M II Mittwoch, den 7. Februar 187? E. scheint wöchentlich!i mal in Let»zt«. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen dei In- und Auslandes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, PeterSstraße IS, F.Thiele, Emilienstraß« 2. Erscheint wöchentlich 3 u in Leipzig. AbonuementSpreiS: Für Preußen incl. Stempel- steuer 16 Zt«., für die übrig« deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal. Kilialerpedttion für die Ber- einigten Staaten: ?. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soM-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationaten Gewerksgenojsenschasten. Unsere politisch Gemaszregelten. 8. D. Wir wollen den Parteigenossen hiermit dringend ans Herz legen, die politisch Gemaßregelten unserer Partei, und insbesondere deren Familien, nicht zu vergessen. Die Sozial- Demokratie hat die Ehre, die einzige Partei zu sein, deren Mitglieder von der Staatsgewalt gehetzt und verfolgt worden. Zeigen wir, daß wir dies- Ehre zu würdigen wisicn. Sorgen wir, daß die Männer, welche sür ihre und unsere U-berzeugung in meist viele Monate lang- Haft gehen oder schon sich darin befinden, die Gewißheit haben, daß die Partei ihrer gedenkt, und ihre Familien nicht dem Hunger und bittrer ilkoth preisgegeben sind. Verlangen wir von den geistig Begabteren unter uns, jdaß sie das in sie gelegte Pfund zum Besten der Partei verwenden und verwerthen, dann ist es unser Aller Pflicht und Schuldigkeit, wenn sie in diesem Kampf, ihrer Freiheit beraubt und in der Existenz geschädigt, ihre Familien Hülflos verlassen müssen, für sie einzutreten und zu sorgen Nicht Wenige sind es, denen dieses Loos bevorsteht, Berschie- dene, die es bereits betroffen hat. In Mittweida sitzt schon seit vollen 10 Wochen Partei- genösse Ufert in Untersuchung; auf wie lange noch?— das wissen nur die Götter und das Mittweidacr Gericht.— In Pirna sitzt seit einigen Wochen Parteigenosse Diltrich aus Schandau, Redakteur der„Nemesis". Drei Monat- Haft sind bei ihm bereits rechtskräftig geworden, 10 weitere Monate sind ihm zuerkannt.— In Her dorn sind unsere Parteigenossen Schmidt zu 10 Wochen, und Schupp zu 6� Wochen verurtheilt; e thierer befindet sich bereits im Gefängniß.—_ Am 1. Februar trat Lahlteich eine viermonatliche Haft in Hubertusburg an.— Carl Hirsch hat die Aussicht, wenn die letzte Instanz nicht zu seinen Gunsten entscheidet, 7 Monate über die Freuden und Leiden eines Rcvakteurs nachzudenken, derselbe ist ferner noch, mit Parteigenosse Im Hof in Erfurt, zu 1 Monat verurtheilt.— Was den Mitgliederndcs früheren B r au n s ch w e i g e r P a r t e i a u s s ch u ss e s bevorsteht, wenn die erhobene Appellation ohne Erfolg bleibt, ist aus den Prozeß- Verhandlungen bekannt. Bon Denjenigen der Genannten, die ihre Haft bereits angetreten, haben Dittrich aus Schandau, Schmidt aus Herborn und Bahlteich Familie. Hier ist also Hülfe am nothwendigsten. Die Andern wenigstens vor dem Genuß der traurigen Gcfängnißkost zu beschützen und ihnen manche andre kleine Bequemlichkeit zu verschaffen, ist daS Geringste, was wir thun müssen.— Außerdem ist die Redaktion des Parteiorgans in mehreren Preß-Prozessen zu 8(1 Thlrn. Strafe und in die Kosten, die vielleicht nahezu dieselbe Höhe erreichen, verur- theilt worden. Deckt auch daS Parteiorgan jetzt seine Kosten, — die Mittel reichen doch nicht aus, diese Strafen zu bezahlen; auch hier muß oie Partei solidarisch eintreten. Ein schweres Stück Pflicht ist es, was uns hier auser- legt wird, aber wir können und müssen sie erfüllen. Die Partei ist verpflichtet, zu zeigen, daß alle Verfolgungen und Schläge, statt ihren Muth zu brechen, sie nur zu neuer Thattraft, zu gesteigerter Opferwilligkeit entflammt. Die Partei hat in wenigen Wochen Tausende von Thalern für d'e Chemnitzer Maschinenbauer ausgebracht, verschiedene andere Ar- beitseinstellungen unterstützt, sie wird auch ihre Schuldigkeit thun hier, wo Wenige für uns Alle eingetreten sind und jetzt büßen müssen. Damit die Unterstützungen aber auch geregelt vor sich gehen, ist einheitliche Leitung nothwendig. Der Partei- ausschuß ist der Leiter der Partei; ihm sende man die Unter- stützungen zu unter Adresse: Theodor Aork. Kl. Schäfer- kamp 46 a., Hamburg. Kein Mann, kein Ort bleibe zurück, wo es gilt, eine Ehrenpflicht zu erfüllen! Politische Uebersicht. „Nicht überall sind die gefangenen deutschen Soldaten in Frankreich mit der Wildheit und kannibalischen Bosheit be- handelt worden, wie dies leider vielfach erwiesen ist." Zu diesem Roon'schcn Satz haben wir in Nr. b und 9 geeignete Illustrationen geliefert. Als weiteren Beitrag zu diesem Thema geht uns von einem vormaligen Krankenwärter des Mar- bürg er L azar eth s Folgendes zu: „Es war Ende November oder Anfang Dezember 1879, als eines Abends ein Transport französischer Gefangener, aus der Mitte Frankreichs kommend, Marburg(in Hessen) passirte, um weiter nach dem Norden befördert zu werden. Die Leute waren bei zieinlich gelindem Wetter von ihrer Abgangsstation abgefahren und vielleicht aus diesem Grunde, oder auch vielleicht wegen augenblicklichen Mangels an geschlossenen Waggons, in offnen Lowries verladen werden. Die Fahrt hatte bereits einen halben Tag und eine Nacht gedauert, als gegen Morgen plötzlich Regenwetter eintrat, welches bis Mittag an- hielt; binnen einer Stunde trat dann starker Frost ein. An diesem Abend war-s, wo jener Gesanoenentransport durch � Die Meldung, daß französische Kriegszefangene unterwegs er- Marburg ging. Die Kleidung war den Leuten buchstäblich froren sind, befand sich voriges Jahr in vielen„gutgesinnten" Blättern am Körper steif und fest gefroren. Sechs von diesen und ist unter den obeuerzähtten Umständen durchaus glaubwürdig. u»»>a«lich-» mußten,""'"£3�0 i"»>«. s„ d„ werden, un dortigen Reserve- Lazareth zur Erholung unterge-.j� dann und wann einen der vornehmen Wüstling« todt schlugen. bracht, um andern Tags wieder weiter befördert zu werden. � Doch das war Französische Selbsthilfe,„unsittlich." Jener Zug aber fuhr mit den übrigen Gefangnen weiter nord- wärts. „Wie man später erzählte, sollen noch einige von diesen Un- glücklichen unterwegs erfroren sein. Für die Wahrheit dieses Punktes kann Einsender jedoch nicht bürgen.*)— Jene Zurückgebliebenen konnten aber eingetretener Umstände halber nicht gleich weiter transportirt werden, sondern verblieben noch längere Zeit in dem betreffenden Lazareth, wo zwei von ihnen später am Typhus daniederlagen. „Zieht man in Betracht, daß das Fahren in offnen Lowries, wegen des beständigen Luftzugs über dem Kopf, schon im Sommer der Gesundheit schädlich sein muß, so ist eine solchl Behandlung, wie die oben beschrieben:, geradezu unverantwortlich.' Aus der Hauptstadt des„Reichs der Gottesfurcht und frommen Sitte" ertönt in der„Volkszeitung" Nr. 23 in Form eines„Eingesandt" eines schlichten„Hausherrn" ein Mahnruf an die lieben Berliner, so drastisch- vernichtender Art für den Tugenddünkel der„sittlichen" Nation, daß wir höchst erstaunt waren über die verwegene Ketzerei des genannten Blattei, solcher „Herabwürdigung alles dessen, was deutsch ist", seine Spalten zu öffnen. Man lese nur das„Eingesandt": „In gewissen Kreisen klagt man seit einiget Zeil so laut über die Unsicherheit auf den Straßen Berlins, über die Unverschämtheit der tlemi-wonlle. über Raubaufälle und andere unangenehme Abenteuer. Man ist entrüstet über die Erzählungen einzelner Erl.bnisse und man dringt laut und eifrig darauf, die Straßen Berlins durch Sicherheits- vatrouillen NachtS passirbar zu machen Wir'beklagen uns wieder über die anständig sein wollende Herrenwelt, welche Unsere Hansfrautil am lichte» Tage auf der«traste mit ihrer ZuSringlichkeit— oder„Ütebenswürdigkeu" genannt— ihm Frechpelt— oder„Ans» merksamkeil" genannt— aus Tritt und schritt vcrfolgcu, sie äugftigeu uud beleidigen. Wie oft tonimr meine Frau geängsttgt und abgejagt nach Hause und beklagt sich bitt.r über das freche und zudringltche Benehmen der Herrenwelt auf der Straße.— ES scheint, als wäre jegliche Ritterlichkeit aus der jetzige» Männerwelt gcwich n. denn selbst die Bitte einer Tame au einen uerüber- gchendcn Herrn, sie vor einem Zudringling oder Beleidiger in schul; zu nehme», wird in de» meisten Fällen mit Bedauern abgelehnt, und der edle Ritter entzieht sich eiligst seiner männlichen Ausgabe. Dies geschncht am lichten Tage. Abends ivagen sich nur die kühnsten Damen auf einc lurze Strecke aus die Straße, denn dann schwärmt die junge und alte Männerwelt wie Fliegm um die Damen herum— und je unschuldiger— je reizender der Fang. Und dieselbe Männerwelt verlangt von der Obrigkeit Schuß gegen die äsmi-moncie? Schub gegen eben diese Halbwelt, deren Erhalter UNS Ernährer sie selbst ist, ja noch mehr, deren Existenz nur von ihnen selber geschaffen wird, denn nur sie tragen die Schuld, wenn ei» von ihnen verfährtes Mädchen in» Elend nnd BerSerben stürzt. Freilich muß es „sehr unangenehm" sein, wenn man Abends mit seiner Frau Ge- mahlin am Ann aus einer Äesellschast nach Hause geht und von seinem Freudenmädchen, was man im Stiche gelassen r>at, begegnet und insnltirt wird! Mail ist„empört" über die„Frech- heit der berliner Frauenzimmer" und weiß doch recht gut, dag man elbst die größte Schuld trägt, und eS mir eine lleine Rache gegen da« ist, was man dem Mädchen angethan hat.— Also klagt nicht, ihr berliner Herrenwelt, ihr kragt euch denn selbst an und werdet ausgelacht! Doch um eins bitten wir ehrbare Bürger Berlins euch: seid etwas galanter gegen unsere Frauen, und laszt sie uns ans der Ztraszc hübsch in Friede» ihres Weges gehe»; sonst mui; man euch wahrhastig jegliche» Grad von Anstandsgefühl absprechen."— U»S scheint, daß dieses ungekünstelte„Eingesandt" eines einfachen Bürgers mehr Wahrheit und Weisheit enthält, als ein Dutzend Leitartikel der„Volkszeitung" und Genossinnen über das vorstehende Thema. So ungeschminkt haben noch Wenige dem„Volke der Denker", den Monopolisten des„An- kands" uno„Rechtszefühls", den Hauptpflegern des„Familien- sinns"— und wie die eingebildeten„ausschließlich deutschen Tugenden" alle heißen— ihr Konterfei gezeigt.— Zugleich liefert das„Eingesandt" einen köstlichen Kommentar für den von Lasker dem Berliner Bürgerthnm insinuirten Muth gegen die etwaigen Proklamirer einer Berliner Kommune.—**) Es bedarf übrigens kaum der Erwähnung, daß sich der Inhalt des „Eingesandt"(mit wenigen oder auch gar keinen Abänderungen) auf alle anoern größeren Städte Deutschlands anwenden läßt.— Da die protestan tische unv katholische Döllingerei nicht mehr ziehen will, hat der Er des„Kladderaratsch"(ge- stern Bonaparte, heut Bismarck) es für nöthig befunden, dem abgetriebenen Gaul höchst eigenhändig ein paar Reitpeitschen- hiebe zu versetzen.— Das Thier macht jetzt wieder krampf- hafte Kapriolen uud Er ist dem bewundernden Michel nicht bloß ein genialerer, sondern auch ei» liberalerer Staatsmann als je. Wie lange die Mähre sich noch auf den Beinen wird halten können, hängt von dem früheren oder späteren Erwachen der Denkkraft des„Denkervolts" ab,— was wir aber wiffen, ist, daß in der Zwischenzeit dem Pfaffenlhum ernstlich kein Haar gekrümmt und die Verdnmmung des Volkes systemati- scher denn je betrieben werden wird. Fabrikantenkoalition. Wie Berliner Blätter mittheilen, hat sich ein Berein der Maschinenfabriken-, Eisen- gießereicn- und Hüttenwerksbesitzer Deutschlands in einer in Berlin jüngst abgehaltenen Versammlung konstituirt. Es ivaren in derselben alle bedeutenden Plätze Deutschlands durch Deputirte vertreten. Zweck des Vereins ist gemeinsames Verhalten gegenüber der Arbeiterfrage und sind hierauf bezüz- liche Beschlüsse einstimmig gefaßt worden, namentlich auch der, daß bei einem Strike von keinem Mitgliede des Vereins Arbeiter eines andern Mitgliedes, welche striken, angenommen werden dürfen. Ferner haben sich die Mitglieder des Vereins gegenseitig verpflichtet, keinen Arbeiter anzunehmen, der nicht ein ordnungsgemäßes(!) Abgangs-Attest aufweisen kann."— Bedarf es danach noch eines Mahnrufs an die Arbeiter, sich zu organisiren? Znr Kinderarbeit tn den Fabriken. Aus Adorf werden uns einige Nummern oes in Plauen erjchei- »enden„Voigtländischen Anzeigers" zugeschickt, aus denen wir er- sehen, daß die Adorser Behörde in anerkennenswerther Weise das Ge< setz über die Kinderarbeit, gegenüber dem seitens vieler Fabrikanten getriebenen Mißbrauch ihrer tapilalistischen Privilegien, zur Gellung bringt. In Nr. 20 des genannten Blattes heißt es in einer Koree» spondenz„Von der oberen Elster": „Das sächs. Ministerium des Innern hatte gegen Ende vorigen Zahies eine Verordnung an sämmtliche Polizeibehörden des Landes erlassen, die Arbeiten von Kindern und jugendlichen Arbeitern in den Fabriken strenger zu überwachen und Letztere deßhalb genau zu«vi- diren. Den Anlaß dazu hatte der„Volksstaar" gegeben, in welcher Zeitschrift behauptet worden war, die gesetzlichen Beschränkungen dieser Arbeiten würden in den sächsischen Fabriken äußerst wenig beachtet. Leider nun haben sich, wie wir hören, in den Bezirken der" Gerichts- ämter Auerbach, Lengenfeld und Adorf bei den gehaltenen Re- Visionen mehrere Fabriken zahlreiche Ordnungswidrigkeiten vezügllch der Annahme von Kindern und der Dauer der Arbeitszeit bei solchen nnd den jungen Leuten unter 16 Jahren ergeben. Man hätte von der Humanität und Loyalität der betrejsenden Fabrikanten doch erwarten sollen, daß sie den wohlgemeinten Tendenzen der Bun- desgewerbe-Ordnung in dieser Beziehung gewissenhafter Rechnung tra- gen würden, um so mehr, als dieses Gesetz ja sonst da« Fabrikwesen ebenso begünstigt, ja fast privilegirt, wie das neue sächsische Sonn- tagsgesetz. Bei dieser Berkennung, ja Nichtachtung aber der wohl- thätigen Vorschriften jenes Gesetzes kann daher im Interesse der Ge- sundheit, der Schulbildung und häuslichen Erziehung der jugendlichen Arbeiter der Plan der sächsischen Staatsregierung nur in hohem Grade gebilligt werden, den Ortsbehörden die Beaufsichtigung der Fabriken auch in dieser Bezieh ing zu entnehmen und dieselbe gewisse» vom Staate anzustellenden Fabrik-Jnspektoeen zu übertragen." Ueber denselben Gegenstand enih elten nun die„Chemnitzer Nach- richten" desselben Tages folgenden verlogenen Berruschungs-Artikel aus Adori: „Adorf, 12. Jan. Die eingehendsten Erörterungen über die un- gesetzliche Beschäftigung jugendllcher Personen finden hier seit einiger Zeit durch den hiesigen Bürgermeister Hitzschold statt und wir ver- hehlen keineswegs, daß sie, wenn dieselben auch in llebereinstimmung mit dem Gesetze sich befinden, doch nicht die allgemeine Billigung ha- ben, da man glaubt, daß man bei Ausübung besonders solcher ge- setzlicher Bestimmung zweifellos auch den örtlichen Verhältnisjen Rech- nnng tragen müsse. Wir leben hier in einer sehr gesunden Luft, die hiesige Gosmann'sche Stickerei hat luftige, shelle, schöne Räume, eine Uebersiilluiig von Personen in den Räumen selbst ist nicht möglich; alles Faktoren, welche einem arbeitenden Menschen nur zu Gute kam- inen nnd somit auch der arbeitenden Jugend. Es giebt Mütter mit vielen Kindern im hiesigen Orte, welche sich mühsam nnd sorgenvoll hinfrylen und eine oft klägliche Existenz haben; die Kinder können iiichi beanssichtigt werden, weil die Eltern oder die Mütter, wo der Vater fehlt, arbeilen müssen; sie sind sich selbst überlassen und oersalle» somit leicht der Bummelei. Was liegt dann näher, al« daß solche Eltern bemüht sind, ihren etwas heranwachsenden Kindern lohnende Beschäftigung zu schaffe», zumal dieselbe in einer Fabrik geschehen kann, wie die Eingangs erwähnte ist und wo diese Kinder die Aus- ficht haben, welche elterlicherseits nicht gewährt werden kann? Es lebt z. B. hier ciue Mutter mit 3 unehelichen Kindern. Dieselbe mnß um Brod und Miethzins würgen. Der eine Knabe von 11 Jahren fand in der hiesigen Gösmann scheu Fabrik aks Nadelausleser— gewiß eine leichte Arbeit— bei dem Fabrikinspektor eine Stelle. Wer war glücklicher als die sorgenbeladene Muilerl Der Knabe bekam wöchentlich 20 Ngr. Dieser Fall kam zu Ohren unseres Bürger- meisters; der Knabe wnrde aus der Arbeil genammen und der Ar- beitgeber mit 2 Thlr. 15 Ngr. bestraft und mit�l Thlr. 10 Ngr. Kosten belegt. Der alleinstehenden Mutter ohne alle Beihilfe ward ver sürjorgiiche Trost, daß sie sich an die Armenkasse für den Roth» fall zu wenden habe. Solche wenn auch ganz weise Bestimmnngen des Gesetzes dürfen denn doch nach den lokalen Verhältnissen, eben im Geiste des Gesetzes, mildernd behandelt werden." Daraufhin erfolgte an den„Voigtländischen Anzeiger" welcher das Borstehende den„Cheinnitzer Nachrichten" nachgedruckt harre, folgende amtliche Berichtigung: „Der fragliche Knabe ist erst 10 Jahre alt, nicht Ii, aber schon mit 8'/, Jahren in die Fabrik des Herrn F. D. Gösmann zu >2%stn»diger Arbeit täglich ausgenommen worden, wo er 1 Jahr Nadelausleser gewesen. Der Stadtraih fand d u Knaben in einem dunkeln Halb-Kellerranm(Souterrain) mit Garnwichsen auf einer Maschine beschäftigt, wo er seil V» Jahre früh von 7—10 Uhr und 'Nachmittags von 1— 8 Uhr arbeiten mußte, sogar an einzelnen Sonn- tagsmorgen von 7'/,— 12 Uhr. Von 10—12 Uhr früh ward ihm zum Schulbesuch, von 12—1 Uhr zum Mittagessen Zeit gelassen; von Abends 8 Uhran hatte er seine Schularbeiten zu fertigen. Der Knabe ist klein, mager und bleich. Die noch ledige Mutter hat ihn und ein zweites Kind im Concubinate in Planen geboren, ei» drittes daselbst unehelich nach dem Concubinat«; sie ist gesu d und kräftig. 37 Jahr alt und sucht ihren Erwerb bloS durch Flicknähen. Der Knabe mußte ihr densMlethzins von 12 Thlr. jährlich verdienen— sie führt, obwohl ihre Mutler und zwei erwachsene Geschwister hier leben, mit denen sie früher zusammenzewohnt, einen besonderen Hansstand— und mußte darüber»och 15 Ngr. wöchentlich baaren Lohn erarbeiten. „Der wegen dieses Falles vom Stadtrath verantwortlich gemachte Geschusissiihrer der Gosmannffchen Fabrik hat aber weder die Strafe von 2 Thlr. 15 Ngr. noch die Kosten bis jetzt bezahlt, sondern um Straferlaß gebeten, obwohl er wegen des Mißbrauch- dieses jungen Knaben zu Fabrikarbeit, welcher 18 Monaie ge Banett halte, nach§. 150 der Bande sgewerbe-Ordnung mit Geldbuße bis zu Fünf Thaler bestraft werde« konnte. Der Stadtrath f■ Adorf. „Hitzschold, Bürgermeister." Wir kommen in nächster Nummer auf das Vorstehende zurück. tieftet de« Einfluß der heutigen Produttiou aus die Gesundheit der Arbeiter. (Fortsetzung.) „Was das Mengenverhältniß betrifft, in welchem die genannten Bestandtheile der Streckenluft zusammen treten, so ist dies ein unendlich verschiedenes; man kann über- zeugt sein, daß von 100 Luftanalysen*), wenn die Luft aus demselben Kohlenwerke zu verschiedener Zeit, von verschiedenen Strecken und aus verschiedener Höhe entnommen wird, auch nicht 2 dieser Analysen.gleiches Resultat haben werden. Das verschiedene spezifische Gewicht der betreffenden Gasarten, die Verschiedenheit der Temperatur an verschiedenen Stellen, die verschiedenen und stets wechselnden räumlichen Verhältnisse, die Verschiedenheit in Stärke und Richtung des Luftzuges bedingen eine so große Manchfaltigkeit der Luftmischung, daß eine sehr große Anzahl von Analysen dazu gehört, um ein Urtheil über den durchschnittlichen Werth der Luft für den Athmungsprozeß zu gewinnen. Der Verfasser hat 72 solcher Untersuchungen nach den Methoden von Berzelius, Liebig und Fresenius aus geführt und als Durchschnitt derselben 79 Prozent respirable und 21 Prozent irrespirable**) Gase gefunden; die beistehende Tabelle giebt die extremsten Resultate der gemachten Analysen Innerhalb der bezeichneten quantitativen***) Grenzen liegen aber noch eine so große Menge qualitativer)-) Verschieden heilen, daß die einzelnen Fälle bezüglich der größern oder ge ringern Schädlichkeit der Streckenlnft nicht darnach beurtheilt werden können. Im Allgemeinen steht nur so viel fest, daß die Streckenluft gewöhnlich schlecht und der Gesundhei der Arbeiter nachtheilig ist, daß dieS am meisten der Fall ist bei den Steinkohlenwerken, die nur 1 Schacht haben und daß bei diesen die Schädlichkeit der Streckenluft mit der Tiefe und mit der Ausdehnung der Strecken fort- während(und zwar im geometrischen Verhältniß) zunimmt « SS Vft) 1A n « j» g «a w w tfb » | 4) „Die extremen Resultate der vorstehenden Tabelle erklären sich aus der verschiedenen Höhe der Strecken, in welcher die Luft aufgefangen wurde; auf der Sohle wird man fast immer die Kohlensäure'vorherrschend, nicht selten sogar rein finden, in der halben Höhe der Strecken ist die meiste und reinste atmosphä- rische Luft zu haben und in der Höhe der Einbrüche, in der Nähe von größern Spalten und Bläsern findet man an der Firste der Strecken entweder reines Kohlenwasserstoffgas, oder ein Gemeng desselben mit atmosphärischer. Luft. Das Gemeng von Kohlensäure, Kohlenwasserstoffgas und atmosphärischer Luft kommt vorzugsweise an den Bremsbergen vor und ist die Folge eine» gewalsamen Aufwärtstreibens der Kohlensäure, oder des Herabdruckens des Kohlenwasserstoffgases durch die auf- und absteigenden Fördergcfäße, daher sind auch die Bremsberge die gefährlichsten und ungesundesten Fördcrstationen.— Die natürliche Scheidung der Gase durch deren spez. Gewicht macht es bisweilen möglich, daß an Orten gearbeitet werden kann, die unzugänglich sein würden, wenn sie gemengt wären. Es kommt z. B- vor, daß an der Sohle der Strecken die Lichter verlöschen, an der Firste aber Kohlenwasserstoffgas oder Knallgas entzünden würden, während sie in halber Höhe der Strecke brennen, ohne Schaden zu thun. Es erklärt sich hieraus, daß unter Umständen auch die Stellung und Haltung bei der Arbeit und die Körper- länge der Arbeiter von bebeutendem Einflüsse auf sie sein muß.— „Das Wasser, welches sich in den Strecken sammelt, ist niemals rein, eZ enthält gewöhnlich mancherlei schwefel- saure Salze und Chlorverbindungen von Natron, Kali, Talkerde, Kalk und Eisen; Kochsalz und Eisensalze sind die gewöhnlichsten. Da dergleichen Wasser in Ermangelung von anderem Getränk von den Arbeitern bisweilen getrunken wird, so sind B er- dauungsstörungen und allerlei Hautkrankheiten die gewöhnliche Folge.(Furunkeln sehr häufig). „Da, wo sich in den Strecken Pfützen bilden, deren Wasser verdunstet und sich durch�Zufluß immer wieder erneuert, entsteht sehr bald eine konzentrirle Salzlauge, welche direkt ätzend auf die Haut wirkt, daher sehr häufig wunde Füße bei den *) Analyse— Auflösung; Untersuchung der einzelnen Bestandtheile. ) respirabel— einalhmungsbar; irrespirabel: das Gegentheil des Erstem. bezeichnet den äußern Umfang(daS Mengm- t) Qualität die innere Beschaflenheit(den Werth). Förderleuten und Zimmerlingen, die mit dergleichen Wasser in Berührung kommen. „Größeren Einfluß auf die Gesundheit der Arbeiter hat das aus dem Schachte herauszufördernde Wasser, indem es zu den sehr gewöhnlichen Vorkommnissen gehört, daß eine oder die andere Pumpe undicht ist und ihr Wasser über die aus- und einfahrenden Arbeiter ergießt. Kommt, wie ge- wöhnlich, noch hinzu, daß zwischen der Körperwärme der Ar- beiter und der Temperatur des Wassers ein großer Unterschied besteht, so sind Ertrankungen ganz unvermeidlich. „DaS Trinkwasser, welches den Arbeitern in den Strecken und vor Ort verabreicht wird, habe ich in den meisten Fällen schlecht gefunden. Matt, abgestanden/ nicht selten faulig riechend und von Infusorien wimmelnd, oft auch mit den Salzen des Schachtwassers veruyreinizt, weil eS in offenen hölzernen Kannen zur Tiefe geschickt wird. Hier und da wird gar kein Trinkwasser geliefert, oder auch nur in unzureichender Menge, in welchen Fällen die Arbeiter ge- nöthigt sind, sogenannten Kaffee kalt oder warm zu trinken, oder gar sich des Schachlwassers zu bedienen. Die große Menge von Erkrankungsformen, welche sich alle auf Blutverderbniß zurückführen lassen, finden zum Theil in diesem Uebelstande ihre Begründung. „Es wird hierauch des Wassermangels zu erwähnen sein, der sich darin ausspricht, daß die meisten Kohlenwerks. Verwal- tungenihrenArb eitern nicht so viel warm es Wasser ge währen, daß sie sich vor ihrem Heimgange abwaschen könnten, obwohl der in die Luft entweichende Dampf ohne große Kosten und Umstände dazu nutzbar gemacht werden könnte. Die Zumuthung, die man den Arbeitern macht, mit Schweiß und Schmutz bedeckt den Heimweg zu machen, ist in der Thal so stark, daß man sie billig auch anders bezeichnen könnte, um so eher, als es sogar gegen das eigene Interesse der Werk- Verwaltungen läuft; sie würden eine gute Anzahl Kranker weniger haben, wenn sie für die nöthize Reinlichkeit sorgten.— „Zu den dynamischen Schädlichkeiten ist vor allen die hohe Temperatur in den Strecken zu zählen; sie bleibt sich Sommer und Winter fast gleich und nur an den Eintritts- stellen des frischen!Luftstromes und in deren Nähe finden nach Jahreszeit und Stärke des Luftzuges größere Veränderungen der Temperatur statt. Die Streckenlemperatur liegt je nach der Tiefe, Ausdehnung und dem Wetterzuge in den verschiede- nen Kohlenwerken zwischen 14 und 32 Grad R. und bleibt in den einzelnen Werken sich so lange ziemlich gleich, als nicht wesentliche Veränderungen an den die Temperatur bestimmenden Faktoren vorkommen. Daß durch Grubenbrand, Erhitzung von Schwefelkiesen und andere lebhafte chemische Prozesse hin und wieder eine noch höhere Temperatur erzeugt wird, kommt vor, man ist aber dann stets gezwungen, Vorkehrungen zur Abwehr zu treffen. „Wo 20° R. und mehr Wärme in den Strecken ist, sind die Arbeiter gezwungen, sehr wenig bekleidet und bezüglich nackt zu arbeiten; dennoch läuft der Schweiß in großen Tropfen am Körper nieder, selbst Schuhe sind in manchen Werken bei der Arbeit nicht zu brauchen, weil durch den Schweiß und hin- einfallenden Kohlenstaub die Füße sehr bald wund werden. Aehnlich ist es mit anderen Kleidungsstücken, selbst der leichteste Leinwandkittel klebt nach kurzer Zeit an, hindert die freie Be- wegung und reibt die Haut wund. Dieses Nacktgehcn hat allerdings den großen llkachtheil, daß jedes Stückchen Kohle, jedes Stemchen, was von den Firsten herab fällt, oder im Wege liegt und einen Arbeiter trifft, eine Verwundung oder Quesschung verursacht. Man hat deshalb durch Strafandrohung die Arbeiter veranlassen wollen, bekleidet zu arbeiten, hat dies aber auS den eben angeführten Gründen bald aufgeben müssen. „Die stete Ueberreizung des Hautorganes durch hohe Tem- peratur und schwere Arbeit hat in den meisten Fällen eine schwer zu bekämpfende Erschlaffung zur Folge; das dadurch bewirkte Herabsetzen und Aufhören der Hautthätigkeit verursacht wieder Hyperämien*) und Hypostasen**) im Gehirn, den Brust- und Unterleibsorganen, und wenn die Unterbrechung der Hautthätigkeit schnell erfolgte, so giebt es sogenannte Rheu- matismen, Neuralgien***), Gelenkaffektionen der verschiedensten Art und apoplektische Zufälle)-). „Endlich ist als eine dynamische Schädlichkeit der er- höhte Luftdruck, oder vielmelr der häufige und schnelle Wechsel zwischen vermehrtem und vermindertem Luftdruck, zu erwähnen. Der mittlere Barometerstand von Oelsnitz bei Lichtenstein be- trägt 325,2 Par. Linien, der von Zwickau und Umgegend 2 bis 3 Linien mehr. Die Differenz zwischen dem Barometer- stände auf der äußeren Oberfläche und in den Strecken beträgt je nach der Tiefe derselben 6 Linien bis 2 Zoll 4 Linien. Da der Luftdruck bei 26 Zoll Barometerstand auf die Oberfläche eines erwachsenen Menschen ca. 35,000 Pfd. beträgt, so re- präsentirt jede Linie Barometerstand(Duodezimalmaaß) 103sl*l3Se oder fast 104 Pfd. Druck, ein Zoll aber 1243 Pfd., der Unterschied zwischen unten und oben ist demnach, je nach der Tiefe, 600 bis 2800 Pfd. Diese Druckdifferenz wird da, wo eine Fahrkunst vorhanden ist, beim Ein- und Ausfahren innerhalb 2 bis 5 Minuten ausgeglichen und zwar ohne An- lrengung der Muskeln; da, wo es keine Fahrkunst giebt, ge- chicht dieser Ausgleich innerhalb 15 bis 45 Minuten und zwar mit sehr bedeutender Muskelanstrengung, die Arbeiter treten in der Regel von Schweiß triefend an die Oberfläche. Da jeder Arbeiter täglich einmal anfährt, so hat jeder den Wechsel des Luftdruckes zweimal auszuhalten, das einemal beim Einfahren in zunehmender, das zwcitemal beim Ausfahren in abnehmender Richtung. Daß durch dieser häufigen Wechsel des innern und äußern Druckes das Gesäßsystem überhaupt, vorzüglich aber das venöse und capillareftj-), Roth leiden muß, st ganz selbstverständlich, und wird durch die Er- ahrung vielfach bestätigt. Diese Schädlichkeit steht im geraden Verhältnisse zur Tiefe der Schächte und macht sich bei den einzelnen Jndividiuen um so früher und stärker be- merklich, je weniger eine vollständige Hanlkultur als Gegenmittel benutzt wird. „ Die Zahl der ErtrankungSformen bei den Arbeitern des Kohlenbergbaues ist Legion und Verfasser müßte, wollte er alle besonders bezeichnen, das ganze Gebiet der speziellen Patho- logie durchgehen. Statt dessen mag hier ein Beispiel stehen. das einem der bedeutendsten Steinkohlenwerke hiesiger Gegend, dem 1046 Ellen tiefen Hedwigschachte bei OelSnitz, entnommen ist. Derselbe hatte im Jahre 1864 bei einer Belegschaft von durchschnittlich 170Mann 585 Kranke, also 344�,, Proc., 1865 bei einer durchschnittlichen Belegung von 210 Mann 767 Kranke, demnach 365°/n Pro c. Im ganzen Knappschaftsbezirke deS Verfassers betrug 1864 der Prozentsatz der Erkrankungen 309 Proc., 1865 3262/S Proc. der Belegschaft. Sind auch*l3 aller dieser Erkrankungen mehr oder minder bedeutende äußere Verletzungen und will man von deren Bedeutung ganz abschen, obgleich z. B. bei Hcdwigschacht inner- halb 5 Jahren 34 schwere. Verbrennungen und durch diese 7 Todesfälle vorkamen, so bleibt doch der Rest eine sehr beredte und dringliche Mahnung, diesen Ber- Hältnissen alle Aufmerksamkeit zuzuwenden, um so mehr, als der hier in Frage kommende Kohlen- bergbau noch sehr jung(hier nicht über 6 Jahr alt) ist und schon jetzt sehr gegründete Aussicht bietet, der Gegend ein zahlreiches Proletariat zu- zuführen." (Fortsetzung folgt.) *) Blutandrang. ft) Schlagansälle. röhrchen. '*) Blutanhäufung.**♦) Rervcnschmerzen. ff) DaS System der Benen und der Haar- Tie Wohuungsfrage. II. Es stellt sich nun von selbst die Frage, in welcher Weise die Gesellschaft dieses Recht auf den Mehrwerth des Hauses und Grund und Bodens geltend machen kann und soll. Wir lassen aber die Beantwortung derselben für jetzt außer Acht und begnügen uns, auf den weiteren Gang unserer Untersuchung hinzuweisen, aus deren Gesammtresultat sich die Lösung spielend und von selbst ergeben wird. Der Micthvertrag ist eine der tausend Umsetzungen, welche im Leben der modernen Gesellschaft so nochwendig sind, wie die Cirkulatio» des Blutes im Körper der Thiere. Es wäre natürlich im Interesse dieser Gesellschaft, wenn alle diese Um- setzungen von einer Recbrs-Jdee durchdrungen wären, d. h. allenthalben nach den strengen Anforderungen der Gerechtigkeit durchgeführt würden. Mit einem Worte, das ökonomische Leben der Gesellschaft muß sich, wie Proudhon sagt, zur Höhe eines ökonomischen Rechtes emporschwingen. In Wahrheit findet bekanntlich das gerade Gegentheil statt. Nicht blos, daß die praktischen Umsetzungen der Industrie, des Handels, des Geld- markls nur eine Sammlung von Ungerechtigkeiten, Betrügereien, Ungeheuerlichkeiten aller Art sind,— die Theoretiker der liberalen Oekonomie haben aus den wirklichen Abscheulichkeiten eine noch abscheulichere Theorie gemacht und wiederholen uns zur Genüge, daß Volkswirthslbaft und Moral, Industrie und Recht, die ma- teriellen Beziehungen der Gesellschaft und das Gesetz durchaus nichts mit einander gemein habe», daß vielmehr jede Regelung des volkswirihschaftlichen LebenS ein drückender Hemmschuh, eine lästige Fessel sür die freie Entwicklung des Kapitals sei- Das Eichselbstüberlassen, das Gehenlassen(laisser aller) der ökonomischen Beziehungen ist ja der höchste, einzige und be- zeichnendste Lehrsatz der liberalen Schule der politischen Oe- konomie. Entsprechend diesem nichtswürdigen System ist denn auch der moderne Mielhsvertrag in der Regel nicht« weiter, alS eine Quelle der Ungerechtigkeit und Bedrückung aller Art. Der Hausbesitzer ist der Herr, seine Miethbewohner die unterthäni- gen Diener. Schon ein flüchtiger Blick in die Civilgeseybüchcr der modernen Staaten zeigt auf das Schlagendste, daß dikse Idee der Unterordnung des MietherS unter den Hausherrn tief in den Gesetzgebungen eingewurzelt ist. So sagt z. B- der Code Napoleon: Artikel 1716:„Wenn ein geschriebener Miethvertrag nicht existirt, so wird dem Eigenthümer auf seinen Eid hin geglaubt.' Warum nicht auch dem Miether? Artikel 1731.„Wenn keine Prüfung der Wohnung stattgefunden, so ist der Miether gehalten, sie in gutem Zu' stand zurückzugeben." Waruiki ist er gehalten? Haben die Wohnungen nicht auch ihre geheimen Fehler? Gibt es nicht Vorzüge und Nach- theile der Wohnung, die man erst nach längerer Benützung kennen lernt? Diese wenigen, dem freiestcn Civilgesetzbuche entnommene» Beispiele, welche ins Unendliche vermehrt werden könnten, zeigen in deutlichster Weise, daß da« Gesetz ganz bewußt den Miether dem Vermiether unterordnet. Im Mielhvertrage herrscht noch ganz das alle römische Recht,'„der tyrannische Kultus des Ei- genthums". Der Eigenthümer ist vom Gesetze begünstigt, ber Miether stets mit Mißtrauen behandelt. E« gibt keine Gleich- heit für Beide; im Fall eines Streites stehen alle Vorlheue auf Seiten des Ersteren. Daher kommt es denn auch, daß thatsächlich die meiste« E'.genthümer eine noch viel größere Bedrückung ausüben, als der Buchstabe des Gesetzes ohnedein schon zuläßt. Wo ist der Miether, der in dieser Beziehung nicht schon die haarsträubendsten Ersahrungen gemacht hätte! Aber selbst, wenn die gef� benen Gesetze gerade so gerecht und billig wären, wie st� jftv ungerecht und unbillig sind, sie wären gegenüber der faclische» Souveränität des EigenthümerS vollständig machtlos.!pc* Miether ist, mag die Gesetzgebung noch so human sein, ftlub ganzen Lage nach vom Besitzer abhängig, und wird es»m so mehr sein, je schwieriger es ist, zweckmäßige und gesu» Wohnungen zu finden. Wie schwer insbesondere da« Klemg� werbe unter dieser Abhängigkeit leidet, zeigt schon das bekannt Wort im Munde de» Volkes:„Lieber einmal abgebrannt, ais dreimal umgezogen." Die Volkszählung von 1869 ergab für Wien:, 194,150 gewerbliche Unternehmer und Arbeiter. 53,286 Angehörige von Transport- und Handelsun nehmungen, Geld- und Creditinstituten. 1.'>,275 Haus- und Rentenbesitzer. � (Reschauer S-?».) Bon der Gnade der Letzteren ist also die große Mass- I Loranstehenden vollständig abhängig. Der Bau der Hau,«»» Wohnungen kann mit dem Wachsthum der Bevölkerung nicht schritt halten, und die enorme Steigerung des Mie W >st die unausbleibliche Folge. Herr Reschauer deckt mit schonungsloser Energie die furcht- baren Folgen diese? Verhältnisses auf und weist an der Hand authentischer Zahlen nach, daß wir in der Wohnungsfrage direkt auf den Abgrund lossteuern. Möge namentlich auch das Klein- gewerbe seine Worte beherzigen! Die Concentralion des städtischen Kapitals, die enorme Eniwicklung deS Vcrkchrslebens, die zunehmende Ausdehnung der Bau-Akliengcscllschaften u. s. w., tragen in verhängnisvoller Weise dazu bei, diesen Prozeß zn beschleunigen, daS Monopol der Hauscizenthümer im unerhörtesten Erade auszudehnen, und immer größere Massen in Abhängigkeit von wenigen Einzelnen zu bringen. Auch in der Wohnungsfrage greift derselbe Pro- zeß durch, wie in den andern Formen der Kapitalwirthschaft. DaS große Eigenthum verschlingt das kleine, die Mittelglieder der gesellschaftlichen Entwicklung werden zermalmt, und der Riß, welcher die Gesellschaft trennt, wird immer drohender und furcht- barer.— Ein oberflächlicher Blick schon genügt, um zu zeigen, wie wenig diesen, in der ganzen Tiefe der heutigen Pröduktions- weise wurzelnden Erscheinungen mit den landläufigen Hilfsmitteln beizukommen ist. Man möge Arbeiterwohnunzcn, Bcam- tenwohnungen u. w. bauen, so viel man will,— so lange das Kapital e» ist, welches diese Fürsorge übernimmt, so lange seine sogenannte„Produktivität" im Stande ist, Häuser und Städte auS dem Boden zu zaubern, so lange die.Massen deS Volkes unter seinen Fittigen selbst Haus und Herd suchen müssen, ist von einer wahrhaften Veränderung und Besserung nie und nimmer die Rede. Der Schei- dungsprozeß der Gesellschaft schreitet unaufhaltsam weiter. Wir kommen keinen Schritt aus dem unheilvollen Cirkel heraus. Wir hätten un» statt des bisherigen, mit einem einfachen .,ach Herr, die Roth ist groß" begnügen können, wie dies von den ehrlichen Männern aller politischen Parteien unumwunden eingestanden wird. Wir haben im Engang unserer Unter- suchung constatirt, daß der furchtbare Rothstand in der Woh- nungsfrage sogar von den Vätern der Stadt in den schärfsten Ausdrücken hervorgehoben wird. Wir hätten somit unmittelbar, da über die Roth selbst Alle gleicher Ansicht sind, zur Abhilfe der Wohuuugsnoth schreiten können. Warum wir eS nicht gcthan, geschah deshalb, weil wir erstens durch die Entwicklung des Mehrwcrths einen allerdings etwas sonderbaren Lichtstrahl auf die Heiligkeit' des modernen Eigenthums werfen wollten, und zweitens deshalb, weil wir betonen wollten, wie sehr die Souveränität des Eigenthümers und damit die Abhängigkeit des Richt-EigenthümerS im Herzen der„heutigen Gesellschaft" Platz gegriffen. Beide Momente werden uns bei der Lösung der Frag» wichtige Fingerzeige geben. Wir nehmen keinen Anstand zu behaupten, daß cS keinen lurchibareren Hohn auf die ganze Kultur unseres gerühmten Jahrhunderts gibt, als die Thatsache, daß in den großen Städten l� Procent der Bevölkerung und darüber keine Stätte haben, die sie ihr Eigen nennen können. Der eigentliche Knotenpunkt der sittlichen Familiencxistenz, HauS und Herd, wird vom soziale» Wirbel mit fortgerissen, und die große Masse des städtischen Polles ist von der Gnade der Hausbesitzer abhängig. Wir liehen in dieser Beziehung weit unter den Wilden. Der Trog- lodyle hat seine Höhle, der Australier seine Lehmhütte, der In- dianer seinen eigenen Herd— der moderne Proletarier hängt saklisch iu der Luft und wenn er sein müdes Haupt auf der Erde ruhen läßt, wenn ihm die Gesellschaft ein kleines Plätz- che» anweist, wo er sich vorübergehend niederlassen kann, so thut sie cS nur, um ihn noch besser, noch bequemer aussaugen zu können. Sie erhebt in der Form des Miethzinses den besten Theil seiner Arbeit für sich. Sic gestattet ihm nicht Einen festen Punkt im Wirbel deS sozialen LebenS; wie er selbst, so ist sein Haus und Herd bewegliche Fahrniß des MarkteS; wie er selbst, gehört sein Haus und Herd einem Anderen, der mit dem einmal erworbenen Geld den ewigen Rechtstitel besitzt, die Uebrigen auszubeuten. (?ine Arbeiterversammluttss in Vreslan. Breslau Sonmag den 2S. d. M. Vormittags ll Uhr fand w�-asperke'schen Saale, von den Mitgliedern der sozialdemokratischen �rveirerpartei berufen, eine allgemeine Ar bei teroerja in mlung statt. sms deren Tagesordnung die Widerlegung des am vorangegangenen �onnlage von Dr. Mar Hirsch gehaltenen Vortrags„über Gewerk- oereine" gesetzt war. Eingeladen wären dazu ausdrücklich die Mitglieder es hiesj�e,, Ortsverbandes der Gewerkvereine, die deun auch in möglichst fl oger Anzahl erschienen waren. Der geräumige Saal war mit Arbeitern alls" P�eirichtungen dicht gefüllt, deren Stimmung in Folge der Miiil �bhasten Agitation eine bedeutend erregle war. Nur mit der m es dem Eröffnet der Versammlung. Neißer, den bei ,». der Bureau-Kandidaten sich erhebenden Tumult so weit der„lchwichttgen, dag zur Absiiminung geschritteil werden konnte, aus fi„na~mer erfolgten Zählung Neipel als erster Vorsitzender gegen für f-'s bisekretär des Hirfch'schen OrtSverbandcs), der nur p? Stimmen ir sich hatte, hervorging. Zum 2. Vorsitzenden wurde Huhn, nachdem ,»"roe» um die Ruhe zu erhalten, zu seinen Gunsten verzichtet hatte, L;? Schriftführer Färber gewählt. Hierauf erhielt das Wort zur »erlegintg des Hirfch'schen Vortrages dietti i!e..r: Hirsch hat im größte» Theile seines Vortrages sich bemüht, bun �ätze der Sozialdemokratie und die daraus folgenden Bestre- Mit?� Zu widerlegen und mir damit das Recht uno die Pflicht gegeben, »u?i-"falls vorwiegend mit denselben zu beschäftige». Nach seiner h. llaifung sind das eherne Lohngesetz und die Lehre vom vollen Ar' dtirt» a3e die Grundpfeiler des Sozialismus, d ssen Bau zusammen- beut, Je"« erschüttert werden. Das Lohngesetz sei von dem be- ein«- Rationalökonomen der Bourgeoisie erfunden und darum i» auf wie schwachen Fügen der Sozialismus ruhe. Es sei den s.■ m' roie t8 Ricardo ausstelle, unwiderleglich richtig, aber von inz�j„i'aidemokraten durch Hinweglajsung de« Warles„gewohnheits- etfui il gefälscht worden. Dieses von Ricardo formnlirte, nicht aber detvi!»'f* überall in den Schriften der Sozialisten; ich zilirtc ko" m der letzten Versammlung die von Lassalle und Lange— voll- Ait( genau wiedergegeben, und jene Schriften sind nicht— wie Herr aqUl?'D(f'tet behauptete, wissenschaftliche Werke im Gegensatze zu den haben.!,? Aeugerungen, in denen jene Weglassung stallgefunden aefdi... I' sander» lediglich zum Zwecke der Agitation, für Arbeiter die in � � bleibt somit meine Behauptung, daß Herr Dr. Hirsch lea» k Schriften nicht kenne o»er sie aefällcht habe, unwider- Hirirfl fPkifatt.) Aus dem Ricardo'schen Lohnqesetze hat Dr. d'af. eine Konsequenz gezogen, welche mir auf das Klarste erwies, »rünk'»'U durchau» gar nicht darum zu thun war, eine ernste Be- Wibivr."8 rur(tine L'hre oder ein« auch nur scheinbar wissenschaftliche mann.,.8UIn8 unsriaen zu geben, sondern daß cr, bauend auf die ._ Kennlnijfe der Arb iter, mit der Versammlung seine dienen<äc meinte nämlich, da der Arbeiter immer so viel ver- Lede.,«k al8" iur Befriedigung seiner gewohnheitsmäßigen an ein Ün � brauche, so handele eS sich ja nur darum, den Aibeiter aeneres Leben zu gewöhnen, und die Arbeitslöhne müssen mit der Erhöhung der Bedürfnisse zzleichen Schritt halten.„Gewöhnen Sie sich, sagte Herr Dr. Hirsch, wenigstens so zu leben, wie der Kleinbürger lebt, und Ihre Lage wird sich dem entsprechend bessern müssen". Eg liegt also nach Dr. Hirsch ganz allein die Schuld seine« Elends am Arbeiter, nicht an den Berbältnissen der Arbeit. Und daZ wagt man Arbeitern zu sagen, die wissen müssen, daß, wenn es blos am Willen, besser zu leben, läge, sie schon Austern äßen und Champanger tränken. Das heißt nicht: Arbeiter belehren, daß heißt; Arbeiter verhöhnen.(Leb- hafter Beifall.) Erst muß der Lohn erhöht werden, ehe an eine Ver- besserung der Lebeilszewöhnung der Arbeiter zu denken ist. Ja, ent- gegen dein Wortlaut jenes Gesetzes läßt sich beweisen, daß der Arbeits- lohn unter den gegenwärtigen Verhältnissen die stete Tendenz zu fallen hat. Vergleichen Sie doch nur das Verhältniß der Sleigernng der Preise, der Lebensmittel, der Wohnungsmiethen ic. mit der der Lohnsätze, so werden Sie sehen, daß die letztere mit der ersten durchaus nicht Schritt hält, also relativ fort nährend geringer wrd, die Lebensgewohn- heiten des Arbeiters also stetig herabgedrückt werden müssen. Dem- gemäß lautet also das Lohngejetz, wie wir es auffassen, in schärferer, der Mißdeiltung weniger ausgesetzter Fassung: Bei den heutigen Pro- duktionsverhältnissen steigen die Arbeitslöhne beständig in geringerem Maße als die Preise der Lebens- und Genußmittel. Die Folge der heutigen Verhältnisse ist also ein unaufhörlich sich steigerndes Elend. (Beifall.) Demgegenüber nun weiß Herr Dr. Hirsch eiu vortressliches Mittel: den Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkte durch Benutzung der Freimgigkeit mit Hilfe der lluterstützung der Gewerkvereine. Wenn es sich um eine geringe Anzahl von Arbeitern handelte, so ließe sich gegen diesen Gedanken Nichts einwenden, allein die den Arbeitslohn drückende überflüssige Arbeiterzahl, die sich mit der Vergrößerung des Maschinenbetrielfs. wie Neißer bereits in der letzten Versammlung aus.eführt hat, täglich in erschreckendem Maße vermehrt, zu diesem Zwecke genügend zu unterstützen, dürfte selbst das übrigens nur von seinen eifrigsten Anhängern anerkannte Genie eines Dr. Hirsch und die weiteste Ausdehnung seiner Gewerkoereine nicht vermögen. Ist es wohl gelungeu, bei Gelegenheit des Waldenbiirger Strikes trotz eifrigster Anstrengungen auch nur den sechsten Theil der arbeitslosen Bergleute audcrswo in Deutschland unterzubringen V Sind nicht vielmehr Viele, denen der Fortzug ermöglicht wurde, elender als je zurückgekehrt? Und hier handelte es sich nur um eine Arbeitseinstellung, nicht um Beseitigung des Druckes der überschüssigen Arbeitskraft! Was auch immer man ersinnen.mag, unter den gegen- wärtigen Produktionsoerhältnissen bleibt unser Lohngesetz mit siegender Gewalt bestehen und unter seiner Herrschaft kann die Lage des arbei- tenden Volkes niemals andauernd gebessert werden, sondern muß im Gegentheil allmälig zu einer Tiefe hinabgedrückt werden, deren Ent- setzen endlich auch den theilnahmslctsesten Arbeiter zum erbitterten Kampfegegen die gegenwärtige-Produktionsweise treiben muß.(Leb- hafter Beifall.)— Die Lehre vom vollen Arbeitsertrage wurde von Herrn Dr. Hirsch mii der Behaupiung bekämpft, daß nicht die Arbeit allein eS sei, die den Werth schrjje, sondern vorwiegend die Einwirkung der leitenden Intelligenz. Nun, m. H. wir wolle» ja den vollen Ar- beitsertrag nicht allein für den physischen Arbeiter, sondern für den Arbeitenden überhaupt, also auch für die arbeitende Intelligenz. Sie alle wissen aber, daß Diejenigen, cie den Löwenantheil des Ertrages der Jnoustrie für ihren Gebrauch in Anspruch nehmen, es sind, die zugleich die Hand- ilnd die Geistesarbeit ausbeiiteu, ilnd selber keine von beiden leisten. Uebrigens meinte Herr Dr. Hirsch, daß es der Handelsgewinn sei, der den Fabrikanten ausbeute. Vom Slandpunkte des Herrn Dr. Hirsch sollte man meine», ließe sich die Berechtigung des Handelsgewinnes am allerwenigsten anfechten, da die heulige Pro- duktioitsweise eines Vermittlers zwischen Konsumenten und Produzenten bedarf und ihm deshalb auch einen Gewiunantheil zuerkennen muß. Nicht aber die Kaufleute in erster Linie sind es, welche die Preise der Produkte und damit anch die Arbeitslöhne herabpresseu, sondern viel- mehr die sinnlose Ueberproduktion, die berechnuiigsloje Konkurrenz der Fabrilanten, das Streben des größeren Kapitals, das kleinere zu er- drücken, Umstände, die allerdings von den Kaufleuten, und ganz natürlich, benutzl werden. In seinen weiteren Ausführungen wandte sich Dr. Max Hirsch vornehmlich gegen das verdammenswerthe Bestreben der Sozialisten, das Privaieigenthum auszuheben. Es sei nicht und dürfe nicht sein die Aufgabe irgend eine« Siaatswesens, dies Prioateigentbum zu ver- Nichte», sonder, r cS müsse dasselbe vielmehr schützen. Was ist denn aber das Privaieigcnihum? Wie ist denn die Anhäufung des ReichihumS in den Händen Weniger möglich geworden, wenn nicht dadurch, daß der gesammte Waareiireichlhum, der das Erzeugniß der laitsendsährigen Arbeit der Vötkergemeinschasteu ist, mit Hülse aller bisherigen Pro- dtiktioiisweisen, von der Sklaoenwirthschast des Alterthums bis zur Kapitalwirthschaft der Neuzeit, der arbeitenden, Mehrheit gegen das Prinzip der ökonoinischen Gerechiigkeit ans den HDiden gerissen wor- den ist? Freilich haben die«Diezje niemal« eine Strafe für diesen kolossalsten Raub gehabt und haben können, weil den Gesetzgebern bis heute die Einnchl in den wirthschajtlichen Aufbau der Naailichen Gesellschaften gemangelt hat und darum ist es ganz natürlich, daß man im modernen RechtSstaar, aus den die Laiker so stolz sind, die lleiuen Diebe hängt und die Strousbergs sowie die Aktieugesellschaflen ec. laufen läßt.(Allseitig Heiterkeil und Beifall>. Nachdem»un aber d.e siegreiche Wissenschaft nachgewiesen hat, wem die vorhandenen Reich- Ihümer gebühren, wem die immer neuentstehendeu, sich beitändig ver- mehrenden Werthe zu verdanken sind, nachdein das Eigenthum des Einzelnen sich erwiesen hat als Rmb an der Gesammtheit, ist es endlich Zeit geworden, mit allen gesetzlichen Mitteln eine Sraatsform anzustreben, die der Gesammtheit giebt. was der Gesammtheii ist. die das tztecht der Gegenwart zerbricht zu Gunsten der Gerechiigkeit der Zukunft.(Beifall). Freilich memle Herr Dr. Hirsch, das Ziel, welche« mir erstreben, sei ein viel zu fernes, seine Gewerkvereine Hätten einen viel kürzeren Weg zu gehen, um die Arbeiter au» ihrer Roth empor- zuheben, aber blicken Sie doch tu. H. nach dem Musterlande, nach Enz- iand, das Ihnen Herr Dr. Hirsch als das Eloorado gepriesen hat, in welchem in ailerneuester Zeit die Arbeitgeber eingesehen baden sollen, saß eS in ihrem Inieresje ticge, den Arbeiter in seinem Lohnoerhält- nisse so gut als möglich zu stellen, denn je mehr ec Lohn erhalte, desto mehr und desto besser arbeite er auch; in England also fielen sich jetzt, meinte Herr Dr. Hirsch, Kapilalisien und Arbeiter gerührt in die Ar- me. Das solange Verkannte werde jenseil» des Kanals Ereigniß, die Harmonielehre finde in der Versöhnung der srindlichen Brüder, de« Arbeiters und de« Kapilalbesitzers, ihre ersten Triumphe. Ja, blicken Sie nach Englaud, dem Lande der Ri-senstreikes und der Hunger- lade, dem Lande des parma nenten, erbillerteir Klassenkampfe«, dem Musterlande der sozialen Verzweiflnng, und Sie werden mit Schrecken erkemien, daß die Gewerkoereine, die seit langen Jahrzehnten in Eng- land im Kampfe gegen den Kapilalisnrui ooranstehen, kaum mehr stnd, al« der Balken, der oen Errrlnkenoea im Meere oec Noch noch eine kurze qualvolle Zeit über dem Wasser hält.(Beifall.) Weun nun aber die Hirsch'fchen Gewerkoereine denselben Zweck hätten, wie die englische», wenn ste oen Arbeiter über Wasser halten, ihn zn wei- lerem« ingen mit den Wogenbesähigen sollten, dann hätien wir gegen ste ebensowenig einzuwenden, als gegen die imentaiionalen GewerlS- genossenschasten, die von den Mitgliedern unserer Partei allerorten ge- gründet werden. Aber das ist leibet nur ihr Nebenzweck; ihr Haupt- zweck ist die Verbreitung ber Lehre von der Jnteressenqleichheit der Kapitalisten und der Arbeiter, ihr Hauptzweck ist die Verschleppung der zozialeu Fage, die Zersplitterung der Arbeiiermassen. Die Hirsch'fchen Gewerkvereine grade bestreben sich, freilich ohne daß dies ziim Bewußt- sein der meiüen Mirglieder tritt, oec Bourgeoisie den Boden wieder unter die Füße>u schieden, welchen die sozialistische Bewegung ihr fort und fort entzieht. Die Bourgeoiste hat von vornherein die Gesähr- lichkeit der sozialen Bewegung erkannt, und darum alles aufgewendet, Herr derselben zu bleiben. Als vor einer Reihe von Jahren die Ar- beiier in Oeutichlanv sich zu regen begannen, da erhielt von der preu- ßlschen Forischriitspartei, wie die eingegangene Berliner„Zuknitfl" nach- aewiesen hat, Schulze aus Delitzsch den Auftrag, die Arbeiter mit der Miene aufrichtigen Wohlwollens in ein Fahrwasser zn leiten, dessen Strömuna sie Dämme deS Kapitalismus nicht durchbrechen könnte. Und Schiilze hat fein Nöqllch-i geleistet; als aber Lassaäe ihm eine iutminanle Streitschrift„Bastiat-Schulze" ins Gesicht schleuderte, seine tlnfähiqkeii und Berlozenheit ihm glänzend nachwies, da sah die Fortfchrltts- pariei ein daß Schulze für die eigentliche Arbeiterbewegung ein ver-, torner Mann sei, und schob ihn, rücksichtslos genug, in den Hinlergrund| (Heitiget Widerspruch von Seiten der Anhäager H,rsch'S). Sie wollen\ daS nicht glauben, m. H. aber gestatten Sie, daß ich einen unwider- leglichen Beweis liefere, daß ich Ihnen die Coburg'r Acbeiterzeinlilg, das Organ des Nationalverein», zitire, welche nach der Abfertigung Schul- tze's durch Lassalli erklärte, Schulze, der die moderneAebeiterbewegling gar- nicht zu begreisen iin Stande sei, würde besser gelhan haben, wenn er st niemal« mit ihr besaßt hätte. Nun ich denke, das war deutlich genug! A i die Stelle Schnitze» mußte aber ein Anderer geschoben werden, der irgenb ei, Paar Gedanken über untergeordnete wirthschasiliche Fragen zusammeuz- lesen hatte und fähig war, diese zu einem etwas schmackhafteren Phrasen» brei zusammenzurühren, und dieser Andere fand sich in Schnitze» „talentvollem Schüler", dem Herrn Dr. Max Hirsch.(Anhaltender Beifall und heftiger Widerspruch.) Wir wissen, m. H., daß es anch heute noch eine beträchtliche An- zahl Arbeiter giebt, welche au die Aufopferung des Herrn Dr. Hirsch für die Arbeiterinteressen glauben, aber wir wissen auch, daß die Mehr- heit dieser Gläubigen bald genug von der Lächerlichkeit der liberalea „Harmonie" überzeugt sein wird, und daß Diejenigen, welche den Herrn Doktor heute noch für einen Arbeiterführer halten, der es redlich meint mit Denen, die sich ihm anvertrauen, ihn erkennen werden als das, was er ist, als Arbeitero e r führet.(Lebhafter Beifall.) Hr. Binner(Lorsitzender der Orts- Vereine) meint, daß Geiser nur behauptet habe, überall aber die Beweise schuldig ge- blieben sei. Er fährt fort: Ich habe nicht viel gelesen, kann also auch nicht wissen, ob da«, was Geiser aus der Coburger-Arbeiterzeitung zilirte, derselben wirklich und unverändert entnommen ist; aber, wie dem auch sei, ich halte es für eine Anmaßung des Herrn, die national- ökonomischen Kenntnisse und Leistungen von schulze-Delitzsch einer Kritik nnlerziehen zu wollen. Betrachten Sie doch die Resultate, die die Schulze'schen Genossenschaften geliefert haben, die bedeutenden Zahlen, welche die Berichte der Eonsum-, Rohstoff- und andere Bereine ausweisen, S i e haben noch Nichts geleistet und können das auch nicht, denn Sie bauen Ihre Shsteine nicht auf die Gesellschaft, wie sie ist, sondern wie sie sein soll;(Sehr richtig! auf der Seite der So- zialisten) und weuil Sie aus Ihren Grundsätzen stehen bleiben, dann kommen wir zum Theilen, dann wird es sich ereignen, daß der Eine seinen Antheil nach 3 Tagen in Branntwein angelegt hat und somit wieder in die alte Lage versetzt ist..(Heilerkeit aus allen Seiten.) Neißer: Ich glaube, ich kann es mir ersparen, mich mit dem Borredner zu beschäftigen; das Einzige, was ich aus seinen Aussüh- rangen für würdig genug halte, einer kurzen Besprechung zu unter- ziehen, ist seine von tiefer Kenntniß der gegnerischen Grundsätze zeu- gende Behauptung von unseren„Theilnngsprojekten". Zum tausendsten Male, glaube ich, befinde ich mich in der Lage, diesen Unsinn öjjent- lich zu vernichten, und immer wird er un« wieder entgegengeschleu- dert. Was wir wollen, ist nicht eine Bertheilung de» Besitzes, son- dern gerade eine Conzentrirung desselben in der Hand der organisir- ten Gesammtheit, de« Staates. Die Gesammtheit, das Volk, der Arbeiterstand selbst soll in Gemeinsamkeit in den Besitz der Arbeits- bedürfnisse, der Rohstoffe, Maschinen zc. gebracht werden, damit er fähig werde, den vollen Ertrag seiner Arbeit für sich in Anspruch zu nehmen, ohne im Kapitalgewinii einen mehr als wucherischen ZinS an nichtarbeitende Fabrikanten abzugeben. Der volle Arbeitsertrag nach Verhäliniß der Leistung jedein Arbeiter, das ist die Losung in unserem Kampfe. Ja, so wenig denken wir an„Theilung" bei Besitzes, daß wir nnS gar nicht fürchten vor der schrecklichen Drohung des Hrn. Dr. Hirsch, daß, gezwungen durch unsere, die Interessen der Besitzenden so tief schädigenden Pläne, die Kapitalisten sich könnten einmal veranlaßt sehen, ihre Kapitalien in die Reisetasch« zu stecken, einer freundlichere» Zukunft in England oder Amerika entgegen zu reisen und uns da- mit das wichtigste industrielle Agens(das Kapital) zu entziehen. M. H, die Rohjtosse, die wir zur Arbeit brauchen, Eise», Kohlen:c., die ArbeitSmaschinen, Fabrikgebäude, den nahrungspendenden Boden können Jene doch nicht zu ihren Hemden in den Koffer packen und nach Amerika hinübertragen, und Alles das zusammen ist ja daS Kapi- tal,'das der Arbeit an vie Seite treten muß, und das im Geld nur in eine Tauschsorm verwandelt ist. Und wenn wir bewegliches Ka- pital brauchten— nun, m. H., das sranzösiiche Volk half sich, al« es die Kirchengüter einzog, mit den Assignaten— könnten nicht auch wir Papiergeld ausgeben, das seinen Werth im Staatsbesitz, im Grund und Boden haben würde? Und wenn, wie wir das ja er- streben, die Bewegung eine internationale ist, was soll ihnen dann jenes Geld in England und Amerika, wo sie sich ja ebenfalls voll- zieht, denn mehr nützen als bei uns? Haben wir denn aber ein Recht, Grund, Boden, Maschinen u. s. w. für die Gesammtheit in Anspruch zu nehmen? Grund und Boden, und alles Andere ist ja mit Hilse der Arbeit aus ihm entstanden, waren eher vorhanden als der Mensch; die ersten Gesellschaften kennen keinen Privatbesitz an liegenden Gü- lern;. Kriege, Eroberungen einerseits und die geistige Stumpsheit der Uebervoriheiiteil andererseits haben ihn geschasse» und zur Gewohn- heit werden lassen. Er ist zusälligen Machtoerhältnissen entsprossen, ist kein Naturgesetz und kann darum durch«ine Verschiebung der Macht auch verändert oder abgeschafft werden.—(Lebhafter Beifall.) „Ist denn nun aber auch eine Nothwendigkeit zu einer Aenderung der Produktion Zweise und somit anch der Besttzverhältnisse vorhan- den"? das ist die Frage, die zunächü zu stellen ist und die Ihnen der 'Vortragende bereits ausführlich beantwortet hat. Er hat Ihnen gezeigt, daß, so lange die Maschinen nicht in Ihrem Besitz sind, sie Ihren Lohn stets herabdrücken müssen, weil durch sie Arbeitskräfte siberflüfsig gemacht werden, die da« Arbeit«- angebol vermehren. At« ich dasselbe Hrn. Dr. Hirsch in der letzten Versammlung entgegenhielt, da antwortete er mir, um mich zu wider- legen, mit der Angäbe, daß sich die Zahl der Einwohner Deutschlands feit dem Jahre IBlö von 20 auf 40 Millionen vermehrt habe, wa» einen indnstriellen Aufschwun; bezeichne, der hauptsächlich den Ma» schinen zu verdanken sei. M. H. Seit Adam bi« zu JameS Watt haben sich die Menschen auch in wunderbarer Weise vermehrt, ohne dabei Maschinen in Anspruch genommen zu haben, und in einigen Jahren werden die Meisten von uns meuschheilsvermehrende Eben- bildet von sich henimlausen sehen, an deren Eristeiiz die Maschinen wohl auch keiilen Theil haben werden.(Laute Heiterkeit und Bei- fall.) Aber daß ein Mißverhältniß in der Gesellschaft besteht, da» hat ja auch Hr. Hirsch zugestanden; er führt au, daß die einen Ar- beiter 3'/- Thlr., andere bis 14 Thir. wöchentlich verdienen und daß diese Ungleichheit beseitigt werden müsse. Ich glaube, et giebt eine himmelschreiendere Ungleichheit, deren Beseitigung mindestens eben so dringend ist und da« ist die im Einkommen der Arbeiter und der Fabrikanten(Lebhafter, Beifall). Aber, meinte Hr. Hirsch, nicht die Arbeitgeber saugten die Arbeiter an«, die haupljächlichste Ursache de» sozialen Elends seien— die Armeelieseramen. Wahrlich, in. H., man muß Anwalt der deutschen Gewerkoereine sein und Hirsch heißen, um den direkten Zusammenhang zu verstehen, der zwischen diese» beiden Katezorieeil besteht.— Allerdings sind die Tauseilde, die der letzte Krieg in die Taschen der Armeetieferanten geführt hat, zum größten Theil aus Arbeitergroschen zusaminengespeichert worden, aber diese haben den Weg durch den Staatsschatz genommen, in den sie hauptsächlich durch die indirekten Steuern gelangt sind. Wenn Hr. Hirsch nun die Armeelieferanten für so gesellschaftsschädlich hält, io möge er sich doch lieber anstatt gegen ihre Personen, gegen die Jnsti- tutionen wenden,: durch die ste geschassen worden sind. Er mag sich ebenso energisch gegen die Barbarei der Kriege und die sie verewigende bestehende Staatssorin, den heutigen Staat, wenden, der ihrer zu sei- nem Bestehen bedarf.(Beifall.)' Aber, m. H., trotz dieser erklärte» Kriegsfeiiidlichkeit hat Hr. Dr. Hirsch, während die sozialistische Partei in der ganzen Welt sich wie ein Mann gegen den Krieg und das Kriegführen erhob, den Erfolgen der Waffen entgezeilgejubelt. Heut, m. H., erklärt Herr Hirsch die Armeelieferanten für schädlich und im vorigen Jahre, da klopfte ihm das Herz vor Stolz und Freude, als er vom«straßburger Münsterthurm das deutsche Banner wehen zu fehen glaubte. Herr Hirsch halte dabei, wie das so vielen hofsnungsseliqen Nationaldeutschen begegnet ist, da« schwarz-weiß-rothe Banner des deutschen Militärstaates für da» schwacz-roth-aoldene des deutschen Freiheitsstaates angesehen").(Lebhafter Beifall.) (Schluß solgt.) *) In Nr. 92 de»„Volkstaat" von 1370 findet sich unter de Ueberschrift„Die Kriegsskribisaxen der deulschen Presse" eine Kritik jener äußerst amüsanten literarischen Schlachtenbuminelei des Derrn Hirsch. � In Glauchau ist die Sektion der Internationalen Ma- nufaktur-Gewerksgenofsenschaft(Vorort: Cnmmitzschau) von der städtischen Polizei aufgelöst worden, nachoem das fach- fische Ministerium— wie bekannt— vor mehreren Wochen die Internationalen Gewerkschaften für politische Vereine erklärt hatte.-_ Agitationsbcricht. Kaum hatte ich das tÄcfängmß verlaheu, so wurde mir von Seite der Arbeiter in Auma, Zeutenroda, Neustadl a.£X, Pößneck, Saatfeld und SUiünchenbernSdo rf, der Wunsch ausgesprochen, ich möchte bei ihncu Versammlungen halte». Am Sonntag, den 17. Dzbr. fand denn in Auma eine Volksversammlung statt, welche schon im Anfang gestört werden sollte durch den Redakteur der„Eisenbahn", K. Ist gell. DerKoup gelang aber insosern nicht, als ihm gleich mit Entschiedenheit sein Vorgehen zurstckgewiesen wurde. Hierauf folgte ein Vortrag von mir stber die Arbeiterbewegung, welcher für den Redakteur der„Eisenbahn" ein losortiger Ansporn zur Herausgabe eines Exira- blatics war, wimmelnd von Unwahrheiten und Emstellunge». Montag, den 18. hielt ich abermals eine Versammlung daselbst, in welcher ich einen Zwcigverein der internationalen Gewertsgenoijen- schaft der Mannfaliur-Ardeiter gründete.' Derselbe piegs in seiner Zahl bls auf 3t), und kann ich mit Bestimmtheit sagen, daß dortselbsl ein ehr reges Par ieileben herrschen wird, sobald sich öfter dieAgitanon hinerstreckc. — Dienstag, den Ist. Dzbr. Vollsversanimlung in Zenlenroba. Die- s elbe war einberufen von Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Ar- beitervereins, bewies aber erst recht, daß die Zusammengehörigkeit der Arbeiter eine unbedingte Rothwendigkeit ist; denn indem man mir zu- gestand, daß ein gewisser Herr Kapell aus Berlin erst vor lurzer Zeil daselbst eine Rede hielt, in der er aber nur über die sozialdemo- iralischc Arbeiterpartei schimpsie, so bewies ich, daß ich einen Vortrag ebensogut vor Mitgliedern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins als wie vor Mitgliedern unserer Partei zu halten im Stande sei. Würde ein jeder Agitator des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins so handeln, darin würden bald diese ewigen Streitereien aufhören und die Eurigleil vollständig hergestellt sein.— In Neustadt a. O. hielt tch einen Vortrag in einer Arbeiter- versaininlung und halte am 1. Weihnachts-Feiertage Gelegenheit, an einem Arbeiterfcst Theil zu nehmen, woselbst ich die Festrede hielt.— In Pößneck hielt ich am 21. Dezbr. im Arbeiter-BilduirgSverein die Grabrede für die Hrrjch-Duncker'schen Gewerkvereine und gründete am 21. Dzbr. eine Sektion der internationalen Gewerksgenosjenjchafl der Via- nusaklur-Arbeiler. Am 24. hielt ich in Münchenb ernsd orf eine Volksversamnr- lung. Am 14. kam ich nach Saal seid und sollte mir hier wieder einmal der Beweis geliefert werden, wie Fabrikanten-Kehlen sich im Schreien überbieten können. Die Versammlung, recht zahlreich besucht, sollte eine Erläuterung über den Zweck und die Prinzipien der Arbei- terbewegung hören. Kaum jedoch, baß ich eine halbe Stunde gesprochen, so bricht em furchtbarer Sturm der anwesenden Fabrikanten to», daß kein Wort mehr verstäudlich ist. Der Nähmaschinen-Fabrikant Rau- mann aus Dresden schrie wie ein Wahnsinniger, daß ich, als Vor- tragender, weder die Lassalle'schen Schristen, noch sonst ivas kenne, sich sich überhaupt stühcnd auf meine Jugend; bald stimmte der Dhierarzt Schwerdt ein, welcher in seinem betrunkenen Zustande kaum zu stehen vermochte, sowie der Maut ermcister Winter, welcher beim Weg- gehen dem Arbeiter Günther, einen bejahrten Mann, einen derben B r u st st o ß versetzte, daß er nahezu umfiel, ihn einen„Esel,"„Dumm- köpf", und dergl. nannte, rn dieses Geheul ein. Noch muh ich eines erwähnen: Als ich auf den Reichstag zu sprechen kam und die Worte des Kriegsministers von Roon zitirle, welcher bekanntlich sagte, daß die abgeschossenen Glieder ketn Verlust seien, sondern eine Mehrung ihrer Ehre, woraus ich für eine solche Ehre dankte, da schrie der Fabrikant Baumann, ich sei ein Vaterlauds-Berräther, ein Landes-Verräther und dergl. mehr, in welches Wuthgeheul dann die übrigen Bourgeois bald einstimmten. Am Schluß der Versammlung, in welcher mau weder zu dem einen,»och zu dem andern Resultat kam, wurde mir noch miigetheitt, daß man es darauf abgesehen hätte, die Versammlung zu störe» und man sogar 20 Mann Feuerwehr in Bereitschaft hielt, welche zur obligaten Keilerei mit eingreifen sollten. Dies beruht auf Wahr heil. Die Dresdner Parteigenossen ersuche ich deshalb, den Nähmaschinen-Fabrikant Naumann in ihre Versammlung einladen zu wollen und ihm die l!asjalle'jchen Theorien auseinander zu setze», da er sich selbst gebrüslct hat, er kenne die Werke von Lassalle. Sic mögen ihm überhaupt sagen, daß es lünftig für ihn besser sei, sich anständig zu betragen. Durch dieses Gebahreii haben wir nicht allein die Arbeiter gewonnen, sondern auch selbst Männer vom Kapital, und der Wunsch, bald wieder zu erscheinen, wurde mir gerade von letzteren zu Theil.— In Rudolstadt konnte ich nicht agitatorisch thätig sein, sondern nur für den Agitatians-Bericht Material einsammeln und zwar, Agh mau in 0ei» znstruttiousstuuve» des Militärs frug, wer Bebel und Liebknecht kenne, worauf dann 4 davon erklärte», daß sie nur gehört, diese seien im Reichstag und hielten auch immer Vcr- sammlungen über die schlechte Lage der Arbeiter. Hieraus drückten die Vorgcsetzten ihre Verwunderung aus, daß nicht mehr da seien, welche diese beiden Heiren käniiten; das käme wahrscheinlich daher, daß hier keine Thüringer seien, denn dort seien sie besser bekaniit. Aus diesem Bericht wird man ersehen, daß diese Gegend ein sehr ergiebiges Feld sür unsere Bewegung ist. Besonders erwünscht wäre es, wenn Parteigenossen, denen es nicht daraus ankommt, in welcher Gegend sie arbeiteii, sich in diesem Kreis, besonders in Pößneck, Saal- seld und Auma, placirten. Indem ich nun Euch, bei denen ich zuletzt gewesen, ein„Haltet fest!" zuruse, verspreche ich zu gleicher Zeit, dem so viel anSgesproche- nen Wunsch, bald wieder zu erscheine», nachkommen zu wollen. Mit sozial-demokratischem Gruß _ Heinrich Jmhof. Internationale Metallarbeiterschaft. Nachdem sämmtliche Mitgliederschaften der Gewertschast(mit Aus- nähme Nürnbergs) Chemnitz zum Vorort gewählt haben, wurde in der am vergangenen Freilag den 26. Januar zu diesem Zweck ab- gehaltenen Mitgliederveisanimluiig") der provisorische Ausschuß ge- wählt, Nachgeiianule Mitglieder wurde» gewählt und nahmen die die Wahl an: Als Geschäftsführer Bürger Gustav Schubert (gegen 1 Stimme), zum Haupikasjirer Bürger Aug. Thümm- ltitg")(gegen zwei Stimmen) zum Schriftführer Bürger Ernst Friedrich,(gegen 7 Stimmen) zu Stellvertretern die Herren Herr- mann Sehdel und Ernst Läßig(je gegen 7 Stimmen). Die Stimmen bei Wahl der Revisoren waren etwas gesplittert, doch erhielten die absolute Majorität die Herren Herrmann Hoger, Ernst Leibscher und Herrmann Schmiedel. Die Wahl der Beisitzer hingegen war eine einstinlinige und siel auf die Bürger Herrmann Müller, Fer- dinaiid Maschner und Friedrich August Albert. Indem wir dieses hiermit zur Kenntnlß aller Mitglieder bringen, fordern wir die Mitgliederjchaften aller Orten, insbesondere aber den bisherlgen''Ausschuh und die.Centralkomniission auf, uns in Ausübung der von uns übernommenen Bei pflichtungen nach Kräften zu unter- stützen und zeichnen mit Brudergruß an alle Mitglieder Gustav Schubert, Expedient an der„Chemnitzer freien Presse", Lindenstraße 5. August Thümmling äußere Rochlitzerstraße 12. Chemnitz, den 28. Januar 1872. Internationale Gewerkschaft der Holzarbettee. Zur Abrechnung pro 4. Quartal 1871 ist von folgenden Orten Geld«ingegangen, Chemnitz 14 Thlr. 13 Sgr. 1 Pf., Alton, a Eine öffentliche Aufsordeeung im„Volksstaat" hielten wir nicht für nöthig, da im 2meiligen Umkreis von Chemnitz keine Mitglied- schaft exifiirt. ") Zeitherigeriger Kassirer der Chemnitzer Mitgliedschaft mit Hintertegung von 300 Thlr. Kaution, am 3 November 1871 in An- esenheit von mindestens 2000 Mitgliedern gewählt. 61 Thlr. 27 Sgr. 9 Pf., Stade 10'.Thlr. 7 Sgr. 6 Pf., Cölu 2 Thlr. 11 Sgr. 5 Pf. Somit ersuche ich die Bevollmächtigten resp. Kassirer derjenigen Ortschaften, die bis jetzt ihrer Pflicht gegen die Hauptkasse noch nicht ' ackgekommen sind, dirS baldmöglichst zu thun, da die Abrechnung in ren nächsten 14 Tagen erscheinen wird. Altona, d. 1. Feb. Hermann Somann, Hauptkasfirer. Adolphsstraße Nr. 32. Strikes. Stuttgart, 3). Januar. Die bei dem Abgeord- netenhause eingelaufene Beschwerde der strikenden Setzer wegen Beschränkung des CoalitionsrechteS durch Äbkommandirung mili- tärischer jSetzer ist an die staatsrechtliche Kommission verwiesen worden. Berlin. Der Strike der Seidenwirker— so heißt es in einem„Eingesandt" der„Volkszcitung"— hat jüngster Zeit für uns Gesellen fast nichts gebessert, sondern die Fabrikanten nehmen wie früher den Löwenantheil für sich. In Folge des Strikes legten uns die Fabrikanten auf jedes Meter, wozu etwa 36 Hundert Schuß gehören, einen einzigen Silbergroschen zu, und zahlten etwa pro Meter (mir Zulage) 3'/, Sgr. Lohn an den Gesellen. Dagegen haben die Fabrikanten die Dreistigkeit, wegen der uns gemachten Zulage von einem Groschen pro Meter vom kaufenden Publikum pro Meter 7 Gr. 5 Pf. mehr zu fordern. Wie gewöhnlich schützen sie die„große Lohnerhöhung" vor und verdienen(wenn niau es so nennen kann) 6 Gr. 5 Pf. mehr wie früher pro Meter. Für das Andrehen einer Kette erhält der Geselle nur 16 Gr. und ee kann hiernach ein tüchtiger Geselle mit Hingabe des Augenlichts und bei anstrengender Arbeit von früh bis spät doch nur 15—20 Gr. verdienen, muß davon aber noch Pe- troleum zu dieser Arbeit kaufen. In Berlin fand am 25. Januar eine General-Versammlung der Goldschmiede-Gehilfen statt. Der Vorsitzende theilte mit, daß der Strike nun fast beendigt sei, indem noch circa 13 Mann feiern. Die Fabrik von Moskau u. Sohn ist die einzige, die die Lohnerhöhungsforderung nicht bewilligt habe. Nach kurzer Debatte einigte man sich dahin,„in Anbetracht dessen, daß bei erwähnter Fabrik die Gehilfen bei dem Strike auf den größten Widerstand ge- stoßen sind, in nächster Zeit einen Beschluß zu fassen: dieser Fabrik alle Arbeitskräfte fern zu halten." Außerdem wurde mitaetheilt, daß die Geld-Nnterstützungen von auswärts noeb sehr reichlich einlaufen Die Gesellen der Baierisch-Bierbrauereien in Berlin hatten zur Unterstützung ihrer strikenden Kollegen in Wien 500 Thlr. gesam- sammelt, Ehe die Absendung erfolgen konnte, war der Strike zu Ende. Sie haben daher beschlossen, das Geld als Kassenfonds eines von ihnen zu gründenden Vereins anzulegen. Breslau, Hier striken die Silbcrarbeiter wegen abtchläg- lichen Bescheides der Prinzipale aus die Forderung der Erster«» nach 16—20 prozentiger Erhöhung ihres nur 3—4 Thaler betragenden Wocheiilohnes. Main.;.(Tel. Depesche.) Arbeitseinstellung bei sämmt- lichen Schneidern der t5o»fcktii>ns- Geschäfte. 250 Arbeiter feiern, Unterstützung ist erwünscht. Bericht folgt. Leyendecker. Aus Kieritzsch wird dem„Leipz. Tagebl." Folgendes berichtet: „Am 26. Januar war unser sonst so friedlicher Ort der Schauplatz eines Arbeitertumults, dem sogar eine nicht unbedeutende Arbeits- einst el lung gefolgt ist. Von den beim Eisenbahnbau am hie- sigen Bahnhose beschäftigten Arbeitern sollte Einer„wegen Ungehor- sams" gegen die Anordnungen des de» Van beaufsichtigenden Schacht- meisterS entlassen werden.< ie anderen Arbeiter erklärten darauf, die Arbeit einstellen zn wollen, und es kam unmittelbar hierauf zur Schlägerei zwischen mehreren Arbeitern und den Schachtmeistern. Nachdem am Nachmittag die Arbeit wieder aufgenommen worden war, entließ der Bauführer, Hr. Blechschmidt, diejenigen Arbeiter, welche den Koitflikt am Vormittag angestiftet hatten, aus der Arbeit. Dar- aufhin verließen sämmtlichc Arbeiter, 108 an der Zahl, den Bauplatz. Als Grund zu ihrer Arbeitseinstellung geben die Arbeiter an, daß sie von dem eineu der O chachlineister zu schroff behandelt worden seien; eine Erhöhung dei Lohnes haben sie nicht verlangt." In Braunschweig dauert der Strike in der Eisenbahnwagen- Bauanstalt fort. Nicht„hundert" Arbeiter— wie das„Braunschweiger Tageblatt" meldete— sondern einer ist zu Herrn Deicke zurückgekehrt.' Die Fabrik steht und ist leer. Ein Versuch, die Bohr- Maschine mit Laien in Bewegung zu setzen, mißglückte und hat dabei die Maschine wesentlichen Schaden gelitten.-- Außerdem sind Strikes in der Hasenbalg'schen Fabrik'und auf den Zimmerplätzen der Herreu Werrenpsennig und Schacht ausgebrochen. Die Akkordarbeit in der chemischen Fabrik des Hr». Hasenbalg war eine so ungünstige, daß die Arbeiter pro Tag oft nur 14, 13, ja sogar nur 10 Sgr. verdienten, Der Lohn betrug»ur 16 Sgr. und wollen die Strikenden ihn auf 20 Sgr. erhöht wissen bei lOstündiger Arbeitszeit.— Im Rieste n thal haben die Arbeiter, welche von der Braunschweigischen Ei- senbahn-Dire tion durch den Ausseher E. Bergmann beschäftigt wer- den, die Arbeit eingestellt. Brüssel. Der StrikederSchreinerwegen30-prozentigerLohnerhö- hung daueri fort. Alle �Werkstätten sind geschlossen. 1500 Arbeiter! haben Mittwoch die Stadt durchzogen, ein Schutzmann trug an�einer Stange ein Plakat, worauf geschrieben stand: /Assoziation der Schreiner von Brüssel. Strike der Arbeiter, durch die Arbeitgeber hervorgerufen." Die Arbeiter zogen zu Zwei und Zwei, ungefähr lausend an der Zahl und zogen gerade als die Sitzung zu Ende war, vor dem Parlamenlsge- bäude vorüber,—„übrigens sehr ruhig und ohne Geschrei" wie der Brüsseler Korrespondent vir„Frankfurter Zeitung"', welcher das Gleiche meldet, zur Erleichterung seines Herzens hinzuzufügen nicht unterlaffen kann. In Bologna(Italien) stiiken die Cigarrenarbeiterinnen. Die bei der-Regierung in Konstantiuopel in Verwendung stehenden englischen Handwerker haben die Arbeit eingestellt, weil sie einen mehrwöchentlichen Lohn noch rückstäudtg haben. Regensburg. Wir Schneider Regensburas gründeten im No- vember v. I. einen Fachverein, der zugleich Mitgliedschaft des allgc- meinen Deutschen Schneider- Vereins ist, um unsere Interessen dem Kapital gegenüber vertreten zu können. Niemand wird an der Noth- wendigkeit dieses Schrittes zweifeln, wenn man erfährt, daß es hier für die ganz gleiche Arbeit, welche in Ntiinchen, Nürnberg ic. ic. mit 7—8 fl. bezahlt wird, nun 3'/»— 4 st- Löhn giebt, und daß ein Mann, um ein derartiges Stück zu fertigen, s'/z— 5 Normalarbeits- tage fleißig arbeilen muß, und dabei auch noch für Seide, Zwirn, Licht und Bügeleisen zu sorgen hat. Da nun aber die Lebensmittel hier so lheuer sind als an allen anderen Orten, so wird doch jedes Kind be- greisen können, daß mit einem solchen Lohn nichi zu leben ist. Es muß ein Arbeiter, der Familie hat, das an Lohn Vorenthalteue durch lleberarbeit zu decken suchen, d. h. er muß 14—16 Stunden und nach Umständen noch länger arbeiten, um nicht mit Weib und Kind hungern zu müssen. Wohlverstanden: eS sind die besten unserer Leute, welchen dieser Lohn geboten ist, und mindestens'/» unserer hie- igen Arbeiter kommen höchstens auf 42 kr. per 14slündigei Arbeitstag. Der Fachverein nun nahm in Aussicht, die Arbeiter zu sammeln, und zu versuchen, einen etwas weniger miserabel» Lohn herzustellen. Was geschieht? Der hiesige Schneidermeister Franz Petz— dieser Ehrenmann verdient, daß sein Name in allen Arbeilerkreisen gekennzeichnet wird— läuft von Meister zu Meister, um dieselben zu ver- anlassen, daß alle Arbeiter, welche Mitglieder des Fachvereins sind, sofort aus ihrer Arbeit entlassen, d. h. in einer Zeil, in der unser Geschäft gänzlich daniederliegt, 70 Mann auf die«Straße geworfen weiden. Dieser selbe Ehemann ist Mitglied des hiesigen liberalen Vereins und hilft gegen 100°/,, mit Geld aus. Er hat die Maß- regelung auch bereiis begonnen und 2 unserer Mitglieder, darunter unseren Bevollmächtigten, welcher erst 5 Wochen an den Blattern krank lag, entlassen. Inwieweit die Bestrebungen dieses liberalen Helden von Erfolg sein werden, ist jetzt noch nicht abzusehen; daß sie aber unS gegenüber scheitern werdeu, kann er und seine Gesinnungsgenoffen versichert sein, denn wir sind alle fest entschlossen, trotz aller Maßregelungen fest und treu zu unserer Sache ru stehen— ob auch er nnd noch andere liberale Geldprotzen sich darüber zu Tode ärgern. Eine nochmalige ausdrückliche Warnung an die Arbeiter unseres Geschäfts, nicht hierher zu kommen, dürste nach dem hier Mitgetheilten nicht mehr nöthig sei», und daher schließe ich mit soualdemokiaiischein Grug und Handschlag. C. F. R. Caffel. Die Mitglieder der hiesigen sozial-demokratischen Ar- beiterpartn erklären, daß der Bericht unter Cassel im„Volksstaal" stir. 7 nicht mir ihrer Uebereinstimmung verfaßt uno eingesandt wor- den ist.— Berichte über stattgefundene Versammlungen der hi esigeii Parteimitglieder sollen nur dann Gültigkeit haben, wenn diesrlben mit der Unterschrift des Vertrauensmannes nnterztichnet sind. G. Kalbreier(Vertrauensmann). Für die Richtigkeit Julius Sckeil aus Breslau. Quittung. Seit unserer letzten Bekanntmachung ist sür die politisch Gemäß- regelten und die Jnhaftirlen eingekonnnen: November, Leipzig durch Fink 10 Thlr. 11 Gr., Werdau 3 Thlr., Dresden 2 Thlr. 14 Gr. Dezbr, Würzburg durch Winter 2 Thlr. 4 Gr. Januar, Glauchau 2 Thlr., Fürth durch Müller 3 Thlr. 10 Gr. 8. d., Reichenbach durch Neu 3 Thlr. 15 Gr., Frohburg 1 Thlr. 5 Gr., Leipzig durch Bebel 10 Thlr. 7 Gr., Hamburgdurch Ljork von Hrn. Berndes 1 Thlr.— Zugleich wird hiermit quitlirt 1 Thlr. monatliche Parteisteuer pro November von H. Neitzer, Breslau. Hamburg, den 30. Januar 1872. H. Beniuke, Kassirer. An vas Chemnitzer Strikc-Eomitee. Aus Magdeburg wird uns mitgetheilt, daß aus der Gerret- scheu Fabrik daselbst 16 Thlr. zur lliuerstützung der Strikenden ab- gesandt worden sind, ohne daß in der Generalquittung etwas dai- über zu finden.wäre. Redaktion des„Volksstaat". Briefkasten der Redaktion: C. B. Köln: per Zeile'/, Gr. Glauchau: In nächster Nummer.— S. in Kalt: per Zeile Y» Gr.— der.Expediliou: Dr. Jacoby Kgbg. f. Ab. 3 Thlr.— Von Fr. Mätzold in Wickeishaiu f. Schrft. 11 Gr.— von Klaiber in MorgeS sür Ad. 4. u. 1. Qu. 1 Thlr. 25Gr.— Schwelm 1 Thlr. 20 Gr. f.>Ab. 1. Q. erh. E. Stdlr. in Rechenberg f. Schrift 7 Gr. 7 Pf. erh; Sorge Ho- boten 50 Thlr erh.; Stolle Meeran« f. Ab. 5. O. 10 Thlr 20 Gr. f.;An. 3 Gr.; Stumpf inj Mainz, f. Schrift 1 Thlr. 2 Gr. erh. Köuneke, Spandau f. Schrift. 2 Thlr. 2« Gr. erhlt._ Kür politisch Gematzregelte, F. in Golzig 1 Thlr. Für Feuerbach. Vom Soz.-Dem.-Arb.-Vercin Eglmgen 1 Thlr. 10 Gr._ Für Frau Tittrich in TchanDau. AuS Bremen 15 Gr., anonym, mit der Unterschrift: „Ein Leser des„Volksstaat" und Parletgenosje, der sich nur „noch in der Reserve hält, bis auch für ihn da« Maaß zn _ voll wird."_ Achtung! Maschinen- sowie WagenräSeroreher werden ersucht, gesäl- ligst den Preis, welchen ihre Werkstatt zahlt, für alle sowohl als neue Arbeit, ebenso die Masse, woraus sie besteht, baldigst mitzu- theilen, da es sich um eine Erislenzsrage handelt. Briefe sind sud Adresse C. T. an die Erpeditiou des„Volksstaat" zu senden._ Zur gcsälligcu Beachtung. Meine Adresse ist jetzt: Bennesisstraße 16. Köln, den 31. Januar 1872._ Carl Berg. Entbmduugs- Anzeige. Meine liebe Frau Karharina geb. Beruicke hat mich mit einem gesunden, starken Knaben beschenkt. Kalk bei D.utz. den 3 Febr. 1872. Jean Schruren. Dringende Bitte lm die Parteigenossen. Die„Dresdner Rachrichte»" brachten am Z0. Januar einen im höchste» Grade ehrabschnciderischen Artikel über die Unterzeichnete». Da solche BcrlcuinSunge» mit Borliebe von der wahrheitsliebende» Presse der Bourgeoisie»achgc- druckl zu werden pflegen, ersuchen wir alle Parteigenossen, uns diejenigen Blätter zu bezeichnen, in welchen diese Ber- lcumduugen erscheinen, und uns wo möglich, ein Belegblatt einzusenden. A. Ltto Walster. Dresden, ZI. Jan._ Wilhelm Möller. Für Cölu. Der alljährig hier stattfindende der vereinigten Dcbak- und Eigarreu-Arbeitcr, findet am 10. Fe- bruar er. im allen Kuhberg in der Schnnrgaffe statt, wo;u Freunde und Parieigenvsseii höflichst eingeladen weiden. Karlen sind vorher beim Unterzeichneten in Empfang zu nehmen. Hub. B u d e l m y e r Bev., Breiteslraße 129. Für Wetzlar. Der Abonnent in Wetzlar wird ersucht, seine Adresse an Karl Orb ig, Verlrauensmanii der Pattei in Gießen, Schreiner beiReiber, Seltersweg, mitzutheilen._ Für Leipzig. Gewerksgenossenschaft ver Holzarbeiter. Nächste Versammlung den 10. Februar in der Restauration von Götz, Nikolaistr. 51. Tagesordnung: sozialer Wochenbericht. Aufnahme neuer Mitglieder._ Für Leipzig. Sozialdemorratischer-Arbeiterverein. Freitag, den 11. Febr. Abends 8 Uhr: Versammlung im Saale der„goldneii Säge",(Nestauraitt„Viktoria"). Tagesordnung: 1. Wahl eines zweiten Vorsitzenden und eines zweiten Revisors. 2. Sozialpolitischer Wochenberichi:(Ref. Hadlich). Gäste sind freundlich willkommen._ Der Vorstand. — In W. Rubcnow» Buchhandlung, Berlin Brunnenstr. 31 ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: C. A. S. Ein Wort zur Berstäuvigung iü der sozialen Frage. Dem demokrattjchen Verein zu Berlin gewidmer. _ Preis 27, Sgr._ Bekanntmachung. Den Leser» des„Volksstaal" in ReuSnitz. Reuschönefeld, Boll- marsborf, Sellerhausen. Crottendorf, Auger wird dekannt ge- geben, daß vom 1. Februar au, bei Herrn Schneider L. Presset in Vollmarsdorf, Ewaldstr. 74/2 eine Filiale xpeditioil errichtet ist. Abonnements werden dort entgegengenommen, auch sind dortselbsl einzelne Nummern zu haben. Leipzig. 30. Jan. 1372. Tie«rpeditiou des„Bolksflaat". Von der„«xpedittou des„BoikSflaatS" sind zu beziehe»: Engels, Deutscher Bauernkrieg. (7 Bog.) einzeln 5 Gr. in Part. 4 Gr. Bcrhandlnngen des Baseler iv. Kongresses des iuternat. Arb. Bundes mit Bericht des Gene- ralrathe».(8 Bog.)...... 3'/,„„ 3» Liebknecht. Zu Trntz und Schutz.„ 27«„„ 2., Erinnerung a.d deutschen Mords- patriotenv. 1800—1807.(6 Bog.)„ 27,„ ,. 2 Bebel, Unsere Ziele.(3 Bog.)..„ 27,„ 2» Diezgen, 3 Kanzelreden, Die Religion der Sozialdemokratie...„ 17»" 1» Leipzig: Verautw. Redakteur A. Hepuer(Redaktion u. Elpedition Hohestr. 4.) Druck n. Verlag von F Thiel«.