No. 57 Mittwoch, 17. Juli. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten nnp Buchhand- langen deS In- und Au»- laude» an. gär Leipzig nehmen Bestellungen an: die Erpedition, Hohe Str. 4. A. Bebel, Petertstr. 18, F. Thiele, EmUienstr. S. RdomeemeutSpretS: Für Preußen incl. Stempel« en £ Neuer 17%r., fürdieübrim deutschen Staaten 12'/» � per Quartal, per Monat 4'/, Ngr., für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr. Filialerpedition für dte Ber» einigten Staaten: ?. A. Sorge, Bo* 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der so)ial-deMokratischeu Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenojsenschasten. An die Parteigeuoffen. Der diesjährige Parteikougref; wird voraussichtlich am 8., 9. und 10. September in Mainz abgehalten werden. Wir fo:dern die Vertrauensmänner auf, etwaige Anträge der Mitglieder rcchtzeing an Unterzeichneten einzusenden. Der Äusschus;. Im Austrage: Theod. Iorck, Amanbastrage, Platz 44. Tie Internationale in Amerika. Unsere Leser werden aus unser» amerikanischen Korrespon- denzeir bereits ersehen haben, daß in den Bereinigten Staaken unter den Mitgliedern der Internationale eine Spaltung ein- getreten ist. Was sich in Ncw-Uork in den letzten Monaten ereignet hat, ist in der That so neu in der Geschichte der In- teruationalcn, daß es im Zusammenhang dargestellt zu werden verdient. Wir legen dabei einen Artikel der„Emancipacion" von Madrid(2�. Juni) zu Grunde und ergänzen ihn aus den uns vorliegenden Original-Dokunienten. Bekanntlich haben in Europa die Bourgeoisie und die Rc- gierungen aus der Internationale einen erschrecklichen Popanz gemacht, der auch seinen Zweck erfüllte und alle guten Bürger so entsetzt hat, daß Niemand zu befürchten braucht, die Jnler- nationale werde je durch einen Massenzutritt bürgerlicher Ele- mente ihren ursprünglichen Zwecken entfremdet werden. In Amerika geht das ganz anders. Dinge, worüber europäische Bourgeois und Regierungen in Krämpfe gerathen, erscheinen dort im Gegentheil inlercsiant. Eine Gesellschaft, die ohne grundbesitzenden Adel und ohne Monarchie auf rein bürger- licher Grundlage großgewachsen ist, lacht über die kindischen Todesängste der europäischen Bourgeoisie, die»och immer nicht — auch in Frankreich wenigstens geistig nicht— der Zucht- rulhe der Monarchie und des Adels entwachsen ist. Je sürch- lerlicher also die Internationale in Europa erschien, je ungeheuerlicher die Korrespondenten der amerikanische» Preise sie darstellten— und Niemand versteht greller zu malen als diese Herren— desto mehr fand man in Amerika, daß die Jmer- nationale sich jetzt dazu eign. Kapital aus ihr herauszuschla- gen, Geldkapital und politisches Kapital. Wieweit die amerikanische Gesellschaft der europäischen vor- aus ist, zeigt sich schlagend an der Thalsache, daß es zwei amerikanische Damen waren, die dies zuerst entdeckten und darauf ein Geschäft zu begründen versuchten. Während die Männer der europäischen Bourgeoisie vor der Internationalen zitterten, faßten zwei amerikanische Bourgeoisweibcr, Frau Bic- loria Woodhull und ihre Schwester Fräulein Tenni Claflin (Herausgeber von„Woocümll and Claflin's W eekly") den Plan, diese Schaudergesellschaft zu crploitiren. Und beinahe wäre es ihnen gelungen. die alten zu ersetzen bestimmt ist." Also nicht die Grundlagen des bestehenden Staates umzuwälzen, sondern ihn auszubeuten, war hiernach der Berns der Internationalen. Herr West hatte in der That Recht, als er b„Woodhull und El. Weekly". 2. März 1872) ausrief:„Die Erlassung deS Manifests von Sektion 12 iwar der Beginn einer neuen Aera in der Geschichte der � Internationalen!" 1 Um diese„neue Aera" durchzuführen, war es vor Allem nöthig, die Fesseln der bisher unbestritten zu Recht bestehenden Gcneralstatuten und Kongreßbeschlüsse abzuschütteln. Demgemäß proklamirte Sektion Nr. 12(„W. u. C. Weekly", 21. Octobcr 1871)„das unabhängige Recht jeder Sektion, die Kongreßbe- schlüsse, die Statuten undBcrrrdnungen des Generalraths(soll heißen die allgemeinen Statuten und Verivaltungsoerordnungen der Assoziation) frei auszulegen, indem jede Sektion für ihr eigenes Auftreten verantwortlich ist." Der Unfug wurde jetzt zu arg. Statt Arbeitersektionen bildeten sich Seklioiien aller inöglichen bürgerlichen Schwindler, freier Liebenden, Gcisterklopfer, geisterklopsender Shakers u. s. w., und so erließ Sektion Nr. 1, die erste in Amerika gebildete Sektion der Jnternalionalen(Deutsche) endlich einen Ausruf, ivoriii der wesentlich proletarische Charakter der Assoziation, � sondern eine Bourgeoisgcsellschaft sei. Schon am 16. gegenüber diesem Schwindel, hervorgehoben wurde. Die amcri- 1871 hatte ihr Organ,„Woodhull u. Clafliu's Weekly", kanische Muttersektion Nr. 12 antwortete sofort. In„W.». C. W." vom 18. November 1871 erklärt sie durch ihren Sekretär West:„Die Ausdehnung des gleichen Bürgerrechts auf die Frauen muß, in der ganzen Welt, vorhergehen jeder allgemeinen Veränderung iin Berhällniß zwi- fchen Kapital und Arbeit.'.. Die Sektion Nr. 12 muß ebenfalls sich erheben gegen die falsche Annahme, die den gan- zen Protest(der Sektion 1) durchdringt, als sei die internationale Arbeitcr-Association e ine Organisation der Arbeiter- k lasse." Am 2o. November folgt ein neuer Protest der Sektion 12, worin es heißt:„Die Behauptung(der General- statinen), daß die Arbeiterklasse nur durch sie selbst emancipirt werden kann, ist nicht zu leugnen, aber sie ist wahr blos in dem Sinn, daß die Arbeiterklasse nicht gegen ihren eigenen Willen emancipirt werden kann.", Der Krieg kan, endlich zum Ausbruch zwischen den Slaats-Ansbeutern, Stcllenjägern, Freiliebenden, Gcisterklopfern und anderen bürgerlichen Schwindlern auf der einen Seit.', und auf der andern den Arbeitern? die in ihrer Einfalt sich in der That eingebildet hatten, die Jniernationale Arbeiter-Association sei, auch in Amerika, eine Organisation nicht der Bourgeois, sondern der Arbeiterklasse. Die deutsche Sektion Nr. 1 ver- langte vom Central-Komitee die Entfernung der Sektion 12 und die Ausschließung der Delegirten aller Sektionen, die nicht aus mindestens zwei Dritteln von Lohnarbeitern beständen. Aus diese Forderung hin spaltete sich das Centralkomitee; ein Theil der Deutschen und die Jrländer nebst einigen Franzosen Diese beiden Schwestern, Millionärinnen, Predigerinncn z„nterstiivtcn die Sektion l. während die Amerikaner nebst der Fraucil- Emancipatioil und besonders der„src-cti Liebe", Mehrzahl ver franMehen'und zwei deutschen(Schweitzer'scheu) Sektionen ein neues Centralkomitee bildeten. Das alte Komitee(das wir'Nr. I nennen) erließ am 4. Dezember ein Cirkular, worin es die Sachlage folgendermaßen schildert:„In dem Centraikomitee, welches eine Abwehr gegen alle Reformschwindeleien sein sollte, bestand schließlich die Majorität aus schon beinahe in Vergessenheit gerachencn Reforma- loren und Volksbeglückern, und so kam es, daß die Leute, die das Evangelium der freien Liebe predigten, brüderlichst neben denen saßen, welche die ganze Weit mit einer gemeinsamen Sprache beglücken wollen; Land- Cooperativ- Gesellschafter, Geisterklopfer, Atheisten und Deisten, jeder suchte sein Stecken- pferd zu reiten. Namentlich Sektion 12(Woodhull)... Der erste Schritt, welcher hier gethan werden muß, um die Bewe- gung zu fördern, ist: zu organisireu und gleichzeitig das rcvo- lutionäre Elenieilt anzuregen, welches in dem Gegensatz der Interessen des Arbeiters und des Kapitalisten liegt---- Die Delegirten der Sektionen 1, 4, 5, 7, 8, 11, 16, 21, 23, 24, 25 und andere Sektionen, nachdem sie gesehen, daß alles Be- mühen, diesem Unfug zu steuern, vergeblich war, beschlossen des- halb nach unbestimmter Vertagung des alten Centralkomites, (3. Dezember 1871) ein neues zu gründen, welches aus wirklichen Arbeitern besteht." Inzwischen tagte das Centralkomitee Nr. II(Woodhull) ebenfalls fort und füllte sich mit einer Menge Delegirten von angeblichen neuen Sektionen, gestiscet hauptsächlich durch Sektion 9 und 12, aber meist so schwach, daß sie kaum hinreichend Mitglieder hatten, um nur die nothdürstigstei, Beamtenstellen (Sekretär, Kasstrer?c.) zu besetzen. Beide Komitees appellirtcn an den Londoner Generalrath. Inzwischen zogen verschiedene Sektionen(z. B. die französische Nr. 10 und sämmtliche irische Sektionen) sich bis zur Ent- scheidung des Generalraths von beiden Komitees zurück.- Am 5. und 12. Alärz faßte der Generalrath seine bereits im„Volksstaat"(Nr. 37) veröffentlichten Beschlüsse. Sie sus- pendirten Sektion 12, riethen zur Vereinigung beider Komitees bis zu einem amerikanischen Kongreß, der in der Sache ent- scheiden werde, und empfahlen für die Zukunft die Abweisung aller Sektionen, die nicht mindestens zwei Drittel Lohnarbeiter zählten. Diese Beschlüsse, trotz ihrer aus guten Gründen, fast ausschließlich empfehlenden Form, entschieden das Schicksal der Internationalen in Amerika. Indem sie der Sache nach der traten resolut in die Internationale ein. Sektion Nr. 9 bil- dete sich unter Leitung von Fräulein Claflin, Sektion Nr. 12 unter der von Frau Woodhull; bald darauf folgten neue Sek- tionen in den verschiedensten Theilen von Amerika, alle gebildet von den Anhängern des Schwesterpaars. Nach der bestehenden Einrichtung hatte jede Sektion das Recht, einen Delegirten in das in New-Aork tagende Centralkomitee zu senden. Die Folge war, daß sehr bald dieser ursprünglich aus deutschen, irischen und französischen Arbeitern zusammengesetzte Föderalrath von einer Menge amerikanischer bürgerlicher Abenteurer aller Art und beiderlkt Geschlechts überfluthet wurde. Die Arbeiter wur- den in den Hintergrund gedrängt, der Sieg der beiden speku- lirenden Schwestern erschien gewiß. Jetzt trat Sektion Nr. 12 in den Vordergrund und erklärte den Stiftern der amerika- nischen Internationalen, worum es sich eigentlich handle. Am 30. August 1871 erließ Sektion 12 ihr Manifest, gezeichnet W. West, Sekretär. Darin heißt es:„Das Endziel der Internationale ist'einfach, den männlichen und weiblichen Arbeiter durch Eroberung der politischen Macht zu cmanzipiren. Es schließt ein: zlierst die poliiischc Gleichheit und soziale Frei- heit beider Geschlechter. Politische Gleichheit bedeutet die persönliche Theilnahmc eines Jeden an der Vorbereitung, Ver- waltung und Ausführung der Gesetze, nach denen Alle regiert werden. Soziale Freiheit bedeutet vollständige Sicher- stellung vor aller und jeder ungehörigen Einmischung in alle Angelegenheiten rein persönlicher Natur, al« z. B. religiöse Ueberzeugung, das Gcschlechtsoer hältniß, Kle ider tracht u. s. w. Ferner ist darin einbegriffen die Errichtung einer Uni Versalregierung für die ganze Welt. Selbstredend ist auch die Abschaffung aller Sprachv er sch i edcnhe it in diesem Programm einbegriffen." Damit kein Mißverständniß möglich sei über den Zweck, um den es sich Handelle, wird eine Organisation verlangt, wo- nach„womöglich in jedem Urwahlbezirk eine Sektion bestehen soll für die Erleichterung der politischen Aktion... in jeder Stadt muß ein städtisches Comitee, dem bestehenden Stadtrath entsprechend, eristiren, in jedem Staat ein Staatskomitee, entsprechend den gesetzgebenden Rächen des Staates, und für die ganze Nation ein Nationalkomikee, entsprechend dem Kon- greß der Vereinigten Staaten.... Die Arbeit der Jnter- nationale schließt nichts Geringeres ein, als die Bildung, inner- .�älb der bestehenden Formen, einer neuen Regierungsform, die dem Komitee Nr. I Recht gaben, machten sie es den Bourgeois des Komitees Nr. II itninöglich, fernerhin den Namen der In- ternationalen für ihre besondern Zwecke auszubeuten. Seit dem Eintritt der Spaltung hatte das Komitee Nr. II in direkter Verletzung des Londoner KonferenzbeschlusseS Nr. 17, welcher gebot, alle inneren Angelegenheiten der Asso- ciation nur innerhalb der Sektionen und Föderationen, und nicht vor dem großen Publikum, zu behandeln, die Bericht- erstatter der Newy orker Presse zu allen seinen Verhandlungen zugezogen und dafür gesorgt, daß die ganze Angelegenheit in den vcrrufendfteil Bourgoisblättern besprochen wurde. Dasselbe geschah jetzt, als die? Komitee gegen den Generalrath losfuhr, den berückt zu haben, es sich eingebildet hatte. Die gemeinsten Blätter von Newyork, wie der„Herald" u. s. w., wurden durch Ko- mitee Nr. II in den Stand gesetzt zu erklären, die ganze Sache sei ein Streu zwischen Deutschen und Franzosen, Kommunis- mus und Sozialismus u. s. w., und die Gegner der Arbeiter in Newyork jubelten über die angebliche Vernichtung der Jnter- nationaleil in Amerika. Dabei blieb aber das Komitee Nr. II stets besorgt, der Welt initzutjeilen, daß die Internationalen keine Arbeiter- Decbr. erklärt: „Bei ii Iis er»i Komitee braucht nicht nachgewiesen zu werden, daß zwei Drittel oper irgend welcher Bruchtheil einer Sektion Lohnsklaven sind, als ob es ein Verbrechen wäre, srei zu sein;" und am 4. Mai 1872 erklärt es wieder: „In dem Dekret des Generalraths entblödet man sich nicht zu empfehlen, daß in Zukunft keine amerikanische Sektion zugelassen werden soll, die nicht mindestens aus zwei Drittel Lohn- sklaven besteht. Müssen sie auch politische Sklaven sein? Das eine ist so gut wie das andere. Die Eiadrängung von „Schwindelreformatoren, Volksbeglückern, Bourgeoisquacksalbern und politischen Schacherern" ist gerade am meisten zu befürchten von derjenigen Klasse von Bürgern, die von nichts Anderem zu leben haben, als vom Ertrag der Lohnsklaverei." Das Komitee Nr. II hatte hiermit, nach einer Seite hin, sein letztes Wort gesprochen. Nicht nur war es eine Albern- heit zu glauben, die Internationale Arbeiter-Association sei ein» Vereinigung von Arbeitern— noch mehr, sie kann erst ihren Zweck recht erfüllen, wenn sie alle Arbeiter, alle Lohnsklaven ausschließt oder wenigstens für verdächtig erklärt. Und welches ist denn der Zweck der International«!! Ar- beiter- Association(ohne Arbeiter) in Amerika? Auch dies wird uns jetzt klar gemacht. Die Wahlen für einen neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten rückten heran. Das unvermeidliche Damenblatt„W. u. C. W." vom 2. März 1872 enthält einen Artikel, betitelt: Die bevorstehende vereinigte Convention, worin es heißt:„Es wird jetzt ein Vor- schlag berathen von den Vertretern der verschiedenen reforma- torischen Elemente des Landes, eine große Gesammtversamm- lung im Mai hier abzuhalten.... In der That, wenn diese Versammlung klug handelt, wer weiß, ob nicht die Reste der verstorbenen demotr-tischen(d. h. sklavereifreundlichen) Partei ans Tageslicht kommen und daran Theil nehmen.... Alle Radikalen sollten dort vertreten sein" u. s. w. Dasselbe Blatt enthält nun Woche auf Woche Aufrufe au alle Weltverbesserer,„Arbeits-, Grundbesitz-, Friedens- und Mäßigkeitsresormer, Internationale, Frauenstimmrechtsdoktoren und Alle, die da glauben, daß die Zeit gekommen ist, die Pein» zipien wahrer Moralität und Religion(!) auszuführen", unter- zeichnet zuerst von Victoria Woodhull, dann von Th. H. Banks, R. W. Hume, G. R. Allen, W. West, G. W. Maddoß, T. Millot, kurz von den Hauptlciiten des Komitees Nr. II. In allen diesen Aufrufen wird ausdrücklich gesagt, daß die Dele- girtenversammlung Kandidaten für die Prästdenlenschaft und Biceprässoentenschast der Vereinigten Staaten aufstellen wird. Endlich am 9., 10. und 11. Mai findet in der Apollo- Halle in'Newyork diese ungeheuerliche Delegirten-Versammlung statt. Alle männlichen und weiblichen Querköpfe Amerikas waren dort vereinigt. Das Komitee Nr. II. war in Masse gegenwärtig. Man beschloß als Kandidatin für die Präsi- den tschaft der Vereinigten Staaten Frau Victoria Woodhull aufzustellen, und zwar im Namen der Jnter- nationalen." Das schallende Gelächter von ganz Amerika antwortete hierauf. Die bei der Sache interesstrtcn spekulirenden Ameri- kaner ließen sich dadurch natürlich nicht irre machen. Anders mit den Deutschen und Franzosen, die sich halten hineinreiten lassen. Sektion 2(französisch) setzte ihren Delegirten zum Komitee Nr. II ab und unterwarf sich den Beschlüssen des Generalraths. Sektion 6(deutsch) setzte ebenfalls ihren Dele- girten vom selben Komitee Nr. II, 1)r. Große, Er-Privat- setretär des Berliner Schweitzer, ab und zog sich vom Komitee Nr. II zniück, bis es sich den Generalrathsbeschlüssen unter- werfe. Am 20. Mai zogen sich weitere acht Sektionen— Franzosen und Deutsche— vom Komitee Nr. II zurück p das jetzt nur noch die bekannten zweideutigen amerikanischen Ele- mente vertritt, die in der That schon vor ihrem Eintritt in die Jntsrnationale zusammengehört hatten— Madame Victoria Woodhull nebst Zubehör. Diese erklären jetzt, daß sie eine aparte, ausschließlich amerikanische Internationale stiften wollen, was ihnen natürlich freisteht. . Inzwischen hat der Gcneralrath auf die Anfrage der deutschen Sektion von Saint Louis und der französischen von Neu- Orleans erklärt, daß er nur das Komitee'Nr. I(jetzt provisorischer Födcralrath der Gereinigten Staaten) anerkennt. Und damit hat der Feldzug der Madame Bietoria Woodhull zur Eroberung der Internationalen sein letztes Abschen er- reicht. Die„Emancipacion� sägt hinzu:„Alle Unparteiischen müssen sich nach Viesen Thalsachen fragen: wann und wie hätte dieser Skandal ein Ende genommen, wenn kein Gencralrath eristirte mit der Äollmacht, die Grundprinzipien der Internationalen aufrecht zu halten und Sektionen und Föderationen zu suspen- dircn, die die Association in das Werkzeug ihrer politischen oder persönlichen Zwecke zu verwandeln versuchten." Politische Uebersicht. Bon unserm heidenmäfjig vielen Geld, auf das die milliardenbegeisterten Patrioten seit länger als einem Jahre pochen— im Geiste hoffend, die blanken Goldfrancs in ihre Taschen wandern zu sehen, ist merkwürdigerweise nirgends was zu finden. Anläßlich der jüngsten Verhandlungen mit Frankreich über die Zahlungstermine der letzten drei Milliarden sagt der conservalioe, aber vom Berliner Preßbureau unabhän- gige„'Nürnberger Correspondent": „Es ist unwahr, wenn die„Proviuzial-Correspondenz" versichert, Deutschland habe finanziell die entfernteren Zahlungs- termine ruhig abwarten können. Deutschland und Norddeutsch- land insbesondere braucht die halbe Milliarde, welche jetzt in einigen Wochen eingehen soll, ganz nolhwendig. Man hat bisher auch im Reichskanzleramt die Milliarden für eine un- erschöpfliche Quelle gehalten, und der Reichstag hat kein Be- denken getragen, eine Anweisung nach der andern auf die Mil- liarden gutzuheißen. Nun haben sich aber die wirklichen Kriegs- kosten und insbesondere die Retabliffementskoste» als so über- aus beträchtlich herausgestellt, daß die bisher von Frank- reich gezahlten zwei Milliarden nicht emtfernt ausreichen, um auch nur die im Jahre 1872 fällig werdenden Beträge der auf die französische Kriegs- entschädigung angewiesenen Kosten decken zu können. Nicht nur, daß von den zwei Milliarden kein Silbergroschen übrig ist, um die Kriegsanleihe von 1870 im Betrage von 113 Millionen Thlrn. zurückzahlen zu können, der davon noch erübrigende Rest genügie njcht einmal, um die 1872 noch fällig werdenden Retablissementskosten zu decken..Ohne die neue halbe Milliarde hätte Norddentschland jetzt neue Anleihen zu der noch restirenden Kriegsanleihe aufneh- men müssen, um bis zu dem ursprünglich stipulirten Zah- lungstermin die auf die Kriegsentschädigung bereits angewiesenen Ausgaben vollständig decken zu können. Wenngleich die Re- gierungsvertreter in den Rcichstags-Kommissionen diese Sachlage als richtig bestätigen mußten, so wurde eine offizielle Dar- stellung derselben doch im Einverständniß mit der Kominission nicht gegeben, weil ein solches Aktenstück, in die Hände der französischen Gesandtschaft gelangt, wahrscheinlich Frankreich veranlaßt haben würde, an die Zahlung der ersten Rate für sich noch günstigere Bedingungen zu knüpfen. Immerhin aber deutet unsere Konzesston, wonach schon unmittelbar nach Zah- lung dieser halben Milliarde zwei Departements geräumt werden, darauf» hin, von welcher Bedeutung für unsere Finanzlage gerade die alsbaldige Zahlung dieser ersten halben Milliarde ist." Es wird also bald von Neuem Krieg geführt werden müssen, um durch noch höhere Schulden die alten in Vergessen- heit zu bringen.— lieber die Berliner Conferenz bezüglich der„sozialen Frage" schreibt der„Volkswille":„Wie man in Regierungskreisen die Conferenzen ausfaßt, beweist der Umstand, daß u. A. ein Polizei- beamter Namens Schmidt nach Berlin geht, dessen Vergangenheit große Aehnlichkeit hat mit der des Herrn Stieb er. Schmidt war zur Zeit des Ministeriums Hohenwart eine der leitenden Persönlichkeiten im Preßbureau.— Er wurde von dem Minister Unger aus dem Preßburcau entfernt, was den Minister Lasser veranlaßt haben mag, dem Manne seine be- sondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dieser Freiherr v. Lasser ist überhaupt ernstlich bestrebt, Oesterreich seinen alten Ruf in Bezug auf polizeiliche Blachtentfaltung zu bewahren. Ihm ge- bührt das Verdienst, den neuesten Feldzug gegen die„Jnter- nationale", welche er als eine geheime Gesellschaft, die auch in Oesterreich geheim conspirirt, zu betrachten scheint, eröffnet zu haben. In einem Erlaß vom 21. Juni— der Historiker möge sich dieses Datum besonders merken— fordert der Mi- nister dcs Innern die Statthalter auf, darüber zu berichten— „ob von einzelnen Arbeitern nicht geheime Abzeichen der„In- ternationale", als da sind: Stecknadeln von weißpolir- tem Metall in Form einer altmodischen Hacke oder von zwei um den Stiel eines aufwärts stehenden Hammers vereinten Händen, ferner Lederkappen mit aufstehendem Schild, rothe H.a lsschleifen, blaue Blousen, rothe Kokarden auf der inneren Seite des Rockes oder sonstige auffällige Abzeichen getragen werden." Dagegen nimmt die„Elberfelder Zeitung" Herrn von Lasser in Schutz und sagt Bismarck sei das„Karnickel" ge- wesen, das„angefangen" hat. In einer B erliner Correspoie- dcnz des gedachten Blattes heißt es:„Die hiesige und die österreichische Regierung haben stch noch nicht über eine Grund> läge für die in Aussicht genommenen Konferenzen wegen der sozialistischen Bewegung verständigen können und dürste daher die ganze Sache im Sande verlaufen. Graf Beust, welcher noch der alten Schule angehört, die da meint, daß man mit Polizeimaßregeln alles machen kann, hatte im vorigen Sommer den Plan des Fürsten Bismarck zu solchen Konferenzen mit großem Enthusiasmus aufgenommen, und wenn es nach seinem Sinne gegangen wäre, so hätte ein deutsch-öster- reichischer Sozialisten- Verfolgungsverein allen Gefahren, die durch die Bewegung in der Arbeiter-Bevölkerung drohen, ein schnelles Ende gemacht. Seitdem hat sich aber in Wien manches geändert; der Nachfolger des Grafen Beust wollte allerdings das Versprecbcn, das Oesterreicb sich an sol- wer Konferenz betheiligen werde, nicht zurückziehen, aber er �erlangte, daß man sich mit der Frage beschäftige, wie die Lage Cr skeiterjo verbessert werden könne, daß sie den Einflüste- Frage, wie die Agitation gewaltsam zu unterdrücken sei. Das letztere war aber der Hauptzweck unserer Regie- rung, und sobald diese Differenz in den Anschauungen hervortrat, verlangte das Wiener Kabinet, daß vor allem nie Punkte, über welche diskutirt werden solle, festgestellt werden müßten. Es sollen nun von Berlin aus Vorschläge in dieser Beziehung gemacht worden sein, aber es heißt, daß Graf Andrassy die- selben nicht so präzise gefaßt gefunden habe, daß sie nicht auch die Ausdehnung auf ein Feld zulassen, welches das jetzige österreichische Ministerium nicht beireten will." Man geht wohl nicht fehl, wenn man, indem weder Herrn von Lasser noch Herrn von Bismarck die ganze Schuld aufgebürdet wird,„allebeide" zu dem Lobe verurtheilt, welches Heine dem Rabbi und dem Pfaffen gleichmäßig zuerkennt.— Der aus dem Leipziger„Hochverrathsprozeß" bekannte Ge- schworenen-Obmann Steiger ist sehr erbost über den Brief Freytags(Plauen) in Nr. 51 des„Voltsstaat". Daß nicht alle in jenem Prozeß thätigen Geschwornen Lust haben, in dem nämlichen Lichte vor der öffentlichen Meinung zu stehen, wie der Herr Geschwornenobmann Steiger, dünkt dem Geschwornen- Obmann Steiger ein strafwürdiges Vergehen, das er dem Staats- anwalt„mitgetheilt"(in gewöhnlicher Sprache denunzirt) hat, damit„derselbe das Röthigc besorge". Wir begreifen wirklich den Zorn des Herrn Steiger nicht; der Herr Geschwor- nen-Obmann hat sich ein so großes Verdienst um die„Un- schädlichmachung" der zwei Erz-„Hochverräther" erworben, daß es ihm nur lieb sein kann, wenn er den Ruhm nicht mit allzu Vielen zu theilen hat. Ein Achtel ist doch mehr als ein Zwölf- tel, von dem Löwenantheil, der dem Obmann gebührt, gar nicht zu reden. Oder schämt sich etwa Herr Steiger? Nach seinen tugendhaft-selbstzufriedenen Worten am Schluß des Pro- zesses scheint Uns das unmöglich. Doch Halt! Wus steht im „Dresdener Journal?"„Strike der Landarbeiter auf dem Rittergut Schweta, Besitzer der Geschwornen- Obmann Steiger." O Wunder! Ja— jetzt verstehen wir den Zorn dcs Herrn Steiger. Bebel und Liebknecht glücklich((nach Hubertusburo geschafft und doch Strike' Strike auf dem Mustergut des Musterökonomen Steiger! Und darum Geschwornenobmann iin Leipziger„Hochverrathsprozeß." Es ist zum Tollwerdcn. Wir aber danken Herrn Steiger zum Abschied dafür, daß er, freilich ohne es zu wollen, die Angaben des Frcytag'schen Briefes bestätigt hat, und verweisen ihn vor- läufig zum Lohn für seine gelungene Gesellschaftsrettung in die— Strikelistc.— Der Lock-out der Londoner Bauarbeiter dauert fort; die Zahl der ausgeschlossenen Maurer und Zimmerlcute betrug nach den letzten Nachrichten 12,000, wozu aber die Taglöhner. deren Zahl nicht genau festzustellen ist,.sich jedoch unzweifelhaft noch höher beläuft, hinzugerechnet werden müssen, so daß wir ein Total von ungefähr 30,000 haben. Die Society mcn (Gesellschafts- d. h. Gewerkschaftsmitglieder) bekommen volles statutenmäßiges Wochengeld, und auch für die Nicht-Svcietynun ist ausreichend gesorgt; nur die Tagelöhner, denen bisher jede Organisation gefehlt hat, sind in einer etwas prekären Lage; jedoch bei Weitem nicht in dem Maße, wie von einigen Zei- tung�kr behauptet wird; und außerdem nur vorübergehend, da ihre Unterstützung jetzt regulirt zu werden beginnt. Jedenfalls hat der K.vck-'Cmt für die Taglöhner die gute Wirkung gehabt, ihnen die Not hwendicjkeit der Organi sation zu zeigen, und es sind bereits großartige Anfänge zur Gründung einer Labourers'-Union(Taglöhner-Gewerkschaft) gemacht, wovon dem- nächst mehr. Unter den Arbeitern herrscht der beste Geist und festes Zusammenhalten, während es mit der Einigkeit der Meister nicht weit her ist. Die großen Meister sind allerdings sämmtlich für Bekämpfung der Arbeiter bis zum Aeußersten, aber die kleinen Meister kommen immer mehr zu der Ueberzeugung, daß sie bei einem verlängerten Kampf zu Grund zehn müssen; unh sie erinnern sich mit Schrecken der Ersah- rung aus früheren Strikes, die regelmäßig massenhafte Bankroutte der kleinen, dagegen Bereicherung der großen Meister zur Folge halten, wie dies ja in der Natur der Sache liegt. Unter solchen Umständen ist der Austritt sämmtlichcr kleinen Meister aus der Meister-Coalition zu erwarten und dann müssen die großen Geldprotzen zu Kreuz kriechen. Jndeß, wenn dies auch nicht geschehen sollte, so sind die Arbeiter stark genug, den Kampf zu siegreichem Ende zu führen.— Die Bewegung unter den Englischen Landarbeitern dehnt sich stetig aus, und hat bereits auch in Schottland Wurzel gefaßt.— Würzburg, 13. Juli. Redakteur Memminger ist nach zweitägiger Verhandlung von den Geschwornen zweier Bergehen wegen Amtsehrenbeleidigunz— verübt untcrmildern den Umstän- den— für schuldig erkannt und vom Gerichtshof zu einem Monat Gcfängniß verurtheilt worden. Ueber den Inhalt der Anklage berichtet das„Würzburger Journal": Meinming« ist beschuldigt in Nr. 297 des„Würzburger Journals" einen von ihm selbst unterzeichneten und„Ein Opfer des Krieges" überfchriebenen Artikel veröffentlicht zu haben, worin er sich über ver- schiedene, ihm s. Z. von dem Studenten Joseph Schultheiß aus Schweinefurt,— welcher als Soldat des kgl. 9. Jnfanterie-Regiments in den Jabren 1870/71 den Krieg gegen Frankreich mitgemacht und sich sodann im Dezember 1871 im Gultcnberger Walde bei Würzburg durch einen Pistolenschuß entleibt hatte,— gemachte Mittheilungen verbreitet, als Ursache der Selbstenileibung des Genannten, die ihm von seinen Vorgesetzten während des bezeichneten Krieges wiederfahrene Behandlung bezeichnet hatte. In diesem Artikel wird nun inSbe- sondere ah dem kgl. Hauptmann Julius Schieder und dem tgl. Pre- mierlieutenant August Frauendörffer mit Beziehung auf ihren Beruf der Vorwurf gemacht, den Joseph Schultheiß durch Chikane maltraitirt und schmählich mißhandelt zu haben; d) ferner die Behauptung auf- gestellt, der kgl. Premierlieutcnant Frauendörffer habe in Ausübung seines Berufes den Schultheiß trotz seiner in der Schlacht bei Wörth erlittenen Verwundung genöthigt, mit einem höchst oberflächlich ange- legten Verbände nicht nur in der Truppe zu marschiren, sondern auch nach Zurückziehung der Kompagnie aus dem Tressen sich allein wieder ans das Schlachtfeld zu begeben um einen Tornister zu holen. Da nun die behaupieten Thatsachen für geeignet befunden wurden, die betreffenden Osffziere in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, so wurde vom kgl. Premierlieuienant Frauendörffer sowohls, als auch von Seite des vorgesetz'en Generalkommando Bestrafung beantragt nnd hat das k. Appellationsgericht diese Sache vor das Schwurgericht verwiesen._ Ltisizig. Zu m Bebel'schen Majestätsbelcidi- rungen der Agitatoren gegenüber taub seien, und nicht mit dergungsprozeß schreibt die„Frankfurter Ztg." vom 12. Juli: „Wenn es sich darum handelte, die reichsfceundlichste Stadt zu entdecken, wir würden keinen Augenblick anstehen, selbü vor Graß noch Leipzig zu nennen,»o Fürst Bismarck gar muüerhail seine Leute gebildet hat. Bergelt's ihnen der Himmel, indem er die Stadl zur Reichifestung erhebt oder ihr ein paar Reüerregimenter mt vom- morschen Junkern und Posenscher Mannschaft in Garnison legt! Einen nnien Leweis der Gelenkigkeit ihres nach Darwins Meinung äußerlich unsichtbar gewordenen AnncreS liefert die Lieblingszeitung(die„Frank- surttr Zeitz." verwechselt osfenhar die„Nachrichten" mit dem„Tage- blatt", Red. d.„Vollsst.") der Leipziger, die„Le pzizer Nachr.", welche ihr Behagen an Bebels Nerur tbeilung mil d.-r Behauptung würzen, derselbe sei nicht wiederwählbar, da nach ß 4 des Wahl- ges etzes die Wählerberechtigung ruhe, so lange der Bollgenusi der staats- bürgerlichen Rechte i» Folge politischer Bergehen und Verbre hen ent- zogen sei. Daß„Ihr sehr freundlich seid", das glauben wir dieser Frau Martha Schwertlein recht gern, wir hoffen aber auch, daß sie den Todtenschein dieser ihrer Hoffnungen in nicht allzu langer Zeit amtlich im Wochenblättlein zu lese» bekommen werde." Die„Nachrichten" haben augenscheinlich den„Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte" mit„Verlust der öffentlichen Aemter", welche letztere Strafe keine vorwegnehmende Kraft hat, ver- wechselt. Im Uebrigen erklären wir(die„Frankfurter Ztg." berichligend) gern, daß wir ein„Behagen an Bebels Ver- urtheilung" den„Nachrichten" gerade nicht nachsagen können; dieselben sind der Sozialdemokratie freiiich nicht„grün", aber jedenfalls etwas anständiger als ihre nationalliberalen Mir- schwestern in Leipzig._____ Leipzig„An den deutschen Reichstag soll," nach dem „Dresdner Volksboten",„bis zum Wiederzusammentritt desselben eine gemeinschaftliche Petition der Redakteure sozial- demokra- tischer Blätter um Herstellung der Rechtssicherheit in Sachsen abgehen. Die vielfachen Majestätsbeleidiguiigsprozesse, selbst wegen Schriftstücken, in denen, wie bei den„Zehn Geboten", des Reichsoberhauptes mit keiner Silbe Erwähnung geschehen, endlich aber der Umstand, daß Prozesse Jahre lang nach Ver- öffentlichung des Schriftstückes anhängig gemacht wurden, sollen dabei hervorgehoben werden. Am drastischsten dürfte der Fall in Dresden sein, wo ein Redakteur wegen eines Gedichtes, das '/* Jahre lang öffentlich verkauft und bereits ausverkauft war- den ist, in Untersuchungshaft genommen wurde und sich nach länger als 5 Wochen noch darin befindet." Die Redaktion des„Volksstaat" wird sich dieser Petition nicht anschließen, da sie es für gänzlich verfehlt hält, beim Reichstag, der selber die„Rechtssicherheit" erst neulich durch das Jesmtengesetz hat untergraben helfen, um Schutz für die Sozial-Demokratie zu bieten. Verichtiftung. Das Ende des vorletzten Absatzes im Artikel„die Berliner Eon- ferenz gegen uns"(Nr. 55) mnß tauten: und bei einigem Fleiß von den politischen Anfangsgründen genug lernen, um sich— da er nun einmal durchaus sich blamiren will— wenigstens mit Anstand zu bla- miren." Der letzte Absatz desselben Artikels sollte in Klammern ge schloffen sein._ Internationale Gewertsgenoffenschaft der Schuhmacher und verwandter Gewerke. Leipzig. Wir fordern die Beamten der neugegründeten Mit- gliedschaften auf, uns baldigst ihre Adressen einzusenden. Wir»leinen namentlich die aus dem Er'iirter Gewerlsschastskongreß vertreien ge- wescnen Orte, u. A.: Würzburg, Celle in Hannover, Passau, Themnitz und, wie wir im„Volksstaat" gesehen haben, auch Of- senbach a. M. Zugleich fragen wir unsere Freunde in Nürnberg, ob daS Bewußte, um welches wir schon einmal geschrieben haben, noch nicht bald fertig ist. Der Aussichtsrath. Im Auftrage: Aug. Schäfer, Gewandg. 5. Hertzsch, Müller. Ossenbach. Zum Schuhmach er strike. Bereits fülls Wochen währt der hiesige Strike, aber heute»och sind wir nicht weiter, wie zu Anfang. In einigen Geschäfte» wird zwar gearbeitet. Die Mehr zahl der Fabrikanten hat aber erklärt, nicht nachgeben zu wollen. DaS Komische an der Sache ist, daß die Herren uns gegenüber zu wieder- holten Malen zugegeben haben, daß unsere Forderungen ganz ge- rechtfertigte, ja sogar bescheidene im Berhältniß zu den Forderungen der anderen Geschäftsbranchen se en aber dieselben trotzdem nicht bewilligen. Wären wir ein Jahr früher gekommen, dann, so meinen diese Herren, hätten sie unsere Forderung ohne Umstände erfüllt. Im Uebrigen werden alle möglichen Mittel angewandt um uns zu Falle zu bringen. So ist im„Frankfurter Journal" unser Strike nicht nur zu wiederholten Malen als beendet erklärt worden, sondern di: Herren verschmähen eS andererseits auch nicht, die Arbeiterin iheen Wohnungen zu besuchen um dieselben zur Arbeit zu bew:gen. Während d-c Ab- »esenheit dcS Mannes wird sogar durch Geschäftsführer, Reisende und Hausknechte auf die Frauen eistgewirkt; aber Alles vergebens. Man sollte meinen, daß die Fabrikanten das Vergebliche ihrer Bemühnagen nachgerade einsehen und unsere Forderungen endlich bewilligen sollte». Aber nein. Lieber lassen sie die gemachten Bestellungen zurück oder sie geben solche ganz auf. Sie verlieren lieber in kurzer Zeit mehr als unsere Forderung das Jahr über ausmacht. Man kann sich deninach denken, daß unsere Lage nicht die rosigste ist, doch an Muth und gutem Willen fehlt es uns nicht. Vergangene Woche sind viele ledige Arbeiter zu Gunsten ver Verheicathete» aus ihrer Arbeit gegangen und großtentheils abgereist. Immerhin bleiben noch Viele zu unterstützen; wir bitten daher unsere Geschästsgenossen, uns nach Kräften beizustehen, damit wir nicht unterliegen. Bei dieser iSe- legenheit törnien wir es nicht unterlassen, unfern Mainzer Kollegen ve n wärmsten Dank für die Hilft auszusprechen, die sie uns haben zu Theil werden lassen. Mit sozial-demokratischem Gruß. Das Strike-Soimtee. W. Kölsch, Vorsitzender. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Aufruf. Letpfta. Collegen! In einer am Sonnabend, den 13. Juli, in der Welt- endhalle staltgefundenen Versammlung der Holzarbeiter stand der Strike der hiesigen Glasergehilfen anf der Tagesordnung. Von jämmtlichen Rednern wurde der Strike al« ein berechtigter anerkannt, um so mehr, als die Meister die von den Gehilfen gestellten Forderungen einer Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit zu erfüllen versprochen hatten. Da die Meister aber später, als es sich um Erfüllung des Versprechens handelte, ihr gegebenes Wort nicht hielten, sahen sich die Glascrgehilfen gezwungen, die Arbeit einzustellen: Die meisten der sinkenden Glaser sind Mitglieder der Gewerkschaft und obendrein ver- heiralhet. Daher richten wir an alle Arbeiter Deutschlands die Bitte, die strikenden Glaser nach Kräften zu unterstützen und den Zuzug nach hier sern zu halten, den» gerade der Sieg der Glaser würde für die Gewerkschaftsbewegung in Leipzig von großer Bedeutung sein. Reicht uns die Bruderhand, wie wir es stets gethan, und helft uns den Sieg erringen! Briese u. s. w. sind zu richten an das Stnkekomitee der Glaser. Restauration von Massig, Gerberstraße Ztr. 56. Mit sozial-demokratischem Gruß O. Stelzer, Bevollm. der Holzarbeiter-Gewerlschaft. ! Jttteruattoualc Gewerkschaft der Mauufakturs, Fabrik- und Haudarbeiter. �rttNuiUschau. Ge Werks genossen und Freunde! Wir beadjlchtlgen, vor Ablaus deö Monat August, wenn thunlich, unsre zweite ordentliche Generalversammlung nach Hjo f(Baiern) einzuberufen und ersllcheil die Genosse», eiwaige anderweitige Vorschläge wegen Zeit und Ort ungesäumt cinjud ingc». Es erfolgt indeg diese Bekanntgabe aus Grund deZ§ 27 u nsrer Statuten, dergestalt, daß hiermit die erste Einladung zur Generalversammlung als ergangen zu erachten ist. Vor- läufig stellen wir auf Tagesordnung: 1. Rechenschastsbericht der Ver- waltung und des AutsichiSraihes. 2. Re Vision und Abänderung der Sia- ruren. 3. Zu gewärtlgeude Anträge der Mitglieder(siehe 27.) Binnen längstens 3 Wochen werden den Bevollmächtigten zur Vekanutgabc an die Genossen gedruckte Vorlagen, die Revision an- langend, zugehen und. fordern wir unter nochmaligem Hinweis auf unsre Mittheilung in Rr. 46 und 48 des„Bolksstaat" ans, Alles zu thu», was zur Erleichterung der Gencralversa mmlungs-Arbeiten dienen kann. Am 8. u 9. ds. Mts. sind zu gleichem Zwecke an circa 76 Sraliouen Briefseudungen und Tabellen zur Generali evision und Statistik ad- gegangen, die wir baldigst zurückerwarleu. Sollten Stationen nicht in deren Besitz gelangen, so wolle man dies Utngehend hierher berichten, daß Rachsendung erfolgen kann. Säumige Stationen und Vertrauens, leute werden wir im„.Volksstaat" und in der befreundeten Presse ausrufen Die Genoffen solcher Stationen, die nicht lokal organisirt sind, ernenilen ihre Delegine» in vertraulicher Vereinbarung; freie Ver- sammlungin von Berufsgenossen können gleichfalls Dcle- girle senden; die.elben nehmen nur b erathend an den Ver- handlun gen Theil. Die Mandate der Gewerkschafls-Oelegirten müssen die Kopfzahl der steuernden Mandatgeber enthalten und mit den versandten Fragebogen dicßbezüglich übereinslimmm. Jedes Mandat soll vun de» Vertrauens- Unten(Ehargirten) und zwei Genossen gezeichnet sein und den Stempel tragen. Mandate von freien Versammlungen unterzeichnet der Versamin- lungspräsident und Genosse». Wir rechnen auf zahlreiche aheilnahme, da unsere VerHand- lungen, nach zweijähriger Pause, von höch st er Wichtigkeit find und verweisen hlermit ausdriickUch auf die§ 25 bis 31 unserer Statute», deren bis heute ca. 12 Tausend ausgegeben wurden. Gewerks- und Berufsgenossen allerwärts, sammelt Euch einmüthig und begeistert, um das slurmbewährte Bündniß zu bekräftigen, rüttelt die Schlafenben auf und ermuntert die Zaghafte». Ihr, Ver trauensleute und Bevollmächtigten, macht Euren: Rundgang zu Jedem Säumigen selber und heißt ihn willkommen, wenn er sich wieder stellt! Kameraden, wir rufen Euch zur Arbeit im Dienste der Freiheit und Menschwürde und seid guten Mulhes, wenn wir rückwärts schauen, denn unseren mühevollen Weg zeichnen die Spuren heißen Kampfes sowie mehrfache Siege. Sichern wir uns dieselben durch treues, zähes Zusammenhalten. Aus die Wälle gegen unser Berufselend! Mit Muth für Recht und Menschlichkeit. Gruß und Handschlag! Für die Vorortsverwaltung Motteler. I. Bors. Deutscher Weber- und Manufaktur-Arbeiterbund. Berti»». Allen Genoffen und Bestellern von stenographischen Berichten über die Verhandlungeil des zweiten deutschen Weber- und Manufakturarbeitertages zur Nachricht, daß binnen 14 Tagen die Versendung der Berichte erfolgen wird. Gleichzeitig ersuchen wir alle Genossen, welche»och keine Bestellungen gemacht haben, dieses unver- züglich zu thun, da zu spät eingehende Austräge möglicherweise keine Berücksichtigung finden werden. Die verspätete Versendung des Be- richtes ist lediglich dem Umstände zuzuschreiben, daß wir erst die Höhe der Bestellungen abwarteten, um dann die Druckauflage bestimmen zu können, denn wir glaubten, auf Risiko nichts drucken lassen zu dürfen. Ferner ersuchen wir wiederholt die verschiedenen Fachkorporationen um Einsendung statistischen Materials über Lohn-, Arbeits-, Woh- nungs-, Gesundheits- und Konsumtionsverhältnisse an den verschiedenen Plätzen, indem solches in den Circulären zur Verwendung gelangen soll. Hierbei müssen wir aber bemerken, daß nur solche Einsen- düngen Berücksichtigung finden können, deren Thatbestand durch den Vorsitzenden oder die Vorstände der betreffenden Korporationen oder Versainmlungen garantirt wird. Mit Brudergruß: Der Vorstand des deutschen Weber- und Manufakturarbeiter-Bundes H. Franz, Vors. Zur Orftamsatiott der Miihlenurbciter! E o l l e g e n! Mühlenarbeiter! Eure bedrängte Lage noch einmal zu schildern ist nicht nölhig, Un Jeder von Euch fühlt das grausame Joch. Wir müssen die Fesseln abschütteln; um dies auszuführen, be- darf es aber der Kraft des große» Ganzen, denn die Euch umklammernden Kettkil sind stark und schwer. Auf! auf, zur Organisation! Nichts darf Euch aufhalten! Weg mit kleinlicheu Bedenken! Das Keuchen der kranken Bruft Eurer Arteiierbrüder muß in Euch die Kraft erwecken, muß Euch anspornen unaufhaltsam das zu erringen, was Euch erst zu Menschen macht. Doch worin besieht diese Organi- sation� wird Mancher von Euch fragen. Sie besteht in den Gewerk- genossenschaften. Die übrigen Arbeiter machen schon eifrig Ge- brauch von diesem Mittel der Befreiung. Regt auch Ihr Euch! Freilich, um einigermaßen einen Zweck zu erreichen, sind Opfer»öthig. Wie schon bekantit, bin ich arm, materiell schon theilweise zu Grunde gerichtet, es ist mir unmöglich in dieser Beziehung etwas zu thun. Um so mehr tritt an Euch die Pflich heran, zu leisten was Ihr ver- wöget. Aus dem Erfurter Kongreß haben die Gewerkschaften stch zu gemeinsamem Wirken, zu gegelueitiger Unterstützung geeinigt, und ein großes Bruderband um die Arbeiter von ganz Deutschland ge- schlungen. Tretet auch Ihr in den Bund! Gründet eine besondere Genossenschaft, oder tretet einer schon bestehenden bei! Euer Inte- resse erheischt es. Alle arbeitersrenndlichen Blätter werden dring end ersucht, obigen Artikel schleunigst aufzunehmen, sowie auf etwaige Anfragen den nöihigen Bescheid zu ertheilen. Gleichzeitig fordere ich alie Menschen- freunde und Parteigenossen auf, so weit es ihnen möglich, den Mühlen- arbeilern die betreffenden Blätter zu übermitteln. F. M. Chemnitz. In der vorgestern abzehallencn Versammlung hiesi- ger Schneidergescllen wurde»ach eingehender Debatte, in'welcher das Verhältniß der Gesellen zu den Meistern, sowie das von Dresden ausgehende Zirkular der Letzeren, welches einen Kongreß der Meister bezweckt, besprochen und folgende Resolution angenommen:„Die heutige Schneidergesellenversammlung zu Chemnitz erklärt, daß sie es an und für sich, insbesondere aber gegenüber der entstehenden Meisterkoalition für geboten erachtet, daß'alle Schneidergesellen Deutschlands sich fest verbünden, um der wachsenden Uebermacht des Kapitals mit Erfolg entgegentreten zu können. Die Versammlung stimmt deshalb dem Aufruf des Ausschuffes vom Allgemeinen Deutschen Schneideroereiii zu, und beschließt einen Delegirten zum Leipziger Kongreß zu schicken." Parteigenosse Willkomm, der schon von hiesiger Schneidergewerkschaft zum Delegirten bestimmt ist, wurde auch von dieser Versammlung mit großer Majorität mit der Vertretung in Leipzig betraut. Cffen. Am 9. hielt der„Verein für bergbauliche Interessen" eine Eouferenz ab zur Besprechung des Strikes. Da derselben außer den fortschrittlichen Abgeordneten Hammacher und Harkort auch ein Blirgermeister, ein Landrath, ein Regierungspräsident und ein Prinz(der Chef des Oberöergamts) beiwohnten, so versteht es sich von selbst, daß eine Resolution einstinunig angenommen wurde, welche den Strike ohne Gnade verdammt. Die Herren sagen unter Anderm: „III. Die von einem nicht legitimirten(Was verstehen eigentlich die Herren unter„Legitimation"?) und bis zur Arbeitseinstellung ungenannten(Die Bergleute sollten wohl schon vor dein Ausbruch des Strikes ihre Wortführer allen möglichen Chikanen aussetzen?) Comitee den Vorständeil der einzelnen Gruden überreichten gleichmäßigen For- derungen der Bergleute sind nach der tiefsten und unbefangensten �Überzeugung des Vereins nicht daß Ergebniß eines vorhandenen Rothstafides ober solcher Beschwerden, die nicht auf dem Wege der Ver- fiänbigung mit den einzelnen Grubmverwaltungen zu beseitigen waren. Die Dauer der Arbeitszeit(acht Stunden vor Ort) ist nach den Er- sahiungen aller Bergbau treibenden Lander keine übermäßige»nd vorzeitig aufreibende Inanspruchnahme menschlicher Arbeitskrafi, und was die Löhne der Bergleute des hiesigen Bezirks betrifft, so übersteigen dieselben nicht bloS die der Arbeiter in anderen Jndiistriezweigeii und Gegenden Deutschlands, sie haben auch nachgewiesener(?) Maßen bereits feit längerer Zeit, in Folge des innigen Ztisammenhanges zwischen dem Gedeihen der Industrie und der äußeren Lage der bei ihr beschäftigten Kräfte eine fortgesetzt und regelmäßig steigende Richtung verfolgt. IV. Die gegenwärtige Arbeitseinstellung ist der bedaueriisw-rthe Aus- druck unklarer(?) Anschauungen über die wirthschafilichen Berhältniffe, welche auf den Lohn des Arbeiters einwirken, und jahrelanger, Gemiith und Geist verhetzender Einflüsse, welche auf eine gründliche Unzuf.ievenheit mit der gesamniten Entwickclung unserer vaterländischen Zustände in den Arbeiterkreisen hinzielen, und die Erregnug des Classen- Hasses als ein geeignetes Mittel zur Erreichung dieses Zieles in An- Wendung bringen. V. Bon dieser Bcurthcilurg ausgehend, hält der Verein das durchaus abwehrende Verhalten der Arbeit- gebcr aus den strikenden Zechen der krankhaften Arbeiterbewegung gegenüber für das alleinige Richtige und nicht blos den Interessen der Grubetibesttzer, sondern auch denen der Arbeiter ent- sprechend.(!!) Er zollt den Werkbefitzern für die Ruhe und Entschlossenheit, mit der sie die Opfer der Arbeitseinstellung gebracht haben und noch bringen werden, ohne die geringste Nachgiebig- keit gegen die unberechtigten Forderungen der Arbeiter zu ze'igen, den höchsten Dank, und ist überjengt, daß nach Beendigung der Arbeitseinstellung alle Grubenbesitzer ihr Berantwortlichküts-Be- wußtsein der Bergwerksindustrie und dem Batertande gegeullber vor wie nach(!) auch in der Uebung von Gerechtigkeit und WohtwoUen gegen die Arbeiter und durch das redliche Bemühen, deren wirthschaftlicheS und geistiges Woh befinden nach Kräften zu fördern, bethäligsn werden." Die Herren Widerstands-Rcsolutionäre können sich versichert halten, daß ihre Eonferenz nicht geringe„verhetzende Einflüsse" ausüben wird; ihr„Wohlwollen ohne die geringste Nachgiebigkeit" aber entspricht logisch in würdigster Weise der„allergetreusten Opposition", welche die Bourgeoisie dem Throne gegenüber einst ecsand. Seroil nach oben und despotisch nach unten— so ist die Natur der liberalen Bourgeoisie. Cssen. DieProllaination des Kanonenkönigs Kr» p p ist würdig ergänzt worden durch eine Broschüre des Herrn I. Mulvany, die in Sachen des hiesigen Bergarbe:terstrikes veröffentlicht worden ist. Herr Mulvany wendck sich namentlich an die„gebildeten" und„ver- ständigen' Bergleute, denen er zu beweisen versucht, daß es eines „freien" Arbeiters unwürdig sei, auf dem Wege der Gewalt seine Lage zu verbessern. Ans dem Umstände aber, daß Herr Mulvany nach eigener Angabe an 5 großen Kohlenzechm und einem bedeutenden Hüt- tenwerke beihciligt ist und aus dem Inhalte der Mulvany'fchen Bro- schüre selber dürften die„gebildeten" Bergarbeiter den Herrn Mulvany gewiß sehr unliebsamen Schluß ziehen, daß er nur die Jntecessen der Kapitalisten und diese auch noch sehr schlecht vertritt. Selbstverstäiid- lich steht die gesammte hiesige liberale Presse auf dem Standpunkt des Herrn Mulvany, und die„Wittener Zeitung" entblödet sich sogar nicht, das Machwerk dieses Herrn eine„ruhige, unpariheiische und sach- verständige Erörterung" zu nennen. Folgendes Citat dürfte am Schlagendsten die„Unpartheilichkeit" des Herrn Mulvany kennzeichnen:„Bon welchen Sceuen der Sorge, wel- che» Anstrengungen, welchem Risiko, welchen Opfern an Geld und Gefttndh.-il Seitens der Arveitgeber bin ich im Verlaufe meines Lebens Zeuge gewesen, wo es galt, pünktlich zu den monatlichen oder 14tägigen Lohntagen das baareGeld zu beschaffen, welches für Löhne gezahlt werden mußte, gleichviel ob die geschehene Arbeit lohnte oder nicht." Wir glauben dem Herrn Mulvany auf's Wort, daß ihm das Lohnzahlen immer große Sorgen macht.(Dividende einsacken ist frei- lich ein sorgloseres Geschäft.) Aber wir Bergleute sind doch nicht dumm genug, um die„Opfer an Geld und Gesundheit" der Gruben- besitzer ernstlich zu nehme». Diese Bären mag�Herc Mulvany seinen „gebildeten" Bergleuten attfbiitden. Jedoch scherz bei Seite; die Sache,»in die es sich handelt, ist zu ernst. Wie! Uns Bergleuten gegenüber, denen der Tod täglich und stündlich bei der Ausübung unserer Arbeit eutgezengrinst, wagt der arbeitersrenndlichthnende Herr Mulvany von den„Opfern an Geld und Gesundheit" zu reden, die die Grubenbesitzer bringen, wenn es sich um Auszahlung unseres schwer und sauer verdienten Lohnes hau- delt? Kennt dieser würdige Herr etwa die zahlreichen„Opfer" nicht, die der Bergbau alljährlich an Menschenleben fordert? Weiß er nichts von den Verstümmelungen? Giebt es für ihn keine Wiitwen und Waisen?— Hier unten bei uns, Sie Heuchler, können Sie lernen, was„Sorge" ist. Hier unten bei uns werden die„Opfer" gebracht — zwar nicht an Geld, denn das müßten wir erst haben, um es opfern zu können— an Leben und Gcfmidhcil, die Ihr Gott, der Mammon, von uns fordert. Die Zeiten sind vorüber, wo ein Schulze-Delitzsch es wagen konnte, dem arbeiteiideii Volke gegenüber von dem„Enlbehcungslohn" der Ka- pitalisten zu sprechen. Jetzt wissen wir, daß w i r es sind, die Ihnen und Ihren so„schwer geplagten" Herren Arbeitgebern die Taschen füllen. Jhre�Ausführungen haben uns daher nicht nur em mitleidiges Lächeln entlockt, sie haben uns auch gezeigt, wie es um ihre Arbeiterfreundlich- keit destellt ist.— Den„Arbeilersreund" Mulvany kennen wir jetzt hinlänglich, wen- den wir uns nun zu dem Nationalökonomen Mulvany, denn es er- scheint uns nölhig, auch diesen in das rechte Licht zu stellen. Herr Mulvany sagt:„Ich halte fest an dein Grundsatz: Luc. X, 7:„ein Arbeiter ist seines Lohnes werth" und darunter versteh- ich den vollen Lohn seiner vollbrachten Arbeit nach dem Marktpreise, wel- cher nicht von der Laune oder Wtllkühr des Arbeitgebers, sondern nach dem Prinzip zu bemessen ist, daß der Arbeiter bei redlicher Pflicht- erfllllilng nicht allein in den Stand gesetzt werden soll, den Verhält- nissen des Landes, worin er lebt, und seiner Lebensstelluiig entsprechend, gut und gesundheitsgemäß zu leben, sondern auch durch Klugheit und Energie Ersparnisse zu machen, um seine Lage zu v:rbessern und ihn zu llnterhalten. wenn er nicht mehr arbeiten kann." Herr Mulvany macht sodann die funkelnagelneue Entdeckung, daß der Marktpreis sich regelt nach dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. — Die Höhe des Arbeitslohnes hängt also ab von dem Marktpreise. Die Laune und Willkühr des.Arbeitgebers hat somit mit der Feststel- lung des Lohnes nichts zu thun. Trotzdem soll der Arbeiter in den Siand gesetzt werden, bei redlicher Pflichterfüllung ein möglichst gutes Leben zu führen und noch für spätere Zeiten Ersparnisse machen zu können. Wer den Arbeiter in diesen Stand setzen soll, darüber schweigt Herr Mulvany. Der Arbeitgeber kann es nicht sein, denn der bringt ja schon„Opfer an Geld uiid Gesuiidhstt", wenn es sich um die Auszahlung des nach dem Marktpreise festgestellten Lohne« handelt; der Staat kann auch nicht gemeint sein, denn die Einiilischunz eines Dritten verbittet sich Hen Mitlvany ans das Entschiedenste. Es bleiben also nur noch die Arbeiter selber übrig. Aber die meint Herr Mulvany erst recht nicht, denn seine Schrift richtet sich ja eben gegen deren Vorsatz, durch die Arbeitseinstellmig einen höheren Lohn und mit die- sein eine bessere Lebeusstellung zu erzielen. Das„in den Stand setzen" muß demnächst aus sich beruhen bleiben, und die Ausführungen des Herrn Mulvany lösen sich auf in puren Blödsinn. Dagegen ist es richtig, daß der Arbeitslohn bestimmt wird durch den Marktpreis und dieser wieder durch Angebot und Nachfrage. Nur icheint Herrn Mulvany die Thatsache ganz unbekannt zu sein, oder er verleugnet sie geflissentlich, daß dem Arbeiter für seine vollbrachte Ar- beit unter der Herrschaft des Gesetzes von Angebot und Nachfrage nur unter besonders günstigen Verhältnissen so viel Lohn gezahlt wird, als er braucht, um die verbrauchte Arbeitskraft zu ersetzen, und daß oben- drein diese Vergütung in der Regel kaum hinreicht, um den Arbeiter vor dem Hunger zu schützen. Es würde mich zu weit sühreu, wollte ich noch die übrigen Ab- sonderlichkeiten derMulvany'schenMssührungen berühren. J-oenfalls. ist der Essener Strike nicht die Folge einer Agitation. Er liefert viel- mehr den Beweis, daß auch hier die Löhne jenen Minimaljatz erreich» haben, der es den Arbeitern unmöglich macht, ohne die härtesten Ent- behrnngen zu-«istiren. Fürth, 7. Juli. Also Nürnberg und Fürth sollen— wie ich in Nr. 54 des„Volksstaai" lese— nach dein Hirsch'scheu Agitations- plan die Ehre von Centralpunkten haben. Als Hauptagitatoren w:rden ohne Zweifel Herr Rüssel aus Nürnberg und Herr E b e r t aus Fürth sungiren. Wie sich die genannten Orte zu Mittelpunkten der Hirsch schen Agitation und die beiden Herren zu Agitatoren eignen, ist aus folgende:! Artikeln deS„Fiirther demokratiieyeu Wochenblattes" zu ersehen: „Fürth. Der MetaUfchlägerst rike ist seit 25. Mai beendigt mit einem theilw-isin Erfolgs für die Gehilfen, indeni die Hälfte ihrer Forderungen bewilligt wurde. Der Strike selbst bot lehrreiche Er- scheinungcn dar: er zeigte, wie Arbeiter verschiedener, einander bekämpfen- den Fraktionen Hand in Hand gehen können, wenn es sich um ge- meinsame materielle Interessen handelt und der redliche Wille vorhan- den ist, dieselben zu fördern. Die Arbeitseinstellung war von den Anhängern de» Hirschzchen Gewerkvereins begonnen, die Sozial» demokraten schloffen sich an und einer der Letzteren, Herr Maier, stand an der Spitze des Strikekomitös. Es herrschte das beste Einverständ- niß; nur in letzter Stunde«ollten einige Apostel der Hirsch-Duncker' schen Harmonielehre Zwietracht säen und gingen in ihrem Streben so weit, sich ans die Seite der Meister zu stellen und ihre eigenen Vereinsgenossen zu schädigen. Diese Herren sind: jR llssel, Borstand des Ortsoereins der Flaschner in Nürnberg, Staage, Vorstand des Octsvereins der Metallschläger in Nürnberg und Eberl, Vorstand des(Schulze- Delitz'schen) Arbeiter- und Drechslervereins in Fürth. Die Metallschlägergehilfen zu Fürth hatten aus den 22. Mai-ine Versammlung vo» Kaufleuten, Meistern und Gehilfen behufs Ver- eindarung einberufen, zu welcher Herr Staage eingeladen war, mit ihm kam als ungebetener Gast Herr Rüssel ilild späler Ebert; alle drei schimpften wrcker, daß von den eingeladenen Meistern und Faöri- kanten jetzt keine erschienen waren. Nachmittags begaben sich die ge- namilen Herren zu Heren Seeling, dem Wortführer der Metall- schlägermeister, ohne dazu Auftrag zu haben. Nach einer einstündigen Konserenz kamen besagte Herren zu dem Strikekomitö mit der Anssor- derung, der Einladung zu der auf Abends anberaumlen Meisteroer- sammlung Folge zu leisten. Sie selbst hatten Seeling gegeiiiider den Wunsch geäußert, das Strikekomitö zuzulassen. Auf die Erivide- riinz, daß ja die M ister auch nicht in die Gchilsenversammlung ge- kommen seien, erklärte Herr Nüsset: er sei von Berlin jvon I)r. Mar Hirsch?) dahin instruirt, daß, wenn das Komitö nicht Folge leiste, er dafür Sorge trage, die Unterstützungen einzustellen. Das wirkte leider aus die Majorität des KomitöS, das dann die Meisterverjammlung zu besuchen beschloß. Hier wurde es, statt Vereiilbarnnzen vorgelegt zu erhalten, mit den gröbsten und gemeinsten Schmähnngen überhäuft und die Herren Nüssel uild Staage, zwei Arbeiter, stellten sich auf Seiten der Meister, wofür diese den Beifall nicht schuldig blieben und besonders reichlich spendeten als Nüssel ausrief:„Ich werde dafür sorge», daß keine Unterstützung mehr fließt I" Die Folge dieses Auf- tretens war, daß die gerechten Forderungen der Arbeiter nur zu einem Thcile zur Annahme gelangten." Soviel über die Thätigkeit der Hirsch-Dunckerschen Koryphäen in Fürth. Ein anderer Artikel, aus Nürnberg, lautet: „Nürnberg. Die Bersamnilnnz der sozialdemokratischen Partei vom letzten Montag war sehr stark besucht. Grillen berger hielt eine politische Rundschau. Setschab referirte über den GewerkschaftS- kongreß, woraus der Antrag angenommen wurde, in einer allgemeinen Gewerkschaslsversammliing über denselben Gegenstand ausführlich zu berichten. Redakteur Memmingcr hielt hierauf einen Vortrag über den Sozialismus des Berliner Doctors Max Hirsch, indem er an der Hand einer Rede desselben, sowie seincs Organs„der Gewerkverein" und eines von Berlin aus ergangenen Ausruses seine Lehren analy- sirte. Redner kam zu dem Schluß, daß Hirsch und Genossen nichts Geringeres seien als Verräther an der Arbeitersache. Gegen den Vortrag hatte sich Herr Schaupner, Mitglied des Hirsch- Dunckerschen' Ortsvercins, zum Worte gemeldet. Er gab die Be- rechtignng der sozialdemokratischen Theorien zu und erklärte, daß er von jeher bei seinem Austreten nur das Wohl dcr Ar- beilcr und den allgemeinen Menschenstandpunkt im Auge gehabt habe, um die Arbeiter religiös, politifch unv sozial frei zu machen; er sei iinabläjsig bestrebt, die.Parallele zu stllden, aus der er m t der Sozial- demokratie die gleiche Bahn und den gleichen Schritt halten kön ie; im Ganzen sei auch er Sozialdemokrat. Interessant war, daß Herr Schaupner, der doch als Gegner eingeschrieben war, den Or. Hirsch, sowie die Führer der Gewerkverein« in Nürnberg auf ziemlich ent- schiedene Weise desavouirte. Im Laufe der sehr erregten Debatte, an der sich je zwei Redner von der gegnerischen Seite(Schaupner und Marx) wie von den Einbernsern der Versammlung(Grillcnberg er und Memminger) betheiligte», wurde u. A. auch konstatirt, daß der Artikel in der letzten Nummer des„Demokr. Wochenbl."(siehe oben: das Auftreten des He r» Rüssel, Vorstanoes des hiesige» gegnerischen O.ls- Vereins, und seiner Kollegen Staage und Eöerl beim Metallsch'.äger- strike in Fürth betccssends aus Wahrheit beruhe. Herr Marr versuchte zwar seine Kollegen Rüffel und Staage von dem Vorwurfe, daß sie die Sache der Arbelter verrathen, rein zu waschen, allein Herr Schoup- ner war so ehrlich, zu gestehen, daß er gegen jenen Artikel Nichts ein- wende» könne; es sei wirklich so, wie es dort geschildert worden; er (Schaupner) habe entgegen dem Gebahren deS Herrn Rüssel, dcr für die Ardeitgeber gegen die Arbeiter ausgetreten, das Gegeniheil geihan und sei dafür in zwei natumalliberalen Blättern angegriffen woiden, wofür er nur ein mitleidiges Lächlln gehabt habe." Ganz abgesehen■ davon, daß die Verhältnisse tagtäglich die Hirsch'sche Lehre desavouiren, dürfte die Haltung dieser Herren Agitatoren den Arbeitern vollends die Augen öffnen. Lambrecht. Die hiesigen Tttchfabri kanten ließen, UNI ihre strikenden Arbeiter zu Paaren zu treiben, Els äs fische Tuchmacher herkonimen. Das erzeugte natürlich große Erbitterung unter den hun- gernden Arbeitern und führte zu Reibereien zwischen diesen und den Elsässcrn, die noch so unausgeklärt waren, daß sie gar nicht einsahen, wie unrecht sie handelte», indem sie ihre kämpfenden Brüder dem Feinde überlieferten. Namentlich die Frauen der Strikenden waren es, welche für das Recht der Arbeit in die Schranken traten und dies ist ein Beweis, wie durchaus gerechtfertigt der Lambrechter Strike ist.— Ra- türlich wurde gleich Militair requirirt und damit die Reisekosten nicht' nnnöthig verausgabt seien, 2 Männer und 4 Frauen verhastet. Das Recht ist so sehr auf Seiten der Strikenden, daß der anständige Theil der Bourgeois-Presse sich veranlaßt sieht, für dieselben Partei zu nehmen. So schreibt die„Süddeutsche Post": „Ein Theil der Weber verdiente bei einer Arbeitszeit von fünf- zehn Stunden pro Tag 52 kr. Ist es bei den heutigen Verhält- nissen mit einem solchen Lohne möglich, eine Familie zu ernähren? Ist es da ein Wunder, wenn die Arbeiter in corpors einen Lohn erbitten, der st- uns ihre Familie vor dem Hunger und Folgen schützt? — Außerdem solle» die Arbeiter häufig hart behandelt worden sein. Konnte doch das sich immer mehr steigende Elend selbst der protestan- tische Pfarrer Lambrechts nicht mehr ansehen; selbst dieser sah sich veranlaßt, das starre, hochmüthige Wesen dcr Fabrikherren zu geijeln und um eine Vefferung der Arbeiterverhältnisse zu bitten. Die von Lambrecht abziehenden Arbeiter sollen von den Fabrikherren noch bis Kaiserslautern verfolgt und ihnen dort die Möglichkeit, Arbeit zu er- halten, entzogen worden sein." Martenberg, 7. Juli. Auch hier sängt es endlich an, unter den Arbeltern zu ragen.— Nach vieler Müh e gelang es einem Chem- nitzer Parreigenossen in dem unweit von hier gelegenen Orte Laute einen Saal zur Abhaltung von zwei Versammlungen ausfttldiz zu machen. Zur Abhaltung der ersten Versammlung waren im'Anfang Juni die Herren Dieye und llhle aus Cheumitz erschienen und re- serirtea riber die allgemein- Arbeiterbewegung. Beide Redner sprachen verstand ach und überzeugend; sie ermahnten die hiesigen Arbeiter, sich der allgemeinen Bewegung durch Gründung eines Vereins anzuschlie- ßen. Äußer von den Arbeitern war die Versammlung auch von sämmt- lichen hier wohnhafte» Fabrikanten besucht, auch der Bürgermeister, der Wagmeister und der Gensdarm halten sich eingefunden, um erfor- derl>chen,alls zur Rettung der Gesellschaft hilsreichst die Hand zu bieten.. �, Zu der zweiten Versammlung war nochmals Herr Dretze und Herr Wolf aus Chemnitz erschienen. Wolf sprach über die Lage der Arbeiter. Sodann ergriff Vietze das Wort und nahm zur Grund- läge seines Vortrags das Lassalle'sche„Arbeilerlesebuch", aus dem er einige Hauptsätze herausgriff. Er sprach namentlich über die jetzigen Lohnverhältnisse und wies schlagend nach, Saß dieselben weder zu der geleisteten Arbeit»och zu den gegenwärtigen Lebensmittelpreise»�™ ent- sprcchendem Verhältniß stünden. Als Herr Dietze aus � die Stellung der Atbeitgeber zu den Arbeitern zu reden kam und mit SJwfe betonte, daß viclsa« der mangelnde gute Wille der Arbeitgeber an den Zerwürfirisseil Schuld sei, und als er dieselben des Eigennutzes und der Hartherzigkeil zieh, da»erließen die anwesenden Fabrikanten ins- fitjammt voller Unmuth den Saal. Zum Schluß, als Herr Dietze auf die zahlreichen inhaflirteu Parteigenosse» zu sprechen kam, sprang dir anwesende Bürge rincister aus, schlug mit geballter Faust aus den Tisch und schrie dem Redner zu: Hall, das leide ich nichtl Diehe verwies dem Herrir Bürgermeister dieses ungesetzliche Versahren und hielt ihm entgegen, daß er kein Recht habe, ihn im Reden zu unter- brechen, so lauge er sich seinerseits in den Schranke» des Gesetzes halte, und etwas Gesetzwideiges glaube er nicht gesprochen zu haben. Stürmischer Beifall wurde diesen Ausführungen gezollr.— Gegen 50 Manu erklärten sich hieraus bereit, dem zu gründenden Verehre b.izu- Irelcn. Fir unserer Gegend wäre mithin ei» guter Ansang gemacht, mögen die Prinzipien der Sozial- Demokratie immer weiter und weiter ins Gebirge eindringen. Das ist unser lebhasrer Wunsch. Zwickau, 7. Juli. Dre Blätter melden:„Dre Kreisdirettion zu Zwickau hat unterm 28. Juni eine Verordnung erlassen, in welcher aus Anlaß des am 16. und 17. v. M. bei Crimmitschau stattge- habten sozial-demolratrjchen Lolkssestes, bei welchem in dcmoiMra- lrver Weise(l!j rothe Fahnen entfaltet, rothe Schärpen u d Craval- len, bezichendlich Schleifen von deu am Feste therlnehmenden Frauen getragen und rothe Eintrillbillets(.!!!) ausgegeben worden sind, die Polizeibehörden des Rcgimiugsbezirts au dre nach einer in Geltung steheirben Verordnung vom 14. Juli 1849, das Tragen rcpubli- ka nischer Abzeichen bclrcffend, mit der Beianlassung er nnelt werden, «intr.tcuden Falls gegen Zuwiderhaudlungerr wider dieselbe mit Räch- druck einzusch.ntru." Wir wollen uns auf das Breittreten dcs schon abgenutzten Witzes, daß giwrsje lebende Wesen das„Roth" nicht sehen löuue», nichr ein- lassen. Die Sache ist— obschou sie eine Lappalie betrifft— viel ernster; sie zeigt, daß— gleichviel ob mit oder ohne Absicht— vorr Seiten gewisser Beamten m Sachsen alles gelhan wird, um die Regierung so lächerlich zu»lachen und so zu komprvmittireu, daß schließlich sei- nns der gesammten Bevölkerung eine dereinstige Anneriou au Preußen als ein Glück angesehen wird. Seit Jahren ichori wurde in Preußen kein Sozialdemolrar ausgewiesen— in Sachsen geschieht dies jetzt häufiger als bisher in ganz Deutschland zusammen; in Sachjen wer- den auch deu Sozialdeiirolraten mehr Prozesse gemacht, als unsrer Partei im ganzen übrigen Deutschland. Ist's doch so, als ob gewisse sächsiicheBeamte»onPreußen denAuftrag hätten, Sachse» auf diese Weise annerioilS fäh ig zu inacheu! Braunschweig. Der„Vollssreund" schieibt: „Der„Neue" in Berlin ärgert jich, daß wir seine zur Zeit in Snddeulschland agitireadeu Spitzel» Frohme und Hartman» dem Publikum ltis solche vorgcsührl haben. Mit betanr.tec Marrier sucht er sich dann durch Verleumdung zu rächen und wirft uns vor, wir „billigten" die ungesetzlichen Hauolunzeit der badijchen Polizei. Der„Nene" weiß ganz gut, oaß»ie Glnschrerlungeri der Polizei von seinen Agilaloreii nur provocin«erden, um dem Volke die Meinung beizubringen, als seien die Sozial-Demokrateir allen Anstandes baar wie Frohme und Hartman». Herr Bracke kdrumt auch nicht ungeschoren weg, indem ihrn der„Neue" voiwirft, er lasse alle Steck- br�efe der Bcaunjchroeiger Polizei im„Bolksfreund" abdrucken. CS wiro im„VolkSsrenri»''nur von solchen Sieckdriese» Notiz genommen, die aus nvtorische Schurken, Lumpen und Verbrecher sahndeu, und es jcheiiit jast, als fürchlelen sich die Hrn. vom„Wellen" vor solchen Steck- driefen." ßtotha. Wie überall, so niiniilt auch hier dieÄewerkjchafts- bewegung einen guten Verlauf. Nachdem die Tischler erklärt, der Union beitreten zu wollen, bin ich heute in der Lage, dasselbe von den Schuhmachern berichten zu können. Es ist zu diesem Zweck ein Fachverein gegründet worden: der Geist der Mitglieder ist gut und berechtigt zu der Hoffnung, daß die Schuhmacher Gotha'- bald iämmtlich in geschlossener Phalanx in den Reihen der Gewerkschafter stehen werden. Kollegen von Nah und Fern! Wollt Ihr immer noch nicht einsehen, daß nur durch vereintes Wirken die traurigen Uebel- stände in unserer Geschästsbranche zu beseitigen sind? W. Bock, Bevollmächtigter. Bokrodt, Cassirer. Seebach, Schriftführer. Stagfurt. Zur Coalillvil der Arbeitgeber. Der„Bund der vereimgic» Baugewerke des Kreises Calbe un» Umgegend" ocr- offintlicht im„Slaßsurler Wochenblatt" folgende Bekäiintmachuiig: „Die uilterzeichneteii Baugeiverksineislec habeil sich gegenseuig verpflichtet, keinen Haildiverlsge>elleil in Arbeil zu stellen, es sei denn, daß derselbe mit ordiinugSmäßigein Cntlassungsschein versehen sei. Schöneb-.ck, den 6. Juli 1872. lluterschriebeii sind 67 Maurer- und Zimmermeister. Sei dies «ine Mahnung sür die Arbeiter zur Gegenorganisatioii. Leipzig. Das„Leipziger Tageblatt" brachte am 12. die(wer weiß wvtuus abgedruckte) Jlihallsnngabe eines zweiten Ariikels der „Concordia" gegen Karl Ma>r. Daranshin erschien am folgenden Tage im erstgeiiannteii Blatt folgendes Inserat:'') „Da Marx augenblicklich einige Stunden von London weilt, so kann die Widerlegung des gegen ihn gerichleien, auf Unkenntnlß der politischen Liieratur Cnglailos beruhensen„Coneordla"-.>lrlilels(von dem im heutigen„Tageblait" die Rede ist) erst in ehestens 8 Tagen im„Bolksstaar" rrscheinen. Weml die„Eoncordia" übrigens es Mai r zum Borwnri machr, daß er ihren Artikel v»m 7. März erst am 28 Mai beanlwortrt hat,>o sind»vir in der Lage, den Grund dieser Ba- zögerung ganz genau angebe» zu können: Die„Eoiico.dia" Hai nämlich nicht einmat w viel Anstand gehabt, Kart Marx ein Eremplac ihrer liuiiimer, worm sich der erste Angriff gegen ihn besanv, zuzuschicken. Erst Mitte April ersuhren wir durch Zufall— denn wir lasen im März ebenso wenig wie Karl Marx die„Concordia'— von ieiiem Artikel. Wir erbaten uns nun vom Redakieur der„Concordia" die betreffende Nummer und schickten sie, nachdem wir sie erhalten, an Marx, der auch uiiigeheud die Erwiderung— s. Nr 44 des„Bolksstaat"— an uns einsandte.—» „Leipzig, 12. Juli. Die.Redaklion des„Bollsstaat." Leipzig.(Zur Kinderarbeit in den Fabriken). DieZei- tungen melden von hier:„Der hirsigen Kreisdirekiion war ein Bericht zugegangen, nach welchem die in der Mehrzahl der Ctgarrenfabr i- len einer grögeren Stadt des Bezwies übliche und mehrere Stnn- den des Tages dauernde Beschäftigung von Kindern unier 12 Jahren mit Abrippen als nicht nmer das Verbot der Reichsgewerbeordnung fallend angesehen wurde. Die Kreisdireklioa hat diese Ansicht nicht grtheilt, sondern die Arbeit als eine regelmäßige im Sinne des Ge- letzrS angesehen, eine Auffassung, welche auch durch das Ministerium des Innern in einer neulich erlassenen Verordnung guigeheißen wor- den ist. Es darf nun wohl auf ein Verbot dieser Kinderarbeit ge- hofft werden." Wenn es dem Verfasser vorstehender Notiz wirklich darum zil thun war, dieses„Verbot" zu erwirken, so mußte er etwas weniger diskret sein und den Namen der Stadt wie dcs Fabrikanten, von denen hier die Rede ist, nennen. Anders läßt sich Seitens des Publikums nicht kontroliren, ob der gerügte Mißstand fortdauert oder beseitigt ist. Leipzig. Der„Gesellschaflsrelter", Gejchwornenobmann Stci- ger— besten Einfluß hauptsächlich die Vermiheilung der„Hochver- räiher" zuzuschreiben ist— befindet sich nun auch in der Lage, an die„soziale Frage" denken zu müssen. Sechs Knechie seines Ritter- gutS(Schwei« bei Mügeln)— wie das„Tageblatt" berichtet— habe» Strik« gemacht,»bjchon nienials eine„Hetze" in jener tranrigen Ge- aend gewejeti ist. Au, dem Kammerguie Mügeln ist gleichfalls ein Strike ausgebrochen; da hat den» der Besitzer den Leuten, wenn sie sortarbeiten und arllg sein wollen, als Gratistkation statt Lohnaus- besserung 2 Thaler zu Weihnachten versprochen; das ist noch Nicht rtnmal so vtet, wie du Berliner sprichwönkicfie„Boomwollene Rieste zu Weihnachten." verliu Tie Arbeiter der Shawlsabrik von Markwald & Werner m Brandenburg stellten Sonnabend, den 6. d. M. die Arbeit ein. Im Begriff, vor Zuzug zu warnen, geht uns die Mit- theilung zu, daß Sonntag, den 7. schon eine Einigung zu Gunsten der Arbeiter stattgefunden und Montag die Arbeit wieder aufge- nommen ivurde. Der Boxstand des Weber- und Manttfakturarbeiter-Bundes H. Franz, Bors. Wien. 400 Bindergehilfen haben die Arbeit eingestellt weil sie mit ihrer Forderung einer lOstündigen Arbeitszeit und entsprechender *) Natürlich gegen baar; denn ein« Berichtigung, wozu es nicht gerichUich gezwungen werden kann, nimmt das„Tageblatt" von UNS nie aus.' R. d. V. Lohnerhöhung zurückgewiesen worden sind.— Laibach Nach 18lägigeni Strike sind die Tischler mit ihren Forderungen zum Theil durch- gedrungen. Sie haben lO�stündigc Arbeitszeil, einen Taglohn von 1 fl. 30— 1 fl. 80 kr. und 20% Lohnerhöhung sür Akkordarbeit erzielt.— In FreiwalSau ist nach dem„Bollswille" der Strike der dortigen Weber als beendet zu betrachten. Boaium. Ani 10. Juli haben sämmiliche Arbeiter der Feilen- fabrik von Mummenhorst und Slegemaiin die Arbeil ein- genellt. Offener Brief au die Herren Berichtcrnaiter unserer Partei über meine agitatorische Thätigkeil und Fähigleil. Auf mein höfliches Ansuchen um MiitheUnng der Berichte über �neine Agiiationsrctse erhielt ich soeben von unserem Parieigenossen U o rck die Nachricht, daß dieselb-n beinahe(mit Ausnahme von Darm- Iladl) sehr ungünstig lauten. Man wirst mir nicht nur mangelhaftes Berständniß, sondert! gänzliche Unlennlniß der sozialen Frage und Be- i. egung vor! Jeder Parteigenosse, der mich genauer kennt, wird über ein solch Harles Urlheit empört sein oder lächeln. Bürger Ber>chierstailer! Ich bin nicht gesonnen, Enten i amifluch ans mir ruhen z» lassen, ich klage Euch des Bor« «rthens und der Ueberhcbung an, und bin bereit, den Beweis anzn- neien, daß Ihr nicht unfehlbar seid.— In Ofsenbach haben mir meh- rece ältere MugUeder ihre vollste Besriediguiig über meliien Vortrag ausgesprochen und mir den günstigsten Bericht in AuSsichl gestellt, ohit- jede Aiissordernng meinerseits. Lautele der Bericht anders? Es isi«ine bekaiiiile Thalsache, daß diejenigen Menschen, die etwas ge- lernt haben und wirtliches Wisse» besitzen, in allen Dingen das mit- d-sie tirlheil abgeben, aber in eben dem Maße, als das Wissen ab- ulnimi, niinml auch die Härte des Urtheils zu. Deshalb sagt auch schon das Sprichwort:„Nichl die schiechresten Früchte sind es, an wel- chen die Würmer nagen." That>ache ist rS, dag Unwissende, noch mehr aver Halhwissende der sestcn Ueberzatgung leben, sie verstünden Alles, was es träte, besser, als alle Anderen, die das sind, was sie wären, aber nichl sind.— Es giedl Leute, d.e nicht im Staude sind, einen richtigen Satz zu bauen n;0 die sich dennoch für große Redner halten. Es grrbl Leure, dre gar keine Bqähignng zum Medner haben, dafür arer eine gule Lunge besitzen imd somit im S ande sind, eine ganze Stunde laiig zu schwatzen, sich hundertmal zu wiederhole», um schließlich sehr wenig oder auch gar nichts gesagt zu Häven. Mit souveräner Verachtung blicken sie aus Den, der ruhig, bejouiien, logijch und wlssenschasrilch fem Dhema abhairdeu. Das habe ich getha»— und jetzt pehe ich allen den Berichlerstalieni, die mich der Uuwissen- heit m sozi» eil Dingetr bezichtigten, zu Dienste», um ihneii den Be- weis zu tieiern, dag sie nnch vertäumder haben. Ich bin das mir selbst ichuldtg, um das Borurtheil zu vernichte», als halte ich mich übcrhoden uno nur Dinge angemaßr, die ich nichl auszusnhien im Stande war und b.n eS de»» Ausschüsse schuldig, drr mich beauf- tragie! Meine Herren Benchlerjiarler! Sie sind mir Salisfactivn schitidig. Wolletr Sie nur biejelbe gebe»?— Wohlan, wählen Sie, Jever von Ihne», ein sozialistisches Thema(scharsdegreitzl) und lasse» Sir mir dastrlbe zutominen, danii wollen wrr Beide eine Avhaudiuiig darüber ichreibcn und wir schicken dieselbe an den AilSjchuß und die Controlcomimssion zur BenriheUnug, welche Arbeit das größere Ber- släiidnlß kundgiebl. Das Rejiiilar wird im„Votksstaai' oerösseiit- lichi! Die Arbeil.»iuji Origmat fr tu und darf weder ans Büwern nach ans Broschüren abgeschrieben iverde»; die Untetsuchung darüber pslcgeii der Ausjchusj uno die Eontrolcommisstoii. Partrigeuvssen! Der Vorschlag ist getviß loyal. Ihr seid mir dieie illevanche jchnldig und w.roel Euch Eurer Pslrcht incht entziehen. Ich erwarte von ieve»i Berichterstatter das von ihm gewählie Thema in lürzeuer Frl» und somit zeicht e ich init sozial-demokratischem Gruß und Handschlag Der Eurige. Emil Roland in St. Wendel bei Saarbrücken.� Xil. Sollten die Herren Berichlernauer meinen Borschlag vornehm lgirorulii, ja bucht es bei meiner gerechlen Anklage derseloen. _______________ Der Obige._ Zur Notizuahme. Der zum Abdruck iur„BoltSstaar" an die Red.llion einzejandlen Abrechnung dt« Lunzeiiauer sozialdemokraiischen Arbeitervereinä, sowie der gleichfalls zum Abdruck eingefaiidren, bereits in Nr. 25 des„Bot- schas er" verössent ichlen Lluillung dcs Beriiner Cigarren- Arbeiter- Strike-Coiiiitee's konnten wir mit Rücksicht auf den beschränkten Raum des Blattes die Aufnahme nicht gcstaireu, zumal erster« Einsendung nicht von allgeuicinem Interesse, letztere aber den dabei inlerejsirle» Peisomn schdii ditrch deit„Bolschasrer" bekannt gegeben ist. Ter Ausschuß der sozial-dcmdkr. Arbener-Parter. Zur Beachtung für wtaiuz und Umgegend. Die Bertrauensinänner wcrvcn hierdurch iiachmals auf- gefrirvert, dafür Sorge zu tragen, das; au» 21. Juli alle Orte drr Umgegciii) iu Mainz vertrelc» sind. Die lokale» Au- ordilungeu habe» die Mainzer zu treffe»»ud bekannt zu gebet».____________ Briefkasten der Expedition: Wallrodt in Frankcnhausen in Th. für Schriften 3 Gr., sür Annonce.. 2 Gr. I. M. H. ist in Mainz. Beck in Han- nover f. Aiiiioncen 1 Thlr. 7 Gr. Gugg, in Graz 16 Gr. Naumann in Neundorf s. Abonn. II. Qu. 4 Thlr. 11 Gr. Röder in Neundorf f. Schrift 4 Thlr. 14 Gr. Ricmensberger in Markirchen f. Abonn. 2',„ Thlr., für Schriften 2 Thlr. 15 Gr. Lemoisne in Mainz f. Abonn. II. Qu. 50 Thlr. Sauerteig i. Gotha f. Abonn. U. Qu. 19 Thlr. 26 Gr. 5 Pf. L'Opinion National f. Abonn. 4 Thlr. F. in Pest f. Schrift 2 Thlr. 20 Gr. Schultz in Hamburg f. Abonn. II. Qu. 34 Thlr. 4 Gr. 5 Pf., f. Schrift 24 Thlr. 9 Gr. 5 Pf. Hock in Regensburg: Die Preise sind richtig wie auf Rechnung, andere Photogr. habe ich nicht.„Was ich im Reichstag sagte", ist durch einen Anhang verstärkt. Arbeiterlesebuch nicht vor 2 Monat zu haben. Müller s. Abonn. II. Qu. 13 Thlr. Kettel je. Weimar f. Abonn. II. Qu. 10 Thlr. Geyorgy in Pest f. Schrift 2 Thlr. 20 Gr. Ziergiebel in Crimmitschau f. Abonn. II. Qu. 14 Thlr. 4 Rar. 5 Pf. t)r. M. in Berlin f. Schriften 1'Thlr. Gewerkschaft der Holzardeiter Leipzig f. Annoncen 3 Thlr. 5 Pf. Oehmc in Breslau: Raummangel nöthigte mehrere Annoncen zurücklassen zu müssen. Annoncen sind an die Expedition zu senden. Indirekte Steuern kann ich Ihnen nur das Expl. zil 16 Gr. durch Buchhandel besorgen, außerdem alles vergriffen. vr. Boruttau in Genf: für Abonn. 1 Thlr., es wurde Ihnen stets und regelmäßig der„Bolksstaat' per Krzbd. gesandt, die Schuld muß in Genf liegen. Falk in Coln f. Abonn. II. Qu. 18 Thlr. 16 Gr. 8 Pf. Sabor in Frankfurt: f. Schrist. 12 Gr. 8 Pf. Ferd. Fuchs in Ronneburg: für gewünschte Festrede sind 2% Rgr. in Briefmarken einzusenden. Witzgallin Gera f. Schriften 6 Gr. Silb. in Pest f. Schriften 6 Thlr. der Redaktion: R. in Essen: In nächster Nr.— Sorge in Hoboken: Die vermißteil Correspondenzcn vom 1. u. 22. Mai befinden sich in Nr. 47 li. 48. G. R. in Braunschweig. Da das Blatt bei Empfang Ihres Ausrufs bereits fertig gcü.llt war, konnte für diese Nummer Ihrem Wiliische unmöglich ent, prochen werden. Für politisch Gemahregelte. Unbeiiannt 2 Gr.; v. A. H., Wiesbaden 15 Gr.; von G. L. in I. 25. Thlr. Erped. d.„Bolksst." Für de»„Pollsstaat." Ungenannt, Leipzig 1 Amheilschein zu 1 Thlr. von dem Gründungs- sond des„Demokr. Wochenblattes." Uxped. d.„Bolksst." Konferenz des Rhein- und Maingaues. Sonntag, den 21. Juli, Vormittags 10 Uhr in der„alten K».'aue" in Mainz Der Vertranensmann _________ B. I. Lemoisne. Aur(Wingeu. Nächsten Sonntag, Zusammenkunft bei Mayer, Wirth, Fablik- straße. Für Hannover. Sozial-demoktatische Arbeiterpartei. Sonnabend, deu 20. Juli, findet im Lokale des Herrn Bartlinge Knochenhauerstr. 59. G schloffeue Mitgliederversammlung stall. Tagesordnung: 1) Sozialpolitischer Wochenberichi. 2) lieber den Emwickelnngsgang im Völkerleben, Ref. Wiemer. 3) Wahl eines� Schiedsgerichtes. Sämmlliche Mitglieder werden aufgefordert, pünktlich und ohne Ausnahme zu erscheinen. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. __ Ter Vertrauensmann. Für Breslau. Sozial-demokratische Arbeiter-Partei. Montag, den 22. d. M. Abends 8 Uhr. öffentliche Versamm- luiig iil Klosse's Restauration,(früher Schwenke) Matthiasstraße 16. Die Tagesordnung besagen die Plakate. Um recht zahlreiche Betheiligiiiig bittet H.£, hme- Für Augsburg. Sozial-delnokratischer Werein. Sonntag, den 21. Juli, Morgens 6 Uhr, Zusammenkunft bei Donat Ott, Bahnhofstraße, Morgen-Partie »ach Stadtbergen, Göppingen:c.:c, an der sich jedoch nur Männer belheiligen. Rückmarsch in die Stadt Mittags 12 Uhr. Rachmittags 4 Uhr, im Getsterhanse Garten-Fest. Eintritt ä Person 6 kr. Die Mitglieder der Fachvereine, sowie die sozial-demokratischen Arbeiter Augsbings überhaupt ladet zu zahlreicher Betheiligung ein __ der Ausschutz. Für Greitz. Alle Abonneiiteii und Mitleser deS„Bols staat" werden auf Houtag, den SÄ Juli, Abondts S I hr in Reichenhof zu einer Besprechung eingeladen. Ein Abonnent. Für Leipzig. r»eil- Verein der Kürschner und Mützenmacher Leipzigs und Umgegend. Sonntag, den 21. Jnli findet ein Kränzchen in Eonuewitz im Kaffegatlen statt,«dpi wir freundlichst Jedermann hierdurch einladen.— Anfang, Nachmittags 4 Uhr. ____ Das Festkomi tcc. Für Feipzi«;. Sozial-demokratischer Arbeiter-Berein. Freitag, den 19. Juli Abends 8 Uhr, im Leipziger Saal. Tagesordnung: Soz.-pol. Wochenbericht. Res. Nauert. Das Haft- pstichtgesetz. Gäste willkommer._«Jcr Vorstand Im Verlage der Expedition des„Bolksstaat" ist erschienen resp. von ihr zu beziehen: Thli. gr. pf. F. GngelS, Der deutsche Bauernkrieg...— 5— „ Die Lage der arbeitenden Klaffen in England.— 20— Im Selbstoerlage sind erschienen: Sozial-vemokratische Abhaudlungen. Von M. Rittinghausen. Erstes Heft. Di- Philosophie der Geschichte. 2. Auflage. Zweite» Heft. Ueder die Noihwendigkeit der direkten Gesetzgebung durch das Volk. Drittes Heft. Die unhaltbaren Grundlagen des Repräsen- tatio-Systems. Vierte«.(est. Ueber die Organisation derdirektenGesetz- gebnng durch das Volk. Auf portofreie Einfendimg(in Briefmarken) von 3 Sgr. 4 Pf. für das erste und von 2 Sgr. 4 Pf. für jedes andere Heft erhält der Besteller die Schriften franko unter Kreuzband. Das iünfle Heft erscheiiit in vierzehn Tage» und wird dann an- gezeigt werden. Den Parteigenossen ist zu empfehlen, der Porlo-Ersparniß ivegen gemeinschaftliche Bestellungen zu machen. _ Adr. Ritlinghausen in Köln, Gereon straße 36. „Süddeutsche Post" und„Deutscher Deurokrat" in München erscheinen seit 1. April an vereinigt, indem letzterer mit der„Süd- deutschen Post", die täglich erfcheim, verschmolzen wurde. Die„Siiddeutsche Post" enthält: Leitartikel, Politische Ue- bersicht, Eorrespondenzen ansDeutschland und denrÄns- land, Bayerische Angelegeiiheiten, Gewähltes Feuilleton, Vermischtes, Handel, Verkehr und Landwirthschast, die Münchener und Frankfurter Eonrse u. s. w. und ist in ent- schieden freiheitlichem Sinne redigirt. Der Preis des reichhaltigen Blattes pro Quartal ist beispiellos billig und beträgt auswärt« nur 1 fl. oder 17's Sgr., wozu noch die etwaige Stempelgebühr kommt. Man aboiinirt bei allen Postanstalten und Postboten. _________________ Die Redaktion«nS ISrpcditiou. Der „Braunschweiger Volkssreund" erscheint jeden Wochentag Aöend für den billigen Abonnementspreis von 15 Gr. pro Quartal, in Preußen 20 Gr. incl. Stempelsteuer. Derselbe bringt die neuesten politischen Rachrichte», Original- Novelle» ans der Feder der tüchtigsten Schriftsteller, UliterHaltende Mittheilungen, Lokaliiachrichtcn, und bespricht in Lriginallctt- arttkel» die politischen und soziale» Tagcöfragen und»vichtige neue Jveen von allgemeinem Jntereffe vom freistnntgstcn Stand- punkte. Das wöchentlich einmal erscheinende demokratische Witzblatt j„Br«unschweiger Leuchtkugeln" erhalten die Abonnenten gratis. Die weite Verbreitung rmpstehlt das Blatt zu Anno ce», welche die dreigespaltene Petilzeile mit nur 1% Gr. berechnet werden. Bei größeren oder regelmäßig wiederkehrenden Annonce» et.tsprechender Rabatt. Man abonn nt bei allen Postämtern mid Landbriefirägern. An die Leser des„Volksstaat" in Leipzig und Umgegend. Unser(zolporteitr Müller ist angeiviescn, die Abonue- inents-Vciträge nrnnumerundo zu crlicbc», sowohl für das Ouarlal(13 t6r.) wie für den Monat(4% Gr) Wer zu Mitte eines Monats nickt bezahlt hat, ka»»» das Blatt nicht weiter erhalten. Die noch oom». Quartal reftirende« Beträge wolle man gef. sofort entrichten. Tie Expedilion deS„Volköstaat." LeipziqU.IZLerantw. Redakteur A. Mu th; Redaltio» u. ErpedNion Hohestr. 4; Druck u. Verla g v F. Thiele.