l± 104. Souuabeud, de« 30. Dezember. 1871 k�scheint««chtntlich 2 mal in LetHztg. Bestellungen nehmen alle Postai.staltcn und Buchhand- lungen des In- und AuS- landes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: ist Bebel, PeterSstrahe 18, F.Thiel«, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 aal in Leipzig. AbonuemeulSpretS: Für Preußen incl Stempelsteuer IK Nar., für die übrigea deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Zilialerpeditior� für die Ber- einigten Sraaten: F. A. Sorge, Box 101 Hobokeo N.J. viaNewyork Organ der soM-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Am k. und 7. Januar Landesversammluug der sächsischen Sozialdemokraten in Ch.mnttz. Bekanntmachung. Die Medaktiou und Expedition des „Volksstaat" befindet fich von nnn an Lolie Strasse Nr. 4 parterre Alle Briefe und Geldsendungen find von Neujahr au dorthin zn adresfire«. Mit dem 1. Januar beginnt ein neues Abonnement auf den„Bolksstaat"; wir er? suchen unsere geehrte« Leser, rechtzeitig das- selbe erneuern zu wollen, damit reine Unter- brechung in der Zusendung eintrete. Der Preis tft derselbe wie bisher, und beträgt in Preufieu unter Zuschlag der Zei- tungssteuer pro Bierteljahr 16 Sgr., im übrigen Deutschland nur 12 Sgr.== 42 kr. süddeutsch. Die Buchhändlerabounemeuts sehen wir uns genöthigt für das Inland lfür das Ausland tritt keine Veränderung ein) vom 1. Januar ab insoweit aufzuheben, i ls nicht mindestens 10 Expl. durch eine Bnchhaud- luug bestellt werden. Die Abonnenten, wel- che also bisher Einzelbestellungen bei Buch- Händlern machten, wollen dies künftig beider Pvstthnu. 3ur LaudeSversammluug der sächsische« Sozial-Demo- traten. Die Umstände, unter welchen die nächste LandcSversamm- lung unserer Partei in Sachsen stattfindet, geben derselben eine ganz besondere Bedeutung. Da§ leaktionäre Gebahren, welches seit längrer Zeit schon die sächsische Regierung und, ihr nacheifernd, ja sie thcil weise noch überbietend, die unteren Behörden gegen uns an den Tag legen, lassen«S als höchst nothwendig erscheinen, daß die Partei sich eifrig rüh�t und sich darüber klar wird was sie dem gegenüber thun will. Das Vereins- und Ver- sammlungsrecht ist für unsere Partei vollständig in Frage gestellt. Der neueste Erlaß des Ministeriums, wonach die Gcwerksgenossenschaften als politische Vereine angesehen werden und zu behandeln sind, legt die vc- fahr uahe, daß diese für das materielle Wohlbefinden der Är- beitcr so nothwendigen und nützlichen Institutionen einer allge- weinen Polizeirazzia zum Opfer fallen. Die Thal deS Zwickauer StadtralhS ist ein Wink mit dem Zaunpfahl. Soll die Sozial- Demokratie s.lchen Willtürmaßregeln ruhig zusehen? Schon diese beiden Punkte allein sind hinreichend, um die sächsische Sozial-Demokratie zu veranlassen, ihre Delegirten in �asse am 6. Jauuar nach Chemnitz zu schicken. Kein S�pfer darf gescheut werden, um diese» möglich Zu machen. Kein Ort, er sei noch so klein, darf am 6. Januar unvertreten bleiben. Zeigen wir, daß wir für unser guteS Recht zu kämpfen verstehen, °aß wir nicht gewillt sind, uns schweigend der Ge- Walt zu beugen! Wie das Vereins- und Vcrsammlungs- �cht, der Bestand der Gewerksgenossenschaften für die vff en t- ilche Wirksamkeit der Sozial-Demokratie nothwendig ist und wir verpstichiet sind, dafür einzutreten, ebenso wichtig ist eine Verarhung über unsere Stellung zu Materien, welche uns als Staats- und Gemeindebürger aus das Innigste berühren. Die.Kommunalvertretung und das Kommunal- Wahlrecht gehört in erster Linie hierher und ist eS um so dringen- »er nothwendig, daß wir uns darüber aussprechen, al» der aus „Liberalen" und Reaktionären zusammmengcsetzte Stände- Landtag in nächster Zeit Refonnen aus diesem Gebiete zu bcrathen hat. Reformen, die wenn es nach den Wünschen lener sogenannten„Volksvertreter" geht, gegen das Volk, ge- Zen die Sozial-Demokratie entschieden werden. Wir wünschen sehr, daß neben dem Gemeindewahl- �echt auch dasLandtagSwahlrecht noch mit auf die Tages- Ordnung gesetzt werde. Ferner die sog. Äcsindeordnung, besser, Haussklavcnordnung, welche die Dienstboten und insbesondere w bäuerliche Arbeiterklasse unter die Zucbtruthe ihrer „verrschaften" stellt. Nicht minder nothwendig erscheint es Uns, sich darüber klar zu werden, welche Stellung wir zu der lamosen Ausbeutung deS ebenso famosen HaftpflichtgesetzeS seitens Arbeitgeber nehmen wollen. , Man sieht: an Stoff und zwar wichtigstemStoff fehlt tä nicht. Möchten die Gesinnungsgenossen allerwärts, dies Wiiifoigend, ihre Delegirten zahlreich nach Chemnitz senden! Politische Uebersicht. Der Exsozialist Biedermann veröffentlicht nachträgliche jchcime Beschlüsse der Londoner Internationalen-Konferenz. iaiürlich gefälscht zu Nutz und Frommen der gewiegtm und lngewicgten Demagogenschuüsfler.— Was die Nationalliberalcn in lichten oder unüberwachten Augenblicken sagen:„Der Schluß des Reichstages ist ziemlich tumultuarisch erfolgt, wie die gesammte Geschäfts» behandlung der letzten Tage überhaupt einen stark tumul- tuarischcn Charakter hatte. Das Rayongcsetz ist, trivial ausgedrückt, kurzweg über das Knie gebrochen worden, um es aus dem Wege zu räumen. Der bayerische Antrag wegen Kanzelmißbrauchs ist mit athemloser Hast durch Bundesrath und Reichstag gejagt worden, so daß z. B. der hessische Be- vollmächtigle nicht einmal Zeit hatte, von seiner Regierung Instruktionen einzuholen. Die Etatsberathung ging äußerst hastig vor sich, und die Erledigung der Militärfrage gar ge- staltete sich als ein Ansturm auf den Reichstag, welcher auf diesen nothwendig verstimmend wirken mußte. Wenn so die Verhandlungen nur mit einer grellen Dissonanz zu Ende gehen konnten, so war et allerdings zweckmäßig, den Schluß zu beschleunigen, und Niemand wird nach einer feierlichen Pa- rentalion im weißen Saale Verlangen getragen haben. Die Regierung wird eingesehen haben, daß sie einen außerordentlich entgegenkommenden und leicht auskömmlichen Reichstag sich gegenüber hat, welcher ihr das Regieren wahrlich leicht macht und dem Patriotismus den Parteistandpunkt und das Parteiinte- reffe willig unterordnet. Aber die Regierung wird im allgemeinen Interesse doch wohljthun, dieses Ucberrumpelungssystem, wel- ches sie in der ersten wie in der zweiten Session geübt hat, sich nicht einbürgern zu lassen. Dem Reichstage eine würdige Stel- lung in den Augen des Volkes zu wahren, entspricht auch ihrem eigenen Vortheile, und überdies geht auch deutsche Geduld einmal zu Ende." Also zu lesen in zahlreichen nationalliberalen Blät- lern. Nun, mit diesem Urtheil können wir ganz zufrieden sein. Was über den„ tumultuarischcn Charakter" der letzten Reichstagsverhandlungen gesagt wird, ist uns doppelt interessant, weil Bebel, dem sonst alle Tumulte in die Schuhe geschoben werden, den betreffenden Debatten gar nicht mehr beiwohnte, also die Tumultuanten anderswo gesucht werden müssen. Das Gcfländniß am Ende der Notiz, daß„dem Reichstag eine wür- dige Stellung in den Augen deS Volks" nicht gewahrt worden ist, legen wir vergnüglich aä avta, in dem Glauben, oder wenigstens in der Hoffnung, daß„auch deutsche Geduld einmal zu Ende geht", freilich nicht die Geduld deutscher Nationalliberalcn, doch die Geduld m i l ihnen und mit Anderen. Diese Hoffnung wird durch die Berichte aus Süddeutschland einigermaßen ge- nährt. Die Unzufriedenheit mit der Polizei- und Kasernen- cinheit ist dort allgemein, wie selbst die Nalionallibcralen, die den Boden mch? und mehr unter den Füßen verlieren, seuf- zend zugestehen müssen.— Die Preußi sche Regierung ist bekanntlich so gnädig ge- wesen, einen Brosamen von Million vom reich besetzten Tische deS Militärstaats den Lehrern zufallen zu lassen. Da- rüber schreibt in der Berliner„Demokratischen Zeitung" einer der Begnadeten:„Von sämmtlichen Volksschullehrern Preußens haben noch nicht 1000 eine Einnahme von 500 Thlrn.; etwa 10,000, sage zehntausend, beziehen ein jährliches Ge- halt von 50 bis 150 Thlrn. Wenn die ausgeworfenen 500,00 Thaler unter diese vertheilt würden, so wäre das, pro- zenlweise gerechnet, eine bedeutende Verbesserung; in Wirklich- keit aber würde das Elend dadurch nur eine andere Gestalt annehmen, etwas anständiger werden. Vom rein finanziellen Standpunkte aus mag eS ganz gleichgültig erscheinen, ob die Voltsschullehrer, welche über 90Prozent sämmt- sicher Schüler unterrichten, hungern oder nicht, unter politischen Gesichtswinkeln erscheint denn doch die Sachlage anders, um von humanen Rücksichten ganz zu schweigen. Wenn der Staat sich in keiner Beziehung um die Volksschule kümmerte, dann hätten die Lehrer derselben keinen Grund, sich über ihn zu be- klagen. Der Staat bildet aber nicht blos die Lehrer in den von ihm unterhaltenen Seminaren heran; sondern er schreibt auch ganz genau vor, was und wie ein Volksschullchrer zu lehren habe. Er wacht in einigen Regierungsbezirken sogar darüber, daß die„Schullehrer" am Morgen keinen Hering essen, am Abend nur ihre vorgeschriebene Zahl Schoppen trinken und ja kein Haar aus den Zähnen stehen lassen. Wenn aus solchen Vorschriften und Scherereien die Schullehrer schließen, daß sie Stoatsdiener seien, und und darauf hin Ansprüche machen, so erklärt Hr. v. Mühler in dem Centralblatt gelegentlich,„eigent- liche" Staalsdicner seien die Schullehrer nicht. Der Staat habe wohl ein ausschließliches Recht auf die Schule, aber von einer Pflicht könne nicht die Rede sein; denn so weit, als der Unterhalt der Volksschule in Frage komme, sei diese Ge- meindeanstalt; dieses abnormen Verhältniß erklärt e«, daß im Jahre 18L4 reichlich 20,000, sage zwanzig tausend Volksschullehrer Preußens weniger als 200 Thaler jährliche Einnahme hatten. Heute ist es wahrhaftig noch nicht viel besser, obschon der Kriegsminifler erklärt, daß man für 225 Thaler keinen ordentlichen Bedienten halten könne."— Unsere in Wien inhaftirten Parteigenossen Scheu, Kutill, Schäftner und Peschau sind am 23. d. M. in Freiheit gesetzt worden,„weil die Untersuckung kein Material zu einer Anklage geliefert hat." Also eine neue Blamage und ein neues Verbrechen der Hochverraths-Prozeßfabritanten. Der Wiener Correspon- dent der„Frankiurter Zeitung" schrieb unterm 19. Dezember über diese Angelegenheit: „Infolge einer Aufforderung des Justizministers Glaser hat endlich das k. k. Landesgcricht in Wien die Untersuchung der seit einem halben Jahre verhafteten„Arbeiterführer" Scheu und Genossen zum Abschlüsse gebracht. Der große Krimi- na l Prozeß ist zu einer Anklage auf„Gutheißung einer ungesetz- lichen Handlung" eingeschrumpft. Die Verhafteten sind nämlich beschuldigt, der Pariser Kommune ihre Sympathien bezeugt zu haben. Scheu, der verantwortliche Redakteur des Arbeiterblattes„Volkswille", war schon einmal wegen desselben Bergchens angeklagt, wurde aber von den Wiener Geschwornen freigesprochen, nachdem er nachgewiesen, daß solche Sympathie- bczeugungen in der preußisch-deutschen BundeSsestung Mainz, in Hannover ic. stattfanden, ohne die Intervention der Staats- gemalt nach sich zu ziehen. Die k. k. Justiz läßt sich natürlich durch das Verdikt der bürgerlichen Geschwornen nicht abhalten, die Paragraphen des Bach'schen Strafgesetzbuches neuerdings in Anwendung zu bringen.— Gestern verunheilten die Richter Hrn. Rott, Vorstandsmitglied des Kleingewerbebundes, wegen „Aufwiegelung" zu 14 Tagen Gefängniß, weil er in einer öffentlichen Versammlung über da» gesetzwidrige, das Vereins- recht illusorisch machende Vorgehen der Polizeikommissäre Be- schwerdc erhoben hatte. Die Verurtheilung erfolgte, obgleich unter Anderm konstatirt wurde, daß der Polizeikommissär Patek, als gegen eine gesetzwidrige Intervention desselben protestirt wurde, ausrief:„Was geht mich das Vcreinsrecht an; ich habe meine Instruktionen!" Von Seiten des Berliner„Neuen Sozial-Demokrat" ist es uns vor Kurzem sehr verdacht worden, daß wir den Eng- tischen Phrasen- und Bourgeoisrepublikanern vom Schlage der Dilke und Bradlaugh nicht den gehörigen Weihrauch gestreut haben— freilich ein sonderbarer Tadel im Munde eines Blattes, das uns bei jeder Gelegenheit des Liebäugelns mit der bürgerlichen Demokratie anklagt, und in seiner päpstlichen Unfehlbarkeit uns selber sogar als bürgerliche Demokraten aus dem sozialistischen Himmel verbannt. Vielleicht interesstrt eS den„Neuen", zu erfahren, daß Hr. Bradlaugh in einem jüngst gehaltenen Vortrag die Pariser Kommune auf das Schmählichst« verleumdet hat, und daß infolge dessen von dem Klub der fran- zösischen Kommuneflüchllinge in London, dem er den Ucber- schuß des Eintrittsgeldes nach Abzug der Kosten zum Geschenk anbot, der einstimmige Beschluß gefaßt worden ist, dieses Geld zurückzuweisen. Der Dilke'sche Sozialismus steht aber un- gefähr auf gleicher Stufe mit dem Bradlaugh's. Die söge» nannte„republikanische Bewegung" in England, die von den Gegnern des Sozialismus au« Haß gegen den Sozialismus und die Internationale i.. der Presse zu künstlicher Wichtigkeit ausgepufft wird(der berüchtigte„Karl Blind" ist dabei ein Hauptmacher), ermangelt jeder ernsthaften Bedeutung, weil bei den cigentbümlichen englischen Verhältnissen die Frage: Republik oder Monarchie? ein rein formelles Interesse hat, und eine bloße Wortspielerei für Diejenigen ist, welche außerhalb der Arbeiterbewegung stehen. In England ist keine politische Re- volution möglich, nur eine soziale Revolution, die natürlich auch eine entsprechende Umgestaltung der staatlichen Einrichtungen zur Folge haben muß._ Unsere Wiener Parteigenossen beabsichtigen, ein tägliche» Organ der Sozialdemokratie zu gründen; ein Aufruf ist zu diesen Behuf erlassen worden, und trotz der sehr bedeutenden Kosten sind die besten Aussichten auf Verwirklichung de» Plan» vorhanden.— Burgstädt. Unser Bürgerverein ist auf Anordnung der Königlichen Kreisdirettion zu Leipzig aufgelöst worden. Als Grund dafür wird angegeben die Aufforderung, die derselbe im„Krimmitschauer Bürger- und Bauernfreund" an die übrigen Bttrgervcreine wegen gemeinsamer Be- rathungen gerichtet hat. Reichen dach im V. Unterm 20. Dez. ist die hiesige Mit- gliedschaft der Internationalen Gcwerksgenossenschaft der Manu- faktur,-Fabrik- und Handarbeiter auf Grund des Z 23 des Vereinsgesetzcs vom 3. Juli 1850 als„ein unzulässiger Zwcigverein" vom Amtmann Kurz, welcher auf einem KrciS- direktionsbcschlusse vom 14. d. M. fußte, aufgelöst worden. Herborn, 25. Dzbr. 1871. Samstag, den 30. l. M., kommen unsere Parteigenossen Wilh. Schmidt(verhaftet), sowie Jacob Schupp vor die Strafkammer zu Dillenburg, angeklagt des Widerstands gegen die Staatsgewalt und der Ver- letzung des Vereins- und Versammlungsrechts. Hiermit noch lange nicht zufrieden, sind gegen unfern Vertrauensmann durch die Polizei 2 Strafverfügungen von je 6 Thlrn. und' g egen 39 Mitglieder solche von je 6 und 5 Thlrn. ergangen. Wir werden Widerspruch erheben und das Weitere abwarten. Erfurt, 14. Dezember.(§eute wurde Parteigenosse Jmhof wegen eines von ihm im„Volksstaat" Nr. 14 mit seiner Namensunterschrift veröffentlichten Artikels, betreffend die über ihn ergangene Verurtheilung wegen Majestätsbe- leidigung zu 3 Monaten Gefängniß, begangen durch Vorlesung der Reichstagsreden Bebels und Liebknechts vom Dezember vorigen Jahres im dortigen sozialdemokratischen Arbeiterverein, zu 1 Manat Gefängniß verurtheilt. Dasselbe Schicksal traf den incontumazirten damaligen Redakteur des„Volksstaat" Carl Hirsch. Die Wiener Preßpolizei widmet wieder vorzugsweise den Arbeiterblätternihre vorsorgliche Thätigkeit. JnWiener Neustadl wurde die„Gleichheit" konfiszirt, weil sie das vor 13U Jahren im„Volksstaat" veröffentlichte vortresfliche Gedicht „Anlisyllabus", welches übrigens vor 2 Jahren in 3 öfter- reichischen Blättern gestanden hat, reproduzirte. Des aus den österreichischen Staaten ausgewiesenen Zimmermann neueste Flugschrift„Wanderungen in Oesterreich" ist bereits den Preß Häschern stgnalistrt worden Der„Stuttgarter Beobachter" beurtheilt in seiner Nr. 291 vom Donnerstag den 14. dss. das famose Verfahren des Leipziger Polizeidirektors folgendermaßen: „Die Reptilienjagd scheint losgehen zu wollen. Was Hr. v. Lutz für Baiern auf dem legislatorischen Wege durch den vielberufenen Kanzelparagraphen gegen den Ultramon tanismus zu erreichen versucht hat, wird in Leipzig jetzt air dem viel kürzeren Wege der einfachen Polizeiverordnung in Szene gesetzt, wozu es nicht einmal eines„gewiegten Krimina listen" bedarf. Das hiesige Polizeiamt erläßt folgende Pnbli kation:(folgt der„berühmte" Erlaß) Die„Absicht, zu Gesetzes-Ucbertretungen geneigt zu machen" — das ist in der That stark und wohl das Stärkste, was feit der berüchtigten Verurtheilung eines Pariser Blattes in den Tagen der Restauration„wegen moralischer Mitschuld an ge setzwidrigen Handlungen" in diesem Genre geleistet worden ist/ Castelars Rede für die Gedankenfreiheit. «Schluß.) Der Kongreß zu Brüssel schloß säst zu derselben Zeit, zu welcher die Kollektivisten sich aus dem Kongresse in Bern von den Demokraten mit der Drohung getrennt halten, unsern Ideen und Prinzipien ihre Arbeiterassoziationen cntgegenzuschteudern, indem uns die Russen Form-Demoiraien und ptawnische Republikaner schalten. Mit ihrer Drohung haben sie Wort gehalten, sie haben dcc po- litischen Demokratie die Arbeiterassoziationen entgegengesteUt, die sie in ganz Europa ins Leben nescii. Im Jahre 1869 trat der Kongreß der Internationalen in Basel zusammen, und dort entwickelte der gewaltiges!) Russe sein Ideal: „das kollektive Eigenthum," diese Rückkehr zu den ersten Patriarchen des Orients, zu den asiatischen, Ebionisteu und dem Essenismus'), welche unsere Ewilijation aufgenonimen hätte, wäre nicht die indl- vidualistische Idee der Persönlichkeit, und die aus ihren nordischen Regionen hervorbrechende germantsckie Race mit ihrem individua- listtschen Charakter ihnen enlgegengelretem— Was ersolgte nun auf diesem Kongresse durch das Uedergrwichl der Aussen?")— Man ent- schied sich sür die Kollektivität des Eigenthums, nicht ohne hestige Proteste, aber trotz derselben. Gleich darauf jedoch schien man diesen Beschluß zu bereuen, denn bei der Diskussion üoer die Abschaffung der Erbschaft, eine Eonsequenz des kollektiven Eigenthums, erhoben sich Biete, die sür letzteres gestimmt halten, gegen die«bschasiung der Erbschaft, als hätten sie sich eben erst an Weidwund Kind erinnert, i??)***) Bei der Abstimmung ergaben sich 32 sür, 23 gegen die Abschaffung, und 17 Enhaltungen, und da die Delegirien 89 an der Zahl waren, wurde zur Tagesordnung übergegangen, ohne über diese Frage einen Beschluß zu sassen. Und hier, m. H., sind wir am Ende der von der Internationalen gefaßten Beschlüsse; über Religion wurde nichts beschlossen, über die Familie auch nicht, über letztere wurden nicht einmal Reden geyallen. Folglich beschränken sich die sogenannten Moral- Widrigkeiten der Internationalen auf die Kollektivität des Eigenihums. M. H., die Kollektivität de-Eigenthums ist von der Erfahrung s?) gerichteis!), von dem spanischen Kloster, von den mährischen Brüdern, ja selbst von Paraguay verworfen; da wo es kollektives Eigenthuni gab, ist die Menschheil stets ein Kind geblieben. j-)— Was jedoch die Moralwidrigkeit desselben anbelangt, so ist dies em Anderes. Ich ver- theidige hier nicht meine eigene Sache, ich vertheidige die Freiheit, die Gedankenfreiheit und das Assoziationsrecht gegen die Reaktion, denn die Reaktionen haben mit den Revolutionen gemein, daß man wohl weiß, wo sie anfangen, nicht aber wo sie enden.— Redner erinnert hier das Haus an eine Reihe von Thatsachen, bei welchen er aus ganz gteicheir Motiven die Karlisten, und.kurz nach der Septemberrevolution sogar gegen die damals von der pro- visorischen Regierung dekretirte Aufhebung der religiösen Assoziationen sich erhoben hat, wahrend diese Perjonen und Dinge doch sicherlich nicht mitjeinem politischen Programme Harmoniren. Rediier plaidirt dann gegen die Ausslellung des Ministers„daß die Internationale gefähr- lich sei, weil ihre Führer dem Auslände angehören," in folgender Weise: Sie sehen, m. H., aus dieser Behauptung, daß die armen Arbeiter der Internationalen einen höhereu Begriff von der menschlichen Soli- dari.ät(derZusammeugehörigleil aller Menschen) haben, als ein Minister deZ Innern. Wenn ich den Geist eines großen englischen Redners hätte, würde ich von deui Hrn. Minister sagen:„Hierdurch verwirft er Alles, waS sein Wesen bildet; seine schöne spanische Sprache, denn sie ist«in Gemisch der lateinischen und der arabischen; seine Religion, denn der Bater ist Jude, das„Wort"«der Logosbegrifs) alerandrinijch und der heilige Geist ist platonisch; seine Jnsttlulionen«.Eintichlungen), denn sie sind den Bereinigten Staaten, England, Belgien und Franl- reich entlehnt; seine Kleidung, die gar leicht englisches Gewebe ist;«einen Papst, seinen König uitd dessen Dynastie, weil sie italienisch sind; die Atome, die seinen Körper bilden, weil die Chemie keine»tandes- grenzen respelnrr, der Hr. Piiiüster nicht wissen kann, wie viel taria- rische oder sächsische Atome sein Ich formiren, auch eben so wenig weiß, *J Die Essäer(Täufer) waren bekanntlich eine jüdische Sekte, welche(gleich den Ebwilisten) sich von den sogenannten„Unreinheiten" des Lebens fern hielmi; Johannes der Täujer gehörte jener Sekte an, auS der auch Jesus— falls er gelebt hat— unzweifelhaft hervorge- gangen ist. **) Auf dem Baseler Kongreß war ein einziger Russe, Baku- nin, der natürlich kein„Uebergewicht" ausübte, sondern genau so viel Gewicht,— nicht mehr und nicht weiliger— wie zedeS andere Mitglied. Der Beschluß zu Gunsten des Kollettiveigenthums(von Grund und Boden) wurde durch die Deutschen und Englischen Delegirien durchgesetzt, die ausnahmslos Gegner der Balunisuschen Bestrebungen waren. Die etwas phantasievoUe Geschichtsauffassung Caslelars dedarf der„ge- waltigen" Menschen, wie das Kindermärchen der Riesen. *") Nicht das war der Grund der Ablehnung; sondern man sagte sich, daß eS nach Einführung des Kollektiveigeathums kein«Erb- schaftssrage giebt. f) In keinem Kulturland besteht allerdings das Kollektiveigeuthuin im modernen joziallslischen Sinne, allein dies ist eben so wenig ein Beweis gegen das KoUektiveigenthum, wie es ein Beweis gegen die Eastelar'fche Republik ist, daß dies« noch nirgends existirt. Die rohe Form des Kommunismus, welche bei vielen Bölkern der bürgerlichen Entwicklung vorausgegangen ist, hat mit dem modernen Kolleltivis- muS nicht mehr gemiin, als die Regierungslosigkeit, welche der staat- lichen Lrganljalion vorausgegangen ist, mit dem freien Volksstaat, der eine„Regierung" im heule herrschenden SinnedeS Wortsnichtlennl. wohin morgen die Atome von heute strömen werden, Dank dkr Wtrßrn Cirkulation(Kreislauf) der Materie, die für Leben und Fruchtbarkeit nicht mit Nationalitäten rechnet!(Stürmischer Beifall.) Wenn aber der Hr. Minister gar so individualistisch ist, so vir- steht er auch nicht das große Epos der Handelsfreiheit. Bei den un- endlichen klimatischen Verschiedenheiten auf der Erde, ist es der moderne Herkules, der Handel, de: mit seinen großen Seevögeln,— die mit dem Fuße die Wasser und mit dem damptendcn Haupte die Lüfte furchen,— das Fernste herbeibringt; das Fell, welches der Russe den in seinen eisigen. Steppen herumirrenden Thieren entringt, und das Tabaksblatt, welches die brennende Sonne des Südens reift; das Eisen Sibiriens und den Goldstaub Afrika's; das, was der Kunstfleiß in England und die Natur in Indien geschaffen; die Dattel, welche den biblischen Patriarchen am Fuße der asiatischen Palme nährte, und den kostbaren Edelstein, der in dem jungfräulichen Busen der jungen Amerika ruhte; die köstlich duftende Traube, welche die Ufer des Rheins bekränzte, und die goldige Gluth des leres, der mit den aufaefangenen Strahlen seiner aiibalusischen Sonne, die fröstelnden Söhne des Nordens wärmt. iJubelnder Appiaus.) Und so kommt es, daß dieser moderne Herkules, alle Welttheile mit einander verbindend, die Schale des Lebens allen Raren gleichmäßig kredenzt und den Menschen zum Gebieter des ganzen weiten, schönen Erdkreises macht.(Stürmischer Beifall.) Aber an die Solidarität des Handels ist jene der Arbeit zu knüpfen.— Der Herr Minister, die Hinfälligkeit seines letzten Arguments einsehend, machte einen Sprung zu dem Ausrufe:„Seht, wie moralwidrig die Internationale ist— sie greift die Familie an."— Ich habe es schon gesagt und verpflichte mich, es dem Herrn Minister durch Originale zu beweisen, daß in den gesetzgeberischen Auslassungen de Internationalen nicht ein einziger Angriffauf die Famili vorkömmt. So lange nicht das Gegentheil erwiesen ist, müssen wir von dem Menschen das Bessere voraussetzen, und der Text, welchen der Herr Minister als Beweis für seine Behauptung anführt, lautet: „Die Familie auf Liebe gegründet." Nun, ist vielleicht Jemand hier der dies anders will? Der die Vater-, Mutter-, Kindes- und Geschwister- liebe in der Familie nicht will? Mit welchem Rechte wird also dieser Phrase— die übrigens, nochmals sei es gesagt, durchaus nicht zui den gesetzgeberischen Auslassungen der Internationalen gehört, — eine so üble Deutung gegeben?— Ueberhaupt ist es unerläßlich, die Moralität vom Rechte zu trennen, die Vermeugung derselben war eben immer die Quelle aller Tyrannei; die Moralität als solche hat aufgehört zu sein, von dem Momente ab, wo sie unter Zwangs- mäßregeln gestellt wird, und moralffch sein aus Furcht vor göttlicher oder menschlicher Strafe ist moralwidrig.— Die Moralität iiebt das Gute um des Guten willen, und flieht das Böse, eben weil es böse ist.— Redner ergeht sich nun in der Betrachtung, ob denn derStaat selber mit s einen eigenen Handlungen immer innerhalb dcrGrenzendesMoralgemäßen sich befindet; ist die Ehescheidung moralgcmäß, welche die Kinder der Obhut der vereinten Eltern und des Einflusses des Familienlebens beraubt? Ist es dieProstitution, dieser tiefste Abqrumd weiblicher Verworfenheit, die der Staat schützt und regelt? Ist es das Spiel, welihes der Staat durch seine Lotterien ausbeutet? und man will derlei immoralische Gesellschaften auflösen? Nun, so macht mit dem Staate den Anfang! Und in derselben Frage, der Familie,— wie viele Phasen weist nicht die Geschichte auf? Sind die Ehen, die Abraham und Isaak geschloffen, jenen des erwählten Volkes überhaupt gleich und wie sind fte verschieden von jenen des Mittelalters, namentlich gegen das von den damaligen Gesetzen anerkannte Concubinat? Weiß der Herr Minister nicht, daß zu Zeiten Pedro's I. von Eastilien die Körles in Valladolid eine besondere Tracht sür die Beischläferinen der Geistlichen dekretirten l — All dies beweist nur den Unterschied zwischen Moral und Recht, und in dem Momente, iu dem der Herr Minister oder die Korkes sich die Zuständigleit anmaßeil, die Moral zu maßregeln, müssen wir uns hier in ein Konzilium verwandeln, das Gewissen und den freien Willen einem Zwangsdogma unterwerfen und eine vollständige Theologie zum Gefetz erheben. In Rom ist's so geschehen, dort wurden Moral und Recht unter einander geworfen; waS ist aber aus dieser alten Macht zu Rom geworben? Der Herr Minister beruft sich auf die Verfassung und daß diese alle moralwidrigen Assoziationen verbietet; aber damit find nach meiner Ueberzeugung nur� jene gemeint, die ohnehin unter dem Strafe gesetze stehen, wie Falschmünzer, Diebe, nicht aber eine Assoziation, die von der öffentlichen Meinung und von den Behörden eine Reform ver- langt.— Hinterlassen Sie, m. H., vielleicht die Familie, so wie Sie Ihnen überkommen ist? Sind die spanischen Ehen von heute etwa jenen unserer Vorfahren gleich,? Meine Eltern bedurften sür ihre Ebe nur der Küche, heute ist das Einschreilen der Zivilgewalt unerläßlich, und Sie wollen es moralwidrig finden, wenn um weitere Reformen petstionirt würde? Ein Gleiches ist über das Erbrecht zu sagen; ist die obligatorische Erbfolge von Vater auf Sohn etwa in allen Staate» unter gleiche Gesetze gestellt? Ist hier nicht eine Abweichung der ka- iholifchen Schule von der staatswirthschastlichen? Hat Herr Nocedal nicht auf einem juridischen und haben die Herren Morej und Rodriguez nicht aus einem staalsökonomischcn Kongreß die Freiheit des Erblassers vertheidigt? Aber nur der Internationalen wirft man ihr« Aufstellung dieser Theorien ins Gesicht! Schreiten wir nun, m. H., zu der wichtigsten Frage, zu der des Eigenlhums. Nach meiner Ueberzeugung ist moralwidrig der Dieb- tahl, ist moralwidrig die Zueignung fremden Gutes durch Be- trug oder Gewalt. Was aber nicht moralwidrig ist und es auch nicht sein kann, ist die Behandlung einer Umgestaltung des Eigenthums durch die osfentlichen Gewalten auf Grund zu erlassender Gesetz« und im Einklänge mit dem von den Autoritäten festzustellenden Vollst reckungsmöduS. Haben vielleicht seil dem Quinten-*) bis zu demmoderuenEigenthum, seit dem biblischen Jubiläum bis zum englischen Majorate keine Um- gestaltungen des Eigenthums stattgehabt? Schlagen wir doch unsere eigene Geschichte nach. Drei Jahrhunderte konnten den Haß zwischen den Eelw-Romanen und den West-Gothen nicht auslöschen. AlS die arabischen Eroberer inS Land kamen, waren ungeachtet der großen Arbeiten des Katholicismus Sieger und Besiegte aus dem germa- nischen Einbrüche noch immer nicht verschmolzen; der Romaue war Katbolik, der West-Golhe Ananer, und als die Gothen sich dem Ka- tholiciSmuS näherten, wendeten die Romanen sich instinktmäßig dem Heidentdum zu und all' dieses war nur Folge der Bertheilung des Eigenlhums. Im ganzen Spanien des Mmelallets, sowohl in dem arabische» wie in dem christlichen Thcile, gründen sich die verschiedenen Einrichtungen auf die verschiedene Natur des Eigenthums. So war der Vertrag des HalbaraberS(mez-arabo) mit seinem Herrn ein Etzenthumsmiitel; der Abtrünnige, der das Evangelium mit dem Koran verlauscht hat und doch Spanier bleiben wollte, verläßt seine Race wegen der Kopfsteuer; die Christen, welche in den von den Ära- bern eroberten Städten verbleiben, genießen mehr oder weniger Eigen- thumsrechl«, je nachdem der staltgehabte Widerstand größer oder ge- ringer gewesen war; und im christliche» Spanien wieder waren die königlichen, die feudalen, die sleistädüschen Besitztitel eben so viel Zeugen für die Verschiedenheit des Eigenthums. Der Absolutismus, der das Majorat in der Familie, die Amor- nsation(tobte Hand) im Kloster, die Tare im Handel, das Pnvilegiuni ür die Mefla(eine alte Gilde von Heerdenbefitzern in Spanien) und die Zunft in der Arbeit konstiluirte, hat das wahre Eigeuthum nie gekannt; die Welt diesseits weicht gar sehr ab von der jenseits der Revolutionen rückfichtlich der Fragen über Eigenthum, Deviuku- lirung und DeSamortisanon. Ist es demnvch moralwidrig, eine Um- gestaltuiig zu verlangen? Das Verlangen kann ungerecht, kann absurd, doch nie und niemals moralwidrig sein. Wenn ihr behauptet, daß das kollektive Eigenthum moralwidrig ist, so müßt Ihr das Evangelium und die Kirchenväter ver- dämmen. Ich denke z» beweisen, daß die modernen Ideen derIntcr- nationalen, über das kollektive Eigenthuni in den alten Aphorii- men des Evangeliu ms enthalten sind. Kapitel XIX des hei- ligen Matthäus und Kap. XVII I des h. Lukas enthalten folgenden chönen Apolog: Ein Jüngling trat vor Christii« hin, und sragte: „Guter Meister, kann ich enigehn l» das Himmelreich?"—„Nenne mich nicht gut", versetzte diese» ewige Muster des Guten,„Gott allein ist gut. Wenn du iit das Hunmelreich eingehen willst, so verkaufe Alles was du hast, und vertheile es unter die Armen." Darob war der Jüngling sehr betrübt, weil er sehr reich war, und Christus *) altrömischen. kvmdNe sichern seine Jünger mit dm Worten:„In Wahrheit muß ich Erich sagen, daß leichter ein Schiffsseil durch ein Nadelöhr, ali ein Reicher durch das Himmelsthor gehen wird." Die Vulgata*) hat „Kameel" anstat„Schiffsseil" gesetzt") und auf die Frage einig« Kirchenväter, warum Christus den Reichen mit einem Kameele vet- verglichen hat, sagte Origenes:„Weil das Kameel ein verschrobenes unreinliches Thier ist."— Kap. VI des h. Matthäus und XII de» h. Lukas besagen:„Die Heiden denken nur an Mein und Dein, Ihr aber sollt nicht daran denke». Die Vöglein des Himmels säen und erndtea nicht, und doch erhält sie Gott. Die Lilien dcs Thales spinnen und weben nicht und doch kleidet sie Gott" k. und ein anderer Kirchen- vater sagt:„Jeder Reiche ist ein Dieb oder der Sohn cinei Diebes." Der h. EhrysostomuS sagt:„Die Kirche von Jerusalem hn> nie das Eigenthum gekannt", und in seiner Homtlie über die Worte deS h. PauluS:„Oportet euim haereses esse" heißt es:„AlS die Kirche von Jerusalem da« Eigeuthum zerstörte, hat sie damit auch die Wurzel des Bösen zerstört." Ganz besondert klar und entschieden sind jedoch des h. Cyprians Worte, und wenn dieser Heilige aus dem Kon- greffe zu Basel gewesen wäre, hätte er sicherlich mit dem Kollektivisten gestimmt.(Allgemeine Heiterkeit.) Er sagt:„Sind Sonne, Luft und Regen nicht für Alle? Eben so sollen die gesellschaftlichen Güter sein, sie ssllen unter alle Menschen gleich ver> theilt werden." Und der h. GregoriuS sagt:„Wer die geringsten Zinsen für sein Geld nimmt, gleicht dem Wegelagerer und Straßen- räubern."*) „Nun m. H., wenn die Bücher, aus welchen Ihr Eure Moral schöpft so sprechen, wollt Ihr die Jnterationale verdammen? So verbrennet doch vorerst das Evangelium und die Kirchenväterl Allein ich bin unparteiisch, bin gerecht, ich will meine Beweismittel nicht überschätzen. Wenn daS Christeilthum in diese Utopien"*) verfiel und das Eigeuthum verläugnere, so geschah dieses, weil et für den neuen Glauben unerläßlich war, eine geistige Reaction gegen jene grobsinn- lichen Tendenzen hervorzuruse», durch welche die damalige römisch« Gesellschaft sich im Schlamme einer unaufhörlichen Orgie wälzte, b>d der erhabene Märtyrer auftrat, dessen Lippen sich nur öffneten, um zu segnen, dessen Leben einer Idee geweiht war, sür welche er in den Tod ging, über die moderne Geselljchast daS Kreuz erhebend, von dem die Prinzipien der Freiheit, Gleichheit und Brüdertichkeit.hernieder- steigen, die, wenn verwirklicht, aus unserem Planeten einen Spiegel des Weltalls, aus der Gesellschaft eine Familie von Brüdern, und äut unserem Geiste einen Abglanz des göttlichen machen würden."(Be- wegung, Beifall.) Und wenn ich zugestehe, daß das Christenthuw für seine damaligen sozialen Zwecke seiner Utopien bedurste, warum wollt Ihr nicht zugeben, daß bei einer so großen sozialen Umwälzung wie die gegenwärtige, auch ein anderes Utopien auftreten könne? Waren die Utopien nicht immer das Morgenroth neu an- brechender Ideen?" Auf eine seiner Zeit gemachte Ansprache des Minister», daß alle Regierungen gegen die Internationale sind, antwortet Redner durch Auseinandersetzung des Hergangs Asstz-Sch»eider vom CreuzK — der letzten Kundgebungen des schwelzenschen Bundcsrathes und der Reden des englischen Premiers Gladstone,«indem er zwischen die' sen letztern und den Tendenzen des heutigen spaiiischen Gouvernemenlt eine Paralelle zieht und dann seine Rede folgendermaßen schließ« „Endlich und letztlich, meine Herren, werden Ihre Beschlüsse— wenn gegnerisch— erfolglos sein. Sie greifen etwas an, was nicht sterben kann, was alle Zeiten ü«dauert, was sich in allen Gesellschaften wiederholt hat. Das Utopien mag ein trügerisches Spiegelbild fein, e« ist jedoch ein unvergängliches. Alle Welt weiß, daß die drama- tische Kunst eine täuschende ist, daß die Figuren eines Gemäldes aus Linien und Farben bestehen, und doch läßt die Welt von beiden Künsten nicht ab. So auch ist cS mit den Utopien, sie gleichen der ewigen unauslöschlichen Hoffnung im Geleite des Unglücks; wie di« Erde zwischen 2 Polen, so dreht die Gesellschaft sich zivische» dem UtB pien der Vergangenheit und jenem der Zukunft; das können Sie, rn. H., nicht aushallen, nicht verhindern, ebenso wenig wie die Dreilhei- lung der Zeit, wie die drei Phasen des Gedantent, wie die drei Ki äste des Kosmos.— Schaut auf alle Völker und aus alle Zeiten, ob nicht überall und immer ein Utopien sproßte; der Glaube an einen Messias ist der unzertrennliche Gefährte eines jeden' Uebel». Der Traum des Gefangenen ist die Freiheit, der des Armen das Ende seiner Entbehrungen; neben jedem Leiden keimt ein Trost, als sollt» es sichtbar sein, daß das Ueble nichts Absolutes ist und nicht ewig währen kann.— Alles, was in den Utopien falsch ist, wird unter- gehen, das Wahre und Fortschrittliche in ihnen aber fortleben. Wi» der Körper verschiedene Sioffe in sich aufnimmt, so auch die Gesell' schast verschiedene Ideen; die Utopien jedoch bestehen immer, sie be- stehen im Oriente bei den Essenern und Therapeuten, sie bestanden bei den alten Griechen in Pythagoras und Plato, diesen beiden leuchtendsten Sternen über Wiege und Grab jener Gesellschaft— si» bestanden zu den Zeilen des Ehristenthums— sie bestanden das ganz» Mittelalter hindurch, in den Ketzereien, die sich von dem Konzilium zu Nicäa bis zu dem von Trient fortspannen, sämmtlich daraus hin' arbeitend, das Eigenthunl in ein großes ungetheiltes Gemeingut der Menschheit zu verwandeln,— sie bestanden in der individualistischsten Bewegung der Welt, in der Resormation, bei den Ausständen von Münster und Leyde n, bei den Wiedertäusern in Holland und der Schweiz, bei Thomas Moore an der Seite Heinrich'« VIII. und bei Eampanella an der Seite Philipp's II, im 17., im 18. und in un« erem Jahrhundert, als aus- und nie derflatt ernde Wahrzeichen großer, gährender Idee», von welchen die einen unter« gehen, dre andern aber sich verewigen werden. Ideen, wie die letzteren, können nicht erstickt iverden;Cam« panella war mehr als zwanzig'Jahre Gefangener, Gefangener unter der ei« ernen Faust Philipps II., und doch ist das von dem Gefangenen ge- chriebene Utopienj durch die Mauern seines Kerkers gedrungen und st uns unoersehtl überkommen; die Asche eine« Denkers, der in die lammen geschleudert wurde, haben die Winde zerstreut, aber seine Veen erhoben sich hoch über den Scheiterhaufen, und spotten der Henker, weil sie im menschlichen Bewußtsein fortleben. Ich wende mich an Ihre Klugheit, an den praktischen Ein» die« er Kammer. WaS würde es nützen, wenn Sie, m. H., ein Gesetz votiren würden? Wir hier(auf die republikanische Linke zergend) vo« tiren den Frieden,— Ihr Votum gegen diese Assoziation würde letztere zu einer geheimen machen und in diese ge« eime Assoziation den Zündstoff für eine neue Revolu« ion werfen.(Stürmischer, nicht enden wollender Beifall.) Die Kousmn- und Produktiv-Geuosseuschaste« der Amelsen P). Nach den neuesten Forschungen von Prof. Häckel. Die Assoziationen der Ameisen gleichen großen Fabriken nach dem Ideal der englischen Partnerships, oder der großen transatlantischen Handelsgesellschaften. Da hier die Aktionäre zugleich Arbeiter sind und in der Fabrik mir wohnen, so giebt eS natürlich auch Kinder und zwar lnd zu deren Wartung wiederum besondere Räume gebaut, Kinder« stubcn, wo die Psteglinge massenweis wie im FindelhauS beisammen» gehalten und von desonbers amtlich verpflichleleii Klirdermägden abge- wartet werde». Es errnnert die» an die sozialistischen Träume(?) der ranzösische» Schule. Diese Wartung ist_ nach Beobachtung der Naturforscher rührend zärtlich. Sobald die Sonne warm und mild heriüederscheint, tragen die Dienstammeii die Brut aus den Kinderstuben auf das Plateau des ganzen Fabrikgebäudes und wachen hier aufmerksam. Denn sobald die Sonne sich hinler de» Wolken länger verbirgt und es kühler wird, werde» die Pfleglinge wieder mit ängstlicher Liebe zurücktransportirl. Die Soldaten aber sehen bei diesem fleißigen Treiben müßig zu und rühren nirgends Hand an, außer wenn sie Schilvwache stehen. Tro dem sind auch sie höchst inlereffaiil, namentlich bei einigen Arten dsir Asiozialionen von Ameisen, wo, so zu sagen, das preußisches?) Wehrsystern, die allgemeine Volksbewaffnung, eingeführt ist. Bei dieser Arr vo." Gesellschaften ist nämlich zeder Arbeiter, also jeder aus dem Volk, au * i Die von der Kirche anerkannte lateinische Bibelübersetzung. **) Tin Uebttjitzungsfehler, der auch in die Lutherische Bibel übergegangen ist. 3' *••) nicht zu verwirklichende Träumereien. 1,1 f) Aus der New-Iorker„Neuen Zeit". zugleich Soldat. Wir haben also hier das preußisches?) Ideal vor rms den durchgeführten Militärßaat oder das Volk in Waffen*) Uebrigens war auch bei der nun umgewandelten Hudson-Kompagnie jeder Trapper und Beamte im Lande militärisch bcwafsnel. Diese Gesellschaften von Ameisen haben es aber allmählich für gut befunden, ähnlich wie die russisch- amerikanische Kompagnie, gar nicht oder wenig mehr selber zu arbeiten, sondern Sklaven zu halten.(Die Bewohner der Aleuten- Jnsel-Gruppe waren nichts anders). Oder sie leben von Kriegszngen und Raub, Vorgänge also, welche in Indien zahlreich dagewesen sind, Auch ,n diesen Miltärftaalen oder miliiärisch-organisirten Kompagnien der„Ecilon"-Ameise s Südamerika) bildet«ine Minderzahl von bo flügelien Ameisen Direktorium und LerwaltungSraih. Die Soldaien haben leine Flügel. Sie zerfallen in eine kleinere Race, welche ausschließlich gemeine Soldaten sind, und in größere Gestalten, mit starkem Kopf und großen Freßwerkzeugen") audgesiattet es sind dies die Offiziere. Ein Offizier befehligt in der Regel eine Kompagnie von etwa 30 Mann und marschitt beim Ausrücken zur Seite der Kolonne; die Befehle und Anordnungen geben die Offiziere nicht durch Tonsprache, wenigstens hat das Ohr der Naturforscher noch nichts ge- wahren können, waS darauf schließeii ließe. Das menschliche Ohr ist aber zu diese» seinsten Schallwellen eben viel zu grob oder massig organifirt. Dagegen ist durch die Beobachtung sestgestelll, daß sich die Osfiziere der Fühlhörner wie zweier Arm-Telegraphen bediene». Die Ojfizicre pflegen die Fühlhörner hoch zu tragen, um winkende Be wegungen zu machen, oft auch aus einen erhabenen Standpunkt klettern, um von da Ausschau zu halten, den Gang des Zuges mustern und Zeichen in die Ferne zu geben. Tlrellorium und V>> walluiigsralh haben natürlich auch bei den Ameisen feine Fühlhörner und theilcn ihre Anordnungen und Wünsche durch unmlttelbare Bc- rührung ihrer Fühlhörrzer mit denen der Arbeiler mit. Diese letzteren sprechen in derjetben Weise miteinander, und man wird oft zwei Ameisen sich begegnen sehen, die einige Sekunden zusammen klatschen ober sich vielleicht ernste Depeschen mittheilen. Merlwürdiger noch als diese militärischen Wirlhschaften, die Half Alles nichts fein S»m und Brum— Die hatten halt kein Christenthum, Du ar er Drohnenkönig I L. Pfau. ihren Zügen Alles, was lebt, mit Wuth anfallen, Käfer, Vögel Nest und kleine Säugethiere tödten, ja selbst von Menschen sehr ge fürchtet sind, erscheinen diejenigen Gejellschafteu, welche sich von Sklaven alle Arbeiten verrichten lassen. ES sind dies die sogenannten Amazonen- Gesellschaften, die wir in Teutschland überall finden; es ist dies die blutroihe und dre blonde Aarriise. Bei diesen Geirosieujchaflen sind zwar auch drei Klassen oder Stände, aber die ihrem Aeußeren nach zu der Arbenerllasje gehörenden Individuen arbeiten nicht mehr, sondern richten sich hierzu schwarze Sltaven ab. Die Blonden also unterjochen die Schwarzen. Sie rauben nämlich die junge Brut kleinerer schwarzer Ameisen, ziehen sie groß und zwingen sie, die ganze Last der Arbeit für die Gesellschaft zu verrichten. Der Sklavenhandel wird hier so betrieben, daß ern benachbarter schwarzer Stock durch eine ausgerückte Heereswacht ins ossene Feld gelockt wird, der Kamps beginnt, die Verwundeten und Gelödteten werden während der Schlacht durch Krankenträger hinter die Linie getragen. Um das Wunderbare aber noch zu vernrchrcn, so ist beobachtet worden, daß während des hitzigsten Gefechts, eine aus den früher schon geraubten Puppen von den Blonden aufgezogene Schaar schwarzer Sklaven in den Stock der Schwarzen, also ihrer ursprüng «heil Famillen-Genosjenjchast, einfällt, die junge schwarze Brut raubt und nun in dem Assoziaiionsgebäude der blonden Herren ebensalls wieder zu Sklaven abrichtet! Diese schwarzen Sklaven haben nicht nur alle Arbeil als Jäger. Provianrnieisier, Zimmerleute, Maurer und Kinderpfleger zu übernehmen, spndern atijährlich auch noch neue«llaven zu hole»! Wir wollen nur rWfiige Worte für den denkenden Leser hinzusetzen, um auf einige Punkte aufmerksam zu machen. Die bisherige Eitelkeit des Menschen und zum Theil Denksaulheit machte sich bislang die Sache ungemein leicht. Theils waren die Naturforscher noch nicht so weit in der Entdeckung der merlwürdigen Organisation der gesellschaftlichen Thiere vorgerückt, theils kannte man Überhaupt auch das geistige Leben des einzelnen Thiercs noch wenig Wo bisher der Mensch auf WmldelbarcS stieß, war er, da er sich als göttliches Wesen weit über die ganz- Thterwelt hinaushob und„Herr der Schöpft»,«" nannte, schnell mit dem wohlfeilen Schlagwort„In- stinkt" bei der Hand. Allmählich ist vor den unwiderlegbaren Rcsul- taten der Nalursorschung das Wort„Instinkt" selbst anrüchig geworden, und die Gedantenfaukheil Nicht mehr haltbar. Der Instinkt sollte etwa eine gewisse Summe von dunklen, unbewußten Trieben und Fähig- keilen sein, eine Art Dienjl-Jnstiuklion, welche der Schöpser dem Thiere mitgegeben, auf daß es danach ausnahmslos und unabänderlich lebe. Das ist freilich ein arger Jrrthum, der Natur widersprechend. Das Nerven-Shstem der Thiere ist ebenso central im Kopfe, wie das der Menschen. Wer unserer Darstellung ruhig gefolgt ist, wird-rlannt haben, daß diese strenge, durchdachte Oekonomie der Amiisen-Gesell. schasten, diese Lebensweise und Orgänisation ebenso auf Neigungen und Belieben, aus Körperlrasl und Taleiil, wie auf klaren, verabredeten, ge- meiujamen Grundsätzen, auf ungeschriebenen Statuten beruhen. Wer hier dies Alles nur„Instinkt" nennen will, der muß es auch Instinkt nennen, wenn die EslunoS nur von Fischen und Rennthieren, wenn einzelne Araberftämme am liebsten von Raub, die Chinesen fast nur von Begetabilien, besonders Reis, leben, muß es Instinkt nenne» wenn einzelne Slaalsgejellschasten monarchisch, andere republikanisch andere despotisch organifirt sind. Auch die verschtedcnen Ameisenhaufen stammen von gemeinsamen Voreltern, roheren Individuen, welche von diesem Assoziationilebeu, dieser hochentwickelten Arbeitstheilung so wenig eine Spur hatten, als unsere eignen Vorellern, die alten Psahlbauern, etwa von Börse, Aktiengesellschaften und Kursen. Mühevoll fortschreitend aus der viel- tausendjährigen Bahn der Erkcnntniß, haben sich auch die Ameisen wie die Menschen emporgearbeitet. Und wie es noch heut« einzelne außer- ordentlich tiefstehendc Menschenracen giebt, welche Alles,„was da kreucht und fleucht", Gewürm, Schnecken und Käfer fressen, so giebt es neben den hochentwickelten Ameisen-Genossenschasten auch noch ganz unzivilisirle Ameisenhorden, wild, roh und unorganisirt. Lied vom Trohneuköuig. (Aus dem Jahr 1843.) EL war in einem Bienenschlag Ein edler Drohnenkönig, Der schaffte Nichts den ganzen Tag, Fraß Honig gar nicht wenig; Er nippt' herum, er tippt' herum, Und machte Nichts als: Brum, Brum, Brum: Der König, der war gar nicht dumm, Der edle Drohnenkönig I Da wurden einst die Bienen klug Und sorachen: Drohnenkönig I! Du srrh'sl zwar Honig g'rad genug, Doch schaffst du viel zu wenig. Wir summen dir auf dein Gebrumm, Und pfeifen auf dein Gaudium, Wir Bienen sind nicht mehr so dumm, Du edler Drohnenkönig! Die Bienen waren schnell bedacht, Verjagten ihren König, Und fraßen, was sie heimgebracht, Und hatten nicht ju wenig. So ging man mit dem Freßsack um, ,*)„DaS Volk in Waffen" und„Militärstaat" sind zwei sehr ver- Ichtedene Dinge. Die Schweiz, in Wahrheil ein„Volk in Waffen", ist das genaue Gegentheil eines„Militärstaals".„Militär- ftaat" heißt Bewaffnung und Diillung eines Theils des Volks, um »as ganze Volk den Slaatsherrschern dienstbar zu mache». Wenn der„Militärstaat" von„Volk in Waffen" spricht, so ist das eine Redensart, um den Leuten Sand in die Augen zu streuen, ähnlich wie tx auch von einer„Volksvertretung" zu sprechen liebt. Seine Solda- 'enwirthschaft~'----' Zur Rrchtferttgung. An die Redaktion des„Volksstaat". Lieber freund! Auf meine Beschwerde, daß die Aeußerung Brackes durchmich seien„fastSchulzeschitGedanken"«! den„VolkSstaat"gekommen ohneberichtigendeBemerkung ausgenommen worden, anlwoitcten Sie mir freundlich dahin, daß es damit nicht auf eine Beleidigung abgesehen worden, und forderten mich auf, meine Rechtsertignng selbst zu schreiben. Von Ihrer Seile dachte ich nie an die Absicht einer Beleidigung: Be leidigung habe ich jedoch erfahren, denke aber nicht daran, darauf ein zugehen. Allein bei der Zusammenstellung mit Schulze steht mein guter Name aus dem Spiele, ich muß mich also erheben.— übrigens die Selbstrechtfertigung betrifft, so habe ich Sie allerdings gebeten, mich derselben zu überheben, da ich' gar nicht wisse, wessen ich angeklagt sei, indem man nur meine fernere Mitwirkung am ..Bolkkstaat" thatsächlich zurückgewiesen und wiederholte Anfragen um beantwortet*) gelassen hat. Ich kann also nur so weit darauf ein gehen, als Sie selbst die Anklage der Mißvergnügten, die ich gemacht haben soll, in Ihrem letzten Briese einigermaßen formulirt haben. Ich hätte mich zwar auch Andern als Ihnen gegenüber des prickelnden Reize» des Skandals und der Persönlichkeilen enthalten und mich auf den milden, wohlthuenden der Wahrheit beschränkt. Sic haben mir jedoch meine Aufgabe sehr leicht, fast zu leicht gemacht, denn Sie sprechen wir alle! Einstes nur den Namen ab, die Sache sprechen Sie mir mit großem Eifer zu. Ich soll nicht„Sozialist" sein, d. h. nicht mich als solchen be kennen.— Lieber Freund! In einem langen Leben habe ich viele Parteinamen im Glänze der höchsten Ehre strahlen, bald aber ver- blassen und zuletzt sich verwandeln sehen in— Schimpfnamen. Ich habe erst jüngst, als es ein Gesinnungsbekenniniß galt, scherzweise die Wendung gebraucht, daß, da alle Parkeinamen abgebraucht, mir nichts übrig bleibe, als mich als Demokratissimus zu erklären; im Ernst aber stellte ich mich ausdrücklich zu den Sozialisten und trat dem Gedanken der Internationalen unumwunden bei. Und das war Solchen gegen- über, die nicht Sozialisten sind und nicht mit den Internationalen gehen.— Was will man mehr von mir?— Ich weiß ganz gut, daß nicht L selbstdenkende Menschen mit demselben Worte ganz dieselbe Vorstellung verbinden) die nicht selbsldenkenden hören nur den Parteinamcn, wie Soldaten die Losung. Ich habe 60 Jahre lang nicht nur jeden neuen Zeitgedankcn mit Feuer ergriffen, ich bin gar manchem vorausgeeilt, nicht einmal die neueste Losung hat mich überrascht, wohl aber daß ich hinter der Bewegung der Zeit zurück- geblieben sein soll. Im Gegentheil, ich habe mich ihr ausrichtig und innig angeschlossen; ich habe mich ganz zu den Arbciteni gestellt; sie sind mein einziger Umgang, meine einzigeFreude und fürkommendeTaqe meine einzige Hoffnung. Ich bin mehr als einmal in schweren Tagen fest zum hieftgen Arbeitervereine gestanden. Das konnten mir die hiesigen Kannibalen außer Schußweite nicht vergeben; sie trieben es sv weit, daß der Staatsanwalt zweimal nach mir greifen wollte. Er konnte mich aber nicht fassen. Man wirst mir aber vor, daß ich zu milde austrete und daß diese Weiseuicht sei für die Arbeiter, weilsiezumTenken nöthiges Gegen die erste Anklage sage ich, daß meine Gedanken nicht schwächer sind als An- derer, daß ich absichtlich so auftrete, weil ich auf diese Weise auch Männer der Gegenpartei heranziehe und immer herangezogen habe. Was aber den zweiten Vorwurf betrifft, so stimmt damit jchiecht, daß ich den Dank von Arbeitern geernlet habe für die Deutlichkeit und den belehrenden Inhalt meiner Aufsätze. Wenn im Felde eine Schanze zu stürmen ist. reicht man den Soldaten Branntwein, der schnell, aber vorübergehend aufregt; wenn eS eine» langen, beschwerlichen Marsch gilt, gibt man ihnen ein tüchtiges, nachhaltiges Mahl. Uns steht nicht ein kurzer Sturm, sondern ein langer Kampf bevor: dazu bedarf es der Kenntniß der menschlichen Dinge und vor Allem der Stählung der Gesinnung. Meine Regel ist, den zweiten Schritt nicht vor dem ersten zu machen. Den zweiten macht zwar Niemand vor dem ersten: Andere ergeben sich aber einer Täuschung; ich bleibe vor einer solchen be- wahrt. Ich habe indeß ganz vergessen gerade des Punktes,.der dies« Rechtseitigung veranlaßt hat, nämlich Schulze'S. Dieser Mann hat keinen entschiedneren Gegner alS mich. Von seinem ersten Auftreten an Hab' ich ihm nnßtraut; ich erkannte bald, daß er die Arbeiter vom richligen Ziele abbringen will. Wofür ich ihn halte, darf ich nicht ausspreche»; ich könnte darüber mit dem Strafgesetz des Berliner Reichstages in Berührung kommen. Auf der Eis-nacher Generalver- ammluna— 1864— des Vereins der deutschen Nationalverräther, genannt deutscher Natienal-Verein, hörte ich ihn zum ersten und ein- zigen Male sprechen: damals nannte ich ihn halb Hanswurst, halb Sophist— er ist aber Beides ganz. DaS ist, was ich zu meiner Rechtfertigung tagen wollte. Wenn künstig Jemand etwas an mir auszusetzen hat. so mag er offen mir gegenüber treten, nicht die Thür vor mir verschließen. Ich weiß, daß ich gegen Jrrthum nicht assekurirt bin; ich bin aber gegen Belehrung nicht unempfänglich, sie komme, woher sie wolle. Indessen seien Sie versichert) daß ich forthin bleiben werde, der ich immer war, getreu der Sache, die ich umsaßt habe aus allen meinen Kräften. Was mich in diesem Augenblicke erfüllt, habe ich vor S Jahren niedergeschrieben und seitdem bewährt: ich konnte nur eine Paraphrase davon geben. Erlauben Sic also, daß ich dieselben Worte hierher setze, und stoßen Sie sich nicht daran, daß es Verse sind. Vers und Prosa sind bei mir aus Einem Guß; ich habe nicht einen Sonntags- und einen Alltaqsrock. Die Worte lauten: „Viag bleichen sich mein Haar, die Kraft der Glieder „Schwinden dahin— mein Herz bleibt frisch und klar, „Mein Muth wie je— sie bringen mich nicht nieder! „WaS gestern, ist mir heut' und morgen wahr „Und bis zum letzten Hauche will ich geben „Der Wahrheit Zeugniß und dem Recht mein Leben." Coburg, 19. Dezember. Immer derselbe Ihr WinterSberg. verhält sich zu einem wirklichen„Volk in Waffen" ge- Unterschieds Der„starke Kopf" ist natürlich nur so, wie sein„Reichstag" oder Corps lögifilatif zu einer wirklichen "Volksvertretung". In Amerika scheint man sich dieses"'" e "och nicht recht bewußt zu sein. Wohl zu bemerken daS: tlich zu„ehmen. Pforzheim. Die Gewerkschaft der Goldarbeiter hat sich vom Hirsch-Dunckerschen Verband loS gesagt. Im Coburger „Sprechjaal", Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaarenarbeiter, giebt der Generalsekretair der Goldarbeiter-Eewerkschast, Herr Bischofs in Pforzheim, folgende Gründe für diesen Schritt an: „1) Hat der Verband bei Gelegenheit der Waldenburger Arbeits- einste ung nahezu 1000 Thaler mir der ausdrücklichen Bemerkung dar- lehnsweise aus den damals schon, wie heuü noch wohlgespickten Kasse unseres Gewerkvereins genommen, ohne daß er bis jetzt nur Miene machte, dieselben zurückzuerstatten; ein darauf bezüglicher, gewiß rück- ichisvoller Antrag unseres Generalrathcs an die Verbandsversammlung wurde gänzlich zurückgewiesen. Wir sind von Seiten des Verbandes geprellt worden! So sagen unsere Mitglieder. 2) Ein zeitgemäßer Aatrag unseres Vereins an den Verband �Reglement für Arbeitseinstellungen" wurde mit dem Bemerken zurück- gewiesen:„wir(der Verband) wollen keine Arbeitseinstellungsn", wäh- renddem unter den dermaligen Produktionsverhältnissen Arbeitiein- flellungen nicht zu vermeiden find. 3) Trotzdem unser Gewerkverein prinzipiell nur aus sriedli- chem nnd versöhnlichem Wege die Besserstellung der Arbeiter be- zwecken will, scheint doch einem großen Theil unserer Mitglieder das Bestreben des Verbandes und namentlich der Verbands behörde zu kapitalschweiswcdelnd zu sein. Zum Kriechen, Unterwersen und Schweifwedeln braucht man keine Organisation, sondern zum E.inan- ne»! So sagen unsere Mitglieder." Halle a/S. 17. Dezember. Wir hatten zu Sonnabend 16. d.M. eine Volks-Versammlung einberufen, wozu wir Herrn Bebel und den Vertreter für Halle, den Kreis-Gerichts- Direktor Hawmacher aus Essen eingeladen. Hr. Bebel mußte es uns leider absagen, weil er Versammlungen in seinen Wahlkreis einberufen hatte. Herr Ham- macher batte es' überhaupt für unnöthig gesunden, zu antworten.— Am Nachmittag des genannten Tages wurde Einberufer zum Polizei- Amt geladen; daselbst erfuhr er, daß die, die Versammlung betreffende Annonce für das Tageblatt(welches unter städtischem Kuratorium steht) von dem Hrn. Bürgermeister konsiszirt sei, weil wir den Namen des Gerichts- Direktor Hainmacher mit in der Annonce er- wähnt hätten, denn„derselbe suche sich zu seinem Bericht andere Ge- sellschaft*) und andere Lokale, und wir wollten dadurch nur Reklame machen."— Die Versammlung war eine ziemlich stark besuchte, be- sonders waren aus der Umgegend von Halle viele Arbeiter anwesend, Hr. Fink aus Leizig nahm das Wort und kritisirtr das Verhalten des Reichstages in letzter Saison, speziell das bayrische Ausnahme- Gesetz für die Geistlichkeit, indem er daZ Ausnahmegesetz als schädlich und leicht zu Ungesetzlichkeiten und Willkührlichkeiteii Seitens der Vollzugsorgane führend, bezeichnete, sowie die Scrvilität des Reichs- tags in Betreff der Genehmigung des 3jährigeil eisernen Mililair- Budgets, das nur Steuererhohung nach sich zieht. Als hier der Ruf erscholl:„Sie werden ja vermindert", ging Redner sofort auf die Erläuterung dieses Rufes ein, und wie» nach, wie die Arbeiter schon seit einer Reihe von Jahren von der nationalliberalen und Fortschrittspartei betrogen werden, wie ihnen durch nationalliberale nnd fortschrittliche Kandidatenreden viel versprochen aber nichts ge- halten wurde, und ermahnte die anwesenden Arbeiter, bei nächster Wahl offenes Auge zu behalten und nicht solchen Männern ihre Stimme zu geben, die erst bei der Wahl, um mit Hilfe der bethörten Arbeiter einen Neichstagssitz zu erlangen, von Besorgtheit für das Wohl der Arbeiter überfließen. Hierauf interpellirte der Fabrikant Fordemann von hier den Redner dahin, daß das Gesetz inbetreff der Geistlichkeit ein Sieg des Fortschrittes sei und der letzte Krieg uns Freiheiten gebracht habe; er wurde aber durch verschiedene Redner gründlich abgefertigt. tr. Foidemann hatte aber noch nicht genug und nahm nochmals lort, und demerlte, man solle doch Gesetze, welche ein Sieg des deutschen Reichs seien, nicht kritisiren, denn er sei der festen Ueber- zeugung, daß auch der Vertreter für Halle gewiß seine Zustimmung dazu gegeben habe; übrigens meine er, daß die Arbeiter von Halle sich doch ganz gut ständen und auch im Betreff der Behandlung nicht zu klagen hätten, dieNiederträchligkeiten(so!) gewisserFabrikanten«so I) und' Meister(sv!) abgerechnet.(Allgemeines Murmeln) Hierauf meldeten sich mehrere Redner zum Wort und leuchteten dem Herrn Fabrikanten gründlich heim. Fink stellte den Antrag, in nächster Zeit dem Wunsch des Herrn Fabrikanten Fordemann gemäß nochmals eine Versammlung einzüberusen und insbesondere die Herren Fabrikanten und Meister einzuladen, welcher Antrag auch von den anwesenden Fabrikanten angenommen wurde. Zum Schluß wurde folgende Resolution ver- lesen und mit allen gegen drei Stimmen angenommen: „In Erwägung, daß Gerichts-Direktor sH a m in achter auf die Auf- sordernng eines Theils seiner Wähler nicht erschienen, sich auch nicht schriftlich entschuldigt hat, beschließt die heutige Versammlung, daß genannter Reichst«, sabgeorvneter das Vertrauen seiner Wähler nicht mehr besitzt, er daher auch dieselben nicht mehr vertreten kann." Mit Gruß und Handschlag R. Hamann, Schriftführer. Mittwctda, den 13. Dez. Ufert schreibt unterm 16. d.M. aus dem Gesängn iß folgendes: „Die Feiertage werde ich ganz bestimmt noch„brummen" müssen: denn, obwohl die Voruntersuchung schon seit demft.d.M.geschlossen ist, ist mir heute noch kein Antrag deS Staatsanwalts, od Fortstellung der Untersuchung oder Verweisung an die Einzelrichter, bekannt ge- macht. Es hat demnach ganz den Anschein, als würde es sich noch eine hübsche Weile hinziehen." Töbeln. Jüngst fand eine Mitgliederversammlung statt, in der über eine brutale Handlungsweise eines hiesigen Leder- fabrikanten gesprochen wurde. Derselbe hat nämlich seinen Arbeitern, als sie in sehr höflicher Weise um Lohnerhöhung anhielten, und angaben, daß doch Brod und Butter jetzt im Preise sehr gestiegen seien, die Eiklärung abgegeben:„Sie s llcn keine fressen! und dann auch einige Arbeiter entlassen. Als Gcgensiück hierzu sei bemerkt, daß die Herren Maschinen- und Brückenwaagenfabrikanten Grimbcn und Richter den Normalarbeitstag von zehn Stusnden u»aufgeso r d ert e ingeführt haben, nebst 10, 15 nnd 20% Lohnerhöhung. Der Vertrauensmann Heinrich Wolke. Dresdnerstraße 425 d. isrimmitschan: Der Bericht in Nr. 101 des„Volksstaat" ent- hält mehrere Druckfehler: So heißt der dort genannte Buchhalter nicht„Fuck" sondern Funke, die Firma nicht„Wipper und Wie" sonder» Wippern und Wiehe. In unserer Nachbarschaft wird(jetzt stark aus *) Das ist brieflich aufgeklärt worden. R. d. B. Lberlungwitz. Kohlen gegraben. Die Psarreigrundstücke der Gemeinde von BernSdorf, Ripdorf und H crmsdorf sind zu diesem Zwecke ebenfalls benutzt und gegen eine klimme von 20,000 Thlr. abgetreten worden, selbstverständlich sür das unter der Erde. Der Pfarrer Kleinpaul in Bernsdorf, der den biblischen Spruch:„Geben ist seliger denn nehmen", für seine Person in den Satz:„Nehmen ist seliger denn geben" umwanvelt, beansprucht von de» 20,000 THIrn. die Zinsen als eine ihm gebührende Einnahme. Darüber ist in den genannten Gemeinden ein« große Auf- rcgung entstanden, weil sie glauben, daß ihr Geistlicher mit seinen 1500 Thlrn. jährlicher Reineinkünste, welche er gegenwärtig chon besitzt, recht wohl in der Lage sei, auszukommen. Die Weber und Slrumpswirkerfamilien, welche wesentlich die Beoölkerung jener Pfarrei bilden, sind froh, wenn sie zährlich den zehnten Theil des Einkommens ihres Pfarrers haben. Die„Demulh" und„Be- cheidenheit", welche der Stifter der christlichen Kirche in seinem Lebens- ivandel an den Tag gelegt, findet bei seinen angeblichen Dienern eben wenig Nachahmung. Leipzig Berichtigung. Unter den Titel:„Die Wahrheit vor allen Dingen" druckt das„ Mainzer Wochenbla tt" die in No. 102 des„Volksstaat" veröffentlichte Korrespondenz aus Mainz ab, (worin gesagt wurde, die Mainzer„nationalliberale Presse— und eine andere haben wir ja nicht"— habe sich geweigert, den in No. 36 des„Volksstaat" mitgetheilten Brief eines emiritirten Preußischen LehrerS zum Behuf einer Kollekte als Inserat aufzunehmen) und bemerkt dazu: „Die gerechteste Sache kann nur höchstens darunter leiden, wenn man sie mit derartigen Unwahrheiten zu halten sucht. Unsere Spalten waren zu jeder Zeit sür humane Zwecke geöffnet, ohne Unterschied der Konsession wie der Politik haben wir, sobald eS sich darum handelte, Rott, und Uebelständen enigegenzulrcten, weder mit Raum noch mit der Zeit gegeizt. Und Goit weiß, ob wir in Anspruch genommen sind. Bei uns ist nun auch Niemand mit einem derartigen Inserat erschienen. Die Auslassung des Mainzer Korresponden- ten des„Volksstaat" über die hiesige Presse im Allgemeinen ist also ganz einfach als eine jener unverschämten Fälschungen der Wahrheit zu bezeichnen, bestimmt, die Arbeiter(oder Proletarier), deren Interesse der„Volksstaat" zu vertreten vorgiebt, unablässig gegen alle andern Klassen der Gesellschaft aufzuhetzen." Obgleich das„Meinzer Wochenblatt" unseres Wissens nicht zur nationalliberalen Parteigehört, also nicht di r e kl getroffen ist, so war die Behaupiung in jener Eorrespondenz doch so allgemein gehalten, daß uns die Auslastung des„Mainzer Wochenblatts" vollkommen berech- tigt erscheint und wir die Aufnahme jener Eorrespondenz in unserem Blatt nur bedauern können. Wir erwarten von der Redaktion des „Mainzer Wochenblatts," daß sie von dieser unserer Erklärung Notiz nehme. D. R. d. V. Das Abonnement auf den„volksftaat" betreffend: Die Eßlinger Parieigenoffen zeigen an, daß sie vom 1. Januar auf 60 Exemplare abonniren werden; bisher betrug das Abonnement dort kaum ein Dritthcil. In Glauchan sind in der Volksversammlung am 16. d.M. an 50 neue Abonnerrten hinzu getteten. Um diese Zahl noch er- heblich zu vergrößern, wollen die Parteigenossen dort die Feiertage benutzen, um, mit Listen versehen, die Ardeiterwohnungen zu besuchen und zum Abonnement aujzufordern. Wenn die Parteigenossen aller Orten in ähnlicher Weise für das neue Quartal ihre Schuldigkeit thun, dann hebt sich daS„Parteiorgan" bedeutend. ") Er macht's wohl wie der.Leipziger Vizebürgermeister Stephan!, der nur in einer g es chloss neu Gesellschaft der nationalliberalen Elite über seine Thätigkeit(?) im Reichstag Bericht zu erstatten wagt. Der Abonueutenstavd des„Bolksstaat" im IV. Quartal 1871.- � Die Abonnentenzahl beträgt 4488, ii» vorigen Quartal betrug sie 414K; Zunahme also in diesem Quartal 342. Die Abonnenten- zahl vertheilt sich in folgender Weise aus die einzelnen Orte,(die zweite Zahl bedeutet den Abonnentenstand im vorigen Quartal i Aachen 3—3, Achim 1— j, Aerzen J, Alf 1, Ällenstein 1, Altenecken 1—1, Altenburg 2—2, Altona 10—9, Alzey 1—1, AllgradiSka 1, Anclam 1—1, Amsterdam 1, Annaberg 4—2, Apolda 9—4 Augsburg 123—95, Arnstadt 1— 1, Aue i'@. 2— 2, Auerbach i|S. 1—1 Assöltern ijSchw. 1, Amriiweil 1—1, Außcrsihl 1— 1, Baden-Baden 2—3, Baden i�Schw. 1—1, Bamberg 5—5, Barcelona(Spanien) 1—1, Barmen 18—18, Basel(Schweiz) 3—2, Bautzen 1— 1, Belgrad (Serbien) 1—1, Bergedorf 1, Berlin 122—136, Bensheini 1, Bern 1—2, Bernbühl(Schw.) 1, Bernau(Potzdams 1, Bernburg 1, Biala(Galizien) 1—1, Bielefeld 9—9, Birkendorf(Baden) 1, Bischossiverda 2—2. Blankcnhayn 1—1, Bockenheim 1—1, Borna 2—1, Bourscheidt 3—3, Brackwede 11—10, Brambach 1—1, Brand b. Freibera 1—1, Brandenburg a. Havel 2—2, Braubach 1, Braunschweig l 7—66, Bremen 24—22, Bremervörde 1, Breslau 97—84, Briefen i. d. Mark 1—1. Bromberg 1, Bruchsal(Baden) 1, Brüssel(Belgien) 4—4, Buckau 11—6, Burgstädt 12—16, Burkhardtsdorf 2, Bayenthal 1—1, Cainsdorf 6—6, Camenz(S. 8—3, Carlsruhe 8—4, Cassel 20—9, Chemnitz 33—37, Chur(Schw.) 1-1, Colesauo(Italien) 1—1, Celle 6—7, Koblenz 6—6, Coburg 10—12, Cöln 129—113, Cöln(Trans.) 6—5, Colditz 4—6, Constantinopel 1. Crimmitschau 52— 53, Cronenberg 1—1. Crotteuberg 1— 1, Crcttendorf 1—1, Darmstadl 13—11, Delfe(Holland! 1, Dessau 5—3, Dillenburg 1, Döbeln 8—4, Dortmund 1—1, DreS- den 181— 168, Dürrenberg 1— 1, Düsseldorf 5—7, Duisburg 7—5, Ebersbach 1—1, Eh>ensriedersdorf 1, Eisenach 8—7, Elberfeld 10—7. Elsterberg 1— 1, Elstra b. Camenz 1, Erbach bei Wiesbaden 1— 1, Erfurt 13— 6, Erlangen 3—4, Erlau b. Mittweida 1, Eschweiler 3—2, Eupen 1, Eutritzsch 1, Essen b. Düsseldorf 14—13, Eydtkuhnen Falkenstein 2—2, Filehne 1, Finsterwalde 3—1, lundern 3—2, Forst r. d. Laus. 7—10, Frankenberg i|@. 3—4, Frankenhausen 7—8, Franz. Buchholz 1—1, Frankfurt chM. 16—21, Frankfurt ct. d. Oder 1—1, Frechen 1, Friedberg bei Darmstadt 1, Friedland in Schlesien 1—1, Freiburg i�B. 10—4, Fieiburg isSchw. 1, Frohnhausen 1—1, Frohburg 5— 6, Fulda 1, Fünfkirchen(Ungarn) 2, Fürth 15 Gelenau 1— 2, Geithain 7—8, Geldern 1, Genf 7—7, Gera 25—27", Geringswalde 1— 2, Geyer 9— 18, Gießen 5—5, Glauchau 129— 116, Glarus stSchw. 1—1, Gößnitz 3— 3, Goldbach isSchw. 1, Gotha8— 10, Gräfentonna 1—1, Gräscntath 3—2, Gratz 4—6, Gressrath 5—3, Gröbers 1, Greiz 7— 7, Groitsch 1— 1, Großenhain 7— 11, Grüna 2, Güßen 13—13, Gumbinnen 2—2, Gurhafen 1—1, Hainichen 14—13, Halberstadt 1—8, Halle a. d. Saale 1, Hamburg 95—93, Hannover 105—97, Hanau 2—3, Harburg 7—6, Hardtcnbraich 2, Hartha» 1—1 Heddernheim 2—2, Heide i. Holstein 4—4, Heidelberg 1—1, Heil- bronn 4—3, Herborn 5—2, Herford 14—11, Hers seid 3— 3, Hildes- heim 3—4, Hirschberg b. Schieiz 4—4, Höhr 3—2, Hörde 1—1, Hof i. Bayern 5— 7, Höhningen a. Rh. 1, Hohenstein-Ernstthal ijS. 25— 25. Hohenstein Rcg.-B. Königsberg 1, HundShübel 1— 1, Hombrechlikon 1, Jägerndorf 2, Iankovic 1—1, Jena 2—2, Jnsterburg 1, Itzehoe 1, Juoenbnrg 1, Kaldcnbirchen 1, Kalk 1, Kaukehmen 1—1, Kelling- Haufen 1—1, Kennenburg 1—1, Kaltfch i. Oberfchl. 1—1, Kevelaer l, Kiel 3—2, Kieritsch 3—3, Kirchberg ijS. 6—7, Kirchharten 1— 1 Klingenthal 6—6, Königsberg isPrß. 6—4, Kösen 1— 1, Krahenhöhe 2, Kyritz 1, Lahr(Baden) 1, Lambrecht 1, Lauda 1, Langensalza 1, Landshut 5—6, Lausanne(Schw.) 1— 1, Lausigk 10—8, Leutenberg 2— 2, Leichlingen 1—1, Leipzig und Umgegend 711— 706, Lcißnig 4—1, Lenaenseld 1, Lesum 1, Leipa 1, Lichtenstein 15—15, Liebenilein 1— 1, Limbach 4—4, Limburg a. Lahr 3, London 3—4, Lößnitz 8— 10, Luckenwalde 16—17, Loesch 1, Lüneburg 2—3, Lüttring- Hausen 2—1, Lugau 3—10, Ludwigshasen 2—1, Lunzenau 5—7, Luxemburg 3—2, Luzern 1—1, Lyon(Frankr.) 1, Magdeburg 19—15, Mährisch-schönberg 1, Mainz 246—193, Marburg 9—8, Marienwerder 1—1, Mannheim 4—5, Mcerane 107—131, Meininge» 2—2, Meißen 1—2, Milspe 1, Minden(Wrt. 1—1, Mittelwalde 1—1, Mitnoeida 15—16, Morges(Schw.) 1—1, Mühlheini asRH. 4—1, Möllen 12—13, München 184-129, Münster ijW. 1—1, Mylau 9—9, Naunhof 1, Neidenburg 1, Netzschkau 7—7, Neumünster ijSchw. 2—1, Neukirchen b. Chemnitz 6—7, Neustadt a. d. Orla 3—3, Neu- stadt b. Stolpen 5— 2, Neustadt i. Schlesien 1— 1, Neviges 10—9, New-Aork 191— 161, Niemes 2, Nippes 1—2, Nyon(Schw.) 1— 1, Neu-Isenburg 2, Nürnberg 73—43, Oberfrohna 4—3, Oberhausen 2—3, Oberlungwitz 6—5, Oelsnitz b. Lichtenstein 6—5, Oelsnitz ijV. 4—3, Offenbach asM. 4, Offenburg 1, Ohligs 8—10, Opladen 2—2 Oppeln 1—1, Orlamünde 2—2, Ortelsburg 1, Osnabrück>, Oschatz 2—1, Osterholz 1—l, Osthofen 1, Ottensen i, Pankoval, Paris 3—1, Parschnitz 1, Pausa<1—1, Passau 1, Pellworm 1, Penig 5—4, Pest 33—23, Pctersivaldau 1, Pforzheim 24—17, Pirna 1, Plauen 2—2, Pößneck 1—1, Pommsen 1, Posen 2—1, Potsdam 3—1, Preetz 1—5, Preßburg 2—1, Pr. Slargard 1— 1, Prostken 1, Ouellen- dors 1— 1, atibor 1, Rrgis 1—1, Reichenau 1— 1, Reichenbach istö. 34—32, Reichenberg 21, Rheinbrohl 2—2, Riga 1—1, Rittershausen 1—1, Siichliit 7— 8, Roda 1, Rössel 1, Rötha 1, Ronneburg 16—18, Ronsdorf 16—10, Roßwein 7—1, Rothenkirchen 3—2, Rudo stadr 3— 3, Rügcnwalde 1— 1, Rumburg 1, Rüsselsheim 1— 3, Regens- bnrg 7—3, Saalfeld 1- 1, Saarbrücke» 1—2, Saarbrücken(Transit) 2, Salzbrunn 5-7, Salzungen 1— 1, St. Gallen 1— 1, Schaffhausen (Schw.) 1, Schandau 2,JSchnee6erg 2—3, Schneidenbach 1, Schönau 2—2, Schwelm 7- 6, Schwerin 2— 2, Seeburg 1, Siegburg 4— 8, Siegmar 2—1, Sigmaringen 2—2, Solingen 16— 22. Sonneberg isMemingen 1— 1, Spandau 52—52, S,ittelndorf l, Staßsurt 8— 9, Speyer 4—5, Stolp i. Pommern 1—1, Straßburg i. Elf. I, Strehlen 1, Stuttgart 77— 53, Süchteln 1, Stade 11— 9, Stollberg isS. 17— 14, Steffanau 1, Tannwala 1, Taucha 1—1, Thiergarten«Bd.) 1, Thum 1— 2, Trarbach 3—3, Travemünde 1, Tübingen 9—10, Uckerath 2—1, Uelzen 2. Unterbarmen 4—2, Ulm 9—6, Ünterstraß(Schw.) 1—1, Velbert 1— 1, Verden 1— 1, Verviers(Belg.) 22— 15, Walbenburg i|@. 17—16, Waldenburg isSchl. 1—1, Waldheim 11—21, Wädens- wiel(Schw.) 1— 1, Walkenried 1— 1, Wandsbeck 7— 13, Warinsdors 1—1, Wechselburg 7—10, Weilburg 2—4, Weimar 22—25, Weiy 1, Weida 3—3, Werdau 42—45, Wels 3, Wetzlar 1, Winkel 3—2, Wiesbaden 14— 11, Wien 47— 33, Wittqensdorf 1—1, Wotfenbüttel 4— 2, Worms 5—4, Würzen 5—2, Wustrow a M. 1, Wür.burg 8— 2, Winterthur(Schw.) 1— 1, Witten 3— 1, Witdbald 3, Zellweg 1, Zittau 4, Zürich 14—12, Zwenkau 3—2, Zwickau 120— 140, Zwöuitz 4—4. Nach der Höhe im Abonnement folgen: Leipzig 711, Mainz 246, Ncw-Iork 191, München 184, Dresden 181, Cötn 129, Glauchau 129, Augsburg 123, Berlin 122, Zwickau 120, Mcerane 107, Hannover 105, Breslau 97. Hamburg 95 Stiitt- gart 77, Nürnberg 73, Braunschweig 67, Crimmitschau 52, Spandau 52, Wien 47, Werdau 42. Reichenbach istB 34 Chemnitz 33, Pest 33, Gera 25, Hoheiistein-Eriistthal 25, Bremen 24, Pforzheim 24, Reichen- berg isB. 24, Beiviers ijLelg. 22, Weimar 22, Cassel 20, Magdeburg 19, Barmen 18, Siollberg ijS.>7, Waldenburg isS 17, Frankfurt ajM. 16, Luckenwalde 16, Ronneburg 16, Ronsdorf 16, Solingen 16, Fürth 15, Lichtenstein 15, Mittweida 15, Zürich 14, Essen b. Düssel- dvif 14, Hainichen 14, Herford 14, Wiesbaden 14, Darmstadt 13, Erfurt 13, Güßen 13, Burgstädt 12, Mlllscn 12, Brockweda II, Buckau 11, Stade II, Waldhcini IL Altona 10, Coburg 10, Elberfeld 10, Freiburg i. Bad. 10, Lausigk 16, Neviges 10, Apolda 9, Bielefeld 9, Geyer 9, Marburg 9, Mylau 9, Camenz 8, Carlsruhe 8, Döbeln 8, Erienach 8, Gotha 8, Ohligs 8, Stahiurl 8, Würzburg 8, Duisburg 7, Focit in der Lausitz 7, Frankenhausen 7, G-ithain 1, Gens 7, Greiz 7, Großenhain 7, Harburg 7, Netzsch.au 7, Rochlitz 7, Regensburg 7, Schwelm 7. Wandsbeck 7, Wechjelbnrg 7, Camsdorf 6, CeÜe 6, Coblenz 6, Cöln(Trans.) 6, Kirchberg i. S. 6, Klingenthal 6, Königsberg i. Piß. 6, Neukirchen b. Chemn. 6, Obcriungwitz 6, Oelsnitz b. Lichtenstein 6. Fasse» wir ins Auge, daß neben dem„Volksstaat"die6lokalenPartii- orgaiie in Deutschland r„Crimnritschauer Bürger- und Bauernfreund", „Chemnitzer Freie Presse",„Dresdner Volksbote",„Braunschweiger Bolksfrcund", Hamburg- Altonaer„Bocksfreund" und„Nemesis" in Schandau cbentalls mindestens 7500 Abonnenten haben, so können wir mit Genugrhuung auf den Stand der Presse der Partei blicken. Wir hoffen, die Paneigenojsen thun auch im nächsten Quartal ihre Schuldigkeit, und setzen ihre Ehre darein, ihre Wohnorte in der nächsten Liste mit erhöhtem Abonnenten stand erscheinen zu lassen! Briefkasten der Redaktion: Gutsmann in Genf. Wir werden Ihrem Wunsch mit Bezug auf die Bekanntmachung empfehlenwerther Bücher nach kommen. Was die Vertheidigung der Internationalen gegen den Hirsch-Duncker'schen Vorwurf chetrifft, sie hätten denCheinmtzern kein Geld geschickt, so ist dieselbe in der That nicht nöthig. Ueber 4000 Thlr. in 3 Wochen, das dächten wir, wäre wahrhastrg nicht wenig nach dem Bourgeoismaßstab der Ankläger ist's freilich eine elende Baga telle.— Fiedler in Leisnig: Einen Bericht haben wir nicht erhalten Ihre Aufträge an die Erpedition sind.besorgt,— F. S. in Schede wrtz: Erscheint in der nächsten Nummer. Was 1000 Abzüge kosten wird Ihnen mitgetheilt werden, sobald das Ganze gesetzt ist. H. H. Berlin: Jnsertionsgebühren werden für Mittheilungen im redaktionellen Theil nicht erhoben. I. L. in Mainz: erbalten. der Expedition: Pülrn: Braunschweig N 86 folgt, halten Sie sich künftig nur an die Post, Brief nicht erhalten. H. in Fürth 2 Thlr, f. Schriflen erh,_ Sür Ludwig Feuerbach. Krz. in Tübingen 1 Thlr. R. in Neudors 20 Gr. vr. R. und Ado. D. in Altenburg 2 Thlr. H. W. in Granada 5 fl. E. K und F. K. in T. 2 Thlr. Arb. Bildunqsver. Ernstthal 1 Thlr. 3 Ngr. 2 Pf. Bertha P. in Z. 1 Thlr. »yiiv dir Flüchtlinge der Kommune. Borr H. W. in Granada 5 fl., von den Schneidern der Quint' schen Werkstatt hier 20 Ngr. D. Erp. d. B. Sozial-demokratische Abhandlungen M. von R i t t i n g h a u s e u. Erstes Heft: Tie Philosophie der Geschichte. iAuflage ersck'öpft. Zweites Heft: lieber die Nothwendigkeit der direkten Gesetz gcbung durch das Bolk. Drittes Heft: Tie unhaltbaren Grundlagen des Repräsentativ Systems. Bierrcs Heft: Ueber die Organisation der direkte» Gesetzgebung durch das Volk. Gegen poriosreie Zu,endung von 2 Sar. 4 Pfg. pro Heft(in Briefmarken rc.) erhalle» die Parteigenossen jede bestellte Anzahl durch portofreie Kreuzband-Sendung. Den Parteigenossen jede« Ortes wird empfohlen, die Bestellung— der Porio-Ersparung wegen— ge meinschaftlich zu machen. Adresse: Rrltinghausen in Köln, Gereonstr. 36."MW(4) An unsre Parteistenvsscn im Brannschwci- aische«, auf dm Harz und in der weiteren Ningegend. Wir machen Euch daraitf aufmerksam, daß es nicht allem Eure Pflicht, sondern baß es auch in Eurem eigenen Interesse liegt, alle wichtigeren Vorfälle in Eurer Gegend sofort an uns zu melden. Weshalb dies Eure Pflicht ist, oder weshalb dies in Eurem eigenen Interesse liegt, das brauchen wir Euch nicht zu sagen, das wißt Ihr selbst, wenn Ihr an die Wichtigkeit unserer Presse denkt Aber wir hoffen nunmehr, daß Ihr Eurer Pflicht gegen uns durch unablässige Thätigkeit für die Verbreitung unseres Blattes auch nach kommen werdet. Die Redaktio« des„Braunschweiger Bolksfreund' (3) 2_ in Braunschweig. „WjirMrgcr Joimml" mit dem UuterhaltnugSblatte„Sibylle." Temokrattsche Zeitung, reoigirt von Wilhelm BloS. Dieses täglich erjchetnende Blatt mit dem wöchentlich 3 mal beigegebetten Unterhaltungs- Blatte enthält Original- Lettartikel, Correspoiidenzen, politische Nachrichte« und Handelsberichte Das Uitterhaltungsblaii bringt spatinende Erzählungen und Ro Vellen, Mlscellen und Theaterkritiken. Dasselbe kostet vierteljährlich ohne Postausschlag nur 54 kr. Zum Abonnement laden ein Die Redaktion und Expedition _ des„Würzburger Journals". �ranJdxu'tei' Zeitung Eigenthümcr Leopold Sonnemaiiu und Auflage IS, ovo Exemplare. Handelsblatt. Die„Frankfurter Zeitung." welche von Carl Volckhansrn unter Mitwirkung von Eduard Sack, Hermann Vogct, vr. Guido Weist u. A. redigirt wird, ist ein Organ der Demokratie. Sie vertritt die Grundzügc der Humanität in politischer, religiöser und volkswirth 'chaftlicher Beziehung. Tüchtige Privatkorrespondenten in allen Ländern, zahl- reiche Telegramme, sür welche die Redaktion sich große Opfer auf- erlegt, versehen die Leser der„Frankfurter Zeitung" stets mit raschen UlG zuverlässigen Jnsormationen. Unser Feuilleton enthält ausgewählte Originalnovellcn sowie zahlretch« literarische und wissenschafrliche Aufsätze von den bekanntesten Schriftstellern des Vaterlandes. Zu den regelmäßigen Mitarbeitern zählen wir: Ludwig Pfau, Ferdinand Lotheisen, G. F.Kolb Loriis Büchner, Ludwig Walesrode, Ludmilla Assing, Edmund Höser, Julius S tcttenheim, Prof. Vögelt, Prof. G. Vogt, 6. Reinhardt u. A. Der Preis der täglich in zwei, nach Bedürfniß auch in drei Blättern erscheinenden„Frankfurter Zeitung und Handels- b l qt t" ist in Frankfurt fl. 3 45 kr., in Preußen 4 fl. 4 kr. oder 2 Thaler 10 Sqr. per Vierteljahr; in Oesterreich, Lnremburg sowie im deutschen Reiche (exklusive Preußen) sl. 3. 20 kr. oder 1 Thalcr 27'/, Sgr. Die „Franksurrer eitung" ist mithin die billigste unter allen großen po- titisch-commerzicllen Blättern Deutschlands. Anzeigen fiiiden in der„Frankfurter Zeitung" die weiteste Berbreiturrg. Die Petiizeile wird mit 9 kr.== 2'/, Sgr. berechnet. Wir bitten die Bestellungen bei den Postämtern recht zeitig zu machen, damit die Uebersendung des Blattes ohne Unterbrechung erfolgen kann. Tie Abonue ten pro 1873 erhalten de» Börsen-Kalendcr gratis geliefert. Frankfurt a. M, im Oezezember 1871. Die Expedition der„Frankfurter Zeitung." _ Vureau.„roste Eschenhetmergasse 31._ „Süddeutsche P o st" Demokratische Zeitung in München. erscheint täglich und reichhaltig mit Original-Artikel«. Inhalt: Leitartikel, Tagesgeschichic, Corresponbenzen von ganz Deutschland und vom Auslande, Bayerische Angelegenheiten, Handel und Verkehr, Vermischtet, Feuilleton. Das Blair hat sich durch gute Redaktion in ganz Deutschland allgemeinen Anklang erworben. Der Preis von nur 1 fl.= 17 Sgr. pro Quartal inclusiv« des Postaufjchlags ist rmtucnt chillig. Man abonnirt bei allen Post- anstalten und Postboten. MT Der„Siidd. Post" ist in München polizeilich die Colportage verboten! I Die Redaktion und Expedition der„Südd. Post." (2) 1 Einladung zum Abonnement auf drc „Demokratische Zeitung" in Berlin. � Die„Demokratische Zeitung" beginnt ein zweites Quartal. Sic richiel au alle Freunde der Volkssache, an alle Diejenigen, welche es ehrlich mit dem Volke und seiner Freiheit meinen, die dringende Bitte, nzit allen Kräsien für ihre Verbreitung einzutreten und ihr immer wertere Kreise zu erschließen. Mehr denn je ist heute die Episteirz eines demokratischen Blattes irr der Hauptstadt Deutschlands eine Nothwen- digkeit, doch nur durch die regste Unterstützung von Nah und Fern ist es möglich, die„Demokratische Zettung" der fteihertlichen Arbeit zu erbalten Die„Demokratische Zeitung" erscheint wöchentlich 6 mal.— Der Abonnementüprets beträgt für Berlin vierteljährlich 1 Thlr. 3 Sgr.. monatlich II Sgr., wöchentlich 2 Sgr. 9 Pf.; für auswar- tige Abonnenten 1 Thlr. 10 Sgr.— Di- JusertionSgcbuhren werden pro 4spallige Pctitzeile mit 2 Sgr. 6 Pf. berechnet, Arbeit»- markt I Sgl. 6 Pf.— Bestellungen nehmen alle Postanstalten, Spediteure Berlins, forbie die Eppedttton der Zeitung entgegen.— Haupt-Expedition für Berlin: die Mccklcnburg'sche Luchbandlung, Krauienstraße 41.— Redaktion und Spezial-Erpedition: Ell- jabcthstraße 15.— Jnseraten-Annahme in den Expeditionen. Berlin, im Dezember 1871. (3) 1 C. iLttbeck, Herausgeber und Redakteur der„Demokratischen Zeitung." Der Crimmitschauer „Bürger-«nd Baucrufrcuiid" (Nr.<530.«eite 18 des Poft-ZeitungSkatalogS für 1871), täglich erscheiiienbes Organ der Demokratie, bringt Original-Leitarnkel, Original-Feuillelon«, zowie zahlreiche Nachrichten aus Sachsen und T hüringen. Preis vierteljährlich nur 12'/, Sgr.(44 kr. süddeutsch) einschließ- lich Postgebühr._(3)�1 „Deutscher Demokrat" in München(früher in Kaiserslautern! billigste demokratische Wochenschrift, lauter Griginal-Zuliatt, Verbreitung über ganz vrntschland. Das Blatt erscheint jeden Samstag und kostet vierteljährlich bloS 18 Kreuzer mit Sinrcchnung des Posizuschlages, in Norddeutsch- land 6 Sgr. 9 Pf. Alle Postanstalien und Postboten Deutschlands nehmen Bestellungen an. Größere Bestellungen effektuirt auch die Expedition. WM" Tie Kolportage ist polizeilich verboten. (21 l Tie Administration de»„Deutschen Demokrat". Die„Nemesis". (PoftzeitungSpreiSkourant 1. Nachtrag Rr. 1876» für 1871), erscheint in Schandau a. d Elbe in Sachsen am 1. und 15. eines jeden Monats einen Bogen stark, oft mit Beilagen, und kostet viertel- jährlich excl. Bringerlohn durch die Post bezogen 3 Sgr., mit porto- freier Zuseiidung in'» Haus 7'/, Sgr.; in Oesterreich ist ihr Post- debit entzogen. Die„tziemesis" theilt ihre moralischen Hiebe überall dort auS, wo sie gemeine Knechts-, Bedienten-, Kramer- und Wucherseilen, Kopf- Hänger. Mucker, Heuchler, Pfaffen, bürgerliche und adelige Fettwänste, Stroußberg-Schurkiadeu, Bureau- und Ann-Demokraten trifft. Die „Nemesis" hat feit ihrem 9monallichen Bestehen IZYY gleichgestimmte Seelen alt Abonnenten gefunden, was Beweis genug liefert, daß sie der heutigen Indifferenz und Sticberei nicht mit hohlen Phrasen begegnet, sondern kräftig und unerschrocken dem Unrecht auf religiösem, sozialem und politischem Gebiete entgegentritt. Demokraten, Freigeister, Internationale und wie ihr Pionier« der Freiheit euch all- benamst, unterstützt die„RcmestS", verbreitet sie, sie ist in gemeinverständlicher Sprache geschrieben, damit sie da» Volk, der Arbeiter auch versteht, denn nicht jeder hat Lust, Zeit und Geld, ein Fremdwötterbuch zu kaufen und nachzuschlagen. Auch sind noch die vorigen Quartale mit Ausnahme der Nr. 7 vorräthig und pro Onartal für 6 Ngr. zu haben._ Der Braunschweiger Volkssreimd erscheint jebeu Wochentag Aben» für den billgen Abonnementspreis von 15 Gr. pro Quartal, in Preußen 20 Gr. incl. Stempelsteuer. Derselbe bringt die neuesten politischen Nachrichten, Ortgi- nalliovcllcn aus der Feder der tüchtigsten Schriftsteller, uutcrhaltenve Mittbeitungen, Lokaluachrichten, und bespricht in Originallett- artikelu die politischen und sozialen TageSsrageu und wichtige neue JSeen von allgemeinem Interesse vom freisinnigsten Stand- punkte. Die weite Verbreitung empsiehlt da» Blatt zu >e die dreigespaltene Petitzeile mit nur 1'/, Gr. berechnet werden. »rößeren ober regelmäßig wiederkehrende» Annoncen entsprechen- abatt. Man abonnirt bei allen Postämtern und Landbriefträgern. Die Redaktion und Expedition. Jvür Breslau. Sozial-demokratische Arbeiter-Partei. Montag den l. Januar 1872 Nachmittags 5 Ubr gesellige Zusammenkunft mit Damen in Jentsch'i Braueret, Margare- ltjengasse 7 parterre. Da für Unterhaltung verschiedener Art Sorge getragen ist, so werden die Parteigenossen ersucht, sich mit ihren Frauen recht zahlreich zu belheitigen. Gäste haben Zutrckt. H. Oehme. Für München. Eine F ilial-Erpedition des„Bolksstaat" befindet sich auch sür das 1. Quartal 1872 wie bisher in meinem Laden in berKreuzga sse und nehme Abonnements fürs 1. Quartal und auch Monatabonne- ncnts entgegen, auch sind einzelne Nummern bei mir zu haben. (2) 1_ Altschäf sl, Uhrmacher. Zur Beachtung. Für Cassel Auf Sylvcsternacht 31. Lezb. bis t Januar a. c. findet im Schirbler'fcheu Biersalon«»»"WW statt, und laden wir alle Partrtgeuoffen von Rah und Fern freundlichst ein. Anfang den 31. Dezb. 8 Uhr Abends präcis. «». Fremde zugereiste Parteigenoffe» Häven gegen Vor- zeigung der MitglirdS-Karte freien Zutritt. Das Komitee. Für Leisnig. Freitag, den 29. Dezember. Abends 8 Uhr. Autzerordentltche Versammlung de« Sozialdemokratischen Arbeitervereins im Vcrcuislokal bei Herrn Schäfer, Ncusorge. Tagesordnung: Wahl eines Delegirtcu zur Chemnitzer Landes- versamurlung. Von da an regelmäßige öffentliche Mitgliederversammlung alle Montage punkt 8 Uhr. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochen» dericht._ A. Fiedler, Vorsitz. Zu.zmldemJrntischer Ardeiterverein. Freitag, de» 29. Lzbr., Abends 8 Uhr: Versammlung im Saale der„goldenen Säge"(Restaurant Viktoria.)— Tagesord- nung: Sozialpolitischer Wochenbericht.— Gäste sind willkommen._ Der Vocjia' «ipzrg: Verantw. Reoan i A. �««ner(Resacnon; Peter.»ein- weg 13.) Druck u. Bei....s»F. Thiele(Expedition: Petersstr. 18