No. 47 Mittwoch, IS. Jimi Erscheint wöchentlich 2««l � � in LtiPjig. Bestellungen nehme» alle Pastanstallen und Buchhand- wngen deS In-«nd>uS- landes an. Zur Leipzig nehmen Bestellungen an: die Erpedition, Hohe Str. 4. >. Bebel, Peteristr. lö, K. rhiel«, Emilienstr. 2. «bonaementSvreiS: Für Preußen incl. Stempel- stener 17 Sgr., sstr dieübrigm deutschen Staaten l!i'/,Ngr. »er Quartal, per Monat 4'/» Ngr, für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr. Kiltalerpedition sstr die ver« einigten Staaten: F. A. Sorge, Bos 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soMl-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenojsenschasten. De« Schriftenv erlauf betreffend. Die Expedition ist angewiesen, Schriften unter leinen Umständen und gleichviel in welchem Betrag auf Kredit an Einzelne abzugeben, sondern nur gegen Baarzahlung oder Postnachnahme. Ausgenommen hiervon sind Diejenigen, welche bereits Kontis bei uns haben und die Filialerpediteure. Die bis Ansang Mai bezogenen und noch nicht bezahlten Schriften find im Laufe des Monats Juni zu berichtigen. Leipzig, den 1. Juni 1872. Die Berwaltungs lommisfion. De« Abonnenten von Leipzig und Umgegend hierdurch zur gefälligen Nachricht, daß seil dein 1. Juni a. c. ab nur solche Quittungen für gezahlte Abonnementszelver Giltig- leit haben, welche von der Vcrwaltungskommission mitunter- zeichnet sind. Die Verwaltungslommission. An die Parteigenoffen. Wiederum sind wir gezwungen. Eure Opferwilligkeit in Anspruch zu nehmen. Eine große Anzahl Parteigenossen, die als Vorkämpfer für unsere Rechte in die Schranken getreten, sind zur„Strafe� für solche„ungesetzlich", sogar„hochverrätherisch" benannte Handlungen zu mehr oder minder großen Geld- und Freiheits- büßen verurtheilt worden. Parteigenossen! Als Arbeiter, als Sozialisten, die wir das Banner der Solidarität hoch halten, haben wir nicht nur ein gemeinsames Interesse an den Erfolgen, die wir erringen, — nein, wir müssen auch die Opser der Verfolgung gemein- sam tragen, und sammt und sonders sind wir ohne alle Aus- nähme, ist Jeder nach seinen Kräften dazu verpflichtet. Es würde uns schlecht anstehen, wollten wir einzelne Personen als Opferlämmer der Sozialdemokratie bluten lassen. Wir müßten uns schämen, wenn wir nicht Alle sür-Einen eintreten wür- dm, wo Einer für Alle leiden soll. Gapz abgesehen von d.n„Von Rechts Wegen" zu zweijäh- riger Festungshast verurthcilten„Hochoerraths-Vorbereitern"— für deren Familien zwar bereits gesorgt ist—, veren langwierige Hast selbst aber wir auf jede Weise erträglich zu machen verpflichtet sind, sind noch mehrere andere Partcige- nassen zu mehrmonatlicher Haft begnadet und haben wir außerdem nicht unbedeutende Geldstrafen zu zahlen. Mitarbeiterl Ihr wißt, daß wir nicht ohne Roth Eure Hilfe in Anspruch nehmen, deshalb aber erwarten wir um so mehr, daß jetzt, wo wir an Eure Opferwilligkcit appelliren, ein Jeder gern und mit vollm Händen beisteuern wird. Schon haben Parteigenossen verschiedener Orte, ohne unsere Aufforderung abzuwarten, Beiträge zu diesem Zwecke aufgebracht; allein es ist unbedingt nothwendig, daß die Unter- stützungLangelegenheit geregelt werde, damit dauernde Hilfe ge- währt werden kann. Wir ersuchen deshalb im Einverständniß mit den Verur- theilten, alle Gelbsammlungen für einzelnbenannte Personen zu unterlassen und alle für obigen Zweck aufgebrachten Gelder an uns einzusenden. Wenn Jeder seine Schuldigkeit thut, bei all und jeder Gelegenheit einzig und allein hierfür sorgt, so wird in kürzester Zeit unsere Unlerstützungskasse in her Lage sein, den an sie gestellten Anforderungen zu entsprechen. Hamburg, den 8. Juni 1872. Der Ausschuß. I. A.: Th. Yorck. Alle Gelder sind an den Kassirer Herrn H. Benneke, kleiner Schäferkamp 34 einzusenden. l» Mkinorluin.*) Ein Jahr ist's, seit die heil'ge Sache fiel, Erwürgt in ihrer Helden lheurem Blute, Seit schmerzerzitlernd auf dem Trauerspiel Das Auge jedes rechten Mannes ruhte; Dock sie lebt fort, sie zeigt uns unser Ziel, Das unsere Brust erfüllt mit hohem Muthc. Des Volkes Recht, erstickt im Pulverdampf, Es mahnt und mahnt und ruft zu neuem Kampf. Es kommt der Tag, es kommt die große Stunde, Die unsre Fesseln bricht mit Allgewalt. Wenn durch die Welt aus tausendstimm'gem Munde Wie Donner unsre Losung widerhallt Und gegen uns und unsre Freiheitskunde Die wüste Rotte sich zusammenballt, Dann, Henker, reden wir zu-uch in Thaten, Dann thürmt das Volk die neuen Barrikaden. Euch rufen wir zu Hilf', ihr theuren Manen Der Helden, die gefällt der Meuchelmord, Euch rufen wir, ihr sollt den Weg uns bahnen Durch Fcindesreihen zu der Freiheit Port! Begeisternd zieht ihr her vor unsre n Fahnen Und reißt die Menge glühend fort. Euch rufen wir; ihr führet uns zum Sieg Im letzten Kampf, im wahren Völkerkrieg. *) Zum Gedächwiß._ Aus Amerika. New-York, 1. Mai 1872. Die Bauarbeiter sind sehr rührig in ihrer Agitation für die Acht stunden arbeit. Die Maurer, Gipser, Stein- Hauer und Anstreicher haben in Rew-Hork und Umgegend größ- tentheils ihre Forderung durchgesetzt. Die Möbelarbeiter organisiren sich fleißig zu demselbm Zweck und kürzlich haben sich die Polsterer denselben angeschlossen. Aller Orten sind Ausstände— etrikes*)— an der Tagesordnung und es läßt sich erwarten, daß in diesem Jahre die Arbeiterorganisationen manchen kleinen Sieg erringen werden. Im Einklang mit den in der letzten Korrespondenz gemachten Mittheilungen über das Verfahren des Kongresses und der Staatsgesetzgebung betreffs der Achtstundenfrage steht übrigens die Handlungsweise der Be- Hörden. Die Nationalregierung läßt ein großes Zollhaus in Georgia bauen und die dabei beschäftigten Arbeiter verlang- ten, auf das Gesetz gestützt, die Achtstundenarbeit. Der Su- perintendent entließ die Arbeiter. Diese wandten sich an die Bundesbehörde in Washington, welche Anweisungen gab, die Leute nur 8 Stunden arbeiten zu lassen, aber auch nur 8 Stun- den, d. h.\ Tagelohn zu bezahlen.— Vor ein paar Tagen ging ein Komitee von Arbeitern an dem neuen Postgebäude zu New-Uork zu dem Bauaufseher und verlangte ebenfalls Aus- führung des Gesetzes, worauf dieser Herr sofort die Betref- senden ihrer Arbeit entließ. Dieses Komitee nun reiste sofort nach Washington und verlangte und erhielt Zulaß beim Prä- sidenten Grant. Da soeben eine Konvention der unzufriedenen „Republikaner" in Cincinnati tagt, um Herrn Grant'S Wie- dercrwählung zu vereiteln, so war der Herr gefügig, versprach den Arbeitern, ihnen zu ihrem Recht zu verhelfen und gab ihnen zu diesem Zweck ein Schreiben an den Hilfsschatzmetster der Ver- einigten Staaten. Dies ist derselbe Grant, der vor 3 Jahren den Präsidenten der Rationalen Arbeiter- Union, William Sylvis, keiner Antwort würdigte aus ein offizielles Schreiben, aber mündlich erklärte:„er kenne keine Arveiterpartei." Damals war er eben ins Amt eingeführt und halte seine vier Jahre vor sich. Jetzt steht die Wahl vor der Thür. Aus demselben Grunde hat gesteru der Regierungs-(Grant-) Flügel der republikanischen Partei in der Stadt New-Aork beschlossen, die Achtstundenarbeit in sein Programm aufzunehmen. Die Bergleute und Minenarbeiterin Pennsylvanien haben sich eine Erniedrigung ihres kargen Lohnes gefallen lassen müssm wegen„schlechter Zeiten", d. h. wegen Neberproduktion. Es wird jetzt eifrig dahin gewirkt, die gesammten Bergbau- und Minenarbeiter der Bereinigten Staaten in einen großen Verband zu vereinigen. In Scronton und PottLoille, Pennsylvanien, haben sich wieder Unglücksfälle zugetragen, welche einer großen Zahl von Arbeitern Leben und Gesundheit kosteten. Die gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Arbeiter, welche— wenn auch ungenügend— vorhanden sind, kommen fast nie zur Anwendung oder werden in irgend einer Weise umgan- gen. Hier ein Beispiel des Versahrens der Grubenbesitzer. Als letztes Jahr, ebenfalls in der Nähe von Scronton, ein große? Grubenunglück pafsirle und zwanzig oder mehr Arbei- tern das Leben kostete, wurden Sammlungen zum Besten der Hinterbliebenen Familien veranstaltet, welche eine erkleckliche Summe brachten. Dieses Geld aber wurde den Gruben- besitzern zur Verwaltung und Bertheilung übergeben, welche es den Hinterbliebenen, Wittwen und Warfen nur auszahlten gegen einen schriftlichen notariellen Verzicht auf alle ihnen gesetzlich zustehenden Ansprüche an die Besitzer»nd Verwalter der Gruben. Es ist eine für Beurtheilung der hiesigen Arbeiterbewegung sehr zu beachtende Thalsache, daß die größeren und einflußreichen Gewerksvereine — tradee imiona— dieses Landes größtentheils auS Ein- gewanderten bestehen. Die wenigen aus geborenen Amerikanern gebildeten Arbeitcrgesellschaften siechen dahin. William I. Jessup hat sich nun ans Werk gemacht, um eine derselben, den Verband der Zimmerleute, wieder zu beleben, und es scheint ihm zu gelingen. Leider steht die hier grasfirende Geheim- bündclei dem Gedeihen einer gesunden Bewegung sehr ini Wege.— Am 17. März feierte Section I den Jahrestag der Kommune unter Betheiligung verschiedener Sectionen der Stadt New-Uork. Der Borsitzende Sorge verlas, um den Geist der Kommune zu schildern, den herrlichen Aufruf der Pa- riser an die Landarbeiter. Balte schilderte die Entstehung des Kriegs und der Kommune und verlas den Schluß der Adresse des Generalrath« über den„Bürgerkrieg in Frankreich". Speyer verlas das Gedicht„Die Hinrichtungen" aus dem„Volksstaat". Bliflert(Jrländer) sprach unter großem Beifall in englischer Sprache:„Der Honig der Bienen(Arbeiter) war nicht für die Bienen, sondern für die faulen Müssiggänger auf den Boule- vards. Die Kommune wollte den Bienen ihr Recht sichern, und der Ruf der Kommune wird auch bald in Amerika er- tönen. Die n ch herrschenden nationalen Vorurtheile werden nur gcnähit von den Lumpen der bezahlten Presse. Man spricht von Freiheit in der Republik. O ja! wir haben sie, die„Frei- *) Ausgesprochen Streiks, die Mehrzahl von strike, ausgesprochen Streik. Das Wort, ins Deutsche übergenommen, nach der deutschen Aussprache„Streik" zu schreiben, halten reu deshalb nicht für zweckmäßig, weil wir dann»ach der Analogie alle Fremdwörter ähnlich zu behandeln hätten, was, die Berechtigung auch zugegeben, zu großer Ver- wirrung fuhren würde.~ R. d. V. heit der Ausbeutung". Was nützt uns das Stimmrecht, so lange Schufte und Agenten der bürgerlichen Parteien es regeln und hanthieren, wie hier vor unfern Augen. Die Interna- tionale ist eine Schule, um Klarheit zu verbreiten über so große Fragen der Gegenwart u. s. w." Er schloß mit einem „Hoch auf das Paris der Kommune." Homrighausen sprach über die Dreieinigkeit der Bourgeoisie: Infanterie, Kavallerie und Artillerie, und wie dieser die Volksbewaffnung weichen mußte. Carl sagte:„Das Proletariat hat wenig Festtage. Dieser, der Tag ber Kommune, ist einer." Er untersuchte die Ursachen des Mißerfolgs und schloß daraus, daß für den kom- Menden Kampf zu beachten sei:„Kein Fragen, kein Bitten sondern strenges Handeln: Dictatur, Dictatur des Proletariats.*)" Speyer trug das Gedicht„Der Samstag Abend" vor. Dettle schloß den Abend, indem er sagte:„Richten wir unser Augen- merk auf die Hauptsache! Beachten wir Diejenigen nicht, die sich mit Nebendingen beschäftigen und voranstürmen wollen. Lassen wir sie ruhig an uns vorbeipassiren. Für uns giebt es nur ein Ziel: die Abschaffung der Lohnarbeit, der Ausbeu- tung, des Ausbeuters!" Auch die Parteigenossen in Chicago feierten die Kom- mune am 19. März durch eine zahlreich besuchte Arbeiterver- sammlung, in der Zimpel, Klings und verschiedene Mitglieder der dortigen deutschen und skandinavischen Sektionen die letzt- jährigen Ereignisse u. s. w. eingehend besprachen. Aehnliche Versammlungen fanden statt in San Francisco, New-Orleans, St. Louis, Boston u. A. m. Am 18. März feierten eine Anzahl anderer Sektionen/ besonders französische und amerikanische, die Kommune. Das Fest war sehr zahlreich besucht und also auch der Ertrag zu Gunsten des französischen Blatts„he Socialiste" angemessen. Reden in verschiedenen Sprachen wurden gehalten. Die Haupt- und Festrednerin war Frau Woodhull, welche die Anwesenden besonders auf den Stimmkasten verwies und Bildung einer neuen Partei betonte. Frau Woodhull hat nun auch einen Kongreß zur Bildung einer neuen Partei ausgeschrieben in Verbindung mit dem von ihr geleiteten Flügel der Frauenstimmrechtspartei und unter Benutzung vieler schöner Phrasen. Ein großer Theil der Mit- glieder der sogenannten„amerikanischen"(d. h. aus gebornen Amerikanern bestehenden) Sektionen hat sich ihr angeschlossen und das verschwommene Programm unterzeichnet. Die Beschlüsse des Generalraths über die Spaltung in den Vereinigten Staaten, welche dem„Volksstaat" zuge- sandt wurden, bilden das Thema eifriger Besprechungen in den hiesigen Sektionen. Der provisorische Föderalrath im 10 Ward Hotel faßte in seiner letzten Sitzung folgenden Beschluß:„Der provisorische Föderalrath im 10 Ward Hotel ist bereit zu einer Wiedervereinigung aus Grund �>er vollständigen Anerkennung und Durchführung der Beschlüsse des Generalraths." Derselbe wurde einem Komitee zur llebermittelung übergeben und sind die Folgen abzuwarten. Doch kann heute schon mit Bestimmt- heit mitgetheilt werden, daß die„amerikanischen"(geborene Amerikaner) Sektionen wenig geneigt sind, sich den Beschlüssen des Generalraths zu fügen und sich die Jurassier zum Vor- bild nehmen wollen.— Der Proceß und die Verurtheilun g Liebknechts und Bebels haben hier peinliches Aufsehen erregt und ist besonders das Verfahren des Herrn Schwurgerichtspräsidentcn gerechtem Tadel unterworfen worden. Unter den hiesigen Parteigenossen werden Kundgebungen verschiedener Art veranstaltet, um die Zusammengehörigkeit der Arbeiterpartei aller Länder und ihre Gesammtverbindlichkeit zu bezeugen. Alle aber stimmen über- ein in ihrer Anerkennung des würdigen und muthvollen, ent- schiedene» Auftretens unserer verurtheilten Freunde. Der Todtschlaft ist fortan erlaubt im Deutschen Reiche— ein Staatsanwalt in Straßburz hat die Straflosigkeit eines solchen anerkannt und ein Amtsblatt in Leipzig hat sie gutgeheißen. Am 8. d. M. enthielt das „Leipziger Tageblatt" unter„Vermischtes" folgenden— na- türlich irgend einem Bismarck'schen Blatt, wir wissen aber nicht welchem? nachgedruckten— Artikel: „Aufseß-Schwindel nennt ein Straßburger Correspon- dent der„Deutschen Presse" von Frankfurt a. M. mit Recht das ungeschwächt fortdauernde Gebühren pseudodemokratischer, ultramontaner und skandalfreundlicher deutscher Blätter und sagt dann: Der Staatsanwalt(hier in Straßburg Oberproku- rator genannt) hat ein Eintreten in die Untersuchung abge- lehnt, da der unmittelbar nach dem Tode aufgenommene Sektionsbefund ergeben habe, daß der Tod in Folge eines Herz- und Lungenleidens erfolgt sei. Unzweifelhaft wird man nun die Behauptung hören, der Arzt, der die Sektion vornahm, müsse ein Nationalliberaler gewesen sein. Herr Kolb hatte ja bereits die Unverschämtheit, in einem Wiener Blatte zu behaupten, daß, was man auch sagen möge, jener Vorfall es gewesen sei,„der das rasche Ende jenes Unglücklichen herbei- führte." Th atsache(!!!) ist, daß Herr von Aufseß am Mor- :) Dies kannj natürlich nur gelten sürsdie revolutionäre Uebergang»- Periode, falls die herrschenden Klassen den Weg friedlicher Umgestal- luug veriperreir Daß die Sozialdemolratie, ivelche die Beseitigung aller Klassenherrschaft erstreät, die Herrschaft des Proletariats und folg- lich auch die Dikiarur des Proletariats nicht als Endziel bezwecken f/mn fient mit hei' Kiand. k gen des Festtages zu Besuchenden in einer Mischung von Hu- mor und Traurigkeit nach einigen hestigen Hustenansällen sagte, „ich glaube, ich bin nach Straßburg gekommen, um hier zu Perben." Ein eigenthümliches Licht auf die den klaren Blick umhüllende Stimmung des Tagebuchschreibers(Aufscß) wirft ferner die Thatsache, daß er in seinen Auszeichnungen beständig auf„die dummen Mägde" schilt, die nicht zu finden gewesen seien, während er sie ausdrücklich fortgeschickt hatte, da er sich zur Ruhe begeben wollte, was diese der im Hause, ein Stock wert unterhalb anwesenden Frau Barack meldeten; daß er fer ner verschweigt, die Wasserflasche habe an ihrem Ort gestanden� während ihm, als nach der Scene im Treppenhause die Leute des Hauses zu ihm kamen, gesagt wurde: aber dort steht ja die gefüllte Wasserflasche, lieber den Vorgang selbst lassen wir einmal auch den„Chatiment, Journal antiprussien" aus Lyon reden, der bekanntlich stets die giftigsten Artikel gegen Deutsch land enthält. Dort wird die Beleuchtung des Münsters, das Treiben der Studenten und der deutsche Äesang im hämischen Tone erwähnt, dann heißt es:„Plötzlich, wie ein anschwellen des Echo der Verachtung der alten Stadt, die still im Halb dunkel da lag, ertönte ein Pfeifen, schrill, sonor; man schwiege man hörte, man murmelte. Aber kaum verschwindet der Ein druck, so kommt das Pfeifen wieder, um mit seinen schneiden den Trillern die Klänge der„Wacht am Rhein" zu unter brechen." Thatsache ist, daß in der Menge, die auf dem Platze nächst dem Schlosse stand, sich bereits eine große Unruhe kund gab; wie viel mehr mußte dies bei denjenigen Leuten der Fall sein, die auf öer Terrasse standen, welche, in der Höhe des ersten Stockes über das Thor hinweg gehend, die beiden Pavillons verbindet, in deren einem sich Aufseß befand. Bereits als das erste Pfeifen ertönte, gingen einige der auf der Terrasse Be- findlichen gegen die Thür des Pavillons hin und riefen in das stockdunkle, durch das Licht des Herrn von Aufseß nur spärlich erleuchtete Treppenhaus hinauf:„Pfeifen aufhören!" — Herr v. Aufseß lag sodann nicht, wie geschwindelt wird, bewußtlos in seinem Blute, sondern ging, als�oer Eon- cierge, der die beiden Herren kreuzte, in den zweiten Stock kam, bereits gegen sein Zimmer hin und klagte dem Hausmeister, was ihm widerfahren sei. Die Tiraden gegen das deutsche Professorenthum, bei diesem Anlaß hervorgeholt, sind vollends lächerlich. Es ist festgestellt(!), daß Professor Binding nicht einen einzigen Schlag geführt hat, daß er nur nach der Pfeife griff und diese in seine Hand zu bekommen suchte. Und das wird als hochgradige Bestialität hingestellt. Was würden die Herren Kolb und Consorten in Frankfurt und Stuttgart, sammt Bebel und Liebknecht wohl ge- than haben, wenn ihnen beim Absingen der neuen Marseillaise aus dem Dunkel des Hauses, auf dessen Terrasse sie sich befinden, schrille Pfiffe entgegen tönten und die Antwort geworden wäre: „Ich pfeife nach Wasser!"? Wir sind überzeugt, der Manu hätte kein Tagebuch mehr geschrieben!"'") Dies der vom hiesigen„Tageblatt" abgedruckte Artikel. Solch platte Gemeinheit, wie sie hier geboten wird, ist wohl das Kriegsjahr abgerechnet— seit der Inschutznahme des Mörders Peter Bonaparte durch die Bismarck'sche„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" vor 21/2 Jahren in der deutschen, ja in der europäischen Presse nicht vorgekommen. Um so etwas schreiben oder belobigend abdrucken zu können— dazu gehört die Anze Charakterlosigkeit eines Cassagnac, verbunden mit der höchsten Talentlosigkeit eines literarischen Rinnfteinfegers. Der Gemißhandelte selbst— ein Mann von durchaus nobsem Charakter, gegen dessen Wahrhaftigkeit nicht der mindeste Ber dacht vorliegt— beschreibt den Hergang der Affäre in seinem Tagebuch in ebenso unzweideutiger, wie glaubhafter Weise, sogar ohne alle Erbitterung gegen die Mordsbuben, und nur besorgt um die Zukunft der Universität, die ihm durch jenen Vorfall geschändet schien; der eigne Sohn des Verstorbenen bc- theuert öffentlich, daß er seinen Vater„habe im Sarge liegen sehen mit den schwarzen, von Schlägen herrührenden Flecken im Gesicht"; die Aerzte, die den Kranken behandelten, erklären, daß wenn auch nicht die Wunden, so doch der Schreck und die Aufregung über jenen Vorfall den vorzeitigen Tod des schwachen alten Mannes herbeigeführt haben— hilft alles nichts: Jene Aerzte sind gefühlsweiche Dummlinge, der junge Aufseß ist ein Aufschneider und der alte hat gar von A bis Z gelogen!, Wahrscheinlich erleben wir es noch, daß man sich erzählt, Herr von Aufseß wäre der Angreifer gewesen, während die beiden patriotischen Boxer sich im Zustand der Rothwehr be- funden hätten. Ein Anfang zu solcher„Geschichtsklitterung" ist bereits gemacht: KreisphystkuS Schauenburg— welcher den oben erwähnten„Sektionsbefund aufgenommen" hat— erklärt, daß„die zwei Herren, welche mit Herrn von Aufseß die Scene erlitten�, diesen„höflich beider Hand faßten"; außerdem zeigt er in der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" an, daß er den„kläglichen Baterlandsverräthe.r", welcher die Aufseß-Affäre in der Bonner„Deutschen Reichszeitung" mißliebig besprochen, dem dortigen Staatsanwalt behufs Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens gegen ihn denunzirt habe. Recht so; und nicht blos dieser eine„Vaterlandsverräther", die ganze Aufseß'sche Familie— von der ja nur die „skandalfreundlichen" Blätter die Tagebuch-Notizen und sonstigen Mittheilungcn haben können— muß wegen„Berläumdung" gerichtlich belangt werden. Dann erst wird die gekränkle Ehre der in ihrer zweifellosen Unschuld tief beleidigten Jungfrau Germania gerächt sein und der Lästermund der„Vaterlands- losen" gestopft werden. Die Tragödie würde sich dadurch wenigstens umwandeln in eine Komödie, in eine Komödie, zu welcher die unsterblichen Götter im Himmel unter schallen- dem Gelächter domternde Bravos klatschen würden. Zur Jnszenirung dieser Komödie kann es an paffenden Leuten nicht fehlen; vielleicht übernimmt der Straßburger Oberprokurator daLAmt; Talent und Witz genug hat er dazu. Wenn er folgert:„Da der unmittelbar(?!?) nach dem Tode ausgenommene Sektionsbefund ergeben hat, daß der Tod in *) Für diese Insinuation würde Herr Hüttner— es sei denn, er könnte schwören, den Artikel vor dem Druck nicht gelesen zu haben »— mindestens 4 Wochen Gefängniß bekommen, wenn Bebel und Liebknecht Lust hätten, ihn zu verklagen. Dieselben haben sich jedoch vorgenommen, mit Herrn Hüttner so lange nicht zu prozessircn, als es nicht einen Strafparagraphen giebt, nach welchem auf Entziehung von Gose und Schweinsknöchel erkannt werden kann. R. d. B. Folge eines Herz- und Lungenleidens erfolgt ist", so muß ich ein„Eintreten m die Untersuchung ablehnen"— obschon von den Aerzten behauptet wird, daß Herr von Aufseß trotz seines chronischen Herz- und Lungenle:dens noch etliche Jahre hätte leben können, wenn ihm jener Ueberfall, der erst das Leiden zu einem lebensendenden gemacht hat, nicht wider- fahren wäre;— wenn der Mann folgert, daß wohl der direkte, nicht aber der indirekte Todtschlag, noch weniger eine bloße Mißhandlung strafbar sei— bann wäre er wohl der rechte Mann zur Ausführung unseres Projektes. An Claqueurs wird es ihm am allerwenigsten fehlen, namentlich von der Seite, welche sich— wie oben der Correspondenl unserer Frankfurter „Deutschen(!!) Presse"— bereits die Mühe giebt, den Grün der des Germanischen MuseumS, zur Zeit da er in Straßdurg der Universilätsernweihung als Ehrengast beiwohnte, als halb geistesabwesend darzustellen, um glauben zu machen, er sei, als er die verhängißvollcn Tagebuchnotizen schrieb, bereits un zurechnungsfähig gewesen. Zu dem Zwecke werden„That: sachcn"— siehe oben— erzählt, für welche nicht ein Schatten von Beweis beigebracht wird und die ganze Affäre, welche— das kann man wohl sagen— ein Stück Geschichte ist, als Bagatelle ins Lächerliche gezogen.— Zum Schaden wird obendrein noch der Spott gefügt und dem Umgebrachten, der, anstatt gerächt zu werden, verhöhnt und zum Idiot verzerrt wird,„Aufseß-Sch winde!" als letztes Lebewohl ins Grab hin nabgerufen.— So stirbt der„Deutscheste der Deutschen"! Schwjz des erste« Akts der Schweitzeriade. Herr Hasenclever hat im Briefkasten des„Neuen So zialdemokrat" vom 7. d. M. auf unsere Nachfrage wie folgt geantwortet: An die Redaktion des„Vollsstaat". Auf die gest. Anfrage in letzter Nummer Ihres Blattes in Betreff der Generalversammlung ves Allg. deutsch. Arb.-Vereins bin ich leiver nicht in der Lage, Ihre Neugierde befriedigen zu rönnen. Die Generalversammlung hat näm- lich beschlossen, das Protokoll nicht durch den„Neuen Socml-Oemokrat" verösfenllichen, sondern in Broschürenform erscheinen zu lassen. Wenn Ihnen aber Delegirte(???) der Geiieralversaminlnng des Allg. deutsch. Arb.-Bcreins, wie Sie behaupten, Mitthecknngen gemacht haben, so müssen Sie sich allerdings vorläufig damit zufrieden geben, da Ihnen dieselben Delegitten auch dann wohl in Kürze das Protokoll zustellen werden Warum denn so sehr neugierig? Ich weiß nun, daß unb-iriedigte Neugierde immer argen Zorn erregt) und so sehe ich Ihren ferneren geneigten Angriffen gegen mein« Person, den Allg. deuisch. Arb.-Berein und unser Blatt mu Gelassen- heit entgegen. Durch allsn häufigen Gebrauch sind die Pfeile,, schon ehr abzestulnpft. Berlin, den 6. Juui 1872. Ihr ergebenster Hasenclever. Aus dieser Antwort ersehen wir nur das Eine, daß Herr Hasencleoer entweder nicht den Muth oder nicht die Ehrlichkeit hat, sich offen über Herrn von Schweitzer auszusprechen. Herr von Schweitzer selbst ist weniger skrupulös. Er hat in der„Berliner Börsenzeitung"(Organ des korruptesten Böcsenschwindcls) nachstehenden Schreibebrief veröffentlicht: „In Betreff de» von Ihnen berührten Vorganges auf der letzten Generaloersammlung des Allgemeinen Deutsche» Arbeitervereins th-lle ich Ihnen nachstehend den genauen Sachverhalt mit: Z: einer General- Versammlung oe» Allzememen Deutschen ArMteroereins haben statutenmäßig nur Lereinsmitglieder Zutritt. Obschon ich nicht mehr Müglied bin, erschien ich auf der Generalversammlung, um einige alle Bekannte wiederzusehen und einen Theit der Generat- vebatt« mit anzuhören. Da erhod sich ein Mitglied„zur G-schäftSordnung" und machte— unter Zeichen des Beifalls— den Vorsitzenden dar- aus aufmerksam, daß ich als Nichtmitglied zur Anwesenheil nicht berechtigt und daß dieie Anwesenheit verdächtig sei. Ich ver- ließ sofort das Local und. da ich keinerlei Beziehungeu mehr zum Bereine habe, weiß ich nicht, ob eine Entscheidung in der gedachten „Ordnungsfrage" getroffen wurde. Dies der thalsächliche Vorgang. Allerdings war ich zum Erscheinen formell nicht berechtigt, allein ich hatte geglaubt, daß mau Angesichts dessen, was ich früher in der Ar- beuerbewegung geleistet, über den formellen Mangel hinweg sehen werde. Ich stimme Ihnen daher vollständig zu, wenn Sie sagen. daß der Borgang dezeichnend sei. Die Formfrage war diesen versammelten„Führern" und„Amtaloren" nur«orwand. Der- arrige immer wiederkehreaoe Beweise von Undankbar- keit sind jedoch sehr«rlläriich bei Leuten, von Venen leider nur ein sehr kleiner Theil durch d ie Begeisterung für eine neue Idee bewegt wird, während weitaus die Meisten, wie ich zu meiner Betrübniß beobachten muhte, nur durch den Neid gegen die höheren Gesellschaft«- klassen oder durch andere unschöne Motive angetrieben werden. Nehme man dazu den b-schränkren Horizont, und man wird sich üher Erscheinungen de« Undank« oder de« Blödsinnes nicht weiter wundern.____ Hochachtungsvoll Schweitzer. Aus dieser Epistel, charaktcristisch für den Schreiber und dessen frühere Gesellen, erhellt, daß Herr von Schweitzer von den Delegirten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins auS der Generalversammlung gewiesenwordenift. Ob man nachträglich einen förmlichen Beschluß gefaßt hat oder nicht, wissen wir nicht, ist auch völlig gleichgiltig. Jedenfalls beweist der fragliche Vorgang, daß die Vertreter des Allgemeinen deutchen Arbeitervereins über Herrn von Schweitzer ins Reine ge- kommen sind und ihn ebenso beurtheilen, wie wir es von Anfang an gethan haben. Kurz: die Vertreter desAllge- meinen deutschen Arbeitervereins hallen, gleich uns, Herrn von Schweitzer für einen Agenten der preußischen Regierung und haben durch ihre Demonstration in der legten Ge- neralversammlung ihres Vereins die Berechtigung unseres Vorgehens gegen Herrn von Schweitzer anerkannt. Und nachdem wir dieS festgestellt, richten wir an Herrn Hasenclever die zweite Frage: Worin unterscheidet sich Ihre politische Haltun g und Taktik von der Hal- ung und Taktik des preußischen RegierungSagen- ten Schweitzer? Und welcher Unterschied besteht zwischen Ihrem„Reuen" und Schweitzers altem„Sozialdemokrat?" II. Nachdem das Vorstehende bereits dem Druck übergeben war, fanden wir im„Neuen" vom 9. d. M. unter„Vermischtes" folgenden Artikel: „(Herr von Schweitzer.) Wir haben bis jetzt üb:r die Borgänge auf der letzten Generalversammlung geschwiegen,' doch nachdem Herr von Schweitzer selbst in einer h öchst arroganten Weise das schweigen gebrochen, so hallen wir uns zum Mindesten für verpflichtet, die Aeu- ßelungen des genannten Herrn auch unser» Lesern mitzutheilen. Die„Vollszeituag" schreibt:„Herr Dr. von Schweitzer schreibt uns, daß er sich scit seinem Rücktritt von der Prändentur des Allg. deutschen Arbeitervereins in keiner Weise aktiv uin sozial-demokraüsche Angeiegenheit-n gekümmert habe und auch in Zukunft nichts damit zu schasienhaden wolle. Er habe es„gründlich satt bekommen." Auch sei er längst nicht mehr Mitglied des Allg. deutschm Arbeiter- Vereins." Die„Bcrl. Börsenztg." enthielt vor einigen Tagen über die Bor- gänge der letzten Generaloersammlung des Allgem. deutsch. Arb.-Verein s, die Person Schweitzer's betreffend, eine Notiz, auf welche hin sich Herr v. Schweitzer veranlaßt sieht, folgende« Schriftstück zu veröffentlichen, welches die Runde durch alle Zeimngen macht: (folgt das Sch.eiben, welche« oben berriti mitgetheilt ist.) Den„Borgang" hat Herr von Schweitzer»ahrhütsgeireu erzählt, doch Eins berührt er nicht. Einen ganzen Tag hatte von Schweitzer unbehelligt der Generaldebatte beigewohnt und aufmerksam die An- schnldigungen mit angehört, die ihm, dem früheren Präsidenten, von verschiedenen Delegirten gemacht wurden und die darin gipielteu, daß er während seiner Präsidentschaft in der intimsten Ber- bindnng mit der preußischen Regierung und oer Berliner Polizeibehörde gestanden habe. Ob die Anschuldigungen vollüändig gerechtfertigt oder bewiese» sind, das wollen wir hier nicht erörtern, darüber wird fdas Protokoll der Generaloersammlung näheren Ausschluß geben, doch haben wir uns gewundert, daß Herr von Schweitzer, der doch so rcdege- wandt ist, sich nicht zum Worte zur Widerlegung der Anklagen gemeldet hat— er härte sicherlich das Wort erhalten. Das Schwergen erscheint un« alS ein Zugestän dnißl Am zweiten Tage allerdings brach einzelnen Delegirten die Geduld, und Herr von Schweitzer, der zwar geäußert hatte,„er verlasse den Saal nicht eher, als b-S man ihn mit Gewalt hinausschmeiße"— verließ schon bei der ersten Verhandlung über den betreffenden An trag, ohne vom Präsidenten ausgesordm zu werden, schleunigst den Saal. DieS bildet mindestens eine treffliche Illustration zu dem Schreiben deZ Herrn von Schweitzer. Ueber das Schreiben selbst aber können wir uns einige Bemerkungen nicht versagen. Zunächst spricht Herr vonjächrveitzer über„Undank." Derselbe war Besitzer des siühercn„Sozial-Demokrat" und sein sehnlichster Wunsch war, daß das Blatt rechr große lleberschüsse ab- werfen möchte, damit Herr von Schweitzer den Gewohnheiten der höheren Gesellschaftsklassen gemäß ein sehr feines Leben führen könnte. Fern sei es von uns, ihn deshalb zu beneiden,' doch der„Un- dank" bringt uns die Sprache heran«. Ueberjchüsse gab's nicht viel und besonders in den letzten l'j, Jahren nicht, da ein großer Theil der deutschen Ärbmer mit'Miß- trauen auf Herrn vonSchweitzer und„sein Prioatunteraehmen" blickte, dann aber ailch. weildas Blatt durchaus nicht radikal genug in letzter Zell auftrat— die Abonnenten schwauden— später allerdings auch noch in Folge des Krieges— bis aus 27(10. Was that nun die„undankbare" Partei? Die Partei, welche von den etwaigen Ueberschüffeu nicht einen Heller zu sehen bekommen hätte. Sie dotirte den Herrn von Schweitzer innerhalb eines halben Jahres mtt über zweitau send fünfhundertTvalern. Pfui, über diesen Undank! Und das Merkwüroigiie daran>sl, daß gerade die Männer, welche nach Herrn von Schweißer jetzi die„Füyrer und Agitalorea" sind, diese„undankbaren" Mäimer, die Hau ptoe ran- lasser(Ah!)so'lcher Dotationen wajren. NowmalS Pfui über diesen Undank! Und der jetzig«„Undank" ist nur entstanden „durch den'Neid gegen die höheren Gesellschaftsllaffen oder durch andere unschöne Motive." Herr von Schweitzer! Herr von Schweitzer! Neid und JrSajj gegen die höheren Gesellschaftsklassen ist also auch eiu unschönes Motiv, die neue Idee zu verbreiten! Wir trauten unseren Auge» kaum, als wir das lasen. Wir haben Schweitzer hochgeachtet und gerade deshalb hochgeachtet, weil er gerade derjenige war, der vorzugsweise den Klassen- haß gepredigt hat— dies zetzi plötzlich so unschön geworden« Motiv. Den einzelnen Menschen zu beneiden oder zn hassen seiner bevorzugten Stellung halber, ist allerdings nicht schön— und Herr von Schweitzer ist thatsächlich auch keineswegs beneidenSwerth— aber die höhere Klaffe zu beneiden und zu Haffen, zu welcher sich Herr von Schweitzer plötzlich wieder rechnet, ist Pflicht eines jeden Lassalleaners, und dies hat Schweitzer früher immer gepredigt. Die Klassen, die höheren Gesellschastsklaijen beuten ja das arbeitende Volk aus, diese Klaffen sollen ja gestürzt werden zu Gunsten der Arbeit, und nun ist der natnrnothwendige Neid ans einmal ein unschönes Mono bei einem Manne geworden, der Socmlist>nn will. Wir waren gar nicht besonder« erbaut, alS die Generalversamm- lung nach der Entfernung des Herrn von Schweitzer beschloß, densel- den als Muglied nicht wieder in den Allaemeinrn deutschen Arbeiier- Verein aufzunehmen; wir hielten diese Maßregel für überflüssig, da Herr von Schweitzer schon lange kein Mitglied mehr �ivar und auch deiseiner jetzigen Thätigkeit(„Bei Lenthe»", reattionäres Schauspiel k. k.) zerade keinen großen Nutzen davon haben würde, wenn er sich der llrbeiterpartel wieder anschlösse— aber jetzt nach seiner überaus arro- ganten, unsozialistischen und undemokratischen Erklärung, freut es uns, daß man ans der Generalversammlung so kurzen Prozeß ge- macht hat." Es ist also vollkommen wahr, was Delegirte der Gene- ralversammlung— obschon Herr Hasenclever ursprünglich die Authentizität unserer Angabe bestritt und drei Frazezeicheu hinter das Wort„Delegirte" setzte— uns mittheilten. Elwas Widerlicheres als die Entrüstung der Herren Hasenclever und Hasselmann über Herrn von Schweitzers„noble Passionen"— nachdem sie ein halb Dutzend Jahre zu ihm in de» intimsten Beziehungen gestanden und von seiner Gnadegelebt haben, wofür sie auch an allen seinen Schurkereien Theil genommen— ist uns außer den Fuß- tritten, die die Napoleonsspeichellecker nach Sedau ihrem rüheren Götzen oersetzten, nicht vorgekommen. Und hier wie da wird sich das Sprichwort bewähren, das mit den Worten endigt:„schlägt sich und verträgt sich." Auf die eigentliche Bedeutung der Spaltungscomödie zwischen Hasselmann-Hasenclever und Herrn von Schweitzer kommen wir noch zurück; vorläufig können wir nur anerkennen, daß die Delegirten, die Herrn von Schweitzer von sich wiesin, es ehr- lich mit der Sache meinten, wir können aber auch nicht ver- chweigcn, daß sie damit sehr wenig erreicht haben, so simge sie nicht die Schweitzer zu dem Schweitzer jagen. Politische Uebersicht. Das Rebellenerziehungsgesetz— denn anders kann man das Militiirstrafgesetzbuch, oas der Reichstag in voriger Woche in dritter Lesung angenommen hat, nicht nennen— wird von der„Magdeburgischen Zeitung" als ein Ausbund von„Humanität" gefeiert. Beweis: 1)„Ist ein Unterzebener dadurch, daß der Vorgesetzte ihn vor- ,chriftswidrig behandcl: oder die Grenze seiner Dienstgewall überschritten hat, gereizt und ans der Stelle zu einer strafbaren Handlung hinge- rissen worden, so findet dennoch Strafe statt, aber an ver Stelle der onst verwirkten Todesstrafe nur lebenslängliche Freiheilsstrafe, und in ähnlicher Weise bei an sich verwirkter Freiheitsstrafe deren Ab- kürzung. Stellt sich die Hanslungsw.'ise des Vorgesetzten als eine Mißhandlung oder sonst als herabwürdigende Behandlung des Untergebenen dar, so ist der Höchstbeirag der Strase fünf Jahre." 2) Wer eine„nngerechtsertigle" Beschwerde gegen einen Vor- gesetzten anbringt, wird mit Festungshaft bis zu zwei Jahre» bestraft. 3) Arrest.— DerArrest zerfällt in Stubenarrest, gelinden Arrest, mittleren Arrest, strengen Arrest. Der Stubenarrest findet gegen Offiziere statt, der gelinde Arrest gegen Unterofsizier« und Gemeine, der mittlere Arrest gegen Unttroffijim ohne Portepee und gegen Gemeine, der strenge Arrest nur gegen Gemeine.! Der Stubenarrest wird von dem Verurtheilten in seiner Woh- nung verbstßt. Der Verurtheilt« darf während der Dauer des Stuben- arrcste« seine Wohnung nicht verlassen, auch Besuche nicht annehmen. Gegen Hauptleute, Rittmeister und Subaltern-Osfiziere kann durch Richterspruch die Strafvollstreckung in einem besonderen Offizier- Arrestzimmer angeordnet werden(geschärfter Stubenarrest). Der gelinde, der mittlere und der strenge Arrest werden in Einzelhaft verbüßt. Der Höchstbetraz des strengen Arrestes ist 4 Wochen. Der mittlere Arrest wird in der Art vollstreckt, daß der Verur- «heilte eine harte Lagerstätte und als Nahrung Waffer und Brod erhält. Die Schärsungen kommen am vierten, achten, zwölften und demnächst an jedem dritten Tage in Fortsall. Der strenge Arrest wird in einer dnnkelen Arrestzelle, im Uebrigen wie der mittlere Arrest vollstreckt. Di« Schärfungen kommen am vierten, achten und demnächst an jedem dritten Tage in Fortfall. Einige kaum nennenSwerthc Milderunzsvorschläge von Eysoldt und Genossen wurden vom Kriegsminister Ro on als „sentimental" zurückgewiesen und der vom superklugen Las ker gestellte Antrag aus Anstellung einer generalärztlichen Unter- suchuug über die Zulässtzkeit des strengen Arrestes von dem- selben Herrn mit der einzig richtigen Antwort todtgemacht: „Das Ergebniß einer solchen Untersuchung dem Reichstag mit- zutheilcn, hat keinen Zweck."— Der„große Schweiger" Moltke, der sich in das Thema„Volk in Waffen— Spitzbuben in Waffen" verliebt hat, variirte dasselbe diesmal zur Abwechselung in„Zuchthauskandidaten in Uniform", um die Nothwendigkeit des strengen Arrestes zu zeigen; die beste Rede hat aber unzweifelhaft der von der Forschrittspartei verlachte Junker Graf Balleström gehalten. Er sagte zur Berthei- digung der strengen Strafen: „Die militärischen Vergehen hätten ihren Grund meist in Träg- hei t oder Bosheit. Die Bosheit werde concipirt mit dem Geist und ausgeführt mit dem Körper, deßhalb müsse, um eine Besserung her- beizusühren, die Strafe auf Geist und Körper wirken. Dies geschehe einerseits durch den Ausschluß des Lichts, anderrerseits durch die harte Lagerstätte und die schmale Kost. Eine Gefährdung der Gesundheit sei dabei nicht zu befürchten. Nicht für die sogenann- tcn Pollaken bedürfe man dieser harten Strafen, denn btese feie« die besten Soldaten, sondern nur für diejenige», welche aus deuMittelpunkten derJntelligenz, dengroßen Städteu tvmmen.(GroßeHeiterkeit.) DieGhefs schaudern, wenn sie einen Mann aus Berlin oder Breslau bekom- men.(Stürmische Heiterkeit.) Eme Strafe könne nur von einem Offizier verhängt werden, und die Bildung, der ritterliche Sinn und die Bande der natürlichen Liebe(Heiterkeit) zwischen ihm und der Mannschaft gewähren eine genügende Ga- rantie gegen jeden Mißbrauch." Ziegler hielt darauf eine Bombenundgranatenrede, gleich der bekannten„Mühler muß fort vom Platz", gespickt mit vielen schlechten und auch einigen guten Witzen— unter Anderm sagte er: die Generalärzte würden nur dann eine technische Be- fähigung zur Begutachtung des strengen Arrestes haben, wenn sie die vier dicksten unter sich aussuchten und einmal zur Probe auf ein paar Tage in den strengen Arrest hinschickten— und damit «ar das„Werk" vollbracht.— Heute mir, morgen dir.— Anläßlich des vor Kurzem erfolgten Todes der berüchtigten österreichischen Messali ne und Reaktionsegeria, Erzherzogin Sophie(Mutter des jetzigen Kaisers und Haupturheberin aller Blntthaten von 1848 und 1849) wird folgende Anecdote erzählt: „Bekanntlich wurde im November 1848 Herrmann I e lli n e k, der Sohn eines Prager Rabbiners, vom Wiener Militärgerichte, zum Tode verurtheilt. Man rieth der verzweifelnden Mutter des Unglücklichen, bei der Erzherzogin Sophie einen Fußfall zu machen. Durch Verwendung des Chefs eines angesehenen Bankhause« erlangte Frau Jellinek auch wirklich eine Audienz; sie fiel vor der Erzherzogin nieder und flehte um Gnade für ihren Sohn. Aber die grausame Reaktionärin, in deren Brust in diesem Augenblicke der ganze Haß gegen die Revolution von Neuem erwachte, wandte sich mit zorngeröthetem Antlitz ab von der Bittenden, und ohne ein Wort zu erwidern, verließ sie mit raschen Schritten den Audienzsaal. Da steht die in ihrer letzen Hoffnung getäuschte Rabbinersfrau auf und ruft der Erzherzogin mit lauter Stimme nach:„Kaiserliche Hoheit, Sie haben auch Söhne!" Natürlich wurde sie von der Diener- schaft sofort entfernt. Aber die Erzherzogin hatte den Aus- ruf noch gehött, und als sie zwanzig Jahre später die Schreckens- Nachricht vo» der Hinrichtung ihres Sohnes Max, des unglück- lichen Kaiser? von Mexiko, erhielt, da siel ihr jene Scene aus dem 1848er Jahre wieder ein.„Ja, ja, die Jüdin hat mir «s damals vorausgesagt", rief sie aus."— Dresden. Walster« Gedicht„Das rothe Gespenst" ist Am 6. d. M. confiscirt worden.— Einen Tag darauf wurde Linke's Liederbuch wegen der darin enthaltenen Lieder „Männer erwacht!" und„Befiehl du deine Wege" von gleichem Schicksal betroffen. � Leipzi« Freisprechung. In Sachen des Borschußver- ern» contra„Volksstaat"(wegen de» die Zustände des erste- ren charakterifirenden Arkikels in Nr. 51 d. Bl. von 1871) war der verantwortliche Redakteur d. Bl. in erster Znstanz zu 30 Thlr. Strafe wegen„Beleidigung" des Ausschusses und Direktorium» verurtheilt war- den, wogegen derselbe Einspruch erhob; da» Gleiche lhaten die Kläger, mit dem Antrag auf Gefängniß- statt Geldstrafe. Am 7. d. M. fand nun die Eiuspruchsverhandlung statt. Zugegen waren nur der Anwalt der Kläger, AdvocatDr. Zinkeisen, uud der Prwatangeklagte Hepner. Nach Verlesung der aus 1b Punkten bestehenden, mit den ergötzlichsten Sophistereien gespickten, weitschichtigen Klage- uud der gleich umfangreichen Hepner'schen Vertheidigungsschrift, sowie der klägerischerstits verfaßten Replik dagegen— eine Prozedur, die 2 Stun- den in Anspruch nahm— plädirte Herr Ado. Zinkeisen— ohne auf das Klage-Material irgendwie näher einzugehen— für Erhöhung der Strafe, weil durch nur 3(1 Thlr. der beleidigten Ehre seiner 18 Mandanten keine Genugthuung verschasst sei, worauf der Verklagte Folgendes erklärte:„Ich habe den fraglichen Artikel vor dem Druck nur flüchtig gelesen. An einer genauen Durchsicht desselben hatte ich -ein Interesse, weil mir dazumal zur Prüfung des Inhalts die hier- für nöthige Bekanntschaft mit den Verhältnissen de« Vorschußvercins 1? 3ch nahm den Artikel im Blauben an die Wahrheitsliebe und Kompetenz des Einsenders auf, von dem ich seit lange wußte, daß lhm die städtischen Verhältnisse und speziell die des Vorschußverems .Munt waren. Wollten die Gerichte den Grundsatz acceplircn, daß "N R-vafaiK nur dann Eingesandtes aufnehmen darf, wenn er alle Details derseben bezüglich ihrer Wahrhaftigkeit streng geprüft hat, so wurde die ossentliche Kritik dadurch unmöglich gemacht werden. Ei» flsevaNeur ist»ich, allwissend, er kann nicht allenthalben ahnen, ob ihm vre Wahrheit berichtet oder ob er belogen wird; und da Niemanv qe- jwungen ist, ihm Rede und Antwort zu stehen, so ist er in vielen Fallen gar nicht im Stande, der Wahrheil ans die Spur zu kom- wen; auch würde er mitunter, wenn er alle Detals zu prüfen hätte, so lange zu thun haben, bis die Sache gegenstandslos geworden.— zur Motivirung meiner Erklärung, daß ich den Artikel nur flächig gelesen. Hätte ich ihn aufmerksam zensirt, so würde ich sicherlich eine Stelle wie die, daß„die meisten der Ausschußmitglieder nichts, gar nichis thun"— eine Stelle, die ich selber für eine Uebertreibung halte— modifizirt haben. Derartige kleine Unwahrhei- ten aber, an denen ich nicht im mindesten schuld bin, können, in Anbetracht, daß ich nicht mala Lste gehandelt habe, keine so hohe Strafe — wenn überhaupt eine— nach sich ziehen. Denn die sachlichen Vor- würfe gegen den Vorschußverein— daß derselbe seinem ursprünglichen Zweck(den kleinen Leuten aufzuhelfen) entfremdet und zu einem Bank- institut umgewandelt worden ist u. s. w.— sind nicht im mindesten entkräftet worden und was den Direktor Näser speziell betrisst, so bin ich in der Lage, den auf selbigen sich beziehenden Schlußpassus des Artikels ganz besonders zu vertrete». Zwar lese ich nicht Dasselbe heraus wie der Kläger,— aber der Meinung bin ich doch, daß Herr Näser als Stadtverordneter pflichtwidrig gehandelt hat, und mit ihm alle Stadtverordneten, welche das Georgenhaiis a 81/, Thlr. die Quadratelle an die Kreditanstalt verkauft haben. Zur Begründung dieses Vorwurfs führe ich nur an, daß etwa 10 Jahre vorher die dem Georgenhaus gegenüberliegende„Alte Heuwaage" st 24'j, Thlr. die Ouadratelle vertäust worden ist. Erwägt man nun, wie sehr der Werth der Grundstücke in den 10 Jahren nach Verkauf der„Alten Heuwaage" gestiegen ist, so kann man den Verkauf des Georgenhauses au die Kreditanstalt— deren Direktor, Wachsmuth, selbst Stadtverord- neter ist— st S'j, Thlr. die(Quadratelle nicht anders als eine Ver- schleuderung von Stadteigenthum nennen und die Stadtver- ordneten der Pflichtwidrigteir zeihen. Mägen sich dieselben nach solchen Thaten nicht wundern, wenn man sich im Publikum Allerlei erzählt. Was mir u. A. mit Bestimmtheit mitgetheilt wurde, ist, daß die Kreditanstalt Herrn Theodor Wolfs, welcher sich gleichfalls um den Kauf des Georgenhauses bewarb, einen Theil des Platzes abtretungS- weife angeboten habe, falls er vom Miibicten— wodurch er ja den Preis in die Höhe trieb— abstehen wollte. Ich kann Sie versichern, daß bezüglich des Georgenhauses in der ganzen Stadt— die Stadtverordneten, die Herren Käufer und deren Advokat ausgenommen— nur eine Meinung herrscht und zwar die von mir hier vorgetragene. „Ich erwarte meine Freisprechung, und wenn dies nicht angeht: das gesetzlich mögliche Minimum einer Geldstrafe".— Der Präsident macht darauf den Privatangekiagten aufmerksam, daß er die gegen die Stadlverordneten erhobenen Vorwürfe selber verantworten müsse. Dann zieht sich der Gcrichtshos zurück und erklärt nach anderthalbstündiger B-rathung den Privalangeklazten klag- und kostensrei. Leipzig. Erwiderung. Die Mitglieder des deutschen Buch- druckerveibaiides der BrockhauS'jchen Officin zählen in ihrer Er- klärung(Nr. M des„Volksstaat") verschiedene Kategorien des Arbeits- Personals der Druckerei— die Faktor« aber sind vergessen— aus, welchen für den Festtag vom 4. Mai kein Lohnabzug gemacht worden ist. Es geht aus der Erklärung aber nur hervor, daß der Lohnabzug nicht im ganzen Geschäft gemacht wurde; denn bei den Buchbindern hat in der Thal ein Lohnabzug stattgefunden. Wahrscheinlich weil die Löhne der Buchbinder so„hohe" sind, hat man geglaubt, diese würden den Verlust l-übt verschmerzen. In der Erklärnna wird ge- sagt, daß nur die votW�igen Buchbinder-Gehülfcn gemachten„Eni- schädigungsanspri�W" für den Ausfall von 8 Arbeitsstunden zurückgewiesen sind. Hier konnte von„Entschädigungsansprüchen" keine Rede sein, da jener Tag ein von den Herren Brockhaus hervor- gerufener, nicht von de» Arbeitern selbst gemachter Feiertag war. Als ganz selbstverständlich voraussetzend, daß die Herren Brock- haus diesen Tag zu bezahlen hatten, schrieben, soweit mir bekannt, sämmtliche Siuiidenarbeiter der Buchbinderei den 4. Mai mit i» ihrem Lohnbuch aus, welcher ihnen aber, nachdem selbst die Faktor« sich bei der oberen Geschäftsleitung zu Gunsten der Arbeiter bemüht, gestrichen wurde. Man entgegnet mir vielleicht: das ist ja Stunden- iohn und, dafür kann also nur jede Stunde die gearbeit.t wird, bezahlt werden. Im vorliegenden Falle ist dieS aber nicht so stichhaltig; nur kirchliche und selbstgemachte Feiertage können bei dieser Lohnform nicht bezahlt verlangt werden. Was mit den„acht Stunden Ansfall" gemeint sein soll, ist mir unerklärlich, da in der Buchbinderei der Arbeitstag 10's,, in anderen Gejchästszweigen der Firma 10 Stunden beträgt. Der Eorrespondent in Nr. 40. Couneivifl bei Leipzig. Sonnabend, den 25. Mai, hielt der hiesige sozial-demokratische Arbeiterverein eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung ab; ungefähr 400 Arbeiter mochten an- wesend gewesen sein. Auf der Tagesordnung stand:„Ueber Schwur- gerichte." Es ist möglich, daß diese Tagesordnung den für die hiesigen Verhältnisse ganz unerwarteten Besuch veranlaßt hat; mög- lich ist es aber auch— und im Interesse der Arbeiter selber ist es zu wünschen— daß die Antheilnahme an ihrem eigenen Wohl und Wehe die Arbeiter von Connewitz bestimmte, die besagte Versammlung zu besuchen.— Anknüpfend an den Leipziger Hochverrathsprozeß, gab Liebln echt als Referent eine bis ins Detail gehende Schilderung der englischen, französischen und deutschen Geschworncngerichte, wieder Rechtspflege überhaupt. Die englische Rechtspflege habe vor der französischen und deutschen den ungeheueren Vorzug,' daß sie von dem Angeklagten die Wahrheit nicht erpresse; die an das Jnquisitions- versahren des Mittelalters erinnernde Untersuchungsmcthode gebe es in England nicht. Dort sei es überhaupt RechtSgrnndsatz, daß der Angeklagte so lange als unschuldig zu betrachten iei, als nicht seine Schuld bis zur Evidenz erwiesen; während bei uns mit erhobener Anklage auch die Schuld des Angeklagten angenommen werde. Aber ein übereinstimmendes Merkmal hätten die Geschwornengerichte in England wie auf dem Kontinent: das sei der Census. Die Qualifikation zur Rechtsprechung hänge ab von dem Besitz, und dieser Umstand mache die Geschworenengerichte inkompetent zur Rechtsprechung in politischen Prozessen, wie denn die politischen Prozesse überhaupt nur möglich wären in politisch unfreien Ländern. In politisch ge- knechteten Ländern werde die herrschende Klaffe stets ihr Schuldig sprechen, wenn die Unterdrückten sich gegen die bestehenden Zustände auflehnten. Und hierin allein liege die Erklärung für das ungeheuer- liche Verdikt der Leipziger Geschworenen.— Zum Schluß drückte der Referent seine Freude über den zahlreichen Besuch aus und ermahnte die Arbeiter zu brüderlichem Znsammenhalt. Er hätte überhaupt das Referat nur übernommen, um dem sozial-demokratischen Arbeiterverein von Connewitz neue Mitglieder zu gewinnen. Und wenn der allge- meine Beifall, der dem Referat ge, zollt wurde, wirklicher Ueberzeugung entfloß, dann ist es uns um das Wachsen und Gedeihen des Bruder- Vereins in Connewitz nicht bange. Leipzig....... t TresSe». Ueber den Stand der Lohnbewegung unter den Schuhmachern erfahren wir, daß, wenn die Arbeitgeber fortfahren, auf ihrem Eigensinn zu bestehen, in nächster Zeit eine sehr große An- zahl von Gehilfen die Arbeit niederlegen wird. Es wäre zu wünschen, daß die Letzteren nochmals mit vollem Ernste eintreten, umsomehr, da ja die Mehrzahl der humanen Meister- den jetzt geforderten Lohn theils früher schon gezahlt, theils jetzt bewilligt haben. Also, Zuzug fernhalten! Dresden. Die Lohnbewegung unter den Maurer- und Zimmerleuten nimmi einen immer größeren Umsang an. Bereits sind über 1000 den Forderungen durch Unterschriften beige- treten/ Davon, daß die Herren Arbeitgeber pro Stunde 25, resp. 13. Ps. Lohn, wie sie bekannt gemacht, auszahlen wollen, ist, trotzdem sie sich weder mit dem Komitee der Gesellen, noch mit dem Komitee der Polirer, welche Beide die Vermittlung zu übernehmen beaustragt waren, einlassen, keine Rede mehr. Ans mehreren Bauten sind die ge- stellten Foiderungen an Lohn nicht nur bewilligt, sondern th eilweise überschritten; nur die Einführung der 10stündigen Arbeitszeil will noch nicht rech: von Statten gehen, und sind es nur ein paar einzelne Bauten, welche dieselben innehalte». Eine nach- ahmungswmhe Einrichtung wurde nach mehrfachem, einmüthigem Kampfe mit dein Meister, der als derjenige bctannt war, welcher stets den geringsten Tagelohn zahlte, ans einem hiesigen größeren Baue ver- einbart. Es wurde dort ein Komitee, bestchenv aus 3 Maurern und zwei Zimmerlcuten, gewählt, welches alle Angelegenheiten mit dem Meister zu verhaudeln hatte; derselbe zahlt pro Stunde 3 Ngr., den dreißigsten Pfennig jedoch erst nach 4 Wochen: in Fällen des früheren Austrntes oder der Entlassung aus der Arbeit enijcheidct das Komitee über die Auszahlung. Ans«nein anderen Orte erhüll man in Folge gemeinschaftlichen Vorgehens einen Pfennig für eine Kubikelle Mauer mehr. — Die Stellmachergeh ü lf e n ersuchen alle auswärtigen Collegen, sich von Dresden vorläufig fern zu halten, da sie noch mit ihren Meistern in Unterhandlung stehen. Grofleuhat«, den 5. Juni. Zum Strike. Der Inhalt der in Nr. 45 de»„Volksstaat" benannte», vom Fabrikanten-Berew hier angeschlagnen Plakate ist von weiter keinem Fabrikanten inno gehalten worden, als von den Herren Gebrüder Meißner, welche sich hart- näckig weigern, ihren Arbeitern die geringe Forderung zu gewähren und lieber die Fabrik geschlossen und die übrigen Arbeiter auSge- sperrt haben; einer d-eser Herren sitzt im Stadtrath. Auch die Herren der sächsischen Wollgarnfabrik weigern sich hartnäckig, ihren Arbeitern Zugeständnisse zu mach n. Wohl hat man in einigen Branchen Zulage gegeben, jedoch striten gegenwärtig noch an 200 Personen, welche Zahl noch dadurch wächst, daß die weiblichen Arb-iler jetzt durch die Aussperrung sich auch �ur Unterstützung melden. — Den Wollsotirern hat man 5 Pfennige pro Tag Zulage angebotenüll! Wir warnen vor Zuzug. Unterstützung wird dankend entgegengenommen. Dai Strike-Comitee Julius Kühn, Borsttzcnder. Groflmhai», den 6. Juni. Soeben erfahren wir, daß man der strireiioen Arbeiter wegen eine Eskadron von dem hier gar- nisonirenden ersten Reiter-Regiment in Alarmbereitschaft halten soll, um etwaigen Unruhen gleich gewaltsam entgegen treten zu können. Ob dieS der Lohn sein soll für diejenigen strikenden Arbeiter, die 1866 sowie 1870 und 1871 für das Vaterland ihr Leben einsetzten? Nur verächtlich blickt der Arbeiter ans solch Gebahren und auf Leute, die solche Furcht vor ihm haben; denn sein Ziel ist ein ganz andres, als einen unnützen Krawall zu veranstalten. Dabei herrscht hier zum Entsetzen der Kartätschensreunde eine Ruhe und Ordnung, wie sie gar nicht größer sein kann. Crimmitschau, 6 Juni. Bei der weiten Verbreitung, welche die Nachrichr über v>e gegen den„sozialdemokratischen ReichstagSabgeord- neten" Advokat S chrapS von dem Königlichen Staatsanwalt Taube zu Zwickau veranlaßten„Erörterungen" wegen„Verdachts der Fälschung" und einer damit verbundenen viertägigen Haft desselben gesunden(von einer bekannten hiesigen Feder war daraus in der„Deut- jchen Allgemeinen Zeitung" eine„Anklage" wegen Fälschung gemacht worden) hallen wir die Erwähnung des hier am Orte längst belann- ten Ausganges für angezeigt. Es ist schon im April Herrn Advokat Schraps die Entschließung ves Untersuchungsrichters eröjjnet worden, daß auf eine kriminelle Ahndung nichr zuzukommen sei und sind in dessen Folge die Erörterungen gegen ihn eingestellt worden. Der Herr Staatsanwall hat nach Lage der Sache sich damit«in- »erstanden erklärt. Wir werden voranssichtlist' Gelegenheit haben, auf die Angelegen- heit zurückzukommen.(Cr.„Bürger- und Bauernsreund.) Sonstanz, den 4. Juni. Der Strike der hiesigen Schuh- macher dauert nun schon ia die fünfte Woche fort. Wir er- suchen alle Berufs- und ÄestnnungSgeuosseu, un« zu unterstützen und Zuzug ser n zu halten. Dai Komitee im Gasthaus zum Stern. Lambrecht, den 9. Juni 1872, Der Strike der hiesigen T u ch- macher dauert fort und wird mit solch einer Hartnäckigkeit von selten der Arbeitgeber geführt, daß an ein Ende noch gar nicht zu denken ist, indem die Fabrikanten unsre Forderung als ein« unbillige ansehen. Wir hätten nicht geglaubt, daß von Seiten der Fabrikanten solche Lügen in die Welt hinaus gestreut würden, indem sie angeben, ein fleißiger Tuchmacher verdiene bei einer 60—70 stüadigen Arbeit»- zeit 5—600 fl. Bon Seiten der Regierung wurde gestern, den 8. Juni, eine Bermiltlung herbeizuführen gesucht; sie scheiterte jedoch an der Harmäckigkut der Fabrikanten; dieselben glauben, die Arbeiter durch die Hunger-Kur zu zwingen, die Arbeit um einen noch geringeren Lohn aufnehmen zu müssen. Wir werden jedoch beweise», daß alle Mittel, welche sie nur versuchen, fruchtlos sind, indem nur ein Sinn uni alle beseelt: siegen oder ehrenvoll untergehen. Brüder und Kollegen, wir stehen für Euch im Kampfe, drum thut Eure Schnldigkeit! Sorgt für Unterstützung, damir wir nicht unterliegen müssen. Brüder, wir bitte» Euch: haltet jeden Zuzug fern, indem die Arbeitgeber überall ausstreuen, der Sinke sei beendet. Dai Komitee, im Namen der sinkenden Tuchmacher. Meiningen, 4. Juni. In einer Versammlung der Maurer Tüncher, Zimmerleute und Dachdecker wurden solaend« Punkte angenommen: 1) 25°/„ Lohnerhöhung, zwöljsiüadige Arbettszeit, ein- schließlich zwei Stunden für Frühstücks-, Mittag»- und Adendbrod. Dagegen solle den Arbeitgebern gewährt werden: 1) das Aushören der sogenannten Pfuscharbeit durch die Gesellen; 2) Wegfall de» blauen Montags Piurzheim. Wie in voriger Nummer mitgetheilt, wurde nach Auflösung der Bersammluirg soiort von un» für de» nächsten Abend eine neue Versammlung ausgeschrieben. Abgeordneter Flugschriften- Müller»en. erklärte dieselbe zwar in seinem Leibblatte für„keine Volksversammlung," da nicht dreimal dazu aufgeso.dert wäre, zeigte auch zugleich sein Nichterscheinen an, aber trotzdem erschienen am Abend ca. 800 Arbeiter, um diesmal sich die Erklärung der Principien der Social- Demokratie mit anzuhören. Da die Fabrikanten ausgebliebm waren, verlies die Versammlung ia größter Rnhe und Ordnung, und Schmidt aus Mainz, der an Stelle Leyendecker's gekommen war, sprach unter wiederholtem Beifall 1'/, Stunde. Schob ergänzt« hie- raus nach seinen Vorredner, und ließ nach Borlesung des„Eisenacher Programms" über dasselbe abstimmen— eS wurde fast einstimmig angenommen; der Präsident sagt« hierauf, daß der Redner nicht das Recht gehabt hätte, abstimmen zu lassen, und forderte noch Andere zur Diskussion aus: ein Anwesender erhob sich hierauf uns erklärte, sehr viel gegen dieses Programm einwenden zu können, wenn man ihm dazu 1'/»— 2 Stunden Zeit geben wolle, die Versammlung zeigte aber dazu wenig Lust, uni> so wurde dieselbe geschloffen, nachdem noch zuin Eintritt in die socialdemokratische Partei aufgefordert worden war. Die ganze liberale Presse Baden» ist nun in größter Aufregung und kann sich von ihrem Erstaunen kaum erholen, diese„gefährlichen Eie- mente" vorher gar nicht gelannt zu haben; glücklicher Weise sind ihre Artikel derart angefertigt, daß sie nur noch inehr zur AusNärung der Arbeiter beitragen. Mein nächster Bericht wird diesen Punkt noch weiter behandeln und zugleich über unsere Eonstituirung Aufschluß geben. Sehr viel« Anmeldungen gingen uns zu, und wir haben die größte Hojsnung, daß die Bewegung sich hier ungemein kräftigen werde. Der„Genossenschafter." das in Pforzheim erscheinende Organ der Goldarbeiter, sagt am Schluß seines auisührlichen Berichts über die beiden Versammlungen Folgendes: „Dies der denkwürdige und charakteristische Verlauf der beiden Volksversammlungen. Wir fragen: aus welcher Seite liegt das Unrecht? Hätte man die Volksversammlung ruhig, ohne darauf yinjudeulen, ohne davon abzumahnen, vor sich gehenlassen, st« wäre wie schon ver- schiedene vorübergegangen, aber einzelne Stupfer waren es, die wie bei der W-ilfrage und überall hetzten und stup!ten, immer aber haben sie zum Nachtheil der Herren gehetzt, sie thaten cS auch da wieder. „Euch Arbeiter aber folgende Worte: Nicht gegen die wenigen(1) Social-Demokraten hat man solche Machinationen in Scene gesetzt. nein gegen Euch Alle, Ihr sollt Euch nicht selbst ermannen, Ihr sollt nur für immer den Schwesswedel Anderer mächen, Ihr habt Euch dies- mal als Männer gezeigt, feierlich erhöbet Ihr.Protest gegen diese Zumuthuug. Arbeiter! Thut dieS auch fernerhin! Es wird Euch nicht zugemulhet, in diese oder jene Partei«inzutreten, falls Euch nicht Euere Ueberzeugung dazu treibt, das sagten diese Agitatoren und deshalb Achtung vor ihnen, aber steht zusammen wie ein Mann, tretet ein in Eure Organisation, in Euren Gewcrkverein!" ssnschristen für Pforzheim sind zu richten an Wilh. Bong, � Blumenstr. Nr. 89. Magdeburg, 31. Mai. Am 25. Mai ward- hier eine Ver- sammlung der Bauhandwerker abgehalten. Gemäß dem Beschlüsse dieser Versammlung erklärte darauf am Montag, den 27. Mai, die große Mehrzahl der Bauhandwerker den Strike. Die Meister er klär'.en, sie könnten augenblicklich Nichts bewilligen. Am daraus fol qenden Mittwoch fand 1) die Versammlung der linkenden Bauhand- werker und 2) eine Versammlung der Meister statt. Eine Deonlaiicn der Gesellen kehrte mit einer Depirtaiio» von der Meisterversammtnug zurück, und das Unterhandeln begann. Die Meister baten um Wie- dtraufnahme d» Arb«it, indem sie veriprachen, keine Maßregelung«in- treten ,u lassen, die Forderungen der Arbeiter, sobald eS möglich wäre, zu ersiillen und zu diesem Behuse die Verhandlungen mit den Se- seilen sortzusetzen. Die Versammlung beschloß darauf, daß die Bau- Handwerker unter diesen Bedingungen die Arbeit wieder ausnehmen wollten. Die Meister aber gingen befriedigl von bannen, weil sie nun bestimmen konnten, wann die lOstündiq« Arbeitszeit in Kraft treten soll! Wären die Bauhandwerker organisirt gewesen, wären sie selber der bestimmende Theil gewesen. Also nach zwei Tagen Krieg Ein- siellung des Kampfes, Wassenstillstand!? Doch nein! nein! Erempcl müssen stamirt werden, zur Warnung muß gestraft, vom Arbeittein- stellen muß abgeschreckt werden. Wie schon bei früheren Arbeitseinstellungen der eine' Arbeiter den andern am Weiterarbeiten zu hindern gesucht h.tte, so auch hier. Zwei Maurer, die weiter arbeiteten, wurden deshalb von zwei anderen beleidigt und an die Beine getreten. Wie voraustusehen— wurde die Sache vors Gericht gebracht. Die Verhandlung fand statt, zu der mehrere Zeugen geladen. Sie wurden vom Staatsanwalt befragt, ob Ordre von Berlin oder Leipzig an sie gelangt sei, die Ar- beitseinstellung hier zu machen: eine Frage, die doch gar keinen Be- zug aus den vorliegenden Fall hatte. Man hatte dabei Gelegenheit, mir anzuhören, wie der Staatsanwalt Iessendors die Partei als eine, welche„gewaltsamen Umsturz" herbeiführen wolle, bezeichnete. Der Staatsanwalt plädirte für die Verurtheilung der beiden Maurer zu anderthalb Jahren Gesängniß. Der Gerichtshof erkannte aus ein Jahr!— Aus der Straße frug dann ein Polizeibeamter einen Ar- beiter, ob derselbe Lampe heiße. Er sagte ihm darauf, der Kommissär wolle ihn in seiner(Lampe'S) Wohnung sprechen. Drei Beamte durch- suchten nun seine Wohnung nach Schriftstücken. Auch noch in der Wohnrrng eines andern Parteigenossen wurde gehaussucht.— Gegen Abend war neben dem Plakate zur Einberufung einer Maurerver- sammlung eine auf seuerrothes Papier gedruckte Warnung-eS Staatsanwalts in folgenden zierlichen Worten angeheftet: „Zur Warnung. Heute sind von dem h'esigen Straf- gericht bereits zwei von den verhasteten Bauhandwerkern, wegen Beleidigung und Mißhandlung ihrer sortarbeitenden Kameraden zu je einem Jahr Gefängniß verurtheilt worden, was sich alle Diejenigen, denen es angeht, zur Warnung dienen lassen mögen! Magdeburg, 31. Mai 1872. Der Staatsanwalt, Iessendors." Aus diese Weise sollte unter den Arbeitern Furcht verbreitet wer- den. Die Glossen hierzu möge sich Jedermann selbst machen. Berlin. Eine Schuhmacher-Bersammlung fand am Donnersstag Abend, Sophicnstr. 15, statt. Der Borsitzende, Herr Krause, hielt einen Vortrag über die Lohnfrage. Redner wies nach, daß die Lage der Schuhmachergescllen von allen Arbeiter- kategorien die schlechteste sei. Es müßte daher diesem Nothftand abge- Holsen werden Herr En gl er greift in scharfen Worten das Ber- halten der Gesellen an, die ihr Elend nicht einsehen wollten. Dieser Redner, sowie auch Herr Amborst und Zielowski, sind für einen Ctrike, da die Meister das im vorigen Jahre gegebene Versprechen auf Lohnzulage bis jetzt noch nicht erfüllten. Die geforderte Lohn- erhöhung betrage nur 16� Prozent. Es wird solaende Resolution angenommen:„In Erwägung, daß der diesjährige Strike eine große Betheiligung der Gesellen erfordert, beschließt die heutige Versammlung, den Strike der Schuhmacher so lange hinaus zu schieben, bis der Strikcverein mindestens lOOO Mitglieder zählt." Breslau. Die Schuhmachergesellen faßten in einer stark be- suchten Versammlung folgenden Beschluß:„In Erwägung, daß aus dem von den Arbeitgebern uns zur Annahme vcrgelegten Lohntarife nur für sogenannte'Marktarbeit ein voller 25—30 prozentiger Lohnzuschlag in Aussicht gestellt wird, während für bessere und elegante Arbeit gar kein Zuschlag, im Gegentheil mitunter ein 10 bis 33'/, prozentiger Abzug der bisherigen Löhne zu ersehen ist, erklärt die Versammlung dieses Verfahren als eine ungerechte Speculation Seitens einiger Arbeitgeber und weist deshalb den Tarif mit der Forderung zurück, die Meister mögen uns volle 2ö pCt. für jede Arbeit nach den Löhnen vor dem 5. Juni 1871 gewähren." Es wurde ein Komitee von 5 Personen gewählt, welches mit den Meistern in Unterhandlung treten soll. Breslau. Fabrikanten- und Meisterspiegel. Als ich voriges Jahr von meinem Prinzipal nach deni Thiergarten bei Ohlau mit einer Maschine zum dortigen Schleußenbau gesandt wurde, ermahnte er mich, daß ich mich mit dem kgl. Baumeister Stengel so gut wie möglich vertragen sollte. Dies ging auch einige Zeit und ,ch arbeitete zu seiner Zufriedenheit. Als ich aber die Behandlung, die der Baumeister seinen Leuten wiederfahren ließ, nicht mitansehen konnte und die Arbeiter über ihre Lage aufklärte, letztere infolge dessen sich die groben Redensarten und die Drohungen mit dem Stock nicht mehr gefallen ließen, da wurde ich als Sozialdemokrat und „Hetzer" ausfindig gemacht und mir die Weisung zu Theil, mit keinem Arbeiter auf der Baustelle zu sprechen. Als ich antwortete, daß dies sogar den Zuchthäuslern erlaubt sei, wurde ich sofort entlassen und mein Prinzipal davon in Kenntniß gesetzt mit dem Bemerken, er solle mir keine Beschäftigung mehr geben. Wenn mir Jemand eine Maschinistenstelle verschaffen könnte, wäre es mir sehr lieb, denn durch die Annonce im Ohlauer Kreisblatt, mir keine Arbeit zu geben, ist mir sehr geschadet worden.*) Mit Gruß Ernst Nolle. Schleswig, 1. Juni. Auf mehreren großen Gütern im östlichen tolstein ist unter den Feldarbeitern beiderlei Geschlechts ein t rike ausgebrochen, der— wie der Korrespondent der„Frankfurter Zeitung" recht gewissenhast bemerkt— scheinbar nur aus ganz lokalen Ursachen und Verhältnissen, und nicht aus sozialistischen Agitationen hervorgegangen ist. Aber je weniger Bedenken er erregt,— bemerkt zener Korrespondent weiter— desto größere erregt ein anderer, der der Militärpflichtigen. Im gegenwärtigen Zeitpunkt nämlich werden die unter dem Namen„Kmsersatzgeschäfte" bekannten Aushebungen vorgenommen, bei denen so viele der Gestellungspflichtigen fehlen, daß man von einem Strike zu sprechen ganz und gar be- rechtigt ist. Auf der durch ihr Seebad bekannten Westseeinsel Föhr, die etwa 4000 Einwohner zählt, erschienen z. B. zwei Krüppel, und ganz ähnlich ging es auf der ungefähr gleich großen Insel Sylt. wir gezwungen, nächste Woche die Arbeit einzustellen. Unsere Forderung ist gewiß nicht zu groß, da wir bei lOstündiger Arbeitsze t nur 1 Thlr. Lohn verlangen, den uni die Meister durch einen Ver- trag bewilligen sollten. Wir sind sehr in Verlegenheit, da unser Verein erst seit Neujahr besteht, daher wenden wir uns an alle unsere Kollegen und Brüder, uns nicht zu verlassen. Briefe u. f. w. sind zu richten an Michael Mayer, Maurer, obere Jsarstraße Nr. 12, o. Mit brüderlichem Gruß Mich. Mayer, 1., Jos. Schamper, 2. Vorstand. Alle arbeiterfteundlichen Blätter werden um Aufnahme des Vor- stehenden ersucht. Wien. Am 8 begann in den meisten hiesigen Spengler- Werkstätten der S trike. Eupen, 3. Juni. Ein Web er strike ist ausgebrochen und— zwei Eompagnien Soldaten sind von Aachen bereits her- gekommen, um die Ruhe und Ordnung, die nichts zu wünschen übrig läßt, zu stören. Elberfeld, den 28. Mai. Die„Rheinische Zeitung" hat über die am ersten Pfingsttage zu Cöln statigefundene Volksversammlung einen Bericht vom Stapel gelassen, iu welcher das von mir Gesagte in Bezug aus den Kommunismus ins Gegentheil entstellt ist. Es heißt in dem Bericht der„Rbeinischen Zeitung" wie folgt: „Nach einer Einleitung des Vorsitzenden Herrn Berg erhielt Herr Schmelzer auS Elberfeld das Wort, welcher verschiedene Sätze aus dem Sybel'schen Vortrag bekämpfte uud denselben entsprechende Eitale auS denSchrüten Lassalle's, Rau's und Zacharias jc. entgegenstellte. Im Lause dieses Vortrags erklärte Redner, daß die sozial- demokratische Partei nicht beabsichtige, den Kommunismus einzu- führen."— In Bezug auf den Kommunismus habe ich folgendes gesagt: „Von Seiten unserer Gegner wird uns der Vorwurf gemacht, wir, die sozial-demokratische Partei, wollten den rohen Kommunismus ein- führen. DieS beruht theilweise aus Unwissenheit, tbeilweise auf bös- williger Erfindung. Wir, die sozial-demokratische Partei, haben mit einem derartigen Kommunismus nichts gemein; wir wissen recht gut, daß, wenn wir auch alle Rcichihümtr, die in der heutigen Gesellschaft vorhanden sind, sottzunehmen die Macht hätten, und dieselben gleich- mäßig vcrtheilen wollten, dann in sehr kurzer Zeit der alte Zu- stand zurückgekehrt sein würde. DaS Privateigenthum muß als solches aushören zu existire», die traurige Lage der Land- und Bergarbeiter kann nur dann dauerhaft verbessert werden, wenn der Grund und Boden Staatseigenthum geworden ist. Dies kann aber nur im freien, demokratischen Staat, im Volksstaat vor sich g.chen; deshalb müssen wir mit allen Mitteln dahin wirken, denselben zu er- ringen." Diese« dem Herrn Berichterstatter der„Rheinischen Zeitung" zur Notiz. Ätrd Schmelzer. rd An anderen Orten ist'/< oder'/, hast erschienen und im günstigsten Falle wohl kaum mehr als die Hälfte, darunter aber vorzugsweise die Unbrauchbaren. Wenn nicht die Nationallibcralen schnell Liebe zum Kaserncnleben einzupflanzen wissen, wird die Aus- wanderungswuth gewiß noch zunehmen und man bald zur russischen Rekrutirungsmethode greifen müssen. Biainj, den 9. Juni. Schuhmacher-Strike inLkainz ist an 6. d. M. siegreich beendet. Näherer Bericht und Abrechnung folgt.-' Heinrich Lehmann, Schristf. München. Arbeiter! Brüder! Nach Einvernehmen mit einigen hiesigen Meistern, welches durch Annahme eines Schriftstückes, unsere ge- rechten Forderungen enthaltend, hergestelltjwurde. war es die Mehrzahlder hiesigen Meister, welche nur� aus Eigennutz die von uns gestellte For- deruug von Lb°Io, die nach öffentlicher Meinung nicht zu hoch gegriffen war, nicht anerlanut haben. Zu diesem Behust ist es nothwendig, daß die hiesigen strikenden Fachgenossen finanziell unterstützt werden. Die hiezu uns zu Gebote stehenden Mittel sind leider nicht der Art, daß eine länger dauernde Krisis zwischen Meister und Gesellen von uns pflichtgemäß durchgeführt werden kann. Wir erslichen deshalb, uns in dieser ganz Deu schland berührenden Angelegenheit, mit Mitteln so schleunigst als möglich zu versehen, um nicht nur keine Niederlage zu erleiden. Das Strike-Komitee der Tis chlergehilfen Münchens. Bureau: Moosburgerhof, Seudlingergasse. Jos. Schmitt, I. Vor- sitzender. Ant. Sperber, Schristsührer. München, den 7. Juni. Auf das zweite Schreiben, welches der Fachverein der Maurer den hiesigen Meistern übersandte, und in dem er binnen 8 Tagen eine Antwort forderte, haben wir nach drei- wöchentlichem Warten noch keine Antwort erhalten; finden es die Meister also nicht der Mühe werth, mit den Gesellen zu unterhandeln, so sind *) Derartige Schädigung im Broderwerb kann und muß gericht- lch verfolgt werden. Red. d. V. Airchberg, 5. Juni. Wie bekannt seiiWNrd, wurde uns gleich nach dem Dresdner Kongreß die aus den 18. August für B r a ck e aus Braun schweig anberaumte Versammlung vom Gerichtsamt- � mann Naupcrt aus dem Grunde verboten, weil Bracke ein„Sozial- demokrat" sei. Da wir aber diese Versammlung bereits in 2 Blättern | annoncirt hatten und viele Wähler von auswärtigen Ortschaften ein- . getroffen waren, um den so arg verleumdeten Reichstagskandidateu kennen s zu lernen, so hatten sich nach Verlauf einer Stunde mehrere hundert Personen im«chießhause, wo ich mit Bracke ein Glas Bier trinken wollte, eingefunden. Der Zuzug war aber noch nicht beendet, als ! der Einberufer vom Gendarm unter der Androhung, ihn und Bracke zuverhaften, aufgefordert wurde, sofort sämmtliche Lichter | auszulöschen. Als der Einberuser nun diesen Gendarm, welcher den , Amts- nnd Stadtwach:meister bei sich hatte, ans die gefährlichen Folgen seines Ansinnens aufmerksam machte, nahm er seinen Befehl mit dem Bedeuten zurück, daß wir nicht mehr sprechen sollten; da aber ' das Biertrmken ohne Unterhaltung zu langweilig ist, so entfernte sich hierauf das ganze Publikum und der Wirth wurde dadurch nicht un- bedeutend— es war erst Abens 9 Uhr,— pekuniär geschädigt. Den 21. August hat nun der Einberufet ein stündiges Ver- hör, weil er„eine verbotene Versammlung sollte abgehalten haben." Nächstens Aussührlichercs darüber.— Am 30. Mai hielten wir wieder eine Versammlung für sämmtliche Ge werb treibend e ab, behufs Besprechung über eine Petition zur Erlangung der Genehmigung zum Ankauf von Wollabgängen, die hier unentbehrlich, während der Ankauf aber durch§. 56 2 der neuen deutschen Gewerbeordnung verboten ist[§. 56, 2. lautet: Ausgeschlossen vom An- und Verkauf im Umherziehen sind u. s. w. 2) gebrauchte Kleider und Betten, Garnab- Salle, Enden und Dräuinen von seide, Wolle, Leinen oder Baumwolle, Zruchgold und Bruchsilbers. Man mache sich aber einen Begriff von dem ivonniglichen Ge- fühle, das uns durchzuckte, als auf ein Mal 3 Polizeiorgane ein- traten, selbstverständlich, um uns ihren polizeilichen Schutz angedeihen zu lassen; sie ließen sich an einem bis dahin noch unbesetzten Tische nieder und öffneten ein ziemlich starkes Notizbuch, wahrscheinlich um Jeden, der uns zu stören beabsichtigte, der Nemesis zu übergeben. War nun diese Versammlung auch rein gewerblicher Natur, so konnte man doch nicht umhin, auf die Gesetzgebung, den Reichstag und dessen Abgeordnete, welche im Mai 1869 das betr. Gesetz be rathen haben, hinzuweisen und namentlich durch die Diätcnlosigkeit zu beweisen, daß der Arbcitcrstand und dessen Interessen nicht ver- treten seien und mithin die Gesetze nur im Interesse der besitzenden Klasse gemacht werden. Wie mit elektrischem Schlage durchzuckten diese Worte sosort die ganzen betreßten Unfformen, sogar die Finger des Herrn Gendarmen wurden davon berührt, sie konnten die Blei- fedcr nicht mehr ruhig halten und sofort waren fast sämmtliche Seiten des Notizbuches mit, wer weiß, welchem Geschreibsel belastet. Um nun die ängstlichen Gemüther zu überzeugen, daß durch Be- sprechungen der sozial-politischen Frage weder die Stadt noch der Staat, welchen doch das Volk bildet, in Gefahr gcrathen kann, ist es unser sehnlicher Wunsch, einmal eine tüchtige agitatorische Kraft hier- her zu bekommen, um die ängstlichen Geister eines Bessern zu be- lehren. Au die Sattler Deutschlands und Deutsch-Ocstereichs. Den Kongreß betreffend. Verlin Da von verschiedenen Städten der Wunsch ansgesprochen wor- den ist, denKongreß aus14Tage zu verschieben, und das leitende Komitee in Uebereinstinliuung mit der gesaminten Sattlergesellenschaft Berlins diesem Wunsch nachzukommeii für angemessen hielt, so wurde der Beschluß gefaßt, den Kongreß Sonnabend Abend den 29. Juni durch eine Festlichkeit zu eröffnen, und Sonntag zu den Verhandlungen überzugehen. Aus die Tagesordnung sind folgende Punkte gesetzt: 1) Die Lage des Sanlergewerbes und die Statistik, betreffend den Lohn resp. die Akkordpreise der verschiedenen Städte Deuischlands. 2) Das Lehrlingsunwesen und dessen Emfluß aus daS Gewerbe. 3) Der Normalaibcitstag. 4) Die Organisation. Alle Slädte Deuischlands, die den Kongreß beschicken wollen, bitten wir so schnell wie möglich das Komilee hiervon zu benachrichtigen. Da unvorhergesehener Umstände halber unser Schriftführer Herr Goldstein verhindert ist, sein Amt zu versehen, so bittet das unter- zeichnete Komitee, alle Anfragen an Herrn G. Berg Buckanerstraße 4 zu richten. >lß. die Verhandlungen werden voraussichtlich im großen Hand- werkervercin staitfiiiden, die Festlichkeiten in den grogen Ballsälen des Staditheaicrs. Alle arbeiierfreimdlichen Blätter werden ersucht, von Vorstehendem Notiz nehmen zu wollen. I. A.: Das Kougreß-Komitee. Im Berlage der Expedition des„Bolksltaat" ist erschienen, resp. von ihr ist zu beziehen: Thlr. gr. pf. F. Engels, Der deutsche Bauernkrieg...— 5— „ Die Lage der arbeilenden Klassen in England.— 20— F A Lange, Die Arbeiterfrage.— 25— Most, Betrachtungen über den Normalarbeitstag..-- 6 „ Mahnruf an die landwirthschstl. Bevölkerung-- 5 Dietzgeu, Nationalökonomischer Vortrag.-- 5 Religion der Sozial-Demokratie, 1. 2. 3..— 15 E. Hirsch, Normalarbeitstag.....— 15 Der Staat und das Genossenschaftswesen.-- 5 A. Bebel, Unsere Ziele. 2. Auflag-....— 2 5 „ 5 R-ichStagSreden im April und Mai 1871— 15 „ ReichsiagSreden 2. Saison...—15 „ Rede i. d. Tonhalle zu Leipzig d. 14. Juni 1871 über die Leipziger Commune..-- 5 A Gcib Der Normalarbeitstag.....— 1— Anti-Syllabus, sGedicht.)........ 5 Ter vürgerkrtcg in Frankreich, Adresse des Generalraths oer Internationalen Arbeiterassoziation..— 2 5 Serno-Solowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten, übersetzt von S. L. Borkheim...— 2 Tr. Walster, das rothe Gespenst.— 1— „ Schutz des Arbeiters in den Gewerkschaften— 1— „ Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman I. Lief.— 2— Wohnungsfrage, Eine soziale Skizze...— 2— W. Liebknecht, Zu Trutz und Schutz, Festrede, gehalten beim StislungSfest des Crimmitschauer VolkioeleinS am 22. Okt. 1871......—25 „ Was ich im Berliner Reichstag sagte. Enthaltend die Reden von 1867 und 1870.'..— 2— „ Die politische Stellung der Sozialdemokratie— 1 5 Leipziger HochperrathSprozetz. I. und Ii. Liefetting, ä— 2 5 Hillmann, Internationale Arbeiter-Assoziation..— 15 Caftelar'S Rede über die Internationale...—15 Statuten der Jiiicrnalionalen Arb.-Assoziaiion..— 1— Beschlüsse der Delegirten-Conserenz zu London..-- 5 Protokoll des fünften Vereinstages deutscher Arbeiter- vereine zu Nürnberg.....— 2— Protokoll des Etsenacher Kongresses...— 1 5 „„ Stuttgarter....— 1— „ Dresdener„....— 3— Berhaudlungen des iv. Songreffes des internat. Arbeiterbundei in Basel 1869......— 3 5 C Marx Zur Kritik der politischen Oekonomie..— 22 5 „ Das Kapital, II. Auflage(im Druck). 2 20—' „ Der XVm. Brümaire des Louis Bonaparte— 15— W. Eichhoff, Die Internationale Arbeiter-Assoziation.— 5--- Für politisch Gemagregelte. Von Z. in Leipzig 10 Ngr. 5 Pf._ Für Schmidt iu Ronneburg. Von St. in Böhm. Aicha 4 Thlr. Die Expcd. d.„BolkSstaat". vriestaften der Erpedition: Oehme, Breslau: f. Annoncen I. Qu. 2 Thlr. erh.; R. BarowSky, Eisenach f. Schriften 2 Thlr. Seeb., Anweiler f. Echrst. 4 Ngr. Dotzauer f. Schrfi. 7 Thlr. Zeh'sche Buchhandl. Nürn- berg 8 Ngr. f. Annonce. C. Achenbch., Saardrücken s. Schriften 1 Thlr. erh.; Wetzel, GreisSwald f. B. St. I. Ou. 15 Ngr. Firtur, Spandau f. Annonce I. Ou. 6 Ngr. 5 Pf. Weykops, Hannooer f. Annonce I.Qu. 10 Ngr. Büttner, Zürich: bei Ankunft Ihres Bries?« mit Neubestellung war die frühere Bestellung essekiuirt. Wollen Sie die neue Bestellung dennoch? W. Rub., Berlin: Aus der Bücheranzeige Nr. 45 d. B. St. wollen Sie freundl. den Preis der Photpgraphicn ersehen; f. Schrift 10 Thlr. erh.; G. Weiß, Frankfutt 3 Thlr. 10 Ngr. f. Schriften erh.; St. Atainz f. Schriften 1 Thlr. 20 Ngr.; Ni-th.. Stuttgart s. Schritt. 2 Thlr. 20 Ngr. Pst., Siultgart 2 Thlr. 20 Ngr. f. Schrisleu. L.. London f. Annonce 1 Thlr. S. Frankfurt a. M. s. Schriften 17 Ngr.; de!r Redaktion: München. Tischlcrstrikekomitee. Depesche befindet sich iu Nr. 46. Brief nicht erhalten. I. B. Berlin. Im rebakiionellen Theil kostet eS nichts— C. H. Hainba.: Nicolaistr. Amtmannihof.— Belanutmachung Der Tischler- Gesellen-Verkehr und Arbeits-Nachweis in Dresden befindet sich von jetzt an Große Brüdergasse 12 in Herrmanu's Hos. Dresden, den 17. Mai 1971. Der Gefellen-Borstand. Kür Leipzig. Allgemeine Mitgliederversammlung der hier bestehende» «ewerksgenossenschaften un» Fachveretne. Mittwoch, den 12. Juni, AbendS 8 Uhr im Saale der Westendhall«. Tagesordnung: 1.) Organisation der GeiverkschaftS-Unlon. 2.) Der Erfurter Gewerkschafts-Kongreß. To» Somitee Für Leipzig. Freitag, deu 14. Juni Abeitts8 Uhr fällt die BeretnSver- sammlung aus, dafür im Saale der Weftendhallt, gesellige Zusammenkunft der Sozial- Demokraten und deren Familien. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten.___ Für Etzltugen. Nächsten Sonntag Zusammenkunft bei Gasteiger, Schlüssel- wirih. Für Osfenbach. Social-Demokratische Arbeiterpartei: Regelmäßig jeden Samstag Abend 8'/» Uhr Versammlung in den„Drei Schweizern". Geleitstraße. Wir bitten alle Parteigenossen, die hierher kommen, sich dahin zu wenden. Der Vertrauensmann - Peter Müssig. Xß. Daselbst liegt auch der„Volksstaat" aus.__ Für Spandau. Allgemeines Arbeiterfest Sonnabend, d. 15. d. M. Abends 3'/« Uhr im Saale des Odeums. Concert, Gesang, Deklamatorische Vorträge, Festrede und Tanz. BilletS für Mitglieder ä 5 Sgr., für Fremde ä 6 Sgr. sind vor- her zn haben bei Fischer Schönwalderstraße 11. im Cigarren-Geschast, und bei Grieben, Vrückenstraße 7. im Keller, sowie Abends an der Kasse im Odeum. Alle Arbeiter und Arbeiterfrennd« sind eingeladen. Da» Festkomitee. Für Hannover. Sozial-demokranscher Arbeiterverein. Sonnabend, den 15. Juni findet im Lokale des Herrn Bartlinge Knochenhauerstraße 59, vis ä eis ber Kreuzkirche, Abends Punkt 8 Uhr Versammlung statt. Tagesordnung: 1.) Sozial-politischer Wochenbericht; Res: Kühne. 2) Fragekasten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist Ehrensach«. Freunde find willkommen. Sojnntag, den 16. Juni Nachmittags 4 Uhr, gesellige Zusaw- menkunst mit Damen im„Deutschen Garten." ____ Der Vorsitzeude._ Für Altona. Gewerkschaft ber Holzarbeiter. Versammlung Sonnabend, den 15. Juni Abends 3'!» Uhr. Tischlerherberge, Norderstraße Nr. 35. Tagesordnung:„Unsere Ziele" von August Bebel. Borlesung und Diskussion. Die Mitglieder werden ersucht, zablreich zu erscheinen. _ Franz Carl Sauer, Bevollmächtigter��. Für Breslau. Sozial-demokratische Arbeiter- Partei..*.... Montag, d. 17. d.M. Abends 8 Uhr. geschlossene Mltg..>ed«r� Versammlung in Pauls Restauration, Mehlgasse Nr. 4. T. „Kassenberichte, Anträge und Mittheilungen von besonderer Wich' 9 keit." Die Parteigenossen werden dringend ersucht, vollzähug pünktlich zu erscheinen. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. Tie Filialexpedittouen._ werden ersucht, die von Nr. 44 übrigen Exemplare clii; senden._ Tie Erve» d. Bolksstaat�� Leipzig: Berantw. Redakteur A. Muth; Redämon�u� Erpe i Hohestr. 4; Druck u. Verlag v. F. Thiele.