No. 67 Mittwoch, A. August. <({$''t wöcheiulich 2 mal m Leipzig. Bestellungen nehmen alle Psstanstalten und Buchhand- lunzen dei In- und Au»- lande» an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: die Srpedition, Hohe Str. 4. A. Bebel, PeterSpr. IL, K. Thiele,«tmilienstr. L. «bonvementtpreiS: Für Preußen incl. Stempel- Neuer 1? Sgr., für die übrigen deuischen Staaten IL�/.Ngr per Quartal, per Monat 4'/» Ngr., für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13Ägr. (ftltcluTjebitron für die«er- «inigteu Staaten: F. A. Sorge, Bes 101 Hoboken N.J. viaNewyork Organ der soMl-demokratischen Ardeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Parteigenossen! Es ist notwendig, daß auf dem Mainzer Kongreß alle Orte vertreten seien. Deshalb fordern wir die Parteigenossen dringend auf, an jedem Orte einen Delegirtcn zu wählen, resp. da, wo die Zahl der Mitglieder nicht groß genug, um die Kosten der De- legation bestreiten zu können, sich mit Nachbarorten zu ge- meinschaftlichcr Absendung eines Delczirten zu verbinden. Alle unsere Mitgliedschaften müssen vertreten sein, damit die Partei sich ihrer Zahl bewußt werde und Heerschau halten kann über ihre Anhänger. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Ausschuß. Anträge zum Kougretz. Anträge von I. Krater in Breslau. Der Kongreß wolle beschließen: 1. Die Redaktion des Parteiorgans ist verpflichtet, ohne Zurücksetzung der„Politischen Ucbcrsicht", monatlich vier den Zeilverhältnissen entsprechende Leitartikel zu ver- öffentlichen. 2. Parteigenossen, welche Filialerpeditionen für das Par- lciorgan oder Schriften verwalten, sind verpflichte� bei dieser Verwaltung die einfache Buchführung— Cladde, Kassa- und Hauptbuch— inne zu halten. Den Preiszuschlag für Porto und andre Auslagen�, sowie das etwaige Honorar für diese Berwaltung bleibt den Parteigenossen an jedem einzelnen Orte zu bestimmen überlassen. 3) Alle Abrechnungen über Gelder an den Parteikassirer, an die Expedition deS Parteiorgans und über sonstige im Interesse der Partei verwalteten Gelder müssen von den Ortsrevisoren unterzeichnet sein. 4. Die Vertrauensmänner, resp. Vcreinsvorslände der Par- tei sind verpflichtet, zur Berathung der Kongrcßan- träge mindestens zwei Partei- resp. Vereinsveo sammlungen zu veranlassen. Diese Versammlungen müssen so eingerichtet sein, daß die etwaigen Anträge noch rechtzeitig an den Parteiausschuß behufs Veröf- fentlichung eingesendet werden können. Antrag der Breslauer Parteigenossen: Der Congrcß wolle folgendem Organisationsentwurfe seine Zustimmung geben. A. Sitz der Partei.§ 1 wie bisher. B. Bcitragspflicht der Mitglieder.§ 2, 3 und 4 wie bisher. C. Kongresse und Parteibehörden. § V. Die Formulirung der Parleigrundsätze und die Be- stimmungcn über Organisation und Agitation liegen dem all- jährlich zusammentretenden Partcicongresse mit dem Vorbehalt der Urabstimmung ob. § VI. Die Parteigeschäfte leitet ein Parteiausschuß von fünf Personen. § VII. Die Thätigkeit des Ausschusses wird überwacht durch eine aus 11 Mitgliedern bestehende Controlkommission. § VIII. Die Congrcsse bestimmen den Vorort der Partei, den Sitz der Controlkommission und den Ort für den nächsten Parteicongrcß. Sie wählen ferner den Parteisekretär und entscheiden über die Höhe seines Gehaltes sowie über etwaige weitere an Parteibeamle zu zahlende Entschädigungen. § IX.(wie der bisherige tz 7.) § X(wie der bisherige ß 9.) tz XI. Für die Ausführung der in den§s 9 und 10 enthaltenen Bestimmungen ist der jeweilige Ausschuß verant- wörtlich. ß XII. Jeder Delcgirte hat eine Stimme. Partei- Mitgliedschaften unter 500 Mitglieder dürfen nicht mehr als 2 stimmberechtigte Abgeordnete zum Congreß senden. Je 250 weitere Mitglieder können sich mit je einem Delegirien an demselben belhciligen. Die Mitglieder des Parteiausschusses, des Bureau's, der Controlkommission oder bis 3 andere von ihr beauftragte Mitglieder und der erste Redakteur des Partei- organs nehmen, auch ohne im Besitze eines Mandates zu sein, vollberechtigt an den Verhandlungen theil. Parteimitglieder, welche nicht DeUgirte sind, haben nur berathende Stimme. 8 XIII. Der Parteiausschuß besteht aus 1 Borsitzendens dessen Slellvcrlretcr, dem Sekretär, einem Kassirer,(der eine entsprechende Kaulion zu leisten hat, und einem Beisitzer.(Sonst wie der Hamburger Antrag zum bisherigen 8 19.) 8 XIV. wie der Hamburger Zusatzantrag zum bis- herigen 8 0.) 8 XV(wie der bisherige 8 H») 8 XVI(und XVII wie der bisherige 8 12.) 8 XVI11(wie der bisherige 8 13.) !! �tD'e der bisherige 8 14.) |(wie der bisherige 8 1�-) 4*-�Xl(wie der bisherige 8 16.) « Vy/t1* �ganisation. S aaii. Die Führung der Parteigcschäfte in den ein- zelncn Irrten, in denen die Partei Mitglieder zählt, liegt den Vertrauensmännern ob. Dieselben sind alljährlich und zwar drei lochen nach stattgehabtem Parlcicongreß vom Ausschusse zu ernennen und könrien durch denselben bei nicht pünktlicher Erfüllung ihrer Pflichten von ihrem Amte suspendirt werden. Der Suspension hat unmittelbar die Bestallung eines proon sorischen Vertrauensmannes zu folgen, dessen Amtsthät:gkeit bis zur endgiltigcn Erledigung der Angelegenheit durch die Eon trolkommission dauert, und der alsdann durch einen definitiven Beamten zu ersetzen ist. Das Urthcil der Controlkommission ist auszugsweise im Parteiorgane zu veröffentlichen. 8 XXIII. Die Vertrauensmänner haben die Pflicht für die strenge Ausführung der Parteibeschlüsse und der Aus- träge des Ausschusses zu sorgen und allmonatlich Berichte über die agitatorische Thätigkeit der Partei und deren Erfolge an ihrem Wohnorte an den Ausschuß zu senden, welche durch den- selben gesammelt uno vierteljährlich auszugsweise im Partei- organe veröffentlicht werden müssen. 8 XXIV. Jedem neuen Ausschüsse sind binnen 14 Tagen nach seinem Amtsantrite die Namen und die Adressen der amtirenven Vertrauensmänner durch dieselben und die Vor- schläge der Mitglieder für die Neuwahl einzusenden. Orte, welche die Erfüllung dieser Bestimmung versäumen, sind im Parteiorgane an dieselbe zu erinnern. 8 XXV(wie der bisherige 8 19-) £. Das Parteiorgan. 8 XXVI(wie der bisherige 8 17.) 8 XXVII. Die Redaktion und die Erpedition des Organs sind für alle Maßnahmen dem Ausschusse, der Eon- trolkommission und dem Parteikongresse verantwortlich und haben ihren Beschlüssen, eventuell nach erfolgtem Instanzen- recurs, unbedingt Folge zu leisten. 8 XXV11I(wie der Hamburger Antrag zu dem bis' herigen 8 18.) Die Wiesbadener Parteigenossen beantragen: 1.„daß in Zukunft im Parteiorgane keine Befürwortung der Unterstützung solcher strikenden Gesellschaften statt- finde, welche nicht eine gewisse Zeit vorher eine kleine Gewerkschaft gebildet haben, oder der größten Mehr- zahl nach der social-denrokratischen Arbeiter-Partei an- gehören;" 2.„daß in das Parteiorgan(den„Bolksstaat") von den gewerkschaftlichen Berichten nur solche aufgenommen werden, welche social-demokratischer Natur sind; wird der„Bolksstaat" als Gewerkschaftsorgan beibehalten, so sind nur solche Berichte aufzunehmen, welche von dem Vertrauensmann mit unterschrieben sind; ausgenommen hiervon sind die Berichte über Gründung von Unions gewerkschastcn." Anträge der Münchner Parteigenossen*): 1. Der Congrcß wolle die Redaktion des Parteiorgans verpflichten, an die Spitze jeder einzelnen Nummer einen je nach Möglichkeit größern oder kleinern Leitartikel nach streng sozialistischen Grundsätzen gleichviel aus welchem Gebiete in belehrender Form zu setzen; ferner daß das Parteiorgan zu Anfang jedes Quartals außer der Bekanntgabe des Programms und der Statuten auch noch in gedrängter Kürze eine Erläuterung der einzelnen Punkte des Programm zu geben habe. 2. Der Congreß möge nach dem Antrage Bebels zum vor. Congreß den Namen der Partei in„sozial-demo- kr»tische Partei" abändern. Motive nach Bebel. 3. Der Congrcß möge erklären, daß es den Parteimit gliedern obliegt, mit den bestehenden religiösen Vor- urtheilen zu brechen, was nur durch Austritt aus den bestehenden Religionsgenosscnschaften faktisch constatirt werden könne. 4. Der Congreß möge beschließen resp. dafür Sorge tragen, daß nach Ablauf eines jeden Quartals im „Volksstaat" durch den Parteiausschuß bekannt gemacht wird a) die Zahl sämmtlicher Parteimitglieder an den einzelnen Orten, ft) in wie weit sich durch die Agitation im verflossenen Quartal die Mitgliedschaft erweitert hat. 5. Die Aufgabe jeder Parteimitgliedschaft muß es sein, ein statistisches Bureau an ihrem Orte zu begründen und stetig zu erhalten. Franz Schneider, Klessinger, Vertrauensmann. Schriftführer der betreff. Versammlung. Ferncrc Anträge der Münchener Parteigenossen: Der Kongreß möge beschließen: 1. Eine Anleihe von 1000 Thlrn. zum Zwecke der un- mittelbaren Agitation in der Weise der„Volksstaat"-An- leihe vom vorigen Jahre von den Parteimitgliedern aufzunehmen. 2. daß dem Parteiorgan allwöchentlich eine Beilage bei- zufügen sei, in welcher die brennenden sozialistischen Fragen in populärer, agilatorisch-wirkendcr Weise be- sprochm werden. Die Beilage möge gedruckt werden mit einem Mehr von 1js der Auflage des ,, Volksstaat", damit sie zur Agitation zweckmäßig verwendet werden könne. ») Die beigefügte�Motivirung der Anträge wird dem Congreß mitgelheilt werden. 3. Das Parteiorgan wöchentlich dreimal im jetzigen For- mal erscheinen zu lassen, sobald die Zahl der Abonnen- tcn kein Deficit entstehen läßt. Anträge der Limbach er Parteigenossen: 1. Der Congreß wolle beschließen: Gewerkschaftsberichte nicht mehr im Parteiorgan, sondern, wenn irgend mög- lich, die betr. Berichte, je nach Bedürfniß, in einer Bei- läge, zu bringen. 2. Die Unterstützung der Gemaßregelten soll nur durch den Ausschuß stattfinden, demzufolge die Parteigenossen verpflichtet find, die zu diesem Zwecke gesammelten Beiträge unter allen Umständen an den Ausschuß ein- zusenden. 3. Der Congreß wolle beschließen: das Programm der sozial-demokratischen Arbeiterpartei in solcher Masse drucken zu lassen, daß es den verschiedenen Orten auf Verlangen sehr billig zugestellt werden kann, um dasselbe bei Volksoersammlungen jedem Besucher, als Agitanonsmittel, einhändigen zu können. 4. Der Congreß wolle beschließen: darauf hinzuarbeiten, daß eine Einigung mit den Mitgliedern des Allg. dcuschen Arbeiler-Bereins zu Stande kommt. Polittsche Uebersicht. Durch die fortschrittlichen Blätter geht in der Regel beim Herannahen jeder Saison ein leiser Klageton über„die er- drückende Last des Militärctats", um den Abonnenten eine Bürgschaft zu geben, daß auch im nächsten Quartal in der altgewohnten„Freisinnigkeit" redigirt werden wird. Heuer ist diese Abonnementseinladung etwas frühzeitig erschienen; obschon wir erst in der Milte des Quartals stehen, liest man doch schon in den Blättern:„Eine recht dankenswerthe statistische Zusammenstellung der Militäretats in den europäischen Ländern ergibt als Gesammtziffei: des Friedenspräsenzstands aller europäischen Heere 2,584,826 Mann. Die Kosten für diese unproductive Berwerthung so coliossaler Arbeitskräfte be- ziffern sich— als Norm den im deutschen Reiche maßgeben- den Satz von 225 Thalcr pro Kopf gerechnet— auf jährlich eine Milliarde drei Millionen Gulden(1003,000,000)."— Auch der Frankfurter„Arbeitgeber" fühlt das Bedürfniß, seine An- tipathie gegen„zu viel Militär" auszusprechen; er sagt in einem Artikel der Nr. 795„Eine Armee auf dem Friedens- fuße":„Die amerikanische Armee ist nun vollständig auf dem Friedensfuß und zählt circa 30,000 Mann. Deutschland hat bei fast gleicher Einwohnerzahl wie Amerika mehr als 13 Mal so viel Mann auf den Beinen. Die amerikanische Armee kostet schon viel Geld, aber die deutsche kostet doch noch viel mehr. Die Kosten für die amerikanische Armee betragen nämlich 32,415,473 Dollars und die Kosten für die Reichsarmee über 90 Millionen Thaler. Rechnet man, daß dieselbe per Jahr mindestens für eben so viel Werthe produciren könnte, so kommt unsere Armee auf 180 Millionen Thaler zu stehen." Es wird dann weiter ausgeführt, daß die amerikanische Armee vom Staat zu nützliche» Zwecken verwendet wird, wogegen die deutsche nur zu nutzlosem Exerziren, und der obligate Wunsch mit Fragezeichen ausgesprochen, daß es auch bei uns dereinst so werden möge. Ganz hübsch; nur hat der Herr Verfasser einen Fehler gemacht: denn er hat vergesse», bei seiner Be- rechnung das Verhältniß des Geldw.'rthes in Deutschland zu dem in Amerika in Anschlag zu bringen, wodurch der Contrast zwischen dem amerikanischen und deutschen Militäretat noch greller hervorgetreten wäre. Bei dieser Gelegenheit sei auch erwähut, daß man in den höheren Regionen augenblicklich an die Vermehrung der Artillerie(vorläufig, um die Dummen zu fangen, blos um 10,000 Mann) denkt und daß nach einem von der„Kölnischen Ztg." gegebenen Resumv einer vom Statistiker Engel gemachten Zusammenstellung„die Zahl der Tobten bei dem gesammten deutschen Heere während des FeldzugS von 1870/71 40,88l Mann beträgt. Davon sind im Gefecht gefallen 17,572; ihren Wunden erlegen 10,710; verunglückt 316; durch Selbstmord gestorben 30. An Krankheiten verstorben: an der Ruhr 2000, am Typhus 0965, am gastrischen Fieber 159, an den Pocken 261, an der Lungenentzündung:c. 500, an anderen acuten inneren Krankheiten 521, an der Schwindsucht 529, an anderen chronischen Krankheiten 249, plötzlich 94. ohne Angabe der Krankheit(!) 556, ohne Angabe der Todes- Ursache(!) 419 Mann.— Die Zahl der Vermißten be- trag 4000." Diese 4000 sind unter die 40,881 nicht mitgerechnet. Die 550, die„ohne Angabe der Krankheil"— micht„verstorben" sind, sondern—' in der Engel'schen Zusammenstellung als„verstorben" aufgeführt sind, gehören wohl in einunddie- ielbe Kategorie mit den 419 Mann, die„ohne Angabe der Todesursache" in der Todtenliste stehen; es sind also 975 Mann,— d. h. unter 23 Kranken je einer— um die man ich während ihres Krankseins so wenig gekümmert hat, oder auch kümmern konnte, daß nun nicht einmal zu ermitteln ist, was ihren Tod herbeigeführt hat. Das beweist, wie mangel- Haft die Krankenpflege im Felde war.— Höchst unglaubwürdig erscheint es uns sodann, daß nur 30 Selbstmorde vorgefallen sein sollen; die Ziffer dürfte, wenn man die be- trächtliche Zahl der Selbstmorde in Friedenszeiten dagegen hält, unfern Verdacht rechlfertizen, daß unter den 975 sozusagen obskur Verstorbenen eine erhebliche Anzahl von Selbst- Mördern sich befindet, welche man aus leicht begreiflichen Gründen in jene Kategorie einrangirt hat.— Die Zahl der im Wahnsinn Verstorbenen ist in dem Resume der„Kölnischen Ztg." nicht angegeben', wahrscheinlich in dem Engel'schen Werke. Wovon aber die Statistik nichis berichtet— und bei ihrem heutigen Stand nichts berichten kann— das ist die Unsumme Derer, welche anscheinend wohlbehalten aus dem Kriege zurückgekehrt, nichtsdesto weniger aber den Todeskcim sich von da mitgebracht haben, der in mehr oder minder kurzer Zeit seine naturgemäße Entwickelung vollendet. Die Leute dieser Kategorie übertreffen an Zahl die während des Krieges Erkrankten.— Die„Magdeburgische Ztg." kann sich noch immer nicht über die Vaterlandslosigkeit deS Kapitals beruhigen. Unterm 15. August läßt sie sich aus Berlin schreiben:„Wie Leute von der Börse erzählen, haben die hiesige DiSkontobank und das BankhausL. Blcicbröder bei der französischen Mil- liarden-Anleihe ein kollossales Stück Geld ver- dient. Man behauptet, ein paar Millionen Francs sich gut zu schreiben, sei jedes der beiden Häuser in der Lage. Noch höher beläuft sich das Geschäft, das von den verschiedenen Häusern Rothschild gemacht worden ist. Man wird des Verhaltens der deutschen Bankiers gegenüber Frankreich eingedenk bleiben, um genau darauf zu achten, von welcher Finanzpolitik sie sich leiten lassen, wenn einmal Deutschland wieder in Roth gcrathen sollte. Der Himmel bewahre uns vor Krieg und sonstiger Calamität, denn voraussichtlich würde in solcher Lage abermals der kleine Kapi- talift und Sparer vor die Bresche sich zu stellen haben. Bcr- lin allein, d. h. die beiden oben genannten Firmen, offe- rirte dem französischen Staat mehr, fals er im Ganzen begehrte. Daß der preußische Finanzminister von den großen deutschen Häusern so gut wie Nichts bekam, als er hundert Millionen einforderte, haben wir schon neulich dargelegt und aus die Einzelverhältnisse mit offiziellen Ziffern hingewiesen. Wie ein Abgeordneter uns mittheilt, wird man in der nächsten Session des Landtags Veranlassung nehmen, den Finanzministcr auf das Unthunliche früherer Praxis auf- merksam zu machen, wonach große Häuser Anleihereste zur Unterbringung erhielten. Denn während diese Häuser in kri- tischen Momenten sich zugeknöpft verhalten, drängen sie sich in ruhigen Zeiten zu Geschäften, bei denen sie den Gewinn den- jmigcn kleineren Kapitalisten nehmen, auf deren Opferjreu- digkeit zu allen Zeiten mit Sicherheit gerechnet werden darf. Kein Geschäft mit Bankiers mehr, sondern nur noch National- subskriptionen. Dabei fährt der Staat am besten, der so viel Kredit hat, daß er der Vermittlung von Bankhäusern bei kei- nem Anlaß bedarf."— Der Appetit kommt beim Essen. Der„Pesther Lloyd" schreibt:„Nach Briefen, die uns aus Berlin von ganz competcntcr Seite zugehen, sieht man dort in maßgebenden Kreisen seit 1870 den Krieg gegen Rußland ebenso sehr als eine bloße Frage der Zeit an, wie nach dem Prager Frieden den gegen Frankreich. Daß aber, sobald in Petersburg ein Umschlag erfolgt, die Coalition fix und fertig dasteht, darüber kann doch kein Zweifel obwalten. Einem hochberühmten Aegyptologcn, der auS dem Orient zurückkam und bei Hofe ebenso gern gesehen wird, wie er von früher her bei Bismarck ein lieber Gast ist, lachte einer der prinzlichen Adjutanten ge- radezu i»s Gesicht, als er seine Freude über die Friedensära äußerte, die nunmehr angebrochen sei.„Friedenszeit?" hieß es,„Mann, da gehen sie in unsere Offizierschulen und sehen Sie, mit welchem Eifer dort das Russische studirt wird, wie die russischen Generalstabskarten aufgekauft werden und mit welcher Sorgsalt die Regierung sie massenweise copiren läßt!" Die„sittlich verkommenen Franzosen". Der„Frankfurter Ztg." schreibt man aus Paris:„Ein Bürger von Sedan, Hr. Varinet, hatte vor einiger Zeit mit eigener Lebens- gesahr einen bayerischen Soldaten, der in der Maas badete, vom Ertrinken gerettet; die preußische Regierung sandte ihm dafür eine Auszeichnung; Hr. Varinet nahm sie aber nicht an sondern verlangte als Belohnung,— da man ihn doch einer solchen für würdig erkannte,— die Freilassung eines bis jetzt in Deutschland zurückgehaltenen Franzosen."— Jules Favre gehört zwar in die Klasse der weiner- lichen Verbrecher, aber mit der ihm eigenen weichthierischen Milch- und Thränenbrei-Sentimentalität ist doch eine kolossale Dosis von Unverschämtheit, ja obsolute Schamlosigkeit ver- banden. Genau zwei Monate nach der großen Blutwoche, an der er selber so viel Mordantheil gehabt hat, wurde die- fem scheinheiligen Burschen bekanntlich im offenem Gerichts- Hof die Maske herabgerissen, und der fromme Vertheidiger der Familie und des Eigenlhums als gemeiner Erbschleicher, Spitzbube und Ehebrecher entlarvt. Damals vergoß er er keine Thränen, die er nur bei Begehung von Schurken- streichen nöthig zu haben scheint. Mit eherne Stirn trotzte erden verachtenden Blickendes Publikums, undrsuhr ungenirt fort, sich im öffentlichen Leben zu bewegen. Es bedurfte förm- lichen Zwangs, ihn aus dem Ministerium herauszutreiben, an das er sich anklammerte, wie ein Geizhals an sein Geld. Im Uebrigen lhat er nach wie vor, als ob nichts geschehen wäre. Umsonst ließen' ihn die Pariser Advokaten bei den letzten Wahlen in ihrem Rath, dem er seit drei Jahrzehnten ununter- brachen, zuletzt als Präsident, angehört hatte, mit Schimpf und Schande durchfallen— nicht eine Stimme bekam er!— Auch dieser Fußtritt war nicht genug. Es mußten stärkere Mittel angewandt werden, um diesen frechen Gesellen in das Dunkel der bewußten Verbrecherexistenz hinein zu treiben. Und sie wurden angewandt. Vor einigen Tagen fizurirle er in einem Proceß als Anwalt des Angeklagten; dies gab den Anlaß: Einer der Geschworenen erklärte in seinem und mehrerer Collegen Namen, Herr Jules Favre flöße ihnen in Folge seiner notorischen Vergangenheit und seines gebrand- markten Charakters einen derartigen Ekel ein, daß sie den von ihm vertretenen Angeklagten nicht mit der nöthigen Unpartei- lichkeit betrachten und beurtheilcn könnten. Herr Jules Favre gerieth— in zerknirschte Verlegenheit'?— nein!!— in sittliche Entrüstung,„schlug sich im Gefühl seiner Tugend auf die Brust", schwatzte von Ehre und Sittlichkeit! Doch— das Maaß war voll; die Geschworenen bestanden auf ihrem Protest, sie mußten entlassen, ein anderer Prozeßrermiu anberaumt werden, und— Jules Favre ist moralisch aus dem Barreau(der Advokatenkorpocation) hinausgeworfen, wie weiland aus dem Ministerium. Jetzt ist er bloß noch in der Vcrsailler Kammer — und diese wird ihn nicht ausstoßen, den i sie paßt zu ihm und er zu ihr.— Wir lesen in verschiedenen Blättern:„Wie aus einem Artikel der Times zu ersehen, konstatirt der letzte Jahresbericht der beiden Englischen Fabrikinspektoren Baker und Redgrave— vom 1. Mai l87l bis Ende April 1872— die wohlthätigen Folgen des durch die Gesetzgebung seit 1833 in forschreitendem Maße und Umfang gewährten Schutzes der Kinder- und Frauenarbeit und für die Gesund- heit der Arbeiter insgesammt in den englischen Fabriken und Werkstätten, eines Schutzes, dessen Handhabung der Auf- ficht der beiden genannten Inspektoren als obersten Beamten anvertraut ist. Es wird in dem Berichte hervorgehoben, daß die Haltung der Arbeitgeber mehr und mehr entgegenkommend gegenüber den zum Wohle der Arbeit eingeführten gesetzlichen Schutzmaßregeln und namentlich, daß die kleinen Unterneh- mer, welche erst neuerdings— durch das„Werkstättcnzesetz" von 1867 und 1871— den Fabrikinspektoren untergeben worden sind, sich durch aufrichtiges Zusammenwirken mit den Wünschen und Aufgaben der letzteren, sowie durch eifrige Be- folgung der gesetzlichen Vorschriften vortheilhaft Hervorthun, wenn man namentlich sich erinnert, auf welchen Widerstand früher die Fabrikgesetzgebung bei den großen Unternehmern, auf welche sie anfänglich beschränkt war, gestoßen ist. Jetzt scheinen sich alle Unternehmer davon zu überzeugen, wie wohl durchführbar nicht blos, sondern auch wie wohlthätig für alle Thcile jene Gesetzgebung ist.— Beide Inspektoren sehen in ihrem Berichte die gegenwärtige englische Fabrikgesetzgebung auch keineswegs als vollendet an; sie verlangen vielmehr u. A. folgende weitergehende Beschränkungen: während jetzt auch Kinder im Aller von 8 Jahren in Fabriken beschäftigt werden dürfen, verlangen sie eine Erhöhung desMinimal- alters auf 10 Jahre; ferner die Ausschließung gewisser ge- sundheilszefährlicher Beschäftigungen für Kinder unter 13 Jahren. Der eine der beiden Fabrikinspektoren, Mr. Red-' grave, verlangt sogar, daß die Gesetzgebung die Be- schäftigung aller verheiratheten Frauen beschränke. Der letztere Vorschlag erscheint der„Times"(natürlich!) bedenk- lich; und Mr. Redgrave selber erkennt an, daß hierbei d'e Mit- Wirkung einer gestiegenen Gesittung der Arbeiter selber mit in's Auge gefaßt werden muß." Nicht uninteressant, wenn auch leicht erklärlich, ist, daß die kleinen Arbeitgeber den Fabrikanten sich gutwillig unter- warfen; wie sehr die großen sich dagegen gesträubt haben, das lese man imMärx'schen„Kapital" nach, wo die Geschichte der englischen Fabrikgesetzgebung mit ebenso großer kritischer Meisterschaft als Vollständigkeit gegeben ist. Die Vermuthung der Herren Inspektoren, dieser Widerstand habe neuerdings einer bessern Ueberzeugung Platz gemacht, steht beiläufig in der Lust und wird durch nichts Thatsächliches unterstützt. Daß die englische Gesetzgebung Flickwerk ist und die In- tercssen der Arbeiter nur sehr ungenügend wahrt, brauchen wir besonders nicht hervorzuheben. Leipzig. Herr Exdemokrat und Polizeidirektor Rüder hat über den verantwortlichen Redakteur d. Bl. A. Muth 6 Tage Gefängniß verhängt,— Recurs an die Kreisdirectiou erfolgt selbstverständlich— weil wir in No. 64 gesagt, wir wären„mindestens eben so schlau— wie gewisse Leute!" Da- runter glaubt Herr Rüder verstehen zu müssen, wir hätten die bestimmte Absicht ausgesprochen, das von ihm erlassene Ver- bot(die Vermittelung der Haager Kongreßmandate an hinrei- sende Delegirte zu übernehmen) zu übertreten. Wenn Herr Rüder die Absicht der Gesetzesverletzung untrennbar von der „Schlauheit" hält und unter„gewisse Leute" sich gemeint fühlt, so hat er damit auch sich selbst als einen Gesetzes- Übertreter denunzir:,— was beiläufig nichts weniger als „schlau" und der beste Beweis dafür ist, daß wir unter„ge- wisse Leute" nicht ihn gemeint haben können. Es wäre auch sehr schlimm um uns bestellt, wenn wir uns in der„Schlau- heit" bloß mit einem Manne messen könnten, dessen geistige Bedürfnisse Abend für Abend(von 8—11 Uhr) nur am „Stammtisch" der Bereinsbraucrei ihre vollste Befriedigung zu finden vermögen. Internationale Mctallarbeiterschaft. Braunschlvetn In d-r am 10. Juli stattgehabten Versammlung wurde C. H. Illüller, Scharnstr. 22, zum Bevollmächtigten, C. Wünsch, Bohlweg 16, zumCassirer. Äug. Engelke, W. Lursch, Ostermann zu Revisoren gewählt. Im Austrage: C. H. Muller, Bev. In einer gemeinschaftlichen Versammlung der hiesigen Gewerk- schasien, soweit sich dieselben der Union angeschlossen, wurden zur Eontrolkommission gewählt: Von der Holzardeitergewerkschaft: Schräder. Von der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter-Gewerkschaft: B. Bertram. Metallarbeiter- schaft: C. H. Maller, H. Ostermann, I. Bluhme. In einer«ngern Sitzung der oben Benannten wurde E. H. Müller. Scharnstr. 22,'.um ersten, I. Bluhme zum zweiten Vorsipeiiden, L. Bertram, Kaiserstr. 28, als Schrifisährer, H. Ostermann dessen Stellvertreter, Schräder als Beisitzender gewählt. Im Austrage der Unions-Eontrol-Comission C. H. Müller. Internationale Gennrksffenossenschaft der Schnhmacher. Dresden. 18. August. Nachdem auf dem Erfurter Kongreß Dresden zum Vorort bellimmt wurde, erfolgte am 15. die Consti- tuirung des neugewählten Berwaltungsraths. Gewählt wurden: Hein- rich Zilger zum ersten, Hermann Töllner zum zweiten Borsitzenden, August Stengel zum ersten, Earl Kreische zum zweiten Kassirer, Carl Lottenburgcr zum ersten, Joseph Neißner zum zweiten Schriflssthrer, Liebscher, Klemp, Schölzel als Controleure, Hei- nert, Leuschke als Ersatzmänner. Die hier Verzeichneten haben die Verwaliuug übernommen und legen das Versprechen ab, treu und streng ihre Schuldigkeit zu thun, richten aber auch an alle Mitglieder, insbesondere an die Bevollmächtigten aller Orle die dringende Bitte, etwas pünktlicher als zeither ihren Pflichten nachzukom- men; es ist noihwendiger als je, daß sich unsre Kollegen zusammen- jchaaren, um vereint einen Damm gegen die alles überflulhende Ka- pitalmacht zu gründen. Kollegen! Ihr, die ihr als die intelligeiitesten und bravsten be- reits-ingetreten seid, thut eure Schuldigleit, seid Männer, rüttelt die Schläfer aus, damit endlich auch diese begreisen lernen, daß Niemand eruteit soll, ohne gesäet zu haben; sagt ihnen, daß-s nicht brav, nicht edel, daß es nicht ehrenhast-männlich ist, seine Brüder im Kampfe I gegen den unerbittlichsten aller Feinde allein zu lassen und selbst die Hände müßig im Schooße zu befallen. Alle Geschäftsbriefe sinv franlirl zu adressiren an Heinrich Zilger, Rntda-instraße Nr. 5. Alle«Ietobriese au August Sten- gel, Schuomachergaise Nr. 2, 4 Tr. Mit herzlichem Brudergruß der Verwaltungsrath Zilger, derz. Vors. !�B. Das Jnv-iitar ist bei uns eingetroffen. Wirbiiten die Bevollmächtigten aller Orte, uns sofort die genruen Mitglieoerver- zeichnisse zuzusenv.m, damit wir im S:an)e sino, oie durchaus nöthige Ordnung zu schassen. D. O. Abrcchnuilg VeS Tischler-Ztrile'S zu Dresden. Obgleich der Strile oer Arbiltsrecoinm i loallonS-Käcieu und der gehörigen Regulirung der ganzen Ängelcge iheir noch nicht beendet ist, auch deshalb noch vor Zuzug zu warnen ist, so fühlen wir uns doch ver- pfliptel, den Rechnungsabschluß unseren auswärtigen und Dresdner Freunden und Collegen gegenüber zu verössenttichen, gleichzeitig sprechen wir unser» oerbtndllchsten Dank und brüderlicheu Gruß hiermit aus. Einnahme: Berlin 210 Zlhlr. 3 Ngr. 5 Pf; Chemnitz 40 Thl. 2 N zr. 5 Pf.; Leipzig 26 Thlr. 27 Ngr.; Halle 21£hlt. 23 Ngr.; Hannover 20£hlr. 20 Ngr.; Bremen 18 Thlr. 5 Ngr.; Stuttgart 33 Thlr. 16 Ngr.; Königsberg 11 Thlr. 8 Ngr.; Cobnrg 3 Thlr.; Stade 4 Thtr. 23 Ngr.; Zwickau 4 Thlr.; München 4 Thtr. 22 Ngr. 2 Pf.; Ersurl5 Thlr.; Magdeburg 5 Thlr.; Gotha 9 Thlr.; Würzen 4 Thlr.; Gera 6 Thlr. 25 Ngr.; Augsburg 5 Thlr.; Wandsbeck 5 Thlr. 10 Ngr.; Mainz 6 Thlr. 2t Ngr. 1 Ps.; Crimmitschau 2 Thlr.; Fürth 4 Thlr. 6 Ngr.; Sosfner, Hot.vildhauer 10 Thlr.— Summa: 466 Thlr. 14 Ngr. 1 Pf.— Einnahme von Dresden: Kaps'sche Fabr. 93 Thlr. 20 Ngr. 5 Pf.; Rönilch'sche Fadr. 36 Thlr. 24 Ngr. 5 Pf.; Kurtz'sche Werkst. 21 Thlr. 14 Ngr. 3 Pf.; Friedrich'sche Fabr. 4 Thlr. 22 Ngr. I Ps.; Schlick'sche Ma>chineiifabr. 5 Thlr. 22 Ngr.; Bürstenmacher 5 Thlr.; Bock'sche Werlst. 6 Thlr. 14 Ngr. 5 Pf.; Jähnerl'sche Fabr. 18 Thlr. 5 Ngr.; Rode'sche Werkst. 3 Thlr. 21 Ngr. 5 Pf.; Barnewitz'sche Fabr. 5 Thlr. 4 Ngr.; Stell- macher 3 Thlr. 16 Ngr.; Naumann. Sl.-F. 3 Thlr.; Bierling'sche Leder-Fabr. 5 Thlr. 2 Ngr.; Türpe'sche Fabr. 43 Thlr. 24 Ngr.; Maier'sche Fabr. 41 Thlr. 4 Ngr. 5 Pf.; Hagspiel'sche Fabr. 9 Thlr. 7 Ngr.; Lehmann'sche Werkst. 6 Thlr. 2 Ngr. 5 Ps.; Tischler-Associatioit 7 Thlr. 15 Ngr.;«eier, St.-F. 12 Thlr. 25 0igr. 5 Pf.;«ölich-r Vers. 25 Thlr.; Räd-'sche Werkit. 7 Thlr.; Kühn,cherf'sche Schl.-Werkst. 18 Thlr. 10 Ngr.; Siebman'sche Gl.-Fabr. 17 Thlr. 5 Ngr.; Reichelt'jche Werkst. 4 Thlr. 16 Ngr.; Gewerkschaft der Schuhmacher 6 Thlr.; Ueberschuß vom Tischlerkränzchen 36 Thlr. 19 Ngr. 7 Ps.— Summa: 443 Thlr. 25 Ngr. 6 Ps. Eingegangene Gelder in Hauptvelsammlungen 151 Thlr., 9 Thlr., 3 Thlr.; eingegangene Privatgelder und einzelne Werkstätten 136 Thlr. 4 Ngr. 3 Pf. Ausgabe: Reis, Unterstützung 123 Thlr. 18 Ngr. 8 Pi.; Strileunterstützung 902 Thlr. 17 Ngr.; Lokalausgaben 149 Thlr. 10 Ngr. IPs.; Schreib- Material 7 Thlr. 22 Ngr. 4 Ps.— Summa: 1195 Thir. 3 Ngr. 3 Pf. Sa. aller Einnahmen: 1197 Tylr. 23 Ngr. 3 Ps. Sa. aller Ausgaben: 1195„ 8„ 3 Ps. bleibt Kassenbestand: 2 Edlr. 15 Ngr.— Ps. Das Strike-Comitee: F. Arnold, Bors., Ä. Schneider, Cass. Leipzig. Logik der Fälscherbande des„Neuen". Derselbe schreibt in Nr. 94: „Unsere Parteigenossen Hart mann und Frohme werden wegen der gegen sie erhobenen Hochverrathsanltagen vom Leipziger „Volksstaat" jetzt oerhöhnt.(?) Es erinnert uns diese Heldentbat an das Beifallsklatschen, in welches die Berliner Bourgeois ausbrachen, als Lassalle in einer Versammlung verhaftet wurde. Bis zu welche n Grad der Schmähungen sich der„Voltsstaat" versteigt, zeigen übrigens folgende Aeußeruiizen desselben: „„Drittens würde auch ein wirklicher HochoerralbSprozeß i» Preußen keinen Beweis für die Unschuld des..Neuen" und seines Hasselmann und Hasencleoer bilden; oder wäre es z. B. in Frankreich nicht schon oft vorgekommen, daß die Polizei ihre eigenen Agenten als Hochverräther ei» sperrt'? „Was würden ine Herren von der Eiseaacher Partei wohl sagen, wenn sie in unserm Blatte eine ähnliche Behauptung lesen, wie z. B.: ,,„ES kann ein Hochverrathsprozeß in Sachsen kün-u Beweis für die Unschuld des„Volksstaat" und seines Liebknecht und Bebel bilden; oder wäre es z. B. in Frankreich nichr schon osr genug vorgekommen, daß die Polizei lhre eigenen Agenten als Hochoerräther einsperrt?" „Die schmähsüchiige Redaktion des„Volkstaat" schlägt sich, wie man sieht, mit ihren eigenen Worten." Soweit der„Neue". Es giebt eme A>t, zu lügen, die nicht— wie die gewöhnliche Art des LügenS— darin besteht, haß man etwas Un- wahres sagt, sondern darin, daß man etwas Wahres verschweigt. Aus diese, die heimtückischste Art deS Lügens oerUehl sich namentlich der „Neue". Zunä i st behauptet er, wir hätten die Herren Frohme und Hartmann„wegen der gegen sie erhobenen HochverrathZanklage oer- höbnt", verschweigt aber wohlweislich, worin eigentlich diese„Per- höhnuug" bestehen soll,— im Vertrauen darauf, daß seine Leser»hm Alles auss Wort glauben. Dann reißt er einen Satz(„Drittens u. s. m.") aus unserer Polemik heraus, um angeblich die Redaktion des „Volksstaat"„mit ihren ei gcnen Worten" zu schlagen, in Wirklichkeit aber bloß leeres Stroh dreschend. Der„Nene" lägt näinlich, indem er als Retourkutsche e>nen so famosen Vergleich zwilchen sich und dem „Volksstaat" an'teüt, oie Voraussetzung weg, upne welch: jener Vergleich, obschon logisch haltlos, doch einen Anschein von Richtigkeit erhält— ein Kniff, der>o schlau ist, daß ihn jedenfalls nur wenige Leser beachtet haben werden. Diese Boraussetzung lautet etwa:„Es ist erwiesen, daß Schweitzer und Eonsorten' preußische Polizei- agenten sind." Daraushin zielt nun die Behauptung des„Volksstaat", gegenüber der Prahlerei des„Neuen" mit dem Harlmaiinschen Prozeß, vrß auch ein Hochverrathsprozeß keinen Beweis für die Unschuld de«„Neuen" bilden würde, sintemalen in Frankreich auch Polizeiagenie> zum Schein als Hochoerräther eingesperrt worden sind. Es ist also gesagt, daß durch einen Prozeß nichts für(und eben- sowenig gegen) Jeinand bewiesen ist, zumal wenn beretls positive Beweise nach irgend einer Richtung hin vor- liegen. Wenn demnach Beweise vorhanden wären, daß die Männer des „Volksstaat" Agenten der Sächsischen Regierung sind, wie es in Bezug auf Schweitzers und Consorrea Veroatznizzur Preußischen Regierung der Fall ist, dann wü de allerdings„ein Hochverraths- Prozeß>n Sachfen keinen Beweis für die Unschuld oes„Bolks- slaat" bilden u. s. w." Da aber noch Niemand auch nur die leiseste Vermuthung erhoben, geschweige dei.ii einen Schatten von Leweis erbracht har. Daß die Männer des„Vollsstaat" Agenten der Sächsischen Regierung seien, so ist der Vergleich des„Neuen" völlig halllos, denn es fehlt ihm jene Unterlage. Wenn der„Neue" künftig wieder auf Retourkutsche fahren will, muß er sich ein besseres Borges pann besorgen. Wir hosten, daß der„Neue" an den Lektionen der letzten Woche eine Weile genug haben wird und schließen hiermit die aus Anlaß des G-neralversammlungs- Protokolls bervorgegangene Potemik mit ihm, indem wir unsere Leser um Entschuldigung bitien, daß wir noch- gedrungen einen beträchtlichen Theit deS Raumes d. Bt. zu;o uner- freulichein Zwecke verwenden mußten. Leipzig. In der Nummer 65 des„Volksstaat" lesen wir, daß die Brüsseler Kürschner mit der Fachgeuonenschaft der(wenn wir richtig verstehen) Leipziger Kürschnergehülfen in Verbindung treten wollen, und beeilen wir un« daher denselben unsere Aoresse zu über- Mitteln: Franz Trost bei Hrn. Hütloss, Frankfurterstraße Nr. 63/b. Hintergebäude. Wir sind gern erdötig, Statuten zu übersenden. Wir bitten daher um die Adresse der Brüsseler Collegen, damit wir wissen, ail wen wir die Correspondenz zu richten haben. Der Fachverein der Kürschner. Leipzig Zum Parteikougrest. Von d?n bkiden an der Zpitze der htut'ge» Nummer stehenden Anirägen der Wiesbadener Parteigenossen kann dreist angenommen werden, daß der Kongreß über dieselbe» ohne Weiteres zur Tagesordnung übergehen wird. Denn die Stellung, die dicic Anträge der sostaldemokratischen Partei in der all- gememen Arbeiteibewcgung anweisen wollen, ist gradezu eine anli- sozialdemokratische zu nennen. Als das fortgeschritlendste Element hat die Sozialdemokratie die Ausgabe, in dem Klassenkampf des Proletariats überall ohne Ausnahme rathend, belehrend und helfend zu wirken, gleichviel ob die engagirle» Arbeiter sich zur Sozialdemokratie bekennen oder nicht. Was wäre denn sonst an der Idee der Sozialdemokratie, wenn sie den von ihr durchdrungenen nicht befähigte, in erster Reihe für die Emanzipation der arbeitenden Klassen einzutreten? Ueberlajsen wir es dem allgem. deutschen Arbeiterverein, die Ar- beiter in seine Reihen zu„presse»;" der Sozialdemokratie würde cS schlecht austehn, erst nach dem Glaubensbekenntnift zu fragen, bevor sie die Unterstilhung„stritender Äesellschaften" befürwortete. Dressen. 15. August. Zn einer gestern staugefundeuen Versamm- lung oer hiengen Paricigenossen wurde beschlossen, eine beabsichtigte Volksversammlung auf Sonnabend über 8 Tage, den 24. d. M. einberufen. Als Tagesordnung für dieselbe ist vorläufig bestimmt worden: I) Die Prinzipien der Sozial-Demokratie und daS jetzige Verhalten der Arbeiter zu denselbe». 2) der bevorstehende Partei- Kongreß zu Mainz. Als Referent warder seit einiger Zeit in Löbtau bei Dresden wohnende Scheu aus Wien in Aussicht gestellt, allein demselben ist vor einigen Tagen bereit» die polizeiliche Ausweisung ange- droht worden, und ihm ein längerer Ausenthalt zur Vollendung seiner bigonnenen jrylographfichen Arbeiten nur unter der Vedingung gestaltet,' jede weitere Thailgkeit für die Partei zu unterlassen. Auf Befragen hatte die Polizei als Motiv angegeben, sie müsse sich doch gegen uns nach Kräften wehren!— Da nun aber erfabrungS- gemäß das Interesse der Arbeiter sllr die Volksversammlungen allemal cm weit größeres ist, wenn statt eines hiesige» schon längst bekannten Sprechei s ein fremder Referent auftritt, so wurde alS solcher von Eckstein ein Leipziger Parteigenosse in Vorschlag gebracht. Es wurde sooan» zur Wahl des Delegirten sur den Mainzer Partci-Congrcß verschritten, und der Unierzelchnete mit über*/• Ma- jorität gewählt. AlS Gegenkaildilat war Eckstein aufgestellt worden, welcher zedoch als Delegirler für Eamenz nach Mainz gehen wird.— Der gegen mich»uhängig« Prozeß wegen angeblicher Beleidigung des Leipziger SchwurgerichishofeS in der Volksversammlung am Ib. April ist noch nicht iitedigi, wird aber wahrscheinlich bald selnen Abschluß durch östeniliche Verhandlung finde». Dagegen ist gegen Aloys Schauer am 13. August da« auf zwei Monat« Gesängniß lautende Unheil bestätigt worden, hingegen das gegen Biedermann früher gefällte Urtheil, aus einen Monat Elefängniß lautend, jetzt in 1b Thaier Geldbuße umgewandelt worden. Hcnipel, an der Elb« 2, IV. tzöltt, 14. August. Am Sonntag Vormittag wurde ich höchlichst überrascht durch ein Plakat, welches alle Maurer Eölns aufforderte, in einer öfsemlichen Maurerversammlung zu erscheinen. Als Tages- Ordnung war angegeben:„Die drückende Lage der Maurer und deren Abhülfe." Ich wunderte mich, a'S Vorsitzender der hiesigen Maurergewerl- lchast, eine Maurerversammlung anberaumt zu sehen, von welcher in unserer ganzen Mitgliedschaft nicht die geringste Ahnung war. Unterzeichnet war da« Plakat„Mehrere Arbeiter." Wir folgten der Einladung und verfügten uns Moniag Abend 8 Uhr in das Lokal des Herrn Sranger und Dohu. Bald füllte sich das Lokal so, daß Kopf an Kops stand. Da löste sich denn das Räthsel. Ein Metallarbeiier, im Mitge- fühl für unsere Lage, hatte sich unser erbarmt und uns eiii« Maurer- Versainmlung oerallstaltet. Der Einberuser, Herr Metallarbeiter Wolff, erösinete 1/i vor 9 Uhr die Versammlung, bedauerte, daß der auf dem Plalaie angekündlgle auswärtige Redner noch nicht angekommen sei uno ersuchte dann, einen Vorsipenden zu wählen. Die Wahl fiel auf mich. Herr Haas wurde slcUvertrclcnder Vorsitzender und Herr Hubert Weber Schriftführer, beide ebenfalls Mitglieder unseres Vereins. lltachdein ich den Vorsitz übernoinmcn, frug ich den Einberufer, ob er Maurer fei, worauf er nur gestand, er sei Metallarbeiter, aber Hm Fricke aus Barmen, der auswärtige Redner, welcher ihn mit der Versammlung beauftragt, sei Maurer. Diese Aussage wurde aber sosort als Lüge gekennzeichnil durch mehrere Ailwejeude, welche von Herrn zzrickc wußten, daß derselbe nicht Maurer sei. Also mit einer Luge fingen die guten Leute a», welche sich so sehr für un« zu mieresstren schienen. Zur Freude der Emberuser war unterdeß Herr Fricke angekommen. Ihre Freude sollte sich jedoch bald in Trauer (bei einigen i» Wuth) verwandeln. Zunächst rügte ich es, baß von einem Nichimaurer eine Maurerocrsainmluug anberaumt worden sei, ohne auch nur im Gertngsteu dem hier bestehenden Verein Mittheilung zu machen. Die Eiitschuldigung, man habe von der Existenz unseres Vereins nichts gewußt, war wieder eine Lüge, denn in demselben Lokale, wo unser Verein lagt, tagen auch die hiesigen wenige» Mitglieder des Allgem. Deutschen Arbeiier-Vereins, zu denen auch der Herr Einberuser gehört. Zuerst ertheilte ich Herrn Fricke zu seinem Vortrage das Wort. ANliail nun über unsere Lage-zu sprechen, erging er sich in konfusen Ausdrücken über die Bedeutung von„national" und„international" und Ersuchte uns iür den Allgem. Deutschen Maurerverein in Berlin zu begeistern. Bei der Bekaiiipiung der Internationalen verwickelte Redner I>ch»oihwendigcrweisc in Widersprüche. Ueberhaupt war das Auf- lreien des Redners etwas unsicher, er ermahnte zur Einmüthigkeit und benahm sich möglichst gut, da er vielleicht fühlen mochte, daß leine Worie uns sehr lall ließen. Redner erklärte, von Herrn Grottkau, Präsident des Maurer- Vereins in Berlin, beauftragt zu sein, und stellte dessen baldiges Hier- herkommen i» Aussicht. Nun erhielt das Wort Herr Kleist. Derselbe keniizcichuete die Einmülhigkeittbeslrebungen des Herrn Fricke, welcher hur in Eöln, wo bereits ein« Organisation der Maurer bestände, emen andere» Verein zu errichten degrebt sei. Nachdem Redner die konfusen Aussührungen des Herrn Fricke Uder»aiionale und internaiionale Organisation widcrlegi»»d ihm INN- Widersprüche»achgewiesen, ging er dazu über, die Bestrebungen i�{ me vom Allgem. deutschen Arbeiterverein bezüglich der Gewerk- Ichaftcn ins rechte Licht zu setzen. Er wies nach, dag die Haupthelden rirscr Richtung in ihren Eongressen, wen» sie glaubten, unter sich zu lu' �bnz anders sprachen, daß überhaupt bei dergleichen Gelegenheiten so Manche« ossenkundig werde, was wohl»icht geeignet sei, die Maurer nach jüttlmiduiig mit dergleichen Elemenien lüstern zu machen. Redner stützt sich auf daS Protokoll der Genera!'. Sammlung des Allgem. Deutsch« Ardcileroercin zu Berlin vom 22.— 25, Mai 1872. •Oos wurde den anwesenden Gläubigen des„Reuen" denn doch etwas unbequein, was an ,,........ u.. einer Unterbrechung des Redners zu erkennen war. Unter Anderm oerlas Redner auch die Ausführung Grottkau's über Gewerlichasien:„So lange wir nicht die g. werklich- Bewegung bei den Ehrlichen und Fortschriulern entfernen können, müssen auch wir sie beibehalten als Gegengewicht. Dabei dienen unsere Gewerkschaften»och dazu, Elemente den änderen Parteien zu entreißen und dem Allgem. beut! che» Ar deitci verein zuzuführen."(Protokoll S. 28) � Afio nicht um der Gewerkschaft wiuen, sondern nur, um die Ar- bi«er alS Werkzeug zum Kampf und Hetzen gegen ihre Brüder zu denutzen und für de» Allgemeine» deutschen Arbeiterverein heranzuziehen, agiiiren diese Leute. Was oerAllgememe deuischeArbeiier-Verein sei, zeigte Redner ebenfalls auf Grund des Protokolls. Erlegte den Anwesenden klar, wozu ihre Gelder verwandt würden, wen» sie in jene Organisation «rirrraten, um verschiedene arbeitsscheue Menschen als Präsident oder ais Agitatoren zu ernähren. Zum Schluß warme Redn-r die Mau- »er vor die,«n Leuten und schlag: es ist besser, 10,000 ossene Feinde, als solche schmeichelnde Freunde zu habe».(Beifall.) Flicke suchte sich zu vertheidigen: Es sei nicht erwiesen, daß Schweitzer mit der Realtion im Bunde gestaikoen. Seine Auisührun- gen trugen den Stempel der HojsnungSlosrgieit. Er mußte doch etwas aus die wuchtigen Anklagen gegen seine Fraktion sagen. Er hatte Nun sprach Herr Hesch und theilte seine Erfahrungen alS früheres Mitglied des Allgemeinen deutschen Aibritrrvereins mit, bewies an Beispielen ans Genf, Paris, London, daß die Iulernationale Erfolge anszuweisen habe, und kam dann aus die Verläumdung seitens des „Nelken" gegen Liebknecht bezüglich des Eommunistenprozesscs zu sprc- che», Redner habe damals den wahren Sachverhalt ertahren aus an- dem Blättern und letztere an Schweißer und die Redaktion des„So- zialdemokrat" eiitg> schickt, um ihre verläumderüchen Anklagen zurück- zuziehen. Dies sei jedoch nicht erfolgt. Ebenso seien manche Briefe, welche Redner in Geldangelegenheiten (Anfragen wegen für Brochüren bestimmter eingesandter Gelder) ge schrieben, vom„Neum" unbeantwortet geblieben. Zum Schluß sprach Herr Schumacher und bewies, daß unter einer Diktatur der Präsident nur gewaltsam beseitigt werden könne Da man auk gegnerischer Seite jetzt sage, Haseiictcver sei der erste ehrliche Präsident im Allgem. Deutschen Arbeiter-Verein, so wäre da mit ja all- Opposition gegen die früheren, also unehrlichen, gerecht fertigt. Der Bevollmächtigte der Unsehldaren. Rauscher, lachte in seiner Naivität. Schumacher verwies ihm sein Benehmen und sagte ihm, daß er sich schämen solle, serner in einer Arbeiterversammlung zu erscheine», indem er ihn an sein Auftreten in der Bockhalle erinnerte (siehe„Volksstaat" Nr. 13 dieses Jahres). Gegen die Vertrauensselig keit der Anbeter des„Neuen" führt Redner die Wort« Bluma iers an: Nie Hütt' uns ein Mensch betrogen, Ein glatt' Gesicht uns nie berückt, War' jedem, wie dem Stempelbozen, Der Werth ihm aus die Stirn gedrückt. Fricke habe mich gesagt, er stehe in Opposition zu dem Verein� er sei mit dem norddeutschen Theile nicht einverstanden. Da aber in Norddeutschland der Allgem. Deutsche Arbeiter-Bercin hauptsächlich seine Mitglieder habe, so sei es Pflicht des Herrn Fricke, auszutreten. Die Behauptung Fricke's, Schweitzer habe viel für die Arbeiter gethan, sei durchaus falsch, da Schweitzer als Lump nur das Gegen- theil habe thnn können. Fricke sei nur gekommen, um den hiesigen Maurcrverein zu vernich'en, doch wäre er von seinen Freunden über die Arbeiterslimmuiig gründlich belogen worden. Nach dieser derben Lection hielten es die Unfehlbaren für gerarhen, ihr Fiasco nicht no.tz durch mehr Wideisprüche zu erhöhen. Eine Re- solution wurde beantragt, welche lautete:„die Versammlung erklärt es für»icht in der Ordnung, daß ohne Vorwissen des Maurer-Vereins eine Versammlung der Maurer einberufen werde und verurtheilt dies Verfahren um so mehr, als es darauf abgesehen war, den Maurer- Verein zu unterwühlen. Die Maurer erklären, treu zu ihrem Verein zu stehen und das international« Prinzip hochzuhalten." Diese Resolulion wurde einstimmig angenommen, und iiachdem ich die Maurer zu treuem Festhallen an dein Verein ermahnt, schloß ich die Versammlung gegen 11 Uhr. Wir sind den Herren Eiiiberufern dankbar, daß sie uns eine so interesiante Versammlung veranstaltet haben, welche uns keine Kosten verursacht hat. Mit ihren unfehlbaren Statuten uno Akten trollten sich Herr Frick und Genossen in gedrückter Stimmung. Mit sozial-demokratischem Gruß Wilh. Ritsch, Vorsitzender de» Maurer-Vereins. Hamburg. Unter den Seeleuten Hamburg-Altona'Z ist ein S tr ike ausgebrochen. Da« von denselben niedergesetzte Comitee zeigte den Rbebern und Schifssherrn an, daß in össentlicher Versammlung beschlossen sei, eine Erhöhung der Heuer von 14 auf 13 Thaler monat- lich zu verlangen. Sie„hegen da« Vertrauen, daß ihre Forderung als eine gerechte anerkannt und gebilligt werde." Daneben aber ver- säumen sie nicht«, um den Sinke gehörig zu organistren. So erhalten z. B. diejenigen unter ihnen, w lche zur Zeit nicht die Mittel haben, sich während eines Strikes selber zu erhalten, außerdem daß das Kost- und Logisgeld beim Schlafbaas für sie bezahlt wird, noch ein Taschen geld von 2 Mark wöchentlich. Es waren aber nicht nur die Heuer- Verhältnisse, welche in den letzten Versammlungen zur Sprache kamen, sondern auch die Behandlung, die der Seefahrer auf manchen Schissen von seinen Offizieren zu erleiden hat, sowie die Verpflegung, die ihm zu Theil wird. Eine gesetzliche Regelung dieser Punkte zu besserer Wahrung der Interessen der Seefahrer wurde als dringend wünichcnS- wenh bezeichnet. Auch die Steuerleute haben verlangt, daß ihnen eine höhere Heuer als bisher bewilligt werde. Bisher betrug diese usuell dai Doppelte der Gagen der Matroftn, aber nicht immer wurde hieran festgehalten und meistens wurden für kleine Fahrt 28Thlr., für große Fahrt 24 Thlr. vereinbart. Die Steuerleiuc beabsichtigen nun ein Memorandum auszusetzen, und dem Wasserschout zu überreichen, daß eine Erhöhung aus 33 Thlr. beliebt werde. Die K ohl e nh ei zer aus den Dampfschiffen sollen ebenfalls willen» sein, eine Lohnerhöhung zu veelangen und im Nichtzewährungsfalle die Arbeit niederzulegen beabsichtigen. nutzt erwartet, Widerspruch zu"finden, wie er selbst eingestand. Seine Freund« mochten ihm die Verhältnisse in Cöl» in günstigerem Lichte bargegellt haben, und so hatte Herr Fricke gehofft, ein gevanl-nloses, gläubige» Publikum zu finden, wie er das bei seinen Parrelgenosse» g-wohut sein mag. Alfa man hatte sich auch unter sich belogen.— Fürth, 18. August. In der am 17. stattgefundenen Parteiver- sammlung, auf deren Tagesordnunz der Mainzer Kongreß stand, wur- den sämmtliche von den Hamburger Miigliedern gestellten Anträge verworfen, ebenso der Antrag der Münchener, de» Austritt aus der Landeskirche betreffend. Am Schlüsse wurde folgender von Herrn Grillenberger gestellter Antrag einstimmig angenommen: „Bei Abhaltung der geschlossenen Kongreß-Versammlungen sämmt- liche Reporter auszuschließen, und etwa während des Kongresses ein- lausende prinzipielle Anträge zum Schluß in einer öffentlichen Ver- sammlung zu erledigen." I. A.: G. Götz. Etera In N». 63 des„Volksstaal" v. 7. August findet sich ein poleuiilcher Aufsatz gegen den„Neuen Sozialdemokral", worin ei dem- selben gewissermaßen alS Verbrechen angerechnet wird, daß er aus die Stempelfteihcit des Dr. Hirsch'schcn„Gewei kvereinS" hingewiesen und die sarkastische Bemerkung gemacht hat, daß die ewigen Schimpfe- reien im„Gewerkoerein" gegen die Sozialdemokraten' von K. W., worunter doch nur Karl Waldow gemeint sein kann, gleichsam auch gesetzlich abgestempelt werden müßten. Ich will mit der Re» daltion des„Volksstaat"»icht rechten, ob hierin eine Denunziation, wie dieselbe sagt, liegt. Nur meine ich, daß es solchen Menschen; wie diesem Waldow nicht stark genug gesagt werden kann und daß ich eine Kritik solcher Harmonieapostel selbst in der„Kreuzzeiknng" mit Befriedigung lesen würde. Die wirklichen Feinde der Arbeiterklasse sind Hirsch un» seine Parteigänger, denn sie si: sind nicht blas die Handlanger der Reairion, soncern auch ganz vorzüglich die bei Käpi- tals. Ich werde dies beweisen. Wir in Gera hatten Gelegenheit, diesen Waldow anzuhören, natürlich nicht in einer Volksversammlung; bewähre, da sind solche Herren viel zu seig dazu, sondern nur in einer ganz besonders be- rufeiien Versammlung des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins, zu der nur solche Fremde euigeladeit waren, die sich für den„gesetzlichen und gemäßigten Fortschritt intcressirten", was gleichbedeu- lend mit unserer Ausschließung war. Einige von UnS interessirten sich nun gerade diesen A aend für den„gesetzlichen und gemäßigten Fort- schrill", und hatten hierdurch Gelegenheir, den haarsträubendsten Unsinn, der je von einer Tribüne herab gesprochen worden ist, sowie die gemeinsten Denunziationen dieses Waldow zu hören. Ich habe hier- uber seinerzeit dem„VolkSstaat" b-richlet u»d kann nur bedauern, daß in meinem Bericht das Wesentlichste') gekürzt worden ist. Wir glauben daher, daß die Redaktion des„Voltsstaai" sich doch wahrlich nicht verpflichtet halten sollte, alS Anwalt eines solchen Denunzianten aufzutreten,") der von der Tribüne herab verkündet, es sei no ih- wendig, daß dieser sozialdemokratischen Bande Schwei- yer- Hasenklever, dieser internationalen Gesellschaft Bebel-Liebknecht von Seiten derStaatSgewalt dasHand- we.rk gelegt werde, und das, nachdem Bebel und Liebknecht be- reits verurtheilt worden waren; so daß selbst ein unbefangener Bürger, den blos die Neugierd: zur Versammlung trieb und der we- der hüben noch drüben sich angeschlossen, äußerte:„DaS ist ein be- zahller Mann." Im Auftrage der Geraer Parteigenoffen Karl Brätter. ») Das müssen wir leider befireiten. R. d. V. ") Nicht als„Anwalt des Denunzianten Walvow", sondern de« vom„Neuen" denunzirlen Waldow sind wir aufgetreteil; und nicht im Inierress« des von uns in gleicher Weise wie von Par- teigenosje Brätter geschätzten Herrn Waldow, sondern um den „Neuen" zu�kennzeichnen. R. d. B. München, 14. August. Zum Parteikongreß. Angesichts der trotz starker Maßregelungen und Verfolgungen nicht wenigen tüchtigen ßmtdgeirossen und Mitgliedschaften und der ziemlich günstigen Lage unserer Partei sind nichts destoweniger die Blicke der meiste» Partei- Mitglieder und mit vollem Rechte erwartungsvoll auf den bevorstehenden Congreß gerichtet. Schon seit länger als Jahresfrist hat sich das Bedllrfniß nach einer strafferen einheitlicheren Organisatlon der Partei verschiedemlich bemerkbar gemacht. Die hierfür sich intcresstrenden Parteimitglieder erwarten, daß der diesjährige Congreß diesem Mangel abzuhelfen bemüht sein wird. Mit Freuden sehen wir, wie die Hainburger Parreimitglieder bestrebt sind, durch Stellung praktischer Anträge die bisher etwas locker« Organisation der Partei mehr zu befestigen.— Bebaue rnSwerth ist es zwar, daß ihre Anträge, namentlich da» Organ betreffend, sch in vor dem Congreß bei mehreren Leipziger Parteigenosseii') auf einen schwach begründeten Widerstand stoßen. DaS Parteiorgan ist das geistige und agitatorische Element der Partei, und die Redaktion des Örgan« muß in erster Reihe sich immer vergegenwärtigen, daß die Partei eine Arbeiter-Partei nicht allein Sachsens, sondern Deutschlands und selbstverständlich in weiterer Beziehung international ist. Dem Bildungsgrade auch des weniger geschulten Arbeiters muß entschieden durch Form und Inhalt Rechnung getragen werden; und die Anträge der Hamburger Mit- gliedschaft, denen sich auch die hiesige einstimmig angeschlossen, sind gewiß vollständig zu billigen.- Die letzten Ereignisse hier in Sllddeuischland, durch die Agitation des Allgemeinen deutschen Arbeilervereins hervorgerufen, haben uns die Nothwendigkeit der strafferen Lokalagitation und Organisation ge- Zeigt.— In erster Reihe müssen die Agitatoren der Partei in immer- währender Thätigkeit und in gleichmäßiger Vertheilung verwundi wer- den, da namentlich hier im Süden«ia guter Boden für unsere Sache vorhanden ist.— Sodann ist es dringend nothwendig, die einzelnen Mitgliedschaften und Vereine zu einer p:riodiichen Berichlerstattung über ihre Thätigkeit zu veranlassen. Dem Verlrauensmairir muß eine mehr nach der Organisation des Allgemriiren deutschen Arbeilervereins hervorragende Stellung eingeräumt werden und alle Berichle über Lokalagiiarion u. s. w. müssen mit seiner Unterschrift versehen sein. Da in den Mitgliedschaften und dem sozial-demokratischen Arbeiter- verein, welche der Panei angehören oder ihre Tindenzen befolgen, sich auch in der Regel die inteUigeiitesten Mitglieder der Gewertschaften bestnden, so ist es nothwendig, daß die ersleren die Gewerkschastsmit- glieder in ihren Bestiebunzen jederzeit unterstützeil.— Die Bildung und Ei haltung statistischer Commissioiren ist in erster Reihe ihr: Pflicht und ein einiges Band der Harmonie mutz stets beide Verbindungen um« schließen. Keine Sonderstellung, ob Fachvereiii oder Gewerkschaft, darf fer- nerbin mehr besteheu. All« freien Arbeiterverbindungcn, welche sich vom Vertrauensdusel befreit, welche einsehen gelernt haben, daß sie nur auf der Grundlage der Solidaillät ihreJitteresfeit sördecn können, und daß eS in der heutigen Gesellschaft keinen Frieden mehr zwischen Kapital und Arbeit giebi, sind verpflichtet, geistig und materiell ihre Vorhut, die sozial-demokratische Partei und den Kongreß, zu unter- stützen! S. Heppenheim a. d. Bergstr., b. Aug. Wie schon berichtet, hat die sozial-demokraiische Arbeiterpartei hier Verbreiluiig gefuiiden und ist die Zahl der Mitglieder jetzt auf über 50 gestiegen. Nun sollte hier, so auch i» Binsheim, vlrflosseneii Sonntag Volksverjamin- lung stattfinden, welch: j:doch dadurch vereitelt wurde, daß ia Bensheim das bisherige Lokal verweigert, und hier die Volksversamin- lung vom Großh. Kreisamte verboten wurde. Trotzdem kam Herr Ehrhart aus Darmstadt, welchem die Verbreitung der Sozial- Demokratie sehr am Herzen liegt, mil mehreren Parleigenossen aus Vensheim hierher, wo er der zahlreich besuchten geschlossenen Mit- gliederversammlung beiwohnle. Kaum waren wir jedoch eine halbe Stunde versammelt, da, gerade als wir über die ungesetzliche Willtühr der Polizei der Bergstr.(bezüglich der Auflösung der bisherigen Volks- Versammlungen) sprachen, geht die Thürc auf und herein tritt der Bürgermeister an der Spitze sämmtlicher Polizisten und Geiisd'arme» Heppenheims. Nachdem die Eingedrungenen gefragt, waS es gebe? und ihnen zur Antwort wurde:„geschlossene Mitglieder- Versammlung," forderten sie unter Anderm Herrn Ehrhrrt, aus welchen die Polizei ein wachsames Auge zu haben scheint, aus, sich zu legi- timiren und nofirten dessen Namen. Nachdem dies geschehen, entspann sich eine Unterhaltung der köstlichsten Art. Der Bürger- meister erklärte im lallendem Tone unter Anderm:„Wer mein Freund tS un mich lieb Hot, der stell sich uss mein Seit, sonst kriecht er die Krenk.— Ich bin im Name vom Großjherzog do, hier seht Kersch(dabei griff er in die Westen- tasche und holte ein Dienstzeichen oder dergleichen hervor) und wer mich nicht hert(fuhr er mit weit geöffneten Augen, den Stock schwin- gend, fort), dem schlo ich da Stecke uf deKopp." Bei all diesen Drohungen war der bier- und weinselige Bürgermeister so vergnügt, daß man jeden Augenblick glaubte, er würde seinen behäbigen Körper zum Tanzen in Bewegung setzen. Kurzum er benahm sich so kläg- lich, daß er zum sörmlichcn Gespölte mancher Anwesenden wurde und w e er als der Letzte die Treppe hinunter war, brach alles in daS lang zurückgehaltene Gelächter aus. Lächerlich ist's freilich gewesen, doch lraurig insofern, als die Heppenheimer Gcnsd'armerie in Gesell- schaff ihres betrunkenen Bürgermeisters i» die geschlossene Versamm- lang einer Partei eindringt, um die Versammlung zu stören. Wir er- wartenvomGroßherzogl. Kreisamte Heppenheim, daß es diePolizeibedieuste- ten auf das Ungehörige ihres Betragens ausmerlsani macht. Freilich werden sie sagen, daß za auch der Bürgermeister in die Versammlung gedrungen; doch sollen sie wohl bedenken, daß der Bürgermeister die», in einem unzurechnungsfähigen Zustande gethan, daß alles, was ein beduselter Bürgermeister thüt, nicht Jedeimann gut ansteht. Nachdem die.inneren Geschäfte der Versammlung erledigt waren, ergriff Hr. Ehrhart daS Wort und forderte die Mitglieder mit Hin- weis ans das Gebahren der Polizei auf, um so fester und treuer zu den Prinzipien der Sozialdemokratie zu halten und soviel es in den Kräften eines Jeden stehe, für die Verbreitung der Partei zu sorgen, dann würde die Zeit gewiß nicht mehr ferne sein, wo solche Cyicaneu nicht mehr vorkommen dürsten. Mit svzial-drmokratischem Gruß M.... Eßlingen In dem in Nr. 88 des„Neuen" enthaltenen„Agi- tationsderichi aus dem Schwabcnlande" sollen am Schluß des Arti- kels, angeblich von Slultgarter Miigliedern des Allgem. Deutsch. Ar- bei eroereinS ausgehend, die hiesigen Parteigenossen in der bekannten Manier des„Neuen" gegen mich ausgehetzt werden, weil ich mir er- landt habe, dem Herrn Agitator Hartman, i die L— Wirthschaft der Herren Schweitzer, Hasenklever, Tölcke nnd Genossen vorzuhalten. Für Norodeutschlaiid, wo man diese Herren längst kennt, ist eme Eiitgegiiung üderfläfsig, sllr Süddeuijchland jedoch, wo ihr Treiben, wenn auch nicht bekannt, so doch bisher immer noch milder beurlheil. wurde, wird es zur Charakteristik dieser Partei gut sein, wem, ich einen kurzen Ueberbiick über ihr Treiben folgen lasse. Die Arbeiter Süd- dcutjchlands können sich dann ihr Urtheil biloen und ihre zukü» strge Haltung gegenüber diesen Leuten festsetzen. Eines Tages fanden wir an den Siraßenecken Plakate des Allg. Deutschen Arbeitervereins, welche zu einer VolkSversamm- lung einluden. Wir, enrjchioffen, unter den hiesigen Ardeitern Uneinigkelt nicht aufkommen zulassen, hielten betreffs uns:rer Haltung eine Vorversammlung ab und beschlossen, die Lerne reden zu lassen, so lange sie sich anständig betragen. Zeitig und vollzählig waren wir bei der Hauptversammlung mir Platze, so daß die Einberufer der Ber- sammlung schon wissen konnten, wie sie mit uns daranwaren. Die Herren versicherten uns, daß sie das Bureau uns überlassen wollten; kaum war jedoch die Wahl des Horsitzeiiden eingeleitet, so tönte es auZ allen Ecken des SaalesZ„Hirsch"(ihr Beoollmächrigter), wir waren aber aus der Huth, so oaß dieses Manöver nichts nützen konnte. Diese versehlle iledernimpelung gab den Beweis, daß andere Seiten aufge- zogen werden müßten, um uns beikommen zu tonnen. Die Redner flössen nun wahrhaft über von„Bruderliebe undZusammengehörigkeil aller Arbeiter":c. Wir glaubten an die Aufrichtigkeit dieser Worte in der Meinung, daß diese Leute zuerst Sozialdemokraten und dann Mil- bekennt sih zur Berfasserschaft det gedachten *) Die Redaktion Widerstandi-Artikel«. flliebrt bf« RllflkMkinen Deutschen Arbeitervereins seien und die Prinzipien der Sozialdemokra'ie höher sielltrn, als idren PersoneukultuS und ver- mieden dahcr� in Voraussicht eines freundschafilichen Verhältnisses, alle und jede Reibung, welche diesem siörend enigegenireien konnte. Hierbei sei erwähnt, daß Oeser(der Abgeordnete von Siuttaart aus dem Berliner Congreß des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins), in dieser Versammlung Schweiber auf das Entschiedenste' verlhc- digte und als unabhängigen und reinen Charaklcr hinzustellen ve>- suchte. Obwohl das gegenseitige Berhältitiß immer etwas frostig blieb, dachten wir doch mit der.»jcit, dieses noch ändern zu können, viel- leichr wäre eS aucv noch so weil gekommen, wenn die Herren Hasen- clever und Hasselmann nicht anders beschlossen und die Herren grohme und Hartman» gesandt hätte», um die tklust wieder auszureißen und zu vergrößern, was ihnen, obwohl zu ihrem eigenen eschaden, trefflich gelungen ist. Wie der Bericht aus Stuttgart im„Bolksstaat" Nr. 62 zeigt, war es Hartmann, der den Reigen erössnete und in der Schuhmacher- Versammlung, umerstüht von seinen Anhängern, deiart skandalisirte, daß die Versamnilung geschlossen werde» mugic, und in der sich der Werth der seitherigen Freundschaft aul'S Giündlichsie erkennen ließ. Dem gegenüber war es unsi« Pflicht, diesen Burschen entgegenzutreten und uns nicht zum zweiten Mal hinters Licht sühren zu lassen. In der Tags darauf folgenden Volksversammlung geschah dies. Wäre diesen Leuten das Schimpfen und Lugen nicht zur zweiten Natur geworden, so müßten sie ronstatiren, daß ich ausdrücklich her- vorgehoden habe, nur gegen die in ihrem Verein herrschende corrum- pirende Füheerwilthlchafl spipchen zu wollen, die als Handlanger der preußitchen Potizel(Schiveihei) den Arbeitern das Geld abschwindle, um es auf die gemeinste Weise zu oerloddern. Aus den Ruf„Be- weise!" gab ich die Entyüllungen über den Berliner Eongreß(„Bolki- staaL' Nr. 52) und forderte außerdem ihren eigenen Gesinnungsgenossen Oeser, der aus dem Congreß anwesend war, aus, mich Lügen zu strafen, wenn er nicht Tölcke für einen noch größern Berräther als Schweitzer erklärt habe.(Siehe dagegen oben Oesers Ausspruch über Schweitzer aus der Eßlinger Versammlung.) Hartman», der mir als Redner solgte, widerlegte meine Anschuldigungen ebensowenig, als Oeser Luft bezeigte, mich Lügen zu strafen, dagegen erging er sich in den' gemeinsten Ausdrücken und Schimpfereien gegen unsere Parteigenosse»; Bracke, Spier, Äeib, Bouvorst je, seien Verräther und aus dem Allgemeinen Deutschen Arbelterverein nur ausgetreten, weil sie hätte»„Präsidintchen'' spielen wollen, was ihneu nicht gelungen sei. Beb t und Liebknecht, die jetzt im Zuchthaus säßen, seien so schlecht wie Schweitzer, die gehörten zusammen in einen Sack, der oben zugebunden und ins Meer geworfen .werden müßte, daß sie„ersöffen". Letzteren Satz habe ich ausdrück- lich mit Hartmanns eigenen Worten angeführt, da Derselbe laut„Bolls- staat" Nr. 64 in Leipzig die Keigheit und Lüge sich zu Schulden kommen ließ, seine eigenen Worte abzuläugnen. Nach Hartmanns in brüllender Tonart abgegebenen Schimpfereien wurde inst bekannter„Schweitzer'scher Taktik" Debatte und Geschäfts- ordaung so zugestutzt, daß von unserer Seite trotz unseres Protestes Liiemand mehr zum Worte kommen konnte. Wenn solchem Verfahren gegenüber die„Stuttgarter Mitglieder" des„Neuen" entrüstet sind, daß wir rssp. ich ihren Agitatoren entgegentreten, so beweist das nur um so mehr, daß sie sich«ins fühlen mit ihren«oryphäen und wir unter solchen Umständen, eingedenk deS Sprüchworts:„Sage mir, mit wem du umgehst und ich will Dir sagen, wer du oist", gerne aus ihre Freundschaft verzichten. Was ihre Denunziation bei den hiesigen Parteigenossen bezüglich meines Auftretens in Stuttgart betrifft, so bedaure ich nur, daß die Herren Hartmaun und Frohmc dieselbe nicht pirsönlich überreicht haben, sie hätten es dann aller Wahrscheinlichkeit nach schon so weil gebracht, daß Zemand weggejagt worden wäre, wen» auch nicht gerade der hiesige Vertrauensmann. Die Hinweisuug im„Neuen" daraus, was aus unsrer Landesversammlung geworden wäre, wenn die Schwei- tzenaner die Störenfriede gemacht hätten, ist in Anbetracht der An- Wesenheit derselben in einer Anzahl von ca. 50 Mann gerade zu lächerlich; wir waren auf Abwehr vorbereitet und die übrigen bOO Mann der Versammlung hätten die Ruhestörer einfach an die Luft gesetzt. Daß die Herren Agitatoren vom„Neuen" gewußt haben, was sie durch ihr pöbelhajtes Wesen von unserer Seile zu erwarten gehabt hätten, beweist der Umstand am desicn, daß sie, entlarvt durch ihr Stuttgarter Auftreten, außer Canstadt und Heildronn nirgends in Schwaben aufzutreten gewagt haben. In Reutlingen, Hoppiugen, Aalen, Gmünd, Metzingen, Roltweil, Eßlingen-c., lauter Fabrikstädte, — überall war man auf sie vorbereilei, aber überall glänzten sie durch Abwesenheit uud ficherlich nichf— das beweist der Fühler, den sie, wie Eingangs erwähnt, hierher ausgestreckt harten—, um uns gutwillig das Terram zu überlassen. Der Erfolg ihrer Agitationsreise in Schwaben ist außer Stutt- gart gleich Null und auch da ein so bescheidener und zweiselhaster.daß dt« rechtlich denkenden ihrer Stuttgarter Anhänger sich schon oft ge- sagt haben mögen:„Der Herr bcwuhre uns vor unfern Freunden!" Wich. Morlock. Oesterreich. Aus Türnitz geht dem„Volkswille" folgendes Schreiben mehrerer Bergarbeiter zu: „Wir Bergleute von dem Saronia- Schacht bei Schönfeld, nach» der Ausstg-Teplttzer Eisenbahn, fühlen uns veranlaßt, unsere bedrängte Lage den PaUeigenossen zur Kenntniß zu bringen. Wir ar- beuen in einem 100 Ellen tiefen Schacht, in dem wir keine Minute vor brennendeu Schlagwettern sicher sind. Als nun jetzt die Hitze mimer größer unb die Gefahr immer drohender wurde, stellten wir am 11. Juli die Arbeit«in, um unsere Gesundheit nicht vollstän- dlg zu Grunde zu richten, und unsere Familien vor Roth und Elend zu bewahren. Als wir mit unseler Absicht den Herrn Steiger Schulz delanm machten, erklärte er, wir könnten erst nach 14 Tagen aus der Arbeit treten. Auf das gingen wir natürlich nicht ein. Da jagte er uii» nach einigen Tagen, wu sollten den nächsten Samstag unS Lohn uud Zeugnisse holen, was wir auch thaten. Der Lohn ist hier ein sehr schlechter. Wir arbesten die ganze Woche hindurch täglich 12 Stunden und wissen nicht einmal, was wir verdieneu. DaS Werk ist em neues und schon darum sollte gut ge- zahlt werten. Und doch bekamen wir in der ersten Woche Jeder nur 6 Gulden, in der zweiten 2 fl. 69 kr. und in der dritten wurden 2, ti, 5 dlS 7 Gulden ausbezahlt. Ist das ein Lohn für einen Berg- mann, der täglich 12 Stunden in einer so ungesunde», gefährlichen Atmoiphan urveiten muß? Auch sind schon Unglücksfälle durch schla- genoe Weiler vorgekommen. Einer von unseren Kollegen ist dadurch arbeirsunjahig geworden uud bekommt jetzt keine andere Unterstützung, als a. s der K appschaflskasse tägtich 14 Kr. Kann aber ein Kranker ,ou»»t FamiUe mir 14 Krz. tägtich leben? Also, Brüder, seid vor- sichtig! Tlachlet besonders danach, daß die KnappschaftSkasjen, die des Betgiuanus Eigenihum sind, jn eine vereinigt werden. Dies ist aber uur durch Einigkeit möglich; seid daher einig!" ggictt. Ucber eine Arbeiterinnen-Versammlung berichtet die„Tagr-preste'') vom 11. August:„Die durch ihre agitatorische Dhäligkett deiailitlc Alberttne Moseberg hat dieser Tage eine Ar- deiierliiNen-Versammlung in Weiland'» Gasthaus, in der Biigittenau, «inb-rusc», Iii welcher verschiedene Redner und Rednerinnen für die unlerdruckieu Rechte des Weibes eintraten. Nicht nur, daß daS Weib in de» unur« Volksschichten ihren Pflichten gegen die Kinder nach- kommen soll, ist sie auch die Dienerin ihres oft genug lieblosen ManneS uud außeld-m Fabrik Sarbeiterm; wenn die Sturmglocke der Fabrik er- schallt, stütze» Mänitlt, Weiber uud Kinder kopfüber in diese Zwing- bürgen de» Eapilats, obgleich sie oft genug ihre ausgemergelten Körper kaum schleppen tönnen. Daselbst wartet nicht nur harte Arbeit, fondern auch di- roheste Behandlung, namentlich aus das Weib. Fast der ein, ige Ausweg aus dt«, ein Geist und Körper zerstörenden Elend ist für d.e Favulsarbeilerin der Weg der Unsittlichkeit.„Unsere Kinder", ruft Frau Mcseberg aus,„kommen zur Welt entweder für» Polizei- Haus, ober"— ichrer wird die Rednerin vom anwesenden Regierungs- •) Der„Neue" druckt in seiner Nr. vom 14. August diese» Bericht der„Tag-spresie" wörtlich ab, datirt ihn aber um einen Tag vor und versieht ihn mit dem Eo.re poadenzzeichen s, um leinen Lesern weih zu machen, der Bericht wäre ihm von einem„Parteigenosien" aus Wien zagegangen, wo er übligens— nach eignem Zugeftändniß in Nr. 93 „unter 5" Abonnenun hat.' R. d. V. Eommissär zur Mäßigung!!) ermahnt.) Die Rednerin begibt sich auf ein anderes Thema, nämlich auf die Veranlassung der gegenwärtigen Versammlung, die allerdinge geeignet ist. gerechte Enlrünung hervor- zurufen. Jn der k. k. Cigairensadrik in der Roßau ist es nämlich Fnbriksregel, daß Niemand le> der Arbeit essen darf. Vor einigen Tagen verzehrten zwei Aibeiteriiinen während der Mittagszeit im Hofranme der Fabiil Butterbrod, worüber sie vom Assistenicu Ritter von Talbinger zuerst itniiliin uud schließlich auf acht Tage von der Arbeit strasiveise suspendirt, also zum achttägigen Feiern gezwungen wurden wegen eines Slückchm BrodS. Die beim Director und See- relär dcr Fabrik geführten Beschwerden nützten nichts, denn Niemand gel» ante sich dem jugendlichen Prolcclioiistindc, dessen Vater erst vor kurzem den Hofrathstitel erhielt, zu widersprechen. Von den beiden geniaßregclten Arbeiterinnen Neumann und Flenzinger ist die Letztere, nachdem sie durch 24 Jahre ohne eine einzige«tage in der k. k. Siguren- Fabrik in Arbeit gestanden war, nunmehr ganz ausgebliebe», da sie bei ihrer zahlreichen Familie es nicht wage» kann, ein zweites Mal gemaßregell zu werden,»nd hat sich um eine andere Arbeil unigesehen. Tie zahlreich anwesenden Arbtiteriiinen dcr kaiserlichen Tabackiadriken zollien dcr Rednerin reichlichen Beisall; als jedoch schließlich Arbeiterin Schädl die Tribüne desteigt und gegen de» Äjsistenien, dcr sich überhaupt burch vrutalilät auszeichnen soll, einen allgemeinen Beschluß gefaßt haben will, tritt der Regierungscoinmissär Koniormk diesem Ansinnen mit dem Bemerken entgegen, daß dieser Gegenstand nicht auf die Tagesordnung gesetzt worden sei und dieicr Fall ohnedies zur Kenntniß der competcnten Behörde gebracht werden würde. Die Versammlung ging sodann ruhig auseiuaudcr." Pest. Die Lage der Ärbeiler in Ungarn ist ebenso druckend wie anderSwo; daß die Arbeitgeber sich herbeilassen jollle», aus freiem Antriebe die Arbeitszeit zu verkürzen, daran ist natürlich nicht zu denke». Und so blieb auch uns Buchdruckern kein anderer Weg übrig, als der dcr„Setdsthilse." Es wurde ein Tarif ausgearbeiiet und als Fundamentaisäye die neunstündige Arbeilszeu nnd 30pEl. Lohnausbesserung in denselben ausgenommen.— Jn dcr frohen Er- Wartung, unsern Tarif bald bewilligt zu sehe», reichten wir denselben nebst einem Memorandum osfizinweise ein. Doch wir täuschlen u»S.— Komunardcn. Zugrundcrichter der ungarischen Literatur, Untergraber der ungarischen Wissenschast, hörte man sagen, und warum? nicht der Ausbesserung halber, sondern bloß darum, weil wir eS wagten, ein„heiliges Gesetz", wie die lOstündige Arbeitszeit, anzulasten. Wir aber blieben unseren Fordeiungcii treu, harrten aus, und können schon heute— trotz Fluchen uud Schimpfen — verkünden, daß wir die neunstündige Arbeitzeit erobert haben. Nach Uebmeichung des Tarifes unterschrieben ihn auch gleich einige liberale Prinzipale. Da sich aber verschiedene weigerten, mußte druckereiweise gestriket werde», und zwar wurde beschlossen, daß ni mehr als 100 Collegen sinken sollten, um dadurch höhere Unter- stützung erhalten zu tönnen. E» wurden während des Strikes wöchentlich an Verheirathete 10 Gulden, an ledige 7 Gulden verabfolgt. Die erste Woche unterschrieben Einige, in der zweiten wieder Einige und so ging«S fort von Woche zu Woche, so daß wir jetzt schon 33 Geschäfte ausweisen können, welche den Tarif mit der neun- stündigen Arbeitszeit angenommen haben.— Es sind noch sechs Geschäfte, die unseren gerechten Forderungen noch nicht nachgelommeu sind, der Strike wird daher so lange jortdauern bis auch diese sechs Geschäfte nachgegeben haben. Eines aber von den sechs Geschäften kann man nicht dazu rechnen, da die dort befindliche» Eollegen mit einjährigem Kontrakte angestellt sind, und demzufolge nicht austreten können. Zu bedauern ist nur, daß es heute noch Aibeiler giebt, die sich nicht scheuen, durch Unlerfertigung von Koiitratleii sich jelbfl und ihre persönliche Freiheil zu verkaufen. Es sind aber schönere Geschichten von unserer Preisbewegung zu erzähle«. Bei uns in Pest wird der Nalionalitäten-Hadcr in großem Maßstab« von Seiten der Ungarn gepflegt. Es sind einige Maul- Helden und Jesuiten, welche alles Gute, was von„Deutschen" aus- geht, zu hintertreiden suchen. Der größte Thell unserer Collegen aber ist schon aufgeklärt genug, und folgt den Lockungen dieser Jesuiten nicht. Sie sind zur Eiustchl gekommen, daß der Arbeiter nicht durch feine Nationalität, sondern nur durch das Zusa menhallen aller Ar- beiter zum Ziele gelangen kann und wird. Die Nalioiiatmüthigen aber waren frech genug, um der Nationalität»illen, alles Gute, sogar ihre eigene Sache, bloß deshalb zu bekämpi-n, weil auch„Deutsche" l» der Kommission Ibätig waren; sie verriethen ihre Brüder, ver- läumdeten die Kommission, ließen Broschüren, Schmähschriften und Schmähartikel in den Tageblättern erscheinen, um die Kommission in einen schlechten Ruf zu bringen. Doch es gelaug ihnen nicht, denn, wie schon erwähnt, die große Mehrzahl der Prinzipale hat den Tarif sammt der neunstündigen Arbeitszeit angenommen. Bon der am 28. Juli abgehaltenen Versammlung der Buchdrucker und Schriftgießer wurden vier dieser versessenen Nanonaliiteil aus dem Verein gestoßen. Möge es Allen in gleicher Weise ergehen, die, dem bornirt-partikularistischen Standpunkte der Nationalität zu Liebe, sich der Sache ihrer Berussgenossen feindlich entgegenstellen. Auch die ungarische»„GesellschaslSretler" thaten ihr Möglichstes, indem sie einige Eollegen, wie bei allen Arbeiter-Angelegenheiten, in Gewahrsam brachten, doch bald wieder srei ließe». Die Preisbewegung dauert so lange fort, bi« auch die fünf letzte» Geschastc sich ergeben haben, jetzt aber ist es unsere Pflicht, durch Zu- sammenhalien alles Das, was wir errungen, zu sicher», denn nur durch Einigkeit und Brüderlichkeit und Fernlassung der Nationalität können wir auch fernerhin siegen!! I. F. Ezukelter. Berlin. Der schon viele Wochen währende Strlke der� hiesigen Eigarrcnmacher scheint ieinem Ende e.ttgegenzugehe»; 43 Fadci- laiilen haben bis Sonntag die Forderungen der Arbeiter bewilligt. Zeit». In der Eigarrensabrik von Kuchler u. Hossmann ist eine Striie ausgebrochen. Briese-c. sind zu senden an H. Müller, Bessenstr. 2.__ Entgegnung. In Nr. 63 des„Volksnaai" macht die Redaktion au; S-lte 4, Spall« 1 zum Bericht über den Schneidertag bei der von Baumann und mir eingebrachten Resolution belrcsjS der EonseklionSarbrtl zum Wort„Eonfeklionsunwesen" folgende Bemerkung: „Wir hätten gewünscht: der Schneiderlag hätte statt dieses „Ausdrucks„Eonsektionswesen' gesagt. Tasselbe ist an sich kein „„Unwesen", sondern nur in der heuligen Produktionsweise „ein Unlerdrückungsmittel gegen die Arbeiter. Wenn die Schnei- „der im sozialistischen Staat organisirt sein werden, dann werden „sie durch Assoziation das„EonieklionSwesen" in noch auSge- .„dehnterem Maaße betreiben müssen, als die heutige» Groß- „Händler. Der Großbetrieb wird aber kein„Unwes-u", sondern „ein Kulturfortschritt sein. Red. d. Vvlksst." Härte der Schneidertag. wie die Redaktion wünscht,„Consektions- wcsen" gesagt, so wäre aber gerade die Confckiionsarbeit überhaupt verworfen worden; das wollte der Schueidertag aber nicht, er kehrte sich mit diesem Ausdruck blos gegen die Schwind elkonsektion, welche heute alle reellen Arbeiten und Geschäfte rumirt. Bon diesem Gesichtspunkt aus, hat nach meiner Auflassung der Schneidertag den Ausdruck„Eonseltionsunwesen" gebraucht, denn grade die schlechten Consektionäre lasse» ihre Arbeit fast ohne Aus- nähme von Hausarbeitern und Slückmcistern fertigen und grade die tauiarbeit und Slückmeisterei siud Schuld an dem Verfall unserer orporation. Kühn. (Diese„Entgegnung" ist im Grunde genommen eine„Erläuterung" der zum zweiten Gegeustande der Tagesordnung gefaßten Resolution, die in lhrer Totalität sehr wohl die Auflassung zuließ, als ob mit l?em„Con- sektionsunwesen" das Loasekliouswejen an sich gemeint sei. Red. d. Volttst.) Erklärung. Auf die in Nr. 63 de«„Bolksstaat" an uns gerichtete Auflorderung des Parteigenossen Hock in Regensbnrg habe» wir nur �u bemerken, daß weder Herr Hock, noch sonst ein Vertrauensmann für seine Be- mühungen,'das Parleiinteresse zu fördern, vom Ausschuß Bezahlung empfängt. Uebrigens hat auch weder Parteigenosse Hock noch fönst wer jemals Anspruch aus Entschädigung erholen, obgleich viele der Bertrauensmänner nicht geringe Opfer au Zeil und Arbeitskrast bringen mußten. Wir bedauern unendlich, daß ein Thal der Herrn Hock doch so ' sehr zu Tank verpflichteten Regensburger Arbeiter sich durch ein so � ungerechisenigteS Mißtrauen leiten läßt. Insbesondere bitten wir die oortigen Schreiner recht sehr,»ach wie vor treu und sest zur Fahne zu holten nnd den Personen zu vertiauen, die dies Vertrauen in jeder Weise und im höchsten Maaße verdiene». Alle Angelegenheiten sind sleiS regelmäßig und püntilich durch Herrn Hock erledigt worden. Hamburg, den 17. Aug. 1872. Dcr Ausschuß __ i. A.: Th. Uorck._ Bricskaftcu der Erpedition: Kröger in Cötn f. Schrst. 7 lhlr.; Endreß in Augsburg f. VollSstaaisaboun. 1 Thlr. 7 Gr. 8 Pf., i. HubcrtuSb. Zeitung 25 Ngr.; Etrllberg» Augüburiz f. Sdiift. 7 Thlr. 25'/« Gr. Röder»i Neuudorf, Hosimanns Fremdwörterbuch ist vergriflcn; Arb.- Bildungsver. Leipzig f. Annonce 8 Gr.; Speyer inBielejeld f. Schrst. 17'/, Gr.; Stolle in Meeranc f. Schrft. 7 Thlr. 6 Gr.; Arb.-Ver. Ronneburg 9'/, Gr. s. Annoncen; Manufaki.-Gtwerlschast Ronneburg s. Annonce 6 Gr.; Fuchs in Ronneburg s. Schiit 2lii Gr.; Schweis in Wtesbadt» f. Schrfi. 1 Thlr. 4 Gr/ Abonnentenstand 11. Ou. 16, I. Qu. 14. Vahlterch in Chemnitz,: bereits 5 Thlr bezahlt, habe noch Vorralh und Außenstände. Streune in Lunzenan, habe von Ihnen am 18 Juki weder Brief noch Geld erhalten, am 2b. Juli sandten Sie eine Annonnce. Arbeiter-Partei Cblingeu, sür Annonce 8 Gr.; Pro- dnltivgcuossenichast Waldheim, f. Annoncen 8 Gr.; Müller Eolp., i. Schrift. 15 Thlr., f. Abon». III. Ou. 20 Thlr.; Schuhmachergewerk- schal t Dresden, f. Annonce 16 Gr.; Hohenstein, Jul. Seiferl s. Schrst. 5 Thlr. 10 Gr.; Soz.-dem. Alb. Ber. Golba, f. Anonnce 2 Gr. der Redaktion: Vengrur in H.: Wenn Sie Antwort haben wollen, müssrn Sie unS ihre Adi esse geben.— E. A. S. Manuskript dankend erhalte'.— K. Lickilenstein: Unverständlich.— D. Gmünd, E. Augs- buig, MünchenbernSdois, Evwenz. Mainz, Celle, Paris, Eifuri, Char- lottcnburg, G. Bernau: in nächster Nummer. Ambrosius: Gelegentlich Für politisch Gematzregclte. Erlammelt beim Stiilungsjeste der Cigarren-Pcodultiv-Genosien- schuft»i Waldheim 2 Thlr. Von Harnflch gejammelt 1 Thlr. 25'/« Gr. Gesa»mell bei dem Kneipabend der Sä'ger deS Arb.-Bi.dungsoeieins Leipzig 10 Gr. 4 Pf.; von K. in S. 7 Gr. 5 Pf., Arb.-Bitdungsoercin f. Monllt Juli 11 Thlr. 14% Gr.; Durch Harnisch 22 Gr. Röder in Neundorf 15 Gr.__ Quittung. 55 Fl. 55 Kr. von den Mainzer Parteigenosien, speziell für die Hubertusdurger Gefangenen gesammelt, erholten zu haben, bescheinigt dankend der Parteilassircr Bennecke. � Für Etzlinge«. Nächsten Sonntag Abend Zusammenkunft bei Täufer, Bäcker, Kiessiraße._____ Für Etzliügeu: Au die Wocksstaataöounenteu! Parteigenossen! Durch den üdcrra schenden Erfolg unserer Filial- Expedition(im Laufe von dreiviertel Jahren ist die Abonnentenzahl von 23 auf 130 gestiegen) sind wir in der Gewinnung neuer Abon- nenie» etwas saumselig geworden und wir glauben, daß ein einfacher Hinsweis aus das von uns Vorgenommene, die Abonnentenzahl dieses Jahr noch aus 200 zu bringen, genügen wird, um Jeden zu eifrigster Tdä- tigkeit anzuspornen. Ihr Alle wißt, daß unter unjern Feinden die Dummheil und die Unwissenheit nicht zu den kleinsten gehören. Wol- len wir diese mit Ersolg bekämpfen, so müsstn wir vor Allem die von unsern Gegner» meistens mit Adsichtlichkeit ausgesprengten Lügen und Verläumdungen durch Wahrheit und klaren Einblick in unsere Ziele und Veslrebungeii zu ent krästen suchen, was wir mit weitester Verbreitung unseres OrganS am Besten zu t hu n im Stande sein werden. Deshalb Hand an's Werk! Den 500 Lesern, auf welche wir hier bei einem Abouuentenstand von 130 wohl rech nen dürseu, wird es bei nur einiger Rührigkeit und gutem Willen leicht sein, genannte Zahl zu erreichen. Jeverzeit werden Abonnements angenommen da der Ftlialerpeditton, Strohqasi� 34, 2.___ Einladung zum Stiftungsfest des V«Ik8vvretn zu Meerane. Sonntag, den 1. Sept., Nachmittag 4 Uhr in den Räumlichkeiten des Baltische» Hofe». Die Festrede gehalten van einem der lüchttgste» Parteigenossen. Alle Freunde und Gesinnungsgenossen, welche de» Zweck diese» Festes kennen, laden wir bierdurch zur Theilnahme freundlichst ein. Entree 1 Ngr. Gößere Corporaiionen mögen der Ordnung halber ihre Festzeichen zur geeignelen Zeit von hier beziehen. Meeran«, den 14 August.(4) 3 Der Vorstand. Soniitag,(leu 25 August Mbeiterfest in Frankenberg. von Nachmillags 3 Uhr 4! u uteri, daraus Balluiunlk die kleineren Pieren werden durch Borträge uud EoupletS ausgefüllt. Frstrrdr von Liirgcr Most. ES ruft Euch Alle nach Brudersitte In feines Kreises froher Mite (2) l__ ver soz.-dem. Arbeiterverein daselbst. Für Anuaberg. Die Leser des„Volksstaat" werden ersucht, zu einer Bespr-chung sich Mittwoch, den 21. August Abends 7 Uhr in Ulrichs Restauration Sommerleithe freundlichst einzufinden. ___ Friedr. Winkler. Für Breslau. SoMldemokratischr Arbeiterpartei. Montag, den 26. d. M., Abends 8 Uhr geschlossene Mitglieverversammlung im Hinteren Lokale des weißen Engel, Kupferschiniedestr. 11. Die öeralhung wichtiger Gegenstände erfordert das Erscheinen jämmilicher Mitglieder. Die Karten sind vorzuzeigen.__ H. Oehme. Soz-Vemokr �r�citcrvcrcin � �, Mittwoch den 21. August Abends 8 Uhr im Saale des Arbel- terbildungsvcretil» Ritterftr. 42. II. geschlossene Mitglieverversammlung. Da« Erscheinen aller Mitalieder wird erwartet. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Der Vorstand. Für Leipzig. Die Gewerligenossenschafl der Schuhmacher zu Leipzig hält ihr Nouuuerl'eMt, Sonrag. den 25. August im Gasthoi zum Helm in Eu r ritzsch ab. und ladet alle hier bestehenden Gewerkschaslen, Collegen, Freunde und Gönner ergebenst ein. Programm: Eoncert, Festrede, gehalten von A. Schäfer. Abends Ball. Aniang 3 Uhr. Mr Leipzig. Soz-vcm. Arb.-Perri». Freitag, den 23. August Abends 8 Uhr, im Leipziger Saal. Tagesordnung: Sozial-demskraiischcr Wochenbericht(Res. Ulrich) Freie Diskussion. Gäste willkommen. Der VvMtiuiD. Im Verlage der Expediitvn des„Voiksstaa" sind zu hat, n: PliotogTapliisciies(iinippt'iibil