No. 56. Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Bostanstalten und Buchhandhungen des In- und Auslandes an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: bie Expedition, Hohe Str. 4. A. Bebel, Petersstr. 18, Thiele, Emilienftr. 2. நாட் Sonnabend, 13. Juli. Der Volksstaat 1872 Abonnementeprets: Für Preußen incl. Stempelftener 17 Sgr., für die übrigen deutschen Staaten 12% Ngr per Quarial, per Monat 4 Ngr., für Leipzig und Umgegend per Quartal 13 Rgr. Filialergebition für die Ber. einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. via Newyork Organ der sozial- demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschaften. ,, Der alte und der neue Jesuitismus, oder die Jesuiten und die Freimaurer" ist der Titel einer " Politische Uebersicht. ist, auch nur in langsamerem Maaße erfolgen tann." Zur Verurtheilung Bebels im„ Majestätsbeleidigungs- Die Unverschämtheit dieses Preßturkos ist wirklich zu be Klostergefängnißarbeit" von Bernhard Becker,*) die wir prozesse" schreibt die ,, Frankfurter Zeitung" am 9, Juli: wundern. Um die langsamere Bevölkerungszunahme in Preußen unseren Lesern nur empfehlen können. Nicht als ob wir dem Die sächsischen Gerichte haben sich ein neues Verdienst zu einer Naturnothwendigkeit, unabhängig von den po= Verfasser in jedem Bunfte beistimmten. Er überschätzt unzwei- um das neue deutsche Reich erworben, sie haben den Reichstag litischen und wirthschaftlichen Verhältnissen, zu stempeln, stellt felhaft die Bedeutung des Freimaurerordens. Daß derselbe in gerettet und Herrn Simson die Ruhe des Schlafes wiederge er zwei Säße auf: 1) je größer ein Land, desto langsamer ist der Welt eine politische Rolle gespielt hat und noch spielt, daß geben. Die Nationalliberalen waren, als das Bundesstrafgeset die Bevölkerungszunahme, und 2) je dünner die Bevölkerung, er in Deutschland speziell ein propagandistisches Werkzeug des berathen wurde, nicht wenig stolz darauf, daß durch ihre Be: desto langsamer die Bevölkerungszunahme. Nun bedarf es aber preußischen Bartikularismus ist, kann Niemand bestreiten; es mühungen in demselben der politischen Verfolgungssucht einige gar keiner Fachkenntnisse, sondern nur des mäßigsten Dent ist aber entschieden zu weit gegangen, wenn das Preußische Schranken gefeßt und dem politischen Vergehen diejenige Un- vermögens, um zu zeigen, daß beide Säße absoluter Nonsens Kaiserreich als eine Schöpfung der Freimaurer" bezeichnet terscheidung von anderen strafbaren Fällen gesichert worden sei,( Unsinn) sind: Die Größe des Landes ist ganz einflußlos auf wird.( S. 19.) Der Freimaurerorden hat zur Herbeiführung welche die moderne Anschauung anerkennt und verlangt. Da das Wachsthum der Bevölkerung, und eine dünne Bevölkerung des Kaiserreichs mitgewirft wenn auch nicht annähernd ist nun die Probe auf das Erempel! Der Reichstag, der so fördert dasselbe höchstens, nicht aber ungekehrt. Das Beiin gleichem Maße wie das Berliner Preßbureau**) und stolz darauf ist, seine Polizei selber zu üben und sie auch in spiel der Vereinigten Staaten gibt für beide Punkte den Ausdie mit demselben verbundene Bücherfabrik der Droysen, so mannichfacher Weise zu üben versteht, er hat jest, nicht mehr, schlag: Von allen Culturstaaten hat die Amerikanische Republik Sybel, Mommsen und Konforten allein gemacht hat er es wie einst der preußische Landtag ,, nur Widersacher vor sich, bei Weitem den größten Flächenraum und die dünnste Be nicht; das Kaiserreich wäre auch ohne den Freimaurerorden ge- welche die Herrschaft des Parlamentarismus nur bis an den völkerung. Und doch ist in jedem Handbuch der Geographie to mmen, denn es ist seinem Wesen nach ein nothwendiges äußeren Rand des Ministertisches anerkennen; er und feine zu lesen, daß unter allen Culturstaaten die Amerikanische ReProdukt der politischen und ökonomischen Zustände Deutschlands Existenz ist jetzt dem weisen Wohlbefinden jedes Gerichtscolle publit ihre Bevölkerung bei Weitem am Raschesten und des übrigen Europa- Zustände, welche die preußische giums in jedem kleinen Städtchen anheimgegeben. Er ist stolz vermehrt. Wahrhaftig, für die Million Thaler, welche Regierung verstanden und flug ausgenußt hat, während ihre darauf, daß der Arm der Gerechtigkeit an den Pforten seines dem Preßbureau zur Verfügung gestellt ist, sollte es bessere Nebenbuhlerin, die östreichische, in stupider Verkennung der Saales selbst dem überwiesenen Verbrecher gegenüber erlahmt, Waare liefern. Zeitbedürfnisse, über den obendrein mit Windeiern gefüllten aber er muß sich ohne Widerspruch gefallen lassen, daß man Eulennestern der Vergangenheit brütete und sich die frischen seinen Mitgliedern ebendasselbe Thor von außen zusperrt. ber auf anständige Weise zu erklären, wird von der offiziellen Ein guter Rath. Um das Auswanderungsfie= Früchte der Gegenwart vor der Nase wegftibißen ließ. Doch Welche Perspective eröffnet sich, wenn einst in Zeiten politischer Provinzialforrespondenz" erzählt, den Bayern werde von ge= das im Vorbeigehen. Sehr gut zeigt die Broschüre den je Aufregung und Verfolgung sich dienstwillige Richter finden! wiffenlosen Agenten vorgeredet, der Kaiser Wilhelm und sein suitischen Charakter des heutigen Staats und der heutigen Wie leicht erspart sich dann eine energische Regierung alle die braver Bruder Karl, sowie dessen Sohn, der mit Gottes Gesellschaft, und lehrreich ist besonders das Kapitel von der mühselige und unsichere Arbeit, Wahlbezirke zu verlegen und gnädiger Fügung" gefeldmarschallte Prinz Friedrich Karl, hätten jesuitischen Sittlichkeit" und dem ,, Begriff der Moral über- Wähler zu corrumpiren, wenn man einfach den Oppositions große Besitzungen drüben in Amerika und nicht genügende Arhaupt". führern ein paar Majestätsbeleidigungsprozesse an den Hals beitskräfte zu ihre: Bewirthschaftung; um diesem Mangel abhängt, für die sich ja man denke an den Prozeß Waldeck! Am 6. März des laufenden Jahres äußerte Bismard im Berliner Beugen schon finden lassen. Damit der Abgeordnete ganz frei bethörten Leute aus der geliebten Heimath. Statt die betr. zuhelfen, also aus reinstem Loyalitätsfanatismus, wanderten die Herrenhause( siehe Frankfurter Zeitung vom 8. März 1872, zweites und unabhängig nach seinem Gewissen handeln könne, legt ihm Agenten auszuzanken, sollte die Provinzialforrespondenz" " Es gibt eine Bartei, deren Ideal in der Zeit liegt, in der das die Reichsverfaffung keinen Treueeid als Bedingung des Abge- darauf hinwirken, daß wahr würde, was sie sagen: wir hal,, Es Kommando des Mittmeisters schwächer wird als der Einfluß ordnetenmandats auf, aber ein weit geringeres Vergehen, als ten das für die beste kur des Auswanderungsfiedes Beichtvaters.... Dieses Jdeal unzuverlässiger Rekruten ter Bruch eines solchen Mandats sein würde, die Beleidigung ber 3. eines Fürsten, reißt dieses Mandat mitten durch. Wahrlich, Wir theilen den Schluß", der Broschüre mit: Blatt, Nummer 68): wird nicht erreicht werden. wenn er etwas von dem Talente In diesen Bismarc'schen Worten ist die Bedeutung der ganzen die Nachricht kommt gerade am richtigen Tage und wenn der Das Journal offiziell" zeigt an, daß die von den KriegsgeIn Versailles wird die Blutarbeit fortgesetzt. firchlichen Bewegung der Neuzeit trefflich charakterisirt. Mit den laute ren Ideen der Gegenwart, mit den Forschungen der Wissenschaft, mit dem alte Stein, dessen Gedenkbild sie heute enthüllen, er, der in richten zum Tode verurtheilten Kommunemitglieder Baudin Ringen der arbeitenden Klassen nach Gleichberechtigung und nach Ab- Fürstenbeleidigung etwas zu leisten vermochte man lese und Rouillac am 6. d. M. früh in Satory hingerichtet wur schaffung der von einseitigen Gefeßen geschüßten Ausbeutung der Hände- Arndts ,, Wanderungen" und man denke an den ,, ungehorsamen bden. Dieselben hatten den geistlichen Beistand zurückgewiesen. fraft hat der wüste Katholiken- Lärm nicht das Entfernteste zu thun. widerspenstigen Staatsdiener", mit dessen Prädikat er 1807 in Sie fielen mit dem Rufe: ,, Es lebe die Kommune!" Dieser Kampf der modernen Jesuiten gegen die alten Ordensbrüder ist ein Streit unter Sumpfbewohnern. Es ist ein Herrschaftshader der Ungnaden entlassen ward! Der Graf von Paris, ein Enkel des berüchtigten Reaktionäre unter einander. Es ist ein widerlicher Krakehl, von welcher von Immermann's seligem Münchhausen je in sich verspürt„ Bürgertönigs" Louis Philipp à la Bonaparte, Bismarc Seite man ihn auch betrachten möge. Dem Junker Rittmeister ist hätte, im Aerger zu ergrünen traun!, welche schöne Pa- und Conf. in Arbeiterfrage machend ,,, Verfasser" einer erbärmbange, daß ihm der Mann der Kutte die Rekruten. unfolgsam macht. tina würde seine Bronce sofort ansetzen! Mit andern Worten, es handelt sich darum, ob der Staat der Bevorlichen Sudelei über die Englischen Gewerkvereine, hatte vor Braktisch freilich hat die Sache blutwenig zu sagen und Kurzem die Idee, sich auf der Popularitätsjagd er ist nach rechteten ein faiserlicher Militär- und Gamaschenknopfstaat oder ein päpstlicher Pfaffenstaat sein, ob der Krummstab ober der Säbel das das ist das Ernsthafteste und Schlimmste an der Sache, denn orleanistischer Aussaffung der fünftige Monarch Frankreichs" Regiment über die leidende, ausgebeutete Menschheit führen soll. Bisher Richtersprüche, die mit so leihter Mühe illusorisch in verschiedene Fabriken zu begeben. Die Sache fiel aber unhatten wir allen Grund zur Annahme, daß diese Frage bereits durch gemacht werden können, werden als Calamität von Jedem glücklich aus. Bulezt," schreibt man der Frankfurter Zetdie große geschichtliche Thatsache der Reformation entschieden und ins Trodne gebracht wäre. Im Mittelalter war ein solcher Kampf am ohne Unterschied der Parteien empfunden, der überhaupt noch tung" war er in den Spiegelfabriken von Saint= Godi Blaze; jest, von der Höhe der Neuzeit aus besehen, erscheint er da- an die Möglichkeit friedlicher Entwickelungen glaubt. Der gegen als Lappalie, ja was noch mehr, als Karrikatur und Faschings- Wahlbezirk Bebels wird in nicht allzu langer Frist zu einer der Herzog von Broglie( ein bekannter Orleanist) Director ist. ( Departement de l'Aisne) gewesen, in deren Actiengesellschaft posse. Aber dieser galvanisirte Krieg zwischen den Unken und den Neuwahl zu berufen sein, und wir vermuthen, Bebel wird mit Er war mit Broglie angekommen, welcher alle Notabilitäten Fröschen zeigt uns, in welchen Träumen sich die zäsaristische Gevatter= fchaft wiegt. Schon dünken sich die Kaiserlichen die Herren der Welt. größerer Majorität, als vorher, wiedergewählt werden." Der Bapst behauptet, unfehlbar zu sein. Ebenso beansprucht ein Eine harte Nuß zu tnaden. Die Statistik ist die zu dem Empfang des Königs" eingeladen hatte. Aber auch Kaiser und König fraft der behaupteten Majestät die Unfehlbarkeit. unerbittlichste Feindin der politischen und ökonomischen Lügen, und Fabrikslocalitäten gruppirten sich die Arbeiter um den Grafen von dieser Seite war der Empfang eisig, abstoßend. In den Wenn die Herren selber daran glauben, so wollen wir ihnen das Ver- darum vom Staat auch so stiefmütterlich behandelt und von von Paris, den Chor anstimmend:" Qu'est ce que nous gnügen, das sie vielleicht in diesem Glauben finden, gerne gönnen. Sur sollen sie uns in Frieden lassen und uns auch glauben lassen, der Bourgeoisie gefürchtet, weil sie sich nicht fälschen läßt. Wie veut le Mecklembourgeois, le fils de l'Allemande?!*) was wir wollen. Uns fann es ziemlich gleichgültig sein, ob der Papsi man weiß, hat die letzte Volkszählung in Deutschland den vermöge seiner Unfehlbarkeit den ersten Fürstenrang beansprucht, oder heutigen Machthabern höchst unangenehme Resultate geliefert, Daß die Arbeiter den elenden Prätendenten tüchtig anlaufen So weit der Pariser Correspondent des Frankfurter Blatts. ob Solches irgend ein neuerſtandener Zäsar thut. Denn wir wissen, und speziell für Preußen der herrschenden Politik ein ebenso ließen, war ganz in der Ordnung. Wenn sie ihn aber ,, MeckZeit sich verträgt und noch viel weniger eine Zukunft hat. Die Tiara beſchämendes als konklusives Armuthszeugniß ausgestellt, wenn lenburger"," Sohn der Deutschen" geschimpft haben, so ist dies und die Kaiserkrone sind für ein gemeinschaftliches Grab bestimmt. man es nämlich für die Aufgabe einer Regierung hält, des nur ein Beweis für die Verrohung, welche der heilige" Krieg Auch Einbalsamirung fann sie nicht wieder lebendig machen, nicht Volkes Wohl zu fördern. In allen übrigen Ländern Deutsch auch in Frankreich zur Folge gehabt hat. das Lärmen der Lohnschreiber über Jesuiten- Kabalen sie von den Todten lands außer Mecklenburg, das auch in anderer Beziehung Das preußisch- deutsche Kaiserthum merkt selber, daß es nicht mehr glücklich mit Preußen tonfurrirt sind die Ergebnisse der für die neue Beit paßt. Es fühlt sich unheimlich. Die bloßen Fran- Bählung günstiger, als im ,, Musterstaat." Besonders in Sach- Leipzig, 11. Juli. Heute wurden die Liederbücher von gofenzüge genügen ihm nicht. Es ist nach Römerzügen und nach sen, dessen jetzt 2,556,200 Einwohner betragende Bevölkerung sich Linke und von Franz in der Expedition des Volksstaat" rumänischen Türtenfriegen lüftern. Aber das heilige römische Reidh feit 1840 um 849,900 E., d. h. um 49,81%( also fast 50%) tonfiszirt. Es fander sich nur wenige Eremplare vor. deutscher Nation läßt sich nicht wieder herstellen. Ein schwacher( 1%) epileptischer Bapst, bevormundet von seinem Palast- Präfäften, ein von oder jährlich um 1,80%( 1%%) vermehrt hat, während In diesen Tagen gelangt an die französisch redenden feinem Reichsfanzler berathener und getragener Kaiser, der nur Bundes- Preußen in der gleichen Zeit bloß eine Vermehrung um 34,62% Barteigenossen ein französisch geschriebenes Privatcirkular des oberhaupt ist, find nicht die kräftigen mittelalterlichen Gestalten mehr. oder 1,12% pro Jahr aufweist, mit anderen Worten auf je Generlraths in London über die Bakunistischen Intriguen. Das Zeitalter der Wissenschaft und der großen Erfindungen taugt für 100 Sachsen im Jahr 1840 kommen jetzt beinahe 150, hin- Wir bitten die Empfänger um möglichste Verbreitung der fie nicht. Das junge Europa fümmert sich um sie nicht. Die europäischen Völker fehren ihnen den Rücken. gegen auf je 100 Preußen im Jahr 1840 tommen jetzt nicht Cirkulare. Ueberall erscheint das Volt selbst auf der Bühne. In Billionen ganz 135, und, was die Bevölkerungsdichte betrifft, so hat fichtbaren und unsichtbaren Verschlingungen und Verkettungen webt Sachsen jest 9404( 1848-6277) E. auf der Quadratmeile, fich immer fefter der internationale Bruberbund. Wir haben Besseres und die dichtestbevölkerte Provinz Preußens: das Rheinland, Brüssel wird hiermit gewarnt. Dortige Fabrikanten verWarnung. Vor Zuzug von deutschen Webern nach zu thun, als um Kaiser und Papst herumzufämpeln. Gehen wir baher als ernste Männer über alle Narrenspossen und Ammenmährchen bloß 7354. Das sind Ziffern, die unwidersprechlich besuchen, durch Vermittlung deutscher Magistrate Weber von hier zur europäischen Tagesordnung über!" funden, daß Preußen in wirthschaftlicher Hinsicht hinzulocken, um den Arbeitslohn der von ihnen beschäftigten nicht an der Spize Deutschlands st cht, wie es präten- französischen Weber herabseßen zu können. dirt, sondern daß es weit hinter Sachsen zurück ist daß weder der Eine, noch der Andere von ihnen mehr mit unserer erwecken. *) Braunschweig, Verlag von W. Brace, Preis( bei 32 Bogen) 6 Sgr., direkt bezogen 4 Sgr., 20 Stück 2 Thlr. eine ,, häßliche Thatsache", die unseren ,, Nationalen" Kopfschmerzen Aus Mainz schreibt man uns: Bor nicht langer Zeit **) Nicht der Fünfmalhunderttausend Lumpen",( siehe weiter verursacht und um jeden Preis weggelogen oder wenigstens hatte irgend ein asiatischer Kaiser, ich glaube es war der von unten das Gedicht Zeitungsschreiber"); zur Beruhigung des Herrn Hüttner, der sich über die Ziffer( und blos über die giffer) megerklärt werden muß. Letzteres versucht eine im Berliner Japan, Krupp'sche- Mordinstrumenten- Sehnsucht, und erging sich standglifirt hat, wollen wir„ Tausend" weglassen; es bleiben immer Breßbureau zurechtgemachte Notiz,( u. A. in dem ,, Chemnitzer deshalb mit seinem zahlreichen Gefolge gen Essen. In Köln noch genug. ' Da wir gerade bei Hüttner sind, sei ein Fehler der Tageblatt abgedruckt, wo wir sie gefunden haben) welche den angekommen fand er Hindernisse, einen Ertrazug nach Essen Demokratischen Zeitung" forrigirt, die ihn neulich den kleinen" fatalen Ziffern durch folgende Bemerkung die Spiße ab- zu bekommen. Auf Krupp's Reklamation an geeigneter Stelle Hüttner nannte. Hüttner das sei den auswärtigen Lesern gesagt die sich für Curiositäten interesfiren hat mindestens 6 Fuß Höhe brechen will: hin wurde das Hinderniß in Köln ,,, die Zugordnung würde un schier ebenso viel Umjang gros, gras et Hüttner, wie Hi.rbei ist indeß zu berücksichtigen, daß in Preußen die durch einen Ertrazug gestört", für nicht stichhaltig gefunden, weiland Ludwig der Achtzehnte von Frankreich. 3unahme auf größerem Raum(!) erfolgte, und, da die und die Eisenbahn- Direction in Cöln bedeutet, es müßte der Boltsdichtigkeit auf diesem Raum im Verhältniß zu der des Königreichs Sachsen eine viel geringeref *) ,, Was will bei uns der Mecklenburger, der Sohn der Deutschen"? Bebels Rede in der Jesuitendebatte des Reichstags vom 17. Juni 1872. Zeitungsschreiber. Fünfmalhunderttausend Lumpen Wohnten in dem großen Reich, Aber ach, die armen Lumpen Hatten feinen Nahrungszweig. Sprach ein Staatsmann zu den Lumpen: ,, Euer Schicksal thut mir leid, Meinen Beistand sollt Ihr haben, Seid Ihr mir zum Dienst bereit. Ihr braucht nicht zum Kampf zu ziehen, Laßt die Waffen nur in Ruh', Einer Feder blos bedarf es Und ein Tintenfaß dazu. Ich placire in der Presse Uns'res Vaterlandes Euch, Und dann müßt Ihr flug belügen Alles Volk im großen Reich. Ohne eigene Gedanken Folget meinem Wink getreu, Lobet Alles, was ich thue, Sei es immer, was es sei." Kaum vernahmen dies die Lumpen, Schrieen Alle herzlich froh: ,, Du kannst Dich auf uns verlassen, Wir sind Lumpen comme il faut!" Bald fand man nur Blut und Eisen In der ganzen Lit'ratur, Alles Lob und alle Ehre Galt dem großen Staatsmann" nur. Und an weißgedeckten Tafeln, Nobel in Glacés und Frack, Sigt bei Austern und Champagner Unser großes Lumpenpack. sapien. գո gewünschte Bug abgelassen werden. So kann man Kunden zu-[ da der Jesuitismus sein politisches Vorgehen bekämpft und angreift,[ Statt die Schullehrer häufig mit einem Schafhirten oder Kuhhirten geführt bekommen, wenn man 1 Million Thaler jährlich da ist er sein Feind, und diese ganze Gesetzgebung, die hier in Frage in materieller Beziehung auf eine Stufe zu stellen, sollten Sie dieselsteht, läuft nur darauf hinaus, die Jesuiten, resp. die ultramontane ben als die beftdotirten Beamten des Staates anstellen, als die Voltsan Mordinstrumenten zu verdienen versteht". Partei zu einem gehorsamen Werkzeuge zu machen.( Sehr richtig!) erzieher betrachten, in deren Reihen die besten Geister der Nation hinNichts weiter ist der Zweck dieser Gesetzgebung. Aber, meine Herren einziehen und, gestützt auf die Forschungen und den Stand der baß er mit solchen für jeden denkenden Menschen klar darliegenden heutigen Wissenschaft, eine Schule begründen, welche bis ins entfernAbfichten die Vertreter der deutschen Nation firren kann, daß die Ver- teste Dorf in austömmlicher Weise unterstützt wird. Ehe 10 Jahre treter der deutschen Regierungen es überhaupt nur wagen durften, vergehen, würde es mit allen pfäffischen Wühlereien aus sein. Dann, Meine Herren, der englische Kulturhistoriker Buckle sagt in feiner einen Gesezentwurf vorzulegen wie diesen, der Sie, wenn Sie ihn an meine Herren, könnten Sie die Geistlichen in Gottes Namen predigen berühmten Geschichte der Civilisation, daß der beste Maßstab für die nehmen, zu Polizeibütteln herabwürdigt, das ist ein Zeugniß, lassen; es würde kein Mensch in ble Kirche gehen.( Heiterfeit.) Aber, meine Kultur eines Voltes der sei, welche Bedeutung das Volk religiöfen wie außerordentlich tief der Reichstag in der Achtung der Herren, das vom heutigen Staate zu verlangen, wäre vergebens. Streitigkeiten beilege, und er geht dabei von der Ansicht aus, daß, verbündeten Regierungen steht,( oh! oh!) in der Achtung, die Denn so gut der Staat auf dem Autoritätsprinzip steht und wesentjemehr in einem Bolte religiöse Streitigkeiten vorhanden seien, um man einer Volksvertretung zollen muß. Wüßten nicht unsere Regie- lich durch die Kirche als seine Hauptstüße gehalten wird, ebenso ist besto niedriger die Kulturstufe sei, die es einnehme. Meine Herren, rungen, daß in allen entscheidenden Fragen der Liberalismus weit es auch mit dem Liberalismus. Auch Ihr Prinzip, meine Herren ist diese Auffassung richtig und sie ist es nach meiner Ueber- mehr nach dem Willen der Regierung, als nach dem Willen Derjenigen( nach links), ist die Autorität, denn: ist erst einmal die himmlische zeugung dann ist es allerdings mit dem deutschen Volke und handelt, die das Volk bilden( große Unruhe), man würde nicht ge- Autorität untergraben, dann höri ratürlich auch die irdische Autorität feiner Kultur sehr traurig bestellt. Meine Herren, es werden hier in wagt haben, Ihnen einen solchen Gesetzentwurf vorzulegen. Es kommt sehr bald auf und die Folge wird sein, daß auf politischem Gebiete einer Session Wochen und Monate lang Sitzungen gehalten, es noch Eins hinzu: gerade diese Agitationen auf firchlichem Gebiete sollen der Republikanismus, auf ökonomischem Gebiete der Sozialismus und werden da großartige Geseze berathen, die das Volk in die bedeutendste dazu dienen, das böse Odium, das auf Ihnen als Werkzeug des auf dem Gebiete, was wir jetzt das religiöse nennen, der Atheismus Mitleidenschaft führen; aber, meine Herren, bei keinem dieser Geseze Reichskanzlers lastet, den Mißkredit, der dadurch in immer weitere feine volle Wirksamkeit ausübt. Nun, meine Herren, nach den Anschauungen, die ich über die hat man es der Mühe werth gefunden, mit solcher Gründlichkeit zu Kreise des Volkes gesäet worden, auszuweßen. Sie beschreiten dieses Werke zu gehen als bei dieser Sache, welcher ich nach meiner Ansicht Gebiet, welches so harmlos ist, weil Sie hoffen dürfen die große blöde Streitfrage habe, werden Sie begreifen, daß ich keine Lust habe, diesem Ebenso werden Sie aber auch gar feine Bedeutung beilegen kann. Denn, meine Herren, dieser Masse des Volkes wieder zu gewinnen, indem Sie ihr den Wau! Wau! Geseze meine Zustimmung zu geben. Religionsstreit, richtig aufgefaßt, ist nichts weiter als ein Scheingefecht, der Jesuiten vorhalten. Diese sind das„ rothe Gespenst" im anderen begreifen, daß, wenn behauptet worden ist, der Sozialismus und der eine Komödie, dazu bestimmt, das Volt von seinen wahren Intereffen Sinne, das an die Wand gemalt, und der beschränkten Menschheit Ultramontanismus seien Verbündete, dies nichts ist als eine infame abzuziehen, es glauben zu machen, daß hier wirklich in dem Streit um gezeigt wird, um ihr zu sagen, wie nothwendig es fei, hier einzuschrei- Berleumdung. Nun, meine Herren, wenn die Sozialdemokratie einstens siegt, religiöse Dogmen sein Heil und seine Zukunft begründet liegen. Meine ten und den Jesuitismus zu befämpfen, und daß dies das Wichtigste Herren, die religiösen Anschauungen, die politischen Institutionen und sei, was überhaupt eine Volksvertretung thun müsse und thun solle. ist es mit dem Liberalismus und dem Ultramontanismus gleichzeitig socialen Einrichtungen eines Volfes sind jederzeit harmonisch Eins Während man auf der einen Seite ein Volfsrecht nach dem andern aus.( Unruhe.) refultirt aus dem Anderen, und wenn wir die beiden hier einander preisgegeben hat, sucht man durch die Bekämpfung des Jesuitenthums gegenüberstehenden Parteien, die auf das lebhafteste sich jetzt bekämpfen, ben verlorenen Kredit unter der Masse wieder zn erobern, und das ist charakterisiren wollen, dann können wir sagen, daß der Katholicismus der Grund, weshalb die Liberalen, denen die religiösen Fragen ziemlich bas Prinzip der Vergangenheit, den mittelalterlichen Staat vertritt, Wurst sind( Heiterfeit) und die man schwerlich viel in den Kirchen der Protestantismus den modernen Staat. Meine Herren, wenn es sehen wird, weshalb diese mit solchem Eifer sich auf religiöse Fragen den Herren von der ultramontanen Partei gelungen ist, eine größere werfen. Zahl ihrer Vertreter in den Reichstag zu bringen, dann ist ihnen das Meine Herren, ich behaupte weiter, daß Niemand unter Ihnen nicht möglich gewesen, weil sie bestimmte religiöse Anschauungen ist, der diese Anträge gestellt und unterstützt hat, der wirklich glaubte, haben, sondern weil sie mit den religiösen Anschauungen zugleich ganz daß mit diesem Gesezentwurf der Jesuitismus todtgemacht werde. bestimmte sociale und politische Anschauungen und Grundsäße Es ist mir undenkbar, daß dies Jemand ernstlich glaubt. Ich stimme vertreten. Diese letteren find es auch wirklich gewesen, die ihre zahl vollständig der Kritik bei, welche der Herr Abgeordnete Dr. Gerstner reiche Vertretung in diesem Reichstage möglich gemacht haben. Meine in dieser Beziehung gegeben hat; auch ich bin der Meinung, daß Sie Herren, das deutsche Volt, das heißt, diejenigen Schichten des deut- den Jesuitismus nicht unterberücken werden, sondern im Gegentheil, schen Volkes, welche in ihrer heutigen ganzen Lebensweise mehr noch Sie werden die Bestrebungen, tie Sie zu bekämpfen vorgeben, nur ein Produkt der mittelalterlichen Institutionen sind, haben vollständig noch unterstüßen. Meine Herren, die große Masse der Menschen sind richtig erkannt, daß in dem Liberalismus und seinen Forderungen ihr Gefühlsmenschen, wirklicher Verstand ist bei den wenigsten vorhanden. Heil nicht liegt, fie haben weder an dem gegenwärtigen Staatswesen( Große Heiterfeit.) Meine Herren, diese Masse ist gar zu geneigt, irgend welchen Geschmack, noch an den socialen Einrichtungen, die der wenn Verfolgungen gegen irgend Jemanden eintreten, für den Verheutigen Gesellschaft zu Grunde liegen. So kommt es, daß der kleine folgten Partei zu ergreifen. Nicht daß man ohne Weiteres seine MeiBürger- und Bauernstand, der in der Verwirklichung der modernen nung acceptirt, aber man sieht in dem Menschen einen Berfolgten, Jbee, in dem Prinzip des Industrialismus seinen Untergang sieht, sich und es ist eben der gute Zug der menschlichen Natur, der den Meneiner Seite anschließt, wo er glaubt, daß gegen diese modernen Prin- schen dahin drängt, dem Verfolgten beizustehen. Aber, indem er ihm zipien ein energischer Widerstand erhoben wird. Der Protestantismus die Sympathien als Berfolgten schenkt, liegt es sehr nahe, daß er leicht andererseits ist die eigentliche Religion des Bürgerthums, einfach, schlicht, dessen Anschauungen zu den ſeinigen macht. Auf diese Weise wird hausbacken, gewissermaßen die Religion in Schlafrock und Pantoffeln, durch die Verfolgung einer Meinung nur ein größerer Kampf hervor wie das Bürgerthum fie braucht zu seiner allmählichen Entwickelung, mit gerufen, die verfolgte Meinung gewinnt mehr Anhänger und man erreicht einem gewissen freiheitlichen Zug und Fortschritt, den es unbedingt nöthig das Gegentheil von dem, was man durch die Verfolgung verhüten hat, um seine Entwickelung vollziehen zu fönnen. Aber meine Herren, wollte. Auf der anderen Seite, meine Herren, bin ich der Meinung, der Protestantismus steht nach meiner Ueberzeugung ebenso gut wie daß unsere gegenwärtige Reichsgesetzgebung vollständig ausreicht, um der Katholicismus im Widerspruch mit den modernsten Prinzipien selbst, sogenanntem staatsgefährlichen Treiben entgegen zu wirken. Gilt es, wie mit der eigentlichen Wissenschaft. Unsere Bourgeoisie, welche alle meine Herren, Tendenzprozesse ins Leben zu rufen, dann werden Sie Fortschritte auf den Gebieten der Wissenschaft ausnußt und sich dienst- an jedem beliebigen Orte in Deutschland so gut wie in Leipzig zwölf bar zu machen sucht, ist, so sehr sie sich auch den Anschein giebt, nichts bürgerliche Geschworene und einige Richter finden, die Ihnen den weniger als religiös. Wenn ich höre, wie die Herren von der ,, libera- schönsten Tendenzprozeß machen und den Angeklagten zu so und so len" Partei für die Religion eintreten und sich feierlich dagegen ver- viel Jahren Festung oder Zuchthaus verurtheilen. In dieser Beziewahren, daß fie die Religion schädigen wollen, so glaube ich zwar, daß hung ist also bereits in der bestehenden Reichsgesetzgebung vollständige fie lepteres nicht wollen, aber es fällt mir schwer, zu glauben, daß es Fürsorge getroffen. Und gilt es, einen Menschen heimathslos zu machen, hre wirkliche innere Ueberzeugung ist. Denn ein Mann, der, wie ich ihn wie ein wildes Thier von Ort zu Ort zu hezen, dann ist auch 3 von der großen Mehrheit dieses Hauses annehme, sich mit den For- dafür bereits in der Reichsgefeßgebung ausfömmlich gesorgt. Es schungen und Resultaten der neueren Wissenschaft bekannt gemacht hat, fommt nur auf eine etwas fühne Interpretation an, und vor fühnen fann unmöglich noch an religiöse Dogmen glauben und wenn er es Interpretationen sind die Regierungen noch zu keiner Zeit zurückge= scheinbar thut, so ist es nicht immer Ueberzeugung, sondern ein Aft schreckt. ber Zweckmäßigkeit, dazu angethan, seine materiellen Interessen zu Ich will Ihnen nur einen Fall erzählen, der Einen klaren Beweis wahren. Unsere Bourgeoisie hat keine Religion. Wenn Sie dem Je- dafür giebt, daß meiner Behauptung gemäß in Beziehung auf die suitismus vorwerfen, er verstoße gegen Moral und Sitte, dann sage beliebige Ausweisung unliebsamer Personen das gegenwärtige Freiich, daß das Bourgeoisie- System, das der heutigen Gesellschaft zu zügigkeitsgefeß im deutschen Reiche einen vollständigen Anhalt bietet. Grunde liegt, in noch weit höherem Maße die Moral und die Sitten In Sachsen ist ein Parteigenosse von mir, ein geiffer Ufert, vor 1% untergräbt. Ist der Jesuitismus staatsgefährlich, so ist es noch mehr Jahren zu sechs oder sieben Monaten Gefängniß verurtheilt worden bas moderne liberale Prinzip, welches wir, wie gesagt, in allen gesell- wegen Majestätsbeleidigung und zwar des deutschen Kaisers, die er in schaftlichen Institutionen verwirklicht sehen. Meine Herren, es ist sehr einer Rede in der Nähe von Chemnitz begangen haben sollte. Nachdem bequem und nüßlich, sich auf die Religion und das religiöse Brinzip er diese Strafe abgesessen, fehrte er zurück nach Chemniß, natürlich zu stellen, denn die Religion ist alle Zeit und wesentlich der Eckstein nicht überzeugt von seiner Schuld, und fängt von Neuem an, nach bes Autoritätsprinzips gewesen, und so wenig die Bourgeoisie selbst seiner Ueberzeugung als Agitator in öffentlichen Versammlungen für geneigt ist, irgend eine Autorität über sich anzuerkennen, so begreift die sozialdemokratischen Prinzipien zu wirken. Das genügte dem sie doch, daß die Autorität für Diejenigen, die sie ausbeutet, für Die- Chemnizer Stadtrath, um auf Grund des§ 3 des deutschen Freizüjenigen, von denen sie eristirt, für Diejenigen, aus deren Körper- und gigkeitsgesetzes den Mann aus Chemnitz auszuweisen. Der Mann Geiftesträften sie die ungeheuren Reichthümer ansammelt, das Autori- hat sich beschwert, es hat ihm aber nichts genugt, vielmehr hat dieses tätsprinzip äußerst nothwendig ist, um diese in der Unwissenheit und Vorgehen des Chemnitzer Stadtrathes in verschiedenen sächsischen StädHalbbildung zu erhalten. ten das bereitwilligste Entgegenkommen und Nachahmung gefunden. den am 21. und 22. Juli d. J. in Leipzig tagenden Schneider= Noch Eins! Sie sagen, der Jesuitismus habe mit dem katholi- Herr Ufert wird für eine Bersammlung in Frankenberg oder Hainichen Congreß erhalten haben, werden ersucht, für größtmöglichste und ich weiß das nicht mehr genau als Redner angekündigt; noch schnellste Verbreitung derselben zu wirken. Ebenso werden alle Kollecismus nichts zu thun; ich sage, das ist grundfalsch, der Jesuitismus und der Katholicismus sind vollständig identisch. Der Jesuitismus ehe er aber dazu kommt, die Versammlung abzuhalten, tritt ihm die gen ersucht, mit ganzer Kraft in ihren Kreisen für Beschickung des besteht allerdings erst seit dreihundert Jahren, aber die Bestrebungen, Polizei entgegen mit einem Ufas, daß er ausgewiesen sei. Dasselbe Schneidertages thätig zu sein: Als vorläufige Tagesordnung ist festdie dem Jesuitismus seit dreihundert Jahren zu Grunde liegen, hat geschah in Mittweida, in Waldheim und an anderen Orten ganz ge- gejezt: 1) der Normal- Arbeitstag, 2) das Konfektionswesen und die katholische Kirche seit mehr als tausend Jahren in der großartig- nau in derselben Weise. Endlich geht der Mann nach Dresden und dessen schädlicher Einfluß auf unser Geschäft, 3) unsere Stellung ge ften Weise zur Geltung zu bringen gewußt. Wollen Sie bestreiten, agitirt dort gleichfalls für seine Ueberzeugung; da kommt die Dres- genüber der Meister- Coalition, 4) die Organisationsfrage. daß die Bestrebungen Gregors VII. den Bestrebungen der Jesuiten dener Polizei und weist ihn auf Grund des§ 3 des Freizügigkeits- Tagesordnung betreffenden Zuschriften find an Unterzeichneten, Anirgendwie entgegenstehen? Doch wahrhaftig nicht. Also das kirchliche gesezes ebenfalls aus. Er geht hinaus, läßt sich an der Grenze des fragen lokaler Natur, sowie die Anmeldung der Delegirten an Ch. Autoritätsprinzip im Staate zur Herrschaft und zur Geltung zu brin- Weichbildes von Dresden nieder und beschäftigt sich als Zimmerarbeiter. Hablich, Ritterstraße Nr. 43, Leipzig baldigit zu senden. Berlin, 6. Juli 1872. A. Reimann, alte Jakobstraße 6. gen, das hat der katholischen Kirche von jeher zu Grunde gelegen, und Eines Tages wird er von Parteigenossen eingeladen, an dem entder Jesuitismus ist weiter nichts, als der flare und bestimmte Ars- gegengesetzten Ende des Weichbildes eine Versammlung abzuhalten. Allgemeiner deutscher Schneider- Verein. druck des katholischen Prinzips. Insofern haben die Herren im Gen- Er benutzt die durch die Stadt gehende Eisenbahn, um dahin zu geBerlin. Die Bevollmächtigten muß ich dringend ersuchen, bis spätestens trum vollständig Recht, wenn sie sagen, ein Kampf gegen die Jesuiten langen. Kaum erfährt das die Dresdener Polizei, so werden so und ift zugleich ein Kampf gegen die katholische Kirche, und weiter Recht, so viel Mann aufgeboten, und Ufert festgehalten, weil er das Aus- 15. Juli die Abrechnungennebst Geldern einzusenden, da die Revision wenn sie behaupten, daß dieser Kampf ein sehr erbitterter sein werde, weisungsdekret übertreten habe. Meine Herren, sowohl die Kreisdirek- der Kasse, Bücher und Belege bevorsteht, und alsdann keine Mitglieddaß die große Masse der kirchlich Gesinnten in stärkste Mitleidenschaft tion wie das Ministerium des Innern haben alle diese Ausweisungs- schaft im Rückstand sein darf. In Bayreuth hat sich vor einiger Zeit eine neue Mitglied= gezogen werde. Sie sagen, Sie wollen durch dieses Gesetz den Frieden dekrete bestätigt. herstellen; Sie werden nicht den Frieden bekommen, sondern das GeSie sehen also, wenn man einen Mann verfolgen will, dann sind scha ft gegründet, und ist A. Lauterkorn, Haus Nr, 451, Bevollmächtigter, gentheil, den Krieg. unsere jest bestehenden Geseze ganz famose Handhaben dazu. Sie Joh. Wagner, Haus Nr. 479, Kassirer. In Leipzig ist an Stelle Nun, meine Herren, wie steht der Staat zu diesen religiösen Wir- tönnen sich also auf die bestehenden Gesetze stüßen bei Ihren Unter- Becker's z um Bevollmächtigten, Jul. Beyer, Eisenbahnstraße Nr. 20, ren? Wenn Sie behaupten, das neue Dogma von der Unfehlbarkeit drückungsmaßregeln; dann haben Sie wenigstens das Eine profitirt, und an Stelle Jos. Herms zum Kassirer Ernst Casper, Ritterstraße habe, weil es staatsgefährlich sei, erst diesen neuesten Streit hervorge- daß Sie dem unangenehmen Odium eines Ausnahmegesetzes entgehen, Nr. 42., gewählt. Indem ich diejenigen Bevollmächtigten, welche auf mein leptes Schreiben noch nicht geantwortet haben ersuche, dies nunrufen, so ist das vollständig falsch. Alle religiösen Dogmen stehen welches ja in Aller Augen immer etwas sehr Gehässiges hat. mit der gesunden Vernunft und mit der Wissenschaft in Widerspruch, Nun, meine Herren, soll der Jesuitismus und der Ultramontanis- mehr sofort zu thun, zeichne ich mit Brudergruß. A. Reimann, und das ist ja auch meine Meinung ( Heiterkeit) und ein religiöses Dogma, wie das der Unfehlbarkeit, wel- mus vernichtet werden Geschättsführer des Allg. deutschen Schneider- Verein. ches durch einen so besonders starken Widerspruch gegen die gesunde dann müssen ganz andere Mittel und Wege in Anwendung gebrach Leipzig. Der allgemeine Schneidertag wird am Sonntag den Vernunft sich auszeichnet, müßte von Ihrem ,, liberalen" Standpunkte werden. Der Abgeordnete Dr. Gerstner hat bereits darauf hingewiesen, aus Ihnen in hohem Grade willkommen sein, denn je größer die daß der Staat die wesentliche Ursache sei, daß der Jesuitismus fich 21. Juli im Lokale des Arbeiterbildungsvereins und Montag d. 22 im Dummheit ist, die man der Menschheit zumuthet, je mehr man damit jetzt so breit machen könne, wie er es thatsächlich thue. Ich sage: Saale der Westendhalle abgehalten. der gesunden Vernunft ins Angesicht schlägt, um so besser; denn dann nicht allein der Staat, sondern auch die liberalen Parteien sind daran werben Tausende, die sich bisher am Gängelbande haben leiten laffen, schuld, auch die liberale Partei hat in einer unverantwortlichen Weise anfangen, zu denken, und durch das Inslebenrufen eines solchen uns die Volkserziehung und Volksbildung vernachläſſigt. geheuerlichen Dogmas, wie die Unfehlbarkeit, wird man das gerade Meine Herren, statt daß Sie 100 Millionen Thaler für AnschafGegentheil von dem bewirken, was man glaubt. Meine Herren, dem fung von Mordwerkzeugen und zur Erhaltung stehender Armeen verStaate ist es vollkommen gleichgültig, ob die Jesuiten gegen die Mo: wenden, die dazu bestimmt sind, auf Geheiß eines Einzelnen sich gegenral verstoßen oder nicht; der Staat hat allezeit verflucht wenig nach seitig die Köpfe einzuschlagen( Lachen), wäre es viel besser, wenn Sie der Moral gefragt( Gelächter), und, meine Herren, der Mann, der diese enormen Summen zur Volksaufklärung und Boltsbildung verheute an der Spitze von Deutschland steht, der Herr Reichskanzler, ist wendeten. Aber heute ist es in unserem Staate gerade umgekehrt. am allerwenigsten der Mann, der nach der Moral und nach firchlichen Wenn das, was heute für das Militär ausgegeben wird, für die Dogmen irgendwie fragt, wenn es seinem politischen Zwecke nicht paßt. Schulen ausgegeben würde, wenn Sie in dieser Weise die Schulen wird gesorgt.. Das hat er ja neulich selbst eingestanden, daß ,, politische Heuchelei" auch dotirten, wenn Sie die Kirche vom Staate trennten, die Kirche aus für ihn ein wesentlicher Faktor in seinen politischen Handlungen sei. der Schule hinauswürfen, dann würde der Erfolg sich zeigen. Der Schleifen erkenntlich, die ankommenden Delegirten erwarten. Das Empfangslokal ist im Arbeiterbildungsverein, Ritterstraße Was den Herrn Reichskanzler reizt, ist, daß er von der katholischen Staat inuß es für seine Hauptaufgabe betrachten, für die VolksbilSeite in politischen Dingen nicht für unfehlbar angesehen wird( Hei- dung im höchsten Maße Sorge zu tragen; dann würde es sehr bald 43 II. Wir ersuchen nun fämmtliche Delegirte, sich gleich nach ihrer terkeit), daß er von ihr nicht unterstüßt wird. Meine Herren, wenn dahin kommen, daß alle ultramontanen und kirchlichen Wühlereien und Wahl bei Chr. Hadlich anzumelden, an welchen auch alle sonstigen bie Herren im Centrum fich bereit erklärten, die politischen Bestre- Heßereien nicht mehr den geringsten Einfluß übten. bungen des Reichskanzlers zu unterstüßen, ich versichere Ihnen, daß es Allerdings wäre dann nicht blos der Einfluß der Jesuiten ge- 3 uschriften und Anfragen zu richten sind. Das Lokal- Comitee der Schneider gehülfen. dem Reichskanzler dann vollständig egal ist, was sie auf kirchlichem brochen, dann wäre auch der Einfluß der Pietisten und ebenso der NB. Alle arbeiterfreundlichen Blätter, welche bereits Mittheilun Gebiete thun.( Sehr richtig!) Je reaktionärer der Jesuitismus auf Einfluß des Protestantenvereins und der Altkatholiken gebrochen, mit treten würde, desto angenehmer würde es dem Reichskanzler sein, er einem, Worte, es würde durch ein vernünftiges Bolfserziehungssystem gen über den Schneidertag gebracht haben, ersuchen wir, auch von würde ihn in allen seinen Bestrebungen entschieden unterstützen. Aber mit den religiösen Dogmen überhaupt gebrochen werden. Dieser Bekanntmachung gefälligst Notiz zu nehmen. Bei'm Verlangen nach Toasten, Da erhebt der Eine sich, Und er spricht mit ernster Stimme: ,, Meine Brüder, höret mich. Wir sind Alle echte Lumpen, Doch ein Höhr'er waltet noch: Der uns har so gut placiret, Dieser Hohe lebe hoch!" M. K- 1.( im, Dresdener Boltsboten.") Den Schneidertag in Leipzig betreffend! Alle Diejenigen, welche vom Unterzeichneten Aufrufe, betreffendAlle die Collegen! Angesichts der so sehr vernachlässigten Organisation unserer Gewerksgenossen ist es dringend nothwendig, endlich einmal die Gleichgiltigkeit zu beseitigen und allerorts für Beschickung des Kongresses thätig zu sein, damit eine allen Theilen rechnungtragende Organisation geschaffen werde. Ortschaften, welche keinen eigenen Delegirten schicken können und doch vertreten zu sein wünschen, wollen Mandate in beglaubigter Form hierher einschicken. Selbstverständlich können nur Fachgenossen als Delegirte an den Berathungen des Kongresses theilnehmen; für Freiquartiere An den Bahnhöfen werden Mitglieder des Lokalcomitees, an rothen glieder zum Festfomitee gewählt. Internationale Metallarbeiterschaft. Berlin. 7. Juli. In der gestern stattgehabten außerordentlichen General- Versammlung der hiesigen Mitglieder wurde die ControlKommiffion, aus nachstehenden Herren bestehend, gewählt: L. Kämmerer, Vorsitzender, Bergstraße 45; G. Kärger, forresp. Sekretär, Grüner Weg 79; 2. Döring, G. Wandré, P. Müller, Beifizende. Dresden. Die internationalen Gewerkschaften der Metallarbeiter werden ersucht, ihre bezüglichen Anträge für Revision des Gewerkschaftsstatuts laut Beschluß der Generalversammlung in Erfurt von nun an einzusenden an den Bevollmächtigten August Biedermann, Rosengasse 15, III. Internationale Gewerksgenossenschaft der Manufac: wegs bas in fie gefeßte Bertrauen gerechtfertigt, sondern umgekehrt den trots ihrer Provokationen an diesem Abend mit heiler Haut davon Verführern ihr Ohr gelieben, nicht allein zum eigenen Schaden, famen. Die Fortseßung des angefangenen Referats findet am Sam Dresden. Am 6. Juli fand wieder eine stark besuchte Versamm- sondern auch zum Nachtheil der größeren Bevölkerung. Greifen wir stag, den 13. d. Mts., statt; wir brauchen wohl nicht mehr zu erwäh= lung im Gasthof zu„ Stadt Bremen"( Vorstadt Neudorf) statt, und es arbeiter ihre Löhne über Gebühr, so steigt die Miethe nicht allein für die Arbeiter- Bataillone in immer fester geschlossenen Gliedern hinter als Beispiel die Wohnungsnoth und deren Ursache! Steigern die Bau- nen, daß Maßregelungen, wie die hier geschilderten, nur geeignet sind, ließen sich viele neue Mitglieder einzeichnen. In Rücksicht auf diese sie, sondern auch für die ganze Bevölkerung.( An der hohen Miethe sollen uns zu bekommen. Mitglieder wurde beschlossen, je den Montag eine GewerksversammInng in Neudorf abzuhalten. Es erfolgte die Vorlesung der Statuten, Häuserbefizer lebiglich die gesteigerten Löhne der Bauarbeiter Schuld sein!!) also nach Harkort statt des Grund- und Boden- Monopols ber Gruß und Handschlag deren einzelne Paragraphen Krause eingehend erläuterte, wobei er GeCarl v. Giesen. legenheit nahm, auf die Nothwendigkeit der Vereinigung der Arbeiter, Es wird im Verhältniß weniger gebaut,( Im Verhältniß zu was? Burgsteinfurt. Cigarrenarbeiterstrike. Collegen! Wir sind sowie auf die Vortheile aufmerksam zu machen, welche die Gewerks- Im Verhältniß zu früheren Zeiten? Es wird jetzt durchaus nicht durch den Uebermuth unserer Fabrikanten ohne unsere Schuld von der genossenschaft ihren Mitgliedern bietet. Dann ergriff Vogel das weniger als sonst gebaut. Daß die Wohnungsnoth in großen Städten Arbeit ausgeschlossen worden, weil wir treu zum Allg. Deutschen TabakWort und ermahnte zum treuen Festhalten an der Gewerkschaft; er und wenig Arbeiterhäuser gebaut werden.) das Kapital will verzinst find am hiesigen Orte außer den Eigarrenarbeitern eine Anzahl Tabakar trotzdem immer größer wird, rührt daher, daß fastlauter Luruswohnungen und Gigarrenarbeiter- Verein halten. Der Sachverhalt ist folgender: Es gab außerdem einen Ueberblick über die Geschichte des Arbeiterstan sein und zieht sich zurück, denn wenn die Industrie lahm gelegt, so beiter, an 50 Mann, welche bisher unserm Vereine fern standen; diebes, dabei den Beweis führend, daß sich der heutige Arbeiter bezüglich sinft der Häuserwerth.( Obschon die Miethe für die ganze Bevölke- felben erhielten einen Tagelohn von 13 Sgr.; da sie mit solchem spär seiner sozialen Lage wenig von dem Sklaven und Leibeigenen früherer Zeiten unterscheidet. Auch Hochmann sprach sich in diesem Sinne rung steigt?") Die großen Werke finden sich nicht ermuthigt, Wohlichen Verdienst nicht mehr bestehen und leben konnten, so verlangten aus; dann machte Krause noch bekannt, daß am 3. Oktober das nungen für Arbeiter zu schaffen,( Daß die von Arbeitgebern erbauten sie eine Lohnerhöhung von 2 Sar. pro Tag. Stiftungsfest der Gewerkschaft gefeiert werden solle; es wurden drei Mit- Arbeiterwohnungen nur den Zweck haben, den industriellen Sklaven Collegen! Es wurde ihnen dies abgeschlagen und dagegen Affordan die Scholle zu binden K. denn wenn er ſtrikt, wird er aus der Arbeit angeboten; da sie aber hierbei noch weniger verdient hätten, als Wohnung hinausgeworfen ift, außer allem Zweifel) die jeden Augen- früher, so fonnten sie es nicht annehmen. Hierauf wandten sie sich blick bereit sind, durch unangemessene Forderungen die Fabrik oder an uns mit der Bitte, ihnen auseinander zu seßen, welche Prinzipien Grube still zu legen. und welchen Zweck unser Verein verfolge. Das geschah in einer auf ,, Unsere Arbeiter im Westen stehen sich ungleich besser in Befrie Sonnabend, den 29. Juni anberaumten Versammlung. Sofort erklärten digung wahrer und angewöhnter Bedürfnisse als die des Ostens, und fich 30 Mann zum Eintritt bereit, und wurde auf Dienstag, den 2. die Bergleute verrathen wenig Verstand, wenn sie einen Mitarbeiter d. M., Abends, eine weitere Versammlung festgesezt zur Aufnahme zu ihrem Sprecher wählen, der in einem Jahre 500 Thlr. Schichtlohn der neuen Mtiglieder. Doch was geschieht von Seiten unserer Fabribezog und dennoch den Agitotor spielt, und einen anderen, der in tanten? Am Montag, d. 1. b. Mts., unterbreiten die Herren Rotmanu 25 Schichten 45 Thlr. erhielt!( Im Gegentheil! Sie verrathen viel den Tabatarbeitern eine Schrift, welche folgendermaßen lautet: Berstand", wenn sie Jemanden als" Agitator" nehmen, welcher sagen Wir Endesunterzeichnete verpflichten uns, gegen 10 Thlr. fann:„ Ich habe zwar 500 Thaler Einkommen, aber meine 30,000 Strafe, so lange wir in der Fabrik bei F. Rotmann arbeiten, Collegen nicht".) Man gehe doch auf die Wochenmärkte und sehe, feinem Tabatarbeiter- Vereine, noch irgend einem andern ähnwie ihre Frauen die besten Nahrungsmittel kaufen.( Sonst spricht lichen Arbeitervereine uns anschließen zu wollen." man immer von ,, Neid und Mißgunst der Besitzlosen gegen die Be Noch unerfahren in der Arbeiterbewegung, wurden Jene bis auf Berlin. Der erste deutsche Sattler- Kongreß hielt am 2. sisenden"! Herr Harkort, der Besitzende, gönnt den Bestßlosen nicht 2 Mann gezwungen, zu unterschreiben. Hierauf hielten wir, nicht und 3. d. Mts. Sigungen. Gegenstand der Verhandlung war: die einmal die ,, besten Nahrungsmittel", als ob nicht jeder Mensch auf Dienstag, sondern Montag, den 1. Juli eine Versammlung ab und Organisation." Man einigte sich dahin, einen allgemeinen Sattler- dieselben vollsten Anspruch hätte!) Einen schlagenden Beweis liefern wurde einstimmig ausgesprochen, daß dieses Vorgehen der Herren Verein zu gründen, der zunächst Deutschland und Deutsch- Desterreich die Sparkassen des Regierungsbezirks Arnsberg, die 18 Millionen Fabrikanten ein Gewaltatt gegen unsern Verein und dessen Brinzipien umfassen solle und dem sich alle Sattlergehülfen ohne Unterschied der Thaler enthalten,( Die 18 Millionen Thaler, die in den Sparkassen sei. politischen Parteifarbe als Mitglieder anschließen können. Zweck des des Regierungsbezirks Arnsberg liegen, beweisen absolut nichts, da wir Es wurde ein Comité von 5 Mann gewählt, um mit dem Herrn Vereins ist: Bereinigung der Gehilfen zur Hebung und Förderung des nicht wissen, wieviel davon den Arbeitern und wie viel den Klein- Rotmann Rücksprache zu nehmen. Dies geschah am folgenden Morgen. Berufs, Feststellung und Aufrechterhaltung der entsprechenden Arbeits- bürgern gehört.) darunter die Sparkasse der Stadt Dortmund mit Das Eomité forderte die Herren auf, den Gewaltaft zurückzunehmen, löhne, gründliche Regelung resp. Verbesserung des Lehrlingswesens c. 2 Millionen Thaler; Meister, Gesellen, Fabrikarbeiter, Berg- und Hütten- um die Ehre unseres Vereins zu wahren. Ferner unentgeltliche Arbeitsvermittelung, Reise- Unterstügung, sowie arbeiter und Dienstboten legten die Hälfte ein, darunter die Berg- und Nach längeren Debatten erklärten die Herren, es sei ein ,, frecher Unterstützung bei einem unvermeidlichen gerechtfertigten Strike. Hüttenarbeiter allein 446,000 Thlr.! Wer solche Ersparnisse revel", uns für Leute zu interessiren, die unserm Verein gar nicht Die Einschreibegebühren betragen 6 Sgr., der monatliche Beitrag 3 machen kann, darf nicht über Mangel tlagen.!( 446,000 angehörten. Wir antworteten, die Leute feien zu uns gekommen, um Sgr. Die Leitung des Vereins liegt dem alljährlich stattfindenden Thaler von 30,000 Bergs und Hüttenleuten deponirt, ergiebt circa fich mit uns zu vereinigen, deßhalb hielten wir es für unsere heilige Kongreß ob. Mit der sofortigen Geschäftsführung 2c. wird ein Aus- 15 Thlr. pro Mann.„ Wer solche Ersparnisse machen kann, darf Pflicht, einen solchen Gewaltakt nicht gegen unsern Verein ausüben schuß von sieben Personen und eine Control- Kommission von 3 Per- nicht über Mangel klagen"!!????) Außerdem bestehen die Knapp- zu lassen. Die Antwort war, daß diese Forderung nicht erfüllt und sonen, die alle im Vorort ihren Wohnsiz haben müssen, betraut. Zum schaftstassen zur Unterstüßung der Invaliden, Wittwen und Kranten; im Gegentheil, beim ersten Vorgehen unsererseits ebenso, wie beabsichtigt, Vorort wurde für das nächste Jahr Berlin bestimmt und Herr Auer für feinen anderen Stand ist so vielseitig gesorgt.( Der verfahren werden solle. Wir erklärten, daß wir es an unsere Vereinsdefinitiv zum Vorsitzenden des Ausschusses, die Herren Berg, Jonas, Halbmillionär Harkort will wohl für seinen Stand auch Invaliden- behörde berichten und derselben die Sache anheimstellen würden; damit Opis, Winkler, Schröder und Frey provisorisch in denselben gewählt. tassen haben"? Wie schade, daß der arme Mann nicht Arbeiter war den Herren nicht gedient und die Fabrit wurde 1 Stunde später Der Voltsstaat", Bolkswille" und ,, Neue Sozial- Demofrat" wurden werden kann!) Vor einigen Jahren wanderten hiesige Bergleute von den Fabrikherren geschlossen. Wir erklärten, daß wir nicht als Vereinsorgane bestimmt. Nachdem die auswärtigen Delegirten übermüthig nach Rußland aus,( Vielmehr durch gewissenlose Bourgois beabsichtigt hätten, einen Strife zu beginnen; da uns aber der Handihren Berliner Kollegen dafür besonders gedankt, daß sie zur Einbe- Agenten verleitet.) um dort im Elend zu verkommen. Da schoffen schuh hingeworfen sei, müsse er von uns aufgenommen werden, zur rufung des Kongresses die Initiative ergriffen haben, schließt der Vor- unsere Gewerke die Gelber zur Heimkehr großmüthig( Bon ,, Großmuth" Ehre des Allg. Deutschen Tabafarbeiter- Vereins. figende Herr Auer mit einem dreifachen Hoch auf den neugegründeten kann keine Rede sein. Wenn die Gewerke" wirklich das Reisegeld Collegen! Ihr seht, wir sind gezwungen worden zu diesem Kampfe. Verein den Kongreß. vorgeschossen haben, so thaten fie es, weil sie die Arbeiter nothwendig Wir werden denselben durchführen mit allen uns zu Gebote stehenden Fürth, d. 1. Juli. Abrechnung über den Metallschläger- brauchten.) zusammen: ist das jezige Betragen vielleicht der Dank Mitteln. Darum seid für uns und mit uns, denn wir sind ausersehen, strite. An Unterstützungen gingen ein von dem Ortsverein der Metall- und Heimzahlung des Vorschusses? Der Arbeiter muß menschen- das erste Opfer des Fabrikanten- Vereins zu werden; doch werden wir schläger in Fürth 58 ft. 27% tr. Ortsverein der Maschinenbauer in Fürth würdig leben können, predigen die Verführer. In den Kneipen liegen festhalten wie Männer und nicht zittern in der Gefahr. Also lasset 3 fl. 25% fr. Von H Geißen 1 fl. Vou zwei soz.- bem. Bolksver( Sind die Bourgeoistneipen etwa leer, wenn sich die Arbeiterkneipen uns nicht unterliegen, denn mit diesem Vertrauen gehen wir in den jammlungen 8 fl. 12 ft. Bom Ortsverein der Drechsler in Fürth füllen?), Bier und Branntwein in Waſſe vertilgen,( Ist bas schlimmer, Kampf. Wir rufen Euch zu: was wir hier erringen, erringen wir für 21 fl. 24 fr. Vom Ortsverein der Schreiner 14 fl. Von der Inter- als 50mal so theuren Wein trinken?) raufen,( Memento auf seß!) Euch; denn es ist um teine Arbeitslohnerhöhung, es ist um unsern nationalen Schneidergewerkschaft in Fürth 8 fl. Von den Metallschlägern mit Messern stechen und bummeln, ist das ein menschenwürdiges Da- Verein selbst zu thun. Lasset Ihr uns fallen, verfallet Ihr dem Fain Lechhausen 11 fl. Von den Metallschlägern in Nürnberg 32 fl. 6 fr. fein? Der Arbeiterstand ist theilweise auf dem Wege, durch Rohheit brikanten- Bund zum Spott und Hohn, und dann Wehe über Euch! Bon der Intern. Schreinern in Fürth 1 ft. 30 fr. Von Hrn. Memminger zu verwildern. Der Uebermuth wird über furz oder lang eine Es ist noch zu bemerken, daß diese Herren Fabrikanten Mitglieder 1 fl. 45 tr. Von Hrn. Rothlauf 30 fr. Von der Schneidergewerf Krisis herbeiführen, die nicht allein den Schuldigen, sondern auch den des Fabrikanten- Vereins find. schaft in Regensburg 7 fl. Vom Generalrath der Maschinenbauer Unschuldigen trifft. Mögen die Männer der Pflicht und der Standes= in Berlin 525 fl. Von demselben 437 ft. 30 fr. Von demselben 43 ft. ehre sich vereinen, um dem Unfuge träftig entgegen zu eten! 45 fr. Von Pferjee 39 fr. Vom Intern. Arbeiterbildungsverein Friedrich Harkort." Genf 16 fl. 40 fr. Wir haben nachdem wir unsere Detail- Bemerkungen in KlamVorschußweise haben wir erhalten: Von dem Maschinenbauerorts- mern in die Proklamation gleich eingefügt nur wenig dem Ganverein 10 fl. Vom Ortsverband 56 fl. Von der Sparkasse 7 ft. zen hinzuzufügen. Daß sich selbst die Fortschrittspartei dieses von Summa 1254 fl. 54 fl. einem ihrer Hauptritter begangenen Blödsinns schämt, beweist die Von diesem Geld wurden 144 Gehilfen und 82 Einlegerinnen Thatsache, daß die Volkszeitung", welche sonst die Erlasse Harkorts 3 Wochen lang unterstüßt mit 1207 ft. 21 fr. 44 fl. 46 fr. wurden( namentlich die Wahlaufrufe) wie Prophetenverkündigungen verherr verrechnet als anderweitige Ausgaben. licht, nur Auszüge aus Obigem brachte, feineswegs den vollständigen Wir danken allen Gebern für die reichliche Unterstützung freund- Tert. Die Fortschrittspartei mag sich wohl bei dieser Hauptleistung lichst und geben die Versicherung, nach besten Kräften für die Emanci- ihres enfant terrible gedacht haben: Gott beschüße uns wenigstens pation der Arbeiterklasse wirken zu wollen. vor unsern Freunden, mit unsern Feinden werden wir so wie so nicht fertig." Dortmund. Am 31. Juni hielt der hiesige Verein technischer Grubenbeamten eine zahlreich besuchte Versammlung ab, in der folgende Resolution angenommen wurde: 1. Vor dem Ausbruch des Essener Strikes ist eine allgemeine Unzufriedenheit mit den Löhnen nicht zu konstatiren gewefen. " K " 2. Die Arbeiterbewegung ist nicht direkt aus den Arbeitern selbst hervorgegangen. 3. Sämmtliche Beamten verpflichten sich, während der Dauer der Arbeiterbewegung teine Arbeiter anzunehmen, welche in letter Zeit auf irgend einer Grube des Oberbergamtsbezirks Dortmund gearbeitet haben. Die Arbeitgeber wollen einfach nicht begreifen, daß die ganze Arbeiterbewegung ein Produkt der Klassenlage ist; und grade die Einmüthigkeit und Hartnäckigkeit, mit der die Effener Bergleute den Strife führen, beweist am besten, daß die Verhältnisse und feine Agitation den Strike provozirten. " Mit Brudergruß Das Strife- Comité: A. Lupp, Bevollmächtigter. A. Klein, Vorsitzender. P. Küpper, Kassirer. W. Feld. M. Mehlhausen. P. Kohldorf. J. Herzberger. F. Abring. Schnelle Hülfe thut noth. Briefe u. f. w. find zu senden an B. Küpper, Burgsteinfurt in Westfalen. über den Boltsstaat" bestimmen uns, den Parteigenossen über theils Pforzheim. Die Artikel in Nr. 25 und 26 der ,, Concordia" Bergangenes Etwas mitzutheilen: An einem Abend des verflossenen Winters war die hiesige Arbeiterbildungsvereinshalle freundlichst dem Herrn Pfarrer und Dr. Schuster aus Karlsruhe zu einem Bortrag geöffnet. Dieser sehr thätige christlich- soziale Agitator hielt nun vor circa 300 Leuten einen ziemlich radikal angestrichenen Vortrag, in welchem er die tief eingerissene Korruption der verschiedenen Klassen, sowie die von ihm anerkannte jämmerliche Lage vieler Arbeiter u. s. w. dem alles überwuchernden Egoismus zur Last legte. Sein Rezept zur Besserung hieß ,, Einpflanzung der christlichen Liebe"! Es wurde ihm von unsren Parteigenossen genügend heimgeleuchtet. Wie diese Herren die christliche Liebe auffassen, geht aus dem Schlußsak obengenannten„ Concordia"-Artikels undeutbar hervor. gegen die Sozialdemokratie, ganz insbesondere die vom ,, Volksstaat", lautet: ,, Stampf auf Tod und Beben"" Die Parole Herr Dr. Schuster hat hier die ,, Concordia" dringend als sein Parteiorgan empfohlen. Ob nun er selbst oder ein anderer christlich liebender Genosse jene inquisitionssüchtigen, mit S. gezeichneten Denunzia tionsartikel verfertigte, dieses Liebesproduti gehörig aufgestrichen werden. möge ihnen nur überall, wo sie auftauchen, Im Auftrag des Strife- Komitee. Fr. Hain. H. Maier. D. Kiesel. Effen, 10. Juli. Zum Strite der Bergleute. Vier Wochen find nun bald zu Ende und die Arbeitseinstellung ist heute noch so total, wie am ersten Tage. Alle Versuche, die Bergleute zur Uneinigkeit zu verleiten, sind bis heute kläglich gescheitert. Die Leute stehen fest wie ein Wann und alle Versammlungen find stark besucht. Die verbreiteten falschen Gerüchte werden in den Bersammlungen zum allgemeinen Ergößen vorgetragen. Jeden Tag werden von der lügnerischen Presse sowohl wie von gekauften Subjekten solche falsche Ge= rüchte, perbrettet. So werden 3. 5. Bergleute gewarben, um durch Stadt und Land zu ziehen und zu rufen: ,, Victoria! wir haben ge= fiegt!" und wenn die Bergleute in den Versammlungen erscheinen, fo hören sie, daß Alles gelogen ist. Unter anderem hat man auch das Gerücht verbreitet, das Komitee habe sein Mandat niedergelegt, und jo giebt es jeden Tag etwas Neues. Zu solchen Mitteln greifen unsere Gegner. Auch schickt man Leute von Haus zu Haus, die jedem stand des hiesigen Arbeiterbildungsvereins, fand zu oben gedachter Zeit Herr U. Wittum, früher Vorsitzender des Arbeiterbunds, jetzt noch VorBergmann, der in dieser Strikezeit arbeiten wolle, zwei Thaler pro Schicht versprechen; aber sehr Wenige gehen auf diesen Leim und wollen Gelegenheit, seine innige Geistesverwandschaft mit den Christlich- LieSolingen, 7. Juli. Gestern Abend hatten die hiesigen Partei- benden dadurch zu befunden, daß er eine Resolution, welche auf dem den Judaslohn. Den Komiteemitgliedern hat man den Vorschlag ge- genossen eine Bolksversammlung anberaumt; Tages- Ordnung: Constanzer Arbeiterbundstag gegen Jene losgelassen wurde, desavouirte. macht, ihr Mandat niederzulegen und es in die Hände des Knapp- I. Die deutschen Sozial- Demokraten und ihre Gegner, mit besonderer Dabei pafftrte ihm das Matheur, daß er wörtlich sagte: ,, Als wir schaftsvorstandes zu legen; aber das Komitee ist darauf nicht einge- Berücksichtigung der heutigen Tagespresse. Referent: Pieper- Ham- Berräther" statt Vertreter ,, des Arbeiterbundes in Constanz beigangen. Mag fommen, was da will, das Komitee hält fest. Wie burg. II. Wer lebt von den Pfennigen der Arbeiter? Referent& ü ch- sammen waren", was unter großer Heiterkeit und ohne Widerspruch meine Parteigenossen wohl wissen, sind die Herren Arbeitgeber bei einem tenberg von hier. ausgebrochenen Strife gleich bei der Hand, den Arbeitern öffentlich in aufgenommen wurde. Seinerzeit hat dieser Herr Wittum dem ,, SozialDie Polizei hatte in Anbetracht der Aufregung, welche seit eini- demokrat" Schweizers als eifriger Gesinnungsgenosse hier Boden zu. ben Zeitungen die Abkehr anzubieten, so auch in Essen. Nun sind sehr ger Zeit unter den hiesigen Arbeitern herrscht", scharfe Vorsichtsmaß- verschaffen gewußt, und heute noch ist er in wichtigen Punkten getreu Biele hingegangen, die ihre Abkehr haben wollten; aber die Herren regeln" getroffen, um eine etwaige ,, Empörung" gewaltsam zu unter- Schweizerisch". waren auf einmal anderer Meinung geworden Doch verstand er es, sich in eine hoffnungsreiche Sie geben Nieman- brücken. dem die Abfehr während des Strifes. Stellung hineinzuwärmen; seither bemüht er sich auffällig, den Censor Herr Krupp hat seinen Da das Gerücht umging, daß der Polizei- Commissar den streng der Sozialdemokratie zu spielen. Es wird von einigen Leuten mit Bergleuten die Consumanstalt geschlossen und auch auf den umliegen- sten Befehl hätte, bei der geringsten Veranlassung die Versammlung allen Mitteln gegen uns gehezt, und vor allem auch die dümmsten den Dörfern, z. B. in Stoppenberg und Borbeck, wo auf vielen Zechen aufzulösen, so verzichtete Pieper, um eine allzufrühe Auflösung zu ver- Polizeiartikel gegen uns als frische Waare ab- und umgeschrieben. Consumanstalten sind. Bei den Consumanstalten der Bergleute ist hüten, zu Gunsten Lüchtenbergs vorläufig auf das Wort, so daß der Beinahe täglich erfreuen wir uns in der Presse einer Aufmerksamkeit, nun das Schlimme. daß dort Alles auf Borg genommen wird und 2. Bunft als erster auf die Tagesordnung fam. Lüchtenberg und welche unsre Sache hilfreichst fördert. Bereits haben es unsre Gegner der Betrag der entnommenen Waare den Bergleuten dann jeden Monat Giesen referirten über denselben unter lauten Beifalls bezeugungen der soweit gebracht, daß selbst der vor kurzer Zeit noch sehr verehrte Herr Wittum vom Lohne abgezogen wird. Sehr häufig kommt es dann vor, daß der Versammlung. von den Arbeitern nicht mehr angehört wird, und daß ihre Machwerke Bergmann am Lohntage nichts mehr in die Hand bekommt. Nun Hierauf ergriff Pieper das Wort. Sobald derselbe die Tribüne nur noch anonym anzubringen sind, troßdem sie besonders polizeilich fann sich Jeder einen Begriff davon machen, wie es Dem zu Muthe bestiegen, erhob sich der anwesende Polizei- Commissar von seinem bis da- große Vortheile gegen uns haben. ist, der den ganzen Monat in den ungesunden Gruben gearbeitet hat hin durch die Menschenmenge verdeckten Sitz und faßte vor derselben Als Merkwürdigkeit diene noch zur Mittheilung, daß der, diverse und am Lohntage keinen Pfennig Geld bekommt. Man hat doch mehr Posto, jedes Wort, jede Bewegung des Redners mit Argusaugen be- Anti- Bebel- Liebknechts- Vereinsgründer" Moriz Müller sen. in den Bedürfnisse zu befriedigen, als blos bas des Essens. Der Mann muß machend. ja verzweifeln, wenn er nicht einmal 5 Sgr. des Sonntags hat, um legten 14 Tagen teine Flugschrift von Stapel gelassen hat. mit Frau und Kindern ein Glas Bier zu trinken. Und doch schreibt Wir ahnten bereits, was fommen würde! Eẞlingen. Die Landesversammlung der schwäbischen SoRedner behandelte in seinem Referat hauptsächlich die Tagespreffe. zialdemokraten vom 30. Juni d. J. verlief glänzend und gab den man noch, der Bergmann hätte hier feine Noth gehabt, es sei ,, leber In der vorigen Woche hatte ein anonymer Schreiber einen Artitel Beweis, daß das Schwerste hier überwunden. Es ist für die Arbeitermuth", daß er die Arbeit eingestellt habe. Aber die Herren möchten in das hiesige Kreis- Intelligenzblatt zum Abdruck gelangen lassen, bewegung ein richtiges Verständniß vorhanden und dadurch möglich doch einmal zu dem Beamten hingehen, der jeden Monat die Löhne welcher voll Berläumdungen und Schmähungen gegen die Sozial- geworden, fie in Fluß zu bringen. Wenn der Kern, der sich bis jept auszuzahlen hat, und sie werden sehen, daß Hunderte von Fällen vor- Demokraten war. Als Pieper hierauf eine kurze Erwiderung im ge- um unsere Fahne geschaart, nur halbwegs die Pflichten, welche die kommen, wie der oben erzählte. Aber gemach, Ihr Herren, die Essener nannten Blatte verlangte, erklärte ihm der Redakten desselben, er Partei uns auferlegt, erfüllt, so wird die Bewegung in furzer Zeit Bergleute werden sich nicht provoziren lassen, zu Gewaltthätigkeiten würde sie nicht aufnehmen. überzugehen, damit Euer bereit gehaltenes Militär einschreiten tönnte. Dieses Verhalten geißelte nun der so erstarkt sein, um uns den Parteigenossen Norddeutschlands ebenWie verlautet, will Herr Krupp seine beiden Zechen an eine belgische indem er betonte, daß es selbst dem gemeinsten Berbrecher gestattet sei, Redner unter den stürmischsten Beifallsbezeugungen der Versammlung, bürtig an die Seite stellen zu können. Gesellschaft verkaufen. Wenn das wahr ist, dann kommen wir bald sich unbeschränkt zu vertheidigen. Das Verhalten des Schreibers des zum Ziele. erwähnten Schmähartikels und des betreffenden Redakteurs könne da Effen. Den Fortschrittsmann und Fabrikant Friebrich Harkort, her gar nicht genug gebrandmarkt werden! In diesem Moment wurde einen findisch gewordenen Greis, lassen Krupp's Lorbeeren nicht die Versammlung von dem Polizei- Commissar plößlich aufgelöst! ruhen; in der„ Westphälischen Zeitung" veröffentlicht auch er eine Die Versammlung brach in laute Unmuthsbezeugungen aus; allein, Proklamation, welche also lautet: da sich bekanntlich in solchen Fällen momentan nichts gegen, bebördTrotz aller eingeftandenen Bedenken haben die Liberalen das liche Willfür ausrichten läßt, so ermahnte der Vorsitzende Lüchtenberg Recht der Coalition für die Arbeiter errungen,( Dafür soll man den die Versammlung zum friedlichen Auseinandergehen, und ist es Bez ,, Liberalen" wohl noch Fußfälle machen?) allein diese haben keines- terem zu verdanken, wenn die anwesenden Kaufleute und Fabrikanten In Anbetracht unserer Zustände und des geringen Erfolgs, welchen wir in Schwaben bis in jünguter Zeit aufzuweisen hatten, muß namentlich in Betracht gezogen werden, daß wir durch unsere geographische Lage dem Heerd der Bewegung ganz entrückt waren und die Bevormunbung unserer Schulze- Delig' schen Arbeiterbildungsvereine durch unsere Bourgeoisparteien derart war, daß für 100 der verschiedenen Vereinsmitglieder die soziale Frage ein böhmisches Dorf vorstellte. Kein Mensch beschäftigte sich mit den Studium sozialer Zustände, unsere Bibliotheken enthielten in dieser Beziehung nichts als literarischen Schund; von Werken sozialistischer Schriftsteller, Werken von wirklich nationalofono59 " mischer Bedeutung feine Spur; nicht einmal dem Namen nach waren Nachbem die Mitglieder des Vereins Borwärts" erklärt hatten, Fach- Verein der Kürschner und Mützenmacher fie gekannt. Tüchtig geschulte Agitatoren fehlten uns; abgesehen von daß sich ihr Verein schon längst aufgelöst hätte und sie sich nur als Leipzigs und Umgegend. ben Agitationen Bebels und H. Scheu's waren wir ganz auf unsere eigenen Barteigenossen betrachteten, so erklärten die Mitglieder bes ArbeiMontag, d. 15. Juli, Versammlung im Vereinslokal bei Richter, geringen Kräfte angewiesen, wir mußten Lehrer und Schüler zugleich ter bildungsvereins, dasselbe zu thun, worauf ber Antrag in allen Tagesordnung: Berathung sein. Was Wunder also, wenn unser Erfolg nur flein war? Aber es diei Punkten angenommen wurde; zum Schluß wurde noch eine Com- Roßplaz Nr. 6, Abends 8 Uhr. über Anschluß an die Union. ist wenigstens ein Erfolg, wir sind doch vorwärts gekommen, durch mission gewählt, welche das Weitere in der Organisation ausfüh Das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ist deshalb bringend nöthig.. alle Schwierigkeiten haben wir uns hindurch gearbeitet, so daß wir ren soll. Aufnahme neuer Mitglieder. Näheres betreffs des Kränzchens. sagen können, die schwierigste Arbeit liegt hinter uns. Der Boden Friedrich Wächtler. Der Verstand. ist gepflügt, jest handelt es sich um's Säen, daher die Abhaltung der Dresden. Den hiesigen Dachdeckergehilfen wurde von ihren Landes versammlung. Die Parteigenossen mußten allerorts zu Arbeitgebern der geforderte Lohnfaz, pro Stunde 28 Pfennige resp. Der Arbeiterbildungsverein dem Bewußtsein gebracht werden, daß die Partei bei uns den Boden pro Tag 1 Thlr., bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 64 Stunden, feiert Sonntag, b. 14. Juli im Gasthof zur Stadt Naumburg" in nicht verloren hat, daß die durch den Krieg unterbrochene Fühlung bewilligt. Die Herren Weiß, Stübner, Tränkner und Kühnel unter: Gohlis sein Sommerfest. und ladet hierzu Freunde und Gönner des wieder hergestellt und eine kräftige Organisation geschaffen werden zeichneten und bewilligten die Forderung der Gehilfen nicht. Herr Vereins zu zahlreicher Theilnahme ein. müsse, um für die Ausbreitung unserer Prinzipien in geregelter Weise Kühnel motivirte seine Weigerung dahin, daß ,, der Hunger die Arbeiter Programms find à 2 Ngr. zu haben im Vereinslokal sowie an wirken zu fönnen. Berlin. Die Modelltischler der Wöhlert'schen Maschinen- der Kajje. Anfang achmittag 4 Uhr. bauanstalt haben die Arbeit eingestellt, nachdem ihr Gesuch um Gleichstellung der Löhne mit den in der Fabrik beschäftigten Zimmergesellen abschlägig beschieden worden war. schon zu Paaren treiben" würde! Der Bericht möge konstatiren, in wie weit uns dies gelungen. In der Vormittags- Versammlung waren 24 Delegirte von 20 Vereinen, darunter 6 Gewerkvereine, anwesend und zwar aus Alen, Wasseralfingen, Göppingen, Tübingen, Reutlingen, Mezingen, Hall, Gmünd, Rottweil, Pforzheim, Stuttgart, Eßlingen. Es wurde be= Leipzig. Am Sonnabend, den 6. Juli, fand die( in voriger schlossen, das seitherige Landesagitationskomitee aufzulösen und ähn- Nummer bereits furz erwähnte) Verhandlung in dem Majestätslich wie in Norddeutschland, laut Beschluß des Dresdner Kongresses, beleidigungsprozesse wider Bebel statt. Nach Aussage der soll jeder Verein die Agitation in seiner nächsten Umgebung betreiben; zu gehöriger Regelung des Ganzen wurde ein Vorort, diesmal Eßlingen, gewählt.Die auf die Berathungen folgende Boltsversammlung begann Nachmittags 3 Uhr. Auf der Tagesordnung stand: 1) Die soziale Frage, Referent Knoured,( Eßlingen); 2) Stellung der Arbeiter zu ben verschiedenen Wahlen. Referent Burckhardt( Stuttgart); 3) Gewerksgenossenschaften resp. Gemertsunion. Referent Morloch aus Eßlingen und Deser( Allgemeiner Deutscher Arbeiter- Verein) aus Stuttgart. Für Plagwitz. " Der Vorstand. Sonnabend, d. 13. Juli, Abends 8 Uhr, Allgemeine Versammlung der Metallarbeiter. in der Restauration von Thieme. Tagesordnung: Die Lage der Arbeiterklasse und der beiden Belastungszeugen, der Gensbarmen Klebeck und Schneider, soll Erfurter Gewerkschaftskongreß". Das Nähere besagen die Bebel in einer am 19. Februar in Neusellerhausen und in einer Platate. Alle Arbeiter sind zu dieser Versammlung freundlichst ein: am 26. Februar in Gohlis abgehaltenen Volksversammlung fich ehren- geladen. rührige Aeußerungen gegen den König von Preußen haben zu Schulden kommen lassen. Und zwar soll Bebel damals gesagt haben: ,, Ehe der Krieg von 1870 ausgebrochen, habe der König von Preußen und jezige deutsche Kaiser in seiner Proklamation dem Volte Einheit und Freiheit für den Fall des glücklich beendig ten Krieges versprochen; Einheit sei zwar vorhanden, aber nur in der Kaserne und im Zuchthaus, von der Freiheit dagegen bis jetzt noch nichts zu verspüren", Keiner der 3 Punkte fand, trotz wiederholter Aufforderung an etwa anwesende Gegner, Bekämpfung und nahm die aus mindestens und 600 Personen bestehende Versammlung nachstehende Resolutionen fast einstimmig an. Zu Punft I. Die heutige Voltsversammlung erklärt sich mit dem Programm der sozialdemokratischen Partei vollkommen einverstanden und dieselbe in geistiger und materieller Hinsicht mit aller Energie zu unterstützen. Ferner erklärt sie, für Erreichung fürzerer Zahltage und zeitgemäßer Lohnerhöhung bei normaler Arbeitszeit mit ganzer Kraft einzutreten." Zu Bunft II. „ Die Landesversammlung der würtemberger Sozialdemokraten empfiehlt dem Arbeiterstande mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für die Einführung des unbeschränkten, allgemeinen gleichen und direften Wahlrechts mit Diäten für die Wahlen zum Reichstage, zu den Landtagen der einzelnen Staaten und der Gemeindevertretungen zu agitiren und nur solchen Gandidaten seine Stimme zu geben, die das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei anerkennen." Zu Bunft III. Nur durch Massenvereinigung sind die Arbeiter im Stande, dem Druck und der Forderung des Kapitals wirksam entgegenzutreten und beschließt daher die heutige Voltsversammlung für die Gründung von internationalen Gewerksgenossenschaften, wie solche auf dem Erfurter Kongreß vereinbart, mit aller Entschiedenheit einzutreten." Eine zu Gunsten der Gemaßregelten und Inhaftirten veranstaltete Sammlung ergab 21 fl. 42 fr. " daran die Bemerkung gefnüpft: ,, es geschehe nicht selten, daß die Fürsten in Verlegenheiten Versprechen gäben, welche hinterher nicht gehalten würden." In seiner Bertheidigungsrede hob Bebel hervor, daß ihm die Abficht einer Beleidigung fern gelegen habe; er habe nur von dem Rechte eines jeden Staatsbürgers, die Worte und Handlungen eines Anderen kritisiren zu dürfen, Gebrauch gemacht, und habe die Kritik von seinem Standpunkte ausgeübt. Für Hamburg. Sozial- demokratischer Arbeiterverein. Versammlung am Montag, d. 15. Juli, Abends 9 Uhr, in& b erhahn's Clublokat, Zeughausmarkt 31. Tagesordnung: 1. Sozial- polit. Wochenbericht, Ref. A. Wendt. 2. In wie fern nüßen die Strikes den Arbeitern und der Gewerkschaftsbewegung. Ref. Geib. August Geib. Gäste haben Zutritt. Für Hamburg- Altona. Versammlung sämmtlicher Maschinennäher, Vorrichter und Nähterinnen auf Schuhmacherarbeit. Heute, Sonnabend, d. 13. Juli, Abends 8% Uhr, in Eberrathung des Statutenentwurfs und Constituirung des Vereins. hahn's Clublokal, Zeughausmarkt 31. Tagesordnung: BeZu zahlreichem Besuch fordert obenerwähnte Arbeiter auf J. A.: C. Köhler. Kayser. Berlin. Der Vertrauensmann Heinsch. Der Vertheidiger Freytag legte namentlich Gewicht auf den ethischen Unterschied zwischen Wort nicht halten" und ,, Wort brechen." Jemanden des Wortbruchs zeihen, lasse allerdings die Annahme einer absichtlichen Beleidigung zu; dagegen involvire der Ausspruch: sein Sozial- demokratische Arbeiterpartei. Wort nicht gehalten eine Beleidigung nicht, denn es könne Jemand, Montag, d. 15. Juli im Café Deigmüller, Neue Grinstr. 28. trop bester Absicht, durch einen außerhalb seiner Machtsphäre liegenden Tagesordnung: Die revolutionäre Bewegung der Neuzeit. Ref. Umstand verhindert sein, sein gegebenes Wort zu erfüllen. Ueberdies seien die Aussagen der Beugen von dem Eindruck diftirt, den die Aeußerungen Bebels auf dieselben gemacht haben und der Dolus demnach nicht festgestellt. Er beantrage deshalb Freisprechung. Der stellvertretende Staatsanwalt, Dr. Wisand, hielt dagegen auf Grund der Zugeständnisse Bebels die Anklage aufrecht und beantragte eine angemessene Strafe. Der Gerichtshof verurtheilte darauf Bebel zu neunmonatiger Gefängnißstraße und zum Verlust der aus öffentlichen Wahlen hervorgegangenen Rechte. Frankfurt a. M., 9. Juli. Zur Warnung! Die Regierung zu Wiesbaden hat kürzlich ein Verbot gegen ,, unbefugtes Kollek= tiren" erlassen. Ich mache die Parteigenossen unseres Regierungsbezirks darauf aufmerksam, damit sie vorsichtig seien und nicht etwa eines schönen Tages ca. 10 Thlr. der Regierung, statt dem Ausschuß in Hamburg zu bezahlen haben! Entbindungs- Anzeige. Allen Parteigenossen lieben Frau, von einer muntern Weltbürgerin, welche nach religiösen die Mittheilung von der Sonntag Abend erfolgten Entbindung meiner Dingen so wenig Verlangen zeigte, daß sie heute in das Dissidentenregister eingetragen wurde. Reichenbach, d. 8. Juli 1872. Zur Notiz. Mit sozial- demokr. Gruß Rob. Müller. Mitte August erscheint ein„ Volksstaats"- Kalender pro 1873 zum Preis von 3%, Sgr. Mitglieder des ,, Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins" waren von Stuttgart aus zahlreich anwesend und auch durch Delegirte vertreten. Die ohne irgend welchen Widerspruch von ihrer Seite vereint mit uns gefaßten Resolutionen haben gezeigt, daß die Einigung über furz oder lang erfolgen muß und die Führerwirthschaft einfach über den Haufen geworfen und die Heßereien unterbleiben müssen, wenn etwas Ersprießliches erreicht werden soll. Aus Leipzig tam ein Telegramm, und aus Nürnberg eine leptere, natürlich ganz zufällige" Unfall sich nicht ereigne, 8. Liebknecht, zu Truß und Schutz, Festrede, gehalten Ferner: Man hört in neuester Zeit häufig, daß Packete mit Schriften 2c. in schadhaftem Zustand ankommen. Mir selbst ist es geschehen, daß einzelne Schriften gefehlt haben. Damit wenigstens der die A. S. Im Verlage der Expedition des Voltsstaat" ist in zweiter Auflage erschienen: Thlr. Gr. Pf. " beim Stiftungsfest des Crimmitschauer Volksvereins am 22. Oft. 1871. Die politische Stellung der Sozialdemokratic Durch dieselbe ist ferner zu beziehen: Bastiat- Schulze, von Lassalle. Julian Schmidt Die Wissenschaft und Arbeiter 23as nun? früher 4 Gr. jetzt warme Buschrift der dortigen Parteigenossen. Beides wurde auf's machen; die Gebühr hierfür beträgt( nach§ 3. des Gesetzes über das Freudigste von der Versammlung begrüßt. Nach Schluß der Volks- Postiarwesen) nur 1-2 Groschen, und die Bost muß den vollen Werth versammlung traten die Delegirten nochmals zusammen, um die Be- des abondengekommenen erseßen. Wie die Zustände im Reich Stieber's schickung des Kongresses in Mainz zu besprechen. Das Resultat war, und der frommen Sitte einmal sind, ist solche Borsicht durchaus nöthig; daß zwei Delegirte in Vorschlag gebracht und abgesendet werden sollen; man ist auf die angegebene Art wenigstens vor Verlust geschüßt. vorgeschlagen wurden Burchardt( Stuttgart) und Morloch ( Eßlingen.) Dresden, d. 5. Juni Die„ Nemesis"( Arbeitersonntagsblatt) Wir glauben die Ueberzeugung aussprechen zu dürfen, daß durch erscheint vom 1. Juli an nicht mehr, da nach Angabe des Verlegers B. Beder, Der alte und neue Jesuitismus, oder die Jesuidiesen Tag unsere Sache in Schwaben gesichert ist! Bresche ist ge- C. Nitsche die erforderliche Anzahl Abonnenten nicht vorhanden ist, schossen, jest gilt es, mit unermüdlicher Thätigkeit jene so zu erwei- um das Blatt pecuniär zu erhalten. Ich nehme deßhalb an dieser tern, daß uns der Sieg zufallen muß. Parteigenossen, Arbeiter Stelle im Geiste Abschied von allen mir liebgewordenen Lesern, indem Dr. Moot, das Leben Jesu 1. Theil. Schwabens! Thut Euere Schuldigkeit! Nieder mit den Privilegien, ich zugleich mit dem Wunsche, daß der geringe Saamen, ben mir zu F. Sunner, Gott. Aus dem Spanischen übersetzt von nieder mit der Klassenherrschaft! Gleiche Rechte, gleiche Pflichten", streuen in der kurzen Zeit vergönnt war, reichliche Früchte bringe, noch das sei unsere Losung und Eintritt in den großen Bund der Prole- bie Hoffnung ausspreche, daß wir uns vielleicht bald auf einem andern sowie alle übrigen sozialdemokratischen Schriften. Plage des großen Kampffeldes brüderlich die Hände reichen werden. Alois Schauer, bisher Redacteur der„ Nemesis". tarier aller Länder unser Streben. Es lebe die Sozialdemokratie! Eßlingen. Unser Vertrauensmann A. Knouret ist nach Böhmen Zur Aufklärung in der Angelegenheit Imhof. abgereift, ein anderer ist noch nicht gewählt; wir bitten daher, etwaige Auf dem Erfurter Kongreß lief, als dte Frage erörtert wurde, Korrespondenz einstweilen mit A. Mangold, Strohgasse 36, Filial- ob Nippold( Gotha) der Zutritt gestattet sei, beim Bureau ein erpedition, zu führen. Ronneburg. Maßregelung. Die Verfolgung unserer Partei anonymer Antrag ein, wodurch die Entfernung Imhofs gleichfalls ist eine Thatsache, die wohl bekannt sein dürfte; sie ist seit dem Leip- verlangt wurde. Da Gründe nicht angegeben waren, mußte man die ziger Hochverrathsprozeß beständig im Wachsen. Unsere Widersacher Sache auf sich beruhen lassen. Später kant diese Angelegenheit im glauben auf diese Weise den Muth der Parteimitglieder zu lähmen, Privatgespräch zur Erörterung, und wurde von verschiedenen Personen und sie am ehesten zum Schweigen zu bringen, indem man ihnen die das in Nr. 52 Gesagte bestätigt. Eristenz untergiäbt. Folgender Vorgang dürfte einen neuen Beweis dafür liefern: Briefkasten Ohne auf Einzelheiten einzugehen, und obwohl ich die Art des Vorgehens in Nr. 52 nicht für die richtige halte, fühle ich mich durch die Antwort in Nr. 54 veranlaßt, um die Angelegenheit zum Austrag Parteigenosse Schmidt hier, einer der Ersten und Rührigsten für unsere Sache, ein Mann von nahezu 60 Jahren, war seit einer zu bringen, die Erfurter zu ersuchen, den Nachweis, ob eine Verleumlangen Reihe von Jahren bei der Direktion der Gößniz- Geraer dung vorliegt oder nicht, an den Ausschuß der Partei einzusenden. Theod. Yord. Eisenbahngesellschaft als Bureau- Diener beschäftigt, und die dort angestellten Beamten werden ihm wohl nur das Zeugniß eines in seinem Dienste pünktlichen und ehrlichen Mannes ausstellen fönnen. Nichtsbestoweniger ist ihm seine Stelle gekündigt worden, nachdem der Erpedition: Von Kobißsch, Dresden f. Abonn. II. Qu. 13 Thlr.; er den Zumuthungen, aus der Partei auszuscheiden, für dieselbe nicht 19, Ngr. Sie haben, nachdem Sie 78 Erpl. 1ücksandten, 10 Rgr. mehr zu wirken", nicht Folge geleistet hat. zuviel bezahlt; Dobauer, Zwickau f. Schriften 5 Thlr.; Zienau, WandsIn lezter Zeit ist ihm die Alternative gestellt worden, entweder beck f. Abonn. II. Qu. 16 Thlr. 20 Gr. 9 Pf.; Knöller, Augsburg; Sie sandten heute f. Annonce 13 fr. 3 Mgr. 7 Pf.; es restiren formell seinen Austritt zu erklären, oder seine Stelle zu verlieren. Er hat das Lettere gewählt; er wollte kein Apostat sein. Es wurde noch immer die 2 Ngr. 5 Pf. von 14. Febr. Nr. 13, Parteiversammlung ihm spöttisch gejagt, er möge doch nur zu seiner Partei gehen. betr. Sie sandten früher für literar. Verein 6 Ngr. f. Annonce Nr. 17, Parteigenossen! Wir werden den Hohn der Gegner zu Schanden 26 u. 27.; M. Pinshower, Posen: Die Nummer mit Porto fostet machen. Im Bertrauen auf die, allerdings schon oft in Anspruch ge- 1 Ngr. 4 Pf.; Sie haben 3 Ngr. 6 Pf. gut. Wollen Sie fünftig nommene, aber eben auch so treu sich bewährende Opferwilligkeit un- schriftlich bei der Post reklamiren, wenn es mündlich nichts hilft; ferer Parteimitglieder, wenden wir uns nun an dieselben, dazu bei- und sollte das auch fruchtlos sein, uns sofort Mittheilung machen. zutragen, unserm Schmidt die Wiederaufnahme seines frühe- Bressel, Volkmarsdorf f. Abonn. II. Qu. 10 Thlr.; Für Lunzenau: ren Geschäfts( derselbe ist Schuhmacher) zu ermöglichen. Wenn Die Annoncen betragen 16 Ngr.; Müller Colp. f. Abon. III. Qu. je es Einer verdient, so ist es derselbe; allerdings war sein Wirken 16 Thlr.; Franz in Zürich: Erwarte. Siehe Bekanntmachung der ein mehr lokales aber für dasselbe spricht seine Entlassung. Verwaltungskommission v. 2 ds. Nr. 53.; Weichert, Plagwiz f. Zeigen wir nun durch die That, daß wir solche glühende Hingabe an Abonn. Juni 2 Thlr. 222 Rgr. unsere Sache zu würdigen wissen, damit nicht gesagt werden könne, wii feien eine Partei ohne sittliche Prinzipien, wir ließen unsere Kämpfer im Stich! Arbeiterfreundliche Blätter werden um Aufnahme gebeten. Um nähere Auskunft 2c. wende man sich an die Unterzeichneten. Der sozial- demokratische Volksverein. August Seebald, Vorsiz n er, Friedrichshaide, Eduard Glä ßer, Schriftühier, Förstergärtchen 662. Briefe u. 1. w. wolle man gefälligst an den Volksverein, resp. bessen Kassirer, Fuchs, Erbsgasse, senden. 11 der Redaktion: Solingen: Der Volksstaat" wird bereits Montag und Donnerstag Abend brudfertig gemacht und Dienstag, resp. Freitag früh gedruckt. F. H. Simon in Königsberg: Ein Brief an Sie S. Pforzheim: Sie müssen ist als unbestellbar zurückgekommen. sich bei der Oberpostdirektion beschweren, wenn Ihr Postamt sich weigert, die Bestellung anzunehmen und Sie an den Briefträger verweist. Eßlingen: der Boltsstaat" kostet nach wie vor 12, Ngr. Beschweren Sie sich nur bei der Oberpostdirektion, daß Ihr Postamt Ihnen 28 fr. zuviel abnehmen will. Arbeitsmarkt. Zwei geübte Gürtlergesellen können sofort Arbeit erhalten bei G.. Straube in Gotha. Steinhauer- Gesuch. Lunzenau, ben 30. Junt. Die heute hier von dem Arbeiterbilbungsverein veranstaltete Mitgliederversammlung der beiden bisher bestandenen Vereine, welche zum Zweck hatte, eine neue Organisation zu Gunsten der Partei zu gründen, war auch von auswärtigen Parteigenossen sehr zahlreich besucht. Zuerst wurden auf Wunsch der Mehrzahl der Anwesenden die Umstände dargelegt, wodurch die Zer- Es können 2 sehr gute Steinhauer, der eine in Granit, der andere Splitter ung herbeigeführt worden war; es entuand aber eine sehr hißige in Sandstein, auf Jahre lang bei gutem Lohn bei mir in Arbeit treten, Debatte, die zu feinem b sonder en Resultar führte. selbige müssen aber gut nach Zeichnungen arbeiten können, denn die Arbeit ist: Grabsteine und Monumente. Heide, in Holstein. G. F. Petersen, Steinmez. Für Schumacher. Es wurde ein Antrag eingebracht: 1) daß sich beide Vereine aufzulösen haben; 2) durch eine öffentliche Versammlung einen neuen Berein zu gründen; 3) in einer darauf folgenden Mitgliederversammlung die Vorstände zu wählen. *) Auf Wunsch wiederholt aus Nr. 43, Reb. b. Boltsft. ten und die Freimaurer. H. Heinrich Den Parteigenossen empfehlen wir zum Abonnement Die Demokratischen Blätter herausgegeben von S. Kofosfy in Köngsberg. 25 15 15 125 5232 68 25 5Halbjahrpreis 15 Sgr. Direft zu beziehen durch den Herausgeber. Frankfurter Zeitung und Handelsblatt. Eigenthümer Auflage Leopold Sonnemann. 13,000 Auflage. Die Frankfurter Zeitung", welche von Carl Voldhausen unter Mitwirkung von Dr. Gustav Cohn, Otto Hörth, Eduard Sad, Dr. Guido Weiß u. A. redigirt wird, ist ein Organ der Demofratie. Sie vertritt die Grundsäße der Freiheit und Humanität in politischer, religiöser und volkswirthschaftlicher Beziehung. Tüchtige Privatforrespondenten in allen Ländern, zahlreiche Telegramme, für welche die Redaktion sich große Opfer auferlegt, versehen die Leser der Frankfurter Zeitung" stets mit raschen und zuverlässigen Informationen. Unser Feuilleton enthält ausgewählte Originalnovellen sowie zahlreiche literarische und wissenschaftliche Aufsätze von den bekanntesten Schriftstellern des Baterlandes. Zu den regelmäßigen Mitarbeitern des Feuilletons zählen wir: Ludmilla Assing, Louis Büchner, L. v. Berlepsch, Edmund Höfer, G. F. Kolb, Ferdinand Lotheissen, Ludwig Pfau, L. Reinhardt, Julius Stettenheim, Dr. Temme, Prof. Vögeli, Prof. G. Vogt, Prof. Carl Vogt, Ludwig Walesrobe u. A. Das neuerdings mehrfach erweiterte Frankfurter Handelsblatt ist das reichhaltigste und zuverlässigste kommerzielle und finanzielle Organ Süd- und Mitteldeutschlands. Zahlreiche Gratis- Beilagen wie der Frankfurter Börsenkalender, der regelmäßige Verloosungs- Anzeiger, Banf- und Eisenbahntabellen werden nach Bedürfniß beigegeben. Neben dem Toursblatt des Wechselmat ler syndikats, welches jeder Abonnent in einer besonderen Beilage erhält, bringt der ausführliche Coursbericht der Frankfurter Zeitung die an der Börse selbst aufgenommenen Notirungen der wichtigsten Tagespapiere und giebt auf diese Weise dem Leser Gelegenheit zur Vergleichung. Der Preis der täglich in zwei, nach Bedürfniß auch in brei Blättern erscheinenden Frankfurter Zeitung und HandelsBlatt" ist in Frankfurt fl. 3. 45 fr., in Preußen fl. 4. 4 fr. oder 2 Thlr. 10 Sgr. per Vierteljahr; in Oesterreich, Luxemburg sowie im deutschen Reiche( exklusive Preußen) fl. 3. 20 tr. oder 1 Thlr. 27, Sgr. Die Frankfurter Zeitung" ist mithin die billigste unter allen großen politisch- kommerziellen Blättern Deutschlands. Anzeigen finden in der Frankfurter Beitung" die weiteste Verbreitung. Die Petitzeile wird mit 9 fr. oder 2% Sgr. berechnet. Neu hinzutretende Abonnenten erhalten gegen Einsendung ihrer Bostquittung, soweit der Vorrath reicht, den Börsen- Kalender pro 1872 gratis geliefert. Frankfurt a. M., im Juni 1872. Der Arbeitsnachweis der Gehülfen it in Dresden Palmstr. 20, täglich von 10 bis 12 Uhr. Solide Beherbergung ist Gerbergasse Leipzig: Nr. 2 bei Herrn Taggesell. ( 6) 2 Die Expedition der ,, Frankfurter Zeitung". Bureau: große Eichenheimergasse 31. Verantw. Redakteur A. Muth; Redaktion u. Expedition Hohestr. 4; Drud u. Berlag v. F. Thiele.