M 103. Mittwoch, Cm 30. Dezember. 1871 Erscheint wöchentlich 2 mal in Leiptlg. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen bei In- und Auslandes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 18, F. Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 3 mal in Leipzig. AbonnementSprei»: Kür Preußen incl. Stempel- steuer 1KNgr.,für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Filialerpedition für die Per- einigten Staaten: ?. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. mNewyork Organ der soM-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Bekanntmachung. Die Redaktwn«nd Expedition des „Volksstaat" befindet fich vom 1. Jannar IS72 au Hohe Strasse Nr. 4 parterre Alle Briefe und Geldsendungen find von Neujahr au dorthin zu adresfireu. Mittwoch den 27. Dezember, als am dritten Weihnachtsfeiertag, erscheint der „Volksstaat" nicht. Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den„Volksstaat"; wir er- suchen unferei geehrten Leser, rechtzeitig das- selbe erneuern zu wollen, damit reine Unter- brechuug in der Zusendung einttete. Der Preis ist derselbe wie bisher, nnd beträgt in Preune» unter Zuschlag der Zei- tungssteuer pro Vierteljahr 16 Sgr., im üb- rigeu Deutschland nur 12Sgr. 42 kr. süd- deutsch. Die Buchhäudlerabounements sehen wir uns genöthigt für das Inland(für das Ausland tritt keine Veränderung ein) vom 1. Januar ab insoweit aufzuheben, l ls nicht mindestens 1U Expl. durch eine Bnchhaud- lnug bestellt werden. Die Abonnenten, wel- che also bisher Einzelbestellungeu bei Buch- Händlern machten, wollen dies künftig bei der Post thun.____ Parteigenossen! Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf unser Parteiorgan. Wir fordern Euch auf, kräftigst für dasselbe einzutreten und für seine w e i t e st e Verbreitung Sorge zu tragen. In keiner Fabrik, in keiner Werkstatt, wo Sozial- Demokralen arbeilen, in keiner Hütte, wo Sozial-Demokraten wohnen, darf Euer Parteiorgan fehlen. Die Bourgeoisie be- kämpft uns durch ihre Presse, die Regierungen durch ihre Beamten,— zeigen wir, daß alle Verfolgungen, weit entfernt, uns mürbe zu machen, nur unfern Much und unfern Eiser für die gerechte Sache der Arbeiterklasse erhöhen. Das Partei orga» ist die Waffe, womit Ihr falschen Wahn zerstört, Vor- urlheile beseitigt, Angriffe und Verleumdungen zurückweist und am wirksamsten für die Verbreitung der sozial- demokratischen Prinzipien kämpft. Thuc also Jeder, was er kann! zu dessen Unterstützung. Die Redaktion und Expeditwu des „Volksstaat." Ein Polizeidirettor. Wir theilen heute die versprochene ministerielle*) Bcr- ardnung in Sachen Mo st's mit. Dieselbe lautet: „Das Ministerium bei Innern hat auf den Vortrag der Kreis- Direktion zu Leipzig vom 6. September dieses Jahres, in Erwägung Abzogen, was von dem dortigen Polizeiamte gegen die auf die Be- ichwerden des Buchbindergesellen Most und Genossen bezügliche Ver- Ordnung der KreiS-Direktion vom 23. August d. I. vorstellig gemacht worden ist. Da es wünschenSwerth erschien, darüber Gewißheit zu erlangen, fw und zu welcher Zeit Most diejenige dreimonatige Arreststrafe ver- büßt habe, in welche er durch Erkenntniß des Landgerichts zu Wien bom 20. Juli 1809 verurtheilt worden ist, so hat zuvörderst hierüber bas Ministerium im diplomatischen Wege Erkundigung eingezogen stnd in deren Folge in Erfahrung gebracht, daß die gedachte Slrase "» höherer Instanz aus einen Monat herabgesetzt uud in der Zeit bom 20. Juli bis 20. August 1869 abgebüßt worden ist. LiegF nun hiernach in Verbindung mit Demjenigen, waZ bezüglich bes wider Most in Oesterreich ergangene», jedoch nachmals wieder Uujgehobenen anderweilen Stras-Erkeniilnisses von der Kieis-Direktion 'ichtig bemerkt worden ist, nicht vor, daß innerhalb Jahressrift, von bar am 30. Juni d. I. beschlossenen Ausweisung Most's aus Leipzig "u zurückgerechnet, eine Bestrasung des Letzteren stattgefunden habe, uu derer gesetzlicher AuSweisungsgrund vorhanden ist, die wider Most, U�lcher Angehöriger des Deutschen Reiches ist, eingeleitete Ausweisung Oerdings nicht als im Gesetze begründet angesehen werden. . Daß hiermit dem Polizeiamt, welches zur Zeit deS AusweisungS- ■"Schlusses von der geschehene» Kassation des wider Most in Oesterreich Üfsprochenen zweiten Straserkenntnisses noch keine Wissenschaft hatte On- Vorwurf gemacht werden soll, ist schon von der Kreis- Direktion hervorgehoben worden. . Was hiernächst die an Most erlassene Bedeutung betrisst, das Satten von Lorirägen in össcntlichen Versammlungen in Leipzig bei i» unterlassen, so kann ein so allgemein gehaltenes Verbot— '."dst abgesehen von dem nebenfächlichen Bedenken, daß die damit ver- Undene Strafandrohung nicht(wie es im Sinne von Z. 2 deS Deul- jT*" Strafgefe tzbuchs, verbunden mit 8- 3 der Verordnung vom 14. �»ember vor. Ii. liegt) auf eine bestimmte Strafe gerichtet ist— "'cht als auf genügender gesetzlicher Grundlage beruhend b» gesehen werden, a» ch erscheint d»e Seiten de« PolizeiamtS ü'Ichehene Bezugnahme aus die Blatt 10 der Akten in ') Sie geht vom Ministerium deS Innern aus, nicht von dem . J«ie geht vom ü'amllenum o« Justiz, wie wir irrthümlich gesagt. Abschrift befindlicheMinisterialverordnung insosernnicht zutreffend, als in dieser Verordnung keineswegs die Zulässtgkeit einer so allgemeinen Präventivmaßregel ausgesprochen und überhaupt von einem Verbote an einzelne Personen, als Redner in einer össent- lichen Versammlung auszutreten, nicht die Rede ist. Sollte jedoch das Polizeiamt im einzelnen Falleunter W-S und 12 des Vereins- gesetzes') fallende Bedenken finden, so würde ein an Mostzu erlassendes Verbot des Auftretens in einer bestimmten öffentlichen Versammlung an sich nicht für unstatthaft zu achten sein, da ein solches Verbot gegenüber des der Behörde in solchen Fällen zustehenden Befugnissei des Verbots einer ganzen Versammlung, nur als das wiuus�) zu betrachten sein würde. Dem Vorstehenden gemäß wolle die Kreis-Direktion das Polizei- amt mit Bescheidung versehen." Es ist also von der obersten Instanz öffentlich konstatirt, daß der Leipziger Polizeidirektor nicht weiß, was„im Gesetze begründet ist", und daß er sich Handlungen zuSchulden hat kommen lassen, die„nicht auf genügender gesetzlicher Grundlage beruhen." Ein schwererer Porwurf und zu gleicher Zeit ein schärferer Ver- weis für einen Beamten scheint uns einfach undenkbar; trotz- dem läßt Hr. Rüder im„Tageblatt" und in der„Deutschen Ällg. Ztg." den„Verweis" bestreiten. Run— wir kennen Leute, die Fußtritte empfingen und sich nicht beleidigt fühlen. Es ist das eine Frage dkr— Epidermis, der leiblichen und moralischen. WaS den Schlußpassus des Erlasses betrifft, der die im Allgemeinen, en gros verbotenen Maßregelungen in jedem besonderen Fall, en detail erlaubt, so werden wir uns in nächster Nummer damit beschäftigen. Heute haben wir es mit Hrn. Rüder zu thun. Aus der letzten Nummer der amtlichen„Leipziger Ztg." ersehen wir, daß das Verfahren des Hrn Rüder, ehe die Most'sche Sache an's Ministerium ging, schon von der Kreis- direktion für ungesetzlich erklärt worden war. Unddie„Leipz. Zig." ist so grausam, den betreffenden Bescheid abzudrucken. Derselbe lautet: „Die Königliche KreiS-Direktion hat auS den vom Polizeiamt Hierselbst mit Bericht vom 6. vorigen MonatS anher eingereichten, im Anschlüsse zurücksolgenden Akten Rep. II. Nr. 4423, ingleichen aus der an das Polizeiamt gerichteten, ebenfalls zurückfolgenden Beschwerde- schrift des Buchbinders Johann Joseph Most aus Augsburg von den Beschwerden, bez. Rekursen Kenntniß genommen, welche von dem nur- genannten Most, ingleichen von dem Drechslermeister Bebel Hierselbst dagegen erhoben worden sind, daß dem Most vom Polizeiamt daS Hallen von Vorträgen in össentlichen Versammlungen hiesiger Stadt bei Strafe verboten, demnächst aber auch Most aus hiesiger Stadt aus- gewiesen und ihm die Rückkehr hierher bei Strafe verboten worden ist. Nun kann es zwar einem begründete» Zweifel nicht unterliegen, daß das Polizeiamt auf Grund der ihm zugegangenen amtlichen Mit- theilunqen aus Wien, wonach Most in Oesterreich einer zweimalige» strafrechtlichen Verurtheilung wegen schwerer Verbrechen unterlegen, nach Maßgabe der Bestimmungen von � 3 des Bundesfreizügigkelts- gesetzes zu Ergreifung der Ausweisungsmaßregel gegen Most, unge- achtet derselbe Angehöriger des Deutschen Reiches ist, ausreichende gesetzliche Veranlassung hatte. Inder vonMost nachträglich ein- gereichten Vorstellung ist indessen bestritten worden, daß er, obschon in Oesterreich strafrechtlich verurtheilt, auch wirklich bestraft worden sei, und es ist deshalb dieser letztere Punkt im Wege diplomatischer Vernehmung mit der k k. österreichisch-ungarischen Regierung zunächst festzustellen gewesen. Die hierauf eingegangene Mittheilung deS k. k. Justizministenums. von welcher Man zur Kenntniß des Polizeiamts Abschrift beifolgen läßt, stellt es nun allerding» außer Zweifel, daß, obschon Most einen Theil der ihm strafgerichtlich zuerkannten Strafe bereits verbüßt gehabt, das Erkenntniß. auf Grund dessen er zur Verbllßung in die Strafanstalt eingeliefert worden, im Revisionsversahren wegen eines Form- sehlers als null nnd nichtig aufgehoben worden zu einer Wie- deraufnahme deS Prozesses aber auS dem Grunde nicht zu gelangen gewe'en ist, weil inzwischen die kaiserliche Amnestie vom 7. Kebruar d. I. ergangen war, wodurch nicht nur allen w gen des Verbrechens des Hochverrdths verurtheilten Personen die noch nicht abgebüßte Strafe erlassen, sondern auch verordnet wurde, daß wegen solcher strafbaren Handlungen von jedem weiteren Strafverfahren abgelassen werde. Unter so bewandten Umständen der Thatsache, daß Most aus Grund eines Straserkenntnisses, das wegen Formfehlers vom obersten Gerichtshof als null»nd nichtig anfgcboben worden ist. eine-seit lang in einer österreichischen Strafanstalt zugebracht hat, die in tz ß des Bundeisrei- zügigkeitsgesetzes an das Moinent der Bestrasung geknüpfte Berechtigung zu polizeilicher Aufenthaltsbeschränkung beizulegen, hat die Königliche Kreis-Direkiion Bedenken tragen müssen und demnach befunden, daß von der über Most verhangenen Answeisung zur Zeit abgt- sehe» werde. Auch hat Man vas ihm ertheilte Verbot, in össent- lichen Versammlungen hiesiger Stadt Vorträge zn halten. nicht ausrecht zu erhalten vermocht da dasselbe, in solcher Allgemeinheit wenigstens ertheilt in den rechts- und landes- »esetzlichc» Bestimmungen ausreichende Rechtfertigung nicht ndet. Das Polizeiamt erhält Verordnung, die Beschwerdeführer, deren Anbringen nnd Rechtsmittel nach Vorstehendem in der Hauptsache Er- lediguug finden, entsprechend zu bescheiden und da! weiter in der Sache Erforderliche zu besorgen. Leipzig, den 23. August 1871. Königliche Kreis-Direktion. v. Burgsdorff." Herr Rüder hat, soviel wir wissen, entgegen dem Be- fehl der KreiSdirektion, die Beschwerdeführer nicht beschieden, sondern einfach an das Ministerium Rekurs ergriffen, ohne die Beschwerdeführer wissen zu lassen, daß sich die KreiSdirektion ür sie und gegen ihn entschieden hatte. Rette Disziplin! Den Bescheid der Leipziger Kreisdirektion auf den Rekurs Liebknecht'?(wegen der polizeilichen Berunheilunz zu 8 Tagen Gefängniß aus Anlaß des Aufrufs zu Sammlungen für die Chemnitzer Sinkenden) sind wir zwar nicht in der Lage, wörtlich mitzulheilen, aber sein Inhalt ist folgender: Räch§. 104 der Armenordung war zwar die vorherige Genehmigung zum Erlaß des Aufrufs geboten. Aber nach ') Befürchtung einer Störung der össentlichen Ruhe jc. *•) Da» Geringere. § 2 des deutschen Strafgesetzbuches kann eine Handlung nur dann mit Strafe belegt werden, wenn diese Strafe gesetzlich bestimmt war, bevor die Handlung begangen wurde. Run enthält aber der§ 104 der Armenordnung, gegen welchen Lieb- tnechr verstoßen haben soll, k c i n e S t r a f a n d r oh u ng; auchjist Lieb- knecht seitens der Polizei vorher nicht verwarnt oder mit Strafe bedroht worden, denn die Strafen, die ihn v o r dem Inkrafttreten des deutschen Strafgesetzbuches getroffen haben, können hier nicht in Betracht kommen: Also ist die Bestrafung unter den ob- waltenden Umständen unzulässig und dieAnnullirung dcsPolizci- Erkenntnisses und Liebknechts Freisprechung von Strafe und Kosten geboten.— Der Herr Polizeidirektor, welcher jetzt noch reaktionärer ist, als die Kreisdirektion und das Ministerium, hat freilich — wie unfern Lesern bereits bekannt— vor 22 Jahren eine ganz andere Rolle gespielt. Damals fürchteten seine demo- kratischen Anhänger, er würde wegen seiner Freisinnizkeit nicht als Stadtrath bestätigt werden; jetzt geht er sogar seiner Oberbehörde zu weit rückwärts. Mau lese nur zur Beur- theilung des Renegaten, was am 4. August 1849 das„Leipziger Reibeisen"— ein von sogen.„Radikalen", welche heute zumeist Bismärcker und noch Schlimmeres sind geleitetes Alarm-Blatt, — schrieb: „Was werden wir nun noch für einen Stadtrath be- kommen? Den Dr. Rüder schwerlich, denn dieser sagt der Biedermann'schen Coterie nicht zu, und seine Bestätigung dürfte ebenfalls abzuwarten sein, da seine Gesinnung mit der monarchischen Staatsoerfassung des Herrn v. Beust kollidiren(in Widerstreit gerathen) könnte, ingleichen dcrHerr Kreisdirektor auch nicht sein guter Freund ist." Und dieser selbe Dr. Rüder ist heute noch beustischer als Beust selbst, chikanirt uns durch dieselben Bcust'schen Gesetze von 18S0, die er vor 22 Jahren aufs Heftigste be- kämpft hat. Auch heute ist„der Kreisdirektor nicht sein guter Freund", aber aus dem entgegengesetzten Grunde als vor 22 Jahren. Ist es da ein Wunder, daß Herr Rüder bei dem größten Theil seiner Untergebenen gerade so beliebt ist wie bei den Sozialdemokraten? Doch Hr. Rüder kompromittirt nicht bloß sich selbst. Die Polizeithaten des Herrn Rüder haben überall, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, das peinlichste Auf- sehen erregt, und werfen auf das ganze Sächsische Regierunas- system, dem man bisher den Charakter relativer Gesetzmäßig- keit zugeschrieben hatte, das nachtheiligste Licht. Wie aus den Bescheiden und obligaten Verweisen in Sachen Mossss und Liebknecht's zu folgern ist, sind freilich die höheren Behörden keineswegs in Uebereinstimmung mit Herrn Rüder, allein wenn ein Beamter, der wegen mangelnder Gesetzeskunde öffentlich getadelt werden muß, der sich Rechte anmaßt, die nur Richtern zukommen, und willkührlich Theorien aufstellt, vor denen man selbst in den Zeiten der tollsten Demagogenhetze sich scheute,— wenn ein solcher Bcamler im Amte gelassen wird, dann er- klärt sich die Regierung solidarisch mit ihm. Die Spanische Regierung hat dies begriffen, und den Generalprokurator von Madrid, der einen ähnlichen Utas, wie Herr Rüder, gegen das Vereins- und Versammlungsrecht er- lassen, ohne Federlesens abgesetzt.(S. Frankfurter Zeitung vom 14. d.) Die Oe streichische Regierung hat es begriffen, wie folgend« amtliche Mittheilung der Wiener„Presse" besagt: „In Berücksichtigung des Umstandes, daß die Achtung vor dem Gesetze durch nichts mehr geschädigt wird, als durch die willkürliche Anwendung desselben; in weiterer Berücksichtigung, daß die zur Ueberwachung von Ver- einsversammlungen entsendeten Polizei- Kommissäre in vielen Fällen ihre persönliche Reizung über die strikten Gesetzvor- schriften stellen und durch taktlose Einwürfe oder wohl gar unmotivirle Auflösungen von Bereinsversammlungen der Achtung vor dem Gesetze gerade in denjenigen Kreisen, wo sie am meisten gewahrt werden soll, Abbruch thun, hat der Justizminister Glaser dem Minister des Innern den Vorschlag gemacht, diejenigen Polizei-Lrgane, welche ihren Wirkungskreis als„landes- sürstliche Kommissäre" nicht genügend kennen und diese ihre Unkenntnitz auch schon wiederholt bewiesen habe« von dieser Dienstleistung zn entheben. Freiherr v. Lasier ist auf diesen Vorschlag ohne weiteres Bedenken eingegangen." Wird auch die Sächsische Regierung es begreifen, daß „die Achtung vor dem Gesetz durch nichts mehr ze- schädigt wird, als durch die willkürliche Anwendung desselben?" Und wie lange wird sie noch Herrn Rüder er- lauben, durch sein ungesetzliches Handeln und seine Aufhetzereien, wie er selbst sich ausdrückt„zu Gesetzesüb er tre taugen geneigt zu machen?" C a r l H i r s ch ist aus privaten Gründen von der Re- daktion der„Demokratischen Zeitung" zurückgetreten; dadurch wird aber die Richtung des Blattes in keiner Weise berührt. Lübeck, jetzt der all eini ge Reda kt eur, hat sich ausdrücklich auf den St andpu nkt desEisenacher Programms gestellt Wir legen es daher unfern Partei- genossen ans Herz, der„Demokratischen Zeitung" nach wie vor ihre Sympathie zuzuwenden, und nach Möglichkeit für die Verbreitung derselben zu wirken. Castelars Rede für die Gedankenfreiheit. (Gehauen in der Cortes-Debatte über die, gegen die Inter- nationale Arbeiterasioziation in Spanien beabsichtigten Wtaaßregeln�) Ich gestehe, daß ich mich stutzig, wie niemals, in dem Augenblicke fühle, in deui ich zum Kampfe gegen die Politik auftrete, die in den hochwichtigen Erklärungen des H»rn Ministers des Innern enthalten ist. So viele Zweifel und Schwankungen, jo viele„Ja und Nein" über dieselben Dinge, so viele greifbare Äiderspriiche binnen so kurzer Zeit, entziehen jede Möglichkeit, den praklWeii Sinn wie den greifbaren Zweck dieser Debalie zu erkennen, in welcher wir bald als ein Tribunal von Richtern, bal� als eine Akademie der nationalökono- mischen und juridifchen Wissenschaften, bald wieder als ein Kollegium von Rathsherren erscheinen, bei dem die Regierung Auiklärnna sucht, — so daß wir Alles eher sind, als eine gesetzgebende Versammlung. Aber Fragen von dieser Tragweite können nicht in solcher Weise vor die höchste Versanimlnng gebracht werden. Die Diskntirung von Prinzipien gehört den Umversiuuen an. Wenn hier berathen wird, haben Beschluß und Aktion unmittelbar auf dem Fuße zu iolgen; so gesteint es der gesetzgebenden Volksveriretung. Aus der gegenwärtigen gelehrten Stuiifrage jedoch kann ich nicht entnehmen, was wir in dieser Debatte sind.— ES bilden sich Affostatronen, das kann nicht verboten werden, denn ihr verfassungsmäßiges Recht, zu exi stiren ist eben so heilig, wie das des Königs, zu regieren. Nun könnte aber die Ausübung ihres Rechtes Vergehen odei Verbrechen veranlassen, darüber ist das Grundgesetz sehr klar. Sind die Schuldigen Einzel- Personen, die einer Assoziation augehören, so strafe man die Ein- zelpcrsonen und lasse die Vereine iii Frieden; süid die Mittel und Zwecke der Assoziation strasbar, so dürfen die politischen Verwallungsbehörden nichts anders thun, als die Assoziation zeitweilig ausheben, und sie unverioeilt vor die ordentlichen Gerichte ziehen. Wie diese über das Mein und Dein, so werden sie auch zwischen der öfsent- lichen Gewalt und Freiheit, zwischen der Regierung und der Assoziation entscheide». Ist die Asfociauoii moralwidrig, beabsichtigt sie sträfliche Handlungen, so schrecke der Staatsanwalt ein; ist aber die Asiozia- lion jo stark, daß ihre Miiexistenz mit dem Staate nicht zulässig wäie, so bringe man hier ein Gesetz für ihre Abschaffung ein. Das wären die verschiedenen Arten des gesetzlichen Versahlens. Ungeeignet je- doch und ganz unerklärlich, m. H., ist diese lange und nutzlose Debatte, in welcher die Regierung eine Art parlamentarische Verhaltungs- Vorschrift sucht und studel, eine ganz ungewöhnliche, ungesetzliche,»»reise, den Pflichten des Hauses wie jenen der Regierung gleich widerstrei- tend, eine Jnsormalion, welche der Regierung als Leitfaden dienen soll, ob rücksichiltch einer Gesellschast, die ihrSchrecken einjagt, Maß- regeln zu ergreifen wären. „Glaubt der Kongreß»), daß die Internationale moralwidrig oder gefährlich ist,"— so sagt die Regierung,—„gut, so werden wir sie vernichten; glaubt zedoch der Kongreß, daß sie nicht moralwidrig und rmgesährlich sei— auch gut, so werden wir sie respekiiren."„Wir glauben das Erstere"— fügt die Regierung hinzu—„jedoch wollen wir uns von den Herren Deputirien zurechiweisen lassen," und auf diese Art sind wir, die souveränen Gesetzgeber, ein berathen des Kolle- gium dieser allerdings rathlose n Regierung geworden. Der Herr Minister des Innern hat keine Idee von den Wirkungs- kreisen der verschiedenen Staatsgewalten, und von den getrennten, wenn auch nach Einem Mittelpunkte hi.. verbnudenen Räumen in welchen sich dieselbe» zu bewegen haben. Eingekeilt bis zur Erstickung durch die unbeugsame Logik eures meiner alten und lieben Freunde, Gabriel Aodriguez, fand der Herr Minister gestern im strengsten Sinne des Wortes keme Antwort, und ich liebe es nicht, daß der Gegner sich durch die Flucht deui Kampfe entziehe. Allein ich habe noch ciiien andern Grund, stutzig zn sein; ich glaube nämlich, und ich schmeichle mich mit dem Glauben, nicht meiner Person, sondern dieser Kammer wegen, daß bei Lösung dieser brennen- den Frage, einer der wichtigsten unserer Zeit.— nicht nur Europa, sondern die gesammte zivillsirie Welt ihre Augen auf uns richtet, und deshalb erkläre ich auch in vorhinein, alles Persönliche, überhaupt Alles auszuschließen, was die Gemüther erhitzen könnte, damit wir der hei- teren Regton der Prinzipien nicht entrückt werden. Ich will Ihnen, m. H., ganz und gar mein Herz erschließen; ich glaube, daß, nachdem die früheren Gewalten überwunden und die gegenwärugen Generationen uingestaltet sind, nachdem der Täsaris- m US, die>es Zentrum der europäischen Reaktion, gefturzts??) und die weltliche Macht des Papstes erloschen ist, die als der letztes??) Schatten ans dem Mittelalter unsere Horizonte umwölkte,— nachdem das frühcre Oeste rrelich, dieser Kern der„heiligen Allianz" der Fürsten, aiffgelöst ist, und nachdem das Bild des jungen Amerika mit jedem Tage lebhaft« als Ideal vor die Augen der Völker hintriit,— ich sage: ich glaube, daßjNiemand, Niemand, wie mächtig er immer sei, den bald ige n Sieg der Republik w ird aiisbalten könne». (Lebhafte Verneinung der Rechte,!.)— Castelar:„M. H., das ist eine Frage der Zeit und die Zeit wird entscheiden, ob mesineBc- haupliing oder Ihr Widerspruch richtig ist; mein Glaube gründet sich aus den menschlichen Fortschritt lind aus das Slu- d tum der Geschichte. Es giebl jedoch zwei Wege, die zur Repnb- lik führen, jener der Gesetzmäßigkeit und jener der Revalution; aus dem ersteren wird die Republik später uud besser kommen, besser für uns, die wir unsere Interessen denen des Landes unterordnen. Auf demWege der Revolution, den eine blinde Politik, wie die hier begonnene, allerdings anbahnen mügte, würde die Republik früher aber schlechter— weil im Gefolge schwerer, bedauerlicher Krisen— kommen, Krisen, welche die moderne Geseischaft furchtbar erschüttern könnten; und deswegen ziehe ich das frühere Ministeriuin mit seiner Achluna(?) der individuellen Rechte dem gegenwärtigen Kabineile so sehr vor. Ersteres tvahrte(?) den Frieden, letzleres, schwach, planlos, die individuellen Rechte verhängnißvoll inißachlend, entfesselt die Revolution, oder geht doch jedenfalls dem schlimmsten aller Abgründe, dem Ad- gründe des Unbekanuten entgegen!— und nach diesen Erklärungen anklammert, von Einbringung eines Gesetzes gegen die Juternationale; das kann er nur dann, wenn«sie als staatsgesäbrlich nachweist, nur in diesem, und in keinem andern Falle.— Aber ist sie denn auch in der That staatsgesährlich?— Ich sehe hier Männer sitzen, deren Verwaltungszuständigkeit über jeden Zweifel erhaben ist; ich sehe hier konservative Deputirte, die als Provinzgouvenleure sungirten, wie Herr Gallostra; wie kommt es, daß keiner dieser Herren die gie- fahr für den Staat erkannt, und demgemäß die gesetzlichen Vorkehrun- gen angerufen bat?— Ich srage nochmals: gefährdet dieJnternatio- nale wirklich die Sicherheit des Staates? Wo aber sind ihre Rüstun gen, ihreWaffen, ihre Insurrektionen?— Sehen Sie, m. H. eS gibt hier zwei«treme Parteien, die A bsolutisten und dieRe pu b li k an er. Beide, gleichviel ob herausgefordert oder nicht, haben mehrfach die Fahne b« Revolution aufgepflanzt. Die Absolutisten haben die baskischen, die Republikaner viele andere Provinzen auf ständisch gemacht, letztere haben sich in Cadir, Malaga. Barcelona und Saragossa geschlagen, und eine Belagerung Valencias heldenmüihig bestanden. Diese beiden Parteien haben demnach offenba moralisch zerfleischt, in einen Lasterpfuhl verwandeltem, zu launenhaften, einander widersprechenden Kriegen geschleift, die entseelte Stadt einem feindlichen Einfall überlassen hat, die von allen Schrecknissen einer solchen Geißel umgeben war; fürchterliche, beispiellose Strafe, aber doch nicht so groß als die Schuld, ein Regiment angenommen, ober doch geduldet zu haben, wie es die Jesuiten und die Neukatholiken wünschen, dasRegiuieut eines byzanti nis chenKaisert humS. (Lange j ubetnder Beifall.)(Fortsetzung f.) der gegründet; sie wollte Meetings und Kongress« embeniseu und ihre Meetings und Kongresse wurden abgehalten; sie wollte Journale heraus- geben und chre Journale erscheinen. Bei Gelegenheit der Feier des A. Mai, des Jahrestages des spanisch französischeu Unabhänglg- keitSkriegcs, veransiaiteie sie, getragen von ihren kosmopolitischrn Ideen, eine Btanisestation gegen die nationalen Eifersüchleleie»; als diese Ma- nisestatum aus gewaltsamen iverstand von gewiizer Seite stieß, er- hoben sich in dieser Kammer, so wie im Senate, die gewichligsteu Stimmen für das Recht dieser Assoziation, und als kurz darauf ihre Organe die Bejorgniß äußerten, sie würde ihre Versammlunge» nicht frei abhalieu lönnen, veisicherten die Behörden, daß die Gesell chaft aus all die Freiheiten zähle» könne, welche die spanischen Gesetze ge- wahren. Die Jnleruationate hat Manifeste erlasseil, Hai die öffentliche Aufmeikjamkelt vielsach auf sich gezogen, und mehrere der hervorragend slcn Miglteder diccks HaiiseS haben' In ihren Versammlungen gesprochen und sich an ihren DtSkuffonin belheiltgt. Und nun frage ich, meine Herrn, �giebt es in Spanien Tribunale(Gerichte) oder giebt es keine?~ Hat« beispielswcise eine Gesellschaft von Falschmün- zern drei Jahre hindurch im vollen Lichte der Oeffenilichkeit ihr lln- wesen treiben töniien, ohne daß Staatsanwalt, Tribunale, und die all' gemeine Emrüstmig auf ihren refpektiven Gebieten das gethan hälien, was ihnen zusteht? Diese angeblich gefährliche Äesellschasl aber hat be- standen, gesprochen, geschrieben und sich ansgedreiiet unter dem Schutze der Verfassuitg, und dadurch ist erwiesen, daß die Tribunale gegen deren Bestand nichts einzuwenden fanden. ES mußte«st em radikales(!) Mniistenuut**j fallen, es mußte erst zu einer reaktionären Auslegung unserer politischen Gesetzgebung geschrillen werden, bevor man die Moralwidrigkeit dieier Gesellschaft entdeckte. Derart, meine Herren, ist hier nicht über die Jnt«naiionale, ihre Eni- stehung und Eulwicktung, ihre Prinzipten und Tendenzen, ihren Zweck und ihre Ziele, jondcrn über Gedankenfreiheit und Vereins r.echt zu debaitiren und diese müssen wir um jeden Preis ver- theidigen. Absehend von der Ge-chmacklosigkeft, daß eine ungesetz- Uche ÄffoziatLn durch drei Jahre den Tribunalen ais solche entgaa- gen sein zollte, spricht der Herr Minister, der sich an jeden Uinztand *) nämlich die Versammlung der Corlcs. ) das Forlschrittsmlnisterium Zorilla ist gemeint. die Sicherheit des Staates weit mehr gefährdet,«zls di Internationale; warum bringt also der Herr r nicht ein Gesetz, kür Auflösung dieser beide» Parteien ein die si ch doch in Was seil gc gen dieRegierung e> boben haben? Offenbar, weil sie zu siark sind? Also will der Herr Minister das Gesetz gegen die Internationale nur einbringen, weil sie aus arme» Arbeitern zusammengesetzt, noch schwach ist?(obschon die gegenwärtige Jncog nito-Regierimg»> sie jedenfalls an Schwäche überbietet). Ein Grund mehr, unsere Zustimmiing nicht zu geben. Stellen wir die Frage genau, in. H. Die Frage in ibrem weit«» Sinne ist eine Frage des Versassungs- oder richtiger des Naturrechtes; in ihrem engeren Sinne ist sie die eines historischen Rechtes. Die Kommentare, die hier dem Titel l. der Konstitution gegeben wurden sind allbekannt, ebenso daß mit Ausnahme einiger weniger Traditio' nalistcn») und einiger weniger versmnerter Doktrinäre»�), alle Parteien dieser Kammer die individuellen Rechte,— wie in der Nacht des August 1789 die französische Konstituante»»») die menschlichen Grund rechte— nahezu mit Akklamation genehmigten. Was wollten wir damals? Wir wollten die Ausübung dieser Rechte, die uns die Natur gegeben, von keinem Gesetze erreichbar, und in der Pcrsassnng nur deren Anerkennung ausgesprochen wissen. Wenn demnach d e r H err Minister das Recht' aller Rechte, die Gedankenfreiheit be schränken will, so ist der Herr Minister und nicht die In tern ationale der Rebell, so ist er es, der sich gegen das S taatsgrnndgesetz auslehnt! Nach dieser Betrachtung über die individuellen Rechte, und nach' dem alle Parteien sie in diesem Sinne angerufen und faktisch benützt haben, muß die Haltung einer oppositionellen Fraktion, die der Jsa- bellineu, Alfonsisten,)-) ungemein besremden. Wenn es seit der Septemderrevolution hier ein umstürzlerilches, rebellisches Element von Bedeutung gab, so mores diese Fraktion mit ihrer Pro klamirung einer Dynastie, die in den Gewohnheiten des spanischen Volkes tiefgehende Wurzeln hatte, einer Dynastie, welche uralten Anhang in der Verwaltung und den beiden Hanptkörperschasten diesesLandes.dem Kkerns und der Armee, hat. Und gerade Ihr( ch an die Deputirien dieser Partei wendendl gerade Ihr, die Ihr hier jetzt die individuellen Rechte nicht anerkennt und bestreitet, gerade Ihr habt sie am meisten ausgebeutet. Ihr habt unter Verwerfung der Nationalsonveräni- tät proklamirt:„die Königin Jsabella sei die einzig legitime", habt Journale gegründet, die täglich das Gleiche proklamiren, haltet Easinos und andere Verjariimliingen ab. Eure Mitglieder reisen ins Ausland, betheiligen sich an allerlei Zusaininenknnsten und kehren wieder, ohne daß man Euch aelästigt; und nachdem Ihr so eine Freiheit genießt, die uns unter Eurer Herrschaft nie und niemals zu Theil geworden wäre, kommt Ihr Undankbaren nun hierher und ver- leugnet dieselben Rechte, die Euer einziger Schutz sind, den ein zigen Rechtstitel Eurer Existenz bilden?- Aber für Euch und Eure Dynastie werden die Folgen Eures Thuns nicht ausbleiben; eines Tages, wenn diese Dynastie, umgeben von den Konservativen, sich den einzigen Hort der Religion, der Moralität, des Eigenthums und des Staates wähnen und ihrem Triumphe als unfelhbar ent�e geiisehen wird, werdet Ihr als dyiiastiefeindlich und staatsgesährlich in die Verbannung geschickt werden, und mit dem Verbannungs- urtheile wird man Euch die Fetzen der Reden ins Antlitz schlendern, die Ihr eben hier gehalten habt!(Beifallssturm von allen Seiten.) Roch unbegreiflicher«scheint mir hier die Haltung der Tra- d i t i onali st en. Wenn ich das innere Wesen dieser Partei recht verstehe, so geht ihr Religion über Politik, der Katholizismiis über die Monarchie, der Papst über Könige, und die Kirche über alle götd lichen und menschlichen Institutionen.(Die karlistischen Deputirien bejahen dies.) Ich freue mich, daß ich mich nicht geirrt. Die Kirche hatte einst die moialische und politische Oberherrschaft über das zivi- lisirte Europa; sie behauptete diese Herrschaft durch die religiösen Orden; von den Kreuzzügcn bis zum vierzehnten Jahrhundert durch die Tempelherren; vom sechszehnten Jahrhundert bis auf unsere Zeit durch die Jesuiten; es war aber nothwendig, die Autorität der Könige zu gründen, derselben Könige, die ein großer Redner eines Tages hier„gekrönte L i pe rn" z giftige Schlangen) genannt hat.„Gekrönte Viper" wurde Viktor Emauuel von dem Karlistensührer Noced al sen. genannt.(Redner entwickelt nun historisch, wie zur Gründung der königlichen Macht die geistlichen Orden geschwächt und unterdrückt wurden; wie man damit begann, die Tempelherren zu verläumden— „gerade so, wie jetzt die Internationale,"— und den damaligen bar- barischen Sitten gemäß damit endete, ihre Reichthümer zu confisziren und sich ihrer Personen auf dem Schasiotte zu cndledige»; wie im Versolg der so begonnenen Bewegung, des an Stelle des ka n onisch en getretenen römischen Rechtes, des Widerstandes der Könige gegen die Päpste, der päpstlichen Gesangenschaft in Avignon, der Spaltungen in der Kirche selbst, der Conzilien, welche das Scheitern ein« kirchlichen Demokrqtie vorbereiteten,— wie als natürliche und letzte Consequenz alles Gesagten die Reformatio» auftrat; wie Spanien, das sieben- hundert Jahre gegen die Araber gekämpft und nahezu dreihundert Jahre dem Lutherthum entgegentrat, aus einen geistlichen Orden stieß, der, jede menschliche Regung von sich werfend, ein Heer von discipli- nirten Maschinen, dem neuen Glauben, der neuen Kunst, der neuen Wissenschast und der neuen Politik den Krieg erklärte; wie ab« dies« Otden einen gewaltigen Gegner in der modernen Philosophie fand, wie die ursprünglich wissenschastliche sich in eine politische Sekte ver- wandelte, wie Ehoiseul in Frankreich, Pombal in Portugal, Aranda in Spanien, Joseph ll. in Oesterreich, Leopold iy Toskana apti- jesuitischer) waren, und wie weiter eines schönen Morgens die Haus- uno Hos-Älkaldcu des spanischen Earlos III. an die Klosterpsorten pochten und die Jesuiten, die nichts anderes als ibre B>eoi«e mit sich nehmen durften, bis ans Meeresufcr nach den bereit- stehenden Schissen eskortirten, wie die Jesuiteit ver- bannt und verflucht, allenthalben, sogar von dem Papste zurückgewiesen wurden,„als wollte die Erde sie in den Winden und Wellen überweisen, dieselbe Erde, die sie einst beherrscht haben.")„Und Ihr" sährtCastelar fort, gegen die Karlisten gewendet.„Ihr tretet ökonomischen Assoziationen entgegen, die Ihr ohne religiöse Asso- zlationen Nichts, durchaus Nichts vermögt? Ihr schreit hier, Ideen, wie die der Internationalen, sind nicht zu diskutiren, sondern ohne weiteres auszurollen! Ohne Euch zu erinnern, wie 1836 mit den Möncheil in Madrid und Barcelona versahrcu wurde? Verdient die Jnteiiiationale als Gesammtheit, als ein Verein freier, menschlicher Wesen, nicht wenigstens, daß ihre Prinzipien diskutirt werden? Die rächenden Engel, meine Herren Karlisten, lassen sich nicht mehr zur Erde herab."(Mehrere Karlisten:„In Paris haben sie es gethan:") Eastelar:„Ihr zitirt mir Paris und sprecht damit das ent- schiedenste Verdammungsurtheil über euer Regierungssytiem aus. Paris, welches die Philosophie der Freiheit ausgearbeitet, Paris, welch es die zehn Gebote der R evolut ion geschrieben hat, erlag in einer verhänqnißvollen Nacht ein« Rotte rebellisch« Plätorian«, und verfiel damit dcist Despotismus, der, nachdem er es Min ifteri Aachen d, k. A. Thlr. 15.—. Apolda d. L. Thlr. 8.—. Arnstadt d. I. Thlr. 2.- Ganze Summe unkr A: Thlr. ») Die Anhänger des hergebrachten Rechts. »*) Leute mit vorgefaßten Meinungen und Theorien, die sich im Leben nicht bewahrheiten können. »'») Verfassungsgebende Versammlung. ff) Anhänger der alten Dynastie. eff) jesuitenseindlich. Rechnungsabschluß über vereinnahmte und verausgavie Gelder während der Dauer des Strikes der Maschinenbauer zu Chemnitz vom 28. Oltvbec bis 30. November 1871. Einnahme. Aus Augsburg: durch K. Thlr. l5. 23.—., d. I. E. Thlr.30.— d. I. E. Thlr. 10.—.—. R. Eisengießerei Thlr. 10. 14 5. d. I. E. Thlr. 34.—.—. d. L. I. Thlr. 3. 2.—.(in Suinma Thlr. 103. 9.5.) Altvna y. K. Thlr. 16.—.—. Altendorf, Manns.-Gew. Thlr. 1. 19.5. Apolda d. E. A. R. Thlr. 14.—.—. Ali- Chemnitz d. L. Thlr.—. 20.—. Aussig d. W. K. K. Thlr. 8.—.—. 168. 19.—. Aus Berlin durch L. Jy. Thlr. 2.—.—. d. C. H. Thlr. 5.—.—. d. C. H. Thlr. 5. 8.—. d. C. H. Thlr. 6.—.—. d. Mösl Thlr. 6. 26.—. d. L. Jy. Thlr. 2.—.—. d. Eig.-Arb. u. Met.-Arbeilerschaft Thlr. 9. 13.-. d. I. B. Tlilr. 5.--. d. I.«. Thlr. 10. 26.—. (fit Summa Thlr. 52. 13.—.) Brünn d. H. Th. Thlr. 2. 20.—. v. mehr. Ä>b. v. S. u. B. Thlr. 3. 22.—. d. Th. I. Thlr. 2. 20.—. (Summa von Brünn Thlr. 9. 2.—.) Braunschwelg d. E. H. M. Thlr. 21.—.—. d. C. H. M. Thlr. 40.—.—. d. d. Arb. d.«.'scheu Fabr. Thlr. 8.—.—. d. C. H. M. Thlr. 25.—.—.(Summa ans Brannschweig Thlr. 94.—.—.) Breslau d. Oe. Thlr. 5.—.—. o. I. K. Thlr. 6. 2. 5. Bremen d. S. Thlr. 2. 8.—. Barmen d. E. E. Thlr. 5, 2. Brunk a. M. d. M. T. Thlr. 2. 4.—. Bielitz d. K. Thlr.'6. 28.—. d. K. Thlr. 5. 10.— Bjeleseld d. E. L. Thlr. 5. 9.—. Buckau b. Magdcb. d. P. R. Thlr. 17.—.—. o. P. R. Tlilr. 1. 16. 5. d. P. R. Thlr. 2. 3. 7.(unter Buckau Summa Tblr. 20. 20. 2.) Buxtehude d. A. E. Thlr. 2. 24. 2. Basel o. P. W. Thlr. 6. 24. 5. Baden b. Wien v.A.-B.-.B. Thlr. 5.26.—. BurkhardtSdors Thlr.—. 19.—. Böhmisch- Aicha Thlr. 3. 12. 4. Brambach d. A. I. Thlr. 1.—.—. Ganze Summe unter B: Thlr, 234. 24. 8. Umer Chemnitz sind eingegangen 188 Posten im Betrage von Thlr. 794. 26. 1. Ans Camdurg durch M. Thlr. 1.—.—. Coburg So;.-D. Partei Thlr. 1.—.—. v. Arb.-V. Thlr. 3.—. d. E.K. Tylr. 12.—.—. Cassel d. R. W. Thlr. 18. 22. 5. Ciimniitschau Erped. d. Bürg«- u. Bauernsr. d. St. Schi. u. C. Thlr. 14.—.—. Thlr. 50.—.—. Thlr. 17.-.—. Thlr. 17.—.—. Thlr. 3. 8. 2. Thlr. 9.—.—.(Summa in Crimmilschau Thlr. 110. 3. 2.) Crossen d. G. A. Thlr. 1. 10.—. Cöln d. H. K. Thlr. 7. 28.—. d. S. F. Thlr. 20. 12.—. Celle d. C. H. R. Thlr. 8. 17. 5. Earlsruhe d. F. F. Thlr.—.. 17.—. Cunnersdorf d. D. Thlr. 3.—.—. Ganze Summe unter C: Tblr. 982. 21. 3. Aus Dresden: Erped. d. Volksboten durch M. Thlr. 25.—.—. Thlr. 22. 12.—. Thlr. 25.—.—. Thlr. 40.-.—. Thlr. 43.—.— Tdlr. 10.-.-. Thlr. 32.-.—. Thlr. 25.-.—. Thlr. 10.-.—. THE. 50:—.—. Thlr. 50.—.—. Thlr. 45.—.—. Thlr. 50.—.—. Thlr.Si).-.-. Th.r.16. 10. 2. Thlr.-. 10. 1. Thlr. 34.-.—. (Ans Dresden: Summa Thlr. 508. 2. 3.) Döbeln d. Sch. Tblr. 3, ll.-. d. U. Thlr. 2.—.—. d. H. W. Thlr. 17. 22. 1.(Aus Döbeln: Summa Thlr. 2.1. 3. 1.J Ganze Summe unter D: Thlr. 531. 5. 4. Ans Eisenach d. R. B. Thlr. 2. 21. 5. Thlr. 4 28.—. Thlr. 4. J.—.(Summa aus Eisenach: Thlr. 11. 20. 5.) Eßlingen d. W. Mi Thlr. 35.—.—. Thlr. 24.. Thlr. 24—.—. (Snmina aus Eßluizen: Thlr.33.——.) Erfurt d. F. Thlt.5. 21.— Summe unier E: Thlr. 100. 11. 5. L. L. Thlr. 53. 10.-. Thlr. 5. 10.-. Thlr. 1. 7. 5. Frankenberg d. Furch S. D. P. (Ganze Aus Florisdorf b. Wien d. Frohburg d. C. D. Thlr. 4. R. u.«7 Thlr. II.——. d. V. Thlr. 7.—. d. R. Thlr. 1. 21.—. d. H. M. Thlr. 7. 6.—. Frankiurl a. 3)1. d. M. R. Thlr. 4. 23.—. Fünskirchen d.». F. Thlr. 10. 4.—. Felixdors d. M. L. Thlr. 10. 20.—. Frankenhauseli d. M. Thlr. 2. 14. 8. Forst d. C. B. Thlr. 5. 25.—. Ganze Summa unter F: Thlr. 124. 2 l. 3 Aus Großenhain: durch d. Gcwcrksch. Thlr. 16.—.—. d. W. G. Thlr. 3.—.—. d. W. G. Thlr. 20.—.—.(Summa a. Großenhaiu Tdlr. 39.—.—.) Glauchau d. H. A. Thlr. 28. 3. 5. d. C. R. Thlr. 15.—.—. d. F. Thlr. 9. 10.—,(Summa aus Glauchau Thlr. 52. 13. 5.) Graz d. Tr. Thlr. 19. 22.—. d, H. Thlr. 5. 1.—. d. Tr. Thlr. 12. 24.—.(Summa aus Graz Thlr. 37. 17.—.) Gera d. B. Thlr. 8.—.—. d. V. Thlr. 13.—.—. d. F. W Thlr. 3. 2.—. (Summa aus Gera Thlr. 24. 2.—.) Genf P. d. A. V. Thlr. 20. 29.—. d. B. G. Thlr. 33. 16. 5.(Summa aus Genf Tdlr. 54. 15. 5.) Gotha d. St. Thlr. 8. 6. 5. d. I. B. Thlr. 5. 20. 5. Geyer d. E. A. Tdlr. 1. 20.—. d. E. A. Thlr. 2.—.—. Geilhain d. F. P. Thlr. l. 17.—. Greiz d. S. Thlr. 4.—.—. Gornsdors d. ll. Thlr. l. 15.—. Geldern d. T. Thlr.—. 25.—.(Ganze Summe unter G. Thlr. 233. 2.-. Aus Hainichen: durch E. L. Thlr. 2.—.—. d. W. H. Thlr. 2.—.—. d. L. Thlr. 4.—.—. Hohenstelti d. S. Thlr. 6. 20. 3. d. K. Thlr. 4. 23. 6. d. D. Thlr. 5. 11. 5. Hoheustein-Erustchal d. D. Thlr. 4. 25.—. Hamburg d. H. Thlr. 2.—.—. d. W. R. Thlr. 10. 4.—. d. Sl. Thlr. 20. 20.-. d. R. Thlr. 10.—.—. d. T. S. Thlr. 10.-.—. d. P. Thlr. 10.-.-. d. H. R. Thlr. 2. 24.—. iSumuia aus Hamburg Thlr. 65. 18.—.) Hannover d. F. L. Thlr. 10. 28.-. d. ft. Thlr. 5. 28. 5. d. S. F. Thlr. 5.-. d. F. Herbvrn d. W. S. Thlr. 2.—.—. d. W. S. Thlr. 1.—.—. Harburg d. F. S. Thlr. 2. 27.—. d. A. B. Thlr. 7. 26.—. Has- lau d. F. P. Thlr. 2. 9.—. HildeSbeim d. H. Thlr. 2.—.—. (Ganze®m»nie unter H. Thlr. 146. 1. 4.) Aus Jägrrndors: durch A. F. Thlr. 8. 16.—. Ans Kor»e»burg: durch A. B. B. Thlr. 6. 28—. Kamenz d. E. W. Thlr. 3. 19. 7. Kriens b. Luzern d. H. R. Thtz. 26. 6.—. Kiel d. H. St. Thlr. 8. 12.—.(Ganze Summa unter K. Thlr. 45. 5. 7.) 'Aus Leipzig»): durch H. R. Thlr. 5.—.—. d. R. I. Thlr. 6. 3. 5. d. C. Ts. Thlr.'7.—.—. d. C. H. Thlr. 44. 10.—. d. S. Thlr. 5. 8. 6. d. C. H. Thlr. 47.—.—. d. E. H. Thlr. 10.—.—. d. V. Tblr. 25. 25. 1. fc. R. I. Thlr. 6. 17. 5. d. H. S. H. Thlr. 1.—.—. d. C. H Thlr. 49.—.—. d. C. H. Th.r. 20.—.—. d. C. H. Thlr. 46.—.—. d. C. H. Thlr. 20.—.—. (Summa aus Leipzig Thlr. 293. 4. 7.) Lmden b. Hannover L. F Thlr. 5.—.—. d. O. D. Thlr. 6. 15.—. d. H. C. Thlr. 2. 25. 4. d. C. G. Thlr. 5.—.—. d. E. O. D. Thlr. 7.—.—. d. A. P. Thlr. 6.—.—. d. W. P. Thlr. ll.—.—. d. E. G. Thlr. 5.—.—.(Summa aus Linden Thlr. 48. 10. 4.) Leisuig d. K. Thlr. 1.—.—. Lunzenan d. F. E. Thlr. 2.—.—. d. R. W. Thlr. 2. 10.—. d. F. L. E. Thlr. 4.—.—. d. F. L. E. Thlr. 2.—.—. (Summa a. Liinzeiiau Thlr. 10. 10.—.) Lnremburg d. W. L. Thlr. t).—.—. Limbach d. C. W. S. Thlr. 14.—.—. d. C. W. S. Thlr. 25.—.—. Lelsdorf bei Wie» d. K. Thlr. 5. 10.—. Lüneburg W. H. S. Thlr. 3. 10.—. Luckenwalde d. Ä. E. Thlr. 12.—.—• Lahr d. I. B. Thlr. 2. 5.—.(Ganze Summe unter L. Thlr. 425 12. 1), Aus Mainz: durch I. L. Thlr. 17. 4. 2. d. B. L. Thlr. 42. 6.—■ d. B. L. Thlr. 4. 17.-. d. B. Thlr. 5.-.-. d. E. S. Thlr. 8. 24. 5 d. B. L. Thlr. 4. 27.—. d. I. D. Thlr. 5. 12. 6.(Summa aus Mainz Thlr. 88. 1. 3.) Meerane v. Web. E? Thlr. 5.—.— A. S- Thlr. 14. 16. 5. d. A. S. Thlr. b. 24.—.(Summa auS Meerane Thlr. 25. 10. 5.) Aus Mylau d. F. E. Tha:« 10.-.—. d. G.®. thlr. 6. 20. d. F. R. Thlr. 5.—.—.(Summa v. Mylau Thlr. 21. 20.—-) Ans Mitlweida Schn. H. u. T. Thlr. 1. 12.—. d. H. B. i hlr. 2- 0. 7. d.». L Thlr. 1. 10.—. d. V. Thlr. 1. 23. 6 d. A. L. Thlr. t- 21. 7. d. B. Thlr. 1. 4. 5. Schn. H. u. T. Thlr. i.—.—.(Summa ans Miltweida Thlr. 10. 8. 5.) ») Unter Leipzig sind auch die durch die Redaktion des„Volks- siaat" übermittelten, ihr von auswärts zugesandten Gelder isv zum Beisptel 7 Sendungen aus Darmstadt(44 Thal«)) inde-zrisselr. AuS München d. C.S. Thlr. 12.—.— Com: d. Vos:Thlr. 13. —.—. d. S. Thlr. 4.—.—. d. I. B. S. Thlr. 43.—.—. d. I. S. Thlr. 16.—.-. d. I. B. S. Thlr. 13.-.—.(Summa aus München Thlr. 161.—.—.) Aus Mühlwand bei Mylau d. F. fr. Thlr. 1. 3. 5. Mülsen St. anflaS d. H. ti. Thlr. 4.—.—.(Ganze Summe uut. M. Thlr. 253. Aus Nürnberg. V. A. B. B. Thlr. 5. 10.—. Nuenkirchen v. A. B. V. Thlr. 26. 20.—. Neviges. b. F. 2. Thlr. 2. 10.—. Neu« Münster bei Zürich d. H. G. Thlr. 17. 12.—. b. H. G. Thlr. 30. 15.—. Neuborfel bei Zwickau Ges. O. Thlr. 1. 4.—. Netzschkau b. F- P- Thlr. 5.—.—. Neunborf bei Etaßi. b. G. N. Thlr. 2. 5. Netstall b. St. Thlr. 7. 25. 8., Summa unt. N. Thlr. 98. 7. 3> Aus Oelsuitz, b. P. B. Thlr. 3.—.—. Oelsnitz b. Lichlenst. b. Al. M. Thlr. 2. 18.—. v. b.(Jone. Thlr. 4.—.—. Ober Frohna b. I. Thlr. 7.—.—. Ober-Lungwitz b. F. B. Thlr. 2.—.—. Ober- läuterSborf bei T. b. A. B. Thlr. 12.—.(Summa unter O. Thlr. 25.-. Aus Pforzheim Thlr. 3. 17.—. b. F. B. Thlr. 12. 17. 4. Peniqv. Volksv. Thlr. 1. 25,-.-. b. I. R. R Thlr. 7.-.-. Pösneck d. H. K. Thlr. 1. 7. 8. Pfullingen b. F. Thlr. 1. 21. 4. Pesth b. ®. Z. Thlr. 16.—.—.(Ganze Summe unter P. Thlr. 43. 28. 6.) Aus Reichenbach b. M. Thlr. 10.—.—. b. A. S.THlr. 11. 21. 5 d. A. S. Thlr. 15.—.—. b. A. S. Thlr. 5.(Summa aus Reichen- »ach Thlr. 41. 21. 5. Ronneburg b. F F. Thlr. 10. 11.—. Reichs- habt b. A. F. Thlr. 1. 2.—. Rcichenbcrg b. R. aus R. Thlr. 16. —. Rcichenbranb b. Sp. Thlr. 1. 12.—. Rochich b. F. M. Thtv. 4. 11. 6. Reiche b. G. A. Thlr. 1. 25.—.(Total-Summe unter R. Thlr. 7. 23. 1.) � Aus Stollberg A. F. V. Thlr. 3.—.—. b.R.THlr. 4.—.—. A. *8. V. Thlr. 5.-.-. v. A. Thlr. 1.—.—. b. R. Thlr. 1.-.—. (Summa aus Stollberg: Thlr. 14.—.—.) Aus Stuttgart b. L. W. Thlr. 4, 21.—. Stuttgart b, G. K. Thlr. 23. 12. 8. b. H. T. Thlr. 6.—.—. b. H. Thlr. 6. 14. 5. Buchb. Ji. Thlr. 7. 23.-. b. F. H. Thlr. 17. 4. 2. b. H. Thlr. 3. 10. 3. u. F. Thlr. 13..3.—. Summa aus Stullgart: Thlr. 81. 28. 8. Aus Stabe Thlr. 8. 1.—. b. F. S. Thlr. 1.—.—. Subenburg bei Magdeb., G. Fab. Thlr. 13. 13. 6. Spanbau, b. C. H. Thlr. 2. 11.—. b. x. u.®. Thlr. 5. 15.—. b. E. x. Thlr. 1.—.—. Aus SteinpleiS b. A. B. Thlr. 1.—.—. Schönau bei Chemn. b. L. F. Thlr. 5. 5.—. Schloßchemnitz b. H. Thlr. 1. 5.—. Schwerin b. St. Thlr. 2.—.—. Schleswig b. I. G. Thlr.—. 20. 5. Salz- bürg b. M. Thlr. 8. 16.—.(Total-Summe unter©.; Thlr. 149.—. 2.) AuS Teplitz, b. C. R. Thlr. 6. 12.—. Türmitz, b. I. 33. Thlr. 3. 6«—. Teplitz b. St. u. I. Thlr. 2. 20.—. Taunwalb Thlr. 32.—.—. (Total-Summe unter T.: Thlr. 44. 8.—.) � Aui Vöslau b. I. R. Thlr. 13. 26.—. Pervier, b. P. B Thlt. 41. 17. 3 b. P. 33. Thlr. 30. 10. 2.(Total-Summe umer 83. Thlr. 85. 23. 5.) Aus Wien: burch S.D. Thlr. 64.—.—. b. 81. 83. Thlr. 3. 6.—. d. O. SN. Buchb. Thlr. 1 18.—. b. sächs. Urb. Thlr. 11. 6.—. b. S. D. Thlr. 14.-.-. b. S. Thlr. 15.-.-. b. M Thlr. 64.-.— b. S. D. Thlr. 65.—.—.(Summa au, Wien Thlr. 233.—.—.) Aus Werbau: b. F. I. Thlr. 8.—. b. I. G. G. Thl,. 16.—. b. m. Arb. uiib C. Thlr. 10. 17.—. b. A. R. Thlr. 1.—.—. b. *0. A. Thlr. 8.—.—.(Summa aus Werdau Thlr. 48. 17.—. Aus Wilkau b. C. T. Thlr. 6. 9.—. Aus Walbenburg b. U. Thlr. 1.—.—.) b. H. Thlr.—. 22. 5. Aus Walbheim b. E.—. 14.—. Aus Weis- NMl b. Z. M. Thlr. 1. 27.—. Aus Willen b. C. W. Thlr. 26. 14. 5. Aus Weimar d. C. K. Thlr. 12.—.—. Aus Wandsbeck b'£. b. ■£>• F. L. Thlr. 4.—.—. b. H. F. L. Tplr. 4. 24.—. Total-Summe unter W. Thlr. 339. 8.—. bazu aus Wiener-Neustabt: C. H. Thlr. -�2. 18.—. Total-Summe unter W. Th!r. 361. 26.—. Au, Zwickau b. H. E. Thlr. 2. 6. 4. b. H. E. Thlr. 2.—.—. b. B. Thlr. 5. 10.—. b. W. D. Thlr. 12.—.-. Aus Zürich b. G. B. Thlr. 26.6.-. b. K. B. Thlr. 6.-.8. b. B. Thlr. 20. 29.-. AuS Zittau b. H. Thlr. 1. 2.—. Total-Summe unter Z. Thlr. 75. 24. 2. Zusammenstellung ber Einnahmen: Unter Buchstabe A. Thlr. 168. 19.—. B. Thlr. 234. 24. 8. S. Thlr. 982. 21. 3. D. Thlr. 531. 5. 4. E. Thlr. 100. 11. 5. F. Thlr 124. 81. 3. G. Thlr. 233. 2.-. H. Thlr. 146. 1. 4. I. Thlr. 8 16.-.. JT. Thlr. 45. 6. 7. L. Thlr. 425. 12. 1. M. Thlr. 253. 23. 8. N. Mr. 98. 7. 3. O. Thlr. 25.—.-. P. Thlr. 43. 28. 6. R. Th». 76. 83. 1. S. Thlr. 149.—. 2. S. Thlr. 44. 8.—. V. Thlr. 85. 23. 5. W. Thlr. 361. 26.—. Z. Thlr. 75. 24. 2. Summa aller Einnahmen: Thlr. 4215. b. 2. * Ausgabe. *. An Untersuchungen: Am 1. Zahllage(Ii. November) 616 Mann 1. Klasse, a Mann " Thlr., Thlr. 1232.—.—., an Auslösung an 130 Delegirte, a Mann 1 Thlr., Thlr. 130.—.—., an 463 Unternichungsbebiirstige 2.«lasse, u Manu 1 Thlr., Thlr. 463.—.—., an 148 Unterstichungsbedürstige 3- Klasse, a Mann 15 Gr., Thlr. 74.—.—., an Reiseunterstützungen »» 63 Mann Thlr. 31. 25.—., Summa Thlr. 1930. 25.—. Am 2. Zahltage(18. November) an 448 Mann I.Klasse, aMann 2 Thlr., Thlr, 896.—.—., Auslösung an 60 Delegirte a Mann 1 Thlr., Thlr. 60.—.—., an 337 Unterstichungsbebürftige 2. Klasse, � Ntau» 1 Thlr., Thlr. 337.—.—, au 114 Unlerstützungsbebürstige Klasse, a Mann 15 Gr., Thlr. 57.—.—., Verschiebene Unter- Nutzungen, an 41 Mann Reisegelber Thlr. 84.—.— Summ.. Thlr. 1434—.—. .. Am 3. Zahltage(25. November) an 222 Mann 1. Klasse, a Mann * Thlr., Thlr. 444.—.—., Auslösung an 40 Delegirte, a Mann 1 Thlr., Thlr. 40.—.— an 15 Unterstlltzungsbebürflige 2. Klasse, Mann 1 Thlr., Thlr. 15.—.—., an Reiseuuterftützungsgelber an � Mann Thlr 32. 5. 6., Summa Thlr. 531. 5. 6. � Zusammenstellung ber an Unterstützungsbebürftige gezahlten Summen: I.Zahltag am 11. November Thlr. 1930. 25.—., 2. Zahl- am 18. November Thlr. 1434.—.—., 3. Zahltag am 25. Nvvbr. Thlr. 531. 5. 6., Summa Thlr. 3896.—. 6. . b) An Expebitionsauswanb Thlr. 18. 21. 2., e) an Porto Thlr. 1. 3., ck) an Utensilienauswanb sämmtlick vo> Hanben Thlr. 8. 14.—., V an Druckkosten Thlr. 99. 25. 4., k) an Lokalauswanb Thlr. " 5.— g) an Agitationsreiseil Thlr. 18. 14.—. Zusammenstellung ber Ausgaben. . a) Verausgabte Unterstützungen Thlr. 3896.—. 6., b) Erpebilions- �Uswanb Thlr. 18. 21. 2., c) Porto Thlr. 13. 1. 3., d) Utensilien- �uswanb Thlr. 8. 14.—., e) Druckkosten Thlr. 99. 25. 4., f) Lokal« Uwanb Thlr. 43. 5.—., gl Agitationsreisen Thlr. 18. 14.—., �Ultima aller Ausgaben Thlr. 4087. 21. 5.,' Abschluß vom 28. Oktober bis 30. November. Gesammt- Zunahme Thlr. 4215. 5. 2., Gesanimtausgabe Thlr. 4087. 21. 5., �rblieb an Kassenbestanb Thlr 127. 13. 7. � NB. Ei finb in ben Abschluß über Einnahme aus Chemnitz summen inbegrissen, welche uns burch bie Rebaktion ber„Ehemnitzer vreie» Presse", ohne Angabe bes OrteS ober ber Korporalion zuge- �"S-n smb. Allen Gebern für bie bewiesene Opserivilligkeil unser» wärmsten Chemnitz, ben 14. Dezember. TaS Zentral-Somitee: Fr. Hub mann, Vorsitzenber. , Don ber anterzeichneten Kommission geprüft und für richtig be- 'Unben. R. Dietze.«. Teicher. E. Fütlerer. Serbor», ben 6. Dezember 1871. Obschon unser Parteigenosse �chmibt schon seit 14 Tagen verhaftet ist, haben wir bis heute °ch noch keine sichere Nachricht baiüber, woraus hin er ange- AU ist.— � Die Firma Victsr Meyer zu Limburg hat sich auch beeilt, jPkge» bei Artikels im„Volksstaat", welcher über bas Ausfliegen Der Mtzlarer Phosphoritmühle hanbelte, eine Klage gegen Schmibt, als 'st unterzeichneten Versasjer, beim Kol. xreiSgericht Dillenburg an- Mtengen. Da Schnubt i» Dieser Sache gar nichts thun konnte, �den wir dieselbe einem Dillenburger Advokaten übertragen unb "'Utselben genügenbes Material zur Versügung gestellt. . TerProzeß wirb baburch jebensallS interessant, baß wir wenigstens -Zeugen basür haben, baß ber Heizer wegen zu geringen Lohns �"»''gangen. Außerbem werben wir burch eine Masse Zeuge» be- Sfe'"1- daß bie ganze Gegenb ber Ansicht t,t, baß, wenn ein tüchtiger n n unb kein Junge an ber Maschine gewesen, baS Unglück nicht passirt wäre. Warum war benn ber Maschinist nicht bei ber Maschine? Bemerken müssen wir noch, baß der alte Heizer gegen besseren Lohn bei der Firma V. Meyer wieder eingetreten und zwar ans deren ausbrückliches Ersuchen.— Unser Parteileben hier steht augenblicklich still, indem die Polizei ja unsere Parieimitgliebichast als Verein betrachtet, und letzteren auf- gelöst hat. Nach dem Bereinsgesetz müßte aber innerhalb 8 Tagen eine Untersuchung gegen uns eingeleitet oder obiges Verbot zurückgenommen sein; a schon aber seit unserer Auflösung 3 Wochen verstrichen, ist weder das Verbot zurückgenommen, n.ch nnk Unter- suchung gegen uns eingeleitet. Wir werden deshalb bei der Polizei anfragen müssen, wie weit es mit ihrer Gesetzlichkeit steht. Die hiesigen Parteigenossen. Marburg. Militärexzkß. Sonntag, den 19. Nov. kam es in einem nahe bei Marburg gelegenen Dorfe(Odershauscn) zu einer kleinen Rauferei zwischen den Burschen des OrteS und einer Anrahl in Marburg garnisonirten Jägern, wobn alsbald, wie gewöhnlich, die Säbel gezogen wurden von Seiten der Soldaten. Die Burschen aber, richt faul, wehren sich und treiben, um Ruhe für den betrefsenden Abend im Wirthslokale zu haben, die Jäger eine ziemliche Stunde vor das Dorf, wobei es natürlich nicht vom Besten abging. Der Bürgermeister des Orts, nichts Gutes ahnend für den nächst- folgenden Sonntag, ermahnte mit vernünitigen Worten die Burschen, doch ja, um Streit zu vermeiden, alle Wirihlokalitäten zu vermeiden und requirirte Gensdarmerie. Die Leute kamen der Forderung des Bürgermeisters nach, blieben zu Hause, und hositen, daß Alles in Ruhe abgehen würde,— was aber nicht der Fall war. Es rückte Nachmittags eine ziemliche An.ahl Jäger in'S Dorf, bann in verschiebene Wirthschaften; da sie aber Niemand fanden, mit dem sie anbinden konnte», krahkelten sie mit Jedem, dem sie begegneten. Ein Mann, welcher, der ruhigste von der Welt, in einem Fenster s iner Wohnung ausschaute, wurde von einem dieser Helden mit Mist beworfen. Dem Untersörster des Ortes, welcher ebenfalls im Fenster saß, riefen die muthigen Baterlandsvertheidiger zu, er solle das Fenster zumachen, sonst würden sie ihm heim- leuchten. Ein anbrer Mann, welcher vor seinem Hauie stand, wurde von einem Oberjäger angeredet mit den Worten:„Wenn Sie nicht weggehen, hauen wir Sie übers Ohrl" Der Bürg rmeister und ein Gensdarm, welcher nun Ruhe stillen wollten, wurden von den Söhnen des Mars zurückgestoßen und was derartige Brutalitäten mehr waren. Daß es zu keinem Blutbad kam, war der besonnenen Haltung der Bewohner des Dorfes zuzuschreiben; hätten sich die Leute auf Skandal eingelassen, hätle es zu Ausiriiten geführt, die bedauerlicher Natur geworden wären. Hätten die Soldaten, welche sich nicht in Dienst befanden, keine Waffen ge- tragen oder tragen dürfen, würden dieselben derartige Auftritte nicht provozire» können. Der Prozeß gegen„unsrc Helden" ist eingeleitet. Wie er enden wird, läßt sich an den Fingern abzählen. Mainz. In der Nummer 9b des„Volksstaat" ist ein Schreiben eine! armen Schullehrers„an den Vorstand des Unterstützung!- Vereins iür emeritirte Lehrer in Königsberg" abgedruckt, Es haben sich nun mehrere unserer Freunde entschlossen, für diesen armen Mann eine Kollekte zu eröfsnen, jetzt weigert sich aber die hiesige naiionalliberale Presse(»nd eine andere haben wir nicht!, den Brief des Lehreis als Inserat aufzunehmen,— und ohne ein solche« ist wenig Aussicht ans Erfolg bei t er Kollekte, Auch müßten ww bevor wir die Kollekte unteniähmen, denNam-n des Lehrers und die Quelle, aus der jene Notiz stammt, kennen. Es geht daher meine Bitte an Sie, Alles, was Sie darüber NäherS wissen, mich im Interesse des armen Lebrers umgebend wissen zu lassen, (Wir bitten unfern Korrespondenten, sich an den„Tilsiter Bürger- nnd Bauernsreund" zu wenden, der über die fragliche Angelegenheit wohl am besten Bescheid geben kann. Red. d. V,) Tariustadt ArbeilSeinstellung. In der H. Schuchard'schen Hutfabrik haben am 9. d, M, 27 Hntmacher in Felge einer neue» Fabrikordnu tig die Arbeil eingestellt; da nun nicht alle bei der Humiacheizunft sind, so ist Hülfe dringend noth-wendig. Die Leute sind vom besten Geiste beseelt; bei einiger Unterstützuiiq ist der Sieg gewiß. Hauptsächlich werden unsere Nachbarstädte ihr Möglichstes zu leiste» nicht versäumen dürfen. Briefe nnd Gelder sind zu richten an L. Hossmann, Roßdörserstraße 7, Darmstadt Forst, den 3, Dezbr, I» der Arbeiterversammlung vom 26. November wuide nachsiebende Resolution angenommen: „Die heutige Bolks-Veriammlung erklärt sich mit den Prinzipien, der Sozial-Deniokratie vollständig einverstanden, nnd erkennt e« für nölhig, sich zu vereinigen, n d eine siste Organisation anzustreben; sie veiwirfi keineswegs die Selbsthülfe, beirackrel sie aber blas a s ein Paviativ-Mitiel und verlängt, daß Gesetze geiebassen werde», welche den Arbeiter» die Garantie ihrerExistenz gewähren," Bei der am 3, Dezbr, stattgebabten B orsto nds- Wa bl wurden gewählt: Bruno Herzog, Roberl Sandmann, A, Böhme, E. Heller. Zwickau. Die Vertreter der internationalen G. werksch aft der Holza heiler wurden auf die Polizei bestellt, nnd wurde ih- nen vom Herrn Stadirath Urban eröffnet, daß zufolgeneuererMin i- st erialverordnung die Lokalmiigliedschafr als Zweigverein zu behandeln und demgemäß nach jj, 24 des Vereinsgesetzes aufzulösen sei, Die Mitglieder gedenken, sich dabei nicht zu beruhigen, sondern an den Landtag zu gehen, um entweder eine Mißbilligung der Mini- stcrialverordnung oder aber im Falle der Billigung, eine Mitverant- wortlichkeit des Laudlages für unsere Zustände herbeizusührcn; daneben aber eine andere juristische Form zu finden, um den nützlichen Zweck der Gewerksgenosseiischaft, Gewährung von Unterstützung in Krank Heils- und Slerbeiällen, sowie an wandernde Genossen, dennoch zu erreichen. Mrerane, 12. Dezember. Vorigen Sonnabend hatten wir eine Volksversammlung, welche über 3060 Köpse zählte. UnserReichs- tagsabgeordneter Bebel erstattete Bericht. Die Polizei aus der ganzen Umgegend war zusammengetrommelt und, in Zivilkleibung gesteckt, im Saale vertheilt. Nur ein Gensbarm war in Unisorm'zugegen. Unser Polizeiminister, Stabtralh Wolf, war abseils vom Bureaulisch postirt mit 3 Stenographen, welche, auf St aal s kosten von auswärts berufen, Bebels, Vortrag Wort für Wort nachzuschreiben hatten. Hetmer präsidirte der Versammlung. Bebel begann damit, daß er erklärte, heute doppelte Ursache zur Freude zu haben. Einmal freue er sich, wieder vor seinen Wähler» zu stehen, dann darüber, daß die Ponzei ihm so viel Aufmerlsamkeit geschenkt und gar seinen Vor- trag stenographiren lasse. Er hege nur den Wunsch, daß die Herren ancd für die weiteste Verbreitung seines Vortrags Sorge tragen möchten. Hosste aber die Polizei, heute neues Material zu einem Hochverrathsprozeß'zu finden, so irre sie sich. Das Referat fand ungetveilte Aufinerlsamkeit und allgemeinsten Beifall. Hierauf geißelte Eberlein das Verfahren der Gegner und schlug folgende Resolution vor: „Die heutige Versammlung mißbilligt das Verhallen des Deut- scheu Reichstags gegenüber unserem Abgeordnelen Bürger August Bebel und erklärt: daß dieselbe mit seiner Thätigkeit und seinem Wirken vollkommen einverstanden ist und sprich, dem Reichstagsabge- ordneten Bürger Bebel ösientlich ihr volles Vertrauen aus." Diese Resolution fand einstimmig Annahme. Lichtenstet«, 12. Dezember. Gestern Abend hatten wir im Gast- Hof zu' allcnberg Volksversammlung, in welcher Herr Bebel über seine Thäligkeit aus dem Reichstag Bericht erstattete. Wir fürchteten, die starke Kälte würde Viele, namentlich aus der Umgegend, abhalten, zu eischeinen. aber wir hatten uns geirrt. Die Versammlung war sehr gut besucht und verlies ausgezeichnet. Abgesehen von ein paar Gegnern, welche sich aber ruhig ver- und der Abstimmung enthielten, er- llärte sich die ganze Versammlung mit der Haltung ihres Vertreters im Reichstag einverstanden. Leipzig. Das„Leipziger Tageblatt" hat die Jnsertionsgebührcn um'/«Gl. pro Zeile erhöht, angeblich infolge der hohen Papierpreise und Setzerlöyne. Die Erhöhung der Setzerlöhne beträgt pro Bogen einen Thaler, der Ausschlag cirka 16 Thlr. Gegenwärtig sind pro Tag über 3 Bogen mit Jnjeralen gefüllt, der JahreSdmchjchnitt wird mn 2 Bogen pro Tag nicht zu hoch gegrisjen wm. Es beträgt hiernach der Nettogewinn dieses Aufschlags, nach Abzug der erhöhten Papierpreise, jährlich 10,000 Thlr. diese 10000 Thlr. werden von einem Konsortiumin die Tasche gesteckt, dasjederzeitdie Bestrebungen der Ardeiter um Besserstellung begeifert. Auf welcher Seite sind hiernach die„maß- losen Ansprüche" zu suchen?(„Correspoudent"). Leipzig, 4. Dez.(Zentralisation.) Für gestern Vormittag hatt das Komitee der Schneidergehulfen eine Voltsoersammlung nach der„Westendhalle" ausgeschrieben mit der Tagesordnung:„Die Een» iralisaiian der Leipziger Arbeiter." Herr Rölhiug reserirte Namens des Komitees und betonte, wie nothwendig ein Zusammengehen aller Ai bester gegenüber von Bau, geosie und Reatnon sei, wie die Spaltungen der letzten Jahre der Bewegung so unendlich geschadet und daß man endlich zu einer Einigung, zunächst auf dem Wege der lakalen Centrali- sation, kommen müsse. Es bandle sich nicht um Organisirung von StrikeS, also nicht um eine Organisation, wie sie die Berliner Ar- deiter erstrebten, sondern um eine sozial politische Organisalioil für Aus- breitnug der sozial-demokrätischen Idee::. Ein Komitee aus alle» Ar- beitsbranchen solle gewählt werden, da« diese Angelegenheit in die Hand nehme und zugleich zu prüfen hat, ob beabsichtigte StrikeS(deren Geg- »er er an und für sich sei) nothwendig und möglich seien oder nicht. Im ersteren Falle habe das Komitee auchfür Unterstützunam zu sorgen. Zum Schluß schlug er eine längere dahin zielende Re- solution vor.— Nach Röthing kam Bebel zum Wort. Derselbe machte darauf aufmerksam, daß der Vorredner sich selbst widersprochen, er habe sich im Anfang verwahrt, eine ähnliche Eeniraltjation wie die der Ber- liner Arbeiter zu wollen und in dem Schluß seiner Rede habe er da« Gegeniheil behauptet. Er, Redner, sei gegen diese höchst sonderbare Art von Centralisatio». Einverstanden sei er in so weit, als durch bäusige Vorträge über sozialistische Themata in den einzelne» Geweiken die Arbeiier aufgeklärt werden sollten, aber dagegen, daß man eine Ckniralisaiion ausschließlich behufs Organisalion von Slrikes begründen wolle. Mit dieser sogenannten Cenlrallsaiion schasse man keine Einig- keit, sonder» nur Uneinigkeit, zu den bestehenden Organisationen nur eine neue. Wer für die politisch- sozialistischen Bestrebungen sich inlereisire, habe hinlänglich Gelegenheil, indem er der sozial-demokrati- iche» Arbeiierparlei. oder den andern sozial-politischen Organisaiionen beitrete. Zu bedauern sei, daß es deren mehrere gebe, aber es sei einstweilen nicht>u ändern: die Arbeiter seien selbst schuld, indem sie sich durch gewissenlose Menschen führen, ausbeute» und verhetzen ließen. Gelle es aber Strikes zu vrganisiren oder für deren glücklichen Verlauf zu sorgen, dann seien die Gewerkschaften dazu vorhanden, die hier in Leipzig für verschiedene Branchen— Holzarbeiter, Metallarbeiter, Schuh- macher— bcständ. n. Diese gelle es zu erweiiern, rejp. für solche Branchen, die noch leine besäßen, neue zu begründen. Iii diesen Ge- werlschaflen würde nicht nur für die Unteistutzung von Slukes gesteuert, sondern auch zugleich für Wanoerunielstützung, gute Kranken- und Sterbelassen gesorgt. Durch die Gewerkschaften allein sei es auch möglich, die bestehenden Fabrik- und Krankenkassen, zu denen die Arbeiter zwar steuern, aber über die sie nichts zu sagen hätten, in die Hände der Arbeiter zu bekommen. Die Bestände dieser Kassen zählten nach Millionen, hier ließe sich etwas Tüchtiges schassen. Jetzt eine neue Organisation nnd obendrein aus lokaler Gumdlage zu schassen, fei unveinünslig, da die oeftehenden Organisationen sich ans das beste bewährt, und sie kräftigst zu unterstützen allein uöthlg sei, um sie zu guter. Bersicherungs- und Krngskassen für die Ardeiter zu machen. In der internanonalen Organisation dieser Gewerkschaften sei zugleich das einzige Mittel gegeben, auch gegen den inrer- nationalen Bund des Kapitals anznkämpsen. In Berlin Hab« man leider wieder ganz von vorn herein mit dem engsten Rahmen einer Organisation begonnen. Das komme daher, weil die Führer feit Jahren die bestehenden Orzaiiisaiionen gewaltsam ruinirt. Nachdem man gesehen, datz der allgemeine deutsche Arbeiier-Verein das nicht sei, was man gedofst, habe man die Gewerkschaften gebildet aber auch diese sehr bald durch diktatorische und theilweise unredliche Verwaltung zu Grunde gerichtet. Dann habe man als neues Experi- me»t de» sogenannten deuischc» Arbeilerschaslsverdand begründet und, nachdem auch dieser glücklich zu den Todlen gebracht worden sei, fange man mit der fog. lokalen Zenlralifalion aller Aewerke zu aus- schließliche,> Stiilvereinen an und preise dieie als das neueste und felbstveiständlich unfehlbare Heilmiltel. Wenn man dabei auch durch einige. Resolutionen die Ausdehnnng der Zentransalion auf intern ati o- iia lci Grundlage„beiom" habe, so sei dies nur gifchehen, weil die Führer eingesehen, daß sie dem instinktive» Drang auf Be langen der Massen nach iine nationaler Verbindung nicht. iverstehen lönnten, da habe man durch einige wohlfeile Phrasen von iulernationaier Ber- binbung dieselben zu besritbigeu gesucht. Wie ehrlich es diese Führer damit meinten, gehe daraus he, vor, daß sie den Arbeitern gegen- über stets von Jnleriialionalität seil einiger Zest viel:edeten, in lhiem Organ aber, dem„Neuen Sozialdemokrat', die Internanonalen Arbeiter aus! H esst ig sie und Gemeinste bekämpften. Reder beleuchtet »uiiMebr noch ausführlich die StrikeS und ihren Werth und fordert die Versammlung aus, die beaniragie Resolution abzulehnen und dagegen einer andern, die er voilegen wolle, in dem Sinne, wie er eben ge- sproche», zuzustimmen. Im weiieren Veilauf lrelen Fink, Stelzer unb Muth für die Bebel'fchen Ansichten, Lobstädt für die des Komitees ein. Da meldete sich Herr Finn aus Berlin zum Wort. Er sei von dem Komitee eingeladen, über dt- berliner Zentralisalion zu sprechen— da man hier eine ähnliche begiünden wolle.(Ah, Ah au« der Versammlung). Redner erläutert kurz die berliner Zentralisation, spricht in>«hr ver- söhnlichem Tone für das Zusammengehen und die Einigkeit der Ar- beller, wenbet sich aber gegen die niternailonale Verbindung, die vor- läufig„unpl attisch" sei. Mau müsse den bestehenben Verhältnis s e» Rechnung tragen und bedenken, wie viet Nalionalsiotj in den Völkern noch stecke und daß man sogar die Massen,— das habe der letzte Krieg gezeigt— bis zur Nalionalwuth aufstackieln könne. Bebel antwonete: Es sei ihm angenehm, den Redner hier für die Einigkeit der Arbeiier eintreten zu seben, sein übriges Berhalten und das der Führer seiner Partei stehe dem aber schnurstracks entgegen. Nicht allein habe mau ihn, Redner, neulich in einer Versaimnlulig der Saltler in Berlin, nach einem Vortrag, gegen den ste, die Leute vom„Neuem Sozialdemokrat", nicht da« Geringste einwenden konnten, ans das Heftigste bekämpft, auch das genannte Blatt belüge unanSge- setzt in jeder'Nummer Die gemeinsten Angrisje und Verleumdungen gegen ihn, sein- Freunde uno die Pariei, der er angehöre. Auch sei Hr. Finn inil derjenige gewesen, der ihm in jeiier Salilerversammlung gesagt, die beiden Parteien müßten sich bekämpfen, weil sonst dieselben von der Regierung unterbrückl würben. Heute komme Heir Finn hieher uno predige in süßen Tönen die Ei- nigkcit ber Arbeiter, aber wohl nur, weil er sehe, wie die Stimmung der Versammlung gegen ihn sei. Der Nationalst olz und die National- wu>h bekämpfe man nicht, rnbem man lokal oder nati. nal organisire, soubern indem man internaiional weide und damit den Arbeitern klar mache, daß der Nationalftolz wie der Nanonalhaß nur gegen ihr Jiitcresse von den henschenben Klassen benutzt werde.„Den destehen- oeii Verhältniffen Rechnung zu tragen," sei ei» echt national-liberaler Grundsatz, dem dürfe die Sozial- Demokratie,„die eine Partei der Prinzipien sei, rnchl huldigen."— Bebel schlug dann folgende Re- Ivlution vor:„Die Versammlung ertlärt: Es ist Pflicht der Arbeiter, den sozial-politischen Arbeiie-Organlsanoneu beizutreten und mit aller Kraft jür die Ausbreitung und Vcrwilkliedung der sozial-beinokiatischen Prinzipien zu wirken. Ferner, in Anbetracht, daß es wüuschcnswerth und nothwendig ist, neben der Wirksamleil für die ibealeu Ziele ber Sozial- Demokratie auch dafür einzulretcn, die nächsten und noth- wendigsten Bedürfnisse der Arbeiter unter den heutigen Verhältnissen möglichst zu befriedigen, ist die Glül>oung und der Euitiitt in die Ge- werksgenvlfenfchaften, welche auf internalwitaler Grundlage beruhen, eine Nolhwendigteit."— Herr Finn erklärte auf die Angriffe Bebels: „er Hab; die Aeußerung, bezüglich ber Regierung privatim gemacht und nicht gewünscht, daß sie veiösfenilichl würde, denn jetzt wäre die Re- gierung erst recht ausmerksa.n geworven." Beb-l antwortete:„das s-i ein Widersin», die Regierungen hätten die Partei, der er angehöre, schon längst auss Hestigfle veisolgt, für die sei die Fiiin'sche Aeutzerung nicht« Neues. Wohl aber sei sie interessant, weil sie kennzeichnt. daß nur darum die Herrn vom„Neuen Soziai-Demokrat" die Emigken der Arbeiter nicht wollen. Nachoem zum Schluß noch Röthing ge- sprachen und seine Resolulion vercheidigt, wirb dieselbe bei der Ab- llimmuug mit alle» gegen wenige Summen abgelehnt und die Bebels mit großer Majorität angenommeu. Politische Uebersicht. Wir theilen heute, unserem Versprechen gemäß, den An- fang der Castelar'schen Rede mit. Dieselbe dauerte volle 3 Stunden, und mit Ausnahme einiger Zwischenrufe, wie die- selben bei erregten Debatten unvermeidlich sind, wurde sie von der feindlichen Majorität ruhig angehört. Welch beschämender Kontrast zu der Praxis des Berliner„Reichstags", der jede prinzipielle Opposition niederschreit, und, wenn dies nicht ge- lingt, ihr direkt das Wort abschneidet. Und doch behauptet dieser„Reichstag", eine Vertretung des„Volks der Denker" zu sein. In voriger Nummer hatten wir schon Gelegenheit� zu bemerken, daß selbst die verkommene Bande des Versailler LandjunkerparlamentS sich nicht zu solchen Rohheitcn fortreißen läßt, wie die Berliner Reichstagsmajorität. Die Versailler Versammlung beschäftigt sich jetzt mit einem Gesetz, welches die von Bonaparte in kärglichem Maße gewährte Koalitionsfreiheit der Arbeiter wieder aufhebt Also noch unter dem Empire steht diese erbärmliche Gesellschaft Natürlich wird sie ihren Zweck nicht erreichen. Die franzö- fischen Arbeiter werden fortfahren, zu thun, was das Klassen- interesse ihnen vorschreibt, und die reaktionären Bestrebungen der OrdnuugSfanatikcr zu Schanden machen. Nur ein Idiot oder ein Ignorant kann wähnen, eine Kulturbewegung durch polizeiliche Maßregeln aufhalten, oder gar zerstören zu können Es erhellt dies schlagend aus der Thatsache, daß die Jnter- nationale Arbeiterassoziation, trotz der unerhörten Verfolgungen in Frankreich wieder vollständig organisirt ist. Ferner soll nächstens der Versammlung ein Gesetz zur Beschränkung des Wahlrechts vorgelegt werden. Man will das Proletariat in der einen oder anderen Form des Wahlrechts berauben. Gut. Nimmt man den Arbeitern das Wahlrecht, d. h. das Recht des gesetzlichen Einflusses au� die Staatsregierung, so drängt man sie vom Boden des Gesetzes auf den Boden derRevolution. Die Sache der Arbeiter wird dabei nicht verlieren.— Hr. Jules Favre, ehebrecherischen und erbschleicherischen Angedenkens, hat eine Schrift über seine Thätigkeit als Mit- glied der„Regierung der nationalen Vertheidigung"(d. h. de nationalen Verraths) angefertigt, in der er u. A. über seine famose Unterredung mit Bismarck in Ferneres die spaßigsten Details veröffentlicht und sich als noch jämmerlicheren Burschen hinstellt, als wofür wir ihn bisher gehalten. Bismarck hat ihm sonderbarerweise imponirt; dessen Kladderadatsch- Bekennt- niß: Ich bin Republikaner!!! nimmt er für baaren Ernst, und gibt eine Schildrung von ihm, die wir nächstens zur Er- heitrung unserer Leser abdrucken werden. Da ist B enedetti, der Empfänger des photographischen Fußtritts, von anderem Stoffe, so wenig wir auch mit ihm sympalhisiren können Der hat seinen Mann dnrchschaut und in seiner Schrift: „Meine Mission in Preußen" dem Fürsten Bismarck ein Denk- mal gesetzt, das den„genialen Staatsmann" und den Ruhm desselben überleben wird. Diese Schrift ist in Deutschland systematisch todtgeschwiegen worden; die Agenten des Berliner Preßbureaus haben nur Nebensächliches herausgegriffen, um die Hauplanklagen der öffentlichen Aufmerksamkeit zu entziehen, und kein Blatt hat den Muth gehabt, dieses schnöde Spiel u vereiteln. .u vcKiuuu Hr. Sonnemann, Eigenthümer der„Frank- urter Zeitung", erwähnte im Reichstag der Schrift, und meinte, fie beweis«, daß Bismarck mit Bonapartc um Belgien ge- schacherthade. Hr.Delbrück, Präsident des Bundeskanzleramts, erklärte dies für falsch, und er hatte insofern Recht, als Bis- marck nicht bloß Belgien, sondern auch einen Theil der Schweiz v«d Dtlttsches Land preiszugeben bereit war. Die Schrift, welche dem Deutschen Publikum bloß in verstümmelten Uebersetzungen vorgeführt worden ist, liegt uns jetzt im Original vor, und wir werden nicht verfehlen, ihren wahren Inhalt der Oeffenllichkeit zu überliefern. Die Pariser Industriellen wünschen die Amnestie— nicht aus Humanität, sondern aus Geschäftsinteresse. Heer Go- dillot, Eigenthümer der großartigen Werkstätten für Mi- litärrequisiten u. dgl., die Fabrikant�, Alexandre und Sohn, kurz eine Anzahl der größten Häuser verlangen von Thiers nicht bloß ihre ehemaligen Arbeiter zurück, sondern überhaupt Arbeitskräfte. Sie verbürgen sich für die Un- bescholtenheit und für die Unterbringung der von ihnen nam- Haft gemachten oder ihnen ausgelieferten Arbeiter. In ihrer Eingabe von Thiers sagen sie von den betreffenden Familien, welche sie besucht haben:„Wir fanden sie buchstäblich ohne Kleidung, ohne Feuer; sie haben hoffen und denken verlernt; sie sterben gedankenlos dahin." Die Bourgeoisie hatte sich also durch ihre Rohheit, durch ihre Schandthalen selbst geschadet. Jetzt bereut sie, was sie ver- krochen und bettelt um die Freilassung der Arbeiter, die durch den Willen der Bourgeoisie in diese elende Lage gekommen. Der Heldengrcis Thiers und seine gesellschaflsrelterischen Eomplicen denken iudeß nach den neuesten Berichten nicht da- ran, diesem egoistischen Gnadengesuch Folge zu leisten, sondern haben soeben Befehl gegeben, in Neukaledoiüen für 6000 Mann Barackengeftngnisse(nebst Psarrwohnungen und Kapellen, da- mit das Seelenheil der langsam zu Mordenden nicht Noth leide!) zu errichten. Ungefähr 3000 sollen außerdem nach Eayenne kommen, und die minder„Gravirten" in Algier oder Französischen Gefängnissen untergebracht werden,— von Denen nicht zu sprechen, welche die Kriegsgerichte noch durch die Wun- derwirkenden Ehassepottugeln sofort aus der Welt schaffen las- sen. Bei so bewandien Umständen können für die„Gnade" nur sehr wenig Kommunegefangene übrig bleiben.— Menschliche Waareauf dem Arbeitsmarkt. In der Anpreisung der„Thüringer Aktiengesellschaft für Fabrikation von Eisenbahnbedarf" in Erfurt und Gotha ist Folgendes zu lesen: „Beide Etablissements haben mit Rücksicht auf ihre Lage am Thüringer Walde für die Rohmaterialien die günstig- sten, bequemsten und billigsten Bezugsquellen. Ein geschultes Arbeiterpersonal ist mit übernommen und hat in der fleißigen und bei der Billigkeit aller Lebensmittel in Bezug auf Lohnsätze noch nicht verwöhnten Bevölkerung Thä- ringens einen gesunden und unerschöpflichen Rekrutirungsbezirk. Der in Aussicht genommeneBau von Arbeiterwoh nungen wird einen tüchtigen Arbeiterstamm dauernd an die Gesellschaft fes- sein. Bei so evident günstigenVerhältnissen steht die höchste Rentabilität des neuen Unternehmens um so we- niger in Frage, als dasselbe nur zur Befriedigung bereits wirklich vorhandener Bedürfnisse des großen Verkehrs und zur Beseitigung eines Nothstandes ins Leben tritt." Wenn wenigstens alle Bourgeois so offenherzig redeten und so naiv aus der Schule plauderten, wie die in Rede stehende Thüringer Aktiengesellschaft, dann würden die Arbeiter, die uns heute noch ferne stehen, bald davon überzeugt sein, daß nur, wenn sie ein„gut geschultes", d. h. gedrilltes Arbeiterpersonal abgeben, welches„noch nicht verwöhnt", d. h. mit einem Hunger- lohn zufrieden ist, die„höchste Renlabilität" für den Unter- nehmer blüht,— daß der Schulze'sche„Entbehiungslohn" ver Kapitalisten nur eine„Lohnentbehrung" der Arbeiter ist, in- sofern als er aus dem zurückbehaltenen Arbeitsertrag besteht, welchen der Arbeiter an seinem„Lohn"„entbehrt." Köstlich Haltung ließ kaum(!) ahnen, daß wir uns in dem Kreise der größten Männer und Feldherren aller Zeiten befanden." Man denke sich König-Kaiser Wilhelm, sammt den üb- rigen„größten Männern" aus Leibeskräften„das Bellen der Rüden, der Saupacker und Saufinder" nachahmend, und man hat ein prächtiges, auch sehr lehrreiches Kulturbild I Die Landesversammluug der Sächfischeu Sozial- dcmokraten. In Folge eines bedauerlichen Versehens der Redaktion ist das Datum der Landesversainmlung falsch angegeben worden. Dieselbe soll schon Sonnabend den 6. Januar(am hohen Neujahr oder drei Königstag, der in Sachsen als Feiertag gilt) stattfinden und wird sich bei der Wichtigkeit der zu bc- ist anch das Geständniß, daß die„Arbeirerwohnungen" den handelnden, Fragen voraussichtlich auf den folgenden Sonntag, „Arbeiter dauernd fesseln": mit andern Worten, daß sie zu der gewöhnlichen Sklavenkette noch eine zweite hinzufügen, die den Lohnsklaven an seinen Arbeilgeber„fesselt".— Der„Dresdener Volksbotc" schreibt: Denjenigen, welche noch den 7. Januar, ausdehnen. Das Nähere wird bekannt ge- macht werden, sobald die Anordnungen des Lokalkomitees voll- endet sind. Betreffend den vierten Punkt der Tagesordnung, der zu Mißdeutungen Anlaß gegeben hat, sei hier noch be- bestreiten, daß wirklich Noth unter den arbeitenden Klassen merkt, daß es sich nicht um Umstoßung des früheren Landes- existire, diene hiermit die Nachricht, von deren Wahrheit sich! versammlungs-Beschlusses auf Austritt aus der Staats- Jeder selbst überzeugen kann, daß bei der jetzt schon bedeuten-! kir che handelt, sondern nur um die Klarstellung der Frage, den Kälte in einem Gasthause ders Scheunhöfe drei Familie» � da die Verhandlungen des Dresdner Kongresses über den Bieder» mit Kinder» und zwei eiuzelne Fraueuzin»mer in einem Stall logiren müssen, weil es ihnen bisher unmöglich gewesen, ein anderes Logis zu erlangen. Zunächst wohnt daselbst ein Schlosser mit 4 Kindern, Namens Lindner, dann die Familie Schmaus mit 2 Kindern, die Fainilie Lehmann mit 2 Kindern, Adain mit 1 Kinde und 2 unserm Gewährsmann unbekannte Frauenzimmer. Nun werden allerdings Diejenigen, die noch keine Noth kennen gelernt haben, sagen:„Wer weiß, was der Grund dazu ist? Jedenfalls sind die Leute selber schuld, sind lüderliches Gesindel, mögen nicht arbeiten, wollen keinen Zins geben rc." Nun da hat uns denn namentlich der Erstere, Herr Lindner, vom Gegentheil überzeugt. Seine uns vorge- legten 10 Atteste bezeugen sämmtlich, daß derselbe stets ein guter braver Arbeiter war und gegenwärtig beim Kupferschmiede- mann'fchen Antrag vielfach zu irrigen Auffassuuzen geführt haben. Die Maßregelungen dauern fort. Nachdem an verschiedenen Orten Sachsens von den Lokalbehörden der Versuch gemacht worden war, die Mitgliedschaften der Gewerksge- nosfenschaften zu„Zweigvereinen" zu stempeln und dem- gemäß ihre Auflösung zu erwirken, ist neuerdings vom Mini- sterium des Innern in Dresden eine Verordnung erlassen worden, welche die Gewerksgenossenschaften zu politischen Ver- einen erklärt und sie somit dem berüchtigten Vereinsgesetz vom 22. November 1850 unterstellt. Wir lasen diese Nach- richt schon vor 14 Tagen in verschiedenen Blättern, fanden sie aber so unglaublich, daß wir an einen Jrrthum glaubten. Jetzt ist aber kein Zweifel mehr erlaubt, denn, wie wir soeben meister Petschke in Arbeit steht. Dessen Fr»» ist»Utt dem �..,5 y®1.. ,• v-i v ,v, Kindruck der Witterunasverhiiltuisse und der irorfltfl- i Zwickau die Mitgliebichaft der Internationalen miitzigtll Lebensweise erlegen, erkrankt und vorgestern Handarb-ttergeno,ienschaft unter Zugrundlegung dieser in das Krankenhaus gebracht worden. Nu» liegen die vier � M'msterlalverordnnng a ufgelost P�eußische Regte- Kinder den Tag über, wo der Vater nicht zu Hause ist, hülstos XZÜ 6efa"ntl� �"�po lttt.sch e n Charakter der Gewerk- im Stalle.(Wären es junge Thiere, da würde der Thier- i.".anei:"n,! Un, ,1". j�aa�r.e®e ,i™" �t£ scbutzver.in schnell helfen, so aber sind es Menschen, mit denen der Thierschutzverein Nichts zu thun hat.) Der Vater erscheint heute weinend ob seiner Kinder auf unserer Expedition und bittet um eine unentgeltliche Annonce, dahin gehend, ob sich Niemand, so lange die Mutter im Krankenhaus sich befindet, dieser armen Kinder erbarmen, und dieselbe gegen geringe Ent- schädigung bei sich aufnehmen, oder ob vielleicht irgendwo ein heizbares Lokal zur Verfügung gestellt werden könnte."— Ueber die Zustände in dem für Obdachlose bestimmten „Ochsenkopf" in Berlin giebt ein Herr F. Gläser im„Neuen Sozialdemokrat" folgende Schilderung: „Ich hatte da« Unglück, für meine Familie am 1. Okt. leine Woh nung erhalten zu können und mußte dehhalb ihre vorläufige Aufnahme im sogenannten„Ochsenkops" zulasse». Nachdem ich dort dem Haus- vater des„OchsenkopsS" den Aufnabmeschein des belressenden Revier- licutenanls vorgezeigt hatte, richtete selbiger die Frage an meine Frau: „Wie viel Röcke haben Sie an?" Als ich über dies Benehmen mein Befremde» in etwas derber Weise kund gab, wurde mir die Am- wort:„es gehöre zur Hansordnung." Daun fragte der Mann weiter: „Wie viel Kinder haben Sic?"„Bier" war die Antwort. Hieraus erfolgte die Eintragung von Namen und Alter der Betreffenden. Bei dem jüngsten hieß es:„Ungetauft."„Noch nicht getauft?" fragte der Hausvater.„Nein, von dtm Borunheil bin ich befreit," war meine Antwort.„Nun, dann muß es hier getauft werden," befahl der Hausvater.„Ueber mein Kind übe ich die Autorität aus und kein An- derer," gab ich zurück. Ei» starker Wortwechsel folgte. Alsdann hieß es:„Nach Saal Nr. 8." Dort bor fich mir nun ein Bild des Jammers und Elends, daß inich Staunen und Entseyen überkckn bei dem Gedanken: hier soll Deine Familie wohnen, das ist das Unterkommen, wofür die Bäter der Stadt gesorgt haben; das muß der Arbeiter über sich ergehen lassen, er. von dessen sauren, Schweiß sich die Bourgeoisie mästet, dessen Hände-Arbeit alle Lebensgenüsse in Fülle erzeugt! Ma» denke sich einen geräumigen Saal mit einem ziemlich großen Bretter- Usch als einziges Meublement, dann 70 bis 80 Stand Betten, bestehend aus Strohsack und wollener Decke. Mit diesem„Com- fort" ausgestattet, dient ein solcher Saal einer Anzahl von �70 bis 80 Frauen, Kindern und Säuglingen als Wohn-, Schlaf- und Speisezimmer. Welche Luft hier herrscht, vermag ich nicht zu schildern. Und doch verdeckt die Presse der Bourgeoisie mit Lügen und Verdrehungen, die st« über die Wohnunginoth zu Tage ge- fördert hat, die Thatsachen." Doch weg mit solchen häßlichen Bildern! Ein an- deres her! L,e roi s'amuse. Der König(Kaiser) amusirt sich. Bekanntlich war Kaiser-König Wilhelm unlängst auf der Jagd in Göhrde(Hannover), worüber die wohlgesinnten Blätter satt- am berichtet haben, lieber eine Episode des kaiserlichen Jagd- zugs schreibt nachträglich die„Zeitung für Norddeutschland": „Im Wohnzimmer des Kaisers im Jagdschlösse war unter Anderm zur Ausschmückung ein silbernes Becken aufgesteckt, welches in getriebener Arbeit die Landung Kaiser Karl's V. in Algier darstellt, so wie ein Ofen mit Reliefvildern der Reformationszeit. Besonders jammert der Ofenheizer über das schlechte Bett des Kaisers, welches statt Kopfkissens nur aus einem kleinen Koffer und sonst nur aus Decken bestände, und das führt der Kaiser immer mit sich. Der Abend brach bald herein, doch währte es bis gegen 6 Uhr, ehe der Kaiser init dem Jagdgefolge zurückkehrte. Nach stattgefundener Tafel wurde die in Göhrde ,eit unvordenklichen Zeiten übliche Nachjagd aufgeführt, von der wohl die wenigsten Leute eine Ahnung haben. Man sah einen Klempner mit einem Sortiment größerer und kleinerer hölzerner Löffel bis zur größten Kelle durch den Saal ge- schäflig gehen. Ein paar große hölzerne Tische wurden mit Kreide bestrichen, und nun fing der Jagdscherz an. Fast alle hohen Herren, die an der Jagd theilgenommen, rieben die Löffel auf den Tisch, was ein vollständiges Konzert der Meute nach- ahmte. Man glaubte das Bellen der Nüven, der Sau- packer und Saufindejr zu hören, wie das Klopfen mit den Löffeln die Schüsse darstellten. Die Hundepeitschen knallten dazu und Hofjäger bliesen auf Waldhörnern die unnachahm- lichstcn Signale, bis nach und nach der letzte Ton verhallte. Dieser alte Waidmannsbrauch ist eben so originell als unter- haltend, und wirv sich zweifelsohne so lange erhalten, als die Jagden in der Göhrde. Nach diesem Intermezzo wurden Kaffee und Zigarren gereicht, und die ungezwungene Unter- gliedschaftcn durch die Lokalbehörden ein rasches Ziel gesetzt. Wenn man nun bedenkt, daß die sächsische Regierung no« torisch— und wir werden seiner Zeit vor den Schranken des Schwurgerichts den Beweis nicht schuldig bleiben— von Berlin aus zu ihrem jetzigen reaktionären Vorgehen gegen die Sozialdemokratie veranlaßt worden ist, so muß trin sich in der That über den politischen— Scharfblick der Herren in Dresden wundern, die sich selbst so gemüthlich moralisch rui- nireo, zum Vortheil der freundlichen Rathgebcr, die es wohl- weislich vermeiden, un eignen Land eine so odiöse Rolle zu spielen._ An die Redaktion' Des Tilsiter„Bürger und Bauernfreunv". de» Zwickauer- Tageblatts", de»..Dresdener Bolksbote",„de» Crlmmilfchauer Bürger- nu» Bauernfreund", der„Ehemullzer freien Presse", de».Frankfurter Beobachter'. der„Demokratischen Zeitung" i» Berti», des„Consesslouslos" in Dresden, der„Nemesis" in Schandau, des..Braunschweiger volksfreund", deS.Wurt- burger Journals': i' 1 Wir zahlen für Sie beim hiesigen Postamt den Betrag für Beförderung euieS Exemplars de»„Voiksstaat' an Sie ein, und bitte» Sie, uns nuf gleiche« Wege Ihr Blatt zukom- men zu lasten.__________________ Redaktion des.voiksstaat". amfip» Die«rptbitioneu sämmtlicher sozialdemokratischen Wochen- wie Tagesblätter werden ersucht, die Eintragung der be- treffenden Zeitungen in den ZeitungSkaialog der Schweiz zu oeranlassen, da unterzeichneter Verein aus die neu entstandenen Parteiblätter von Neusahr ab abonnirt. _ Der deutsche Arbcilerbildungsverein in Gen f. Briefkasten der Redaktion: Spandau. Ihre Resolution betreffend Strike- verein dem Ausschuß übersandt. B. in Mittwcida wird um seine Adresse gebeten. der Expedition: P. Mainz 12 Thlr. 14 Gr. 2 Pf. für Abon. E. Göppingen für Schrift 4 Thlr. 12 Gr., R. Mylau für Schriften 6 Thlr. erhalten. D. Beruh. Palermo 2 Thlr. 2 Gr. 4 Pf. f.»bau. erhalten. M. S. in N.: die Verspätung liegt bloß an der Post, von hier au« wird der Bolksstaar stetS richtig expedier. D. in Siegburq f. Schriften 1 Thlr. erh. F. in Ealdenhsusen 1 Tblr 20 Gr, f. Schriften erh. Eck. Wien f. Schriften 11 Tblr. erh.; S. Ronnenburg 1 Thlr. 7 Gr. f. Schriften erh. F.Il>l Barenthin 6'/, Gr. f. Schriften erh. F. W. B. in Oberlungwih: Brief vom 12. d. M erh.; Antwort abgegangen. F. in Breslau f. Schriften 4 Ar. 5 Pf._ Für die Chemnitzer Gemasiregelten.' 2 Thaler srw. Sammlung der soz. dem. Miigl. in Klingenthal i. S. Aus einer Leipziger Druckerei 12 Gr. 5 Pf. Für Leipzig Sozial-demokratischer Arbeiterverein. Freitag, den 22. Dezember Abends 8 Uhr: Versammlung im Saale der„goldenen Säge"(Restaurant„Victoria') Ecke der Dresdner- und Langeniiraße. Tagesordnung: 1. Sostal-politischer Wochenbericht(Ref. Hepner) 2. Nalionalötonomische Frage: Welches sind die Faktoren, durch welche unter der heutigen Produktionsweise der Werth eines Produkts bestimmt wird?— 3. Allgemeines. Gäste sind kreundlichst willkomuien. Der Vorftand. Für Leipzig � Restauratloil, M Delikatesscnhandlllng, gutes Lagerbier, UBf empfiehlt c. Gabler, PeterSsteiuweg 49 gegenüber der Emtii-iislrasze. I7B. Der„Bolksstaat" liegt bei mir aus.(3) 1 !Zur Beachtung 1" etzt Kl. Schäferkamp 4S a. Ich wohne jetzt (3) 1 Schäferkamp 46 a. Hamburg— Theo bor Do rck. Bebels Reichstagsredcn gehalten in der n. Session de» Reichstags. kosten brnschiri k Exemplar 1'/« Sgr. 33 Stück 1 Thlr., 100 Stück 3 Thlr. und sind zu beziehen durch (3) 1 � die Expedition de»„Bolksstaat" in Leipzig. Ferner sammtliche Laffalle�chc und alle andern sozialistischen Leipzig: weg 13.) Vcraitt«. Redacleur». Hepner(Rcdacliou: Pelersslein« Druck u. Verlag von F. Thiel«(Expedition: Petersstr. 13-