W" � Mittwoch, 38. August. Erscheint wöcheinlich 2 mal m Leipzig. Bestellungen uehmen alle Pastanslalie» und Buchhand- duegen dei In- und Au»- lande» au. KSr Leipzig nehmen Bestellungen an: die Erpedition, Hohe Stt. 4. A. Bebel, Petersstr. 18, K. Thiele, Emilienftr. 2. «»omiemtntevrei«: Für Preußen mcl. Stempel- »euer 1 7 Sgr., für die übrigen deutschen Staaten 12'/, Ngr per Quartal, per Monat 4'/, Ngr., für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr. ßiltaterpeditiou für die V r- emigteu Zweiten: F. A. Sorge, Bon 101 Ooboken N.J. via Newyorb Organ der soM-demokratischeu Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Z»m Partei-Coußres;. Wir ersuchen die Delcgirten hierdurch, spätestens Sonn- abend(Samstag) Abend in Mainz einzutreffen. Die Ordnung der Kongreßverhandlungen ist in folgender Weise abgeändert. Samstag Abend präcis 7 Uhr Vorversammlung. Sonnlag Vormittag präcis 9 Uhr geschloffene Sitzung. „ Nachmittags 3 Uhr Volksversammlung im großen Saale ,.zum heiligen Geist". Montag und die folgenden Tage beginnen die geschlossenen Sitzungen Bormittags 8 Uhr. Alle bis jetzt noch nicht veröffentlichten Anträge merden als besondere Borlage vcn Delcgirten zugestellt. Der Ausschuß: Th. Yorck. Aie angeblichen sozialen Theorie« und die wirklichen politischen Bestrebungen des Kerrn Aakunin. IV. Die„Jliternationatitat" des Herrn Balnnin. Herr Bakunin verwendet einige Kapitel seiner Broschüre über das„deutsche Knutenreich" darauf, seinen französischen Lesern zu erzählen, daß die deutsche Bourgeoiste tief unter der Bourgeoisie aller anderen Länder stehe, indem sie seit 300 Jahren nie, auch nicht in der Idee, der Freiheit, sondern stets nur dem Knechlsinn gehuldigt habe. Die Deutschen haben, entwickelt Hr. Bakunin aus S. 91 der erwähnten Schrisl, nicht nur ihre eigene, sondern auch die Sklaverei Rußlands auf dem Gewiffen. Denn die alt russische Sklaverei war ein naturwüchsiger Zustand, der sich unter dem Einfluß der Ideen des Westens in liberalem, demokratischem, humanem Sinn enl- wickeln konnte und mußte, wenn er nicht von den Deutschen mit ihrer polizistischen, bureaukratischen und militärischen Wissen- schaff zu einem förmlichen System ausgebildet worden wäre. Die Ezaren sind Deutsche, und durch Deutsche herrschen fit. Die Russen aber, Boll wie Adel und Popen(Geistlichkeit), strengen sich an, das deutsche Joch abzuschütteln.„Um nur die bezeichnendsten Thatsachen anzusühren," sagt Hr. Bakunin zur Legrüudung dieser Anschauung,„so haben wir von 1818 bis 1825 mehrere Hundert Adlige, die Blüthe unseres Adels, der höchsten und reichsten Klasse Rußlands angehörig, eine sehr ernste und sehr bedrohliche Verschwörung gegen den kaiserlichen Despotismus bilden sehen, mit dem Zweck, auf seinen Ruinen eine monarchisch-libcrale Bersassung, wie die Einen wünschen, oder, nach dem Wunsche der Mehrzahl, eine föderative und demokratische Republik zu gründen, welche beide zur Grundlage die vollständigeEmancipation der Bauern mit Ueberlassung des Bodens als ihr Eigenthum hatten. Seit- her hat es keine einzige Verschwörung in Rußland gegeben, an welcher sich nicht junge, oft sehr reiche Adlige be- theiligt hätten. Anderseits weiß die ganze Welt, daß es be- sonders die Söhne unserer Priester sind, die Studirenden unserer Akademien und unserer Seminare, die die heilige Phalanx der sozialistisch-revolutionären Partei in Rußland bilden. Ja, die Herren deutschen Patrioten möchten mir doch Angesichts dieser unbestreitbaren Thatsachen, die selbst ihre sprüchwortliche Unaufrichtigkeil nicht zu beseitigen vermag, sagen, ob eS je in Teutschland viele Adlige oder Studirende der Theologie gegeben hat, die gegen den Staat für die Emancipalion des Volks conspirirt haben? Und doch fehlt es ihm weder an Städten, noch an Theologen. In allen diesen respektabeln Klassen aber, den Vertretern der deut- schen Civlisation, ist der Servilismus nicht nur eine natürliche Wirkung natürlicher Ursachen, sondern er ist ein System, eine Wissenschaft, eine Art von religiösem Cultus ge- worden, und deghalb bildet er eine unheilbare Krankheit. Können Sie sich einen deutschen Bureaukraten oder einen Offizier der deutschen Armee denken, der konspirirt und revoltirt für die Freiheit, für die Emancipalion der Völker? Gewiß nicht. Wir haben wohl neulich gesehen, daß Offiziere und hohe Be- amte gegen Hrn. v. Bismarck revoltirten, aber zu welchem Zweck? Um einen despotischen, einen legitimen König wieder aus seinen Thron zu setzen. Run, die russische Bureaukratic und das r us fische Osfiziercorps zählen in ihren Reihen viele Verschwörer für das Volk. Das ist der Umcrschied; er ist ganz zu Gunsten Rußlands.— Natürlich mußte die knechtende Wirkung der deutschen Civilisation, wenn es ihr auch nicht gelungen ist, die privilegirten und offiziellen Körper- schaffen Rußlands völlig zu korrumpiren, doch auf diese Klassen einen schlimmen Einfluß ausüben, und ich wiederhole, es ist ein großes Glück für da» russische Volk, daß es von dieser Civilisation verschont geblieben ist, so gut es verschont ge- blieben ist von der Civilisation der Mongolen".— „Die deutsche Bourgeoisie ," sagt Herr Bakunin auf S. der erwähnten Schrift,„lebt in ihrer Knechtschaft ruhig und glücklich, wie eine Ratte in einem Käse; aber sie will, daß der Käse groß sei. Bon 1815 bis heute hat sie nur einen einzigen Wunsch gehegt, aber diesen mit einer ausdauernden, energischen und einer besseren Sache würdigen Leidenschaft. Sie wünschte, unter der Hand eines mächtigen Herrn zu stehen, wäre es auch eines wilden und brutalen Despoten, wofern er ihr nur, als Gegenleistung für ihre nothwendige Sklaverei, das gäbe, was sie ihre nationale Größe uennt; wofern er nur alle Völker, das deutsche Reich mit eingeschlossen, erzittern mache im Namen der deuschen Civilisation. „Man wird mir einwenden, daß die Bourgeoisie aller Länder heutzutage dasselbe Streben zeigt, daß sie überall bestürzt läuft, um sich unter den Schutz der Militärdiktatur zu bergen, ihre letzte Zuflucht gegen die immer drohender wer- dcnden Angriffe des Proletariats. Ueb era ll verzichtet sie auf ihre Freiheit, im'Namen der Wohlfahrt ihrer Börse, und um ihre Privilegien zu wahren, verzichtet sie überall auf ihr Recht. Der Bourgeois-Liberalismus ist in allen Ländern eine Lüge geworden und eristirt kaum noch dem Na- men nach. „Ja, das ist wahr. Aber wenigstens in der Ber- gange nheit hat der Liberalismus der ttalienischen, schwcize- rischen, holländischen, belgischen, englischen und französischen Bourgeois wirklich existirt, während der der deutschen Bour- geoisie niemals eristirt hat. Sie finden weder vor noch nach der Reformation irgend eine Spur von ihm."— Es fällt uns natürlich nicht ein, unsere süßen Prozent und Knüttclpatrioteu gegen Herrn Bakunin in Schutz zu neh- men oder die Aufschneiderei zu beleuchten, mit der er russische Knäse und Popen zur Emanzipation ihrer Bauern, d. h. zur Vernichtung ihrer eigenen Herrschaft und ihres Grundbesitzes, also gegen sich selbst revvlutioniren läßt, während sie doch niemals Jemand daran gehindert hätte, ihre Leibeigenen frei zu machen und denselben ihre Länder zu übergeben. Aber den Zwecken Herrn Bakunins entspricht es, die deutschen Arbeiter als eine rohe, irregeleitete, nur physisch und instinktiv thätige Masse, dagegen die deutsche Bourgeoisie»ls den„denkenden s!j Theil der Nation", als„die Vertreterin der deutschen Civilisation" darzustellen, und nach dieser Voraussetzung die ganze deutsche Cultur als erlogen, faul und zerstöre ns- wcrth zu beurthnlen. Und das in einer an Frankreich gerichteten Agitationsschrift! Gegenüber solch' fanatischem Deut- jchenhaß, der sich, beiläufig bemerkt, durch alle Publikationen des„auch internationalen" Herrn Bakunin hindurch zieht, und eine angenehme Abivechslung zu scheinbar revolutionären Rede- Wendungen bildet, muß doch einmal konstatirt werden, daß Herr Bakunin wider besseres Wissen schreibt. Undenkbar wäre es, daß je ein deutscher Offizier, ein deutscher Beamter für Recht und Freiheit sich erhoben hätte? Nun,— Herr Baku n in selbst hat sich, gemeinschaftlich mit zah lreiche n Offi- zieren und zahlreichen Beamten, 1849 an einer solchen Er- Hebung betheiligt! Herr Bakunin oersteigt sich aber bis zu der Behauptung, nicht nur aller revolutionären That, sondern sogar jeden liberalen Gedankens sei Deutschland seit mehr als 300 Jahren— seit Ullrich van Hutten— baar und unfähig. Zur Widerlegung dieser Behauptung brauchen wir nur auf die zahl- reichen Dichter und Schriftsteller hinzuweisen, die in und mit unserem Volke gelebt haben, und in deren Werken die reinste Humanität, der edelste Bürgersinn und die glühendste Frciheits- liebe ausgeprägt ist. Von ihnen allen weiß Herr Bakunin nur den einen Arndt zu nennen, und auch von diesem kennt er nur die Worte:„So weit die deutsche Zunge klingt" und „Mein Vaterland muß größer sein!"*) Daß die Franzosen ihre Provinzen zu einer„einen und untheilbaren Republik" verschmolzen haben, findet er in der Ordnung. Die Centrali- sation Rußlands ist, nach feinen eigenen Worten, der einzige Schutz Europas gegen einen uns angeblich drohenden Ueberfall Seit.ns der Millionen asirtischen Krieger. Auch dagegen sträubt sich sein Gemüth nicht, daß den Italienern ihr parmcsani- scheS, neapolitanisches, kalabrisches, lombardisches oder sardini- sches Vaterland zu klein war. Aber die„deutsche Einheit", die findet er unzulässig und nennt sie, den ihm mit Recht vor- geworfenen Panslavismus zurückgeben wollend,„PangerMUtttss Mills", indem er recht geschickt die Bezeichnung„Germanisch", wohl zwanzigmal abwechselnd, bald auf Preußen, bald auf Deutschland, bald auf die ganze germanische Race anwendet. Dieses Wortspiel dient nur dazu, wiederum darauf hinzuwei- sen, welche Dienste der Panslavismus der Kultur— der wahren, nicht der deutschen— leistet. Denn„Preußen"— gleich- •) Anmerkung der Redaktion: Herr Bakunin hat nicht immer über die Deutschen so verächtlich gedacht: Im April 1370, als er es versuchte, sich in den„Bolksstaaz" einzuschmuggeln, wußte er sehr wohl zwischen dem„idealen" und„offiziellen" Deutschland zu unterscheiden. So sagte er in seinem„Briese über die revolutionäre Bewegung in Rußtand"(„Bolksstaat" vom 16. April 1870)— in welchem er sich beschwert, daß die Deutschen,„die in so großem Ruse des Mssens und der Eh-lichkeit stehen und überdies durch ihre wirklich merk- würdige Fähigkeit ausgezeichnet sind, die Menschen und die Dinge, ebenso wie die Nationen und die Individuen, in ihrer nackten und lebendigen Wirklich keit, in ihrer objektiv eu Wahr heit zu erfassen, — sobald es sich um die Russen und Rußland handelt, alle diese ihre Nation auszeichnenden, hervorragenden Eigenschafte» verläugnen" —:„Vott Lomonosoff an(zweite Hälfte de» 18. Jahrhunderts) bis aus diesen Tag und besonders während der letzten 30 Jahre der Sklaverei unter Nicolaus, war die Wissenschaft, die Philosophie, die Poesie und die Musik Deutschlands unsre Zuflucht und unser einziger Trost."— Obichon wir damals nicht übel Lust hatten, Herrn Bakunin seine StaatSabschassungsiheorie und seine Aufschneidereien über Rußland vollständig auskramen zu lassen, um ihn dann ein für allemal abzu- serligen, so blieb es doch bei dem citirten 1. Briefe, ohne daß die ver- sprochmen Fortsetzungen erschienen, da die seinem 1. Brief aus dem Fuß folgende Aufdeckung des Netschajess-Schwindels Herrn Bakunin belehrte, daß in Deutschland kein Kraut für ihn gewachsen sei. bedeutend init den„convoitises patriotiquea des Allemands" („den patriotischen Gelüsten der Deutschen")— kann„nur mit Hilfe oder doch nur unter Neutralität Rußlands" seine Ziele erreichen; und die bestehen, wie Herr Bakunin(S. 77) ent- hüllt, darin: 1. vollständig oder doch wenigstens auf 20 Jahre die Macht(la puissance) Frankreichs zu vernichten, 2. Oesterreich zu zerstören, 3. die deutsche Schweiz, 4. einen Theil Belgiens, 5. und 6. Holland und ganz Dänemark(tout le Danemark) zu annektirei�.welche beiden letzteren König- reiche„ihm unentbehrlich sind zur Gründung unv Befestigung seiner Seemacht". Man sieht, welches Unglück über die Civi- lisation(siehe den Berner Bakunin) des westlichen Europas hereinbräche, wenn Rußland Preußen gewähren ließe. Glück- licherweise ist dies nicht zu befürchten. Rußland, sintemalen dieser Staat noch nicht von Herrn Bakunin„abgeschafft" ist, bleibt seiner Culturmisston, seiner Aufgabe als Hort der Völker eingedenk: schon sieht Herr Bakunin„den schwarzen Punkt" des russisch- deutschen Krieges um die russischen Ostsee-Provinze n. Herr Bakunin bemerkt, daß die Bewohner dieser Provinzen, ; der weitaus glSßten Mehrzahl nach, weder Russen, noch Deutsche, i sondern Finnen und Letten sind und bleiben wollen und dcS- halb,'vic auch Finnland, eigentlich zu einer skandinavischen Fö- deration gehörten. Ebenso, fügt er hinzu,„der ganze dänische Theil Schleswigs, was den Herren Deutschen nicht mißfallen möge. Dies wäre gerecht, dies wäre natürlich, und diese beiden Gründe reichen hin, damit dies de« Deutsche» mißfalle/'" Bekanntlich haben nicht nur die deutschen Arbeiter von jeher cinmüthig gegen jede Annexion protestirt, sondern, was Nordschleswig betrifft, plädirt selbst ein Theil der Bourgeoisie (namentlich die„Kölnische Zeitung") seit Jahren für Zurück- gäbe desselben an Dänemark. Aber wage es Niemand, An- gesichls solcher Thatsachen die obige Aeußerung für ein Zeichen von Racenhaß zu erklären. Herr Bakunin kennt keine Spur von Racenhaß; nur„duifs allemands"(„ deutsche Judenjungen"), wie Karl Marx(den er öfter» so titulirt), können derlei von ihm behaupten. Die deutschen Arbeiter— das ist eine Grund-„Jdce" des Herrn Bakunin, die er u. A. aus S. 81 des„Knuto- Germanischen Reichs" weitläufig ausspricht— sind Sklaven; sie haben weder ein lokales, noch ein nationales Interesse;„das Einzige, was sie direkt, reell, täglich, lebhaft interesstrt, ist die Arbeits- und Lohnfrage". Ader sie sind auf falschem Wege.„Statt eine wahrhast revolutionäre, negative, staats- zerstörende Macht(,.une puissance negative") zu erstreben,.die einzige, die nach meiner innigen Ucberzeugung die völlige Emancipation der Arbeiter und(!) der Arbeit herbeiführen kann, lassen sie sich von ihren Führern verleiten, von der Gründung einer Positive» Macht(„d'nne puissance positive") zu träumen[!], von der Errichtung eines nothwcndig nationalen, patriotischen, pkngers manische» Arbeiterstaats, Volksst aats; unddies bringt sie in schreienden Widerspruch mit den Grundprinzipien der Internationalen Association nnd in eine sehr zweiöyutige Stellung gegenüber dem preußisch-germanischen Junker- und Bourgcois-Kaiserreich des Herrn von Bismarck." In der That!„Lötzen" und„Hubertusburg" sind„zwei- deutig!" Wenn nur das„Sibirien" des Herrn Bakunin so wenig „zweideutig" wäre! Doch lassen wir Herrn Bakunin weiter sprechen, nachdem wir ihn haben konstatiren lassen, daß unter den deutschen Pa- tricten auch die deutschen Arbeiter mit inbMiffen sind, die nun einmal, Dank ihren nichtswürdigen, nisst Bismarck lieb- äugelnden Führern, so bornirt sind, nicht„negative", sondern „positive Macht" zu erstreben. „Sie(die deutschen Arbeiter) hoffen ohne Zweifel, auf dem Wege zuerst einer gesetzlichen Agitation, dann einer aus- gesprocheneren und entschiedeneren revolutionären Bewegung sich dieses Reichs bemächtigen und es in einen reinen Volts- staat umgestalten zu können. Diese Politik prägt ihrer Bewegung einen reformatorischen und revolutionären Charakter auf, was vielleicht auch ein wenig an der besonde- ren Natur des deutschen Volkes liegt, das mehr zu schritt- weisen Reformen, als zur Revolution befähigt ist. Diese Politik hat noch einen anderen großen Nachtheil, der übrigens nur eine Consequenz des Ersteren ist: sie liefert die sozialistische Arbeiterbewegung Deutschlands ins Schlepptau der Bour- geoiS-Demokratie. Man hat später(?) sogar die Existenz dieser Allianz längnen wollen, aber sie ist nur allzugut ton- statirt worden durch die theilweisc Annahme des bourgcnis- sozialistischen Programms des Dr. Jacoby, als Grundlage eines möglichen Einverständnisses(comme baso d'nne entente possible) zwischen den Bonrgeoisdemokraten und dem deut- schen Proletariat, sowie durch die verschiedenen Bermittelungs- oersuche, die man auf den Congressen zu Nürnberg und Stuttgart s!j gemacht hat. Diese Allianz... hat viel dazu beigetragen, das sozialistische Programm ver deutschen Arbeiter zu vcrschrumpfen und zu fälschen(ä retr6- cir et h(ausser). Das Programm der österreichischen Ar- beiter zum Beispiel, bevor sie sich in die sozialdemokratische Partei hatten lassen einreihen(enregirnenter), war unendlich weitergehend und praktischer, als es heute ist."(S. 82.) Die österreichischen Parteigenossen werden über diese my- thologiscke Entdeckung ihrer Vorgeschichte nicht wenig überrascht sein. Ihr„viel weitergehendes und viel praktischeres„Programm vor Eisenach ist offenbar das— des Herrn Mühtwass er. Sonst wüßten wir in der That keines. Denn die österreichische Arbeiterbewegung hat bekanntlich ganz genau, wie die deutsche überhaupt, mit der Forderung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts angefangen, welches nach Proudhon — und Herr Bakunin schließt sich auf S. 20 dieser Meinung an— gleichbedeutend ist mit„Contre-Revolution". Also dies ist„weitergehend". Die Schlüsse auf den Radikalismus des Herrn Bakunin kann Jeder selbst ziehen. Doch das ist nur ein Systemfehler der deutschen Arbeiter, meint Herr Bakunin, ihr Instinkt ist wirklich revolutionär und wird es von Tag zu Tag mehr. Dock hat der deutsche Arbeiter am Anfang des letzten Krieges„einen Augenblick ge- schwankt und geglaubt, seine Pflicht als Deutscher befehle ihm, unter die Fahne Wilhelms und Bismarcks zu treten. Aber nach Sedan änderten sich die Gefühle des deutschen Prole- lariats und nahmen eine dem Krieg offen entgegengesetzte und der französischen Republik sympathische Richtung an. Und hier kann ich nicht umhin, den Führern der sozial-demokratischen Partei, den Männern wie Bebel, Liebknecht und so vielen Anderen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, welche... den Muth hatten, mitten im Geschrei der offiziösen Welt und der ganzen Bourgeoisie, laut die heiligen Rechte Frankreichs zu proklamircn. Sie haben edel, heroisch ihre Pflicht erfüllt u. s. w." Also erst nach Sedan hätten die deutschen Arbeiter gegen das Duell protestirt, das der deutsche und der französische Ca- sarismus mit einander aufführten?! Bei Beginn des Krieges hätten sie„geschwankt"?! Es ist wahrlich stark von Herrn Bakunin, den französischen Arbeitern einen s» kolossalen Bären auf- binden zu wollen; denn es ist doch zu bekannt, wie Bebel und Liebknecht im Reichstag behandelt wurden, als sie Bismarck die Mittel zur Kriegführung verweigerten, und wie Bourgeois und Beamten allenthalben in ganz Deutschland die Sozialdemokra- ten mißhandelten, die sich in zahlreichen Versammlungen gegen den Krieg erklärten, den sie freilich ebensowenig zu verhindern im Stande waren, als die Arbeiter von Paris, Lyon und Marseille. Die Tendenz des Herrn Bakunin ist hier offenbar die, zu sagen, daß die deutschen Arbeiter den Krieg hätten ver- hindern müssen und können, daß sie also am Kriege mit schul- dig sind und bleiben, bis alles deutsche Staatswesen, nicht- blos der aktuelle Staat, sondern alles Staatswesen überhaupt in Deutschland„vernichtet" ist. Aber das deutsche Volk ist, nach Hrn. Bakunin, viel zu verkommen in seinem Hochmuth(orgueil allemand, S. 74) und in seinem echt deutschen Servilismus(semlite tonte allemande, S. 75), als daß es sich selbst die Wohlthat erwiese, sein Staatswesen aufzulösen. Es müssen ihm also Andere den Gefallen thun auch wider Willen. Diese Anderen sind nicht, wie man vermuthen möchte, die Russen.„Es ist lächerlich", nach Hrn. Bakunin, wenn die Deutschen, sowohl Bourgeois, als Proletarier, Rußland mit Mißtrauen betrachten, und sich gar einbilden,„Rußland übe seit 1815 einen unheilvollen Einfluß auf die Geschicke des deutschen Volkes aus." Wenn die Deutschen unterdrückt sind, so sind sie selbst Schuld. sS. 88. 89.) Rußland hat Deutsch- land nur zweimal etwas zu Leide gethan, indem es 1761 und 1807 Preußen vom sicheren Untergang rettete und damit Deutschlands Ketten schmiedete.(Und die österreichischen Ketten, in die Deutschland anderenfalls gerathen wäre?) Dagegen war 1813 Rußland„der Befreier Deutschlands vom Joche Na- poleons"(S. 86), womit freilich nicht recht stimmt, daß, nach S. 93„die Deutschen noch nie frei gewesen sind." Daß Ruß- land 1871„a puissaininent contribue par aon attitude mena�ante contre l'Autriche et la France, k la complete reussite des projects ducomte de Bismarck"(durch seine droh e'nde Haltung gegen Oe st e rr eich und F rankreich zum völligen Gelingen der Bismarckschen Pläne (d. h. zur Gründung des„Deutschen Knuten reichs") mächtig beigetragen hat),— das gehört nach Hrn. Bakunin nicht zu dem Schlimmen, was uns Rußland zu- gefügt!! Umgekehrt, die Deutschen sind es. wie bereits früher er- wähnt, welche Rußland knechten! Die Czaren sind ja Deutsche! Sie sind übrigens Deutsche, die Hr. Bakunin lobt. Er er- zählt, S. 86:„1813 kamen die Russen als Befreier nach Deutschland und haben, was auch die Herren Deutschen dagegen einwenden mögen, nicht wenig dazu beigetragen, sie vom Joche Napoleons zu befreien. Oder tragen sie es etwa eben diesem Kaiser Alexander nach, daß er 1814 Blücher verhindert hat, Paris, wie erwünschte, zu plündern?— was beweist, daß die Preussen(Ist das kein Rassenhaß?) stets dieselben Instinkte gehabt und ihre Natur nicht geändert haben.(Man vergesse nicht, daß Hr. Bakunin international sein will.) Verdenken sie es etwa dem Kaiser Alexander, daß er Ludwig XVilL fast gezwungen Hat, Frankreich eine Verfassung zu geben, entgegen den Wünschen des Königs von Preußen und des Kaisers von Oesterreich, und sich somit humaner und liberaler zeigte als die zwei deutschen Potentaten?" Hätte uns Herr Bakunin nicht versichert, daß er alle Staaten, also auch den russischen,„abzuschaffen" wünscht, um die„negative Macht" des Proletariats herzustellen, wahr- lich,»vir müßten ihn, nach obigen Aeußerungcn, für einen Schweiswedler des Czaren halten. Das ist die eine Seite des„internationalen Bakunin". Politische Uebersicht. Wer noch nicht gewußt hat, daß„nationaldeutsch" soviel wie„panborussiakisch"(großpreußisch) bedeutet, dem sagten es die„nationalen" Blätter dieser Tage: Die„Augsburger M- gemeine", welche den preußischen Kronprinzen mit einem servilen Willkomm! begrüßte, wird dafür von jenen gehätschelt, daß sie statt, wie früher,„großdeutsch" nun im Gegentheil „wirklich und entschieden nationaldeutsch" ist.— Also der Kaiser Wilhelm hat in seinem„milden, frommen Herz" die heilige Dreiheit:„Glaube, Liebe, Hoffnung" und besagte Dreiheit ist die eigentliche Mutter der Drei- kaiferkonferenz, wie uns die Wiener„Neue Freie Presse" ver- kündet. In der Sprache des rcalpolitisch- militärstaatlichen Lebens heißt Glaube Kavallerie, Liebe— Infanterie und Hoffnung— Arti Ileri e. Ja, an die Kavallerie g l a u b t er, der Berlmer Heldenzreis, die Infanterie liebt er, und auf die Artillerie hofft er; letztere läßt er deshalh auch reorganisiren, damit sie der Artillerie des Ver- sailler Hcldengreises, in dessen Herz die nemliche Dreiheit logirt, bei nächster Gelegenheit in der Gunst des himmlischen Schlachtenlenkers, der bekanntlich den großen Bataillonen hold ist. erfolgreiche Koncurrenz machen und Stoff zu neuen Sieges- depeschen liefern kann— mit Gottes gnädiger Fügung.— Ein Z e ugni ß aus gegnerischem Lager. Aus Köln berichtet der„Allz. Anzeiger": Während die städtischen Einnahmen aus der klassifizirten Einkommensteuer in dem Zeiträume von 1868 bis 1871 von 279, 9»4 Thlr. auf 441,701 Thlr. gestiegen sind, sind die aus dem Zuschlag von 50 Proz. der Mahl- und Schlachtsteuer während derselben Zeit nur von 100,714 Thlr. auf 121,686 Thlr. gewachsen. Wir finden, daß der Konsum der n ot hwcndi g ste n Lebensmittel nicht nurnicht zugenommen, sondern sich bedeutend vermindert hat. Der Zuschlag allein sollte eine Mehreinnahmc von 50,357 Thlr. ergeben; dieselbe brachte statt dieser Summe aber nur 21,17:? Thlr. ein; folglich wurden an dem bis dahin üblichen Konsum 29,185 Thlr. erspart, mithin für 14,592�, Thlr. weniger Mehl- und F l ei s chsp eise n genossen, als v o r 1868, und das rrotz der nicht unbedeutenden Bcvölke- r ung s-Zuna hm e. Damit ist aber eine in Köln sehr stark fortschreitende Verarmung erwiesen." Was für Köln„erwiesen" ist, steht bezüglich anderer Städte nicht minder fest.— In Frankreich streiten sich die handwerksmäßigen Politiker, wer von Thiers gefoppt wird: die Rechte oder die Linke? Unzweiselhaft Beide, nur daß sie es nicht merken, und sich jede Grobheit und jeden Backenstreich und Fußtritt gefallen lassen in der Meinung, es geschehe nur, um den aufpassenden Nebenbuhler zu täuschen. Inzwischen spielt der vielumwor- bene Heldengreis in Tronville mit viel Eifer die Heldenrolle, und zieht mit Behagen den massenhaft gespendeten Weihrauch in die Nase, bis eines schönen Morgens die Nemesis ihn beim Kragen erwischen und sehr unsanft belehren wird, daß auch er zu den Gefoppten gehört, ebensogut wie die Anderen, und zwar zu den gefoppten Schurken.— In Paris finden in jüngster Zeit wieder„»«gewöhn- lich z ahl rei che Ver Haftungen" statt. Zahlreich sind die Verhaftungen seit dem Fall der Cummune stets gewesen; jetzt scheint man aber in den herrschenden Kreisen zu befürchten, daß das Werk der Gesellschaftungsrettungen nicht gründlich ge- nug verrichtet worden, und will rasch das Versäumte nachholen. Nur so lassen sich die„ungewöhnlich" zahlreichen Verhaftungen erklären. Nur zu, ihr Herren! Jeder Gewaltstreich ist ein Spatenstich an Eurem eigenen Grab.— Da die Holländer Bedenken tragen, sich ponr le roi de Prusse und für Stieber in einen„Peritionssturm" gegen die Abhaltung des nächsten Congresscs der Internationalen Arbeiterassoziation im Haag zu stürzen, sucht Bismarck's Leiborgan, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", ihnen den nöthigen Eifer zu machen, indem sie die Massen- Prügeleien in Belfast(Irland) auf Rechnung der Jnter- nationalen schreibt. Es ist dies, abgesehen von der perfiden Absicht, ein neuer Beweis für die Ignoranz der„Norddeutschen" in Allem, was England betrifft— eine Ignoranz, die bei der notorischen Unschuld des Rcdaktionspersonals in der eng- lischen Sprache allerdings nichts Verwunderliches hat. Die fraglichen Massenprügeleien sind nemlich eine seit fast 7 Viertel- jahrhunderten alljährlich mit mathematischer Präzision wieder- kehrende„Erscheinung", und sie bestehen darin, daß die einge- wanderten protestantischen Engländer— die Eroberer— sich mit den eingeborenen katholischen Jrländern— den Eroberten — heldenhaft oder bestialisch, je nachdem man es auffaßt, herumkeilen, wobei es natürlich viel blutige Nasen und mit- unter auch ein paar Leichen giebt. Mit diesen Orgien des Lasker'schen Knüppels hat die Sozialdemokratie nichts zu thun; wohl aber dürfte es der„Norddeutschen" schwer fallen, die geistige Solidarität mit denselben zurückzuweisen, sintemalen ste doch nur das nothwendige- Produkt der von der„Nord- deutschen" und ihren Preßgeschwistern so eifrig gepflegten — Tugenden des Mordspatriotismus und religiösen Fana tismu s sind.— Wir hören neuerdings sehr viel von der Bildung, welche der Dienst dem Soldaten beibringe. Vorige Woche wurden in England zu Maidftone an einem Tage 3 Männer gehängt, von denen jeder einzelne auf eigene Hand eine durch scheußliche Rohheit ausgezeichnete Mordtha t begangen hatte. Mit bedenklichem Kopfschütteln machen die englischen Blätter darauf aufmerksam, daß sämmtliche 3 Verbrecher der Armee und Marine angehört hatten. Was sagen unsere Moltke-Bcwundercr zu diesen Früchtchen militärischer Bildung? Oder besteht etwa kein Zusammenhang zwischen dem privaten und öffentlichen Todtschlag? Und haben die betreffenden Verbrecher etwa nicht blos darum gefehlt, weil sie die Grenzlinie zwischen beiden Gattungen des Todschlags nicht scharf genug zu ziehen wußten; und haben sie sich nicht eigentlich bloß inder Zeit und Adresse geirrt? Dieselben Thaten vor einigen Jahren in Indien an Jndiern verübt,— und die Thät e r hätten die Verdienst- medaille der„Helden" bekommen, anstatt des sschimpslichen Stricks.— In Peru ist jüngst rasche Justiz geübt worden. Irgend ein Verehrer der Blut- und Eisentheorie schaffte den rechtmäßigen Präsidenten aus der Welt, und proklamirte sich selbst als Gesellschaftsretter und Diktator; das Volk aber ver- stand die Sache unrecht, oder recht, faßte den vom Größen- wahnsinn Besessenen beim Wickel und knüpfte ihn am nächsten Laternenpfahl auf. Sonderbarer Kontrast! In Europa wäre der Mann Kaiser geworden; in Amerika hängt man ihn. Die alte Welt ist doch besser als die neue— wenigstens für die Kaiser und Solche, die es werden wollen.— Der deutsche Juristentag, welcher in diesem Jahr zu Frankfurt am Main, im Schatten des alten Bundestags- Palais, nachten wird, soll offiziösen Winken gemäß zu einer Kundgebung, gegen die Schwurgerichte und für die Schöffen gerichtet*), benutzt werden. So trefflich das Jnflitut der Schwurgerichte in seiner heutigen Zusammen- setzung sich auch, wie der Leipziger Hochverrathsproccß gezeigt hat, zur Vcrurtheilung von Sozialdemokraten eignet, so ist sZ doch seines demokratischen Kerns wegen den Herren in Ber- lin ebenso unbequem, wie weiland die Preußische Landwehr, und sie möchten deshalb an seiner Statt das Schöffenge- r i ch t allgemein einführen, wodurch auf dem Gebiet der Rechts- pflege genau dasselbe erreicht würde, wie durch die Armee- r eor ga nisat i on auf militärischem, nemlich die voll- ständige Beseitigung des demokratischen Kerns, des volksthüm- lichcn Elements. Wir werden uns mit dieser wichtigen Frage noch eingehend zu beschäftigen haben. Für die Theilnehmer am heurigen Juristentage ist es bei- läufig ein Glück, daß sie nicht im Verwaltungsbezirk des Herrn Kreisdirektors von Uhde zn Zwickau zusammen kommen. Wir lesen in dem veröffentlichten Programm, daß die Mit- glieder— also Herr Generalstaatsanwalt Schwarze aus Dresden mit einbegriffen— bei ihrer Anmeldung auf dem Bureau als Abzeichen eine rothseidene Schleife er- halten! Ist das nicht zum Ohnmächtigwerden, Herr Kreis- direktor von Uhde? Eine tragische Geschichte aber wird es, wenn der„gewiegte Criminalist" und sächsische Generalstaats- anwalt Schwarze das„revolutionäre Abzeichen" bei Zeiten zu entfernen vergäße, und, nach Sachsen zurückgekehrt, auf seinem eigenen kriminalistischen Jagdgrund als„Sozialdemokrat" arre- tut würde! Leistzisi. Die Krcisdirektion hat die seitens des Herrn Rüder über Ufert verhängte Ausweisung aus Leipzig b e st ätigt. Gegen den verantwortlichen Redakteur des„Braunschweiger Volksfreund", W. Bracke jun., ist neuerdings Untersuchung ein- geleilet wegen des Leitartikels in Nr. 192:„Volksjustiz" und wegen einer Annonce, die sich„Einladung der Kaffern" benamset. Außerdem sind beschlagnahmt die Nr. 194 wegen des Leit- artikels:„Zur Sedanfeier" und Nr. 197 wegen des Leit- artikels:„Polizeiwirthschaft." Von letzterer Nummer ist mit Weglassunz der inkriminirten Stellen eine neue Ausgabe ver- anstallet worden. Berichtigung. In der Mittheilung der Affaire Stegemann-Leidiger(in voriger Nummer) hat eine Namensverwechselung stattgefunden: Slegemann ist der Denunziant und Leidiger der Äenunzirte. Anfruf an alle Schuhmacher Deutschlands, Deutsch-Oesterrcichs und der Schweiz. Kollegen! Im Auftrage der Schuhmacher yon Berlin und mehreren großen Städten, fordern wir Euch auf, zusammenzutreten, um einen Schuhmacher-<5 o n greß der Gesellen und Kleinmeister hier abzu- halten, damit wir in geschlossener Vereinigung dem Vorgehen der großen Meister und Fabrikanten und der grenzenlosen Ausbeutung entgegentreten. Unser Hendwerk geht zu Ende, der„goldene Boden", wie man früber sagte, ist nicht mehr vorhanden, an Stelle der Meister trete» jetzt die Fabrikanten; wir sind ihre Lohnarbeiter. Früher war es den Gesellen noch möglich, selbstständig zu werdea; jetzt ist es im Allgemeinen damit vorbei. Die soziale Frage, die materielle Frage— bildet den Haupt- gegenständ unserer Besprechung; wir müssen uns emporraffen, damit man* nicht noch länger mit Verachtung auf die Schuhmacher berab- sieht; die übermäßig lange Arbeitszeit muß abgeschafft werden. Wir müssen wie alle Andern uns eine menschenwürdige Stellung verschassen und das rönnen wir nur, wenn wir emig und geschlossen vorgehen. Jede Partei-Schattirung muß vor dieser Aufgabe fallen; alle Collegen, seien es Anhänger des Unterstützungs-Verbandes, der Internationalen Gerwerkschast, der Orts- und Gewerksvereine u. s. w u. s. w. müssen sich betheiligen; die Politik muß fern gehalten. werden. Wir hoffen, daß aus allen Städten und Flecken eine rege Be theiligung stattfindet; an jedem Orte sind Delegirte zu wählen und zum Schuyinacher-Gesellen-Congreß zu schicken; die Orte aber, in denen die Zahl der Schuhmacher nicht so groß ist, um die Kosten der Delezirten bestreiten zu können, müssen sich mit den Nachbar-Orten zur gemeinschaftlichen Abseudilug eines Delegirten verbünden. Zur näheren Besprechung über Tages-Ordnung und Zeit des Schnymacher-Gcsellen-EongresseS wolle man sich sofort schriftlich mit dem interzeichnet-n Borsitzeuden des Komitees in'Verbindung setzen. Direkte Ausrufe zum Congreß werden später ausgegeben und ver sandl und sind deshalb allerorts Adressen einzuschicken. Da aber zu diesem Unternehmen Geldmittel nöthig find, so wolle man gütigst allerorts schleunigst Geldsammlunzen veranstalten und die disponiblen Gelder an den unterzeichneten«assirer eia- senden, da hierdurch eine Aufbesserung der Schuhmacher im Allgemeinen allen Orte» zu Gute kommt. Ferner bitten wir um die weiteste Verbreitung dieses Aufrufs, um die moralische Unterstützung jedes Arbeiters und BerufSgenoff« n, wie auch die gefinnungssrcundllche Presse um Aufnahme vortiegeno er Zeilen. Eollegen, schaart Euch zusammen! Einigkeit macht stark ua d führt zum Siege! Mit Lruderzruß im Auftrage des Komitees. F. Aurin, Königsgraben 15 i» Berlin, Vorsitzender. H. Kühn, Simeonstraße 1t in Berlin, Eassirer. Internationale Gewerkschaft der Manufaktur-, Fabrik- und Haudarbeiter. Kameraden! Aus Grund ganz besonderer örtlicher Schwierigkeiten, wird unsere heurige Generalversammlung anstatt in Hof, nach endgiltiger Feststellung der erforderlichen Vor- bereiiungen, am 28. 29. u. 36.Sept. n. c. in Meerane i. Sachsen stattfinden.(Weiteres lr.demnächster Einladung des Lo- lalkomitee zu Meerane.) In Nr. 57 des„BolkSstaat" von 14/?. veröffentlich le Notizen, bitten wir vrtngenv nochmals� Surchzultsen, wir unterlassen Wiederholung, um oen Kaum des O-gans nicht allzusehr zu beanspruchen und heben nur noch herver, daß die Abschnitte 5. 6. und 7. des erwähnte» Ausrufes belresss der Del«- girten und Mandate nöthige Anweisungen geben. Für die Kosten der Beschickung der Generalversammlung haben die Genossen der einzelnen Starionen solidarisch einzustehen. *) Die Schöffen werden, gleich den Geschworenen, aus dem„Volk", d. h. aus den politisch und sozial privilegi rtea Theilen des Volkes genommen; sie bilden aber nicht einen je lbst- ständigen Körper wie die Geschworenen, sondern sie„sitzen'' mir den Richtern von Fach zusammen(„Beisitzer") und fällen oa S Er- kenntniß gemeinsam mit diesen; während die Geschworenen ihr Verdikt(den„Wahrspruch") gesondert, in Abwesenheit der Richter„schöpfen", wie der Kunstausdruck lautet, und durch ihr Verdikt, das entscheidend ist, den Richtern erst die Gr und- läge des Erkenntnisses geben. Die Schöffen sind also ein bloßes Anhängsel an gewöhnliche Gerichte und werden, auch wenn ihnen die Majorität eingeräumt wirb, stets unter dem Einfluß der an juristischer Kenntniß und kriminalistischer Erfahrung überleg enen Richter von Fach stehen. Ali vorläufige Tagesordnung ist zu v'rzeichnen: 1) Rechenschaftsbericht der Verwaltung und des Aufsichtsrathei. 2) Revision und Abänderung der Stainm-Statuten(lt. Borlage von 8. und 9/7.a. c) 3) Rechenschaftsbericht der Krankenkassen-Sektion bez. Statuten- reoiston. 4) Statuten-Vorlage zur Organisation der Sterbekassen-Sektion. 5) Unsere Stellung zum deutschen Weber- und Manufakturar- beiter-Bund und zur(KewerkS-Union jc. 6) Umfrage. Alle Anträge, die Stammgewerkschaft betreffend, sind an Motteler, solches die Krankenkasse betreffend, an?. Kirchhuber in(Crimmitschau Scheunenplah 757 zu richten. Die Sterbekassen-Sektion anlangend, sind Musterstatuten zu erhalten durch Aug. Söllner, Weber, Meerane i./S. Lilienftraße 466 und auch an diese Addresse Anträge zu senden. Die Hauptkassa-Abrechnung der Stammgewerkschaft geht denjenigen Vertrauensleuten zu, welche ihre Fragebogen z. Z. eingesandt haben, als säumig müssen wir nachfolgende öffentlich aufrufen, zunächst die Stationen, denen wir bei anhaltendem Stillschweigen füglich die Namen der Bevollmächtigten u. folgen laufen werde».— 42 Stationen haben geantwortet, 17 find noch rückständig und zwar: Mülsen St. Niklas, Werdau k., Eßlingen a./N., Zürich, Glauchau k., Netzschkau, GroßotterS- leben, Ronneburg, Magdeburg, Gotha, Arzberg bei Hof, Rowaweß, Reudnitz bei Gratz, Treuen i./V., Dresden, Auma, Grüneberg bei Erimmitschau.— Gewerksgenossen! Gebt Antwort, wie es mit diesen Stationen steht, wir müssen sie haben und verlangen von Euch Ord- nung, wie man sie von uns jederzeit verlangt!— Ihr Weber des sächsischen und bayerischen Voigt- landcs, rührt Euch, Meerane zu beschicken! Es gilt vor Allem. persönlich bekannt zu werden und, um dann desto vertrauensfester die Sache verfechten zu können, zur Organisation zu treten. Genossen in Hos, aus Eure Posten!— Genossen allerwärtS, stellt Euch zahlreich ein, oder sendet uns Mandate. Einer weiteren Anmunterung bedarf es sicher nicht, denn: Entweder wir stehen und siegen' vereint, oder wir fallen und verlottern ge- trennt!— In bester Erwariung sendet Gruß und Kampfgemeinschaft (2) 1 f. d. Vorortvcrwaltung Motteler z. Z. L Vors. (Alle arbeiterfreuirdlichen Blätter werden um W-itervcrbreitnng unseres Ausrufs ersucht.) Antcruationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Die Bevollmächtigten aller Mitgliedschaften werden wiederholt um sofortige Einsendung der restircndcn Beiträge und der Mitglieder-Verzeichnisse gebeten. Unier Angabe genauer Adresse der Absender sind alle Geldsendungen zu adressiren: August Stengel, Schnhmachergasse Nr. 2, 4 Dr., alle übrigen Briefe an HeinrichZilger, Reitbahnstraße Nr. 5. Gießen wird ersucht, Namen und Wohnung deutlich anzugeben. Dresden. Der Vorsitzende. Allgemeincr Tcutschcr Sattlerverein. Berlin Sämmtlichen Sattlern Deutschlands zur gefälligen Be- nchtmig, daß sich bis jetzt definitive Mitgliedschafte» m Karlsruhe, Elberfeld, Köln, Hamburg und Hannover gebildet haben, und 'ordern wir daher alle Kollegen Deutschlands auf, so viel wie möglich Mugliedschastcn zu gründen.' Auch machen wir bekannt, daß der Vorsitzende Herr Auer Wil- helmstr. 4l. wohnt. Gelder sind nur an den Kassirer Herrn Würtz. Alerandrinrnstr. 1 16 zu senden und Briese, die den Verein angehen, an den Sekretair des Vereins H. Hempe, Gr. Friedrichstr. 229. Der Vorstand des Allg. deutschen Sattler Vereins. Paris, 17. Aug. Die wenn auch gelinde Verurthcilung der Vorstandsmitgliedcr desCercle de l'Alliancc republicaine in Lyon, welche zum Zweck Hatte, in republikanischem Sinne auf die Munizi- patralhswahlen einzuwirken, beweist zur Genügt, daß es der konser- vativen Republik des Herrn Thiers sehr darum zu thun ist, jede republi- konische Opposition, und mag sie auch noch so zahm sein, zu unterdrücke». So eine conservative, oder besser gesagt kapitalistische Re- publik kann eöensowenig wie ein absolutes Kaiserreich es dulden, daß eine freie Meinung sich äußert. Ob in dieser Hinsicht die Herren«vchölcher und Tolain,— Belksrepräsentanten der Stadt Paris in der Versailler Nationalversammlung und die Einzigen, wenn ich nicht irre, die bis jetzt ausgeharrt haben— mit Thiers Hand in Hand gehen, insofern eS die Arbeiterbewegung betrifft, will ich gerade nicht behaupten, aber es scheint so. In einer von Tolain— gewesenem Mitglied der Internationalen Ardeiter-Assoziation— prä- stdirten Versammlung der verschiedenen Grwerksgenossenschastcn wurde hervorgehoben, daß ein engerer Zusammenschluß der verschiedenen Korporationen in deren eigenem Interesse liege und, wie ein Redner bemerkte, daß man namentlich darauf das Augenmerk richten müsse daß das Kapital und die Arbeit ausgesöhnt werde. Kann Thiers sich bessere Alliirte wünschen? Auch er hat ja die Arbeit mit dem Kapital„ausgesöhnt" bei den Unruhen der Gruben- arbeiter in Anzin. Freilich in sehr handgreiflicher Weise, aber daiür ist er auch Präsident einer, konservativen Republik", die bekanntlich auf «Ruhe und Ordnung" hält. Tolain und Eonsorten wollen auch Ruhe und Ordnung, darum sind sie in Versailles geblieben. Das Kapital mit der Arbeit aussöhnen und Ruhe und Ordnung ausrecht er- halten, ist gleichbedeutend— so weit der befangene Sinn eines Pro- Iriariers diese Phrase verstehen kann— mir Aus beutung der Arbeit durch das Kapital. Der Ib. August— gewesener Rapoleonstag— ist hier ohne 'Tang und Klang vorübergegangen. Zwar läuteten die Kirchenzlocken, aber nicht zu Ehren des Napoleoniden, sondern zu Ehren der Jung- jrau Maria. Der erste Napoleon war nämlich so gesckcidt, sein Namensfest mit der Himmelfahrt Mariae zu verbinden und das hat auch sein Nesse nachgeäfft. Inzwischen wird in Tronville fleißig vive Thiers! gerufen, wie ehedem vive Napoleon! ES hilft aber Alles nicht«.'Mag Herr Thiers mit Paris liebäugeln und im übrigen -frankreich sich deliebt zumachen suchen,— den N ame nstag ThierS' wird man in Pari- nicht feiern, wohl aber etwas Anderes. Leipzig, den 23. August 1872.— Berichtigungen. Die in der Dresdener Correspondenz vom 15. Aug.(Nr. 67 des„Volksstaat"i gemachte Mitcheilung bezüglich der mir angedrohten Ausweisung anS Dresden ist nicht ganz richtig. Die Sache ist einfach so: Nachdem man mich im Monat Juli mittelst des Ortsrichters von Löbtau und itncs unisormirten Individuums, unter dem Vorwande, ich sei nicht vegelrechi bei der Polizei angemeldet, aus das Gerichtsamt Dresden gebrach, hatte— bei welcher' Gelegenheit man meine Lebensgeschichte ausnahm und meine Legilimationspapiere copirte— erhielt ich am 1-i. Aug. eine Boiladung„zur Bescheidung." Dieselbe bestand in der trockenen Erklärung, daß ich aus dem G-richtsanitsbezirke Dresden ausgewiesen sei. Ich„anntc dieses Verfahren ein willkürliches und verlangte den Nachweis, daß ich ein sächsisches Gesetz verletzt habe. Mein Widerpart, HerrAssessor von Pohlenz, meinte dagegen, meine �lgenschast als Fremder im Zusammenhalte mit der eines Socialde- mottaleii genügten vollkommen zur Rcariindnng meiner Ausweisung. Nach«ner ledhaften DiScussion, trat der Herr Assessor den Rückzug an, mdem er mir erklärte, die Ausweisung nicht auszu preche.i, sondern ich vorerst— durch die Einsichtsnahme in meine von der Polizei "/�"dromenen Reden— eine gesetzliche Handhabe zu derselben zu rschassen. Die in der Correspondenz erwähnte Bedingung„jede an« That, gleit für die Pattei zu unterlassen", habe ick nicht s°"dern sehr bündig zurückgewiesen.— Noch eine na«« Benchtrgnng habe j» auf dem Herzen. In Nr. 63 des„Volks- MK"d«iuen mit meinem Nattren versehenen Antrag für den Kongreß, in Nr. 66 war er als„zurückgezogen" notirt. zurückgezogen konnte er jedoch nicht werden, weil er niemals ze- forden ist. Ein von mir gestellter und von der Dresdener aKitgliedschaft angenommener Antrag, welcher mit dem im„VolkSstaat" ovg-druckten eine entfernte Aehnltchkeit besitzt, war nicht für den ongreß, sondern für den Ausschuß bestimmt und beabsichtigte eine Regelung d?S UnterstütznngSwesenS von der Zeit der Beschlußfassung bis zur cntgiltigen Entscheidung durch den Congreß. Heinrich Scheu. Chemnitz. 22. August. Gestern Abend tagte im Saale zur .Stadl London" eine von dem hiesigen Bevollmächtigten des Allgem. deutschen Arbeitervereins einberufene Volksversammlung, die sehr zahlreich besucht war. In das Büreau wurden gewählt: Unsere Parteigenossen Vahlteich und Willkomm als Vorsitzende, Uhle als Schrislsührer. Die Redezeit wurde für den Referenten auf eine Stunde, für die übrigen Redner auf eine halbe Stunde festgesetzt. Der erstere, Herr Frohme aus Hannover, konstaiirt zunächst, daß er nicht, wie die Plakate die Tagesordnung angeben, über„den Charakter der internationalen Arbeiterbewegung und den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein", sondern„üder den internationalen Charakter der Arbeiterbewegung und deS Allgemeinen Deutschen Arbeiter- vereins" sprechen wolle. Herr Frohm: beleuchtet in fließender, rhetorisch geschickter Rede die historische Entwickelung der gesellschaft- lich-n Zustände. Die Entwickelung war von dem Redner so ausführ- lich gehalten worden, daß er den eigentlichen Gegenstand der Tages- ordnnng nur ungenügend mit wenigen Worten berühren konnte. Insbesondere schien uns die Definition der Worte national und inter- national wenig zutreffend. Redner behauptete, daß der nationale Charakter sich nur entwickeln könne„aus dun Bewußtsein im Recht." Zu gleicher Zeit soll aber nach Herrn Frobme i» dieser Entwickelung zu dem „Bewußtsein im Recht" das Wesen der internationalen Idee liegen. Wie nun au« ein und derselben Richtung der Bolksentwickelunq zu gleicher Zeit nationale und internationale Fortschritte herauswachsen kö inen, blieb uns gänzlich unklar.— Der Vorsitzende konstatirte, daß der Referent nicht zur Tagesordnung gesprochen dabe, mit dem Bemerken, daß er den- selben zwar nicht habe unierbrcchen wollen, immer hoffend, er werde noch aus die Tagesordnung eingehen; bei der Debatte müsse er aber streng daraus halten, daß nur zur Tagesordnung gesprochen werde. In Bezug auf diese Debatte gestattet der uns vergönnte Raum ein spezielle« Eingeben auf die Worte der einzelnen Redner nicht. Es sprachen nach einander Most 3 Mal, Frohme 4 Mal, Lampe 2 Mal und Vahl- tcich, Jähnig, Willkomm, Förster und Wolf je 1 Mal. Most eröffnete den Reigen, indcm er Frohme eine Anzahl Fragen vorlegte, wie z. B. in Bezug auf die Persönlichkeit des Herrn v Schweitzer, auf die Vor- kommniffe in der letzten Generalversammlung des Llllgem. Deutschen Arbeitervereins und aus die Stellung deffelben zur Jnternationalc. Warum er, Frohme, hierher gekommen sei und nicht lieber aa solchen Orten agitire, wo es noch keine Sozialdemokraten gibt? Warum die Einberuscr die Versammlung nicht im hiesigen Arbeiter-Oegan, der „Freien Presse" angezeigt, vielmehr das Unternehmen vor der hiesigen sozialdemokratischen Partei bis zum Morgen des Versamm- lunzstages sorgfältig geheim gehalten hätten u. s. w? Es war die Debatte damit aus das eigentliche Gebiet der Tagesord- nung hinübergespielt, d. h. es wurde von den Rednern nunmehr der Charakter der einzelnen Arbeiterverbindnngen und ihr Vcrbältniß zu einander besprochen. Die Verhandlungen waren stürmisch und da HerrFrohme, gegen welchen sich die Stimmung de> Ver- s animlung an und für sich richtete, die letztere auch noch durch provocatorisches Vorgehen zu reizen suchte, so war die Ruhe oft nur mit Mühe ausrecht zu erhalten, es gelang dies aber dennoch und die oben angeführte Rednerliste dürfte beweisen, daß Herrn Frohme und seinen Frenndea die möglichste Freiheit der Rede zu Theil geworden ist. Unseres Erachtens bat Herr Frohme Unrecht gehandelt, hierher zu kommen, um durch Propaganda für die hier abgestorbene Organisation des Allgem. Deutschen Arbeiter-Ver- eins eine Störung in die hiesige Arbeiterbewegung zu bringen und er hat diesen, übrigens sehr mißlungenen, Versuch auch nicht gerade mit be- sondercm Geschick ausgeführt, wie er sich überhaupt in der freien Redeviel schwächer zeigte als in seinem gut vorbereiteten trag. Die Versammlung nahm schließlich gegen etwr 29 Stimmen folgende Resolution an: „Die heutigen staatlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen. welche die Ausbeutung der großen Majorität des Volkes durch eine Minorität ermöglichen, können nur durch die Vereinigung der Arbeiter aller Länder abgeschafft werden und da die Inter- nationale Arbeiterassoziation und die sozialdemokratische Ar- beiterpartei in Deutschland, welche sich, soweit es die Gesetze gestatten, als Zweig der Internationale betrachtet, solch eine Vereinigung anstreben, so ist es Pflicht der Arbeiter, sich ge- nannten Arbeiterverbindnngen anzuschließen. Jeder, der diese? Einigungswerk verhindern will, ist als bewußter oder unbe- wüßter Gegner der Arbeiterjache zu betrachten." (Chemnitzer Freie Presse.) tlameilj. Im Monat Mai konstitnirtc sich hier eine Mitg'ied- schaft der sozial-demokratischen Arbeiterpartei, und können wir' mit deren Wachsthum jetzt zufrieden sein. Gewählt wurden: zum Ver- trauensmann: I.- Karl Wendt, zum Beitragsammler: Wilhelm Werner, zu Revisoren: Karl Müller und Aug. Röschke. In nächster Zeit wollen wir versuchen, die Partei auch auf die Nachbarschaft auszudehnen.— Auch ist eine größtentheils aus Parteigenossen bestehende und 29 Mann starke Mitgliedschaft der Internationalen ÄewerkSgcnossenschast der Man.-, Fabrik- und Hand- arbeiter ins Leben getreten und wird auch nach dieser Richtung hin fleißig agitirt» Allen Parteigenossen demokratischen Gruß und Handschlag I. K. Mendt. jlamenj. Am vergangenen Sonnabend fand hier abermals eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in welcher in erster Linie, die religiöse Frage und die Sozialdemokratie", in zweiter Linie„der Nor- malarbeilstag" behandelt wurde. Als Referent war aus Wunsch der Kamenzer Parteigenossen Eckstein aus Dresden erschienen. Derselbe erörterte beide Punkte der Tagesordnung in der eingehendsten Weise, so daß selbst unsere Gegner sich genöthigt sahen. die Wahrheit der durch Thatsachen bewiesenen E.örterungen de« Referenten ihre Zu- stimmung zu geben. Einige Personen bemühten sich, das„allgemein" gehaltene Referat als persönlichen Angriff zu benutzen, es wurde ihnen aber gründlich heimgeleuchtet. Die Versammelten gingen, vom besten Geiste beseelt, vollständig befriedigt auseinander.'Noch einige solche Versammlungen und unsere Gegner werden eS wohl bleiben lassen, uns in der bisherigen Weise entgegen zu treten. (Dresd. Volksbote.) Kamenz. Beleg für den Bildungsgrad eines zum Fabrik- Direktor avancirtea Arbeiters.— HerrHeinze, Direktor der größten Tuchfabrik in Kamenz(Finna: F. W. Bleyl) hat sich gegen meine Frau, welche für genannte Fabrik Tuche nippte unter Änderm in folgender Weise geäußert: 1) In Bezug aiff ein Tuch, welches schon fertig, jedoch von meiner Frau genippt sein sollte, daß dasselbe nicht rein genippt sei u. s. w.(Da das Tuch schon vor ca. 3 Wochen ab- geliefert war, hätte man das wohl auch früher sehen können.) 2) „Ohrfeigen könnt ich Ihnen geben, und wenn es mich hundert Thaler kostete. 3)„Si e sind's Anspuckennicht werth!" 4l„Ich habe Ihnen schon lang« keine Arbeit mehr g-ben wollen, weil Ihr Mann bei der Sozial-Demokratie ist!"(Trotzdem hat sie d'eselbe Beschäftigung in etner anderen Fabrik bekommen.) 5)„Sie können'« Ihrem Mann jagen: Er kann's auch im,.Volksstaat" veröffentlichen k." Nun denn. dieses Benehmen gegen eine Arbeiterin verdient wirklich dem Urtheil der. Oeffmtlichkeit übergeben zu werden. Wilhelm W erner. DreSöen. 20. August. Eine Versammlung der Buchbinder, Portefeuille- und Kartonagenarbeiter, welche am Sonnabend stattfand, beschloß, eine Gewerkschaft zu gründen, der auch sofort eine große Anzahl der Anwesenden beitrat. Die von den Arbeitgebern be- 'absichtigte Einführung von Arbeitskarten wurde entschieden bekämpft und einstimmig beschloffen, dieselbe unter allen Umständen abzulehnen und der Vorstand der Gewerichaft beauftragt, in dieser Beziehung mit d-n Arbeitgebern in Unterhandlung zu treten.— Die hiesigen Kürschner- gehilfen haben di- vor einiger Zeit an die Prinzipale gestellten For- derungen theilweise erreicht; sie erhalten demnach eine 12'/, proz. Lohn- erhöhung,!1 stündige Arbeitszeit iacl. Frühstück und Vesper und 25 Prozent für Ueberstunden.(Bolksb.> Zwickau. l9. August. Die hiesigen Tischlergehilfen haben den Arbeitgedern eine Zuschrift übersendet, in welcher sie folgende For- derungen stellten:„1. Der sämmtliche Lohn, sowie die Akkordarbeit soll um 20% steizea und der Minimallohn aus eigene Kost 4 Thlr., auf Kost 1 Thlr.'25 Ngr. wöchentlich betragen; bessere Arbeiter sollen nach Berhältniß ihrer Leistung mehr erhalten. 2. Die Arbeitszeit soll von früh 6 Uhr bis Abends 7 Uhr, Montag« von früh 7 bis Abends 6 Uhr, Sonnabends ebenfalls nur bis Abends 6 Uhr und an den Tagen vor den hohen Festen bis Nachmittags 4 Uhr, einschließlich einer halben stunde Frühstuck, einer Stunde Mittag und einer Halde» Stunde Vesper b.nragen. 3. Der Lohn soll allwöchentlich ausgezahlt w rden; bei Stückarbeit soll eine dem Verdienst entsprechende Abschlagszahlung, jedoch nicht unter dem Minimallohn, erfolgen und bei fertig gelieferter Arbeit der Rest vollends entrichtet werden." Daraufhin fand am Sonnabend, den 17. d. eine von der Tischler- innung einberufene Versammlung der selbständigen Tischler statt, in w-lcher, wie das„Zwick. Tazebl." anzeigt, eine den Fordemnzen der Gehilfen im Allgemeinen günstige Stimmung herrschte. Trotzdem und wahrscheintich un ihren Forderungen stärkere» Nachdruck zu geben, griffen die G-Hilsen zur Arb.'its-inst.'llnng. Ein: Verständigung kam denn auch sehr balo zu Stande, indem die gesor- derte Lohnerhöhung von 20 Prozent nach einem vereinbarten Tarife über die einzelnen Stücke bewilligt, auch der Minimal-Lohn von 4 Thlr. ohne Kost und 1 Thlr. 25 Ngr. mit Kost pro Woche iiuter� ge wissen Beichränkrngcn festgesetzt und die Abschlag« Zahlung für Stuck nach Maßgabe der vorgerück'en Arbeit angenommen wurde. Die Be- stim iiungeii hinsichtlich der ArbeitZz-it sind folgende: Montag: 3 Uhr früh bis 7 Uhr Abends ohne Frühstücks-, jedoch mit einer Stunde Mittag- und% Stunde Vesperzeit, Sonnabend von 6 bis 6 Uhr und die übrigen Tage von früh 6 bis Abend 7 Uhr mit Frühstücks-, Mittags- und Vesperzeit. Müncheubernsdorf, 6. August. Sonniag, den 4. August hielt die freiretlgiöje Gemeinde auf mehrfachen Wu lsch eine Versammlung in dem nahgelegenen Oberrenthendoef ab. Es hatte sich hierzu die ganze Ge- meinde des genannten Orts mit eingefunden, unter Änderm auch der dastge Pfarrer. Der Sprecher der freien Gemeinde sprach üv«r das Wort „Ewig" Nachdem derselbe seinen Vortrag geendet, ergriff nach einer klemm Paus- der Herr Pfarrer das Wort, lobte den humanen Vor- trag des sreiieligiösen Sprechers, bedauerte jedoch, sich nicht mit ibm einverstanden erk ären zu können, und hielt es nicht für rathsam. sich mit dem Vorredaer auf die Bibel einzulassen. Besagter Pfarrer suchte dann seiner Gemeinde begreiflich zu machen, vaß sie den Himmel un- sehlbar erben würde, weiin sie fest in ihrem Glauben beharrte und nach wie vor fleißig zu ihm in die Kirche ginge. Er zitirte einen Teppich-veb-r Paulus, der da gesagt:„Was muß ich thun, um selig zu werden?" Dieser Paulus hat, nach dem Ausspruche des PsarrerS schon vor 2:909 Jahren jene Frage gestellt, also vor Christi. Wir kennen zwar auch einen P mlns, dieier trat aber erst nach Ehristi Tod ans und sagt in einer sein-r Episteln,„All unser Wissen ist Stückwerk!" — Ferner sagte der Herr Pfarrer, er wolle wie Jesu jetzt uns ein Gieichniß vorführen. Er liffj sich hierauf 2 Glas Wasser bringen, ein trübes und ein helles.„Seht," sprach er,„wenn ich das trübe Wann an den Mund bringe, so ekelt es mich an, betrachte ich aber das helle das ist Labung jür Mund und Herz. Das trübe Wasser stellt die freie Gemeinde, das helle die alte christlich! Gemeinde dar u rd die freien G-meind-n weben sich ihr Leichmtuch selbst.— Als d:r heilige Krieg mit Frankreich ausbrach, da habe ich unser« hiestgen Gemeinde- söhne, die mit in den Krieg aozen, gesegnet und für sie während de« Krieges gebetet, und ich glaub-, daß mein Gebet die Kraft b-se ff-n, daß Alle gesund wiedergekehrt."— O über die Einfalt!— Auch der Münchenbernsdorfer Pfarrer hat gebetet und seinen Sohn hat die erste beste Kugel aus Feindeshand todr hinge, Veckr.— Zum Schlüsse tarn der Herr Pfarrer auf das Lied Luthers:„Eine feste Burg ist unser Gott," zu sprechen, zergliederte es und foroerte seine G.'meinde au', von der er mit Gewißheit sagte, daß auch nicht ein Einziger zu uns übergehen würde, mit ihm dies Lied zu singe», was auch geschah. Nach diesem betete er das Vaterunser und verließ trotz der Auffordernag des freireligiösen Sprechers, zu bleib!», den Saal. Kaum war der- selb: hinaus, so glaubte man sich unier Tiger und Bären versetzt zu sehen, solch ein Gebrüll erscholl; ja ein Mitglied der sreien G-meinde hat man sogar blutig geschlagen.(Diesen Mann halte der Pfarrer in seinem Vortrage besonders'hervorgehoben und beim Namen genannt.) Ja Manche meinten sogar, man solle die Gläser ausspülen, woraus w>r getrunken. Armer Pfarrer, welches Annuthszeugniß haben Sie sich einem unstudirten Manne gegenüber ausgestellt?— Sie jagen, nicht ein Einziger würde zu uns übergehen; da haben Sie recht, den» Mehrere waren es, bei denen die Vernunft sich Bahn gebrachen und die sich nachträglich mit dem Vortrage des SvrecherZ der freien Ge- meinde elnverstanden eriläcten. Fanaiisireu Sie ihre Gemeint).' w'e Sie wollen, das Licht derWihrheil halten Sic nicht auf, es bricht sich, Bahn auch in den dunkelsten Winkel. Fr. Rösel. Wicsbgde», 22. August. O, welch- Luft, Söldat zu sein! Heute Morgen um 6 Uhr wurde ein Soldat des hier garuisouirenden Bataillon« de«.89. Regiments beerdigt. Nach nennwöchentlichem Krankenlager war er den Folgen einer Mißhandlung von Seilen eines Sergeanten erlegen. Der Soldat ist aus dem eine halb: Stunde von hier rntsernten Dotzheim und war, wie allgemein bekannt, einsliller, solider Mensch. Auf Befragen seines Hruptmann'S läuanete er, ge- mißhandelt worden zu s-in. Am Sonntag vor seinem Tode gab er jedoch dem Stabsarzt gegenüber zu, von seinem Sergeanten heftizc Ripoenflöße mit dem Gewehrkolben erhalten zu haben. WieSbadeu, den 22. August. Zum Congreß. Man könnte leicht glauben, der Verfasser der Kritik der Wiesbadener Anträge habe etwas vom Staatsanwalt im Leipziger Hochverrathsprozeß gelernt, indem derselbe jedenfalls beabsichtigt, d-n Cnnzreß dadurch von vornherein so zu bceinflusscn, daß er ohne Weiteres über die von uns gestillten Anträge zur Tagesordnung übergehen soll. Wir finden es nicht in der Ordnung, über diese Anträge zum Vor- aus den Stab zu brechen, ohne auch nur im Geringsten die Motive zu kennen, welche die hiesigen Mitglieder leiteten, zwei Anträge zu stellen, welche ab/r auch erst auf dem Congreß dargelegt werden sollen, da wir den„Volksstaat" mit einem so umiangreichem Artikel nicht belade» wollten. Mehrere Parteigenossen. (Da die Mitgliedschaften die im„Volksstaat" oerösimtlichten Aa träge discnt'ren müssen, um ihre Delegirt-n zu inst uiren. so darf auch im„Volksstaat" ein Für und Wider laut werden. Ei»! der- artige„Beeinflußung" ist sviirchan« loyal und steht Jedem frei, ist auch in früheren Jayrcn von ziemlich allen Seiten geübt worden. Wenn die Antragsteller so vielen Grund haben, ihre Motive zum Antrag bis zum Congreß geheimzuhalten, so ist nicht einzusehen, warum sie dann d-n Antrag überhaupt vor dem Congreß veröffenl lichen lassen, da sich ja dadurch bei Bielen irrige Ansichten über die Motive bilden könnten,— welche letztere übrigens, wenn sie kurz gefaßt sind, den Raum des„Bolkssiaai" keineswegs allzusehr beeinträchtigen würden. Die Geheimhaltung der Motive könnte übrigens auf manchen Seiten als ein— wenn auch allezeit scheiternder— Versuch zur Ueberrumpetunz des Congresses betrachtet werden.) Frankfu t a. M„ 29. August Sparsamkeit! Sparsam- keit!— rufen wir allen Parteigenosse> z». Die Steuern, ans welchen wir die Parteiunkosten bestreiten, setze» sich ans Kreuzern und Pfennigen, aus schwer erworbener, schwer zu entbehrender kleiner Münze zu ammcn. Man spare daher im Interesse der Sähe an Porto und ähnlichen Nebenausgaben soviel wie möglich. Dein Ausschuß z. V. möchten wir vorschlagen, wenn er Gelder ais Z lschuß zur Ägiration anoeizeu will, daß er dieselben nicht von Hamburg schicke, sondern den Vertrauens- maan des detrefjenden Ortes ermächtige, die Parteisteuern auf ein- bestimmt! Zeit zu jenem Zweck z» v-rwend-n. Wir ersparen dadurch ein mehrmaliges Porto un» Zeit. Es ill eine Kleiniz'eit, w ird Mancher sagen. Biete werden nicht so ipreche». I neu wiederho'%ich die bekannte Wahrheit, daß es die Kieinigkei:-» sind, die in ihrer Summe ein Wichtiges ausmachen. 11 isere Emnamnen sin» nicht so groß, daß wir auch»nr mit einem kleinen Theil derftlben o-rschwenoerisch umgehen könnten. A. S (Gerade in Leipzig anw'send, erlaube ich mir diejen g-wn i i wohlmeinendster Absicht gemachten Vorschlag so'ort zu berichtigen. Die Ansicht, auf diese Art E spariiisse machen zu wollen, ist eine voll, läadig verfehlte. Schon ptzt hat st h an« sozenaniiien Sparsamkeitsgründen die Manier eingeschtichen, statt allmonatlich alle drei Monate die«ei träg: einzusenden, und damit ist es der Central-Lerwaltung geradezu u iinözlich gemacht, z. 7 der Ä.'schästsordnnnz streng ourchmmhren. Die aus derartigen Portoersparungen h-roorz-h-ndui llebelstände, die wir hier nicht weiter erörtern wollen, veranlassen mich, ganz entsch jeden davon abzurathen. Will man sparen, nun wohl, dann thue man es bei sonstigen Lokalauszaben, etwa bei Anschaffung von Fahnen und anderen Spie- lereien;'süc drs au' diese Weiie ersparte Geld könnten sicher viele hundert Briefportis gezahlt w'rden. Th. Dorck.) Pfullingen 18. August. Am 11. August referirte Th. Bur ck- hardt aus Slutlgart in Rcutliugen über die Arbeite, bewegung und die Prinzipien der Sozial-Demokratie. Die Parteigenossen hatte» eine Volksversammlung anberaumt; sie hatte zwar nicht den Er- folg, den wir erwartet, was allerdings der Witterung, beziehungsweise der Ernie zuzuschreiben ist; doch wurden die Anwesenden durch die Versammlung in den Prinzipien befestigt. Mit sozial-demokratischem Gruß Carl Renz. Aus dem Murgthal. Zur Lage der Arbeiter in unserer Gegend. Erlauben Sie, daß ich Ihnen mittbeile, wie schlimin na- mentlich auch in hiesiger Gegend die Verhältnisse der Arbeiterklasse sind und wie wenig der Grundsatz von„Angebot und Nachfrage", wie wenig die„Konkurreuz" ausreicht, befriedigende Zustände zu schaffen. Das obere Murgthal besitzt sehr wenig Ackerbau und seine Bewolincr müssen aus den Steinbrucharbeiten, aus der Holzfällerei und Flößerei und in den Sägemühlen großen theil« ihren Lebens- untertialt ziehen. Relativ am besten stehen sich die Steinbrucharbeiter. Wie aber sieht es ntzt den Uebrigen aus? Der größte Theil der Wal- dungen und fast alle" Sägemühlen sind im Besitz einer einzige» Ge- sellschaft. der sogenannte»„Schisserschafl" in Gernsbach. Weil nun eine wirkliche Konkurrenz mangelt, sind die Arbeitslöhne wahrhaft haarsträitbend gering. Ei» Flößer oder Sägmühlarbeiter verdient in der Regel per Tag 13 Kr. Rechnen Sie nun dazu, daß an last allen latholischen Feiertagen die Arbeit ruht, daß im Winter oft wachen und monatelang durch Zufrieren des Flusses der Quell der Arbeil versiegt, so werden Sie e,n Bild gewinnen von deck Verhält- uissen der hiesigen Arbeiter. Freilich besitzen viele davon einige kleine Stückchen Ackerland, welche von den Frauen mühsam— der Dung nmß aus dekli Rücken hingetragen werden— bearbeitet werde». Ohne dies Hilfsmittel könnte manche Familie buchstäbliw Hungers sterben. Von den Arbeiter» selbst wird das Elend ihrer Lage wohl gefühlt, aber e» sehlt diel Einigkeit, die Organisation, welche allein im Stande wäre, Abhilfe zu schassen. Daß unter solchen Umständen die Ernährung eine mangelhafte ist, läßt sich leicht begreisen. Verhältnißmäßig gut stehen sich noch jene Famtlicn, die wenigst. ns ein Mal per Woche sich 1—2 Pfund Fleisch kaufen lönnen. Viele können selbst das nicht erschwingen. Natürlich kann auch keine Rede davon sein, daß der Arbeiter Muße zu seiner eigenen Fortbildung habe, oder seinen Kindern tüchtige Bildung an- gedeihen lasse. Dabei aber sind die Theilhaber der„Schisserschaft" alle reich oder doch wohlhabend; der Volksmund nennt sie bezeichnend:„die Herren." Wahrbch, viel besser als die Sklaven unter ihren„Herren" standen, stehen auch die Arbeiter dieser Gegend nicht. Ich habe mir nach sorg- fälligen Erkundigungen eine Zusammenstellung gemacht und gesunden, daß z. B. ein Flößer noch viel verdient, wenn sein jährliche-, Lohn zweihundert Gulden beträgt. Und davon soll der Manu Ftau und Kinder ernährenl Zweihundert Gulden! Das dreifache diese« Betrages wendet ein„Herr' auf für einen Hausball im Win- — Ich will lieber den Gegenstand jür diesmal verlassen, um nicht bitter zu werden.—.... M München, L2. August. In gestriger Paiteiversammlung wurde Unterzeichneter als Delegirter zum Mainzer Partei-Kongreß gewählt. Mit sozialdemokratischem Gruß F. Schneider, Vertrauensmann. Vorläufige Adresse: Oberanger 17, I. Berlin. Die Arbeiter der Pflug'schen Eisenbahnwagen- Bauanstalt, 2000 an der Zahl, haben die Arbeit eingestellt, weil ihnen auf die vor einiger Zeil gestellte Forderung einer zeitgemäßen Lohnerhöhnng von dem Düeltor genannten Etablissements(v. Unruh) eröffnet wurde,, die gcsorderte Ausbesserung der Löhne könne nicht stall- finden, weil dieselbe nach aufgestellter Berechnung die Dividende schmälern wüide." Es ist nun an die Arbeiter der Bescheid ergangen, es wür- den durch den Telegraphen sämmiliche Aktionäre zum Sonntag bc- rusen. um in der Generalversammlung derselben über die Forderung,» der Arbeiter endgültig zu brschli:ßen. Breslau, d. 25. August. Der Strikeder hiesigen Tischler- gesellen ist zu unsere» Gunsten siegreich beendet. Obgleich wir zu Anfang unserer Bewegung viele College» in Breslau hatten, welche glaubten, daß es ihnen gut genug gebe, so lernten sie doch bald genug einsehen, daß es nolhwendig iei, ihre Lage zu verbessern. Es haben nun sämmtliche Arbeitgeber unsere Forderungen be- willigt und unterschiieden bis auf die Inhaber einiger kleinen unbe- den tenden Werkst, llen, nur bei einem größern R eist.'r haben 15 Gesellen, da wir ihnen nicht die Unterstützung pränum rau>o auszahlen konnten, den andern Tag die Arbeit zu den alten Beb ngungen wieder ausgenommen. Daß hat uns aber nicht geschadet, una wir haben Miseren Sieg in der Zeit von 3'/, Wochen errungen. An Geld-Unterstützungen sind von folgenden Orten eingegangen: Von Berlin 22 Thlr.!5 Sgr.; Von Bremen 23 Thlr. 11 Sgr. 4 Pf.; Von Ratibor t> Thlr., vom Gtwerkverein der Holzarbeiter in Hannover 6 Thlr.; Summa 57 Thlr. 26 Sgr. 3 Pf. Von Breslau zingen ein an sreiwilligen Beitiägen 401 Thlr. 16 Sgr. 11 Pf., mithin beträgt die ganze Eil, nähme 459 Thlr. 13 Sgr. 3 Pf. Die sämmtlichen Ausgaben betrugen 480 Thlr. 16 Sgr. 6 Pf.; Deficit 21 Thlr. 3 Sgr. 3 Pf. Diese Mehrausgabe ist aus unserer Widerstandskasse gedeckt und bleibt uns noch ein Kassenbestand von 160 Thlr. Btüder allerorts! Wir danken Euch herzlich sür die bereitwillige Unterstützung. Möge der Geist, der in dem Arbeiterstand erwacht ist, immer mehr Wurzel schlagen! Möge der dumpfe Massentrüt der Ar- beiter-Batailloiie immer lauter und vernchnibarcr werden, desto sicherer wird der Sieg der Arbeil und die Niederlage des AusbeutungssystemS sein. Mit dem Klassenbewußtsein des Proletariats entbrennt der Kamps um den Reinertrag der Arbeit. Mit sozialdemokratischem Biudergruß E. Freitag, Tischlergeselle. I. A. des Strike-Komitee's. Görlitz. Zn der Akticnsabrik sür Cigarrensabrikation ist ein Sliike ausgebrochen. Vor Zuzug wird gewarnt. Tcssa», 18. Au, ust. Gestern konstituirle sich hier nach dreijäh- rigem Kampfe und trotz aller Gegenwllhlerei bezahlter Handlanger der preußtschen Polizei und ihrer Helfershelfer(des Berliner Hr. Schweitzer und Genossen) eine Mitgliedschaft der sozialdemokratischen Ardeiter-Parlei, bestehend aus Männern, welche aus Ueberzeugung in den Kamps sür Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschenrecht eintreten. Wir könnten vielmehr Mitglieder haben, wir wollen aber nur solche, welche au« Ueberzeugung und scsteni Willen beitreten. Zu Beamten sind ernannt: 1. Fr. Polling, Vertrauensmann. 2. Salmon, Schuhmachermstr., Beilragsammler. 3. Schumann, Schuhniachermstr. und 4. Schneider. Arbeiter, zu Revisoren. Mit diesem Akt schlußt sür hiesigen Orr die Wükungsperiode der alias Schweitzer ab. Gruß allen Parteigenossen! Wir werden wachsen an Zahl, in Männern. Mit sozialdemokratischrm Gruß Fr. Polling. Laugenbiclat', 20. August.(Allgemeiner Bericht.) Es haben Arbeiterversammluiigen staltgesunden am 14. Zuli, 4. und 11. August, und zwar in unserem alten Lokal in Tanneuberg; denn in Bielau ein Lokal zu bekomme» war duich die gnädige Fürsorge unserer Feinde bis jetzt»och nicht möglich. Als Euriosum ist zu erwähnen, daß uns in der eisten Versammlung der Vertreter der Hirsch- Duncker'schen Ge- werkvereine für hiesige Gegend, Herr Keller aus Reichenbach, einen Besuch abstattete und dabei nicht umhin konnte, den Arbeitern zu er- zählen, daß wir mit der Pariser Commune eins wären und auch weiter nicht« wollten als die Guillotine auspflanzen(Herr Keller scheint nicht zu wissen, daß die Pariser A beirer unter de: Communedie Guillotine verbrannt haben) und Köpfe abschneiden, und zwar, m,inte er, wrnden die Führer den Mitgliedern die Köpfe abschnelden, wenn dieselben nicht Ordre parireu würden. Wie wenig aber diese Auslassung im Stande war, den Anwesenden vor Schreck das Blut in den Adern erstarren zu machin, bewies das allseitig ausbrechende Gelächter, und Lachen war in der That die einzig mögliche Antwort auf� solchen Unsinn. Der Beitritt vo>> 40 Mann zn unsrer Partei nach Schluß der Ver- sammlung bewies ferner zur Genüge, wie wenig Keller's Schreckschuß genutzt. In der zweiten Versammlung wurde beschlossen, am 18. August ein allgemeines Arbeitersest aus dem Sonnenberge zu veranstalten. (Der Sonnenberg ist ein von Gesellschaften mit Vorliebe besuchter Punkt de« Eulengcbirges.) Dabei hatten wir nun aber vergessen, daß die Stammväter unsrer Hoch-, Wohl- und Eedelgebornen, welchen seinerzeit der sehr treffende Name Raubritter beigelegt war, auch dafür Sorge getragen, daß die Seen, Wälder und Gebirge ja nicht etwa zur Mitbenutzung ge- wohnlich gebvtuer Menschenkinder kominen dürften. Sonntag hatten wir beschlossen, das Fest abzuhalten; Mittwoch hatte das Landrathsamt des Kreises Reichenbach in gnädiger Fürsorge um das Wohl seiner Unterthancn bereits den hiestgen Oberförster dahin belehrt, daß er dafür zu sorgen habe, daß uns keine Obersörsterei der Umgegend-rlanbe, auf irgend einem Punkte des Gebirges unier Fest abzuhatten. Man sieht, das Landrathsami hatte, ganz gegen die Gewohnheit dieser und ähnlicher Institute, einmal recht schnell gearbeitet. Am Soniiabend uno Sonntag wurde denn auch bereits überall in der Umgegend eine von fünf Obcrsörstereien unlerzeichnete Verfügung an den Straßeiucken und in allen Wirthshäusern angelchlagen, des Inhalts, daß alle Touristen, welche irgend einen Punkt des Gebirges besteigen wollten, eist die Erlaubniß der betreffenden Fotstvcrwaltung «inzuholen hätten, und daß Vereinen»der größeren Gesellschastcn diese« unter keinen Umständen gestattet würde. Zuwidethaiidelndeu wurde entsprechende Strafe in Aussicht gestellt. Der Schöpfer dieser famosen Zdee hat wahrscheinlich geglaubt, wir würden eine zweite Auflage der Bergpredigt oder eine Wieder- Holling des SchwUrs der drei Männer aus dem Rütli, im vergrößer- ten Maße veranstalten, und das wollte er verhindern. Daß ans der Bergpredigt nicht doch noch wenigstens eine Garten- und Wiesenpredigt wurde, dieses llebel hat der Himmel in seiner Gnade von den bedrohten Häuptern unsrer Philister noch in letzter schwerer Stunde abgewendet. Das Fest hat am 18. stattgesunden, konnte aber wegen des u iigemein schlechte» Wetters nicht wie projeltirt war im Garten und d.r daran grenzen- den Wiese abgehalten werden, wir mußten uus vielmehr in den Saal zurückziehen. Die Hocbgeborncn Besitzer der Felder, Wälder und Gebirge hatten ihre Hariherziglelt also einmal unnütz zur Schau gestellt und hätten sie sich auch füglich die Drucktosten sür die Plakate sparen können, denn auf den Soniienberg hätten wir doch auch mit ihrer Erlaubniß nicht gehen lönnen. Wir wissen aber jetzt, was wir von den Plötz-Roon'schen Ehrgefühlsmenjchcn zu halten haben. Doch jetzt zum Fest selbst. Objchon der Regen in Strömen herniede.- floß, halte sich doch noch eine ziemliche Zahl am Sammelplätze ein- gesunden. Um 3 Uhr marschirten wir nach oem Fistlokal, voran wehte uns die 8 Fuß lange und entsprechend breite rothe Fahne, welche eigens zu diesem Fe:: geschafft war. Während des Marsches, der nahezu eine Stunde dauerte, klärte sich da« Wetter etwas, und war schtießllch der Saal noch sehr dicht gefüllt, besonders waren die Fianen zahl- reich anwesend. Von Breslau waren die Parteigenossen Neißer und Färber erschiene», ersterer hielt die Festrede und hob besonders die große Wichtigkeit der Betheiligung der Frauen an dem Kamps sür Freiheit und Menschen- recht hervor. Der Festredner legte am Schluß jerneHand zum Schwur an die rothe Fahne und forderte die Anwesenden auf dem Banner der Freiheit und Liebe zu folgen und treu zu bleiben bis zum end- licheu Siege. Alle Anwesende erHobe» die Hände zum Schwur und stimmten ein dreifach begeistertes Hoch auf die rothe Fahne an. Es wechsellen nun Declamationen mit Volksgesang und Concert ab, bis endlich gegen 7 Uhr das Wetter uns erlaubte, noch ein Stündchen inr Äaittnzu verbringen, wo denn der vollaufgehende Mond— die Sonne hatten wir seit 2 Tagen nicht geseven— mit dem Gesang de« Liedes vom Ardeilerbnnde„Brüder reicht' die Hand zum Bunde" degrüßt wurde. Nach 8 Uhr begaben wir uns wteder in dem Saal, der von den Frauen und Töchtern der Mitglieder prächtig mit Äuirlande» und Kränzen geschmückt war, wofür ich denselben hierirnt bestens danke und zwar im Namen aller Festtheilnehmer. Inzwischen waren auch die mit entsprechenden J»ichristen, z. B.„Proletarier aller Länder vereinigt Euch" versehenen Transparente erleuchtet worden, und dauerte das Fest unter schönster Harmome mir Tanz und Vorträgen abwechselnd bis 2 Uhr Morgens. Unsere G-gner lönnen sich nicht genug wundern, wie es„so ohne allen Streit" hat«bgeh.n können, und einige haben sogar gesagt,„sie haben sich blos wegen uns nicht gehauen." Zn 4 bis 5 Wochen gedenken wir ein ähnliches Fest zu veranstalten, wo uus hoffentlich dann das Wetter günstiger sei» wird, denn wäre das diesmal der Fall gewesen, so wären statt 500 2000 Theiinehmer dagewesen. Am Schluß habe ich noch zu erwähnen, daß auch hier, aus dem Dominium Wcigelsdors ein Slntc ver Arbeiter stattgesunden, und der Besitzer, ein Gras, hat sich nach einigem sruchilosen Sträuben bequemen müssen, das verlangte Mehr zu zahlen, sonst hätte er wohl oder übel das Getreide selbst mähen müssen. Nachdem es uns gelungen, den Gasthof zur Tanne fortlaufend zu unseren Versammlungen zu erhallen, da der Wteth allen Chikanen trotzt, so steht unsere Sache sehr gut; die Zahl der Mitglieder wächst sorlwährend, ebenso die„Volksstaai"-Abcnnenien, und ist hier ein sehr guieS Feld, besonders weuie genügend'Mittel da wären, um die Gras- schast Glatz und die Kreise Schweidnitz und Frankenstcin mit in die Agitation hineinzuziehen. Alle Sonntage stnoet allgemeine Arbeiter- Versammlung statt, und Sonnabend uiid Monrag Mitgliederversamm- lungcn. Kühn. Polen. In der deutschen Jabrikstadt Lodz haben sich die Ar- beiter, welche sür Lohnerhöhung und Arbeiisverkürzung striken, an die Zerstörung der Fabriken gemacht— ein Vorfall, der sich überall da ereigne» muß, wo»och keine sozialistischeit„Hetzer" die Leute ausge- klärt haben. Die Angelegenheit Jmhof betreffend. Es geht uns von Jos. Salm au« Ersurt ein Schreiben zu, in welchem derselbe milthetlr, daß er sich im Besitze einer mit sechs Unter- jchristlN veljehenen Etkläiung befindet, die ihm das von Jmhos aus den deuffcheu Kaiser ausgebrachte Hoch bestätigt,„und nur eine gewisse Furcht vor Deuuncialion hält noch Ancere ab, dieselbe Erklätung schristlich abzugeben." „Ich hätte geglaubt, daß der richtige Weg, in diese Sache Klarheit zu bringen, ein« Untersuchung hier in Ersurt gewesen wäre, unb das uin so mehr, da ich dem Ausschuß diese Angelegenheit in einer Denkjchrisl mitgechellt hatte. Bls heule habe ich noch leine Antwort auf diese Denkschrift erhallen, obwohl sie seit dein Ersurier Kongreß in den Händen de« Ausschusses sich b-sinder. „Einer Untersuchungs-Kommission bin ich bereit, weitere Mitthei- lungen zu machen. Mit soz.-dem. Gruß Jos. Salm." Dem Schreiben Salm's lag solgende Erklärung bei: „Da ich Zuhörer des Vortrag« war, den Jmhos am 22. März in Hellings Garirn, bei Gelegenheit der Königs-Geburtstags-Feier der Gewehr-Fabrik-Arbeiter hielt, so bestätige ich der Wahiheit gemäß, daß derselbe seinen Vortrag mir einem Hoch auf den Deutschen Kaiser geschloffen hat. Erfurt, 1. August. I. Werner." Wir schließen hiermit die öffentliche Behandlung dieser Angelegen- heit und verweisen, in Uebereinstimnung mit dem Ausschuß, alle weiteren Etörterungen an diesen._ D. R. d. V. Zur Notij. Parteikassirer Benneke wohnt nicht Schäferkamp 77, wie in letzter Nr. deS„Volkestaat" irrthümlich stand, sondern nach wie vor Schäfer- kamp 34. Alle Partei-Grlder sin» einzig und allein a» th» cilizusenven._.__ Auf zum Mainzer Congretz! Am 7., 8. und 9. September findet der diesjährige Parteicongreß in unser» Mauern— in dem Lokale des„Heiligen Geist" — statt. Parteigenossen aller Orte, wir erwarten, daß eure Delegirten recht zahlmch ericheinen werben. Gemäß der aitbekannten Gastfrenndschast der hiesigen Bevölkerung wollen auch wir, das Proletariat des goldnen Mainz, Euch, den Der- trelern des Proletariats, bieten, was in unsern Kräften steht. Wir bitten deshalb, daß die Delegirten sofort nach erfolgter Wahl sich bei unserm Lolallomilee anmelden, oder mindestens nn.Bolks- staat" Noriz davon geben, damit wir für eine genügende Anzahl Frei- Quartiere sorgen können. Alle den Congreh betreffenden Anmeldungen, und Anfragen sind an Unterzeichnelen zu lichten. Mainz. Das Lokal-Komitee. Z. A.: I. Leyendecker, Sharenstr. 15. Zum Cougretz. Das Empfangslokal für die Delegirten und den Congreß be- suchende auswärtige Parteigenossen ist im Gasthaus zur„Alten Krone am„Brandt", und werden die Delegirten ersucht, sofort nach Ihrem Eintreffen sich dahin zn begeben. Außerdem werden an rothen Schleife» kenntliche Komiteemitglieder die Delegirten an den Bahnhöfen erwarten. Das Lokal-Komitee (3> l Mainz.__ I. Levendecker. Berichtigung. 1. Die Anträge, die Anleihe zn AgitationSzwecken, die Beilage zum„Vvlksstaat" und das dreimalige Erscheinen des„Volksstaar sind nicht Anträge der Münchener, sondern der Breslauer Par- teigenossen. 2. Ist im z. Xll. des Breslauer Organisrtionsentwurfs das Komma zwischen„des Bureaus"—, der Kontrolkommission" weq- zunreiche», da eben das Kontrolkommissionsbureau gemeint ist. Briefkasten der Erpedition. Müller, Glauchau für Schriften 9 Thlr.; So,- dem. Arb.- Verein Hamburg f. Annoncen l Thlr. 27 Ngr.; Zelische Buchhdlg. Nürnberg f. Annonce 8 Ngr.; Zürich, Franz f. Schriften 1 Thlr.; Annweiler Seebach f. Ailiionce lO Ngr., früher nichts er- halten; Franz, Zürich, Beide Briefe richtig erhalten, Sendung er- folgt baldigst; Euiver, landen; Walz, Cassel: das empfehlenswertheste Fremdwörterbuch ist das Heine'schc.- Arb.- Partei Bremen, s Annonce 12 Ngr.; Holzarb.-Gewerkschast Hannover f. Annonc- 3% Ngr Volksver. Frohburg f. Annoncen 6 Ngr.; Röder. Neuendorf f. Schriite» 3 Thlr. 25-/, Ngr.; Beckert, Stollberg f. Schriften 2 Thlr.; Arbeiten) Reihcnbach 6 Ngr,; R. Müller daselbst 9 Ngr. f. Annoncen: Hirsch Mainz i. Schriften l2 Ngr. Hiermit sagen wir uiisere» verbindlichsten Daiik� sür die freund- liche Aufnahme, welche uns am 18. August von Seiten unserer P rtei- freunde i» Magdeburg zu Theil wurde, und vorzüglich deren Frauen, welche, von de» Ideen der Gerechtigkeit, Wahrheit und Nächstenliebe durchdrungen, den Neundorfer Parieigenosscn liibevoll entgegengekommen sind. Zugleich hegen wir den Wunsch und die frohe Hoffnung, unsere Magdeburger Parteigenossen werden uns diesen Besuch bald erwiedern. Natürlich können wir unseren Magdeburger Freiiiidcn an romantischer Schönheit nicht ein Gleiches bieten, aber ein sreund- schastlich schlagendes Herz wird all dieses ersetzen. Ucberhaupt wäre es zu wünschen, daß die Arbeiter aller Orte und Länder dieses nach- ahmten, und dir Stunde der Erlösung hätte geschlagen. Aber arbeiten wir ruhig und unverdrossen weiter und es wird gelingen, dem, da» Kleine wird zum Großen, und das Ohnmächtige zum Mächligen werden Neundorf, 24. August. Mit sozial-demokratischem Brudergruß _ die Neundorfer Parteigenossen. Für Leipzig. Soziar-demoliratischer Arbeiter-Verein. Freitag, den 30 August Berfa m m l u« g im Leipziger Saal. Tagcsordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Ref.: Ullrich. Gäste williontmen. Ter Vorstand. Leipzig. Der Fremdenverkehr der Stellmacher befindet sich von jetzt an kletne Windmiihlenstraste Restauratton von Landgras Nr. 1. ___________ Wuttke. Einlavung zum Bolksfest. Der Vollsvercin zu Ronneburg hält am 8. und 9. September a. c. im hiesigen Schützenhalis resp Schießplatz ein Bolkssest ab, verbunden mit Mannschießen, Conzert und Ball, und ladet hierzu all« Gesinnungsgenossen und Freunde des geselligen Vergnügens von Nah und Fern ergebenst ein. Loose hierzu a 2 Ngr. sind für hiesigen Platz bei Ferdinand Fuchs, Erbsgasse, und Verkaufsslelle Consumverein Harmonie zu haben. Spezielles Programm folgt i» einer der nächsten Nummern. _ Das Festkomitee: Karl Sch m i d t. Für Augsburg. i'tozrial-doinolirutiselK-r Yerein. Sonniag, den 31. August, Abends 8 Uhr. in den Säle» des Gasthauses zu den 3 Königen Gedächtnisfeier für Ferd-. Lassalle unter gefälliger Mstw rlung der verehrlichen Aniicitla und C«ucordia, sowie der Ludlvtg'sche» Uapekle. Die Arbeiter Augsburgs und der UmUegend ladet zum Besuche der zu Ehren diese« um den Arbetterstand Ps hochverdienten Mannes veranstalteten Feier ein der Ausschuß. Entree ä Person 6 Krz.' Für Altoua. Aoziai-drmokrattschkr Ärbeiter-Verein. Versammlung. Am Donnerstag, den 29. August, Abends 9 Uhr Schuhmacher- Amthaus, gr. Bergstr. 139, Tagesordnung: Die Arbeiterbewegung und ihre Entwicklung, Ref.: Herr Braas. F. Becker. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen; Einführung gestattet. D. O. Für Ehlingen." Nächsten Sonntag Adend Zunainmeiihiiiirt, bei Gasteig er Schlüßelwirth. Für Worms. Die Abonnenten des„Volksstaat" in Worms ersuche ich, Sonntag den 1. Sept. Morgens um 10 Uhr sich in meiner Wohnung Mathildenstr. 80 II. Etage einfinden zu wollen. Ich hoffe, daß Alle erscheinen. _______ Carl Berg, Mahtildenstr. 80.__ Für Reichcubach i L. und Umgegend. Groszes Arbeiterfest, bestehend in Anszug, Festrede, Garten-Koncert, BolkSbe- lusttgungett verschiedener Art und darauffolgendem Ball Sonntag, den 8. Sept. von Nachm. Z Uhr an in den Localitäien der großen Turnhalle. Alle Nachbarorte, als: Mylau, Netzschkau, Lengensild, Treuen, Auerbach, Greiz, Werdau,. Kirchberg, Wilkau u.(, w. werden um Theilnahme ersucht. Festbeitrag 1 Sgr. �Am Bahnhof wird eine Deputation zum Empfang der Gäste, an rothen Schieisen kenntlich, anwesend sein. Auch wird den etwaigen Besuchern der Göltschthalbrücke am Vormittag Geleite gegeben. Festkarten können von 25. Aug. ab von den Vorsteher des soz.- dem. Arbeitervereins bezogen werdenn_ TaS Fcst-Comitee. Stoaöevg. Künftigen 1. September feiert der hiesige Arbeiterbilvungs-Verein im Lokale„Schießhau«" von Nachmittags 3 Uhr an sein diesjähriges 8 t i t t u n x 8 t' e 8 t, wozu alle Freunde und Parteigenossen von Nah und Fern'wir hier- mit einladen. Programm: Couzert, Festrede gehalten von Bürger Vahlteich, Abends 8 Uhr Ball. (2) i.*_ Der«rb-Bild-verein. Iie rseid et mit den Photographien der Herren Ledel, Liebknecht etc. (sämmtliche auf einer Platte) empfiehlt das Stück mit 22>/., Ngr. I. C. Seitz, Leipzig Sternwarlenstr. Glas- und Porzellanhandlung. Für Vereine und Rcstaurateure, welche dieselben im Dutzend beziehen, tritt eine Preisermäßigung ein.* D. Ö. Leipzig: Verantw. Redakteur A. Muth; Redaktion u. Erpedttio« Hohestr. 4; Druck n. Verlag» F. Thiele.