Tonuabend, 80. März 1872 K.sch«int wöchentlich 2 um! in Lei»zt>. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- langen deS In- und Auslandes an. �ür Leipzig nehmen . Bestellungen an: «.«edel, Peteristraße IS, �.Thiele, Emilienstraße 2. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipjtg. AbounementSvret?: Kür Preußen inci. Stempel- steuer 1S Ngr.,für die iibrigm deutscheu Staaten 12 Ngr. per Quartal. Filialerp edition für die Ber- einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. riaNewyork Organ der soM-demokrattschen Arbeiterpartei«nd der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Die Geschworeue» haben die gestellte» fragen mit mehr als 7 Stimme» in Bezug auf Liebknecht und Bebel mit Aus- »ahme des Punkt x bejaht, in Bezug auf Hepner verneint. Der Gerichtshof erkannte gegen die beiden Berurtheilten auf zwei Zahre Festungshaft, 3 Monate Unterfnchuugshaft eingerechnet.�_____ «n die Leser des„Volksstaat" richte« wir, aulätzlich des bevorstehende« Quartat Wechsels, die Bitte, das Abouuement aef. bald z« eraeuerv, damit i« der Zusendnug des Blattes keine Berzögernug eintrete. Ju Folge der sehr bedeutend aestiegeuen Papierpreise wird der Preis des„Volks- staat" vom 1. April an von 12 Rgr. auf 12'/. Ngr. erhöht. Das Abouuemeut für Leipzig uub Umgegend lostet von da au vierteljährlich 13 Ngr., monatlich 4'/, Rgr. Vom 1. April au nehmen die Postaustalten auch Monats-Abonements entgegen._ Parteigenossen! Bürgerliche Geschworne habe» uns vcrurtheitt, wo Juristen und Richter von Fach keine Schuld zu finden vermochte«. Wir werden die uns zuerkannte „Strafe" zu tragen wissen. An Euch, Parteigenossen, ist es nun, auf das ttrtheil zu antworten, indem JhrEure Anstrengungen für die Ausbreitung unserer Partei verdoppelt. Vor allen Dingen sucht dem Parteiorgan immer weitere itreise zu äff- neu: Der Quartalwechsel steht vor der Thür. Thut Euer Mögltchestes, um dem„Volksstaat" ncne Abonnenten zuzuführen! Wirke Jeder, so viel er kann, und die Zeit wird nicht mehr fern sein, wo Urtheile, wie das jetzt gegen uns gefällte, unmöglich sind!'. Hoch die Sozialdemokratie! Rieder mit der Nl anenherrschaft! veipzig, 27. März.«. Bebel, W. Liebknecht. Zu unserer Vernrtheilung. Durch die Behauptung des Präsidenten von Mucke, daß wir nach Veröfsentlichung des Wahrspruchs bloß über die Höhe des Strafmaßes reden dürften, wurden wir gestern verhindert� folgende Erklärung abzugeben: „Der Wahrspruch der Herren Geschworenen ist nicht wahr. WaS wir gewollt und gethan, haben wir ohne Hehl bekannt ein hochverrätherifches Unternehmen im Sinn des Strafgesetze buchs haben wir nicht vorbereitet. Wenn wir schuldig sind, ist jede Partei schuldig, die nicht gerade am Ruder ist. Indem man unS verurtheilt, ächtet man die freie Meinungs- äußcrung. „Durch Ihren Wahrspruch, meine Herren Geschworenen, haben Sie im Ramen der besitzenden Klaffe die Gewaltthat von Lotzen sanktionirt, und dfer Reaktion eine-n Freibrief in blanco ausgestellt. Uns persönlich ist das Resultat gleichgültig. Dieser Prozeß hat so unendlich viel für die Per- breitung unserer Prinzipien gewirkt, daß wir gern die paar Jahre Gefängniß hinnehmen, die— falls Rechtskraft eintritt — über uns verhängt werden können. Die Sozialdemokratie steht über dem Bereich eines Schwurgerichts. Unsere Partei wird leben, wachsen und siegen. Wohl aber haben Sie, meine Herren Geschworenen, durch Ihr Verdikt das Todesurtheil gefällt über das Institut der heutigen Schwurgerichte, die, ausschließlich aus der besitzenden Klasse gebildet, nichts sind als Mittel der Klassenherrschaft und Klassen- Unterdrückung. Wilhelm Liebknecht. August Bebel. Leipzig, den 27. März 1872. Anfrage an Herrn Staatsanwalt Hoffmaun hier. Wie kommt es, daß man Sie und andere Mitglieder des Bchwurgericktshofes jetzt, nachdem die Session zu Ende ist, nicht mehr vei Schatz,(Restauration in der Rittersttaße) wo sich die Geschwornen in der Regel des Abends zusammenfanden, »ntrifft? Und zwar jetzt ebensowenig wie vor der Session? Ein Neugieriger, welcher Ihren, im Hochverrathsprozeß entwickelten Theorien zuneigt und glaubt, daß dieses „Unternehmen"(eines Staatsanwalts, mit den Ge- schwornen währeno der Dauer eines und desselben Pro- zesses gemüthlich des Abends beisammen zu sein) un- gesetzlich sei, weil es— wie jedes„Unternehmen"— „zum Zwecke des Vorhabens" bestimmt ist, obschon „concrete Gestalt und bestimmte Umrisse" dieses„Vor- Habens" nicht nachweisbar sind. Nach Ihrer Deutung des Dresdener Oberappellations-Entschcids ist aber der 'Nachweis der„concrelen Gestalt und bestimmten Um- risse" nicht nöthig, und es liegt somit hier, da überdies „Zeit und Ort bestimmt" waren, nicht blos„Vorbe- reituug", sondern sogar„Versuch" vor._ In der nächsten Nummer werden wir mit der Besprechung des Hochverrathsprozesses, sowohl was die Verhandlungen im Gerichtssaal selbst als auch außerhalb desselben betrifft, heginnen. Der„Frankfurter Beobachter" vom 20. März schreibt „Wir haben vor einigen Tagen gesagt, daß der Leipziger Hochverrathsprozeß und Alles, was ihm zur Seite und vor- ausgegangen, in uns das Gefühl des Ekels und der Empörung errege. Daß wir in dieser Auffassung nicht allein stehen, möge die nachstehende kurze Aeußerung beweisen, welche ein allgemein geachtetes und in politischer Beziehung sehr gemäßigtes Blatt (sogar konservatives Blatt, wie etwa die„Leipziger Zeitung" — Red. d. V.)— der„Nürnberger Korrespondent"— aus Berlin bringt:„Die Westerwelle'sche Attentatsgeschichte hat sich nunmehr nach der Freilassung des Attentäters so, wie wir sie vorweg bezeichneten: als ein jämmerliches Polizeistückchen napoleonischer Sorte herausgestellt. Der Eindruck, den diese Skandalgeschichte hinterlassen, ist der des Ekels und des Miß- trauens. Und mit denselben Gefühlen blickt man auf den in Leipzig in Scene gesetzten Hochverrathsprozeß."— Haben die Angeklagten in diesem Prczesse, wie wir es an Beispielen be- wiesen haben, schon unter der Rücksichtslosigkeit des Schwur- gerichtspräsidenten zu leiden, der in seiner Intoleranz sich sogar zu dem juristischen Widersinn verstieg, es komme gar nicht darauf an, was ein Angeklagter unter dem von ihm gebrauchten Worte„Revolution", sondern was das Gesetz darunter verstehe — so machen die Aussagen einzelner Belastungszeugen einen noch weit widerwärtigeren Eindruck. Man betrachte sich folgende Episode des Zeugenverhörs. Der Angeklagte Bebel soll nach der Anklage in Plauen zwei Reden gehalte:: haben, in denen direkte Aufforderungen zum gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung enthalten seien. Diese Reden bildeten also eines der wich- tigsten Belaflungsmomente.'Nun höre man den folgenden B.ckastungszeugen: Zeuge Oberlehrer Dr. Hosfmaim aus Plauen ist Zuhörer beider Versammlungen von Anfang bis zu Ende gewesen. Er bestätigt die in der Voruntersuchung gemachten Angaben, wonach Bebel u. A. gesagt haben soll: Das Sparen der Arbeiter sei verwerflich; es müsse noch dahin kommen, daß es nur ganz Arme und ganz Reiche gebe; dann müßten die vielen Armen den wenigen Reichen die Macht nehmen. Es müsse dahin kommen, daß das Militär noch wo anders hin- schieße, als ihm befohlen sei. Jede Steuer sei ein Raub an dem armen Volke. Die Hinrichtung Ludwig's XVI. sei eine ganz besonders rühmliche Thal. Bebel erklärt alle diese An- gaben für vollkommen unwahr. Zeuge: Ich bin mir bewußt, daß ich die Aeußerungen Bebels eher milder, als sie wirklich geschehen, zu Protokoll gegeben habe. Bebel: Ich habe ins- besondere nicht die Worte gesagt:„Die Hinrichtung Ludwig's XVI. sei eine glorreiche That." Zeuge: Das ist richtig. Aber der Eindruck der Rede war entschieden derselbe. Ver- theidiger Freitag jun.: Hat Bebel gesagt, daß er zur Gewalt auffordere? Zeuge:'Nein, aber der Eindruck der Rede war entschieden der, als ob(!) Bebel zur Gewalt aufforderte, zur Revolution, sobald nur die Verhältnisse dazu angethan wären. Bebel:„Der Zeuge, der ein politischer Gegner von mir ist, kann seine subjektive Auffassung gegnerischer Ausführungen von objektiver Auffassung nicht trennen."— Durch die folgenden Zeugen, welche sämnrtlich politische Gegner Bebel's find, wurde die Aussage Hoffmann's vollends entkräftet. Wenn es so um das Beweismaterial steht wird hoffentlich das„Nicken der Ge- chworenen" zu einer ganz unverdienten Zurechtweisung, die der Präsident dem Angeklagten Liebknecht ertheilte, sich schließlich in ein bedeutsames Schütteln des Kopfes zu der Schuldfrage verwandeln." In der Schlußbemerkung hat der Frankfurter„Beobachter" den Leipziger Geschwornen allerdings schweres Unrecht gethan. Im Braunschweiger„Botkssreund" finden wir folgende, auch für den „Bolksstaat" geltende Berichtigung. „Der von Ihnen gebrachte Bericht über meine Zeugenaussage im Leipziger Hochverrathsprozesse leidet an sv wesentlichen Unsichtig- leiten— wie sich dies übrigens von fast allen Prozeßberichten sagen läßt—, daß ich Sie bitten muß, wenigstens das Folgende zu berich- tigen. Es ist weder von mir die Ansicht ausgesprochen, daß„die Mög- lichkeit nicht ausgeschlossen sei, daß wir schließlich einmal behufs Er- reichung unserer Forderungen Gcivalt anwenden müßten,"»och habe ich jemals die Worte„Vorbereitung zur Gewalt" gebraucht, noch von den Angeklagten die Uebereinstimmung damit, daß nöthigensalls Gewalt anzuwenden sei, ausgesprochen. Vielmehr habe ich ausgeführt, daß, wenn unser Streben nach Durchführung der berechtigten Äroei- terforderungen auf gesetzgeberischem Wege nicht von Erfolg gekrönt ei, die historische Entwicklung gewaltsame Zuckungen bringen werde, womit auch meine Aeußerung von der Borbereitung auf dieselben genau übereinstimmt, und habe hinzugesetzt, daß ich auch von den Angeklagten nie eine andere Ansicht vernommen. In den Berichten wird meist mit merkwürdiger Konsequenz die ausgesprochene Ansicht, daß bei brutaler Bekämpfung der in den realen Verhältnissen be- gründeten Arbeitcrforderungen schließlich gewaltsame Ereignisse ein- reten müßten, verdreht in die Absicht, die Gewalt anzuwenden. Weder ich, noch einer der Angeklagten hat sich in dieser Weise ge- äußert, und auch die Stelle aus Bebel's Streitschrift:„Unsere Ziele", timnil genau mit dem von mir vertretenen Standpunkte überein.— Ich' füge Diesem hinzu, daß merkwürdigerweise die richtigste» Berichte über den Prozeß das„Dresdner Journal", Regierungsblatt des säch- fischen Ministeriums, gebracht hat. Braunjchweig. W. Bracke, jr. Bon unserm Parteigenossen Weyrich, den Herr Staatsanwalt Hoffmann als Königszeuge wider Willen gegen die Leipziger„Hochver- räther" zu verwenden suchte, erhalten wir folgenden Brief: Trarbach, den 26. März 1872. Geschätzter Herr Liebknecht! Aus der mir heute zugegangenen Nr. 24 unseres Partei-Organs ersehe ich, daß ein von mir herrührender Artikel in Nr. 61 des„Volks- staat" gegen Sie als Belastungsmaterial benutzt wird. Als schlichter Arbeiter und Laie in staatsanwaltlicher Juris- prudenz mußte ich unwillkürlich lachen, als ich las, daß man Sie, der Sie sich meiner vielleicht nicht einmal inehr erinnern, für ein von mir begangen sein sollendes Vergehen verantwortlich machen Ivill. Warum verfolgt man mich nicht wegen des betreffenden Artikels? Ich will selbst die Verantwortlichkeit für nieine Handlungen tragen und protestire ganz entschieden gegen das Verfahren des Staatsanwaltes, mir in Ihnen einen sogenannten„Sündenbock" zu stellen. Ich weiß zwar nicht, ob Ihnen dieses etwas nützen kann, was sich sehr wünschte, auf alle Fälle stelle ich Ihnen dies zum beliebigen Gebrauch. Indem ich Sie ineiner vollsten Sympathie versichere und Sie bitte, Bebel und Hepner ein Gleiches von mir zu thun, zeichnet mit sozial-deniokratischem Gruß Ihr ergebener Weyrich, Tischler Internationale Schneider-Gewerks-Genoffenschaft zu Fürth in Vayeru. Die hiesigen Schneider-Gehilsen haben sich vereinigt, um eine Lohnerhöhung von 2ö Procent und eine Kürzung der Ar beitszeit auf 66 Stunden wöchentlich zu erzielen. Die Ein- richtnng der sogenannten Tagewerke soll �ebenfalls beseitigt werden. Gleichzeitig hat eine Besprechung der Gehilfen mit den Kleinmeistern stattgefunden, damit Letztere, welche für die größeren Arbeitgeber tiefern, ebenfalls mit den Preisen in die Höhe gehen. Eine Verständigung ist hierbei erzielt worden. Ob die geforderten Concessioncn gütlich von Seiten der Prinzipale bewilligt werden, läßt sich vorläufig nicht sagen. Wir bitten alle arbeitersreundlichcn Blätter diese Notiz aus- zunehmen und Zuzug von Schneidergehilfen von Fürth ferne zuhalten. Fürth, 11. März. Das Komitee. Ebner, Borsitz. Der„Demokratischen Zeitung" schreibt man aus Nürnberg, 20. März. Der Strike der Steindrucker hat init der totalen Nieder läge der Prinzipale geendigt. Drei Geschäfte sind ohne Arbeiter und werden bei den wachsenden Aufträgen an die Konkurrenten in Berlin auch schwer ihren Bedarf an Arbeitskraft decken können. Man kann sich-dic Wuth der also Gcschädigten'gegen ihre Berliner Kollegen denken, welche deu Strike benützten, um die tüchtigsten Arbeiter aus Nürnberg für sich zu holen. Und diese gingen um so bereitwilliger auf die ihnen gemachten Anerbietungen ei», als sie in Berlin außer besserer Bezahlung einer anständigen Behandlung gewiß wgren, die sie in vielen der hiesigen Officinen sehr vermißten. Neben den Berliner Steindruckerei-Besitzern ist den Nürnberger Meistern der Redakteur A. Memminger der größte Stein des Anstoßes, weil dieser den Strike geleitet hat. Als sie sich aber an diesem damit rächen wollten, daß sie ihn in einem Inserat eines Lokalblattes als„Agitator der Jnter nationale" der Polizei denunzirten, schickte sie dieser in einem Gegen inserat auf so höhnische Weise heim, daß sie nun zuin Schaden auch den allgemeinen Spott haben. Nachdem der Steindruckcrstrike auf solche Weise abgeschlossen wurde, stieg bei den Schneidern die Hoff- nung, daß auch sie zu einem ähnlichen Resultate gelaugten. Ver gangenen Sonntag wurde die Arbeit eingestellt. Ein Theil der kleinen und mittleren Meister, sowie der Tuchhändlcr machten gemeinsame Sache mit den Gehilfen gegcndie Confectionärc und Großmeister. Von diesen ha- den jedoch mehrere thrils sofort jtheils gestern densihnen vom Strikckomitee vorgelegten Tarif anerkannt und unterzeichnet, so daß alle Aussicht vorhanden ist, auch dieser Strike werde zu Gunsten der Arbeiter bei gelegt werden.— Parteigenoffe«! Dresden. DieSteinmetzen von Dresden und Pirna gehen damit um, sich zu vereinigen, um auch in ihrem Fache eine Lohn er- höhung resp. Verkürzung der Arbeitszeit zu erwirken. Die» zu verhindern jedoch haben sich die Herren Prinzipale schon vereinigt und schnell eine Summe Geld zusammen gesteuert, um sowohl durch An- noncen in sämmtlichen answärtigen Zeitungen und Prinzipalblättern als auch durch ausgeschickte Agenten auswärtige Steimnetzgehilfen unter schönen Versprechungen nach Dresden und Pirna zu locken, damit da durch die Bestrebungen der hiesige» Gehilfen vereitelt werden sollen. Parteigenossen! Ihr wißt, was Ihr unter solchen Uinständen z» thun habt; macht diese Angelegenheit gehörig bekannt und warnt vor Zuzug! Bald werdet Ihr erfahren, daß sich auch in dieser Branche eine neue Organisation gebildet hat. Gruß und Handschlag Müller. Leipzig.(Ein Scherz der„Norddeutschen").„Insofern diese Behauptung"(betreffend die in Berlin fabrizirtc» Londoner, f arijer und sonstigen auslvärtigen Correspondenzen der Nordd. Allg. tg.)„auf die Gegenwart gemünzt sein sollte, erklärt die Redaktion diefclbc(die Gegenwart?) für eine Lüge",.schreibt in ungram matikalischem Zorn Herr Braß oder wie der jetzige journalistische Oberhausknecht Bismarcks nun heißt. Die„Gegenwart", lieber Oberhausknecht und Schalksnarr, ist bekanntlich für die Zeit, was der Punkt für den' Ramn, d. h. sie hat keine Ausdehnung. Was Deine Pratiken in der„Gegenwart" sind, weiß ich nicht und kann ich nicht wissen; in der Vergangen heit aber hast Du gethau, was ich von Dir gesagt, und die Liebe zur heimischen Industrie so weit getrieben, daß Du nicht einmal fremde Originalkorrcspondcnzen dabei zu verwenden für gut fandest. Eiiough';' W. Liebknecht. Mainz. siegreich. Der Schneider-Strike ist beendet, doch nur zum Theil Ueber die Bcrhandluugen des Leipziger Hochverraths- Prozesses. Zwölfte Sitzung, M ntag. ÄS. März. Die Tribünen sind übermäßig gefüllt, ebenso der untere Zri- hörerraum. Wegen des trüben Wetters muß der Saal erleuchtet werdciu Gegen neun Uhr eröffnet Präsident v. Mücke die Beryand- lungen,_ indem er den Geschworenen folgende Fragen vorlegte Ist der Angeklagte Wilhelm, Philipp, Martin, Christian, Ludwig Liebknecht schuldig, dadurch, daß er innerhalb der letzten 10 Jahre vom 10. Dezember 1870 mrückgcrechnet mit dem Vorhaben, die Verfassung des Norddeutschen Bundes, jetzigen deutschen Reiches und des Königreichs Sachsen gewaltsam zu ändern u., im Monat August 1869 zu Eisenach neben anderen hervor- ragenden Parteigenossen die sozial-demokratische Arbeiterpartei mit gegründet, b., die Redaktion des seit dem 1. Oktober 1869 unter dem Titel „der Volksstaat" ins Leben getretenen Preßorganes der ge- dachten Partei besorgt, auch thätiger Mitarbeiter an erwähntem Preßorgane gewesen, e., in der gedachten Zeitung beharrlich und planmäßig um deren, vornehmlich den Arbeiterkreisen angehörigen Leser für das oben- gedachte, gewaltsame Vorhaben zu gewinnen, nicht nur Grund- säye, welche dem Letzteren entsprechen, verbreitet, sondern ins- besondere auch die Arbeiter darauf, daß nicht blos durch das moralische Gewicht der Majorität in den gesetzgebenden Versamm- langen, sondern schließlich nur durch Gewalt die dermaligen StaalSeinrichtuugen und die auf sie gegründeten wirthschastlich- gesellschaftlichen Zustände beseitigt werden können, hmgewiesen und geradezu au sie, zugleich unter Erinnerung an die Vor- ' gänge bei früheren politischen Revolutionen die Anfsorderung, aus den Zeilpunkt des gewaltsamen Umsturzes durch engen Anschluß an einander, durch einheitliche Organliation und sonst sich vorzubereiten und dazu sich bereit zu halten, gerichtet, ck., nicht nur selbst Schriften, in denen zu gewaltsamer Abänderung der Staatsverfassung aufgereizt und aufgefo.dert wird, znrBer- breitung gebracht und empfohlen, sondern außerdem auch bei � der Verbreitung solcher Schriften durch den gewählten Partei- auSschuß zu Brauilschweig, indem er selbigem nach dieser Rich- tung hin Vorschläge gemacht, mitgewirkt, «., für Gründung von Arbeitervereinen in den einzelnen Orten als Lolalvcreine der Partei, welche durch Vertranensmärliier und sonst mit dem erwähnten Parteiausschusse in dem engsten Ver- kehre gestanden, mit Erfolg gewirkt, k. nicht nur selbst in Volksversammlungen in verschiedenen Thei- len des deutschen Reiches als Agitator für die bezeichneten Zwecke der Partei aufgetreten, sondern auch für die Entsendung anderer Perionen als Agitatoren lhätig mitgewirkt, i-, die Landbevöllerung und das Militair durch Artikel in der Zeit- schrift„der VollsstaaG und durch sonstige Schriften zur llnzu- friedenheit mit den bestehenden Berhällnisscn aufzureizen und zu unterwühlen versucht, endlich' ll., nicht nur dafür gesorgt, daß die sozialdemokratische Arbeiter- Partei als ein Glied der Internationalen Arbeiier-Assoziation, einer die nämlichen revolutionären Ziele wie die Erster« ver- folgenden über Europa und Amerika verbreiteten Verbindung von Arbeitern und andern Personen aufgetreten ist, sondern auch mit dem Generalraihe der Internationalen Arbeiter-Asso- ziation, deffeu Anweisungen er ebenso wie der Parteiausschuh in Braunschweig gefolgt, bezüglich des Vorgehens der sozial- demokratlschen Arbeiterpartei in politischer Richtung in Verlehr gestanden, Handlungen vorgenommen zu haben, wodurch das hochverräthe- rische Unternehmen, die Verfassung des Königreiches Sachsen und die Verfassung des Norddeutschen Bundes, jetzigen deutschen Reiches ge- wältsam zu ändern, vorbereitet worden ist?— Die Fragestellung in Bezug auf den Aimeklagtcn Bebel ist zleichlautend, nur daß unter b. statt„bei der Redaktion"„als übersehen, das Ideal von den nächsten Forderungen zu trennen, und doch liegt die Verwirklichung des Endziels in weiter Ferne, wie i ans den verschiedenen Forderungen ja selbst hervorgeht. Obgleich dieselben von mir bereits früher einmal verlesen worden sind, bin ich des besseren Verständnisses halber doch genöthigt, dies nochmals zu thnn. (Es folgt hier die Verlesung der Eijenacher 10 Forderungen.) Diese Forderungen sind als zunächst erreichbar aufgestellt und kann die Verwirklichung des Ideals in seiner Gesamintheit erst nach Erfüllung derselben in Frage kommen. Der Ausdruck„freier Volks- staat" anstatt Republik wurde gewählt, weil derselbe klarer ist, da es ja aucb undemokratische Republiken geben könne und giebt. Man beabsichtigte keineswegs, die Polizei hinters Licht zu führen, sonst würde nle.ii die Gründung der Partei nicht ö ffen t- >ich vorgenonrnien haben. Zu Punkt k>, die Schuld betreffend, mit welcher sich die Auge- klagten Liebknecht und Hepner durch ihre Thätigkeit bei der Redaktion des„Bolksstaat" belastet haben sollen, bemerke ich bez. Liebknechts, daß er Ätitarbeiler an diesem Blatte gewesen ist: zur Vertheidigung Hepners auch nur ein Wort zu sagen, halte ich für überflüssig. Punkt c gibt den Angeklagten Schuld, in der gedachten Zeitung, deren Leserkreis sich hauptsächlich aus Arbeitern cekrutire, nicht nur Grundsätze verbreitet zu Naben, welche ihrem Vorhaben entsprechen, sondern besagt auch, sie nätten darauf hingewiesen, daß lediglich durch Gew alt ihr Ziel zu erreichen sei. Ist Ihnen aus allen vor- gelesenen Schriften eine solche Stelle bekannt? Rein, aus Allem ist nur hervorgegangen, daß das Bestreben dahin gerichtet sei, die Majo- rität zu gewinnen: von Gewalt und einer Ausforderung dazu kam kein Wort vor. Ich fordere den Herrn Staatsanwalt auf, aus einer stelle den Beweis für seine Anschuldigung zu liefern und bin über- «engt, daß er keine findet. Der Herr Staatsanwalt hat sich bemüßigt gefunden, einzelne Stellen aus „Valksstaat"-Artireln verlesen zu lassen. Diese aus ihrem Zusammenhange herausgerissenen Sätze sollen beweisen, daß die ganze Haltung des „VolkSstaat" beharrlich und einzig eine solche gewesen sei, die zur Ge- walt Anwendung aufgefordert habe. Hierbei ist eine weitere Bemerkung nöthig. Bon den 2i verlesenen Aufsätzen sind nicht alle ineriminitt. Gegen einige derselben hat der Herr Präsident selbst nichts einzu- wenden gehabt, 15 sind Correspondenzen aus fr ein den Ländern und von fremoen Leuten, 5 vom Ausschuß und nur 4 oder 5 von Liebknecht selbst. Tie Verantwortlichkeit des Redakteurs ist nun aber nach dem Preßgejetz und Strafgesetz eine doppelte, eine Preßpolizei- liche, und strafgesetzliche. In letzterem Falle muß er die Aufnahme eines Artikels mit voller Kenittniß des Inhalts und dem Bewußtsein der strasbarkeit desselben bewirkt haben. Aus etwa 200 Stummern sind die verlesenen Aufsätze genommen, jeder derselben ist ungefähr ein vechszehntheil('/,„) der einzelnen Nummer. Glauben Sie daraus beurtheilen zu können, wie die ganze.Hal- Nina des Blattes beschaffen gewesen sei? Aus solchen herausge- rissen en Sätzen soll Jemand ein Urtheil fällen? Ich hätte aus mehr als 24 Stellen das Gegeutheil beweisen können, aber ich verzichtete darauf, weil ich in derselben Weise Sie, weine Herren, ebenfalls nicht hätte belehren können. Der Herr Staatsanwalt hat Beispiele aus dem Leben angesühtt, ich erlaube mir dies ebenfalls. Gesetzt ein junger lebenslustiger Mann stände im Briefwechsel mit einem Freunde.'Der Inhalt seiner Briese könnte vielleicht, größten- kheils belehrend gehalten, über Kunst und Wissenschaft handeln, aber hie und da würde auch in einem derselben eines Sonntaas-Rausches Zedacht. Dies ginge eine geraume Zeit in gleicher Weise fort. Wollte nun aber Jemand aus dieser Briefsammlung gerade die- lenigen Stellen herausnehmen, welche Mittheilungen über gehabte Räusche enthalten, so würde der vielleicht sonst ganz unbescholtene Mann in einem ganz anderen Lichte erscheinen. Nach der Logik des Herrn Staatsanwalt wäre er ein Trunkenbold.(Heiterkeit). Liebknecht sagte selbst, es sei ungemein leicht, aus einzelnen her- a. zeriisenen Stellen der Schriften unserer größten Dichter den Scheinbeweis zu führen, sie seien unsittlich ge- gewesen. Würden z. B. die einzelnen anstößigen Stellen aus den Werken Syakespeare's zusammengestellt, so müßte der Dichter des Hamlet als Monstrum der Unsitt- I ich reit erscheinen. Die Augekagten haben selbst darauf aufmerksam gemacht, daß von dem zur Verlesung Gekommenen vieles alt sei und die Zensur bereits hinler sich habe. Der Herr Präsident bemerkte damals, daß we in Sachsen ganz besonders milde Handhabung der Preßpolizei wes möglich gemacht habe, die gesammelten Stellen aber gegentvärti- Yen Ttrafantrag mit begründeten. , Dagegen ist zu erwähnen, daß Liebknecht bereits im Sommer vorigen Jahres unter die Anklage der Vorbereitung des Hochverraths Ükstellt war und zwar wegen eines Gedichtes, das zetzt ganz Harra '"ö erscheint und darum hier nicht verlesen wurde. Tie Kgl. Staats- wtwnlt.chaft hätte damals dieselben Aufsätze verwerthen können, die sie Hinte herausgeeist, wenn ihr dies möglich gewesen wäre. Aus dem -Manifest des Ausschusses voni September 1870 geht überhaupt aus- wücklich hervor, daß der gesetzliche Weg nicht verlassen werden . Das Verdienst, die belastenden Stellen zusammengebracht zu », �gvbührt übrigens dein Untersuchungsrichter, nicht der ''Sst- Staatsanwaltschaft. in Punkt ii ist zu bemerken, daß hier nur die Rede Liebknechts u Berlin in Betracht kommen kann und auch hier zeigt sich, daß der Staatsanwalt nur einzelne Stellen, aus ihrem Zusammenhange her- ausgerissen, zum Gegenstand seiner?ln>chuldigung macht. Die Unter- suchung giebr niän me geringste Handhabe für die Annahme, daß Bebel und Liebknecht dem Ausschutz Vorschläge zur Verbreitung von Agitationsschriften gemacht haben. Für Punkt o genügt es, darauf aufmerksam zu machen, daß die Untersuchung beweist, wie Liebknecht für derartige praktische Maß- nahmen nicht die geringste Begabung je auch nur gezeigt hat. Ich komme iveiter zu Punkt k und konstatire, daß nicht eine einzige Thatsache nach dieser Richtung hin bewiesen ist. Die beiläufig zur Sprache gebrachte Rede in Be.rlin war nur eine Gelegenheitsrede und soll da Liebknechts Schuld ja auch nur darin bestehen, daß er sie in Druck gebracht hat. Die Rede in Wien wird ebenfalls hierher gerechnet: Wien liegt aber leider nicht im deutschen Reiche. Nicht wahr ist es, daß Liebknecht Agitatoren entsendet habe: dies geschah nur durch den Ausschuß, der allein die Berechtigung dazu hatte. Aus den Zeugenaussagen selbst hat sich ergeben, daß die Leipziger in dieser Richtung frei von jeder Schuld sind. Zii Punkt g muß ich bemerken, daß ja die Angeklagten selbst aussagen, es sei ihr sehnlichster Wunsch gewesen, Propaganda unter der ländlichen Bevölkerung zu machen und sind in der Broschüre von Bebel„Unsere Ziele" die Schwierigkeiten aufgezählt, welche sich dem entgegenstellen. Als einziger Beweis gilt der Aufruf von Becker, der nicht einmal verbreitet worden ist, wie dies die Beschwerde Beckers beim Stuttgarter Congreß bestätigt. Derselbe wurde im„Bolksstaat" einmal abgedruckt und zwar nur dem,.Vorbot/" entnommen. Auf die Landbevölkerung konnte dieser Auf- ruf aber auch um deßwillen nicht einwirken, weil ja, wie die Anklage all e behauptet, der Leserkreis des„Volksstaar" vornehmlich nur aus Arbeitern besteht. Was die beabsichtigte Aufreizung des Militärs anbelangt, so hat selbst die hier vorliegende Schrift von Heinzen nichts damit zu thun gehabt. Rur ein Mitglied des Ausschusses hat den Versuch gemacht, diese Broschüre beziehen zu wollen, ist aber sofort daran verhindert worden. Die Anklage ist hierin sehr schwach. Sie bezieht sich weiter auf einen Brief von Göre an Thiele, dessen Inhalt Ihnen bereits bekannt ist. L i e b k n e ch t hat n i ch t s darauf gethan. Heute bringt der Herr Staatsanwalt noch ein anderes Moment zur Sprache und bequeme ich mich bei meiner persönlichen Achtung vor seiner Person gern zu der Annahme, daß ihm dabei ein lapsus— ein Versehen- unterlaufen ist. Der Staatsanwalt meint, die Aufreizung des Militärs sei schon auf dem Nürnberger Berbandstaa beschlossen ivarden: allein der„Nürnberger Gedanke" in einem Briese von Bon- Horst hat mit dem Nürnberger Congreß nichts zu thun, sondern be- zieht sich auf Rüll's Brief datirt voni März 1870, während dasRürn- berger Programm aus einer Zeit datirt, wo Bonhorst selbst der Idee der sozial-denlokratischen Arbeiter-Partei noch feindlich gegen- überstand. Was diesen Punkt betrifft, so möchte ich wissen, durch welche Schriften eine Aufreizung des Militärs hätte bewirkt iverdeu sollen, da ich sonst nicht begreifen kann, wie die Staatsanwaltschaft diese Anklage begründen ivill. Klug von ihr war es jedenfalls, daß sie selbst nicht näher auf diesen Punkt eingegangen ist. Bei der letzten Frage Ii komme ich auf das, was der Herr Staarsanwalt bei seinem geschichtlichen lkeberblicke über die Internationale gesagt hat. Auch diese soll dieselben Bestrebungen haben, wie sie die Anklage den An- aekaqten unterlegt und wäre schon diese Behauptung ein Grund zur Nichtigkeitsbeschwerde. e-eit längerer Zeit daran gewöhnt, die Internationale als Popanz behandelt zu sehen, erhielten>vir Alle in diesen Verhandlungen ein gehende und zuverlässige Belehrung über die Bestrebungen dieser Gesellschaft, welche dadurch in einem ganz anderen Lichte erscheint. Der Staatsanwalt hat sich indeß bei seiner Anklage nicht an die Statuten derselben gehalten: er zieht aus dem kommunistischen Ma- uifest von 1848 den Schluß auf Marx und seine Bestrebungen. Ich erwähne es noch einmal, daß die Internationale die Emaneipa- t iou der arbeitenden Klassen und die Befreiung dersel- den von der öeonomischen Abhüngigkeiterstrebtund deshalb, weil das zu lösende Problem alle eivilisirten Länder der Erde umfaßt, die Erreichung des Ziels auch nur von einer internationalen Bewegung erwartet. Ter Kongreß zu Basel liefert einen deutlichen Beweis für die ökonomischen und ivzialen Zwecke derselben und könnte ich überhaupt eine Reihe von Programmen und Manifesten hier ver- lesen lassen, die dasselbe konstatire», wollte ich mich nicht mit der Erwähnung der Instruktion begnügen, welche der General-Rath seinen Delegirten gegeben hat. Sie haben dieselbe bereits kenneu gelernt und ersehen, daß es sich auch dabei lediglich um soziale und ökonomische Zwecke handelt. Die zu begründende Arbeiterstattstik kümmert sich nur um soziale Verhältnisse: Arbeitszeit, Kinder-Erziehnng ic.j von politischen Instruktionen ist dagegen kein Wort zu finden. Die Jnaugural-Adreffe von Karl Marx spricht zwar von der Ätothwendigkeit der Erstrebung polnischer Macht, enthält aber nichts Revolutionäres. Das Bestreben, politische Macht zu erringen, hat jede Partei, heiße sie nun feudale, uationalliberale) ultramontane oder wie immer. In ein Programm darf man aber nichts hineinlegen, was nicht drin ist. Wenn die Internationale sich mit Politik befaßt hat, so ist dies nur im Sinne des Friedens gewesen, wie die gleichfalls hier an- gezogene Broschüre von Eichhoff zur Genüge bewiesen hat. 5 Punkte sind darin, als für die politische Thätigkeit zeugend, angeführt. Die erste Veranlassung zu einer solchen gab der Krieg in Nord- Amerika und nahmen die englischen Arbeiter, trotzdem die Negierung die Sklavenstaaten begünstigte, Partei für die Union, wofür Präsident Lineoln öffentlich ihnen seinen Dank abstattete. Weiter waren es die Meetings für das unglückliche von Rußland zerfleischte Polen, auf Venen die Internationale dem letzteren ihre Sympathie aussprach. Dann bot die Internationale nach 1866 ihren ganzen Einfluß auf, um dem zwischen Frankreich und Preußen drohenden Kriege ivirksani zu begegnen. An der Entstehung und Bildung der eng ischen Reform- Liga, deren Agitation die Parlamentsreform von 1867 hervorrief, nahm sie hervorragenden Antheil und protestirte gegen die Urtheile im Fenierprozeß, ehe eine Stimme aus anderem Lager sich im Namen der Menschlichkeit erhob. Dies sind die Thaten der Internationalen, der Wahrheit entsprechend in Kürze geschildert, und sollte ich doch meinen, daß dagegen aller Schwatz von Zeitungsblättern in einem Gerichtssaale nichts zu gelten habe. Der Herr Staatsanwalt erwähnte noch„eonfidentielle Mittheilungen", welche beim Ausschüsse geftinden ivorden seien. Die- selben betrafen nur innere Angelegenheiten beim Streite mit Bakunin und ivaren an Liebknecht geschickt mit der Weisung, Material daraus zu entnehmen. Sie waren nicht, wie der Herr Staatsanwalt behanp- tet, von Marx, sondern von einem französischen Mitgliede geschrieben und zeigen deshalb den schwülstige» Styl der Franzosen, über den immer Klage geführt worden ist. Weiter hat der H. Staatsanwalt behauptet, daß die sozial-demo- krattsche Arbeiter- Partei als Glied der Internationalen Arbeiter- Assoziation aufgenommen sei. Auch dies ist nicht der Fall. Es existirte zwar eine geistige Verbindung, nicht aber eine formelle, und hat ein förmlicher An- fchluß nicht stattgefunden, da dies die Gesetze nicht erlaubten. Der Briefwechsel mit Mitgliedern des Ausschusses der sozial-demokratischen Arbeiter-Partei behandelte nur innere Angelegenheiten der Interna- tionalen und nicht die der sozial-demokratischen Arbeiter-Partei und hat sich der Ausschuß einmal beim Zwist mit Liebknecht mit der Bitte um Rath an Marx gewandt, worauf eben auch nur Rath, aber keinerlei Befehl ertheilt worden ist. Die Zeugenaussagen haben die Behauptung vollständig wider- legt, daß Weisungen des Generalraty- in London bezüglich des Vor- gehens der sozial-demokratischen Arbeiter-Partei in politischer Bezie- hung Folge geleistet worden sei, und liegt keinerlei Beweis zur Begründung!)er Anklage vor. Ich kann es daher dem Herrn Staats- Anwalt nicht verdenken, daß er aus ein genaueres Eingehen ver- zichtet hat. Die Angeklagten bekennen sich als Mitglieder der Internationale. Nun, persönliche Mitgliedschaft ist bisher nicht verboten gewesen und erst seit Kurzem haben gerade 3 frühere Republikaner— der spanische Minister Sagosta, Thiers und der Herr Polizei-Direkwr Dr. Rüder in Leipzig— angefangen, auch die bwße Mitgliedschaft für straffällig zu er- klären. Seitens des Königl. Sächsischen Mmisteriums des Innern haben diese Beispiele indeß keine Nachahmung gefundeii und will ich hoffen, daß gerade in Folge dieses Prozesses auch ferner dies nicht geschehe. Für uns ist es aber die Hauptsache, uns nunmehr darüber zu vergewissern, ob die Angeklagten alles ihnen zur Last Gelegte gethan haben zum Zwecke des Vorhabens, die Verfassung des Königreichs Sachsen je. gewaltsam zu ändern, oder nicht. Die Anklage behauptet, sie haben den festen, bestimmten Beschluß gefaßt, dies thun zu wollen. Wie beweist sich solches nun aber die Königl. Staatsanwaltschaft? Was bringt sie vor? sämmtliche Briefe der Angeklagten sind in ihren Händen, dazu noch die gesummte Corre- spondenz mit dem Ausschusse, Briefe von Ladendorf und Marx. Was wird daraus bewiesen? Haben die Angeklagten etwa Erkundigungen über die Stärke von Festungen und deren Besatzungen eingezogen? Haben sie sich Pläne verschafft? Haben sie vielleicht Pulverbestellun- gen gemacht? Sind sie mit Ehemikern um Herstellung von Zünd- und Sprengstoffen in Unterhandlungen getreten? Haben sie Ausmessungen in Berlin vorgenommen, um zu erfahren, wie viel Pulver wohl nöthig sei, um etwa' den Reichstag in die Luft zu sprengen? Oder was sonst? Die Anklage will diesen wesentlichen Punkt damit erledigen, vaß sie die republikanische Gesinnung der Angeklagten an- schuldigt. Sie schließt weiter, das glaube kein Mensch, daß Re- publiken ohne den Willen der jetzigen Machthaber zu erreichen seien. Wie bei jedem Hochverrathsprozeß� wird keineswegs bewiesen, daß es nicht möglich sei, daß Machthaber freiwillig auf ihre Rechte verzichten, wenn eine Majorität iin Staat beschlossen hat, die Republik einzuführen. Erst dann wäre der negative Schluß der Staatsanwaltschaft wenn auch nicht gerechtfertigt, aber doch mit anzuhören. Der Herr Staatsanwalt gebrauchte vorhin ein Gleichniß, welches sich sehr gut gegen seine Anklage selbst verwerthen läßt. Es existirt danach ein Garten mit schönen Früchten, dessen Zugang durch ein Haus verschlossen wird. Dies Haus selbst kann aber nur erhalten werden, wenn die ganze Umgegend dazu beisteuert und Alles von der Nützlichkeit des Hauses und seines Hüters überzeugt ist. Da kommen nun Einige und sagen: Die Früchte möchten wir haben, das Haus ist überflüssig und muß weggeräumt werden. Wie werden sie das nun machen? Werden sie es stürmen wollen? Das iväre Vorbereitung zum Hochverrath. Sie ziehen aber die Stimmung der Umgebung in Betracht und müssen sich sägen, daß, selbst wenn es gelänge, den Besitz des Hauses zu erringen, an ein Behaupten darin nicht zu oeuien wäre und unterlassen deshalb den Sturm. Dagegen machen sie Propaganda und bringen erst der Umgebung und vielleicht gar dem Eigenthümer selbst die Ueberzeugung bei, das Haus und seine Erhaltung sei überflüssig. Aus diesem Gleichniß ersehen Sie, meine Herren, daß die Verbreitung von Ideen keine Borbereitung zum Hochverrath in sich schließt. Erst muß der Beschluß„zu stürmen" gefaßt sein, dann ist ktraftechtliche Verfolgung Seitens des Staatsan- walts möglich. Die Anklage könnte höchstens die Vorbereitung zum künftigen Beschlüsse als Vorbereitung zur Vorbereitung zum Hochverrath, oder in Anbetracht des Umstandes, daß es möglich ist, durch Erlangung der Majorität zum Ziele zu kommen, als Vorbe reitung zur Vorbereitung zum eventuellen Hochverrath auffassen. Zum Ueberfluß will ich noch ein Moment zum Beweis dafür vorführen, daß Seitens der Angeklagten ein Beschluß zur Einführung der Republik nicht gefaßt worden ist. Alle Korrespondenzen der- selben haben Ihnen vorgelegen. Nun ist aber wohl anzunehmen, daß man Revolutionen nicht auf offener Tafel macht. Verschwörer registriren und numeriren ihre Briefe nicht und legen sie nicht offen hin. Ich weise auf das Verhalten der Angeklagten im Kriege von 1870 hin. Einen passenderen Zeitpunkt, die' ihnen angemutheten Ab- sichten auszuführen, konnte es wohl nicht leicht geben. Was haben sie aber gethan? Was sagen die Briefe derselben von damals? Nicht einen hat die' Staatsainonllschaft vorlesen lassen. Nicht ein Wort, nicht eine Sylbe ist geschrieben worden, welche andeutete, sie hätten diese Absicht gehabt. Anstatt, daß sie die günstige Zeit gerade zur Propaganda ausnutzten, ließen sie wöchentlich nur eine Nummer des Volksstaat er scheinen; das Manifest des Ausschusses enthielt eine Resolution zu Gunsten des Friedens und betonte streu, den gesetzlichen Weg bei allen Schritten innezuhalten. Wenn eine Partei, wenn Männer dies thun, wo fast das ganze Militär außer Land, ist, da sind sie eben keine Revoluttonsmacher. Der vertrauliche familiäre Charakter der Briefe gibt neben dem eidlichen Zeugniß, daß andere Briefe von den Angeklagten an den Ausschuß nicht gelangt seien, den Beweis, daß keine Absicht, ja kein Gedanke auf gewaltsame Einführung der Republik gerichtet gewesen ist. Der Herr Staats-Anwalt hat die Herren Bebel und Liebknecht selbst begabte Leute genannt; wie kann er ihnen demnach die Idee zutrauen, jetzt, wo man Alles aufbietet, um das Reich militärisch stark zu machen, einen gewaltsamen Angriff auf die bestehenden Äersas- jungen zu unternehmen? Das ist nimmermehr ihre Absicht gewesen. Ich glaube, meine Herren Geschworenen, daß keiner von Ihnen die Wahrheitsliebe der Angeklagten bezweifelt. Sie haben ihre Ansichten offen ausgesprochen, haben mehr gesagt, als sie auf Befragen nöthig hatten und können gewiß Glaubest beanspruchen, wenn sie erklären:„Es fällt uns nicht ein, an kindische Revolutionen je gedacht zu haben; wir hatten den Willen, unsere Ideen ins Volk zu tragen, um nach Gewinnung der Majorität auf friedlichem Wege unser Ziel zu erreichen. „Beschuldigt, Hindernissen gegenüber Gewalt brauchen zu wollen, sprechen wir es aus, daß derartige Umstände nicht durch uns hervor- gerufen werden, sondern es ist eine geschichtliche Nothwendigkeit, daß zum Bewußtsein gekommene Majoriläten den Widerstand der Macht- Irnber brechen müssen." Bewiesen ist also nunmehr, daß die Anae- klagten Republikaner von Gesinnung sind, daß sie für ihre Idee fropaganda gemacht haben, daß sie zur Organisimna der Social- eniokratischen Arbeiter-Partei mitgeholfen, daß sie die Erklärung gegeben haben,„wenn unsere Jdeendie Majorität aufgenommen hat, werden wir unsere Ziele erreichen"— keineswegs aber, daß sie Gewalt haben anwenden wollen, um die jetzt bestehenden Verfassungen zu stürzen. Tie Wahrheit des Ausgeführten wird noch bestätigt durch ver- eidete Zeugen, die als Leiter der Partei unfehlbar Kenntniß davon haben mußten, wenn die Angeklagten je eine derartige Absicht hätten zur Ausführung bringen wollen. Die Braunschweiger Zeugen gelten sicher auch Ihnen als Ehrenmänner und sie haben es eidlich erhärtet, daß weder sie selbst, noch Bebel oder Liebknecht je den Beschluß gefaßt hätten, durch Anwendung von Gewalt ihr gemeinsames Ziel zu er- reichen. Bezüglich Liebknechts darf Ihnen wohl auch die Stelle aus seinem Briese an Bracke, daß er, wenn die Kaiserposse inscenirt werde, in's Exil zu gehen denke, den Beweis liefern, daß keine Gedanken an ge- waltjamen Umsturz bei derartiger(tzemüthsstimmung Boden gewinnen können. Der Herr StaatS-Anwalt hat geäußert, die Angeklagten ständen außerhalb des Gesetzes. Ich beanspruche Anwendung des Gesetzes auf dieselben. Meine Herren Geschworenen, Sie werden n i ch t die„Revo- luiiou sauetioniren", Sie werden aber beweisen, daß man in unserem Sachsen Gedanken ftei aussprechen, Gesinnungen weiter tragen und verbreiten kann und Sie werden eonstatiren, daß man in unserem Vater- lande Ideen nicht knebelt, Jrrihümer nicht gewaltsam bekämpft, wenn Sie die Ihnen gestellten Fragen mit„Nein" beantworten.— Die ebenso vortreffliche Rede des Advoeat Freytag aus Plauen bringen wir in nächster Nummer. Wiuterthur(Schweiz). Der Strike der Schuhmacher dauert nun schon in die siebente Woche ohne Aussicht auf ein*•" Ende, die Arbeiter sind fest entschlossen, nicht zu weichen Tagen erftlhren wir, daß Schuhfabrikant Sauer i für hiesige Fabrikanten Arbeit liefert. Wir-'de->' Berufsgenossen auf, sich in dieser Ange< diesen Uebelstandzu beseitigen: ferner uns in Korrespodenz zu tretcp..--" Briefe u. s. w. nim'-._■>' Zu Trutz uui> Schutz. (Aus der so betitelten Brochüre Liebknechts(„Crimmitschaner Festrede) theilen wir nachstehend den Schluß mit.) Ich habe nun der Reihe nach die Haupwerleumduugen, die man gegen uns vorzubringen Pflegt, durchgenommen, und die Haltlosigkeit derselben nachgewiesen. Ich habe gezeigt, daß diese Verleumdungen nur das Zerrbild der Bourgeoisgesellschasl selbst sind, die unter dem Ein- fluß deS bösen Gewissens im Nebel ihrer erhitzten Phantasie das eigne hägliche Konterfei sieht. Ich habe gezeigt, daß, was die Vertreter und Lobredner der alten Gesellschaft uns vorwersen, die Laster, die Ge- brechen, die Verbrechen der alten Gesellschaft sind. Ich habe gezeigt, daß das„Theilen", die„Weiberaemeinschaft" systematisch in der alten Gesellschaft geübt wird. Ich habe gezeigt, daß es die alte Gesellschaft ist, welche das Eigenthnm mit Fügen tritt, die Familie zerstört, die Segnungen der Eivilijation dem Volke entzieht, die Kultur mißbraucht und gefährdet. Ich habe gezeigt, daß wir, die Sozialdemokraten, der Bourgeoisie gegenüber die Vorkämpfer des Eigenthums, der Familie, der Civilisation, die Belämpser des„Theilens" und der„Weibergemein- schaft" sind. Ich habe gezeigt, daß wir es sind, die in die Welt des Zwiespalts und der Unordnung— Harmonie und Ordnung bringen wollen. Kurz, ich habe gezeigt, dag wir alle Borwürfe unserer Gegner umdrehen und ihnen zurückschleudern können: nicht gegen sondern für das Eigenthum kämpfen wir; nicht gegen sondern für die Familie; nicht gegen sondern für die Kultur; nicht gegen sondern für die Ordnung; nicht gegen sondern für die„Harmonie." Ich habe gezeigt, daß die Arbeiterbewegung eine Kulturbewegung ist, die nicht der Laune, der Willkühr, dem Zufall ihren Ursprung verdankt, sondern mit Naturnothwendigkeit entstanden ist, mit Natur- nothwendigkeit sich erfüllen muß. Ich habe gezeigt, daß nur Gedanken- losigkeit undJgnorauz die Berechtigung der sozialdemokratischen Bewegung in Zweifel ztehn können, und daß jeder Versuch, diese Bewegung zu hemmen, ebenso hostnungslos und unsinnig ist, wie der Versuch des Stiers, eine heranbranstnde Lokomotive auszuhalten. Wie die Loko- motive zermalmend über ihn hinweggeht, so wird die Arbeiterbewegung über alle Hindernisse hinweggehn. Das sollten die Gegner begreifen. Sie sollten begreisen, daß es in ihrem Interesse ist, eine Katastrophe z» verhüten. Die heutige Welt kann nicht zur Ruhe kommen. Die Interessen sind in Äoustikt mit einander, und Klassenkampf und Krieg sind die nothwendige Folge. Verdient ein solcher Zustand die Mühe, welche man sich gicbt, ihn zu erhaltend Man lann unsere Gegner in zwei Rubriken ein- theilen: die, welche uns aus Unwissenheit, und die, welche uns aus bösem Wilhe» bekämpfen. An Elftere richte ich die Mahnung: Lernt unsere Bewegung kennen! Ihr werdet aufhören sie zu fürchten, sobald Ihr sie kennt. Die Furcht ist der schlechteste Rathgeber. Das Rothe Gespenst, das Euch entsetzt, ist gleich allen Gespenster», ein Pio- bukt der Unwissenheit und verschwindet vor dem prüfenden Blick dcs Verstands. Dre Erkenntniß der ökonomischen Verhältnisse beseitigt aber nicht bloß die Furcht, sie beseitigt auch den Fanatismus. Die Wissenschaft kennt leinen Fanatismus. Oie Wissenschaft appellirt nicht an die Leidenschaften, sie denunzirt nicht, sie studirt. Sie weiß, daß alle Erscheinungen ihren zureichenden Grund haben; sie sucht diesen Grund zu erforschen, aber hadert nicht mit den E: scheinungen. Man zeige mir eine frühere Kullurbewegung, die es gelungen wäre zu unter- drücken, die nicht schließlich die Widersacher besiegt hätte. Wozu das lausend mal Mißlungene uns gegenüber versuchen? Hai denn das heulige Geschlecht nichts aus der Geschichte gelernt? Müsse» wir denn jede schon längst geinachle Erfahrung noch einmal s elber auf unsere Kosten machen? Das hieße ja jede Wissenschast, jeden menschlichen Fortschritt lengnen. Und Ihr, die Ihr un� aus bösem Willen bekämpft, die Ihr wißt daß wir Recht haben, und nur aus Eigennutz uns entgegentretet— bedenkt, daß es ein sehr kurzsichtiger Egoismus ist, der Euch leitet. Die heutige Gejellschast bietet Euch große Vortheile, allein durch keine Macht der Erde werdet Ihr Eure privilegine Stellung behaupten. Euer Reich neigt sich dem Ende zu. Ihr müßt fallen: versteht Ihr Euer wahres Interesse, so werdet Ihr den Fall zu dämpfe» suchen. Ihr habt die Geschichte von den Sibyllinischen Büchern gelesen: je länger Ihr zaudert, gerecht zu wer.en, gerecht zu werden aus In- leressc,— desto mehr wird sich Euere Lage verschlimmern, unter desto ungünstigeren Bedingungen werdet Ihr Euere llnwrwerfnng unter die neue Welt zu vollzrehen haben. UnS bekämpfen, hat keine andere Wirkung, als die Geburtswehen zu erschweren und vielleicht— die Ge- burt zu beschleunigen. Jedenfalls habt Ihr nur zu verlieren, wenn Ihr der Krists durch gewaltsame Störungsversuche einen gewaltsamen Eharakter ausdrängl. Esue Katastrophe zu vermeiden, liegt im Interesse Aller, in dem Eurigen so gut als in dem unsrigen. In d.m Interesse Aller liegt eS, daß eine Brücke gebaut werde, die aus der alten Welt hinüber- führt in die neue. Ein Englischer Staatsmann hat den Ausspruch gethan, die Geschichte der Parteien sei eine Geschichte von Compro- missen. Bis zu einem gewissen Punkt ganz richtig! Schade nur, daß die an der Herrschaft befindlichen Parteien sich met st erst dann zu Compro- misten entschließen, nachdem sie alle Mittel des Widerstands erschöpft haben, und oft schon so geschwächt smd, daß der Compromiß den ab- soluten Bankrout bedeutet. Wenn eine herrschende Partei Scharsblick und Klugheit hat, wird sie mit jeder andringenden Volksbewegung einen Compromiß ab- schließen. Nur durch eine Reihe von solchen Compromissen— man mißverstehe das Wort nicht, Compromiß heißt, daß statt des abrupte» Bruchs mit der Vergangenheit, durch Abkommen der Parteien ein UebergangSzustand geschaffen wird— nur durch eine Reihe von Com- fromissen, also durch Reformen, kann der sozialen Bewegung ein ciedlicher Verlauf gesichert, und der Uebergang aus der alten in die neue Welt mit möglichster Schonung für die Interessen der jetzt Herr- schenden Klassen bewerkstelligt werden. Im Interesse der jetzt.herrschenden Klassen ist ein Compromiß deshalb noch weit mehr als in dem unsrigen, denn wir werden auch ohne Compromiß das Ziel erreichen, wahrscheinlich sogar früher. Was uns einen Compromiß empfehlen könnte, sind Rücksichten der Humanität, während er unfern Gegnern durch das persönliche In- teresse empfohlm wird.. Ob wir einen Compromiß wünschen oder nicht, ist übrigens sehr gleichgiltig: es hängt ausschließlich von unser» Gegnern ab, ob einer zu Stande kommt, oder nicht. Will die Bour- geoisie einen Compromiß, so wird der Compromiß zu Stande kommen, ob wir wollen oder nicht. Die Bourgeoisie verfügt direkt oder durch den Staat über das Heer, über das Kapital, über die Schule und über die Press«, kurz über all« niateriellen und geistige» Machtmittel: sie hat solglich die Macht, die Lösung der sozialen Frage auf dem Wege der Compromisse und Reformen anzubahnen. Sie braucht bloß zu wollen. Um zu wollen, muß sie freilich zuvor begrlstcn haben, daß die heutigen Zustände aus Unrecht beruhen, und unhaltbar sind. Den ehrlichen Gegnern rufe ich darum nochmals zu: Studirt die soziale Frage! Die soziale Frage verstehen, heißt sie lösen. Un- verstanden, muß sie die furchtbarsten politischen und gesellschaftlichen Erdbeben hervorrufen. Die soziale Frage ist die Sphynx, welche Den tödtet, der ihr Räthset nicht lösen kann, die aber sich selbst tödtet, sobald ihr Räthsel gelöst«st. Das Räihsel der Sphynr ivar der Mensch. Und es ist auch das der sozialen Frage. Ehe das Räthsel: Mensch gelöst ist, wird die Welt nicht zur Ruhe kommen, wird die Sphynr der sozialen Frage fortfahren, der Gesellschaft ihr dräuendes Antlitz zu zeigen, sie aus einem Schreck in den andern, aus einem Blutbad ins andre iverfen. Zwei Welten stehen sich gegenüber: die alte und die neue— die absterbende Welt der heutigen Gesellschaft und die ideale Welt der Zukun ft; ein breiter, tiefer Schlund gähnt zwischen ihnen. Die heulige Gesellschaft treibt und stürmt dem Abgrunde zu, ein blinder Schreck hat sich ihrer bemächtigt, sie gleicht einer Büsselhecrde, die, uin den Praircbrand zu entrinnen, geschlossenen Auges in wahnsinniger Angst voranstürzt, "'-"sttend des breiten Felsspalts, der sich vor ihr öffnet; ihn zu ~ ist unmöglich, und der Anprall zu groß, um noch Kebrt Borderersten versinken zuerst, und z erst wenn der Ab» " qeföllr ist, können die Ueberlebenden das retteirde Schlund zwischen der alten und neuen Welt ' Und der Prairiebrand, dein die Heu- •M, besteht obendrein nur in ihrer •4kt zur Wirklichkeit werden. ° sicher hinüberträgt in die neue Welt? Wir können es nicht. Unsere Gegner könaen es, und wenn sie es thun, erwerbm sie sich ein unauslöschliche? Verdienst um die Menschheit. Ich komme nun zum Schluß. Was wir zu thun haben, ist uns klar vorgezeichnet. Wir marschiren voran auf dem Pfade der Pflicht. '...ichte man daraus, uns abzulenken, oder uns einzuschüchtern. In Paris hat die Sozialdemokratie gezeig:, daß sie, wenn es sein muß, für ihre Prinzipien sterben lastn. Eingedenk des Wahlspruchs: Noblssao oblige werdcnj wir nie vergesse«!, daß unsere Sache die Sache der Menschheit ist. Die Gegner haben zu entscheiden, ob das Ziel im Frieden erreicht wird, oder nach blutigen« Kampf. Wie die Entscheidung ausfalle, wir aczeptiren sie. Von persönlichem Haß wissen«vir uns frei. Selbst im Feind achten wir den Menschen. Die Polen trugen während des letzten Ausstands auf ihren Fahnen die Inschrift: Für uns und für Euch! So kämpfen auch wir für uns und für unsere Feinde; denn auch ihnen gilt da« Befreiungs- werk, denn auch sie bedürfen der Emanzipation.— An Sie aber, ineine Freunde, richte ich die Mahnung: arbeiten Sie in Ihre«» Verein ruhig, unverdrossen fort; erlahmen Sie nicht in Ihrer Thätigkeit, verbreiten Sie unsere Ideen— und sollte Sie je einmal Muthlosigkcit erfassen, dann richten Sie sich auf an dem Bei- spiel des edlen Jacoby, der nie gewankt, wo Alles um ihn wankte. und erinnern Sie sich seines(zu Anfang der Rede zitirten) Worts:„Die Gründung des kleinsten Arbeitervereins«virdstür den künstigen Kultur- Historiker von größerem Werth sein als der Schlachttag von Sadowa." Der Abounentetlstaud des„Votksftaat" im ersten Quartal 1873. Die Abonnentenzayl beträgt 4800. Im vorigen Quartal betrug sie 4488; Zunahme also in diesem Quartal 312. Die«llbonuentenzahl vertheilt sich in folgender Weise auf die einzelnen Orte,(die zweite Zahl bedeutet de«.i.nentenstand im vorigen Quartal.) Achen 7— 3. Ache..:»Baden 2. Altenburg 2-2. Altenessen 1. Als 1— 1. Altona 9— 10. Amiaberg 2 4, Anclain 1— 1. Apolda 25— 9. Arnstadt 2— 1. Auma 2. Aue 2—2. Auerbach«. B. 1—1. Augsburg 115—123. Alzey 1—1. Aerzen 1—1. Achim l— 1. Amsterdam 1—1. Altgradiska 1—1. Andritz 1. Baden- Baden 2—2. Bainberg 5— 5. Bautzen l— 1. Beyenthal 1— 1. Beckum 1. Bafel 29— 3. Bensheini 1—1. Bergedorf 1— 1. Berlin 129— 122. Briese» i. d. Mark 1—1. Bromberg 1—1. Bruchsal (Baden) 1—1 Bilstein 1. Barcelona 1—1. Barmen?— 18 Bingerbrück bei.Metz 3. Bischofswerda 2— 2. Bockenheim 1— 1. Bodenbach 2. Boppard 1. Borna 2—2. Burscheid 3—3. Brackwede 7—11. Braeunsdorf b. Freiburg 1. Brambach 1—1. Brand b. Freiberg 1—1. Brandenburg a. d. Havel 4— 2. Braubach 2—1. Braunschweig 66— 67. Bremen 13— 24. Bremervörde 1— 1. Breslau 121—97. Buckau 13—11. Burgstädt 11—12. Burkhardsdors b. Chemnitz 2—2 Burgsteinfurt 1. Belgrad 2—1. Bayreuth 1. Brüssel 2— 4. Biala 1—1. Cainsdorf 6—6. Camenz«. Sachsen 11—8. Carlsr»ye6— 8 Cassel 12-20. Castel b. Mainz 1. Celle 5—6. Chemnitz 27-33. Coblenz 1— 6. Coburg8— 12. Cöln 132—129. Cöln transit 4—6. Colditz 3—4 Constaniinopel 1—1. Crimmitjchan 48—52. Trotten dorf 1— 1. Cronenberg 1—1. Crayowa 1. Chicago 40. Darinstadt 17—13. Danzig 1. Delmenhorst 1. Dessau 3—5. Döbeln 7—8. Dresden 152—181. Dülken 1. Dürenberg 1—1. Düsseldorf 5—5. Duisburg 5—7. Ebersbach 1—1. Ehrenbreitenstein 1. Ehrenfrie- dersdorf 2— 1. Eiscnach 8- 8, Elberfeld 7— 10. Elstra b. Camenz 1— 1. Ems(Bad) 1. Erbach i. Rheingau 1—1. Erlangen 3— 3. Erlau b. Mittweida 1—1. Eschweilers 3—3. Essen b. Düsselsdorf 14— 14. Eutritzsch 1— 1. Erfurt 18— 13. Eßlingen 67. Eupen 1—1. Elgersweier 1. Falckenstein 2— 2. Filehne 1— 1. Forst i.L. 8—7. Frankenberg i. Sachsen 1— 3. Frankenhausen 6— 7. Frankfurt a. O. 1— 1. Frankfurt a. M. 22 16. Franz. Buchholz 1—1. Frechen 1—1. Friedeberg i. Hessen 1—1. Friedland i. Schl. 1—1. Freiburg i. Baden 1—10. Frohnhausen 1—1. Frohburg 9—5. Fürth 21—15. Freiburg i. Schweiz 2—1. Finstenvalde 4— 3. Fünfkirchen i. Ungarn 2—2. Gcithain 6 7. Geldern 1—1. Gelenau 1—1. Gera 20—25. Geringswalde 2—1. Gayer 5—9. Gießen 8—5. Glauchau 206— 129. Gößnitz 4—3. Godesberg 1. Goldbach i Schweiz 1. Gotha 61—8. Gräfentonna 1—1. Gräfrath 3� 3. Graz 4—4. Greiz 8— 7. Greffrath 6— 5. Gröbers 1— 1, Groitzsch 1—1. Großenhain 8—7. Grüna 1—2. Guben 1. Gumbinnen 1—2. Güsten 22—13. Gens 3—7. Hainichen 14—14. Halle a. S. 1—1 Hamburg 116— 95. Hanau 2—2. Hannover 95— 105. Harburg 5— 7. vartau b, Chemnitz 1— 1. Heide i. Holst. 4— t. Heidelberg 2—1. Heilbronn 5—4. Herborn 3— 5. Herford 6—14. Hersfeld 3—3. Hildesheim 4—3. Herbesthal(Holland) 1. Hildburghausen 1. Hirschberg b. Schleiz 3—4. Hörde 2—1. Hof 2—5. Höhr 2—3. Hohenstein- Ernstthal 28—25. Hubertusburg 2. Hoboken(Amerka) s. New-Aorck. Jena 2— 2. Jnsterburg 3—1. Itzehoe 1— 1. Jägerndors 14— 2. Iankvvick 1—1. Judenburg 5—1. Kalk 2—2. Kaukehmen 1—1. Kattern 1. Kaltenkirchen 1—1. Kaltsch i. Oberschl. 1—1. Kelling- Husen 1—1- Kenrptcn(Bayern) 4. Kiel. 2—3. Kieritzsch 3—3. Kirchberg i. S. 5— 6. Kennenburg 1— 1. Kirchhain b. Kassel. 1. Kirchharteu 1— 1. Klingenthal 7— 6. Königsberg i. Pr. 8— 6. Kösen 1—1. Krahenhöhe 2—2. Klagenfurt 3. Knittelfeld 1. Landshut(Baiern) 8-6. Lausigk 8-10. Leichlingen 1—1. Leipzig und Umgegend 761—711. Leißnia 4-4. Lengenfeld 1—1. Lennep 1. Leipa 1—1. Lesum 1—1. Leutenberg 1—2. L«ebenste,n 1. Liegnitz 1. Lichtenstein 17—15. Lyon 1—1. London 3—3. Lissabon 1. Limburg 4—4. Limbach bei Lahr 1—3. Lössnrtz 9— 8. Lorsch 1—1. Luckenwalde 17-16. Ludwigshasen 1—2. Lörrach in Baden 9. Lüneburg 2—2. Lüttringhansen 1—2. Lugau 5— 3. Luiizenau 3— 5. Luxemburg 4— 3.)Lübeck 1. Magdeburg 17 19. Mainz 219—246. Mannheim 40-4. Marburg 7—9. Marienwerder 1—1. Meerane 93—107. Meiningen 4—2. Meissen 1— 1. Merseburg 1. Mährisch- Schönberg 1— 1. Minden(Westfalen) 1. Madrid 1. St. Marie aux mines 3. Meran, Tyrol, 1. Milspe 1— 1. Mitt- walde 1—1. Mittweida 11—15. Mohrungen 1. Morges,-chweiz 1. Morchcnstcrn 1. Mühlburg in Baden 1. Mühlheim a. Rhein 4—4. Mülsen St. Riklas 11—12. München 189—184. München. Gladbach 1. Münster, Westfalen 1—1. Mylau 11—9. Naunhof 1— 1. Nellnkirchen bei Chemnitz 8— 6. Neustadt a. Orla 3—3. Neustadl bei Stolpen 4—5. Neustadt iin Odenwald 1. Neustadt in Oberschlesien t— 1. Neutitjchein 1. Newyork 163— 130 3. Neustadt-Eber- walde 1. Neidenburg 1—1.'Netzschkau 3—7.'Neu-Isenburg 3—2. Newi- ges 4—10. Nöbdenitz 1. Nossen 1. Nürnberg 84—73. Oberfrohna 2—4. Oberdollendorf 1. Oberhausen 3— 2. Oberlungwitz 6—6. Oeisnitz bei Lichtenstein 7— 6. Oelsnitz im Voigtland 4—4. Offen- dach a. M. 9—4. Ohligs 6—8. Oldenswort 1. Opladen 2—2. Orlainünde 1—2. Oschatz 2—2. Osnabrück 1 1. Osterholz 3— 1. Osthofen 2—1. Ostritz 1. Lttensee 1—1. Orteisburg 1—1. Perne- jowa 1—1. Palermo 1. Paula 1—1. Passau 3—1. Pellworn, 1—1. Penig 6—5. Pesth 50—33. Petersivaldau 1—1. Pforzheim 19—24. Petersburg 1. Paris 4— 3. Prag 2. Pisk« 1. Pirna 1—1. Pillan 1. Plauen 2—2. Pössnick 2—1. Pomsen 3—1. Posen 3—2. Potsdam 2—3. Preetz 1—1. Preuß. Stargard 1—1. Prostken 1—1. Ouellendors 1—1- Rackschütz 1. Raschau 1. Re- gensburg 15— 7. Reichenau 1— 1. Reichenbach i. B. 30— 34. Reichenberg i. B. 24—24. Riga 1—1. Rittershausen 1—1. Roch- list 7—7. Roda 1—1. Rössel 1—1. Ronneburg 14—16. Röhns- dorf 17— 16. Rosswein 1—7. Rothenkirchen 3— 3. Rudolstadt 3—3. Rügenwalde 1—1. Rüsselsheim 1—1. Saarbrücken 1—1. Saalfeld 1— 1. Salzbrunn 4—5. Salzungen 1— 1. Salzburg 1. St. Gallen 4— 1. St. Johann a. Saar 2. Schlichtingsheim 1. Schmölln 1. Schwelm 7—7. Schneeberg-Neust. 2— 2. �Schönau bei Chemnitz 3—2. Schopfhcim in Baden 2. Schwerin 2. Siegburg 4— 4. Siegmar 1— 2. Sigmaringen 2—2. Solingen 13— 16. sonueberg i. Memin-- gen 2— 1. Sora» i. Nd.L. 1. Delinsdorf 1. Speyer 5. Spitteln- dorf 1— 1. Spandau 45—52. Stade 10— 11. Staßfurt 6— 8. Stollberg i. S. 15— 17. Straßburg i. Elsaß 2—1. Stuttgart 61—77. Sudenburg 5. Süchteln 1— 1. Schneidenbach 1. Thon« 1. Thum 2—1. Trachenberg 1. Trarbach 1—3. Travemünde 1— 1. Bübingen 6-9. Uckerath 3—2. Ulm 6—9. Unterbarmen 2—4. Velbert 1—1. Verden 1—1. Verviers 16—22. Viersen 1. Billingen 1. Waldenburg i. S. 16— 17. Waldenburg i. Schi. 1— 1. Waldheim 11— 11. Walkcnried 1— 1. Wandsbeck 5— 7. Wechselburg 6—7. Werdau 43—42. Wien 67— 47. Weilburg 1— 2. Weida 2—3. Weimar 26—22. Wetzlar 1—1. Wiesbaden 16—14. Wilkau 49. Winkel 3—3. Wildbad 1—3. Witten 2—3. Wittenberg 1. Wittgendorf 1—1. Wolfenbüttel 3—3. Worms 3—5. Würzburk 9— 8. Würzen 4—5. Zemitz 1. Zeitz 2. Zittau 3—4. Zürich 32—14. Zwenkau 3—3. Zwickau 101—120. Zwönitz 4—4. Nach Italien 1. Nach der Höhe im Abonnement folgen; Leipzig 761. Mainz 219. Glauchau 206. München 189. Hoboken(Newyorck) 160. Dresden 152. Cöln 132. Berlin 129. Breslau 121. Hamburg 116. Augsburg 115. Zwickau 101. Hannover 95. Mee- rane 93.''Nürnberg 84. Eßlingen 67. Braunjchweig 66. Stuttgarl 61. Gotha 61. Wien 57. Pesth 50. Wilkau 49. Caiminitschau 48. Spandau 45. Werdau 43. Chicago 40. Mannheim 40. Zürich 32. Reichenbach i. V. 30. Basel 29. Hohenstein-Ernstlhal 28. Chemnitz 27. Apolda 25. Weimar 25. Reichenberg i. B. 24. Frank- furt a. M. 22. Güßen 22. Fürth 21. Gera 20. Pforzheim 19. Erfurt 18. Rohnsdorf 17. Darmstadt 17. Magdeburg 17. Lucken walde 17. Lichtenstein 17. Wiesbaden 16. Vervters 16. Waldenburg 16. Stolberg 15. Regensburg 15. Ronneburg 14. Jägerndors 14. Hainichen 14. Essen 14. Bremen 13. Buckau 13. So- lingen 13. Kassel 12. Burgstädt 11. Mylau 11. Mittweida 11. Mnlsen 11. Waldhcim 11. Cainenz 11. Stade 10. Altona 9. Würzburg 9. Frohburg 9. Lößnitz 9. Lörrach 9. Offenbach 9. Coburg 8. Eisenach 8. Forst i. L. 8. Gießen 8. Fassen wir ins Auge, daß neben den«„Botksstaat" die 6 lokalen Parteiorgane in Deutsch. a::d;„Criininirschauer Bürger- und Bauern- freund",„Chemilitzer Freie Presse",„Dresdener Bolksbote",„Braun- schweizer Bolksfrennd", Hamburg-Altonaer„Bolksfreund" und„Ne mesis" in Schandau ebenfalls mindestens ,7500 Abonueuten haben, so können wir mit Genugthuung auf den Stand der Presse der Partei blicken. Wir hoffen, die Parteigenossen thun auch iin nächsten Quartal ibre Schuldigkeit, und setzen ihre Ehre darein, ihre Wohnorte in der nächsten Liste mit erhöhtem Abonnentenstand erscheinen zu lassen.__ Zum Strike der Schuhmacher in Hannover. College»! Der Slrite niinmt einen sehr ernstyasten Charakter an. Durch auswärtige Blätter erfahren wir, daß z. B. in Braunjchiveig, Mainz und Celle die Lüge verbreitet wird, daß der Strike hier beendet fei, und bei den Ardeirgebcrn eine Lohnerhöhung von:'0 b'.i 40°;,, stattgefunden habe, und daß noch 2— 300 Schuhmachergesellen hier gesucht seien. Es ist dies ei» Kniff der Feinde. Wir warnen ernsthast vor Zuzug. Verlaßt Euch aui uns! Wir halten fest an unserm Recht. Weiterer Bericht solat. Das Strike-Comitee M.Häuser. Augsburg. Literarischer Verein Montag den 1. April'Nachmittag 3 Uhr. Bersainmlung im Geisterhaus. Zahlreichem Erscheinen sieht entgegen: Der Ausschuß. Kür Augsburg. Den hiesigen Parteigenoffen und Lesern des„Volksstaat" zur Kenntniß, daß vom 1. April an die Filial-Expedition Parteigenosse Stollberg, Schlossermauer 613 parterre übernoinmen hat. Es«Verden zu jeder Tageszeit Quartals- soivohl al« auch Monatsabonnements entgegengenommen, jedoch nur gegen Vorausbezahlung. Ter Bertrauens!nann. Für politisch Gemagregelte. Bvnl sozial-deinokratischen Ardeiter-Berein L. 1 Thlr. 16 Zgr. Briefkasten. der Exped: Rsch. i. Frankenberg für Annonce 11 gr. Kttl. i. Weimar s. Ab. 1. Quarl. 8 Thlr. Dorn, de Bernardo i. Palermo f. Alu i. Qu. 2 Thlr 2 Gr. 4 Pfg. Der Lchueiderstrike in Leipzig. Aufruf! Colleaen! Es wird Euch durch verschiedene Blätter bekannt sein, daß wir, die hiesigen Schneider am 16. d. M. die Arbeit eingestellt haben. Wir sind aus großen Widerstand von seiten unserer Arbeit aeber gestoßen, dieselben haben sich besprochen, uns durch Hunger zur Arbeit zu zwingen. Aber wir stehen fest«vi« ein Mann, und wollen den Kainvs bis aufs Aeußerste führen. Also Brüder und College»! Ihr seht welch«nittelalterliches In qnisitionsmittel angeivendet«oird, um uns als wirkliche Sklaven gebrauchen zu können. Wir bitten Euch, jeden Zuzug von Leipzig fem zu halten. Auf Eure brüderliche Gunst bauend, richten wir an Euch, sowie an alle Korporationen die Bitte, uns so schnell wie möglich zu unterstützen; wenn Ihr dies thut, so ist unser Sieg der Eure. Mit sozialdemokratischem Gruß das Cvmltec der SÄneidergehülfen. NB. Briefe ic. bittet man zu senden an Heinrich Meier. d. Z. Kassirer, Gewandgäßchcn Nr. 4, 1 Treppe. Einladung zum Abonnement auf die „Demokratische Zeitung." l Gleiches Recht und gleiche Pflicht für Alle» Die„Demokratische Zeituilg" erscheint weite«. G-gründet, um das Rechts- und Freiheitsbewußlsein dcs Volke« wiederzuerweckei«, will die Demokratische Zeitung kein Geschäft machen. Auf dem po- litische» und sozialen Standpunkte Johann Jaeoby'S stch-ud. wird die„Demokratische Zeitung" schonungslos die Uedel und ihre Ursachen aufdecken, an denen unsere Zustände kranken, gleichzeitig aber auch die Wege zeigen, auf denen eine Besserung derselben zu erreichen ist. Als ein öauptmiitel zur Erreichung ihres Zieles betrachtet die ..Demokratische Zettung" die freie Schule; sie wird deshalb der gesunden und freiheitlichen Lösung der Schulfrage auch die größte Aufmerksamkeit widmen und dein hochwichtigen Gegenstande einen besonderen Rauin erschließen. Die„Demokratische Zcitnilg' erscheint wöchentlich 6 mal,— Der Abonncmentspreis beträgt für Berlin vierteljährlich 1 Thlr. 3 Sgr., monatlich 11 Sgr., wöchentlich 2 Lgr. 9 Pfg.; für Auswärtige l Thlr. 10 Sgr. pro Quartal.— Die JnsertionSgebühre» werden pro 4 spallige Petitzeile mit 2 Sgr. 6 Pfg. berechnet, Arbeits» markt 1 Sgr, 6 Pfg.— vestellungen nehmen alle Poslanftalte», Spediteure Berlin'«, sowie die Erpedition der Zeitung entgegen,— Haupt-Expedition für Berlin: die Mecklenburg'sche Buchhandlung, Krauscnstraße 41.— Redaction und Ipeeial-Erpedition: Elija- bclhstraße 15.— Jnseraten-Annahme bei allen Jnseraten-Cointoirs «ind in den Expeditionen. Tie Redaktion der„Demokratischen Zeitung." Elisabethstraße 15� „Es verde Licht". Poesien von Leopold Jacoby. Ladenpreis 12 Sgr. Bei größeren Aufträgen(6 Exe»n>larev und darüber), die durch Bermittelung der Buchhandlung des Ort«? an mich gelangen, wird der Preis auf ?'/, Sgr, pro Exemplar ermäßigt. ____ H. E. Oliven, Berlin, Lonisenstraße**• tleuf ülldische Landkg-Zeitung Mannheimer Anzeiger mit dem Mannheimer Unterhaltungs-Blatt Demokratische Zeitung redigirt von l)r. Josef Stern. Täglich'l mal in Groß-Royal-Formar.— Austage 8&4>6. Für das Zweite Quartal 1872< April, Mai, Juni.) im Verlage 1 st. 30 kr.— 26 Sgr., auswärt« 2 fl. 11 kr.— 1 Thlr. 8 Sgr- Anzeigen die 5 spaltige Petttzeile 6 kr.— S Sgr. Hierzu ladet ein vre __ Mannheimer Vereius-Druckern. Lei pzia: Berantw, Redakteur A. Hepner lR-daklion u. Expcdtti»" Hoheflr. 4.) Druck«, Herlag v. Z. Thiele.