So. 43 ANttwoch, SS. Mai. Erscheint wöchentlich 2 mal >» Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstallen und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Fiu Leipzig nehmen Bestellungen an: die Erpedition, Hohe Str. 4. «.Bebel, Petersstr. 18, F. Thiel«, Emilienftr. 2. «lbonnementsprrtö: Für Preußen incl. Stempel- «euer 17 Sgr., für die übrigen deutschen Staaten i2>/, Ngr. «er Quartal, per Monat 4'/, Ngr, für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13Ngr. liilialcrpedition wr die Ber- einiglen Staaten: K. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der sozial-demokrattschen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. An die Parteigeuoffe». Mit dem 1. Juni beginnt ein neues Monatsabonne- inent. Wir ersuchen die Parteigenossen, diese erleichterte Ge- legenheit, das Parteiorgan mehr und mehr zu verbreiten, ener- gisch wahrzunehmen und für Beschaffung neuer Abonnenten zu wirkeu. Steigt das Abonnement des Blattes auch täglich, so unterliegt es doch kcincin Zweifel, daß an sehr vielen, nament- lich größeren Orten die Parteigenossen weit mehr für das Blatt thun könnten, als wirklich geschieht. Keine Sitzung, keine Versammlung darf vorübergehen, ohne daß zur Propaganda für das Blatt aufgefordert worden wäre. Gegen Ende Juni wird die Abonnentenliste veröffentlicht, da werden wir sehen, wer seine Schuldigkeit gethan, wer nicht. Die Filialen nehmen Monatsabonnemenls gleichfalls an. A« die Parteigenosse«. Um einerseits die Kontrolle zu erleichtern, andrerseits un- nütze Schreibereien zu ersparen, ist die Spedition angewiesen, a l l e Einnahmen für Schriften, Photographien, Annon- c e n,„V o l ks st aat"- Gelder der Filialen, Unterstützungen für den„VolkLstaat", politisch Gemaßregelte u. s.w. regelmäßig im Parteiorgan zu veröffentlichen. Beschwerden über unregelmäßige oder verzögerte Expedition sind an Hrn. Hadlich, Ritterstraße 43, 2 Tr. zu richten. Die Verwaltungskomission. Leipzig, dm 21. Mai 1872. Zur Erinnerung an die letzten Maitage 1871. Hört ihr's wimmern aus der Erde? Hört ihr's dröhnen durch die Lüste? Stürzt die Welt in Rauch undFlammen? Oeffnen Gräber sich und Grüfte, Bleiche Schreckgestalten speiend, rauchgeschwärzte blut'ge Leichen, Die geballt zu wüstem Knäuel, noch die starre Hand sich reichen? Wehe! Wehe! Daß die Sonne diesem Tag voll Nacht und Grauen Ihres Auges Strahl geliehen. Daß sie leuchtend kam zu schauen, Wie ein Volk in heil'gem Kampfe für die höchsten Menschen- rechte Sich verblutet, eine Beute grausam feiger Henkersknechte, Die im Solde ihres Kaisers, für der Soldateska Ehre Erst sich schlugen, und geschlagen von dem bessern deutschen Heere, Heimgekehrt, die Schmach zu rächen, nun im Namen der Gesetze Ihre eignen Brüder morden— eine wilde Menschenhetze! Kannibalen sind's der Wüste, deren Säbel klirrend fallen Auf der Weiber nackte Köpfe, in der Kinder schuldlos Lallen; Kannibalen sind's der Ordnung, großgesäugt in unserer Mitte, Ans der Brust die Ehrenkreuze, Wächter strammer Zucht und Sitte, Die entmenscht, wie Bestien Doüthend, ihren Durst im Blute kühlen Wehrlos hingestreckter Feinde, deren Leib sie noch zerwühlen Mit den mörderischen Schüssen, wenn der Leib im Blut, dem rothen, Schon erstarrte, und verhallt ist längst der letzte Fluch des Todten. Doch ob auch der Fluch verhallet, sortgetragen von den Lüften, Grollt sein Echo durch die Erde, todesröchelnd aus den Grüften, Die von Kalk ein Lailich decket, nasses Feuer, das sich zischend Ueber seinen Opfern schließet, Tod und Leben schrecklich mischend. Dieses Echo pflanzt sich weiter; aus der Erde Eingeweiden Ringt sich's loS und schreit nach Rache, Rache fort durch alle Zeiten; Mütter singen'S ihren Kindern, eine neue Marseillaise, Dumpf wie Geisterchor erhebt sich's von dem alten la Chaise. 'Nicht umsonst.hast Du geblutet, wackres Volk am Seinestrande, Das Gedächtniß Deiner Thaten wandelt um durch alle Lande. Als ein roth Gespenst umschleicht es schreckhaft deiner Mörder Träume, Dräuft aus tausend Wunden ihnen Gift in die Champagner- schäume; Denn hohläugig, ungeladen, wie einst unter Macbeths Gäste Trat der Geist des Schottenkönigs, tritt es ein in ihre Feste, Schreckt sie aus im Arm der Wollust; aus dem üppig reichen Mahle Zischeln Schlaugen, und es werden Todtenschädel die Pokale. Nicht umsonst hast Du geblutet, wackres Volk am Seinestrande, Da« Gedächtniß Deiner Thaten wandelt um durch alle Lande, Kehrt, ein Cherubsgruß der Freiheit, ein, wo gute Menschen wohnen, Schlingt ein einig Band der Lieb« um die Völker aller Zonm, ihn die Armen und Bedrückten sedes Stammes, allerorten, Daß sie all aus West und Osten, von dem fernsten Süd zum Norden, Ohne Unterschied der Farbe, schwarze Sklaven, weiße Knechte, Solidarisch sich verbünden zur Vertheid'guug ihrer Rechte. So wie Du in Schutt verwandelt jene Säule blut'ge» Ruhmes, Die von Siegen Dir erzählte eines schnöden Kaiserthuines; Wie aus Schul' und Haus Du jagtest Deiner Priester falsche Götzen, An des todten.Wortes Stelle Lebenstraft und That zu setzen— Also falle jede Schranke, welche Menschen feindlich trennet, Damit Jeder seines Gleichen in dem Andern froh erkennet! Jeder Wahn und Abc mbe sei getilgt von unserer Erde, Daß es Licht im Geist oer Menschheit, daß es endlich Wahrheit werde Jenes Wort der Evangelien aus des Menschensohnes Munde Von der Eintracht aller Völker, von dem großen Bruderbunde, Drin kein mehr gilt und kein ininder, Hohe nicht und'Niedre scheinen, Wo ein Jeder steht für Alle, Alle stehen für den Einen. Nicht umsonst hast Du geblutet, wackres Volk am Seinestrande, Das Gedächtniß Deiner Thaten wandelt um durch alle Lande; Was Du sä'test, reift zur Ernte, trotz Gewalt und Blei und Eisen, Trotz Verläumdung, Spott und Lüge, die jetzt mächtig sich er- weisen Triumphirend wird die Menschheit preisen Dich in späten Tagen Als die Ersten, die das Banner einer neuen Zeit getragen. Deine Worte, Deine Werke, die Geschichte wird sie richten, Und die Zukunft sie erfüllen— gleiches Recht und gleiche Pflichten! _ H. H. E.s wird weiter gemordet. Am24.Mai wurden auf Befehl der Versailler Ordnungsbanditen drei Kämpfer der Commune erschossen: Serisier, Boin und Boudin! Sie starben, wie Männer sterben, die sich bewußt sind, ihre Pflicht ge- than zu haben: voll Begeisterung für die heilige Sache des Proletariats, der Menschheit, voller Verachtung für die feige Mördergesellschaft von Versailles. Boin rief auf dem Richt- platz den Soldaten zu:„Wir find Kinder des Volks gleich Euch. Wir wollen Euch zeigen, wie die Kinder des Volks sterben, wie das Volt von Paris stirbt. Es lebe die Commune!" Die Augen ließen sie sich nicht verbinden. Unter dem Ruf: Hoch die Commune! empfingen sie den Bleiregen.-- Und als Antwort erschallt es aus Paris von der„Sektion Ferrä":„Kein Erbarmen! Das ist der Lohn für unsere Großmuth! Unmenschen haben kein Anrecht auf menschliche Behandlung. Ein Thor oder Verräther, der diesen blutdürstigen Bestien gegenüber je noch von Gnade redet!" Und, wohlge- merkt, Ihr Herren Bourgeois: Die Sektion Ferre(Sektion der Internationalen, trotz Versailles!) besteht fast ausschließlich aus Männern, die zur Zeit der Commune, selbst im letzten Moment noch, jeden Gedanken von Repressalien bekämpften! Was Ihr gesät, das werdet Ihr ernten! EineProphezei ung zirkulirt in Paris, die für die Stimmung bezeichnend ist: Bonaparte werde nach Frankreich zurückkehren und vor den Tuilerien aufgehängt werden. Wohl leider tov good to be true(zu gut, um ivahr zu sein). Der Held von Sedan ist zu feig, um sich aus dein sicheren englischen Asyl hervorzuwagen, wo er die gestohlenen 100 Mil- lionen in Ruhe verzehren kann. Neudeutsche Moralität. Die Namen der zwei Straßbnrger Mordspatrioten werden noch immer verschwie- gen; es ist aber neuerdings an den Tag gekommen, daß nur der Eine der beiden Schandbuben ein Prcfessor, der andre aber ein Richter ist. Also je ein Vertreter der Wissenschaft und des Gesetzes im„Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte"!_ Ueber die diesjährige Allgemeine Deutsche L ehrerver- samm lung, die bekanntlich in H am bürg vom 21.— 23. Mai getagt hat, schreib: man uns von dort unterm 21.: „Die Lehr erversammlung schwimmt im nationalen Strom — das„deutsche Gefühl in der deutschen Brust des deutschen Lehrers" wogt bei vielen Lehrern hoch! Die wenigen Sozial-Demokraten be- gnügen sichmit der Kritik hinterm Ofen. Trotzdem haben sie schon heute einen Triumph gefeiert, denn bei Gelegenheit der Debatte über das Schulaufsichtsgesetz wurde der Antrag, Bismarck ein Begrüßungs- und Danktelegramm zu senden, mit Mehrheit verworfen. Wie sich übrigens noch manche Leh- rer die Trennung der Schule von der Kirche denken, geht leider zur Genüge aus den orthodoxen Eröffnungs- und Schluß ge- sängen(I) der Versammlung hervor. So schlecht sich diese Gesänge an und für sich reimen, so schlecht reimen sie sich auch auf die freiheitlichen Bestrebungen eines Theils der Lehrer- welt, denen heute vorzugsweise Dr. Lange aus Hamburg in einem längern Vortrage Ausdruck lieh." Unterm 23. erhalten wir von anderer Hand folgende, das Vorstehende zum Theil ergänzende, zum Theil berichtiaende Mittheilungen: „Mit � der Lehrerversammlung war nicht viel Staat zu machen; em paar nationalliberale pädagogische Koryphäen be- herrschten— oder richtiger tyrannisirten— die Masse. Von den circa 5000 anwesenden Lehrern waren mehr als 9/10, welche theils noch nie in einer öffentlichen Versammlung das Wort ergriffen, theils sogar einer solchen noch niemals bei- gewohnt hatten, und etwa 1j100 hatte von der Kunst des Parla- mentarismus überhaupt nur eine blasse Idee. Was Wunder also, daß die Bismarck-Adrejse, die an dem einen Tage abgelehnt worden war, am anderen angenommen wurde? Drei geschickte nach ein und demselben Ziel schießende Redner konnten, wenn sie wollten, die übergroße Majorität der Versammlung mit Leichtigkeit unter ihren Pantoffel bringen. Von dem„Schul- meister, der bei Sadowa gesiegt"— haben soll, war nichts zu sehen; es hätte überhaupt Niemand, der ahnungslos in den Saal hineingerathen wäre, auf den Gedanken kommen können, daß er die„Erzieher" Deutschlands vor sich habe;— sowenig Intelligenz war auf den Gesichtern zu lesen oder aus den Reden zu hören. Für den aufmerksamen Beobachter bot die Ver- sammlung einen überaus schmerzlich bewegenden Anblick; man sah schaudernd in den Urgrund der Volksdummheit hinab und man erblickte: die Beschränktheit der Volkslehrer.— Nur Einzelne waren es, die für vollständige Trennung der Schule von der Kirche und für die Unentgeltlichkeit des Unterrichts eintraten,— ihre Worte waren aber wie den Wänden vorgepre- digt. Für freiheitliche Dinge fehlte dem Gros der Versamm-. lung absolut jedes Verständniß." Weimar. Auf einer Zusammenkunft von Vertretern der sozial-demokratischen Arbeiterpartei und der Volkspartei (unter dem Vorsitze unseres Parteigenossen Müller) kam man zu dem Resultat, daß hier in Thüringen die Bestrebun- gen beider Parteien vollkommen zusammenlaufen und keine er- heblichen Differenzpunkte eristiren. Es wurden Beschlüsse in diesem Sinne gefaßt und es wird Alles aufgeboten werden, um ein gedeihliches politisches Wirken zu ermöglichen. Zu- nächst soll binnen Kurzem in Eisenach eine Thüringische Landesversammlung der Sozialdemokratie und Volkspartei stattfinden zum Entwurf eines gemeinsamen Aktionsplanes. Crimmitschau, 24. Mai. Der frühere stellvertretende Redakteur des„Bürger- und Bauernfreundes", Herr Wolf, hat vorgestern eine sechswöchentliche Gefängnißstrafe angetreten� die ihm wegen der in einer nicht von ihm herrührenden An' nonce gefundenen Beleidigung des Herrn Realschuldirektors Fritsche, der darin gefragt wurde, wo er seinen Doktortitel er« worden hätte, zuerkannt worden ist. Es kommt uns zu Ohren, daß man unserem Freunde es nicht gestatten will, täg- lich eine halbe Stunde sich in der freien Luft, natürlich unter Aufsicht und in geschlossenem Räume, zu bewegen. Wir kön- nen das nicht glauben, da die„Strafe" nur in der Freiheits- entziehung bestehen darf, nicht aber in einer direkten Schädi- gung der Gesundheit. Sollte sich das Gerücht bewahrheiten, was wir aber nicht glauben, so werden wir unverzüglich alle gesetzlich zulässigen Mittel anwenden, um eine Abhilfe zu ver- anlassen.(Cr. B. u. B.) Ronneburg. Maßregelung. Die Verfolgung unserer Partei ist eine Thatsache, die wohl bekannt fem dürfte; sie ist seit dem Leip- ziger Hochverraths-Prozeß beständig im Wachsen. Unsere Widersacher glauben auf diese Weise den Much der Parteimitglieder zu lähmen, und sie ani ehesten zum Schweigen zu bringen, indem man ihnen die EriNenz untergräbt. Folgender Vorgang dürfte einen neuen Beweis dafür liefern: Parteigenosse Schmidt hier, einer der Ersten und Rührigsten für unsere Sache, ein Mann von nahezu 60 Jahren, war seil einer laugen Reihe von Jahren bei derDirektion der Gößnig-Geraer Eisen- bahngesellschaft als Bureau-Diener beschäftigt, und die dort ange- stellten Beamten werden ihm wohl nur das Zeugniß eine« in seinem Dienste pünktlichen und ehrlichen Manne« ausstellen können. Nichts- destoweniger ist ihm seine Stelle gekündigt worden, nachdem er den Zumuthungen,„aus der Partei auszuscheiden, für dieselbe nicht mehr zu wirken", nicht Folge geleistet hat. In letzter Zeit ist ihm die Alternative gestellt worden, entweder formell fernen Austritt zu erklären, oder seine Stelle zu verlieren.— Er hat das Letztere gewählt; er wollte kein Apostat sein. ES wurde ihm spottisch gesagt, er möge doch nur zu seiner Partei gehen. Parteigenossen! Wir werden den Hohn der Gegner zu Schande» machen. Im Vertrauen auf die, allerdings schon oft in Anspruch ge- nommene, aber eben auch so treu sich bewährende Opserwilligkeit unserer Parteimitglieder, wenden wir uns nun an dieselben, dazu bei- zutragen, unserm Schmidt di-Wiederaufnahme seines früheren G e s ch ä f t s< derselbe ist Schuhmacher) z u e r m ö g l i ch e n. Wenn je es Einer verdient, so ist es derselbe; allerdings war sein Wirken eiu mehr lokale?— aber für dasselbe spricht seine Entlassung. Zeigen wir nun durch die That, daß wir solche glühende Hingabe an unserer Sache zu würdigen wisse», damit nicht gesagt werden könne, wir seien eine Partei ohne sittliche Prinzipien, wir ließen unsere Kämpfer im Stich! Arbeitersreundliche Blätter werden um Aufnahme gebeten. Um nähere Auskunft k. wende man sich an die Unterzeichneten. Der sozial-demokratische Volksoerein. August S-ebald, Vorsitzender, Friedrichshaide, Eduard Gl L ß er, Schriftführer, Förstergärtchen 662. Briefe u. s. w. wolle man ges. an den Volksoerein, resp. dessen Kasfirer, FnchS, Erbsgasse, senden. „Jeder Preutze ist vor Sem Gesetz gleich." An die Redaktion des„Voltsstaad" Genf, den 13. Mai. Das Landwehrbataillon Gum- binnen, bei welchem ich für die Dauer des Krieges als Stabs- arzt angestellt war(ich bin nach Beendigung desselben wieoer zum„Asfistenzarzt" herabgesunken), gehört zu den Truppenthei- lcn, welche die grögten Verlufte erlitten haben. Am stärksten mitgenommen wurde dasselbe während der langwierigen Be- lagerung von Belfort, wo durch Verwundungen und Krank- heilen die Reihen der Compagnien so sehr gelichtet wurden, daß vor dem Eintreffen der aus Ostpreußen nachgesandten Verstärkung kaum noch ein Drittheil der vorschriftsmäßigen Zahl von„Combattanten" vorhanden war. Begreiflicher Weise war unter diesen Umständen auch der ärztliche Dienst ein sehr beschwerlicher und anstrengender. Ein rheumatisches Uebel, verbunden mit heftigem Bronchialcatarrh, von dem ich bereits einige Wochen vorher während des Bivouakircns vor der Festung Neu-Breisach ergriffen morden war, besserte sich daher vor Belfort nicht, sondern steigerte sich allmälig bis zu dem Grade, daß ich mich endlich um Mitte Februar gezwungen sab, trotz des daselbst sehr fühlbaren Mangels an ärztlichen Kräften, jenen Bezirk zu verlassen, und selber für einige--cit als Kranker in einem La-arcth zu verweilen. Ich wurde in das Lazarcth zu Dannemarie, jetzt Dammerkirch genannt, aufgenommen, und aus demselben, von meinen rheumatischen Schmerzen einiger- maßen befreit, aber mit ungeheiltem Lungencatarrh, am I.März zur Disposition meines heimatlichen Landwehrbezirks, Gumbin- nen, entlassen. Bon dem betreffenden Landwehrbezirks-Com- mandeur, einem Herrn Hauptmann v. d. Oelsnitz, auf mein Gesuch für unbestimmte Zeit nach der Schweiz beurlaubt, nahm ich meinen Aufenthalt hier in Genf, wo ick noch jetzt wohn- Haft bin. Da sich meine Brustkrankhcit auch hier trotz mehrfacher dagegen angewandter Heilmittel nicht beseitigen ließ, so sah ich mich veranlaßt, im Spätherbst 71 dem Commandcur meines Landwehrbezirks, dem-obengenannten Herrn v. d. Oelsnitz hie- von Anzeige zu machen und meine ,,Jnvalidiflrung", voll- ständige Entlassung aus dem Militairverhältniß mit Gewährung einer Pension nachzusuchen. Herr v. d. Oelsnitz machte m'ch darauf mit den hiebei erforderlichen Formalitäten bekannt, so daß es mir zu Anfang December möglich wurde, ein mit den erforderlichen Attesten(deren eines während des Krieges von einem Oberstabs- und Chefarzt eines Lazarcthcs ausgestellt war) begleitetes, regelrechtes Jnvalibisirungs-Gcsuch an die in diesem Falle vorschriftsmäßige Adresse, den Generalarzt meines Armee-Corps, einzureichen. Ich machte bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß ich keineswegs freiwillig, etwa aus kriegerischem Feuereifer den beschwerlichen Dienst bei einem Truppentheil übernommen, sondern wiederhole ntlich aber immer vergebens um Beschäftigung im Lazarethdienst, wo möglich in meinem bisherigen Wohnsitz selbst, in Leipzig, gebeten halte, welche Bitte von dem Generalstabsarzt der Armee kurz damit abgewiesen wurde, daß ich als im Landwehrverhältniß stehender Arzt der an mich ergangenen Ordre ohne Widerrede Folge zu eisten habe.— Dieses am 9. December 71 von mir eingereichte Jnvalidisirungs-Gesuch ist bis heute, den 13. Mai 72, ohne jede direkte Beantwortung geblieben. Dagtgegen erhielt ich beinahe gleichzeitig mit der Ein- reichung meines Gesuches von Seiten des Herrn Bezirks. Eommandeurs die Anfrage, ob ich zu den Mitarbeitern des„Volksstaat" gehöre. Herr v. d. Oelsnitz macht mir in dem bezüglichen Schreiben die Mittheilung, daß er in einer Zeitschrift für die Arbeiterfrage(„Concordia" Nr. 4) einen aus dem ,,Volköstaat" abgedruikten Artikel Uber Socialismus und Communisinus gefunden habe, als dessen Verfasser ein gewisser Dr. Boruttau genannt sei, und wünscht nun unter Anführung verschiedener Citate aus diesem Aufsatze zu wissen, ob ich derselbe Dr. Boruttau sei, welcher diesen Artikel verfaßt habe. Da ich keine Zeit und auch keine sonderliche Lust hatte, mit dem Herrn Hauptmann und Bezirks-Commandeur auf culturphilosophische Discussionen einzugehen, so ließ ich diese Anfrage desselben zunächst unbeantwortet. Dagegen wurde von mir im Januar 72 ein Monitorium an den Herrn Corps. Generalarzt in Königsberg gerichtet, worin ich um Beschleu- nigung meiner Jnvalidisirungsangelegenhcit ersuchte. Dieser Brief wurde mir von dem Herrn Generalarzt „brevi manu"(f urzer Hand) mit der Randbemerkung zurückgeschickt, daß der betreffmde Antrag dem Königlichen Kriegs-Ministerium vorliege, daß eine Erledigung aber erst dann zu euvarten sei, wenn ich das letzte Schreiben des Königl. Bczirks-Commandos zu Gumbinnen beantwortet haben werde. Eine von mir hierauf an das Bezirks-Commando gerichtete Beschwerde über unge- bührliche Verzögerung der Sache wurde von Herrn v. d. Oels- nitz dahin beantwortet, daß er selbst den Generalarzt ersucht habe, meinem Jnvalidisirungsgesuch nicht eher Folge zu geben, als bis ich mich über meine eventuelle Mitarbeiterschaft am„Volksstaat" geäußert haben würde. Darauf gab ich unverzüglich folgende Antwort: „Ew. Hochwohlgeboren erwidere ich auf Ihre Zuschrift vom 18. Januar hiemit ganz gehorsamst, daß ich zu der Zeitung „Volksstaat" in Leipzig zwar nicht in dem Verhältniß eines regelmäßigen bezahlten Mitarbeiters stehe, wohl aber einige Male Aussätze an dieselbe eingesandt habe, was sich ganz na- türl'ch daraus erklärt, daß ich Mitglied der socialistisch-demo- kratischen Partei bin, deren bedeutendstes literarisches Organ in Deutschland bekanntlich das oben genannte Blatt ist. „Der von der Zeilschrift Concordia reproducirte Artikel deS„VolkSstaat", auf welchen sich Ihre Anftage vom 12. De- ceuiber bezieht, hatte mich zum Verfasser. „Ich würde Ihnen diese Antivort vielleicht schon früher eingesandt haben, wenn ich mir hätte vorstellen können, daß jene Anfrage mit meinem Jnvalidcnpensions-Gcsuche in irgend welchen Zusammenhang gebracht werden könnte. „Der erste Paragraph des preußischen Staatsgrundgesetzes lautet:„Jeder Preuße ist vor dem Gesetz gleich." Daher war ich der Meinung, daß auch bei der Erlheilung von Invaliden- Pensionen zwischen den Mitgliedern der veischiedenen zur Zeit bestehenden Parteien kein Unterschied gemacht werde. „Ich will hoffen, micb hierin nicht geirrt zu haben." Seit der in der zweiten Hälfte des Januar erfolgten Eingabe dieses Antwortschreibens hat weder das Bczirks-Cow- mando, noch der Generalarzt, noch daS König l. Kriegs- Ministerium bei mir etwas von sich hören lassen. Indem ich mich für verpflichtet halte, diesen sonderbaren Thatbestand der Oessentlichkeit zu übergeben, bitte ich Sie, ge- ehrter Herr Redakteur, dieser Mittheilutig in Ihrem Blatte Auf- nähme gewähren zu wollen. Gleichzeitig übersende ich Ihnen anbei die betreffenden Aktenstücke im Original und stelle es Ihnen anhcim, dieselben nach Ihrem Belieben zu benutzen, da ich nicht weiß, ob und inwiefern der Raum des„Volksstaat" es ge- stattet, dieselben mit zum Abdruck zu bringen. Mit socialistischem Gruß Ihr Carl Boruttau. Ein Arbeitgeber über das Verhältnis; setner Küsse zu der Arbeiterklasse. In Nr. 3» hatten wir den Brief eines wohlmeinenden Schweizer Arbeitgebers an die„Concordia" mitgetheilt, mehrere Thesen(Behauptungen, Sätze) über das oben genannte Thema cnt- haltend, deren eingehende Begründung in nahe Aussicht gestellt wurde. In einer späteren Nummer der„Concordia" besindet sich denn auch der Anfang des Versprochenen, die Begründung der ersten These „Es ist unrichtig, daß der Arbeiter im Großen und Ganzen an seiner Verkommenheit selber schuld sei.— Die Korruption in den untern Schichten ist nicht zum geringsten Thcil eine Frucht der Korruption in den obern und obersten Schich- len; Folge irriger und selbstsüchtiger Begriffe in den herrschenden Regionen. Schon in den vierziger Jahren hatte ich mit einem reichen Fa- drikbesitzer, der mit seinen Arbeitern ans ewigem Kriegsfüße stand, ein Gespräch, das vielleicht nicht ohne Jntereffe ist und ungefähr folgenden Verlaus hatte: Der Mann beklagte sich, wie schon oft, sehr bitter über gehabten Aerger mit seinen Leuten. Ich versuchte, ihm begreiflich zu machen/ daß wir Fabrikanten a» solchen Erscheinungen selber nicht gaiu un- schuldig seien; daß wir uniern'lrdeitern gegenüber noch andere Pflichten hätten, als bloße Lohnzahlung, und daß sich eben die Äernachlässtgung dieser Pflichten aus solche Art räche. Ich halte große Mühe, mich ver- ständlich zu machen: denn solche Ideen waren damals überhaupt noch spanische Dörfer in unsern Gegenden. Endlich schaut mich der Mann verwundert an und sagt:„Ja, das fehlte noch, daß ich mich neben irrien vielen eigenen Sorgen auch noch um die Arbeiter bekümmern mußte; dann wünschte ich die Fabrik noch heute ins Psefferland. Jeder liege, wie er sich gebettet hat.'Sorge Jeder für sich, dann ist für Alle gesorgt."— „Zwingen kann und wird uns wohl Niemand zu dieser Sorge," war meine Antwort,„aber wenn wir Fabrikanten alle so denken. sprechen und handeln wie Sie, so kommt mit logffcher Nothwendigkeit eine Zeit, wo uns unsere Fabriken von unseren eigenen Arbeitern niedergebrannt werden."— „Das wird wohl wieder so einer Ihrer phantastischen Träume sein," meinte der Mann mit höhnischem Lachen:„erklären Sie mir das näher." „Nichts leichter als das, war meine Antwort.— Dem Egoismus von oben folgt und antwortet ganz uatürlich der Egoismus von unten. Dem Hochmuih, der Lieb- und He-zlosigkeit von oben folgt und antwortet der Haß, der Neid, der Trotz und die Rachsucht von unten. Das geht so weiter, bis man endlich gegenseitig auf dem Kriegsfüße fleht. Jeder am Andern kein gutes Haar mehr sieht, Jeder den Andern bloS»och möglichst auszubeuten facht.— Der Mensch ist eben lein Stuck Holz oder Eisen, er ist auch kein Ochse oder Esel, den man blos nm's Futter an seinen Wagen spannen kann. Man kann nicht nur seine Hände und seinen Kops in Pacht nehmen; ein Jeder bringt ein Stück Herz und Gemüth mit, das je nach seiner Beband- lnng entw der eine heilere oder eine sinstere, eine saure und zuletzt bittere Sli-nmung annimmt. Wird er behandelt wie ein Thier, so thur er auch wie ein Thier; kann er nickt iheilnehmen an den himm- lischen Gütern, so greift er zu Genüssen der Finstcrniß, denn so ganz leer ausgehen will er auch nicht von dieser Weil. So entstehen end- sich Zustände, avo der Mächtige Hab und Gut und der Niedere sein Leib und Leben daran setzt, nicht mehr, um Zugewinnen, sondern blos noch um bei: verhaßten Gegner zu vernichten, wie das ill jedem andern Kiiege auch geschieht. Der Reiche ruft dann nach Bayonetten und Karlätschen für diejenigen Menschen, die ihn mit saurer Mühe reich gemacht; der Arme ruft nach Guillotinen und Pechkränzen gegen seinen eigenen Dienst- Und Blodherrn. ES ist wohl möglich, daß wir solche Schreckenszeit nicht erleben, aber unsere Kinder erleben sie vielleicht und ain Wohl und Wehe unserer Kinder sollte uns. dünkt mich, doch eben so viel gelegcii sein, als an einer Million mehr oder miiider. Die Zufriedenheit unserer Arbeiter liegt darum in unserem wohlverstandenen eigenen Interesse." So ungefähr lautete meine Er- klärung.— Er hat längst Abschied genommen, jener Mann, von dieser Plage- weit, wie er sie nannte, aber seine Kinder haben jetzt Gelegenheit, diese Gewitter aussteigen zu sehen, wenn auch einstweilen noch nicht in unserem Lande,— so doch in unserer Nachdarschast. Man schläft jetzt die Hände über dem Kops zusammen, sragt sich verwundert: Wie >it das gekommen und wo soll das hinaus? Man muß für Alles einen Sündenbock habe». Die Jnternalionaleu sollen an Allem schuld sein, sie solleu die ganze Suppe ausessen, die wir seil vielen Jahren cingebrocklhabeu. Man schreibt über schwache Regierungen, über lare Polizei und meint, wenn der„Pöbel" zu Paaren getrieben wäre, dann müßte Alles wieder im besten Gleise fortgehen. Aber Alles ist Frucht und AlleS ist Same», sagt unS ein Philosopd; und Diejenigen mächien nicht ganz unrecht haben, welche auch von einem oberen Pöbel sprechen und an erne Heilung beim unteren nicht glauben wollen, bis es erst oben bester geworden.(J8 hat sich eben jetzt herausgestellt, wie richtig oder unrichtig jener Satz ist:„Sorge Jeder für sich, dann ist für Alle gesorgt." Das möchte vielleicht einen Sinn haben, wenn wir Indianer wären, die kein anderes Prioateigernhum kennen, als ihr- tleine selbstgebauie Lehmhütte. Lei unseren gesellschaftlichen Einrichtungen stetil der Armgeb orenc auch bei denselben Geistes- und Körperkräften nicht entfernt auf derselben Stufe von Freiheit und Gleichheit wie der Reichgeborcne. Der Arme hat eben uothgedrungen seine Freiheit größternheilS an Andere um s tägliche Bivb verkaufen müssen. Wohl kann er nach Belieben seinen Brotherrn wechseln, aber gar oft kommt er dabo aus demRegenin dieTraufe, abyängigund m.hsam bleibt seine Lage unter allen Umständen. Wohl haben wir Arbeitgeber das legitime Recht, nur für unS, für unsern Geldsack, für uns-r eigenes Wohlsein und Wohlleben zu zorgen; deun viel weiter kann die Gesetzgebung cbea nicht(?) gehen, als ste heute bereits geht, ohne Verwirrung in die Piivatihäligkeit hinein zu bringen. Aber an der Grenze des legitimen Rechles steht oder beginnt daS Regiment der Moral, des Gewissens, der Gerechtig- keil, deS Mitleids, der ausopfernden christiichen Liebe, der öffentlichen Meinung. Die äußeren Gesetze lassen sich nur handhaben, so lange die inneren damit Harmoniren. Werden letztere überlreteu und miß- achtet, so folgt die seldftg-bundene Ruthe, blutige Rache. Was iragl daS mißhandelte Pferd darnach, ob es noch mehr Prügel be- komme, es braucht feine ihm vom Schöpser verliehenen Waffen gegen seinen brutalen Peiniger.— Wollen wir, die Wohlerzogenen, Geoil- Veten, Geschulten, nur den Rahm abschöpfen, nur das Zuckerbrod des Libens herausst>chen, was Wunder, wenn es die Anderen, in jeder Beziehung Verwahrlosten, mir Noch und Entbehrung Kämpienden nicht besser machen, wenn sie uns mit derselben harten Münze bezahle», mü welcher sie bezahlt worden sind?— Mau gehe so weit man wolle, überall wirb man baS Sprüchwoel richtig findea:„Wie der Herr, so ber Knecht."— Wo die Kmdcr nichts laugen, da sthlt'S an den Eltern, wo schlechie Schüler, da fehlt's am Lehrer, wo schlechte Dienst- boten, da iehtt's au der Herrschaft, und wo schlechte Gesellen, da fehlt's an den Meistern. Belege dazu lassen sich täglich zu Dutzenden aus- weisen. Erst kürzlich sano in«»er gewerkreichen Schwcizerstadt eine von Agitatoren einberufene stark besuchte Versammlung statt, um auch, ein wenig zu rumoren. Von den Arbeitern eine? mir befreÄnbeten Gewerbes erschien ein einziger aus Neugierde. Warum ein einziger? Nicht etwa, weil ihnen drr Besuch v-.to.e» gewesen wäre. Bewahre, i.sin sie blieben weg, weil st« ihren braven Patron als den treuesten, liedevollste» Freund und Beraiher in jeder Noch kennen, an den sie sich iagtägsich zultauinsvoll wenden, der»ichr nur mehr thut als er schuldig ist, sondern rem Helfen und Rathen ein Genuß, ein Herzens- ttdstkfniß ist. Und doch hatte dieser Mann acht Kinder, halle also allen Grund„für sich selber besorgt" zu seilt. Aber alle Kinder find mit dkm VattL«iioerstanden und der Segen Gotles ruht sichtbar au> dieseR Hause.-- Ueber die Gefahr der Jnteciutionaleii lacht dieser Patfon, die macht ihm so wenig Angst als eine Windmühle; und die, JnlerstlliMgikn glche» selber zu, daß ihre Arbeil heute noch zu EiiLc wäre, Min' es lauter solche Patrone gäbe.-- Darum vor Allem erst den Ballen aus unserem eigenen Auge, bevor wir uns zu Splitterrichtern der untere» Schichten machen, dann wird die Sache von selbst nach und nach ein anderes Gkftcht an- nehmen.— Diese Einsicht muß aber vorausgehen, wenn ii.-si. aafrich- tig und ehrlich an der Heilung gelegen ist, und wenn unsere Be- mühungen Erfolg haben sollen." ES wird gewiß Niemand Etwas dagegen haben, daß man den Verfasser des Vorstehenden unter die seltenen Ausnahmen seiner Klasse rechnet. Der Mann fühlt offenbar das lebhafte Bedürfniß, gegen seine Mitmenschen gerecht zu sein, und hat sich von dem KiassenvL.urtheil losgesagt, daß der Arbeitgeber ein besseres soziales Recht habe, als der Arbeiter. Allein er ist bei alledem in einem andern Vorurtheil befangen, wolchos feine humanistischen Bemühungen zu Wasser machen muß, nämlich in dem Vorurtheil, daß ohne die Na'.ur der heutigen Pro- dukiionsweise zu ändern, das bloße„Entgegenkommen" de. Arbeitgeber durch wohlwollende Behandlung, Lohnerhöhung, Theilhaberschaft u. s. w. die Arbeitersrage lösen könnte. Es ist gewiß, daß, wenn alle Arbeitgeber(was jedoch nimmermehr anzunehmen— der„gute Wille" figurirt über- Haupt in der Geschichte nicht als Faktor) vom Schlage des Ver- sasscrs obigen Artikels wären, die Arbeiterbewegung einen fried- lichen Charakter erlangen würde; nicht mind.r gewiß aber ist, daß alle philanthroplschen Anftiengungen, die innerhalb des Rahmens der heutigen Gesellschaftsform gemacht werden, sich mit der Zeit als eine vergebliche, als eine Sisyphus-Arbeit darstellen müssen, und daß die endliche Lösung des sozialen Problems nur in der vollständig, von Grund aus umgestalteten, sozialistisch organistrten Gesellschaft zu erreichen ist. Der Hetzartitel des„Neue» Sozial-Demokrat", dessen in vorletzter Nummer Erwähnung geschah, lautet wie folgt: Berlin, den 14 Mai. Wir haben seit längerer Zeit, gegenüber den Angriffen und De- nunzialionen der Anführer der Eisenacher Volksparlei, ein vollständiges Stillschweigen beobachtet. Wir haben auch eine ganze Reihe Einsen- düngen von Parteigenosseii nicht veröffentlicht, odschon die Letzteren sich mit vollem Recht darin über dieZerspliiteruugsoersuche d-rAgua. loren jeuer Partei beschwerten, welche, ohne selbst für ihre Pari« Mit- gliever gewinnen zu können, durch ihre Zänkereien R- noch unaufge- kiärte Masse der Arbeiter vom Anschluß an die Zozial-Demokraiie abschreckten. Wir haben vielmehr strotz alledem die MiiglicSer der Eisenacher Partei dort, wo sie in StrikeS verwickel waren, pekuniär wie moralisch unterstützt, ohne erst zu fragen, od die betreffende unS unbekannte Strikekommifston auch Garantie für eine reelle Verwaltung jener Gelder biete. Die Angrifft gegen den Allgemeinen deuischen Arbeitet-Verein nehmen aber im gegenwärtigen Augeiib ick einen so böswilligen E.zarasiec an, daß wkr das Schweigen brechen muffen. Es fällt uns freilich nicht«,», Schimpferei mit Schimpferei zu vi- aniworien; ja, wir wollen sogar darauf verzichien, auch nur den g?« rinqsten Anariff gegen die Anführer jener Partei zu richten. Wir werden lediglich einrze Thatsachen und einige Stellen der Organ? der Eisenacher Partei ohne weitere Erörterungen mitiheilen, damit die auswärtigen Mitglieder der Internationalen Arbeiieiafsojiation sowie jene Mnglieder der Eisenacher Partei, welche der ewigen Hetzereien müde sind, ihre Maßregeln danach treffen können. Die einzige Anschuldigung, welche gegen die Leitung des Allg. deutsch. Arb.-Ber.inZ und die Redakiion unsres Blattes geschlendert wird, ist die: Agcnren der preußischen Polizei zu sein. Wir brauchen uns deswegen natürlich(?) nicht zu rechlseriigen, denn kein Mensch, selbst die Anschuldiger nicht, glaubt daran*». Nur das Eine wollen wir bemerken, daß gelegemlich deS Leipziger Prozesses gegen die Herren Liebknecht und Beb l er» Buei der He ren Marx und vcngelS in London, an Elstere gerichtet, verlesen wo. den ist worin der Beseht(I) ertheilt wird: sämmtli be ft) Agiiatoren des Allz. deutsch. Arb.-Ver-inS in der Presse als preußische Polizdagemen hinzustellen, während zuzllich dringend ersucht wird, nachzusorichen, ob sich nicht ein Anhaltspunkt für diese Behaupru ig biele")— ein solcher loar also nicht vorhanden*"'). Dieser Bries ist natürlich so kompromimreiid, daß die Organe der Eisenacher ParH ihn im Bericht über jeuen Prozeß mit keinem Wort erwähnt haben.�Anch wir haben bisher lein Wort über diesen Brief verloren, da es uns fern lag, selbst hier, wo wir im vollsten Recht waren, die Streitereieil mit den Eisenachern zu er- Sehen wir von dieser stets wiederholten, frivolell ft) Anschuloiguna unsrer Parteileitung und Agitator«! ab, so finden wir w üer, daß außer einigen lokalen Agl atw ren in Bra»iischw«g und Sachien, die gesammten größeren Agila ionsttiseu, welche die Eisenacher Partei aus ihren Kassen bestreilet, nach Gegenden und Orten hin gerichtet sind, an welchen der Allg. deut,ch. Arb.-Berein Mitglieder zählt, und wo gerade eine ungestörte Enlwickelung unsrer Partei für die Verbreitung des Sozialismus nolhweiuäg ist. So sind z. B. als Agriatoren die Herren Kölsch nach Offenbach, Scheil nach Kassel, Kühn nach Hannover gesetzt. H.rr 3)nt bereiste Celle. Bremen und Umgegend, desgl. ein zweiter Herr Kühn. Der frühere Thealeragent Lyjcr wurde nach Staßsuit gesandt, um vi« Ans- breitung des Allg. deutsch. Arb.-Unlerstüyu lgS-Verbandes zu hindern. In alle» diesen Fällen, die in den letzte» Monaten vorkamen, war tre Folge, daß die Agitatoren der Eisenacher Part« riichrs erreichten, als durch Zänkerei die Ausbreitung unseres Vereins, wenn auch ntchl zu hindern, doch zu schädigen. Kaum ist die Agilailonsreis- unsrer Parte, genosicn in den-schlesischen Weberdisuikten beendet, welche dort dem Sozialismus viel Boden ver- lchassi hat, so wird sofort aus Breslau«n Agitator der Eisenacher Partei dorthin geschickt, um Zersplitterung zu bewirken. Doch es kommt noch toller. In Dresden ist ein Tischlerstrite im Gange, bei dem meist Eisenacher beiheilig: sind. Gleichwohl fchi.ktea die Berliner Lassalleäner auch dorthin reickliche Unlerstütznug, und unser Blait sammclie für den Slrike. Was ist der Dank? Sosott reis?» drei Anführer der Eisenacher Patt« von Dresden nach Bautzen und Umgegend, wo nur der Allg. deutsch. Arb.-Verein Anhänger hat, und veisuchen den Letzteren zu sprengen. Sie schmähen dann grob auf die Lasjalleaner, die treu zur Fahne deS Allg. deulfcy. Arb.-Vereins hallen. Et» Herr Most zu Chemnitz dringi eS z. B. in dem dottlgen Blatt der Eiseiiacher Part« zu folgendem Ausfall:. „Die Agitation in der Lausitz nimmt ihren Fortgang un» fand dieser Tage bereits in Bautzen, wo sich noch einige„Lasi sallcaner" bis jegi herumgetrieben haben, eine magtnhafl besuch! Volksversammlung statt, in der durch die ans Dresden hs»»e»- geeillen Bürger Walster, Simon und Eckstein der Grund zu Bildung einer soziai-demokralischea Parlei gelegt ward." *) Hodol **) Gelogen von A bis Z. u, ***) Siehe dagegen„Demokratisches Wochenblatt" voo litvU „Bolksslaal" von 1870. ■ft» Memento:„Hietzingl" Diksen selben Herrn Most hat man sodann nach Greiz und an- d>!cu �üringischen Orlen gesandt, um dort den AUg. deutsch. Arb.- Verein zu sprengen. Kurz es wird vlanmäßig unierminiit, und die Anfühier der Eifenacher PaNei scheinen e? aus persönlichem Haß für ei» besseres Werk zu halten, dem Allg. deuisch. Ard.-Berein ein Mir- glied zu rauben, als zehn Arbeiter für den LonalismuS zu gewinnen.*) Ties zeigt so recht ihr neuestes und är stes Stückchen. In Flensburg steht bekantlich eine Reichsiagswahl bevor, url die Kandidatur des Prästventen des Allg. deiitfch Arb.-Vereins wird auch von den dänischen Jmer a.ionalen aufs Kräftigste unterstützt. Da erhalten wir jetzt plötzl von unscrn Parteigenossen die entrüstete Mttthciuulg, daß in einer dortigen Versammlung ein Eiienacher, ein Herr Methe, aufge- trete» ist, und nicht blos init aller Macht die Organisation uuster Partei bekämpft, sondern auch in maßloser Weise Ferdinand Lassall? angegriffen hat. So finden wir, daß die Anführer der Eifenacher Partei die Agitation lediglich darauf hinlenken, den Allg. deutsch. Arb.-Vercin zu belämp'en, selbst dann, wenn wir sie unangefochten lassen und nur zur Änsbreilung des Sozialismus die Agitation nach Gegenden lenken, welche dicsem »och nicht erschlossen sind. In der That, jedes ehrenhafte Mitglied jener Eisenacher Partei müßte es als seine Aufgabe detiachteii, derartigem Unwesen zu steuern. Und wir tonnen auch miltheilen, daß die Internationalen der fremden Länder iui Vegiisi sind, dieser Zerfleischung der deutschen Ar- beiterbewegung gegenüber Piolest zu erhebe». Die dänischen Sozialisten haben schon vor längerer Zeit, freilich leider vetgeblich, tie Herren Liebknecht und Bebel aufgefotdert, die An- griffe gegen die LissaUeaner muustelkn.**) Zum Schluß wollen wir noch auf eine fortwährend angewandte Manier des Angrists hinweisen, die von den Anführern derSi|enachcr Partei gegen den Allg. deustch. Aib.-Vcrein gerichtet wild, und zwar deshalb, weil ste in letzter Zeit besonders beliebt ist. Da wir seit geraumer Zeit uns gar nicht um die Anfeindungen der Eisaiiacher Herren bekümmern, vielmehr hie und da gegenüber reaktionäien Maßregeln sogar ihre Partei"griffen haben, so paßt dies schlecht zu ihrem in früheren Iahren benutzten Plai« sich selbst als die von dem dösen„dikialorischen" Allg deuisch. Arb.-Verein ange- arijjenen Sanstmüthigen hiiizusteUen, damit ste so, während sie selbst ocn Zank provocinn, doch ihre Anhänger und feriislehende Personen über die Urbeber desselben läuschen. Da unser Schweigen, wie gesagt, keinen Stoff zum Streit bot, so'haben der„Volksstaat" uns dre „Demokratische Zeitung""*) n» hübsches Auskunflsmilicl ersonnen; ste erfinden irgend ein beliebiges Märchen und behaupten dann, weil unser Blau nicht darauf amwoNer, dasselbe gestehe ein, es sei wahr! Und dann geht natürlich das Lamentiren los! Wir hätten in der That viel zu ihun, wollten wir uns um der- ler kümmern! Ein solcher Fall sei jedoch erwähnt. Im„Bolksstaai'' vom v. Mai wird ein ganz vom Zaun gebrochener Angrist gegen den Allg. deutsch. Arb.-Vtiein gerichlel,»nd derselbe gipsel: in der jürchlcr- lichen Anl age: „es sei konstatirl, daß unmittelbar»ach der Verurtheilung Bebei's und Liebknecht's in einer ostmllichen Versammlung zu Berlin, von einem Miiglied des Allg. deutsch Arb.-Verci»s in Anwesenheit der Spitzen des Vereins und ohne daß Diese oder überhaupt Jemand, oder nachträglich das Vereinsorgan, Widerspruch erhoben, im Lauf der Debmlen«klärt nurde, die Leipziger seien verurlheilt worden, weil sie den Allg. deuisch. Arb.-Verein zu umcrgrabeii versucht hätten." Jed>r Vernünsiige wird über das komische Ansinnen lachen, daß die„Spitzen"— was jiii„Spchen"?�)— und nun gar unser Ver- einSoraa» sich echauffiren'sollen, wenn m einer össemlichen Veisamin- lung Ieniand sich mn den„Leipzigern" oder„Eisenachern" befahl; daö wäre doch vielmehr Sache von deren eigenen Parteigenossen. In Wiiktlchkeit beruht aber der ganze Alarm aus einer Verdrehung. Es ist nämlich einmal von unserm Vereinsmitgliedc Schwcckendieck in einer Rede zu Gunsten fest« Organisation gesagt worden: ,We»ii die Volkepartei nicht durch den Eiskiiacher Kongreß den Allgemeinen deuischen Arbeiiei-Verein uniirglaben, die Arbeit«- bewcgung zerlpliticrl und ihr Umsichgreisen gehinderl hätte, so wüldc heutzutage die Arbeiterpartei so mächl-g und so sest 01- ganisirt fern, daß die Realrion nicht wagen würde, Versolgunacn eintieten zu lassen, von denen ja auch die„Leipziger" betrosten werden." Und darüber solcher Lärmif-j-) In dieser und ähnlicher Weise sucht man den Streit durch osten- bare Verdrehungen immer wieder zu schüren. Ali Hauptschlagwort muß dabei dienen, daß unser Blatt und unsere Patte! in grimmiger Fciudschast Mit der Jnterimtionalen Arbeiter- assojiaiion stehe. Run, was daS Letzte anbetrtfst, so mögen sich die Herrn Eisenacher deruhigen. Es ist nicht mehr wie vor Jahren, wo die auSwäriigen MilgUcberdcr Internationale auf's Wort glaubten, was man ihnni über die Lasjallean« voiredete. Trotzdem Herr jtail Marx durch die Sekretäre des„Generalraths' feil Jahrresri st mästen baili1"stj-) Rundschreiben erläßt — es sind dergleichen in»nscrcnHä.ibe»*)— welch« erk.äre», daß der „Neue Sozial-Demoftat" auf BismareTs Konen gedruckt werde, ein „Vismaick sches Flatl' sei ic, ziehen diese Phrasen nicht mehr. Wir stehen im lebhastcst.n und fteundichasllichsten Verkehr mit den englischen, französischen, belgischen, dänischen, schweizer, ruistichen n d polnischen Interna'ionalen, und wir vezweiseln sehr, ob Herr Karl Marr und sein„Generalrath" noch so viel Fieunde innerhalb der Jniernaiionalei Arbeilerassozianon haben wie wir.") Dieb zur Austlärung. Aus Rtchlscrligungcn oder G-genangriste in Bezug auf biete An- seinduiigrii d.r Eisenacher Partei lasse» wir uns nicht ein; solches halitn wir vielmehr, wie überhaupt alle Slreiterei, für sehr unnütz. Dies der fragliche Artikel. Man schreibt uns in Bezug auf denselben l 11 ufere eigenen Bemerkungen finden sich in Noten unter dein Text): Wenn Jemand gegi ündete Ursache hätte sich über„Angriffe" und „Denuiicialionen" zu ereisern und der Entrüstung in spalten- langenArtikelu Luft zu machen, so wären sicher w i r es; und odschon uiis gerade mcht„eiue ganze Reihe von Eins ndungcn über Zerjpiittcrungs- versuche" der Agiiatvien jener Partei vorliegt, wir in dieser Beziehung auch sehr stark zwerseln, daß die Herren des„Neuen" wiiklich solche schon in Händen haben und lrotzdem nicht als Beweismaterial gegen die vermaledeiten„Ehrlichen",„Zeispliticrer" zum Abdruck bringen, so wissen olle unsere Paiteigenossen und auch noch andere Lerne doch sehr gut, daß nicht wir es sind, die durch die ewigen Slänkemen und Zänkereien über Organisaiionsfragen die unausgeilärle Masse der Ar- beirer vom Anschluß an die Sozialdemokralic abschrecken. Wahrlich, das„ich danke dir, Gott, daß ich nicht bl», wie andere Leute", steht den Herren rom„Neuen" gar übel an. WaS soll man aber zu der Phrase von der„pekuniären und moralisch en Unterstützung der StrtteS sagen," die erfolgt sein soll, *) Verschnappt,„Neuer"! Sonst pflegtest du zu)läugnen, daß wir überhaupt„Sozialisten" wären. ") Gelogen von A bis Z. *") Berschnappt„Neuer!" Du haltest also in der„Demokratischen Zeitung", aus die wir unS stützien, die wir aber nicht nannten, den Bericht gelesen, der»ach Foem und Inhalt der Art war, daß der anglgristene Theil, und wäieseine polilischeEhrenochsorein und zweifels- ohne, eine Erklärung darüber hätte abgeben müssen. Der„N-ue" hat sich 5 Wochen lang— denn so lang ist es der, daß der Bericht in der„Demokratischen Zeitung" erschlcnen— auch nicht gemuckst, ob- schon er sonst jede ihn angehende Aeußerung der Berliner Zeitungen mit geräuschvollem Eiser zu berücksichtigen pflegt.> p) Wie naio-bescheiden! -pj-I„Lärm?" Wi> schrieben ja bloß ein paar Zeilen, und sehr gc- müthlich! Aber wir schrieben sie nicht„darüber", sondern über das was nach dem, vom„Neuen" nicht widerte.ten Bericht der„Dem. Ztg." wirklich gesagt worden ist. Den„Läm" überlassen wir dem „Neuen". ttf) Hoho! *) Heraus damit! Nur Eins her! Nur ein Papierschnitzelchen von Einem— und wir bekennen uns reuig als Lügner. ") Wenn man hinter den LumpaciuS Schneider, der allein für ein Dutzend zählt, etwelche Nullen macht! „ohne zu kragen. ob die unbekannte Si r iketommission auch I Garantie für reelle Verwaltung biete"? Höchstens doch:„Vater, ver- gieb, sie misten nicht, was sie— schreiben!" Wollen uns die Herren vom„Neuen" auch wohl sagen, wenn es überhaupt sich ziemt, bei Strikes auf Parrcinngen Rücksicht zu neh- men, was sie z. B. für den Cliemnitzer Strike moralisch und pekuniär gethan haben oder was sie für andere Strikes unserer oder anderer Parteien, z. B. den Waldenburger, grthan haben? Wn werden ihnen zu antworten wissen und den Nachweis führen, daß unsere Partei die strikenden Mirglieder des Allgemeinen Deutschen Ar- beitervereinS mindestens, aber auch allermindestens ebenso reichlich und, was am meisten ins Gewicht fällt, nicht blos moralisch, unterstützt haben, als die eigenen Parti im iigl jeder. Dock wozu darüber streiten? Die Taktik der Heiren vom.Neuen" erhellt aus folgender, obiger Be- Häuptling des„Neuen" stracks entgegenstehender Briefkasten-Notiz in Nr. 5 jenes Blatts, welche lautet: „Herr Schallmeier in Hamburg wünscht von den Os- senbacher Paiteigenossen umgehend zu wissen, ob die dortigen Hulmacher zu unserer Partei(Allgemeiner Deutscher Ärbeiicrverein) gehören?" Das ist doch wohl deutlich genug gesprochen:„wenn die Osten- bacher nnsercr Partei nicht angehören, so werden sie nicht unterstützt." Ja, selbst die zur Unterstützung der eigenen Mitglieder(Maingauer Eigarienarbeiter) beantragte Sammlung wird zum sogenannten Pr>ß- sond geschlagen, wo, über alle Hamburger Zeitungen lubilirien. Und solche Leute haben die Stirn, so Eiwas zu schreiben I— Sand in die Augen. Doch besehen wir uns einmal die fürchterlichen, einen„böswil- ligen Cbarakter" tragenden Anguste auf d-n Allgemeinen Deutsche» Arbeiterverein, welche die Herren vom„Neuen" ih'-eu Lesern als Gespenster an die Wand malen. O, es ist zu gräßlich'), dieser natürlich , fompromiuirende" Brief, den als Beleg abzudrucken, di- Herren vom .Neuen" wieoernm zu bescheiden sind. Merkwürdig! höchst merkmür- 'dig! Aber das ist Alles noch Nichts gegen die ganz erscbr ckliche That- sache, deren wir uns auch in tiefster Neue und Zerknirschung gern schul- dig bekennen, nämlich bis H ute noch nicht gewußt zu haben, daß der yochweise Herr Prä�dent t... Allgemeinen Deuischen Aibciterverrins von der fixen Idee behcrrschl ist, ein Privilegi um auf die Agitation, oder gewisse Gegenden i. Agitatioilspacht zu haben. Etwas mehr Witz hü i ten wir dem Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins doch zugetraut, als daß er uns mil solche» albernen Kindereien kommen würde. Und was ist denn an dem ganzen Gewimmer über Beeintiächngung der AgitalionSprivilegien des Herrn Präsidemen wahr? Die Herren scheinen schrecklich schlecht infonr.in zu sein, oder schreiben absichtlich Unwahrheiten. Kölsch, Schell und Kühn sollen als Agitatoren nach Ofsenbach, Kassel und Hannover.,ge- setzt' sein. Die Wahrheit ist, daß Scfaeil seil fast zwei Monaten gar nicht mehr i» Kassel ist, Kölsch und Kühn aber wohl. ans Nr. 56 des „Neuen" zuerst ersehen haben werden, daß sie als„Agitatoren" an die genannten O:te„gesetzt" seien. Aber ivirtlich, wenn dem so rraie, wenn wir diese und noch andere Personen als Agitatoren nach Bremen, Hannover, Oisenbach, B«lin und sonst wohin„gesetzt" hätten, es wäre unS nicht und wird in s nicht im Traume einfallen, den Herrn Präsidenten dazu um Erlaubniß zu siagcn. Ebenso wenig, als es uns bis daio in den Sinn gekommen ist, ein solches lächerliches Gejammer darüber anzustimmen, daß vom All- gemeinen Deuischen Arbkite: verein die Herren Oeser nach Sluitgart, Liebisch und Kammingan»ach Leipzig, Reinoers nach Breslau u. s. w. als Agitaioren, gesttzl" sind, und die Agilatoren des Allgemeinen Deutschen Arbeitervercins in Eßlingen sich versucht haben. Aber Herr Uork ist seit vier Monaten nicht in Celle, seil nahezu sechs Monaten nicht in Bremen gewesen, und hat die Umgegend von Bremen nur aus dem Eisenbahnwagen gesehen und wund«! sich nicht wenig, daß der„Neue", der seiner Zeil über beide Versammlungen in bekannter Weise berichieie, nun plötzlich ein so schlechtes Gedächtniß hat, so schlecht, daß er auch nicht neiß, daß der„zweite Herr Kühn" in Bremen ansässig und ein alier Bekannter der Redaktion ist. Daß man uns aber an Staßsmt erinnert, wo„der frühere Tbeateragent" Lyser die Auebieiliing des„Unleistützungsverban- des" gehindert haben soll, kommr uns deshalb recht gelegen, dami, wir den Herren vom„Neuen" sagen können, daß seil der Zeit, wo der jetzige preußische Hofschauspieldichter Schweitzer die dvltige Kasse der Fadnlarbeiter mitnahm, der bis heute vergessen bat. Quittung darüber zu geben, die Arbeiler dort nur mit ,.Ebr- tichen"«was zu lhun haben wollen. Warum wolleir Die vom„Neuen" sich darum iotche unnöthige Mühe machen, oder duich das Wehklage», daß ein Breslaner Agiiaior eine Versammlung im Riesengebirge ab- qekalten hat, unser Gelächter erregen? Diese Furcht vor ein paar Agirarorcn der„Eisenacher" stebt dem PiäsideiKendictator des Atlge- meinen Deutschen Ardeiiervereins� spottschlccht an und verleitet ihn zu den absondcrlichsicn Telldeiten.'wie z. B. das Ansühnn des Dies- den« Tischlerst! iles geradezu absurd ist. Weiß der„Neue" nicht, daß die„meist„Eisenacher"" Tischler in Dresden den„Schweitzerschen" oder „Hascncleve, scheu" T schlern in Berlin dreimal mehr geschickt haben, als die Berliner den Dresdenern? Es ist eine Er- bäimlichkcit sondergleichen, daß der„Neue" in bi s« Weise h.tzt. Was in aller Welt haben die Dresdener Tischler damit thun, wenn einige Leute aus Dresden. die gar nicht einmal Tischler sind, in Bautzen Versammlung abgalten? Und wenn Herr Most in der„.Freien Presse" so etwas geschrieben hat,'*) so ist dies freilich ebenso wenig zn billigen, als wenn Herr Hörig bei der Berichterilattung über seine Agitationsreise in Hamburg sagt:„In Schlesien treiben sich zwar noch ein paar Internationale herum u. s. w."; nur wäie es uns nicht in den Sinn gekommen auch nur ein Wort über solche Lappalien zu verlieren. Um Eins aber müssen wir doch den Herrn Präsident Redactor bitten, und das ist, uns doch zu sagen, in welchen anderen Thüringischen Orten der„AI l gemeine Deutsche" Mitglieder zählt. Most soll dann instrairt werden, nicht wieder an diese Orte zu geben. Bis dato sind wir noch immer der Meinung, die Mitgliedschasten de«„Allgemeinen Deutschen", die Most „planmäßig unter minirt" baben soll, bestehen eben nur auf dem Pa- piere des„Neuen Sozial demokrar", oder in der fir-n Idee des Prä- sident RedaciorS. So lange uns die Redaction des„Neuen" nicht sagt, wo die untcrminirten Mitgliedschasten in Thüringen sind, neh- men wir an. daß wir Recht haben. Was nun das Auflreien des Herr» Methe in Flensburg anbe- langt, so ist es freilich r.chtbeqnem, den Herrn, der er» Anhänger des Herrn Ka l Brnhn, also von Karl Heiirzen, und mir diesem zu- � gleich aus der Partcimilgliedschaft in Aliona, und zwar seil lange. schon ausgetreten ist— ws einen„Eisenacher" zu bezeichnen. Ist! es auch nicht wahr, so verhetzt die» doch umso besser, und wann hätte, der„Neue" bei seinen Hetzereien gegen die„social-demokratische Arbeiier-Partei" es jemals mir der Wahrheit ja genaugenommen? „In der That," den guten Rarh den uns der„Neue"«t hellt, möge■ er seinen eignen Leuten zu Gemürhe führen. Desgleichen mögen die .Internationalen der fremden Länder" sich ja vorher genau. .mformiten, ehe sie„ihren Protest" sormuluen. Die„dänischen Socialisten" aber haben sich l-id« an die falsche Adresse gewandt, wie wir sehr leicht ans»en letzten beiden Jahrgängen des„Socialdemokrar" nachweisen können. Das Schö lste ist, daß, trotzdem doch das Lamm den Wolf gefressen, d«„Bolksstaat" den„Neuen" angegrissen haben soll! I.d« Vernünsiige wird darüber lach.n, daß der„eine Fall" vom 8. Mai— Mehr konnte der„Neue" mit dem besten Willen mcht ansstLdern—„ein vom Zaun gebrocheuerAngriss" gegen de»„Neuen," oder gar gegen den„Allgemeinen Deutschen" sein soll. Wir geben zu, daß der Abduick d r N tiz vom 8. Mai im „Volksstaat" vielleicht überflnsfig war"*), aber die Umschreibung derselben •) Siehe Bericht von Georg Mvhl auS Hamburg, Nr. 91 des „Voltsstaat" vom vorigen Jahr. •«) Wir haben die Stelle nicht in der„Fr. Pr." gesunden. Ist sie aber wirtlich darin, so sind wir überzeugt, daß Most weder der Bersasser,»och der Veranlasser ist. Red. d. V. *") Er erschien uns nothweudig gegenüber der perfiden Taktik der reaktionären Regiernngs» und BourgeviSpresse, die sozialdemokratische Arbeit« partes mir dem Herrn Hasselmann, Hasenclevec und Cantorten zu idennfiziren und für die Rohheilen des„Neuen", namentlich dessen Anssoivcrungen zu Versammlungsstörungen, verantwortlich zu machen; daß wir auch die Mitglieder des AUgemeium Deutschen ArbeilervereitlS ! durch den„Neuen" schießt gnade so weit rechts wie jene Notiz linkt beim Ziele vorbei. „Und darüber solcher Lärm"— und deshalb ein solcher Hetzartikel ' fügen wir bei. Aber freilich, ohne zu hetzen, kann der Herr Präsident nicht leben; die Mi'glieder des„Allgemeinen Deutschen" würden sonst ja sehr bald zur Eiusichl kommen, daß die Mitglieder der social-demokiatiichen Arbeiter-Partei, diese„Eisenacher Ehrlichen" und hnlb reactio- nären„Volksparieiler" geiade j» gute, und vielleicht doch noch bessere Socialisten find als � der Herr Piäsioent Hasenclever. Das darf aber nicht geschehew, sonst wäre es balo vo bei mir dessen Unfehlbarkeit, und die Folge davon? Nun, die ist nicht schwer zu er» rnihen Deshalb wird fortgeh yr. Und damit die Hetzerei auch eine Ait hat, muß sechst der„General-Rath" herhalten, der„Massen- haste Cirkulare" gegen den„Neuen" schleudert. Köstlich! Und dabei ist der Präsident Redactor so rücksichtsvoll, die„in seinen Händen de- findlichen Ctrknlare" nicht abzudrucken. Freilich, wo er nehmen, und nicht stehlen? Und wenn wir auch nicht daran zweifeln, daß einem Hasencleoer oder Hassetmann nichts unmöglich' ist, a so auch die Er- findung eines„Generalrathszirkulars" große Schwierigkeil nicht machen wüide, wir sogar recht gern glauben wollen, daß die große Freund- schaft mit, wer w iß welchen, Internationalen nicht gehumbugt ist, da Gleich und Gleich sich ja gern gesellt, und diese Leute möglicher Weise die Lerballhornisirung des Jnternationaliläts-Prinzips durch den„Neuen" nicht keninn und deshalb demnächst der Herr Bräsioent Redactor zum„Generalrath" der„nationalen" Inte, Nationalität «nannl weiden wird. Dies zur Abfertigung von Lemen, denen zur Verhetzung der Arbeiter kein Mittel zu schlecht ist. Ausruf au die Klempner-(Spengler-) Gehülfen Deutschlands. Kollegen allerorts! Wir machen Euch hieimit bekannt, daß wir in Hamburg einen Fach verein für Klempner gegründet haben, um uns re lokalen Inteiessen mit vereinten Kräften vertreten zu können. Doch wir sagen uns, daß die lok le Vereinigung nicht ausreichend rit, um unsere Interessen im vollen Umfange wahrzunehmen; daß es vielmebr zur Erreichung unserer Zwecke nothwendig ist, daß sich an allen Orten solche Fachvereine bilden, und daß alle diese Oris-Fachvcreine sich zu einem gemeinsamen Bund in aanz Deutschland zusammenschließen; Wir fordern daher alle Fachgenossen auf, wo irgend ihnnlich, zn einem Klempner-Fachverein zusammenzutreten und sofort sich mir uns in Verbindung zu setzen, zur Herstellung einer einheitlichen O nganisaiion. Brüder! Schon lange in das arbeitende Volk einem Druck durch die anderen Gesellschasisktasien auogesitzt, d>r fori und fort ein stärkerer wird und schon jetzt bis zur Unenrägtichkcit gestiegen ist. Jeder Ar- beiter hat dies längst gefühlt, genug diese ZirNäude verwünscht und sich nach einer Besserung derselben gesehnt; doch diese Besserung, sie kommt nicht vom Verwünschen des Scktlechten, nicht vom Sehnen nach dein Besseren, sie kommt einzig und allein durch unser thätigcs Ein- greifen in diese Zustände. Hierzu sind die vereinzelten Kiäsle eines Jeden ringcnügeno, nur in der Verbindung der Masse der Einzelkräfte zu einer geschiossenen ganzen Kraft liegt die Macht, die heutigen für uns schlechtcn Zustände umzugestalten. Datum dederziget Alle unfern Aufruf an Euch und schließt Euch zusammen zu unser Aller Wohl. Mit kollcgialischem Gruß Hamburg, 24. Mai. W. Metzger, Vorsitzender de« Fa�v-rcinS. Neust. Fuhlentwiete Nr. 7, 2. Et. NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden dringend um Auf- nähme dieses Aufrufs gebeten. Zugteich biite ich alle Parteigenossen um die weitmögiichste Verbreitung deS Obigen unter meine Fachge- nassen. Nürnberg. Der Bausch losserstrike ist schon seit dem 14. vor. M. beendigt, und zwar zu Gunsten der Ardeiter. Bericht und Abrechnung in nächster Nummer. ütrciz. Am 30. April fand hier eine von mindestens 2000 Per- fönen betuchte Volksversammlung statt. Most reserirte über die Entwickeluiig der Arbeiterbewegung resp. der sozial-demokratitche» Partei, lnziehentlich der Internationalen, und fanden seine Darlegungen all- ieitige Billigung. Als er schließlich den Leipziger Hochverrathsprozeß besprach und eine diesbezügliche Resolution«abringen wollte, inier- venirte die Macht von Revß-Gieiz jüngere Linie, welche sich in Ger stalt eines PolizeiwachlmeisterS eingesunden hatte, weßhalb man den Zweck auf eine andere Art erreichen mußte, indem man ein dreima- ligeS Hoch auf die Jnlernationate Arbeiten!« brllderung ausbi achte. Der Geist der Veisammlung war ein sehr guter und von einem ein- seitigen FraktionS-Kasteiigeiite Ntchis zu erblicken. Die Greiz« sind und waren(wenn auch bisher unbewußt) Internationale. Dresden. Der hiesige Schuhmacher-Strike dauert fort, die Arbeitgeber versuchen alle Mittel, die Gehilfen muthlos zu machen, und das P ibliknm zu täuschen. Glücklicher Weise haben die Herren Arbeitgeber Gezn« gefunden, mit denen sie nicht so leicht fertig weiden. Ein größerpr Theil der Gehilsen ist bereits abgereist oder sucht andere Beschädigung.„Nicht nachlassen" in die Parole, bi« das Zielerreicht ist. College» allerwärls! Wir stehen für Euch im Kampfe, Ihr werdet nicht versäumen, Eure Bruderpflicht zn thun; sorgt für Unterstützung der stttlenden Eollegen und haltet allen Ziimg von Dresden fern. DaS Komitee, im Name» der strikenden Schuh! ach«. Dresden, den 23 Mai.- Zum Tisch ler-Strike. Wir haben nicht q-glaubt, daß die Arbeitgeber die größten Lügen in die Welt hinaus streuen würden, indem sie nach allen Slänen annonciren ließen, daß der Strike der Tischler beendet sei und l51-200 Gesellen bei einem Verdienst von 7— 10 Thlr. vi o Woche gesucht wuden. Wir machen d>raus aufmerksam, das die« Unwahrheiten sind, indem die Meist« auf Einführung der sogenannten Rekommodalions-Karten beharren; daher warnen wir vor Zuzug, obgleich nur noch wenige Strikende sind, wir werden den Slüke so lange fottsühren müssen, bis der letzte Meister unsere Forderung anerkannt hat. Indem wir in Gemeinschaft mit den Arbeitgebern, w lche mit uns im Eüiveajläud- niß sind, einen Arbeits-Nachweis errichtet, sowie eine ArbeilsauStrittS- und Werkitelleordnunq ausgearbeitet, und bei der Behörde eingereicht haben hassen wir aus eine» baldige» günstigen Bescheid, durch den der Strike beendet wird. Vor Zuzug wird gewarnt. Das Strile-Komuee: Arnold, Vorsitzend« Markersdorf. In Nr. 38 des„Bolksstaat" wurde aus Crim» mitschan geschrieben daß die dortigen Schneidergehü jsen be- schlössen haben, binnen 24 Stunden die Stadt zu oertassen, weil die Meiner ihre billigen Forderungen nicht bewilligten. Ich kann mick nicht enthalten, di sem Beschlüsse meine Sympathie auszusprechen. Wenn bei einer Arbeitseinstellung sich alle unoerheiralh-ten Beteiligte» es zur Aufgabe machen, auszuwandern»nd allen Zuzug nach diesem Orte nach Kräften verhindern, was um so leichler auszuführen ist, weil der Eine dahin und der Andere dotthin geht, so ist das ein»ielseitiger Nutzen; sie stellen 1) keinx Unterstützungsansprüche an die Parteigenosse», als hoch- stenS aui die Wanderunterstützung der betr. Genossenschaft; sie setzen 2) den Arbeitgebern in ihrem Gebahren einen gehörigen Damm entgegen und zwingen sie um so eh« zum Nachgeven, wodurch sie den jnrückgedtubeiicn Verheiratheten den Sieg wesentlich«lelchurn; sie können, 3 1 an den verschiedenen Orten, wo sie Arbeit finden, Gewerksmtt- gliedschasten gründen, wo solch enoch nicht bestehen, um auch dort b-i sich bietend« Gelegenheit in gleichem Maaße vorzugeben. Geht man bei ollen Arb.ils instellungen so vor, so weiden sich d-e Gewerk ge- nofienschaften weit mekr organifiren, als durch die kt ästigste anderweitige Agitation und ohne die Opserwilligkeit der Genossen allzu sehr in Anspruch zu nehmen. Und man wird hierdurch der Bourgeoisie beweiien, daßall' ihr Kapital undall' ihre Inwgu.rn der Macht und der Willcnslrast der vereinigten Arbeiter nicht gewachsen ist. Rur b.daure ich, daß in dem bezeichneten Artikel nur der Beschluß, nicht aber die Anssüyrung desselben berichtet wurde. Sch. nicht mit den Herren Hasselmann, Hasenclever und Eonsorten iden- tifi ireu, und sie' als unfre Partei- und Kampfgenossen betrachten, das haben wir wiederholt erklärt und hund«tsach bewiesen. R, d, B. Der zweite deutsche Webertag welcher bekanntlich in Berlin stalthatte, wurde am Pfingstsonntag Vormittag» im Saale des Handwerkervereins, Sophienstraße 15, er- öffnet. Das Bureau war folgendermaßen konstituirt: Binder: (Meerane) erster, Schmidt(Berlin) zweiter und Franz(Glauchau) dritter Vorsitzender; Bergmann(Berlin) erster, Liedmann(Berlin) zweiter und Nickte c(Berlin) dritter Schriftführer. Nack Erledigung der Mandatsprüfung wurde�ie Versammlung gegen 2 Uhr Nachmit- tags geschloffen. Montag ZVrmittags gegen 10 Uhr wurden die Ver- Handlungen wieder aufgenommen. Herr Franz(Glauchau) gab einen Rechenschaftsbericht über die Thäsigkeit des vom ersten Webertag zr Glauchau gewählten Central-Komitees:„Leider sind die Hoffnungen die man sich auf dem ersten Webertage machte, nicht in Erfüllung ge gangen. Die Vertreter der Innungen haben sich nach demselben um Nichts mehr bekümmert. Dieselben waren der irrthümlichen Meinung dos CeMral-Komitee wolle die Innungen in'S Schlepptau nehmen Die Arbeiter aller Schattirunaen sind, durch die Verhältnisse gedrängt, Willens, ihre Lage zu verbessern. Nur über die Mittel und Wege herrschen noch verschiedene Ansichten. Ein Einigungsweg wird gefun- den werden." Schließlich legte noch Herr Franz den Kassenbericht vor . und wurde ihm Decharge ertheilt. Hierauf hielt Herr K n ö l l n e r(Bran denburg) ein eingehendes Referat über: Die Lage der Manufaktur arbciter zc. Er erörterte in ausführlicher Weise die Lage der Weber u. s. w. von vor 50—60 Jahren bis auf den heutigen Tag. Die Kinderarbeit ist wohl jetzt in Deutschland verboten; dieses Gesetz wird jedoch völlig umgangen. In den meisten Fabriken Deurschlands werden nach wie vor Kinder beschäftigt. Sieht die Polizei nach, so sperrt man die Kinder schnell in einen Verschlag oder Schrank ein. Eine schreiende Un oerechtigkeit ist ferner die Zuchthausarbeit, mit der der sogenannte freie Arbeiter ihrer Billigkeit halber nicht konkurriren kann. Welche Stellung die Bourgeoisie zu der Arbeiterbewegung einnimmt, beweisen am beut lichsten die Fabrikantenvereinigungen. Thatsache ist es, daß die Fa bnkanten einiger als die Arbeiter sind. Wie die Regierungen sich endlich zu der Arbeiterfrage gestellt, werden wohl Diejenigen am beiien wissen die wegen ihres Auftretens für die Sache der Arbeiter im Gefängnisse schmachten müssen.„Angesichts all dieser traurigen Verhältnisse, in welchen sich insbesondere die Weber befinden, die, wie z. B. in Schlesien und Sachsen, thatsächlich nicht mehr leben, fondern bloß ve aetiren, ist eS an der Zeit, daß aller Parteistreit fällt, und daß sich die Weber, ohne Unterschied ob Meister oder Geselle, eine feste Organisa tion geben." Nachdem noch eine ganze Reihe von Rednern sich im Sinne des Referenten geäußert, wurde zur Organisationsfrage übergegangen Nach eingehender Discussion über dieselbe wurde eine Commisston. bestehend aus den Herren Röning(Berlin), Kießling(Hamburg), Harms(Elberfeld), Franz(Glauchau) und Krotoch(Berlin) mit dem Rechte der Kooptation, behufs sofortiger Entwerfuna eines Or- ganisationsplaneS, gewählt. Ferner wurden zwei Glückwunschtelegramme au» Hamburg-Altona und Reichenberg(Böhmen), sowie eine Zustimmu ngsadresse aus Erfurt verlesen.—'Alsdann wurde zu Punkt 4 deS Programmes:„Welche Volkswirt hschaftliche Bedeutung hat die Mechanik und wie verhält sich die Handarbeit zu derselben?" über- gegangen und nach längerer Diskussion folgende Resolution ange> nommen:„1) Der zweite Webertag erklärt, daß die Mechanik wohl die Arbeitskraft überflüssig und die Arbeiter brodlos macht; dieselbe ist jedoch deshalb nicht zu vernichten oder zu reduciren, sondern die heutigen gesellschaftlichen Verhältnisse sind so umzugestalten, daß die Mechanik nicht mehr wie bisher ausschließlich im Dienste des Kapitals steht, sondern der gesammten Menschheit zu Gute kommt. Der Webertag acceptirt ferner die von Herrn Franz gemachte Aufjorderung an alle Genossen: den Wahn zerstören zu helfen, daß durch Vernichtung der Mechanik dem Weber und Manufakturarbeiter geholfen sei. 2) In Erwägung, daß die Mechanik gegenwärtig der Menschheit zum Nach- theil gereicht und nur dazu angeihan ist, die Armulh des Volkes zu vergroßer», hat der zweite deutsche Webertag die Ueberzeugung, daß durch Einführung eines Normalarbeitstages diesem Uebelstande ganz bedeutend abgeholfen werden könne." Nach Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten wurde die Versammlung 3'/, Uhr Abends geschlossen. Dienstag, chs am dritten Tag der Verhandlungen gelangte der Antrag der MontagS ernannten Kommission, einen„Allgemeinen deutschen Weber- und Manufaktur-Arbeiter-Bund" zu gründen, zur Annahme. Zum Vorort wurde Glauchau gewählt. In letzterem Orte ist aus der Zahl der daselbst wohnenden Mitglieder ein Vorstand von fünf Personen zu bilden.— Als nächste Kongreß orte wurden Gera, Hos(Bayern) und Reichenbach(Schlesien) vor geschlagen. Wenn irgend möglich, soll jährlich zu Pfingsten ein allge- meiner Webertag stattfinden.— Alsdann gelangten mehrere Resolu- tionen zur Annahme: 1)„In Anbettacht der traurigen Lage der Weber jc., mit allen Mitteln vor Erlernuüg der Manufakturarbeiter brauche zu warnen." 2)„Es ist Pflicht der gegenwärtigen Staats- regierung, eine vollständige Untersuchung über GesundheitS- und Lohn Verhältnisse der Weber durch Fachmänner, unter Betheiligung der Arbeiter, einzuleiten." 3)„Die Deputirten werden beauftragt, einen Lohnsatz festzustellen, der bestimmt, wie viel ein Weber verdienen muß, um nothwendig existiren zu können." 4)„Es ist Pflicht der Fach- genossen, daß die Frauen in den Fabriken, Gewerkschaften u. s.>v. en Männern gleichgestellt werden."— Einige Anttäge auf Erlaß einer Petition an den Reichstag wegen Einführung eines Normal- arbeitStage« werden durch die Annahme folgender Resolution erledigt: „Da der ll. deutsche Webertag den Reichstag in seiner jetzigen Zu- sammmsetzung für reaktionär hält,' steht er von jeder Petition an oenselben ab."— Ueber Punkt 5 der Tagesordnung:„die Auswan- deruna und Kolonisatton der Mannfatturarbeiter", sprachen sick sämmt- liche Redner dahin aus, daß nur eine planmäßige Auswanderung einigermaßen von Erfolg sein könnte.— Nachdem die Versammlung dem Bureau und dem Sentral-Eomitee für ihre Mühewaltung durck Erheben von den Sitzen gedankt hatte, wurden die Verhandlungen gegen 3 Uhr Nachmittags geschloffen. S. 7. ?ntcr«atiouale eines halben Sgr. erreichen, während NichtMitglieder per Nummer 1. Sgr. zu entrichten haben. Dringende Pflicht der Mitglieder ist eS, für die Verbreitung des Eirkulars thätig zu sein. Sämmtliche Beschlüsse treten am 1. Juli a. c. in Kraft. und aufzutragen: die Grün- innerhalb des deutschen 8-!• 8- 2. Die am letzten Sitzungstage gefaßten Beschlüsse lauten ihrem Wortlaut nach: Beschloffen I. Dem zu wählenden Eenttal-Comitee dung von Kranken- und Jnvalidenkaffen Webervereins anzubahnen. II. Möglich,: genaue Statistiken über Arbeitszeit und Lohnverhält niß aus den verschiedenen Weberbezirken aufzustellen. HI. Die Einsetzung wiffenschaftlicher Commissionen zur Unter suchung der Lage der Arbeiter, in gesundheitlicher sowie materieller Hinsicht, anzustreben. IV. Die Organisation wird von der dazu gewählten Kom- Mission in folgender Faflung vorgeschlagen und einstimmig ange- nommen: Einen Verein zu gründen unter dem Namen: Allgemeiner deutscher Weber- und Manufakturarbeiter-Bund. Einen Borstand von 5 Personen zu wählen, und zwar: einen 1. und einen 2. Vorsitzenden, einen 1. und 2. Schrift- führ« und 1 Kassir«. Außerdem eine Controlkommisston von 3 Personen und 3 Ersatzmännern. Der allgemeine deutsche Weber- und Manufakturarbeiler- Bund nimmt in sich auf: Alle bestehenden und noch zu gründenden Bereine, Innungen, Mitgliedschaften, u. s. w., welche in das Fach der Manufakturarbeiterschaft ein- schlagen. Die beittctenden Korporationen-c. verpflichten sich, für jedes ihrer Mitglied« per Quartal V« Sgr. pränumerando an die Bundeskasse zu entrichten. Der Allgemeine deutsche Weber- und Manusakturarbeiter- bund ist verpflichtet, die Zusammengehörigkeit sämmtlicher deutschen Manusakturarbeiter zu fördern, die weitere theore- tische Ausbildung seiner Mitglieder sich zur Aufgabe zu machen und auf friedlichem und legalem Wege die Interessen der Mitglieder zu wahren..~ Das am 1. deuffchen Webertag zu Glauchau m Vorschlag gebrachte, und bis zum 2. deutschen Webertag allmonatlich erschienene Eirkular beizubehalten, und wird dasselbe wie bisher«scheinen. D« Preis wird p« Nummer sür Mitglied« die Höhe ol Ge»offenschast der Manufaktur Haudarbeiter. Vglingett, den 23. Mai. Wir sehen uns veiaulaßt, allen Ge- schäfiskollegen in Deutschland den Erfolg der hiesigen Gewerkschasts bcwegung bekannt zu machen. Zunächst ottöffentlichen wir den g seitig festgesetzten Tarif, mit der dringenden Mahnung an alle legi», denselben sich überall an Ort und Stelle zu erkämpfen. Tarif. 10-stündige Arbeitszeit. Für Leimen per Zch.............. 2 ,, Ungcleimte Ketten, welche nur aufgezogen werden per Zch. 1 „ Geschirr-Einziehen von 100 Fd........ 2 „ Blatt-„„ 100 Fd........ 1 „ Anknöpfen............... Geschirr-Ziimachen wird im Taglohn vergütet und ist 1 sl. 40 krz. gesetzt. Vorrickten wird im Taglohn bezahlt. Maschinenarbeit! wird bezahlt 20— 40 Sckuß per Ell. pr. 1000 Schß. 41_«0 ix vjyj ,, tf ff ff ,, ff ff ')! 80 ff ,f f, ,, ff ff ff 100 ,, ff tf ,f f, ff ff 101 u. s. Einladung z«m Arbeiter-Verbrüderungsfeste zu Haiuiche«. auf l'/r.. derselbe von 13-/, Krz. 13'>. 13'!« 13 12-!. Sommerstoffe werden für 1000 Schuß 1 kr. weniger als Wintn stoffe bezahlt. Arbeit mit 1 Schützen's, kr. weniger. Arbeit von 2—4 Schützen nach dem Tarif. Arbeit mit 5 Schützen 1 kr. mehr. Triltarbeit auf Stoff, zweischästig, wird mit 2 kr. pr. 1000 Schuß weniger bezahlt als Maschinenarbeit.' . Tuchgewebe, Filz, Köppern, s. w., was mit Zeichen bezahlt worden ist, 10°!„ höher. So vereinbart mit der Direktion am 29. April 1872. Nachstehend geben wir auch die Quittung über eingegangene Beiträge: Von den Göppinger Tuchmachern zusammen 46 fl. 33 kr., von den Reutlinger und Pfullinger Tuchmachern 18 fl. 27 kr., von den Metzinger Tuchmachern 10 fl. 42 kr., von deu den Lambrechter Tuch machern 25 fl., von Chemnitz(durch Wendler, Bev.) 2 fl. 52 kr., von Crimmitschau(durch„Bürger- und Bauernfreund", Stolle) 2 37 kr., von Crimmitschau(Hauptkasse) 18 fl. 3 kr., von der Goldaic- beiter-Versammlung in Gmünd 5 fl. 6 kr. Summa 142 fl. 2 kr Die freiwilligen Bei räge von Stadt Eßlingen betrugen 327 fl. 57 kr Totalsumma 469 fl. 59 kr. Indem wir allen Gebern herzlichen Dank sagen, versprechen wir, in. ähnlichen Fällen Jeden zu unrerslützen, uud geben wir zugleich die 6 wortbrüchigen Kollegen öffentlich bekannt: Fr. Dauer, I. Kohl- weiter, Fr.Panzer,' S.Banmgärtner, J.Wagner, H.Dauer. A. Knourek. Lambrecht, den 23. Mai. Da sämmtliche hiesige Tuchmach er gesellen von hier Strike gemacht haben, so ersuche» wir, Zuzi nach hier abzuhalten. Das Strike-Komitee. Briefe u. s. w. sind zu adressiren an Jakob Gulli ch, Vorstand des Arbeiterbildungsvereins zu Lambrecht(Rheinpfalz). Soeben ist«schienen: Zweite Lieferung von: Der Leipziger Hochverrathsprozch Ausführlicher Bericht, nebst den nichtgehaltenen Vertheidigungsreden und ein« Schlußcharakteristik des ganzen Prozesses. Von den Angeklagten bearbeitet. Das Ganze bildet 7 bis 8 Lieferungen& 3 Bogen (48 Seiten). Ladenpreis jeder Lieferung: 4 Sgr.; sür Partei genossen, durch die Expedition direkt bezogen: 2 Gr. 5 Pf. Die Expedition des„Bolksstaat�. Durch dieselbe sind alle sonstigen sozial-demokratischen Schriften zu beziehen._ In unserm Verlage ist erschienen: Z>er Äraunlchweiger Ausschuß der sozial-demolratischeu Arbeiterpartei in Loetzen und vor dem Gericht. Von 88. Bracke fr. Die Schrift, deren Erscheinen durch die von dem Verfasser für nothwendig erachtete ausführlichere Bearbeitung bis jetzt verzögert ist, enthält eine erschöpfende, mit den interessantesten Einzelheiten unter- mischte Darstellung und eine unerbittliche Kritik der Loepener Ketten Affaire und des Braunschweiger Sozialistenprozesses. Die Schrift ist nicht nur für die Parteigenossen des Berfassers und alle Diejenigen, welch- der Arbeiterbewegung ihre Aufmerksamkeit zuwenden, sondern für Jedermann von dem größten Interesse; sie zeigt u. A., weichen Werth sür Volksfreiheit und Volksrechte die deutscheu VerfasfungSverhältnisse haben. Eine Menge der wichtigsten juristischen Fragen finden in derselben theils ihre Erledigung und Beantwortung, theils eine Anregung. Ein vhotograp'hisches Gruppenbild, die Portraits von Marx, Laffalle. Jacobt». Joh. PH. Becker, Liebknecht. Bebel, Hepner, Getb Ehlers, und die der Mitglieder deS Braunschweiger Ausschuffes enthaltend, ist beigegeben. Der Preis ist bei einem Umfange von 15 Bogen im Buchhandel (in Kommission bei Grafs und Müller hi«) 20 Sgr., direkt von uns bezogen 12'!, Sgr.; in Parthien von mindestens 12 Stück 4 Thaler; dies ist auch der Preis für Kolporteure und Wiederverkäufer. Erpedition des„»Mmiüiclnretkv»' Volksfreuiid". Braunschweig, Neueflr. Nr. 23.__(5) 1 8. 3. §■ 4. 8-&• Furthcr demokratisches Wochenblatt erscheint unter Redaktion des Parteigenossen A. Memminger jeden Samstag in Nürnberg und kostet monatlich nur 6 Kreuzer(aus- wärts kommt der Postaufschlag hinzu). Den Parteigenossen, nameift- lich in Bayern, diene zur Nachricht, daß die Ankündigungen ihr« Vir- sammlungen, Arbeitsgejuche etc. gratis aufgenommen werden. Alle Briese und Anfragen sind zu richten an die Redaftion(neue Gasse 17. Nürnberg.)— H. Roller's LtenosmpluselieL Institut in Berlin, Sebastianstraße 4, wird zur Ausnahme von Reden, Borttägen aller Art, Kvngreßver- Handlungen zc., sowie zu brieflichem Unlerncht in der Arendi'schen Stenographie bestens empfohlen.____ ! Colonnadeustr. 1. 1 Colonnadeustr.! empfiehlt Papierwäsche, als; Kragen, Chemisettei* u. Manctaetten bei reellen Preisen. KL. Bestellungen nach auswärts werden prompt ausgeführt. Augsburg Literarischer Verein Sonntag den 2. Juni Vormittag« 10 Uhr Versammlung im Geist«haus._ Der Ausschuß. Für Etzliugeu.«. r Nächsten Sonnabend Zusammenkunft be> F auser, Bäcker, Kiesjlraße. 8- e. «ozial-vemokratischer Arbeiter Leretu Freitag, den 31. Mai Abends 8 Uhr im Leipziger Saal. Tagesordnung: Sozial politischer Wochenbericht Res. Muth; po- litischt und p-tsönliche Freiheit Res. Seifttl I. Gäste willkommen. Der Vorstand. Sonnlag den 2. Juni von Nachmittags 3 Uhr an in den?o- kalitäten des Feldschlößchens, Bestehend in: Concert, Festrede und Ball. Festrede gehalten von W. Liebknecht. — Ballabzeichen 5 Ngr.— Alle Freunde und Parteigenossen von Nah und Fern werden diesem Feste hiermit freundlichst eingeladen. __ Das Festkommitee. ZU Für Spandau. tliche Bersammlung Oesfmtl. der Mitglieder der socialdemokratischen Arbeiterpartei, am Montac den 27. d. M. Abends 8 Uhr im Saale deS Gesellschaftshauses. . Tagesordnung: 1) Staatshülfe und Selbsthülfe, oder den Unterschied zwischen beiden. Referent: He« Kayser aus Berlin. 2) Wichtige Parteiangelegenheiten.— Hierzu ist dai pünktliche und zahlreiche Erscheinen der Parteigenossen nothwendig, sowie das Mitbringen der Parteikarten erforderlich. Alle Arbeiter sind hiermit eingeladen. Der VntrauenSi«an». Bolksverew Glaucha«. Sonntag den 1. Juni Uebungsmarsch nack Thurm mit voll ständigem Gepäck und Mnsik. Abgang Mittag 1 Uhr. Alle in der Umgegend wohnenden Parteigenossen werden ersuch:. sich uns anzuschließen, resp. sich dort einzufinden. Der Bor st and. Vttlksvmaumiluilx Sonnabend den 1. Juni Abends 8 Uhr Restauration von Thieme in Plagwttz. Tagesordnung: 1) Die neue Gemeindeordnnng und der 20- Groschen-Census; 2) die indirekten Steuern. Zu zahlreichem Besuch ladet ein_ Das Agitationscomitee. Aufforderung. Die Parteigenossen D i ttri ck in Frohdurg, Rath est ock in Colditz und der Vertrauensmann in Lausigk möchten doch sofort ihre Adresse schriftlich oder durch den„Volksstaat" dem Vorstand zu Rochlitz bekannt machen. Herr Schuhmacher in Köln wird gebeten, Unterzeichnetem seine Adresse bekannt zu geben. Ernst Wilke, Breitestraße, RonSdorf. Für Aunonce« I. Quartal 1872 hat zu entrichten: Augsburg: Soz. dem. Arb. Part. 6 Gr. 5 Pf. Bremen: Ver- lrauensm. Holle 2 Gr. 5 Pf. Breslau: Soz. dem. Arb. Part. 2Thlr. Statistische Kommission 8 Ar. 5 Pf. Braunschweig: Erpedit. deS Volksfreund 1 Thlr. 20 Gr. Bielefeld: Arb. Ver. 4 Gr. Cölu: Ciga«enarb. Verein 5 Gr. 5 Pf.; soz. dem. Arb. Partei 23 Gr. 5 Pf. Cassel: Soz. dem. Arb. Part. 13 Gr.; Walz 4 Gr. Crimmitschau: Erped. Bürg« und Bauernfreund 27 G. Chemnitz: Exped. Freie Presse 9 Gr. Darmstadt: Soz. dem. Arb. Part. 8 Gr. Dresden: Exped. des Volksboten 13 Gr. 5 Pf.: Int. Schuhmackergewerkschafl 3 Gr. 5 Pf.; Holzarb. Gew. 3 Gr. 5 Pf. Eberfeld: Born 10 Gr. Frankenhausen:«oz. dem. Arb. Part. 2 Gr. 5 Pf. Frankfurt chM.: oz. dem. Arb. Part. 2 Gr. G:eßen: Orbig. V. M. 2 Gr. Gatt- Hain: Arb. Ver. 6 Gr. Glauchau: Volksver. 8 Gr. Gotha: Soz. den:. Arb. Ver. 2 Gr. Hannover: Soz. dem. Arb. Ver. 17 Gr. Hainichen: Soz. dem. Arb. Ver. 12 Gr. 5 Pf. Jägerndorf:(Ball) 6 Ggr. Leipzig: Allg. deutsch. Arb. Ver. 3 Ggr. Teubner 14 Gr. Holzarb. Gew. i Thlr 4 Gr. 5 Ps. Schneidergew. 3 Gr. 5 Pf. Arb. Bild. Ver. 20 Sgr. Müncken: Arb. Part. 3 Gr. Neu-Isenburg: Vollö3 Ggr. Nürnberg: Zehffche Buchhandlung 8 Gr. Offenbach a,M: Arb. Part. 3 Gr. Rochlitz: Soz. dem. Arb. Ver. 10 Gr. 5 Pf. Ronneburg: Soz. dem. Arb. Ver. 2 Gr. 5 Pf. Reutlingen:(Pful- lingen) Renz 8 Gr. Spandau: Soz. dem. Arb. V«. 6 Gr. 5 Pf. Waldheim: Produktivgenossenschaft 8 Gr. 5 Pf. Vorstehende Betrage werden umgehend per Postanweisung oder in Briefmarken einzusenden«sucht, damit endlich einmal die Restanten- Liste verschwindet. Trog mehrmaliger Berönciitlichuiig im Organ Haben bis etzt noch nicht ihre Annoncenschulv für III. und IV. Quartal 1871 getilgt: Döbeln, Arb.-Part. 5 Gr.; Hannover, Int. Metallarb.-Gew. 10 Gr.: Cassel, Kranken kaffeirverein 12 Gr., Soz.-dem. Arb.-Partei 5 Gr.; Barmen, Soz.-dem. Arb.-Partei 3 Gr.; Waldenburg, Volks- verein 3 Gr.; Lunzenau, Arb.-Ber. Vorwärts 6 Gr. 5 Pfg.: Mün- chen, Soz.-dem. Arb-'Partei 4 Gr.; Weimar, Soz.-dem. Arb.-Part. 4 Gr 5 Pfg.; Counewttz Soz.-dem. Arb.-Ver.< Gr. 5 Pfg.; Zwickau, Int. Holzarb.-Gew. 3Gr.; Luckenwalde, Soz.-dem. Arb.-Part. 3 Gr. Pfg.; Coburg, Soz.-dem. Arb.-Ver. 2 Gr. 5 Pfg. Sofortige Berichtigung dieser Sckuldposten wird um so gewisser erwartet, als eS höchste Pflicht der Partei ist, ihr Organ zu unter- iützen. Die Erpedttion des„Volksstaat" ersucht die V e rt r a u e n s m ä»- ner undVereins-Vorstände an vorgenannten Orten die säumigen Kassir« zur Zahlung anzuhalten.__ Leipzig. Schluß-Quittung über die eingegangenen Gelder zum Schneiderst rike in Leipzig. Internationale Schneidergewerkschaft aus Chemnitz durch Weck 9 Thlr. 5 Sgr. 5 Pf. Aus Mitweida durch Remier 2 Thlr. 7 Sgr. 5 Pf. Aus Dresden durch E. Stuhr 10 Thlr. Aus Berlin durch Lüdecke 25 Thlr. Aus Flensburg durch Helwig 2 Thlr. Aus Barmen durch Halwe 13 Thlr. AuS Naumburg durch Trüber Thlr. 13 Sgr. Aus Halle a/S. durch Probstheim 9 Thlr. Aus Löbau durch Haase 4 Thlr. Aus Hannover durch Liebisch 6 Thlr. Aus Genf von dem Arbeiierbildungs-Verein und der internationalen Section der Schneider uud Spengler 65 Franks. Aus Bremen durch Kühn 15 Thlr. Aus Glauchau durch Hönig 4 Thlr. Bon John, Magdeburg 15 Gr.. Von hiesigen Colleaen 17. Thlr. 10 Sgr. 5 Pf. Im Namen sämmtlicher Leipziger Collegen unseren brüderlichen Dank!__ Da« Permanenz-Comitee._ Quittung. Für RegenSburg durch W. Hock: empfangen vom Fachvcrein der Mal« und 48 Kr. vom F.-T Hamburg. 4 Fl., davon 1 . der Hafner. H. Benneke. Parteikafsirer. Fl. Briefkasten der Erpedttion: Kle. in Buckau f. Photogr. 4 Thlr. erh.; Wimpeffing« in Schneitenbach 10 Gr.«h.(wofür?); A. B. in München ür Annonce 3 Gr.; C. Alsd. in Köln f. Schriften 1 Thlr. erh.; Dieth. in Weishau f. Abon. 5 Gr. erh.: haben noch f. Porto zu zahlen 3 Gr,; Hbr. in Schweinsberg f. Schriften 5 Gr. H. Schultz inHamlurg: 25 Thlr. ä eouw erhalten; J.Fl, in Schaiba 16 Gr. erh.; Achbch in Saarbrücken f. Schriften 1 Thlr. Hock in RegenSburg 17 Gr. und retounürte Schnften serh.; St. in Pfersee f. Schriften 20 Gr. 5 Pf.; Hüsg. in Werdau asRuhr: reklamiren Sie die betr. Nummer bei der Post, an dort liegt auch die Schuld, nicht an un«. Wildk. in Münster f. Schriften 2 Thlr.— Bll. in Berlin: Marr Kapital können Sie, sobald die 2. Auflage erschienen, durch uns be- ziehen; Mangold in Eßlingen: Annonce kam f. Nr. 42 zu spät; KI Mainz f. Schnften 3 Thlr. 19 Gr.; R. in 8t. Zänrie-aux-miue» Schriften 11 Gr. erh., Brief folgt; Sch. in Dresden f. Schriften 24 Gr. erh.; Müller in Chemnitz f. Schriften 5 Thlr. nh., Bitte mir 100 Mahnruf an die landwirthschaftliche Bevölkerung zu senden. I.D. in Bl. richt. erh., Umtausch erfolgt diese Woche; G. Filebne: obald als Julian fettig, erfolgt Zusendung. C. Seifert. Simon auS Pausa: Wann«hält B. Nachricht? _ Engelhardt aus Zwickau. Leipzig: Verantw. Hohestr. Redakteur A. Muth; Redaktion u. Expedition 4; Druck u. Verlag v. F. Thiele. Ml mm Beilage Darwinismus und SocialismuS von A- T. aus Eiseuach. Die Darwinsche Theorie sucht die Entstehung der Arten in Thier- und Pflanzenreiche zu erklären. Sie läßt die Ent- - huug des ersten Organismus, der Zelle, ols bis dahin un- er lärbar, unberücksichtigt, und baut von hier aus die ganze M eitze der Organismen auf. Abänderungen der klimatischen und topischen*) Verhältnisse unseres Erdkörpers, die das eine I idividuum mehr betraf..» als das andere, veränderte Lebensweise, r r allem aber die sogenannte geschlechtliche Zuchtwahl und der k.ümpf ums Dasein sollen die Spaltungen der Arten hervor- gerufen haben. Wenn man die einschlagenden Werke Darwins Und Häckels mit ihren reichen Belegen für diese Hypothese**) lies'r, sr muß sich jeder vorurtheilsfreie und denkende Mensch sagen, taß diese Hypothese auf wenigstens ebenso festen Füßen steht alle anderen Ansichten der Geologen über die Urzeiten ttnseres Pluneten. Um uns aber die Wirkungen der geschlechtlichen Zucht- uahl und des Kampfes ums Dasein im Sinne des englischen ir aturforschers klar zu machen, wollen wir einige von ihm selbst h'brauchte Beispiele wählen. � Die Hasen des'Kordens unp der schneebedeckten Alpen u:d weiß; diejenigen unserer Breiten haben hingegen eine ? arbe, die derjenigen der gewöhnlichen Erdkrume zum Ver- t> cchseln ähnlich sieht. Die teleologischen***) Schwätzer finden hier- i eine weise Vorsicht der Natur. Der Schöpfer gab dem t rdischen Hasen das weiße Kleid, um ihn auf der Schneedecke t r seinen Feinden zu verbergen; in unseren milderen Breiten t ir aber die graue Farbe zur Erreichung desselben Zweckes t. rtheilhafter und Herr Lampe ward darum grau cquipirt. � olchc Erklärungen sinv aber für den Naturforscher leere Phra- s n; wer noch nach Zweckbegriffen beurtheil: und erklärt, darf >-ff den Namen eines Naturforschers keine Ansprüche mehr er- h im. Darwin als echter Forscher kehrt die Sache um und s st: Eben weil der eine Hase weiß und der andere grau ist, l et jener im Norden und dieser in milderen Breiten. Höchst tt ahrscheinlich haben die Hasen in der Urzeit alle erdenklichen jbrben besessen. Im Norden, wo während der größten Zeil *.s Jahres der Schnee den Boden bedeckt, hatten aber die Ha- VN im weißen Pelze einen immensen Vortheil im Kampfe ums Dasein über ihre nicht weißen Collegen. Sie wurden schwerer von ihren Feinden erkannt und i unten aus diesem Grunde nicht so stark dccimirt werden. Mit ! rem Jahre mußte daher ihre Jndividuenzahl wachsen und i' gewannen sie nach und nach ein Uebergcwicht über ihre Col- �gen, bis diese ganz ausstarben und der weiße Bruder schließ- li) der alleinige Vertreter der ganzen Sippschaft im Norden i'-.irde. Umgekehrt gestattete sich der Prozeß in milderen Brei- *. Die vorherrschende Bodenfarbe war hier grau. Wenn i.. Norden der weiße Haase ein Ucvergewich: gewann, so muß- Un hier aus denselben Gründen die graugefärbten Individuen ;ch und nach alle anderen verdrängen, bis sie die alleinigen LUpräsenlanlen ihrer Gattung waren. Ein anderes Beispiel, welches noch in die historische Zeit i teinragt, ist die Umänderung einer nordamerikanischen Hirsch- > ri. Die ersten Europäer, welch: die Wohnplätze dieser Hirsche � suchten, fanden nur Exemplare mit geklönten Geweihen vor. U» Anfang dieses Jahrhunderts ward indessen ein Hirsch mit i)ießsör>»igem Geweih erlegt, und heute sind die Kroncnyirsche U'nz ausgestorben. Nach Darwins Ansicht hatte der erste Hirsch, der vielleicht '.rch abnorme Verhältnisse ein Spießgewcih setzte, gerade durch r ese Gewcihform einen Vorlheil über seine Collegen. Sie t'.gnete stch nicht nur besser zum schnellen Fortkommen und > liehen vor seinen Feinden in den dichten Urwäldern, sondern s ab ihrem Träger auch im Kampfe mit seineu Genossen ein l l-bcrgewicht. Das Spießgeweih verwundete tödtlicher als die l-rästelte Krone. Er hatte mit einem Worte eine bessere Waffe ' r Kampfe ums Dasein von der Natur erhalten, und war ' erdurch besähigt, sich und seine Abnormität im größereirMaß- 1 tbe fortzupflanzen. Die meisten Jnsccten haben die Farbe der Pflanzen oder -l flanzenthe'le, auf denen sie leben. So sind beispielsweise die Ulatiinsecten fast alle grün. Nach Darwin ist dies nicht etwa 1 n leerer Zufall, oder eine weise Einrichtung des Schöpfers, \ ndern ebenfalls eine Folge des Kampfes um die Existenz. finden nun aber auch auffällig grellgefärbte Jnsccten, die ' tn schon aus weiter Entfernung von der sie umgebenden Grundfarbe unterscheidet, und man sollte mnnen, hier einem - iderspruch zu vegegnen. Allein bei näherer Betrachtung sin- jUt man auch hier die Darwinsche Erklärungsweise bestätigt. i ast alle diese grellgefärbten Arten werden von den Jnseclen- d rlilgern nicht gefressen. Hier war die Farbe ein Warnungs- U'.chen für den Feind. Während alle grün oder graugefärbten V ndividuen der Gefahr ausgesetzt waren, aus Versehen von den -G.nsectenverti'gern getödtet zu werden, �gewährte die grelle Farbe 'lren Trägern von vornherein einen Schutz. Man sieht aus diesen wenigen Beispielen, daß die Dar- Gm'sche Theorie nicht nur die Veränderung der Arten er- l-irt, sondern zugleich eine Verbesserung derselben einschließt. Auftretende Abnormitäten lönnen nur fortgepflanzt und zu Ar- t n-Spaltungen erweitert werden, wenn sie ihren Besitzern im > ampfe um die Existenz Vortheile über ihre Genossen gewäh- Gn. Der Kampf ums Dasein ist daher der Haupt- itetor des sogenannten Fortschritte s, er wirkt nicht Uur in der Thier- und Pflanzenwelt veredelnd und verbessernd, t ndern auch beim Menschengeschlechte. Die kaukasischen Völker sind weitaus die geistig begabteste ' ace. Wir sehen, wie nach und nach die wilden Völkerstämme l on ihnen verdrängt werden und aussterben. Vielleicht gehören 1>r noch wenige Jahrhunderte dazu, um sie zu den alleinigen *) örtlichen. **) Annahme, System. �,___ —) Die Verlheidiger der Ansicht, daß die ganz« Welt, mit Allem ' sie enthält, von einem a Iiiuelsen und allgüligen Gott zu einem 1 stimmten Zwecke„geschaffen" worden sei. zu Nr. 43 des„ Bewohnern der Erde zu machen. Der Südsee-Jnsulaner, der In- dianer, der Australncger. sie alle sind nicht fähig, den Kampf ums Da- sein mit ihnen aufzunehmen. Im unwirthlichen Klima erwach- sen, war ihr Kampf ums Dasein ein härterer, gestählter gingen sie aus demselben hervor. Aber nicht nur zwischen den ver- schiedenen Racen, auch innerhalb derselben Völkerfamilie wirkt das Darwinsche Gesetz fortwährend weiter. Die ganze Ge- schichte kann nach meiner Ansicht nur dann eine wahrhaft wissen- schaftliche Grundlage bekommen, wenn man sie vom natur- wissenschaftlichen Standpunkte aus betrachtet. Wir sehen Spanien von hoher Blüthe in tiefe Ohnmacht sinken, und nicht mit Unrecht schiebt man die Schuld dies s Verfalles auf die dortige Priesterwirthschaft. Die Inquisition climinirtesrottete aus) andauernd alle geistig begabten und charakter- vollen Menschen. Der geistige Pöbel fand Raum und Existenz- mittel für sich und seine Brut. Die Regeneration des spanischen Volkes erfolgte nicht mehr naturgemäß. Der Kampf ums Dasein konnte nicht mehr in seiner ganzen Reinheit wirken. Krone und Altar hatten mit frevelnder Hand eingegriffen in ein Naturgesetz, und die Folgen finden wir in den Annalen der Geschichte verzeichnet. Wir sehen auf der anderen Seite das fabelhaft schnelle Aufblühen Nordamerika's. Die unternehmendsten und Energie- vollsten Individuen der europäischen Culturstaaten hatten es bevölkert. Die gleichen Eigenschaften mußten sich in verstärkter Weise auf ihre Nachkommen vererben; denn die Kinder der ersten Ansiedler waren wiederum größtentheils auf sich selbst angewiesen. Es gab zwar Grund und Boden genug, aber noch keine Sclaven, durch die sie ihn bearbeiten lassen konnten. Selbst mußten sie mit der Naiur ringen, und der Kampf ums Dasein war hier wieder— wenn auch leider*) nur auf kurze Zeit— in seiner vollen Reinheit hergestellt. Geistige und körperliche Schwächlinge wurden ganz von selbst eliminirt; die B.gabteren erhielten sich. Gehen wir einen Schritt weiter und beschauen wir ein- mal unsere modernen Culturstaaten. Auch hier finden wir einen fortwährenden Kampf um die Existenz. Aber nicht mit gleichen Waffen, wie bei den Kindern der Hinterwäldner Nordamerika's, wird gerungen. Der Reiche bringt schon bei der Geburt eine Waffe mit, gegen die der Arine nicht anzukämpfen vermag. Der Sieg iin Kampfe ums Daseins fällt daher selten dem geistig und körperlich Begabteren, sondern fast stets dem Reicheren zu. Im Kapital und seiner heutigen Anwendung findet Letzterer eine Waffe gegen seine Brüder, wie sie erfolgreicher nicht ersonnen werden kann. Wie die Spanier durch die Inquisition, so greift die moderne Z.it durch die heutige Productionsweise, welche den Unterschied zwischen Arm und Reich zu einem dauernden macht, niit frevelnder Hand in ein Naturgesetz, und wer an den verderblichen Folgen noch zweifelt, der beschaue nur mit kritisch sichiendem Auge die heutige Gesellschaft. Seltener und seltener werden die Charactere, während man die blasirten Flachköpfe mit Besen zusammen kehren kann. Es scheint aus meinen Entwickelungen mit unabweisbarer Logik hervorzugehen, daß die modernen Culturstaaten, wie einst Rom, ihrenr sicheren Untergasige entgegen gehen. Der Untergang der Römer findet von ineincm Stand- punkt aus seine Erklärung in einer Racenverschlechterung, her- vorgerufen durch die Modisiciruug des Daseinkampfes. Die asiatischen Völkcrhorden, durch einen verbessernd wirkenden Kamps ums Dasein gestählt, setzten sich an ihre Stelle, und nicht ge- rechtfertigt ist das Prognosticon einer neuen Völkerwanderung. Allein wir sind weiter als die Römer. Wir haben die Ursachen der Verderbniß erkannt. Der Socialis.nus ist eine durchaus'moderne Wissenschaft, und wer denselben schon als den Römern und Griechen bekannt hinstellt, der hat den Kern der jocialistischen Doctrin noch nicht begriffen. Wir wissen beute, daß die P r oduc t ivität des Kapitals die Wurzel alles Uebels ist, und diese Entdeckung gehört der Neuzeit an. Der Socialismns kann möglicherweise das so lang gesuchte Problem der Nivellirung der Gütervcrtheilung lösen und hierdurch wie- der einen naturgemäßen Daseinskamps herstellen. Ich habe daher den socialistischen Strom, der sich neuerdings durch die Volksmaflen aller» Culturländer Bahn bricht, nicht als einen „Zerstörer" der Gesellschaft auszufassen vermocht, sondern begrüße ihn als den Erretter derselben. Die materielle und fittliche Bedeutung der Strikes.**) Der Egoismus ist der größte Feind der Wahrheit;.nur wenigen Menschen ist es gegeben, eine Wahrheit freiwillig an- zuerkennen, welche gegen ihre Interesse ist. Daraus erklärt sih die Le.denschaftlichkeit, welche sich einer unbefangenen Wür- digung der socialen Bewegung entgegenstellt, die Aufstellung *) Gegen dieses„leider" müssen wir doch vom sozialistischen Stsno- punkte aus Verwahrung einlegen. Daß der., Kamps um das Dasein" die Wurzel alles menschlicheu Fortschiitls bildet, ist gewiß, aber ebenso gewiß ist, daß dieser Kamps individualistisch, b h. von den Einzel- nienschen gekämpst, nicht blos zur Behelrschung und Ausbeutung der Natur durch den V'enschen, sondern auch zur Beherrschung und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen sühren muß. Daß die starten begabteren Racen vielsach die schwächeren, weniger »begabien verdrängt haben, ist ohne Zweifel von Nüven gewesen, und ohne das hier zu Grunde liegende Naiurgcsetz wäre die Existenz des Menschen überhaupt nicht denkbar; allein von dem Moment an, wo der Mensch sich seiner Rechte und Pflichten als Mensch bewußt, sich über sich selbst klar wird, ist es auch unsittlich, den Kampf um das Dasein gegen den Mitmenschen zu kämpfen. Nehmen wir dies nicht an, so rechtseriigen wir di Ausrottung der Indianer durch die DankeeS, der Maori« durch die Engländer; so billigen wir die Aus- Atzung schwächlicher Kinder, wie die Spartaner sie üdien; so sank- tioniren wir das brutalste Faustrecht im Großen und im Kleinen; so proklamiren wir auf sozialem Gebiet die schrankenlose Konkurrenz, die unerbittliche Preisgebung der Arbeit an das Kapital. Nicht planlos, vereinzelt, nein, gemeinsam, in solidarischer Ver- knüpsung der Jnierefsi», sollen die Menschen den Kamps um das Da- sei» kämpfen— Einer für Alle, Alle für Einen: das will der So- zialismus und das ist Sozial smuS. Die Red. d. B. »5) Aus dem 3. Hestder„Deulokratischen Blätter" von Ko ko Sky in Königsberg. Erscheint i.t 10 süusrvöchentlichen Heften von 2 Bogen. Halbjahrpreis 15 Sgr. 44 von Sophismen und thatsächlichen Behauptungen, die, obwohl unbegründet und durch die Erfahrung widerlegt, dennoch als Gemeinplätze die Stelle von Gründen vertreten müssen. Die Vertreter der unbeschränkten Concurrenz erheben ein Zeterge- schrei, wenn die Arbeiter selbst die freie Concurrenz benutzen, um ihre Lage zu bessern. Die Vereinigung von Arbeitern wird fast als ein Verbrechen betrachtet. Maa stellt die Sache so dar, als ob bisher in naturgemäßer Weise nach den Gesetzen von Nachfrage und Angebot ein rechtes Verhältniß zwischen Arbeit und Lohn bestanden habe, und als ob nunmehr die Ar- beiter ihre Macht benutzten, um gewaltsam dieses Verhältniß zu ändern. Hie und da wird auch zugestanden, daß vielleicht die Lage des Arbeiters um etwas zu bessern sei; aber dieses müsse auf friedliche Weise geschehen. Was solle daraus wer- den, wenn die Arbeiter erlernen, ihre Forderungen zu ertrotzen, und jeder errungene Sieg ihre Habsucht steigere bis ins.Un- endliche hinaus? Die ganze Industrie, der Wohlstand der Ge- sammtheit und damit der des Arbeiters werde geschädigt. Manche Industriezweige, die mit zur herrlichen Entwickelunz des National-Reichthums beitragen, seien überhaupt durch einen geringeren Arbeitslohn bedingt. Der Vortheil, den die durch einen Strike erzwungene Lohnerhöhung mit sich bringe, wiege noch nicht den Nachtheil auf, den die Zeit der Arbeitseinstel- lung auch für den Arbeiter mit stch führe. Er müsse während dieser Zeit Schulden machen, seinen wirthschaftlichen Zustand zerrütten, die Zeit der Arbeitslosigkeit demoralisire den Arbei- irr, und so stehe er schließlich trotz des bessern Lohnes schlechter da als vorher. Wer es daher mit dem Arbeiter gut meine, müsse auf jede Weise die Strikes bekämpfen. Diese und noch eine Reihe ähnlicher Sätze werden in dm Kampf geführt gegen die Strikes; keiner dieser Sätze wird ernstlich ge- prüft, und wird einer derselben widerlegt, so flüchtet man schnell hinter einen andern. Die Hauptsache ist die, daß die selb- ständige Bewegung der Arbeiter unangenehm ist, ihr Verbrechen besteht einfach darin, daß ihre Interessen dem Vortheil der Arbeitgeber widersprechen. Our tel est notre plaisir(denn das st unser Vergnügen), war der Wahlspruch französischer Könige, und„unser Vorlheil ist unser Recht" gilt heute»och für den großen Theil der Besitzenden als unumstößlicher Satz. Gehen wir auf Beleuchtung der einzelneu gegen die Strikeö geltend gemachten Gründe über, so erscheint gleich der erste, daß die freie Konkurrenz verletzt werde durch die Vereinigung der Arbeiter, als kaum einer Widerlegung würdig. Freilich die freie Konkurrenz, wie iL die Manchester-Männer verstehen, heißt nichts weiter als ungehinderte Ausbeutung der Arbeiter. Unter dieser freien Konkurrenz haben sich Zustände herausgebildet, wie sie dieses Jahrhundert zu seiner Schmach einzig und allem aufweist. Die Fortschritte der Wissenschaft erzeugten jene groß- artigen Maschinen, welche die menschliche Arbeitskraft oft um das hundertfache steigern, und nichts destoweniger hat der Ar- beiter selbst in den neuen Bundesgenossen keine Erleichterung gefunden; seine Arbeitskraft wird vielmehr auf das Aenßerste gespannt; die ungeheure Ausdehnung der Arbeitszeit und die Bcschästigrng von Kindern sind zwei Schandflecke in unserer Entwickettin■, die auf der Geschichte der neuesten Zeit unver- litzbar haften bleiben. Jede neue Erfindung, wie sehr sie auch von dem Fortschritte des menschlichen Geistes zeugt, ist zugleich eine Quelle namenlosen Elends geworden. Lange Zeit war eS Mode, als bei uns die soziale Bewegung ruhte, auf England hinzuweisen, wo die Gegensätze von unermeßlichem Reichchum und tiefstem Elend unvermittelt neben einander beste en, und die Zustände unsrcs LandeS wurden in so weit gerühmt, als bei uns noch ein zahlreicher Mittelstand das Bindemittel zwischen Proletariat und Kapitalisten bilde. Es wurde besonders be- iiebt hierauf hinzuweisen, um das oft angezogene Beispiel England'», wo es sich um Fragen politischer Freiheit handelte, in abschreckendem Lichte darzustellen. Dieses Pharisäerthum hört immer mehr ans, seit unter denselben wirthschaftlichen Poiaussetzungen dieselben Zustände, wie die in England ge- rügten, auch bei uns sich immer weiter entwickeln, und be- sonders seitdem die Arbeiterbewegung selbst mehr und mehr auch die thalsächlichen Verhältnisse unS vor die Augen treten läßt. Der Versuch mit England aber fällt eher zu dessen Gunsten aus; in England ist die soziale Krankheit schon längst in die Krisis geraihen und bereits seit 50 Jahren datiren die Versuche, die Krankheit zu heilen, während bei uns trotz des llkothstandes, der in gräßlichster Weise in vielen Gegenden trotz aller Schönfärbereien nicht zu vertuschen war, wie in Schlesien, Sachsen u. s. w., erst in den letzten Jahren die soziale Be- wegung anfängt, eine Rolle zu spielen. Eine Möglichkeit für die einzelnen Arbeiter, sich aus dem Drucke dieser Verhältnisse herauszuarbeiten, gab eö nicht, es sei denn, daß er durch vor- zügliche Begabung oder besondere Glücksumstände sich auL dem Stande des Lohnarbeiters in den eines kapitalistischen Arbeit- gebers emporschwang. Es werden diese vereinzelten Beispiele oft genug hervorgehoben, ols ob es sich darum handelte, daß dem Einzelnen ermöglicht ist, Reichthum zu erwerben, und nicht vielmehr darum, daß es im Allgemeinen in der Wahrscheinlich- keit beruht, daß jeder Arbeiter ein zu einem menschenwürdigen Dasein zureichendes Einkommen habe. Einzeln konnten die Lohnarbeiter ihre Stellung nicht verbessern; eine Vereinigung war durch die Gesetze verhindert. Das Fabrikwesen absorbirte zum größten Theil den selbständigen Handwerkerstand, oder brachte ihn auf einen kümmerlichen Zustand herab, der kaum besser war, als der eines Lohnarbeiters. Der einzelne Fabri- kant, wenn er noch so humane Gesinnung hegte, war gehemmt durch seine Konkurrenten; er mußte so billig wie diese pro- duziren, wollte er nicht ruinirt werden. Die Hülfe des Staates konnte unter den so gestalteten Verhältnissen, in denen er selbst nur als Vereinigung der besseren Stände zur Aufrechterhaltung der Zucht und äußeren Ordnung unter den unteren Klassen betrachtet wurde, wenig mehr thun, als durch Wohlthätigkeitsanstallen, Armen- und Krankenpflege u. dergl. das ärgste Elend zu lindern suchen. Die Bestrebungen des Staates wie der Privaten gingen darauf hin, die Lage des Arbeiters zu bessern, sondern nur die Arbeits- unfähigen gegen Hunger und Krankheit zu sichern. Erst mit der Freigebung der Coalition auch für die Arbeiter, tonnten diese selbst daran denken, durch vereinte Kraft dem Fortschreiten des Uebels zu steuern. In England hat die Arbeiterbewegung fast ein halbes Jahrhundert hinter sich, und allgemein wird es anerkannt, die amtlichen Untersuchungen legen» es klar zu Tag, wie Großes durch die Arbeiter selbst in dieser Zeit geleistet ist. Es wird oft beliebt, den Nachtheil, welchen erfolglose Strikes mit sich führten, in ein besonders grelles Licht zu stellen; der Strike mag Einzelnen Unheil bringen, aber noch kann Niemand behaupten, daß die Lage der Arbeiter durch erfolglose Strikes sich verschlimmert habe. Aber eine Bedeutung hatte der Strike selbst dann, wenn er ohne Erfolg blieb. Die Arbeitgeber lernten die schwere Waffe, welche die Arbeiter gegen sie in der Hand hatten, kennen, und die Furcht vor Strikes hat eben die meisten Strikes in England durch gemeinschaftliches, friedliches Uebereinkommen verhindert. Die Nachtheile, welche Strikes auf die sittliche und wirth- schaftliche Lage des Arbeiters haben, werden zum mindesten — wir reden hier im Allgemeinen— aufgewogen durch den Vortheil eines festen Anschlusses der Arbeiter an einander; die Arbeiter werden durch die Vereinigung sittlich gehoben, sie beginnen klarer über ihre Lage zu denken, und so haben wir in Deutschland selbst den Fall, daß mehrere Produkcivgenossen- schaften(Forst, Ober-Oderwitz) die Folge vorangegangener Strikes waren. Auch jene Nachtheile, welche die verbesserte Lage der Ar- bester für die Industrie, für den Nationalrcichthum mit sich bringt, schlagen wir sehr gering an. Eine Industrie, welche nur bestehen kann unter der Voraussetzung, daß der Arbeiter zu keinem menschenwürdigen Dasein gelangen könne, ist nicht des Bestehens werth. Uebrigens sind die Prophezeiungen über die Vernichtung der Industrie durch die erhöhten Lohn- forderungen in England seit 50 Jahren fortwährend gemacht, ohne daß sie bisher in Erfüllung gegangen wären. Wir sehen in den Strikes kein Mittel zur direkten Lösung der socialen Frage. Sie sind eine Reaktion gegen die Herab- drückunz der Arbeiter und können nur allenfalls dazu dienen, dieselbe zu hemmen. Augenblicklich mag der erhöhte Lohn die Lage einzelner Arbeiterklassen verbessern, die sociale Reform aber kann durch diesen nicht vollzogen werden. Die social-demokra- tische Arbeiterpartei hat dieses auch im vorigen Jahre in Leip- zig ausgesprochen, sie erstrebt eben die Ersetzung der Lohnarbeit durch die Gcnossenschaftsarbeit. Aber die Durchführung einer kürzern Arbeitszeit und die wenn auch nur augenblicklich ver- besserte Lage des Ardeiters setzt diesen, indem sie ihn von dem furchtbarsten Drucke befreit, in die Lage, sich über diese Zwecke klar zu werden, sich weitergehende Ziele zu stecken. Der Kampf selbst hat ihm seine Schwächen gelehrt; er denkt an Organi- sation, er sieht, daß diese durch erhöhte Bildung bedingt ist, er stellt diese mit als sociale Forderung auf, und, indem er erkennt, wie der allgemeine Wohlstand auch mit abhängig ist von der Politik, verlangt er, daß diese sim Geiste des Friedens und der Verbrüderung der Völker geleitet wird. Nur die Arbeiter selbst sind im Stande, ihre Lage dau- ernd zu verbessern; den gebildeten Ständen liegt besondere, die Pflicht ob, durch Gerechtigkeit und Humanität die Feindseligkeit, welche jeder Kampf mit sich führt-- und der Kampf ist ein mal nicht zu vermeiden— zu mildern. Wir können uns' hiebet nicht enthalten, das Verfahren des Publikums, insbesondere auch der„liberalen" Stimmsührer, einer Besprechung zu unterwerfen. Mochten die„Liberalen" auch früher von dem guten Glauben durchdrungen gewesen sein, daß auf der von ihnen eingeschlagenen Bahn die sociale Frage zur Lösung gelangen könne, so hat doch die letzte Zeit hinreichend an ihren Theorieen gerüttelt und dieselben als morsch und hin- fällig erscheinen lassen. Die Wissenschaft in fast allen ihren Vertretern an den Universitäten neigt mehr oder weniger zum Socialismus, und ihre Stimme verdiente wohl Beachtung. Statt dessen suchen die„Li- beralen" mit allen, oft auch den perfidesten Mitteln, die Be- wegung unter den Arbeitern, soweit sie sich nicht von den Li- beralen fesseln und zur Ohnmacht verdammen lassen, zu ver- dächtigen. Ein Umstand kommt ihnen dabei sehr zu Statten. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen befindet sich gerade der selbstständige kleine Gewerbetrieb in der verhängnißvollsten Lage. Mit den letzten Kräften ringt er gegen die Absorption durch den Großbetrieb, und ist daher auch nur zu geneigt, die von der andern Seite sich erhebende Bewegung der Arbeiter als einm neuen Feind zu betrachten. Dieser Stimmung wird von dem Liberalismus geschmeichelt; statt die noch selbstständigen klci- nen Gewerbtreibenden zur Theilnahme an der socialen Bewe- gung, als dem letzten Anker zur Rettung zu drängen, bringt man sie in die Gegnerschaft und läßt sie somit selbst zur Beschleunigung ihres Unterganges mitwirken. Der niedrige Lohn ändert nichts an der Lage der kleinen Gewerbtreibenden, für ihn ist die einzige Möglichkeit der Rettung in der qenossenschaft- lichen Arbeit zu suchen. Beamten mit ihren Gehältern nicht ausreichen, oiejc haben stets der Arbeiten zn viel und des Geldes zu wenig, dafür ist es aber ein Beamten- und Militärstaat und groß und mächtig wie keiner, keiner in Europa!" Man schreibt uns:„DieAbnahme der Bevölkerung" im Regierungsbezirk Coeslin hat also die„Aufmerksamkeit der Behörden" auf sich gezogen, und wird die„Frage zur Er- örterung" kommen, was gesetzgeberisches Vorgehen für die öst- lichen Provinzen thun kann!— Recht so, wer die Ursachen ge- legt hat, der wundert sich über die Wirkungen!—„Thut die Re- gierung nicht genug für Bildung? Schulen, Gymnasien erstehen wie Pilze"- aber leider kein Brod, die Erde kann nicht so viel hergeben, alö die Gelehrsamkeit der Politik verzehren möchte die Verwaltung ist theurer als das Verwaltete, der Handel macht Einige reich, die Creditanstalten bereichern die Unternehmer, dennoch herrscht recht eigentlich geheime bettelhafte Armuth in allen Ständen, die Solidität weicht immer mehr. Das räumt die Verwaltung selbst ein, wenn sie im gegebenen Fall sagt, auf 8 Morgen de? besten Bodens kann sich keine Familie er- nähren, die sich als Tagelöhner nährt. Gesetze machen, breite Reden haften, Siege erringen, Bänder erwerben, wie schön ist es, aber wo bleibt die Glückseligkeit?— Was ist zu thun? aus- wandern? Nicht doch— Sclavmmärkte einzurichten! Dahin bringe deine Arbeitskraft und Dein und der Deinigen Gesammt- eristenz und sieh' zu, wie viel Machthaber Dich kaufen wollen, das ist die uirima ratio für's Volk. „Der Staat ist überaus glücklich, er hat Millionäre außen und innen, seine Finanzen find die besten,— leider können die Christlich und Türkisch. Auf der Insel Mar- mara(in der Türkei) findet nach einem Telegramm aus Kon- stantinopel eine scheußliche Judenhaß statt, veranstaltet und ausgeführt von Christen. Die Opfer der„frommen" Wuth flüchten, soweit es ihnen möglich ist, zu den Türken, die durch ihre Religion wenigstens nicht zu Bestien gegen den Andcrsglaubenden gemacht sind. Die Amsterdamer„Doekomst" hat leider trotz der schweren materiellen Opfer, welche der bewährte Parteigenosse Dr. F. G ün st*) seit Jahren für dieselbe gebracht hat, mit dem 1. Mai eingehen müssen; Dr. Günst hat aber, wie er uus schreibt, die Aussicht, das Blatt in anderer Forin wieder aufleben zu lassen. Äu die WürtembelJische» Sozialdemokraten. In Erwägung, daß das soziale Elend in nnsereni„Schwaben- tändle" immer größere Dimensionen annimmt, indem die Lebensmittel- preise eine Höhe erreicht haben, welche selbst die des Hungerjahres 1817 übertreffen; in Erwägung ferner, daß der Lohn in unseren Staatsgcschäften, statt vorwärts zu gehen, in einem Jahrzehnt um 30% gesunken ist und die Preise der Subsistenzmittel, sowie die Sleuerzetiel wohl nm 90% gestiegen find, und daß es voraussichtlich noch schlimmer wird, da unsere Landes- und Reichsverireter stets bereit sind, neue Steuer- gesctze zu votiren, dagegen unsere gerechten und zeitgemäßen Forde- rungen mit„allgemeiner Heiterkeit" beantworten; sin Erwägung endlich, daß der vierte ParteiklMgreß nahe bevor- steht und es die Pflicht der schwäbischen Parteigenossen ist, Vertreter auf den Kampfplatz zu senden— ans Grund dessen liaben die Eßlinger Parteigenossen beschlossen, in allernächster Zeit eine sozial-demokratische LandeSversamm- lung in Esslillge» abmhaltcn. Man geht vabei von der Ansicht aus, daß Eßlingen der Mttelpuntt der sozialdemokratischen Gegend in Würtemberg sei. Es wird jedoch selbstverständlich Jedem über- lassen, seine Ansichten brieflich mitzutheilen; das Resultat wird dann im„Volksstaat" bekannt gemacht. Es werden alle uusere Freunde und Parteigenossen, sowie sämmt- liche Ärbeiterbildnngsvereine und die verschiedenen Genossenschaften gebeten, sich umgehend mit dem Unterzeichneten in Lerbindung zu setzen, damit die Versammlung bald stattsiaden kann. Mit brüderlichem Gruß und Handschlag Eßlingen, den 21. Mai 1872. der Vertrauensmann A. Knourek, Strohgasse 20. Agitatiousbericht. Sonnabend, den 10. Mai fand in Forst i. L. eine Bolksv er- s a m m l u n g statt, in welcher ich über den Berliner Webertag sprach. 115 Tuchmacher beschlossen, mir ein Mandat für den Webertag zu übertragen, um mich später Bericht abstatten zu lassen. Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete der Leipziger Hochverrathsprozeß. Es mochten 300 Personen anwesend gewesen sein. Montag, den 13. Mai fand in Finsterwalde eine von 800 Arbeitern besuchte Volksversammlung statt. Ich hielt Vortrag über die Arbeiterfrage. Es existirt hier ein selbstständiger Stuhl- arbeiterverein mit 800 Mitgliedern, welcher sich von dem Verband der Ortsvercine losgerissen Hai und ausgezeichnete Fortschritte macht. Wenn die sozial-demokratische Arbeiterpartei in moralischer, sowie w pekuniärer Beziehung Unterstützung leistet, wird sich hier auch eine Mitgliedschaft der Paitri bilden. Die Anhänger Max Hirsch's machten nur außerhalb des Saals Opposition; 150 —200 Frauen waren in der Versammlung mir anwesend und sind auch sehr viele Frauen Mitglieder des Vereins. Am Schluß wurde noch der allgemeine Wunsch ausgesprochen. Bebel hier zu hören. F. Simon. Trci Thaler für ein Armenattest. Rcuudorf, b. Staßfurt. In der Gemeinde zu Neuitdorf ist bei Per Separation Acker zu einer Gemeinde Lehm- und Kiesgrube liegen geblieben, und bei Abschließung. des Recesses ist von dem in der Neundorfer Fcldslur belegenen Acker z» dieser Grube ein gleicher Theil von jedem Morgen abgezogen, so daß jedes Gemeindemitglied das Recht hat, daraus seine Baumaterialien unentgeltlich zu beziehen. So geschah es, daß im Jahre 1864 die Regierung zu Dessau einige Morgen Land zu Baustellen für die Bergarbeiter zu Lcopoldshall ankaufte: im Jahre 1865 wurde der Anfang mit dem Bauen gemacht und bis 1871 dasselbe ununterbrochen fortgesetzt, ohne daß die Gemeinde Neundvrf irgend welche Schwierigkeiten dagegen erhoben hätte; aber nn Jahre 1871 baute der am ersten September desselben Jahres verunglückte Parteigenosse Friedrich Roh kohl mit noch Einigen, von welchen der Ortsschulze Günther sechs Thäler für Entnahme von Materialien aus genannten Gruben abverlangte; er ging jedoch bis auf drei Thaler herunter. Run tvandten sich die Leute an die Regierung, von der sie den Bescheid erhielten, dieses Geld bis zur definitiven Erledigung der Sache zu bezahlen, was sie auch thaten. Als sich jedoch herausstellte, daß dies Recht für Entnahme aus den Gruben nicht auf der Person, sondern auf dem Grund und Boden, welcher angekauft war, beruhe, ertheilte genanntc Regierung der Kreis- Direktion.zu Bcrnburg den Befehl dem Ortsschulzen zu Renndorf zu wissen zu thun, daß er die drei Thaler zurückzuerstatten habe, welchem Be- fehl aberdicserOrtsschulze nicht nachgekommen ist. Als nun Friedrich Rohkohl verunglückt war und dessen Frau aufGrnnd des Haftpflicht- Gesetzes Ansprüche zu erheben berechtigt zu sein glaubte, die Regierung aber sich entschieden weigerte, Zahlung zu leisten, sah sich Frau Rohkohl veranlaßt, sich einen Vormund zu bestellen, um die Anklage dann einreichen zu können, und zu diesen Behuf hat sie sich den Rechtsanwalt Rindfleisch aus Bernburg zu ihrem Vertreter, den Parteigenossen Bergmann Naumann zu ihrem Vormunde er- wählt. Da die Anklage eingereicht wurde, die Frau aber kein Geld besaß, und infolge dessen sich ein Annenattest aus der Gemeinde zu Neundorf ausstellen lassen ivollte, wurde sie vom Ortsschulzen Günther mit diesem Anliegen an ihren Geburtsort verwiesen, von wo sie es auch erhielt. Aber auch aus Neundorf mußte sie ein Annenattest haben. Der Ortsschulze wollte indeß keins ausstellen, weil die Frau noch ein Haus habe. Man machte ihm klar, daß das Haus mehr Schulden habe, als es Werth sei. Schließlich erklärte er sich unter der Be- dingung zur Ertheilung des Attestes bereit, daß Frau Rohkohl auf jene ihrem Manne so unrechtmäßig abgenommenen 3 Thaler verzichte. Der Rechtsanwalt wird natürlich dagegen Beschwerde führen. Marburg, 7. Mai. Große BolkSversammluna aus dem Lande. Vergangenen Sonntag Nachmittag hielten die hiesigen Partei- genossen eine Massen-Versammlung in dem zwei Stunden von hier entfernten Orte Frohnhausen ab. Dieselbe fand im Freien statt. Die Zahl der Anwesenden betrug nahe an 3000. Als auswärtige Redner waren anwesend die Parteigenossen Schob ans Mainz. Zollinger, Roth und Honig aus Frankfurt. Parteigenosse Schob hielt einen Vortrag über„den Reichstag und seine Bedeutung für das Volk". Am Schlüsse desselben wurde er von einem anwesenden Beamten in höchst naivcr Weise interpellirt, indem derselbe die Anfrage stellte, ob Redner, falls er als ReichStag-Abgeordneter gewählt werden sollte, im Reichkiag« das eben von ihm Gesagte in derselben Weise vettheidigen, wollte? Der gute Mann gatte jedenfalls vergessen, daß im Reichs- tage„Redefreiheit" herrscht. Schob gab genügende Antwort. Partei- � genösse Zollinger sprach über das Programm der social-demokratischen Arbeiter-Partei. ParteigenosseRoch schloß sich dem Bortrage Zollingers aif und referirte über Abschaffung der Todesstrafe, indiiecte steuern u. s. w. Zollinger nahm hieraus das Wort zu einem Referat über die Arbeiterbewegung in Spanien. Die Vorträge der Redner machten einen recht guten Eindruck, wie überhaupt die Versammlung in schönster Ordnung und Ruhe verlief. Das messte Verdienst an dem Zustandekommen der Versammlung gebührt Herrn Lauer aus Niederwalgern, der durch seine umsichtige und rege Agitation viel zum Gelingen derselben beige- tragen hat, wofür ihm hiermit der beste Dank ausgesprochen wird; ebenso sagen wir auch den Rednern unfern Dant. Mit social-deniokratischem Gruß H. Wosniak. Gotha.(Allgemeiner Bericht.) Die sozial-demokratische Bewegung nimmt hier wieder einen regelmäßig aufstrebenden Verlaus. Eine starke Betheiligung wird der Gewerkschasts-Kongreß in Erfurt haben, die hiesigen Tischler haben schon unfern Vertrauensmann Augustin zum Delegirten gewählt. Di« hiesigen Nationalliberalen spielen die väterliche Rolle iür die Arbeiter wie immer, und diese sind, durch die ganz erbärmlichen Lohnverhältuisse dahin gebracht, so un- dankbar und iehen dies nicht ein. Der Vertrieb des„Volksstaat"(59 Abonnenten bei der Filialerpedition) und sonstiger sozialistischer Schris- ten steckt ihnen so im Kopf, daß sich sogar der Generalsuperintendent Petersen am ersten Pfin-sttaae von der Kanzel herab darüber be- jchwerte, daß jetzt im Volk so viel„gelesen" würde, was ftüh'er nicht der Fall gewesen, und daß„Arbeiterführer die Arbeiter verbetztm", welcke das hergestellte deutsche Reich wieder zu'zersplitteni juchten.. Es gebe doch manche Fabritanten, welche den Arbeitern aus gMem Herzen das gäben, was ihnen gehöre.(Wie weit die Arbeiter kommen, wenn sie abwarten, was ihnen„aus gutem Herzen" gegeben wird, beweisen die heuligen Löhne.) lim unser» Schriften entgegen zu wirken, läßt die hiesige Muckergesellschaft durch ein Dienstmädchen an die Schul- jugend Traktätchen wie z. B.. �.Die frohe Botschaft in Liedern" ver- theilen; da steht z. B. der trostreiche Bers darin: Wenn Kummer dich quält, Wenn Alles Dir fehlt, So flehe zu deinem Erbarmer!' Gewiß, die gothaischen Arbeiter werden„beten", wenn der Hunger- lohn zur Fristung des Lebens für Frau und Kind nicht ausmcht, während ihre Ausbeuter von ihren Schweißtropfen im Ueberstuß schwelgen!—, Eine von einer Volksversammlung am 15». Januar beschlossene Denkschrift an die Staatsregierung wegen der W o h n u n g s n o t h ist ohne Antwort geblieben, dagegen hat sich eine Baugesellschast von 25 Ratio- nalliberalen gegründet, welche Ardeiterwohmingen bauen will, es sollen aber wie gewöhnlich diese Wohnungen als Gnade gegeben werden; die Petition um Zuziehung von Arbeitern bei Berachung dieser Woh- »ungen hat man, wie gewöhnlich, unberücksichtigt gelassen. Run, die geistig verkommene Bourgeoisie zeigt in der Abgelegenheit von der Stadl wie Einrichtung der Hän er und billiger Herstellung derselben, daß sie eben nicht mehr fähig ist, die Volkssache zu vertreten. Ein anderes, nationalliberales Koinits bettelt in der Stadt herum um Beiträge zur Erbauung eines sehr nolhwendigen Krankenhauses. Für ein Militärkranlenhaus bettelten sie nicht, sondern verwilltgen aus dem Steuersäckel des Arbeiters mit vollen Händen. Ebenso verwilligen sie fiir Wasserleitung, Museum u. s. w. an« Kommune- und Staatskassen, weil sie für ihren Nutzen hergerichtet werden. Wenn aber ein Krankenhaus für Handwerksgesellen, Fabrik- ardeiter, Dienstboten(von diesen wird es meist benutzt) erbaut iverden soll, da muß gebettelt werden, damit man ja dem Arbeiter ei» Almosen reicht, um zu beweisen, wie gütig jene Herren sind. Pausa. Auch wir haben hier viele Nergeleien von der Gerichts- amts- Behörde unv Polizei zu bestehen, und werden mit Argus-Augen bewacht. Amtmann. Aktuare und die ganze belroßle Mannschaft, haben wir oft zu gleicher Zeit in unser» Versammlungen. Ich will für das zuerst Gesagte nur eine Thatsache anführen, weil der hiesige Amtswacht- meister den„Volksstaat", der schon einen Beruht darüber brachte, der Verläumdung gegen daS hiesige Gcrichtsamt beschuldigte. Wir gründeten nämlich im Oktober vorigen Jahres eine Slru mp fw irker-G en ossen. schaft, doch auch um einige Geldmittel bei einem etwaigen Strike zur Disposirion zu haben; was wir uns gesagt, daß un« vom Gericht Schwiengkeilen in den Weg gelegt werden würden, traf ein, als wir die Statulen einreichten. z. 2 der Statuten lautete: „Der Zweck der Genossenschaft ist ein festes Zusammenhalten zur Hebung der materiellen Lage der Arbeiter, wenn nöthig durch organi- sine Arbeitseinstellungen, und die Wahrung der Rechte und Interessen aller betheiligten Genossenschaster." Die Ausstellung hiergegen vom Gerichtsamt lautet: „Zum Schluß ist«och zn bemerken, daß die Genossenschaft, welche als ausgesprochenen Zweck die Herbeiführung höherer Lohnsätze im Wege der organisirten Arbeitseinstellung verfolgt, mit dieser ihrer Ten- denz das öffentliche Interesse berührt, dein Vereinsgesetze(man ver- gleiche z. 1 der AuSsührungsordnung des letzter») und damit der Ge- »ehmigung des Königlichen Minister» des Innern unterstellt erscheint. Nachrichtlich Wähner, Assessor." Dies zur Steuer der Wahrheit und zur Beseitigung des Verdachts, welchen der hiesige Amtswachtnieister nach Schluß einer am 20. April abgehaltenen Versammlung verbreitete, als habe der„Volksstaat", resp. der Einsender das Gericht verläumdet; der Amtswachtmeister sagte, so etwas könne ja das Gericht gar nicht sagen, das wäre nicht wahr. Auch uns ist diese Ausstellung nicht begreiflich und theilen wir in dieser Beziehung die Ansichten des Herrn Wachtmeisters, da§. 1 der Aus- sübrungsverordnung des Lereinsgesetzes, worauf sich diese'Ausstellung zu gründen sucht, weiter nichts besagt als: was unter öffentlichen Angelegenbeiten sowie Polizeibehörde zu verstehen sei, und tj. 152 der Norddeutschen Gewerbeordnung Verbote, folglich auch Maaßregelung gegenüber von Arbeitseinstellungen ausdrücklich aufhebt. Ich sage: auch uns ist das Verfahren des Gerichts unbegreiflich, da wir jedoch geglaubt, daß die Worte des hiesigen Gerichtsamtmanns Herrn Ehrig. welche derselbe bei einer uns ebenfalls unerklärlichen Versammlungs- Auflösung aussprach, Wahres enthielten, nämlich: wir verständen von der Justizpflege aar nichts, so haben wir uns bis jetzt begnügt. Warnin wir der Aussührung des Herrn Amtmann« beistimmen müsien, ist ein- fach dies, weil so Manches von den heutigen Behörden ausgeführt wird, was wir mit unfern schlichten Rechtsbegrissen nicht fassen können. August Becher, St-umpswirk-r. Waruung. Es ist mehrfach vorgekomnren, daß von Seitendes Webermeisters Wilhelm Fiedler, und des Webermeisters Straubing aus Apolda in verschiedenen Zeitungen Sachsens Webergehilfen gesucht worden sind, wo denselben dauernde und gutlohnende Arbeit versprochen resp. zugesichert wird. Wir halten es für nnsere Pflicht, unsere Berufsgenossen und Mi!- arbeiter dringend zu warnen, auf derartige Versprechungen zn hören, und ja bei obengenannten Meistern, welche sich selbst erst zweimal be- denken und dann einmal den Gehilfen, nicht in Arbeit zu treten. Es wäre sehr zu wünschen, daß gegen solch« Herren, welche sich auf Kosten der Gesellen gute Tage machen, allenvärts in der Weist, vorgegangen wird, damit denselben die Möglichkeit genommen wäre, Arbeiter zu bekommen. ermannHesse, aus Glauchau. Hermann Flehmig, ausG'auchau. ermann Netzold, aus Glauchau. Hermann Ackermann, aus Gbß' »itz. Gustav Storl aus Ehemnitz. Apolda, d. 18. Mai. *) In unserer neulichen Notiz, bettessend die„Toekomsi", ward der Nam? falsch geschrieben. Aufforderung. Me, welche Ctrkularc zur Unterschrift in Hände« habe» werden ersucht, solche möglichst bald cinzusendrn. Wer no« Unterschriften sammeln will, wolle seine Adresse zur Ueber- Mittelung an die Grpcditiou des„Bolksstaats" einsende». »äs Comltce. Leipzig: Verantw. Redakteur A. Muih; Redaktion u. Expedition Hoheftr. 4; Druck u. Verlag v. F. Thiele.