So. 70. 1872 Krschemt wöch«mlich 2 mal in Leipzig. Bestellungen netpaen alle Poßanstallen nni Buchhandlungen d«S In- und Au!- landeS au. KSr Leipzig nehmen Bestellungen an: die Expedition, Hohe Str. 4. A. Bebel, Peiertstr. 18, S. Thiele, Emilien str. 2. «donnementöpret»: Mr Preußen inet. Stempelsteuer 17 Sgr., für die übrigen deutschen Staaten 12'/- Ngr per Quartal, per Monat 4'/» Ngr., für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Ngr. -filialerpeditivu für die Ber- ei«igten SkMten: F. A. Sorge, Box 101 Boboken N.J. viaNewyork Organ der sofial-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgenossenschasten. Abonnements auf den„Bolksstaat" für den Monat September, 4'° Silbergroschen, werden bei allen Postaustalten, für Leipzig bei der Expedition Hoheftratze 4, wie Pctersftraszc Nr. 18, nnd bei Kolporteur Müller, für die Umgegend Leipzigs bei den Filialexpcditionen in Volkmarsdors, Plag wilz it. entgegengenommen. Die Erpedition des„Volksstaat". An die Parteigenossen! Unter heutigem Dato sind an alle Vertrauensmänner Mandatformulare versandt worden; wo solche nicht über- kommen sein sollten, bitte ich zu reklamiren. Hamburg, den 27. August 1872. Th. Yorck. Als Vertrauensmänner sind ernannt: für Frankenhausen August Hasielhuhn; für Marienberg in S. Mar Grötschel; für Witten Carl Wenzel; für Hohenstein-Ernstthal Louis Po szn eck; für Camenz Carl Mendt; für Dessau Friedr. Polling; für Charlottenburg F. Emmermacher; für Lunzenau Ernst Streune. Der Ausschuß. Tas Wert von Karl Marx. L Als im Jahre 1859 die Marr'sche Schrift„Zur Kritik der politischen Oekonomie" erschien, da schlummerte die deutsche Arbeiterbewegung, uin nach dem ersten und kurzen Erwachen in den Jahren 1848— 1850 zu träumen und sozusagen unter der Decke zu wachsen. Die wissenschaftliche That, welche Marx in genannter Schrift zu Gunsten der Arbeiter vollführte, ward nur Wenigen bemerkbar und diese Wenigen waren keine Arbei- »er. Allein das dargeliehene Pfund ward trotzdem nicht ver- graben. Die Verhältnisse machten sich geltend; unter dem Druck derselben fing der Riese Arbeiterstand an, sich zu recken und zu strecken, so daß schon im Winter 1862—63 an seine Organisation zu seldstständiger Thätigkeit geschritten werden tonnte. Die Lassalle'schc Schriften erschienen. Sie boten neben vielem Selbstständigen und Genialen in vortrefflicher, populä- rer Sprache auch das, was Marx auf dem Tisch der Wissen- schaft ausgebreitet hatte. Aber damit nicht genug. Die Wissenschaft des vierten Standes wuchs mit dem vierten Stande selbst. Und es konnte nicht anders sein, denn ein Stillstand würde Rückschritt, ein Wegwerfen der Leuchte der Wissenschaft aber Verzicht auf Fortschritt bedeutet haben. So geschah denn bald eine neue wissenschaftliche Thai: 1867 erschien ein zweites national-öko- nomischcs Werk von Karl Marx, betitelt„das Kapital." Dieses Werk war epochemachend, trotzdem erst ein Theil desselben die Presse verlassen hat. Die National-Ockonomic erlitt durch„das Kapital" eine Revolution, welche zwar in chrer Wirkung nicht mit dem Kaiserschnitt zu vergleichen ist, jedoch sich in immer weiteren Kreisen unwiderstehlich einführt. Nur mit Widerstreben nahm die Presse des Liberal-Oekono- mismus Notiz von den Hieben, mit welchen Marx die Man- chesterschule und was ihr verwandt ist, in seinem Buch zu Paaren treibt. Hier und da ließ sie sich, und dann auch nur flüchtig, auf eine Kritik ein, mußte es jedoch erleben, daß selbst auf dem volkswirthschaftlichen Kongreß von 1868 der Marx'- scheu Begründung des Begriffes Geld Anerkennung zu Theil ward. Der sozial-demokratischen Bewegung war durch das Marx'- sche Werk eine mächtige Waffe in die Hand gedrückt worden. Nicht nur daß der kleinbürgerliche Sozialismus, dessen Augen- werk vorzüglich auf Krediterperimente— unter Verkennung des Wesens von Waare und Geld— gerichtet ist, durch dieses Werk den Todesstoß erhielt, es wurde auch der Blick in die heutige Produktionsweise geschärft und die Agitation selbst auf breiteren Boden, den der Gewerkschaften, hinübergeleitet. Neue Agitationsschriften erschienen und der Born, aus dem sie alle wehr oder minder schöpften, zugleich dadurch diesen Born der Arbeiterwelt mehr und mehr zugängig machend, war„das Kapital" von Marx. Dennoch hat es verhältnißmäßig lange gedauert, bis die erste Auflage des Buches vergriffen war. Daß aber der zweiten Auflage, welche vielfach gegen die erste verbessert und mit neuen Anmerkungen versehen ist, die besten Anzeichen vorausgehen, ergiebt sich durch Veröffentlichung einer französischen und einer russischen Uebersetzung des Werkes. Sein Ruhm ist also schon weit über die deutschen Sprachgren- Kn hinausgedrungen und wird nothwendiger Weise noch weiter dringen, wenn dereinst sämmtlicheTheile des Werkes erschienen sind. Vorerst liegt uns nur der erste Theil, und zwar von der zweiten Auflage dessen erste und zweite Lieferung vor. In diesem Theile ist der Produktionsprozeß des Kapitals darge- , während der zweite Theib den Zirkulationsprozeß des Kapitals und die Gestaltung des Gescmmtprozesses, der dritte Theil schließlich die Geschichte der Theorie enthalten wird. Wenn ich nun wegen des Marr'schen Werkes zur Feder greife, so geschieht es keineswegs, um über dasselbe in kriti- Ichen Erörterungen mich zu ergehen, sondern um in Kürze die Hauptergebnisse der Marx'schen Forschungen wiederzugeben. Allerdings ist dies eine schwierige Aufgabe, denn die streng wissenschaftliche Sprache, in welcher Marx sein Buch geschrieben hat, ist meistens schon so gedrungen, daß Kürzungen kaum möglich erscheinen. Allein gerade die streng wissenschaftliche Sprache veranlaßt mich, hier und da als Erklärer und Er- läuterer aufzutreten, dadurch das Studium des Buches„das Kapital" nicht nur anregend, sondern auch nach Kräften för- dcrnd. Verständniß für unsere Bestrebungen zu erwecken, sei stets Aufgabe Aller, Aufgabe des ganzen Agitationskörpers. Auch ich schließe als dienendes Glied gern diesem Ganzen mich an. Geib. Schulregulativisches. Der berüchtigte Stiehl, einer der Anfernger— wir sagen absichtlich nicht Urheber— jenes famosen Gesetzbuchs über die Volksverdummung, genannt Preußische Schulre gulative hat, wie man nachträglich erfährt, nur einen längeren Urlaub, nicht seinen Abschied erhalten. Seine Absetzung war von den national-liberalen„Realpolitikern"— decretirt worden die sich nach der bekannten Regel lucus a non lucendo*) nur deshalb„Realpolitiker" nennen, weil sie von allen„realen" Verhältnissen abstrahiren, vermittelst der Springstange des Zweck- mäßigkeitskodex kühn über dieselben hinwegsetzen und mit einer in der That an die Kinderstube erinnernden Phantasiekraft alle im Weg stehenden Personen und Dinge bei Seite schieben, oder gar„aus der Welt schaffen"— natürlich nur in der Pyanta sie. Aber irmudus vult decipi, die Menschen wollen nun einmal betrogen sein, und so kommt es denn, daß diese spaßhasten Selbstbetrüger auch noch immer eine Anzahl von Leuten finden, die sich von ihnen betrügen lassen. Wir wissen nicht, ob der Beurlaubung des, allerdings vollständig abgenutzten, Stiehl nicht schließlich doch noch dessen Rücktritt aus dem aktiven Staatsdienst folgen wird, aber was wir wissen, ist, daß der Geist Stiehl's in Preußen nach wie vor der herrschende ist und auch so lange der Herr schende chleiben wird, bis das Preußen der Herren Bismarck und Stieber aufhört, zu existiren. Wer den geringsten Zweifel in dieser Beziehung hegen sollte, dem empfehlen wir den Artikel zu lesen, welchen die amtliche„Provinzialkorrespondcnz' anläßlich der im Juni d. I. von Herrn Falk veranstal teten ,, Berathungen über die Volksschule" veröffcnt- licht hat.„Die gepflogenen Erörterungen bezogen sich auf den Inhalt, das Ziel und die Mittel der Volksbildung. Die von der Unterrichtsverwaltung erlassenen Bestimmungen über diese Gegenstände sind wesentlich in den sogenannten Schulregula- tiven vom 1., 2. und 3. Oktober 1854 enthalten. Eine er neute Erwägung dieser Bestimmungen ist in den letzten Iah- ren so vielfach in Anregung gekommen, daß der jetzige'Cultus- minister Dr. Falk diesem weit verbreiteten Verlangen schon vor der in Aussicht genommenen gesetzlichen Regelung des ge- ammtcn Schulwesens entgegen kommen wollte."--„Nach den Erklärungen des Ministers ist es nicht ausgeschlossen, Ab- änderungen(in den Schulregulativen), falls sie sich als nothwcndig erweisen sollten, eintreten zu lassen—". So die„Provinzialkorrespondenz", die wir im Vorstehen- den wörtlich citirt haben. Sehen wir nun zu, was für„A ende- rung cn" nach den Ansichten des„entgegenkommenden" Hrn. Falk und seiner Genossen in Möhler„sich als nothwcndig er- weisen" dürften. „Während", so beschcidet uns die„Provinzialkorrespondenz „in gegenwärtiger Zeit grundsätzliche Auffassungen, die man seit Jahrzehnten für richtig gehalten, in Zweifel gezogen wer- den, und die veränderten(?) Beziehungen zwischen Staat und Kirche eine unvermeidliche Rückwirkung auf die Stellung der Volksschule üben, ist gleichzeitig erkennbar, daß die Ansichten weiter Kreise über das Pol ksschulwesen noch nicht geklärt s ind." Es versteht sich, daß, keine„Aenderungen" getroffen wer- den können, ehe„die Ansichten geklärt" sind. Es galt also zu- nächst, die„Klärung" herbeizuführen, und dies war der Zweck der Conferenzen, welche vom 11— 20. Juni zu Berlin statt- fanden.„Zur Theilnahme an den Berathunzen waren außer den-- näher betheiligten Mitgliedern des Unter- richtsministeriums, eine größere Anzahl von �Schul- räthen und Schulmännern verschiedener Stellungen beru- fen worden. Außerdem waren mehrere hervorragende Mitglieder der Landesvertretung herangezogen, welche seit Jahren ein besonderes Interesse für die Fragen des Volksschulwescns bekundet hatten und deren Auffassang beson- ders im Hinblick auf den Zusammenhang des Volks- schulwesens mit dem gesammten staatsbürgerlichen Lebenbcachteuswerth erscheinendurfte."--„Den verschiedenen Ansichten"(welche die da oben bezeichneten Herren nach dem Herzen Falk's zu Tag förderten)„gestattete" selbiger Hr. Exc. Falk,„den freiesten Ausdruck", für welche gewaltige Gnade ihm„aus dem Schoo ß der Versammlung lebhafter Dank zu Theil ward". Hätte er den Herren einfach erklärt: So und so habt Ihr zu sprechen oder— Maul halten!— dann wäre der Dank vermuthlich nicht„lebhaft" gewesen, aber doch Dank.„Kein Standpunkt", erfahren wir weiter, „sollte unvertreten bleiben". Man bemerke dasWört- chen:„sollte"; es steckt darin, wie sich gleich zeigen wird, ein recht gelungener Witz. Während der Berathungen„stellte sich klar genug heraus, wie weit in manchen Punkten die An- sichten über die Aufgaben der Volksschule ausein- andergehen, wie überaus schwierig es ist, das Maß der- jenigen Forderungen festzustellen, die dem vorhandenen Be- dürfniß und den ei gentlich en Z i eleu der Volksschule unzweifelhaft entsprechen". Das„Unzweifelhafte", welches„überaus schwierig festzustellen ist", gehört ebenfalls in die Kategorie der gelungenen Witze, von denen der Dichter des„Gerad' aus dem Wirthshaus komm' ich heraus" seinem Nachfolger im Amt und Geist(das Wort in seinem negativen Sinne genommen) etwelchen Vorrath hinterlassen zu haben scheint. Doch betrachten wir uns die„weit auseinandergehenden" Ansichten der Herren Conferenzler, unter denen„kein Standpunkt unvertreten sein sollte", und denen der„freieste Ausdruck gestattet" war. Zunächst erfahren wir, daß das„Wünschenswerlhe" einer „zeitgemäßen Abänderung" der Schulregulative„von keiner Seite verneint wurde". Hier ist von den„weit auseinandergehenden" Ansichten noch nichts zu verspüren. Die Einstimmigkeit für eine„zweckmäßige Abänderung" verliert vorläufig alles Wunderbare, wenn man bedenkt, daß der Ver- anstalter der Conferenz, Se. Excel. Cultusminister Falk, sich von vornherein„unumwundenfür eine Revision" aus- gesprochen hatte. Doch aufgepaßt! Nun haben wir's!„Heber den Umfang der Veränderungen machten sich mehr oder min- der erhebliche Meinungsverschiedenheiten geltend." Gewiß, die extremsten„Staudpunkte", die ja ebenfalls„nicht unvertreten sein sollten", werden jetzt zum„freiesten Ausdruck" gelangen! Lesen wir:„Die überwiegende Mehrheit hat volle Anerkennung für das Gute, was auf dem Boden der bisherigen Einrichtungen(d. h. der Schulrcgu- lative) geleistet worden ist" und„nimmt Bedacht daraus,-- die eigentlichen Aufgaben und Ziele der Volksbildung nicht in Gefahr zu setzen". Also: die überwiegende Mehrheit ist für die Schulrcgu- lative, und faßt folglich die„Aufgaben und Ziele der Volksbildung" im Sinne der Schulregulative auf.— Weiter! Wir müssen doch endlich auf die„abweichen- den" Ansichten stoßen. Das Thema des Religionsunter- ri cht s in den Volksschulen ist auf dem Tapet. DicßKodus, hic sa'ta. Hier oder nie kommt der revolutionäre Stand- Punkt, der unmöglich fehlen kann, wo„kein Standpunkt unvcr- treten bleiben sollte," zum eklatantesten Durchbruch. Wohlan! Blicken wir in die„Provinzialkorrespondenz"!„Dem Aus- allen des Religionsunterrichts aus dem Stunden- plan der Schule redete Niemand das Wort." Daraus ersehen wir, daß für den Hrn. Cultusminister Falk die Forderung der konfessionslosen Schule nicht unter die„Stand- punkte" gehört, von denen ja keiner„unvertreten bleiben sollte". Aber halt. Der„Niemand" verwandelt sich durch ein Wunder Falk-Mühler'scher Logik plötzlich in„eine vereinzelte Stimme", welche„die gänzliche Fernhaltung des Eon- essionalismus aus der Schule befürwortete"-- jedoch nachträglich erklärte, daß er„keinen„naturalistisch-rationa- lisirenden" Unterricht in der Religion wolle." Und dieser son- derbare Kauz von einem Confessionslosen fand seine heitere Er- gänzung in einem„anderen Redner", welcher„einen allgemein gehaltenen„christlichen Religionsunterricht" empfahl, der den Kindern der beiden Konfessionen durch denselben Lehrer ertheilt werden könne." Besagter Schwärmer für des„erzinfamen Pfaf- en Dollingerius")" neuesten Religionsschwindel vertratdie Ansicht, daß durch den gemeinsamen Religionsunterricht die Stellung der Confessionen eine friedliche werden würde. Abgesehen von enem Confessionslosen, der ein Gegner des„naturalistisch-ra- tionalisircnden Unterrichts in der Religion" ist(als ob der na- turalistisch-rationalisirende Unterricht nicht ein Unterricht gegen die Religion wäre, mit Nothwendigkeit zur Zerstörung der Religion führen müßte), und von diesem Döllinger-Anbeter(der keine Ahnung davon zu haben scheint, was doch auf jeder Seite der ersten besten Weltgeschichte zu lesen, daß Intoleranz im Wesen der Religion, daß der Glaube, der die Religion be- gründet, seiner ganzen Natur nach ausschließlich ist, und daß eine friedliche Stellung der Confessionen zu einauder blos dann möglich, wenn die Menschen es mit den Confessionen nicht mehr ernst nehmen, mit andern Worten: wenn die Re- igion tod t ist)— abgesehen von den zwei genannten Auswüchsen modernster Muster-Kultur„gingen alle übrigen Mitglieder der Versammlung, die sich an der Er- örterung betheiligten, davon aus, daß der Religions- nterricht auf Grundlage der Coufesston zuertheilen ei." Bleiben die Einzelheiten zu regeln.„Auch gegen den Unterricht im Katechismus traten nur vereinzelte Bemerkungen hervor. Dagegen wurde von anderer Seite versichert, die Gemeinden verlangten, daß die Kinder möglichst in das Verständniß(!!) des Katechismus eingeführt würden." Die betreffenden Gemeinden mögen sich trösten! Die 1854er ») Das Ding nach seinem Gegentheil zu benennen, wie „Hain"— a non lucendo(vom nicht Leuchten). Derselbe„macht" jetzt bekanntlich in Einigung desProtestan- tismus und Katholicismus, zur großen Erbauung der zahl- reichen„Denkervolks"-Fraubasen beiderlei Geschlechts. Regulative" haben schon das Menschenmögliche geleistet, aber „möglichst" ist mehr als möglich, und HerrFalk wird, schon aus Achtung vor der Volksstimme, die ihm aus den fraglichen Gemeinden heraus an's Ohr gedrungen, sein„Möglichstes" thun, um in den neuen Regulativen ein die alten noch über- treffendes Meisterstück für„die eigentlichen Aufgaben und Ziele der Volksbildung".zu liefern,— wcnn's möglich ist. „Im Uebriyen," fährt die„Provinzialkorrespondenz" fort, „herrschte Einv erständniß darüber, daß Katechismus getrieben werden müsse." Die„vereinzelten Bemerkun- gen" hatten demnach das„Einverständniß" nicht gehindert.— Wieder ein Wunder. Weiter:„Gegen das Lernen von Kircheuliederu sprach sich kein Mitglied der Conserenz aus(auch der Confessionslose nicht!), wenn auch über die Zahl der zu lernende» Sprüche verschiedene Meinungen zum Ausdruck ka- mm." Wie die„Sprüche" nach!dem„wenn auch" auf die „Kirchenlieder" folgen, das ist zur Abwechselung einmal ein grammatikalisches Wunder�„In Betreff der auf den Religionsunterricht zu verwendenden Stunden(soll heißen: Stundenzahl) wurde von einigen Mitgliedern ein Herab- gehen auf vier Stunden wöchentlich befürwortet. Dagegen hielten die meisten Stimmen die Zahl von sechs Stunden fest. Doch(es steht uns offenbar eine angenehme Ueberraschung bevor!) war die Versammlung im allgemeinen darüber einig, daß der Religionsunterricht in der Schule eingeschränkt werdln könne(Herr Biedermann, schlagen Sie vor Freude einen Purzelbaum auf dem Leipziger Augustusplatz! Das tausendjährige Reich des Bismarck'schen„Li- beralismus" naht!)— sobald die Kinder von den Geist- lichen zur Einsegnung vorbereitet würden." Ah!-- war das ein eiskaltes Sturzbad!„Einge- schränkt, sobald die Kinder von den Geistlichen zur Einsegnung vorbereitet werden", d. h. sobald sie die der Connrmation vor- ausgehende Zulaste von Religionsstunden bekommen. „Eingeschränkt" höchstens in dem letzten Quartal des Schul- besuchs und nur unter der Bedingung, daß der Geistliche mit Zinsen und Zinseszinsen ersetzt, was der Schulregulatwmeister „eingeschränkt" hat!—„Eingeschränkt"!„Eingeschränkt"!„Einge- schränkt!" Kenels toi, Figaro! Hänge dich Figaro! Hängt euch ihr Redakteure der„Wespen" und des„Kladderadatsch!" Einen so guten schlechten Witz habt ihr noch nie zu Stande gebracht! Folgt das Schlußresume des„Provinzialkorrespondenz"-Ar- tikels", das wir unfern Lesern unverkürzt imtthcilen müssen: „Schon die hier angedeuteten Thatsachen legen Zeugniß dafür ab, daß die vom Kultusministerium berufene Conserenz den wichtigen, ihrer Begutachtung unterworfenen Fragen mit Ernst und Gewissenhaftigkeit nähersals wer oder was?) getreten ist. Das Ergebniß dieser Berathungen kann schon deshalb als ein erfreuliches gelten, weil dieselben zur Klar- stellung(o heiliger Mühler!), vielfach auch zur Ausgleichung der Ansichten beigetragen und in weiteren(welchen?. Kreisen die Ueberzeugung verbreitet haben, vaß die Regierung aus die Zustimmung und Unterstützung sachverständiger und ein- flußreicher Männer zählen darf, wenn sie an die Anord- nungen in Betreff der Volksschule mit Entschlossenheit, aber mit Borsicht die beffernde Hand anlegt." „Vorsicht ist die bessere Hälfte des Muths," sagte Fal- staff, der sich zwar auch auf's Witzemachen verstand, aber dem Verfasser des„Provinzialkorrespondenz"-Artikels doch schwerlich das Wasser reichen oürfte. Nachdem wir noch im kulturhisto- rischen Interesse konstalirt, daß die„Provinzialkorrespondenz" ein amtliches Organ des Preußischen Ministeriums ist und von den leitenden„Intelligenzen" des„Jntelligenzstaates" geschrieben wird, nachdem wir des Ferneren curiositätshalbec konstalirt, daß der obige Artikel mindestens von einem Mit- glied des Cultusministeriums, mit einer an Gewißheit grän- zenden Wahrscheinlichkeit sogar vom Herrn Cult usminister Or. Falk selbst geschrieben ist, sei in drei Worten aus diesem in zwiefacher Hinsicht dunkelmännischen, für die Wirkung der alten Schulregulative das beredteste Zeugniß ablegenden Gallimathias das Facit gezogen: Die Schulregulative des Jahres 1854 werden dem Kern nach beibehalten, mit einigen„zeitgemäßen Abänderungen" versehen, das heißt: etwas abgetragene Manteuffelei wird durch etwas stramme Bismärckerei ersetzt und das ursprüngliche Schwarz-Weiß bekommt einen dünnen Ue- Verzug von Schwarz-Weiß-Roth— letztere Couleur, um an das 18K6 und 1870„glorreich" vergossene Bruder- und Franzosen- blut zu erinnern. 8uimr>a summarum—„der Schulmeister von Sa- dow a" bleibt auf der Tagesordnung, der Schulmeister, der die Preußischen Knaben lehrt, daß Gehorsam die erste Bürgerpflicht, Gedrilltwerden das höchste Bürgerglück, und für den König Blut und Geld geben, ohne zu raisonniren, der größte Bürger- rühm ist. Diesen Schulmeister braucht das Bismarck-Sticber'sche Preußen; er ist ihm eine Eristenzbedingung, gerade wie es die Pfaffen ihm sind, trotz Jesuitengesetz und alledem. Und wer das nicht begreift, nun, der gehört ins Irrenhaus oder in eine nationalliberale Zeitungsredaktion. Polittsche Nebersicht. „Ihr Begriff des Höchsten ist die Freiheit". Wessen? Die Deutschen sind natürlich nicht gemeint, denn i h r„Begriff des Höchsten" trägt abwechselnd einen Kaval- leriehelm oder eine tief in die Augen fallende Militärmütze und heißt Bismarck. Nein— irgend ein beliebiges„wildes", d. h. noch nicht frisch, fromm, fröhlich und knechtselig gedrilltes Volt im Innern Afrika's, die von Schweinsurth„entdeckten" M o n- buttus. Was der berühmte Reisende weiter vom Freiheitsbe- griffe der Monbuttus sagt, stimmt allerdings besser mit unserem germanischen Wesen,„die Freiheit wird durch das Wort Noro ausgedrückt und auf die Frage, wo sie sich befindet, deuten sie nach dem Himmel." Das erinnert sehr leb- hast an die ächt deutsche„Freiheit, die ich meine", und die„a m Himmelszelt wohnt", während Bismarck-Stieber auf Erden das Kommando führt. Und das Wort Noro birgt unverkennbar eine Aehnlichkeit mit Nero, der bekanntlich ein großer Kaiser «ar, kein deutscher zwar, doch Kaiser ist Kaiser.— Aus der„Kaiserstad t." Die demokratischen Blätter sind entrüstet darüber, daß der Berliner Magistrat den Stadt- verordneten vorschlägt, 50OO Thaler zur Beleuchtung der Stadt gelegentlich der am 7. September stattfindenden Dreikaiser- Küsserei zu bewilligen,— und das zu einer Zeit, wo sich die städtischen Behörden für inkompetent erklären, den Tausenden von Obdachlosen auch nur ein provisorisches Barackenlager zu garanliren(der Polizeipräsident von Madri hat näm- lich„Barackien" bereits niederreißen[äffen)*); ja, wo der funkelnagelneue„liberale" Oberbürgermeister(Hobrecht) einer bezirlsvereinlichen Wohnungsnoths-Deputalion die unvergleichlich cynische Antwort gab: ver Magistrat halte es nicht für wünschens- werth, daß etwas geschehe, weil dadurch der Sorglosigkeit und Bequemlichkeitsliebe nur Vorschub geleistet werden würde. Und doch ist die Illumination für Berlin am 7. Septbr. äußerst nothwendig! Gesetzt z. B. die fürstlichen Gäste wollten neben anderen berühmten Sehenswürdigkeiten auch einmal die „Königsmaner" besuchen! Kann man die Allerhöchsten in solchem Falle in die hohle Gasse führen, wenn es darin so dunkel ist, daß sie nicht unterscheiden könnten, ob ein„Louis" oder eine Louise vor ihnen steht? Und daß Jeder, der sich in jener netten Gegend aufhält, Gefahr läuft, statt einer Louise in die Arme, einem„Louis" in die Hände zu fallen, beweist sol- gcnde Berliner Korrespondenz der„Augsburger Allgemeinen Zeitung": „In der Königsmauer wohnen in 40 Häusern 346 männliche und 560 weibliche Personen, zusammen 306 Männer, Weiber und Kinder; darunter befinden sich 40 bestraste Weiber und 41 be- strafte Männer, 76 unter sittenpolizeilicher Controle stehende pro- stituirte Dirnen und 54 sogenannte LouiS. Diese Ziffern beziehen sich jedoch nur aus die polizeilich Angemeldeten, resp. in eigener Woh- nung Angesessenen; die Zahl der unangemeldeten Dirnen, Louis und an- der» Gesindels, welches in dem Gäßchen an der Königstraße Unterkunft findet, spottet jeder Berechnung, denn beispielsweise bei einerpolizei- lichen Razzia in dem mit der Königsmauer in Verbindung stehenden Hause Klostersrraße 112 allein zwei und zwanzig polizeilich nicht gemeldete Pro stituirte gesunden wurden. Und in welchem Maße die Sittenverderbniß der Eltern die nachwachsende Generafion ansteckt, dafür sprechen folgende Ziffern. In die zweite Schulcommis- sion(21. und 24. Gemeindeschule), aus der Stadtbezirken 5—8 be- stehend, sind 140 Kinder aus der Königsmauer eingeschult, die— nach den amtlich erstatteten Gutachten—„in ihrer großen Mehzahl sowohl durch ihr äußeres Erscheinen als auch durch Rohdeit, unregel- mäßigen Schulbesuch und Unfleiß nachtheilig auf ihre Mitschüler ein- wirken."" Meinen die demokratischen Blätter, von denen oben die Rede war, etwa, Berlin sei durch eine derartige Charakteristik der Zustände genügend„illuminirt", d. h. beleuchtet?— Zwei in der letzten Woche von den Zeitungen vielbe- sprochene Vorfälle werfen ein recht trauriges Licht auf die bisherige Erziehung des deutschen Arbeiterstandes: die Ra- min'sche Affaire, in welcher es Arbeiter duldeten, dag ein pommerscher Junker(in Schmagerow) drei seiner Schnitter ohne Weiteres über den Haufen schoß, weil sie sich weigerten, ihm ihre Erbsen abzutreten, und zweitens die Essener Skan- dalscenen, zu denen sich eine Menge Menschen verleiten ließ, um gegen die I es uite n-Austreibung Partei zu nehmen. Die Zuschauer der Ramin'schen Mordthat, die den adligen Strolch mit gesunden Knochen flüchten ließen, stehen sicherlich auf demselben Kulturstandpunkt, wie die Essener Katholiken, die im Interesse der Jesuiten sich in einen Straßenkampf mit dem Militär eingelassen haben. Der Math Dieser ist gerade so viel werth wie die Feigheit Jener: die Einen haben nicht gekämpft, weil sie als schweigsame Sklaven des Kapitals erzogen sind und die Andern haben gekämpft, weil sie als streitsame Diener der Religion erzogen worden sind. Die Essener Straßenskandalirer würden sich von den Paters Dasselbe gefallen lassen, was die pommerschcn Landarbeiter von ihrem Gutsherrn, und Diese fallen vor ihrem Pfaffen jedenfalls ebenso demüthig auf die Kniee, wie Jene. Beide Vorfälle charakterisiren die nationale Erziehung, die bisher darauf gerichtet war(siehe Sliehl'sche Schulregulative!), willen- lose Sklaven zu erzeugen. Die Essener Affaire beleuchtet bei- läufig den Werth des Jesuitengeseyes! Bismarck hat gut „liberal" sein und Jesuiten austreiben,— nachdem ein seit Menschenaltern befolgtes System der nationalen Erziehung be- reits so viel gewirkt hat, daß, wo ein Jesuit in der Kutte ausgewiesen wird, hundert ohne Külte von dessen Geist be- seelt sind.— Die offiziösen Berliner Blätter macheu hämische Anspie- lungen auf die Geldspeculationen Oesterreichischer Minister, na- mentlich der Hr. Excel. Andrassy und Lyonay! Die Leutchen haben es allerdings skandalös getrieben. Aber haben die Ber- liner Offiziösen denn Minister und sonstige hohe und höchste Herren, die ihre politische Stellung zu Geldgeschäften mißbrau- chcn, nicht in unmittelbarer Nähe? Warum in die Ferne schwe'fen, und an der blauen Donau suchen, was sich an der schmutzigen Spree die Spatzen auf den Dächern erzählen? So viel wir wissen, haben Andrassy und Lyonay sich noch keine 5 Millionen Thaler erworben, wie gewisse„Geniale". Aus den betreffenden Notizen ersehen wir aber, daß man in Berlin, trotz der entente conli als, mit den Oesterreichischen Ministern nicht zufrieden ist; und daß die Herren Offtziösen di es im jetzigen Moment, unmittelbar vor der Dreikaiserzusammenkunft verrathen, ist zum mindesten— nicht geschickt.— Mit de n ihnen eigenthümlichen Scharfblick und der sie aus- zeichnenden kritischen Fähigkeit schreiben die Bourgeoisblätler von einander ab: „Statistische Erhebungen liefern folgenden interessanten Nachweis der früheren und der jetzigen Berliner Lohn- und Lebensmittelpreise. Im Jahre 1790 betrug der Arbeitslohn für Maurer- und Zimmergesellen pro Tag von früh 5 bis Abends 7 Uhr 10 Sgr., in kurzen Tagen 9 Szr. Der Polier erhielt Ii Ägr., in kurzen Tagen 10 Sgr. Der Handlanger 5 Sgr. 6 Pf., in kurzen Tagen 5 Sgr. Dagegen kostete das Pfund Rindfleisch damals 2 Sgr., der' Scheffel Roggen 1 Thlr. 14— 17 Sgr und ein hausbackenes Zweigroschenbrod wog 3 Pfd. 27 Loth 3 Quentchen.— Vergleicht man diese Preise mit denen des letzten Decenniums von 1860— 70, so sind die Fleischpreise seitdem in Berlin um wenigstens 200 pCt. gestiegen, denn während in den letzten Decennien der Minimal- preis des Rindfleisches pro Pfd. 6 Szr. betrug, kostete der Centner *) Durch die Feuerwehr, unter Begleitung von 200 Mann Polize i, in der Nacht vom 25. zum 26. August, von 2 bis 4 Uhr,„unter Resignation der Männer, unter Gejammer der Weiber und Kinder. sonst aber ungestört", wie die„Kreuzzeitung" bezeichnend sagt! Roggen nur 73 Sgr. oder Scheffel 58 Sgr. Gegenwärtig beträgt der Tagelohn für die obengenannten Arbeiter circa 1 Thlr. Legt man daher die Fleischpreise der Ermittelung der Lohnwerthe zu Grunde, so ergiebc sich, daß der Arbeitslohn nicht gestiegen ist. Nimmt man dagegen die Rozgenpreise zum Maßstabe des Arbeitslohnes, so verdiente ein Zimmer- oder Maurergeselle 1870 täglich 1lb, gegenwärtig etwas über die Hälfte eines Scheffels Roggen."— „Nun, da; ist jedenfalls eine Notiz",— bemerkt hierzu der„Dresdener Volksbote"—„deren Verfasser die Sprache der Zahlen nicht versteht. Wahrscheinlich soll die Notiz andeuten, daß da, wo der Arbeiter täglich einen halben Scheffel Roggen verdient, die Noth noch nicht sehr groß sein kann. Der Mann bedenkt nicht, daß der halbe Scheffel Roggen nicht da erbaut wird. wo der Berliner Arbeiter seinen Lohn verdient, und daß 1790, in welchem Jahre noch keine Eisenbahnen bestanden, das Ge- treibe in einer großen Stadt theurer sein mußte, als da, wo es producirt wurde. Der Vergleich hinkt aber um so mehr, als Brod kein vollständiges Nahrungsmittel ist, d. h. den Körper ausreichend allein zu ernähren, nicht im Stande ist, und dies muß um so mehr berücksichtigt werden, als ja der Getreidepreis noch nicht maßgebend für den Preis des Brodes ist, wie aus eben jener Notiz erhellt. Denn während von 1790 bis 1870 der Preis des Roggens nur von 44— 47 Sgr. auf 58, � Sgr. stieg, also etwa 30 pCt., ist der Preis des Arodes von 5 Pf. pro Pfd. auf 12 Pf., also um weit mehr als 100 pCt. ge- stiegen. Was aber das Brod theuer macht, das ist die.Butter; Brod und Butler zusammen liefern erst einen unvollkommenen Ersatz für Fleischnahrung, und wie ist der Preis der Butler in diesem selben Zeiträume gestiegen! „Man mag sich also getrost an die Fleischpreise hallen und zunächst das Eingeständniß hinnehmen, daß„der Arbeits- lohn nicht gestiegen ist." Rechnet man aber hinzu das beispiel- lose Steigen der Miethpreise, denen löbliche Magistrale auch noch Miethssteuern zulegen, die größeren Entfernungen, welche eine schnellere Abnützung des thcueren Schuhwerks verursachen, rechnet man ferner hinzu, daß aus jeder neuen Culturstufe die Zahl der Jedem zukommenden und allgemein als nothwendig erkannten Bedürfnisse sich erweitert, deren Befriedigung dem Arbeiter am Wenigsten versagt iverden darf, so kann man auf Grund jener Notiz mit vollem Recht behaupten, daß der Ar- beitslohn gegen früher gesunken ist." Leipzig. Herr Generalpoftdirektor Stephan hat aus unserean ihn in Nr. 68 gerichtete Aufforderung, die Stiebereien einer Untersuchung zu unterziehen, mit der Confiscation der betreffenden'Nummer geantwortet. Hoffentlich kommt es auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege zu einem Prozesse, der es uns ermöglicht, das von uns Behauptete durch eidliche Zeugenaussagen gerichtlich bestätigen zu lassen. Vorläufig wollen wir Herrn Stephan mit Wiedergabe eines Artikels aus dem„Botschafter"(Organ der Cigarrenarbeiter) vom 10. Au- gust dienen: „Der Schutz Ves Briefgeheimnisses ist eine Illusion. Am 25. d. M. erhielt ich einen Brief aus Bargstemfurt, der»ach meiner Ansicht Uilverrennbare Spuren einer gewaltiameii Oefjnung mittelst eines Schnittes zu tragen schien, auch war an einer andern Stelle, so schien es, der Versuch gemacht, ohne eiueu Kaiserschnitt den Brief seines Jnhatles zu entbiiiden. Die Vermuthung, daß der Brief durch Jemanden geöffnet sei» müsse, nachdem er aus oer Hand des Adressaten gekommen, lag umso mehr nahe, als in Burgsteinfurt ein Arbcitsausschtuß stattsiudet und darum das Verlangen, den Bericht darüber gegen den Willen des Berichterstatters kennen zu lernen, sehr leich: Jemanden zu einer solchen Handlungsweise veranlassen konnte. Nachdem ich Rücksprache mit oerjchicdeaeii Leuren genommen, fragte ich Freitag, d. 26. Juli, Nachmiuag 4 Uhr in Burgfteinfurt per Telegramm an, ob der Brief vom Ausgeber, bevor er zur Post gegeben, nachdem er geschlossen, wieder geössnet worden sei und bezahlte die Rückanlwort. Diese Rück- autwort traf erst Sonnabend, d. 27., Nachmittags 2 Uhr 30 Minuten mit der Behauptung ein, der Brief sei unoerleht zur Post gegeben. Die Zeit, welche zwischen Anfrage und Antwort tag, schien mir für die Schnelligkeit der deutschen Reichsrelegraphie doch gar zu wenig empfehlend, und um den blitzschnelleii Bolen des Gedankenaustausches vor de: Schmach zu retten, von Berlin bis Bnrgsieiufurt und zurück 22», SlNiiden zu brauche», schrieb ich per erpieß und rekommandirt(den Brief jedoch durchnäht und den Faden ganz sein anzesiegett) nach Burgsteinfurt, beschrieb den Zustand des Eouverls zur Zeit, als es in mein Hände kam und fragte nochmals au, ob der Brief in solchem Zustande zur Post gegeben sei, aber auch gleichzeitig, wann das£e- legramm oein Adressaten zu Händen gekommen und ob das Post- und Tetegraphenaml in Bnrgsteiniun verbunden seien. Die Aniworr war: der Brief ist uuoerletzt zur Po» gekommen, die Post ist mit dem De- legraphenamt verbundeu und die Depesche habe ich erst Sonnabend früh 10 Uhr bekommen. Am Montag begab ich mich auf die Sberpoit- direklion, um wegen muthmaßticher Berlepuug deS Briefgeheimnisses Durch einen Postbeamten zu denunzlreu. Der Herr Postrath Rabe jedoch erklärte nach Anhörung meiner Klage und des Antrags auf Disziplinaruiiieisuchung, er habe keinen Beamten zur Hand, um meine Aussage aufzunehmen ilud ich möchte also die Sache schriftlich einreichen. Meine Eiiiweudung, daß meine Zeil nicht da u ausreiche, Schrei- bereien für die Postdirektion zu übernehmen, zumal es im eigenen Interesse der Postregie liegen müsse, den Vorwurf,„die Post wahre das Briefgeheimiiiß nicht", zu widillegeu, ward underückstchiigr gelaffeu und ich erklärie, daß ich die ganze Sache ourch die Presse zur öffeni- lichen Kennlniß bringen würde. Ein gleichgültiges Achselzucken war Alles, was ich hierdurch erlangte. Meine Entrüstung hierüber oeranlaßte mich, den Vorgang im Kreise von Bekannleii zu erzählen und ein Herr Wegramm erklärte, das wundere ihn gar nicht, er habe noch viel Schlimmeres erlebt. Der Sozialist Hetfleisch sei nach Malmö gewandert und habe ihm von dort verschiedentlich um Werkzeuge-c. geschrieben. Da habe er eines Tages einen Brief von seineiii Freund Heifleisch erhalten; die Adresse de«- Couverts habe wohl gestimmt, allein die Einlage nichr, denn diese sei ein Schreiben einer Wiltwe an ihren Sohn gewesen. Da sei er denn zu der Posterpsdition seines Reviers, von der er den Brief erhalten, gegangen und habe angesragt, wie denn das zugehe. Man sei erstaunt gewesen und habe ihn ersucht, den Brief dazulassen, um Recherchen anstellen zu können, aber nach einigen Tagen sei dec Postsekreiär zu ihm gekommen und habe mit Bedauern erklärt, der Brief sei ihm abhanden gekommen. Ich bringe dies unser» Mitgliedern zur Keuntaiß, damit sie den Briefen an mich ja nicht etwa Sachen anvertrauen, welche ihnen nachtheilig sein könnlen, denn die Postdirektion findet es nicht einmal der Mühe werth, ein Protokoll aufzunehmen, wenn man ihre Beamten für Uebertretcr der Gesetze hält»nd Beweise dafür beibringt, daß man zu solcher Vermuthung berechtigt ist und daß trotz alledem ihr von Seiten politischer Parteien die Verletzung des Briefgeheimnisses im Interesse der Regierung zum Vorwurf gemacht wird. F. W. Fritzsche." Vielleicht lhut uns Herr Stephan den Gefallen, auch diese Nr. consisciren zu lassen, damit das von Fritzsche Erzählte g c- ri cht lich untersucht werden kann, nachdem die Postbehörve dieser unliebsmnen Mission sich entzogen. Leipzig. Am Sonnabend wurden auf Befchl der hiesi- gen Staatsanwaltschaft dicbekannten„10 Gebote im Reich der Gol- tesfurcht und frommen Sitte"— die, vor Jahresfrist im„Dresdener Bolksboten" zuerst erschienen und von mehreren unserer Lokalblätter reproduzirt, dann separat gedruckt, viel verbreitet sind— in der Expedition deS„Volksstaat" confiScirt. Am 29. jedoch wurde unserem Expedienten ein Beschluß des Be- zirksgerichts mitgetheilt, wonach sich dieses den Anschauungen des Staatsanwalts, daß in den„10 Geboten" der Kaiser beleih digc sei, nicht anschließen kann und die Beschlagnahme auf- gehoben ist. W alster in Dresden hat bekanntlich wegen Verbreitung der„10 Gebote" 4 Wochen G efängniß er- halten und Carl Hirsch ihretwegen eine 8tägige Untersuchungs- Haft erlitten! (Nachschrift.) Der Staatsanwalt will sich mit dem Be- schluß des Bezirksgerichts nicht zufrieden geben, sondern trotz der Aufhebung der Consiscation Untersuchung einleiten. Internationale Gewerkschaft der Mannfattnr-, Fabrik- und Handarbeiter. Kameraden! Auf Grund ganz besonderer örtlicher Schwierigkeiten, wird unsere heurige Generalversammlung anstatt in Hos, nach endgiltiger Feststellung der erforderlichen Vor- bereitungen, am 28. 29. u. 30. Sept.->. c. in Meerane i. Sachsen stallfinden.(Weiteres lt. demnächster Einladung des Lo- kalkomitee zu Meerane.) In Nr. 57 des„Volksstaat' von 14/7. veröffentlichte Notizen, bitten wir dringend nochmals durch;»lcsen, wir unterlassen Wiederholung, um den Raum des Organs nicht allzusehr zu beanspruchen und heben nur noch hervor, daß die Abschnitte 5. 6. und 7. des erwähnten Aufrnfes betreffs der Dele- girren und Mandate nöthige Anweisungen geben. Für die Kosten der Beschickung der Generalversammlung haben die Genossen der einzelnen Stationen solidarisch einzustehen. Als vorläufige Tagesordnung ist zu verzeichnen 1) Rechenschaftsbericht der Verwaltung und des Aufsichlsraihes. 2} Revision und Abänderung der Stamm- Statuten(lt. Vorlage von 8. und 9/7.a. c.) 3) Rechenschaflsbericht der Krankenkassen- Sektion bez. Statuten- revision. 4) Statuten-Vorlage zur Organisation der Sterbekassen-Sektion. 5) Unsere Stellung zum deutschen Weber- und Manufakturar- beiter-Bund und zur Gewerks-Union k. 6) Umfrage. Alle Anträge, die Stammgewerkschaft betreffend, sind an Motteler, solche, die Krankenkasse betreffend, an C. Kirchhuber in Crimmitschau Scheunenplatz 757 zu richten. Die Sterbekassen-Sektion anlangend, sind Musterstatuten zu erhalten durch Aug. Söllner, Weber, Meerane i./S. Lilienstraße 466 und auch an diese Addresie Anträge zu senden. Die Hauptlasia-Abrechnuug der Stammgewcrkschast geht denjenigen Vertrauensleuten zu, welche ihre Fragebogen z. Z- eingesandt haben, als säumig müssen wir nachfolgende öffentlich aufrufen, zunächst die Stationen, denen wir bei anhaltendem Stillschweigen füglich die Namen der Bevollmächtigten k. folgen lajsen werden.— 42 Stationen haben geantwortet, 17 find noch rückständig Und zwar: Mülsen St. Niklas, Werdau Zc., Eß- lingen a./N., Zürich, Glauchau zc., Netzschkau, Großotters- leben, Ronneburg, Magdeburg, Gotha, Arzberg bei Hof, sttowaweß,, Reudnitz bei Gratz, Treuen i./V., Dresden, Auma, Grüneberg bei Criinmitschan.— Eewerksgenossen! Gebt Antwort, wie es mit diesen Stationen steht, wir müssen sie haben und verlangen von Euch Orb- nung, wie man sie von uns jederzeit verlangt!— Ihr Weber des sächsischen und bayerischen Voigt- landeS, rührt Euch, Meerane zu beschicken! Es gilt vor Allem, persönlich bekannt zu werden und, um dann desto vertrauensfester die Sache verfechten zu können, zur Organisation zu treten. Genossen in Hof, auf Eure Posten!— Genossen allerwärts, stellt Euch zahlreich ein, oder sendet uns Mandate. Einer weiteren Anmunterung bedarf es sicher nicht, denn: Entweder wir stehen und siegen vereint, oder wir fallen und verlottern getrennt!— In bester Erwartung sfndet Gruß und Kampfgemeinschaft (2) 1 f. d. Vorortvcrwaltung Motteler z. Z. I. Vors. /Alle arbeiterfreundlichen Blätter werben um Weiterverbrcitnng unseres Aufrufs ersucht.)____ Meerane Kampfgenossen! Der unterzeichnete Vorstand hält es unter Bezugnahme aus den vomVorort der Internationalen Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter-Gewerkschaft erlassenen Alis ruf zur Beschickung des vom 28. bis 30. September a. c. in unserer Stadt tagenden Eon- gresses für seine Pflicht, Sic Alle hierzu im Namen der Meerancr Gewerksgenossen dringend einzuladen. Seien Sie alle uns von Herzen willkomnien, gleichviel ob Sic bereits unserer Gewerkschastsorganisntion angehören, ob Sie in den Innungen alter Form oder noch mrorgani- sin mit uns den gleichen Kampf um's Dasein, um's tägliche Brod kämpfen. Jeder Ort, sei er noch so klein, sei er noch so entlegen, er möge Sorge tragen, aus seiner Mitte mindestens einen Vertreter oder ein Mandat zu unserem Congreß zu entsenden. Wir reichen Ihnen schon heuie im Geiste die Bruderhand zum Willkommen, schlagen Sie ein und bringen Sie uns ein Herz von Brüderlichkeit und den festen Willen entgegen, einen Stein hinzuzufügen zu dem Bau, dem lang ersehnten, lang erstrebten, der das Ziel unserer Wünsche, unserer Hofsnnngen, unserer Kämpfe krönen soll. Wir unsererseits geben Ihnen die Versicherung, daß es unser Vestreben sein wird, die kurze Zeit, die Sie in unserer Mitle verweilen werdeii, so nutzbringend und angenehm als möglich zu machen. Die Verhandlungen des. Congresses sind öffentlich, Jedermann hat Zurritr. Mit brüderlicheni Gruß und Handschlag für die Gewerksgeirosssil zu Meerane Das Lokalkomitec: August Söllner, Bevollmächtigter. NB. Den Telegirien Nachstehendes zur gefälligen Berücksichtigung: Am 28. September von Abends 8 Uhr an Versammlung in Köhlers Restauration, Crimmitschauerstr. Am 29. und 30. d. im Hotel zum Bayerischen Hos, Hauptver- sammlung(laut bekannter Tagesordnung.) Diejenigen Dclegirten, welche per Bahn ankommen, werden am Bahnhofe durch an röthen Schleifen kenntliche Abgeordnelein Empfang genommen; jene, welche zu Fuß anlommen, wollen sich in Köhler's oder in Ebner' s Restauration, Martinstraße einfinden, woselbst für das Weitere Ordnung getroffen sein wird. Jeder Lelegirre muß mir beglaubigtem Mandat und Angab- der von 'hm vertretenen Mitgliederzahl v-rsehen sein und bitten wir, weiin möglich, sich einige Tage zuvor brieflich anzumelden bei August Söllner, mlien- jetzt Poststraße 466, damit die nörhigen Vorkehrungen zu Frei- LUmrtieren rechtzeitig getrosten werden tönneu. Noch machen wir daraus aufmerksam, daß das gedruckte Sterbe- kasieu-Siatut bei Herrn Aug. Haverbier, Schulgasse 381, unentgeltlich gegen Einsendung einer Francomarre von jetzt ab zu haben ist. �-am Uebrigen oerweisen wir auf die Bestimmungen der Vororts- � waltiing laut Aufruf iii Nr. 57 und Nr. 69 des„Volksstaat." Vtt ., j!.'Me arbeiterfreundlichen Blätter und Zeitschriften werden er- J?r,'Ul möglichste Weilerverbreilmig vorstehenden Ausrufs ihre «plltteil zu osiueu. Leipzig. Glaserstrike. Die Leipziger Glasergehilfen ersuchen ihre auswärtigen Kollegen und Parteigenossen, daiür zu sorgen, daß der Zuzug von«ipzig noch fern gehalten werde. Die wenigen Prinzipale, welche unsere» Forderungm noch nicht nachgekommen sind, hosten noch immer, von auswärts Arbeiter zu bekommen; die Roth tritt in dieser Weise vald an diese Herrn heran. Wenn unsere auswärtigen Kollegen und Freunde die Situation, in der wir uns befinden, begreifen und Ar- oeitskräste von hier noch fern halten, dann sind wir im Stande, in der nächsten Zeit den Sieg unseres Glaserstrikes zu verzeichnen. Wir hosten, daß unsere Kollegen allerorts diesem unjern Wnniche ebenso nachkommen werden, wie sie es bisher gethan haben. Die Glaser- Herberge befindet sich in der Restauration von Massig, Gerberstraße. Die übrigen Parteiblätter werden gebeten, das Obige abzudrucken. Das Comitee. Leipzig, 25 August. Vorigen Sonntag verschied plötzlich, auf der Reise nach Breslau zum Verbandstag der deutschen Genossenschaften in Görlitz, Moritz Germann, Vorsitzender des Verbands der sächsischen Eonsumvereinc. Ger mann war in früheren Jahren auch in der Arbeiterbewegung thätig und ist vielen sächsischen Partei- genossen von daher persönlich bekannt. Obgleich er, seinen Neigungen enlsprechend, sich mehr der wenig fruchtbringenden Genossenjchafts- b-w-gunz angeschlossen Halle und ihr alle seine Kräfte widmete, war er doch stets unfern Parteibestrebungen freundlich gesinnt und keines- wegs— wie sonst fast alle Consumvereinlcr— ein Gegner derselben. Das ist's, was uns veranlaßt, sein Hinscheiden seinen vielen Bekannten mitzuthcilen Leipzig. 28. Aug. Niemand wird behaupten, daß ein Fabrikant, der in Folge des Haftpflichtgesetzes seine Arbeiter versichert, dieses thut, weil ihm das Wohl der Arbeiter am Herzen liege. Im Gegentheil, der Fabrikant, den die Konsequenzen des Haslpflichtgesetzes unter Umständen sehr empfindlich tressen können, versichert seine Arbeiter, wenn er es rhur, lediglich in seinen Interesse. Um so mehr muß es uns Wunder nehmen, wenn von den Arbeitern verlangt wird, daß sie, event. auch nur einen Theil der Versicherungsprämie decken sollen. Nach uns gewordenen Mitlheilungen liegt ein solcher Fall gegenwärtig vor, indem Herr Maschinenbausabrikant Alfs in der Hospitalstraße den von ihm versicherten Arbeitern von jedem Thaler wöchtlichen Ver- dienstes 5 Vf. in Abzug bringen wollte. Sämmtliche Arbeiter ge- nannler Maschiiienbauanstalt haben die Arbeit eingestellt, und bat es demnach de» Anschein, als ob Herr Alfs auf seinem Willen bestanden hat. Mülsen, St. NiklaS, 1. August.(Zum Kapitel der Hirsch- Dunker'schen„Harmonielehre.") Der Webermeister Friedrich Wilhelm Fritsch halte von dem Faktor Alban Döhler in Mülsen, St. Ja- tob, Arbeil erhalten und von einem bekannten Kollegen erfahren, daß es kür ein Stück 5 Thlr. Lohn gebe; als er aber das erste Stück lie- ferte, hatte ihm Döhler nur 4 Thlr. 10 Sgr. ausgezahlt. Darüber verwundert, richtete Aritsche an die Fabrikanten Marbach undWei- gel ein Schreiben, in welchem er die Frage stellte, ob die von dem Döhler gezahlten 4 Thlr. 10 Ngr. der wirklich festgesetzte Lohnsatz seien. Nach mehreren anderen gerügten Mißständen spricht Fritzsche zum Schluß seines Schreibens die Hosinung aus, daß die Untersuchung gegen Döhler eingeleitet und er, Fritsche, von dem Resultat benach- richiigt werde, widrigenfalls er die Angelegenheit an die Oessentlich- keit dringen wolle. Statt aller Antwort erhielt Fritsche nach einigen Tagen durch den Faktor Döhler sein Schreiben mit folgender Rand- bemerkung zurück: „An Meister Döhler zur Erledigung, da wir nur mit die- fem zu thun haben. Unsere Handlungsweise hat weder den Meister F. W. Fritsch noch die„freie Presse" zu fürchten.— Dies mag Meister Döhler, wenn er dies überhaupt für nöthig findet, dem genannten Meister sagen. Marbach und Weigel." Also mit dem Arbeiter wollen diese Herren gar nichts zu thun haben, und wenn es dem Herrn Faktor nicht paßt, so braucht er über nichts Auskunft zu geben; ob der Faktor 10 oder 20 und noch mehr Prozente nimmt, ob er eigenmächtig Abzüge macht, das gehl den Fa- brikanten nichts an, wenn nur sein Geldsack dabei voll wird. Dabei sehen aber diese kurzsichtigen Egoisten nicht ein, wie sehr sie sich in das eigene Fleisch schneiden. Es ist eine bekannte Thatsache, daß sich Faktors durch übermäßige Vermittelungsgebühre», ungerechte Abzüge, Garn- und Musterdieb- stähle zum Fabrikanten emporgeschwungen haben; diese richten sich nun mit ihren Arbeitslöhnen nach den Löhnen der Faktor« am Platze. Wenn nun der unreelle Fabrikant sein Stück nur um 15 Ngr. billiger gearbeitet bekommt als der solide, so kann er doch dasselbe bei gleichem Verdienst mindestens um eben so viel billiger verkaufen, und die Folge ist, daß aus dem Markt eine verderbliche Kmilurven; geschasien wird, die zwar scheinbar direkt dem soliden Fabrikanten, in der That aber dem Arbeiter nachtheilig wird, indem eben dadurch die Löhne herab- gedrückt werde». Darum Kollegen aller Orte, tretet ein für eure leidenden Kollegen auf dem Lande! Glaubt nicht, daß wir euch aus Unwissenheit oder bösem Willen Konkurrenz machen. Nein! Sorgt dafür, daß die Lohn- sätzc aus die Musler, zettel kommen, und daß das leidige Fakiorwesen durch genossenschastlichc Vermittelung beseitigt werde. Der Weberverein. I. A. der Vors. Aug. Döh n. Chemnitz. In 3 Preßprozessen ist M ostfreigespro che» worden, weil das Gericht der Behauptung des Angeklagten, daß er die incriminirten Artikel vor dem Druck nicht gelesen, Glauben beimaß. Dagegen ist Most wegen eines Artikels, durch welchen der Leipziger Hochverraths- Schwurgerichtshof berü— hinten Angedenkens„beleidigt" sein soll, zu 6 Wochen Gesängniß verurtheilt worden.— Die Denunziation des Leisniger Bürgermeisters gegen Most, derselbe habe in einer Volks- versaminliingsrede den Schwurgerichtspräsidenten von Mücke beleidigt, ist— wie seinerjeit eine Denunziation des Hainichener Bürgermeisters - ins Wasser gefallen. Der Herr Bürgermeister wußte nämlich vor Gericht nicht mehr genau anzugeben, wie Most's„verbrecherische" Worte gelautet haben. Dresden, 25. August. Gestern fand in der hiesigen Centralhalle eine, von unserer Partei einberufene Vo lksversammlung statt, die von circa 900—1000 Personen besucht war, und in welcher Tiber „Die Prinzipien der Sozialdemokratie und den in Mainz ab;u- haltenden Kongreß" referirt wurde. Für den erstensTheil der Tagesordnung hatte Parteigenosse Fink aus Leipzig das Referat übernommen. Es ist von unzweifelhaftem Werlhe, wenn Parteigenossen ans der Ferne zu einander kommen, und ösientlich für unsere Sache wiiken, wo es an einheimischen Kräften nicht fehlt,»umal, wenn durch solche Wanderpredigten constatirt wird, daß die Reinheit unserer Ideen und Lehren üllerall dieselbe ist. In zweistündiger Rede entwickelte Herr Fink und zwar zur allgemeinen Zufriedenheit das Eisenacher Programm mit Bezug auf unsere sozialen Mißstände. lieber den zweiten Theil der Tagesordnung referirte Eckstein, und schlössen sich dessen Ausführung harmonisch an den ersten Theil der Tagesordnung an.— Parteigenossen Linke, welchem vor Kurzem die Lieder confiscirt wurden, deren Herausgeber er ist, wurde ani 27. wegen der darin beanstandeten 4 Lieder eine 4 wöchentliche G-fängiiißstrass und Tragung der Kosten zuerkannt.— An demselben Tage wurde Nr. 216 des„Dresdner Volksboten" vom vor igen Jahre confiscirt. Da aber nicht ein Ercmplar dieser'Nummer mehr vorhanden war. wurde eines von den bereits gebundenen Eremplaren, weiche der Erpeditivn als Beleg dieilen, und in welchem die Nummer 2l6 enthalten ist, mit Beschlag belegt. Da bereits ein Mal dem Proteste der Erpedinon gegen die Consiscation ihrer Beleg-Eremplare vom Bezirksgerichte keine Folge gegeben wurde, wird sie sich diesmal an das Justizministerium wenden, um zu erfahren, mit welchem Rechte manGeschäftsbücher wegnimmt. Im ersten Falle wurden ihr die Bücher zurückgesalidt, nachdem die darin enthaltenen incriminirten Artikel mit Papier überklebt waren.— Weil in Nr. 189 des„Volksbote" gesagt war, die deutschen Staatsanwälte befänden sich gegenüber der nach dem Leipziger Hoch- verrathsprozeß an sie gerichteten Aussorderung der deutschen Sozial- demokratcn(„An die Staatsanwälte Deutschlands"),„auch gegen sie wegen hochverrätherischer Bestrebungen vorzugehen", in der Lage des bekannten gehörnten Thieres vor dem Berge,— so ist dem„Volks- böte"— wie derselbe meldst— vom Gerichtsamt(auf Strafantrag des Jnstizministeriums) zugemuthet worden, diesen Vergleich mit 20 Thaler Strafe zu bezahlen. Das Dresdener Gerichtsam! kann sich ans s.fiiie Logik etwas einbilden! Wenn man von Jemandem sagt:„Er steht da wie der Ochs am Berg«!', so behauptet man nicht, der Betresfendc sei ein„Ochs", sondern nur, er befinde sich rathlos, wie in einem gewissen Falle der Ochs. Bautzen Die hier strikenden Eigarrenarbeiter der Lorenz'jch.'N Fabrik Häven deswegen die Arbeit eingestellt, weil ihnen die gefordert� Lohnerhöhung 5 Ngr. pro Mille nicht bewilligt wurde. All- arbeiter- freundlichen Blätter werden ersucht, vor Zuzug zu warnen. Kappel, 27. August. Gestern Abend fand hier eine gut besuchte Volksversammlung statt, in welcher Herr Most das Programm der iozial-demokratisch-n Partei erklärte. Hoffentlich w-rden die Statuten zu dem zu grünenden Umons-Gewerkverein bald anerkannt werden, damit es den hiesigen Arbeitern trotz dem Gewerkschaftsverbote möglich ist, sich zu organisiren. Lebhafte Neigung hiezu zeigt sich allgemein und wir können daher eine zahlreiche Betheiligung erwarten. (Chemn. fr. Presse.) Zwickau, 22. August. Anknüpfend an den Bericht in vorige: Nummer des„Bolksstaat" theile ich noch mit, daß unsere Forde- rungcn sammt und sonders bewilligt sind Dieses schnelle günstige Resultat haben wir wohl dem Umstände zu danken, daß wir durch unser Arbeits- Nachweisnngsbureau für ca. 30 Mann sofort Arbeit beschassen konnten und daß tüchtige Arbeitskräfte am hiesigen Platze überhaupt rar waren. Den Sinke hatten wir ohne Geld und ohne jede Organisation begonnen, und die entstandenen Unkosten niußten erst durch Steuern gedeckt werden. Es ist selbstverständlich, daß wir nunmehr eine Organisation schaffen werden, um allen Eventualitäten begegnen zu könne>. Das Koimlee der Tischlergehilsen. I. A.: Hermann Hertel. Kamenz, 18. Au zu st. Offene Erklärung gegen den anonymen Berichterstatter der„Kamenzer Wochenschrift" über die am 10. Augufi er. in Kamenz abgehaltene Volksversammlung. Der Bericht der„Kamenzer Wochenschrift" lautet: „Kamenz, 11. August. In der gestrigen, wieder sehr zahlreich be- suchten Volksversammlung im goldenen Stern trat ein Herr Eckstein aus, um sich über„Religiöse Frage und Sozialdemokratie" zu ver- breiten. Er bekannte sich zunächst als Dissident, d. h. als keiner Kir- chengemeinschaft angehörig, ans der er ausgetreten sei, und snchre die Gründe dazu darzulegen. Die heutige Kirche und der Glaube der „Bourgeoisie" wurden von ihm einer scharfen Kritik unterzogen.— Der zweite Bortrag betraf, nach Auseinandersetzung der vermeintlichen schlimmen Lage der Arbeirerwelt, einen 10stündigen Normalarbeitstaz, für welchen der Redner Propaganda machte.— Ruhig verlaufend, iiahm die Versammlung einen erregteren Charakter an, als gegen den Schluü Herr Ortsrichtcr Hornhosi aus Brauna das Wort ergriff und sich cm rüstet über die heut vernommenen Lehren gegen Religion und Kirche aussprach. Derselbe ließ sich im Glaubenseiftr allerdings etwas zur Leidenschaftlichkeit hinreißen; der unparteiische Zeuge mußte aber das darauf folgende unparlamentarischc Benehmen des Vornsenden Hrn. Wendt sehr mißbilligen, der zwar das zweite Mal, um Herrn H. zu erwidern, den Vorsitz abtrat, später aber sich dazu nicht die Miibe nahm, Herrn H. in schonungslosester Weise angriff und sich selbst be leidigende Ausdrücke zogen ihn erlaubte. Schließlich widmete der Vor- sitzende der Sozialdemokratie eine bombastische Lobrede, sordeite zum Festhalten daran auf und brachte ihr ein Hoch aus." Das Referat erfreute sich mir Ausnahme etwa eines halben Dutzend anwesender echter Bourgeois, die gegen die Aüsfllhrungen des Referenten waren, des allgemeinsten Beifalls, den auch viele der bürger- lichen Klasse Angehörige dem Redner nicht versagen konnten. Der Berichterstalter der„Kamenzer Wochenschrift" erwähnt dieses llmstandes mit keiner Silbe und kennzeichnet hierdurch am Besten den„unpar- teiischen Zeugen", von welchem in dem obigen Bericht die Rede ist. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung-findet der„unparteiische Zeuge', daß ein Redner entrüstet über die vernommene Lehre gegen Religion und Kirche sich im Glaubenseifer allerdings etwas zur Ler denschaftlichkeit hinreißen ließ, dafür aber vom Vorsitzenden unparla- mentarisch und beleidigend behandelt wurde! Lieber„Unparteiischer" waren Sie nicht am Platz, als der glaubcnseisrige Redner in gradezn provocirender und dabei höchst unverständlicher Weise seine Meinung der Versammlung zum Besten gab? Und was that hierauf der Vor sitzende-' Er bedeutete dem Redner, daß, wenn derselbe in der ange- gebenen Art und Weise noch mehr sprechen wolle, ihm das Wort ent- zogen werden würde. Gelegentlich berief der Vorsitzende sich auf die Versammlung, da- bei bemertend, daß die geehrten Anwesenden zum bei weitem gloßten Theil intelligente Leute seien. In ganz nnparlamentarischer Art und Weise und ohne ums Wort ersucht zu haben, sagte, richtiger brüllte. der glaubenswüthige Redner„die ganze Versammlung besteht aus intelligenten Leute», die sind alle intelligent zc.:c.!"---- Waren Sie, unparteiischer Zeuge, bei dieser Scene auch anwesend? Dock, ja, Sie erinnern sich ja, daß ich den Vorsitz nicht an meinen Stellvertreter abgetreten habe, während ich dem lumulmarischen Be- guinen des Redners entgegentrat. Ich habe den Vorsitz wohl an meinen Stellvertreter abgegeben, aber ohne, wie früher, der Versammlung offiziell davon Anzeige zn erstatten,:z>as ich hätte thun können. Ich erwiderte dem Redner: Ich gebe zu, daß die Versammlung aus lauter intelligenten Leuten bestehen könne, was aber ihn, den Redner anbelange, so könne ich denselben zu den intelligenten Leuten nicht zählen! Wenn Redner übrigens Gemeindevorstand und, wie ich hörte, Kir- chenvorstand ist, so kann diese Znthat von Würden btos belastend an- sein hier berührtes Thun wüken! Mein lieber„unparteiischer Zeuge"! Können Sie jetzt begreifen, daß Ihre Auslassungen über das Thun des Vorsitzenden bei den angeregten Fällen einer Verläumdnng sehr ähnlich sieht? Was die angeblich„bombastische Lobrede auf die Sozialdemokratie" anbelangt, so können Sie dieselbe bombastisch oder sonst wie zu Ihrem Privatvergnügen nennen, das incommo dirt mich nicht. Daß das von kräftigen Männerstimmen der Soziatdemokratl« auS- gebrachte dreifache Hoch den Ohren des„unparteiischen" Herrn Bericht- erstallers nicht recht zugesagt haben mag, geben wir gern zu. Wir geben ihm aber das Versprechen, daß wir Sorge tragen werden, daß das Hoch ani die Sozialdemokratie immer kräftiger und lauter erschalle. Karl Wendt, Vorsitzender der besagten Volksversammlung. Braimschweig Maßregelnngen. Bracke sind zwei An- klagen zugegangen wegen angeblicher Verletzung der Bestimmungen über Einreichung des Pflichtexemplars. Es belrifst dies die am Mitt- woch und Donnerstag Abend ausgegebenen Nummern: 196 und 197 des„Volkssreund", von denen bekanntlich die letztere deswegen theil weise beschlagnahmt ist. Der„Volkssreund" giebl eine Zusammenstellung der jetzt gegen ihn schwebenden Prozesse und Untersuchungen, von denen die eine in- deß iym bis jetzt nur durch das„Tageblatt" bekannt geworden ist: 1) Nr. 178, Artikel wegen des Schreibens von Husaren an den Arbeiterlag, unter„Braunschweigisches". 2) Nr. IHb, Leitartikel:„Fromme Sitte im Reich". 3) Nr. 19 i,„Korrespondenzartikel aus Käthen über die Sedau- feier." 4) Nr. 192, Leitartikel:„Volköjustiz." 5) Nr. 192, Annonce:„Einladung an die Kajsern". 6) Nr. 191, Leitartikel:„Zur Sedan-Feier". 7) Nr. 195, Leilarrikel:„Herr Meyer". 8) Nr. 196, Einreichung des Pflich'.exemplars. 9) Nr. 197, Einreichung des Pflichtexemplars. 10) Nr. 193, Leitartikel:„Polizeiwirthschaft". Bezüglich der letzteren Nummer ist der Redaktion eine Benach- richtung seitens des Gerichts noch nicht zugegangen. Jndeß hat ihr die Post- direktion bereits mitgetheilt, daß das Herzogst Kreisgericht die Beschlag- nähme derselben genehmigt habe. Auch ist den Parteigenossen W. Bracke, F. 1. Luber, Aug. GefserS, G. Rübner, C. H. Müller ein- Anklage zugegangen wegen angeblicher Verletzung des Vereins- und Versamm lungsgesetzes durch die am 22. August abgehaltene Versammlung. Der Grund ist folgender: Auf Donnerstag, 22. August, Abends 8 Uhr, war nach dem Schell- bach'schen Lokale eine Versammlung zujammenzerusen, behufs Be- sprechung der zu diesem Zweck gewählten Arbeiter-Delegirten über die Sedanseier. Diejenigen, welche die Versammlung bei der Polizei an- gemeldet hatten, waren die Parteigenossen Bracke, Luber und Geffers. Theils durch die an jenem Abend erfolgte thellweije Beschlagnahme des„Volkssreund". theilü anderweitig verhindert, war es den Genainuen nicht möglich, frühzeitig in der Versammlung zu erscheine». In dieser waren die Herren Polizei- ilssesjor Otto und Polizei-Kontrolleur Evers als Abgeordnete der Polizei gegenwärtig. Bor 9 Uhr erössnete der Metalldreher Müller die Bersammlung im Namen der Einberuser und vertagte sie wieder bis. zum Eintresseii des Referenten. Darauf eni sernti sich Herr Assessor Otw. Als einige Minuten nach 9 Uhr zuerst Parteigenosse Bracke erschien, wurde ihm von Herrn Polizei-KontroUcur EverS initgelheilt: Da bis 9 Uhr keiner der Einbcruser zugegen ge- wesen sei, habe Herr Assessor Otto den Saal verlassen und lhm die Weisung gegeben, den Einberufern mitzutheilen, daß, wenn nun noch die Versammlung abgebalten würde, dieselbe als nicht angemeldet, und daher als ungesetzlich betrachtet werden würde. Parteigenosse Bracke eröffnete darauf die Versammlung auss Neue, machle dieselbe mit der Mittheilung des Herrn Polizeikontrolleurs Evers bekannt und führte aus, daß das Vereinsgesetz keine Bestimmung enthalte, wonach ver- langr werde, daß die Versammlung durch einen Einberufer eröffnet werden müsse, daß noch vor 9 Uhr und in Gegenwari des Herrn Assessor Otto Müller die Versammlung im Namen der Einberufer er- öffnet habe und, daß in Folge dessen die Ansicht des Herrn Assessor auf einem Jrrthum oder auf Unkenntniß der Gesetze beruhen müsse. Daraus wurde die Versammlung abgehalten. Rübner und Müller als Lo> fitzende gewählt und Herr Kontrolleur Evers blieb als Vertreter der Polizei bis zum Schluß der Versammlung. Aus Sonnabend Abend war abermals auf dieselbe Zeit und in dasselbe Lokal eine gleiche Versammlung ausgeschrieben und bereits nebst noch weiteren, auf Montag, Mittwoch, Freirag und Sonntag der ivlgenden Woche beabsichiigteii Versammlungen gleichzeitig mir der Donnerstags-Versammlung von den genannten Parteigenossen ange- meldet worden. Als, wiederum verhindert, eher zu erscheinen, etwa halb neun Uhr oder kurz nach halb neun noch Niemand von den Ein- berusern zugegen war, iheilte Parteigenosse Backofen dem abermals in Beglemmg des Herrn Polizeikontrolleur Evers erschr neuen Herrn Polizei-Assessor Otto mit, daß er die Versammlung im Namen der Einberufer eröffnen werde. Assessor Octo bezeichnet dies indeß wieder- holt als unzulässig. Gegen dreiviertel auf neun erschien Bracke. Als derselbe in den Saal trat, war der Herr Assessor Otco eben im Begriff, sich zu entfernen.„Die Versammlung sei um 3 Uhr angemelder und er habe keine Zeit, da so lange zu warten!'' Nunmehr eröffnete Backofen die Versammlung. Bracke erhielt das Wort und referirlc zunächst über die Resultate der Donnersstags-Ver- iammlung. Beschlosseu sei bereits die Abhaltung eines großen Ar- deiterfestes an« 1. und 2. September. Von einem öffentlichen Umzüge der Gegner verlautete noch nichts und es falle damit jeder Beweggrund iür uits, ebenfalls einen solchen zu machen oder uns um das Fest, die offizielle kirchliche Feier oder die ausgesieckten Fahnen und dergl. auch nur im Geringsten zu kümmern. Sollte aber dennoch ein Um- zug g macht werden, so sei wohl daran festzuhalten, daß aus Grund jener Versassungsbestimmung, wonach alle Staatsbürger vor den Ge- setzet! gleich sind, ebenfalls eie Genehmigung zu einem Unizuge einge- holt, und im Weigerungsfalle durch Anschließen und zweckentsprechendes Stehenbleiben oder Austreten der gegnerische Zug zu einer Demon- slration sür uns benutzt werde. Ob das Ansstecken von Trauerfahnen -mpsehlenSwerih sei oder nicht, sei noch nicht entschieden worden. Das eien die Resultate der Beralhungen der Donnerstagsversammlutig. Unser Austreten bei der Sedanfeier habe aber auch eine politische Be- deutung. Die jüngsten Ereignisse ständen hiermit wahrscheinlich in engem Zusammenhang. Doppelt nothwendig sei es darum, die Hoff- nung mancher Gegner anf t umultuarische Szenen zu Schanden zu machen. Zu besprechen sei besonders die Haltung des„Braunschweiger Tage- blatls". Dasselbe bringe in seiner neuesten Rummer einen neuen Angriff. Dieser Artikel zerfalle in zwei Theile. Im ersten werde die Donnerstagsversamnrlung als ungesetzlich denunzirt. Man sage, die Ver- sammlung sei auf 8 Uhr anberaumt gewesen, um 9 Uhr habe sich der eine Vertreter der Polizei, Herr Assessor Otw entfernt und dem zweitn Vertreter, Herrn Kontrolleur Evers..... Jetzt erhebt sich der Polizetassessor Otto:„Auf der Tagesordnung ficht die Besprechung der Sedanfeier. Die jetzige Ausjührung des Redners gehört nicht dazu. Ich bitte den Vorsitzenden, dem Redner zu sagen, daß er sich an die Tagesordnung zu halten hat." Als Bracke rrotzdem behauptet, bei der Sache zusein, wird die Versammlung aufgelöst. � 'Braunschweig. Die hiesigen Parteigenossen werden am 2. Sep- tember eine Anti-Sedangfeicr begehen. Hamburg-Altona. 21. August. Der A u sschluß und Strike der hiesigen Former ist nach 19-wöchentlicher Dauer zu Gunsten der Arbeiter beendet. Vom Rhein.(Auch ein Fortschritt.) Vielleicht erinner man sich noch, daß die Eisenbahnwagen IV. Classe schon 1840 bei uns am Rheine eingeführt waren. Indeß, in der damaligen Kinder- eu der Boiirgeoisperi.de, harte man noch nicht so enrschieden mit der Menschlichkeit brechen mögen und alsbald wieder diese Stehwagenllasse als unmenschlich eingehen lassen. Jetzt sind wir in der Jünglings- Periode der Bourgeoisherrschast und das Gewissen schlägt ruhiger bei VerÜbung von Unmenschlichkeiten. Der„Culturstaat" Preußen an der Spitze unseres„Fortschritts", hat nun seit Kurzem wieder die IV. Klasse(Srehwagen) mit dem Erwerb der Taunusbahn bei uns eingeführt. An Gründen sehlt es der gesiiinungslosen Presse nicht, gleichzeitig pur Orclr« du Muffti allerlei Wohlihaten anzuführen, die dadurch dem die IV. Klasse be- nutzende Publikum geboten würden. Und dem Kurzsichtigen, deren t« leider sehr Viele giebt, erscheinen diese angeführten Wohlihaten auch alle ganz, stichhaltig. Was muß sich aber der Menschenfreund fragen, Hai denn nun eigentlich die große Masse des Volles von all dem Nationalreichlhum und der Jndustrieblüihe, wenn sie l872 Unmensch- licher behandelt wird als 1842, und wie uns die Blätter melden, so mais iibaft, namentlich in Norddenffchland die Wagen IV. Klasse benutzt. daß man deßhalb aus Norodeutschen Bahnen an Vermehrung ver IV. Klasse-Wage» denkt? Gleichfalls einen„Fortschritt" muß man es nennen, daß der geiunu- tt„Culturstaat" Preußen, seitdem er die Taunusbahn aquirirl hat, das bei' uns landlänsizste Geld, die badiichen, wurremberger und bayerischen Papieraulden-Scheine an seinen Eisenbahnkassen nicht mehr honorirl, trotz seiner bundes-staatlichen„Deutschen Einheit", die die gesinnungslose Presse so verherrlicht. Ist er nicht des Besingens werrh, dieser deulsch-einhertliche„Fortschritt"? Brrlt», 23. August. Bereits in voriger Nummer ist des Strikes der ÜOK.» Aibciter der Pslug'schen Eisenbahnwagenbauan- stall Erwähnung geschehen. Am Dienstag vor 8 Tagen h'TIten die Arbeiter besagter Fabrik eine Versammlung ab, in der ein Schreiben des Direktors(Abgeordneter) v. Unruh zur Vorlesung kam, welches mit- Werlte, daß«ine Versammlung der Maschinensadrikanten beschlossen habe, unter Zuziehung von drei Arbeiter- Deputirten durch eine Koinmis- sion untersuchen zu lassen, ob der Strite ein gerechtjertigterjei oder nicht. Die Versaminlung beschloß hierauf, das ständige Comitee(St e»ige, Schmidt undWinkler) mit dieser Angelegenheit zu betrarien. Ferner würbe bekannt gegeben, daß den, Komitee anonym mitgetheilt worden sri, daß am Montag Abend im Börsi g'schen Saale eine Versamm- lung der hiesigen Besitzer und Direktoren der Fabriken tagte, welche beschloß, sich durch Einsicht in die Geschäftsbücher der Pflugs che n Fabrik zu überzeugkn, ob die Angaben des Direktors v. Uiiruh auf Wahrheit beruhen. Bekanntlich batte Herr von Unruh die von den Arbeiicrn geforderte Ausbesseiung der Löhne unter dem Vorgeben abgelehnt, daß dadurch nach ausgestellter Berechnung die Dividende ge- schmälert werde. Stach ihm betrug im Jahre 1871 die Dividende nebst Reslbepand 157,329 Thlr., die 20°/„ Lohnerhöhung würde aber die Summe von circa 165,0 X> Thaler ergeben, bei Veriollligung der Lohnforderung müsse das Geschäft daher mit Verlust arbeiten. Ja der Thal vergißt aber Herr v. Unruh in seinem Geschäftsbericht zu dem R-iiigcwinn zuzurechnen: eine 5",/, Tantieme des Verwaltungs- ratls— 8291 Thlr., den Beamtenunrerstützungssond— 2000 Thlr. und, was die Hauptsache ist, den Ueberschuß des Wetthes ver unvoll- endeten Arbeiten, welche von 1871 auf Rechnung des Zahrrs 1872 gesetzt wurden über z.ne, welche von 1870 ins Jahr 1871 übernommen wurden im Betrage von 69,032 Thlrn. Mai sieht, Herr v. Unruh! nimmt es mit den Zahlen nicht so genau. Aber was gehen auch den Direktor einer Aktienfabrik die Arbeiter an? Dividende! Dividende! das ist die Hauptsache. Zliin lieber, luß sollen die Herren Besitzer und Direktoren der Fabriken j tejchtossen haben, sür den Fall, daß die Angaben deÄ Herrn v. Unruh auf Wahrveil beruhen ioUlen. ihre Arbeiter durch Ramensunterschrift zu ver-! pflichten die strikenden Arbeiter der Pslugschen Fabrik nicht zu unter- stützen bei Androhung der sosortige» Entlassung und Nichlbeschäftigung. innerhalb drs nächsten Jahres. Spandau, 23. August, lieber die hiesige, von der„Demokrali-: en Zeltuiig" schon behandelte Ässaire mit dem Festungskomma»- danten habe ich noch Folgendes nachzutragen: Nachdem die Partei am hiesigen Orte wenn auch langsam, aber doch im fielen Wachsen begriffen war, wurde uns auf einmal vom Restauratcur Schulz an- gekündigt, wir könnten bei ihm nicht mehr tagen, indem sonst kein Militär bei ihm verkehren dürfe. Wir gingen dann zu Klukow, bei dem wir früher meist tagten, und von dem wir nur deshalb sortge- zogen waren, weil sein Lokal, obgleich das beste und geräumigste, clwas zu eiitserni liegt. Herr Klukow eröffnete uns aber ebenfalls, daß er iiiis seinen Saal nicht mehr geben lönne, da sonst dem Militär der Besuch seines Lokales durch den Kommandanken verboten werden würde, und war auch bereits schon beim Appell Befehl erthcill, dieses Lokal zu meiden. Schulze sowohl als Klukow waren persönlich beim Kommandanten vorstellig geworden, doch half aber Alles nichts. Dem Letzteren sagte der Kommandant wörtlich:„Wen» Sie von Sozial- Demokraten Geld nehme», können Sie kein Geld von Soldalen nehmen!" Auf die Erwiderung, daß er doch die schwe- ren Steuern bezahlen müsse, herrschte ihn der Herr Kommandant von Spandau an: DaS geht mich nichts an. Nun berichtete ich zu- nächst an Kayser nach Berlin, und die„Demolratischc Zeitung" besprach denil auch bald darauf die Sache. Meinem Prinzipal übergab ich ein Exemplar obiger Zeiruug und schrieb dieser nunmehr an den Kommandanten, uni von dem die Wahrheit zu ersahren. Der Kom- Mandant anfivortele, daß dem Militär nur das Klukow'sche Lokal ver- boten sei, und zwar weil daselbst zu wiederHollen Malen Schlägerei staitgefunde»,„im Uebrigcn kümmere er sijch um Andrer Sachen nicht." Da ich nun wußte, wie die Sachen liegen, erging von mir eine Erklärung im Namen meiner Partetgenossen, worauf auch bis jetzt nichts werter erfolgt ist. Nächsten Montag versammeln wir uns wieder bei Klukow, und zwar als eine„Allgemeine Arbeiter- sammlung." Wir werden Alle auf dem Play sein und sehen, wie die Sache verlaufen wird. W. K. Tanzig, 25. August. Die in No. 68 des„Volksstaat" enthal- tene Angabe, daß die Schiffswerftarbeiter beschlossen hätten, sür jede weitere Slrikewoche die tägliche Lohnforderung um 1 Sgr. zu erhöhen, ist ungenau. Es ist kein diesbezüglicher Beschluß gefaßt, es äußerte sich nur ein Redner in diesem Sinne. Im Lause dieser Woche wurde das Gerücht verbreitet, die Werft- arbeiler hätten den nach der Hauplsemrwache führenden Telegraph zerstört und die Absicht gehegt, die Staatswerft in Brand zu stecken. Später stellte es sich aber heians, daß Leute, die mir Pserven beim Herausziehen von Bauhölzern beschäftigt waren, der Teiegraphenlci- tung zu nahe gekommen waren und diese umgerissen hatten. Trotzdem wurde die doriige Wache verdoppelt und mit scharfen Patronen versehen. In einer Anwandlung von Ehrgefühl, zumeist aber wohl, um etwaigen Thällichkcileu auszuweichen, haben die Unterwerksührer der SiaatSwerst auf Beurlaubung angetragen. An eine baldige Beendigung des Strikes ist noch nicht zu denken. Wenn die Staatswerft auch die Forderungen bewilligen wollte, so hindern sie doch daran die Privalmeifter, welche zu viel Einst uß bei der Regierung haben. Einer der Herren soll geäußert haben, er werde nicht eher arbeiten lassen, bis du Arbeiter von den Fingern das Fleisch genagt hätten. Der Herr Staalsanwalt har in voriger Woche bei drei Comittee- Mitgliedern haussuchcn lassen, und eines derselben drei Stunden lang unter Wache gestellt. Diese Maßnahmen lassen daraus schließen, daß man die Strikenden zu tiner Demonstralion verleiten möchte, um dann„staatSretterisch" einschreiten zu rönnen. Wie es heißt, wird da» Militair nicht zum Manöver ausrücken. Die Zahl der Srriken- den beträgt angeblich an die 6000. Trotzdem die Arbeiter jetzt in der Bewegung sind, hält es doch schwer, sie sür die Sozraloewokralic zu gewinnen. Die Gewerkvereine haben zu festen Boden gefaßt, und darf in denselben über Politik und über die eigentliche Lage der Arbeiter wenig gesprochen werden. Mit Gruß P. Marti e nss en. Abrechnung vom Altonaer Tischler-Strike. Einnahme. Bon Auswärts eingegangene Gelder. Tondern durch Bcseler 2 Thlr. 14 Szr. 6 Ps. Rostock durch Wiener 2 Thlr. N-u- Isenburg durch Kunzelmann 2 Thlr. 17 Sgr. 1 Pf. Heide durch Lorenz 4 Thlr. Rendsburg durch Walter 6 Thlr. 18 Sgr. Kiel durch Elling 10 Thlr. Fncduchsiadt 1 Thlr. 15 Sgr. Wandsbeck 8 Thlr. 15 Sgr.») Bromberg durch Gronau 4 Thlr. Magdeburg durch Siems 11 Tylr.') München durch Götz 3 Thlr. 12 Sgr. 10 Ps. Osna- brück durch Ortwein 9 Thlr. 15 Sgr. Dessau durch Heinson 5 Thlr. 10 Sgr. Heidelberg durch Daub 7 Thlr. 5 Sgr. Karlsruhe durch Fleischmann 17 Thlr. 4 Sgr. 3 Ps. Hannover durch Fundstcin 8 Thli. 12 Sgr. 6 Ps. Leipzig durch Wmter 10 Thlr., Sccl. der Böttcher 3 Thlr., durch Hadlich 1 Thlr. 7 Ngr., durch Schräder 22 Sgr. 1 Pf. Bayreuth 17 Thlr. 12 Sgr. Cöln durch Krüll 7 Thlr. 16 Sgr. Stade durch Wildslacke 4 Thlr. Fllnsterwalde Borst, d. selbst Ortsv. 5 Thlr. Berlni durch Muschan 50 Thlr. Rostock durch Michels 4 Thlr. 4 Sgr. 6 Pf. Braunschweig durch Dietrichs 5 Thlr. 10 Sgr. Deutz durch dar mann 6 Thlr. 20 Sgr. Wiesbaden durch Stück 5 Thlr. Spandau durch Münchau 5 Thlr. 27 Sgr. Karlsruhe durch Fltischmann 2 Thlr. 2b Sgr. 8 Ps. Verden durch Boß 6 Thlr. 10 Sgr. Bockenheim durch Müller 22 Sgr. Osterholz durch Funke 1 Thlr. 3 Sgr. Chemnitz 1 Thlr. 12 Sgr. Kiel durch Schulz 7 Thlr. 15 Sgr. Summa 249 Thlr. 15 Sgr. 6 Pf. In Altona selvst ausgebracht: Bereits vorhandener Fond zur Durchsührung der 10 stündigen Arbeitszeit 22 Thlr. 18 Sgr. Auf Listen ge,ammelt 43 Thlr. 9 Sgr. 9 Pf. In Versammlungen eilige- kommen 16 Thlr. 9 Sgr. Durch Sleuern�der wieder in Arbeit ge- lretenen Gesellen ausgebracht 230 Thlr. 13 Sgr. Summa 312 Thlr. 19 Sgr. 9 Ps. Jnsgesamml Einnahme 562 Tylr. 5 Sgr. 3 Pf. JnSgesammr AuSgade 607 Thlr. 27 Sgr. 5 Pf. Blieb Bestand 54 Thlr. 7 Sgr. 10 Ps. Ausgabe. Für Annoncen 16 Thlr. 12 Sgr. 4 Ps. Druck von Plakaten und Anschlagen derselben 3 Thlr. 9 Sgr. Desgleichen Ausbringen von Versammlungs-Anzeigen 1 Thlr. 3 Sgr. Porko-AuSlazen für Briefe und Streifbänder 8 Tylr. 23 Sgr. 10 Ps. Desgleichen sür Plakate 2 Thlr. 3 Pf. Telegramm 10 Sgr. Schreibmaterialien, Couverrs ic. 3 Thlr 1 Sgr. 6 Ps. Verschiedene kleine Auslagen 28 Sgr. 6 Ps. Zehrgeld an durchreisende Gesellen 2 Thlr. 1 Sgr. 6 Ps. Für 3 Jnhaiiirle Unterstützung und Gerichisrosleu 32 Thlr. 5 Sgr. 9 Pf. Für Drucksachen 24 Thlr. 3 Sgr. Durch Jork verwandt 10 Thlr. Buchbinderarbeil 2 Thlr. 9 Sgr. 9 Ps. Das von Wandsbcck und Magdeburg eingesandte Geld an Hamburg abgeliefert im Betrage von 10 Thtr. 10 Sgr. 6 Ps. Locaie Ausgaben in Summa 116 Thlr. 28 Sgr. 11 Pf. An Slrike-Unterstützungen 390 Thlr. 28 Sgr. 6 Pf. Geiammtausgabe 597 Thlr. 27 Szr. 5 Pf._ Kaisen- bestand 54 Thlr. 7 Sgr. 10 Ps. Davon bestimmt zür die Strikenden in Breslau 10 Thlr. Desgleichen sür die Strikenden in Zwickau 10 Thlr. Für einen während des Sui'es Verunglückten lu Thlr. Summa 30 Tylr. Bleibt Bestand 24 Thlr. 7 Sgr. 10 Pf., wovon noch zu decken Druck und Porto für zu verfenoende Abrechnung, so daß ungefähr der bei Beginn deö Strikes vorhanden- Fono zu weilerer Disposiüon verbleibt. Allen Freunden und Gewertsgenossen für sreundl iche Unterstützung unser» besten Dank. •) i Thlr. 25 Gr. 6 Pf. für Hamburg bestimmt. »») 5 Thlr. 15 Gr. für Hamburg bestimmt. H. Eden und H. So mann, Eas sirer. Die Richtigkeit obiger Abrechnung bescheinigen: W. Köhler, C. Geht«, M. Hudert, F. Ketelsen, H. Rinke, C. Hellmund, Revrsoren. Aus zum Maiuzer Eougrejz: Am 7., 8. und 9. September fiaoer der dresKyrige Parteicongreß in unser. r Mauern— iit dem Lokale des„Heitigen Geist" — statt. � Parteigenossen aller Orte, wir crwarlen, daß eure Deleg-rten recht zahlreich er,chemen werden. � Gemäß der altdekannien Gasts.re.mdschair der hlesrgcn Bevdlkernng wollen auch wir, das Proletariat des goidnen Mainz, Euch, den Ber- trerern des Proletariats, bieten, was in unjern Kräften steht. Wir bitten deshalb, daß dre Delegicten Morr»ah ersorgter Wayl sich bei unserm Lotattomitee anmelden, ooer mindestens im„Volks- staat" Noliz davon geben, damit wir für eine genügende Anzahl Frei- Quartier« sorgen können. Alle den Congreß betreffenden Anmeldungen, und Anfragen sind an Unterzeichneten zu richten. Mainz. Das Lokal-Komitee. _ I. A: I. Leyendecker, Scharenstr. 15. �um Congrcg. Das Empsangslokal sür die Delegirten und den Eongreß be- suchende auswärtige Parteigenossen ist im Gasthaus zur„Alten Krone am„Brandt", und werden die Delegirten ersucht, sofort nach Ihrem Eintreffen sich dahin zu begeben. Außerdem werden an roihen Schleifen kenntliche Komiteemitglieder die Delegirten an den Bahnhöfen erwarten. Das Lokal-Komitee (3> 2 Mainz._ I. Leyendecker. V»uv Die Adresse des Parteikassirers Ben» ecke, an den allein die Geld- sendungen zu richten sind, ist: Kleiner Schäferkamp 34._ Briefkasten der Erpedition: Walz in Cassel: Dcmokr. Wochenblatt nicht mehr zu haben. Beckert in Stollberg f. Schrft. 2 Thlr.: Müller in Reichen- dach i/V. habe den Thaler f. Schriit. erhalten; Röder in Neunders f. Schrift. 3 Thlr. 25'/i Gr.; Arb.-Ver. Altona f. Annonce 19 Gr.; Arb.-Partei Bremen f. Annoncen 12 Gr.; Zoch in Hannover f. Schrift. 11 Thlr.; Schubert in Kirchbach: der Betrag von 1 Thkr. für gesandte Lolksstaate wurde an den Parleikassirer nach Hamburg abgelieserr. Sorge Hoboken: Unterm 8. Juni 100 Thlr. richtig erhalten, Adresse im Brief vom vorigen Monat A. B. v. Knittelfcld 17 Gr. erh. Brau in Schwöb. Ginünd s. Abonn. 3. Qu. 6 Thlr. Lohr in Waldenburg f. Schriften 3 Gr. Dr. Roscher in Zittau f. Schriften 3 Gr. Akt- nioss in München f. Schriften 27'/, Gr. Henke in Wien 1 Thlr. Nitsch in Mähr. Schönberg f. Abonn. 17 Gr. der Redaktion: G. Kalbreier in Kassel: dem Ausschuß übersandr. — M. in Mannheim: wir bitten um ihren Namen: anonyme Zu- sendungen können nickt berücksichtigt werden.— Penig: der Antrag zu vor dem Ausschuß übersandr. M. in Leisnig: Wird verwende:. Dresden, München: i» nächster Nummer. Bl. in Br.: Wenn Sie es verantworten können, ja._ Kür politisch Gcmaszregeltc. Von Röder ni Neunbort 10 Gr._ Für Leipzig. Zur Feier des guten Montags des Luchbindervereins, im Apollosaal, den 3. September, ladet alle Kollegen und Freunde freund- lichst ein______ der Buchbinververein. Für Leipzig. jUlKemduer deutscher Sehneiderrereln. Jeden Dienstag, Abends 8 Uhr Versammlung im Lokale des Ar- bester bildungsvereins. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Bevollmächtrgte. Internationale M etal l arbeitergr lverkschaft für Leipzig und Umgegend. Momag, Abends 8 Uhr Versammlung in der Restauration von G. Arnold, Rendnitzerstr. 10. Tagesordnung: Fabrik-Ordnnng._ Leipzig. Der Fremden-Verkehr der ZtcUmachcr befindet sich von heute an in der Restauration von Pandgraf, Windmühlenstraße Nr. 1. Einladung zum Stiftungsfest des Volkisvemii zu Meenine. Sonntag, den 1. Sept., Nachmittag 4 Uhr in den Räumlichkeiten des Vairischeit HofeS. Die Festrede gehalten v«n einem der tüchtigsten Parteigenossen. Alle Freunde und Gesinnungsgenossen, welche den Zweck dieses Festes kennen, laden wir hierdurch zur Theilnahme freundlichst ein. Entree 1 Ngr. Gößere Corporaiionen mögen der Ordnung halber ihre Festzeichen zur geeigneten Zeit von hier beziehen. Meerane, den 14 August.(4) 4 Der Vorstand. Für Eisenach. Sonnabend, den 7. Seplearber wird das« tt rtnnxsr«!, t des Volksvereins im Lokal der goldiicn Sonne gefeiert. Programm: Festrede, Ball, Ansang Abends acht Uhr. Sonntag Ausflug nach der Wartburg und Umgebung. Parteigenossen von Nah und Fern sind freundlichst eingeladen. Der Unlerzeichnete nimmt Anmeldungen entgegen. __ I. A.: Richard Barowsko nterstr. 93. Für Breslau. Sozial demokratische Aröeiterpartei. Montag, den 2. September, Abends 8 Uhr geschlossene Mitgliederversammlung im hintern Lokale de«„weißen Engel", Kupferschmiedestr. ll. Bei der Wichtigkeit der auf der Tagesordnung siedenden Gegen- stände ist es Pflicht jedes �Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen� Die Karten sind vorzuzeigen._ H. Oe hme. Für Tchwäb. Gmünd. ES wird hiermit nochmals rn Erinnerung gebracht: Alle im„Bolls- staat" empfohtenen Schriften und Photographien sind bei der Filial- erpedition Gmünd zu haben; ebenso werden MoitatsabonnementS an- genommen. Der Kassirer Friedrich Braun wohnt Spitalgasse Nr. 17. Die Filialerpedition ist bei Franz W ilhel my.____ Für Hamburg. Schial-demokratischer Irbritrr-Verein- Versammlung, am Montag, d. 2. Seplemder, Abends 9 Uhr, in Ederbahn's Cludlokal, Zeughausmarkt 31. Tagesordnung: 1. Soziat-poliiijcher Wochenbericht. Ref.: WaX 2. Das Programm der sozial-demokrat. Arbeiterpartei. Ref.: Geib. Gäste haben Zutrilll___ Soeben erschien in II. Auflage uüd ist durch die Erpeditton des„Bolksstaat" zu beziehen: Marr„Kapital,, zweite Lieferung. Preis per Lieferung 10 Ngr. Vollständig in 9 Lieseruugen. Wiederverkäuser erhallen Rabatt/ Ebenso kann bezogen werden: die drite Lieferung Am Webstuhl der Zeit Soz. Roman von Dr. Otto Wal st er, jede Liejerung 2 Ngr. Die txrpcdition des„Bolksstaat'. Im Selbstverläg�des Ver, asserS ist soeben erschienen: Sozial-Scmokratlsche Abhandlungen. Von M. Rittinghausen. Fünftes Heft. Widerlegung der gegen die direkte Gesetz- gebung durch das Volt gerichtete» iSinwürse. Gegen porrosrele Einsendung von 6 Sgr. 8 Ps.(in Briefmarken) erhält man das Heft franko unter Kreuzband. Adr. Rittingdausen in Köln, Gerconstraße 36.(4) 3» Die Alialerpeditionen, welche mit Abo»ucmctttgelg ür ll. Quartal ganz oder theilweise»och im stilickstaudc sind, werden auf- gefordert, bis 4. September diese Beträge cinzusen- den, ebenso anch den Betrag für bis 1 August bezogene Schriften. Die Expeditivu des„Bolksstaat." Leipzig: Veranrw. Redakrenr u. Jtntch; Redanion u. Erpedition Hvhestr. 4; Druck u. Verlag o. F. Thiele.