N«. HO rmnutenli, 37. Juli. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal «' Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- hingen beS Zu« und Uu«- lanbes cm. Kür Leipzig nehmen Bestellungen an: die Erpebition, Hohe Str. 4. % Bebel, Petercstr. 18, K. Thiel«, Smilienstr. S. AbmmementSprei»: Für Preußen incl. Stempelsteuer 17Sgr., für die übrigen deutschen Staaten 12�/, Ngr per Quartal, per Monat 4'/, Ngr, für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr. Kilialerpevition für die Ver- en-igten Staaten: ?. A. Sorge, Box 101 Bobohen N.J. ria Newyork Organ der sozial-demokratischen Ardeiterpartei und der internationalen Gewerksgenossenschastev. An die Parteigenoffe»! Bezugnehmend auf unsere Mittheilung in letzter Stummer dct„BolkSslaat", betreffend den H�arteiKongrcß i« Mainz, werden hierdurch nachfolgende nähere Anordnunzen getroffen: Der Kongreß findet statt Sonntag den 8. September und an den folgenden Togen. 1) Oeffeutliche Versammlung. Zur Vorfeier und Begrüßung soll Sonnabend(Samstag), den 7. September, Abends eine Volksversammlung abgehallen werden. Tagesordnung:„Programm und Agitation der soz-dem. Arbeiter-Partei"*). Außer dieser Volksversammlung finden weitere öffentliche Versammlungen nicht statt. Die Delegirten werden darum aufgefordert, bis Sonnabend Abend in Mainz einzutreffen. 2) Vorversammlung. Sonntag Vormittag. Feststellung der Tagesordnung für die geschlossenen Sitzungen. Wahl der Commisfionen und des Vureau's. 3) Geschlossene Sitzungen. Sonntag Mittag von 1 Uhr an und an den folgenden Tagen sollen nur geschlossene Sitzungen stattfinden zur Berathung der inneren Parteiangelegcnheiten. Vorläufige Tagesordnung: 1) Bericht des Ausschusses. 2) Bericht der Kontrollkommission. 3) Bericht über den Stand des Parteiorgans und des literarischen Unternehmens. 4) Anbringung von Beschwerden über Ausschuß, Kontroll- kommission, Redaktion und Erpedition. 5) Bericht der Mandatsprüfungs-Kommission. 6) Diveise selbständige Anträge. 7) Wahl des Ortes für den Sitz des Ausschusses und der Kontrolllominission so wie des Ortes für den nächsten Parteikongreß. Zu den geschlossenen Sitzungen haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung ihrer Parteikartc Zutritt. Anträge zu diesen Punkten der Tagesordnung, die bis spätestens den 17. August bei uns eingehen müssen, werden den Parteigenossen vor dem Kongreß zur Kenntnißnahme gebracht; über die Zulässigkcit späterer Anträge entsch-idet der Kongreß. Die Vertrauensmänner i.ie überhaupt alle Mit- gliedcr werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß nach §. 9 der Geschäftsordnung nur die Parteigenossen solcher Orte stimmberechtigt sind, die ihre Pflichten erfüllt haben. Parteigenossen! Rüstet Euch zum Kongreß! Eine zahlreiche Betheiligung durch eine würdige und ernste Versammlung der begeisterten Kämpfer der Socialdemo- kratie möge unseren Gegnern zeigen, daß trotz aller Verfol- gungen die Geister und Herzen glühen, der Stern unserer Er- folge höher und höher steigt. Parteigenossen! Auf nach Mainz! Hamburg, den 18. Juli 1872. Der Ausschuß. Theodor Aorck/ Anträge znm Parteikongretz. Die Hamburger Mitglieder beantragen: I) Den tz 10 der Organisation zu ändernwie folgt: „Die Leitung der Parteigeschäfte ist einem Ausschuß von fünf Personen, als einem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter, einem Schriftführer, einem Kassirer(der eine entsprechende Caution zu leisten hat) und einem Beisitzer übertragen. Sämmtliche Ausschußmitglie- der müssen am Parteivororte oder in dessen ein- meiligem Umkreise ihren Wohnsitz nehmen; sie werden von den Parteimitgliedern, welche am Parteivor- orte und in dessen cinmeiligem Umkreise wohnhaft sind, in besonderen Wahlgängen durch Stimmzettel mit absoluter Majorität gewählt. Sollte bei der ersten Wahlhandlung eines Wa h lganges die absolute Stimmenmehrheit nicht erreicht werden, so hat zwischen den beiden meistbestimmten Per- sonen eine engere Wahl stattzufinden. Weder ein Mitglied der Redaktion noch der Eppe- dition des Parteiorgans darf dem Ausschuß an- gehören. Treten im Laufe des Jahres Vakanzen ein, so hat der Vorort— mit Ausnahme des in 8 erwähn- ten Falles— nach demselben Wahlmodus, wie bei der Gesammtwahl, die Ergänzungswahlen vorzu- nehmend 2) Den ersten Satz des§ 14 der Organisation zu ändern wie folgt: „Die Kontrollkommission wird gewählt von und aus den Mitglieder n desjenigen Orts und seines einmeiligen Umkreises, welcher von dem Parteikongreß als Sitz der Kontrollkommission bestimmt worden ist." ») Obschon es keinem Delegirten unbenommen bleibt, sich in jener Versammlung erst zum Wort zu melden, bitten wir doch Die- jenigen, welche ein Referat zu geben sich bereits entschlossen haben, dies uns baldigst anzuzeigen. Der Ausschuß. 3) In den§ 17 der Organisation hinter den Wor ten„unentgeltlich aufzunehmen" Folgendes - einzus ch alten: „Alle Artikel, Berichte rc., gleichviel ob redaktionelle oder eingssandte» welche in Petitschrift(in anderer Schrift im Verhältniß hierzu) den Raum von mehr als 2000 Quadrat-Centimetern umfassen, bedürfen zu ihrem Ab- druck der Genehmigung des Ausschusses; ausgenommen hiervon siub Parlaments- und Parteikongreß Berichte." 4) Der Kongreß möge beschließen: „Die Eigenthümer, beziehentlich Herausgeber und Redakteure derjenigen sozial-demokratischen Blätter, welche gleich dem„Volksstaat" das Parteiprograinm vertreten, werden zur Förderung der einheitlichen Parteileitung ersucht, mit dem jeweiligen Parteiausschusse eine stän- dige Verbindung zu pflegen und in solchen Parteian- gelegenheitcn, welche persönlicher oder agitatorischer Natur sind, mit Veröffentlichungen erst nach getroffener Ver- ständigung mit dem Ausschusse vorzugehen. Der Aus- schuß hat über die Ausführung dieieZ Beschlusses auf dem nächsten Congreß Bericht zu erstatten. Sollte das eine oder andere Blatt sich weigern, dem Ersuchen des Congresses nachzukommen, so hat der Ausschuß hiervon den Vertrauensmännern durch Cirtular Mittheilung zu machen." An die sttikenden Bergarbeiter im Rnhrthal. Die deutsche Kapitalistenpresse verlangt von Euch, Ihr sollt Eure Forderungen achtstündiger Schicht und 25 Prozent Lohnerhöhung fallen lassen und die Arbeit wieder aufnehmen, damit nicht die deutsche Industrie gezwungen werde, ihre Kohlen aus England kommen zu lassen und so das deutsche Geld ins Ausland gehe, statt deutsche Arbeit zu bezahlen. Es ist dies das ewige Jammergeschrei der Bourgeois, so- bald die Arbeiter sich auf ihre eigenen Füße stellen und irgend welche Forderung zu ertrotzen versuchen. In England, wo diese alte Leier nun schon an die vierzig Jahre gespielt wor- den ist, achtet kein Mensch mehr darauf. In dem vorliegenden Falle aber ist es der Mühe werth, nachzuweisen, daß die Ka- pitalistcnpresse Euch absichtlich täuschen will, wenn sie Euch er- zählt, die Hüttenbesitzer und Fabrikanten brauchten blos nach England zu schreiben, um so viel Kohlen zu bekommen, wie sie nur wollen. In England hat der Kohlenverbrauch seit 1869 in bis- her unerhörter Weise zugenommen, durch den allgemeinen Auf- schwung der englischen Industrie, der seitdem eingetreten, die Zunahme der Fabriken, den vermehrten Konsum der Eisenbah- neu, die reißende Vermehrung der See-Dampfschifffahrt— hauptsächlich jedoch durch die kolossale Ausdehnung der Eisen industrie, die in den letzten drei Jahren alle früheren Perioden der Prosperität weit übertrofsen hat. Die„Daily News," ein liberales Kapitalistenblalt(Nummer vom 12. Juli d. I.) sagt hierüber:„Eine der Hauptursachen der gegenwärtigen Kohlentheuerung ist ohne Zweifel der plötzliche und beispiellose Ausschwung der Eisenindustrie. Der Norden von England liefet t ungefähr den vierten Theil aller im Lande gewonnenen Kohlen. Ein großer Theil derselben geht nach London und dem Süden und Osten von England; sehr viel wird auch für Dampfschiffe gebraucht; aber neuerdings hat die Entwicklung der Eisenhütten in Clevcland(ganz in der Nähe der Zechen) eine plötzliche Lokalnachsrage nach Kohlen geschaffen. Dies Wachs- thum eines GeschäslszwcigS, der jetzt wohl nicht unter fünf bis sechs Millionen Tons*) jährlich verbraucht, gab der Kohlengewinnung selbstredend eine gewaltige Hebung. Dazu kam der rasche Aufschwung im Hämatiteisenerz-Bczirk an der Westküste. Die Hochöfen von Cumberland und Lancashire be- ziehen ihren Brennstoff fast ausschließlich aus dem Kohlenbecken von Durham, und brauchen, nach mäßiger Schätzung, ändert- halb Millionen Tons im Jahr. Die im Bau begriffenen neuen Hochöfen, in Nordengland allein, werden jährlich drei Viertel Million Tons nöthig haben. Dazukommen neue Walzwerke und neue Hochösen an der Westküste. Es ist daher nicht befremdlich, daß die Brennstoff-Frage ini ganzen Norden von England bald eine Lebensfrage wurde, und es verstand sich, daß die Kohlenpreisc rasch stiegen. In Süd-Staffordshire, Schottland, Süd-Wales, Derbyshire, West-Aorksh're und an- deren Gegenden brachten dieselben Ursachen steigende Kohlen- preise zu Wege." Unter diesen Umständen machten es die englischen Berg- arbeiter wie Ihr: sie verlangten höheren Lohn und kürzere Ar- beitszeit. Die englischen Bergwerksbesitzer, wie immer ihren deutschen Konkurrenten an Einsicht und Weltersahrung weit überlegen, widersetzten sich nicht ernstlich, sondern bewilligten alle Forderungen. Hört, was die„Daily News" weiter erzählt: „Von Zeit zu Zeit wurde der Lohn erhöht... Die Bergar- Keiler verlangten ferner eine systematische Verkürzung der Ar- beitszeit. Es wird nun von Fachleuten behauptet, daß ein Arbeiter jetzt nur 3|5 von dem Kohlcnguanlum gewinnt, das er früher, bei flauem Geschäft und niedrigerem Lohn gewann. *) Das englische Ton ist fast genau gleich 2000 Zollpfund oder 1000 Kilogramm. Dafür könnte man mehr Arbeiter anstellen; aber diese sind eben nicht im Augenblick zu haben. Allerdings hat man manche aus den Ackerbaubezirken kommen lassen; aber Häuer haben eine lange Lehrzeit nöthig und die Abhülfe kann hier also nur langsam und allmählig eintreten. Augenblicklich haben die Ar- beiter in einigen Gegenden die Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden täglich durchgesetzt, während über- all Lohnerhöhungen so rasch auf einander folgen, daß kein Ausweg übrig scheint, als höhere Kohlenpreise." Dazu kommt noch ein anderer Umstand. Die obersten Kohlenflötze sind in fast ganz England erschöpft und es muß immer tiefer gebaut werden. Hört wieder den Artikel der„Daily News":„Die besten Lagen dieser werth- vollen Kohlenflötze in Süd- Staffordshire sind ihres Inhalts beraubt. In vielen Gegenden dieses einst kohlcnreichcn Strichs sind die Zechen erschöpft und die Halden werden immer mehr wieder in Acker- und Weideland verwandelt, obwohl noch Tau- sende von Morgen(Halden) öde liegen. Jndcß sind die Hülfs- quellen des Bezirks noch nicht erschöpft. Tiefere Schachte rings um das alte Kohlengebiet werden angelegt.... Aber, wie die Dinge liegen, wird es, selbst mit den neuesten Hülfsmitteln, immer kostspieliger, die Kohlen zu heben, wozu noch kommt, daß die Zechen weiter yon den Hüttenwerken abliegen... Was wir von Süd-Staffordshire gesagt haben, gilt von vielen an- deren Gegenden. Die Kohlen müssen aus größerer Tiefe ge- holt und auf weiten Entfernungen bis zu ihrem Bestimmungs- ort traysportirt werden." Die Folge davon ist, daß die Kohlenpreise sich, für Ab- nähme an der Zeche, wie„Daily News" sagt,„verdoppelt ha- ben" und daß eine wahre Kohlennoth eingetreten ist, die die Aufmerksamkeit des ganzen Landes in Anspruch nimmt. Ein anderes Blatt, das ökonomische Hauptblatt der englischen Kapitalisten, der„Oekonomist" vom 20. Juli sagt: „Seit Anfang dieses Jahres sind die Kohlen unaufhörlich im Preis gestiegen, bis sie jetzt zwischen 60 und 100 Prozent theurer sino als vor einem Jahr,.... ehe noch ein oder zivei Wochen vergehen, kann der Aufschlag weit mehr als 100 Prozent betragen, ohne daß irgend ein ernstliches Zeichen da wäre, daß er nicht noch weiter gehen werde. Die Kohlenaus- fuhr im Juni d. I. war 1,108,000 Tons, oder 4 Prozent mehr als im Juni v. I., aber ihr Werth war 75�,000 Pfd. Sterling, oder 53 Prozent mehr. Dies Jahr war der Werth der im Juni ausgeführten Kohlen durchschnittlich 13 Schilling 9 Pence(oder 4 Thaler l7�z Gr.) pro Ton; voriges Jahr 9 Schilling 4 Pence(oder 3 Thlr. 31/3 Gr.)". Der„Spec- tator", ein drittes Kapitalistenblalt,(20. Juli) führt ebenfalls an, daß in London gute Hauskohlen von 23 Schilling oder 7 Thlr. 20 Gr. auf 35 Schilling oder 11 Thlr. 20 Gr. ge- stiegen sind. Aus diesen Thatsachen könnt Ihr ersehen, was es auf sich hat mit den Drohungen der Hültenbesitzer und Fabrikan- ten, ihre Kohlen aus England zu beziehen. Herr Alfred Krupp mag so viel Ntase erlassen wie er will, die englischen Kohlen wird er theurer bezahlen miissen als Rnhrkohlen, und es ist sehr die Frage, ob er sie überhaupt bekommt. In meiner Stellung als Sekretair des Generalraths der Internationalen Arbciter-Assoziation für Deutschland habe ich es für meine Schuldigkeit gehalten, diese Thalsachen zu Eurer Kcnntniß zu bringen. London, 21. Juli 1871. Karl Marx. Aus Amerika. New-Vork, 27. Juni 1872. Der verflossene Monat war reich an bemerkenswerthen Vorkommnissen fn der Arbeiterbevölkerung der Vereinigten Staaten. Der Kampf um Verkürzung der Arbeitszeit, um Er- langung und Wahrung der gesetzlich bestimmten Acht-Stunden- Arbeit war ein sehr heftiger und ist jetzt noch sehr lebhaft, wiewohl die Aussichten auf einen allgemeinen Sieg gesunken lud.— Die ursprüngliche Acht-Stundev-Liga(alle Arbeiter im Möbelfache in sich begreifend) steht noch immer im Kampf. Eine große Zahl Fabrikanten(dosse hier zu Lande genannt) haben die Forderung von 8 Stunden Tagearbeit und 20 pCt. Lohnerhöhung für Stückarbeit bewilligt; doch ist ihre Absicht unverkennbar, zu dem alten System zurückzukehren, und werden ortwährend Schritte in dieser RHitung gethan, welche der Acht-Stunden-Liga nur Mühe und Arbeit bereiten. Der von dieser(größtentheils aus Deutschen bestehenden) Acht-Stunden- Liga geleitete Ausstand dauert jetzt schon an 7 Wochen und umfaßt die Tischler, Polsterer, Holzbildhauer, Firnisser, Po- lirer ,c.— Die Pianomacher, welche eine sehr schwache Organisation besaßen, traten vor 5 Wochen auch auf den Kampfplatz mit den obigen Forderungen und es gelang für kurze Zeit, alle großen Fabriken in die Bewegung zu ziehen; doch nur vor- übergehend. Trotz großer Anstrengungen Seitens mehrerer tüchtiger und einsichtiger Fachgenossen konnten die Arbeiter der größten Fabrik, Sieinway u. Söhne, nicht im Ausstand er- halten werden und so scheiterte die Bewegung nach vier- wöchentlicher Dauer, obwohl das Haupt der Steinway'schen Firma, Wilh. Steinway, selbst erklärt hatte:„Wir wollen uns uicht gegen den Zeitgeist stemmen"!— Die Arbeiter in den zwei großen Gasfabriken der Stadt erklärten ebenfalls den Ausstand und erlangten ohne AufschRb in der einen Fabrik die 8 Stunden, in der andern eine de- trächtliche Lohnerhöhung. Die Eigenthümer dieser Fabriken (reine Monopolisten) versuchen jetzt diese Zugeständnisse riMt- ängig zu machen, doch stellen ihnen die Gasarbeiter eine arke Verbindung gegenüber.— Die Arbeiter an den Werften(die tonxsiioremvv) haben ebenfalls Forderungen gestellt und werden sie ohne große Biühe erringen, da sie eine ausgezeichnet straffe Organisation besitzen.— Die Arbeiter in Singer's Fabrik(die größte Nähma- schinensabruk der WUt) haben die Arbeit eingestellt und wandten sich an den provisorischen Föderal- Rath der Internationalen Arbeiter-Assoziation, um durch den General- Rath auf ihre Fachgenossen in Glasgow, Schottland, einzuwirken.— Die Arbeiter der Howe'sche» Rähmaschinenfabrit haben sich auch dem Ausstand angeschlossen, und andere Fabriken folgen ihnen. Einen bedeutenden Zuwachs erhielt die Bewegung durch den kürzlich erfolgten Eintritt der Metall- und Mas... inen- Arbeiter, an 10,000 Atann stark, welche ebenfalls eine Acht- Stundenliga bildeten und einen energischen Kampf um Be- «illigung ihrer Forderungen führen Menn es sich bewahr- Heitel, daß sie von der großen englischen Gesellschaft der Amal- gamated Engmeers& Machinists und der Amerikanischen luternationai Union' ok Madriniste unterstützt werden, so haben sie Aussicht auf baldigen Sieg. In allen Gcwerken rührt eS sich und eine Aufzählung derselben würde den Raum dieses Blattes zu viel in Anspruch MhMn. Nur der New-Iorker Cigarrcnmacher sei noch Erwähnung geihan, welche zu der Erkennlniß gelangt sind, daß sie Schritte zur Verbesserung ihrer Lage nur dann mit Aussicht auf Er- fvtg thmr können, wenn sie alle Fachgenossen vereinigen. In sehr zahlreich besuchten Versammlungen wurde daher der Gr und gelegt zu einem Gewerkvereine der Cigarrenmacher, welcher alle Nationalitäten und beide Geschlechter, Männer und Frauen, ummßt.— Am 27. Mai hielten die ausständigen Arbeiter eine Massenversammlung ab im sog. City Hall Park, d. h. auf freiem Platze vor dem Rathhause der Stadt; auf den breiten Aufgangs- treppen des Rathhauses waren Rednerbühnen errichtet für die englisch und deutsch sprechenden Arbeiter. Die Parkverwalrung Halle nicht gewagt, die Erlaubniß zur Benutzung des Platzes zu verweigern und den in ihren kühlen Amtsstuben sitzenden und lungernden Schmeißfliegen der Gesellschaft klang manche bittere Wahrheit in die Ohren.— Die Achtstundenliga der Möbelarbeiter beschloß, einen großen Umzug zu veranstalten, und setzte denselben auf Aton- lag, den 10. Juni fest. Alle Arbeiter- Körperschaften wurden dazu eingeladen und die Vorbereittingen waren im besten Gange, als T. H. Banks, ein hervorragendes Mitglied des sygcn. Föde- ral- Raths in Spring Str. und einer der Führer der Partei der Frau Woodhull, am 5. Juni ein Drohschreiben an die Arbeitgeber und Kapitalisten veröffentlichten, worin sie ihnen Brandlegung zc. androhten. Gierig fiel die Meute der Tages- presse darüber her. Das war gefundenes Fressen für sie. Die Proteste und Verwahrungen des prov. Föderal- Raths im 10 Ward Hotel, verschiedner Sektionen der Internationalen Arbeiter-Assoziation, vieler Gewerks-Bcreinc und Personen gegen Banks wurden todtgeschwiegön oder nicht beachtet. Das Gespenst der„Kommune" ging um und Angst wurde den Spießbürgern und ihrem Anhang eingeprägt, Wuth und Strenge gegen die frevelnden Arbeiter gepredigt. Das Mittel half. Unter dem Vorwand, daß die Zeit zu Vorbereitungen zu kurz gemessen, lehnten die großen englisch redenden Gewert- vereine die Bctheiligung ab und der Umzug, der wenigstens dreißigtausend(30000) Mann hätte zählen sollen, schwand herab zu kaum 4000. Hier sei bemerkt, daß die Mitglieder der deutschen und französischen Scetionen der Internationalen Ar- beiler-Assoziation, welche an dem Zug Theil nahmen, ssowie die deutschen Gewerkvereinsmitglieder(besonders die Mtmrer), sich energisch gegen die Betheiligung von Banks u. Cons. an dem Zug verwahrten, denselben thatsächlich aus dem Zug heraus- drängten und daß es nur der Unlust seitens der Arbeiter, öffentlichen Skandal zu machen, und der enormen Unverschämt- heit des Banks zuzuschreiben ist, wenn derselbe am Ende noch mitmarschiren durfte. Der Umzug. aber war verfehlt und damit der beabsichtigte Druck auf die öffentliche Meinung. Jetzt schwoll der Kamm der bezahlten Presse,"den Herren Bourgeois und allen Beamten vom Gouverneur bis zum'Nachtwächter herab. Die Nörgeleien begannen und die Polizei zeigte sich feindselig. Komitee's der Arbeiter, welche mit ihren Fachgcnossen verkehren wollten, wurden zersprengt und alle großen Werkstätten unter polizeilichen Schutz gestellt. Steinway quartierte eine große Streitmacht der Polizei in seiner Fabrik ein und bewirthete dieselbe aufs Beste a la Napoleon im Jahre 1831. Als nun eines Morgens die Ausständigen mit ihren an die Arbeit gehenden Genossen sich friedlich(und vollständig unbewaffnet) in Verkehr setzen wollten, fiel die wohlbewirthete Polizeimeute über dieselben her, zersprengte sie und mißhandelte sie ohne jede Veranlassung auf die niederträchtigste und roheste Weise. Ein Schrei der Entrüstung ging durch die Arbeiterkreise. Komitees gingen um AbHülse zu allen möglichen Behörden, natürlich ohne Erfolg und nun wurde auf Freilag d. 21. Juni tine Massenversammlung der Arbeiter im Cooper-Jnstitut ein- berufen Das Haus war überfüllt, energische männliche Reden in deutscher und englischer Sprache wurden gehalten und fol- gende Beschlüsse gefaßt: 1) Wie Derjenige, der das Schwert gebraucht, durch das Schzvert umkommen soll, so sollen Die, welche das Gesetz brechen, durch das Gesetz gebrochen werden; 2) Wir sind entschlossen, die nothivendigen Maß- regeln zu treffen zu unserm Schutz und zum Wider- stand gegen fernere Handlungen der Gewaltthätigkcit und Rohheit Seitens der Polizei und anderer Werk- zeuge der Feinde der arbeitenden Massen; 3) Während wir die Behauptung zurückweisen, daß wir versuchten, einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören,� indem wir häufig und öffentlich unsere Absicht und unfern Willen verkündet, unsere gesetzmäßige Forderung in friedlicher Weise zu sichern,— so sind wir entschlossen, TmfAe bezüglichen Körperschaften sd zu vrganisiren, daß wir uns selbst schützen köndtn gegen jeden ferneren un- gesetzlichen Angriff. 4} Es wird ein permanentes Cenlral-Komitee eingesetzt, bestehend aus zwei Adgeordkieten von jeder Arbeiter-» örperschast, Und bevollmächtigt, Berichte von allen Gesrllschaften und Vereinen von Männem zu em- pfangen, welche gewillt sind, stch zu vrganisiren zum Widerstand gegen die Unterdrücker und zur Aufrecht- Haltung der Gesetze dieses Staats und Landes gegen Diejenigen, welche offen die Gesetzesbestimmungen über- trrtdn und verletzen. Der letzte Beschluß ist von besonverer Wichtigkeit, da er die Rothivenbigkeit der Centralisation anertennl und sie in's Leben zu rufen sucht.— Komitee's gehen nach andern Städten und Theilen deS Landes und kommen von denselben, um die 8-2tuuSen be vegung in Fluß zu erhalten und weiter über das Land aus zudehnen. In Philadelphia scheint die Bewegung ins Stocken gerathen, in Boston, Chicago, New-Houcn und andern Orten steht die Sache bester, doch verläßt man stch dori zu viel auf den Er- folg des Kampfes in New-Hork. In San Francisco, St. Louis und anderwärts regt es sich ebenfalls. Genug! die ArbeiterAmerikas machen An streu- gungen, ihreLage zuverbessern, stellen Forderun- gen dieserhalb an ihre Arbeitgeber irnd oerlangen Ausführung der Staats- und Landes gesetze, welche acht Stunden als den gesetzlichen Arbeitstag ver- künden. Die Arbeiter Amerikas stehen im Kampf darum nicht allein für sich, sondern für die Arbei- terklasse der ganzen Welt. Sie erwarten daher die Unterstützung ihrer arbeitenden Brüder, besonders Europa's, auf solcheWeise, daß diese während des Kampfs keme Arbeitsverträge für Amerika eingehen nnd so viel als möglich Zuzug fern halten.— Ein neuer Umzug, der von englisch redenden Gewcrk- Vereinen zum 4. Juli vorgeschlagen wurde, ist vorläufig bis zum August vertagt worden.— Als Merkwürdigkeit: Ein Rathsherr hak im Stadtraths- kollegium den Antrag auf Bewilligung von 100,000 Dollars für die Ausständigen gestellt.— Amand Gögg hat gestern seine Rückreise nach Europa angetreten, nachdem er kürzlich iu New-Uort noch zwei Vorträge über die„soziale Frage" gehalten, worin er besonders die Ausstände(«trikes; als notwendige Waffe der Arbeiter ver- theidigt, so lange die Lohnarbeit nicht abgeschafft sei.— Er wirb den europäischen Parteigenossen Zeugniß bringen von dem Geist und der Thätigkeit der hiesigen Arbeiterorganisationen, besonders der Sektionen der Internationalen Arbeiter- Asso- ziation.— In einer amtlichen Mittheilung des General-Raths an den prov. Föderat-Rath im 10 Ward Hotel erklärt derselbe auf Anlaß einer Anföage von St. Louis, daß nur der provi- sorische Föderal-Rath im 10 Ward Hotel vo.. dem General- Rath ordnungsmäßig anerkannt sei. Der sogenannte„Föderal-Rath" in Springstreet(früher Princ-ftr.) hat Secession gemachG) und sich Sonntag, den 16. Juni vom Gcneral-Nath losgesagt. Die bis vor Kurzem dort ver- trelenen französischen, deutschen andere Sektionen haben sich von demselben getrennt. Der von dem provisorischen Föderal-Rath im 10 Ward Hotel berufene Kongreß tritt Sonnabend, den 6. Juli, zu- sammen und wird hoffentlich derJnlentalionalen Atbeiler-Asso- ziation in Amerika eine feste Grundlage gebe». Vertreter von verschiedencn Landestheilen sind angekündigt. Bericht wird ge- geben werden. Politische Ueberstcht. Ein beutseli-grr Prinz. Durch die patriotischen Zeitungen geht jeyt die hochinteressante Nachricht, daß„unser Fritz", nicht Fritz Hatzscldt, geborne Mendt, sondern Fritz, Kronprinz von Preußen und— wenn sein Vater nicht das neue Reich überlebt— künftiger Deutscher Kaiser, in Potsdam die dortige militärische Badeanstalt zu besuchen und sich mitten unter den gemeinen Soldaten zu baden pflegt. Nun, Rein- lichkeit ist eine schätzbare Eigenschaft, und über den Geschmack läßt sich nicht streiten. Jedenfalls ist es kein schlechtes Zeichen, daß unsere Fürsten schon zu derartigen Kunststückchen ihre Zu- flucht zu nehmen für nöchig halten. Jndeß hat die Sache doch auch ihr Bedenkliches. Vo» Fürsten gilt in noch weit höherem Grade als von anderen Menschen das Sprichwort: „Kleider machen Leute," und wenn die Pommerschen und Mär- tischen Gott-, König- und Baterland-begeisterten Soldaten„ihren Kronprinz," zu oft in pari« naturalibns sehn, und sich über- zeugen, daß er im Naturzustand nur ist, was sie selber sind und vielleicht etwas weniger, dann tonnten sie sehr leicht zu der hochverrätherischm Schlußfolgerung gelangen, daß das König- thum nur in den Kleidern steckt, und es wäre nicht unmöglich, daß in der militärischen Badeanstalt zu Potsdam, das„Stein- chen"**) sich fände, über das unsere nationale Presse seit drei Wochen mit denkervöltlichem Ernst und Scharfsinn nach- grübelt.— Ein Don Quipote als„Gesellschaftsretter." Der preußische Absolutismus galt bisher immer als der iutel- ligenteste. Durch verschiedtne Vorkommnisse in letzter Zeit jedoch steht Preußen in Gefahr, diesen Ruf einzubüßen. Zunächst meinen wir die Proktamation, welche jüngst die Regierung zu Frankfurt an der Over anläßlich der Agitationsreisen der Schweitzcriawer Fhm und Kappell erlassen ihat und worin sie die Einwohnerschaft des Regierungsbezirks von der Theilnahme an den von jenen Herren einberufenen Versammlungen abredet; dann aber die neueste Leistung dieser Art, welche in einer „Warnung" besteht, die nicht blas in Regierungsblättern. fondern selbst in Zeitungen von der Richtung der.Hamburger sich getrennt; siehe übrigens über den angezogenen Vorfall den Artikel ,',die Internationale in Amerika", in Nr. 57 d. Bl. —) Bor mehreren Wochen schrieb der Papst w einem Hirtenbriefe von einem„Steinchen", das, wenn«? ins Rollen käme,„den thöner- «n Koloß, genannt deutsches Reich, zertrümmern werd t." Reform" offiziell inserirt worden ist. Diese„Warnung" der Schleswig-Holstcin'schen Regierung tautet: „Seit einiger Zeit wird der Regierungsbezirk von Agitatoren heimgesucht(Seit wann ist e« der preußischen Bureaukratie ertaubt, in osfiziellen Aktenstücken so dnrschikos zu sprechen, Herr Rcgierungsp'rä- fident?), welche an zahlreichen Orten Versammlungen ausschreiben, um die arbeitend« Klasse de? Bevölkerung den Ideen und Pläum der sozial-demökratischen Palkci geneigt zu machen. Zugleich wer diu, wo irgend der Boden hiefür geeignet befunden wird, Strikes orgauiprt und die Arbeiter zum Niederlegen der Arbeit veranlaßt. Der Erfolg, dessen diese Agitatoren sich bis jetzt rühmen kön- nen, ist ein äußerst geringer.(?) Der gesunde Sinn der Bevölkerung hat ihm seine �schranken enge genug gezogen.(Wozu dauu diese „Warnung"?» Dennoch ist es noihwendig, daß für Diejenigen, denen die letzten Zwecke der sozialen Demokratie nicht hinreichend bekannt sei» sollten, diese klar gelegt loerdcn. Es muß Jedermann wissen, was er von jencn Seiidlingen einer Partei zu halten habe, die sich nicht scheut, die blniigen Verbrechen, welche die Commune von Paris in den März- tagen von 1871 verübt hat, Raub, Plünderung, Erpressung, Mord, Völlerei, Brandstistling(Ist der Herr Regierungspräsident dabei ge- wesen, daß er dies Alles so genau weiß?) zu verhcrvliche». Diese(!) Zwecke gehen darauf hinaus, Alles, was uns ehrwürdig, heilig, lieb ist, das Vaterland, den Thron, den Altar,(Wie ist das möglich? Ist Ihr Herrgott nicht so mächtig, daß er den llmsturz de« Altars ohne Ihre Beihilfe verhindern kann?) Sitte und Eesep umzustürzen, an die Stelle des häuslichen Herdes die Bier da»k(Mehr Bier als heute braucht überhaupt nicht getrunken zu werden, um der Gesellschaft den Vorwurf, daß„an Stelle des häuslichen Herdes die Bierbanl ge- setzt" wird, einjnbriiigen!) zu setzen, Besitz und Eigenlhum auszulösen »nd die Arbeit, die Erbauerin und Ernährerin der Boller, zum Spiel- ball ehrgeiziger Parteiführer zu erniedrigen. Es ist die rothe Re- publik, deren Einführung die Sozialdemokralle erstredt, die rothe Republik, deren ausgespiochener Zweck es ist, die Auslieferung des Eigcnlhums, des mühsamen(Lotteri-ipiel, Äklieuschwindel„mühsam"?) Erwerbs langer und schwerer Arbeit zur Vcitheilung(!) auch an die- jenigen in Anspruch zu nehmen, die nicht gearbeitei, nicht erworben („Nicht erwerben" ist also identisch mit„nichr arbeitei,"!) haben. In ihr soll das Volk die Gesetzgebung durch sich selbst ausüden(Sehr richtig!) unler Leitung von Parteisührern, die schon jetzt in bitterstem Haß sich befehden.(Die„Parteiführer" haben sich nie„befehdet"; sie haben nur die Agenten Ihrer Regierung, wie Herrn v. Schweitzer, alo die Gegner der Partei,„befehdet".) Ja ihr wird die Arbeit deschiäukr(In gewisser Beziehung allerdings, aber nur so weit, als nölhig ist, damit auch die hcuiigen Nichlslhuer beschäfligt sind!», der Erwerb ein gemeinschaftlicher sein für fleißige und ttäge(Im Gegen theil:„ttäge" Menschen werden im sozialistischen Staat zur Arbeit gezwungen!) Aibeiter. Es ist diese rothe Republik die S aatsform, die kein Laterland kennl, aus der die Retigion, die Trägep» der Sitte (Cölibat und Bordelle!!», der Ehrbarlen und Zuchl(- Ruche!) ver- schwinden würde, wi: sie unter ihrer Herrschafi in Paris verschwunden ist. Weil die Führer wissen, daß sie den bestehenden Verhältnissen ge- genuder nichts erreichen würden, daß zur Zeil ihren Bestrebuiigen die Intelligenz der Bewohner, der starke Arm der Staalsgewait hinderlich im Wege ftehl, suchen sie vorbereitend allmählich die Bande zu lösen, welche die Bevölkerung mit einander verbinden. Darum wird der Haß gegen die befitzende Klasse gepredigt, darum die öffentliche Ordnung untergraben, die sittlichen Anschauungen gelockert, die christliche Re- ligion dem Hohn und Spott preisgegeben. Bor Allem aber wird die Arbeil gelähmt, der Erwerb in Frage gestellt, das Vertrauen zwischen den Arbeitgebern und den Arbeiter» vernichtet, durch die Stri- kes Uilzusnedenhsir erregt und geschürt, der Hang zum arbeikslosen llmherschlendern, zum Leben in den össenilichen Lokalen, zu aufregen- den iksultatloscn Vereinigungen gefördert. Der Rus: Her mit dem Kapital! soll den ein fachen Arbeiter glauben machen, daß es möglich sei, Arbeit und Erwerb ohne das Kapital sicher zu stellen, soll der thörichten Behauptung, daß das Ka- pital der Feind der Arbeil sei, Gtanben verschassen. So organlssrl die soziat-demokrails h« Pauei den Krieg Aller oe- gen Alle. Dies sind die Zwecke und Ziele(„Dies" blas? Nicht„Raub, Plünderung, Erpressung, Mord, Böllcrei, Brandstiftung"?) der Agi- laioren uno ihrer Helsershelser, die dieS schöne Land durchziehen, dessen reiche Blütheu unter ihren Händen bald genug verdorren wücdeii. Möchten Alle, die cS angeht, Arbeiter und Arbeitgeber, sich der Gefahr bewußt werde», der die Gesellschaft und der Einzelne entgegen gehen würden, wenn solche Ideen jemals ihrer Verwirklichung naher gerückt werden könnten. Schleswig im Juli 1ö7L. Königl. Preußische Regierung für Schleswig-Holstein. Bitte r." Die„Frankfurter Zeitung" meint, diese„Warnung" sei von Berlin aus diklirt worden. Sollte der„Geniale" wirklich so schnell am Ende seines Lateins sein, daß er, der es einstmals ver- standen hat, sich seinen Lothar Bucher, seinen Braß, seinen Schweitzer und seinen Stieber zu placiren, nun einem Don Quirote die Aufgabe zuweist, der jene vier Heroen der Apo- stasie und der Geheimschnüffelei zusammen nicht einmal ge- wachsen waren?— Vor Kurzem ließ bekanntlich Fm rst Bismarck bekannt machen, er empfange so viel Bittgesuche und Belvbtgungs- resp. Beräucherungs-Schreiben, daß er sich um dieselben nicht kümmern, und� namentlich keine Antwort darauf ertheilen könne. Diese Reklame scheint gute Wirkungen gehabt zu haben: die Speichel- leckem vor dem„Genialen" grassirt mit einer, selbst für Deutsch- land ungewöhnlichen Heftigkeit, ohne daß jedoch der„Geniale" seine Drohung erfüllt hätte. Wir verweisen in dieser Bezie- hung auf das in voriger Nummer mitgekheilte hirntolle Tele- gramm aus Schwäbifch-Bayern, in welchem dem„Mann von Blut und Eisen, dein wahren Geisteövorkämpser" faustdicker Weihrauch gestreut, und welches von dem Fürsten Bismarck, (der die Bei- und Zierwörter mit der ihm eigenen Bescheiden- heit akzeptirte) höchfteigenhändig und huldvollst beantwortet wurde. Letzlercs beiläufig ein Beweis, daß die Schweifwedel- episteln, aus Süddeutschland wenigstens, ziemlich selten sind, denn woher nähme der„Geniale" sonst die Zeit zur höchsteigenhändigen Beantwortung derartiger Expectorationen? Vor Allem aus Bayern dürsten sie jetzt rar sein. Herrscht doch sogar bei Hof dort eine so gereizte Stimmung, daß der einst kaiserbegeifterte König.(der, wie man sich errinncrn wird, in einer romantische» Laune die Kaiserei austs Tapet brachte) den Preußischen und„Deutschen" Kronprinzen bei dessen jüngster Anwesencheit in München nicht einmal zu besuchen für gut fand,— eine in jenen Kreisen geradezu unerhörte Grob- heit. Nun, graue Haare wird der Hr. Reichskanzler sich ivohl nicht darüber wachsen lassen. Geht das Geschäft doch sonst vor- trefflich. Wir meinen das Geschäft im nichtsizürlichen Sinn. Nach einer Notiz, die durch die Zeitungen geht, genügt die famose Papierfabrik, durch welchederdcutscheReichSkanzler die Deutsche« und ausländischen, Telegraphenburcous versorgt, dem steigenden Bedarf nicht mehr, und soll um das Dop-* pelte erweitert werden. Unter solchen Umständen ist anzmieh- inen, daß die 5 Millionen Thaler, welche sich der bei seinem Eintritt ins Mmisterium vollständig oeruiögeuL.lvse „Geisksvorkämpftr"(mit„Blut und Eisen") in den letzten zehn Jahren— verdient hat, nach Ablauf fernerer 10 Jahre noch Es geht doch nichts Aus Tilsit be- um etn BtttctWichcs Mgetoachfirt find. über's„ Geschäft?�— „O welche Lust, Soldat zu sein! richtet der„Bürger- und Bauernfreund": „Am 11. d. M. hat sich der Rckmt im hiesigen Dragonerregiment Gaidie« seibsi«lichtste». Schon vor einiger ZeU durchlief ein Gerücht unsere Stadt, dag ein Unteroffizier des Dragonerregiments, welcher die Bemerkung machte, einer seiner Rekruten trage zu lange Haare, diesem die Haare mir einem Strohwisch abze sengt habe. Wir mochten damals nicht an die Möglichkeit einer solchen Behandlung glauben; außerdem wurde dieselbe, wohl auf Befehl, in ein my- fieriöses Dunkel gehüllt und wir konnten kelnen Namen erfahren. Die Geschichte ist buchstäblich wahr, wie wir jetzt hören, der arme Rekrut hieß Gaidies, sein Peiniger Sergeant Kuck.— Seit einigen Tagen hatte Gaidies bei Kuck Schwimmunterricht zu nehmen, d. h. er war kommandirt zum Schwimmenlernen. GaidieZ soll nun allerdings wenig Geschick zum Schwimmen gezeigt haben,„soll" sagen wir, denn von anderer Seite wird das Gegentheil behauptet. Aber mag das auch der Fall seilt, so gab dies seinem Schwimmtehrer nicht das Recht, etwa aus Aerger den armen Menschen an der Leine so lange Und so oft untergehen zu lassen, bis er fast bewußtlos war, und das ist geschehen, am 12. d. sogar mehrmals hin- lereinauder. Vom Schwimmplatze ging Gaidies nach dem großen Exerzierplatz«, wurde dort als Wache ausgestellt, wurde indeß beim Nachhausemarschiren nicht vermißt. Er halte stch dort eine Kugel durch den Leib geschossen. Es muß dies Morgens ca. um 11 Uhr gewesen sein; am Abend wird er von der zum Nachtdienst aus- marschirten 3. Eskadron gefunden, noch lebend. Vor seinem Tode be- zeichnete er als die Ursache seines Selbstmordes nicht den anstrengen- den Dienst, den er gern ertragen hätte, sondern die quälende BeHand- lung Sellens des Sergeanten Kock." Das Marterlexikun der mittelalterlichen Inquisition reicht iür die Träger der„Blut und Eiscn-Civilisation" noch nicht aus; das Genie der Molochsklaven erfindet mit jedem Tage neue Martern. In Anerkennung dieser Verdienste um die Cultur, hat man in Baden die Soldaten zu Wächtern der öffeliUichen Ordnung proklamirt: man hat nämlich dort den Soldaten das Recht ertheilt, Jeden— sei es Priester oder Laie— der sie zum Ungehorsam gegen den Staat verleiten wolle, ohne Weiteres zu arretiren.— Die„Balsamirung" des Spanischen Goltlieb scheint nahe bevorzustehen; wenigstens mutzte sich derselbe schon wieder ein„Attentat" verschreiben lassen.— Von der„Internationalen" ist man oder abgekominen; die Carlisten und Alfonistcn theilen sich diesmal allein in die Ehre, mit der Autorschaft des„Attentats" belegt z» werden. Schüchtern melden auch die Blätter, die Madrider Regie- rung habe Beweise in Händen, daß einer der Mörder Prim's ein Sekretär Montpensiers gewesen sei. Gelogen Haldem- »ach die Presse vor Jahren ni chjt.„Internationale" haben allerdings Prim ermordet,— freilich„internationale" Pflanzen von der Gattung parasita regia.— Auch in Böhmen kann die Regierung ohne Attentats- Medizin nicht mehr fortvcgetiren. Man hat dort eine Anzahl junger Leute v-rhaftet, die Pistolen hatten. Da die Pistolen ungeladen waren, vermnthen wir, daß Hr. Stieber, um den Aerger über sein verunglücktes Eonserenz-Ei zu verwinden, eine Erholungsreise nach Böhmen unternommen hatte.— Ein Stück parlamentarischen Humbugs, wie es klassischer nicht gedacht werden kann, hat sich soeben in Eng- land, Muster-Land des parlamentarischen Hnmbugs, abgespielt. Das Stück betitelt sich: Das Baillot, oder Großer Sieg der Demokratie, und ba es, den großartig und international be- triebciren Recbaweu gemäß einon„ueimr glänzenden Beweis für die Tüchtigkeit der Engtischeu Wrsassung" und„die Alög- lichkeit, auf friedlichem, gesetzlichem Weg alle Forderungen des Volks zu verwirklichen", bilden soll, so müssen wir uns das Ding etwas näher ansehen. Bekanntlich liegt in England die poli- tische Machtin dem Parlament, insbesondere indem'Unterhaus, dem das Oberhaus bloß als Anhängsel, die Krone bloß als Zier- rath dient. In diesem Unterhaus ist aber nicht das„Volk" vertreten, wie uns so oft vorgeschwindelt wird, sondern die Aristokratie des Besitzes und der Geburt, und zwar mit einer Ausschlichlichkeit, von der wir aus dem Festland keinen Be- griff haben. Nicht nur, daß ein C ensus existirt, welcher auch nach der jüngsten Ermäßigung noch die große Mehrzahl der Arbeiter des Wahlrechts beraubt, sind noch die Wahlbezirke derartig eingetheilt, daß die großen Handels- und In- dustriezeiuren den von den Grundeigenthnmcrn abhängigen Landstävten und Dörfern nvfölut nntrrgeorcnei sind und daß die relMi»»natihongize Mnjv rilltet der Wähler von der ab- hängigen Minorität der Wähler majorisirt wird. Es «Md nämlich nicht nach der Kopfzahl gewählt; die Vertretung hustet an dem Ort, und so ist es betin möglich, daß eiu paar Schock kleiner Boronghs(Flecken, Landstädte, mit Vertretungsrecht, die zusammen nicht so viel Einwohner haben, wie das eine London) 380 d. h. die Majorität der Un- terhausmitgli-tder wählen, während London nicht 20 wählt. Es leuchtet ein, daß keine Reformbill das Uebel an der Wurzel saßt, welche nicht in erster Linie diesem Unwesen zu Leibe geht tnid die Wahlbezirke nach der Kopfzahl abgrenzt. Ein drittes Mittel, das Unterhaus den Privilezirten zu sichern, ist— von der Diätenlosigkeit abgesehen— die Vestim- wung, daß die Stimmenabgabe öffentlich erfolgen muß. Mit biesein Mittel haben wir es hier zu thun. Daß die öffentliche Abstimmung die Freiheit des Wählens beeinträch- Ugt, ja ganz Ulusorisch macht, ist längst anerkannt, und in England steht daher das Ballst— die-geheime Abstimmung — seit Ende des vorigen Jahrhunderts allf jedem Reformpro- gramm. Und seit mindestens 20 Jahren wird alljährlich eine Bill ans Einführung-des Ballots im Unterhans eingebracht, um entweder vom Unterhaus selbst in zweiter Lesung, oder hintenmich vom Oberhaus verworfen zu werden. Im laufen- den Jahr hat man sich nun bemstßjgt gefunden, einige Ab- wechselung in die Komödie zu bringen. Die Arbeiter sind in Bewegung, und obgleich sie vorläufig nicht stark mit Politik beschäftigt stich, äcfßt sich doch z» Anfang der Session crwar- tkn, daß'fcrft sozialen bald wieder eine politische Strömung folgen würh/i, dse vielleicht einen hedciklichen.Charakter anneh- wen ckännt«. Tfem, wallt« man vvrbeugen, und fand in dem Ballut dm paffeavsten BlitzMesitr. Das Unterhaus stimmte J" ckven-drei Lesungen fiir die betreffende Bill, darob lautes TUumph�sthrei>der„liberalen," ebenso lautes Zetergeschrei „konservativen" Presse. Oberhaus sttttntbt sich pro forma.; ios Unterhaus N|Kht heroisch auf seinem Willen, und rhut den Pairs gegen- tag den Jesuiten gegenüber. Kolossaler Lärm! Das gute Pub- liknm denkt Wunder, um was für eine gewaltige Reform es sich handle— in der Presse, in Versammlungen wird auf die reaktionswüthigen Herrenhänsler losgewettert. Und stehe da! eines schönen Morgens erfährt John Bull, daß die Pairs (naiürlich eingeschüchtert durch seine bärbeißige gesinnungstüch- lige Haltung!) nachgegeben haben und daß das seit 80 Jahren erstrebte Ballot endlich„Gesetz des Landes ist" Nur Eins hat der gute John Bull dabei nicht bemerkt, nämlich, daß das Ballot, welches„Gesetz des Landes" geworden ist, himmelweit von dem Ballot verschieden ist, welches er seit 80 Jahren erstrebt hat. Das„Gesetz des Landes" gewordene Ballott ist nämlich nicht obligatorisch, sondern„optional"(oder fakulta- tiv), das heißt, jeder Wähler muß, bevor er seine Stimme abgiebt, ausdrücklich erklären, ob er sie geheim oder öffentlich abgeben will. Will er das Erstere, so steht cs ihm nach der neuen Ballottbill vollkommen frei, aber der Fabrikant oder La ndlord, gegen den das Bal- lott den Wähler schützen soll, weiß auch, daß der Geheim stim mende nicht Ordre parirt hat, und maßregelt ihn genau so, als ob er öffentlich gege n die Ordre gestimmt hätte. Und diesen Schwindel nennt man einen„Triumph des Parlamentarismus!" derselben, Wich. Summer,.Zimmermann, Allerheilio.nstraße Nr. 8, zu richten. Mil Gruß E. Fri tz. Leipzig, 23. Juli. Wir machen alle unsere Kollegen und Freund« daraus ausnierksam, daß der Strik« der hiesigen Glaserg«- hülfen noch nicht beendet ist; derselbe dürste vielmehr erst in der nächsten Zeit der Enischeiduug enigegenzehen.— Es ist vorauszusetzen, daß die Meister in allen deutschen Zeüungcn durch verschiedene Ber sprechuugen, als Aeiseencschädigung und„hohen" Lohn, Gesellen nach Leipzig zu locken suchen werden. Wir bitten dieserhalb alle Kol- legen, den Zuzug nach hier nach Kräften zurückzuhalten. Das Komit ee. „Gott beschütze mich vor meinen Freunden" mag wohl der„Neue" in Berlin ausrufen, wenn er den offiziösen Artikel der„Elberfelder Ztg." über dir deutsch-österreichische Stieber- konferenz liest, an dessen Schluß ein längst bekanntes Q heimniß ausgeplaudert wird: „Daß die deutsche Reichsregierung einer Gesellschaft, die nicht nur eine Hauptrolle bei den Schandthaten(?) der Commune in Paris gespielt, sondern auch ihre Hand bei der seit einiger Zeit herrschenden Strike- Epidemie im Spiele hat, nämlich der Internationale, eine ganz besondere Aufmerksamkeit zu- wendet, ist selbstverständlich. Man hat aber durchaus keinen Grund, anzunehmen, daß alle die verschie- denen sozialistischen Systeme auf der projektirten Conferenz über einen Kamm geschoren werden." Leipzig. Das hiesige Bezirksgericht hat die von der Staatsanwaltschaft verfügte Beschlagnahme des Franz'schen Liederbuchs aufrecht erhalten und zwar wegen folgender, darin enthaltenen Stücke: Nr. 7. Die Marseillaise von Ferd. Freiligrath „Jenseits der grünen Wasserwüste" u. s. w. Nr. 11. Arbeiters Feldgcschrei von Greulich in Zürich „Es tönt ein Ruf von Land zu Land" u. s. w. Nr 19. Proletarier-Lied(Aus der„Tagwacht"):„Wer schafft das Gold zu Tage" u. s. w. Nr. 19. Kampflied(„Aus der Kerkerzelle"):„Das.Volk steht auf, der Sturm bricht los" u. s. w. Nr. 37. Die letzte Völkerschlacht:„Was donnert van den Bergen" u. s. w. Diese 5 Gedichte sollen„in klaren Worten Aufforderung zu gewaltsamer, bewaffneter, blutiger Revolution, somit un- zweifelhaft den Thalbestand einer Vorbereitung von Hochver- rath enthalten." Freiligrath aono 1872„Hochverräther" nachdem ll/s Jahr zuvor B jedermann in der„Deutschen Allgem. Ztg." die neue Gesammtausgabe der Freiligrath'schen Gedichte dem deutschen Volke warm empfohlen hatte! Weiß man denn im Bezirksgericht gar nichts von dein, was in der Welt vorgeht? Internationale Gcwcrtsgcnoffcnschaft der Manufak- tur-, Fabrik- und Handarbeiter. Mcerane. Um verschiedene bis jetzt beobachtete Uebelstände zu beseitigen, hielt dir Ausschuß der hicsigen Kraukenkasse Sonntag den 14. Juli eine Sitzung ab mit der Tagesordnung:„Berksen. resp. Abänderung des Stätiils", wobei folgende Abänderungen beschlossen wurden: 8 6. Nach den Worten:„Folgen aufmerksam gemacht", den Satz einzuschalten:„Jedoch die Art und Weise der Erinnerung bleibt jeder Lokalmitgliedschasr überlassen." SK». Hinter die Worte:„Personen besorgt wird", den Satz zu stellen:„Tressen diese einen Kranken bei irgend einer Beschäftigung an, so ist demselben die Unterstützung zu entziehe,." Im 8 17.„Etwa noch bestehendeii Krankenkassen", statt„Kassen" zu setzen. 23. Den GsschaMü-irer ebenfalls zu.«utschädigeii- � 25. Abrechnung mit dkrHauPto rwaltuiig betresfend, wird be schlössen:„In Zukunft ein Fiinstheil oder 6 Gr. von jedem Thaler des Ueberschusfes an den Vorort einzusenden." Den§ 27. in verschieoeuen Punkten abzuändern, bleibt der Gene- ralverfammlung überlassen. Vorstehendes ist dem Ausschuß der Krankenkasse zu Crimmitschau zur Kcuntniß gebracht worden, welcher sich mit allen Punkte» einver- ftanven erklärt hat. Beide Ausschüsse haben sich geeinigt, diese Ab- ändemngen auf nächstem Kongreß zu beantragen und werden die Ge- werksgenosjen gebeten, in ihren Kassen diese Punkte zu berarhen, damit sie schön vorbereitet in die Debatte eintreten können. Mit brüderlichem Gruß die Genossen zu Meeran«. Julernatlouale(Gewerkschaft der Schuhmacher. München. Nach Aufforderung de« Komirees der Gewerkschaft der Schuhmacher, welches sich auf dem Erfuckr Eougreß gebildet hat, geben wir allen Gewerksgenossenschaften, Fachvmi»:» und Fachgenossen allerorts bekannt, daß sich unser Gmbring- oder Arb«rterver- mUtlungsweseu im Vereinslokal beim Kreuzbrän, Branngasse Rr. 7, befindet. Auch fort» er» wir alle GewerkSgenoffenfchaftm und Fach- vereine, wie auch alle jene College», die inr Begriffe sind, Vereine zu gründen, auf. mit allen Kräscen dahin zu streben dieses Institut, welches außerordentliche Vortheile zurHebung unserer materiellen Interessen bietet, an sich zu bringeu.— Das Zustandekommen der Union durch den Erfurter Congreß rief eine freudige Erregung unter den hiesigen Arbeitern her- vor und die Stimmung zum Beitritt ist aUgomein günstig. Nur müssen wir noch mehrere allgemeine Schuhmacherversammlungen ab- halten, um möglichst viel Mitglieder zu gewinnen. Im Austrage: Alois Dußmann, Schrislführer. Gewerkschaft der Holzarbefter. Erfurt. In der am 29 v. M. stattgesundenen Generalversammlung wurden die stühercn Beamten wiederum in den Lokal- vorstand gewählt und zwar: C. ßri tz, Tischler, Bevollmächtigter; Rudolph, Metallarbeiter, Gewerkschaslskassirir; H. Graes, ildhauer, Krankenkassenkassirer; als Revisoren: W. Kummer, Zimmermann, G. Voigt, Schlosser, H. Lamprecht, Schuhmacher. UnterstützungS-Legitimation wird ausgestellt Mittags von 12—1 Uhr und Abends nach 8 Uhr bei E. Fritz, Neuegasse 5. Reiseunterstlltzung wird ausgezahlt bei Iah. Rudolph, Gotthardtstraße 29. Unser Fremdenverkehr bifindet sich Gotlhardtstraße, im alten Schwan. Gleichzeitig mache ich bekannt, daß sich die Kontrollkommission i'ihpf tsl r--------.---'"—----'—; o o— muiyc iwi ucmnui; vitp fiu» uie itomumtömmiiuui " ungefähr so demokratisch, wie Bismarck und sein Reichs-hzerorts konstimm bat, und sind alle Anträge aa den Borstyenden Herboru, 19. Juli. In Folge davon, daß unser« Parteimit- gliedschaft durch rich erliches Erkemitniß aufgelöst uud unsere Ver« saminlungen seither stetS polizeilich verhindert wurden, war es uns nicht möglich, wirksam für die Partei einmtr.'ten. Durch die Bemühungen unseres Parteigenossen H. Knigge, welcher Müller von Geschäft, ist es jedoch gelungen, am verflossenen Sonntag zu Dilleuburg eine große Anzahl Müllerburschen zu vereinigen, welche auch sofort einen Verein der Mühlenarbei- ter im Dillthal gründeten und ihren Anschluß an die Partei erklärten. Der„Volksstaat" wurde auf der Dillenbu-ger Post sofort bestellt, die Bestellung aber von der Post anfänglich nicht angenommen, indem der Postbeamte erklärte, der„Volksstaat" sei eingegangen; nachdem dem betreffenden Postbeamten das Gegentheil begreiflich gemacht worden, nahm er die Bestellung an. Die Müller sind bis jetzt in hiesiger Gegend die am weitesten in Betreff des Erkennens ihrer Klassenlage vorze-chrittenen Arbeiter, und steht dem Verein bei den vielen Kunst- und Handelsmllhlen itn Dill- und Lahnthale eine schöne Zukunft bevor. H. Knigge von hier ist Vorsitzender des Vereins. Etwaige Briefe find zu senden an E. Rosenthal, Kuttstdampsmühle in Dillenburg (Nassau). Nach Einreichung der Statuten erschien sofort ein Polizist, um zu erforsche», wo die Versammlung abgebalten worden. Der Verein scheint Schrecken unter den Herren Mühleilbesitzern hervorgebracht zu haben, denn einer der bedeutendsten derselben äußerte zu seinen Ar- beitern, sie sollten ihre Forderungen nur nicht zu hoch stellen, sonst wäre er genöthtgt,„zuzustellen". Der gute Mann gesteht also doch indirekt zu, daß die Leute das Recht zu ihren Forderungen haben. Mit soz.-dem. Gruß A. Heinz. Mainz, 21. Juli. Heute fand hier eine Conferenz von Mit- gliedern der soz.-dew. Arbeiterpartei des Rhein- und Maingau'S statt, um über eine zweckmäßige Agitation zu beraihen. Amveseild waren Mitglieder aus Frankfurt a./M., Offendach und Mühl- heim a.sM., Neu-Isenburg, WormsjjMannheim, Darmstädt, Gießen, Wiesbaden, Winkel, Saarbrücken und Mainz. Es wurde beschlossen: 1) Ein AgttationS-Comttee zu bestimmen, welches die Agita- tion im Rhein- und Maingau zu betreiben hat. 2) In jedem Orte sollen möglichst viele Versammlungen stattfinden, und stder kleinere Ort möge sich«vent. an den nächsten größeren um Sendung eines oder mehrerer geeigneter Redner wenden/ 3) Die Lokal-Comitee's bilden sich binnen 10 Tagen und verpflichten sich, so oft als es nöthig ist— mindestens ei» Mal monatlich,— einen Bericht au dasAgita- tions-Eomitee des Rhein- und Maingau'S zu ienden, wobei auf die Schilderung der industriellen Zustände ihrer Heimath Bedacht zu nehmen ist. Briest für das Agftationskomitee sind zunächst an Fritz Ellner in Frankfurt a./M.(Kannengießergasse 3) zu richten. Außerdem wurden die Parteiverhältnisse eingehend besprochen und auf allen Seiten zeigte sich die ernste Absicht, für die Verbreitung unsrer Prinzipien kräftig zu wirken. I. A. der Conferenz: A. Zirfas, Schriftführer. Nürnberg, d. 22. Juli. Der Fachverein der Buchbinder ,c. macht hiermit bekannt, daß nunmehr die Lohnfrage ohne Arbeits- einstellung geregelt ist. Wir sprechen hiermit allen College» und Bereinen, welche uns so bereitwillig Unterstützung zugesichert, den besten Dank aus. Die Arbeitsvermittlung befind«! sich: K räh'sche Wirth- schast, Schlotsegergasse 14 38! 14. Mil collegialrschem Gruß zeichnet Namen? des Vereins I. Hagenbauer. AiinigSberg. Gegenüber den Renommistoreieil der Schweitzer'schen Agitatoren im„Reuen Sozialdemokrat" über ihre„Erfolge" in der Provinz Preußen, diene Ihnen Folgendes zu Millheiluiig: Die Herren ginn und Kappell haben hier so gut wie ohne Erfolg abziehen müssen; in Danzig ließ man sie gar nicht spreche»; in Marien- bürg iprachen sie vor ei»er g-oßen Versammlung ohne Erfolg; in Elbing hatten nur die«auhandwerker die Ehre, ste zu sehen; tu B raunsberg war keine Versammlung einbernstn worden. Auch die Königsberger Maurer wollten nichts von den Beiden wissen, nur einige Zimmerleutc hatten sich eingefunden; geschaffen wurde nichts. Jn� Tilsit war eine Versammlung, wo ihnen der Redakteur des „Bürger- und Bauernsteund" eine Opposition macht«, der ihren Erfolg zerstörte. Frankfurt a. M., 17. Juli. Gestern Abend waren wirmehrer« Partergcnossen in dem nahen Isenburg, wo die Mitglieder der so- zialdemokratischen Arbeiterpartei durch Plakate eine ö ffen tiiche Ver. s am in lung angezeigt hatten. Der große Saal, der gewiß über 303 Menschen faßt, war gchrängt voll. Die Tqgesordnunq war: 1! Der Jesuitismus in seineu vwschisdeiieil Gestalten. 2) Der Sozialismus. Der Unterzeichnete, als Referent des ersten Gegenstandes, gab zu- nächst eine kurze Geschichte de» Jesuitenordens(für Hessen-Darmstadt, wo Bischof Ketteler haust, besonders von Interesse), führte darauf den Nachweis, daß der Jesuitismus auf andern Gebieten heutzutage viel gefährlicher sei, als der der eigentlichen Jesuiten. Danach erläuterte Derr Schob unter großem Beifall da« Wesen des Sozialismus, beleuchtete dessm Forderungen und wies darauf hin, wie man dieselben durch Gewalt»der stsuitische Mittel nied-rzuhalten suche. Er forderte die Aiiwesendon auf, der sozial-demokratischen Partei beizutreten und, wofern sie zuvor noch weitere Belehrung verlangten, die regelmäßigen Versammlungen der Jsenburger Parteigenossen zu besuchen.— Eine nicht unbedeutend« Anzahl ließ sich sogleich einschreiben. Ich zweifle nicht, daß unsere Sache rasch zum Ziele gelangt, wenn überall die gleiche Begeisterung wie in Isenburg herrscht. IA. S. In Wiesbaden haben am vergangenen Montag die Droschken- ku t scher die Arbeit eingestellt, weil sie mildem neu eingeführten Po- lizeireglement nicht zustieden sind. Leipzig. Zum Congreß. Die Hamburger Parteigenossen ha- ben— siehe oben unter 3) ihrer„Antrage für den Parteikougreß"— den Wunsch ausgesprochen, es mögen alle größeren, mehr als 7 Spal- ten des„Volksstöat" umfassenden Abhandlungen vor ihrem Abduick der Genehmigung des Ausschusses unterbreitet werden Motive sind nicht angegeben— es dürften deren auch kaum so einleuchtende ge- unden werden, daß der Hamburger Antrag Aussicht auf Annahme hätte. Bereits-vor einem halben Jahr hat der Ausschuß ein mit jenem Antrag identisches Verlangen an die Redaktion gestellt, dasselbe jedoch bald daraus, da die Redaktion die Competenz des Ausschirsses in die- er Hinsicht bestritt und'hn deswegen an den Congreß verwies, zu- rückgezogen. Damals war die Redaktion, wie sie es heute noch ist, der Ansicht, baß die von.Hamburg ans gewünschte Einrichtung etwas gänzlich Verfehltes, mindestens Nutzloses wäre. Man ist seitens der Antragsteller augenschelnlich der Ansicht, daß die Lektüre eineS durch mehrere Nummern laufenden Aussatzes zu ermüdend ist und daß ein solcher mitunter nicht dasjenige Interesse der Leser gewinnt, da« er eigentlich ver- dient. Wird denn diesem Uebelstand— vorausgesetzt, daß er wirklich eristirt dadurch abgeholfen, daß man längere Abhandlungen aus dem „Bolkistaat" verbannt? Nein; es tritt vielmehr an Stelle diese» (wirklichen oder vermeintlichen) Uebelstandes ein viel größerer, der näm- 1 ich, daß den Parteigenossen manche zur Belehrung unentbehrlich« Abhandlung vorenthalten würde, blos weil sie„zu lang" ist In Wirklichkeit ivird dich aber niemals da vom Umfang irgend welche Rede sein können, wo lediglich der Inhalt maßgebend sein muß. Wen« Friedrich Engels oder sonst Jemand einen Aussatz über die Wohnungsfrage oder irgend ein anders sozialökonomisches Thema für den„VolkSstaat�' schreiben will, so kann man ihm unmöglich Vor- schiiften darüber machen, ob er sein Thema in 7 oder in 14 Spalten zusammenfassen soll; die Raiimfrage ist Sache des AutorS, und bei Aufnahme eines Artikels habe» wir uns nicht zu fragen:„Wie lang ist er?" sondern:„Welchen Werth hat er für die Partei?'� Trau! man nun der Redaktion so viel Bildung und Takt, ein richtiges Uitheil hierüber fälle» zu können, nichl zu, so lädt sich gegen die Ein- setzung einer Censurbehörde an sich gar nichts einwenden, nur müßte dieselbe, wenn sie wirklich etwas ausrichtcn sollte, am Nedaktionsort ihren Sitz haben, damit sie auch in die kleineren Äufsiiye— welche, wenn einmal censirt werden muß, ebenso nothwendig der Prüfung bedürfen wie die größeren— Einsicht nehmen könne sdenn daß die Hin- und Retoursendung zwischen Hamburg und Leipzig für dringliche Tagesnotizcn nicht angeht, liegt auf der Hand). Mit dieser Ein- richtung— vorausgesetzt, daß sie trotz ihrer Kostspieligkeit sich ins L.ben rufen ließe— würde freilich den Intentionen der Hamburger Parnigenossen, welche eben den Ausschuß zum Eensor haben wollen, gar nicht Rechnung getragen sein Der Hamburger Antrag scheint uns daher der Nichtannahme seitens des Congresses ziemlich sicher,— selbst wenn dieser der Ansicht sein sollte, der„Volksstaat' iverde so schlecht redigirt, daß die Redaktion einer Oberoorniundschaft bedürfe. Ltipzig, 14. Juli. Unterzeichneter hielt es für geboten, den hie- sigen Schuhmachergesellen Bericht zu clstatten über den Gewerk- schaftskongrest in Erfurt. Zu diesem Zweck wurde Montag, den 8. d. M., eine Bersamm- lung einberufen; Bekanntmachung, Lokal(günstig und kühl gelegen) alles wurde von uns, da die Versammlung von der Gewerkschaft aus- ging, besorgt, und wir gaben uns der Hossnung hin, eine zahlreich besuchte Versammlung zu Stande zu bringe», indem wir glaubten, es würde» Viele schon im Voraus wissen, um was es sich handelte, da schon vor dem Congreß mehrere Arbeitervcrsammlungcn stattge- fundcn hatten, und unbedingt mußten auch die Schuhmacher die Pla- kate gelesen haben und von der Wichtigkeit und Bedeutung der Ver- sammlung unterrichtet sein. Doch weit gefehlt. Bis halb 1t) Uhr wartend und uns umsehend, wo die 500 Leip- ziger Schuhmachergchülfen nur blieben, zählten wir unsere Lieben und siehe da, vielleicht 20 Mann, sage zwanzig Manu, waren um uns geschaart, und diese theilien sich ein in 6—8 Arbeitgeber und einige der Einladung folgende Kollegen; die übrigen waren aus der Äe- werkschajt herbeigeeilt. Trotz des schwachen Besuchs wurde der Bericht doch gegeben, und «S sprachen sich die Anwesenden zusiicdcn aus über das, was auf dem Kongreß neu geschaffen wurde, und nun in Kraft treten soll. Wohl sahen diese wenigen Leute ein, daß Alles gut und praktisch ausgearbeitet sei und den Interessen der Arbeiter aller Branchen Rechnung gelragen war. Allein was hilft alles Gute und Schöne, Nützliche und Prak- tische, wenn es Niemand benutzt, Niemand beachtet? Was hilft's, wenn es Niemand der Mühe werth hält, sich diese neue Schöpfung erkläre» und auseinandersetzen zu lassen? Ist es nicht zu beklagen, wenn, obschon das Mögliche geovfcrt, Zeit und Geld aufgewendet wii d, Alles auf unfruchtbaren Boden fällt und keinen Anklang findet? Gewiß ist Leip- zig die einzige Stadt, wo unier den Schuhmachergehülfen, mit nur wenigen Ausnahmen, die Gleichgültigkeit, die Theilnahmlosigleit, des Sichgehenlasscn, so zu Hause ist. Die Schuhmachcrgebulsen Leigzigs haben diesmal, wie schon seit längerer Zeit, bewiesen, oaß sie für die allgemeine Arbeiterb-wegung lebendig todt,.daß sie löiperlich und geistig vei kommen und moralisch versumpft sind. Wäre unser Unheil nicht richtig, müßte unbedingt unsere Mitgliedschaft eine stätkere und bedeutendkre sein. Unsere Kollegen zeigen dmch diese Theil- nahmlosigkctt, daß sie nicht sähig sind, ü. ec ihre Interessen, über ihre Lage, die vielsach knechtisch genannt werden muß, gründlich nachzu- denken. Sie begreifen nicht, daß die in Erfurt geschasjene Organisa- tion den Zweck hat, ihr geistiges und materielles Wohl zu Heden und zu fördern. Es ist kaum glaublich, mit welcher Frechheit, welchem Spott und Hohn manche Eollcgen Leipzigs uns entgegentreten, weun wir sie zum Eintritt in unsere Genossenschaft auffordern. In anderen Städten haben sich wenigstens durch die Arbeitsein- stellungen hier und da Vereine gegründet; die Schubmacheegehülfen Leipzigs waren auch einmal vor mehreren Wochen nahe daran, sich zu vereinigen, als eS sich um Lohnerhöhung handelte. Aber es sehlte an Intelligenz und Energie, an Bewußtsein und Ausdauer. Dächten unsere Kollegen ein wenig über den Nutzen gemeinsamen Vorgehens nach, so hätten sie sich als Männer gesagt:„Das müssen wir erreichen." Sie könnten sich ein recht schönes Beispiel an ihren Mei- stein und Arbeitgebern nehmen; diese wissen und fühlen, daß Einig- keit stark macht und daß sich sämmtliche Schuymachermeister Deutsch- lands zusammenthun und verbinden müssen. Warum lenken und handeln die GeHülsen nicht in dernsilben Sinne? Das Recht der Ver- etnigung steht ja dem Gesellen so gut zu Gebote wie den Meistern. Warum machen die Gesellen keinen Gebrauch davon? Ihr zeigtet wohl vor einigen Wochen, daß Ihr suhltet, daß Euch der Schuh drückt, aber ihr wußtet die Stelle nicht, wo er Euch drückte. Warum tratet Ihr unserer Gewerkschaft nicht bei? Die Sache wäre dann mit vereinten Kräften eneigisch angrfaßt worden und wir hätten ohne Zweifel«in günstiges Resultat erzielt. Eollegen Leipzigs! Tretet ein in die Gewerkschaft, durch die Ge w rksunion seid ihr dann mit Hunderten und Tausenden verbunden! Besucht auch unsere Boiksocrsaminlrmgcn und tretet Arbeitervereinen bei, in denen Ihr Euch Bildung und Aufklärung verschaffen könnt, leset vor Allem sozialistische Schriften, die das beste Mittel zur Aus- bildung sind. Diese meine Vorschläge und Crmahnungen sind in Eurem Jnter- esse gethan; befolgt Ihr sie nicht, nun, da»» könnt Ihr es Euch nur selbst zuschreiben, wenn Eure Lage täglich schlechter und schlechter sich gestallet. Wer mit dem Leben spielt, kommt nie znrecht; Wer sich nicht selbst befreit, bleibt stets ein Knecht. Aug. Schäfer. Leipzig. Als vor kürzerer Zeit englische Blätter berichteten, daß unter den landlichen Arbeitern Englands eine Bewegung entstanden, welche geneigt sei, größere Dimensionen anzunehmen, da gerieih hier darob alles in Erstaunen, und namenrlich die Kapitalistenpresse. Und in der That, schon nach wenigen Wochen brach auch hier im schönen Sachsenlande eine derartige Bewegung aus, und zwar in einer Ge- gend, wo bisher nicht die Idee von einer Agitation der sozialistischen Partei bemerkt wurde. Um so mehr verdient diese Bewegung der ländlichen Arbeiter, welche hauptsächlich aus Rittergütern austritt, all- gemeine Beachtung. Nach verschiedenen von uns eingezogenen Erkundigungen sind es ca. 20 solcher Güter in einem Kreise von mehr als 6 Q.-Meilen, in welchen geringere und größere Strikes plötzlich ausbrachen und das sogenannle Gesinde seine vermeintlich gnädigen Herren un«rwartet ausforderte, 1) eine kleine Lohnzulage zu geben, 2) eine menschenwürdigere Kost herzustellen, wobei verlangt wurde, statt wie bisher 1 Mal Flersch wöchemlrch, nunmehr 2 Mal solches verabfolgen zu lasse»; 3) den Ansang der Arbeit von früh 2 Uhr auf 4 Uhr zu verlegen. Einen interessanten Beitrag zu dieser Bewegung lieferte der be- rühmte Obmann unsres Hochverraths-Schwurgerichts, Herr Rittergutsbesitzer Steiger auf Schw> ta, welchem eines schönen Morgens von seinen Leuten obige 3 Punkte zur Annahme überreicht wurden. Die Leute waren menschlich genug, erst das Vieh mit Futter zu versehen: als dieses ge- schehen war, zogen sie de» Sonutagsrock an und rückten vor das Hauptquartier des erwähnten Herrn Steiger. Derselbe nahm jedoch diesen Morgrngruß höchst übel aus, ließ schnell s'", Pferd satteln und sprengte sogleich nach srinen ziemlich entfernten Vorwerken und Pacht- gütern. Daselbst ließ er sämmtliches Grsinde zusiimmenkommea und erkläile, wennsich von jetzt anJeder kontraktlich verz stichle zublriben, dann wolle er 3 Thlr. pro Jahr Zulage gewähre». Die L>ute, von Niemand unterrichtet, was im Hauptgut pajsirt war, erstaunten nicht wenig Uber das zuvorkommende, splendide Anerdietm des„gnädigen" Herin;«s war ihnen ganz unbegreistich, warum der„gnädige" Herr plötzlich so liebevoll und freigebig geworden sei.") Nachdem Herr Steiger seine Rundreise von einem Ort zum andern seiner Besitzungen de- endigt hatte, sprengte er in die Stadt, um seine Klage dortselbst an der„bekannten Schmiede" anzubringen. Nun, wir wollen ihm das Vergnügen lassen, und wollen nur noch erwähnen, daß ein gewöhn- sicher Knecht jährlich 40 Thlr. Lohn bekommt, ein Rittergutstaglöhner oder Drescher pro Tag ohne Kost 6 bis 7si, Nqr., die Frau nur 3 bis 5 Ngr. verdient. Ein Hoshandwerker, z. B. Zimmermann, be- kommt 12 Ngr. täglich. Die Kost des Gesindes ist kaum genießbar. Allwöchentlich einmal wird den LeutcnFleisch verabreicht, dieQuantität wie Qualität ist aber eine sehr geringe. Sodann wird aus Hülsenfrüchten oder Kartoffeln eine breiartige Masse zurecht gestampft, ivelche ohne die dazu nölhige Beigabe voii Fett oder Talg von einer Geschmacklosigkeit ist, daß sie nur der wirklich hungrige Magen als Ballast zu sich nehmen kann. Leipzig Ein Organ für Bordellwirthinnen. Neulich ver- öffentlichie das„Leipziger Tageblatt" folgende Bekanntmachung: „Da wir, wie seiner Zeit wiederholt bekannt gemacht, alle In- serate zurückweisen, deren Inhalt den öfsentlichen Anstand ver- letzt oder gegen gesetzliche Bestimmungen verstößt, so wolle Einsender der Anzeige„Ein Kaufmann:c.", worauf Adressen unter„Vertrauen" niederzulegen, die gezahlten Gebühren bei uns wieder in Empfang nehmen." Was indeß das„Amtsblatt des Raths und des Bezirksgerichts" unter„öffentlichem Anstand" versteht, zeigt folgende Annonce, die uns zufällig in Nr. 20, Scite 316, Spalte 3� gedachten Blatts begegnet: Der schönen Frau Kupsergäßchen 2 gratulirt zum heutigen Geburtslage Em Verehrer aus der Ferne. Es gratulirt zum heutigen Geburtstage der schönen Frau in dem Kupsergäßchen. toch soll die schöne Frau leben in d.-m Kupsergäßchen 2. ie schöne Frau soll leben in dem Kupsergäßchen. Ein donnerndes Hoch der schönen Frau. Hoch soll die schöne ssrau leben. Es gratulirt zum heuligen Wiegeirfeste von ganzem Herzen der schönen Frau im Kupsergäßchen 2, ein douuerndes Hoch. Mehrere Verehrer. Notabene: die„schöne Frau"— ist Niemand anders als die Bordellwirthin vom Kupsergäßchen 2. „Amtsblatt des Bezirksgerichts und des Raths der Stadt Leipzig!"____ Berichtigung. In Nr. 58 des„Bolksstaats" vom 20. Juli 1872 wird be- hauptet, in Sachen der vou mir entlassenen Arbeiter sei ein Urtheil erster Instanz pitblizirk worden, inhalrs dessen ich bei Vermeidung vou 20 Thaler Geldbuße und später Gefängnißzwang verurtheilt worden sei, den Arbeitern ordnungsgemäße Atteste auszustellen. Dem gegenüber habe ich berichtigend zu bemerken, daß der er- gangene Bescheid des Dresdener Stadtraths weder eine Androhung von„Gefängnißzwang" enthält, noch von„ordnungsgemäßeiG Attesten spricht, sonder» mich sidiglich verurtveill, den klagenden Ar- beitern zu bescheungen, was dieselben gar nicht verlangt haben, näm- lich daß dieselben aus der Acbeit getreten seien, ohne daß sie aus einem der in§. III der Gewerbeordnung unter 1—6 aufgeführten Gründe zu einlassen gewesen wären. Ich habe mich übrigens diesem Bescheide keineswegs unterworfen, sondern aus gerichtliche Entscheidung dieser Differenz prooocirt. Dresden, am 22. Juli 1872. R. A. Kellner, Dlrektor der Sächs. Danipsschiff- und Maschinenbauanstalt. (Wir erwarten, daß unser Berichterstatter uns Einsicht in den fraglichen Entscheid verschaffen wird. R. d. V.) An die Parteigenossen. Für die politisch Gemaßregelren ging ferner bei uns ein: Auf dem Gewerkschafts-Kongreß in Ersurl gemmmelt durch I. Rudolph 5 Thlr. 10 Ngr. Von G. Löwenstein in Fürth 38 Thlr. Von Partei- genossen in Limbach durch Schuhmann 23 Ngr. Von Nürnberg beim Abschied des Redakteurs Blas gesammelt 6 st. 45 kr., nach der Partei- vec sammlung vom 24. Juni im engcrn Kreis gesammelt 1 fl. 45 kr. in der Mitalieder-Ber ammlung vom 30. Juni 2 kl. 57 kr. Bon den Parieigenossen in Wildenfels 1 Tqlr. 3 gr. 3 Pf. Vom A.-Ü.-Ber. Dresden durch M. Grundach 5 Thlr. Bon Lunzenan durch Endtmann 1 Thlr. Von Dr. Boruttau in Genf 1 Thlr. Vom Deutscheu A.- B.-Ber. Genf durch Kern 70 Franks 3. Sendung. Von den Parteigenossen in Münchenbernsdorf 15 Ngr. Von Berlin durch Heinsch von Endler 5 Ngr. Berliner Mitglieoschast 1 Thlr. 15 Ngr/ Bon Neviges durch H. Rauls 1 Thlr. 12'/, Ngr. Von Pforzheim durch L. Scholl 5 fl. 57 kr. Von Berlin durch Haveniih, gesammelt vou den Mitgliedern der Jnte> nationalen Metallarbeitergewerlschast in Berlin 2 Thlr. 7 Ngr. Von Cöln durch Heinrichs von Z. M. K. 1 Thlr. und 4 Thlr. 14 Ngr. Von Geithain durch D. Hausmann 1 Thlr. Von Spandau durch W. Fischer 5 Ngr. Von Regensburg durch W. Hock 2 Thlr. 25 lligr. 8 Pf. Von Kamenz durch K. Wendt 3 Thlr. Von B. in Worms 8 Thlr. Von Penig durch L. Adling 1 Thlr. Von Mittweidaer Parteigenossen 5 Zchtr. 24 Ngr. 5 Pf. Von Wieda durch F. Täuber 1 Thlr. 16 Ngr. Von Apotva durch F. Reichelt 6 Thlr. Bon Breslau durch H. Oehme 2 Thlr. 15 Ngr. Von München durch F. Schneider 5 fl. 18 kr. Von Bielefeld durch H. Heilbrink 9 Thlr. 3 N j,0<6 Pf. Von Regensburg durch W. Hock 1 Thlr. 22 Ngr. Von ourch H. Perriere 50 Franks. Von Leip- zig von R. 1 Thlr. urg, de-v � l/i 1872. M' Mit sozial-'emokratischem Gruß H. Ben» te, P"< stkassirer, kl. Schäferkamp Nr. 34. Für die pälrttsch Gemaffregelteil.") Von der Verwaltung drs Confumveiems Weidau, von ihrerTan- tivme 10 Thlr. 15 Gr.; von H. B. in Werdau 15 Gr.; vou Partei- genoffen in Dessau durch Polling 2 Thlr. 10 Gr. Bon einigen Ge- sinnuugsgenosscn zu Leuketsdorf 2 Thlr. Die Erped. d.„V." •) In voriger Nr. muß es unter„Für politisch Gemaßregelte" statt von C. F. Bremeach 1 Thlr. 17'/, Ngr., heißen: vou C. F. in Brambach 1 Thlr. 17'/, Ngr. durch Seifert. Hambt Briefkasten der Erpedition: Koenecke, Spandau f. Abonn. II. Ou. 14 Thlr. 20 Ngr.; von Bögler, Werdau f. Abonn. II. Qu. 11 Thlr. für Schrft. 3 Thlr.; Presfel, Bollmarsdors f. Abon. II. Qu. 7 Thlr. 14 Ngr.; von der Filialerpedition Eßlingen f. Annonce 10 Ngr. f. Schrft. 1 Thlr. 21 Ngr.; Albert, Glauchau f. Abonn. II. Ou. 60 Thlr.; v. ' ber, Stuttgart f. Sch.st 17 Thlr. 9 Ngr. 2 Pf. f. Annonce 3 Ngr. echnung vom 1. Juli richtig gestellt, lautet aus 11 Ttstr. 28 Ngr.; Naujok in Usseinen f. Schriften 27'jz Ngr.; Müller, Reichenbach f. Schriften 1 Thlr.; Schmidt, Prag 2 Thlr. 20 Ngr.; Dr. M. ist nicht mehr in Prag svndeiu in Stuttgart; Fiitz, Erfurt f. Schrlsten 2Thlr.; Schneidergewer kschast Leipzig für Annonce 12 Ngr.; Frank urt a. M. Arb. Partei f. Annonce inst/r. 41, und 4 Ngr. noch Nest s. Annonce Nr. 46 4 Ngr.; Mangold, Eßlingen: Das Verlangte wird kaum mehr zu bekommen sein. der Redaktion: Benneke in H. u. Z. in Mainz. Ihr Manuskript kam Dienstag früh an, also für die(Montag Abend druckfertigc) Mittwochsnummer zu spät.— Müssen St. Rillas: Unausnehmbar, Witten: Gedicht in nächster Nr. Für den„BokkSstaat" Vom Allgcm. deuijlhen Schneibnvemii 5 Thlr. Internationale Meto Uarb riter gewerkschaft für Leipzig und Umgegend. Jeden'Montag, Abends 8 Uhr Sitzung in der Restanratioii von G. Arnold, Reudnitzerstr. 10. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend nolhwendig. Ausnahme neuer Mitglieder.(w.) *) Da? Erstaun en der ländlichen Arbeiter über das unverhoffte „Entgegenkommen" des Herrn Sieiger illusirirt am Besten die denun- ziaiorische Notiz des, Letpz. Tageblatts", die die Bewegung der länd- lichen Arbeiter auf eine„geheime Agitation" zurückführt. statt. Kachverem der Kürschner uud Wützeumacher Leipzigs und Amgegend. Montag, den 29. Juli, Abends 8 Uhr bei Richter, Roßplatz Nr. 9 im Vcrcinslokal findet die diesjährige erste (Zteueralversaimrikuis Tagesordnung: 1) Bericht des Vorsitzenden, des Kaj sirerS und der Revisoren. 2) Etwaige Anträge der Mitglieder. Die Mitglieder werden aufgesorderi, sämmtlich zu erscheinen. Außerdem werden die reftirenden Mitglieder vusgesordeit, statu- tengemäß ihren Pflichten nachzukommen. Eintritt erfolgt nur gegen Vorzeigung des QuiltungsbucheS. Für Leipzig. Sektion der Tischler und piauoforteardeiter Sonnabend, den 27. Juli, Abends 8 Uhr Hauptversammlung in Restauration, Nikolaistc. 51. Tagesordnung: Neuwahl des gefammten Vorstandes. Eut» richtung der Steuern. Aufnahme neuer Mitglieder. Das Etscheinen Aller ist nothwendig. Der Vorstand. Allgemeine Metallarbeiterversammlung. als: Schlosser, Schmiede, Maschinenbauer, Former, Klempner u. f. w. Sonnabend, den 27. Juli, Abends 8 Uhr in Plagwitz. Tagesordnung: Die Strikes und die Vortheile der Gewerkschaft� Alle Arbeiter sind freundlichst eingeladen. Das Nähere besagen die Plakate. Das Komitee. Für Gunzenau. Heute, Sonnabend, Abends 8 Uhr in der Garküche öffentliche ArvetteiTerizamiiilimA. Tagesordnung; Die Ziele der Arbeiterbewegung. E. Streune. Für Hamburg. Sozial-demvkrattschcr Arbeiterverein. Versammlung, Momag, d. 29. Juli, Abends 9 Uhr, in Eberhahn'S Clublokal, Zeughau markt 3l. Tagesoidnung: II Sozial-polit. Wochenbericht Ref.: Metzger. 2) In wie fern nützen die Strikes den Arbeilern und der Gewerk- schaitsbewegung. Ref.: Geib. Gäste babe» Zutritt. Kür iliuutmrx-ütuiia-zVandsbecK. Llljttour per Dampfschiff nach Rönnebnrg(hinter Harburg) am Sonntag, d. 4. August. Mittags 1°/. Uhr präctse. Abfahrt von der Landungsbrücke, St. Pauli. Karten a 10 Schill, sind zu haben in dm Versammlungm, sowie Ilamlmi-x bei Herrn Traumann, Dragonerstall unter 25, Eberhahn, ZeughauSmarkr 3 k, A. Geib, Rödingsmarkt 12.— In Altona bei Hrn. Ebler, Norderstr. 35, Becker, Holstenstr. 125.— In Wandsbecfc bei Hrn. Jahncke und Sicdentops. Eine ledhaste Veihciligung wird erwartet, um so mehr als der etwaige Cassenüberschuß zu Parteizwecken verwandt wird. Suche jeder in seinem Freundeskreise Karten untei zubringen; für angenehme Unterhaltung ist gesorgt._ Das Festkomitee. Für den Rhein- uud Maingau. Die Adresse des Vcrlranensmannes für Frankfurt am Main ist: Theodor Kalb, Judengaffe 156. Frankfurt a. M.(2) 1 Abonnements-Ewladung auf das mit der Nummer 21 begonnene 3. Quartal der all- wöchentlich Sonntags erscheinenden „Nemesis", Organ zur Hebung allgemeiner Volksbildung. Redaktion: Raphael Schütz, Chemnitz. Diese mit Beginn des Quartals in vortheilhaftem Format er- scheinende, an Material bedenkend vervollkommnete Zeitung hat eS sich zur besonder» Ausgabe gestellt, ihre Leser mit den wichtigsten Eni- deckungen des Menschengeistes aus allen Gebieten verirant zu machen, de» Aberglauben zu bekampsen und alle Ungerechtigkeiten der obwal- tenden Verhältnisse gegenüber den Forderungen der Vernunft zu gei- ßeln und mit der Fackel philosophischer Kritik zu beleuchten. Der Inhalt besteht gcöbtenthcllS aus Originalarbeilen uud ent- hält u. A. Leitartikel, Korrespondenzen, Vermischtes, Literarische« und Unlerhalliingslertüre w. Der Preis des viertcljährl'chen Abonnements(frei ins Haus) be- trägt im deutsche» Reich, ausschließlich der preußischen Stempel« steuer, 10 Ngr. lpraenumsranäo). Da die„Nemesis" über ganz Deutschland, Oesterreich und einen Theil Rußlands verbreitet ist, so finden Inserate die vortheilhafteste Verbreitung und kostet die Zeile 5 Pf. Man abonnirt bei ollen Postanstalten oder bei der Expedition der„RemestS", Dresden, Scheffelstrahe Rr. 3. Im Berlage der Expedition des„Vollsftaat" ist erschienen, resp. von ihr ist zu bezichen: Thlr. gr. pf. F. Engels, Der deutsche Bauernkrieg...— 5— „ Die Lage der arbeitenden Klassen in England— 20— F A. Lange, Die Arbeiterfrage.— 25— Most, Beltachtungen über den Normalarbeitstaq..-- 5 Mahniul an die landwirthschftl. Bevölkerung-- 0 Dietzgen, Nationalökonomischer Vortrag.-- 5 Religion der Sozial- Demokratie, 1. 2. 3..— 1 5 E. Hirsch, NorinalarbeitStag.....—15 Der Staat und das Genossenschaftswesm.-- 5 A. Bebel, Unsere Ziele. 2. Auflage....— 2 5 Reichslagsreden 2. Session....—15 „ Rede i. d. Tonhalle zu Ltipzig d. 14. Juni 1871 über die Leipziger Commune..-- 5 A Geib Der Normalardeilstag.....— 1— Anti-SlillabuS. l Gedicht.)........ 5 3ur Errinnerü..g an die letzte» Mattage 1871 tGedi-vy......... 5 Der Bürgerkrieg in Frankreich, Adresse de» Generalraths der Inte, nationalen Ardeiterassoziatton..— 2 5 Serno-solowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten,' übersevl von S. L. Borkheim...— 2 Dr. Walstcr, das rothe Gespenst..— i— „ Schutz de» Arbeiters in den Gewerkschrften— 1— „ Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman Du. 11. Lieferung s......— 2— Wohnungsfrage, Eine soziale Skizze...— 2— „ von Engels.....—25 Auch sind sämmiliche Lassalle'sche/und sonstig« sozialistische Schriften durch dieselbe zu beziehen._______ An die Leser des„Volkssmal" in Leipzig und Umgegend. Unsere Filiaiervcdttorei, sür Rrubnitz u s. w,(Herr Prcffel). für Plagwitz Kuller sä, n. s. w(Herr Wrichert), wie nnser Colporteür Müller für Leipzig find angewiesen, die Abonne- melitS-Beiträge prjtinii»«ra»«io zu erheben, für das Quartal IZ Gr.. für den Monat 4'/* Gr Wer bis Milte eines Mo- nats nicht bezahlt hat, erhält weiter kein Blatt. _ Tie Expedition des„BokkSstaat." Leipzig: Verantw. Reda ienr iL Muli»; Redaktion u. Expedition Hohestr. 4; Druck u. Verlag o. F. Thiel«.