WW M 7. Mittwoch, de« S4. Jauuar. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten nnd Buchhand- lungen deS In- und Aus- landeS an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, Petersstraße 13, v.Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. AbonuemmtSpreiS: Für Preußeu incl. Gtempel- keuer Iii Nor, für die übriqen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Filialerpcdition für die Ver- einigten Staaten: ?. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der sozial-demakratil'chell Arbeiterpartei nnd der Internationalen Gewerksgenolsenschasten. Auf unsere in voriger Nummer veröffentlichte, an das General- Postamt gesandte Beschwerde wegen unregelmäßiger Beförderung des„Volksstaat", erhielten wir mit anerkennens- werther Schnelligkeit folgenden Bescheid: '. a Berlin, 20. Jan. 1872. Kaiserliches General-Postamt. Die Expedition deS„Bolksstaates" wird ergebenst benach- richtigt, daß die gestern eingesandte Nummer 6 Ihrer Zeitung von dem General-Postamte der Kaiserlichen Ober-Postdirektion in Leipzig zur ressortmäßigen Erledigung der Beschwerde wegen unregelmäßiger Beförderung. Ihres Blattes zugefertigt worden ist. Zugleich richtet das General- Postamt an die Expedition das ergebenste Ersuchen, für etwaige künftige Fälle der An- läge*) eine gefällige Beachtung zuwenden zu wollen. Stephan. An die Expedition des„Volksstaates" in L eipzig. Das General-Postamt nimmt Neranlassung, darauf aufmerksam zu machen, daß die Entscheidung über alle Angelegenheiten des lausenden Dienstes der Postanstalten, falls solche Angelegenheiten nichi auf dem kürzesten und einfachsten Wege schon durch Rückfragen bei der betreffenden Postanstalt selbst erledigt werden können, bei der Kaiser- lichen Ober-Postdirektion des betreffe nden Bezirks nachzusnche» ist, welche dafür völlig kompetent ist. �. Es versteht sich von selbst, daß in den fallen, m welchen das korrespondirende Publikum gegen die Entscheidung erner Ober-Postdi- reklion etwa Rekurs zu ergreife» sich veranlaßt sehen sollte, die be- treffet, de Eingabe an das General-Postamt als die obere Instanz zu richten ist. Ebenso sind die auf allgemeine, den ganzen Reichspost- dienst betresieude Angelegenheiten bezüglichen Eingaben an das Gc- »eral-Postamt zu adressiren. Berlin, den 25. Dez. 1871. Kaiserliches Gen eral-P oft am t. Stephan._ An die FMal-Expeditionen. Unter Hinweis aus§ 5 des Rcalements ersuchen wir die Filial-Expcditionen, die Reste der Abonnc- mentsaelder vom IV. Quartal 1871 bis spätestens den 28. d. M. an die Expedition hier einzusenden; eine längere Eestundung ist unmöglich. Die Berwaltungs-Kommission. Von den Parteigenossen eines aus„Humanitäts-Rück- sichten" nicht zu nennenden Ortes, wo ein Bürgermeistcrlein in neuerdings beliebter Manier das Vaterland zu retten für nölhig gefunden, ist unS nachstehendes Schriftstück zugegangen: „Bürger! Hierdurch erlaube ich mir zu bemerken, daß in un- sercm schönen Ort, wo sich sonst immer„Gerechtigkeit und Milde paart," die gegründete Parteimitgliedschaft aufgelöst wurde. Ich fühle mich demnach veranlaßt, freiwillig, aus Humanitäts-Rücksichteu, 2 Thlr. an Euch abzusenden; bis jetzt wohne ich noch Parterre; treibt man mich in« Kellerloch, so bekommt Ihr mein Geschenk ebendaher, richtet daher Eure Quittung iin„Volksstaat" unter dem Buchstaben— nach obiger Bemerkung ein. „Nachträglich Glück auf! zum neuen Jahr. Möge die leidende Menschheit bald erkennen, was wir gemeinsam an- streben. Parteigenossen! Haltet furchtlos fest an Eurer Ver- einigung! Der Stolz, eine gerechte Sache zu vertreten, mag vorläufig der Lohn sein, mag Euren Eifer fort und fort stärken." Wir empfehlen den Parteigenossen aller Orts dies Schreiben zu geeigneter Nachahmung bei ähnlichen Bor- fällen. Mit sozial-demokratischem Gruß im Auftr. Th. fsjorck. Hamburg, d. 17. Januar 1872. Justizwirthschaft in Mitweida. Seit 60 Tagen ist Ufert in Mitweida in Untersuchungs- Haft, 1.) wegen Verkaufs harmloser Gedichte, die von der Ex- pedition des„Dresdener Volksboten" seit drei Monaten ver- breitet worden, ohne daß die Dresdener Staatsanwaltschaft, welche davon Kenntniß hat, das Mindeste dagegen einzuwenden hätte, und 2.) weil er in einer Rede gesagt haben— soll: „Wir müsicn dem Arbeiter mehr revolutionären Geist bei- bringen." Die Untersuchung ist längst geschlossen und doch behält man den Angeschuldigten noch weiter in Haft, obschon ein Fluchtverdacht gegen ihn, der sich den zahlreichen frühe- ren Untersuchungen noch nie zu entziehen versucht hat, gar nicht vorliegt. Aus Mangel bessrer Gründe schützt das Ge- richt für die Fortsetzung der Präventivhaft d e n Umstand vor, daß Ufert„keinen festen oder bestimmten Aufenthalt hat" und die„Freilassung nur mißbrauchen und neue strafbare Hand- lungen begehen würde."—„Keinen festen oder bestimmten Aufenthalt"— ist dieser Vorwurf nicht ein wahrer Hohn, nachdem die Chemnitzer und Dresdener Polizei Ufert die Exi- stcnz geraubt und der Stadt verwiesen hatten? Wie kann Jemand einen„festen oder bestimmten Aufenthalt" haben, wenn e« den Stadtbehördcn freisteht, den Mißliebigen aus Brod und Arbeit zu verjagen und ihn durchs ganze Land zu Hetzen? Entspricht cS der Würde eines Richtcrkollegiums, in solcher Weise einem Verfolgten zum Unglück»och den Spott hinzuzufügen? Sicherlich nicht; und darum glauben wir, daß ein derartiges Verfahren nicht geeignet ist, dem Mitweidaer Bezirksgericht dasjenige öffentliche Ansehen zu sichern, welches zur Ausübung deS Richeramles unerläßlich ist. In der peinlichsten Weise verstärkt wird aber unser Urtheil über das Mitweidaer Bezirksgericht durch das Nachfolgende: Ein Kaufmann, der vor einigen Wochen in einem Mit- weidaer Hotel mit mehreren Herren soupirte, schreibt uns, daß bei dieser Gelegenheit, als das Gespräch auf die Sozialdemo- kratie kam, seitens jener Herren— unter denen ein„rolhköpfi- ger Assessor" war— die Aeußerung laut wurde, eine Be- schwerde*) sei verworfen worden, und sei dies ganz recht, man müsse die Gesellschaft(oder Gesindel) mit allen Mitteln unter- drücken. Darauf habe der Assessor gesagt:„Was an ihm liege, werde er thnn, denn das stehe fest, wenn die Sorte an's Ander käme, würde man mit ihm auch keinen Staat machen." Dieser Assessor NUN ist Ufe rt s Untersnchnngsrichter, Herr Scheuffler. Kann Einen darnach Uferts Präventiv- Haft Wunder nehmen? Und darf eine Regierung, ohne daS An- sehen der ganzen Justiz zu untergraben, solchem Unwesen müßig zusehen? Wir verlangen Schutz gegen solche Richter und erwarten, daß der Ufertsche Prozeß des my- stischen Dunkel« recht bald entkleidet werde, wel- ches durch das erzählte Benehmen seines Untersuchungsrichters um ihn gehüllt ist. Programm des Pertheidignngskomitös««) der Weber zn Bervlers. Vervier sin Belgien. An eine Epoche gelangt, wo die Kräfte der Gesellschaft— der Minenbetrieb, der Ackerbau, die Industrie und der Handel— die Arbeit und den Verzehr aller GesellschaftSmit- glieder zufrieden stellen müssen, sowohl bezüglich der Jnstitu- tionen der gegenwärtigen Gesellschaft wie auch der Organisa- tion der zukünftigen Gesellschaft;— hat das StrikekvmilF der Weber von Berviers, die Erfahrung benutzend, einen Tarifvor- schlag ausgearbeitet, um das Maximum***) des Lohnes für die Weber zu erringen und allmälig ebenso zur Arbeitsorganisation, wie zur Veränderung des Staates und des EigcnthumS zu ge- langen. Zu diesem Zweck nehmen sie sich vor, ein Beschwerde- ComitF zu konstituire», um die Beschwerden des Handwerks zu sammeln und die Mittel, welche uns sicher und radikal zu uüscrer Emanzipation führen, ausfindig zu machen. Ueber die zwei Fragen, die diesem Coniit« unterbreitet wurden, hat es Folgendes beschlossen: 1) Mittel,' den Arbeitstag auf 10 Stunden festzustellen. Antwort: Uin zum Normalarbeitstag von 10 Stunden zu gelangen, müssen vorläufig alle Weber des nämlichen Etablisse- mcnts einverstanden sein, zu einer Zeit, wo die Arbeitgeber weder sie einen Augenblick entbehren, noch ersetzen können. Was die dauernde Feststellung des Arbeitstages auf 10 Stunden betrifft, um dein Arbeiter zu erlauben, sich zu bilden und seine Kräfte, die er während der Arbeit verausgabt, wieder zu ersetzen, so können wir nur durch die Lohnerhöhung dazu gelangen; wir nehmen diese Regelung an sich an, zuerst, weil sie dem Einen das Zuviel benimmt, um es Denen zu geben, welche zu wenig oder nichts haben; und dann bedingt sie eine regelmäßige Arbeit, frei von allen Pausen; eine solche existirt für Verviers nicht, selbst nicht in den Jahreszeiten, wo die Arbeit übermäßig stark geht. 2) Mittel, gleichmäßige Preise und Bedingungen in die verschiedenen Werkstätten zu erzielen. Antwort: Da die Tendenz der Kapitalisten dahin geht, die Ereignisse und Dinge zu benutzen und zu mißbrauchen, um den Lohn auf die niedrigste Taxe zu setzen, schlagen wir, um gegen dieses System eine Rückwirkung auszuüben, die Anwendung folgenden Tarifs vor, der aus der Diskussion der Interessenten hervorgegangen ist: Tarif für Innen- nnd Antzenweberei,�) anwendbar in allen Werkstätten Ber»ier's und der Umgegend. Die unten bezeichneten Preise sind festgestellt mit Bezug auf die Zahl Schüsse in einem Meter, und für die Jacquard-Wcberei, Schießspulen inbegriffen. Die Schcmelwebcrei wird 5 oentimes weniger bezahlt per 1000 Schuß für die Artikel, die nicht Stoffe sind. Harnischweberei 5 oent. mehr per 1000 Schuß. Jegliche Weberei, 2 Schießspulen überschreitend, wird 5 cent. per Schicßspuke, per 1000 Schuß mehr bezahlt. Jede Schießspule, die mit der Hand gewechselt werden >nuß, bringt eine Erhöhung von 15 cent. per Schießspule und per 1000 Schuß. (Die erwähnten Schießspulen sind einfache, eine Spule enthaltend.) Der Tarif ist anwendbar auf 2 bis 12 Schaft; bei mehr 1, 50 oent. 2, 10- 2, 90- 4, 10 erhöht sich der Preis um 1 cent. per Schaft und per 1000 «-chuß. Alle von der Weberei abhängige Arbeiten, wie Leimen, Knöpfen, Schußfertigmachen, Kartenreihen u. f. w. sind auf Kosten des Arbeitgebers zu setzen, und zwar nach folgendem Tarif: Leimen 5 cent. per Meter(für Kette) Knöpfen 5 cent. per 100 Faden Schlag- oder Schußfertig- machen 2— 6 Schaft Francs 6—12- 22—20 20—32 Die Gallonenschaft� sind anzusehen wie der Grund. Ein- reihen der Karten: 1 cent. per Karte. Arbeitspreis per Stunde. Für jeden Weber, sei es Mann, Frau oder Kind, webend auf Hand oder mechanischen Stühlen: 35 cent. per Stunde. Tarif per Schuß. Preis des Schuß im Vergleich der in einem Meter be- griffenen Zahl: 500 Sch. im MeterFrs. 1,30 Cent. 600- 1,20- 700- 1,10. 800» 1,00- 900- 0,90- 1000- 0,80- Verminderung um 2 Cent, per 100 Schuß von 1000 bis 1500 Sch. im Meter: 1000 Sch. im Meter Frs. 0,80 1100- 0,78 1200- 0,76 1300- 0,74 1400- 0,72 1500- 0,70 Verminderung von 1 Cent, per 100 Schuß von 1500 bis 2500 Schuß: 1600— 0,69 1700— 0,68 1800— 0,67 1900— 0,66 2000.— 0,65 2100— 0,64 2200— 0,63 2300— 0,62 2400— 0,61 2500— 0,60 45 Frs. 60 Cent. Verminderung von*/» Cent, von 2500 bis 3500 Schuß: 2600— 0,59 5 2700— 0,59 2800— 0,58 5 2900— 0,58 3000— 0,57 5 3100— 0,57 3200- 0,56 6 3300— 0,56 3400— 0,55 5 3500— 0,55 57 FrS. 75 Cent. Preis für 3600 Schuß im Meter Frs. 0,54*/. Verminderung um 1/8 Cent, von 3500 bis 5000 im Meter: 3700— 0,54*/, 24 Frs. f. 30 M. 31 Frs. 50 C. f. 30 M. 39 Frs. 60 Cent. 51 FrS. 75 Cent. 3800— 0,54 3900— 0,53»/, 4000— 0,53'/, 4100— 0,53, 4200— 0,52'/, 4300— 0,52 4400— 0,52 4500— 0,51»/8 4600— 0,51 Vs 4700— 0,51 4800— 0,50*/„ 4900— 0,50»/« 5000- 0.50 64 Frs. 69 Frs. 75. Cent. 75 Frs. *) Ob Uferts Beschwerde wegen Fortsetzung der Haft oder die der Leipziger Arbeiicr an den Landtag wegen der Bereinsmaßrege- lungen gemeint ist, wi rd uns aus dem Schreiben nicht klar.� � **) V crtheidigungskomitö, das heißt Comiis zur Vertheidigung der Arbeiter gegen das Kapital. In Belgien, Frankreich und der Französischen Schweiz werden die Strikekasfen bekannilich Widerstands- oder Vertheidigungs- Kassen(eaissos de resistance) genannt.� •**) Die möglichste Hohe. t) Weberei im Haus und in der Werkstätte, resp. Fabrik. Verminderung von � Cent, für 100 Schuß von 5000 bis 5800 im Meter und darüber: 5100— 0,49 5200— 0,49»/, 5300— 0,49 � 5400— 0,49 5500- 0,48«/, 80 Frs. 44 Cent. 5600— 0,48 V, 5700— 0,48 Vt Vorschlag über die Mittel ,de'r Ausführung. Alle unterschriebenen oder sich betheiligenden Weber verpflichten sich, wöchentlich 5 bis 25 Cent, beizusteuern, um im Falle eines ganzen oder theilweisen Strtkes die Kosten zu be- streite». Die Unterschriebenen mögen sich selbst über diesen Vorschlag aussprechen, und ihre Betheiligung baldigst an die Comits's gelangen lassen, die zu diesem Zwecke berufen sind. Für das VertheidigungS-ComitF. Nikolas Andrien. H. I. Manguette. G. Heu- chenne. Joseph Nivarlet. A. Larondelle. J.J.Lhoneux. Der Einslutz der heutigen Produktion aus die Gesund- heit der Arbeiter. Gegenüber den Versicherungen unserer Gegner, daß in der heutigen Gesellschaftsorganisation Alles so wohl bestellt sei, daß man nicht daran zu rütteln brauche, ist es gut, daß wir uns zeitweilig nach Gewährsmännern für uns umsehen, welche, ohne speziell unserer Partei anzugehören, bloS aus Wissenschaft- � lichem Trieb nach Erforschung der Wahrheit, die Erfahrungen ihres Lebens und die Resultate ihres hingebenden Studiums gesammelt und verarbeitet haben und schließlich zu einem Fazit gelaugt sind, welches die beredtste Fürsprache der Berechtigung der sozialistischen Bewegung ist. Als einen dieser zahlreichen Gewährswänner wollen wir in Folgendem den Dr. C. Michaelis, früher Arzt inOels- nitz bei Lichtcnstein im sächsischen Erzgebirge, zitiren, welcher im Jahre 18K6 ein— von Einzelheiten abgesehen— sehr verdienstvolles Schriftchen(im Verlag von Gräbner in Leipzig) herausgegeben hat, zu dessen Abfassung er durch das ihn umringende Elend veran- laßt worden. Das kurz nach dem Erscheinen aus dem Buchhandel zurückgezogene Schriftchen ist betitelt:„Ueber den Einfluß einiger Industriezweige auf den Gesundheitszustand. Ein Beitrag zur öffentlichen Gesundheitspflege und zur Lösung der Arbeiterfrage". Der Standpunkt des Verfassers erhellt aus der Vorrede, in welcher es heißt: „Die sozialen Zustände im ü b er zivilisirten Europa gleichen einem großen Gebäude, das in allen seinen Theilen bau- fällig geworden ist; es würde zusammenbrechen, wollte man die Reparatur gleichzeitig von allen Seiten in Angriff nehmen, aber es läßt sich erhalten, wenn zuerst die Pfeiler und Stützen und dann alle übrigen Theile des Gebäudes nach und nach ansgebessert werden. Zweierlei ist aber bei diesem Restaura- tionsbau zu beachten: das Fundament des Gebäudes, die Moral, muß unangetastet bleiben, und die antiquirte Eintheilung des alten Gebäudes darf nicht wieder hergestellt werden. „Die Gestaltung unserer Zukunft wird zum großen Theile von der Beachtung oder Nichtbeachtung dieser Regel abhängen." Hieraus geht doch wohl zur Genüge hervor, daß der Verfasser kein revolutionärer„Umstürzler", sondern Befürworter einer gemäßigten Reform ist. Um so mehr dürfte daher das Nachfolgende, was wir aus des Verfassers Schrift zitiren werden, den Glauben unserer Gegner zu beanspruchen berechtigt sein. Die Schrift beginnt: „Unser soziales Leben ist reich an Gegensätzen und Wider- sprächen; schon der oberflächlichsten Beobachtung entgehen die- selben nicht. Den stärksten Gegensätzen a£er begegnen wir auf dem Gebiete der Industrie. Die Industrie unserer Zeit hat einen entschieden eigensüchtigen Charakter, sie nimmt die ganze Geistes- und Körperkraft Derer in Anspruch, welche sich ihr gewidmet haben und nützt dieselben aus, so weit et irgend möglich ist; aber sie lohnt nicht nach Maaß- gäbe des gehabten Kraftaufwandes, sondern nach dem auS der Leistung unmittelbar hervorgehenden pekuniären Vortheil, und auch dieser Maaßstab wird nicht selten so sehr verkürzt, daß die materielle Existenz im strengsten Sinne des Wortes dadurch bedroht wird. Die Opfer an Leben und Gesundheit, welche einzelne Zweige der Industrie von ihren Arbeitern for- dern, bleiben entweder ganz unberücksichtigt, oder man trägt denselben nur so weit Rechnung, als es der unmittelbare eigene Vortheil verlangt, oder das Gesetz es vorschreibt. Zu der An- schauung, daß die Förderung des Wohles Anderer in letzter Instanz auch das eigne Wohl fördert, hat sich unsere Industrie im Allgemeinen noch nicht erhoben. Wo wir auf industriellem Gebiete diese Wahrheit zur praktischen Geltung gebracht finden, find es sehr seltene und vereinzelte Ausnahmen, denen man in Deutschland noch seltener begegnet als in Ergland. „Fast unsere ganze Industrie ist ausgeartet in «in Ausbeutungssystem der Kräfte Anderer, und da in mehren Zweigen dersc!ben längst schon dieGrenzen des Erlaubten, moralisch Zulässigen, überschritten wurden, so hat sich auf der andern Seite(der Arbeiter) als natürliche Reaktion(Gegenwirkung) ein System der Selbst- hülfe ausgebildet, welches den Gesetzen der Moral womöglich noch weniger(!!) entspricht, als das Ausbeutungssystem, dem es entgegen gesetzt wird*). Das ist ein unnatürlicher Zustand, der auf die Dauer um so weniger bestehen kann, als durch die gegenseitige Reaktion die Gegensätze und Widersprüche immer mehr geschärft werden. „Richter, Geistliche und Aerzte haben bereits sehr häufige Gelegenheit, diesen abnormen Zustand kennen zu lernen, indem sie berufen sind, die mittelbaren und unmittelbaren Folgen desselben zu bekämpfen und auszugleichen. „Es ist unverkennbar, daß in manchen Gegenden Deutsch- landS die öffentliche Gesundheitspflege und der Gesundheitszu- stand dem Stande der deutschen Kultur im Allgemeinen gar nicht entspricht, sondern weit dahinter zurückgeblieben ist. �„Die deutschen Jndustriedistrikte bedürfen in dringender Weise einer durchgreifenden Reform ihrer gesundheitlichen(oder vielmehr krankheitlichen) Zustände. „Es wird kaum irgend einen Zweig menschlicher Thätig- keit geben, der, als Beruf geübt, keinen Einfluß auf den Ge- sundheitszustand der betreffenden Individuen ausüben sollte; wir sprechen nur von einigen derer, die durch ihre Intensität und ihre Verbreitung auf das Gemeinwesen eine unmittelbare Rückwirkung äußern. Unter diesen oben an steht die Weberei mit allen ihren verschiedenen Zweigen, die sich in der Haupt- fache nur durch das zu bearbeitende Material unterschZv-n, wir haben Leinen-, Wollen-, Baumwollen-, Seiden- und ge- mischte Weberei. Kein Zweig der Weberei kann an sich als eine Schädlichkeit betrachtet werden, denn bti der Seiden-, Damast- und Musterweberei, die früher in hohem Grade mühevoll war, sind die Schwierigkeiten durch verbesserte Maschinen und Werk- zeuge(Jacquardstuhl) so weit beseitigt, daß selbst Knaben dieselbe betreiben; eben so wenig ist der Stoff, das Garn, welches ver- arbeilet wird, als Schädlichkeit zu bezeichnen. Nun blieben etwa noch die Farben, mit denen das Garn gefärbt ist, die man für schädlich halten könnte, allein auch dies ist nicht der Fall, denn mit seltenen Ausnahmen sind die Farben so gut fisirt, daß ein Ablösen und Abfärben nicht zu bemerken ist, und endlich bestehen die meisten Farben aus unschädlichen Pflan- zenstoffe» und Chemikalien. Gleichwohl ist der Gesundheits- Uu» ist nicht verständlich, um» der Verfasser damit gemeint hat. zustand der Weberfamilien ein sehr schlechter. Nach meinen Ermittelungen und Beobachtungen ergiebt sich für die durcd- schnittliche Lebensdauer der Weberfamilien im sächsischen Erz- gebirge und Voigtlan de nur die kleine Zahl von 12 Iah ren und 3 Monaten, während sie in den schlesischen Weber- distrikten sogar nicht einmal ganz 11 Jahre beträgt. Werden die unmittelbar bei dem Gewerbe beschäftigten Jndi- viduen über 12 Jahre alt für sich betrachtet, so ergiebt sich für die sächsischen Weber die Zahl von ca. 38, für die schlesischen ca. 36� Jahren als Durchschnittszahl für die Lebensdauer. Ueberall die amtlichen Sterberegister zum Grunde gelegt. „Die Krankheiten, die sich am meisten in den Weberfamilien vorfinden, sind: Blutarmuth, Bleichsucht, Scrophelkrankheit, Lungentuberkulose, Hautkrankheiten, Augenentzündungen und Kurzsichtigkeit bei dem männlichen Geschlechte; bei dem weiblichen kommen noch hinzu Menstruationsanomalien und Magenaffek- tionen manchfacher Art. „Angesichts dieser beklagenswerthen Thatsachen, die sich durch keine Zahlengruppirung wegeskamotiren lassen, entstehen die Fragen: woher kommt das? wer und was trägt die Schuld daran? Dies in unbefangener Weise zu ermitteln, ohne nach der einen oder anderen Seite hin ungerechte Beschuldi- gungen auszusprechen, ist in der That nicht ganz leicht, wir wollen es versuchen und uns nur von offenkundigen Thatsachen leiten lassen. Als zuerst auffallende Schädlichkeit ist die Art des Be- triebes der Weberei zu bezeichnen. „Der Weber sitzt den ganzen Tag, oft bis tief in die Nacht hinein auf einer hölzernen Bank im Webstuhle, deren Höhe unveränoerlich ist; dadurch werden diese Sitze Ver- anlassung, daß besonders bei dem Abfangen der häufigen Faden- bräche bei kleinen Personen die Brust, bei größern der Unter- leib stark gedrückt wird, und nur eben Personen, die gerade auf den Sitz passen, nicht davon zu leiden haben. „Eine zweite Schädlichkeit des Betriebes ist die Leimauf- lösung und die Schlichte. Beides wird in größerer Menge vorräthig gemacht, als es eben augenblicklich zur Appretur der Kettenfäden bedarf, deshalb ist es in der Regel faul und ver- breitet einen solchen pestilenzialischen Geruch, daß Personen, welche an reine Luft gewöhnt sind, es kaum wenige Minuten in einer solchen Weberstube auszuhalten vermögen. Run denke man sich 3 bis 4 Webstühle in einem verhältnißmäßig engen Räume, dazu eine entsprechende Anzahl Spulräder, und zwischen alles dies eine in der Regel ziemlich zahlreiche Familie eingepfercht, so wird es vollkommen erklärlich, daß eS an dem nöthigen Sauerstoff fehlen muß undKrankheit en nicht ausbleiben können. „Endlich gehört zu den Betriebsschädlichkeiten auch die Beleuchtung. Theilweise bedient man sich noch der gewöhn- lichen offnen mit Rüböl*) gefüllten Lampen mit oder ohne Schirm; sie gewähren ein sehr mangelhaftes Licht und verderben daher dieAugen, besonders wenn dunkelfarbige Stoffe gearbeitet werden wenn, um mehr Licht zu erhalten, die Flamme derselben ver- größert wird, verbreiten sie einen erstickenden Oelgeruch und rußen stark, woher es dann kommt, daß selbst bei jährlichem Ausweißen der Stuben dieselben sehr geschwärzt sind und da- durch auch das natürliche durch die Fenster einfallende Licht beeinträchtigen. Neuerdings bedient man sich der Solaröl- lampen; wenn dieselben gut konstruirt sind, entsprechen sie dem Bedürfniß vollkommen; da man aber gewöhnlich sich nur der billigsten Sorte dieser Lampen bedient, deren Luftzug nur mangelhaft regulirt ist, so ist es sehr häufig, daß sie sehr stark rußen und einen penetranten(durchdringenden) Geruch und Dampf verbreiten, der in den Augen beißt und zum Husten reizt, außer- dem die betreffenden Arbeitsräume in sehr kurzer Zeit schwärzt und so auch das Licht beeinträchtigt.— „Eine der wirksamsten Schädlichkeiten, welche sehr wesentlich zur Vecscklechterung des Gesundheitszustandes beitragen, ist dtp grotze Unsicherheit des Erwerbes. „Die sächsischen sowohl als die schlesischen Weber sind be- züglich ihres Erwerbes abhängig von der Politik. Das Weber- geschäft in Sachsen wie in Schlesien arbeilet nur zu einem sehr kleinen Thgile für den heimischen Markt, meist für Amerika, Ostindien, Australien, und in Europa für Italien, Frankreich und Spanien. Jedes politische Ereigniß in diesen Ländern und daheim, welches nur einige Besorgniß zu erregen geeignet ist, wirkt daher zurück auf die deutsche Textil-(Web-) Industrie, theils weil der Absatz, theils weil der Bezug des Rohmaterials und derHalbfabrikate alterirt(nachtheilig berührt) wird, theils auch weil die Schwankungen des Geldmarktes um so mehr darauf einwirken, je mehr eben das deutsche Webergeschäft der bloßen Spekulation verfallen ist und keinesweges dem wirk- lichen Bedarfe entspricht.**) Alle die hier einschlagenden Verhältnisse sind so schwankend, daß es höchst selten möglich ist, auchnureinen Monat voraus zu bestim- men, ob überhauptunsereWeberArbeit haben werden, noch weniger aber, welche Art der Arbeit gesucht und welches der Lohn dafür sein wird. Diese Unsicherheit und Unstäligkeit der äußern Verhältnisse trägt sich auf die ganze Lebensweise dieser zahlreichen Arbeiterklasse über. Wir sehen sie bei Mangel an Arbeit oder sehr gedrücktem Lohne harte Entbehrungen er- dulden, Entbehrungen, die nicht selten bis zum Hunger und gänzlicher Entblößung gehen, wenn noch andere ungünstige Umstände dazu treten; bei ausreichenden, oder(was nicht oft vorkommt) bei reichlichem(?) Lohne aber sehen wir, daß die theilweise zur Gewohnheit gewordenen Entbehrungen und Emschiäukungen fortgesetzt werden; den dadurch erlang- ten Ueberschuß betrachtet man dann als ein reines Plus(Mehr) und verwendet dasselbe nur, so weit man eben muß, zur Aus- gleichung früher gemachter Schulden, am liebsten aber und am häufigsten auf daS Vergnügen und den Luxus."***) _(Forts, folgt.) *) Jetzt allerdings wird Petroleum benutzt, da» übrigens bei den im Gebrauch befindlichen Lampen ohne Schirm oder mit ungenüqen- dem Schirm den Augen durch das blendende Licht noch schädlicher ist, als das Rllbbl, und überdies noch schlimmer und gesundheitsschäd- licher rußt. R. d.„V." *•) Das gilt von der heutigen Bourgeoisproduktion überhaupt, die, einfach Sache der Privatspekulation, weder den Willen noch die Fähigkeit hat, den„wirtlichen Bedarf" kennen zu lernen und zu be« sriidigen. Es ist dies ein Moment, das allein zur Verurtheiluug dieser Produktionsweise hinreichen würde. ***) Wir müssen gegen diesen Ausdruck, als entschieden unrichtig, Verwahrung einle en. Daß von„Lurus" nicht die Rede sei» kann, Bismarck's rechte Haud, oder genauer: der Mann, dessen rechte Hand Fürst Bis- marck ist, nämlich Herr Stieber, die eigentliche Seele des preußischen Staats und Neue« Reichs hat in letzter Zeit seine Operationen etwas diskreter betrieben, als früher, und uns daher keinen direkten Anlaß, ihm unsere Aufmerksamkeit zu schenken, geliefert. Jetzt wird er uns durch den stenographischen Bericht des Kongreßprotokolls in Erinnerung gebracht, und zwar durch die Aussagen verschiedener Delegirten, aus denen erhellt, daß die von unserer Erpedition versandten„VotkSstaat"- und sonstige Packete unterwegs sehr häufig in schamlo- fester Weise geöffnet worden sind. Das Protokoll, welches nächstens im Druck erscheint, wird das Weitere bringen. Ferner stoßen wir ganz zufällig auf zwei Briefe des Hrn. Stieber, die nach dem Satz:„Der Stil ist der Mann" ein gewisses Interesse für uns haben. Der erste datirt vom vorigen August, und ward seiner Zeit von mehreren Zeitungen abge- druckt, von uns aber, im Drang der Geschäfte, bei Seite ge- legt. Die„Vossische Zeitung" in Berlin hatte einem andern Blatte die Notiz entlehnt, daß Hr. Stieber der einzige Deutsche männlichen Geschlechts gewesen sei, der von dem Kaiser-König Wilhelm die gnädige Erlaubniß empfangen, seine Frau zum Pariser Einzug ins Hauptquartier kommen zu lassen — und die„Vossische" hatte dazu die Bemerkung gefügt:„Das ist übrigens derselbe Hr. Stieber, der neuerdings wegen seines Zusammenwirkens mit dein Zeugen Hcntze in öffentlichen Blättern öfters genannt ist." Gegen letztere Bemerkung richtet sich der Stiebcr'sche Brief, den wir hier folgen lassen; „In einem gestern der„Elberfelder Zeitung" entlehnten Artikel wird ein vorübergehender(!) Besuch, welchen zwei Mitglieder mei- ner Familie unter höchst gefahrvollen Umständen(!) mir nach lan- ger Abwesenheit vom Vaterlande in Versailles zur Regulirung dringender Vermögensverhältnisse gemacht haben, ohne allen Zusammenhang(!) benutzt, um ein angebliches Zusammenwirken zwischen mir und dem in letzter Zeit so vielfach geschmähten(1) Zeugen Hentze öffentlich hervorzuheben. Dies veranlaßt inich hier zu der Erklärung, daß der:c. Hentze eine mir völlig unbekannte Person gewesen ist, von welcher ich nie- mals, weder mündlch noch schriftlich, weder direkt noch indirekt irgend eine Mittheilung empfangen habe. Derjenige Beamte des königlichen Polizeipräsidii zu Berlin, welcher damals die Verhandlungen mit dem:c. Hentze ausschließlich geführt hat, war, wie sich dies aus dem amtlich publizirten stenographischen Berichte des Hochverrathsprozesses wider Dr. Ladendorf und Genossen deutlich genug ergibt, mein Amtsvorgänger, der Polizeidirektor Schulz." Mit diesem Briefe hatte Hr. Stieber Unglück, oder wie man es mit einem burschikosen Ausdruck bezeichnet: spezielles Pech. Die Berliner„Volkszeituug" schreibt darüber: „Bevor noch die Tinte vonStieber's„Berichtigung" trocken geworden, war schon die Arbeit vollendet, welche die Berechtigung seines an den Tag gelegten Unwillens sehr ab- schwächte. Professor Julius Wiggers publizirte nämlich vor Kurzem in der„Rostocker Zeitung" eine Reihe von Aufsätzen zur Erinnerung an den Rostocker Hochverrathsprozeß und die- jenigen Personen, welche dabei eine Rolle gespielt. Wie bei dem Zusammenhang zwischen dem Rostocker und Berliner Pro- zeß kaum anders möglich, fällt dabei auch Manches ffür den Geh. Regierungsrath Stieber ab. Unter Anderem geschieht eines Briefes Erwähnung, aus dem erhellt, was Stieber„a m t- l i ch publizirte Berichte" nennt. Der Oberstaatsanwalt Schwarck erklärt in dem an das Kriminalkollegiumjin Bützow gerichteten Schreiben vom 19. April 1855, daß der Gerichtshof bei der Abfassung des Berichts über den Ladendorf'schen Prozeß ganz unbetheiligt geblieben, demselben daher auch nicht die Kraft eines amtlichen Dokuments innewohne. Der Polizeipräsident Hinckeldey hatte die Stenographen engagirt, den Bericht aus- zuarbeiten und drucken zu lassen. Wenn derselbe amtlichen Charakter tragen sollte, so hätten die Stenographen vereidete Protokollführer sein und das Gericht die Herausgabe beaufsich- tigen müssen. Slieber's amtlicher Bericht ist somit nichts weiter als einePrivatarbeit von mehr oder weniger Glaub- Würdigkeit, und selbst aus diesem Bericht ergiebt sich nicht, daß Hentze ausschließlich mit Schulz verhandelt habe. Wie dem auch fein mag, Herrn Stieber's Verdienste um die Eni- larvung eines hochverrätherischen Komplotts, also bei demselben Werke, wo Hentze seinen Sündenlohn erworben, sind unbestreit- bar. In der damals noch konservativen„Vossischen Zeitung" (Jahrgang 1852 Nr. 73) steht zu lesen: „Am 26. März Mittags erschien der Polizci-Direktor Stte- ber mit mehreren Beamten in Civil in der Biaschinen-Bauan- stalt des Herrn Hauschild und verhaftete mehrere Arbeiter. In demselben Augenblick, in welchem diese Verhaftungen erfolgten, wurde auch die ganze Fabrik von einem bedeutenden Kommando von Schutzmännern und Feuerwehrleuten besetzt. Es begann nun eine Haussuchung, bei welcher auch der kleinste Winkel vom Keller bis zum Boden nicht verschont wurde und bei wel- cher selbst die Dielen in mehreren Etagen aufgerissen wurden. Bei dieser Haussuchung wurden theils unter den Dielen, theils unter dem Dache, theils hinter den Schornsteinen versteckt 59 gußeiserne Granaten von bedeutender Größe mit den betressen« den Zündapparaten, mehrere Brandraketen von eigenthümlicher Konstruktion und eine Anzahl(?) Jnfanteriegewehre gefunden. Ferner fand man einige hundert scharfe Patronen, Spitzkugeln Puloer." Nimmt man dazu noch die Erklärung des Rechtsanwalts Lewald, eines der Verthcidiger in dem Ladendorf'schen Prozesse, daß die Expedition Stieber's mit der genauesten Lokalkenntniß ausgeführt wurde, nach Anleitung von Zeichnungen, die Hentze ausgeführt hatte, so ist man in vollster Bedeutung des Wortes berechtigt, von einem Zusammenwirken Stieber's und Hentze's zu sprechen." Hr. Stieber hat auf die Wiggers'schen Aussätze nicht mit einer Silbe geantwortet. Natürlich ist er keinLügncr! Auch kein„Polizeispion" ist er, sondern ein ehrlicher Mann und obendrein ein ehrlicher Demokrat, dem die Demokratie den größten Dank schuldet, obschon sie ihn schmählich verkannt hat. Hr. Stieber selbst sagt es, und Hr. Stieber ist kein Lügner. Er sagt es in dem ziveiten Brief, den wir heute ver- öffentlichen wollen, und der also lautet: dafür sorgt schon der niedere Betrag der„reichliche»" Löhne, die, selbst wenn am„reichlichsten", nicht zur Besriedigung der nothwendigsten Be» dürsnisse ausreichen. R. d.„V." „In Nr� 177 der Neuen„Rheinischen Zeitung" findet sich eine Korrespondenznachricht aus Frankfurt am Main, vom 21. Dezember, welche die niederträchtige Lüge enthält, daß ich als Polizeispion nach Frankfurt gegangen sei, um unter dem Schein sozialdemokratischer Gesinnnung die Mörder des Fürsten Lichnowsky und des Generals Auerswald zu ermitteln. Ich bin allerdings am 21. in Frankfurt ge- Wesen, habe mich dort nur einen Tag aufgehalten und habe dort, wie Sie aus beiliegender Bescheinigung ersehen werden, nur eine Privatangelegenheit der hiesigen Frau v. Schevezler zu reguliren gehabt, ich bin längst nach Berlin zurückgekehrt, wo ich meine Thätigkeit als Defensor längst wieder begonnen habe. Ich verweise Sie übrigens auf die bereits in dieser Angelegenheit ergangene offizielle Berichtigung in No. 338 der Frankfurter„Oberpostamtszeitung" vom 21. Dezember und No. 248 der hiesigen„Nationalzeitung." Ich glaube von ihrer Wahrheitsliebe erwarten zu dürfen, daß Sie sofort die anliegende Berichtigung in Ihr Blatt aufnehmen und mir den Einsender der lügenhaften Nachricht, der Ihnen gesetzlich obliegen- den Verpflichtung gemäß, nennen werden, da ich eine solche Verleumdung unmöglich ungerügt lassen kann, und ich sonst zu meinem Bedauern genöthigt sein werde, gegen eine Wohll. Redaktion selbst Schritte zu unternehmen. „Ich glaube, daß die Demokratie in neuester Zeit Niemanden mehr Dank schuldig ist, als gerade Mir. Ich bin es gewesen, der hunderte angeklagter Demokraten aus den Netzen der Kriminal-Justiz zerissen hat. Ich bin es gewesen, der noch im hiefi- gen Belagerungszustand, als die feigen, erbarm- tichcn Kerle(sogenannte Demokraten) längst das Feld geräumt hatten, unerschrocken und emsig den Behörden entgegengetreten ist und esnoch heute thut. Wenn demokratische Organe in solcher Weise mit mir umgehen, so ist das wenig Aufmunterung zu fernere» Bestrebungen. „Das beste bei der Sache ist aber im vorliegenden Fall die Plumpheit(!) der demokratischen Organe. Das Gerücht, ich ginge als Polizeiagent nach Frankfurt, ist zuerst von der hie- ßgen„Neuen prcußischenZeitung"*), diesem berüchtigtenOrgan der Reaktion, ausgesprengt worden, um meine ihr störende Thätigkeit alsDefensor zuuntergraben. Die andern Berliner Blätter haben dies längst berichtigt. Die demokra- tischen Orgaue sind aber so ungeschickt, eine solche dumme Lüge nachzubeten. Wollte ich als Spion nach Frankfurt gehn, so würde es gewiß nicht vorher in allen Blättern stehen; wie sollte auch wohl Preußen ein en Polizeibeamten t>ach Frankfurt schicken, wo amtskundige Beamte genug sind? Die Dummheit war stets ein Fehler der Demokratie, und ihre Gegner siegten durch Schlauheit. „Ebenso ist es eine nicderträchtizeLüge, daß ichvor fahren in Schlesien als Polizeispivn gewesen sei. Ich war damals öffentlich angestellter Polizeibeamter und habe als solcher meine Schuldigkeit gethan. Es sind niederträchtige Lügen über mich verbreitet worden. Ein Mensch soll auftreten und beweisen, daß ich mich bei ihm eingeschlichen hätte. Lügen und behaupten kann Jeder. Ich erwarte also vonJhnen, den 'ch für einen anständigen Mann halte, umgehend be- !nedigende Antwort. Die demokratischen Zeitungen sind bei uns durch ihre vielen Lügen verrufen worden, wögen Sie nicht gleiches Ziel verfolgen. Berlin, 26. Dcebr. 1848. Ergebenst Stieber, Doctor der Rechte u. s. w., Berlin, Ritterstraße 65." Es ist wahr, der Brief ist schon im Jahre 1848 ge- schrieben, und in der längst von den„Westkalmücken" erdrossel- ten„Rheinischen Zeitung" erschienen, allein was ändert die Zeit an der Wahrheit? Ein 2 ort ein Wort— ein Stieb er ein Stieber! . Leipzig. Eine Borfeierzum Karneval, veranstaltet vom ?..aufmannischen Berein, fand am 15. d. in der hiesigen Buch- in� örse statt. Da der eigentliche Narrenkönig nicht kommen konnte, !tf> i"' wan sich als Stellvertreter den Hrn. Schulze aus Berlin ver- Mieden, der denn auch im Kreise der Faschingsgesellschaft— von der aasen Sozialdemokraten sorgsälllig ausgesperrt worden waren— rjUem weinseliaen Humor in bekannter Weise zur Ergötzung der Zu- hie Zügel schießen ließ. Natürlich bildete die„Arbeiterbewegung" as Thema, und ließ sich der„allverehrte" Komiker mit gewohnter j� schaft darüber vernehmen. Wir lassen hier den Bericht der Deutschen Allgemeinm Zeitung" folgen, der zwar etwas nüchtern ge- daa«'?t über doch sür Den, der zwischen den Zeilen zu lesen weiß, et*,.. bienstvolle der Leistung genügend hervortreten läßt. Der Be- lautet: ..."Die Arbeiterbewegung ist in den Gesetzen der Entwickelnng be- Unh■' Atht in engem Zusaminenhange mit der Kulturbewegung, Zt,'bre. tiefere Eiken ntniß, die immer umfasseildere Ausbeutung der .Zturkraftc befähigt uns auch, ihren Ansprüchen zu genügen, was ohne tese E�kennlniß und»hne diese Ansbeututig dem Staate des Alter- °t>ms ganz undenkbar war. Die Arbeiterbewegung darf aber, da sie m Ausfluß deriKiiliurbeweguiig ist, de» Forderungen der Kultur selbst mcht widersprechen, sonst geht sie zu Grunde. Soll nun einer ganzen ?"Mse getz0ifell werden, die schließlich doch aus Einzelnen besteht, so .'uß es aus dieselbe Weise geschehen, in welcher das geistige und das Mtltche Wachse» deS Einzelnen erfolgt— durch Selbsternngen. Die >gene Tüchtigkeit der Einzelnen bleibe die Haupibediiigung. Dieser Menüber nehmen sogar dlejenigeit Hindernisse ab, welch« die Natur- -> tte und die gesellschaftlichen Zustände uns in den Weg legen. Der yortschrflt der Civilisation macht uns die Naturkräste mehr und mehr zssstftbar, m,d damit werden auch die gesellschaftlichen Zustände besser. Die uu"m"""r,. uuep wie uenuiu,»!"'"/-" i,-,....... Reifer firf.TiBf Staatshülse verlangt, gehl davon aus, daß der Den ruL?'• � � Helsen nicht vermöge— er könne nicht sparen. Dtim.�nbenmz Ueferii aber die zahlreichen Sparkasse», in welche thux g.,j?5..nr n>wi lagen? vic>-:ciu?runu, wie» gewii.e,,..... zwei V bedeutender Stellung eniporschwingen? In England seien »tt» h a,. Ji'l iiibustnellcn in erster oder zweiter Generatioti ii dem Arbeitcrstande hervorgegangen T*1.'. ry l__ iac.'tec»_. f j.. p de. Ol'1- uuei wuit uvu, mimugiii?, VW Mehrzahl Ulli Oiuiicn s Minderzahl zu erhalten. Staatswerlstätten würden den Tüchtigen dem Ungeschickten und Trägen gleichstellen, somit schließlich alle �v-Ner herunterbringen. Wenn der Arbeiter sich selbst nicht helfen "if, aber doch, nach Lassalle, 89—96 Prozent des Staates abgebe, v. f solle da der so gebildete Siaat Helsen können? Dagegen verlangt d i �tirtei der Selbsthülse, daß der Staat die Entwickelung der Frage ch Entwickelung der Kultur fördere, alle Hemmnisse wegräume, eine ist.. � Die„Kreuzzeitung" ist gemeint! Gut, daß sie wegen Ber- '"">g nicht klagen kann! tüchtige Gesellschaft im Staate schasse, die äußere Möglichkeit einer rein »tenschlichen Entwickelung allen Klassen gewähre. Er soll eine gerechtere Vertheiluitg der Staatslastcn gewähren, Gleichheit aller vor dem Ge- setze, Vollbetheilignng der Staatsbürger bei den öffentlichen Angelegen- heilen, und vor allem die höchste Bervolikommnung des öffentlichen Bildungswesens,„Befieimig der Schule von dem kirchlichen Unwesen, durch welches die Aufsicht über die Schule in Händen gelassen wird, die das größte Interesse daran haben, daß die Schule nicht leiste, waS sie leisten soll".(Bravo!) Alle diese Forderungen haben die liberalen Parteien aber schon längst gestellt. Nun bleibt es noch Pflicht der Gebildeten und Bessergestellten, sich der Verantwortlichleit sür das all- geineine Wohlergehen nicht zu entziehen, nicht blos dem mühelosen, raschen, großen Gewinn r.achzujageu(Bravo!), sondern auch die ge- selligen, gemüthlichcn Verhältnisse zum Arbeiter zu pflegen und die edeln Zwecke der Bildungsvereine und ähnlicher Genossenschaften der Arbeiter zu fördern. Die ganze wichtige Frage werde zuvor- sichtlich durch jeneHumanitätgelöst werden, die jaauch den Grundton des jungen Deutschen Staates bereits bildet." Das heißt die„Humanität" der heiligen Dreieinigkeit: Jnfan- terie, Kavallerie) Artillerie— Schrumm! Die Schlußphrase ist eine ReniiniSzeuz von der neulichen Gastvorstellung des„allvcr- ehrten" Komikers beim Preußischen Minister Itzenplitz Die übtigen Späße sind freilich nicht neu. Die Arbeiterbewegung ist citie„Kultur- bewegung",— so weit sie sich von dem„Allverehrten" nasführen läßt. Die Arbeiterbewegung geht zu Grunde— wen», sie deii� Forde- rungen der Kultur, d. h. des„Allverehrten" widerspricht.„Sehhster- ringen"— unter Leitung des„Allverehrten" bleibt„Hauptbedingung" des Erfolgs. Es ist lächerlich zu behaupten, der Arbeiter könne nicht „sparen" von 1/, bis 2 Thaler die Woche— sehr lächerlich für den weinirinkenden„Allverehrten."„Staatshülse" ist„Unterstützung aus anderer Leute Taschen"— sagt der,, Allvcrehrte", der„aus anderer Leute Taschen" das bekannte Kneipgeld von 45,066 Thalern erhalten hat. Alle„Hemmnisse" soll der Staat beseitigen,— wie in England, wo die Arbeiter an den Segnungen der ungehemmten„freien Konkurrenz" Hungers sterben.„Gesellige, gemüthliche Verhältnisse zum Arbeiter" sollen die Kapitalisten pflegen, die„Bildungsvereine und ähnliche Genossenschasten"— des�,. Allverehrten" fördern, und die soziale Frage ist gelöst,— sagt der Stellvertreter des Narrenkönigs. Doch Scherz bei Seite! Seid Ihr Bourgeois, nicht 8 Monate, nachdem die blu- Uge Tragödie der Kommune sich auf der Weltbühne abgespielt hat, noch naiv genug, dieHanswurstiadcn eines Quacksalbers ernst zu»ehnien, der nie etwas' gelernt und darum auch nie etwas zu vergessen gehabt hat, und der in der deutschen Kulturgeschichte, Dank deni Monument, das Lassalle ihm gesetzt, nur als Heros der Ignoranz, und Gradmesser denkervölklicher Bildung figuriren wird? Ihr habt Geld— gut! Be- zahlt dem Knownothin'g') Schulze ein paar Dutzend Flaschen Cham- pagner,— doch gut muß er sein, denn darauf versteht sich der „Allverehrte" dann aber kaust Euch die nöthigen wi ssenschast I ichen Bücher und lernt. Das ist unser Rath, und Ihr werdet ihn nicht bereuen! Lindenau bei Leipzig, 19. Januar. Die Arbeiterbewegung macht immer größereFoi tschritte, eineBranche nach der andern wird in diesrlbe durch die Verhältnisse hincingerissen. Ein Beispiel hierfür halte» wir vorigen Sonntag bei uns, wo eine Versammlung der Zicgelarbciter aus der Umgegend abgebalten wurde. Die Arbeiter der Ziegclscheunen von allen umliegenden Ortschaften waren vertrete». Die Tagesord- nung bildete:„Die Gründung cinerGewerksgenossenschaft, die Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit." Herr Fritzsche aus Kleinzschoch.-r crössnete die Versammlung und gab Herrn Bebel das Wort zu einem Vortrag. Dieser setzre der Versammlung zunächst den Zweck und Nutzen der Gewerkschaft auseinander. Ohne Organisation sei ein Erreichen der anfgestellten Forderungen unmöglich. Er unter- zog dann die ausgestellten Forderungen selbst einer genauen Kritik. Die geforderte Regelung der ArbeilszeU von Morgens 6 bis Abends Uhr sei eine sehr bescheidene Forderung, ebenso die Forderung einer 26—25 prozeuligen Lohnerhöhung, da Miethe und alle andern nothwendigcn Lebensbedstrsiiisse»och um weit höhere Beträge in den letzten Jahren gestiegen seien und täglich sich noch mehr steigerten. Die Frage, ob die Unternehmer diese Forderungen ohne Anstand bewillige» könnten, sei ebenfalls zu bejahen. Si-d>„ee steflw genaue Kostende. rechnuug darüber aus, was das tausend Zieger t-«. Unternehmer r stet und was er dafür bekommt, wobei sich ein sehr bedeutender f;ir den Unternehmer ergab. Letztere hätten in der jüngsten Zeit,»> Folge der gesteigerten Nachfrage na» Ziegeln, bereits die Preise erheblich er- höht und es sei eine bekannte Thatsache, da» zum Frühjahr die Preise der Ziegel noch um 3—4 Thlr per Tausend höher werden sollten. Da könnlen die Arbeitnehmer die Arbeitslöhne um zirka lss, Thlr., was die gesorderte Lohnerhöhung ausmache, sehr gut bezahlen und be- hielten dabei immer noch einen bedeutendeii Extraprofit. Redner schlage vor, dem Komitee, welches die heutige Versamm- lu»g einberufen, Vollmacht zu gebe», sich durch Vertreter der enlsernter gelegenen Ziegelscheunen zu verstärken, ein Statut für eine Ge- Werksgenossenschaft und einen Loh nlaris auszuarbeiten und beides einer nächste» versammlnug zur Geiiehmigung vorzulegen. Die Versanim.ung gab durch allgememsten Beifall ihre Zustimmung zu erkennen. Herr Muth ermahnte oie Arbeiter zur Ausdauer und empfahl ihnen las Lesen deS„Volksstaat", auf welche Empfehlung hin sich 18 neue Abonnenten einzeichnen ließe». Nachdem die An- träge des Vortragenden angenommen waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung.— StLruiigsversnche, die durch Angestellte der Priiizipale veranlaßt wurden, fanden ein schnelles Ende dadurch, daß die Betressendeu vor der allgemein ausbrechende» Eiltrüstung eiligst das Local verließe». Zwei Maßregelnngen hat die Versammlung bereits zur Folge gehabt. Der Vorsitzende Herr Fritzsche wurde nächsten Tages(Montag früh) durch seinen Arbeitgeber, den Ziegelei- besiyer August Florstädt in Kleinzschocher, aus der Arbeit entlassen, doch hat er an einer andern Stelle wieder Arbeit erhallen. In Lindenau ist gleichfalls ein Ziegelarbeiter gemaßregelt worden.'*) Unser Geldprotzeuthum öffnet durch sein brulales Auftreten selber den beilern die Augen. EhtMNiy. Nachtrag zur Landesversammlung. Der auf letzlere folgende Tage vereinigt« im Appollosaal 4— 5666 Mensche» zu einer Volksversammlung. Als Mottet er in smiem Referat über„die Maßregelungen auf Grund des Vereins- und Versammlungs- gesetzes", seiner vorher angelündigten Tispositio» gemäß, welche die Entstehung, die Thätigkeit und das Endziel der Gewcrks-Genossen- schaften ins Ange zu fassen beabsichtigte, seine Darlegung kaum be- gönnen hatte, wurde er von dem überwachendem Polizer-Commissarius irnt der Bemerkung unterbrochen, daß er sich sireng an die Tagesord- nung halte» müsse. Dies hinderte jedoch Moteller nicht daran, sei» Referat in der beabsichtigten Weise durchznsühren. Später wurde noch Walster von dem Polizcikommissarins unterbrochen, der dann von dem Redner unter lebhafter Heiterkeit der Zuhörer als lebendiges Erempel der modischen Maßregelungs-Polittk der Versammlung prä- sentirt ward.— Die»achfolgende Resolution wurde von der großen Versammlung einmüthig angenommen. „In Ewägung, daß das Vereins- und Versammlungsrecht das wesentUchste Mittel ist, die Meinungen auszutauschen, die Umgestal- tung der politischen und sozialen Zustände aus friedliche und gesetz- liche Weise anzubahnen; In Erwägung, daß durch die oben bezeichneten Maßregelungen und Unterdrückunge», welche durch die sogenannte liberale Presse und die sogenannte liberale Partei direkt und indirekt gebilligt worden, daS wichtigste Recht des arbeitenden Volkes, das Vereins- und Ver- sammlungsrecht, nahezu illusorisch geworden; In Erwägung, daß eine solche Verkümmerung des offenen, freien Meinungstausches der Massen diese erbittern und schließlich zu ge- waltsamen Schritten führen muß; Erklärt die Versammlung: Daß die Verantwortuug für die Folge», welche aus diesem den Arbeitern feindseligen Gebahren der Herr- schenoen Gewalten entspringen, einzig und allein auf diese fällt" Mit einem tausendstimmigen Hoch aus die Sozialdcmokratte ging die Versammlung auseinander. ') Nichtswisser. ") Man meldet uns von einer dritten Maßregeln ng. Nur zu! ' R. d. V. Gotha, 16. Januar. Gestern Abend wurde hier eine von einigen Hundert Arbeitern besuchte Volksversammlung abgehalten. Es wurde der abschlägliche Bescheid auf die Petilion wegen Aufhebung des Impfzwangs bekannt gemacht. Als fernerer Gegenstand der Tagesord- nung war die Wohuungsnolh ausgestellt. Nachdem Vockerodt reserirt und Sauerteig sich an der Debatte betheiligt, wurde der von Letzterem eingebrachte Antrag, dahin gehend, vom Staat 56,660 Thlr. zu vetlangen, um Arbeiterwohnungen zu bauen, angenommen. Sauerteig sprach sich dahin aus, daß, wenn der Staat Geld ge- habt habe, der untergegangenen hiesigen Aktiengesellschaft für Bau- wesen 26,666 Thlr. zu verwilligen, wovon 14,666 Thlr. zur Auszahlung gekommen und für den Staat verloren gegangen seien, ferner einige Hundert- lausend zuin Bau eines Museums und 56,666 Thlr. zum Bau einer Wasserleitung zu geben, dann könne der Arbeiter die StaatShülfe auch für das Nothwendigste, was er brauche, nämlich Wohnungen, in Anspruch nehmen. Freilich könne man die Antwort schon voraussagen; allein die Arbeiter sähen dann, wie eS mit der uationalliberalen Freund- schaft stehe. In der vorhergehenden Versainmlung halte nämlich der Schuh- inacher Hirschfeld zur Gründung eines Arbeiter-Vereins anfgesordert, um in demselben die Wohnungsfrage zu lösen, auch soll er einen Biedermani! gesunde» haben, der 6666 Thlr. zu Arbeiterwohnungen zeichnen will; in dieser Versammlung ließ sich Herr Hirschseld gar nicht sehen; er geht blos mit den Ausbeutern Hand in Hand, nie mit den Arbeitern. Cassel, den15.Jail. Die heutige Arbeiter-Versammlung war sehr gut besucht und ist ganz»ach uiiserm Wunsche verlausen. S ch eil sprach über die Internationale Arbeiterassoziation so tressend, daß selbst die Schweitzerlinge, welche sich in bekannter Weise des Bureaus be- mächtigt halte», ihm beistimmen mußten. Frohme, den sie sich verschrieben hatten, um uns„todt zu machen," erging sich, in Er- manglung von Gründen, in den üblichen gedaukenlosen Phrasen und pöbelhaften Schinipsworten, was die ungünstigste Wirkung aus die Mehrzahl der Anwesenden hervorbrachte, und zuletzt komiteu sich die Schweitzerlinge nur dadurch reiten, daß sie dlejV-rsauimlung schließen mußten. �Weiterer Bericht folgt— für heute nur noch so viel, daß sich die Schweitzerlinge hier bei allen, nicht vollständig fanatisirtm Arbeitern unmöglich gemacht, wir aber einen givßeii moralischen Sieg erfochten haben. Peuig. Zum Haftpflichtgesetz. Kinderarbeit. Inder hiesigen Papierfabrik verbrannte sich Mitte Dezember der Arbeiter K retzs chmar(er ist Familienvater), als er ei» Vultig füllen wollte; er mußte auf ein Verdeck treten, dasselbe war gewöhnlich au- geschraubt; nun hatte man an dem Verdeck gebaut, es jedoch nicht wieder angeschraubt, was Kretzichmae nicht wissen konnte— das Verdeck schob sich weg und der Unglückliche fiel d:S an die Knie in den kochen- den Sprudel. Ob Krctzschmar wieder arbeitsfähig ivird, bezweifle ich. Nim war das allgemeine Gerede, der Lohn des Verunglückte» ginge fort, weil ohne sein Verlchulden das Unglück pajsirt sei. Vier Parteige- nossen begaben sich in die Wohnung des Unglückliche», das Resultat unserer Rachforschung wir: die Papiermühle stellt 2 Krankenwärter, giebt auch Heilungsmittel, aber»eu vollen Lohn bekommt er nicht Er sagte uns, daß ihm wöchentlich ein Thal er fehle. Rtehr konitlen wir vom Kranken, da er im Fneber war, nicht herausbekommen. Noch sei bemerkt, daß in jener Fabrik Tag und Nacht, Woche wie Sonntag gearbeitet wild! Vetreffi derKinderarbeit mnßich konsiatiren.daß ich einen Knaben von 9 Iahren und mehrere von 16 und IIJahren kenne, die in hie- sigen Fabnken arbeiten. Oie Kinder haben wöcheittlich 12 Stunden, sage wöch entlich zwölf Stunden, Schul e. Von Schulgeld sind di« Kinder frei. Ich kenne Wittwen, welche 4 Kinder(nmer 14 Jahren) in der Fabril Haben, sür jedes Kino;etzt es 7'/, N gr. die Woche; es giebt Wittwen, die nur Webeit für die Kinder, aber nicht sür sich bekommen. So viel ich weiß, sind der Bürgermeister und der Polizeidiener in Fabriken gewesen, bis jetzt aber ohne Erfolg. Als im Jahre 1876 ber König nach Peilig kam, nahm inaii zur Aus- schmückuilg der Stadt 156 Thaler aus der Stadikasse, ohuezu fragen: Habeil wir brodlose Waisen unter uns? Ich muß elwähneu, daß wir uils unter den A r bei tern Gegnerzngezoge» haben wegen unsers Verlangens des Verbots der Kinderarbeit; namentlich sind es die Drucker, welche glauben, wenn die Kinder eutlassen würden, müßte» sie die Höher» Löhne aus ihrer Tasch: zahlen. Organisation haben h 6 h ere'& tfiie1' 1 loi'vDtlt sich helfen. Der Fabrikant müßte .. �Als die tliltelsnchuiig oer Kindeiarbeit losging, schoben die n-nbelkailten dte Wchuld aus die„.„r,.«.LX e.- ihren Arbeitern; anstatt daß sich letztere i«'i�..„, verbinden iollten sielen sie ab und kämpfen......... Unwissenheit und Blut. anM Augsburg, 15. Jan. Parteigenossen! Der hiesige Veru»..�,, mann Fr. Knöll er wurde infolge seines Austreten» sür die Albeiter.aqr ans seiner Arbeit enttassen, ohne eine andere Arbeit erhalten zu töttnenl; derselbe ist nun schon sieben Woche n ohne Arbeil und Verdienst. Da nun Knöller wegen seines Wirkens iitr die Arbeilersache au seiner Extileuz schwer geschädigt wurde, so ist es auch Pflicht ber Arbeiter, denjelbeu schadlos zu hallen, bis er wtebec lbhuende Arbeit findet, da er zudein Familienvater ist. Vbn den hiesigen Parteigenossen wurde» folgende Mitglieder ersucht, diese Angel-ge.ihett zu regeln: I. Endres, Dötterlein, Halberen und Hüning sen. Arbeiter, lhui Eure Schuldigkeit! I. A. I. Euder». Fürth. Wir mache.t alle Parl-igenossm auf das„Fürt her de- inokratischeWochenblatt," redigirl von An ton Memmmtilger, aufmerksam. Das Blatt gehört der sozialtemolratischen Richtung an, bringt politische Rundschau, Origiaal-Artlkel, saihnsche Beleuchtung vieler gemeiiischädlicher Justitule und P-rsoueu. ES hat sich jeitsemem kurzem Bestehen hier und in Nürnberg bereits einen Leserkreis von nahezu 1666 Abo.menleli errungen. Das Atonnemeut aus der Post kostet 6'/, Ngr. Es wird das Blatt gewiß jedem der Leser Besrie- digung biete. i, ben.i„Wer Vieles bringt, wird Jedem etwaS bringen." Pausa, 8. Januar. Sächsische Wirthschasi. Die hiesigen Mitglieoer des AUg. dentscheii ArbeitervereiiiS haben eine Gewerkschaft geguindel und auch die Ausnah meAw eidlich er Arbeiterinnen beschlossen. DaS Gericht aber will die weiblichen Arbeiter gar nicht, männliche Arbeiter nur, wenn sie iu.nbestenS 26 Jahre alt sind, zu- lasse»; obendreiil erklärt das Gericht, das Statut sei vom Mi.listerium ves Innern zu geuehiiiigeu. ES ist eine Wirthschast in Sachsen zum Davoiilausen. Die Uujusriedeuheit der Arbeiter ist in Folge dieser kleinliche.t Nörgeleien sehr groß. PernSöorf bei Lichtensteiu. Der unterzeichnete Verein hat sich mit allen Beschlüssen der Landesversammluitg der sächsischen Sozial« demotraten eiiiveisla.iden erklärt. Mit sozial-deinokratische». Gruß der Arbeiter-Leseoerein z» Ber.lsdorf b. Lichtenstein. August Barth, Vorsteher. Breslau.„Breslau hat sich>u Bezug aus Wohlstand vermehrt". Man höre: Die Leute, die ein jährliches Einkommen von 46—52,666 Thlr. haben, haben sich um vier, die ein solche« von 52— 64, 666 Thlr. haben, »m eine, die ein Einkommen von 64—36,666 Thlr. erzielen, um zwei, die mit einem solchen von 86— 166,660 Thlr. um eine Verson ver- ehrt. In de» Sreuerstufe von 126—246,666 Thlr. ist eine, in der von 246,666 Thlr. und darüber sind zwei Personen mehr geworden. Um wie viele Tausende dagegen sich die Zahl Lerer vermehrt hat, welche weniger als 266 Thlr. Einkommen haben, davonschweigen die Zeitungen wohlweislich. Sie erzählen wohl, daß der Armeelieferant Schottländer von hier durch den Krieg einige Millionen verdient hat, denken aber nicht daran, vah dieselben ans den Stenergroschen von Millionen„llnterthanen" bestehen, welche dazu verdammt waren, dem Staate die Mittel zu veeschassen, daß er einen Krieg führe» kann, durch welchen Armeelieferante» Millionäre wurden. Reutlingen Aus der Fabrik des Herr» Adolf Kurz. Ali Letz- lerer jüngst in die Fabrik zur Vesperzeit kai» und ein Glas Bier da- stehen sah, de.» einem Mädchen gehörte, nahm er das Glas und sch ü l- tele es aus.— Die Mädchen, welche dort 36—38 kr. pro Tag verdienen und eine Lohnerhöhung verlangten, mußten sür Bewilligung derselben aus die 26 Minuten Vesperzeit verzichten.— Nach der Fabrikordnung daselbst müsse» die Accordarbeiter 56 sl. vom Lohne bei ihm stehen lassen, damit sie nicht ohne seine Genehmigung weg- gehen können, auch müssen sie 6 Woche n vorher kündigen und dars nur je Einer an einem Zahltage kündigen. Und das Alles lassen sich die Arbeiter gefallen! Die falißte Kraae auf dem Lausauner Briedens- und! Representation Rixus".(Ligue ,ur Vertretung der Arbeiter) verlesene rtveiheiiätnnfiy»;**\ Abtiandlunq über die„direkte Vertretung der Arbeiter rm Freiheitskongretz*). (Fortsetzung.) Abbandlung Parlame nt und die besten Mittel, dieselbe herbeizuführen. Herr da sie politische Rechte �,-..___ � ßA Latham legte es den Arbeitern ans Herz, jetzt, da sie politische Rechte Der ernzlge Sprecher, wie schon bemerkt, der sich über die bevorstehende Einführung der geheimen Abstim- das Niveau der geschwollenen Phrase,� oder des plattesten Dilet-~ �"•••» tantismus erhob, war Hr. Sonneinann. Derselbe fertigte die Lemoine'schen Faseleien,„die weder durch die Geschichte, noch die Erfahrung(die Wissenschaft hätte er sagen sollen) eine Berechtigung" haben, mit verdienter Kürze ab, und sprach so- fort den Satz aus, daß».das Eigenthum" kein„Prinzip" und auch kein„Recht" ist, sondern„eine menschliche Institution, die im Lauke der Zeit vielfache Veränderungen erfahren hat, und voraussichtlich noch sehr viele erfahren wird." In diesem Satz liegt das Zugeständniß, daß die heutige Form des Eigenthums eine vorübergehende ist. daß ihr der Charakter der „Ewigkeit" eben so wenig ankleben kann, wie jeder anderen menschlichen Institution, daß sie, im Gegentheil, verschwinden muß, sobald die gesellschaftlichen Zustände, deren Ausdruck und Produkt sie ist, durch die unablässig fortschreitende menschliche Entwicklung beseitigt worden sind. Als Ausdruck der gesell- schaftlichen Zustände ist das Eigenthum demselben Wechsel, den- selben Veränderungen unterworfen, wie die gesellschaftlichen Zustände selbst. Das Eigenthum des Mittelalters war nicht das Eigenthum des Alterthums; das Eigcnthum der Ge- genwart ist nicht das Eigenthum der Vergangenheit, und dao Eigenthum der Zukunft wird nicht das Eigenthum der Gegen wart sein. Wir stimmen deshalb ganz mit Hrn. Sonnemann über- ein, wenn er sagt,„beide Haupt-Formen desEigenlhums(das individuelle und das Kollektiv- Eigenthum) könnten berechtigt sein." Jede Produktionsweise, jede gesellschaftliche Kulturstufe schafft sich'die ihr Entsprechende Form des Eigenthums, und diese ist, weil aus den Verhältnissen hervorgegangen und ihnen entsprechend, auch„berechtigt." Nicht minder müssen wir mit der Bemerkung des Hm Sonnemann übereinstimmen, daß sich in der Regel„bei Völ- kern mit geringer Eivilisation, ein Bestreben nach Ausdeh nung des individuellen Eigenthums" erkennen läßt,„da gegen bei Völkern, welche eine hohe Entwickelungsstufe erreicht chaben, eine Tendenz umgekehrter Art." Also eine Tendenz auf Aufhebung des individuellen Eigenthums, eine Tendenz. mit anderen Worten, das Prinzip deS Individualismus, daS heißt des Sonderinteresses, auch in Bezug auf des Eigenthum dem Prinzip des Kommunismus, das heißt des allgemeinen Inte resses, unterzuordnen. „Ein gewisser Besitz," fährt Hr. Sonnemannn fort,„wird allerdings immer von der Freiheit des Individuums untrennbar sein." Auch hiergegen haben wir nichts einzuwenden; ist doch eine derHauplanklazen, welche die Sozialdemokratie gegen die Bourgeoisgesellschaft erhebt, daß dieselbe der ungeheuren Mehrzahl des Volks„einen gewissen Besitz, der von der Frei heit des Individuums untrennbar ist", unmöglich macht. Freilich, was versteht Herr Sonnemann unter einem„ge wissen Besitz"? Der uns vorliegende Bericht gibt keine ge naue Auskunft; indeß müssen wir doch, bei den gesunden Au sichten, die Herr Sonnemann über das Eigenthum ausgesprochen hat, annehmen, daß er trotz des sehr unbestimmten Wortes „gewiß" unter„gewissem Besitz" etwas Bestimmtes versteht und aus dem Beisatz, daß dieser„gewisse Besitz" von der in dividuellen Freiheit untrennbar ist, müssen svtgern, dag Herr Sonnemann, der als Demotra��»relh ert eines zeden Staatsbürgers will, au»«laalsbürgerden„von der Freiheit untre»"�'en"„gewlssenBesltz� will. Da nun aber die�pirnttjlsscb-Wvduktionsweisedarauf hinausläuft, die arbeiten 0enMasi-"sumVortheilderarbcitenlassendenMinorität besitzlos zu inachen, so müssen wir weiter folgern, daßHerrSonnemann ein priu zipieller Gegner der kapitalistischen Produktionsweise ist und theoretisch sich auf dem Boden des Sozialismus,(Kollekiivis mus oder Koinmunismus) befindet, dessen Ziel es ist, Jedem „einen gewissen Besitz" zu sichern, und zwar den vollen Ertrag seiner Arbeit, der ihm heut von den Herren Kapitalisten vor dem Mund wegstipiyt wird. Daß dieser Schluß ein voll kommen berechtigter ist, erhellt auch aus der bereits zitirten Aeußerung des Herrn Sonnemann, daß sich bei Völkern, wel- che eine hohe Entwicklungsstufe erreicht haben, eine Tendenz znm Kollekliv-Eigenthum zeige. Auf eine niedere Eni- Wicklungsstufe wird er uns doch nicht zurückdrängen wollen Der etwaige Einwand, Kollektiv-Eigenthum und„ein gewisser Besitz" für Jedermann seien zwei Verschiedene Dinge, kann na- türlich nicht ernsthaft in Betracht kommen, denn in der sozialistisch organisirten Gesellschaft fällt Beides zusammen: Die Arbeits- instrumente gehören Allen gemeinsam— der Ertrag seiner Ar beit gehört d>.m Ein zelnen. Tefinircn wir das näher! (Fortsetzung folgt.) mung die Anwendung derselben schützen würde, sich zu vereinigeu. um direkte Vertreter ihrer Klasse ins Parlament zu wählen. Nach einer leahaften Diskussion nahm der Kongreß den nachstehenden An- trag des Herrn Walton an: „D:ß dieser Kongreß jrerrn Lathaiws Abhandlung akceptirt und hiermit seine feste Ueberzengung ausdrückt, daß die großen Interessen der Arbeit im Parlament direkt durch Arbeiter vertreten werden sollten, die am besten qnalifizirt sind, um den Bedürfnissen und Wünschen der Arbeiterklasse Ausdruck zu geben, damit die Interessen der Arbeit im Hanse der Gemeinen dieselbe Beachtunz wie alle anderen dort repräsent'rten Interessen finden mögen; und die Mitglieder dieses Kon- gresses verpflichten sich hiermit, den verschiedenen Gesellschaften die Der Vierte JahreS-Longress der Englische» Gewerkschaften fand dieses Jahr in Nottingham statt. Er wurde eröffnet Montag den 8. d. und dauerte die ganze Woche hindurch. Ueber hundert Delegirte waren anwesend. Nach Prüfung der Vollmachren wurden aber nur 70 Delegirte für stimmberechtigt erklärt, welche 8 Gewerk- schasisräthe und 43 Bezilksorganisationen mit zusammen übS,7lOMit- gliedern vertraten. Den übrigen Anwesenden, unter denen sich der bekannte Fabrikant Mundella, und Mr. Northrop, Superintendent des Ausschusses für den öffentlichen Unterricht von Maßachusetts befanden, wurde nur ausnahmsweise erlaubt, den Verhandlungen beizuwohnen, da man einstimmig der Meinung war, daß ein Gewertschaflskongreß nur aus den regelrecht erwählten Vertretern von Gewerkscha-ten bestehe» sollte, und jedes fremdartige Element ferti zu halten sei. Zum Borsitzew den wurde George Potter. Redakteur des„Beehive", es Englischen Gewe>kschaftsoraans, gewählt. Gleich nach Eröfsnung der Verhandlungen verlas der Sekretär einen Brief von„Emma Smith, Hülfssckretärin eines Arbeiter-Vereins", zu Gunsten der Bildung von Gewerkvereinen für Franc». Nachdem George Potter's Antrag, die Schlichtung von Gewerkstreiiig- keilen Sühne- und Schiedsgerichten zu überweisen,(dw beiläufig mit den Mar Hirsch'schen Einigungsämtern nicht das Mindeste gemern haben, und von denen wir später reden werden) angenommen worden, »erlas Herr Word aus Manchester eine Abhandlung über die„Her- absetzung der Arbeitsstunden", an welche Herr Hicking,' der Sekretär des Kongresses, eine Resolution zu Gunsten einer Herabsetzung der Arbeitszeit im ganzen Lande und in jeder Piofession knüpfte. Dieselbe würde, so heißt es darin, der Nation im Ganzen sich als heilsam erweisen, indem sie die Sache der Volksbildung für- dm, und dadurch, daß sie gewissermaßen der Arbeitslosigkeit steuert, die Stcuerlan ermäßigen und den Pauperismus ein Verbrechen werden lassen. Die Resolution wurde angenommen. Viel Interesse erregie u. a. eine von Herrn Latham, dein Präsidenten der Londoner ,. Labour *) S. No. 85 und 86 des„Volsksstaat" vom vorigen Jahr. Nothwendigkeit an« Herz zu legen, bei der nächsten Wahl so viel Ar- beiter als möglich zu wählen" Nach einer lebhaften Debatte über die Haftpflichtfrage, wurde folgender Haftpslicht-Gesetzentwurf angenommen: „l) Wenn ein Arbeiter oder Bediensteter dadurch oder in Folge dessen verunglückt, daß sein Arbeitgeber oder Meisler es vernachlässigt hat, an de, Stätte der Arbeit alle diejenigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen, welche die Sicherheit der Arbeitenden erfordert, so soll dieser Arbeiter oder Bedienstete berechtigt sein, gerichtlich vollen Ersatz für den ihm erwachsen, u Schaden zu beanspruchen und einzuklagen Wenn ein Arbeitgeber oder Meister eine Person oder Personen anstellt, oder deren Anstellung billigt, welche die Arbeiter bei ihicr Arbeit anzuweisen oder zu leiten haben, und wenn durch die Nachlässigkeit oder Fehler dieser Person oder Personen irgend ein unter chrer Leitung stehender Arbeiter oder Bediensteier verunglückt, so soll derselbe berechtigt sein, von dem betresscnden Arbeitgiber oder Meister gerichtlich vollen Ersatz für den ihm erwachsenen Schaben zu beanspruchen und einzukiagen, gerade so als ob der Arbeitg der oder Meister selbst die Nachlässigkeit oder den Fehler begangen hätte; und in sedem Fall, wo erwiesener- maßeir einer solchen Person oder solchen Personen die Vollmacht, Ar- beiter anzuweisen oder zu leiten gegeben worden ist, sollen diese Per- sonen nicht als Kollegen deS beschäoigten Arbeiters oder Bediensteten betrachtet werden, sondern als Stellvertreter des Arbeitgebers oder Meisters jedoch immer vo ausgesetzt, daß die Klage wegen des erlittnen Schadens binnen Jahressrist, vom Tag der Verunglückimg an gerechnet, finge leitet wird. v, „2) Wenn der Tod eines Arbeiters oder Bediensteten durch irgend eine sehlcrhasteHandlung oder Bernachlässizung herbeigeführt wird. welche, falls der Tod nicht erfolgt wäre, den betressenden Arbeiter oder Bediensteten zu einer Enischädigungsklage auf Grund dieses�GeseyeS berechtigt hätte, soll die Person, welch- m diesem Fall zum Schaden- ersatz verpflichtet gewesen wäre, den hiiiterlassenen Erben gegenüber zum Schadenersatz verpflichtet sein. „3) Dieses Gesetz soll außer für England und Wales, auch sür Schottland und Irland Krait haben." Dieser Entwurf hat für die Deutschen Arbeiter eilt besouderes Interesse, und werden wir deßhalb über die bezüglichen Debatten in einer spateren Nummer des„Volksstaat" eingehend berichten. (Fortsetzung folgt.) Kosten bestraft worden, weil sie nach der Auflösung ni-�t sofort das Lokal verlassen hätten, odschon die Räumung desselben nach der Auf- lösung keine ö Minuten in Anspruch genomi-m hat. Schmidt wurde andern Tags verhaftet und ist nun wecrn Widerstand gegen die Staatsgewalt zu 40 Wochen und Schupp zu 9 Wochen verurtheilt worden und zwar weil Stellvertreter Hossmann bezeugt hatte, daß beide geäußert hätten, die Verfügung des Bürgermeisters sei null �uiid nichtig, und weiter aufgefordert hatten, das Lokal nach der Auflösung der Versammlung nicht zu verlassen. Sämmtliche Thcilnehmer der Versammlung, sowie auch die Gens- darmen wissen von dieser Aeußerung nichts. Schupp hatte 20 Eni- lastungszeugen vorgeschlageil, dieselbeii sindgar nich t geladen worden, auch wurde ihm ein Ossicialaitwalt ab geschlagen mit dem Bemerken, die Sache sei ganz einfach! Die Verurtheilung hat in der ganzen Bevölkerung Aussehen er- regt und die�Leute zum Nachdenken gebracht, nurbeidcnLiberalen ist große Freude über die Verurtheilung wirklich freier Männer, und isi denselben die Strafe noch viel zu gering. Das Volk wird doch endlich eiusehen, von welchen Gesinnungslumpen es betrogen wird. Der Haupt z euge, BurgermcisterstellvertreterH osm a n n,:1843er Demokrat, hat sich aber hierbei wieder ärgste Reaktionär benommen. Neber diesen Mav.n ließe sich vieles sagen, wenn wir Preßfreiheit hätten, doch er wird schon mit der Zeit seinen Richter finden.— Schließlich eitlen Akt der Rohhcir hiesiger Polizei: Vor wenigen Wochen hatte sich ein alter armer Mann ans dem Kreise Biedenkopf hier betrunken und konnte kein Nachtlogis finden, so daß er schließlich auf der Straß- lag. Zwei Polizisten brachten ihn ins Gefängniß, mißhandelten ihn aber ans dem ganzen Weg, sodaß aus das Weinen und Hlllferusen des Unglücklichen die Bürgerschaft mit Drohungen einschreiten mußte! Ist dies auch„gesetzlich?" Die liiesigen Parteigenosien. Zur Verurtheilung unserer Herborner Parteigenossen. Hcrborn, den 14. Januar. Gegen unseren Parteigenossen W. Schmidt wurde bekanntlich die Fortsetzung der Haft erkannt, und zwar auf Antrag der Staatsanwaltschaft, Zveil nach deren Ansicht die Partei bedeutende Geldmittel besitzt und Schmidt dadurch zur Flucht verholfen würde. Wir hatten uns deshalb an die Straf- kainmer zu Dillenburg gewandt, um fürSchmidtEaution zu leiste». welche ein hiesiger Einwohner aber nicht Parteigenosse für Schmidt zu stellen sich erbat. Antwort wurde uns hieraus nicht, sondern Schinidt erhielt eine Verfügung, wonach die von hier angebotene Kaution abgeschlagen wurde, mit der Motivirung, daß er aus eig e- n c n Mitteln Kaution leisten müsse und solche von einem Andern nicht angenommen würde. Wie man hört, soll das Gericht von der Ansicht ausgegangen sein t-!.!partei bestelle dlesc Kaution, lolch könne man iiy-d'-'•■■wmen. Hier scheint sich die Phrase zu bewahren. ra<.:�x> Necht sür Alle." Schmidt ist deßhalb genöthigt, seine Haft anzutreten, sindcm er sonst die 40 Tage in Dillenburg nutzlos sitzen kann, bis über die Appellation entschieden.— Gegen die 14 Tage Haft, wegen der Wetzlarer Geschichte, hat Schmidt die Appellation angezeigt. Ebenso hat Schupp wegen seiner Verurtheilung Berufung gegen das Erkenntniß eingelegt. Nachträglich noch ein Wort über iiusere Part e izu sländ e und die Gcrlchtsverhandlnng vor der Strafkammer zu Dillenburg. Am 9. November v. I. lud unserVertrauensmann die Mitglieder der Partri zu einer geselligen Zusaininenkuiist beim Wirth Kureck ein. Wie wir un« dorthin begaben, patrouillirte ein Gensdarm vor dem Hause und 2 Gensdarmen saßen im unteren Wirthszimmer. Dies genirte uns jedoch nicht, sondern wir begaben uns ins obere Wirthsämmer. Nach ohngesähr einer halben Stunde erschien der Kgl. Amtsverwalter Regicrungsassessor v. Metze» mit einem Gensdarm und erklärte sofort die Bersanimlung für au fg el ö st, w»- gegen wir protestirten. Wir mußten also das Lokal räumen, und durften auch nicht in das untere Wirthszimmer gehen, wehhalb wir sammt und sonders in ein anderes Wirthshaus gingen. Die Poli- zei hielt nun die Wirth chaft bei K reck besetzt und durfte den ganzen Abend Niemand mehr hinein, ja sogar die übrigen Gäste im unteren Zimmer mußten das Lokal verlassen. Schmidt war nun angeklagt, in der Wirthschaft bei Kureck eine Versammlung gehalten und nach- her in derWii thschast bei Wissendach sortgejetzt und Rede» gehalten zu haben. In der Gerichtsverhandlung erklärte nun Herr Amtmann v. Metze» ans die Frage, warum er die Versammlung aufgelöst:„Weil solche nicht angeweldet gewesen." Auf die Frage, ob denn eine Versamm- lung gewesen sei,„das wisse er nicht, er glaube aber, gehört zu habe», daß gesprochen worden sei." Schließlich bemerkte ihm der Richter, die Verzammlung könne ja auch vertagt worden sein, und ob er deßhalb die gpzetzliche Frist abgewartet habe? Worauf jener gar nichts zu erwidern wußte. Die Enllastungszeugen sür Schmidt wiesen aber nach, daß kei ne Versammlung geweleii,weßhalb auch derStaats- anwalt diesen Punkt fallen ließ. Trotzdem sind aber die beiden W i r t h e durch hiesiges Amtsgericht mit je 5 Thlr. 10 Ngr. bestraft worden. Man sucht es dahin zu bringen, daß wir kein Lokal mehr bekommen. Durch das Dekret der hiesigen Büigermesisierei über die Auflö- ung unserer hiesigen Parteimttgliedschaft, sah sich Schmidt veranlaßt. ans den 20. Nov. v. I. eine öffentliche Versammlung zu berufen mit der Tagesordnung:„das Vereins und Versammlungsrecht." Die Ver- sammlung war vorschriftsmäßig angemeldet und auch die Bescheinig ung über die Anmeldung war in unseren Händen, die Ver- faininliing war aber schlecht besucht, weil uns das hiesige Kreisblatt keine Annonce mehr ausnehmen durfte, und es uns auch an Plakaten fehlte, weßhalb nur Wenige etwas von dieser Sache wußten. Vor Beginn der Verlammlung erschien als Stellvertreter der Polizei, der Bürgerineistcrstellvertreter Hoffmann nebst 2 Gens- bannen und einem Polizeiviener. In der Versammlung wies Schmidt auf Giund des Vereins- und Versaminlungsrechts nach, daß die An- »cht der Bürgermeisterei eine irrige sei, indcnl wir hier teinen Lokal- verein bildeten, sondern nurMitglieder einer großenParteiscien und dadurch die Auiiatiuna derBüraenimsimi auf uns niibt nnnemendet inerden fnnnr die Auffassung derBürgermcisterei aufuns nicht angewendet werden könne. Parteigenosse Schupp forderte schti.ßlich auf, �unserer Partei beizu- treten. Räch dieser Atlfsorberung frug dct Stellvertreter Hosmann den bei ihm sitzenden Gensdarmen, ob es jetzt Zeit sei, die V er- 'ammlnng auszulösen, was dieser natürlich bejahte, und eriolgtc auch sofort die Auflösung. Schulidt protestirle gegen die Auflösung und ersuchte schließlich später die Lcnte, das Lokal zu verlassen, was auch geschah. Stellvertreter Hossmann lief jedoch sofort weg mit der Mahnung an die Polizei:„Thun Sie Ihre Schuldigkeit!" und holte den Ämtsvrrwalter v. Megen, welcher bei seiner Ankunft natürlich Niemand mehr antraf. Es hatte jedoch vorher schon in der Absicht der Polizei gelegen, sämmtliche The>tnel>nier an dirser Beisammlung zu bestrafen, denn Amtmann v. Metze» hatte dem Polizeidieiier besohle», die Theilneh- mer bei ihrem Eintiitt auszuzelchnen, und was geschah? Jeder derselben ist mit 5 oder 6 Thaler, je nachdem er mißliebig war, und d,n Zur Abrechnung des Chemnitzer Strikekomitees. Z» unserm Bedauern sehen wir uns genöthigt, dem Komitee von der Mißstimnlling, die in der Partei über die unpünktliche Buchführung bezüglich der eingegangene Gelder herrscht, Kenntniß zu geben. Äußer den vielsachen bereits veröffentlichten Reklamationen geht uns heute noch eine aus Dresden zu von einem Parteigenossen, der.unter der Chiffre„von B. undP.", am II. Nov. lOTHlr. eingeschickt hat, ohne daß dieselben i» der Generalquittung vermerkt sind. Für Breslau. Allgemeine Arbeiter-Versauimlung. So»»tag den 28. d. M. Vormittags pnnlt 11 Uhr im CaS- p erke' scheu Eaale, Malthiasstraße 87. Tagesordnung: Wider- leguiig de» Vortrages des Hrn. Dr. Max Hirsch„Ueber Gewerk- Vereine." ES ist unabweisbare Pflicht jedes Parteigenossen, pünktlich zu erscheinen und seine Freunde und Bekannten mitzubringen. _ H. Oehme. Für Breslau. Tozialvcmukratische Arbeiter-Partei. Sonntag den 28. d. M. Nachmittags 5 Uhr gesellige Zu- sa minentunft mit Damen in Jentsch« Brauerei, Mar- garethengasse 7 parterrs. Die Parteigenossen mit ihren Frauen so- wie auch nie Herrn Sänger werde» um recht zahlreiche Betheiligung ersucht. Gäste sind gern gesehen._ H. O e h m e. Für Hauuover. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Sonnabend den 27. Ja», findet im Lokale des Herrn Bar tling, K nochenhanerstr. Nr. 59 punkt 8 Uhr Versammlung statt. Tages- ordnung: 1) Sozialpolitischer Wochenbericht. Referent Schmidt. 2) Fragekatten. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erforderlich. Gäste sind willkommen. Für Gotha. _ Der sozial-demokratische Arbeiter-Verein versammelt sich jeden Sonnabend Abend in der Reftauralion zum deutschen Vuudc, Brühl No. 3, mittlere Etage. Für Cöln. Dieieiitgen Abonnenten deS„Volksstaat", welche»och mit Zahlung im Ruckstande sind, werden ersucht, diese zu entrichten. 'Nene Abonnenten werden nur pranumeraullo postnumerando längsten» pro Monat. Die Filialerpedition. angenommen, Für Cölu. Oeffentltche Bcrsammlung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Sonntag, den 28. Januar Morgens halb 11 Uhr im Vereins- lokale bei Wisdorf, ThieboldSgasse 102. Tagesordnung: Die drückende Lage der hiesigen Arbeiter.— Die Thenrung der Lebensmittelpreise im Berhältniß zum Arbeitslohn. Zutritt für Jeden frei. I. A.: G. Heinrichs. Für Jägerndorf in Böhmen. Einladung zum Ball Rtonui'ulttiii-r'iiciivci'etiui in Jägerndorf. welcher am Januar d. I. Abends'/»8 Uhr im„Ilotcl Krone« stattfindet. Da«ir'alleS Mögliche aufbieten werden, was zu einer angeneh- wen Unterhaltung beitragen, kann, so ersuchen wir alle Arbeiter und Arbeitersreunde der Umgegend, uns iccht zahlreich zu beehren. Im Verein gelöste Karten 30 kr. und an der Kasse 40 kr. _ DaS Komitee. Für Meerane. Ich ersuche die Abonenten de»„VolkSstaat", die mir noch da« Abonnement des 4 Quartals schulden, binnen 8 Tagen dasselbe zu entrichten. Gleich>eitig bitte ich Diejenigen, die mit dem 1. 2. und Quartal noch im Rückstand sind, ebenfalls in 8 Tagen ihrerPflicht nachzukommen. Kasse ist nur an mich zu entrichten. _ 6. 0. Stolle. W-berstr. 27 F. ür Leipzig. Sozialdeiuotraeischer-Arbeiterverein Freitag, den 26. Jan. Abends 8 Uhr: geschlossene Mitglieder- Versammlung, im Saale der„goldnen Säge." Tagesordnung: Bericht des Kassirers und innere �ereinSangelegen- heilen.— Sozialpolitischer Wochenbericht. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Gäste haben keinen Zutritt._ Der Vorst and. Hin Kjolpartsur des„Bolkstaat" sür die Umgegeu» von Leipzig wird gesucht.— Näheres durch die Expedition de»„Volkstaat", Hohes Straße 4 Für Plagwitz, Lindenau,»nd Umgegend. Bei Herrn Wtichert No. 9 tn I'InsvU» befindet sich_____ Filialexpedition des„Volksstaat" eine und kann dort abonnirt, wie auch einzelne Nummern gekauft werden. Leipzig, 16. Jan. 1872. (6 W.) 1 Tie Erpedition des„Volksstaat" Notiz für die Filialexpeditionen. Der„VolkSstaat" wird von hier aus an die Tilia'eppeditio» anjzer- halb Sachsens regelmäßig jeden Ttenitag und Freitag Rachmit- tags zur P«st befördert, für Sachsen an selben Tage» Abends. Gegen verspätete Ablieferung Seitens»er Post ist energisch zu reklamiren. _ Die Expedition des„Bolkstaat". Leipzig: Verantw. Nedakleur A. Hepner(Redaktion u. Expedition Hohestr. 4.) Druck u. Verlag vo» F. Thiele. —