M 90. Mittwoch, Den 8, November. 1871. • l7?' Erscheint wöchentlich 2 mal m Letpjto. Bestellungen nehmen alle 'ostanstalten und Buchhand- lungen des In- und AuS- landeS an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: U. Bebel, PeterSstraße IS, F.Thiele, Emilienstrahe 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. «bonnementSpretS: Kür Pretißtn tecl. Ätempel- üeuer ISSiar, für die übrigen oeutfchea Staaten 12 Ngr. per Quartal. Filialerpedition für die Ver- einigten Staaten: ?. A.. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. via Newyork Organ der sozial-demokratischen Arbeiterpartei nnd der Internationalen Gewerksgenossenschafte». Der Strik in Chemnitz danert fort!— spje s» sondern auch unter dem nicht direkt interessirten und geistig unabhän- �.. r. gigen 7heil der besitzenden Klassen) über den Strik e denkt, mag fol- Tie Chemnitzer Arbeiter nud entschlossen, bis zum gend-s Inserat das wir in dortigen Blättern finde», zeigen l Aeutzersten auszuharren. Sie führen jetzt den Bor-. �......-/Zur Nachricht. � �. Ist ÖCl>lhU|tÜttdtstC Aornlaial beitsta� sNt ganz Deutsch- ganz gerecht genannt werden können, und in Erwägung, das tand errungen. Fallen sie aus Mangel au Unter ftütznug, so erleidet die Zehnstuudeubeweguug einen verderblichen Rückschlag. Also auf, Ihr deutschen Ar- heiter! Und handelt, wie Pflicht und Jutereffe Euch gebieten! Orgauisirt überall die Unterstützung! Wählt Uuterstützungs-Uomitee's! Haltet Gewerlsversamm- lungen! Haltet Bolksversammlungeu! Nehmt Uol- letten vor tu jeder Werkstatt, in leder Fabrik! Die Chemnitzer müssen siegen! Thut Eure Schuldigkeit! .- o ,,, daß die Haltung der Arbeiterschaft als eine äußerst musterhafte und lobens werthe anerkannt werden muß, erklärt der Unterzeichnete, daß er alle Rückstände für Brod(im Betrage von ungefähr 400 Thalern) zu quittiren entschlossen ist. E. G. Uhlig, Bäckermeister. Aeußere Rochlitzerstr. 2. Privattelegramm des„Volksstaat". Chemnitz, v. Rov. Mittags. Geist der ftrttenden Ar- heiter ausgezeichnet. Stimmung fest, Fabrikanten bis jetzt noch hartnackig. Central-Aomitee. Gelder sind zu senden: An das Zentralkomitee, zu Han- den des Hrn. Friedrich Husmauu, Streller's Reftaura- ttou. Färberstratze, Chemnitz. Der Ausschutz der Internationalen Metallarbei- tcrschaft hat folgenden Aufruf zur Unterstützung der Chem- nitzer erlassen: Mitglieder! Schon wieder tritt an uns die viothwendigkeil heran, unsere ganze Kraft und Energie anzuspannen, damit der St rite der Chemnitzer Metallarbeiter, 8000 an Zahl, worunter 170 berechtigte Milgliedcr unsrer Gewerkschaft, welche statutengemäß unterstützt werden müssen, endgültig zum Siege gelange. An Euch liegt es, von Euch hängt es ab/ ob die Chemnitzer siegen oder nicht; bc- dentt, daß ihr Sieg der unsere wird,— ihre Niederlage die unsere. Darum möchten wir Allen, insbesondere den Beamten, ans Herz legen, wenn irgend möglich, Gelder zusammen zu bringen, Volks-, de- sonders Metallarbeiterversammlungen abzuhalten, um so rasch als mög- lich da« Geld an untenstehende Adresse einzusenden. Metallarbeiter! Arbeiter aller Branchen! Hier gllh es wieder einmal m größeren, Maßstäbe die Zusammengehörigkeit der Arbeiter zu doku- mentlren. Trage Jeder sein Scherflein dazu bei und sei ei auch noch so wenig— viele Hände und Herzen können da« traurige Loos der Chemnitzer Metallarbeiter doch etwas erleichtern. Sage Niemand:„es hilft ia doch nichts"— um auf diese Weise nichts geben zu wollen. Hand anfs Herz und frage sich Jeder, ob für ihn nicht auch bald d»e Stunde schlagen wird, wo auch er eine Unterstützung entgegenzu- nehmen in der Lage sein wird. Darum, Arbeiter, Brüder, handelt rasch, bevor es zu spät ist! Gelder sende man an Fried. HuSmann (Strellers Restauration) Färberstr. Chemnitz. Der Ausschuß. Wir lassen nun einen Bericht über den Strike folgen: Chemnitz, 5. Nov. Trotz der Lockungen der Fabrikanken haben die Arbeiter— mit Ausnahme der Handvoll, von denen in voriger Nummer die Rede war— nicht nachgegeben und trotz aller Provokationen der Polizei und ihrer energischen Anstrengungen, Tumulte zu erregen, haben die Arbeiter die Ruhe aufrecht erhalten; und sie sind gesonnen, auch smierhin den indirelten Aufreizungen der Behörde Trotz zu bieten und selbst gegen den Willen der Polizei Ruhestörungen nicht aufkommen zu lassen. Die Chemnitzer„Freie Presse" berichtet: „Mau ließ am 3. Nov. ein Plakat anschlagen, durch welches de» Arbeitern mit Strafe gedroht wird, falls es nochmals vorkäme, daß sich dieselben vor solchen Fabriken aufstellten, wo theilweise gearbeitet wird, da dies eine Bedrohung involvirc. Dabei berief mau sich auf die Gewerbeordnung und zwar auf§ 153. Derselbe ist nun freilich sehr dehnbar, läßt aber immerhin eine sol-be Auslegung nicht zu. Der Stadtrath erblickt in der friedlichen Ansammlung von Arbeitern, welch« vielleicht zufälliger Weise sich ergab, eine thatsächliche Bt- drohung. Merkwürdig das! Hat man denn jemals gehört, daß es i- B. eine Bedrohung genannt wurde, wenn sich Tausende und Aber- tausend« auf Bahnhöfen, Straßen und steten Plätzen zusammenschaarten. um einen Bismark oder sonsfigen guten Freund national-liberaler Sladträthe zu empfangen, einen General-Leichenzug oder etwas Aehnliches wuarijusehen V Wahrscheinlich sollte dieses Plakat aber wohl nur eine Pression sein, die man aus die Arbeiterschaft ausübte, um sie in'S Bockshorn zu jagen. So ängstlich sind aber unsere Leute nicht mehr, »aß sie sich gleich einschüchtern ließen.— Die hiesigen Arbeiter haben bisher eine Haltung bewahrt, wie sie gewiß nur als musterhaft be zeichnet werden kann, und ist es uni daher unbegreiflich, daß man von behördlicher Seite, fast möchten wir sagen, provozirend austritt. „Gestern kam uns ein Fall in Obren, der sast unglaublich klingt. � Ein Delegirter der„Sächsischen Maschinenfabrik" stand Mittag l Uhr ruhig vor dem Hause, in welchem er wohnt(Leipziqerstraße), als «m Polizeibeamter(wie man miS mittheilte, der Inspektor) ihn an- herrschte und fragte, ob er Delegirter sei, und nach bejahender Ant- wort ihm verbieten wollte, an bezeichneter Stelle stehen zu bleiben. Nachdem der betr. Arbeiter dem Polizeimenschen klar gemacht hatte, baß er in dem Hause«ohne, befahl ihm derselbe, sofort in seine Wohnung zu gehe» und beauittagte einen Polizeidiener nachzusehen. ob der Mann wirklich auch dahin ginge. Dieser besorgt« den Befehl sehr pünktlich, indem er dem Arbeiter mit sofortiger Arre- brohte. wenn er den gegebenen Anordnungen mcht äugen- IfiZ?ol9teÄ Da« ist abn immer noch nicht Alles.- Üi... �lbe Mann kurze Zeit darnach wieder fortgmg und mn" Straße traf, mit welchem er ein Gespräch an- knupste, kam allioglerch wieder ein Diener der Gerechtigkeit und be- ? si sie nicht beisammen stehen dürften. � t-.°> inUr SslfirÜ rl"� gesagt worden wäre: Jeder hat sich zu zert heilen! Sollte sich Aehnliches wiederholen, so ist nicht abzu- lehen wai es für Folgen nach sich zieh;. Wir warnen daher noch- mals die Polizei, die Ruhe und Ordnung durch brutales Austreten "'St i« stonn! Wir konnten, wenn es so fortginge wahrlich mit bestem Willen nicht mehr für Alles garantiren. was da vorkommt. Laßt man aber die Arbeiter ungeichoren, dann steht es auch bomben- fest, daß nicht das Mindeste passtrt, und daß wir stets im Stande sein werden, die Arbeiterschaft zu bewegen, wie bisher, ihren Ordnungssinn aus das Strikteste hervorzukehren. Wenn auch Fabrikanten >« Stadtrathe sitzen, so glaube» wir doch nicht, daß dieser Umstand schon hinreichend sein wird, die BeHorden zur Parteilichkeit zu be- n>mmen."— Die Geldsammlungen nehmen erfreulichen Fortgang'), und wie ! ,.*)Sluä Darmstabl wirb um milgetheilt, baß Pom sozialbemcrra- 'llchen Arbeitervereineder Beschluß ge faßt worden ist, Volksversammll.ngen Politische Ueberficht. „Weiße Sklaven. Bon den unglücklichen Eltern eines in Straß bürg stehenden sächsischen Soldaten wird uns fol- gender Brief ihres Sohnes«i. 6. 15. Okt. 1871 zur Ber- öffentlichnng übergeben: „Liebe Eltern und Geschwister! Mit Schmerzen ergreife ich die Feder, um Euch mitzu- theilen, wie traurig es mir jetzt gegangen ist. Bergangenen Dienstag Nachmittag hat mich mein Unterffizier mit dem Gewehr derart auf die linke Schulter geschlagen, daß ich bald umgestürzt wäre. Ich konnte das Gewehr nicht mehr halten, mußte aber immer mitmachen, denn sie glaubten'mir's nicht. Liebe Eltern und Geschwister! Mittwoch Vormittag konnte ich das Gewehr nicht mehr halten, da bin ich vom Exerzierplatz herein in die Caserne, und Nachmittag zum Doktor gegangen und habe mich untersuchen lassen, und wie der Doktor sagte, hat mir der Unteroffizier das Fleisch losgeschlagen«nd das Achselbein beschädigt. Ja, so geht es uns Rekruten; es sind schon welche ausgerissen, Einer hat sich ersänft. Liebe Eltern, so geht es uns in Straßburg! Ich will nun schließen, denn ich habe viel Schmerz." Mn— die Schulkinder singen's ja jetzt aus allen Gassen: „Zu Straßburg, ja- zu Straßburg Soldaten müssen sein!" „Und rm ganzen neuen Reich" brummt dazu im Baß das Kleeblatt: Bismarck-Moltke-Roon. Ja, ja,„Soldaten müssen sein" im„neuen Reich", nnd werden sein, so lange die neue Reichsherrlichkeit dauert. „Soldaten müssen sein" und natürlich auch Polizei, viel Polizei, damit Herr Stieber, der deutsche Oberpriester der Ordnungspartei, die Gesellschaft retten und den Reptilien- fonds in Zirkulation bringen kann. Der Schutz des Publikums, den naive Gemüther für die Aufgabe der Polizei halten, kommt dabei selbstverständlich erst in zweiter undletzter Linie. Die Berliner wissen ein Liedchen davon zu singen. Die dortigen Zeitungen sind neuerdings mit Klagen über die Nachlässigkeit der Polizei gefüllt, die sich um die öffentliche Sicherheit nicht zu kümmern scheine, und das Louisthum, welches in nicht gerade an- genehmer Weise die herrschende„Gottesfurcht und fromme Sitte" zur Geltung bringt, frei schalten und walten lasse. Zur Rechtfertigung der Polizei rückt das Berliner„Volksblatt" mit der Gegenbeschwerde hervor,„daß die Polizei bei Ausübung ihres Berufs vom Publikum nicht nur nicht unterstützt, sondern derselben sogar entgegen getreten wird". Wir fragen das „Bolksblatt": wer und was ist denn Schuld, daß das Publikum die Polizei mit Mißtrauen betrachtet? Wäre die Polizei wie sie sein sollte: d. h. das Organ der öffentlichen Sicherheit, und wäre sie nicht, was sie nicht sein sollte, d. h. das Werkzeug politischer Unterdrückung, dann würde sie vom Publikum mit anderen Augen betrachtet werden und Vertrauen finden, statt des jetzt nur zu gerechtfertigten Mißtrauens— um uns eines stärkeren Ausdrucks nicht zu bedienen.— Die Sklaverei soll jetzt auch in Brasilien aufgehoben wer- den, im geeinigten„freien" deutschen Reiche steht dagegen der Menschenhandel in höchster Blüthe, wie nachfolgende That- fachen beweisen. Der Faktor der mechanischen Spinnfabrik in Vechelde bei Braunschweig steht mit einem Kantor in Jnster- bürg(Ostpreußen) in Verbindung. Der würdige Mann schickt nämlich gegen entsprechende Belohnung dem Herrn Faktor von Zeit zu Zeit Lohnsklavinnen aus dem Reiche der Gottesfurcht und des Hungertyphus. Damit der Schwindel recht glatt von Statten geht, wird im„Jnsterburger Tageblatt" zunächst eine prahlerische Annonce losgelassen, welche besagt, daß gegen hohen Lohn und freie Reise da und da junge Mädchen für Fabrik- arbeit gesucht werden. Haben die armen Mädchen angebissen, io legt man ihnen einen Kontrakt vor, welcher sie auf zwei Jahre bindet und dann werden sie in die Welt hinausgeschickt. So kam vor circa 4 Wochen wieder eine große Ladung Lohn- klavinnen, darunter Mädchen von 16 und 17 Jahren, in Vechelde an. Den Sonntag und Montag konnten sie sich noch von der Reise erholen, am Dienstag endlich wurden sie in die Tret- mühle der Industrie eingestellt. Die Armen mußten bald er- ahren, daß es mit dem hohen Lohn, von welchem der Kuppel- Kantor gefabelt hatte, in Anbetracht der hier herrschenden Theuerung Nichts sei. Als nun die Woche zu Ende war, anberaumte Volksversammlungen in Angelegenheiten des Chemnitzer überraschte sie der Herr Faktor inil einem ganz neuen Kon- trakt, dahin lautend, daß ihnen das Reisegeld'im Betrage von Iii Thlr., womit sie den größten Theil'des Weges natürlich nur per Viehwagen(beschönigend 4. Klasse genannt) fahren könnten, vom Lohne abgezogen werden solle. Die Mädchen besaßen trotz ihrer Verlassenheit den Muth, gegen diese Unverschämtheit zu protestiren und die Erklärung abzugeben, daß sie lieber wieder nach Hause gehen würden, wenn man sie noch mehr zu prellen gedächte. Anfänglich zeigte sich der Herr Faktor hartnäckig; als aber 20 Mädchen marschfertig antraten, gab er klein bei nnd erkannte den ersten Kontrakt an. Schließlich hat er es aber noch dahin gebracht, daß jedes Mädchen 3 Thlr. in eine be- sondere Fabrikskasse als— Kaution(!!!) eingezahlt hat, welches Geld der Betreffenden verloren gehl, wenn sie vor Ab- lauf der stipnlirten 2 Jahre das Zuchthaus verläßt. So ge schehen im Jahre der glorreichen Errungenschaften 1871! Obiges Geschäft empfängt noch eine erhöhte Bedeutung durch die Tchatsache, daß der Jnsterburger Kantor zu den„From- men" von dem Schlage Wichern'S gehört, die, bekanntlich das Christenthnm— d. h. ihre Muckerei— für den„einzig richtigen Sozialismus" erklären, und folglich sich selber allein die Befugniß und Fähigkeit zur Lösuug der sozialen Frage bei messen. Der Herr Kantor in Jnsterburg hat das Verdienst, die Phrasen seiner Kollegen in Christo praktisch verwirklicht. und uns recht drastisch und augenfällig gezeigt zu haben, was jenes Wunderheilmittel für unsere kranke Gesellschaft eigentlich ist, das die Pfäfflein aller Konfessionen uns neuerdings mit wahrhaft Hoff'schem Malz-Exkrakt-Eifer anpreisen unter dem verlockenden Namen: Christlicher Sozialismus.— Die Petitionscommission des deutschen„Reichstages" hat eine Petition, die Sonntags arbeit betreffend, als„ungeeignet zum Bortrag im Plenum" erklärt. Die Erhebung einer Untersuchung über den Umfang der Sonntagsarbeit wurde in der Diskussion als„wünschenswerth" bezeichnet. Die fragliche Petition geht nicht von Sozialdemokraten, sondern von der westphälischen Provinzialsynode aus; immerhin aber scheint sie das Arbeiterelend so wahr geschildert zu haben, daß man von dem Vortrag der Petition im Plenum eine aufklärende alia«„aufhetzende"— Wirkung auf das Volk befürchtete.— Die Bersaille r sind gnädige Leute, sie haben 8000 Gefangene ainnestirt, die sich an dem Kampf der Kommune — nicht betheiligt hatten; über 35,000 faulen noch auf den Pontons. Mittlerweile„arbeiten" die Kriegsgerichte unver droffen weiter, und verurtheilen zum Tod, wenn sie bei schlechter, und„bloß" zur Deportation, d. h. zur trocknen Guillotine, wenn sie bei guter Laune sind. Jetzt ist der Prozeß wegen „Ermordung" der Generale Thomas und Lecomte an der Reihe. Die Anklageschrift, so reich sie auch sonst an handgreistichen Lügen. stellt indeß das Eine fest, daß die That das Werk von Soldaten war. Wird man nun endlich aufhören, sie dem Zentralkomitee, oder gar der Kommune aufzuhalsen, die damals noch gar nicht bestand?— Neueste Lügen: 1) Die Internationalen haben sich in Frankreich mit den Bonapartisten alliirt; 2) In England waren es die Internationalen, welche die„Allianz mit den Tories anstrebten(letztere Lüge ist von dem staatsmännischen Waschweib und(Bismarck-)„Republikaner" Karl Blind(für so und so viel Pfennige die Zeile) in der Oberpreßbabylonierin, „Neue Freie Presse'', veröffentlicht worden). 3) Die Jnter nationalen haben Chicago angesteckt. 4) In Spanien sind bei Internationalen„Brandbomben" gefunden worden. 5 Die Internationalen bekommen(weil die englischen Fabrikanten nicht mehr zahlen und die Bonapartisten ihr Geld selbst brauchen.) die zum Umsturz der Bourgeoisgesellschaft nöthigen Geldmittel von den Jesuiten in Genf(wo diese liebenswürdige(Gesellschasi bisher nicht vertreten war, jetzt aber eine Filiale gegründet zu haben scheint, expreß um mit den Internationalen besser verkehren zu können).— Die sozial-demokratische Bewegung macht in Dänemark bedeutende Fortschritte. Einige Mitglieder der äußersten Linken des Volksthings haben sich bereit erklärt, mit den Wortführern der Sozial-Demokraten über ein Schutz- und Trutzbündniß zu verhandeln und auf einer kürzlich in Aarhuus(Jütland) statt gehabten Arbeiterversammlung erfolgte eine Verbrüderung der Sozialisten mit der dortigen Bauernpartei. Es zeigt dies, daß die dänischen Bauern die Natur des Sozialis mus richtiger verstehn, als ein großer Theil unsrer deutschen Bauern.- Internationale GewerkSgenoffenschaft der Schuhmacher und verwandten Äewerke- Zürich, l. Nov. Nachdem am 31. vor. M. die Jnventarien uebn dem in der Kasse vorhandenem Geld« hier eingetroffen, hat der Ber waltungsrath sein« Thätigleit begonnen. Wir fordern bei dieser Gelegenheit die Mitgliedschaften unserer Gewerkschast aus, mit erneuter Kraft für immer größere Verbreitung unserer Prinzipien und weitere Ausdehnung unserer Organisafion zu wirken. In den AufsichtSrath zu Lerpzig wurden gewählt: Moritz Höritzsch; Frieor. Müller und August Backen. An Letzleren (wohnhaft Brandweg 14) find alle, den AufsichtSrath angehende Sachen zu richten. In einer der nächste» Nummern des„Bolksstaat" werden die Mu glieder mehr von unS hören. Zürich, de» I. November 1871. Der Versailler Schrecke«. (Für den„Volksstaat" übersetzt aus Nr. 1 der Bergeret'schen Wochenschrift„Der 18. März".) Ein Zug Gefangener wurde von Paris nach Versailles geführt, zu Fuß natürlich, mit entblößtem Kopfe bei glühender Sonne. Bei der Augustinskirche ließ man sie eine halbe Stunde Halt macheu— auf der Erde knieend und mit gebeug- t e m K o p f e, zur C ühne ihrer„Verbrechen". Diejenigen, welche sich's während der halben Stunde einfallen ließen, den Kopf zu erheben, wurden im Haufen füfillirt. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß die Kugel mehr oder minder rich- tig traf: es war auch möglich, daß sie Mehrere tödlete.— Beim Monumenr Louis XVI— dieselbe Ceremonie. Allen Denen, welche unterwegs hinsanken, wurde durch die Kugeln oder die Bajonette der Garaus gemacht. Fünfzehn starben am Sonnenstich. Nach lO-stündigem Marsch in Versailles an- gekcmmen. wurden sie von den Stockhieben der„Louis"(co- cooles) empfangen, mit den Schimpfreden derH....(cocottes) überschüttet, und schließlich alle zusammen in einen großen Kelle* eingesperrt, wo sie 58 Stunden blieben, ehe sie einen Bissen Brod zu essen bekamen. Zwanzig waren am Hunger oder an Erniatlung gestorben.(Diese Details sind von einem der Gc- fangenen einem unserer namhaftesten Geschichlschreiber mitge- theilt worden, von dem wir sie haben.)— Unterm 13. Juni(Dienstag) 1871 lesen wir in der „Union�', einem der„bestgesinnten" Blätter: „Ter Versuch zu einer Revolte hat in der Nacht vom Donnerstag zu Freitag auf einem Jnsurgentenzug bei der Sta- tion Feri�-Bernard stattgefunden. Der Zug war kaum 200 Me- tres hinterm Bahnhof, als Geschrei und Lärm aus einem der Waggons erscholl, in dem eine gewisse Anzahl dieser Individuen eingepackt war. „Der Chef der Polizei- Eskorte ließ den Zug anhalten. Auf den Befehl, stille zu sein, antworteten die Gefangenen mit Jnvekliven und Insulten*), und man merkte, daß Versuche gemacht wurden, die Scheidewände ihrer Gefängnisse zu durch- brechen. Die Polizeiagenten steigen aus, stellen sich auf dem Wege auf, und 50 Revolverschüsse knallten, in die Luft- löcher hinein gezielt. Das Signal wird gegeben und der Zug geht mit vollem Dampfe wieder ab. In Mans wird die Lo- komolive schnell gewechselt, und der Zug rollt an seinen Be- stiminungsorl." Nehmen wir an, die Kommunalisten hätten, um eine Re- Volte zu unterdrücken, ebenso in den Haufen hinein Feuer ge- geben auf Gensdarm en; würde nicht da die ganze Welt laut aufschreien? Ist denn das ftatterhafte, haltlose, wechselnde Ding, das Ihr„öffentliches Gewissen" nennt, ein Schwindel aus Kautschuck? Ein ehrbarer Kaufmann schreibt uns: „Ich war mit einem Freunde zusammen, der einem Poli- zeidiener(kerAeunt de ville), seinem Landsmann, begegnete. „Nun— fragte ihn mein Freund— hast du heute viel getödtet, du Stück Vieh(espeee de brüte)?"—„Mein Lieber— sagte der Polizeidiener, der an die vertrauliche Ausdrucksweise mei- nes Freundes dereits gewöhnt war— ich habe deren bereits mehr als 60 getödtet. Die Feigen! Sie baten mich um Gnade!"... Erinnert das nicht an jenen Uhrmacher aus der St. Ho- nor�-Slraße, welcher am Tage nach der Bartholomäusnacht sich rühmte, allein 100 Refvrmirte umgebracht zu haben? Die Antwort dieses Polizeidieners erinnert uns noch an die Aeußerung eines jungen Versailler Offiziers gegen einen Arzt, der sie uns berichtet hat. Dieser Arzt stellte Nachforschun- gen an nach einem Gefangenen aus seiner Bekanntschaft. Man sprach vom Chütelet-Gefängniß. „O,— sagte jener Ossizier— das Chllielet kann kaum als Hinrichlungsort gellen; ich war da; wir haben dort nur 917 füsilirt." Diese Metzelei war organisirt und geleitet von einem gewissen Fabre, Baiaillonschef. Die hauptsächlichsten Hinrichlungsorte innerhalb Paris — abgerechnet den Chütelet-Platz— waren: 1) Der Platz und das Gefängniß von Roquelte. 2) Die Napoleon-Kaserne hinterm Stadlhaus. Dort hat man eine ganze Woche füsillirt. 3) Die Lobau- Kaserne, am Quai des Stadthauses, wo man 14 Tage lang süsillirt hat, die erste Woche Tag und Nacht. 4) Der Pantheon-Platz, wo man— die Billigkeit erheischt, daß man's sagt— nur 97 Personen füsillirt hat. 5) Der Luxemburg- Garten, wo viele Frauen füsillirt worden sind. 6) Der Jurdm des plantes. 7) Die Buttes Chaumont. 8) Endlich die Miliiärschule. Hier hat man zuerst angefangen, die Mitrai lleusen spielen zu lassen, um schneller fertig zu werden. Als man nicht wußte, was man mit den Leich- namen anfangen solle, warf man sie in die Seine— wie in der Bartholomäusnacht. Man süsillirte auch außerhalb Paris: im Park vonSaint- Cloud, in Passy, in Bvulogner Gehölz und auf dem Kirchhof Päre-Lachaise u. s. w.— wir können nickt alle Orte aufzählen.— Diese Metzeleien wurden von so rasfinirten Barbareien be- gleitet, daß man, um einen historischen Vergleich zu finden, zu einer ähnlichen Epoche gesellschaftlicher Auflösung zurückgreifen muß. Niemals in den Zeilen der Religionskriege träumten die Henker empörendere Scheußlichkeiten. In Passy ließ man die Schlachtopfer am Rand des Festungsgradens sich aufstellen, und dann fertigte man sie mit der Mitrailleuse ab. Im Bvulogner Gehölz, das bald seinen früheren Glanz wieder angenommen haben wird, und auf dem Kirchhof Päre-Lachaise, dessen Gras über viele andere Schandihaten schon gewachsen ist, hat man die Gefangenen ge- zwungen, selbst die Gräber zu graben, welche ihre Leichname aufnehmen sollten; darauf füsilirte man sie am Rande dieser Gräber.**) Zahlreiche Leichname wurden übrigens im ersten Moment in den Straßen selbst eingescharrt, am Fuße der Barrikaden, zum Beispiel auf dem Palais- Royal-Platz,— alle Welt hat das gesehen. Auf dem Platz St. Germain- l'Auxerrois und auf dem Kreuzwege von Croix- rouge warf man die Leichname in das Feuer der brennenden Gebäude. Die Insurgenten,'welche man vereinzelt süsillirte, wurden gewöhnlich ins Gesicht geschossen, um sie unkennt- *) Schimpfworien und Beleidigungen. Diese— sinnreiche Att von Hinrichtung ist der der preußi- lich zu machen. Alle Bewohner, die man in den Häusern des Vendome- Platzes und eines Theiles der Castiglivne-Straße an- traf, wurden ohne Unterschied des Geschlechts nieder- gemetzelt. Das Blut floß in gräßlichen Strömen in die St. Honore-Straße, von der Castiglione-Straße an bis zur St. Roch- Kirche; die Trottoirs waren mit Leichnamen bedeckt. Die Gesammtsumme der„Hingerichteten" scheint, nach den geringst anschlagenden B�Änungen, etwa 18,000 gewesen zu sein. Von diesen sind in der letzten Woche inner- halb Paris süsillirt wordeu. Wir sprechen— wohlver- standen!— nur von den Füsilladen. Die Gesammtsumme der Opfer der zweiten Belagerung beträgt seitens der Pariser ungefähr 30,000.— Was sind neben diesen Bourgeois-Metzeleien von 1871 die so viel verrufenen „Revolutions-Massakres" von Lyon im Jahr 1793? Freilich, jene Lyoner Massakrirten waren Ro y alist en,„anständige" Menschen, (comme il laut), Leute wie sie sein sollen, während die Pariser Hingerichteten Republikaner waren, nichtanständige Menschen, L ute, wie sie nicht sein sollen.— An gewissen Punkten der Stadt gab man kein Quartier (Pardon). Wie bei den Städte-Erstürmungen der barbarischsten Zeiten ging hier Alles iu ore gladii(in des Schwertes Schlund). Auf dem Boulevard Prinz-Eugen ließen 180 Föderirte, als die Barrikade, welche sie verheidigten, von hinten angegriffen wurde, ihre Waffen im Stich und flüchteten in ein Haus, das bald eingenommen wurde. 91 wurden ergrissen und massakrirt, die Andern entkamen. In der Alten Tempel-Straße, oben an der Nationaldruckerei, wurde während des ganzen Freitags(26.), während man sich auf dem Boulevard Eugöne(oder Voltaire) und auf dem Bastillenplatz schlug, jeder Vorübergehende, der leine Truppen- uniform trug, mit einer Kugel bedacht. Eine Frau, welche eine Schreckensmiene nicht verbergen konnte, wurde glei- cherweise zum Tode befördert.— Napias-Piquet, ausgetretenes Mitglied der Kommune, ein Mann von 60 Jahren, wird Freitag Morgen 9 Uhr in seiner Behausung im Bette festgenommen. Die Mörder lassen ihm kaum Zeit, die Hosen anzuziehen. Er wird die Treppe hinunter geschleppt und mit auf die Brust gesetztem Gewehr in den Armen seiner Tochter getödtet. Der Leichnam wurde stehend vor der Barritabe des Palais- Royal ausgestellt und blieb da den ganzen Tag. Sein Portefeuille, welches Werth- fachen enthielt, konnte nicht wiedergefunden werden. Die Verwundeten selbst wurden nicht geschont, man arretirte sie, wo sie sich befanden. Ein Bewohner des Boulevard Prinz-Eugene hatte zwei verwundete Föderirte bei sich aufgenommen. Nachdem er sie 3 Tage gehütet hatte, wendet er sich an einen Linienoffizier, um sie nach einer Ambulanz schaffen zu lassen. Dieser läßt sie wirklich fortschaffen und, ohne Federlesens zu machen, vor der Thüre unter den Augen ihres Wirths— füsilli ren.— Auf dem Boulevard Montparnasse war eine Barrikade, die erst beim zweiten Sturm genommen wurde. Sieben bei der ersten Attaque verwundete Versailler wurden nach der Am- bnlanz des Observatoriums geschafft. Mittwochs Morgens, nachdem die Ordnungssoldaten jener Barrikade Herren gewor- den waren, stürmten sie in dieAmbulanz mit demRe- volver in der Faust und lödteten Alles, was sie da vor- fanden, 58 Verwundete, darunter die 7 Versailler. Ein Bewohner der St. Manr-Straße, bei dem man eine Haussuchung nach Waffen hielt, bemerkt, wie seine Uhr, die an einem Nagel hing, von einem Soldaten gestohlen wird. Er sagt zum Lieutenant:„Ist Diebstahl Haussuchung?" „Warum fragen Sie mich das?" antwortet der Lieutenannt. „Weil— erwidert der Bewohner— dieser Soldat(hierbei zeigt er auf den Dieb) mir meine Uhr gestohlen hat." Der Lieutenant läßt den Soldat durchsuchen und findet die Uhr bei ihm. Dann läßt er den Bestohlenen und den Dieb in den Hof hinuntergehen und— fie alle beide füsillire«. Anläßlich der Verhandlungen in den Spanischen Cortes richtet der Bundesrath der Spanischen Internationalen nach- stehende Ansprache An alle Arbeiter und alle ehrlichen Leute der Welt. In den spanischen Cortes macht man dem Internationalen Arbeilerbunde den Prozeß, und den Aeußerungen zufolge, die aus dem Munde des Ministers des Innern gefallen sind, hat man uns außerhalb des Gesetzes erklärt und uns mit Strafe be- droht, und man will uns verfolgen, bis wir ausgerottet sind, damit die so gerechte und gebildete Gesellschaft fortbestehe, und damit die Bevorrechteten ruhig das Produkt ihrer an den un- glücklichen Arbeitern verübten Räubereien genießen können. Man hält uns vor, daß wir die Feinde der Sittlichkeit, der Religion, des Eigenthums, des Vaterlandes und der Familie sind und daß wir im Namen so vieler heiligen Sachen, welche die Erde in ein Paradies verwandelt haben, zu bestehen aufhören müssen. Ja, Arbeiter, es ist nicht genug, daß sie uns ausbeuten, uns die Früchte unserer Arbeit entreißen, uns der geistigen Knechtschaft durch die Unwissenheit, der materiellen durchs Elend unterwerfen, nein, sie müssen uns auch da, wo wir uns nicht verlheidigen können, verläumden und beschimpfen!_ Weil wir im Einklänge mit der Gesundheitslchre, der Wissenschaft und der Menschenwürde eine Verringerung der Ar- beitsstunden fordern, nennen sie uns Müssiggänger, sie, die bis zur Stunde nie Schwielen an den Händen gehabt und nie einen nützlichen Gedanken hervorgebracht haben, sie, die ewigen Schma- rotzer, die wegen ihrer Unproduktivität und wegen des Kapital- Monopols an dem Elende, welches die Eingeweide der Gesell- chaft zerfrißt, schuld sind. Sie nennen uns Ehrgeizige, weil wir die gerechte Vergel- tung für unsere Arbeit, kurz, weil wir fordern, was unser ist. Pflanzer können keine andere Sprache gegen ihre Sklaven 'ühren! Sie nennen uns Feinde der Sittlichkeit, obschon wir für die Verwirklichung der Gerechtigkeit kämpfen. Welche Sittlich- keit wollen sie denn außer der Ausübung der Gerechtigkeit? Wir werden des Angriffs auf die Religion beschuldigt. Reine Verläumdung: die Internationale hat auf dem allgemeinen Kongresse, wo ihre Lehren festgestellt wurden, niemals ein Wort läumdung: wir wollen für das Eigenthum, welches schon viele Wanölungen durchgemacht hat, eine neue Umwandlung, auf daß ein Jeder unverletzt den Ertrag seiner Arbeit erhalte. Wir wollen nichts mehr, nichts weniger. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen! Wir sollen ferner die Feinde des Vaterlandes sein. Aller- dings! An die Stelle der beschränkten Vaterlandsliebe wollen wir die unbegränzte Liebe zur Menschheit setzen, an Stelle der engen künstlichen Gränzen das große Vaterland der Arbeit, die Welt! Es gibt kein anderes Mittel, um solche Kriege zu ver- meiden, wie der zwischen Frankreich und Preußen war. Auch Feinde der Familie sollen wir sein. Wir müssen das wiederum für Verläumdung erklären. Die Internationale hat darüber nie ein Wort verlauten lassen. Wenn man vollen und unverkürzten Unterricht will, will man doch wahrlich nicht die Vernichtung der Familie. Wünscht man aber, wie viele Jnter- nationale es thun, daß die Familie nicht das Interesse, sondern die Liebe zu ihrer Grundlage haben soll, zieht man doch wohl nicht gegen die Familie zu Felde. Wir appelliren an alle Menschen, die noch ein Herz haben. Man hat auch gesagt, daß nach Spanien dreihundert fremde Emissäre gekommen wären, welche auf Kosten der Pfennige des armen Arbeiters ein Schlemmerleben führten, und Derjenige, der das gesagt hat, ist der Minister des Innern, ein Mann, welcher wissen muß, daß seine Behauptung unwahr ist. Wir erkennen den Arbeitern aller Länder das gleiche Recht zu, die Ideen der Gerechtigkeit in der ganzen Welt zu verbreiten. Da jedoch Diejenigen, welche solche Falschheiten ausstreuen, die Ab- ficht hegen, unter uns Mißtrauen und Uneinigkeit zu säen, so erklären wir ausdrücklich, daß das ebenfalls eine Verläuin- dung ist. Jetzt wißt Ihr es, Arbeiter: Ihr, die Ihr aus Liebe zur menschlichen Gleichberechtigung Eure Ruhe, Eure Interessen opfert, um die Ideen, welche Ihr empfindet und begreift, zu verbreiten, Ihr seid also vom Auslände besoldete Agenten und führt, obschon Ihr allerlei Entbehrungen erduldet, ein Leben voller Wonne! Als mau die Internationale in den Cortes angriff, scheute man kein noch so schändliches Mittel, um siegreich hervorzugehen, und fälschte aus Haß gegen die arbeitende Klasse unverschämt die Wahrheit. Man verstümmelte die Absichten und Lehren des Vereins und sagte nur, was in den Kram paßte, unbe- kümmert darum, ob man Ungerechtigkeiten beging. Nachdem Alles hübsch zureckt gelegt war, verkündete der Minister des Innern feierlich, daß er den internationalen Arbeilcrbund vor die Schranken des Hauses ziliren werde. Wohlan, Minister des Innern, wir werden dort erscheinen, obwohl Ihnen nicht das Recht zusteht, uns dorthin vorzuladen; wir werden kommen, um uns gegen die Verläumdungen, die man gegen uns vorgebracht hat, zu vertheidigen, und dann sollen die Mauern der Versammlung von Worten der Wahrheit wie- derhallen, wie sie dort niemals gehört worden sind. Doch Sie werden das bleiben lassen, weil es sich mit Ihren Klassen-Jnteressen, die im Grunde das Alles eingegeben haben, nicht verträgt. Sie werden uns verurtheilen, ohne uns gehört zu haben, und ein Tribunal, zugleich Richter und Par- lei und folglich inkompetent, wird das Opfer ohne jede Möglichkeit einer Appelation verurtheilen. Angesichts aller ehrenhaften Menschen protestiren wir: gegen das wider uns beabsichtigte Attentat, indem man uns unserer natürlichen Rechte berauben will, die älter und höher als jedes Gesetz sind und folglich durch keine Gesetzcswillkühr uns entrissen werden können; gegen die an uns gerichtete Aufreizung zum rohen Kampfe, anstatt uns ruhig unsere Propaganda betreiben, unsere Organisation vervollständigen und uns durch friedliche Mittel und nach reifem, Studium zu unserem Ziele, der Verwirklichung der Gerechtigkeit gelangen zu lassen und zwar zum Besten der nämlichen Gesellschaft, die uns tyrannistrt und ausbeutet; gegen die Verläumdungen, denen wir seitens derselben Leute ausgesetzt sind, deren Amt es sein sollte, das Recht zu hüten und die Wahrheit zu unterstützen; gegen die Herausforderung zum Klassenkampfe, indem man uns als Klasse angreift und uns ewig dem Joche der Unwissen- heit und des Elends unterwerfen will, und endlich gegen die Anmaßung gewisser Gesetzgeber, ihrerseits poli- tische und soziale Einrichtungen herzustellen, uns aber an der Verbesserung, Umgestaltung oder Abschaffung dieser nämlichen Einrichtungen zu verhindern. Man vermißt sich, die Internationale zerstören zu wollen. Eitles Unterfangen! Um die Internationale zerstören zu können, muß man die sie erzeugende Ursache zerstören. Solange als es in der Welt dem Elende und der Unwissenheit unterworfene Menschen, Ausgebeutete und Ausbeuter, Sklaven und Herren giebt, wird die fruchtbare soziale Frage immer auf der Tages- ordnung stehen, und die Privilegirten werden nicht einmal in der Grabeseinsamkeit mehr Ruhe finden; die Verübung des Bösen quält den Schergen fast ebenso sehr wie sein Opfer! Nicht um eines Härchens Breite werden wir von unserem Rechte zurückweichen, ausgenommen vor der Gewalt. Stellt man uns außerhalb des Gesetzes, so arbeiten wir im Dunkeln; behagt das nicht mehr, so machen wir aus unserer heutigen Organisation eine kollektivistische Arbeiterpartei und schreiten sofort zur sozialen Revolution. Inzwischen wiederholen wir, was wir bei anderer Gelegenheit gesagt haben: Wenn die Internationale Arbeiterassoziation Gerechtigkeit schaf- fen will unv das Gesetz dem entgegensteht, so steht die Internationale ücher dem Gesetze. DieArbeiter haben ein unleugbares, undisku- tirbares Recht, ihre Organisation zu gutem Ende zu führen und ihre Bestrebungen ins Werk zu setzen. Sie werden ihr Ziel erreichen mit dem Gesetze oder gegen das Gesetz. Madrid, den 17. Oktober 1871. Der Bundesrath der spanischen Region. (Folgen die Unterschriften.) Ueber das glänzend verlaufene Stift tu ngsfest der In- ternationalen in Genf schreibt man uns: „Genf, den 26. Oktober. Wir hatten hi:r am vorigen Sonntag(den 22sten e.) eine großartig e Demonstration der Internationalen, indem sämmtliche hiesige Sektionen � jiaäusti.tti einen Fahnen-geschmückten j lf: Hauptstraßen der Stadt veranstaltet hatten. Auf einer Z�oßen Wiese neben dem Schützenlokale der Borstadt Carouge »urde hc.lt gemacht und an die Zu Hörerschaft, welche zu "•chveren Tausenden versammelt war, eini ge energisch begeisternde 1 �kden(in französischer, deutscher und italienischer Sprache) ge- halten, unter welchen sich diejenigen unserer Landsleute B ecke r, �utsmann, Hofer durch revolutionaires Feuer keineswegs unvorteilhaft auszeichneten. Auch einige unserer Pariser Parteigen offen, die sich hier zeitweilig als Gäste aufhalten, ia»e Lefrantzais und Arnould) hielten kurze.Anreden und Opfingen stürmische Sympathiebezeugungen der imposanten �rsammlung. Die Berichte der hiesigen reaktionären Presse Journal de Gen!ve, Jour nal des Etrangers zc.) machen wegen chyes übelverborgenen kindischen Aergers über den ausge- öslchnet würdigen und feierlichen Verlauf der Demonstration einen höchst komischen Eindruck." Vor einigen Tagen theilte das nationalliberale„Braun ichweiger Tageblatt" mit:„Von der braunschweiger Staatsan- �altschaft ist jetzt eine Anklage gegen den früheren eeusschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpar- >ei auf Grund der Voruntersuchung erhoben, welche in Ver- anlassung des bekannten Manifestes vom 5. September 1870 Angeleitet wurde. Die Anklage ist gerichtet gegen Bracke, Dauhorst, Kühn und Spier und wird Ende November I. vor dem braunschweigischen Kreisgericht zur Verhandlung lemmen. Dieselbe beschuldigt die Angeklagten mehrfacher Ver- ntzung des Strafgesetzes: der Aufforderung zum Unge- hvrsam gegen Gesetze(insbesondere zum Umsturz der r sassu ngsgese tze), der Schmähung von Staats- Zurichtungen, der Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthäti gleiten gegen ein- ander, und der Theilnahme an gefetzwidrigen Verbin- düngen."— Dazu bemerkt der„Braunschweiger Volksfreund":„Wir können dem Folgendes hinzufügen": 1) Die erwähnte An- klage ist den Angeklagten noch nicht zugegangen. 2) Die Hbe ist in diesen Tagen hier in Braunschweig gesehen worden <0 Vor einiger Zeit ist das R ei chskanzle ramt bei den hiesigen Gerichten um die neue Anklage ein Ze kommen(was wir durch Zeugen beweisen können).— Gleichzeitig sind wir so frei, an folgende Thatsachen zu erinnern: l) Am 9. September 1870 wurden außer den vier obenge- nannten noch die Herren H. Ehlers, H. Gr alle und H. S i e v e r s, in Kelten geschlossen, nach Lötzen transporlirt, ohne daß dieser Gewallstreich bis jetzt eine Ahndung gefunden hätte, da die hiesige Polizeiöirektion durch Befehl des Generals Vogel von Falkenstein und dieser durch königlichen Befehl gedeckt ist. 2) Nach der Rückkehr von Lötzen, Mitte November, dauerte die sehr strenge Haft der Genannten(Herr Sievers ausgenommen, »elcher um Weihnachten direkt von Lötzen aus freigegeben wurde) bis zum 30. März, an welchem Tage die Freilassung erfolgte, nachdem der Oberstaatsanwalt zu Wolfenbüttel und der An- klagesenat des Obergerichts daselbst erklärt hatten, daß sowohl wegen Hoch- und Landesverraths auch nicht ein Verdachts- grund gegen die, also doch unschuldig Angeschul- oigten aufgefunden sei. 3) Die Anklage aüf geringere politische Vergehen war, als Sache der Staatsanwaltschaft zu Braunschweig, Seitens der Wolfenbüttler Behörden der elfteren überlassen, welche ihrerseits vom 20. März bis gegen Ende Oktober, also fast 7 Monate, gebraucht hat, um über die Möglichkeit einer solchen schlüssig zu werden und die Anklage ben Angeklagten zuzustellen. Daß unsere obigen Mittheilungen in Verbindung mit diesen Thatsachen zu denken geben, brauchen wir nicht anzuführen. Was die nun glücklich und zur Freude gewisser Leute aufs Neue„Angeklagten" betrifft, so gehen diese wit demselben frohen Bewußtsein ihres Rechts und ihrer Un- schuld, welche sie sogar bei dem Kettenschließen und in der schauerlichen Nacht in der Schloßwache zu Königsberg nicht berließ, auch dieser neuen„Anklage" entgegen, deren Geburts- wehen so bemerkenswerth und so bezeichnend für die Zustände w> deutschen Reiche sind, und deren schließlicher Ausgang nicht zweifelhaft sein kann." So weit der„Braunschweiger Volksfreund". Wir haben diesem Stückchen neudeutscher Geschichte bloß hinzuzufügen, daß die Berliner Demagogenfabrik auch für andere nationale Märkte arbeiten— der internationalen Stieberei gar nicht zu ge- denken._ Au die Redaktion des„Volksstaats". Geehrter Herr Redakteur! Zur Charakterisirung des Jesuitenblattes ,, Germania" in Berlin und seines Redakteurs Majunke ersuche ich Sie die folgenden Zeilen zu veröffent- uchen. Nachdem ich in Folge einer Verfolgung seitens hochge- stellter Personen in Stuttgart mit dem Günstling der Königin �lga Bildhauer Joseph Kopf einen Riesenprozeß in Rom gewonnen hatte, veröffentlichte das unabhängige und liberale �batt„La Capitale" den Prozeß mit allen den-- r~—, den Thaten der Gesandten �von Württemberg, sowie denen des Herrn von Arnim. Dieser Veröffentlichung folgte weine Biographie wahrheitsgetreu erzählt, und die Königin Olga spfalt eine hervorragende Rolle darin. . Da es sehr schwer war auf Thatsachen, eigenhändige Briefe, we ich besitze, auf Akten u. s. w. zu antworten, so schwieg der H°f, der Konsul Nast, Herr von Arnim, der Maler Donner, kurz Alle, die darin entlarvt waren, und ließen still die gesetz- fache Verjährung eintreten. Ich selbst veröffentlichte die an Scheußlichkeit einzig dastehenden Schandthaten, welche man an nur verübt, um mich aus Rom auf eine ungesetzliche Weise zu entfernen, in einem besonderen Büchelchen. Ich druckte darin auch die abgefangenen Briefe ab, welche den Konsul Nast entlarvten. Nachdem sie nun auch dieses ein- gesteckt haben und die gesetzliche Klagefrist vergangen ist, ver- dsfantlicht die„Germania" am 17. Oktober einen Artikel, worin sie (Nr. 237) behauptet, die„Capitale" habe dem Hofe von Stutt- gart das Manuscript vorher zum Kaufe angeboten unter Drohungen, und erzählt dieses als Beleg, wie die„Pseudo- liberalen" handelten. Auf diese infame Lüge— eine solche ist es Manuscript ging nur je 5 und 5 Blatt in die d rurück in reine k>and— korder� ich Lierrn sagt, daß niemals dem Hofe von Württemberg eines jener Manuscripte angeboten wurde, und stellte ihm diese Absurdität vor. Statt dessen veröffentlicht Herr Majunke, daß ich ihm angezeigt, daß die„Capitale" das Manuscript nicht an den Hof geschickt vor dem Druck, um Pression auszuüben! Die„Germania" habe auch nichtgesagt, daß die„Capitale," dieses gethan. Jemand, der einer solchen Entstellung der Wahrheit und einer solchen Fälschung eines offenen Dementis fähig ist und dabei nicht errö'.het, hat sich selbst gerichtet. Der Leser aber, welcher sich einen Begriff machen will von dem, weß Konsuln und Gesandte, Königinnen und ihre Günstlinge im Jahre 1870 fähig sind, welchen Schutz ein geborner Preuße von seinem Gesandten im Auslande genießt, der ver- lange gegen Einsendung von 8 Sgr. Briefmarken von dem „Uffieio della Capitale" Roma(Yia Cesarini 76) den „Prozeß Kopf-Schäffer und die Diplom'aten". Dann wird er sich an 80 Oktavseiten erbauen, an dem, was Einer zu erdulden hat, wenn er sein Recht gegen Fürsten und deren Günstlinge vertheidigt. Zürich, 26. Okt. 1871. Heinrich Schäffer, ..._ Bildhauer. Bremen.(A u ch eineRepublik?--—)Die See- und Handelsstadt Bremen nämlich. Die verflossene Woche brachte uns das Schau- spiel„wie man Senatoren macht"! Die Verfassung unserer republikanischen Stadt Bremen bestimmt, wie folgt: Der Senat, als die oberste Regierungsbehörde des bremischen Staates, besteht ans 18 Mitgliedern) wovon 10 Juristen sein und 5 dem Kaufmannsstand angehören müssen, 3 aber frei zu wählen sind. Die Senatsmitglieder sind lebenslänglich gewählt; tritt eine Va- lanz ein, so nimml Senat und BürgerschaftSvertremng eine Neuwahl vor, und zwar haben beide Faktoren dabei ganz gleiche Rechte. Der Wahlakt vollzieht sich unter folgenden Formen: Die Bürgerschaft, die einige hundert Mitglieder zählt, tritt zusammen und ernennt, nachdem durch das Loos 5 Abtheilungen geschaffen worden, in jeder dieser Ab- theilungen einen Wahlmann; der Senat seinerseits ernennt ebenfalls 5 seiner Mitglieder zu Wahlmännern; und diese 10 stellen nun die Kandidatenliste auf und sagen der so lange harrenden Bürgerschaft, für wen sie sich entschieden. Jetzt wird von der Bürgerschaft eine Abstim- mung vorgenommen, und dann kommt der Senat und sagt entweder: ich bin mit Eurer Wahl einverstanden oder nicht; im letzteren Fall muß ein neuer Wahlakt vollzogen werden, sund das gebt so lange fort, bis der eine oder der andere Faktor nachgiebt. Bei der letzten Senatswahl nun war man an keinen Stand ge- bunden, weil 10 Juristen und 5 Kaufleute im Senat find und somit der Verfassung genügt ist. Die Bürgerschaft nun wollte einen Kauf- mann, der Senat enien Juristen, Keinem fiel eS ein, eine» Arbeiter oder Kleinbürger aufzustellen. Der Wahltag kam, und die Bürger- schaft wählte den Kaufmann, der Senat den Juristen, das Ende vom Lied: kein Senator, sonder» Wiederholung der Wahl. Was geschieht? Um nur keinen Konflitt mit den Vätern des Staats zu haben— der könnte die guten Beziehungen ja trüben— crllären die beide» Kausmannskandidaten Lübmann und Claussen, man möge doch von ihnm absehen, unter so bewandten Umständen würden sie keinesfalls eine Wahl annehmen. Ebenso einstimmig, rvie die Bürgerschaft vorher den Kauf. mann gewählt hatte, wählte sie jetzt, 2 Tage später, den Juristen, und warum? Weil der Senat es wollte. Derselbe behauptete, einen Juristen nöthig zu haben. In der Presse tvird zwar zur Evidenz bewiesen, daß der Senat genügende juristische Kräfte besipt, dieselben bloS zweckmäßiger vertheilen niüßte, thut nichts,— der Senat will'S und die Bürger schaft thut'S. Ich halte dies für ein Zeichen der Zeit: das Bürgerihum hat po- litisch abgedankt zu Gunsten der Geburts-Aristokraten, denn obschon hier der Adel nicht anerkannt wird, so thut der Name, doch nichts zur Sache, der erwählte Herr 1)r. jAlbert Grönning gehört einer der ältesten Senatorenfamilicn unserer Stadt an, und ftt national-liberal vom reinsten Wasser, Anhänger und Agitator der Map Hirsch'schen Har monie-Schnlc, und im letzten Kriege freiwilliger Unteroffizier gewesen, hat als solcher aus reiner Begeisterung den Feldzug mitgemacht, ist bald aber krank geworden und in Folge dessen nicht zum Schluß gekommen. In Folge der Differenzen bei der Senatsioahl ist von einigen Seiten der Vorschlag gemacht, die Berfassung dahin abzuändern, wie es 1849 gewesen, daß die Bürgerschaft allein diese Wahlen vor- zunehmen habe. Dies wäre allerdings ein Fortschritt, aber wenn es einmal Republik sein soll, warum dann mcht gleich direkte Wahl der Senatoren durch die Bürger? Und warum dies 7- oder 9°Klassen- Wahlgesetz zur Wahl der Bürgerschaftsniitglicder? Doch davon ein anderesmal. Ein Mitglied des sozial-demokratischen Arbeiter-Vereins in Bremen. Berlin. Zu der Frage von dem Rechte der Schriftsetzer auf bessere Stellung gebt der„Demokratischen Zeitung" folgende Zuschrift eines in Berlin ansässigen praktischen Arztes zu:„Mit Recht machen Sie daraus aufmerksain, daß die Schriftsetzer andern Gewerben gegen- über den Nachtbeilen einer steten Geistesanspannung und der schädlichen Einwirkungen des Gaslichts ausgesetzt sind. Es gibt aber noch an- dere Momente, die die Schriftsetzer nicht bloß entschuldigen, sondern hinreichend rechtfertigen, wenn sie höheren Lohn beanspruchen. Die Schriftsetzer haben stets mit klein niid schlecht geschriebenen unleserlichen Manuskripten zu thun, die sie entziffern müssen, und denen es wohl hauptsächlich zuzuschreiben ist, daß bei den vor einigen Jahre» vor- zenommenen Untersuchungen von Dr. Cohn in Breslau über die Hälfte zer Schriftsetzer kurzsichtig befunden wurde. Außerdem arbeiten die Schriftsetzer in einer Bleratmosphäre. Bei der Bildung des Satzes, namentlich aber beim Auseinanderlegen und Reinigen der Lettern sin- det ein Ausströmen von Bleitheilchen in die Lust statt, die somit von den Setzern eingeathmet und beim Frühstück eingegesscn werden. Aller- dings ist die Bleiwirkung nicht so stark, wie bei manchen anderen Gewerben, aber bemerklich macht sie sich bei Jedem, und der hohe Grad der Bleiwirkung, der sich in der Bleilähmung zeigt, wurde von dem ranzöfischeu Arzt Tanqucrel unter 100 Fällen dreimal bei Setzern gefunden. Somit ist es wohl nur eine Forderung der Billigkeit, wenn Diejenigen, ivelche mit schädlichen Stoffen zu thiin haben, eine höhere Bezahlung beanspruchen,»m durch ein besseres Leben außerhalb der Arbeitszeit die Nachtheile der Beschäftigung einigermaßen ausgleichen zu können."— Bekanntlich sind die BerlinerSchristsetzer jetzt energisch bestrebt, ihre Lage zu verbessern. Die„liberalen" ZeitungSeigenthümer sind wie gewöhnlich den billigsten Forderungen entgegen; doch kann man mit Bestimmtheit jetzt schon sagen, daß die Setzer, nicht die Offizin- besitzer siegen werden. Die Zahl der Buchdruckereien, welche den neuen Gehülsen-Tarif angenommen haben, ist bis--cw'; nahezu 30 gestiegen, darunter fast alle größeren BuchWtickerefW: Die Zahl der darin beschäftigten Mit- glieder dürste sich aus über 400 belaufen, ziemlich die Hälfte der Ver- einsmitglieder. Die Gchülfen find über Erwarten einig und opferwillig, und haben außerdem eine nachhaltige Stütze an demk—7000Mit- glieder zählenden den tschen Ver b and. Eine Anzahl der bisherigen Nicht-Vereinsmitglieder ist in Folge des Strikes in den Verein ein- getreten. Die Aussicht ans Erfolg wird den Gehülfcn noch wahrschein- l ichcr gemacht durch die schwankende Haltung der jetzten, ebenfalls am Mittwoch Abend stattgehabten Prinzipal- Versammlung, j,, welcher namentlich von Seite größerer Buchdruckcreibesitzer eine„Versöhnung" und„Friedenschluß" vorgeschlagen wurde— freilich mit Hinblick auf pätere günstigere Zeit für die Prinzipale, in welcher sie eher im Stande ein wurden, für sich vortheilhaftere Bedingungen erlangen zu können. Berlin. Schon seit lange hat der demokratische Arbeiter- Verein Hierselbst im„Volksstaat" nichts von sich hören lassen. Für so manchen auswärtigen, nach Berlin kommenden Parteigenossen dürfte es jedoch von Interesse sein, daß die Versammlungen dieses Vereins, die sich gegenwärtig einer recht regen Betheiligung erfreuen, alle Montag Abends, Alexanderstr. 31, im Restaurant Kohlweck stattfinden.— Den 21. d. M. feierte erwähnter Verein in den großen und schönen Räumen des Kunze'schen Salons, Thorstr. 9, sein drittes Sti-'tu ngs- hob, daß das diesjährige Stiftungsfest wohl im Frieden begangen werde, dieser sei aber doch nichts weiter als ein kurzer Waffenstillstand. Fast in allen Familien herrsche in Folge des letzten Krieges Trauer; die größte Trauer verursache jedoch die Thatsache, daß in unserer heutigen so vorgeschrittenen Zeit es noch möglich ist, unschuldige Menschen wider ihren Wille» schaarenweise zur Schlachtbank zu führen. Auch unseren Verein hat so mancher Sturm getroffen; wenn auch blos ein einiziges Mitglied während des verflossenen Jahres eingekerkert und verurtheilt worden ist, so hatte doch der„glorreiche" Annexionskrieg mehrere Mitglieder dem Vereine auf lange Zeit entführt. Erfreulich ist es jedoch andererseits wiederum, daß dieselben alle unversehrt zu rückgekommen und den sozial-demokratischen Prinzipien nach wie vor treu geblieben sind. Unsere Devise lautet: Gerechtigkeit und Freiheit jedoch angesichts unserer heutigen sozialen Verhältnisse, kann von der; Verwirklichung derselben nicht im Entferntesten die Rede sein. Die ökonomische Abhängigkeit, der die Majorität der Bevölkerung mehr oder minder unterworfen ist, bildet den Urquell aller Urfreiheit. Es ist cinestheils zu verwundern, daß die Partei, die für die Prinzipien der wahren Humanität in die Schranken tritt, eine verhältnißmähig so geringe ist. Jedoch ein Blick in die Geschichte genügt, um dies erklärlich zu macheu, und zu zeigen, daß die Wahrheit trotz aller Ver- folgungen sich unaufhaltsam Bahn bricht. Möge ein Jeder bedenken, daß das Einzelwohl in dem Gesammtwohle gipfelt und dieserhalb ein Jeder nach besten Kräften für die Verwirklichung unserer Ideen ein treten. Diese Aufforderung ist auch gleichzeitig an die Damen gerichtet, die als Gattinnen und Mütter, resp. Erzieherinnen auf das Nachhal- tigste zu wirken vermögen. Möge» sie sich nicht bethören lassen von der so oft gebrauchten Phrase:„Es helfe doch nichts." Sie haben zuni Mindesten, wenn sie am Abende ihres miihevollen Lebens ange langt sind, das gewiß schöne Bewußtsein: für ihre Kinder etwas ge- than zu haben. Möge der heutige Abend nicht blos«in Abend des Genusses sein, sondern möge er auch einen dauernden Eindruck auf alle Anwesenden hervorbringen. Dieser mitgroßemsBeisall aufgenommenen Rede schloß sich ein Prolog, verfaßt und gesprochen von Josewicz an, den ich mit Erlaubniß des Letztgenannten mir auch einzusenden vorbehalte. Nach nochmaligem Quartetr-Gesang bestieg Kwasniewski, als Festredner die Tribüne. Derselbe schilderte in eingehender und sehr lehrreicher Weise die Eigeulhümlichkeit der Ehen bei den verschiedenen Völker» des Allerthums und des Mittelalters. Redner ging alsdann auf unsere Gegenwart über, in der die Frauen eine verhältniß mäßig viel traurigere Stellung als die Männer in der Gesellschaft einnehmen. Das Proletarier-Mädchen ist genöthigt, entweder, indem eS arbeitet, sich unter das Joch des Kapitals zu beugen, oder sich in einen für sie widerwilligen Ehestand zu begeben, oder drittens dem Laster der Prostitution anHeim zu fallen. Es werde uns allgemein der Vorwurf gemacht, daß wir die Ehe abzuschaffen und die Familie aufzuhebenWillens seien. Allein gerade unsere heutigen sozialen Institutionen bedingendas, was man unsvorwirft, während unsere Bestre- bungen auf die wahre Herstellung der Ehe( aber nicht der Zwangsehe, wie sie heute besteht) und der Familie gerichtet sind.„Rur im freien, so zial-dcmokratischen Bolksstaat sind vorerwähnte Uebel radikal zu beseitigen." Zum Schlüsse des ersten Theiles trug Frau Rubenow in begeisternder Weise ein Gedicht:„An die From men" vor. Unter den rauschenden Klängen der Musik reihten sich nun die Paare zum Tanze und blieb die ziemlich zahlreiche Gesellschaft in fröhlichster Stimmung bis fast zu des Tages Grauen bei einander. Er wähnenswerth ist noch, daß in Folge einer Aufforderung v on I o s e w i c z, derer zu gedenken, die für unsere Prinzipien im Kerker schmachten und deren Familien, nun ihrer Ernährers für einige Zeit beraubt, hiflos da stehen, eine sofortige Sammlung vorgeuommen ward, welche circa 10 Thlr. ergab.' Hugo Friedländer. Thalheim, d. 18. Okt.(Vcrbrüderungsfeft in Stollberg.! Schon längst war es der Wunsch aller Parteigenossen hier und in der Umgegend, ein Fest zu veranstalten, zu dem unser vormaliger Reichstagsabgeordneter, Herr Liebknecht, eingeladen werden sollte. Derselbe hatte längere Zeit vorher schon versprochen, seinen Wahl kreis zu besuchen. Denn, sind wir auch bei der Wahl unterlegen, indem das Philisterthuin der oberen Distrikte Liebknechts Wiederwahl vereitelte, so bewahren doch alle bewußten Arbeitcrwähler die alte Anhänglichkeit an die Sozialdemokratie und stehen nach wie vor in geschlossener Phalanr hinter ihremwahrenVertreter. Freilich gehörte erst die gericht- liche Erlaubniß dazu, seinen Wählern diesen Besuch abzustatten. Die Räume des Stollbergcr Schießhauses beherbergten am 1. Oktober eine freudige und von begeisterter Feststimmung gehobene Menschenmenge; durch Telegramm benachrichtigt, hatten die Stollbergcr Parteigenossen schon Sonnabend einen Boten nach Hohenstein zur Begrüßung und Abholung Liebknechts gesandt. Mit ihm zugleich kam Freund Bohne aus Ernstthal. Obwohl das Wetter sich nicht besonders günstig gestaltete, indem die Wolkenschieber wahrscheinlich im Strike begriffen waren, zogen doch die Arbeiter ununterbrochen einzeln und in Gru pen aus den um liegenden Ortschaften herbei. Vertreten waren: Lößnitz, Zwönitz, Geyer, Thalheim, Hormersdorf, Gornsdorf, Hohenstein Ernstthal, Mülscn, Luga», Würschnitz, Ober- und Mittel dorf-c. Eröffnet wurde das Fest durch die Begrüßungsrede des Stoll berger Vorstandes, Herrn Frenze!, worauf eine Musikaufsührung folgte. In lautloser Stille lauschte hierauf die dichtgedrängte Menge den Worten des Parteigenossen Liebknecht, der nun die Festrede hielt. Derselbe dankte zuvörderst seinen Wählern für die ihm bewiesene Treue und Anhänglichkeit; der 19. Wahlbezirk sei ihm als seine zweite Heimath ins Herz gewachsen, das Band der Gesinnungsgleichheit, be festigt durch die Erinnerung an die gemeinsam durchlebten Kämpfe, sei unzerreißbar. Was Redner in seiner ebenso scharfen als gerechten Kritik der heutigen jozial-politischen Zustände sonst noch sagte, ist mir nicht möglich, in detaillirter Form wiederzugeben. Er sprach von den entrissenen Menschenrechten, von dem Jahrtausende langen Kampfe um dieselben, von den Opfern des Kampfes, von den unaufhörlichen Verbreche» und Vergewaltigungen der herrschende» Klassen, welche sich wie ein rother blutiger Faden durch die ganze Weltgeschichte ziehen, von dem jetzigen Massenelende;— der gemordeten Helden, der Märtyrer der Pariser Kommune wurde besonders ehrenvoll gedacht, und man sah es an den hlitzcndenAugen, an dem Zucken derGesichtsmuskeln derZuhörer, wie tief der Haß gegen die unmenschlichen Henker im Volksherzen Wurzel geschlagen hat. Einst ivird man staunen über das Gedächtniß des Volkes. So standen sie da, die ernsten Männer der Arbeit, in leiden- schaftlicher Gier den Worten des Redners lauschend, die Herzen er zitternd von Begeisterung und Zornesgluth. Eine kurze Darlegung des Wesens der„Internationalen" folgte, und zum Schluß legte der Redner den sehr zahlreich anwesenden Frauen dringend ans Herz, daß auch sie berufen wären, in dem großen heiligen Kampfe zu kämpfen; gerade die Frauen als das fein- fühlender« Geschlecht hätten doppelt zu leiden unter den jetzigen so- zialen Verhältnissen und also ein doppeltes Interesse, sie abzuändern. Sie sollten sich jene heroischen Frauen, die den Männern im Kampfe voranstanden, von den Zeiten des Werthums bis auf die jüngsten Ereignisse in Paris, wo dieselben es an Opfermuth unh Todesverachtung den Männern gleich, ja zuvor thaten, als leuchtendes Beispiel nehmen. Unter einein vielhundertstimmigen Bravo endete die Festrede, welche unzweifelhast einen bleibenden Eindruck in allen Anwesenden zurückgelassen hat. Nachdem die Musik wiederum gespielt, ettönte das Proletarier- licd nach der Melodie der„Wacht am Rhein" als Massengesang. Die Herren Demmler, Bohne und Unterzeichneter sprachen hieraus von dem eigentlichen Sinne und Zweck des heutigen Verbrüderungs- festes, daß die Arbeitcr-Fraktionen aufgehört hätten, sich zu zerfleische» und sich von herz- und gewissenlosen politischen Hanswürsten am Narren seil herumführen zu lassen— zu nnseremSchaden und allen Arbeiterfeinden zur höhnischen Freude. Es folgten dann einige komische Vor- träge, meist sozial-politischer Natur, welche die Anwesenden fesselten; so baß die Zeit bis 8 Uhr Abends in der angenehmsten Weise verstrich. Herr Liebknecht selbst schien es ausnehmend gut zu gefallen, den» die erzgebirgischen Arbeiter sind durchweg gemnthliche Leute(leider den Bedrückungen der Kapitalmacht gegenüber oft zu gemüthlich, wovon ich ihnen einige Pröbchen später noch mittheilen will). Der darauf folgende Ball, verbunden mit Gesängen, Deklamationen und Festtafel hielt uns bis zum anbrechenden Morgen zusamnien. Nichts störte die Harmonie der Freude. Die Gegner, welche uns Manael an BiN-ir«-' Parallel mit der deutschen Z ehnstundenbewegung, nur stetiger im Vorschreiten, geht die englische Neunstunden- dewegun g. Seit dem Sieg von Newcastle tritt das Proletariat Englands überall für den9 stündigen Arbeitstag in die Schranken. In London, Creme, Bridgwater, Birmingham, Nottingham, Manchester, Ashton, Staleybridge, Sheffield und andern nam- hasten Industriezentren haben bedeutsame Kundgebungen statt- gesunden, und viele Fabrikanten haben sich bereits„freiwillig" gesügt. Der baldige Erfolg der Neunstundenbewegnng wird durch die treffliche Organisation der englischen Gewerkschaften verbürgt. Bei gleicher Organisation hätten die deutschen Ar- beiter den von ihnen angestrebten lOstündigen Normalarbeitstag längst errungen. Mögen sie sich an den englischen Arbeitern ein Exempel nehmen und die jetzige Gelegenheit zur Äiachholung des Versäumten benützen! Die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation muß nun Jedem klar geworden sein. Wir sind unorganisirt in den Kampf gedrängt worden,— lernen wir im Kampf uns organisiren! Carl Hirsch, bisher Redakteur des„Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund" und, während der Haft der Re- dakleure des„Volksstaat", Leiter dieses Blattes, ist mit voriger Woche indieRedaktionderBerliner„Deml.kratischen Zeitung" ein- getreten. Wir benutzen diese Gelegenheit, um unsere Parteigenossen zur thaikräftigsten Umerstützung der„Demokratischen Zeilung" aufzufordern, deren Erhaltung und möglichst weite Verbreitung im Interesse unserer Partei liegt._ Die Publikarion de«„Keveil International" in Genf, besten Erscheinen wir neulich anzeigten, ist, um die Fonds der Partei nicht zu zersplittern, wieder eingestellt worden.— Die „Ubertä" in Brüs sel, die nach Gründung der Pnriser Com- mune zum täglichen Blatt erweitert wurde, erscheint von jetzt an wieder im alten Format als Wochenblatt.— Unter der Leitung des bekannten Sozial-Demokraten Motiu erscheint seit Mitte des vorigen Monats in Paris ein sozialistisches Tageblatt im größten Format, der„ Radieal"*), der bereits über 20,000 Abonnenten Zählt. Nürnberg, 23. Oktober. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß d>e sozial- demokearifche Ideen in den hiesigen Är- beit-rkreisen sruchlbaren Boden gesunden haben, dann wäre die gestrige Ardeiter oe> samml ungwohl dazu angethan gewesen, denselben in über- zeugender Weise zu liefern. Plakate hatl>n zu derBcrsammlung ein- geladen,„um gegen die Großindustrie, die Berdrängerin des Kleingewerbes, die uns zu wahren Lohnstlaven herabwürdigt, wenn wir nicht noch zur rechten Zeit in grschlosscnen Reihen gegen sie Front machen, vcrzugeheir". In dichten Schaare» strömte die Ärbeilerbevol- kerung in das Versammlungslokal; wohl gegen 4000 Arbeiter waren daselbst anwesend, während eine große Anzahl sich wieder eutsernen mußte, da die Lokalitäten nicht allen, die solches beabsichtigt hatteii, die Betheiligung an den Verhandluiigen genatteien. Zuerst wurde von einem Redner unter lautem Beisall der Versammlung die Berech- tigung der Forderung einer zehiistündigen Arbeitszeit dargelegt. Von einem andern Rediier wurde dann milgetheill, daß die Herren Klett und Co., die Besitzer der hiesige» größten Fabrik-Etablissements, ihren Arbeitern Nachricht gegeben, daß sie vom 0. November an 10stündige Arbe lszeit ohne Lohnreduktion bewilligen, für Ueberstunden 25 Prozent Lohnerhöhung gewähren, außerdem eine Revision der Arbeitslöhne vor- iichnicn und Maßregeln gegen die Wohiiuiigsnoth trefsen wollten. Diese Offerte wurde jedoch verworfen; es formuliilin vielmehr die in der Vcr- sainiiiluiig anw> senden Klett'jchen Arbeiter ihre Wünsche in nachstehender Weise:„Eiiisühning der wstünd.gen Arbeitszeit, 25 Prozent Lohnei- höhung, festen.'ikkord, Wegsall derStrafstunden. lieb erst un den d ürfe n in keinem stalle stattfinden")." SämmtlicheanwesendeilArbeiterver- spiachen den Kletl'fäen Arbeilern, sie in ihrer Agitation zu unterstützen. Am Schlüsse der Versammlung theille der �Vorsitzende mit, daß er so- eben erfahren habe, daß militärische Vorkehrungen getroffen, die Hauptwache verstärkt sei; erfordere daher zu ruhigem Auseinandergehen auf. Diesem Appell wurde seitens der Theilnehmenden in vollem Maße entsprochen. Berlin. Am 20. Oktober hielten die Strumpfwirkergesellen ein« zuhUeicl) beiuchle Versammlung behufs Verbesserung ihrer Loh nverha lin is; c. Die Kommisston belichtete zunächst, daß hier ein sehr veischiebencr Gesellenlohn gezahlt wird, indem mancher Meiner lö%— 30 ptfi. weniger zahlt als Andere. Ebenso war ermittelt worden, daß die O'esilleti überhanpr einen zu geringen Arnbeil am Meister lohn enipfinge». so daß bei Farriasieardeii die Meiäer nahezu*/, des Mcister- lohrns für sich behi.lren und der bunten Fangarbeilen ungefähr die Hälfie, es nun aber bei den Strumpfwirkern Deutschlands Sitte sei. den Eesellen'/« vom Meisterloh» zu verrechnen. Um nnn allen diesen unangenehmen Sachen ein Ende zu machen, wurde ein allgemeiner nach eben erwährrlcn Mißstände» höchst mäßig gehaltener Lohniaris festgestellt und die Kommissioii beauftragt, noch im Laufe dieser Woche eine Meislerversammlung zu berufen und, wenn se bige aus Widerspruch slieize, sich nach den Gerchäslen zu begeben und die Fabrikanten zu er- suchen, die Merstcrbücher vorzulegen, worauf denn ein sofortiger Sirike gegen die Meiner erfolgen würde. Berlin. Die General-Bersammlung des Berliner Akkordlräger- undBauarbeiter-Bereins, die am Sonnabend unter dem Vorsitz deS Herrn Grollkau stattfand, nahm folgenden Lohniaris an:„Für 1000 Steine mit Kalk im Souterrain 25 Sgr., im Parrerre 1 Thlr. 5 Sgr., für jeden folgenden Stock soll�eine Zulage von je 10 Sgr eintreten, während sich der Preis der Arbeit für die Dach-Ctage um 1b S r. steigern soll. Diese Sätze sollen aber nur gelten, wenn die Steine nicht weiter wie 30 Fuß vorn Leitergange entf.rnt stehen, und znrar bei einem Gewichte des einzelnen Steines von höchstens 5 Pfund, urid bei einer Höhe jeder Etage von höchstens 10 Fuß. Bei weiteren Entfernungen vom Leiter gange wird für je 20 Fuß eine Preiserhöhung von 2'/, Sgr., urid wenn in einer Etage zwei Rüstungen erforderlich sind, eine solche von 5 Sgr. berechnet. Wenn Akkordarbeiter erst selbst die Rüstung sertig stellen müssen, so muß ihnen die Stunde mit 7'/, Sgr., und wenn sie über einen vieitel Tag wegen Mangel an Stein, n oder sonstigem Material seiern müssen, eine Tagelohn-Ent- schädigung nach der versäiimten Zert und der Norm von 1 Thlr. per Tag vergüiigt werden. Dieser Tarif mit ausführlicher, Motiven ist durch de» Druck vervielfältigt, und soll dem Polier auf jedem Bau ein Eremplar davon übergeben werden, der auf Grund derselben eine Erklärung deS betreffenden Arbeitgebers herbeizuführen hat.— — Die Zinimcrges eilen haben ihren Tarif für die kürzeren Ar- beitstage von 10 Stunden einschließlich Pausen auf 1 Thlr. 2'/j, Sgr. sestgeftellt und folgende Resolution angenommen: In Betreff der Ab- sich, des Orisverci-ts der Zimmerer. Einigungsämter gründen zu wollen. erklären wrr, daß der eingeschlagene Weg ein falscher und nur darauf berechnet ist, die Einigkeit der Berliner Zimmerer zu zersplittern. Die Genera Versammlung erllärt endlich auf das Entschiedensir, den am 1. Dezember von den Meistern erfolgenden Bescheid abzuwarten und dann nur solche Einigungsämter anzuerkennen, welche von den in einer Generalversammlung gewählten Delegirten beschickt werden." Wien, Die Sinke der Wasfenarveiter ist siegreich b e- en del.— In der Modewaareudruckerei von Müller ist wegen beabsichtigter Lohnveränderung die Arbeit eingestellt worden. Bisher •) In einer der letzten Nummern des„üaäieal" ist der Aufruf der ChrMiiitzcr Arbeiter vollständ.g abgedruckt. Bravo! Der Normalarbeitstag mit Ueberstunden ist eine jämmerliche Komödie. Drängt das Geschäft einmal momentan so, daß die normale Arbeitszeit nicht ausreicht, so hat sich der Arbeit- Seber jedesmal erst mit seinen Arbeitern über au sna hin sw ei se «rlängerung der Arbeitszeit zu verständigen. Wo nicht, ist der �rinalarbettslag ein Widersinn, und hieße richtiger Normal üb er- betrug der Lohn 5 bis 10 st. die Woche, wovon jedoch Ist. 20 kr. für einen Gehilfen und 2V kr. Krankenkassensteuer abgerechnet werden müssen. — Auch die Rohrdrechsler haben die Arbeit eingestellt(Forderung: Iv-stündige Arbeitszeit und eine mäßige Lohnerhöhung); 21 Meister hatten bereits am 20. Oktober nachgegeben.— Der Abgeordnete und Tuchfabrikant Skene hat die Bewilligung der 10-Stunden-Arbeit ehrlos zurückgezogen. JnNiemeSftrikendie Manufakturarbeiter derFirma K i r s ch n e r seu. Frankfurt a. M Am 3. Novbr. hat dahier eine Versammlung vieler Fabrikanten und Arbeitgeber der Met allbranche der Umgegend stattgefundeu, um gemeinsam Schritte„zur Abwehr der drohenden Strikes der Arbeiter" zu berathen. Man einigte sich vor- läufig dahin, keine Arbeiter zu beschäftigen, welche aus Veranlassung der Strikes außer Arbeit befindlich sind.(Merkt's Euch, Arbeiter!) Frankfurt a. M. Der Sirike in der Seifferl'schen Waggon fabrit dauert fort. Eine Einigung wäre schon erzielt worden, wenn die Eigenthümer nicht auf dem„iiiecht" beständen, die„Hauptführer" des Strikes zu maßregeln, resp. zu proskribiren. Der Strikc zu Köln und Nippes dehnt sich aus. Am 31. Ok- tober haben auch die in den Wagenwerkstätten der Köln-Mindner Bahn- gesellschaft in Teilt; crfclD beschäftigten Arbeiter die Arbeit einge- stellt. Elberfeld. Das Mitglied des Allg. deutsch. Arb. Vereins Karl Klein ist in Elberfeld zu Ende voriger Woche verhaftet worden und zwar wegen Aeußerungen, die er in Crefeld gethan haben— soll. Die Anklage ist gegen Klein wegen„Majestäisbeleidigung" erhoben. Nowawes Die Polizei sowohl als die Werkführer bearbeiten die hiesigen Wirihe, uns ihre Lokale nicht für unsere Versammlungen her- zugeben; die Polizei sogar mit versteckter Drohung der Konzessionseul- ziehung.— Herr Obermeister Schmidt berief, nachdem ich in einer Volksversammlung über den Noimalarbeilsiag referirt, eine Meisterver- fammlung, in der er das Thema zur Berathung aufwarf, wie den beiden sächsischen„Flüchtlingen"(Simon undResch) die hier'inder Ar- beiterwelt ibr Wesen trieben, beizukommen sei Resch. Frankfurt a. M. In der letzten Zeil wurden verschiedene Arbeiterversammlungen in Bockenheim abgehalten, in welchen sich die Slrikenven gegenseitig zum Ausharren ermunterten. Die Direktion der Waggonfabrik ist. immer noch nicht gewillt, nachzugeben. Einige wenige Arbeiter sind wieder in die Fabrik eingetreten. Die Feiernden haben bis jetzt einige Hundert Gulden Unterstützung von auswärts erhalten. Eine ziemliche Anzahl Schlosser und Schreiner fanden hier in Frankfurt Arbeit. In der letzten Arbeiterversammlung waren auchDelegirke des Maschinenbaucr-Verbandes aus Offenbach erschienen. Dieselben theilten mit, daß der dortige Verband bereits 1300 Mitglieder zähle und daß derselbe durch Entgegenkommen der Prinzipale einerseits und durch die ein>rächtige Haltung der Verbands- Mitglieder andererseits die zehnstündige Arbeitszeit und eine Lohner- höhiing durchgesetzt hat. Von Frankfurt und Offenbach wurden den Strikenden Unterstützungen zugesagt. Eine Sammlung zu Gunsten der Slrikekasse unter den nicht feiernden Arbeitern ergab ein befriedigendes Resultat.*)(Demokratische Zeitung.) Forst i. d. L., 1. November. Der Strike der Brandenburger Tuchmacher gab einer Anzahl hiesiger Arbeiter Veranlassung, eine Versammlung auf Sonnabend, oen 20 Oktober, einzuberufen, um darin für die Unterstützung der Brandenburger zu wirken. Der hie- sige Bürgermeister aber verbot das Anschlagen der Plakate und so mußte bei der kurzzugemessnen Zeit die Versammlung unterbleiben. Für nächstfolgenden Sonnabend erschien eine anonyme Einladung zu einer Arbeiterversammlung, die aber grade infolge der Anonymität der Einlader nicht stark besucht war. Parteigenosse Simon, der aus Nowawes hierher übergesiedelt ist, hielt einen Vortrag über den Nor- malaibeitstag und den Brandenburger Sinke und fand damit allge- meinen Beifall, auch beschloß die'Versammlung, die Unterstützung der feiernden Brandenburger durch freiwill ge Sammlungen in de» Fabriken. Bedauern müssen wir nur, daß die Brandenburger es nicht der Mühe werth gehalten, im„Volksstaat" darüber zu berichten. Leipzig, den 5. November. Während in einer großen Anzahl Fabrik eu die Forderung der 10slündigen Arbeitszeil Widerstands- los von Seilen der Fabrikanten zugegeben ist, erheben die Herren B-rgmann und Götjes in ihrer Fabrik lebhaften Wiederstand. Leider benehmen sich die Arbeiter dort auch nicht darnach, daß ihre Haltung den Herren Unternehmern sonderlichen Respekt einflößen könnte. Was soll man dazu sagen, wen» das Kom.lee der Arbeiter dort an das„gute Herz"»> d dem„strebsamen Geist" der Herren Fabrikbesitzer appellin? Das„gute Herz" mag da sein, wenn cs sich darum handelt, bei irgend einem Aufsehen erregenden Unglückssall oder auch bei«irrlem „patriotischen Unternehmen" eine Summe zu gewähren, welche ge- bührend in den Lokalbrättern erwähnt wird; sicher aber nicht, wenn es sich, wie im vorliegenden Falle, um eine Jnteressenfrage handelt. „In Geldsacherl hört die Gemllthlichkeit auf", das sagte seiner Zeit Girier, der es wissen konnte; wir sagen: Im Geschäft hört das„gute Herz" auf. Das sollten sich die Arbeiter merken. Der„strebsame Geist", an den sie ebenfalls appelliren, besteht darin, möglichst viel Profit zu machen, hat also mit sentimentale» Ariwandlungen für die Verbesserung der Lage der Arbeiter ganz und gar nichts zu thun. Die Arbeiter können nur dann etwas erreichen, wenn sie mit männlichem Selbstgefühl ihre Forderungen stellen und entschlossen find, dieselden bis auf's Aeußerste zu verfechten— nicht da- durch, daß man im Tone eines Bettlers sich an die Gnade der „Herren" wendet.— Im Gegensatz zu den Herrn Bergmann und Götj. s haben die Sw iders tische Fabrik und Schöne und Sohlt in Neuschönefeld b. Lpzg. freiwillig die zehnstündige Arbeitszeit und eine Lohnerhöhung von zehn Prozent bewilligt. Das ist ebenso anständig als vernünftig gehandelt. Leipzig. Maßregelung. Bereits 2 mal in diesem Jahre wurde ich von ineinen Arbeits-Collegen dazu animiri, eine Lohnerhöhung an- zustreben, ich habe mich aber jedesmal öffentlich dagegen ausgesprochen, weil ich im voraus ganz genau wnßre, wohin das führen würde; denn ich sah,.wie ein College von mir, welcher einmal von„Arbeitseinstellung" gesprochen halte, was dem Prinzipal hinterbracht worden war, sofort das Lokal verlassen mußte. Diese Maßregelung hatte gewissermaßen einen Schreck in meine Eollegen gebracht, jedoch hatte sich derselbe langsam wieder verloren, und die Existenzfrage trat trotz alledem wieder in den Vordeigrund. Ich wuyde ain 20. Oktober durch einstimmigen Beschluß meiner College» nochmals und zwar dringend gebeten, indem ich das Ver- trauen derselben einmal habe und auch am längsten in der Fabrik wäre,— ich bin beiläufig gesagt am 2. Rovbr. 1851 bei Claviaturfobri- kant, Herrn Wild, in, Arbeit getreten, also vor 20 Jahren— die Gründe der Lohnerhvhungs-Forderung schriftlich auszuarbeiten, was auch zu Aller Zufriedenheit geschah, und dieses Schriftstück unterschrieben meine Kollegen eigenhändig Unser Prinzipal, Herr Hugo Wild, dem wir das genannte Schriftstück zusandten, bequemte sich nicht eher zu einer Erklärung, als bis wir ihn nochmals daran erinnerten. Herr Wild gab nun folgende Antwort:„Ja meine Herren, Sie haben vollständig recht, aber Sie kölmen doch nicht verlangen, daß ich dies aus der Tasche zahlen soll. Na, es wird sich aber schon machen, und bis zu Weihnachten wird sich's wohl regeln; ich erkenne die Forder»«�-Ax gar nicht zu viel an!"— worauf er uns wieder entließ.'' Alle sammt und sonders über diesen ausweichenden Bescheid un- zufrieden, traten wir nochmals in gemeinsame Berathung, und ich wurde durch einstimmigen Beschluß beauftragt, schriftlich zu erklären: daß wir durch diese mündliche Erklärung nicht zufrieden gestellt sind, daß wir vielmehr eine bestimmte zusagende Antwort haben wollten, deun unsere Forderung, welche er'elbft für ganz gerecht anerkennt, und welche sich kaum auf 5% Lohnerhöhung beläust, könnten wir nicht bis zu Weihnachten aufschieben. Auch dieses Schriftstück, welcher ich zu Aller Zufriedenheit ausge- fertigt halte, übersandten wir dem Herrn Wild. Aber was geschah? In der größten Wutb betrat er die Werkstatt und erklärte, daß e, keine bestimmte Zusage gebe, indem wir verrückt sein müßten; und wem dies nicht anilehe, der könnte gehen. Als ich ihn auf die Un- schicklichkeit dieser Redensarten aufmerksam machte, wurde mir die Thüre gewiesen, und ich wurde geradezu als der Urheber der Bewegung hin- gestellt. Einige Kollegkn erklärten dagegen, daß dies nicht der Fall sondern unser Schritt im Einverständiuß Aller geschehen sei, worauf Herr Wild, die Thüre zubonnernd. das Lokal verließ. *)'Heueren Nachrichten zufolge ist der Strike infolge uuzureichen- Wir als Arbeiter durch diese Handlungsweise auf's tiefste gekrankt, verließen Nachmittags 5 Uhr das Lokal; es war am Doiiuerstag den 26. Oktbr. Den andern Morgen wurde von Herrn Wild ein Tarif in der Werkstatt angeschlagen, laut welchem nicht einmal die Hälfte der genannten 5% bewilligt wurde. Meine Kollegen hatten sich denselben Morgen an einem bestimmten Orte zusammengefunden, und um 11 Uhr wurde ihnen zu wissen gethan, was geschehen war; woraus selbige wieder in die Werkstatt gingen und ihre Arbeit wieder auf- nahmen, auch von Herrn Wild noch viele Versprechungen erhalten haben. Ich, keineswegs damit einverstanden, ging Nachmittags ebenfalls in die Werkstatt; ich sah sofort, daß mir meine Arbeit weggenommen worden war; ich ging nun zu Herrn Wild und, kaum hatte ich die Thür hinter mir zugemacht, so wurde mir bedeutet, daß inän für mich keine Arbeit mehr habe, indem ich an allem Vorgefallenen die Schuld ganz allein trüge; obschon ich nochmals erklärte, dies sei nicht der Fall.! und, um es klar zu beweisen, Herrn Wild ersuchte, meine Kollegen persönlich und in meiner Gegenwart zu fragen, ging er nicht da- rauf ein. Ich trat am 2. Novbr. 1851 bei Herrn Wild in Arbeit und wurde am 26. Oilober 1871 hinausgejagt. _ Bernhard Dethleffs. A« die Parteigenossen! Ihren Verpflichtungen gegen die Parteikassc sind ferner noch»ach-! gekommen: Leipzig und Rochlitz. Benneke, Kassirer. _ kl. Schäferkamp 34. I Zur gefälligen Notizuahme. Der Parleikassirer ö. Benneke, wohnt jetzt Kl. Schäferkanip 34. I Der Sekretär: Th. Tpnk. Kl. Schäferkamp 46 a.___ Die Leipziger Parteigenossen werde» hiermit ersucht die Organisation der«ammlungeil zur Unterstützung der strikenden Metallarbeiter in Ehemnifl energisch zu betreiben und alle Beträge an den Kastellan de» Arbeiter- BildungS- Vereins, Herrn Sadlich, Ritterstratze 1� 2 Tr. gelangen zu lassen, der sie schnellstens nach Ehemnil; übermittelt. Man bedenke, datz wer rasch gibt, doppelt gibt) Für die strikenden Maschinenbauer in Chemnitz. empfangen von Arbeitern der Westlichen Staalsbahn 3 Thlr. 25 Gr| Bon Arbeitern der Westlichen Staatsbahn 2 Thlr. 26 Gr. Gesammell i in einer Restauration in Neuschönefeld 22 Gr. Von den Arbeitern der Hesse'schen Nähmaschinenfabrik 2 Thlr. 11 Gr. Im sozial- dem«-'! krakischen Arbeiterverein zu Darmstadk gesammelt 3 Thlr. W. Liebknecht. Vom Vergnügen der Schlosser im Parkschlößchen 2 Thlr. 12 Ngr. j 2 Pf.— 2 Thlr. 27 Ngr. gesammelt vom Ärbeiicr-Bildungs-Vereln. — 2 Thlr. 23 Ngr. Kästner'sche Fabrik, Leipzig,_ Hadlich. Briefkasten der Redaktion. Lehmann Rochlitz. Ihr Auftrag ist besorgt.> — H. W. Hohenstein-Ernstthal. In nächster Nummer.— Der er- f wartete MHche Gesammt-Agilalionsberichl war die Ursache, daß Jh> Einzelberichl zurückgelegt wurde, wie zu Ihrer Entlastung gegenüber Ihren Auftraggebern hiermit wiederholt konstatirt wird.— W. Fran- kenhausen: in nächster Nummer.— F. und H. in St. Micheln und i Mahl in H., ebenso H. F. in Berlin und B. in Darmstadl: In nächster Nummer. Kbnnccke in Spandau: DieAnnonce kam zu spät für letzte Nummer. der Erpedilion: Aus Gohlis für die strikenden Chemnitzer � 10 Ngr. Krz. München: die verlangte Schrift vergriffe». 1 Thlr. 18! Ngr. 5 Pf. an den Fond für polil. Gemaßregelle abgegeben; durch Kolbl von den Arbeitern der Kästner'sche» Geldschranksabrik hier 3 Thlr 1 23 Ngr; und 2 Thlr. 27 Ngr v. Arb.-Bildungsoerein'für die sinken! den Arbeiter von Chemnitz._ Aufforderung an Leopold Ja kobi in Berlin. Das Geld, da« Sie für die Mainzer Arbeiter der Gastet u. Harig'schen Fabrik gesendet haben, bedürfen wir nicht. Geben Sie uns Ihre Adresst an, um dasselbe Ihnen zurückschicken zu können; oder sollen wir es in Ihrem Namen an die Chemnitzer Arbeiter schicken? Mit Gruß: Mainz._ Martin Ohler. Aufforderung. Herr Eckart in Waldheim wird ersucht, die 43er„Zehn Gebote" I dem Parteigenossen Eduard Dittrich, Rochlitz, zuzustellen, resp. sie unserem Parteiorgane zum Abdruck zu geben.__ Zur Agitation i« Sachsen. Der Vertrauensmann Börner in Wechselburg wird erjuchl. I eine Volksversammlung abzuhalten, und die Leipziger Parteigenossen, j resp. der Ausschuß möge recht bald für den 14. sächs. Wahlkreis etwas thun, damit in Borna, Pegau und Umgegend Vereine gegrün-! det werden._ Lehmann aus Rochlitz. Augsburg.| Meinen werthen Parteigenolsen zur Nachricht, daß ich die Gast- wtrthschast des Herrn Schweizer Schloßermauer Lit. A. 613 � nächst dem Mittlern neuen Gang auf meine Rechnung führen � und von Samstag, dem 4. November an ausüben werde. Für gutes Bier und sonstige Getränke, sowie für kalte und warme Speise»> aller Art werde ich stets Sorge tragen und empfehle mich daher bestens> zu zahlreichem Besuche. kt. L. Neben der unvermeidlichen kaiserlichen Tagespresje Uegen auch noch mehrere sozialistische Blätter auf, u. A. der„Volk sstaal", I „Chemnitzer Freie Presse",„Tagwacht" zc. je. 61. Stoliberg. Für Rochlitz. Die Vereins-Versammlungen finden im Winterhalbjahr! nicht Sonnabend sondern Sonntag Nacbmittag in Hauswald's I Restauration, Leipzigerstr. No. 31, uatt. Pünktlichkeit der Mitglieder ist erforderlich, nicht bloß im Steuerzahlen, sondern auch im Vereins- besuch. Ed. Dittrich Muldengasse III. Einladungen zu Volksversammlungen u. s. w. von auswärts,> auf einen Sonnlag müssen in Folge der Verlegung unseres Vereins abends jetzt acht Tage früher zugesandt werden, weil sie sonst nicht rechtzeitig den Mitgliedern zur Kenntniß kommen könnten.—_ Für Leipzig. Sozial-demotratischer Arbeiter-Berein. Freitag, den 10. November Abends 8 Uhr: Versammlung im Saale der„goldenen Säge"(Restaurant„Victoria") Ecke der Dresdner- und Langenstraße. Tagesordnung: Sozial-politischer Wochenbericht(Ref. Atuch.)—, Ueber Eentralisalion(Bottrag von Liebknecht.) Gäste sind freundlichst willkoinmen. Der Vor staub. Einladung zum Abonnement auf die „Demokratische Jeitluig" in Berlin für die Monate tlovemlicr n»d Dejember 1871. Die„Temokrattsche Zeitung" erscheint wöchentlich sechsmal, Sonnabends in einer Doppelnummer, und kostet für auswärts 1 Thlr.! 1V Sgr. pro Quartal. Auf Erfordern ist die Expedition der„Tt- mokratischen Zeitung" bereit, den verhäktnitzmätzigen Betrag ür den Monat Oktober den neu hinzutretenven Abonnenten zurückzuzahlen.. Wir richten an alle Freunde und Parteigenossen die dringende Bitte, für die Verbreitung unseres Blattes unablässig thätig �u sein Redaktion und Expedition der„Demokratischen Zeitung" _ Elisabethstraße 15._ � Leipzig: Verantw. Redakteur W. Liebknecht(Redaktion:ch,x;tersstein-