M 30 Sonnabend, 13. April. 1872 � scheint wöchentlich 2 mal in Lripjt». Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In-»nd Aus (aubeS an. Für Leipzig nehmen Besteiiungc» an: A. Bebel. PeterSstraste IL, F. Thiele, Emilienstraße 2. Abo««emeut»pret»: Kllr Preußen incl. Stempel- steuer 17 Ngr.. für die übrigen »entliben Äraaten 12'/, Rg» »er Quartal per Monat 4'/, Ngr. für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr Filialerpedition für die Ber- e,»igten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soiml-demoKratlschenÄriieiterpartti and der Internationalen GewerKsgenossenschasten. An die Leser des„Volksstaat" richten wir, anläßlich des stattgehabten Quartal- Wechsels, die Bitte, das Abonnement aef. bald zn erncneru, damit in der Zusendung des Blattes keine Verzögerung eintrete. In Folge der sehr bedeutend gestiegenen Papierprcise wird der Preis des„Bolls- staat" vom 1. April an von 12 Rgr. auf l2'/z Rgr. erhöht. Das Abonnement für Leipzig und Umgegend lostet von da an vierteljährlich 13 Ngr., monatlich 4'/, Ngr. Seit 1. April nehmen die Postanstalten auch 'Monats-Abouements"Wlk entgegen. An die Mitglieder der sozial-demokratische» Arbeiter- Partei. Parteigenossen! Nachdem Eure gerechte Entrüstung über den unerhörten Urthcilsspruch des Geschworn.ngerichts in dem leipziger Hochvcrrathsprozeß einer ruhigeren Uebcrlegung Raum gegeben, nachdem auch die verschiedenen Introduktionen, vor und hinter den Koulissen, im Vorspiel sowohl als während des Hauptaktes dieser Tragödie, in welcher der Haß der regierenden� und die Parteileidenschaft der besitzenden Klassen auf Kosten des„Rechts" und der Moral eine wahrlich nicht beneidenswerthc Rolle spielten, und einen traurigen Triumph feierten, mehr und mehr bekannt ge orden, ist es an der Zeit und Pflicht für Jeden, Farbe zu zeigen und Stellung zu nehmen. Das peinliche Aufsehen, welches dieser ganze, auf höheren Befehl in Szene gesetzte Prozeß überall gemacht hat, und die vernichtende Kritik, die allgemein— einige wenige Exemplare unserer Musterpresie ausgenommen— den Wahrspruch der Geschwornen als eine eklata. uf Rechtsverletzung bezeichnet hat, überhebt. uns der Mühe, auf die breitspurige und grundlose An- klage einzugehen, und die dumpfe Athmosphäre dieser,„Wacht- stuben-Jurisprudenz" athmenden Verhandlungen zu lichten, um zu zeigen, daß nur die blasse Furcht die Anklage diktir t, und Klassenvorurtheil zu Gericht gesessen, um eine Idee zu verur- thcilen. Als zu Anfang der weißen Schreckensherrschaft der fünf- ziger Jahre der Abgeordnete Temme in der zweiten preußischen Kammer die denkwürdigen Worte aussprach:„Das größte Uebel in einem Staate ist eine servile, zur feilen Dirne der herrschenden Gewalt herabgesunkene Rechtspflege", und Lassalle in seiner„Assissenrcde" vorden Geschworenen zuDüsscldorf am 3. Mai 1849 in die Wrrte ausbrach:„Es war mir Pflicht, Ihnen zu zeigen wie unter der erloaent» Form des Rechts, unter dem Heilißettschein der Gesetze— eine Heuchelei, die gar nicht genug gebrandmarkt werden kann— die Schreckensherrschaft b ei uns rast und die Richter zu Huren der Gewalt geworden sind!"— da ächzten selbst die Träger dieses Schreckenssystems unter der nieder- schmetternden Gewalt dieser Anschuldigungen, und das ganze Land, die damalige Bourgeoisie nicht ausgenommen, zollte diesen beiden Männern Beifall, obwohl Temme kein Hehl daraus inachte, daß er Republikaner sei, und Lassalle als Einleitung seiner Rede, den Geschwornen erklärte:„Ich werde Ihnen stets mit Freuden bekennen, daß ich meiner inner» Ueberzeugung nach auf durchaus revolutionärem Standpunkt stehe, daß ich meiner innern Ueber- zeugung nach ein entschiedeuer Anhäuger der social- demokratischen Republik zu sein die Ehre habe." Welcher Unterschied zwischen den rheinischen Geschwornen, die Lassalle freisprachen unter der Schreckensherrschaft der Kontre Revolution von 1848, obgleich er die Pürger zum bewaffneten Widerstand gegen die Königl. Gewalt ausgefordert zu haben nicht läugnete, und den sächsischen Geschwornen, die„Männer- stolz" genug besaßen, unsere Parteigenossen ihrer Gesinnung wegen zu verurtheilen! Ein ersichtliches Zeichen des sittlichen Verfalls der Bourgeoisie. Diese„Hochvcrrath am Jus", der am 26. März trium- phirte, empöri unser Gerechttgkeitsgefühl, welches— trotz aller durch Herkommen und Gesetz sanktionirteii� Ungerechtigkeiten, mit wel- chen im heutigen gottesfürchtigen Staat die„sittlich erhabene" Bourgeois-Klasse uns mit„gutem" Beispiel vorangeht,— in den„untersten" Volksklassen glücklicher Weise noch nicht abhanden- gekommen ist. Einer solchen Gewissensinquisition gegeniib'r bäumt sich auf in uns das bedrohte Menschenrccht, und bitterer Haß und tiefste Verachtung erfüllt unsere Seele, wenn wir sehen, welche Anstrengungen gemacht wurden, eine Verurtheilung herbeizuführen und eine Idee an das Kreuz zu schlagen, von deren Verwirklichung heut schon Taufende und aber Tausende ihre Erlösung erhoffen. Aber freilich, so lange die Welt steht, wurden die Träger jeder- neuen Idee verfolgt, mußte deren Verbreitung init dem Herzblut der edelsten und patriotischsten Bürger erkauft werden. Es ist traurig aber wahr: „Die Wenigen, die was davon erkannt, Und thöricht genug— ihr volles Herz nicht wahrten, Hat man seit je gekreuzigt und verbrannt." Schon vor 1800 Iahren, als zum ersten Mal das Evan- gelium der Menschenliebe verkündet ivurde, bis aus den heutigen Tag, haben die Hoheirpriester des goldenen Kalbes, die Schrift gelehrten des herrschenden Systems und der Erfolganbeterei ihr „Kreuziget ihn!" Jedem entgegengeschlcudert, der nicht nieder fällt und ihre Götzenbilder anbetet. Run wähl! Wir wissen es, die Apostel des neuen Evan geliums der Wtcnschenliebc, die Vertreter des Sozialismus und Verkünder der Religion der Freiheit, Gleichheit und Brüderlich keit werden auch ferner noch solchen Verfolgungen ausgesetzt sein. Wir wissen es, auch ferner noch werden große Opfer ge bracht werden müssen, ehe die erhabene Idee der Erlösung der Armen und Elenden sich erfüllen wird. Wir wissen aber auch daß wir dennoch endlich siegen werden, denn init uns und für uns ist das Recht, die Wahrheit, die Moral, und vor Allem die Ueberzeugung von der ewigen Gerechttgkeit der Sache, welcher wir dienen, und die die Sache der gesammten Menschheit ist. Und ferner wissen wir,-daß bis auf diesen Tag alle Ver folgungen einer Idee niemals noch einen dauernden Erfolg hatten. Zehnmal niedergeschmettert— hat der Sozialismus im iner wieder und immer mächtiger das Haupt erhoben, hat die sozialdemokratische Agitation nur um so breiter und tiefer Wurzel geschlagen, der Opfertod Hunderter und Tausender der Vorkämpfer für diese gewaltige Kulturbewegung hat nur Tau sende neuer Streiter unseren Reihen zugeführt. Zahllose Ver folgungen haben nur bewirkt, daß unsere Arbeiter- Brüder sich massenhafter und mit um so größerer Begeisterung um das Banner der Vereinigung des Proletariats schaarten. Parteigenossen! Der Leipziger Hochvcrraths-Prozeß sollte ein Stoß ins Herz der Sozial-Demokratie sein. Mit offencin Visir haben unsere braven Parteigenossen die Finte der Anklage parirt, und mit sicheren Hieben die faulen Stellen an unserem Staats und Gejellschaftskörper bis auf den Knochen biosgelegt. Es waren glorreiche Tage für unsere Partei. Beglückwünschen mir die„siegenden Geschlagenen", und zeigen wir, daß uns weder die Zuversicht der Ueberzeugung, noch Muth und Ausdauer in Roth und Verfolgung gebricht. Und wenn Alle, Mann für Mann, durchdrungen sind von dem Glauben an oen endlichen und gewissen Sieg nnserer gerechtcn Sache, wenn jeder Einzelne in treuer Pflichte» füllung voll und ganz seine Schuldigkeit thut, dann werden alle Ver folgungcn Einzelner in Erfolge für die Gesammtheit umge wandelt werden. Parteigenossen.! Was auch geschehen möge,— stehen wir »ach wie vor fest auf dem Boden des Rechts, halten wir hoch das Banner unserer Ueberzeugung und kämpfen wir unerschrocken ür unser ewiges Menschenrecht! Hamburg im April. Der Ausschuß der soz.-dem. Arbeiter-Partei i. A.: Theodor Aorel. Die Ansfichten unserer Militärstaaten. In der lvyal-monarchischen„Vossischen Zeitung" in Berlin findet sich folgender beachtenswerthe Aufsatz: Mit 1372 sind es zwanzig Jahre, daß Europa in die Periode der unausgesetzt gesteigerten Militär-Entwicklung eingetreten ist. De» Anfang hierzu bildete' bekanntlich die 1352 ausgeführte erste Armee Organisation Napoleons III., welcher zur Illustration des:„Das Kaiserreich ist der Friede' der Krimkrieg auf dem Fuße folgte. Zugleich cheint das Jahr 1372 aber den Höhepunkt dieses Zeitabschnitts bilden ,u wollen. Mit Ausnahme Oesterreichs, der Schweiz, Hollands. Schwedens uud Dänemarks befinden sich zur Zeit sämmtliche europä ische Staate» in einer abermaligen Armee- Organisation begrisse» welche eine fernere Steigerung ihrer Militär kräfte kaum»och möglich erscheinen lassen dürste. Deutschland hat mit der Verösseutlichung der Formationsbestimmungen für die bayerische Armee diese seine neue Armeeorganisation abgeschlossen, durch welche sich ein allerdings erst binnen 12 Jahren zu erreichender erhöhter Kriegszustand seines Heeres von 1,700,000 Mann in Aussicht genommen findet..Italien ist mit Ansang dieses Jahres in eine Armee- Organisation eingetreten, in Folge welcher die italienische Streitmacht aus rund 800,000 Mann gesteigert werden soll. In England ist dem Parlament der Gesetzent- wurf zur Unterstellung der Miliz und der Feiwilligcn unter das Armee-Commando bereits vorgelegt worden, durch welchen, abgesehen von den wohl keinesfalls zum Felddienst verwendbaren Freiwilligen, die »nmittelbar verfügbare englische Kriegsmacht aus uuaesähr das Doppelte hres gegenwärtige» S'andes erhoben werden würde. Belgien beab- ichtigt coeiisalls noch in diesem Jahre einen neuen Armee-Organisations- entwurf seiner Bolksvertretnug zu unterbreiten. Sogar die Türkei ist in eine Organisation ihrer Streitkräfte eingetreten, wobei für diese eine iSUatiiavitti/'« feJA rtnf iTAA 1VY1'Wrtltn tn'ß Wii/to npfntol ift flftiifjfrtnh Steigerung bis auf 600,000 Mann ms Auge gesaßt ist. Rußland und Frankreich endlich bereiteten eine Armce-Organisation vor, durch welche die russischen Streitkräfte auf mindestens 1,300,000, und nach einer andere» Berechnung sogar aus 2,300,000 Mann und die französischen keinesfalls aus weniger als 2,400,000 bis 2, 6t», 000 Mann »ormirt werden solle». Selbstverständlich ist bei all' diesen Zahlen hier überall die volle Kriegsstärke der Armeen ins Auge gefaßt worden. Jusgesammt würde, wenn diese Organisationen und Organi- ationsentwürfe sich verwirklichen sollten, der Kriegsstand der sämml- lichen Staaten von Europa eine Höhe von 9,415,000 Mann erreichen. 1852 durste derselbe hingegen aus ungefähr 3,600,000 Mann ange- Bommen werden, wobei sich noch, wie bekannt, ein guter Theil der rnssischen, österreichischen, bundesstaatlich deutschen, italienische» und andere» kleinstaarlichen Streitkräfte nur aus dem Papier vorhanden befand. Speziell wurde die Kriegsstärke der europäischen Haupt- inächte in jenem Jahre zu solgeuden Ziffern angegeben: Deutsches Bundesheer, incl. 3 österreichischer und 3 preußischer Armee-Corps, 303,483 Mann; österreichische Armee, iucl. der Ersatz-Truppeu, des Trains uud der Grenzer-Regimenter, 592,845 Mann(jetzt ohne die ungarischen Honved-Truppen 1,063,000 Mann); Russische Armee, incl. der Kosackenheere, der abgesonderten Corps, Reserve- und Gani- sontruppen 1,157,589 Manu; französische Armee 566,739 Mann; englische 102,654Mann; vreußiche Armee, iucl. des zweilen Ausgebots der Landwehr 520,4" Mann. Es hat demnach binnen zwanzig Jahren bei einzelnen Staaten, soZPreußen und Frankreich, eine Ber- stärkuna der Streitkräfte um weit über das Doppelte bis nahezu das Dreifache jenes ftüheren Armeestandes, bei anderen, wie Oesterreich und Italien, bis nahezu 100 Prozent, und fast bei keinem größeren Staate eine solche von weniger als 50 Prozent stattgefunden. Wenn diejenigen, welche die großen stehenden Heere als sicherste Ge- währ des Friedens betrachten, im Rech» wären, so könnte man be- haupten, die Aera des ewigen Friedens sei angebrochen. Leider ist aber, ivie die Geschichte der letzten zwanzig Jahre es mit blutiger Schrift verzeichnet, das Exempel falsch und sind die Bajonnette und Kanonen eine Gefahr, nicht eine Gewähr für friedliche Entwicklung. „Eine fernere Steigerung der Militärkräfte ist kaum noch möglich" sagt die„Vossische". Das heißt: die Militärstaaten sind bis an die äußerste Grenze der Aufbietung ihrer Kräfte gelangt, und müssen an der langdauernden Anspannung der- selben mit der Zeit zu Grunde gehen, wenn nicht gar— was bei ihrer wechselseitigen Eifersucht wahrscheinlich— durch versuchte Uederschreitung dieser äußersten Grenzlinie die zu stark angeschwellte Militärblase noch vor der Zeit knallend aufplatzt. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Nr. 25 des„Vollsstaat" enthält eine Beschwerde der Leipziger Mitgliedschaft über unsere Äeschäftsführnng, die, vom Standpunkt der Lokalansicht aufgefaßt, vielleicht gerechlfertigt erscheinen mag, im All- gemeinen aber, von nachfolgenden Gestchtspnntten aufgefaßt, doch wohl in ivesentlich anderem Lichte erscheint. Was die NichtVeröffentlichung des Resultates der Abstimmung wegen El Höhimg des Krankengeides betrifft, so ist es, weil allseisig die «Stimmung dagegen war, unterblieben, um Schwierigkeiten und nnan» genehmen Weiterungen an Orten vorzubeugen, die trotz der Abstimmung durch öttliche Berhaltniffe gezwungen waren und noch sind, der Ab- stimmung entgegen zu handeln. Ei» Jrrthnm konnte überhaupt nicht daraus erwachsen, wenn stillschweigend die Sache beim Alten gelassen wurde, zumal so wie so es das Genihenste sein durste, die Regelung dieser Angelegenheit als eine lokale zu behandeln. Die Cirknlare betreffend ist zu bemerken, daß überhaupt nur von zwei Orten, und auch von da nur kaum Nennenswerthes eingesandt wurde, so daß auch überhaupt nichs von allgemeinem Interesse vor- lag, das Bedürfniß darnach, und der Nutzen derselben als ein sehr pr. blemaiischer erscheinen mußte, so daß dieselben also sehr gut unter- bleiben konnten. Jetzt liegt die Sache viel anders, eine günstige Ge- legenheit ist da, und ist der Ansang wieder gemacht worden. Was nun den Kongreß anbelangt, so ioä»e freilich nichts einfacher zn bewerlstelligen, als denselben spätesten« schon zu Pfingsten abzuhalten, wenn wir einfach nur auf uns Rücksicht nehmen wollte». Run liegt diese Frage doch etwas anders. Bekanntlich wurde von vornherein befürwortet, mit dem Parteikongreß einen allgemeinen Ge- iverkschaftskongreß abzuhalten, um endlich einmal eine mehr cinheit- »che Organisation in die Leitung der Gewerkschaften zu bringen. In erster Linie muß also eine oder mehrere Gewerkschaften den Termin ihrer Generalversammlungen ändern, um ein gemeinsames Abhalten derselben möglich zu machen. Ich muh nun gestehen, daß auch ich Anfangs gegen ein Zusammenhalten des Partei- und Gewerkschaften- longresses war, und zwar aus verschiedenen, noch anderen Gründen, als den schon besprochenen. Später schlug nach reiflicher Erwägung die Frage des Kostenpunktes, und der Competenzfrage zu Gunsten des Zusammenhalteiis aus, zumal noch andere, hier weiter zu rrwäh- nende Fragen in Betracht kamen. Nu» ist indeß die Sachlage mit emem Schlage eine! vollständig andere geworden. Der Gewerkschafts- kongreß muß in nächster Zeit, von den anderen Eongressen gesonderl, liattsinben, und käme es also jetzt darauf an, daß alle Gewerkschaften densetben gleichzeitig zur Abhaltung ihrer Generalversammlungen be- nützen. Die Regelung der inneren Angelegenheiten der einzelnen Gewerkschaften wird wahrschemiich nicht allzuviel Zeit in Anspruch neh- mm, so daß endlich die Gründung einer GewerkschastS-Union vor sich gehen köimtc. Ob es aber wohlgeihan ist, gcttennt von allen andern Gewerk- schaften, und zwar spätestens zu Pfingsten einen besonderen Kongreß unser Gewerlschaft abzuhalten, ist doch wohl zu bezweifeln, und da in andern Gewerkschaftm wahrscheinlich das gleich- Bedenkm obwaltet, sogar zu verneinen. Daß es aber so sehr einfach nicht ist, einen be- stimimen Beschluß darüber zu fassen, glaube ich in etwas angedeutet zu habe». Uebrigens hat der Ausschuß unserer Gewerkschaft auch bereits diese Frage in fast gleicher Weise besprochen, und sich in dem Vor- chlag geeinigt, einen gemeinschaftlichen GewerlschaftSkongreß entweder n Erfurt oder Leipzig zu empfehlen und, sollte ein wlcher mcht zu tan glichen sein, dann die General-Bersammlung unserer Gewerkschaft mit dem Parteikongreß zusammen abzuhalten. Ich hatte auch darüber eine Notiz zur Veröffentlichung eingesandt, doch scheint dieselbe in der Sturm- und Drangperiode ins Vergessen gerathen zu sein.') Th. Yorck. ') Uns ist von der fraglichen Notiz nichts bekannt. Red. d. B. Fnteruationale Metallarbeiterschaft. Nürnberg. Es liegen bis jetzl 7 Einlaufe vor, Betreffs Ab- halinng der Geaeralvers-mmlung zu Pfingsten, 4 sind für Leipzig und 3 für Dresden. Alle, bis auf Buckau uub Magdeburg, stimmen dahin überein, eine Generalversanimlung der Metallarbeiterschaft abzuhalten vor der definitiveu Gründung einer Unionsgeu crkschast, und auch Buckau- Magdeburg wird sein Vorhaben noch bis zum Spülherbsl verschieben, woselbst e« dann im Allgemeinen doch durchgeführt wird. Anträge, die noch gestellt werden sollten, mögen die Mitgliedschaf- ten gleich aa den„BolkSstaat" senden. Ferner möge des Geldpnnktes halber, um die Anträge nicht drucken zu müssen, jeder Delegirte die betreffenden„Volksstaate" mitbringen. Sollren binnen 8 Tagen leine Einsprachen erfolgen, so wird in Leipzig die Generalversammlung abgehalten, und ersuchen wir die Mitgliedschaft dortselbst, die»öthigen Vorkehrnngen zu treffen, und un« dieselben mitzutheilen." Für die Kontrolrommisfion M Setschab. Würzburg. Sämmtliche Arbeiter des Schneidergewerks, 300 Mann, haben die Arbeil eingestellt. Die Haltung der Arbeiter ist gut. Die Mehrzahl der Arbeiter ist verheiralhel. Zuzug sernznhatten. Da? Eomitee. Herbig, Bevollmächtigter. Negeusburg. Am 6. April hat sich hier ein Fachverein der Maler gebildet. Derselbe ersucht die verwandten Vereine anderer Städte um die Adressen ihrer Vorstände� H. I. Muiiftmanu, Schrifts. Die Erziehung und die Bibel- �Bon Frau AndrS Leo*). Aus dem Französischen übersetzt von E. B.) Stellen wir uns einen Blenschen vor, erzogen von seinen Eltern an einem einsamen Orte mit wenig Büchern, Vorzugs weise durch das Studium der Natur und der exacten Wissenschaften. Er weiß, wie der Regen enlstcht, woher der Donner komint, wie im Laufe der Jahrtausende die Erdoberfläche all- mälia ihre gegenwärtige Gestalt angenomineu hat, wie sehr viel- fältige Geschlechter von Pflanzen, Thieren und Menschen sie schon hervorgebracht hat, die verschwunden sind, um andern Platz zu machen. Er weiß, daß zwei und zwei vier ausmacht, nicht nur in der Arithmetik, sondern auch in allen andern Dingen — eine Wemuniß, die weniger ausgebreitet ist, als man meinen sollte. Endlich fühlt er sich, kennt er sich; er hat den anato- mischen und den moralischen Menschen studirt, er weiß, daß seine Glieder und seine Gedanken gleichmäßig der Uebung be- dürfen, der Abwechselung von Arbeit uno Erholung. Er em- pfindet das Bedürfniß, zu lieben und geliebt zu werden, er hat erkannt, daß ohne die Brüderlichkeit, welche die Gleichheit gebietet, es keinen Frieden unter den Menschen geben kann und ohne den Frieden kein Glück. Sein Wille, welcher das zu- sammengesetzte Ergcbniß seiner Bedürfnisse und Fähigkeiten, seiner Gefühle und seines Verstandes, kurz die Summe seines Wesens ist,- sein Wille, er fühlt es, ist eine heilige Sache und aus demselben Grunde der des Andern. Er muß frei sein, er will es sein. Die Vergewaltigung der menschlicher Person erscheint ihm ein Verbrechen. Dieser Mann nun werde plötzlich in die große Welt ver- setzt, nehmen wir an, unter möglichst günstigen Bedingungen, in ein republikanisches Land, und zum Führer möge er irgend einen Staatsrath haben, der durchdrungen ist von der Vor trefflichkcit der Einrichtungen und Anstalten, die unter seiner Aufsicht stehen. Anfangs verständigen sich diese beiden Männer ganz prächtig. Freiheit, Bürgerrechte, Volkssouverainetät, Ge- rechtigkeit, Brüderlichkeit, Ordnung, Wiflenschaft, Humanität— Alles kommt in ihrer Unterhaltung vor und kein Wort stößt auf Widerspruch. „Unser öffentlicher Unterricht ist der vorgeschrittenste in der Welt�, behauptet, sich die Hände reibend, der Herr Rath. „Wir haben ihm namentlich in der letzten Zeit unsere beson- dere Aufmerksamkeit zugewendet, wodurch er große Fortschritte gemacht hat. Wollen Sie sich durch de» Augenschein über- ' führen?" Sie wenden ihre Schritte einer Schule zu. Sie treten ein und stellen sich schweigend neben der Thüre einer der Klassen auf und hören zu. Jedes Kind sagt nach der Reihe eine Seite aus einein Buche her, welches es in die Hände des Lehrers gelegt hat. Schon murrt der Fremde. — Das ist schlecht, Auswendiglernen ist nicht Be- greifen. Bald aber traut er seinen Ohren kaum, denn der In- halt des Hergesagten ist eine Reihe der absurdesten Erzählun- gen und Maxime«, deren die eine immer abscheulicher ist als die andere. Da ist die Rede von der Schöpfung des Himmels und der Erde in sechs Tagen, eine Schöpfungsgeschichte und eine Physik, nicht allein eingebildet, sondern in förmlichem Widerspruch mit den wissenschaftlich festgestellten Thatsachen. Da finden wir eine noch schlechtere Moral: „Ich werde die Sünden der Väter rächen an den Kindern' bis ins dritte und vierte Glied.� Da wird die Wissenschaft als oberste Sünde betrachtet „Gott verbot Adam und Eva, von dieser Frucht zu essen, welche die Frucht des Baumes der Erkenntniß war, und für ihren Ungehorsam verdammte er sie zum Unglück, sie und ihre ganze Race." Da wird der wildeste Mord als Pflichtgebot aufge- stellt. „Und er ließ die Schärfe seines Schwertes empsinden alle lebenden Personen, Männer, Frauen und kleine Kinder, wie der Ewige, der Gott Israels, es befohlen hatte." Da wird das Mitleid als Verbrechen dargestellt und der ' Verrath als Tugend. Da wird die Sklaverei als göttliches Gesetz geweiht, die Frau zum Hausthier und zur Waare her- abgewürdigt; da wird die menschliche Vernunft in den engen Kreis des geschriebenen Gesetzes wie in eine Gefängnißzellc eingesperrt. Da wird der blinde Gehorsam, die Wegwerfung der eigenen Würde— die größte Jmmoralität, da sie alle übrigen nach sich ziehen kann— als höchste Tugend empfohlen. Der Fremde weiß nicht, ob er träumt. Er sieht seinen Führer an und entfernt sich rasch, dann kommt er in lebhas- ter Aufregung zu dem Staalsrathe zurück, welcher sich anschickt, ihm zu folgen, und ihm nachruft: — Wie, Sie gehen schon fort? — Schon! Sie haben mich in wenigen Minuten aus einer Welt der Gerechtigkeit in eine Welt der Narrheit und der Ätiederträchugkeu hinüberschreitcn• lassen. Was ist das? P5o sind wir? Welch eine seltsame Belehrung gebt Ihr der Jugend? Was, Ihr reicht ihr die Lüge dar anstatt der Wahr- heit! den Mord, die Ungerechtigkeit, die Gewaltthat! Ohne Zweifel, Ihr wollt Euern Kindern zeigen, welches die Kind- heit der Menschheit war. Aber was für eine entsetzliche Un- klugheit. Vertraut man heftige Gifte zerbrechlichen Gefäßen an? Seht Ihr denn nicht, daß, indem Ihr der jugendlichen Phantasie das empörende Bild der ursprünglichen Rohheit und Gewallthätigkeit vorhaltet, Ihr dieselbe für immer bestldelt? Bevor Ihr ihren Geist durch die Kenntniß der Wahrheit und ihr Herz durch die Ausübung der Gerechtigkeit gekräftigt habt, heißt es, ihr Herz verdrehen und ihren Verstand verwirren, wenn Ihr ihnen die Kenntniß des Bösen aufbürdet. Und ferner, davon abgesehen, wo blieb die Stimme des Lehrers, welche alle diese Jrrlhümer berichtigen und das Abscheuliche •) Frau Andrs Lö°, die brave Vertheidigerin der Commune, wird unseren Lesern vorn Lausanner Friedens- und Freiheiiskonzreß her bekannt sein, wo ihre Rede vom anwesenden Bourgcoispublilum aus das oöbelhaskjie unterbrochen ward. Obiger Aussatz ist durch die in der Schweiz herrschende»!. Schul- und Gejellschafts-Zustände her- vorgeruseu, gilt aber dem hohleu Form- Republikanismus über- Haupt. R. d. V. solcher Handlungen und solcher Vorschriften darlegen soll? Ich habe nichts davon vernommen. Alle diese Schändlichkeiten werden ohne Weiteres hergeschwatzt und man erwartet vergebens den Ausdruck des Widerwillens, den sie herausfordern. „Ich sehe," sagt der Herr Rath verlegen,„Sie sprechen von der biblischen Geschichte. Indessen haben wir soeben in dieser Beziehung ein vortreffliches Gesetz erlassen. Dieser Unter- richtsgegenstand ist nicht meh. obligatorisch; es ist also Niemand gezwungen, daran Theil zu nehmen. Leider treffen unsere Landessitten hierin jedoch eine a/.dere Entscheidung, denn es gibt nicht einen Familienvater, der seinem Kinde diesen Unter- richtszweig vorenthalten möchte. Der einzige Unterschied ist, daß die Einen den Lehrer in einem schwarzen Kleide, die Anderen ihn in einem weißen vorziehen. Nur hierin zeigt sich das Vor- lheilhafte der Freiheit."— — Bin ich denn also bei einem pÄlständig barbarischen oder unsinnigen Volke? Und doch schienen wir vorhin so gut mit- einander übereinzustimmen. Sie sagten mir, daß dieses ein republikanisches Land sei, wo jeder Bürger souverän und wo das Gesetz nur der Ausdruck des gemeinsamen Willelw ist. „So ist es." — Erklären Sic m'r denn doch aber, wie es möglich ist, daß der erste Unterricht, welchen die Kinder bei Euch erhalten, dieselben zur Ungerechtigkeit, zum Aberglauben, zur Gransam- teit anleitet? Wie! anstatt Euere zukünftigen Bürger in dein Verständniß und der Bethätigung der Freiheit zu üven, bürdet Ihr ihnen das Dogma des blinden Gehorsams auf? Da gibt es nur zwei denkbare Fälle, entweder Ihr seid die incon- sequentesten der Menschen, oder Ihr habt hier eine herrschende Klasse schlauer Schurken, welche, um zu herrschen, die Uebrigen verderben und verblenden.— Während der Herr Staalsrath ganz besangen sich in eine Erklärung seiner Politik verwickelt, kommt bei ihnen vorüber ein gebrechlicher schwaber Knabe von 12 Jahren, der das Gepäck eines starken, elegant gekleideten Mannes trägt. Männer inBlusen, schmutzig und zerrissen, nehmen ein mageres Mahl, auf der Erde sitzend nahe bei dein Rinnstein, welchen sie rei- »igen. Die Thüre eines kleinen erbäunlichen Hauses öffnet sich und eine in Lumpen gekleidete Frau tritt heraus, mit einem Kinde in ihren Armen. Sie streckt flehend und scheu die Hand nach den Vorübergehenden aus. Der Fremde sieht verachtungsvoll den Verivalter des re- publikanischen Staates an. „Ihr habt mich betrogen", sagt er.„Ich sehe jetzt die Wirkung Eurer öffentlichen Erziehung. Dieses ist keineswegs ein freies Land, sondern ein Land der Sklaverei. Derjenige, welcher bettelt, derjenige, den die Armuth zioingt zu der Arbeit eines Lastthieres von frühem-Morgen bis zur Nacht, vvn Dem kann man unmöglich behaupten, daß er ein freies Wesen sei und der Menschheit Rechte genieße. Er lebt, das ist äugen- scheinlich, unter der Herrschaft von Kasten und das stimmt voll- ständig zu Euerm Unterrichtssystem. Adieu." Dann kehrt er zurück in seine Einsamkeit, um daselbst seine Enttäuschung und seinen Abscheu vor der menschlichen Ge- sellschaft zu verbergen. Wenn die Familienväter, die sich Republikaner nennen, den Schleier der Gewohnheit, welcher ihr Auge bedeckt, entfernen wollten, so werden sie denken, wie der Einsiedler, und sie werden es nicht dulden, daß man ihre Kinder etwas Anderes lehrt als die Wissenschaft und die Wahrheit. Urthetle der Presse über dm Leipziger Hochverraths- Prozeß. (Fonsetzmig.) Wir haben die gefammte Deutsche Tagespresse durchforscht, und bis jetzt nur ein größeres Blatt gefunden, das die Sthne hat, den Prozeß und das Verdikt der Geschwor- neu zu billigen: die durch die Mitarbeiterschaft des Leipziger Ex-PostsekretairS Leonhardt genügend charakterisirle„Magdeb.Zei- tung". Die Lokalblätter, welche die Verlästerung des Sozialismus handwerksmäßig betreiben und durch keine Rücksichten der Ehre und des Anstandes gebunden sind, sehen sich, da sie Originalartikel nicht zu liefern vermögen, deshalb in vie trau- rize Nothwendigkeit versetzt, ihre Waare aus O est reich zu holen, wo zwei Zeitungen: die„Presse" und die„Lkeue Freie Presse"— die erstere, bedient von Hans Blum, die zweite durch Atticnskandale selbst in Wien berüchtigt, beide Bankge- sellschaften gehörig und das Geld nehmend, wo es zu finden — Artikel über den Prozeß veröffentlicht haben, zu deren Kennzeichnung wir blos bemerken, daß sie der Zeitungen, in denen sie stehen, würdig sind, und k>aß der eine von Hans Blum herrührt.— Wir fahren nun mit Veröffentlichung der Zeitungsur- theile fort: Der„Hamburgische Correspondent", das bekannte Organ der Bourgeoisie, macht in seiner Nummer vom 6. d., im Anschluß an einen Artikel über den Äankrout der Schwurgerichte in Rußland, folgende Bemerkungen: „Die Blüthezeit seiner Popularität dürfte das Institut der Schwurgerichte auch in Deutschland hinter sich haben. Der Glaube an die Unfehlbarkeit dieser Ausflüsse des Volksgewissens ist gerade in neuester Zeit vielfach erschüttert worden und zwar mit gut ein Grunde. Abgesehen von allem Uebrigen, stellen die sozialen Gegensätze, welche auch in Deutschland immer greller hervortreten und alle sonstigen in den Hintergrund zu drängen drohen, der Zukunft dieses Instituts ein wenig günstiges Horoscvp. 'Noch neuerdings ist in Veranlassung der zu Leipzig erfolgten Venirtheilung der Sozialistenführer Bebel und Liebknecht von zahlreichen Blättern, die nichts weniger als sozia- listenfreundlich sind, eingeräuint worden, daß das bezügliche Verdick mit dem Gegensatz zwischen den verschiedenen sozialen Klassen und Parteien in be- denklich engem Zusammenhange stehe, und schwerlich jeinals von rechtsgelehrten, staatlich bestellten Richtern gefällt worden wäre. Daß die sozialistischen Blätter den Geschwornengerichten längst den Krieg erklärt und wiederholt hervorgehoben haben, in poUtischen Prozessen sei bei rechtsgelehrten Richtern auf größere Unbefangenheit zu rechnen, als bei„Bourgeois", versteht sich von selbst und verdient immer- hin Beachtung."— Das kvnservative„Bielefelder Wochenblatt" schreibt unterm 8. März: „ Die Beweise, die bis jetzt gegen die Angeklagten vorgebracht ivurden, sind n.h unserer Meinung nicht glücklich gewählt ivorden; hatte man den Prozeß einmal angestrengt, so wäre es doch klüger gewesen, nur dasjenige Material herbei- zuschaffen, das>v irklich in unmittelbarein Zusammenhange»nit den Angeklagten steht, und nicht Schriftstücke herbeizuziehen, für die als von Dritten an Dritte gerichtet, die Angeklagten die Verantwortung entschieden ablehnen durften. Es ist doch»virklich nicht möglich, die Qualität durch die Masse zu ersetzen, und der ohnehin schon vage criminalistische Begriff der„Vorberei- tungshandlungen"»vird augenscheinlich dadurch nicht präcisirt, wenn man eine Menge von Handlungen nachweist; denn viele Handlungen vor einein Verbrechen sind der Quantität wegen keine Vorbereitungshandlungen. „Wegen der politischen Wirkung, die der Prozeß voraus- sichtlich haben wird, nehmen wir keinen Anstand, zu erklären, vaß der Verlauf dieses Proeesses in uns die Ueberzeugung ge- stärkt hat, er»väre grade im Interesse staatlicher Sicherheit besser unterblieben. Wir haben die sozialistischen Agitatio- nen bei unfern deutschen Arbeitern bisher stets für schadlos gehalten,»veil»vir die gesunden und einflußreichen Elemente unter ihnen nicht gering schätzten und dieselben für allzu in- telligent hielten, als daß»vir sie für Liebkilecht-Bebel'sck'e Phrasen zugänglich glaubten. Wir meinen auch, daß diese einseitigen Eleinenie durch die Bloßlegung all der Mittel, mit denen die drei Sozialisten agitirten, in ihrer Abneigung gegen sie nur gefestigt werden dürften. Wie aber steht es»nit denen, die jene Einsicht nicht besitzen? Ihnen sind jetzt jene Phrasen»nit einer Umständlichkeit und Feierlichkeit, in einer Breite und Menge vergeworfen, wie nie zuvor: durch ofsizielle, in allen Blättern des Landes verbreitete Berichte werden ihnen Worte und Lehren an die Hand gegeben, die sie bisher nur selten und kurz gehört hatten. Sie»verden auch, wenn die Aiige- klagten vcrurtheilt werden sollten, dieselben für politische Mär- tyrer halten, und bei ihnen wird darum jener Haß und jene Unzufriedenheit»nit dem Staate vergrößert werden, die allerdings sie früher vdcr später zu„Vorbereitungshandlungen zuin Hochverrath" verleiten können.— Der Tilsiter„Bürger-»nld Bauernsreund" schreibt: „Ein Tendenzprozeß der schliminstcn Sorte, einivür- diges Seitenstück jener Procednren, die unter dein Rainen Cölner Commumstenprozeß, Ladendorfscher Prozeß, Rostocker Hochver- rathsprozeß bekannt und»vahrtich keine Zierden der deutschen Geschichte sind, hat soeben»nit dein Schuldig der Geschworenen seinen vorläufigen Abschluß gefunden. Bebel und Liebknecht sind wegen Vorbereitungen zum Hochoerrathe zu je 2 Jahre» Festung vcrurtheilt worden „Der zweite Versuch ist also gelungen. In Braunschweig, bei dem dortigen Sozialistenprozeß, fanden sich Richter, welche die Amnuthung mit Abscheu und Eutrüstuiig von sich wiesen, über Ideen zu richteil. Zum Verbrechen des vorbereitenden Hoch- verraths gehören Thatsachen. Ueber Ideen zu richten, sei nicht Sache des Richters, es sei Sache des Gesetzgebers, diese Ideen zu bekämpfen. „Das Leipziger Schivurgericht krankte nicht an so ver« alteten Nechtsbegriffen. Es verurtheilte die Träger der Ideen, und glaubt, damit der Idee selbst einen Schlag beigebracht zu haben. „,,Jn seinem tendenziösen Charakter," so schreibt die „Franks. Ztg."„erscheint der Prozeß wie ein Racheakt der Bourgeoisie, der die Bebel und Liebknecht im Namen des Pro- letariats den Krieg angesagt haben, erscheint er wie ein Mittel, uin unbequeme oder gefährliche Gegner mundtodt zu machen und hinter Schloß li»d Riegel zu bringen." „Wir schließen uns diesem Ausspruche an. Und doch glau- ben wir nicht zu irren, wenn wir hinter dem Leipziger Prozeß noch etwas Anderes sehen. Was that der Mann des 2. De- zember, als er dem französischen Volke die Freiheit stahl? Er hüllte sich in den Mantel des Gesellschaftsrctters; das Ge« speiist der rothen Revolution mußte seinen Zwecken dienen. Und so scheint uns der Leipziger Sozialdemokratenprozeß der erste Schlag gegen die Freiheit zu sein, das Vorspiel iin Kamps der Reaktion gegen das innere Düppel, die Demokrat«, zu sein. Die Sozialdemokraten, der eine Flügel der demokratischen Partei, werden heute getroffen. Auch uns gilt der Schlag. Darum wachet!"— �(Fotsetzung folgt.) Wo bleibe«»usere Soldaten! Der Gefieite Gütting vom 2. Nassauischen Infanterie- Regiment Nr. 88 hatte den ganzen Feldzug mitgemacht und war auch während seiner ganzen Dienstzeit nie bestraft worden. Nach dem Friedenschluß lag derselbe mit seinem Regiment zu Lagn y und wollte eines Tages einen andren Soldaten auS seinem Orte, Namens Küster, besuchen(Gürting ist nämlich aus Rittershausen in Amte Dillenburg gebürtig). Gütting war betrunken und trat in ein anderes Haus, worin sich 3 Soldatm ini Quartier befanden, nämlich 2 Unteroffiziere, Namens Sohl und v. Trümbach, sowie der Gemeine Lindemann, und frug nach Küster, worauf ihm die Antwort wurde, Küster liege nicht dort. h x.\ Da die Quartiergeber Waschleute waren und sich mehrere Wasch- und Bügelmädchen in der Stube anwesend fanden, suchte sich der bettunkene Gütting mit denselben zu neckm, worauf der Unteroffizier Sohl aus Gütting zuttat mit der Weisung, das Zimmer zu oerlassen und sich fortzuscheren. Gütting, hiermit nicht einverstanden, wollte nicht fort, worauf Sohl denselben am Arm saßte, um ihn hinaus zu führen; Gütting stieß hierauf Sohl auf die Brust, daß ihm die Mütze abfiel, weßhalb Sohl und Lindemann den Gütting faßten unb ihn die Treppe hinab« warfen und dann das Zimmer schloffen. Unterossizier v. Trüm« bach war inzwischen nach der Wache gelaufen, uin die Patrouille zu holen. Der mißhandelte Gütting hatte sich inzwischen auf« gerafft und wollte in das verschlossene Ziminer und gebrauchte sogar seinen Säbel, woiuit er wider die Thür schlug, konnte solche aber nicht öffnm, und es ereilte ihn dort die Patrouille, welche ihn mitnahm. Gütting wurde in Folge dieses Vergehens zum Tode vcrurtheilt, jedoch aus Antrag des Kriegsgerichts wegen Trun« kenheit vom Kaiser zu lebenslänglicher Festungshaft„begnadigt". Die Eltern Güttings wurden von dem Allem lange nichts ge- wahr und glaubten ihren Sohn todl— bis ihnen durch Kameraden ihres Sohnes ei» Anderes mitgetheilt wurde. I Zur Aabrikanteu-Coalitio». Als Ergänzungsstück zu dein verunglückten Berliner Fobrikantencoalitions- Projekt— dessen in No. 6 d. Bl. Er- ivähming geschehen— erhalten wir nachstehendes Aktenstück zum Abdruck: Der Allgemeine I nd u strie- Verband, zu welchem die„Materialien" jüngst zur Verbreitung gelangte», ist in Folge letzteren Umstandes nach Forni und Inhalt Gegenstand viel- stitiger Erwägung und sachverständiger Erörterung geworden. Wenn auch der Grundgedanke der„Materialien' in seiner allge- meinen Gestali unverändert geblieben, so hat derselbe im Einzelnen doch Modificationen erfahren, welche als schätzbares Resultat lechn- scher Prüfung wohl nicht nur der Ausführung des gemeinnützigen Werkes, sondern auch dessen Wirkungen zu wesentlichem Nutzen gereichen werden. 1) Gewerbliche Seite: Der Charakter des Allgemeinen Industrie- Verbandes wird in der Hauptsache derjenige einer Verstcherung sein. — Gegenstand der Versicherung bilden die Arbeitseinstellungen. � Die Gesellschaft liefert dem Versicherungsnehmer Arbeiter oder hält ihn bis zu einer gewissen Hohe schadlos. Die Verstcherung wird nicht nur dem Industriellen im engeren Sinne, sondern auch jedem Gewerbtreibenden gewährt. Die Beitrags-Klassen werden durch die Zahl der versicherten Arbeiter und durch ven Grad der Ersetzbarkeit derselben bestimmt. \ 2) Der„Allgemeine Industrie-Verband" beruht auf der Gegen- !l settigkeil sämmtlicher Versicherten. 3) Neben der Vesticherung her geht die in den„Materialien" erwähnte Auskunftsthätizkeit(Engagements, Stellennachweis, Zeug- nisse) sowie die Verniittelung der Versicherung von Arbeitern gegen Unfälle. 4) Sociale Seite: Unterstützungsfond für Arbeiter; Wochen- blatt; gesellige Vereine; Roth und Hülse. 5) Präventiv-Schutz.— Thäligkeit: Warnung vor drohenden Arbeitseinstellungen. Beobachtung der so cialistischen Bewe- gung und ihrer Agitatoren.— Als ungefährer Durchschnittssatz der zu zahlenden Jahres-Prämie darf bei nur annähernd entsprechender Betheiligung der Betrag von HO—IS Sgr. pro Arbeiter angenommen werden. Das Statut des Verbandes� ist nach den aufgestellten Gesichtspunkten entioorfen und wird den Staatsbehörden zur Genehmigung vorgelegt werden, sobald die Voraussetzung einer ausreichenden Betheiligung seitens der In- dustriellen und Gewerbtreibenden durch vorläufige Willäußerung der- selben gerechtfertigt erscheint. Es wird deshalb um eine Zusendung fvlcher Aeußerungen, eventuell um di, Unterzeichnung der zu diesem Zwecke etwa vorzulegenden Listen im Interesse des Ganze» dringend gebeten. Dresden im Februar l872. Vorbereitungskommission für den Allgemeinen Indusirie-Verband. Im Auftrage für Sachsen: Krauz Berg, Rentier. Struvestraße 27, II. Wir haben früher unsere Ansicht dahin ausgesprochen, daß jenes Berliner Projekt nicht soivohl aus die Ausbeutung der Arbeiter als der Fabrikanten hinausläuft. Der Umstand, daß das Projekt zu Wasser geworden, scheint zu beweisen, daß die Fabrikanten im Allgeineinen derselben Ansicht gewesen sind. In Dresden hat es aber doch Einen gegeben, der auf den Leim gegangen ist— einen Rentier, der etwas Produktives zu thun nicht nöthig hat, und dem man das Amüsement der Agi- tation sür den Allgemeinen Industrie- Verband gönnen kann. Parteigenosseul An die Vertrauensmänner und sonstige bekannte Adressen wurden Zirkulare versandt, die wir Euch bitten recht zahl- reich mit Euren Unterschriften zu versehen. Ihr beweist dadurch, daß Euch die Verurtheilung unserer Freunde Liebknecht nnd Bebel nicht entmuthigt, iin Gegentheile, daß Ihr hinter den Männern steht, die mit Entschlossenheit das Panier der Sozialdemokratie hoch gehalten, daß die Reaktion trotz aller ihr zu Gebote stehenden Gewalt ohnmächtig ist, die Idee und die Prinzipien des Sozialismus zu vernichten. Mitglieder der Partei wie Fremide der Arbeitersache, welche Unterschriften sammeln wollen, und nicht schon ein Zirkular in Händen haben, werben ersucht, ihre Adresse an die Elpedition des„Voltsstaat" einzusenden, die das Weitere besor- gen wird. Die Sozialdemokraten Leipzig» und Umgegend. Au» Mainz. Unsere Notiz in Nr. 25 bezüglich der Mißhand- lung eines allen Herrn von Seiten einiger Mitglieder des Vereins «Siegeskranz" ist doch richtig, obwohl der Vorsitzende jenes Vereins die Keckheit halte, in Nr. 28 b. Bl. unseren Korrespondenten zu demen- tiren. Herr Birnbaum, welcher uns jenes Dementi zusandte, ist selbst >n der Behausung des Mißhandelte» gewesen— wie Letzlerer uns mit- lheilt— und hat ihm nicht blas im Namen seiner Gesellschaft Abbitte geleistet, sondern ihn auch beschworen, die Sache auf sich beruhen zu lassen. Mainz.(Schluß aus voriger Numnier.) Unsere Vereinbarung mit Herrn Bembö lautet: „Zwischen der Schreiner-Union und dem Unterzeichneten hat folgende Uebereinkunft stattgefunden, welche bei den Möbelschreinern in seiner Fabrik init dem 1. April d. I. in Kraft treten soll. 1) Zehnstündige Arbeitszeit täglich. 2) Lohnerhöhung von 20% auf den Normalarbetts preis, nach beifolgender näher detaillirter Aufstellung,(Tarif) und Taglohn. 3) Für Arbeiter, die jeder Zeit einer beliebigen Form und Complikationunterworfen werdenkönnen, und sür die dadurch ein 2ö%iger Aufschlag ohne Erfolg wäre, ja sogar eine Mehr- arbeit von unberechenbaren Prozenten zur Folge haben könnte, wird eine wöchentliche Abschlagszahlung von 9 Pf. als Minimum für den Arbeiter beantragt, wonach der Akkordpreis oder Tagelohn zu bemessen ist. 4) Diese 9 Pf. pro Woche sind von jedem Arbeiter, der sie nach 2ö%igein Aufschlag verdient hat, zu beanspruchen. 5) Tagelöhne müssen jede Woche ausgezahlt werden, der Mehrertrag für Stückarbeit sofort auf des Arbeiters Verlangen nach geschehener Lieferung. (5) Der Arbeitgeber hat den Betrag für Holzschneidelohn auf der Maschine ganz zu tragen und dem Arbeiter hierfür nichts in Abzug zu bringen. 7) Bei Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit fällt selbst- redend jede Feierabendarbeit sowie Sonntagsarbeit hinweg, und fft für dieselbe, wenn sie vom Arbeitgeber als ein Geschäftsbedürsniß gefordert wird, 33'/, Prozent des Ver- dienstes, per stunde berechnet, extra zu vergüten. 8) Die Arbeitszeit dauert im Somnier von 7— 12 Mittags, und von 1—6 Uhr Abends; im Winter von 8— 12 Mittags und von 1—7 Uhr Abends. So geschehen und in zwei gleichlautenden Exemplaren ausgefer- "gt und unterzeichnet. Mainz den 25. März 1861.(Folgt Unterschrift und Stempel.) r'iB. 666 Arbeiter sind gewillt, diese, weil bescheidene Forderung mit größten Energie durchzusetzen, und zwar mit allen gesetzlichen �'ttteln. Aber Ihr, Arbeiter allerwärts, seid auch Ihr gewillt, Ju untersiützep, wie es Mainz bis jetzt in jedem ähnlichen Falle Selyan hat 7 Em großer Theil dieser Arbeiter ist verheirathet, der s-juartalumzug und die Quartalmiethe zu Ostern hat Alles erschöpft, aver aufzuschieben ist nichts mehr. Wir sind zwar organisirt haben eine Kasse, aber alleS dieses'"...... sine Kasse, Wir wird sind nicht hinreichen für und diese eröffnet wird, behalten wir uns der Vorsicht halber vor, und sobald er begonnen hat, werden Sie als Hilfstruppe das Signal erhalten. Weil die Union permanent ist und aus Fortbestand gegründet ist, also fähig ist, Pflichten zu übernehmen, ersuchen wir alle Freunde und Bereine, die über ein disponibles Vermögen zu verfügen haben, der Union leihweise eine summe zur Verfügung zu stellen; mit der größten Dankbarkeit wird sie dieselbe in der kürzesten Zeit zurück- zuerstatten bereit unbjähig sein. Die Strikekommission der Schreiner-Union. XL. Die Namen des Bureau's zur Vermittelnng des Korre- spondenz werden am 1. Tage des Strikes mitgetheilt werden. Mainz. Obwohl die localen Angelegenheiten einzelner Orte im Allgemeinen die Leser des„Volkssiäat" sehr wenig oder gar nicht in- teressiren können, so dürfen doch nachstehende Zeilen, die gicichzeitig ein Streiflicht auf den herrschenden Nationalliberalismus werfen, einigen Anspruch auf Beachtung haben. Wie genüglich bekannt, haben unsere Nationalliberalen bei den letzte» Gemeinderathswahlen dadurch den Sieg errungen, daß sie die Lüge ausbreiteten,„daß nur sie allein im Stande wären, die„Stadt- erweilemng"(unter Stadterweiterung versteht man hier das weitere Hinaustragen des Festungsgürtels) zur Ausführung zu bringen," weil sie„gut beim Fürst Bismarck angeschrieben wärm". Wer die Woh- nungsverhältnisse von Mainz kennt, wird begreifen, was das Wort „Siadterweiterung" für einen Ungeheuern Einfluß auf die ganze Bür- gerschast ausübt. Wie sieht es aber heute mit dieser Angelegenheit aus? Die Stadterweiterungsfrage, die den Herren Nationalliberalen zu ihren Sitzen auf die kurulischen Stühle verhals, ist vollständig in die Brüche gefallen! Und wodurch? Grade durch die Nachlässigkeit des natwualliberalen Bürgermeisters und Gemeinderaths; Papiere, die auf die Sladlerweiterung Bezug hatten uud die— nach der eigenen Aus- sage des Bürgermeisters Racke— im Juli nach Berlm verlangt wurden, konnten, da Herr Bürgermeister(wieder nach eigener Aussage) wegen„Begrüßung uud Bewirthung" der zurückkehrenden Truppen uuo sonstiger wichtigen Geschäfte, keine Zeit übrig hatte, erst im November, wo bereits der Bundesrath abschlägig beschieden halte, dahin gesandt werden. Also der„Empfang von Truppen" ist bei ttatioiialliberale» Stadt- räthen wichtiger, als eine Angelegenheit, von der die Existenz von mehr als der Hälfte der Bürgerschaft abhängt!! Was thut man nun, um das Versäumte nachzuholen? Erstens: man wirft einen Vorschlag, den der Ausschuß der Sozialdemokraten, um der Wohnuugsnolh wenigstens etwas zu steuern, machte,(eigentlich der einzig mögliche) ruhig in den Papierkorb und sagt:„Wem'S hier.nicht gefällt, der kann fortziehen." Zweiten«: man.erläßt einen Utas, in welchem den Besitzern der wenigen Bauplätze, die noch hier sind, angekünvigt wird, daß sie nicht höher als zwei Stockwerke und nicht ohne„Balkon" bauen dürfen. Erwähnt zu werden verdienten noch die andere» wichtigen Geschäfte, die der Herr Bürgermeister hat; nämlich: er reist aus„Städtetagc" um- her und bemüht sich, daß ein Wahlgesetz mit Census eingesührt wird. „Mit Census" das heißt: ein Wahlgesetz, nach welchem die Unbemit- leiten, also die Mehrzahl der Bürger, nicht wählen dürfen.(E« könnle sonst einmal ein Sozialdemokrat gewählt werden.) Und das ist eine Partei, die die Dreistigkeit hat, sich„liberal" zu nenne»! München, Zeil 7. April. Am 4. April wurde auch hier in Müll- chcn wieder eiiieSchneidcrversammlu ngzum Zwecke einer Vereini- gung der Gehilfen und Kleinmeister genannten Faches abgehalten. Nachdem der erste Vorsitzende Herr Sch n ei d e r, Parteimilglied, in Kurzem über die Bedeulsamkeit sowie chie Nothwendigleit einer solchen Vereinigung gesprochen hatte, um endlich den Großmeistern, besonders aber den Confectionären gegenüber einig und mächtig zu werden, wurde die Form derselben berarhen, und als eine solche entweder der Anschluß an den allg. deutschen Schneiderverein oder die Gründung eines Fachvereines vorgeschlagen. Hierauf sprachen die Herren: Bauer sür den Fachverein, Huther für den Anschluß an den Arbelterschafts-Berband unter dem Präsidium Otto Kappelns in Berlm, und Gerstmeir sür deli allgemeinen deul- scheu Schneiderverein. Es wurde daran über die genannten drei Formen abgestimmt und der erste Antrag mit allen gegen 4 Stimme» angenommen. An- schließend daran wurde nun ein Co mite von 11 Mann, bestehend aus Arbeitern und Kleinmeistern, zur Ausarbeiiung der Statuten gebildet. Weiterer Bericht wird nach der Constitmrüng folgen. Karl Wilhelm, Schriftsührer. Mähr. Tchönebcrg.(Wie die Bourgeoisie die Bildung der Arbeiter besörtert.) Wir ersuchten in einer Bittschrift unser» Gemeindeiath um Ueberlassung eines S chn lz imm ers zur Abhaltung von Vorträgen, erhielten aber einen abschlägigen Bescheid,„weil die Schulbänke in schlechtem Zustande sind und daher noch eher zu Grunde gingen." Die Beuttheilung überlassen wir der össentlichen Meinung. t Der Arbeterbildungsve rein. Apolda. Am 22. März feierte die Bourgeoisie den Geburtstag des Kaisers. Um die Feier wirklich in Scene zu setzen, wurde schon 14 Tage zuvor eine Versammlung einberufen, zu der alle gut deutsch Gefilmten eingeladen wurden; ein Komitee ward gewählt, Berathungen wurden geflogen, und einige Tage vor dem Geburtstag wurde durch ein Programm der Bürgerschaft eine großartige Festlichkeit in Aussicht gestellt; mit Böllerfchießen am Morgen sollte das Fest beginnen, um 16 Uhr Läuten mit allen Glocke«, Nachmittag« Aufzug des Kriegervereins, der Büchsen- und Armbrustschützen, der Turnerseuerwehr, der vereinigten Sänger, zu welchem Aufzuge auch die sämmtliche Bürger- Ichaft angelegentlichst eingeladen wurde. Damit sich auch Jedermann velheiligen könne, wurden die Fabriken geschlossen. Das Tageblatt verössentlichte ein vom Festkomitee an den Kaiser gerichtetes Telegramm, dessen Inhalt ungefähr aus dem Niveau aller sonstig bekannten Schweis- wedeleien stand. Ein böses Anzeichen bemerkten wir schon am Morgen,— die Stadt war kümmerlich beflaggt, die Arbeiterviertel flagglen gar nicht; noch mehr wurden die Herren Festfanatiker aber gelauscht, als am Nachmittage der Zug beginnen sollte, aber sich weder Arbeiter noch Klein- bürger betheiligle»,. so daß sich die Herreu selbst schämten, dem Zuge zu folgen; ja nicht einmal die Hülste der Krieger war vertreten, Schützen waren in geringer Anzahl betheiligt und die vereinigten Sänger, die sonst einige hundert Mann zahle», waren in Folge der zu geringen Betheiligung ihrer Mitglieder nicht im Stande, einen Gesang auszn-' führen. An jenem Abend ist verschiedentlich ausgesprochen worden, die So- zialdemokraten seien schuld, daß sich Niemand am Zuge betheiligte; wir hatte» nämlich eine össeutliche Ntitgliederversammlung einberufen, und als Tagesordnung: 1)„Rückblick aus die Preußische Königsfamilie", und 2)„Bericht über den Hochverrathsproxeß" gesetzt. Daß betresjs des erste» Punktes auch von unserer Seite des Levens und der Thaien des Kaisers sehr eingebend gedacht wurde, daß wir aber auch nicht umhin konnten, einen Vergleich zu zeichen zwischen dem Knechtssinn der Bourgeoisie, wie er sich i» dem Telegramm ausspricht, und dem graden männlichen Auftreten unserer angeklagten Parreigenossen, können wir offen bekennen. So endete der für uns bedeutungsvolle Tag; wir sahen, wie unsere Mitbürger fich von dem Kriegstrnbel erholt hatten, und wie sie in solch nüchlernem Zustande handelten; unsere Prinzipien gewinnen immer mehr Raum, ganz vorzüglich hat der Hochverralhsprozeß ge- wirkt, und der„Volk«staat" wird wohl, wenn e« so sort gehl, bis Ende dieses Jahres seine 56 Abonnenten hier erlangen. I. Dorn. Kurth im März. Der Besitzer de«„Nürnberger Anzeigers",«in Nürnberger Bändelslrämer, spielt hie und da noch den„Demokraten"- und desavouirt sogar unter vier Augen dem oder jenem Freunde ge- gegenüber seinen nationalliberalisirmden Chefredakteur, einen Dr. Ft e g l er, den ächten Typus eines deutschen Professors. Nun scheint aber Herr Bauer— so heißt der Besitzer de«„Anzeigers"— doch von seinen noch mehr nach Istcks jchletenden Freunden arge Borwürfe erhalten zu haben, und Bauer imll wieder Demokrat werden. Zu diesem Behufe hat er in mehrere-eitungen ein Inserat einrücken lassen:„Ein deinokratischer Redakteur gesucht; Osserten an den int«- Masse". Flegler wird demnach gegangen werden, und h/r"-'"- ■"'äffe, wenn der Kampf ernst wird und mst Ausdauer geführt werden»aiionaten Moste". Flegler wiro oemnach gegangen werden, und sein soll. Daher richten wir jetzt schon die Bitte: bereiten sie sich auf demokratischer Nachfolger soll vollständige Redaktwns-Freiheit erhalten. ewe durchgreifende Unterstützung vor, den Tag, an dem die Schlacht| So wenigstens sagt jetzt obengenannter Bauer. Zu wünsche« wäre es, daß er einmal zu der Einsicht käme, daß er weder von De mokratie, noch weniger von Joumalistik Etwa? verstehe. Der zu er- nennende Chefredakteur soll erst dann ernaimt werden, wenn die De- mokraten von Nürnberg imd Fürth ihre Zustimmung ertheilt haben. An den hiesigen„Volksverein" hat belobter Bauer sogar die Anfrage erichtet, wie sich dessen Mitglieder zu dem Eisenacher Programm m Zukunft stellen wollten. Und als er erfuhr, daß sich diese anschickten, auch den§. 16 so nach nnd nach in ihr Programm herubergletten zu lassen, da sprach er:„Nun, so sei's denn; wenn's sein muß, werde ich auch wieder Sozialdemokrat." Bergrath. Bei dem Eschweiler Kohlen-Bergwerk isteinneuer Direktor an des verstorbenen Bergmeisters Bauer Stelle getreten; der Mann strebt einen„Knappenverein zur Hebung des Bergmanns" a», dabei auch einen Konsumverein, um die Bergleute von den sozialisti- schen Ideen abzuhalten. Die Geistlichkeit hat hier einen christlich- sozialen Verein gegründet und daneben hat man ein ihm entsprechendes Sonntagsblatt. Anhänger der Sozialdemokratie dürfen fich hier nicht mucksen, sonst ist ihre Existenz gefährdet. Pölzig, den 26. März, Sonntag den 17. März hielten wir eine Volksversammlung ab, in welcher Herr Simon aus Chemnitz reserirt. Anwesend waren ungefähr 566 Personen. Die Tagesordnung bildete: 1) Die Arbeiterbewegung und die Statistik. 2) Die Lösung der Arbeiterfrage durch die preußische Re- gierung. Als Motto diente der Sprch Lincolns: „Ihr sollt nicht Knechte noch Herren seilt, Denn Alle sind zur Freiheit geboren." Mit Beredtsamkeit führte Referent seinen 3 Stunden langen Vor- trag aus, wobei er alle Mängel des gegenwärtigen Regieruugs- systenis und des Gesellschaftszustandes, sowie die Mittel zu deren Ab- Hilfe erörterte. Viele sagen:„Wenn doch öfters so ein Redner herkäme; es ist schöner und zweckmäßiger, als wenn man in die Kirche geht." — Zu wünschen wäre es auch, damit wir endlich aus der Misere un- serer Verhältnisse herauskommen. Mit sozial-demokratischem Gruß Traugott Atscher, Vorstand. Meeraue. Vergangenen Sonnabend tagte hier eine massenhaft besuchte Volksversammlung; 2666 Menschen waren ganz bestimmt am Platze. Tagesordnung ivar; I.Der Hochverrathsprozcß z» Leipzig« 2. Der sächsische Landtag und der 26 Ngr.-Censns für die Gemeinde- wählen. Bezüglich des ersten Punktes wurden die Nürnberger Reso- lutionen einstimmig angenommen. Betreffs Punkt 2 stellte Mo st, der als Referent erschienen wor, folgenden Antrag, der ebenfalls einstimmige Annahme fand: In Erwägung, daß das Gesetz der neuen Geiiieindewahlordmiiig, wie es seitens des sächsischen Landtags beschlossen wurde, und wodurch nur Solche, die 26 Ngr. direkte Stenern zahlen, berechtigt sein sollen, das Bürgerrecht in den Gemeinden Sacksens zu erwerben, eine Hint- ansetzung der arbeitenden Klassen ist, invem dieselben dadurch mn ihr Gemeindewahlrecht gebracht werden, protcstirt die Versammlung ent- schieden gegen dieses Gesetz und verlangt dessen Wiederaufhebung. R 0 tl l U s. Gestern tagte hier eine gut besuchte Bolksversaminluna, welche ans Antrag Most's, der das Referat übernommen hatte, die Chemnitzer Resolution bezüglich des Leipziger Hochverrathsprozesses einstimmig annahm. Leipzig. Zum Schnciderstrite. Menschenhandel. Di« verbündeten 25 Meister hatten in voriger Woche ihr Koalitions-Mit- glied Krause, Markt 17, nach Prag geschickt, um von dort böh- mische Arbeiter zu engagiren. Als wir hier Kunde davon erlangten, wandten wir uns sofort telegraphisch und brieflich warnend nach Prag. Zum Theil wurden unsere Mahnungen beachtet, zum Theil gelangten sie nicht an das richtige Ohr. Einige Dutzend böhmischer Arbeiter ließen sich denn auch von Herrn Krause bethören, der ihnen vorredete, der Stritc in Leipzig sei schon zu Ende, und die For- derungen bewilligt. Völlig arglos gingen zunächst 24 Böhmen i» diese Falle und begaben sich, nachdem Herr Krause einige Auslagen für sie gemacht, auf die Reise nach Leipzig. Sonntag Abend 5'/, Uhr kamen sie hier auf dem Dresdener Bahnhof an, wo ihrer 22 Meister, z u m T h e> l in i t'i h i e ihb essercnHälften bewaffnet, harrten. Die Anwe- senheit des schönen Geschlechts hinderte indeß Herrn Krause nicht, et» Strikekomitee-Mitglied(Böhme), welches sich an die dupirten, böh- mischen Aiiköinnillnge, seine Landleute, heraiidrängte nnd sie daraus ausmerksnm inachle, daß sie verkaust und verrathcn seien, in äußerst roher Weise anzufahren nnd seine Jnvektiven bis an die äußerste Grenze, welcher die thätlichen Insulten folgen, zu treiben. AdenoS waren einige der Herren Meister mit ihren durch schändlichen Betrug in ihre Arme gelockten Fremden in der Tscheckenkneipc, allwo sich auch einige stcikende tschechische Schneider einfanden. Mit einem derselbe» aerieth Herr Krause abermals in Wortwechsel, der seitens dieses Herrn mit dem Angebot von Ohrfeigen und den für seine Bildung ebenso bezeichneiiden Worten geschlossen wurde:„Ihr Hunde, diesen Strike sollt Ihr nicht gewimienjl"(Zeugen für diesen Vorfall, der dem Gericht übergeben wird, stehen zur Disposition). Einige von de» Ankömmlingen wurde» von den Meistern, einige von den Strikeiiden mit nach Hause zum Uebernachten mitgenommen. Am andern Tage erst sahen die Fremden, wie sie von Herrn Krause getäuscht worden waren. Derselbe hatte ihnen nämlich eine» Lohn versprochen, der noch über die Forderungen der Strikenden hm- ausging, z. B. für einen Frack, für den man hier sonst 3%— 4'/, Thlr.( nur bei Zieger 5Thlr.) bezahlte,.7— 3 Thlr. Diese trügerische» Versprechungen mußte Herr Krause auch machen, weil sonst Niemand angebissen hätte; denn in Prag sind die Schneiderlöhne höher al« hier; für einen Frack z. B. bezahlt'man dort 9—16 Gulden.— Die Getäuschten wollten nn» aber auch— selbst wenn man ihnen die in Prag versprocheiien Löhne gewähre— nicht hierbleiben, um die Strikenden nicht ans deni Felde zu jage». Sie ivaren im höchsten Grade erbittert, daß man ihnen vorgelogen, der Strike sei zu Ende. Wie nun aber wrtgeheil ohne Geld imd ohne LegitimationS- Papiere? Letztere hatte nämlich»och Herr Krause bei sich, und wollte er sie nur»ach Rlickerftattung seiner Auslagen herausgeben. Da ließen ihm die Leute die Papiere auf dem Hals und gingen, nachdem der allezeit gegen leidende Mitbrüder hilfreiche Buchdrucker- verein dem Stikekomitee nach Kräften ausgeholfen, von dannen. Herr Krause und Genossen, denen die Prager Agitation ca. 800 Thlr. gekostet, haben nun das Zusehen, nnd alle Welt wird ihnen, dir sich nicht scheuten, arme Familienvater ins Unglück zu stürzen, indem sie dieselben überredeten, ihre verhältnißinäßig bessere Stellung in Prag zu verlassen und hierhier zu kommen,— alle Welt wird ihnen zum Schaden den Spott nock gönnen.— Die außerdem»och in Prag Engagirten werden hoffentlich dem Beispiel ihrer Landsleute bereitwillig Folge leisten. Nun, Kollegen auswärts, haltet nur weiter den Zuzug ab; un- sere Sache steh! gut und lange kann die Entscheidung nicht mehr auf sich warten lassen. Fürth, 6. April. Bei uns gilt es,»nnnterbrochen z« kämpfen, um imfern einflußreichen Gegnern, den Fortschrittlern, Schritt sür Schritt Boden abzugewinnen, aber auch die Regierung sucht uns Hindernisse in den Weg zu werfen. In Rro. 16 de«„Votkstaat" habe ich mitgetheilt, daß man von Oben verlangt, Götz müsse bestraft wer- den, weil er in einer Volksversammlung zu freiwilligen Beiträgen behufs Deckimg der Kosten aufforderte. Götz wurde vom Einzelrichter freigesprochen. Der Staatsanwaltsvertreter hat wirklich, seiner Drohung gemäß, die Berufung an dai Bezirksgericht ergriffen, Götz wurde auch hier, Dank'der ausgezeichneten Vertheidigung des Herrn Kronachcr, freigesprochen und hat nun der Staatsanwalt am Fürther Bezirksgericht, Herr Gebhardt, die Nichtigkeitsbeschwerde aege» das freisprechende Urlheil eingereicht, und müssen wir den Entscheid abwarten. Am Ostermontag fand in Erlangen eine Versammlung statt, in welcher Maier und Löwenstein von hier sprachen, der Erfolg war die Gründung einer Mitgliedschaft. Die Arbester der Stern'schen Bnntpapiersabrik stnd ebenfalls zusammengetreten und haben beschlossen, in Gemeinschaft mit den Arbeiterinnen, nächtlen Montag d. 3. eine Versammlung behufs. Lohnerhöhung um 25% und Reduktion der Arbeitszeit, abzuhalten. Djc Arbeiter sind entschlossen, nöthigensall« die Arbeit iiiederzulegen; ihr Lohn ist erbärmlich, er beträgt im Durchschnitt sür»iSniiliche Ar Rita nicht 3 Schir., für weibliche 1 Thlr. 20 Gr. JnGchwaan jivifcn die Zimmer ersBorsitzender des Strike-Komit�S ist F. Vunke), in Lennep 120 mechanische Tuchweber der Fabrik Wilhelmsthal, in Mannheim die Schneider(Adresse des Strike-Komits's Breig, H. 1 3.), in Lüneburg die Maurer(Vorsitzender des Strike-Komits's ist H. Lobe stein, Manrerherberge.) Ein Tischlerstrite in Heide ist siegreich beendet; ebenso ein Schneiderstrikc in Osnabrück(Forderung 20 Prozent Lohnerhöhung) nach 8lägiger Dauer. Die Zimmerer in Cöthen er- langten ihre Fotderungcn ohne Strikc. In Lüneburg striken die Haartuchweber, in Hamburg steht ein Strike der Former in Aussicht, — Auch die Hirsch-Duncker'sche Organisation laborirt augenblicklich an Strikes,— der beste Weg, um die„Harmonie"-Theo> ie satt zu bekoim schoben worden; nun, dieser Vorgang befremdet uus nicht, ihr Herr und Meister Schulze Delitzsch macht es ja auch so.— In unserer nächsten Versammlung wollte der Herr Polizeiwacht- meist« Rüdt unser» Parteigenossen Werner verhaften, weil er gesagt, ..die Polizei ist die Handlangerin des Staatsanwaltes". Dies kommt daher, weil unsere Polizeidiener nicht geistig besähigt sind, solche Versammlungen zu überwachen. Jeder, der etwas vorliest oder irgend einen Vortrag hält, hat das Vergnügen, am nächsten Tag einen Besuch von dem Hrn. Polizei- Wachtmeister zu erhalten, welcher dann heimlich dem Prinzipal die gransame Mordgeschichte entdeckt, daß sein Arbeit« Sozialdemokrat ist, daß in jenen Versammlungen auf die Prinzipale geschimpft würde Dies wird so lange fortgesetzt, bis der Prinzipal die Lause- meiit So strile» die Schneider in Königsberg, die Eigarrenar- rei der Polizei satt hat und seinen Arbeiter entläßt, wie bereits schon beiter in Potsdam; in Aussicht steht ein Sinke des Berliner Orts- Vereins der Marmorarbeiter und der Steinmetzen. Frankreich. Seit ein« Woche sind die Zimmerlente und Maurer m Castres im Strike; in Nancy seit dem 25. März alle Bauhandwerker. Wie». Hier striken die Arbeiter der Lampen- und Laternen- Fabrik von I, Meiner— Forderung 1) 20% Lohnerhöhung; 2) 50% für Ueberstunden; 3) 50 Kr. Bauzulage pro Tag—, die Wagnerge- Hilfen und»och etwa 60 von den Formslechern. Jtalte». Vom 17. bis 20 März tagte in Bologna ein Eon- greß des Bezirksbundes, ans welchem die Delegirten von 13 Städten und mehrere Delegirte von nicht zum Bezirksbund gehörigen Städten anwesend waren. Der Kongreß beschloß, auf den Mai einen aljlgemeinen italienischen Kongreß zu berufen behufs Grün- verschiedene Fälle passirt sind Nun ist es nicht nur die Polizei, welche die Parteimitglieder im Auge haben inüssen, sondern der Bevollmächtigte des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins betreibt auch ein sauberes Handwerk. Als Kölsch aus Offenbach bei uns Versammlung abhielt, sprach derselbe über die Arbeiterbewegung der Neuzeit, wobei er natürlich auch aus den Allgem. Deutschen Arbeiter-Verein zu sprechen kam. Da trat He« Leuckert auf und sagte, Kölsch solle direkt erklären, wie es anders als auf dem gesetzliche» Wege möglich sei, den freien Bolksstaat zu sckaffen, aber keinen Umweg machenz dabei rieb er sich freudig die Hände und lachte dem anwesenden Polizisten ins Gesicht, vor Freude, demselben die Bahn, Grund zum Verhaften zu sindeu, geöffnet zu haben. Denn du Kn/pp'gardfft, welcher schon berühmt durch seine Ans- wiegelung beim«luttgarler Congreß war, meinte, Kölsch solle sasten, dung eines Ärbeiterbundes als italienischen Zweigs der Internationalen.!»durch eine blutige Revolution", dann hätte unser Polizeiwachtmelster _ oa � �„..i.i-a c,_____ r.____ i u tu* n..._*■» v___ I hpit pinripftcfft. — Aus Ravenna erhielt der Kongreß am' 18. März, als dem Jahrestag der Pariser Kommune, ein dieselbe feierndes, sinniges! Telegramm. In Siena und Parma sind neue Seitionen der Jnrel nationale entstanden. den Redner Kölsch eingesteckt. Dresden, d. 10. April. Der Strikeder Tischergesrllrn dauer in voller Stärke fort, wird immer allgemeiner und droht hartnäckig zu werden. Eine Vereinigung mit den Arbeitgebern wird von diesen init aller Schroffheit des Zunstzopss zurückgewiesen; sie bestehen auf Tvanieu. I» Reils hat sich eine gemischte Gewerkschast kon> Annahme der Arbeitskarten, trotzdem von den Gehilfen eine viel bis stituirt; ebenso in Sons. Manresa und Lerida; griffen sind solche in San Martin undTarrasa. rjrike in Palma dauert fort; daselbst haben auch in Bildung be- - Der G l a s e v die Holzsäger sede Eontrvlle, nur aus Gegenseitigkeit und Gleichberechtigung gegründet, geboten wird. Hauptsächlich wird dabei die moralische Comrolle mit in Betracht gezogen. Wir werden einen harten Kampf kämpfen; jedoch und nach 4 Tagen nur gegen Kasse aber blieb beschlagnahmt. Holland. Der,.Werker" berichtet, daß in circa 20 Städten die Arbeiter der verschiedensten Branchen ohne Strike eine Lohnerhöhung erlangt haben. Fürth. Die S ch n e i d e r haben sich 25% Lohnerhöhung erkämpft, Maurer und Zimmerleute den lOstündigen Arbeitstag mit 12% Lohnerhöhung;— nur die Lohnbewegung der Metall» hläger nahm mit« der Leitung einiger Nationailiberalen und Hirsch. unckerffchen. einen jämmerlichen Verlauf. AlshNachspiel davon kann ein« Stadtgi'richtsverhandluug, am Mittwoch den 3. April in Nürn- berg, gelten. Unser Parteigenosse Heini. Maier ist den„liberalen" Bürgervereinlern dahier in Folge seines Austretens längst ein Dorn im Auge. Von einer Anzahl derselben,(Seeling, Lägel, Gotlinger w.) zu denen sich ein Exdemokrat, Benz, gesellte,(sämmtlich Metallschläger) �„ wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß Mai« nirgends mehr Arbeil! Beitrag erhalte. Maier bekam davon Wind, und richtete ein ossenes Schreiben unter der Adresse:„Seeling" an dieses Konsortium, worin er ihre Handlungsweise als„infam" bezeichnete. Seeling trat gegen Maier klagbar auf in Nürirbng. Obwohl daselbst der Wahrheitsbeweis der Jnttiguen erbracht wurde, ist unser Parteigenosse zu 2 Tagen Hast sowie zur Tragung»er Kosten verurtheilt worden; Berufnng ist er- griffen.— Am Montag d. 1. April hatten wir eine sehr besuchte Volks- Versammlung mit der Tagesordnung: ,,Das Urthcil über Bebel- Liebknecht vor dem Richterstuhl der Geschichte," worüber M e m mi n g c r in seiner gewohnten kurzen aber scharfe» und treffenden Weise referirie/ Blas brachte eine Resolution ein, dahin lautend:„die Versammlung verdammt daSUrtheil der Geschwornen, sie eiklärt sich solidarisch mit Bebel und Liebknecht" Die Resolution wurde unter allgemeinem Beifall einstimmig an- genommen. Die bürgerliche Demokratie bot uns die Hand zum ge- ■ meinschaftlichen Zusammengehen; wir erklärten durch Beschluß einer lehr zahlreich besuchten Parteiversammlung, einzuschlagen, wenn von derselben daS Eiseiiacher Programm in allen Punkten angenommen wird. Antwort müssen wir noch abwarten. Die Parteigenossen in Fürth thun nach Kräften ihre Schuldigkeit und«freut sich auch ihr Bemühen eines sichtlichen Erfolges. Die Gegner sind sehr erbost darüber, jedoch zu se»g und unfähig und aus zu schlechtem Boden stehend,«greifen sie das uuchrliche Mittel persönlicher Verläumdung Bei Gelegenheit des Chemnitzer Strikes sammelte Maier und brachte einmal I Thlr. 20 Gr., bei verschiedenen Gelegenheiten noch 7 Thlr. 6 Gr. zusammen, worunter auch 4 st. und circa 24 Kr. aus d« Ziegelffchen Fabrik; es wurde spezifizirte Quittung verlangt, was aber von de» Chemnitzern unterblieb. Dies benutzen die Gegner und sagen(natürlich hinterrücks, damit man sie nicht fassen kann), Maier hätte das Geld obiger Fabrik unterschlagen; eS wäre dringend wünjchens- werlh, daß die Chemnitzer nachsähen und den Posten noch- mals und zwar einzeln quirtirten, um 1) den Gegnern den Mund zu stopfen und 2) Sammlungen zu ähnlichen Zwecken zu erleichtern. EtUttgart. Die Früchte des siegreichen Jahres 1870/71 lerne» auch wir Schwaben immer besser genießen, alle Lebensmittel werden theurer und der Lohn bleibt auf derselben Höhe, die Wohnungsnoth wird immer mehr und mehr sichtbar und die Steigerung der Mieth« von Quartal zu Quartal empfindlicher. Nu», das lhut nichts, dafür haben wir auch einen Preußischen General, der 20,000 Thlr GeHall erhält und unsere Soldaten dürfiii ja auch Mützen ohne Schild tragen — daS ist genug Fortschritt, dafür darf man schon sein Gut und Blut geopfert haben. Doch nun zu dem sozial-demokratischen Verein.': Ueber denselben ist seit circa 12 Wochen ein sanfter Stieb er- scher Regen herabgeträufelt; vor etwa 12 Wochen, wo die Mitglieder in das Bereinslokal kamen, wurde uns von dem Besitzer desselben die Nachricht, daß er sei» Lokal nicht mehr hergebe; auf unsere Frage, warum? bekamen wir keine Antwort, doch wir sollten es bald gewähr worden, denn der große, dicke Polizeiwachtin eist« steckte von Zeil zu sein niedliches Köpfchen zur Thür berein, ob wir nicht bald gehen würden. Als wir uns zum Fortgehen bereit machten, da trat end- sich der behäbige Wachmeister herein und sagte:„Gute Nacht, müssen sich ein wärmeres Zimmer suchen, hier ist's zu kalt" und freute sich dabei göttlich, uns um unser Lokal gebracht zu haben. Wir wußten diesen Abend zu verwenden und gingen in den Arbeiter- biidungsvereiii: dort war öffentlicher Vortrag angemeldet über das neue Militärgesctz. Denselben hielt Herr Gemeinderarh Stieckel; N sprach über das viele Gute, welches dieses Gesetz enthielt, einjährige Dienstzeit u. s. w., worüber die guten Fo. tbildungsvereinler ganz entzückt waren; sie freuten sich über ein so freisinniges Gesetz, sprachen auch dem Gemeinderath ihren besten Dank für seinen Vortrag aus. Jetzt begann die Debatte; unser Parteimitglied Werner meldete sich sofort zum Wort, erhielt eS auch gleich, weil man nicht wußte, daß er Sozial-Demokrat war; derselbe erklärte in längerer Rede, daß das Militär nicht nur gegen den äußeren, sondern vielmehr gegen den iunern Feind gerichtet sei u. s. w. Da hatte er in«in Wespennest gestochen— und die Forlschrittler riefen: Es ist kein Mitglied vom Verein, darf nicht reden u. s. w. Es wurde abgestimmt und uns ward da« Wort entzogen. Jetzt fiel man aber über uns her: eine schlechtere und ungebildetere Partei konnte nicht eristireil als wir, aber alles daS erst, nachdem wir nicht mehr sprechen durften. Hieraus reichten wir einen schriftlichen Protest ein, in weichem wir sie aussorderte», eine öffentliche Arbeilerversamm- lung abzuhalte», in der wir unsere Prinzipien gegenseitig vettreten wollten und wo wir die Beschimpfungen, welche uns von jenen zu Theil geworden, widerlegen könnten. Aber die Herren luden nur unser Pcttteilnitglied Werner ein zu einer Btngiledn-Versammlung, was wir natürlich nicht acceptirten, und ist somit(die Sache auf die Seite ge- Manöver i» blauen Dunst, Arbeiter. Wir werden siegen, wenn wir»icht verlassen sieh»! Wir bitten alle arbeitersreundiichen Blätter. so wie alle Eollegen und Freunde, das Ihr« zu thun! Säinintliche Arbeiter Dresdens sehen auf uns; es ist der erste groß e Sinke, der hier ausgebrochen. Vor zedein Zuzug wird gewarntl Da« ständige Comitee Arnold, Bors. Alle Briese und Sendungen sind zu adressircn: An da« ständige Comitee, Palmstiaßraße 15.(Deutsche Halle.) Eszlmgen. Hier wird seit längerer Zeit sehr stark agilirt. Be- weis: wir haben 100„Volksstaat"-Abonnenten(also mehr als Berlin. Red. d. V.) und davon iO aus dem Lande. Die Mehrzahl der Ge- wertjchaslSmitgiieder gehört auch dem sozialdemokratischen Verein an und die nicht unbeträchtlichen AgitationStoflen werden durch freiwillige qeoecki. Zur Gewinnung»on Abonnenten für unser Partei- organ haben wir 1000 Aufrufe verbreitet und jeden Sonntag werden von hier aus Agilationsreisen nach der Umgegend(einige Stunden weit) gemacht. Am Qsterm.'iiiag z. B. begab sich ein Theil der agi- tatorijchen Parteigenossen nach End elf irr ge» bei Böblingen, der andere nach Göppingen und am 7 April waren wir in Plenin- gen bei Hoheim. Dieie Agitationsrcise» waren alle von auSgezeichne- rem Erfolg, die Bandweber waren von einigen Stunden weit zu Hun derten gekommen.— Möge überall so agitirt rverden, wie hier! Der Bertraliensmann, __ Ä. Kiivlneck. Aufruf au alle Mauusattur-, Fabrik- und Hand- arbeiter'. VffliNgeu. Ii»„Bolksstaat" Nr. 20 haben wir dargelegt, in wel- che» Verhältnissen wir stehen; wir habe» gezeigt, daß es unmöglich ist, bei solchen Löhnen noch länger zu exi stire»; der Zeitpunkt ist nun ge- kommen, wo wir für unsere Rechte ganz enischieoen eiilstehen müssen, es ist in Aussicht gestellt, in nächster Zeit unsere Forderung geltend zu machen, welche darin besteht: 10 stündige Acbeiszeit und Erhöh- ung des Lohnes um 25 Prozent. Eollegen! Ihr Alle wißt, daß unsere Forderung eine nur zu gerechte ist, Ihr wißt, daß unsere Lage seit Jahren eine vollständig zerrüttete ist, darum richten wir an Euch die brüdcrliche Bitte, einzustehen fü, uns und den Zuzug fern zu hallen. Das Komitee. biö. Alle arbeitersrellndtichen Blätter werden uin Abdruck des Vorstehenden gebeten. westphältfchen Mitglieder der sozial- demokratischen Arn An die rhttiiischeu und_____ akratischen Arbeiter-Partei Parteigenossen l Lange Hai es den Anschein gehabt, als solle die Arbeiter- Bewegung, die einst so mächtig in unser» Provinzen empor- blühte, aber, wie detannt, durch Jnlrrguen aller Art in ihrer Eilt- wickluug gehemmt wurde, niemals wieder hier emporkomme». Die Arbeiter Rheinlands vorzüglich, anstatt gemeinfani vorzu- gehen, bekämpsen sich gegenseitig; manches gute Mitglied zog sich in Folge der sortwährendeu Wirren in's Stilleben zurück. Jedoch die Zeiten haben sich geändert, und mit ihnen auch die Gesinimngen der Menschen. Wenn wir annehmen, daß in Rheinland und Westphalen in 30—40 Orten der„Volksstaat" gelesen wird, so»lüsseil wir u»S sagen, daß wir, wenn auch langsam, so doch bedeulend vorwärts gekommen sind,— ein Beweis, daß man trotz aller Machinationen nicht im Stande ist, den gesunden Geist des Volks zu unterdrücken. Wir Uilterzeichneien sind nun der Ansich', daß es an der Zeit wäre, eine großartige Agitation zu beginnen. Zu diesem Zwecke müssen wir eine» Rheinisch-Westphälijchen Arbeitertag einberusen, wo wir unsere Kräfte zählen und ein feste- gemeinsames Band um uns schließen können. Wir inüssen uns ein Beispiel au den sächsischen Parteigenossen nehmen; auch dort war einstmals Hader und Zwie- jvalt, anch dort hat mau den Kampf nothwendig gehabt, und die sächsischen Parleigeuosseu haben ihre Schuldigkeit gethan und günstige Resullate sind erzietl worden. Wohlan denn, Parteigenossen, scheuen anch wir den Kampf nicht, und Ihr, die Ihr bald die Hoffnung verlöten, noch einmal tretet her- vor und nehmt mit uns gemeinsam die Agiiation aus. Die Industrie entfaltet sich in Rheiniand-Westphalen immer groß- artiger und, u enn irgendwo die Agitation uvihwendig ist, so ist es hier. Die Parteigenossen anvecer Provinzen werden uns unterstützen und hierauf, so wie aus unsere Kraft gestützt, beginnen wir nur mit Muth.— Elbersetd und Neviges, den 9. April. Im Austrage mehc rer Parteigenossen: Richard Schmelzer. Friedr. Obermann. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Leipzig. Wir überweisen der Kontrollkommission hiermit den Artikel in Nr. 25 des„Volksstaat", welcher von uns veröffentlicht wurde, zur Eiiisicht, indem wir uns nicht einer Adresse an die«om- Mlssio» erinnern können; bitten jedoch dieselbe, ihre Adresse gefälligst im„Volksstaat" bekannt zu machen. I.«. B. Schräder. Für Leipzig. Internationale Metailardeiterschafl. Montag 15. April Abends 8 Uhr. Sitzung im Arbeiterbildungs' verein, Ritlerstraß« 43(bei Schatz/. Ta geso> dnu ng: Vortrag über Geivertschasts-Organisatlon— Aufnahme»euer Mitglieder. Filr Leipzig. versammluug der Eektiou der Böttcher. Sonnabend Abend 8 Uhr.«ternwartenstraße 18. Böttcher. Herberge. Bersammluug der Tektio» der Glaser. Sonnabend Abend 8 Uhr in d« Restauration von Mosflg, Gerberstraße.____ Für Leipzig." svozial-deniokratischer Arbeiter-Verein. Freitag den 12. d. Abends 8 Uhr im Leipziger Saal. Tagesordnung: Sozial-potitischer Wochenbericht. Referent: Finl jr. Die Jnstititulion der Geschwornengerichte, Ref.: Liebknecht. Gäste willkommen. ______________ Der Vorstand. Für Hambarg. Sozial-deinorr»lischer Arbeiterverein. Versammlung. am Montag den 15. April, Abends 9 Uhr in Eberhahn's Clublokal, Zeughausmarkt 31. Tagesordnun g: 1) Sozial-politischcr Wochenbericht. 2) Die Sitikes in Hamburg. Gäste haben Zutrat.__ Die Mitglieder der sammeln sich regelnicißic zur Stadt Kreuznach" i _ August Geib. Frauksurt a/M. soztalvemokratischeu Arl/uic.pnttri veralle Mo n tage Abends 9 Uhr im„Gasthaus Sominikanergasse 10(12) d Für München. Eine Filial- Expedition des„Volksstaat" befindet sich auch für daS II. Quarlai 1872 wie bisher in meinem Laden in der Kreuzgasse und nehme ich Abonnements fürs 1. Quartal und auch Monatabonnements eiltgegen, auch sind einzelne Nninmeril bei mit zu haben. Altschäfsl, Uhrmacher. Cassel den 4.«pril ArbettSeiuftellnng der Sattlergehüffen der Mititüressekten-Kabrik von Mi 11 und feschen. 150 Mann, 60 bereits abgereist, die übrigen reisen bis zum Eonnabend ab. Vor Zuzug wirv streng gewarnt. Alle arbeiterfteundlichen Blätter w«>d.n um Notiznahme des Vorstehenden ersucht. Brtcskäftenl der Redaktion: Büttner in Z.: glaube den Inhalt Ihres Schreibens sehr gein, immerhin aber ist es besser, die Angelegenheit durch den Ausschuß, dem ich auch diesen Brief geschickt habe, zu regeln, als durch das Blatt.— Fürth. Die von Ihnen vermißte Etklärung Ihres Komitees bezüglich Mottelers Ansichten über die Gewerkschafts- Union befindet sich wohl in Nr. 17 d. Bl. Seite 2, Spalte 3.— Eine andere Erklärung ist mir nicht bekannt. der Expedition: Rbm. in Paris: Abonnem. beträgt für 2. Quartal mit Porto 2 Thlr. 23 Gr., f. 1. Quartal 1 Thlr. 5 Gr.; Bahn, in Gablenz s. Schrift 1 Thlr. 20 Gr.; Sch. in Klagensurt: habe Ihnen die 2 Exempl. gesandt; 1 Thlr 11 Gr. richtig erh.; K. in Weimar 2 Thlr f. Schrift.; Renger in Leipa 1 Thlr. 9 Gr. erh.; E. Sauertg. in Gotha f. Abonn. l. Quartal 18 Thlr. 3 Gr. 3 Pf. die übrigen Exempl. franko zurücksenden; Metallarbgew. Zwickau f. Annan. 4 Gr.; Dorn in Apolda 3 Thlr. 20 Gr. f. Ab.; W. Hock in Regensburg f. Schrift 3 Thlr.; Sorge in Hoboken: habe am 20. Feb. Schriften an Sie abgesandt.; R. in Leipa 1 Thlr. 9 Gr. erh.; Walz in Kassel f. Schrift. 2 Thlr. erh.; Frdldr. in Berlin 2 Thlr. f. Schrift. Guggbrg. in Knittelfeld 16 Gr. erh.; Falk in Köln f. Abon. 1. Quartal 25 Thlr. erh.; Th. W. in Kassel: die Tagwacht ist im Zcituiigskatalog cingetraaen unt« Nr. 2968 und erscheint in Neu- Münster, wird aber in Zürich bestellt. Von Js. T. in Post 22 Gr. erh.; Mätzold in Wickershein: Wollen Sie sich wegen der Karten direkt an den Ausschuß wenden, ich habe solche»icht. B. in Ossen- dach f. Annon. 3 Gr.; Zilg in Dresden: Ihr Schristchen ist um V, Är. mindestens zu theuer, um einen Absatz erzielen zu können. Franz in Zürich: die Photogr. haben eine Preissteigerung«fahren und ist Dir der Dutzendpreis berechnet und inacht 2 Thlr. 26 Gr. Da noch 2 Parteigenossen Liederbücher Herausgaben, so ist an den von Dir gewünschten Absatz nicht zu denken. 2. Thüriuger Laudesversammluug i» Apolda. Gleichzeitig inu Dem am 21. April stattfindenden„Arbeiterfesl" soll die zweite LandeSvcrsainmluiig der sozial-demokralischen Ar- beiterpartei für Thüringen abgehalten worden. Alle Parteigenosseil Thüringens werden hindurch eingeladen, Del« girte zu dieser Veriammluilg zu schicken, die init�cinein Mandat ihrer Austraggeber versehe» sein müssen. Die LandeSversaininlung beginnt Sonnabeild den 20. April Mittags 12 Uhr und wird Sonntag den 21. April früh 8 Uhr fortgesetzt. Die vorläufige Tagesordnung ist: Rechrnschastöbericht. Die Presse und das literarische Unteruehuien. Die«ewerkschaftsuntoil Agtration t» Thiiriusten Für Quartieie werden die Parteigenossen in Apotva sorgen. Qrle, die eigene Delegirte nicht schicken können, mögen bis zum 19, April an den Unterzeichneten Mandate mit Angabe der Zahl der Auftraggeber einsenden. Weimar Im Austrage ___________________ C lilettcl, jun. Lorläufige Nachricht! Innerhalb spätestens 3 Wochen erscheint vom Unterzeichneten, zu beziehen durch die Erpedition des„Bolksstaat": Gedichte und Lieder sreisiniliger, besonders sozialdemokratischer Tendenz.(68Sei- ten.) Mit einem Anhang: Auszüge aus internationalen, schweizerischen und deutschen Prinzipienaufstillungen der Sozialdemokratie.— Preis Sgr., in Parthieen per Dutzend 1 Thlr. 12 Sgr. In Bezug auf Obiges allen Einsendern von Beiträgen bundesbrüderlichen Dank und die Bitte um Nachsicht, wenn nicht Alles zur Verwendung kommrn tonnte; vielleicht wird eine Forisetzu ng möglich sein. Techniker F..... in München: erhalten; Ihre Adresse wäre mir in obiger Sache erwünscht, da aus wiederholte Briese unter den Mün- che»« Parteigenossen sich Niemand zu finden scheint,»er eine Antwort für passend hielte. Hoüingen b. Züiich, Thalstr. 18._ I. Franz� Inserate für den Katalog o« im Mai d. z. in Wien stattr findenden Arbeiter-Jndustrie-AuSstellnnng werden nur meh- bis 20. d. M. entgegen genommen. Oer Katalog erscheint vorläufig in ein« Anstage von 10,000 Ereniplaren. Preise inklusive Stempelgebühr: Erste Seite nach dem Katalog st. 30 ö. W. Letzte Seite l/llmschlag'eite) Eine ganze Seile.... halbe„..... ,, drittel....... « viertel„..... „ achtel„..... Die Erpedilion d. Blattes erklärt sich Inseraten bereit. 30 n 2b ff 13.. 9 " 7" /t b ,, zur Uedermittelung von Die Filialexpeditionen, welche fürs 1. Quartal noch im Näckstande find, werden erfucht, Geld nnd Abrechnung sofort einzusenden. Die Expedition des„Loltsftaat."__ epner(Redaktion». Expeditton Leipzig: Verantw. Redakteur A. Hoheftr. 4.) Druck u. Serlag v. F. Thiele.