksv. Wer der Erpedition: Volksv. Werdau f. Ab. 16 Thlr. 15 Gr. erh. K. in Neuenburg a. d. Enz. Der Parteibeitrag beträgt monatlich 7 Kr. Schriften folgen. Str. Weitz 1 Fl. erhalten. M. in Pancova 5 Fl. österr. erh., Schriften folgen demnächst. D. Zwickau 1 Thlr. 20 Gr. f. Photogr. 1 Thlr. für Gemaßreqelte erh. Für Tischler. München. Die hier zureisenden Tischlergehülfen werden in ihrem eigenen Interesse ersucht, sich in unser Vereinslokal„Fränkischer Hof" Sendlingergasse Nr. 73 zu bemühen, wo. zu jeder Zeit für freundliche Ausnahme und gutes, billiges Quartier gesorgt ist. Tischler-Fachvereii- München. __ Der Vorstand._ Für Mülheim am Rhein. Internationale Manufaktur-Äewerksgenossenschaft. Sonntag, den 5. November Vormittags 10 Uhr grosze Poll»- Versammlung in der St. Sebastian Schützen-Halle, Busch- Heimerstraße. Tagesordnung: 1) Der Normal-ArbeitStag, Referent Herr Raspe von Essen. 2) Zweck der Äewerkö-Äenossenschafte«, Referent Herr Berg von Köln. 3) Die Vereinbarung der Arbeitgeber, Referent Herr Bilstein von Mülheim am Rh. Im Auftrage Peter Bilstein. �nternntivtlaleGewerlSgeuossrnschast derManiiiaktur- Fabrik- und Handarbeiter. Mülheim am Rh. Die Internationale Manufaktur-Gewerks genossenschaft hält jeden Samstag Abends 8 Uhr Versammlung ,m Lokale des Herrn Peter Lübdorf, Freiheitsstraße. Gäste sind willkommen. Wandergeld bei Peter Bilstein, Dammstraße Nr. 15, zu jeder Tageszeit._ Der Bevollmächtigte Peter Bilstein. Für«öl«. okra Sozial-Demokratische Arbeiter-Partei. Sonnlag, den 5. November Morgens halb 11 Uhr öffentliche Versammlung, im Lokale des Herrn' Wisdorsf, ThieboldSgafte Nr. 102. Tagesordnung wird durch Mauerani'ck Um zahlreiches und pünktliches Ersck Zwickau. Der„BolkSstaat" liegt in folgenden Lokalen aus: Volkshalle, Burggasse, Raschdorf Tivoli, Herrmaimstr., Rösner, Mühlgass-, Schankw._ ag bekannt gemacht. «inen bittet O. Falk. dä Für Lcipzia. Nächste Sitzung des sozial-demokratischeu Vereins aus- nah msweise am Donnerstag(in der goldnen Säge). Tagesordnung: 1) Debatte über Ee ntralisat ion und Föderalismus. 2) Sozial-- politischer Wochenbericht. Referent: Hei de mann. Gaste sind willkommen._ Der Vorstand. Ick zeige hiermit meinen Freunden nitd Parteigenossen an, ich in dieser Wintersaison verfertige, bitte um aeneigte Abnahme. München. NarziS«tcrstmeicr, Schneidermeister _ Gänsebühel Nr. 1 im Hof.___ Buchhandlerauzeige. Soeben erschien: Die soziale Frage, ihre Geschichte un» ihre vedeutung in derZGegenwart. Eine volkswitthfchaftliche Skizze von Dr. Heinrich Eontzen. Preis 15 Nor. Dies« gediegene Schrift erregte bereits überall das größte Aufschen. Borräthig in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. In wenigen Tagen erscheint: Agricnltur und Sozialismus von vr. Heinrich Conheu. Die gesammt« freie Journalistik spendete dem Herrn Verfasser ein- iimmlge Anerkennung, und wünscht lebhaft die weiteste Verbreitung seiner Schriften. Leipzig. VerlaK8buvhU«ndInitf' (Fr. Luckhardt.) (Der„Volksstaat" wird«ine Rezension dieser Broschüre bringm, die, wenn sie auch von feindlichem Standpunkt aus den Sozialismus behandelt» sich doch bemüht gerecht zu sein.) Ansforderuug. Ich bitte den Parteigenossen Simon, sofort an mich 5U ch reiben, weil verschiedene Briefe chie an Ihn gekommen sind, bei mir lieg«". ferner ssann ich ihn auch noch sehr nothwendig in Vereinsangelegenheite» gebrauchen, weil er Mitgruiider dieses Vereins war. Mit fozial-dcmokratischem Gruß. Franz Louis Resch- Vorsitzender des Arbeitervereins zu NowaweS und Neuendorf. Priesterstr. 36. Leipzig: Verantw. Redalieur W Lieblne weg 13.) Druck u. Verlag F. Thiele -cht(Redalnoa: Pelersst*»»- (Expedition: P'Utsstt. 1% tt r 1