W 13 Mittwoch, 14. Fevrnar Erscheint wöchentlich S mal in LetZzt«. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand» lungen des In- und Aus- landeS an. Für Leipzig nehmen Bestelungen an: A. Bebel, Peteristraße IS, F.rhiele, Emilienfiraße 2. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal m Leipzig. Abonnemrntöpcei»: Kür Preußen mcl. Giempel- stener IKNgr, für die übrigen deutschen Staaten l2 Ngr. per Quartal. Filialerpedition für die Ber- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J.»ia Newjork Orga» der soMl-dcmokratischen Arbeiterpartei«nb der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Politische Uebersicht. Wir sind jetzt in der lustigenFaschi ngS'zeit, und Alles, was Ueberstuß an Zeit und Äeld hat, sucht sich nach Kräften zu amusiren. Bisher war der Karneval bloß auf die katho- tischen Länder und Landestheile beschränkt, aber neuerdings hat auch der Protestaniismus die Zweckmäßigkeit dieser Znsti- tution eingesehen, und namentlich im protestantischen Deutsch- land werden starke Versuche gemacht, dlen Karneval einzubürgern Bisher sreilich mit geringem Erfolg; indeß dürften sich die Aussichten doch für die Zukunft günstiger gestalten, seit Fürst Bismarck im Preußischen Abgeordnetenhaus eine so gelungene Faschingsfeier veranstaltet, und darin als Hauptperson figurirt hat. Gelungen in jeder Beziehung. Fürst Bismarck spielte seine Rolle vortrefflich, die Scrosser, Reichensberger, Windlhorst Lasker nicht minder; der Landtag als Chorus war tadellos. und daS„gebildete",„aufgeklärte" Publikum ist mit Recht entzückt über die famose Vorstellung. Der alte Kampf zwischen Kaiser und Papst konnte nicht bester traveftirt werden. Hie Weif— Hie Hohenzollern! Hier der ultuamontane Pfaffe, dort der„Schulmeister, der bei Sadowa gesiegt hat!" Hier die Kirche, die den Staat, dort der Staat, die die Kirche be- nutzen will! Hier die Unfehlbarkeit der Kulte, dort die Unfehl barkeit de» Säbels! Hier Dressur und Disziplin im Namen der Dreieinigkeit Vater, Sohn und Heiliger Geist, dort Dres- sur und Disziplin iin stkameu der Dreieinigkeit �Infanterie. Kavallerie und Artillerie. Und da e« nur ein Faschings scherz ist, trotz polternder Worte keine Erhitzung, keine Erbitte- rung! Wir sind ja im letzten Drittel des neunzehnten Jahr- Hunderts, und Kutte wie Säbel wissen sehr genau, daß sie Anachronismen sind, die ihre Existenz nur zu fristen ver- mögen, indem sie einander nach Kräften unterstützen, und daß sie sich nur bekämpfen dürfen, um einander zu stärken. Fürst Bismarck— und das ist der einzige Vorwurf, der ihm zu machen — hat dies mit etwas undiplomajscher Riivetät ausgeplaudert, was indeß der Wirkung ouf daS Denkcrvolk keinen Abbruch thut. Das Beste in der Bismarck'schen Vorstellung waren unzweifelhaft die Szenen, in welchen er seine Angst vor pfäffischcn Hofintriguen ausdrückte. Er spielte so gut, daß man die Angst für wirklich, und den Spaß für Ernst halten mußte. Ihr Proletarier aber, die Ihr entrüstet euch abwendet, und daran erinnert, daß in der Pariser Kommune simple Arbeiter mit Einem Worte die schwarzen Vögel verscheuchten, mit denen der „eiserne" und„geniale" Staatsmann sich jetzt so wllthig he rumschlägt, ohne auch nur einem einzigen ein Federchen zu krümmen, bedenkt: eS ist Karneval, und„lat Geck elleans!" — Laßt den Fastnachtsnarren ihr Plaisirchen!— Laluyä, unseren Lesern bekannt durch seinen Prozeß mit dem Gesellschaftsretter und ehebrecherischen Urkundenfälscher Jules Favre, ist in dem Gefängniß gestorben, und zwar in Folge der harten Behandlung, die sein rachsüchtiger Feind dem 59 jährigen schwächlichen Mann zu sichern wußte. Von einem anderen scheußlichen Justizmord, der anB la nqui verübt wird, berichten wir in einem besonderen Artikel. Dagegen hat die Versailler Gesellschaft in einem schwer erklärlichen Anfall von Schamgefühl den wegen Theilnahme an der Kommunereoolution verurtheilten Gelehrten Elys�e Räclui aus der Haft entlassen und— zu ewiger Verbannung begnadigt., ,Ewig" heißt natürlich: so lange die Versailler Wirthschaft dauert, allein charakteristisch und lehrreich ist es immerhin, däß die Französische Bom geoisregicrung einen ehrlichen Mann der Wissenschast nicht im Lande dulden kann. Indem sie Eltzsve Räclus von Gensdarmen über die Schweitzer Grenze transportiren ließ, legte sie das Bckenntniß ab, daß die Forteristenz der Bourgeoisie sich mit der modernen Kultur nicht verträgt._ einem der zum Verein gehörigen Etablissements, darf während des Strikes und noch innerhalb zweier Monate nach erklärter Beendigung des Strikes kein Arbeiter in einem andern zum Verein gehörigen Etablissement auf- genommen werden, dafern er nicht einen ordnungsmäßigen Entlassungsschein seines bisherigen Arbeitsgebers produzirt. Auf Antrag des Herrn Philipp von Chemnitz�: Lehrlinge, welche vor Vollendung ihrer Lehre dieselbe ohne Zustimmung des Lehrherrn verlassen, dürfen während der kontraklgemäßen Dauer ihrer Lehrzeit von keinem Mitglied des Vereins angenommen werden. Die Parteigenossen in Glauchau, Zwickau, Werdau, Reichenbach, Mtttweid a. Vurgstävt und all den Orten, in welchen Maizrcgeliingen auf Urund des fächsifchen Vereins- und Berfaminlungsiiefetzes stattgefunec» haben, und auf er- hobene Beschwerde bereits(fiitf eidungen einer ttrctsdirektion oder dcS Ministeriums erfolgt sind, werde» gebeten, umgehend den Wortlaut dieser Entscheidungen an uns cinznsende». Tie gleiche Aufforderung richten wir an alle die Orte, in denen überhaupt eine Maffrcgclung stattgefunden hat, aber Beschwerde nicht erhoben wurde. ES stellt sich bei Sichtung des Materials heraus, daß uns noch verschiedene nähere Mittheilungen von Orten, in denen ein Einschreiten der Behörde stattgefunden hat, fehlen Um aber die Beschwerden vollständig anführe» z» könne», ist es am sich.'rften, wenn jeder Ort sofort, ohne Rücksicht darauf, ob der Fall schon im „VolkSstaat"veröffcntlicht war oder nicht u»S Roti-.cn ein sendet, und zwar mit Angabe des Datums, an welchem die Majzrrgelung stattgefunden. Alle Briefe in dieser Angelegenheit wolle man a« die Adresse von Bebel gelange» lassen Eile thut Roth. Leipzig. Die Kommission zur Ausarbeitung der veschwerdeschrtft an Ministertum und Landtag. Die„Freiheit wie in Oestre'ich." Der Verein „Freiheit" in Wien ist aufgelöst, der„Volkswille" für Ungarn verboten worden._ Wie verlautet, sind auch inRottluff, Altendorf, Ober- und Niederraben stein die Sektionen der Internationalen Fabrik-, Manufaktur- und Handarbeitergenosscnschaft(Vorort: Crim- mitzschau) aufgelöst worden. Aus dem Erzgebirge sind uns verschiedene Briefe zu- gegangen, welche die Schilderungen des Hrn. Dr. Michaelis in manchen Punkten für viel zu günstig erklären; und auf Grund eig- ner Anschauung müssen wir den Vriesschreib.rn beistimmen. Mit allgemeinen Redensarten ist aber nichts gethan; eS giltThatsachen zu berichten, und wir fordern daher unsere Parteigenossen im Erzgebirge dringend auf, an die Michaelis'sche Broschüre an- knüpfend, Material zu sammeln, und un» dasselbe, sei eS verarbeitet, oder zur Verarbeitung zuzuschicken. In einer am 1s. Dezember 1871 zu Chemnitz abge- haltenen Versammlung deS Vereins der Maschinenfabrikant e n, E i s e n g i e ß e r e i b e s i tz e r und verwandten Jnduflriecllen >m Königreich Sachsen wurde, wie uns von kompetentester Seite mitgetheilt wird, beschlossen: 1. Auf Antrag des Herrn Direktor» Gustav Hartmann von Chemnitz: für den Fall einer Arbeitseinstellung in Eine Arbeiterversammlung in Breslau. (Schlaf! zn No. lt.) Reißer(fortfahrend): Mit d�ser Heranziehung der politischen Agil tation tili Besserung der Arbeiterlage, wie sie aus der zitirten Bemerkung Hirsch's logisch folgt, bin ich vollkommen einverstanden und im Namen meiner Partei ruft auch ich Ihnen mit der Consequenz der Hirjch'schen Entdeckung zu: Betheiligen Sie sich derart an der politischen Bewegung, daß Zustände geichafsen werden, die dynastische Kriege un möglich machen; seien Sie Demokraten!(Lebhafter Beifall). Hr. Huhn macht darauf ausmerkstm, daß eine Intelligenz, welche die Hände in die Tasche stecke, eben keine sei. Die Widerleg» dcS Hirsch- scheu Vortrags hätten auch nicht Fabrikaiiten und Arbeitgeber, von wei chen Leplereii allermeist die Rede war, untei schieden; ganz vergessen seien von ihnen die„Einigiiiigsämier" der lAcwcrkvereine! lLegei, die Borwürfe, welche Schulte-Oeliysch in durchaus ungerechiscriigier Weise gemacht worden, spreche daS Bestehen und die Wirksamkeit der Bor- schußvereine zc. Wenn die Arbeiter sie weniger benutzen, als sie sollten, so ist das nicht Schuld der Vereine, sondern der mangelnden Einsichi ver Arbeiter. Es wird ein Antrag eingebracht, der etwa dahin geht: die Versamm- Lung erklärt, daß Gcwerkvereine eine andauernde Verbesserung der Lag? deS Arbeiters nicht herüeiführe»; diese Verbesserung werde nur durch rege politische Agitation der Arbeiter geschassen; sie empsiehlt dahe> Anschluß an die sozialdemokratische Arbeilerpaitei. Hr. Huhn erklärt sich gegen diesen Autrag als einen nickt zur Sache gehörigen. Gegenstand der heutigen Bersammlung sei die Widerlegung des Vortrags von Dr. Hirsch. Der Borsipende erachtet den Antrag aber als ein Resumö der Debatten und stellt ihn daher mit zur Diskussion. Färber erNärt sich gegen die Einiguiigsämter. Sie sind die logische Folgerung a»S der Hlrsch'schen Harmonielehre; in ihnen werden zwei in ihrer Macht durchaus verschiedene Elemente einande, gegenüber- gestellt, um einen nach beiden Seiten hin gleich befriedigenden Ausgleich zu bewirken. Man vergißt dabei die thatsächliche Abhängigkeit des Arbeiters von der Klasse der Arbeitgeber, welche sicher aucki aus die Aeußerung seines Uriheil« nicht ohne Einfluß bleiben wird. Wer bürgi aber auch dafür, daß die von Ibnen gewählten Arbeiicr Ihr Vertrauen nicht täuschen, nicht im e»ischeideiide» Augenblicke an Ihrem Jniercsic zu Verräiheru werden? Es beißt leichisinmg mit Ihrem eigenen Wohle. mit dem Jhrrr Familien verfahren, wenn Sie das Schicksal derselben in die Hände eines Jnstüuies legen, das keine Bürgschafi seiner Ver- läßlichkcit bietet.(Beifall, Widerspruch). Dem Uebeislande der Snm- mengleichheit bei den Abstimmungen der Emigungsämier will Hirsch dadurch abhelfen, daß er die Entscheidung in diesem Falle dem Bor- sitzenden und da» Vvriitz abwechselnd an Arbeiter und Arbeitgeber überträgt. Nun, m. H. das beißt doch da? Recht an den Knöpfen abzählen, und e». nach der Reihenfolge heute für, morgen gegen die Ar- beiier wirken, den Erfolg de»«inen Tage» durch den Mißerfolg de» anderen ausheben lassen. Um die R.entenscheine k. nicht auswandern zu lassen, emvfiehlt der Redner, sie einfach für ungiltig zu erklären, wenn sie außer Landes gebracht würden. Wir bekämpfen, ruft er, nicht den Arbeitgeber, der seine Wechsel nicht bezahlen kann, wir wollen ihm aber daS Sterben nicht schwer machen durch die Hülse de« Vorschuß-Vereines zc. Man lasse nicht dm Arbeitgebern Kanonen und Zündnadelgcwehre und den Arbeitern Zü ndhölzchen al» Wassen! Wir kämpfen mit Waffen des Geistes, aber unsere Gegner widerlegen un« nicht, sondern sie verleum- den unSl(«Große Unruhe.)(Beisrll und Widerspruch.) Die Redezeit wird für die weitere Debatte ans 5 Minuten beschränkt. Herr Olbrich meint, die Sozialdemokraten sagten wohl, wie eS sein sollte, aber sie spräche» sich nicht darüber aus, wie es gemacht werden solle, wie namentlich angefangen wc den müsse. Damit haben die Gewerkvereine bereits begonnen. Durch die Genossenschaften mii Staatshülse sei da« Heil wahrlich nicht zu erwarten; das habe Frankreich unter Louis Blanc gezeigt! Kaiser spricht gkgen'jeneNationalwerkstätten, mit denen dieSozialdemokra. ten nichts zu thun habe»; sie hinderten die Arbeiterbewegung! Er spricht kann auch über die Arbeiter in Laurahülte, die sich nicht bekleiden könnten, obwohl die Aktien der Hütte auf 140 gestiegen, sowie über das Risiko de» Arbeiters. Herr Binner will nachweisen, daß die Theorie der Sozialdemo- kraten zur Wegnahme und„Theilung" aller Güter, zum Kommunii- mus führe. Heute vollzogen, werde diese Theilung morgen schon wieder- holt werden müssen! Die Gewerkvereine wollen nicht die Strikes, sie wollen die Ernigungsämier, und sie setzen das Vertrauen in die gewählten Arbeiter, wie in die gewählten Arbeitgeber des Einigungsamtes daß sie nach bestem Wissen und Gewissen die Entscheidung Ircssen. Es ist nicht anzunehmen, daß der Arbeitgeber, wenn der Arbeiter als anständiger Mensch ihm gegenübersteht, nicht eine Einigung mit ihm wünschen könne. Die Behauptung, daß Schulze nichts von Nationalökonomie verstehe, sei eine zu grundlose Behauptung, um widerlegt zu«erden. Wenn ober beiden Wahlen die Kneipen voll, die Wahllokale jedoch leer sind, wie kann es danil wundern, daß die Volksvertretung im Reichstage zum Konzil wirdl Herr Grün.(Mitglied des demokratischen Vereins in Berlin.) Redner gehört weder der einen noch der anderen der heut streiienden Parteien an; er thut dar, daß Hirsch ebenso wenig wie Schulze und Genossen ein Recht habe, sich einen Demotraten zu nennen. Schulze sei trotz seiner pol>tischen Wandlungen ein Ehrenmann. Aber eine Besserung»er poliiischen Lage sei nur von Männern von der Färbung Jacobys zu erwarten. Färber: Die Naiioiialwerkstätten seien kein Werk von Louis Blanc, ihr Urheber sei Marie. Der Zweck derselben sei ein der Arbeiierbewegung geradezu entgegengesetzter gewesen, man habe 30,000 Arbeiter zu un- produktiven Arbeiten, zum Straßenbau zc. verwandt, um sie dann gegen die Arbeiierbewegung gebrauchen, mit ihren Hilfe Ausschreitungen und damit die polizeiliche Unterdrückung derselben provoziren zu können. Aber andere Produktioassoziaiione» haben in Frankreich mit Staats- mittel« gearbeitet und, so gering die letzteren ihnen auch zugewiesen waren, sich glänzend bewährt.— Oeh m e. Einer der Vorredner meinte, die Sozialdemokraten sagten wohl, wie es sein sollte, aber nicht, wie es angefangen werden sollte, um die bestehenden Zustände zu ändern. Sinn, meine Herren, ich ineine, die Sache ist sehr einfach lind auch schon ofimals in unseren Versammlungen auseinander gesetzt worden. Eine dauernde Verbesserung der Lage der gesammten Arbeite tlasse kann nur herbeigeführt weiden dnrch eine Umänderung der jetzigen Produk- , ionsweise und, damit ziisammenhängcnd, durch eine Umformung der ganzen gesellfchafllichen Verhältnisse. Eine solche herbeizuführen, sind vie Hirsck>- Du, ickerschen Gewerkvereine nicht im Stande, da dieselben die politische Agitation entweder ganz ausschließen oder dieselbe doch nur höchst»ebensöchlich, z.B. bei Wahlen und auch dann nur im Sinne der iialionallibcralen oder Forischrittspariei beireibe». Durch die von den Gewerkvereinen gegründeien Kranken- Begräbniß- und Inoa.iden- kassen kann wohl eine tleiiie Sicherung, doch niemals eineVerbesserung, am wenigsten eine dauernde Verbesserung der Lage der Arbeiter hcrbeige- führt werden. Eine solche ist nur möglich, wenn sich die Arbeiter in einer festgeschlosienen poliiischen Partei organisiren, und sich dadurch politische Macht erobern. Eine solche Partei ist die sozialdemokratische Arbeilcrvartei; dieselbe sucht vor allen Dingen die Arbeiter politisch aufzukläien und sie von der Bevormundung durch die besser siiuirlen Klassen zu befreien, sie pflegt aber auch das sozial« Gebiet durch Grün- dung»nd Ausbreitung der internationalen Gewerkschaften. Welche großartige Erfolge auf diesem Wege zu erreiche» sind, davon haben Sie ein Beispiel an der Jnternatio lalen Arbeiterassoziation, vor welcher jetzt schon die Regierungen wie die Bourgeoisie zmern. Nun, m. H., die sozialdemokratische Arbeiter-Partei steht aus demselben Prinzip wie die Internationale, sie will, daß die 89 Prozent der Bevölkerung, welche die Arbeiter bilden, ihr Recht erhallen. Gleiche Rechte und gleiche Pflichten, das ist unser Programm; wir wissen aber sehr wohl, daß der Heuligen Staat unseren Forderlinge» niemals gerecht werden wird, deshalb ist es unsre Pflicht, dabin zu streben, daß wir die Macht erlangen, um den Staat zu errichten, in welchem der Staat daS Volk ist, und eS liegl im eigensten Jiiieresie jedes Arbeiters, welchem es mit der Ver- besjerung seiner Lag« Ernst ist, uns in diesem Streben zn unterstützen. Darum, m. H. treten Sie ein in die sozialdemolraiische Arbeiter-Pariei, helfen Sie uns im Kamps gegen das jetzt allmächtige Kapital die Fahne des Proletariats hoch halten, und je früher und je zahlreicher Sie dies ihiin, desto eher werden wir unser Ziel erreichen: ein menschen- würdiges Dasein für den Arbeiter im freien VolkSstaat.(Beifall.) Herr Huhn bringt eine der zuerst vorgeschlagenen RejolUiion ent- gegentretende ein. Nach derselbe» soll ausgesprochen weiden, daß die Gewerkvereine für den augciidlicklichen Bedarf am angemessensten sind, um den Arbeitern ohne Staatshilfe auszuhelfen. Nach weiteren Ver- handliingen werden jedoch(es hatten sich bereits viele Theilnehmtr der Versammlung emsernt) beide Resolutionen zurückgezogen, und es erhält, nachdem Herr Huhn die Nothweudigkeit der poliiischen Bciheiligung des Arbeiierstande« anerkannt hat. das Schlußwort der Vorsitzende Neißer, der die Unierstützungskasse» der Gewerkvereine als Mittel zur Sicherung der Arbeiter vor dem Elende in Unglücksfälle» kennt- zeichnet, aber für unfähig erklärt, eine dauernde und sorischreitende Vcrbesieriing des Arbeiierlooses herbeizuführe». Mit Riicknchi auf diese Wirtsamkeii seien sie zu achten und zu empfehlen, und auch die sozial- demokratische Arbeiterpartei errichte ja solche. Di« Noihwendigkeit der einheitlichen poliiischen Agitation sei eben auch vom Vorrediier aner- kanni uud ein gemeinsames Vorgehe» der Arbeiter in dieser Ricklung von demselben eiiipfoble» worden; darum scheine das Natürlichste, daS sich Denen, die mit beiden Thätigkeiisrichmngen einoerstanden sind, also nach Huhn'S Aussührungen auch den bisberigen Mitgliedern der Ge- werkvereine, zu ihuii empfehle,— d er A n s ch l u h a n d i e P a r i e i, die Beide« gemeinsam ins Werk setzt, die sowohl iür SicherungSkassen als auch für eine Aenderung der politischen Verhältnisse agitir«— an die sozialdemokratishe Arbeiterpartei.(Lebhasler Beifall.) Hieraus wird, nachdem die Anwesenden von beiden Parteien zum Besuch ihrer Versammlungen aufgesorderi, nach 2 Uhr die Versammlung vom Voifitzenden gejchiosien. Jedenfalls hat diese Versammlung min- bestens dazu beigeiragen, die große indifferente Masse w eder etwa» auszurütteln; außerdem zeugt aber auch die äußerst zahlreichc Belhiiligung a» unserer nächsten Versammlung, sowie der Zuwachs an Pariciniii- gliedern»nd Abonnenten dafür, daß wir lhatsächlich einen bedeutenden Erfolg errungen haben, und der Hr. I)r. Mar Hirsch dürste wohl für die Zukiinst die Lust verloren haben, die Ardeiler Breslau'» mil seinen Harnioniephrasen zu langweilen. Lechhausen. 4. Febr. Di« Arbeitseinstellung der hiesigen M«- tallschlägergehilsen ist siegreich beendet; eS wurden ihnen'/, der gestellien Forderung bewilligt. Durch das Gelingen der Arbeitseinstellung ermnihigt, wollen nun sämmiliche Meiallschlagergehilfen eine Gewerkschaft gründen, auch wird der hiesige Arbei, erverein an Mitgliedern gewinne». Möge den Arbeitern diese« Ergebnis als Beispiel dienen, wa» durch Einigkeit erreicht werden kann, un» den Kleinmcistern, daß ihre Interessen gegenüber dem Kapital dieselben sind, wie die der Äiheiier., �. Mit sozia l-demokratischem Gruß Laut» Jörg. Eil» politischer Vesangeuer von 1871. (Der nachfolgende Artikel ist aus Gam betta's„ßöpub- lique francaise" übersetzt und soll zur Orientirung über das Schicksal des monatelang vermißten B lan q ui dienen. In diesen Tagen soll dieser eiserne Revolutionär, der mehr als sein halbes Leben in den scheußlichsten Kerkern zugebracht, und über dessen Haupt das Henkerbeil schon mehrere Atale geschwebt hat, vor das Tribunal kommen. Gegenstand des Prozesses ist ostensibel der Pariser Ausstand vom 3i. Oktober 1870, in Wahrheit Blanquis ganze Thätigkeit, insbesondere nach der Kapitulation.— Er soll„unschädlich gemacht" werden/ und Blanquis Freunde be- fürchten, daß die Versailler ein scheußliches Verbrechen gegen ihn im Schilde führen. Der„Figaro" brachte näinlich vor Kurzem die Notiz, bei Blanqui zeigten sich Zeichen von Geistes- störung und es ist mehr als wahrscheinlich, vaß die franzö- sische Regierung in der Unterbringung Blanquis in ein Irren- Haus den einzigen Weg sieht, sich den unbequemen Mann vom Halse zu schaffen. Die Notiz im„Figaro" ist vermuthlich der Beginn dieser scheußlichen Jntrigue, deien Gelingen bei der Gefügigkeit der Äerzte, nicht unmöglich ist.(Wer erinnert sich nicht des Peter-Bonaparte Skandals?). Blanqui vor Ge- richt zu stellen, und ihm öffentlichen Prozeß zu machen, das werden die Versailler wohl schwerlich wagen, da sich die An- kläger in Angeklagte verwandeln würden.) Vlauqut, der in Folge der Belagerung sehr leidend war, hatte sich in den ersten Tagen des März nach Breteuaup(Lot) zu seiner älteren Schwester und zu einer seiner Nichten, welche an den Dr. Lacombre verheimhel, zurückgezogen. Letzlerer war bei seiner Ankunft im Begriff, mit seiner Frau nach Spanien abzureisen. Blanqui, von einem heftigen Bronch al- Katarrh ergriffen, mußte sich sogleich niederlegen. Er bliev mit seiner Schwester, welche ihn vcrpstezle, allein zurück und wurde den 17. März Nachmittags auf Befehl des Prokuralors der Republik verhaftet. Bei seiner Verhaftung war Blanqui sehr krank. Seines leidenden Zustandet ungeachtet, zwangen.ihn die GenSdarmen auszustehen und führten ihn bei einer sehr empfindlichen Kälte (mehrere Grad unter Null) nach Figeac. Der Prokurator der Republik empfing ihn artig und sagte ihm äußerst freundlich: „Ich werde Ihnen ein Zimmer geben lassen, ein kahles, vergittertes uud verriegeltes Zimmer in dem Gefängniß von Figeac mit Beschlagnahme von Messer, Federmesser:c." Von dem liebenswürdigen Beamten erfuhr er hier auch den Auf- stand von Paris, den Rückzug der Regierung und der Truppen nach Versailles und den durch den Telegraphen angelangten Befehl, nur der Regierung deS Herrn Thiers Folge zu leisten. Blanqui wurde den 20. März nach den Gefängniffen von CahorS gebracht. Hier begann eine grausame Sequcstra- tion, die er volle 8 Monate zu erdulden hatte.. Jede Berüh- rung mit der Außenwelt wurde ihm untersagt. Er konnte seiner Familie weder Nachrichten von sich geben noch solche erhalten. Seine Schwester that vergebliche Schritte, um sich nach seiner Gesundheit zu erkundigen. Man ließ sie wiffen, daß man den Gefangenen nicht einmal von ihrer Gegenwart benachrichtigen werde, der sich von den Seinen volltommen verlassen fühlen mußte. Im Uebrigen wurde er höflich che- handelt, aber seine Jsolirung war vollkommen, er sah Ätie» mand außer dem Oberkerkermeister; die niederen Wächter nä- Herten sich ihm nicht. Der Prokurator der Republik von Ca- hors und der Präfekt von Lot besuchten ihn mehrere Male und er erhielt mehrere Bücher, um sich zu zerstreuen. Keiner der Eivil- oder Militärbeamten zeigten sich jemals, um die gesetzlichen Formalitäten der Eriminalinstruktion zu vollziehen. Am 17. Mai wurde ihm endlich erlaubt, seine Schwester zu sprechen und er glaubte schon bcffern Stunden entgegen sehen zu dürfen, als er plötzlich am 22. Mai aus se.nein Kerker geholt und fünf Gensdarmen überliefert wurde. In ihrer Mitte wurde er in einen Waggon gesetzt und nach Nor- den dirigirt. Er bemerkte sogleich, daß seine Wächter den Befehl hatten, seine Gegenwart in dem Zuge zu verheunlichen. Unnölhige Mühe: Die Eisenbahnbeamteu hatten seine Elnker- kerung rm Waggon gesehen und machten sie bei der Ankunft in jedem Bahnhos bekannt. Der Gefangene konnte also wäh- rend der ganzen D»uer seiner peinlichen Odyssee die Beweise einer allgememen Theilnahme entgegennehmen. Ter Ort der Bestimmung war sowohl ihm, wie der Eensdarmerie ein Geheimniß. Sie glaubten die Reise gehe blos bis Tours, wo man am 23. um 1 Uhr Nachts ankam. Die Nacht war sehr dunkel, der Gcfängniß-Waggon wurde vom Zug abgelöst, bevor er in den Bahnhof einlies und blieb in der tiefen Fiusternig allein zurück. Hier erhielt der Ouar- tiermeister, der Chef der Eskorte, die Befehle eines Uuve- kannten, der von mehreren Männern umringt war. Der Ge- fangene hätte hier in der Finstcrniß wülhende Verwünschungen und Drohungen vernehmen können. Der Waggon wurde in der Stille wieder an einem Zug befestigt. Es war ein Extra- zug. Er hielt sich nur in Sainur, Angers, Nantes, Redon und Reimes auf. Der Gefangene erkannte den Weg an den Ortsnamen, die an den Stationen angeschrieben waren. Die Gensdarmen waren überzeugt, daß RenneS das Ziel ihrer Reise sei. Ihr Marschbefehl ging nicht weiter. Sic hofften also mit ihrer sonderbaren Reise, die sie zu langweilen begann, zu Ende zu sein, als der Präfekt von Jlle-ct-Vilaine selbst kam, um ihlie»: zu erklären, daß er keinen Befehl habe, sie zu ein- pfangen, ihre Reise werde also bis St. Brieux gehen. Auch diese Worte enthielten nicht die Wahrheit. Der Waggon wurde nach St. Brieux dirigirt, und auf einer Ebene zurückgelassen, wo die Bahnlinie durch keine Schranke geschützt war. Man wartete hier von Mitlag bis halb fünf Uhr Abends auf den Zug, der die Reise weiter fort- setzen sollte. Bald bildete sich um den Waggon eine Zusam- menroltung von Reitern, Freiwilligen, Legit»nistcn, die mehr oder weniger mit päpstlichen Orden geschmückt waren und mit ironischer Miene hin- und hergingen, jedoch ohne Beleidigungen auszustoßen. Die Gensdarmen mußten mit ihrem Gefangenen den Waggon wechseln. Als der Zug auf einer Seilenbahn an- langte, machte er Halt, statt den neuen Gefängniß-Wagzon an die Stelle des allen zu setzen. Der Gefangene mugle also mit seinen Wächtern aussteigen und eine Strecke von 200 bis 300 Meters zwischen dem Zuge und einer Reihe Neugieriger durchpassiren und so einer feindseligen Bevölkerung zum Schau spiel dienen. Von Rennes bis Morlaix wurde der Zug au jeder Station durch eine zahlreiche Zusaiqmenrotlung, die von �.n gehässigsten Leidenschaften erregt war, empfangen. Zwi- ichen Rennes und Guincanp begrüßte ein Haufe von etwa 50 Bauern den Zug mit Hüteschwingen und dem Rufe:„Es lebe der König!" Auf der Station vor Guincanp umringte eine zahlreiche Menge mit drohenden Geberden den Zug. Die Gensdarmen mußten einschreiten, um dieser Gewaltthätigkeit ein Ende zu machen. Ein junger Mensch näherte sich Blanqui, der voin Waggonfenster aus dein Tumult zusah. Nachdem er ihn einige Minuten betrachtet hatte, rief er:„Er gleicht dem Glais- Bizoin, aber er ist noch niederträchtiger als er". Um 11 Uhr Abends kam man in Morlaix an. Die Kälte war sehr streng. Die Gensdarmen, die von Etappe zu Etappe durch aufeinanderfolgende Befehle bis ins Innere der Bretagne geführt wurden, glaubten endlich am Ziele ihrer Enttäuschungen angelangt zu sein, als sie zu ihrer größten Bestürzung hörten, es handle sich um eine See-Expedilion. Diese letzte Mystifikation hallen sie nicht erwartet, sie mußten sich jedoch drein ergeben. Ein Wagen fuhr die traurige Ca- ravane den Fluß entlang. In früher Morgenstunde, nach einer eisigen Rächt, be- stiegen Gensdarmen und Gefangener eine Barke, die die SegU lichtete. Nicht ein Lüftchen wehte. Das Meer war im Fallen. Nach zwei Stunden langer Ueberfahrt, gelangte die Barke an den Fuß einer schwarzen Masse, welche sich aus den Finthen erhob. Aus diesen Finsternissen drang ein tönendes„Halt! Werda!"„Frankreich!" gab der Ouartiermeister zur Antwort. „Welches Corps?"„Gensdarmerie."—„Passiert." Mit Mühe und ilkolh landet man aus glatten Felsen, ersteigt eine große Granitstaffel, die sich in einer Zugbrücke endigt. Nach Ueber schreitung der Zugbrücke gelangt man in einen schmutzigen Raum, wo ungefähr 30 Mann aufgestellt sind. Das ist die Garnison des Forts Taureau, die vor 3 Tagen angekominen war. Der Kommandant führte seinen Gefanze- nen eine enge Treppe hinauf zu einer kleinen Thüre, die eine schwarze häßliche Kasematte öffnete. Der Unglückliche, durch Kälte und Anstrengung ganz erschöpft, siel auf einen feuchten Fußboden. Es war drei Uhr Morgans, den 24. Mai 1871. Das Fort von Taureau, das sowohl Frankreich, als der übrigen Welt vollkommen unbekannt ist, wurde in der Mille des 16. Jahrhunderts von der Stadt Morlaix zum Schutz ihres Handels erbaut. Es war eine Munizipal-Festung, die dasselbe Ende nahm wie alle munizipalen Institutionen Frank- reichs. Das Königthum hatte sie unter Ludwig X.1V. kon- siszirt und die Einwohner von Morlaix mucksten nicht. Sie dachten nicht einmal daran, weil jenes Zeitalter dem Despo- tismus gänzlich verfallen war. Als das Fort von Taureau zur königlichen Festung wurde, mußte es natürlich als Bastille dienen. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ward La Chaslotais Parin eingekerkert, wie noch mehrere andere patriotische Staatsgefangene im Be- ginn der Revolution. Seither war es einfaches Fort, das ei- nige Karren und Artilleriematerial besaß. Gegen die Mitte des Mai 1871 fiel es der Versailler Regierung ein, dieses kleine Fort nach Art Ludwig XIV. oder XV. in eine Bastille zu verwandeln. Man muß gestehen, daß sich diese Bestimmung volltom- men für dasselbe eignete, sobald.es sich darum handelte, einen einzigen Menschen lebendig darin zu begraben. Für zwei Menschen wäre eS schon zu klein. Wir lassen eine kurze Be- schreibung folgen. Es soll auf einer Klippe erbaut sein. Die Fluth dringt bis unter die Mauern, die nördliche Seite aus- genommen, wo die Ebbe einen kleinen steinigen und mit Kräu- lern bedeckten Platz einige Minuten laug frei läßt, der dann sogleich wieder verschlungen wird. Wenn man zur Zeit der Ebbe landet, so befindet man sich vor einer großen Treppe von 25—30 Stufen, die nach der Zugbrücke führt; dann kommt man auf die Wache und von dort durch eine große Hausflur ln den inneren Hof. Das Meer steht auf gleichem Niveau mit dem Hof, und das Fort, dessen unlere Hälfte von den Wogen gepeitscht wird, erscheint wie ein schwimmendes Schiff auf hoher See. Unter der Plattform befindet sich nach der innern Seite die Wohnung der Soldaten, unten die Artilleriemagazine, auf der andern Seile die Wohnung des Kommandanten, gegen hinten sind mehrere Säle, unter andern die große Flur, die auf den Hof führt, die Wachlstube, die Wohnung des Schließers und eine Polzeistube. Unter dieser Hausflur und direkt unter der Plattform ist die Kasematte. Dieses Gesängniß, daS aus un- geheuren Granitblöcken erbaut ist, wird durch ein einziges Fensler, das aui den Hof geht, erleuchtet. Drei Theile der Kasematte sind dunkel, die Luft ist feucht und stinkend, die Wände sind mit Salpeter überzogen, der sich sogleich wieder erneuert, wenn man ihn ablöil. Man kann einen großen Vor- rath davon sammeln. Das Gewölbe umhüllt den Gefangenen wie mit einem Eismantel, und selbst bei nebliztem Wetter ist es besser, Tag uud Nacht das Fenster offen zu lassen, denn die äußere Feuchtigkeit ist der inneren vorzuziehen. Selbst die Junifonne nähert sich nie diesem Fenster, und durch eine eigen- thümliche lokale Beschaffenheit wird jedeS Geräusch des Forts in der Kasematte gehört. Die übrigen Fenster des Forts sind unvergittert, und die vom Rost zernagten Giller bezeugen, daß nur die Kasematte in den verstosscnen Jahrhunderten als Ge- fängniß gedient hat. Auf der Plattform sind 8 Kanonen in einem Halbkreis aufgestellt. Die Festung hat jedoch seit ihrer Gründung weoer eine Kugel erhallen noch eine entsendet. Es ist die scheußlichste aller Bastillen. Die Monate Mai, Juni, Juli waren eiskalt, Mittags suchte man sich an der Sonne zu wärmen, wenn die- selbe zufälliger Weise zwei oder dreimal des Monats schien. Fortwährende Regengüsse, undurchdringlicher Nebel, wülhende Winde, und eine feuchte, bis auf die Knochen dringende Kälte. 'Nur die Monate September und Otuwer sind erträglich gewesen. Gewöhnlich dient das Fort von Taureau dem Schließer und einem Arlillerieaufseher zur Wohnung. Letzterer hat das Material zu beaufsichtigen. Am 15. Mai setzte man die Wvh- nung deS Kommandanten in Stand, einige Tage nachher nahmen 25 Mann des 41. Linienregiments Besatz von dem Fort. Der Kommandant hatte sich installirt und am 23. auf den 24. wurde Blanqui in der Kasematte begraben. Zu gleicher Zeit warf ein Kriegsschiff in der Bai von Morlaix die Anker aus und befand sich bei der Abreise des Gefangenen am 11. Nov. noch auf derselben Station. Eine halbe Compaznie, 2 Offiziere, ein Staatsschiff, um einen einzigen Mensche» zu bewachen, das ist viel ver- schwendete� Geld, wenn Ebbe im Staatsschatz ist und 4 oder 5 Milliarden zu bezahlen sind! Dieser schreckliche, gefährliche Feind ist ein kränklicher, durch lauge Kerker gebrochener Greis, der jeder physischen Anstrengung unfähig ist. Wie groß war sein Erstaunen, als der Kommandant des Forts zu ihm sagte, indem er ihn in diese schreckliche Kasematte führte:„Mein Herr, ich appellire an Ihre Ehre, erklären Sic, ob Sie ge- sährliche Waffen bei sich tragen." Ein schlechtes Messer, ei« Federmesser, eine Nadel und 2 Stecknadeln waren die bei ihm befindlichen Zerftörungswerkzeuge. Der Kommandant hielt eS nicht für nölhig, sie ihm zu nehmen. Den folgenden Tag nahm das Erstaunen des Gefangenen eine andere Richtung, als der Kommandant ihm auf ausdrück- lichen Befehl die Instruktionen des Kriegsministcrs mitthcilte. Sie bestanden ungefähr in folgenden Ausdrücken:„Befehl, auf oen Gefangenen zu feuern, bei dem geringsten Fluchtversuch. Für den Fall, daß versucht würde, ihn zu befreien: der Be- fehl, ihn sogleich zu erschießen, und den Belagerern nur die Leiche auszuliefern." Mit Unwillen erwiderte der Greis dem Gouverneur der neuen Äastille:„Mein Herr, solche Dinge geschehen nicht mehr in unseren Tagen, und wenn sie geschehen, so wissen Sie wohl, daß man mit der Leiche des Gefangenen auch die Leichen der Soldaten ausliefern müßte."„Ich weiß es, mein Herr," antwottete der Kommandant. Diese vorgeblichen Gefahren eines äußern Angriffs und einer gewaltsamen Befreiung waren ein bloßer Hohn, wenn nicht mehr. Der unglückliche Gefangene ließ es sich gesagt sein. Er berührte nie das Gitter seines Uenfters und näherte sich nur mit äußerster Sorgfalt demselben. Er that wohl daran: denn eines Abends schoß die Schildwache, die unter seinem Fenster stand— wahrscheinlich aus Versehen, ihr Gewehr ab. Die Kugel beschädigte Niemand und der Soldat wurde bestraft. Ebenso wahr ist eS, daß sämmtliche Schildwachen in diesem Fort, aus dem man nicht ohne Flügel entkommen konnte, Mabene Gewehre halten, und noch dazu im Voraus geladene Chasscpols, welche man zehnmal laden kann, bevor der Gefangene drei Schritte inacht. Bei solchen Anordnungen verkehrt sich daZ Hassenswerthe bald ins Lächerliche. Wenige Augenblicke nach den, dem Gefangenen gemachten Eröffnungen, trat der Kerkermeister herein und bedeutete ihn, ihm zu folgen. Nachdem er dreizehn dunkle Treppen hinab- gestiegen und durch eine zweite Thüre getreten war, stieß er unten im Gewölbe auf zwei Soldaten mit entblößten Degen in der Hand.... Der eine der beiden Soldaten blieb am Eingang des Gefängnisses zurück, der andere, immer mit dem Säbel in der Hand, stellte sich vor den Gefangenen, der Ge- fängnißwärter hinter ihn, und so stieg die kleine Truppe schweigend die Äraniltreppe, welche zur Plattform führt, hinauf. Es handelte sich hier einfach um eine Proinenade, die auf diese liebliche Weise stattfand. Der Gefangene marschirtc, zwischen seine beiden Wächter eingekeilt, die ihn. hierauf wieder mit demselben Ceremoniel in sein Loch begleiteten. Er hatle ver- sucht, sich der Brustwehr zu nähern, um das Meer zu betrach- tcn. Der Gefängmßwärter fuhr ihn barsch an:„Es ist Ihnen verboten, das Meer anzuschauen." Auf diese Art wurde der öreiviertelstundenlange Spazier- gang zweimal des Tages, Morgens und Abends, 6 Monate lang wiederholt. Nach seiner Rückkehr in sein Loch Warden die beiden Soldaten verabschiedet, es blieb nur noch die per- inanente Schildwache unter seinem Fenster. Die Zugbrücke wurde herabgelassen und die Stunde der Gefahr war für die Garnison vorüber.— Ein scharfsinniges Zähmungssystem, das in der Falken- beize wohlbekannt ist, wurde ferner ausgesonnen. Da sich jedes Geräusch dieser Festung in der Kasematte bricht, so war sie Aufgabe leicht, sie bestand darin, einen Höllenlärm zu machen. Nach jeder halben Stunde wurde die Schildwache abgelöst, die vier oder fünf MelreS von dem Gefangenen ent- sunt war, der unter dem offenen Fenster schlief, um frische Luft einathmen zu können. Da die Zeit in der Bastillc nur durch die Hänguhr des Kommandanten gemessen wurde, so rief die Schildwache, sobald sie ihren Schlag vernommen: Korpo- ral, abgelöst! Die Wachlstube war vor dieser Schildwache nur durch die Schenke getrennt. Wenn der eingeschlafene Posten nicht gleich hörte, so ging der Soldat durch die Schenke, klopfte an die Thüre und kam dann auf seinen Posten zurück. So- bald sich der Korporal mit seiner Mannschaft zeigle, stieß die Schildwache ein entsetzliches„Werda" hervor, das die Breto- neu auf der Küste hätte aufwecken können. Der Korporalaut- worleie mit derselveu Stimme. Als die Tchilowache abgelöst war, stieg sie auf die Plattform empor, nm die übrigen Schild» wachen abzulösen. Beim Herabsteigen wurde sie mit einem neuen„Werda" begrüßt, ebenso tönend, wie das erste. Außer diesen periodischen Anrufungen, hörte man im Laufe der Nacht die Rnnoe der Offiziere, der Unteroffiziere, die Patrouillen mit ihrem brüllenden Gespräch. Alle diese braven Leute hatten Befehl, sich bei Arrcststrafe heiser zu chreicn. Bei jedem GarnisonSwechsel war die erste Nacht f ruhig. Die Soldaten wechselten ihre Interpellationen mit ge- mäßigter Stimme. Den folgenden Tag wurden die Verhaltungsmaßregeln gegeben, und die darauffolgende Nacht brach das Gebrüll mit der ganzen Kraft neuer Kehlen anZ. Der unglückliche Gesangeue halte die Naivität, sich über diese Barbarei zu beklagen. Der Kommandant antwortete ihm phlegmatisch: D-r Zweck dieser Methove ist, Die Wachsamkeit ver Solvaten aufrecht zu erhalten. „Es ist Ravaillac's Sirafe, die Sie über mich verhän» gen," sagte ihm mehrere Male daS Opfer. Jede Klage hatte eine Verstärkung der Patrouillen zur Folge. Sie verstummte. (Schluß folgt.) Tie Wohuuugsfrage. IV. Es wurde früher gesagt, daß die Wohnungsfrage mit der Frage von der Produ ktivität des Kapitalszusammcn- fällt, und in der That steht und fällt sie um derselben. Wenn das an sich leblose Kapital das Recht hat, Jahr aus Jahr ein so und so viel gethane Arbeit aus dem Zirkulationsprozeß der Gesellschaft für sich herauszureißen, wenn der Thaler, wie Lassalle sagt, wirklich das Recht hat, neue Thaler zu Hecken, so ist der heutige Zustand der Wohnungsfrage zweifelsohne zu Recht bestehend. Was ist der Mielhvertrag? Ein Bertrag, in welchem der Eine, der Vermiether, dem Miether ein Haus oder eine Wohnung für eine bestimmte Zeit und für einen be- stimmten, in Geld zahlbaren Preis überläßt. Rationalökono- misch ist dieses Haus oder diese Wohnung ein Werth wie ein anderer, ein Kapital wie ein anderes. Die modernen Gesetz- bücher verstehen nicht einmal diesen Satz, so daß sie den Haus- «igenthümer noch viel mehr begllnst-gen als den Besitzer anderer Produkte. Wir nehmen nun an, die Produktivität des Kapitals werde wirklich bei den Hörnern gefaßt, wie das früher oder später geschehen muß z. B. durch ein llebergangsgesetz, welches den Zins aller Kapitalien auf Ein Prozent festsetzt, wohtgemerkt mit der Tendenz, auch j diesen Pro- zenisatz immer mehr dem Mullpunkl zu nähern, so daß schließ- lich nichts mehr bezahlt wird, als die zur Umsetzung des Kapitals nöthige Arbeit. Wie alle andern Produkte, ist natürlich auch Haus und Wohnung in den Rahinen dieses Ge- setzes gefaßt, und der Miethvertrag wandelt sich so f ort in eine der tausend einfachen Umsätze um, wie sie als Kauf und Verkauf in der Gesellschaft nothwendig sind. Der Besitzer selbst wird der Erste sein, der seine Hand zum Verkaufe bietet, da sein Haus sonst unbenützt und das in ihm angelegte Kapital einfach nutzlos sein würde. Wir sehen also von dieser Seile her, daß sich die Ablösung der Miethwohnung mit Ro thwendigkeit er g iebt, als e>ne Folge der Abschaffung der Produktivität des Kapitals überhaupt, und sind somit auf den am Ein- gang unserer Untersuchung aufgestellten Satz zurückgeworfen, daß die Wohnungsfrage einen Bruchtheil ier sozialen Frage überhaupt darstellt. Der Gesammtinhalt der Lösung der Wohnungsfrage ist also in dem Worte„Ablösung" gegeben, und es handelt sich jetzt nur mehr darum, noch einige Folgerungen zu ziehen, u.» von allen Seilen her volles Licht aus unseren so bedeutenden Gegenstand fallen zu lassen. Zunächst muß von gesellschafts- wegen in unsere Frage volle Klarheit geworfen, alles Zu- decken, alle Dunkelheit ernstlich fernegehalten werden; das erste und dringendste Mittel hierzu ist eine gewissen- haste, umfassende, mit astlen Hülfsmitteln ausgerüstete Statistik. Diese von der Obrigkeit geleitete Sla- ttstik giebt vollen und ganzen Aufschluß über Bedürfniß, Zu- wachs, Abgang, Art und Weise, Ausstattung u. s. w. der Wohnungen. Die Gesellschaft hat sozusagen über sich selbst Buch zu führen, um so den Bedürfnissen ihrer einzelnen Tlicder nachkommen und dieselben nach allen Richtungen hin befriedigen zu können. Eine exakte, pünktliche, sich immer mehr verbessernde Wohnungsstatistik im Verhältniß zur Zahl der Einwohner und ihrer Bedürfnisse ist also eine unerläß- lichc Bedingung, ohne welche niemals Ordnüng und Sicherheit »n allgemeinen Zustande der Wohnungen erreicht werden kann. Hand in Hand mit ihr muß eine mit allen Mitteln der WissenjchaftausgestatteteGesundhcitspolizei gehen, welche die Wohnungen in sanitärer Bez ehung zu prüfen und mit den Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege in Ein- klang zu bringen hat. Hierbei darf keinerlei Ausnahme, keiner- lci Willkühr Platz greifen, denn für den Einzelnen ist es eine Psticht gegen die Gesellschaft, eine gesunde Wohnung zu haben, und wo Fahrlässigkeit oder Leichtsinn sich dagegen stemmt, muß er dazu gezwungen werden. Eine dritte, gleich bedeutsam Maßregel, ohne welche die beiden obengenannten ihren Zweck uur unvollkommen erreichen könnten, ist dieGründun g großartiger Bau-Produktiv-Genossenschaften, in welchen Nch sämmtliche dazu nöthigen Gewerbe: Maurer, �teinhauer, Erdarbeiter, Schreiner u. s. f. zu ge- ein sa iner Thäligkei t vereinigten; sie treten zunächst »n Stelle der Bau-Akiien-Gesellschaften und bemächtigen sich Naturgemäß immer mehr auch der Privaiunternehmungen, wie sie bisher noch gebräuchlich sind. Diese Pcoduktivgenossen- fchaften mit ihrer zahlreichen Gliederung stellen, da ja auch v>e Kreditverhällnissc andere geworden sind, den vereinig- ktn Kapitalisten— Unternehmer— Arbeiter dar. S« kaufen den Boden, bauen die Häuser, sorgen für deren Unterhalt und Verkauf und stehen mit den statistischen und sanitären Kommissionen in steler Beziehung; sie treten in Kon- mrrenz mit den alten Eigenthümern und Unternehmern und tsreichen in ihrer beständigen Ausbildung und VervoUlommnung tine Stufe, um allen Bedürfnissen der Privaten, der Gemeinde Und des Staats in vortrefflichster Weise gerecht zu werden. *Utse großartigen Arbeiter-Genossenschaften sind berufen, der �rsellschaft im Großen und Ganzen gegenüber das zu leisten, �a« im kleinen Privarzetriebe die saubere und pünktliche Haus- srau leistet. Sie schaffen gute, schöne und billige Wohnungen und werden für alle Ewigkeil der Willkür, dem Schlendrian, isw Leichtsinn in der Bauart der Häuser ein Ende machen. sind, wie alles in der kommenden Gesellschaft, demokra- Mch organisirt, der Grift der Freiheit und Gleichen durchdringt sie, und sie wählen sich ihre Leiter und �"Umeister aus der Konkurrenz wissenschaftlich gebildeter Archi- Uklen und Ingenieure. Vom obersten Baumeister bis zum ätzten Handlanger herab gilt der Grundsatz, daß jeder so viel Ntrdicnt, als seine Leistung werth ist. Sind'erst diese Zustände geschaffen, deren allgemeinste �viindriffe wir heute entworfen, so ergiebt sich alles Weitere isitichjam von selbst. Der Geist der Gcseygebunz wird voll- ständig rcforinirt; die Quällreien, Steigerungen, all' das 'cheud der modernen Miethwohnung schwindet, die Familie wird 11% mehr zu Grunde gerichtet, der Arbeiter nicht mehr auf's Master geworfen, mit einem Wort, die Willkür ist ver- vannt aus dieser ganzen Reihe von llmsetzungen, ünd die Idee des ökonomischen Rechts durchdringt das gejammte Leben. Und da, wo die Miethwohnung noch bestehen wird, wie so häufig beim vorübergehenden Aufenthalte, wird ein anderer Geist diese Beziehungen regeln, und der Miether kann sicher und frei sein, der eigene Herr. Billigkeit, Schönheit, Gesundheit wird die Regel, das Gegentheil aber eine seltene Ausnahme sein. Solche und ähnliche Fragen, dünkt uns, sind der Auf- merksamkeit der sozialen Demokratie wohl werth. Warum nennt sie sich doch sozial? Möge sie eingehender, als es bis jetzt der Fall war, sich dem Studium dieser praktischen und so un- endlich durchgreifenden Fragen hingeben. Möge sie sich, wie hier über die Wohnungsfrage, so auch über die anderen gleich wichtigen Fragen, wie Kredit, Staatsschulden, Privat- schulden, Steuer u. s. w. klar zu werden suchen, und sie wird unseres Erachtens größeren Gewinn davon tragen, als wenn sie bei ihren rein politischen Fvr- derungen, wie allgemeines Wahlrecht, Preßfreiheit, Bersamm- lungsrecht u. s. w. stehen bleibt. ALir wissen ja, daß uns der heutige Staat die politischen Rechte in reiner, unverfälschter Form nicht geben kann, weil diejenigen Gesellschaftsklassen, zu deren Gunsten er besonders besteht, sofort zusammenbrechen würden. Um die politischen Rechte in reiner Form ertragen zu können, muß die Gesellschaft ihre soziale Gliederung au, den Grundlagen der Freiheit und Gleichheit aufbauen und diese Grundlagen sind es, welche ganz besonders unsere Aufmerk- samkeil verdienen. Ist sich die soziale Demokratie erst einina über diese Wahrheit in ihrer ganzen Tiefe klar, so wird sie erstaunt sein, zu sehen, daß ihr noch ganz andere, noch viel packendere Agitationsmittel zur Verfügung stehen, als sie bis jetzt wußte, und sie wird erkennen, baß sie mit jedem Schrici in der Erkenntniß dieser Frage auch der Verwirklichung ihrer Ziele um vieles näher gekommen ist. Ueber die Gewerkschaften sprach Motel ler, nach dem nachiräglichen Restrate des Krimmitschauer„Bürger- und Banernfreund", auf der Cyemniper Landesver- saminlung ungefähr wie folgt: „Keiner der Redner über den vorliezettden Punkt der Tages- ordnung hat tnetttes Erachiens die uns zanächst auserlegte Aufgabe dergeiialt erfaßt, daß wir nach d.m GehÜ! ten in der öage wiirett, Den zn Hause harrenden Genossen die Nachrichten zu dringen, uni detent- wtllen tvoht die meisten Gewerkschailer hierher entsendet worden, und ich bin üb.rr schi, von Organisalton und Reorganisaiioii. von Neube- gründung und Wiederbegründu ig der Gewerkschaften zu hören, während ich glaubte, daß wir seit Jahren von einer ganz bestitninten Thätigkeü unjeret Organisation berichten können, die jetzt eben durch die mir in der That unerklärlichen Gewalrmaßregeln gegen dieselben gehemmt werden soll. Es kann also mchl ineine Absicht sein, die bewimdertis- werihe Blumenlese von Maßregelungen unserer Gewerkichafien zu be- .reichern, deren eine sogar im Mnuerleibe schon(vor ihrer defiiridven Begründung) durch die Hand der hohen Polizei den Heldeniod ster- den mußte; ick möchte vielmehr heute diesen Ort nicht verlasse», ohne genieinschifUich mit Ihnen untersucht zu haben, ob denn tu der Thai dem anstürmenden Feinde nicht mit der ganzen Ruhe uuserer gerechten Sache zu beweisen wäre, daß er gegen unterschobene Zerrbilder der uns feindseligen Parteien und ihrer Preßsäkscher und aus blinder Abneigung gegen Alles, was von der Sozialdemokratie ausgeht, los- schlägt. Freilich sind wir, indem wir die Jnieressen unserer Erwerbszweige vcifechien, als Kewerkickaster zugleich auch Sozialisten, und wer möchte uns das Problem stellen, die Gewerlschasisversammluugen. zu besuchen und den Sozialisten zu Hause zu lassend Wer möchte uns gegnenscheiseiis Aednliches beweisen, wo wir doch sehen, daß man aus allen Wegen Parteihaß und Leidenschaften gegen uns losgelassen? DieS und nichts anderes ist eS, was in unseren Staliiteu das Wörtchen„International" als Stempel finsterer Nerichwörnng, in un- feiern§2» das Wörtchen„sozialpolitisch" als'Nachweis staats- gefährlicher Thätigteit dieiieti lassen könnte. Bald nennt man uns eine„Verbinduiig von Bereinen", die das Gesetz verbiete, bald hält man es für nöihig, uns erst zu politischen Vereinen zu stempeln. um uns Uliier gewisse Gesetzesparagraphen ziehen zu können. Bald stehen wir in dem Geruch, mit den„Londoner Internationalen" zu geben, und bald bedrohen wir die„Ordnung" dadurch, daß wir uns mit öffentlicheil Angelegenheiten befajfeitl Nun, abgesehen von allem Weiteren finde ich darin wenigstens ein Zugesländniß aus gegneritchem Munde der gtoßeti Betechiigiing unsrer Sache gemacht, daß man sagen muß, der Jammer unsrer Ärbeiterverhältnisse ist eine össenlüche Angelegenheit, et läßt sich nicht mehr ableugnen. Die Gewerksckasler sind allerdmgs bisher der Meinung gewesen, das; Unterstützungen in Fällen unvetschulseter«rbeilstostgkeit, Man derunierslütziinq, Krankenunterstützung und ähnliche Ausgaben, wie sie unsere Gwetlichaften beschäftig' en, immer noch einen persönlichen Charakter haben, obschon unleugbar ist, daß Niemand mehr Interesse daran zu nehme» hätte, solche Justituiiotien gedeih.» zu sehen, als die Gemcitidemrtrelutigcn uud Beiöideu, denen doch die Wohllhar derselben am offensten vor A igen liegt. Jiroeß, wir ditrsen nicht oer- gessen. daß uns das Berhängtiiß in Berhällnisse versetzt hat, in denen alle Schichten derselben gegeneinander gekehrt sind, daß auch der Samarilcrdienft zum Kampfyandwert gestempelt wiid und daß wir sobewandl zu käinpfeu haben. Lernen wir vor Allem also nach oer Bedeutung, die sie durch Nttiere Feinde beigelegt erhalten, den Werth unsrer Gewerkschaften bemessen; unter>ch itzen wir nicht was diese Per- einigungen nach kurzer A beirsfrist geleistet haben müssen, wenn sie so iindeqnent für unsere Gegner geworden lind, daß man zur Leiinnzia' tion und Fälschung in der Presse seil Jahren griff, um sie als staars- gefährlich durch das Gesetz schließlich zerreiben zu lassen. Nach meineni Dasürbalten erblicken die Gegner in unser» Per- einigungen die Pasitionsgeschütze der unaushaltsamen Arbeiterbewegiing die zunächst ihre persönlichen Interessen gefährden, ihren EigetlNitz tratet ihr Feuer nehmen können. Beraihen wir also heute nicht, wie Freund Most jür dtitigend hälr, die Herstellung einer GewerkschtstS- tlnion in erster Linie, denn, wollten wir dies als guten Ratb nach Haus« briiigen, so hieße daS dem Geprägelreit zurufen: Schasse Dir einen brettereti Buckel au!- Beraihen wir nicht über Reorgaussation oder Nellaründung, berathm wir vielmehr Mittel und Wege, die zeitherige segensreiche Thätigteit der Gewerkschaften weiter zu enl- «ickelnj sie zu sotder» und vor Allem zu sichern gegen die Akte der BetgewaUigung, die als Früchte desjenigen PnrliisysteiNs zu bezeich- nen sind, weiches nichl müde geworden ist, unsere Bestrebungen so lange zu schänden, zn entstellen und zu verdächtigen, bis der roihe Schr.cke» den Arm der BehL.de gegen uils lenlte! Meines Eiachiens stehen uns nur zwei Wege offen: entweder wir beseitigen die anrüchig geworben Titel unsrer Statuten da, wo Maßregelungen auf Grund deren statlstnbeil ,ooerwir wählen den Kampf- play der uns feindlich eiugegensteyetideii Bourgeoisie, wir kämpfen da auf haiidelspoliiijchem Gebiete, wo man uns den sozialpotitischen Boden unter den Füßen wegzieht. Wir werden darnr jehen, ob man uns in diesem Falle auch das Recht streitig macht, utisere Interessen im Siaate so zu oersolgen, wie es doch allen andern Tyeiien zugestandeu wird. Die Bourgeoisie ist ja sonst nicht so jpröbe, wenn es sich ums Geldverdienen paudelr, und da wirb sich doch für die zu Lokalver- einigungen gezwaugenen Berussg-nossm auch gelegentlich irgend eine Beisicheruugsanstalt finden, die sich berdeilägi, für das Geio oer Ar- beiier Rückoerstchernngen einzugehen.■Meine Zeit ist für heute zu knapp zugemessen, als daß ich iiieiiien Gedanken weuer entwickeln dürfte, und 0 wollte ich Ihnen mit dessen Andentung nur zu erwägen geben, wie am besten uno schtellilenzu hanbein wäre, um die uiibeureilbat segens-- reiche' GewerkschaslSihärigkeit ruhig ihre Bahnen weiter durchlausen zu machen. Freunde ader und Ferade mögen das Wort eines der größten Ralional-Oekonomeii unsrer Zeit beherzigen, der da sagt: „Die Geweikschafteil find die großen Filter, m denen sich alle Berufsklassen jeglichen politischen Glaubens sammeln, um darin be der unausbleiblichen Wahrnehmung ihrer wirklichen und wichtigsten Interessen zum wahren Glauben abgeläutert werden." Und nun lassen Sie uns von diesen Gestchlspunkten aus Bedacht nehme», für die noch stehenden Gewerkschaften eine sichere Rücken- deckung, für die bereils zersprengten neue Stellung zu nehmen. Der Feind hat uns das Geschassene doppelt werth gemacht. Kameraden, stehen wir unerschrocken da, wo noch Stellung ist, ruhig, zäh und überzeugungssest! Die große Aufgabe der Menschheit er- theilt uns heute abermals die Losung: Auf Eure Posten und schließt die Glieder! Opfer der Arbeit. Augsburg. Am 2Ü. Jan. 6 Uhr«bends Explosion eine» Dampskegels in der Fichtelbach-Weberei. 3 Personen todt, 5 schwer verwundet. Mecrane. ZI.JFan. Vormittag. Durchbruch des Trockenboden» in der Färberei von Sürcha's, während unten sechs Arbeiter färbten; vier kamen glücklich davon, ein fünfter wurde verletzt, der sechste aber leider von einem herabstürzen>en Batten ersaßt und mit aller Wucht quer über eine» Botrig gepreßt, so daß sein Tod jedenfalls aiigenblicktich erfolgte. Der requirirten Feuerwehr gelang es bei ihrem voifichllgen jltbeilen. da das ganze, schlecht und leicht aufgeführte, drei- ltocnge Gebäude mit Eiusturz drohte, erst Mutags 2 Uqr, den Un- glückucheu todt unter den Trümmern hervorzuziehen. Der Verunglückte, Kruhle mit Namen, ist oerheirachet uud Vater von drei unerzogenen Kl»de'». 0" Souueberg, 30. Januar. In der Kohlengrube„Sophie" zu Buch bei Neuhaus verunglückten gestern früh beim Ausfahren aus dei» Schacht ö Lergleule, von neuen vier Wittwe n und Kinder hinterlassen. Schon war der sogenannte Hund, in welchem sie aufsuhren, bis zur höchsten Höhe des Schachtes gehoben, als plötzlich Das Drahtseil riß 11110 Die Unglücklichen in den über b00 Fug riefen Schacht zurückstürzten und zerchmettert wurden. Es ist Unier- j.ichung wegen des Vorfall« eingeleitet. Dcuben. Verunglückt ist der is-jährige Günther in der Pa- pierfavrtk dadurch, daß er einer Riemenjcheibe zu nahe kun, wo- surch ihm der liute Fuß dergestalt zugerichtet wurde, daß sich eine Amput ilion desselben nöthig muckte. Wetter. Der Maschiueumeifter einer Fabrik kam mit seinem Kittel sein Triebwerk zu nahe. Ter Unglückirche wurde erfußl und fo furchlerlich zugerichtet, dag fast augenbiickitch der Tob dem Leben etu Ende machte. Pfvrzhetm. Gewerkverein derGoldarbeitereontra Mar Hirsch. Getiannter Gewerkorrein Hai sich bekanntlich mit Ausnahme oer beiden Orrsoereine Berlin und Breslau vom Berliner Ccutral- eath, dess n Anwalt Mar Hirsch ist, losges.iat. Die 3 Giünoe des Austritts siiid berecks im.Volksstaat" mitgerheltt wo den. Herr Hii sch Hut stck iiuii bemüßigt gefunden, den Botsitzenden des GeneraUalhs oes von ihm abgefallenen Gewerkoereins Herrn Bischofs, im Koburger „Sprechsaal" zOrgan der Porzellan-, Glas- und Thonwuarenarbeiter) anzugreifen, worauf Herr Bijchofs in demselben Btatt mit solgender „anii-eeilltalrathlicher Erwiderung" antwoitet: „Es wird mir vorgeworfen, die von mir angegebenen drei Motive zum Austiitt uuferesG-werlvereins aus dem üerband beruhten sämmllich aus U» w ah r h e 1 l, was die stenographischen Verbaudstagsverhaudiungen beweisen; jene ca. 1000 Thuler seien nicht dem Verband, sondern dem Waldenburger Generalrath der Bergarbeiter geliehen worden. „Meiner Aiifichi nach ist nicht das maßgebend, was auf dem V er- bandstag gefprochen und stenographirt wird, sondern die Thaisach en, wie sie sich zugetragen haben und heute noch vorliegen. Die Wal- denburger Ardeitseinstetlung, zu welcher besagtes Geld oerwendet worden, wurdedamals als Sache des Perbande» erklärt,»nd der Cenlralrath, als Behörde des BerbandeS, wandte sich an die einzelnen Gewerk- und Ortsvereine um Geldmittel. Von ven verschiedene,, beweisführeuden Schriftstücken hierfür will ich nur hier ein Telegramm, welches»on Herril Dr. Mar Hirsch unterm 9. Dezbr. 1809 au unser» Generalräth ger chtel wurde und sich heute noch in des Letzlere» Archiv befindet, folgen lassen: Tele« ramm. Albert Wittum.') Pforzheim. Allerschleunigste Hilfe für Waldenburg nothwendig, es ersucht Een- tralrath Ihren Generalrath, gröglniögtichste summen leihweise um- gehend abzusenden. Entfcheidung nahe! Hirsch. „Also, das Geld wurde vom Teutralrath verlangt und— wenn nicht ausnahmsweise etwas Anderes bestimmt war— an ihn abge- ichickt: Pflicht des Centralralhes wäre es daher gewesen, auch wieder für Rückerstattung desselben zu sorgen, und weil der Eentrairaih dies n icht thut, so nennen es unsere Mitglieder„geprellt"; daß man ibnen dies nicht in den Mund zu legen braucht, davon kann sich Jeder über- zeugen, wenn er in einen unserer süddeuischen Octsvereine geht. Hier in diesem Falle sind der Dr. Mar Hirsch und der Centralrath nicht nur Sozial-Demokraten, sonde.n Kommunisten"), indem sie cuisach nehmen, wo's war, unvail keine Zrückernatrung mehr denken. „Wartrai unsere beiden Ortsvereine Berlin und Breslau nicht mit aus dem Verbanoe ausgetreten siitd, ist ganz selbstverständlich. D es« Arbeiter haben bereils mehrere Jahre in dre Verbands-Jnvaliden- fasse bezahlt, und wen» sie nun heute au» dem Verband austreten würden, gingen sie ihrer Rechte an diejeibe verlustig. Di e V er dan b S- In valibetttasse, das ist die wohlweisliche Schlinge, mit welcher man die Orrs- 11110 Gewer koereine auf ewig an den Verband bindet, und oaß sich der Gewerkoerein der Gold- uno Silberarb äier nicht in dieser Schnnge sangen ließ, irotzOr n man sie mehr- inals anlegte, wirb wohl Ore größte Ervill-rung des Cenirairaiyes sein. Ferner sind die beiden Ortsvereine Berlin uno Breslau mit oen besagreir ca. 1000 Thalern weniger berügrl, weil diese lediglich von dein Orrs- oerein Pforzheim a ifgebrachi wurden; aber den Generalrath muß es, als Behörde des G.toertoereinS, berühren, und es wundert mich ehr von unserem zeniralräthlich mit unteqchriebeue» Generatralhsmit- gliede Aug. Richter, daß er so wenig Interesse für seinen eigenen Ge- iv rkoerein hat. baß er vir lauter Teulcalraihsumgebung gegen ihn auftritt.'") Wenn ein Ardeiter zuerst für de» Verband fchwärmt, ehe er an die Befestigung feines eigenen tollegiatischen Vereines denkt, dann kommt es mir gerade so vor, als wolle Etiler ein Lack, ehe er ein Haus hat. „Min zweites Morro betreff nb„die Dtskufsioa der Aroeits- einstellungen" auf dem Verbandslag", ist, wen» auch zentralcäiyiich unparlammtarisch, doch wahr. Ju Anbetracht, daß Arveiisemstelluitgen mm den dermaligen Verhältnissen mchl zu vennewen sind(Den Benjei» liefert die Atbeitseinsteilung unserer Goiv- ,c. Arbeiter in Berlin), stellte miser Gewerkoerein betm Becbaird-lag Den Aniraz, ein Reglement für AlbeilSeinstellungen ausznarbellen, in welchem bejagt seta zoll, wiche Gründe zu einer Ärbeiiseimlellnng berechtigen, was jür Veijöhnunas- oersuche ihr vorausgehen müssen, wrauetiie solche Gewerkoererns- ooer Verbandssache ist, mid wie dre St.ikenden unterstützt werden, damit der üdliche Beitel bei ArveitSeinstellmigea aufhöre uno der mögliche Sieg errungen werden kann. Ler Berdand hat diesen Antrag zurück- gewiesen, obwohl er mancher Arbenseinstellnnz vre Berechtigung nicht absprechen lann, was die hänfigea Betteleien für Arbeltseinstellungen in seinein Organ beweisen. „In Bezug auf das dritte von mir angeführte, unsern Austritt betres- sende Motiv erkläre ich nach wie vor das Beüreben deS BerdanOeS sür zn kapnatschweifwedelnv. Ich riebe ans sozialem Geviete den Frieden und die B riöhnung, wo er uns zu erhalten, wo sie nur anwendbar st; aber nach meiner sozialen LebenSersahrnng, sowre nach metner pral- tischen Ersahrnng in der Arbeiterbewegung müssen die Aroeiier mittelst ihrer Organisation ihreRechte g e l i e n 0 zu mache n uno ihr e Lage zu verbessern suchen. Der Verbano will aber lediglich gar nichts tyun, als Eniign ngsämrec rn ore Weil setzen; daza vcancht man keinen Verband, dies kann schließlich jeder allein stehenoe Otts» oerein versuchen. Mit d en EinlguilgSämtern ist es aber nicht», das wird dre Znlunst lehren." ') Damals Vorsitzender unseres Generalrathes. '*) ÜB. nicht un wissenschaftitchen, sonoeru im„Theilungs" Sinne. *") Herr Aug. Richter ist aUeroiugs schon längst nicht mehr Gold- arbeitet, sondern Zeüungsipediteur, weshalb es wohl zu euischutdigen ist, weiur er kein so suhlendes Herz mehr für seinen GewerloeretN hat.. Internationale Gewerkschaft der Manrer und Zimmerer. Augsburg. Die hiesige» MiigUeder erklärten sich in ihrer letzten Bersammluiig mit den Beschlüssen der Chemnitzer Landesversammlung betreffs der tÄewerksgenosfeiischafien vollkommen cinverstande». Jedoch haben die Mitglieder dasselbe Bedenken wie die Leipziger Holzardeiter j wegen gleichzeitiger Abhaltung des Kongresses der Äewerkschasien mit dem Kongreß der sozialdemokratischen Arbeiierpartei. Wir schließen uns daher dem Borschlag der Leipziger Holzarbeiter, wie er in Rr. 6 deö „Volksstaat" gemacht wurde, vollkommen am _ I.«. K. Kndller. Internationale Metallarbeiterschaft. Crimmitschau, S.Februar. Allen Gewerksgenossen hiermit zur Nachricht, daß sich hier und in Werdau die Fachgenosse» wieder ver- einigt und der Internationalen Metallarbeiterschast als Mitglieder an- geschlossen haben. Wir hoffen, daß die Nachbarorte unserm Beispiel folgen. Reiseunterstützungen werden ausgezahlt in Krimmitschau bei Rudolph Habelitz Bev., tSlauchauerstrahe 762 F.— Hermann Hunger, Cassirer, Unlere Mllhlgasse. In Werdau bei Karl Golle, Bev., Ronneburgerstraße.— Karl Erdmann Schellenberg, Kassirer, Johaunisplatz 336. vraunschweig. Der Strike der Arbeiter der Braunschweigffchen Eisenbahnwageu-Bauanstalt dauert fort, da das Direktorium sich wei- gert, die geforderten 25 pCt. Lohnerhöhung zu bewillige». Herr Direktor Wolf hat dem Komitee der Strikenden erklärt, daß er, wenn die Arbeiter jetzt nicht nachgeben wollen, sich von außerhalb die nöthigen Kiäsle beschaffen werde. Wir richten nun an alle uns befreundeten Blätter die dringende Bitte, dahin zu wirken, daß keine Arbeiter der Wagenbau-Branche nach Braunschwe ig kommen. Weil» die Direktton binnen 3— 4 Woche» audere Arbeiter in der erforderlichen Zahl nicht bekommen kann,»ins; sie»achgeben l— Indem wir allen Gesinnungsgenossen, die uns bisher mit Geldbeiträ- gen unterstützten, den herzlichsten Dank aussprechen, bitten wir Die- zmigen, welche noch Etwa« für uns thun können, unser» Kamps nicht zu ignoriren. Namentlich möchten wir viese Bitte an die H ambur- ger, Leipziger und Chemnitzer Arbeiter richten. Heute mir, morgen dirl DaS Komitee. Vraunschweig. Die am 7. Febr. abgehaltene, von reichlich 2iX>v Personen besuchte Versammlung der Landwehrleute und Reier- Listen, in welcher auch die Parteigenossen Bracke, Rübner, Luber, Wolf, Streif, Müller und Lyser sprachen, bewies, daß seil den,„glor- reichen" Friedensschlüsse im Volke andere Anschauungen übe: die Lun, Soldat zu sesn, Platz gegriffen haben. Die Schilderungen, welche viele Landwchtleute und Reservisten von ihrer und ihrer Familie Roth mach- ten, waren wirklich ergreisend, so daß sich selbst die hartgesottenen Li- beralen schämten, das Wort zu nehmen, um irgend welche Cmschuldi- aungen oder Beschönigungen vom Stapel zn lassen. Bracke, von den Kriegern mit stüimiichem Beifall begrüßt, sprach die Ueberzeugnng auS, daß die projekiinen Beschwerdeschriften wahrscheinlich leinen sonderlichen Eisolg haben dürften; doch sei es gut, wenn endlich allerhöchste» Ortes konslatirt werde, daß die Landwehrleute und Reservisten— Dank unseren Liberalen— Nichts mehr zu erwarten haben. Sehr treffend war auch, was Bracke über die Vclichwendung der Gelder für allerlei Firlefanz seitens der Bourgeoisie bei der Rückkehr der Truppen sagte. Sein Schlußwort:„Für ihr Plaisir hats unsere Bourgeoisie immer Gelb, nicht aber für da» Wohl de» arbeitenden Bot- ke»!� rief einen taum endcnwollenben Beisallssiurui hervor. Die Ver- lammlung beschloß, die bisherige Kommisston mit der Ausarbeitung der Beschwerdeschrist an Bismarck zu betrauen, und nahm folgende Resolution einstimmig an:' „Die heute in der Turnhalle zu Brauuschweig versammelten Land- wehrlcute und Reservisten erklären die bisherige Beriheilnug der Kriegs- eutjchädigungsgelder seitens der damit betrauten Kommissionen für un- genügend und erwarten, daß die Reichiregiernng diese Angelegenheit ernstlich in die Hand nehmen und die noch herrschenden Üebelstände beseitigen wird." Schließlich bemerken wir, daß viele Ortschaften Vertreter geschickt hatten. So war Wolfenbüttel durch den Landwehrmann Eggers vertreten, welcher wiederholt und mit großem Erfolg daS Wort nahm. Auch Königslutter hatte einen Vertreter gesandt, welcher zuerst das Wort in der Versammlung im Interesse seiner Kameraden ergriffe» halte. Bei dieser Gelegenheit sei noch erwähnt, welches Prinzip bei Bertheilung der sogenannten KriegsentschädigungSgelder maßgebend fein soll. 1) Stellvertreter und unverheiratheteLaudwehrleule und Reservisten bekommen NichtS. 2) Vcrhciralhete Landwehrmänner mit einem Kinde bekommen 10, mit zwei Kindern 15, mit drei und mehr angehenden Staatsbürgern oder-Bürgerinnen 20 Thlr. 3) G e sch ä s ts l e» r e, d. h Landwehrleute und Reservisten, welche im Geschäfte Schaden erlitten haben, bekommen je nach Bedarf bis zu 100 Thlr. Es lebe die Un- Parteilichkeit, hoch!— HBraunschweiger„Volksfreund") Scharmbcck, 6. Februar. Seit einiger Zeit werden hierorts meh- rere Eremplare des„Volksstaat" gelesen, was die gute Folge hatte, einige Erkenntuiß unter die Arbeiter zu bringen und den Wunsch rege zu machen, unS der sozialdemokratischen Arbeiterpartei anzuschließen, resp. eine internationale Gewerkschaft zu gründen. Dazu bedürfen wir aber Rednerkräfte, welche im Stande sind, die Prinzipien der Sozial- demokralie zu erläutern und das Interesse dafür noch mehr zu wecken. (Wir rathen, den Scharmbecker Freunden sich sofort an den Parteiaus- schuß zu wenden. Adresse Theodor Jork, Kleiner«chäscrkamp 46 a. Hamburg. d. R. d. B. Köln. Am 4. Februar fand in der Bockhalle hierselbst eine, von etwa 200 Personen besuchte Arbeiterversammlung statt. Gegen- stand der Tagesordnung war: „Der Strike der Hutmachergehlllsen in Köln."—„Die Theuerung der Lebensmittel im Verhältniß zum Arbeits- lohn."—„Die neuen Maße und Gewichte." Als Berg über den ersten Gegenstand der Tagesordnung reserirte, verlangte der Bevollmächtigte des hiesigen Allg. d. Aibertei Vereins, Rauschen, daß, weil die Strikenden diese Versammlung nicht selbst sein- berufen, man die Verhandlmigen über den Strike sofort abbrechen solle. Also, weil die Leute nicht von seiner Seite waren, sollte eine Samm- lung vereitelt werden; obschon wir in einer am 27. Dezember v. I. abgehaltenen Bersammiung den Ueberschuß(6 Thlr. 10 Sgr.) den strilenden Brandenburgern zugewendet haben und zwar aus Antrag des nämlichen Herrn. Ja, noch mehr. In einer in Kalk von den Mitgliedern des Allg. d. Arbeitervereins einberufenen Versammlung, in der wir den Vmsitz bekamen, haben wir die Leute, weil wir keine Mitgliedschaft am One halten, dem Allg. d. Arbeilerverciu beizutreten aufgefordert. Wir glauben, daß es im gegnerischen Lager wohl wmige oder keine Mitglieder geben dürste, welche eine ähnliche Eoulanz gegen uns auszuweisen hätien. Der Strike wurde in der obengedachten Versammlung von einem Hutmachergehülsen näher auseinandergesetzt: Es waren Hulmacher von Olsen dach in der Fabrik von Eahn Söhne in Arbeil getreten. Als die Herrn Fabrikanten hörten, daß ersten zu den slrikenten Hut- machergehülsen gehörten, wurden sie ausgesperrt. Daraus stellten die übrigen GeHülsen die Arbeit ein. Die Meisten sind abgereist; etwa 15 Mann seiern noch.— Der ehrenwerthe Herr Bevollmächtigte hatte jetzt nur noch leere Ausflüchte. Dann wurde eine Sammlung vorgenom- men und die übrigen Punkte der Tagesordnung erledigt. I» der oben erwähnten Versamml na vom 27. Dez. v. I., sagte Herr Rauschen, die Arbeiter sollten den Kamps nur aus nationaUm und sozialem, nicht aber aus internationalem und politischem Gebiete führen, weil sie für das letztere zu du»»», seien. Er halle sich selbst dafür nicht sähig, was ihn jedoch nicht verhinderte, gleich aus das po- litische Feld überzugehen, jedenfalls um seine völlige Unreife zu doku- mentiren. Nachdem er soeben die Politik von der Tagesordnung des Arbci- ler« entfernen gewollt, empfahl er nun wieder— das allgemeine Stmmrecht. Die Pariser Kommune sei blos deßhalb zu Grunde gegangen, weil sie nicht so organisirt gewesen wäre wie der Allg. D. Arbeiterverein Es ist dies übrigens eine Ansicht, welche bei vielen Mitgliedern des Allg. D. Arbeitervereins maßgebend ist. Di« Kommune ist doch blos deshalb nicht zum Siege gelangt, nwl der Kamps zu lokal geblieben; dadurch konnte die Bersailler Ord- nungspartei ihr« Truppen alle aus einen Punkt konzentriren; sowie durch die Okkupation und Hülse der Deutschen.— Der Staatsanwalt sagte ja selbst in dem Prozeffe gegen die Mitglieder der Kommune: „Welch' eine Schmach für das sranzösische Voik, daß der auswärtige Fünd uns helfen mußte, die innere Ordnung wiederherzustellen, ohne . ssen Hülse wir gar nicht fertig geworden wären."(Kölnische Zeitung.) Der Herr Bevollmächtigte, noch nicht damit zufrieden, sagte weiter, dasjenige, was wir erstrebten, könne nur durch Gewalt eingeführt werden, während er den friedlichen und legalen Weg gehen wolle. Als ihm erklärt wurde, daß auch wir nicht mit Flegeln und Heu- gabeln unser Ziel erreichen, und daß wir, anstatt mit amerikanischem, init geistigem Petrol um uns die Wege erleuchten wollten, erklärte er sich mit uns einverstanden. Es wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung erklän sich mit dem Bestrebungen der internatio- nalen Arbeiterassoziation, so weit es die Gesetzgebung gestattet, einver- standen." Dieser Rauschen ist der einzige Störenfried, den wir noch auf dem Halse haben. Seine Anhänger betragen höchstens noch J2 Mann, welche nntcr sich zerfahren und zerrissen sind, Lichters ist seit dem Auftreten Mende's aus den hiesigen Versammlungen verschwunden. Rauschen scheint es übrigens— wie aus Vorstehendem ersichtlich— aus abgesehen zu habe», uns mit dem Slaatsanwalt in Kon- flickt zu bringen.— Magdeburg. Seit dem Dresdner Kongreß ist unser Verein wieder gut orgamsirt und vermehrt sich die Mitgliederzahl in jeder Sitzung; wir hallen außerdem allmonatlich öffentliche Vereiusver- sammlungen ab, die so zahlreich besucht weiden, daß es stets an Raum mangelt. Außerdem haben wir drei große Volksversammlungen abgebalten, betreffs der Wohnungsnoth, die, nach dem eigenensEin- geständniß der hiesigen nativnalliberalen Zeitung, von drei- bis vier- lauseud Mann besucht waren; ebensoviel mußten umkehre», weil der Saal überfüllt war; auf der Straße aber harrten mehrere hundert Frauen, begierig, zu wissen, was die Versammlung beschließen würde. Unser Vorstand, der den Voi sitz führte, wurde in der ersten Volksversammlung als Komilee erwählt, mit dem Magistrat zu unterhandeln; diese Verhandlungen habe ich geführt, und da ich mit dem Magistrat nichts ausrichten konnte, wurde in der letzten großen Volksversammlung fol- gender Beschluß gefaßt:„Der Magistrat zu Magdeburg hat zwar durch Umerbringung der Obdachlosen unter Dach und Fach dem tod.en Buchstaben des Gesetzes genügt, aber dadurch, daß er bei dieser Unterbringung keine Rücksicht ans das Schamgefühl ge- nommen zer hat ohne jede Wandscheidnng in einen Raum �Baracke) tÄ-14 Familien, Leute jeden Alter» und Geschlecht» znsainmengcpferchth gegen daSGesev der Siltllchkeil und der Moral jchwer gefedtt." ES wurde nun ein Bauverein gegründet und Listen ausgelegt. 150 Manu mit 5000 Thlr. zeichneten sich sofort ein. Als in der konstituirendcn Versammlung die Statuten in unserem Sinne angenommen waren, da erklärte ich, daß ich nun meine Pflicht gethan und daß ich kein Amt im Bauverein annehmen könne; so ging der Verein in die Hände des Direktors des Spar- und Vorschußvereins über, aber siehe da, der Verein hat seitdem kein Lebenszeichen von sich gegeben.— In kurzer Zeit sindet wieder große Volksversammlung statt. Sic sehen: es geht hier sehr gut; wir sind offen für die Kommuneund deren Flüchtlinge eingetreten, und Hab n in kurzer Zeit 19 Thlr. nach Genf schicken können; wir haben ferner 5 Thlr. seitens des Vereins, 20 Thlr. ans der Schesser'schen- und>6 Thlr. aus der Gerreb- scheu-Fabrik nach Chemnitz schicken könne», doch ist über letztere 16 Thlr. keine Quittung im„Volksstaat" erschienen.— Schwei- tzeijiancr eristiren hier nicht mehr! Gleich nach unserer großen Volksvetsammlung versuchten es dieselben noch einmal; ein gewisser Lange aus Berlin berief eine große Volksversammlung durch Plakate, in Buckau, Sudenburg, beiden Neustadt, Friedrichsstadt und hier an- geklebt. Aber diese große„Volksversammlung" zählte ganze fllnfuud- dreißig Mann und wählte den Lange, mich und unser» Schriftführer alsVorstand. Und seitdem von Schwcitzerianern keineSpur! Bremer. Dresden. Ain 8. Februar stellten zehn Arbeiter in der Maschinen- werkstätte der Sächsisch-Schlcsiichen Bahn die Arbeit ein, weil ihnen die nachgesuchte Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde. Bei dem Tage- lohn von 15— 17 Groschen ist es den Arbeitern gewiß nicht zu verdenken, wenn sie erklären, mit einem solchen Lohne nicht mehr bestehen zu können, da gerade bei dieser schweren Arbeit die meisten Kleider ruinirt werden, welche man mit einem solchen Lohne nicht mehr im Stande ist zu er- setzen. Die Arbeiter aus dem Gülerboden, deren Arbeit eine leichiere, verdienen täglich 4.-17 Groschen. ,,So lange wir Arbeiter bekommen, wird nicht zugelegt," lautet die Parole des Maschiuenmeisters Im Namen der übrigen Arbeiter: Feist und Huflig. Leipzig. Dem„Chemnitzer Tageblatt"(und der hiesigen„D. Allg. Zeitung", welche die betreffende Korrespondenz nachgedruckt hatten) ist folgende Berichtigung zugegangen: An die Red. des„Chemn. Tagebl." Mein Herr: Ihr Herr Berichterstatter über die Waldheimer Volksver- sammlung vom 3. d. sagt, ich habe mich„als Märtyrer derffoz.-dcm. Prinzipien" hingestellt. Eine solche Albernheit ist mir natürlich nicht eingefallen. Ich erfreue mich leiblich wie geistig des besten Wohlseins und verspüre nicht das geringste Bedürfniß, ein„Märtyrer" zu werden. Bei Besprechung der Pkaaßregelungcn, mit denen man die so- zial-demokratische Partei bedacht, hatte ich allerdings einiger persön- licher Erlebnisse zu erwähnen, dies geschah jedoch sehr unmärtyrerhaft, wie die dadurch hcrvorgerufne Heiterkeit der Zuhörer beweist— Heiterkeit nicht im reichstch lichen Sinn(Ihr HerrBeiichterstatter wird mir zugeben müssen, daß die Versammlung durchaus anständig war), sondern' ächte naturwüchsige Heiterkeit, sich äußernd in ächtem naturwüchsigen Ge- lächter über die Urheber der betr. staatsreiterlichen Heldenthate'n. Daß ich den Fürsten Bismarck als Chef der deutschen Sozial-Demagogie bezeichnet, ist dagegen richtig, und bedaure ich bloß, daß Ihr Hr. Be- richterstatter die von mir ausgezählten Thatsachen überhöit zu ha- ben scheint, elche die Bezeichnung vollständig rechtfertigen. Zum Glück gieb mir die, nun Hofsenilich bald bevorstehende schwurgeucht- liehe Abhandlung des Leipziger„HochocrralhSprozesses" eine vortress- liche Gelegenheit, diesen interessanten Thatsachen die gebührende Ver- brcitung zu sichern. Mit schuldiger Achtung. Leipzig, de« 7. Febr. 1872._ W. Liebknecht. Au die Parteigeuossen in Penig. Bezugnehmend aus den Beucht in Nr. 7 d. Bl., die Verunglückung Kretzschmers betreffend, empfehlen wir den Parteigenossen diingend die Wiilwe zu veranlassen, daß sie auf Grund des HastoflichtgesetzeS einen Prozeß gegen den Papierfabrikanten anstrengt. Ist jener Notiz in Nr. 7 des Vollsstaats in allen Punkten richtig, dann unterliegt e» nicht dem geringsten Zweifel, daß der Fabrikant zu voller Geldent- schädigung verurtveilt wird.___ Hanau, 6. Febr. A II f r a g e. Wir bitten, wenn möglich, eine Productiv-Genossenschast der Baumwolle»-Weber resp. deren Adresse uns doch gefälligst inittheile» zu wollen, da wir genannte Artikel bei unserm Oberoderwitzer Leinenlager sehr gut gebrauchen können. Mit collcgialischem Gruß Rudolf Busch, Sekretär deS Ortsvereins der deutschen Gold- und Silberarbeiter. Salzgasse 17. Hanau. Berichtigung. Die in No. 9 d. V. veröjsenllichie Noiiz, den Preis des„Volk»- staat" bei denFilialcrpeditionen betr., hat nur Bezug aus die Filialen in Sachsen. In Preußen kommen bekanntlich»och 4 Gr. Stempel- steuer hinzu, und in Süddeutschland muß wegen des höheren Packet- porw's ein entsprechend höherer AbonnementSpreis erhoben werden. Die Expcd. d. B. in allgemeinen Redensarten bewegte. Schreiten Sie einen Bericht wie den der Breslauer Parteigenossen, und er wird unverkürzt ausgenommen werden. K. in F. Erhallen. Kommt� ins Blatt. Die beN- Bilder noch nicht zu haben; wir werden aber Schritte thun. P. W. in H. Kostet gerade 3 Gr. der Expedition: Von Engert Mylau für Annoncen 5 Gr. erb- von Markooic in Vancova f. Schrst. 2 fl.____ Zur Onittuiig Se» Chemnitzer Strikekommitee. Scharuibrck, 6. Februar. Der Ui terzcichuete saudte am 22. No- oember 1871 3 Thlr. 4 Agr. 4 Pfg. an F. Husmann zur Unterstützung des Ehemuiyer Strike»; wie kommt es, daß dieses Geld in der: verösseiitlichte» Abrechnung nicht mit angegeben ist? M. G ü u t er, Cigarrenarbeiter. Für politisch Gematzregelte.! Von d. Manufaklurgewerkschast Großenhain 1 Thlr. 15 Gr., fiO FrauDittrich, vom Arbeiterbildungsverein zuErnstthal 1 Thlr. 16 Gr., Expd. d. Volksst. Statuten wie MitgltedSmarken der Internationalen Ar- beiter-Assoziation je 1 gr., sind durch Unterzeichneten zu be- ziehen. Bestellungen nach auswärt» werden nur gegen Et*-! sendung de» Betrage» effektutrt. Leipzig, 13 Februar 1873. W. Fink, hohe Str. 4.. Achtung! Maschinen- sowie Wagenräderdreher, sowie Vorsteher voe Metallarbeiterschaften, werden ersucht, aesälligsi den Preis, welch«* ihre Werkstalt zahlt, für alte sowohl als neue Arbeit, ebenso dir Masse, woraus sie besteht, baldigst mitzutheilen, da ei sich um eil« Existenzfrage handelt. Briefe sind oub Adresse C. T. an die Expedition des„VolkSstaat zu senden.(2) 1 Für Berlin. Parteigenossen, welche die Mitgliedschaft an der Internationale» Arbeiterassoziation erwerben oder erneuern wollen, wollen sich an Um lerzeichneten wenden. Der Jahresbeitrag— 1 Gr.— wird dur® Aushändigniig einer gummirten Marke qinttirt, welche auf die Statutc» — ebenfalls für 1 Gr. zu haben— zu Neben ist und als Legitimatio» gilt. Franz. Buchholz b. Berlin. Josewicz. W Für Hannover. Sonnabend, den 17. Februar findet im Lokale des Herrn Bart-! ling, Knochenhauerstr. 59, Versammlung de» sozialdemokratischt* Arbciter-Bercin» statt. Tagesordnung: 1) Sozial-politischer Wochenbericht. Ref. Zoch! 2) Selbsthilfe oder StaatShilfe. Ref.: Reichest.> 3) Neuwahl eines Vertrauensmanns. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist dringe»» nothwendig. Der Vorsitzende. Bei meiner Abreise sage ich den Partei- i genossen und Freunden in Hannover und Linden ein herzliches Lebewohl. __________ Philipp Wiemer.__ Für Augsburg. Soz.-dcmvkr. Arbeiterpartei. Samstag, 17. Februar, Abends 8 Uhr Versammlung in der Restauration von Erdmannsdörfer(am Schmiedberg). Zahlreichem I Etscheinen sieht entgegen_ I. R. K. Knöller. Für Breslau. Sozial-demvkratische Arbeiterpartei. Sonntag den 18. d. M., Abends 6 Uhr, gesellige Zusammen» knnft mit Damen im hintern Lokale der Rcslauration, Rttterplatz stto. 9. Die Parteigenossen mit ihren Frauen sowie die Herren Sänger werden um recht zahlreiche Betheiligung ersucht. Gäste haben Zutritt. __ H. Oehme. Zur Beachtung. Die geehrten Abonnenten des„Volksstaat" bitte ich, die in letzter Woche durch den Wechsel in der Colportage vorgekommenen Unregel- Mäßigkeiten bei Ablieserung des Blatte« zu entschuldigen. Für die Zukunft ist für pünktliche Bestellung des Organ» Sorge getragen. '_ Die Filial-Erpedition, H, Oehme._ Gegen Einsendung deS Betrags in Briefmarken oder gegen Nach- nähme versende ich folgende Broschüren. Von Scholl: Wo ein Priester hintritt, wächst kein Gras mehr! ä 1 Gr. 5 Pf., in Partien von 6 a» ä 1 Gr.— Die neueste Gewaltthat Roms oder das Dogma der Ver- zweiflung ä 1 Gr. 5 Pf., i» Partien i> 1 Gr.— Ferner Scholl:® werde Licht I I. Jahrgang. 12 Vorträge. Ladenpreis 20 Gr., um 10 Gr. DeSgl. II. Jahrgang kl 10 G. Eanr. Rull, Riiruberg, Kassel straße 19. __ Am 16. Februar et. wird das obergerichi liche Urtheil gege» unsere Freunde Bracke, Bonhorst, Spier' und Kühn verkündet werden. Jetzt schon vorbereitet, wird bald nach dieser Verkündigung lu unserem Verlage erscheinen: Der vraunschwetger Ausschuß der sozial-demokratischen Arbeiterpartei in Löhe« und vor dem Gericht, bearbeitet von W. Bracke jr. Die Schrift wird die Lötzener Keitenaffaire und die späteren G«' richtSverhaudlungen, einschließlich derjenigen vor dem ersten Senate de« Herzog!. Obcrgcrichts, umfassen und in übersichtlicher Zusammew' stellung alles daraus Bezügliche, u. A. die Reden der Herren Ver- lheidiger vor dem ersten Senate, enthalten. Schon jetzt machen wir aus die in mehr aiS einer Hinsicht interessante Brochüre, der wir auch die Bildnisse deS Ausschusses, des Sekretärs des internationalen GeneralaathS Karl Marx und die von Bebel und Liebknecht beizugeben suchen werden, aufmerksam. {He K-kpedition des Ztraunfch. Fkolksfreund. Neue Straße 23, Hinterhaus 1 Tr. Der Braunschweiger Bollsfreund erscheint jetzt mit dem demokratischen Witzblatte: N�Braunschweiger Leuchtkugeln für den alten Abonnemeulspreis von 15 Gr. pro Quartal. Der Inhalt des„Volkssreund" und der, Leuchtkugeln" rechtfer- igt eben so sehr das Abonnement Seitens der Parteigenossen, wie letz' leres nöthig ist, um dem Blatte daS Bestehen zu sichern. Es sei da- her das Abonnement dem Parteigenosse» bestens empfohlen! Man abonnirt bei alle» Postämtern und Landbticslräqerr. Redaktion u. Expedition d. vraunschweiger BoUsfreunV- Briefkasten der Redaktion: C. A. S.: Ich war grade verreist, als Ihr erster Blies eintraf und konnte deßhalb die P. R. Adr. nicht benutzen. Bitte um andere Adr. M. in N,: Mit Freuden angenommen. Sie Glücklicherl— A. in H.: Sie meinen, wir hätten den Breslau« Bericht ebensogut„zusammenstreichen" müssen, wie den Ihrigen, Sie vergessen dabei bloß, daß der Breslau« Bericht durchaus prinzipiell gehalten und sehr belehrend ist, während der Ihrig« sich wesentlich Für Plagwiy, Lindenau und Umgegend. Bei Herrn Weichert No. 9 i»»»Iwevit- befindet sich eine Filialexpedition des„Volksstaar I u»D kann dort abonnirt, wie auch einzelne Nummern getauft werden, (6 W.) 2 m« ExpedlUom de»„VolkastMt". Leipzig; Berantw. Redakteur>. Hepner(Redaktion u. Expedition Hohes». 4.) Druck».»erlag ,«n F. Thiel»,