M 19 Mittwoch,«. März 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: A. Bebel, PererSstraße 18, ij. Thine, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 ma in Leipzig. AbonnemcntSvreiS: Kitr Preußen mcl. Stemvel- steuer 16 Üte., für die übrigen deutschen Staaten 12 Ngr. per Quartal �ilmlerpedition für die Ber- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der so)ial-dkmol!ratischtil Ä.rdeitkrpartei und der Internatianalen GkwerKsgeilosseilschastkn. An unsere Partelilenoyen! Wie Ihr licgiuneu Montag de» II. März die Tchwurkerichtsverhalidluttgett iu dem„Hochvcr- rathsprozcsse" gcgcu uns. Viele von Euch werde» deuselbeu beiwohne» wollen. Ties veranlagt uns, die dringende Aufforderung au Euch zu richten, weder durch Zeichen des Beifalls noch des Mifffallens die Verhandlungen?.u unterbrechen. Geschehe waS da wolle, verhaltet Euch ruhig. Mag unsere Gegner- schast durch bübische Hctzartikel, oder durch bezahlte Agents provocateurs Euch zu reizen suchen, macht diese pcrsidcü Machinationen dnrch Eure Besonnen? heit zu Tchandcn. Tic Abrechnung wird uicht aus bleibe». Leipzig, den S. März. Bebel, Liebknecht, Hepner. Da die Redaklcure dieses VlalteS in der nächsten Woche durch die Prozeßverhandlung verhindert sind, in gewohnter Weise die Rcdaktionsgeschäfle zu besorgen, cmrii ein ansehnlicher Theil des Raumes durch den Verhandlungsbericht in Anspruch genommen werden wird, so bitten wir die korrespondirenden Parteigenossen, hieraus gefälligst Rücksiä.t zu nehmen, und bis nach Schluß der Lerhandlungen nur das Nolhwendigste, und dies iu möglichster Kürze, mitzutheilen. Tie soziale Frage und unsere Gesetzgeber. Wir berichien heute nach der amtlichen„Leipziger Zeitung über die jüngste Debatte in der Säcksischeu Kammer, betreffend das Dampstesiel-Revisoren- resp. Fabrikinspektoren-Gesetz. Abg. Dr. Ren tz ich fmdkt die Ansicht sehr der Beachtung werth, ob es nicht' möglich sei die Aussicht über die Dampskessel den bcthci ligten Personen selbst zu überlnssc» Was die Regierung dwd ficht ige. lei durch P.reinschängteii sehr wohl zu c. reichen. Das Haitpflichlgesetz und die Unsallsversicherungen würden cs früher oder später dahin bringen, daß die Ptivalthätigkeit übernehme, was jeßt noch durch d>c Regierung eiusgeführi we.deu müsse. Die Regierung habe früher bereits Bei suche in dieser Richtung durch Bildung von Ber- einen nacki dem Bo, bilde Müdlhausens gemacht, aber aus Mangel an Beiheiliguug seien diese Genoffenschaften erlegen. Die Maßregel, welche die Regierung zum Schuhe der Gesundheit der Arbeiter in bett szabtiken beabsichtige, sei s,hr zu billigen, nur liege die Befürchiung nahe, daß, so lauge es an sesteu Normen sür die Aussichtstührung der Inspektoren se le, einerseits seilen der Revisoren Uebergrisje statt- sänden, andeterjeits denselben von den Fabrstdesitzern nicht in der wünjchenswerthen Weise entgegengekommen werde. Er wünsche zu wissen, ob die Regierung diese schwierige Frage, um jenen beiden Ge- .sahren votrubeugen, durch Geietz oder Verordnung zu regeln meine? Daß diese Regelung vorwiegend int Interesse der Arbeiter erfolge, sei klar, lltach dem Dekret sollien den Revisoren auch fabritstat islische Anilräge eriheilt werden. Das sei an sich ganz gut, nur gebe er z» erwägen, das; die Pevöltcriing, wenn sie zuviel mit sta- ttsttscheii Fragen behelligt wrrSc, dach sticht etwas misttrauiich wcrvcn, die Pcautlvvrtulig der Fragen Vanu aas WiScrstand stoßtit könne. Ob die Zahl von 4 Revisoren ausreichen werde, werde sich bis zum nächsten Landtag hcransst lleu, er bezweifle es. Geh-RaihDr. W e i n l i g: Die Hossnung. daß es küuflig möglich sein werde, dieFtiitkllo.cn der Dainpskesselinspekloren zu ersehen durch die sreie Dbäligkeit der Gewerbtreibendm selbst. halte er. sür außer- ordemlich bcachiensiveith, und die Regierung theile dieselbe. Freilich könne er nicht verschweigen, daß nach dem Gange, den derartige Dinge in Sachsen zu nehmen pflegten, wohl noch eine ziemliche Reihe von Jahren verfließen dürste, ehe Seiten der Betheiltgicn Anstalt dazu gemacht werde; aber es könne doch jedensalls nicht schaden, die Frage immer wieder anzuregen;' hier sei em Feld, wo die Betheiliglen sich selbst und der Regierung sehr viel Sorge und Mühe abnehmen könn- ten, wenn sie nur wollten. Was die Verwendung der Revisoren als Fabrikinspektoreit anlange, so werde man die nächsten paar Jahre auf dlin Gebiete dcö Versuchs bleiben; ob vier austeicheu würden, laste sich heute noch nicht bestimml jagen. Daß der Wirknngskreis dieser Jnspikloren durch ettte genaue und oiudende Jnstruklion zu normiren ,ein werde, verstehe sich von selbst. Soweit e« sich um die Attsücht auf Beobachtung der Vorschriften der Bundesgewerbeordnung über die Kinderarbeit handle, habe das keine Schwierigkeit, cs werde sich inioweit hauplsächltch darunt brechen, Material für die Kritik dieser Vor- schrislen zum Gebrauch bei einer späteren Rcvisivn derselben zu sammeln. Was aber.den Schuh der Gesundhe t der Arbeiter mt« lange, so würden nach der Absicht der Regimt>ig von den Inspektoren positive Anordnungen nur mit grostcr Porsicht, wesentlich»ur da, wo die Vernachlässigung der einschlagendeit Bestimmungen der Ge- wcrbcordmmg ganz llar vorliege, zu' lressen sein. Es weide aber schon sehr l, sam sein, wenn Personen da seien, welche d>e Fabrik- besiher aus g ivisse sanitälspalizeiliche Lücken und Fehler, aufmerksam Machten, denn häufig emsl.imtu!en dieje lediglich der Jubolenz und wuideu sofort bnutwillig(?) abgestellt, sowie daraus ausiiterliain gemacht werde. Die Nichibesolguug der Borichiisten der Geweibeo.d- liung w.rde bei der Handhabung des Hastpfltchtgesehes ualllilich ein welenlliches Mom nt bei Beurlheilung der Verlretungspflichi des Fabrik- besihero bei Nnglückssällen bilden, darin liege dasEoiiipelleldeiZwang) für die Fabrikbesitzer. Was Die fabritstatistischen Austräge»lange, so dürfe Dr. Rcuysch wohl von der Erfahrung, die das Pfi- nistcrium mit sotche» Tinge» gemacht habe erwarten, das; es nicht allzu viel fragen wer Sc, um nicht den Leuten den Ge- fchmack am Antworten zu verderben. Sanptsächlich habe man an eine genaue Dainpskcssclstatistlk gedacht. Ava Peuzig begrüßt die Idee der nabrikiuspektoren mit Freuden; der Vorichlag läge im Iitierlsse sowohl der A>bc>ier als der Arbeitgeber imb weide cazu dienen, die Letzter» gegen manche Angriffe, wie si. jetzt in Arbeite, kreisen sich zeigten, zu schuhen. Sehr nahe liege aber die Frage, ob sich nicht bei der Behörden-Neiiorgaitisalton ein Weg finden lassen werbe, um diese Position ganz vom Budget verschwinde» zu lassen. Gewisse Orie im Laude, die iinl ihren Fabriten sehr dicht bei ei..ander lägen, würden gewiß gern bereit sein, sich ihre cigcncn Fabrikinsbettoren zu halten, wenn es ihnen die Regierung nur gesla ten Iviiroe, e.nen solche» Man» zu eriienncn. Das sei dann billiger, als wemi ntwichi weither kommen lassen müsse. Abg. Walter ichlteßt sich bem an. Aber die Sache habe doch noch eine andere Seile. Beim ersten Besuche eines Jnspettors, würde Redner, wäre er Fabrikant, ihm seine sämmtlichen Lokalitäten zeigen und ih» ditien, ihm zu sagen, ob alles Nölhige gelhan sei. Nun werde aber das Haftpflichtgeseh Anlaß zu vielen Disserenzrn geben. Denn, sollte es das Unglück wollen, daß nach einem solchen Besuche des In- spektors cm Uuglüch tu der Fabrik ohne Verschulden des Besthei s oder seiner Beamteten emstiinde, ja würde man sich aus de» Fabrikin- spektor berufen können. Das Leben dieser Fabrikinspektoreit Ivkid thueit mi' der Zeit sauer gemacht werden. Redner wünscht aber, daß dieselbtu nicht blos die wisteiischafiliche Befähigung für eine Kessel- probe, sondern auch Kenntnisse über Fabrikwesen besitzen möchten Regierung hat keine Gelegenheit vorübergehen lassen, um die Kennt- niß der derartigen Einrichtungen dem Gewerbestaitde zuzuführen. Sie hat die Presse benutzt und dte Organe der Industrie, die Handels und Gewerdelammern. Trotzdem ist in dieser Richtung nichts geschehen. Ich glaube daher, daß der Vorschlag der Regierung gerechlieriigl ist. Wenn Ludwig den Vorschlag der Regierung' bczeirbnet Hai als eine neue Einimschung der Regierung in Privaiverhältnisse, so kann ich ihm nicht beipstichien. Ich Halle die Fürsorge für die Sicherung der charakterisirt durch die Bemerkungen Jordan's(selbst Fabri- kant) und Ludwigs über die Praliken der Hrn. Arbeitgeber. Bezeichnend ist die Furcht des Hrn. Rentzsch und anderer De- um oie bösen Sozialdemokraten ad absurdum zu führen. Und der Mann ist aus Zwickau und obendrein Bürgermeister dort. Wo er bis dato nur seine Augen gehabt haben mag? Run, vielleicht macht er sie jetzt auf, und treibt die„Bosheit" so weit, in seiner Nähe statistische Erhebungen anzustellen. Wir garantiren ihm dafür, daß er in einem halbmeiligen Umkreis um die Zwickauer Bürgermeisterei eine Masse des Elends zn Tage fördern wird, die auf der schwärzesten Seite der Englische» Statistik Platz finden könnte! Doch Hr. Streit wird sich hüten, und die Regierung„hat uns ja durch ihren Cvmmissar, Hrn. Weinlig. erklärt, daß sie„nicht allzuviel fragen" lassen wird, und daß es ihr„hauptsächlich auf eine genaue Dampfkesselstatistik" ankomme! Die Mensche»- statistik ist Nebensache.— Und ganz mit Recht; ist doch der Mensch Rebensache im heutigen Staat und in der heutigen Gcfellschafl! Abg. Dr. Sei st» er; Als im norddeutschen Reichstag der Antrag' arbeitenden Klassen nicht" sür eine Einmilchunq'in Privatveihältnisi- anj Emsetztitig von vom Staate zu besoldenden Fahriki.ispektoren ge- 1 sondern sür eine Der wesentlichsten Aufgabc» per Staatsver- iY?■ t.•¥- P 4« /• i rt nf\mi v 4f»i jf. �'>.. � � � as in dieser Vorwurf der eine»! ihrer intelligenteste» Arbeiter in Berbindung z» ketten öumuthen Das Gefasel Derer, die den Arbeiter aus die„freie und nllc llebelstände iu der Fabrik mit demselben zu unter Dvattgkeil der Hrn. Arbettgeber verweisen, wurde zu Genüge suchen.'*•'r''-—. Vi;rpräsideut Streit: Ungeachtet der Botgänge auf dem Reichs- tage bitte er doch die Kammer, die Vorlage zu genehmigeti. Das sei ein sicheres Mittel, gewissen sozialistischen Agitattonen kräftig.. � etttgencnzntrctc», wenigstens nin gewisse Verdächtigungen des pullrter vor der Slalistik, und urkomlsch der Heroismus des Favrikwcscuö zu cntträste». England sei in dieser Richtung Hrn. Streit, der„aus Bosheit" für Statistik stimmt— bloß vorgegangen. Wollten die Fabrilanten selbst diese Inspektoren anstellen,.....~~"" so würden die letzteren nur als die Beamtet! der Fabrikanten erscheinen, und damit sei allen Verdächtigungen Thor und Thür.gcöflnet. Staats- bcamte aber würden solchen Verdächtigungen nicht so ausgesetzt sein, da ihre Stellung ganz tiiiabhäugig von den Fabrikanten sei. Der Versuch der Regierung sei diitchans sachgemäß, und er verspreche sich davon eine Beruhigung in gewisseti Ai bcitrrlrcisen. Natttetiiiich werde dies der Fall sein, wenn die Inspektoren kräsli; gegen aste Nachlässig- ketten in einzelnen Fabriken einschritten. Abg. Ludwig ineini bah der Versuch, de» die Regierung jetzt mit den Fabrikinipckioreu machen wolle, nicht von glänzcndein Erfolge gckiöut scin werde. Od innerhalb einer gewissen Bevölkerung Agitation oder Nichtagilation vorhanden sei, darauf(das wolle er dem Vizeptäst- deuten entgegnen) sei nicht Rücksicht zu nehmen, diese Strömungen kämen und ginge». Leicht träte joust eine Gcspcnstct snrcht ein, um derentwillen man sich freiwillig nnd gebunden den Händen der Regjcrungs- itnd Polizrigcwalt übe, gebe. Redner will sich sein Bedenken gegen Eingziffe der Po'izeigewalt, selbst wenn sie int allermilbsten Kleide auftrete, stets vorbehalten.' Wie sollten diese 4 Revisoren Alles ersüllett, was man von ihnen verlange? Schlechterdings uniuöglich sei es. wenn di.se 4 Beamten etwas Ordetilliches in Bezug auf das niaterielle utid phyüjche Wohl der Arbeiter leisten solltet,. Es werde nur wiederum cm neues Beamtenihum eingeführt werden. So lange nicht bei ber Wahl dieser R visa>en auch die Arbeiter und bez. die Arbeitgeber ein Wahlrecht mit hätten, so würde ihnen kcin Vertrauen entgegen komm, n, soiidern man werde nur neues Mißtrauen säen. Schon wegen seines Namens.Revisor" werde man ihn mit Mißtrauen einpfangen. Mit der Revision der Fabriken in den Städten könne es schon noch eine Zeit lang so fortgehen, wie seither, man möge lieber darauf sehen, Pas die Fabriken auf dem Lande in Vetreff der Kinderarbeit gehörig bcnnfsichtigt werden das; z. V. keine Sinterthüren da seien wo utait die Kinder hiniinslassc wenn die Jnspcktotcn von vorn herein tonimen. Jetzt habe man ans Ginnd einzelner Klagen von Arbeitern atigefaitgcii, die Frage der Veschäfttzniig von Kindern gehörig zu utitrrsnchen, darin wöge man fortfahren, stalt eine Etn- richtung zu schassen, die nur die Gehässigkeit des Revisionsaktes auf sich laden werde. Abg. Dr. Geuselt Der jetzige Regierungsvorschlag sei am vo- rigcn Landlag von ihm beantragt worden. Eigentlich aber sei die Selbsthülse das Attzustrebende getvese». Bei dem Mühlhausener Verein zum Schutz der Arbeiter gegen Gefahren in den Fabriken sei der Beamte, den die Fadrikaiiten angestcllt hätten, diesen gegenüber ganz clbslstäiidig(?) und genösse eine Autorilät, die den von der Regierung atizusiellkttden Jttspekioreit nur zu wünsche» wäre. Der Mühlhauiener Verein könne wegen seiner segensreichen Wirksainlcii nur als Muster dienen. u. Dr. L e i st n e r: Vcnnöcbteii die Fabrikinspektoreit den For- derungen der Arbeiter nicht ganz gerecht zu w rden, so weide das Odium auf sie und die Regierung mit falle, besondets wenn der Jnipektor zuvor mit dem Fabrikbesitzer ein Glas Champagner getrunken habe. Ein trauriges Zeichen sei es. wenn immer und immer wieder in Sachen, wo der Einzelne sich selbst helfet, könne, der Staat ange- rusett werde, zuletzt komme man damit dahin, daß er auch für uns denke*) Abg. Dr. Bieber mannt Er glaube, daß die Regierung den echten Weg gehe, indem sie die Aufsicht über die Fabriten im Inte- esse der Aibeiier übernehme. Daß künslig einmal die Selbsthn.fe an Stelle der SiaatSaussichi irrte, sei dadurch nicht ausgeschlossen. Was ihn zu dieser Ansicht bestimme, sei natürlich das Vorbild Eng- lattds, welches in dem Institut der Fabrikinspektion ein weseitiiiches Moment der sozialen Ftirsotge für die Arde.ter erkenne. Vo» John Vright sei ihm das Institut als ein solches gerühmt worden, welches noch wirksamer als ein Haftpflichtgesetz dte A> Keiler schütz«. Allerdings ruhe es in England aus der sestrit Basis genauer gesetzlich, r Vor- ichrittett übet die Einrichtung der Fabriken. Werten diese bei uns dtitch Instruktionen genügend ersetzt, so werde die Einrichtung auch bei uns sehr wohlthatig wirken. Abg. Jordan ein'pfiehtt dringend den Regiernngsanirag. Dies ei wieder einer der Fälle, wo man tagen müsset es sollte dies anders sein, es ist aber eben nicht so. Er sei wcuigstcuS nicht in der Luge, seine Bcrufsgcnosscn i» der JnSustric in Schutt nchiucn, dafl er sagen könnte, sie thäteu alles, was sie thnu könnte». um thrc Arbeiter vor Gefahren zu schütten. Was in Mühl- hausen geschehen s>i, werde i in wer nur in lliineu Kreisen möglich sein, wo Politische Uebcrsicht. Bei Gelegenheit der jüngsten Krawalle in Brüssel halten wir schon hervorzuheben, daß die Skandalmacher ausschließlich den„gebildeten" Klassen, und zwar der„liberalen" Bourgeoisie angehörten, wohingegen das„ungebildete",„ordnungsfeindliche Proletarial" sich durch musterhafte„Ruhe und Anständigkeit" vo etne gl-ichaitige gr ße Industrie flo-ire. Bei unser» Verhältnissen ei staatliche Nontrolc nnd Rachhilfe nicht nur noihwendig. sondern im höchsten eignen Interesse der Fahrikbestttcr, das hätten die Vorschriften der Gewerbeordnung über die Kinder- arbeit gelehrt, cinc Vcschräukuug, deren Segen sür sie selbst vo» den Fabrikanten nur noch zu sehr verkannt werde. Slaatstitttuster v. Rostitz-Wallivitzt Ich will nicht in Abrede stellen, daß attt dem Wege der Privatverciittgung dcr Zweck vielleicht in gleicher Weise erreicht werden iaitit.z?) Der Vorredner hat ber.ns in sehr kundiger Weise daraus ausmerlsam geniachl, daß die Verhält- nisse in Sachsen nicht ganz dieselben sind, wie in Mühlhausen, und jedenfalls kann ich konstaliren, daß die Ersahrungen, die in Mühl- Hausen gemacht woiden, uns längst belannt worden sind. Die ") Dahin sind wir längst gekommen. Oder sollte Herr Leistner nie etwas von Schnlregulaltven und Preßbureaur gehört h den? Die Zahl derer, die d-n Staat nicht für sich denken lassen, ist henizulag eine verschwindend kleine. R. d. N. auszeichnete. Genau dasselbe haben wir jetzt von A n t- werpen zu vermelden. Dort erschien vor etwa zehn Tagen ein Individuum, das sich Herzog von Chambord zu nennen be- liebt und, iveil er ein in der Ehe geborenes Kind der durch ihren anstößigen Lebenswandel berüchtigten Herzogin von Berry ist, als solches(der Code Rapoleon verbietet das„Suchen nach der Batet schast") für einen Enkel des letzten Frauzö- fischen Boutbonenlöitigs, Karls X., gilt. Dieses Individuum, körperlich wie geistig verkrüppelt— es hinkt, stottert, hat einen glatzköpfigen Schädel, innerlich wo möglich noch unvor- theilhafter ausgestallel, als äußerlich— spielt die Rolle eines Französischen Kronprätendenten und machte sich in Anlwerpen das Pläsir,„Hof zu hallen." Das erregle den Zorn der Anlwerpener Spießbürger, die für einen Kronprätendenten der jüngeren Linie(Orleans) schwämmen, nnd rs kam zu einigen Straßenausläufen, die zu hitzigen Kammerinterpellalionen und schließlich zur Flucht der sürstlichen Mcnschenkarrikatnr, die sich Herzog von Chambord oder, mit ihrem„Zutunftslitel", Heinrich V. zu nennen beliebt, führte. Anläßlich dieser Straßenaufläufe veröffentlichle die Ant- werpener Sektion der Jnteritalionalen folgenden Aufruft An das Boll! Ein Ausländer, der sich Gras von Chambord nennt, setzt die ganze besitzende Bürgerschaft unserer Stadt in Bewegung. Im Hotel St. Antoine abgestiegen, empfängt er seine Freunde und Anhänger und cnnspirirt dort mit ihnen, sagt man, be- züglich der Wiederherstellung des Thrones von Frankreich. Wenn dem so ist, mißbraucht dieser Fremde die belgische Gast- freundschaft und wir protestiren im Namen des Rechts gegen diese Parteilichkeit der Regierung, welche das Fremdengesetz gegen alle Demokraten, die immer ohne Gnade über die Grenze verwiesen werden, anwendet, während sie haffenswerthe Thron- jäger durch die Polizei und Gensdarmerie beschützt. Jndeß halten wir es für unsere Pflicht, öffenlllch zu erklären, daß wir mit den Demonstrationen, welche seit, nehmen Tagen Abends vor dem Hotel St. Antoine stak finden, nichts zn schaffen haben, obschon feindliche Journale es sagen. Diese Agilatwnen sind das Werk des besitzenden Bürgerlhums, und ivir sehen darin nur eine Partei-Conkurrenz zwischen Liberalen und Katholiken. Keine dieser Parleien will uns wohl, und sie zeigen es selbst offenkundig, indem sie dem Bolk Geld anbieten, um eine Mitwirkung zu erlangen, die seinen Interessen ebenso zuwider, wie seiner Ehre schädlich wäre. Die Unterdrücker, die reiche Bourgeoisie, wenden noch ein Mal das Mittel an, das ihnen nur zn oft geglückt ist. Immer sind sie mit Hilfe Eurer Arme und Eures Blutes zu ihrem Ziele gelangt. Aber Ihr wißt, daß von Liberalen und Kalho- liken die Einen Euch nicht mehr hold sind, als die Andern. Alle beide sind Eure Feinde, wollen Eure Knechtschaft. Werden (Fortselzuug auf Seite 4.) Tie Lage der Müllerburschen. Bon F. M. in Liisnig. Die Behandlung der Mühlavbeiter, resp. MUUerhtrschen muß nicht allein eine sklavische genannt werden, sondern man kann sie, ohne dabei zu viel zu sagen, geradezu eine rafsinirte Grausamceil benamsen und es es ist nur traurig, daß man in der Oefsenilichkeit noch äußerst wenig Kenntniß bavon Hai, was sich durch den Umstand erklärt, daß sich die Mühlen meist an abgelegenen Orten befinden und also wenig Aufmerksamkeit aui sich ziehen. Äerade deshalb aber sei erlaubt, endlich ein- mal zu schildern, wie es in den Mühlen zugehl, zu beschreiben, unter was für traurigen Umständen das zum täglichen Brode Aller benö'.higle Mehl hergestellt wird, wie viel Bluls- und Gchweißtropjen daran hängen. Ich habe das Thun und Treiben in den Mühlen auf das Eingehendste geprüft und bin nunmehr zu der Überzeugung gelangt, daß so ein Müller- bursche durch die Art uno Ameise, wie er arbeiten muß und wie er dabei behandelt wird, nicht allein körperlich, sondern auch geistig vollständig zu Grunde gerichtet werden muß, und könnte ich Hunderte von verkrüppelten Arbeitern benennen, die ein lebendiges Zeugniß für meine Behauptung bilden. Jene, welche bei ihrem Berufe bleiben und nicht zeilig einen anderen Broderwerb aussuchen, verfallen einem langwierigen Siechlhume oder sterben eines vorzeitigen Todes. Betrachten wir uns also das Thun und Treiben in einer Fabriksmühle! Sagen wir, es ist eine Mühle von 8 Gängen. In einer solchen sind in der Regel, einschließlich des Knappen (Werksührers), 5 Arbeiter beschäftigt Der Knappe hat die Arbeil auszutheilen(was ste.s so geschieht, daß er davon frei bleibt). Alles zu überwachen und muß vor allen Dingen eine gehörige Portion Grobheit besitzen. Letzteres ist eine Existenz- frage, da die Chefs keine Knappen behalten, welche nicht mit dieser Eigenschaft ausgerüstet sind. Indessen giebt es stets solche jämmerlrche Kreaturen genug, was besonders dem Um- staube zuzuschreiben ist, daß es den Knappen überlassen ist, die Lohnverhältnisse zu regeln, welche Einrichtung dieselben in den Stand sitzt, die größten Schwindeleien auszuüben. Gewöhn- lich theilcn die Herren Knappen die Sache so ein, daß die Hälfte des gesammten Lohnbetrages in ihre eigene Tasche stießt, und die andere Hälfte unter die Arbeiter vertheilt wird. Die gewöhnliche Arbeitszeit beträgt täglich 16—18, auch 20—24 Stunden; es wird Tag uud Nacht gearbeitet, Sonn- und ijermage nicht ausgenommen. Wahrend der Gottes- dienstzeil, wo der Betrieb des Geschäftes gesetzlich verboten ist, stehen zwar die Räder stille, allein die Arbeiter sind gezwungen, andere Berrichlungen zu lhun, die weniger Geräusch verur- fachen. Die EmtHeilung der Arbeitszeit ist im Allgemeinen folgende: Abends 7 oder 8 Uhr begeben sich 2 Mann zur Ruhe, ganz direkt zur Ruhe(in den meisten Mühlen ist es nicht erlaubt auszugehen); die Lagerstätte brsteht in der Regel aus einem alte«, mit Kleie ausgestopfte« Sacke, Betten sind für die Müllerburjchen unbekannte Druge.(Die Mühlen- besitzer sagen, in Betten würden die Leute zu faul, würben zu lange schlafeu und dergl.!) So liegen denn die arme» Burschen bis ungefähr Nachts 1 Uhr auf ihrem Kleiensacke, dann heißt es wieder„auf!'' und die beiden anderen Arbeiter, welche zu- Vor gearbeitet hatten, sinken auf dieselben Säcke hin, welche Von den vor Mulernrcht Schlafenden verlassen wurden. Dabei kommt es oft vor, daß�ihnen die Augen so sehr brennen, daß sie trotz aller Müdigkeit nicht schlafen können und erst Umschläge mit Wasser machen müssen. Früh 7 Uhr hat die ganze Mann- fchaft nieder an derArbeu zu sein. Also von Morgens 7 bis Abends 7 ober 8 Uhr wird mit der ganzen Mannschaft ge- arbellel uno augerd.m muß die Hälfte noch von Abends bis Mitternacht und die andere Hälfte von Mitternacht bis Morgens arbeiten. Es ist geradezu haarsträubend. Durch diese schreck liche Behandlung der Arbeiter sind dieselben aber auch ganz und gar feig uno charakterlos geworden, sie wagen es kaum. ihrem C.)ef in das Gesicht zu bltck n. Wenn derselbe in die Mühle kommt, dann wird ihm deiiiuthsvollft der Gruß gebracht, uud mlt Angst erwartet man die allenfallsige Erwiederung desselben. Erfolgt eine solche, dann ist man f. oh, weil man annimmt, daß der„Herr" bei guter Laune sei; wird der Gruß aber nicht e widert, dann verkriecht man sich scheu in die Winkel und denlt mit Entsetzen an eine allenfallsige Entlassung. Da her kommt es auch, daß sich die Mühlenoefiycr geradezu als Pajcha's fühlen und ihren Arbeitern gegenüoer die grasseste Herzlosigkeit an den Tag legen. Sobald sich Einer nur muckst, musj er fort,— mögen feine Verhältnisse noch so traurig liegen.— Was für diese Heloten gethan werden muß, da8 ist Folgendes: I) Elnfühiung der 12-Siundenarbeit, anstatt der bisyeri- gen 16- b» 18- auch 20- bis 24'stündigen; es kommen sogar Fälle vor, daß 36 auch 48 Stund.» hintereinander gearbeitet wird von ein und denselben Arbeitern. Es ktingt unglaublich, c« ist jedoch eine That.achc. 2) Abschaffuug der Sonntagsarbeit. Das Verbot der Sonmagsarbelt wird von den betreffenden Chefs rasfinirt um- gangen, reip. das Uebertretm delsetben bezahlt. 3) Gewährung einer kräftigen, nahrhaften Kost. 4; Ein dem menschlichen Bedürsniß entsprechendes Ruhe- lager. b) Abschaffung der in manchen Mühlen noch gebränchlichen Prügelstrafe. Tiefe Strafe wendet man gewöhnlich an, wenn Arbeiter des Nachts die Arbeit nicht nach Wunsch der herzlosen Mühlenb. sitzer verrichten; bei eine» so langen Arbeits- zeit wird der Mensch vom Schlaf übermannt und sinkt dann oft bewußtlos zusammen. Wenn nun bei einem derartigen Werk, welches geivöhntich durch Wasser oder Dampf gettieben wird, die nölhige Aufsicht fehlt, erwächst dadurch den Besitzern oftmals bedeutender Schaden; erbarmungslos behandelt man nun diese ganz gleichgültigen Arbeiter; ich selbst habe Meister gekannt, de nen die Prügel- Leidenschaft so zu sagen angeboren war; btos dann und wann findet man Arbeiter, die ein sosort:ges Wieder vergeltungsrecht ausüben, die große Mehrzahl läßt es sich stumpf- sinnig ruhig gefalle». Was nilch persönlich anbetrifft, so bin ich zwar arm, jedoch unabhäng.g und habe mir die Ausgabe gestellt, koste es, was es wolle, meinen ehemaligen Collegen zu helfen. Es ist dies ein sehr schwieriges Unternehmen, indem dieselden den Glaube» an«ine Rettung gän�l ch verloren haben, doch der Änsang ist geuiacht durch o»e Artikel, welche ich über dieses Thema bereit» in unserm Chemnitzer Parteiblatt veröffentlicht habe; jene Ar- tikel haben bei Arbeitgebern sowohl als bei Arbeitern Sensation erregt, und hoffe ich, wenn mir die Parteigenossen hilfreich zur Seile stehen, Einiges zur Besserung der Lage der Müllerburschen b.. tragen zu können. Tie Wohnungsfrage. vi. (Schlußartikel.) Es bleiben noch die Borschläge des Herrn Reschauer zur Besprechung übrig, wie sie in seiner mehrfach erwähnten Schrift*, niedergelegt sind. Wir widmen ihnen zum Schlüsse unserer Ausführung noch besondere Aufmerksamkeit— aus zwei Gründen. Erstens wird Niemand die Schrift des Herrn Reschauer lesen, ohne zu fühlen, daß er hier einen Mann vor sich hat, der von wirklich ehrlichem und uneigennützigem Stre- bei, für das Wohl des Bolkes erfüllt ist, und jede solche Lei- stung hat Anwartschaft auf unseren Dank; zweitens deßhalb, weil einer seiner Borschläge wirklich an das von uns ent- wickelte Prinzip der Ablösung der Miethwohnung streift. Die Schrift zerfällt in zwei Theile, denen als Anhang noch veischiedene Beilagen mit sehr werthvollem statistischem Material beigefügt sind. Der erste Theil schildert hauptsäch- lich die furchtbaren Folgen der Wohnungsnoih mit vorzugs- weiser Betonung der Leiben des Kleingewerbes; der zweite enthält positive Vorschläge zu einer durchgreifenden Bes- serung. Reschauer sagt Seite 7: „Der Gefertigte glaubt, den betrübenden Nachweis ge- liefert zu haben, daß das Gros der Wiener Bevölke- rung an Wohlstand nicht gewonnen, sondern im Gegentheil verloren hat. Die Anzahl der Millionäre und jener verwegenen Glückskinder, welche durch gelungene Speculationen sich gleichsam über Nacht große Capitalien ein- zuheimsen wußten, hat in den letzten Jahren unstreitig einen sehr bedeutenden Zuwachs erhalten, aber der Mittelstand und die arbeitenden Classen sind in dieser Aera ärmer geworden." Und weiter Seite S: „Sticht allein der Staat und die Commune», sondern na- mentlich auch jene Classen der Gesellschaft, denen ihr Reichthum und ihre Bildung wohl auch die Pflicht auferlegen, sich um das Gemeinwohl zu kümmern, sollten durch die Gründung und Förderung gemeinnütziger Vereine und Unternehmungen sich die Hebung und Entwicklung des Kleingewerbes zur Aufgabe stellen." Seite 12: „Mit dem Kleingewerbe steht und fällt die heutige Ge- sellschaft." Wir haben hierauf kurz Folgendes zu erwidern. Der Appell an die„reichen und gebildeten Classen" kann bei Jedem, der das Wesen der Gesellschaft kennt, nur initleidiges Lächeln erwecken. Wohl kann sich das einzelne Individuum über die Existenzbedingungen seiner Classe erheben und mit Aufgebung egvistifcher Interessen wahrhaft gemeinnützige Zwecke verfolgen. Eine Classe als solche kann es nie und mm- mcr mehr, aus dem einfachen Grunde, weil das innerste Denken einer Classe einzig und alleim vom Interesse be- stimmt wirb. Das Interesse der„reichen und gebildeten Classen" ist aber ein„Sonder-Jnteresse" und steht als solches schon jedem wahrhaft gemeinnützigen Zwecke principiell gegen- über. Das Einzige, was eine gesellschaftliche Classe einer andern gegenüber ihu» kann, ist Philanthropie, christliche Barm- yerziakeil, zu deutsch— Almosen.„Nona repousaons l'aumöne, noua voulons la justice."„Wir weisen das -llmofe» zurück, wir wollen die Gerechtigkeit," haben unsere französischen Brüder gesagt. Daß die heutige �Gesellschaft mit dem Kleingewerbe steht und fällt, ist allerdings nur zu wahr. Warum ist das Klein- gewerbe der eigentliche Strebepfeiler der Gesellschaft? Weil es , einer ursprünglichen Anlage nach die drei Facloren: Arbeit— Erwerb— Besitz— in sich vereinigt, weil es in der Vec- einigung dieser drei Facloren der Entwicklungsfähigkeit des Individuums keinerlei Schranke gegenüberstellt. Es braucht hier nicht betont zu werden, daß die capitalistifche Productions- weise und die Entwicklung der modernen Industrie dieses ur- iprüngliche Wesen des Kleingewerbes vollständig zerbrochen und aus einer lebenskräftigen, sich immer wieder neu erzeugenven Classe einen bewußtlosen Hausen Menschen gemacht hat, der nicht weiß, wohin er seinen angstvollen Blick wenden soll. Für das Kleingewerbe gibt es nur Eine Hilfe, und diese ist in seine eigene Hand gegeben— der Bund mit dem Proletariat. Wir werden vielleicht später einmal Gelegenheit haben, diesen Satz hier näher auszuführen. Die Wohnungs- noih ist nur ein Symptom in der cvnstitutionellen Krankheit des Kleingewerbes, die Krantheit selbst sitzt anderswo und viel tiefer; auch eine vollständige Beseitigung der Wohnungs- noth würde diese Krankheil nicht heilen, vielleicht etwas in die Länge ziehen; die Tage der heutigen Mittelklasse mit ihren heutigen Existenz- Bedingungen sind gezählt. Kein Gott kann sie retten. Das Radicalmittel des Herrn R. schauer aber ist folgen- des: S. 37.„Um dem Mangel an kleinen Wohnungen uuter 150 fl. Jahreszins in Wien abhelfen zu können, haben meine Erhebungen zu dem Ergebniß geführt, daß es in der Umgebung Wiens ein einziges Territorium gibt, dessen zweck- mäßige Ausnützung nicht nur der Wohnungsnoth für Wien für Generalionen ein Ende machen, sondern auch den für die Commune Wien schwer in die Wagschale fallenden Bortheil einer nicht unerheblichen Entlastung ihres Budgets zur natur- lichen Folge haben müßte."— Als dieses Territorium bezeich- »et er die Herrschaft Kaiser-Ebersdorf mit einem Grundcom- plexe von beiläufig 5100 Jochen, welche dem Wiener Armen- londe gehört, unter der Administration des löblichen Gemeinde- ralhs steht, und, nebenbei sei bemerkt, schon in diesem Jahre durch eine Zweigbahn der k. k. Elisabeth- Westbahn mit Wien in direkte Etsenbahnverdindung gebracht wird. Seite 40:„Es handelt sich hier um den freilich all- mäligen Bau von mindestens 24,000 Häufern, welcher, wenn *) Die WohnnngSnoth u. s. w. Vorschläge von Heinrich Reschauer Wien, 1871. Ell. Hügel. man den Preis eines solchen Hauses auf einem Grunde vvli 100 Quadratklaftern blos auf 2000 Gulden veranschlagt, die Ausbringung eines Kapitals von 48 Millionen Gulden er- fordert." Herr Reschaner glaubt, daß diese Riesenaufgabe nicht in den Wiikungskreis der Commune gehöre, traut aber auch einer Aktiengesellschaft nicht die nöthigen Eigenschaften zu. Er glaubt vielmehr Seite 40:„Die Realisirung dieses gewiß großartigen Projektes könnte nach der Ueberzeugung des Ge- fertigten unter allen Umständen nur einem Bereine von Män- nern gelingen, denen es nicht um Erzielung eines pecuniären Nutzens, sondern ausschließlich um das Gemeinwohl und die Befreiung Wiens von den Calamitäten einer iinmer un- erträglicheren, die werlhvollsten und wichtigsten Classen der Bevölkerung vollständig ruinirenden Wohnungsnoth zu thun wäre." Es ist nicht unsere Aufgabe, zu untersuchen, ob für eine bauliche Ausdehnung Wiens in großartigem Maßstabe die von Herrn Reschauer vorgeschlagene Herrschaft Kaiser-Ebersdorf der geeignetste Platz ist. Schreiber dieser Zeilen erklärt sich, als nicht lokalkundig, hierin für vollständig incompetent. Worauf es uns zunächst' ankommt und ankommen muß, ist die Prüfung der Art und Weise, wie Herr Reschauer sein großartiges Projekt zu verwirklichen hofft. Ein Verein von Männern also, denen es nicht um Erzielung eines pecuniären Nutzens zu thun ist, soll das Zauberwerk vollbringen, d. h. mit anderen Wor- ten, eine Aktiengesellschaft, welche sich mit einer mäßigen, vielleicht ein- für allemal fixen Divi- dende begnügt. Herr Reschauer hätte sich mehr Dank verdient, wenn er sich klarer hierüber ausgelassen hätte. Bor- ausgesetzt, die„wohlmeinenden Männer" finden sich, und das erforderliche Kapital von 48 Millionen Gulden wird aufge- bracht, zu wie viel Prozent soll es sich verzinsen? Zu 5, zu 41/,, zu 3, zu 1 oder am Ende zu Prozent? Wir sehen, der„gute Wille" hat einen weiten Spielraum. Das mehr oder weniger gnädig gesinnte Kapital wird hierüber zu entscheiden haben. Nun, es ist uns nicht bange um die 48 Millionen; wir haben eben bemerkt, was von dem Appell an die„reichen und gebildeten Klassen" zu erwarten ist. Es gilt deßhalb nur »och zu konstatiren, daß auch der gewiß gut gemeinte Bor- schlag des Herrn Reschauer im Grunde nichts Anderes ist als— ein d e in Volke gebotenes Almosen, �ous repoussons l'aumöne! Gibt es denn kein Recht, um die Fragen zu lösen, welche Wohl und Wehe des Bolkes be- stimmen? Herr Reschauer fühlt selbst, daß er der Initiative der „reichen und gebildeten Klassen" und ihrer Sorge für das Wohl des Volkes etwas viel zugemulhet. Er verlangt deßhalb schließlich noch, der Staat solle ihnen ihre Theilnahme erleich- lern und ein Gesetz erlassen(Seite 42):„durch welches für alle Häuser, welche der Verein auf dem Territorium von Kai- ser-Ebersdorf baut, eine fünfzigjährige Steuerfreiheit zugeftan- den würbe." Ueber die Steuerfreiheit haben wir uns schon in einem früheren Artikel ausgespiochen. Kämpfen wir gegen die Privilegien des Kapitals, um das Privilegium christlicher Barmherzigkeit dafür einzutauschen? DaS Gute kommt zuletzt. Herr Reschauer will endlich Seite 42:„daß den Bewohnern dieser Häuser daß Recht ein- geiäuml werde, diese Häuser zu erwerben, und zwar dadurch, daß sie mit dem Mieihzinse und in diesem inbegriffen auch die aus der Erwerbung des Grundes und der Herstellung des Hauses aufgelaufenen Kosten entweder baar oder mittelst An» nuiläten(Heimzahlungen des Kapitals in jährlichen Raten) dem B-reine znckbezahlen würden." Herr Reschauer ist also über da» Ziel mit uns einver- standen. Auch er hält es mit uns für im höchsten Grade wünschenswerth, daß sich der Miethb e w o h ner umwandle in den freien Besitzer seiner Wohnung. Für Herrn Reschauer ist es eine Frage der Humanität, für uns eine Frage d:s Rechtes. Er hält es für wünschenswerth, wir halten es für absolut nothwendig und. sind sicher, baß es über Kurz oder Lang geschehen wird. Hatte Herr Reschauer dieses sein Ziel klarer, schärfer und umfassender in's Auge gefaßt, häcte er es als leitenden Ge- danken seiner Ausführungen, als treibendes Moment durch alle Phasen derselben festgehalten,— er wäre mit uns kühn bis zur Ablösung der Miethwohnung vorwärtsgeschritten. Sein Fehler liegt aber hauptsächlich darin, daß er die Wohnungs- frage, isolirt, vereinzelt, abgesondert von der großen sozialen Frage, angefaßt hat, sonst hätte er sich schon an den materiellen, Verhältnissen auf den richtigen Weg stoßen und erkennen müs- sen, daß auch die Wohnungsfrage ganz und gar mit der Frage von der Producti vität des Kapitals zusammenfällt und daß alle ihre Auswüchse, alles Elend, was an ihren Soh- len haftet, einzig und allein in dieser Productivität seinen Grund hat._ RegieruugssoztalismuS. Im Anschluß an unfern gleichlautenden Artikel in Nr. 3 dieses Jahrganges haben wir heule wieder über einen Auf- satz in der„Berliner Revlle" zu berichten. Das Blatt bespricht die Enquöte(Untersuchung) des preu- ßischen Handelsministers über die soziale Frage, und beleuchtet die von der„Bolkszeitung" darüber gebrachten Mittheilungen. Es sei nicht glaublich, daß die Angaben der„Bolkszeitung" richtig seien, denn es läge ein unlösbarer Widerspruch in den veröffentlichten Sätzen. „Sieht denn die„Volkszeitung" nicht das vollständig „Unlogische der Sätze: Auszuschließen sei die Erör- „terung der wissenschaftlichen Kontroversen, dagegen „zur Erörterung zu stellen: Belehrende Maßregeln „zur Versöhnung der Gegensätze?— Eine schnurrige „Belehrung das, welche nicht auf der wissenschaftlichen „Erörterung beruht! Wie will man denn ohne Wis- „senschaft das angeblich Fehlsame der sozialistischen „Doktrin nachweisen?" Die Revüe hält einen Klagegesang, weil über diese wichtige Angelegenheit nur zwei Konservative gehört worden sind, und behauptet mit Recht, die übrigen Herren seien Manchestermänner Und verständen von der ganzen Sache Nichts! Man hätte doch Fachmänner fragen sollen, ja, in dieser Sache seien sogar die Sozialdemokraten zu hören! „Freilich, dieinternationalen Leute, wie Bebel, „können nicht mitwirken zu einem erstrebenswerthen „Ziele!" Abermit denAndern,— da ist eher auszukommen; denn die reine Lassalle'sche Lehre sei durchaus nicht so verwerf- lich; mit den Anhängern dieser Richtung könne man verhandeln. „Der antimonarchische(monarchiefeindliche) Zug der so- „zialdemokratischen Lehre klebt ihr nuran aus der Zeit, „als dicSozialistensichnoch in der schlechten „Gesellschaft der eigentlichenDemokratenbe- „fanden. Selbstverständlich plaidiren wir nicht für ihre „Lehre, aber im vergleich mit derjenigen der liberalen „Bourgeoisie geben wir ihr den Vorzug! Warum sollte „man nicht einen Mann wie von Schweitzer „vernehmen?" Hier wird also offen behauptet, daß die schlechte Gesell- schaft der eigentlichen Demokraten die guten Sozialisten nur verdorben habe; mit den mHh nicht ganz verdorbenen, d. h. mit denen, welche keine echten Demokraten sind, kann man verhandeln! Wir freuen uns, daß die„Berliner Revüe" uns ihr Vertrauen nicht schenkt, und glauben, daß die Auffassung der Lassalle'jchen Ansiche entweder auf Unkenntniß oder aus absichtlicher Verdrehung beruht! Lassalle war selbst Demokrat, wie eres in der Frankfurter Rede ausgesprochen hat, und hat keineswegs die bürgerliche Demokratie so oerachtet, wie der„Neue" ihm in- sinuirl. Lassalle sagt: „Das Banner, das ich erhoben, ist das demokratische „Bauner überhaupt. Es giebl sehr tüchtige, sehr kräftige „Elemente in der Bourgeoisie. Ich selbst, und so „viele Andere unter uns, gehören ja zu ihr.-- „Es ist eine allgemeine, demokratische Volksbewegung „und keine bloße Klassenbewegung, zu der ich rufe." Wir meinen, jeder wahre Demokrat ist Sozialist, und jeder wahre Sozialist ist Demokrat; Eins läßt sich nicht vom Andern trennen. Der„Neue", resp. Herr von Schweitzer mag sich für das Vertrauen der„Revüe" bedanken! Zur Plünderung der Deutschen iu Frankreich. In Hamburg fand am 2b. Februar die Verhandlung gegen drei der Plünderung in Frankreich angeklagte Marke- tender statt. Der„Hamburger Correspondent" berichtet darüber: „Die Angeklagten Göben, Glümper und Rejahl waren als Marlelender mit dem Lten brandendurgi>chen Ulanen Rcganent Nr. 11 nach Kranlreich gezogen und halten mit der etilen und sieiteu Eskadron de» Reg menis im Okiober 1V7I1 in dem von seinen Bewohnern gänzlich verlanenen und halb zerstörten Doife Um'cs in der'Nähe von Corbcil, Lluarlieie belogen. Dort enideckic tsoben eingestandener- maßen in dem Hansc des Rentie.s Jean Pierre Aubert, welches ale�chjalls zur Halste dciuolut war, eine hohle Seilen wand, mit Tapcie dell.di, hinter wetchee|ich ein veischlostener Wandschrank be- sand. Nach meisteren vergeblichen Bersuchcn— wie Goben angiebl Mit Hilfe zweier Ulancu und eines„College» MostV, der aber wegen mangelnder Coinpeienz in Hamburg nicht veifolgt werben kann — den Wandjchraut zu östnen und zu zerbrechen, will Gäben den- selben am Tage nachher ervrochen und eine große Anzahl Werthpa- Piere Nld|l einigen Pretiosen im Zimmer umherliegend gesnuden haben. Die Werihpapiere und Schmuctsachen haben sich sodann die Ängeklagten e»lgr|iaiideilcrmaßcn angeeignet und unter sich vertheilt, während Bio- ses aus jetnen Äniheil uerzichletr. Im Besitze des Gtümper sind noch 16 von den gestohlenen Werth- papieien vorgrsunden ivorden, nachdem er in London mehrere C sielten zum Werlhe von 11), 100 JiS. verkausen lassen. Außerdem hat Glüinper >» Hambmg 100Ü Frs. verkausen lauen. Rejahl hat nach seiner Ruck- kehr aus Frankreich die grslohlenen Papiere semen Schwiegereuelii, den Mitangellagien Eheleuten Hoivind übergeben. Einen Theil deisrlben hat er dcin'Glümper anvertraut, um ihn in London verwertheu zu lassen, er ichlug jedoch die Annahme des von diesem erzielten Ber- kauispreijes, als eines zu geringsügigen aus. Er Halle ferner järäoOO Francs durch>el»en Schwregeivaler hieiselbst veikauseil lassen. End- sich sind noch durch den stiuischer Sierck zwer ebensalls in Nerres ge- sto�lene Werihpapiere tr ö00 Krauls eingeliefert worden, welche er von erncm Unbekannlen für 7b Thlr. gekausi hat. Welcher de. Angeklagten vordem IN dem Besitz dieser Papiere gewesen ist, hat nicht sestgesteUt werden können. Bei der Vernehmung der Angeklagten leugnen Göben, Glümper und Rejahl, den Kasten erbrochen zu haben und schieben die Schuld den beiden in der iksirklage genannten Ulanen zu, von welchen sie in- dessen nur einen namhaft zu machen gewußt haben. Sie wollen das Geld für herrenloses Gut, für Kriegsbeute angesehen haben, deren Anelgnnng ihnen unter den obwaltenden Umständen nicht strafbar er- schein n tonnte. Der Werih oer gesuiideneii Staatspapiere sei ihneii übrigens undelannl gewesen und sie hätten die Thriluug nur nach Slütlen vorgenommen, ohne deren Werih zu prüseiu— Rejahl und Glüinper erzählen auf die Frage des Dr. Wer(Bertheidiger Glüm- per's», vai, von den Truppe», tu der Gcgeuv vim Lrlcans, vor den Augeu und mtt Zuftiuiinung ihrer BorgejetZtert einmal ein großes Lcocrmagazi» uns cur anderes otial ein mit Kleider», Wein und Lcbcrtsmlttcln»efülltcr Keller total fpiiliirt') worden wäre, und im letzteren Aallc sogar die Lsfistcrc au der aUgemeiucn Beute thrttgeuommeu hätten, nach solre» Bo, gangen hallen sie l.o>e A».>cttagieils aus der Aneignung des ge- sundcne» herrentosen Geldes sich auch keine Scrupeln i achen zu müssen geglaubt. Zum Zwecke der BeweiSausuahiiie werden die Aussagen des Bc|chadi„ieil, dann diejenigen einiger in Franlreich vernvinmener Zeugen und"die Auskunft der Rtitlitärbehörde über die beiden von den Angettaglrn verdächtigten Ulanen vcrle|en; es geschieht dies jedoch vom vorsiljendcu Richter mit so leiser Stimme, da« hier- von aus oer Jourualtstenvauk soviel wle nichts zu oer- ftcheu ist." Die Quelle dieses Reserais, der amtliche„Hamburger Eorrcspondent", wird gewiß von den Nationalen nicht als trüg- Uch bezeichnet werden könircir. Als das wichtigste Ergebniß der Gerichlsvcrhandlung scheint uns natürlich nicht die Spitz- büberci deS Marketendcrpacks(weiches beiläufig nur zu kurzen Gejäugnißftrasen verurlheilt wurde), sondern die Aussage über die seilens der Truppen„mit Zustimmung" und unter„Theil- nähme" der Offiziere verübten Verbrechen der Plünderung. Die„leise Stimme" des Vorsitzenden Richters giebt schließlich dem Ganzen ein höchst bedenkliches Relief. Wir glauben, die Deutsche„Wafsenehrc", und selbst die Deutsche „Nalionalehre" erheischt dringend eine strenge und gründliche Umer- suchung. Ja wir s ordern eine solche, denn,„vaterlandsloses Gesindel" das wir sind, haben wir doch zn viel„Patrivtlsmus" und„RaUoimlstolz", um für den Ruf unseres Volkes gleich- gültig zu sein. Run untei liegt's aber keinem Zwcisel— die Söldner und Clienten des Berliner Preßburcau'S mögen mit *) geplündert, geraubt,«18 Kriegsbeute annektirt. noch so viel Eifer das Gegentheil versichern,— daß unser Ruf der„Ehrlichkeit" durch den letzten Krieg einen sehr harten Stoß erhalten hat. Man beschuldigt unsere Truppen zahlreicher Vcr- gehen gegen die„Heiligkeit des Eigenthums", und diese De- schuldigungen erweitern sich nachgerade zu Anklagen gegen das Deutsche Volk, weil von Seiten der Deutschen Behörden bisher so gut wie nichts geschehen ist, um den Grund oder Ungrund der Beschuldigungen zu ermitteln, und die schuldig Befundenen zur Strafe zu ziehen. Wenn hunderttausend Deutsche Offiziere und Soldaten in Frankreich geplündert haben, so berührt das unsere„Nationalehre" nicht, falls die Deutschen Militär- oder Civilgerichte ihre Pflicht thun; wenn aber nur ein Dutzend Deutscher Offziere und Soldaten in Frankreich geplündert haben, zu deren Verbrechen die Deutschen Militär- oder Civil- behörden ein Auge zudrücken, so ist unsere„Nationalehre" ge- schädigt. Wir fordern also nochmals strenge und gründliche Untersuchung. Der oben berichtete Fall hat Anlaß geboten, das Versäumte nachzuholen. Der„Dresdner B olksbote" schreibt: Das Verbot der Theilnahme an der Internationalen durch den Polizeidirektor Dr. Rüder zu Leipzig hat im Auslande bei Feind und Freund große Heiterkeit erregt.„Fi- garo" meint, der Dr. Rüder sei ein verkappter Internationaler und wolle damit blos Reklame für diese Arbeiler-Association machen."*)_ Bettler s Klage. Wie glänzen alle Fenster hell An jenem großen Haus! Viel frohe Menschen seh' ich drin • Bei einem leckern Schmaus. Jetzt schenkt man ein. Wie klirren da. Die Gläser in der Rund'! Mir netzte nie ein Tropfen Wein Den blassen Bettlersmund. Jetzt schallt Musik— da tanzen sie Mit schönen Frau'n— o Lust! Ich habe nie ein Weib gedrückt An meine Bettlersbrust. Jetzt zieh'n sie fort, dicht eingehüllt— Kein Lüftchen kann heran. Mir pfeift der Wind durch's dünne Kleid Und greift mich heulend an. Die Straße ist mein Schlafgcmach, Mein Kissen ist ein Stein, Der Hunger ist mein Bettgenoß, Die Kälte wiegt inich ein. Und wenn mich dann der Morgen nicht Zum Leben wecken kann, So sagen sie: Gestorben ist Heut' Nacht ein Bettelmann. Bckanntmachnttg. Der Schriftsteller Heir Wilhelm Philipp Martin Christian Lud- ivig Liebknecht ist ans Pnoatankiatie des Stadiraths zu Hainichen aus Anlaß der Verösientlichnnq des in der Beilage zu No. 41 des „Volksstaats" vom Jahre 1V70 enthalienen Aufsatzes„Siadt-oth- spiegel" wegen Berläumdiing nach art. 237, 24l snb c und 241 b. des revidirten Stiafgesctzbuchs zu einer Geldstrafe von 10 THIr. oer- mtheilt worden, was in Geinäßh it des Antrags des Anklägers hier- durch zur össenllichen Keautniß gebiacht wird. Leipzi>, am"4. Februar 1372. Königliches GerichlSarnt im Bezirksgericht, Abtheilung für Strafsachen. Bieter, Assr. Nürnberg, 1. Man. Ter Sinke der hiesigen Steindrucker hat nili der vouständigen Niederlage der Prinzipale geendigt. Der größte Fabrikant, C. A. Pocher, trennte sich am zehnten Tage bis Strites von seinen College», indem er aus Furcht, die besten Arbeiter duich Weg- qang derielbc» nach Berlin:» verlieren, und aus Angst vor seinein Concurrenien Hagclberg in B rli». der die tüchtigsten Drucker gegen hohen Lohn zn engagne» such., stck, mit seinen Aibeiiern vertrug, ob»e Rücksicht auf da? Ehrenwort, das er seinen Prinzipaltollege» gegeben hatte, bis zum Aeuß ersten auszuharreii. Benebst zog er auch alle guten Kräfte aus den anderen biesigen Osfizinen an sich, umer ihnen die Mitglieder des StriWomiteeS. lieber diese Wonbrüchigkeit sind nun die älsa„lackii len" Prinzipale außer sich und suchen ihn' durch Inserate im hiesigen„Frank. Konrier" ZU blamire». In einem, dieser Jnscnue machten sie auch ihrer Wnih gegen die böie» Sazialdeinokraten Luit und schway-e» da von„auf den Gelobt uiel der Arbeiter spekntirenden Agitato en" und von„gisiigcm Ungeziefer. das die faulen Eier des Hasse« üb.rall hineiiilegt." Die hiesigen Sozialdemokraten aniworte- ien mit einem Inserat solgeiidcn Inhalts:„Wir Soziald mokraten Nürnberg« geben den Sleindiuckereibesitzern die Erlaiibniß, über uns z» sagen und zu schreiben, was sie wollen. Wir wissen den Ingrimm, den die genannten Herren über den sur sie so schmählich verlaufenen Sinke haben, vollständig zn würdigen und bedauern ihre Niederlage von ganzem Hcrzen. Bon einer größeren Kundgebung gegen ihre Anariffe sehen wir ab, weil sie sich selbst sagen müssen, daß sie das Geld nicht werlh sind, das ein längeres Inserat kosten würde. Alle auswärtigen Paiteigenossen bitten wir um ein stilles Beileid für die so hart bedrängteil Arbeikersreunde, deren Aufrichligleit und wohl- wollende Gesinnung von ihren Arbeiter» so arg vertännt wurden." Die also bedienten Herren hatten nun zum Schaden noch den Spott, und sie schwiegen unter dem Hohngelächler der ganzen Stadt. Diejenigeil von ihnen aber, welche gegen die Arbeiier am unverschäm- icsten aufgetreten waren, sind nach beendigtem Sirike ohne Gehilsen. Auswärtigen Steindnickern, welche geneigl sein sollte», gegen diese Ein- siedlet von Piinzipalen einen Akt der Dankbarkeit zu üben, um ihnen aus der Roth z» helfen, bezeichnen wir namentlich die Firmen Schüssner, Brunner und Martin als diejenigen, welche sich vor allen anderen dinch besondere Liebenswürdigkeit allsgezeichnet haben. Diese sind so ganz verlassen, einsam»nd allnne. Darum, auswäriige Ge- Hilfen, komnil geschwind nnd helft diesen so schwer Belrojsenen aus der Verlegenheit! Hosjentlich wird sich auch das Strikekomiirc beeilen. die Ueberschüjse der Sinkekasse zu Unterilützungen für die Prinzipale, die eiwa durch den Sinke irgendwie in Roth gekommen sind, zu verwenden. Leipzig, den 23. Februar. Die 11. Stiftungsfeier des hiesigen Arbmer-Bildungsvereins verlief zu allgemeiner Zufriedenheit, auch der Besuch war ein sehr guier. Dein Bericht des Borsitzenden Bebet entnehmen wir folgendes: Borträge wurden im Lause des Jahres 50 gehalten,»nd zwar von den Herren vr. Lindner, Lehrer» Haschen, Reimer, Beeger, Richter, Pros. Wuttke, Liebknecht, Hadlich, Advokat Fnytag. Advokat Schmidt. Ferner wurd n20Redeübunge», lOMonais- und Gene- ralvcrsammlungcn abgehalten. Unterricht wurde ertheilt im Gesang Tur- nen, Rechnen, in der Buchsühiung. fraiizösiichen und englischen Sprache, Stenographie, deutschen Sprache und Suüiiik. Die Bibliothek zählt 1300 Bände, und iviirdm im letzten Jabre 1840 Bücher ausgeliehen. Das Archiv zahlt 350 Broschüren, das Lesezimmer 23 Zeitungen nnd Zeitschriften, darunter lamiiilliche Aibeiterdlätter DeutschiandS und die m deuischer Sprache erscheinende» ausländischen. Die Einnahmen des Vereins de- •) Wer weiß! Alte Liebe rostet nicht. R. d. trugen 568 Thlr., die Ausgaben 553 Thlr.) darunter allein für die Lokalmiethe 350 Thlr,— Die Festrede, die Liebknecht hielt, verbreitete sich über das Thema„Wissen ist Macht." Redner beleuchieie die heutigen„Bildungsanstalten" und die sog.„moderne Euliur" und venheidigte den Satz, daß der Staat als die organisirte Gesellschaft die Pflicht habe, das höchste Maaß von Bildung und Wissen allen Staatsangehörigen ohne Unters hieb zugänglich zu machen. Diese Bildung dürfe aber keine einseitige sein, sondern sie muß bestehen in der harmonischen Eniwickelimg aller geisligeii nnd körperlichen Fähigkeiten, welche wiedeiuni nicht möglich sei ohne die soziale Gleichheit. Der heutige, auf Klassenherrschaft beruhende S'aat beschütze natui gemäß die ungerechten sozialen und politischen Ungleichheiten; er habe nicht nur kein Interesse, das Volk wirklich zn bilden, sondern im Gegen- theil ein positives Interesse, das Volk nicht zu bilden, denn durch eine wirkliche Volksbildung zerstöre er sich selbst. Daher müsse das A und O aller unserer Bestrebungen auf Uinänderuiig des heutigen Staats gerichtet sein, um dann die sozialen Bei h rltnisse von Grund aus ändern und die harmonische Entwick-litiig der Menschen ermöglichen zu können.— Außer Bericht und Festrede füllten den offiziellen Theil der Feier Musik und Gcsangsvorträge aus. Den Schluß des Festes bildete ein sehr belebter Ball.— Die Holzarbeiter-Gewerkichast zu Zwickau sandte ein Begriißungstelegranim, das lebhafte» Beifall fand. Leipzigs B.kanntlich ballen die Nationallibnalen jetzt ein Weit- renne» des Servilismus. Sieger soll sein, wer die speichelleckerischst« Adresse an den Junker von Schönhausen zu Weg bringt. Wir haben dagegen nichts einzuwenden. Noch weniger dagegen, daß die Leipziger Biedei män»er sich mit einem Eifer, als ob ein Dutzend Hundspeiischen. auf ihrein kapbuckelnden Rückgrath herumtanzte», an dem W.ttrcmieil betheiligen. Wohl aber haben wir etwas dagegen einzuweiiden, daß unsere Biedermänner nach Außen d e Nachricht verbreiten, ihr Servi- litäisfuror habe die Sanltion einer Volksversannnl ung erbalten Naiüilich gelogen. Seit Jahren schon wagen die Herrn sich ans keine Volksveriammlung mehr, obgleich, oder vielleicht weil sie wissen, daß Lasker Tölckiadeu hier unmöglich sind. Leipzig. Die Arbeite, der Franke'schen Piauosortesabrik er- klären ii»„Tageblatl" die Miltheilnng des„BollSstaat", Herr Franke habe zwar die Forderungen der Arbeiier bewilligt, den Anreger der Lohnerhöhung aber entlassen, für eine„Unwahlheit"; es sei wohl Je- mand einlassen worden, aber nicht aus einem Ginnde, der mit der Lohnerhöhung in Verbindung stehe.— Wir überlassen die Beant- wortung dieses Dameniis unserem Mittheiler, welcher eben der frag- liche Gemaßregeltc selber ist. Im Uebrigen aber erlläieu wir, daß es nirgeiidZ ein Geheimniß ist, wie in den Fabriken Zustimmungsvoia, Giückwunschadressen u f. w. fabrizirt weiden.— Wenn es sich üver- hanpi veilohnle, darüber viel Worte zu verlieren, köniilcn wir z. B. erzähteii, wie in der Fabrik des zum„Coinmerzieiiraih" ernaunt-n Herrn Hofpianoforiefabrikaiitcn Blüthner zu Sa.onilunge» für eine Votiviafel zu Ehren dieses Herrn ausgefordert wurde ic. ic. Leipzig. Das„L.ipziger Tageblait" erklärt in der ihm eignen Sprache uil,ere Notiz betr. das dem„Tagcblati" seitens eines RathS- Mitglieds zugegangene Verbot der Fortsetzung der Bock'schen Aufsätze über das Leipziger Schulwesen für eine„dreiste Lüge."„Dreist"? Seit wann ipäre das„Tag-blatt" so gefährlich, daß„Dreistigkeit" dazu geHöne, es anzugreifen?„Lüge?" Gewiß nicht. Wir haben die Notiz von einem Bekannten Vock's. einem Manne, dessen Glaubwürdigkeit über dem Bereich der Hüttuer'sche» Moralkritik steht. Unrichlig war die Ziotiz vielleicht; aber eine Behauptung des„Tageblatt" ge- »ügt. nicht, uns davon zu überzeugen. Dazu bedarf es einer Er- kläruiig des Professor Bock, oder des Erscheinens seines nächsten Auf- satzes im„Tageblait". Es wird uns doch Hofsenilich Niemaud zumulhen, einem Blaite, das so ehrlich war, vor dem Kriege wider sein besseres Wissen Napoleon als„sriebliebend" und„bescheiden" zu feiern, ansiS Wort zu glauben! Berlin, den 2S. Februar. Aufruf an die Herrn Prinzipale der Bildhauer, sowie an unsere Kollegen aller Orten Deutschlands. In Folge niizulänglich gewordener Loynverhältmsse in unserm Geschäft sind die Bertinei Biiddaiiergehüifen gezwungen, iür Aiisbesserung ihrer inalcrieUen Lage in die Schranken zn treten. Es ist daher de- schlössen worden, falls die nur zu ger-chie Forderung von 25°/,) abgeschlagen werden sollte, die Arbeit mit dem 2. März d. I. nieder- inlegen. Wir ersuchen daher die Herren Prinzipale, von Auswärts, bei Bedürfniß von Gebülfen uns die« milzntdcileii. wohingegen die Kommission für Uebermitteluug der Leute sorgen wird. Die Kollegen aber fordern wir aus, nachhaltig für unsere Sache einznirete», und hauptsächlich Zuzug so viel wie möglich sein zu halten. Zuichrisleil wolle man senden an Herrn Paschke, Berlin Elisabeth-Ufer Nr. 40 1 Tr. Mit sozialdemokratischem Ginß I. A.: Die Kommission. Bnillberil Parteigenossen Brüder! Schon der Nam: Bamberg muß Viele iiutzig mache», welche es keilne»; die es aber nicht kennen, denen lönnen wir nur zurufen, daß es eine in Lethargie verfalleile Ge- gend ist. Als sich die sosial-demokratliche Partei in Eisenach konstituirte, da Hatte auch Bamberg einen Delegirten geschickt, denn es deilanden da- mals 3 Genossenlchailen und ei» Albeiterbildungs-Lerein; heuie aber haben sich alle schlafen gelegt. Trotzdem aber hat die gute Sache sich vieler unserer Arbeiter de- mächtigt. Die Wahrheit, die mächtiger als die Summe der Kanonen ist, macht sich bei vielen unserer Arbeiter wieder fühtbar. Am 25. Februar hielten wir(die Schneidergehülsen) eine Versammlung ab, ans deren Tagesordnung„die Lohnsrage" gesetzt war nnd haben wir fast einstiktiinig beschlossen, mit einer Fordening von 25 Prozent an unsere Arbeitgeber heran zn treten. Es ivmde e,n Komitee gewählt, welches die Sache zur Hand nahm und den Meinern unsere Forderung schriftlich bekannt machen wird. Sollten sich d eseldcn nicht für eine Lohnerhöhung erklären, so sind wir fest entschlossen, die Arbeit einzustellen.— Wir richten uns deshalb an Euch, Parteigenossen, in der festen Hofsnung, daß Ihr Zazug»ach hier abhalten werdet; denn, haben wir gesiegt, so werden auch die ander. Arbeiter mehr zur Sache halte», sich der Partei anichließen und den Muth haben, mit ihien Forderungen hervorzutreten. Es liegt also an Euch, Brüder, ob unsere Sache in Bamberg stehen oder fallen soll. Wir haben schon vieles süe unsere Mitbrüder nnd für die Partei gethan; daher hossen wir, weiin wir zum letzten Mittel gezwungen sein sollten, daß Ihr uns auch nicht im Stiche lassen weidet. Auch bitten wir unsere Fachgenossen vom deutschen Schneider- verein,|owie von München, Nürnderg, Berlin und Leipzig, uns einen Beleg oder Tarif zu senden. Mit sozial-deinvtralischem Gruß und Handschlag Das Komitee: Friedrich Büchter, Johann Böhm, Gg. M. Gradl, Jakob Möhrlein, Andreas Bollinann. kiö. Alle Zusendungen wolle man an F r i e dr i ch Büchler, Klebcrsgasse Nr. 235. Bamberg.. Weimar. Berichtigung. In meinem Artikel in No. 17 d. Bl. besindet sich nachstehender Druckiehler, welcher den Sinn deS Ganzen enlftclli, es heißt darin: „Da mir zu wiederholten Malen von dem Vorsitzenden erklärt worden ist, der hiesige Aibeitervercin gehöre nicht der sozial-de» mokratischen Arbeiterpartei an u. s. w." Es muß heißen:„gehöre der Hirsch-Duncker'schen Partel an." Mit lozial-demokralischem Gruß- C. Kettel, jun. Stuttgart. Auf die Allfrage von Canstait in No. 15 d. Blatte» theile ich mit, daß jeden Montag Abends 8 Uhr eine sozmldemokrausche Versammlung staitsindet, in der Restanration vonRoihacker, Quer- straße No. 2. Die Versammlung ist in jeder Samstags- resp. Sonn- tagsnummer des„Stnttqalter �!euen Tageblatt" annolidrt, auch ist jedesmal der Polizei-Wachlmeister Ried anwesend. Der Vertrauensmann: H. Fledermann. Lausigk. Wir müssen zugeben, daß die Berichtigiuig des hiesigen Raths in»to. 9 auf Wahrheit beruht. Jedoch glauben die Weber- gesellen, daß man sie nicht zur Beisteuer in die städtische Kasse zwingea kann, weil der Raihsmann Br ück ner ossen gesagt hat, daß die Weber- gesellenkasse bestehen tönnte, da es eine alte, vom Zunsiwesen her- lommende Kasse ist. Daß, wie der Bürgermeister Fabia n in seiner Berichtigung behauptet, eine Gisellentrankenkasse von nnr 22 Mitgliedern keine gesetzliche Gnindlagc hat, war uns unbekannt. Wir sind begierig, das belressende Gesetz schwarz auf weiß zn sehen. (Fortsetzung von Seite 1.) sie jemals daran denken, Euch zu unlerstiitzen, wenn es sich um Eure Rechte handelt? Dann vereinigen sie sich zusammen gegen Euch. Bleibt also gleichgültig gegen die Demonstrationen der Ausbeuter und nehmt an keinem dieser Akte Theil, welche aus Euch nur ein verächtliches Werkzeug in den Händen Derer machen würden, welche bloß darauf sinne», Eure Erniedrigung und ihre Herrschaft zu verewigen. Zeigt, Arbeiter, daß Ihr nur Eure eigene Sache im Herzen habt, d. h. die geheiligten Rechte des Polles, die Kreihelt und die Gerechtigkeit. Arbeiter! Vergesset nie, daß die Internationale den Umtrieben un- serer politischen Parteien fern bleiben muß, und daß ihr ein- ziges und höchstes Ziel ist: die soziale Reform. Um dahin zu gelangen, müssen die Arbeiter sich einigen; sie bedürfen aller ihrer Kräfte gegen ihre sozialen Unterdrücker. Für das Comilee: Die Schriftführer: Antwerpen, 25. Febr. PH. Coenen. _ Jos. Ba b isiau. UnsereGegner. 1) Ein Oestereichischer Spitzelhat entdeckt, die Internationale habe den Beschluß gefaßt, die be- absichtigtc Wiener Weltausstellung um jeden Preis zu verhindern— zu welchem Zweck, hat besagter Spitzel leider zu enthüllen ver- gessen. 2) Ein Span is cher Spitzel, der das zweifelhafte Glück gehabt hat, Minister zu werden, hat an die Europäischen Regierungen ein Eirkular st la-lules Favre gegen die Internationale erlassen, und wird sich st la Julee Favre blamiren. Sliebers Neustes: Der Bismarck-Attentäter(Wester- welle heißt der Mann) soll nächstens in Freiheil gesetzt werden, weil die Untersuchung nichts Reichskanzlermörderisches ergeben hat. Stieber ist trotzdem„ein ehrcnwerther Mann" und bleibt preußischer Oberstaatsretter. Aus England telegrophirt man: ein Jrländer hat die Königin von England tvdlschießen wollen und zwar mit einem Feuer>iein-Plstol, das— ungeladen war! Ob Herr S'.ieber die Sache nicht arrangirt hat, um das Westerwell'sche Terzerol, das ebenfalls ungeladen war, zu Ehren zu bringen? Es hatte ein Perkussionsfchloß. Run— so wird heutzutage die Welt regiert! Die Denkschrift über die Maaßregelungen in Sachsen ist fertig, und wird noch im i?auf dieser Woche an ihre Adressen befördert werden. Die Arbeiterbewegung im Ausland. (Nach der„Llberiö'' und dein„B«hwe") Holland. Politische Stellung der niederländischen Ar- beiter. Die Vadmouug de» Ämste edamer Lllvograpaeu hat e»llail, daß sie am Nauonatsesie des 1. Äpeil(3lX) jahnger Feiet der Einnahme von La Ärille) nicht Thea nehmen werde, wul die uuer- »aiionale Arbeiterasioziation, der sie angehöre, zur Aufgabe habe, die Veibiiidung nicht altem unter den nnderländ scheu Arbeiter», sondern mit d.n ArbeitelN der ganzen Witt habeizusnhieii und dera.tige Nanonalstsie auf das Gegenueit dieses Z.els tiinauslaruen.— Für das aUgememe Sliininiechi wuo starl agiilil in Sneck und in A i n h e m. Tie Cigarrenarbei ter der Fabrik von der Heiden in Utrecht(41 an der Zahl) strilen wegen Verweigerung der Lohner- höhung um l st. Tie Amneidamer Schisfsarbciter haben beschlossen, die So nn tags ardeil einzusteUen. Belgien. Ter Viusseler Schreiner slrike ist beendigt. Es ist em. Zutage von 5 Eentimes für die Srunde und»och eme Zulage von 5 Eenunns von Juni an bewillig! worden.— Die Mar nior- arbeil er iirilen»oeh; den Wagenschmieden steht eine Ardeiisein- stellung bevor. Frankreich Seit einem Monat haben sich in Paris constitnirt: 1) Die Wid.tilandskasse der Sieindrucke,, 2» Die Shiidikaiskaminer de» MaiNiorurbei er, 3) die auf Eegeiiienigkeit gigrünoeie Spa>- und KrediigeieUjchail der Aibeiier de» veder- und Fell-Iudustrie, 4) Die ShNd.ta»stai!iNier der Vijout.rie-Arbeilei, 5) die Synbitaislamnier de» Handlchas-eiibeiier, 6) die Rredirgqelljchasi der Vuchbiaber, 7) Tie ®eitU|cha|t d.r Vür)icnmacher. Ferner sind m tÄrünbung begriffen: die Syndikatskammer der Bureau- und Vtagaziudiener; die Synditaistammer der Schaeider. — Un die Mater, Bildhauer und Giaveme ist ein Äufruf erlassen zur Erüiidiing einer inieenaironabii KünstlerveD irduiig.— I Perpiguan strik.n die Bäcker und Lohgerber, in SainteS die Maurer r.»d Zimmerer ,»» Hoyangc e�>pa»iemeiil Deeurthe) habe» eciea vi.u Beegardelter die Ailleil erngenelll. Spanien, u. p.rter» die E laset in Pa.ma(bereits seit zwei Monarer.jj serirer da>elbst die Vi ai ch in e» baue r(sür die 10 Slun- deiiardeii) und aus deinieiden Grunde die Seiler in Mataro und Ealelia. I» Barcelona wurde am 4. und 5. Februar ei» Con- greß der spaniichen Äppieteure, Spinner und Weber abgehatlen, aus welchem 33 SeUivueu venreieu waren. Dean beichloß die Or- gaai,aiion auf alle Fabrik- und Manufaktur britec auSjii- dehnen.— Italien. In Rimini ist der Vorsitzende der iniernationalen Seliiem, Zavoti, verhaftet Niid bei vielen chiilgtredein gehaus- sucht wori,eii— Eil �etrivnen aus dir Äton>agua hielien ai» 13. Fe».», in der Nahe von Raveuna ein Meeting ab. Den„Nomag- Nor»)" in Neivenna weigern sich die Buchbrucke» aus Furcht vor d.n Behörden weire» zudrücken; er muß daher vorläufig aiishöreii, zu er- scheinen.' England. Aus allen Landesthiilen sind Fortschritte de» Renn- stunde, Ib. weitNiig zu melden. In Tudleh LeedS,(Srcat Bridge, Edinburgh, Glasgow, Walshall und Bradford hiweii Aiutitigs )»i temitchtm.u der rlieuniiimditiatbeu steirrgiiuiidiir; in Glasgow hoben die Schiffsbuii-Jrigeiiieure beichloffe», daß sie vom 1. Mutj an 54 und vom 1. November an blos noch 51 Stunden wöchenltich arbeiten wetde». Ii» Shiclds sinken die Schisssbauer; die Meiner haben den ncunslnndigeu Albeüstag bewilligt, jecoch unter der Be- dingung, daß nicht nach dem Tag, sondern nach Atbii.ssiundeu bezahli wird, ivas die Arbeüer sich nicht gefallen lassen wollen. Ein Etren de» Fil�drucker III Rossendole beir. die Lohnzahinng de» Gebilien ist güilich durch elnen otoiiip.ouiiß geschnchie» worden. In Bir- Ntingham stntteil die Löfselschiniede ivegen der WerknaltsMietve, die ihnen disuer abgewkoert worden war; mit einer einzigen Ausnahme habe» lammliiche Metsirr nachgegeben, so daß der Linke als deeadigt anzuje en Die Backtleinmacher von Leamiugto» woll.» str-ten, wenn vom 2. März an rgr Lohn nicht er.chh. witd. In Rvtherham steht ein Stille der Töpfer bevor, die hotine röi�ne ver.angen. I» Lft-Uortshire sordern die Tagelöhner eine Lohnerhöhung und neun- stunvige Arbeu. Iii Horucastle waren am 26. Febr. 3iX) Land- arbettrr versammelt, die sich einstimmig sür einen Tagelohn von 3 Shillmg(1 Thlr.) und Reducilon de» lägiichen Arbiilszeit a»is 10 Stunden erklärten. Auch in anderen One» deginneii, wie;chon siicher angedeutet ward, der Lanoard.iter sich der Bewegung des>iäd>i>ch.ii Jnduitijeproteiariais auzuschiießea; de» chetm Mangel an Organga idn, niid eer, Lchwiengtilt, eine O>guni>arion hirzustellei», sind sreivch raich- Erfolge nicht zu erwarten. Immerhin ig es eine Thaimche von»an hoch genug anzuschiagender Wichtigk-it, daß die Englische Laadbevöl- teru. g endtich in die soziale Bewegung eingetreteii ist. Daß die Be- wegnng sich nicht im Sand vertau>en wird, dasür bürgt der zähe englische Cbarakter, der das einmal Begonnene auch zu Ende führt, seien die Hindernisse noch so groß. Jntcruationale Gewerkschaft der Holzarbeiter. Tresdcn. Bor Zuzug hierher wird gewarnt, indem eine Arbeits- .in stellung bevorsteht. Leipzig. Warnung. Im„Tageblatt" vom 4. März befindet sich ein Änsius zur Emündung eines Wo hnungsash ts sürFabrik. arbeiieriniic». Eine der vier Unterzeichneten des Ansrnss ist die bekannte Giäfin Poninska, welche im Club der Spiritisten (Todten-Befiager, Geifterbeschwöre») das„Medium"(die Vermittlerin zwischen den Fragenden niid den befragten Tobten) bildet. Es unter- liegt wohl keinem Zweifel, daß im Hintergründe jenes Asyls-Projektcs der Gedanke schlummeit, sür das Phantom des Spiritismus Pro- paganda zu machen, dessen Opfer bekannilich meistens Frauen sind. Auf der Hut also! Und sorge man sür möglichste Verbreitung dieser Warnung, denn es ist nur zu leicht möglich, daß den Spiritisten, welche sich der Protektion„hoher und höchster" Herrschaften z» erfreuen haben, in Bälde die Geldmiiiel zur Realisirung silies Vorhabens zur Verfügung stehen. Die Spekulation jener Wahnwitzigen auf die Roth und Unwissenheit des weiblichen Piolclariais muß von Allen, in denen nur ein Funke» von Gemeinsinn lebt, so gründlich hintertrieben werden, daß sie zu Wasser wud. An die Parteigenossen. ür die Jnhastiiten sind seiner eingegangen: on L. S. in Frkf. 10 Thlr. M. in Hamburg 1 Thlr. Berndes in Hamburg 1 Thlr. Olsnitz von Brand 1 Thlr. 15 Sgr. Hamburg. H. Denneke. Kl. Schäferkamp 34. Zur Abrechnung des Chemnitzer Strike-tzomiteeS. Chcillllitz den 20. Februar. Misitvaucn ist eine demokratische Tugend— das haben wir von unfern Parleigevossen jetzt recht beut- lich erfahren, dieselbe Tugend aber auch bei Verwaltung unserer Slrike- angklegenbeit nach besiesti Wisse» geübt. Wir sämmtlichen Unter- zeichneten sind der festen Ueberzengung, daß dabei kein e Leruntreiiuiigcn staltgesunden haben. Wenn Differenzen in den Ausweisungen vorge- kommen sind, so wird die Möglichkeil zugegeben, indem ein Wechsel der buchführenden Personen slaligcfunden hat. Wir bitten daher alle Rellamanten um Gestundnng. Wir werden die Bücher und Belege einer nochmaligen Prüfung unlerweisen, und nach Fertigstellung dessen schnellstens Bericht erstatteii. Durch die Abreise des Vorsitzenden so wie auch dessen Stellvertreters baben sich diese Sachen natürlich ver- zögert. Wir wollen schließlich noch bemerken, daß One in der General- quiltung mit aufgeführt sind, von welchen niebrere Personen Gelder an das Komitee geschickt, ober auf spezielles Verlangen derselben, öffentliche Quitlungen, wegen zu befürchtender Polizet- und Fabrikanten- Chikanen, nicht gegeben wurden. Die Mitglieder des Central-Koinitees: Rendel, Schmidt, Modes, Neander, Schubert, Weideiiiaitil, Linke, Slübner, Esche, Albrecht, Bahnen, Lange. Briefkasten. der Ervedition: Ed. Hrim. M. Schönberg: Sie baben gut II Gr. El. Riemsberg St. Marie 1 Tblr. 26 Gr. f. 2 Abon. erb. je 3 Gr. gut; Hartm. M in; 2 Thlr. 2 Gr. 5 Pf. erh. f. Schrift; Pet. Bilstein: die Annonce in Nr. 18 kostet 6 Gr.; H. Heiibrinck in Biete- feld: da wegen des Busitages das Blatt einen Tag früher fertig»ver- den mußte, kain Ihre Annonce leider zu spät; von den in letzter Nummer sninmariz«!» quitlinen 12 Thlr. 18 Gr. 5 Pf. v. Dgs. in Darmsiadt sind 8 Tblr. 22 Gr. 3 Pf. f. Schrift; die übrigen 3 Thlr. 26. Gr. 2 Pf. sind iiachstehend spezifizirt quiilirt; L. Sck'. in Pforzheim f. An. 16 Gr. 5 Pf.; Zoch in Hannover 23 Gr. f. Schrift erh. Lst. in Selms- Hansell 8 Gr. f. Franlirung erh. Karle wird besorgt; Borckheim in London f. Schrift erb. 4 Thlr. 17 Gr. 5 Ps.; H. Albert in Glauchau 4'/z Gr. f. Annon. erh. der Redaktion: Waldbeim, Arbeitsmarkt kostet nichts. Trarbach: G A. Lö, Nicker, 255 W. Lake, Chicago, Illinois, United States, America— Hersfeid und Fürth in nächster Nummer. H. Wolke in Döbein und Diitiich in Frohburg: haben Sie den am 2b. Februar au Sie abgejaudieu Brief erhalten? Bitte darauf um Antwort. Bebel. Für Feuerbach Bon Dgs. in Darmsiadt 2 Thir. lö Gr. 5 Pf.__ Für politisch Geiuatzrcgclte. Von Dgs. in Dar» sladi l Thlr. 7 Gr. 7 Bf. frw. Sammig. im Arb-Bild.-B.rei» L. 1 Thlr. 5 Gr. 3 Pf. von Chiistia» H. in Leipzig 15 Gr. von R. T. in L. 1 IHIr. _ Arbcitsmarkt._ Zwei gut geübte Ciuol- und Möbelpolierer, welche in alle» i» dieses Fach kinschlageude» Artileln Genügendes leisten tönuen, suche» daueriGe Beschäftigung, sei es in oder außer Deutschland. Selbige sind verheieathet und Familienväter. Adresse: Au Julius Albrecht oder Rcinhold Heber in Waldyeim. Zur Arbeit auf Rohr- und St r o h-Stühle werden in der unterzeichnete» Stuhlsadril mehrere Arbeiter aebrauchl Verdienst >ä lich 1 Thlr.- bis 2 Fl. S. W. iKost und Logis 30 bis 36 Kr. täglich.) Angebote wolle mau baldigst richien au Gebrüder Klar, Stuhlfabrik(3) 1 in Achern in Baden.______ ~8nr Entgegnung. Fürth. Parteigenossen überall! Gegen die am 28. Febr. im „Volksuaai" gegen mich gefchieilderte Verlänindung habe ich gerichtlich Klage anhängig gemacht und buie deshalb, bis zum Ausgang dieser »nd noch nnhie er Klagen keiner Schreiberei Glauben zu schenken, denn ick» arerde alle gerichilichen tlrlheile im„Voikssiaat" veiöfsenl- lichen. Vor Ausgang de» ganzen Sache hat nach meinem Sinn jede iveitere Schreiberei keinen Werth. Gegen die zwei Veilänindungen: .'Bergewaliigung mehrerer Partei-Mitglied.»- und Schädigung der Partei im Allgemeinen-' erwähne ich vorerst nur Folgendes: I. Ich habe bis sitzi iroch kein Mitglied vergewaliigen könnens. weil ich die Sache nicht geleilet habe, und werde bei Ausgang der zchwebenden Verhältnisse zeige», daß ich vorerst prüfe und dairn erst handele, ivie es recht ist. Härten die örNichenPnrief-Mitglieder es bei meincr Sache so gemacht, dairn wäre wir nicht so viel Unrecht geschehen. Sie wusiten, daß die ganze Sache vor Gericht liegt, und glaubte» doch nur den von böfei» Zungen zusainmengesetzten Verläuindniigen. Ich dulde vorerst mit der sreudigen Hoffnung, daß die Wah.heit trotz allen Verläumdungen an» Schluß die Lüge»rast, uird dann erst werde ich mich gegen alle Vorwürfe zu vertheidigen wissen! Als vorigen Jahrs H. Maier von den Partei eriammlungen ausgeschlossen wurde, billigie ich dies nicht! H. Maiei ging es selbiger Zeit bald nichl besser, als mir in diesem Augenblick! Doch hielt ich es für meine Pflicht, ihn bei jeder Gelegenheit zu vertheidigen. H.'Maier aber beult ind ganz anders; er schlägt, mit Hilfe aller meiner Feinde, arme nähere Prüfung und Unter-suchung der schwebenden Verläum- dringen, zivie sich's für einen Sozialdemokraten gehö- 1) auf mich tos, als wollte er mich in einer Stunde erwürgen. Doch damit Schluß, wie ob n schon erwähnt; die zwei Mugticder, welche sich vom S urm nicht jagen ließen, werden sehen, daß sie sich nicht gerauscht haben, derur es kann jedem Manne so geschehen, wie mir in diesem Augenblick. _____________ A. Heckel. Antwort. Nürnberg, den 25. Febr. Wrr b ten Sie, dem Anfragesteller Hinsicht. ich der NiUerschtagen s in sollenden Gelder für die Juhaslirten n»d die stiikenden Beriiner Tischler, daß er uns genau angeben möchte, ob wir, die Produllivgejellschaf! Eintracht, oder�die frühere Produktivgenossenichait in den drei Königen, das liebe esubjikt im Onanier haben. Wir haben meines Wissens Sammlungen veran- statt l uns» h.rb.n die Gelder Bürger Auer, Schlosser in der Kramer- KleU'jchcu Fabrik übergeben, bis daio aber nichts darüvcr, gehört. Sollte er es iein, nnv wir zweijetu vorläusig noch, so muß derselbe es bei Heller und Pfennig abliefern. Ich bitte.daher nochmals im Auftrag der Gesellschaft, uns nähern Aufschluß darüber zu geben. Mit sozialdemokratischem Gruß Heinrich Kraußer zur Zeit Vorstand der Produkt vgesellschaft„Eintracht" m Nürnberg, rothes Roß in Wöhrd. ~ Rochlltz� In der BolkSvei saminlung vom 18. Febr. d. I. hat Parteigenosse Simon ausPansa d.e mechanisch.» Webe: von derTribüne herab bei.idigt, so daß der soziatdemokrarische Ver in sich veranlaßt fühlr, ein Ver- traucnsvolum für dieselben zu veröffentliche'. Die Minderzahl der mechanischen Weber sind Mitglieder des Arbeitervereins, und unsere besten Milglieder. Die Mehrzahl gehört einem Unteistützungsverein an, sie versol- gen aber kein Prinzip, außer daß sie sich in Krankheitsfällen unier- stützen. Simon warf ihnen vor, daß sie in Ueberflnß schwelgen, unil kein Prinzip ver solglen, was er wah-scheinlich nur in der Nebereilnng gesagt Hai.') Wir ersuchen Simon, seine Anklage zu widerrufen, damit nicht unser Verein noch mehr geschädigt wird. Der sozialdcmokratiiche Beiern zu Rochlitz. Män»el, Vorsitzender. Lehmann, Mitglied. Ahner, Mitglied. *) Wir sind überzeugt, daß hier ein Mißverständniß obwalten muß. Der Vorwurf des„Schweigens im Ueberflnß-' ist elend be- zahlten Arbeitern, jwie den Webern gegenüber, so abgeschmackt, daß er un- möglich von einem die Arbeiterverhältnisse genau kennenden Mann, der noch obendrein selbst Arbeiter und Sozialdemokrat ist, gemacht sein kann. R. d. V. Für Mainz." An die Abonnenten des„Voikssiaat". Da der seitherige Kolporteur Paulus verschiedene llnrichiigkeiten und bedeutende llnterschleise zum Nachtheil der Erpedition in Leipzig sich zu Schulden kommen ließ, und dann spurlos verschwunden ist, sind wir zur Sichersiellung jeder Art genöthigi, einen Kautivns- fähigen Kolporteur sür den„Voikssiaat haitbar uir Alles, was die Abonnen- ten und die Partei berührt, anzustellen, und empfehlen wir denselben, in der Person des Herrn J.Heil, der das vollste Vertrauen ter Par- teigenossen besitzt, aus das Beste, und ersuchen unsere verehrten Abonuen- ten auch ihr Vertrauen demselben übertragen zu wollen, indem sich der- selbe allen Austiägen an die Partei hier jwie anderwärts bestens be- reit hält. Um über die alten Verhältnisse betreffs Aboniicnients und Kol- portage einige Klarheit zu erlangen, bitten wir nnserc verehrten Abon- »enten, auf eine hieraus bezügliche Anfrage demselben eine sichere und richtige Antwort zu ertheilcn. Mit Gruß die Mainzer Parteigenossen. F'lialexpedition Zwickau. Die Aboniieiiten des„Voikssiaat' weiden hierdurch ersucht, bis längstens den 15. d. M. ihrer Zahlnngcpflicht nachzukommen. _ A. Dotzau er. Für London. Arbeiterbildungs-Äercin. Deutsche Sektion der Jltteriiationale» Rlbeitcr-Assoziation Unier Lokal befindet sich jetzt: Nr. 5 Pollen Street, Hannover S tr. Hannover Square W. C. Es sindeir abwechselnd Vorträge über soziale und voliiischc Frage» statt.— Im Namen des Vereins: der Sekretair A. Canlainco nrt. Für Hannover. Sozial-deiuvkiatischer Atbeiterverein. Die in Nr. 17 des„Volksstaat" annoxcrrte Versammlung findet erst Sonnabend, den 9. Mai statt, da dieselbe wegen BolkSversamin- long deS Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Bereins,' in der Herr Tötcke anwesend war, am fi l. Die Tagksordirnng bleibt dieselbe. Der Vorsitzende. Bremen. Die Parieigenoffen der Umgegend werden ersucht, bei Mangel an Rednern sich zu wenden an den Verlraiiensmaiin Conrad Holle, Drechsler, Schwanen str. Nr. 29 in Bremen. Für Leipzig. Sozial demokratischer Arbeitcr-Bercin. Freitag den 8. März Abends 8 Uhr im Saale der Resiauralion Viktoria(goldene Säge). Tagesordnung: Sozial- politischer Wochenbericht, Referent Hanisch. Diskussion über Cngels'„Lage der arbeitenden Klaffe". Fragekasten. __________ Der Vorstand. Aiikiiii(li"uii«r. Der bereits seit längerer Zeit mit Spanilnug erwartete, sozial- politische Noman: Am Webstuhl der Zeit von A. Ltto-Walster, welcher in einer spannenden Crzählung und in reichen Bildern das gesammte Weben und Leben der Neuzeit vollständig schildert und darstellt, bereits im.Volksstaat" als Fenilleton-Beilage Ibeilweise vcr- össenilick», wegen des Krieges abgebrochen werden nuisite, und neue dings im Hochoerratbs-Prozeß zu Braunschweig eine bedeuiende Rolle spielte, wird vom I. März an in unnnlerorochener Folge als Feuilleton des„Dresdner Boltsboten" erscheinen. Ter„Trcsdner Bolksbote" erscheint täglich Abends, mit Aus- nähme des Sonntags, und kostet monatlich 6, vierteljährlich 18 Gr. — Neneinirelende Abonnenten erhalten das Blatt bis zum 1. März gratis.— Frühes Abonniren ist dringend»öthig, da beim Druck der Auflage nur die bereits bestehende Abonnentcnzayl berücksichtigt werden kann. Die Expedition des„Dresdner Boltsboten", große Brüdergassc 12. zw-Ue Eiage. Durch die Expedition des. Bolk.ftaat' ist zu bezichen: Rathgeber für Gewerbetreibeude, eiir getreuer Führer durch alle Verbäitniffe des Familie»- und Ge- schäftsübens m acht Lieserungen, zusammen 1 Thlr. 10, Gr.(2) Zu Trutz und Schutz Festrede, gehalten von W. Liebknecht zum Stiftungssest des Volks- Vereins in Crimmitschau. 2'/, Bogen. Ladenpreis 4 Sgr., durch die Erpedition des „Volkssiaat" oder deren Filialerpeditionen und Kolporteure bezogen 21|, Sgr. ,.l.a Derniepe K6voliUioi>" Ileponse a l'Assemblöe Souveraine de Versailles, par le ertoyen C. F. Ganrbon, Ex-re- presentant du Peuple, Membre de la Commune de Paris et du Comitö de Salut public. Preis 5 Ngr. Beschlüsse der Dclcgirtcu-Kouferenz der Jiiternatioualen Arbeiter-'Assoziation, abgehallen zu London vom 17.— 23. Septbr 1871. Cinzetprers 5 Pf., in Parthieen 3 Pf. Bebels Reichstagsreden gehalten in der». Session des Reichstags. lösten broschirt Eremplar 1'/, Sgr. 33 Stück 1 Tqir., 100 Stück 3 thlr. Ferner sämmklichc Lassalle'sche und alle andern sozialistischen _ Tchristeu__ Leipzig: Veranlw. Redakrerrr A. Hepner(Redaktron n. Espedrtion Hohestr. 4.) Druck u. Verlag von F. Thiele.