No. 72. Sonnabend, � September. 1872 Erscheint wichenilich 2 mal in Letpjtg. «stellungen ucDinen«Xc P»stanstaltin und Buchhond- kmgen de« In- und Au»« laude««e. Für Leipzig«ehuren Bestellungen an: die Erpedilion, Hohe Str. 4. «. Bebel, Peter�str. 18, F. l hiele, SmUienstr. st. Nftotiwntntejitri«: Für Preuße» incL Stempelsteuer 17 Sgr., für die übrigen dtmschen Staaten IL'/, Rgr per Quartal, per Monat 4'/, Ngr, für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13Ngr. Filialerpeditien für die B.-r- ewigten Staaten: ?. A. Sorge, Bo* 101 Boboken N.J. vi» Newyork Organ der soMl-demokratlschen Arbeiterpartei und der internationalen Gewerksgenossenschasten. Das Marx. Werl von Karl II. Der erste Abschnitt des Werkes, betitelt Waare und Geld, beweist schon, daß Marx sich nicht aus eine„Kritik der politischen Oekonomie", wie dies der Titel des Werkes besagt, beschränkte, vielmehr selbstständig die Theorie weiter entwickelte und in Bezug aus Waare und Geld nebst den daraus entsprin- genden Folgerungen geradezu zur wisicnschasilichen Höhe hinan- führte. Zwar ist die Ergründung der Werthsubstanz(Be- standth.ile des Werthes) und der Werth große keineswegs neuesten Datums; ältere Wissenschaftler, besonders Engländer, wie Smith und Ricardo, haben hierbei das Meiste gethan. Man: baute auf ihnen weiter und hat da, wo man bisher im Dunkeln irrte, Licht verbreitet. Vorzüglich geschah dies durch die von ihm vollendete Zergliederung, um nicht zu sagen: Enl- hüllung der Werthsorm. Indem Marx die zwei Faktoren der Waare: Gebrauchs- werth und Werth klarstellt, bemerkt er: die Nützlichkeit eines Dings macht es zum Gebrauchswerth. Die Nützlichkeit selbst wird durch die Eigenschaften des Waarenkörpers bedingt, so die des Weizens durch seinen Nährstoff. Der Gebrauchswerth ver- wirklickt sich nur im Gebrauch oder Verbrauch. Er bildet den stofflichen Inhalt des Reichthums, welches immer des letz- teren gesellschaftliche Form sein möge. In der heutigen Ge- sellschast bildet er zugleich den stofflichen Träger des Tausch- werlhes. Der Tauschwerth erscheint zunächst als Verhältnißzleichheit, worin sich Gebrauckiswerthe einer Art gegen Gebrauchswerlhe anderer Art austauschen. Also in Kürze ausgedrückt: ohne Ge- brauchswerth kein Tauschwerth, mit welchem vereint ein Ding erst den Charakter der Waare annimmt. Sieht man jedoch vom Gebrauchswerth der Waarenkörper ab, so bleibt ihnen nur noch eine Eigenschaft, die�von Arbeits- Produkten. Die in sie bei ihrer Produktion(Erzeugung, Her- stellung) hineingesteckte Arbeit verle ht ihnen erst Werth. Hier- bei ftl demnach zu beachten, daß„ein Ding Gebrauchswerth sein kann, ohne Werth zu sein. Es ist dies der Fall, wenn fein Nutzen für den Menschen nicht durch Arbeit vermittelt ist. So Luft, jungfräulicher Boden, natürliche Wiesen, wild- wachsendes Holz u. s. w." Ucbrigens kann„ein Ding nütz- lich und Produkt menschlicher Arbeit sein, ohne Waare zu sein." Wer nämlich durch feine Produktion eigenes Bedürfniß befriedig schafft zwar Gebrauchswerth, aber nicht Waare.„Um WaareM produciren, muß er nicht nur Gebrauchswerth pro- duciren, sondern Gebrauchswerth für andre, g esell s cha f tli- chen Gebrauchswerth." Endlich kann kein Ding Werth fein, ohne Gebrauchsgegenstand zu sein.„Ist es nutzlos, so ist auch die in ihm enthaltene Arbeit nutzlos, zählt nicht als Arbeit und bildet daher keinen Werth." Um die Größe des Werthes einer Waare zu messen, muß man das Quantum sdie Größe oder Menge) der im Gut ent- haltenen„werthdildenden Substanz", d. h. der Arbeit, ermit- teln. Hierbei ergiebt sich, daß die zur Herstellung eines Ge- brauchswerths oder GutS gesellschaftlich nothwendige Arbeitszeit es ist, welche die Werthgröße bestimmt. Folglich haben Waa- ren, woraus gleich viel nützliche Arbeit verwandt worden ist, oder die in derselben gesellschaftlichen DurchschnittSarbeitszeit verfertigt sind, gleiche Werthgröße oder gleichen Tauschwerth. Während die Waare also Gebrauchswerth von Natur hat, indem sie durch menschliche nützliche Arbeit und unter Milwir- tung von Nalurkräften aus Naturstoffen erzeugt ward, wird ihr gesellschaftlicher Werth(Tauschwerth) erst sichtbar durch ihre Beziehung auf andere Waaren, kurzum im Austausch mit den- selben. Die Werthsorm, d. h. diejenige Form, in welcher der Werth eines Gebrauchsgegenstands zur Erscheinung kommt, muß greifbar sein. Nicht an sich selbst kann man seine Größe messen, fondern nur an einem andern(zweiten) Gegenstand. So geht eS auch der Waare.„Indem," sagt Marx,„z. B. der Rock als Werlhding der Leinwand gleichgesetzt wird, wird die in ihm steckende Arbeit der in ihr steckenden Arbeit gleichgesetzt." Ferner:„Zin Werthverhältniß, worin der Rock das Aequiva- lenk(gleichwcrthig Ding/ der Leinwand bildet, gilt alfo die Rockform als Werthform. Der Werth der Waare Leinwand wird daher ausgedrückt im Körper der Waare Rock, der Werth elner Waare im Gebrauchswerth der andern." „Der in der Waare eingehüllte innere Gegensatz von Ge- brauchswerth und Werth wird also dargestellt durch einen äußern Gegensatz, d. h. durch das Verhällniß zweier Waaren, worin die eine Waare, deren Werth ausgedrückt werden soll, unmittel- dar nur als Gebrauchswerth, die andere Waare hingegen, worin Werth ausgedrückt wird, unmittelbar nur als Tauschwerlh gilt."— Nunmehr mit der Darlegung der totalen(völligen) und entfalteten Werthform, sowie der allgemeinen Werthsorm, wei- lergehend, sagt Marr mit Bezug auf das Entwickelungsverhält- niß von relativer(im Verhällniß zu einer andern Form ste» stenden) Werthsorm und Aequivalentsorm:„Die einfache oder vereinzelte relative Werthform einer Waare macht eine andere Waare zum einzelnen Aequivalent. Die entfaltete Form deS relativen Werthes, dieser Ausdruck des Werthes einer Waare in allen andern Waaren, prägt ihnen die Form verschiedenartiger besonderer Acquivalente auf. Endlich er- hält eine besondere Waarenart die allgemeine Ae- quivalentform, weil alle andern Waaren sie zum Material ihrer einheitlichen, allgemeinen Werth- form machen." Erst von dem Zeitpunkte an, wo die einheitliche Werth- form der Waarenwclt, indem eine bestimmte Waarenart �_ als allgemeines Aequivalent dient, Festigkeit und allgemein ge- j rität, ausgeübt wird, etwas wissen will? scllschastliche Gültigkeit gewonnen Hot, tritt das Geld— die| Während Herr Bakunin in seiner literarischen Thätig- internationalen Grundsätze vcrläugnct, überspannt er, organisirtc Cooperation des revolutionären Bcstandtheils, nämlich des Proletariats aller Nationen. Was hat sie Anzie- hendes für Herrn Bakunin, der nur revolutionäre und reaktiv- näre„Instinkte" der Völker und der Parteien kennt und von keiner Organisation, in der ein Zwang, selbst aus eineMino- Geldform— auf. Die Geldform, worin sich von gesellschafls- wegen alle Werthe messen, ist gegründet auf die einfache Waaren- form, Gold und Silber bilden ihren stofflichen Träger. Wie jeoe andere Waare kann das Gold oder Silber seine eigene Werthgröße nur mit Beziehung auf andere Waaren ermitteln. Sein eigener Werth ist bestimmt, durch die zu seiner Gewinnung nölhige Arbeitszeit und drückt sich in dem Werth jeder andern Waare aus,„worin gleichviel Arbeitszeit geronnen ist.":. Die Waaren werden folglich nicht durch das G«ld nach einerlei Maaß meßbar, sondern umgekehrt. Weil alle Waaren als Werthe vergegenständlichte mensch- liche Arbeit, daher an und für sich nach einerlei Maaß meßbar sind,„können sie ihre Werthe gemeinschaftlich in der- selben besonderen Waare messen und diese dadurch in ihr ge- meinsckiastliches Wer.hmaaß oder Geld verwandeln." Es würde zu weit führen, alle Erörterungen zu verfolgen, welche Marx zur Begründung und Klarstellung des Charakters und der Funktionen des Geldes auf mehr denn fünfzig Seiten seines Buches vornimmt. Gold und Silber, welche als Geld sunktioniren, mußten in beliebige Theile zerlegt werden können, ohne ihren Gebrauchswerth für die einzelnen Stücke zu be- einträchtigen, um als Geld auftreten zu können. Und wir erkennen diese ihr« Fähigkeit vom Barren bis herab zur kleinsten Münze. Diese Fähigkeit zur Z rlegung in fortschreitend gleiche Theile muß bei beiden Hauptsunkiionen des Geldes, als Maaß der Werthe und als Maaßstab der Preise zu dienen, voraus- gesetzt werden. Als Wcrthmaaß dient das Geld dazu, die Werthe der verschiedensten Waaren in Preise zu verwandeln, z. B. 1 Stück Tuch ist gleich 30 Thlr. Als Maaßstab der Preise und zwar ats rin festgesetztes Metallgewicht, mißt es diese Geldtheile, z. B. 30 Thlr. sind gleich ein Pfund- Silber. Wie also ein bestimmtes Gold- oder Silbergewicht als Maaß- stab des Preises dient, weil es unabänderlich für eine und die- selbe Gold- resp. Silbermasse, sie sei zerstückt oder ein Ganzes, Maaßeinhnt ist, so kann Gold selbst nur als Maaß der Werthe (der Waaren) dienen, weil es selbst Arbeitsprodutt und somit je nach der in ihm enlhattenen gesellschaftlich nothwendigcn Durchschnittsarbeit veränderlichen Werthes ist. Die Umwandlung der Waare in Geld oder der Verkauf derselben erfolgt seitens des Waarenbesitzers, um dadarch in den Stand gesetzt zu werden, selbst als Käufer auftreten und somit seine Bedürfnisse befriedigen zu können. Das Geld be- zieht sich also wieder auf eine andere oder auf mehrere andere Waaren; die erste Waare wurde verkaufte, weil sie für ihren Produccnlen oder Besitzer keinen Gebrauchswerth enthielt. Der Werthkörper, in den sie sich sür ihn verwandelte, das Geld, diente nun zum Ankauf von Gebrauchswerthcn, gab dem- nach nur die Form, m welcher die Waaren ihren Werth gegen- seitig ausdrückten. Und so geht es beständig weiter; jeder neue Verkauf fängt da an, wo der letzte Kauf geschlossen. Der Kreislauf, welchen die eine Waare in ihrem Umwandlungs- prozeß beschreibt,„verschlingt sich unentwirrbar mit den Kreis- läusen andrer Waaren." Das Ganze dieses Vorgangs stellt sich dar als Waarencirkulation, wobei das Geld die Funktion des Circulations-(Umlaufs-) Mittels verrichtet. Daß das Gelo nicht bloßes Werlhzeichen ist, ihm aber auch durch seine bevorzugte Stellung in der Waarenwelt und Waarencirculation mehr als ein gewöhnlicher Waarengeist innewohnt, wird nun Niemand mehr bezweifeln können. Mag die Waare Geld leiblich(Gold, Silber) oder durch ihren Stell- Vertreter(Papierzeichen ic.) vor uns hinlrcten, immer wird sie in ihren verschiedenen Funktionen die ihr von gesellschaftswegen aufgedrückte Auszeichnung belhätigen, gleichviel ob sie als Mittel der Schatzbildung, als Zahlungsmittel oder als Welt- geld ihren Lauf erfüllt. Diese Auszeichnung liegt darin, daß das Geld als alleinige Werthgestalt des Tauschwerths allen anderen Waaren als bloßen Gebrauchswerihen gegenüber be- stimmt und demgemäß, wie sich— höchst beachtenswerth— im Versolg ergicbt, in der industriellen Gesellschaft zugleich Aus- gangspunkt das Kapitals ist. Z>ie angeblichen sozialen Theorien und die wirklichen politischen Aestrevnngen des Kerrn Aakunin. Y. Schluszfolgernngen. Im vorigen Artikel ist gezeigt worden, daß Herr Baku- nin die deutschen Arbeiter und Sozialisten den Franzoseu denun- zirt und verleumdet, den Nationalirätenhaß anstachelt und gleich- zeitig die Czaren herausstreicht, ja Rußland gegen die deutscher- seits erhobene Anklage, es sei der Hort der Reaktion, in Schutz nimmt und die Anklage— als ob sie gegen ihn gerichtet wäre — Deutschland zurückgiebt, Alles in schrofffiem Widerspruch mit den Thatsachen und mit seinen eigenen früher geäußerten Ansichten, alfo wider besseres Wissen. Was kann ein solcher Mann in der Internationalen Arbeiterassoziation wollen? Die Internationale ist und soll sein die bewußte und keit alle eingetreten in die Internationale, die Jnternaticnalität so weit, daß er die Franzosen und die Deutschen schulmeistert und den ganzen jahrhundertelangen Gang ihrer geschichtlichen Entwick- lung für einen Holzweg erklärt, der nicht zum Ziele führt! Zum Ziele führt allein die„negative Macht," d. h. die Ohnmacht. Dies gilt aber nur für die„westliche Civilisa- tion", nicht für Rußland. Es ist vielmehr, nach Herrn Bakunin, das größte Glück für Europa, seine einzige Rettung, gegen das übervölkerte und gegen Europa heranrückende Asien daß Rußlands stramme militärische, zentralisirte„positive Macht" die asiatische Fluth eindämmt. Die„positive Macht" Rußlands, für welches Herr Bakunin abwechselnd„le nroruie slave"„die slavi sche Welt" setzt, muß also, zum H.ile Europas, erhalten, unter Umständen vergrößert werden! DaL ist des Pudels Kern. Und damit enthüllt sich uns denn glücklich Herr Bakunin als noch genau Derselbe, der schon 1848 als„russischer Pa- triot" im Namen des Prager SlavenkongresseS ein pansiavi- stisches Manifest herausgab, in welchem er die Deutschen und Ungarn, nicht etwa Einzelne derselben, sondern Alle, als die Unterdrücker der Slaven hinstellte. Damit ist aber auch die ganze Taktik erklärt, die Herrn Bakunin zu dem häufigen, in den früheren Artikeln nachge- wiesenen, chamäl eonartigen Wechsel seines theoretischen Kostüms nöthigt. Herr Bakunin handelt als nationaler Russe und nur als solcher. Er hat kein Verständniß für die„westliche)ivi- lisation." Für ihn ist ste in der That werthlos. War: er international, so würde er, wie es die verschied, nen Sprachgrup- pen der Internationalen thun, seine Thätigkeit gegen die Zu- stände seines eigeuen Landes wenden, dort, wo er die Verhältnisse kennt, die internationalen Prinzipien verbreiten. Aber nein! In Rußland ist bereits Alles in Ordnung, die Russen, selbst die Popen und Knase, sind bereits Kinder der „neuen Welt." Herr Bakunin hat Besseres zu thun: er muß das westliche Europa nach dem russischen Muster revolu- tioniren. Wie?— das hat er ja(siehe unseren dritten Artikel, 9h. 68 des„Volksstaat") an Frankreich entwickelt. Und dieser Herr, der kein französisches Bauerndorf anders rcvolutionirt, als dadurch, daß er ihm von außen her mittels eines bewaff- nctcn Freikorps,„das sich in Respekt zu setzen vermag," eiue provisorische Regierung auf oktro yirt,— dieser selbe Herr Bakunin, will, daß sich die Internationale selbst enthaupte, ihren Genera lrath abschaffe, sich in einzelne Landes-Gruppen und sodann in einzelne souveräne Sektionen auflöse?? Und wir sollen an die Aufrichtigkeit auch nur einer einzigen der Theorien des Herrn Bakunin glauben? Das hieße eine gar zu geringe Meinung von seinem Verstände haben. Herr Bakunin handelt offenbar nach Zweckmäßigkeitsrück- sichten. In Bern verabscheut er den Kommunismus,.»! Lyon ist er Kommunist. Im„Volksstaat" ist er dankbarer Freund und Verehrer der deutschen Wissenschaft, in den„Briefen an einen Franzosen" sind die Deutschen die ärgsten Feinde Euro- pas. In Rußland ist er Verehrer des starken Staats, den er in Europa abschaffen will. Die Slaven wollen und werden sich vereinigen, die deutsche Einheit ist eine Bedrohung. Solche Gegensätze sind nur auS einer ganz bornirten, stocknationalen Gesinnung erklärbar. Wem kommen aber derartige Bestrebungen, die lediglich darauf gerichtet sind, die Kräfte der europäischen Kulturstaaten zu desorganisiren, zu zersplittern und gegen einander zu keh- ren, wem kommen solche Bestrebungen zu Gute? Dem rufst- schen Volke? Im Gegentheil. Das russische Volk kann nur frei werden und auf die gleiche Stufe mit den westlichen Ra- tionen gelangen, wenn diese selbst die russischen Uebergriffe zu- rückdrängen, wenn sie Rußland alles weitere Erobern unmög- lich machen, wenn sie Polen wiederherstellen, und zwar ein lebensfähiges Polen, ein Polen mit Seehäsen, ein Po- len, das Rußland gewachsen ist. Dann erst kann Europa, dann erst kann auch Rußland seine„häuslichen Angelegenhei- ten" ordnen. Der Panslavist Herr Bakunin handelt also, in- dem er die Franzosen und die Deutschen hintereinander hetzt und die Internationale zu desorganisiren sucht, deren erster Ruf bei ihrem Entstehen die Wiederherstellung Polens war, nicht einmal im Interesse seiner Nation, sondern einzig und allein im Interesse der herrschenden Klassen Rußlands, der russisch e n Reaktion. Ob sich Herr Bakunin dessen bewußt ist, oder nicht, mag die persönlichen Bekannten des Herrn Bakunin interessiren; für uns genügt es, die Thatsachen festgestellt zu haben, um aus ihnen den Schluß zu ziehen, daß innerhalb der Internationalen Arbeiterassoziation weder für die angeblichen Theorien noch für die politischen Umtriebe des Herrn Bakunin Raum ist. Politische Uebersicht. Br iefst ie be r e i. Herr Gcaeralpostvircktor Stephan bat anläßlich der in Nr. 59 des„Valksslaac" ermäh nen Be- schwerde des Mainjcr Kausinanns Racke eine Untersuchung- einleiten lassen, und verösfemlicht jetzt als Resultat derselbe», „der Beweis habe nicht gcfiihrl turr-den Töiumt, daß in irgend e.ine m Falle eine Ber'l-e tz-uin-g des Briefgeheimnisses seitens eineK PchtbwMtVN oorKe- kommen sei". Es klingt dies fast wie ein schlechter Dchciy, denn-diejenigen Herren welche man allgemein im Verdacht der Briesstieie- rei hat, sind, wie Herr Stephan sehr genau weiß, keine Postbeamte. Des Weiteren theilt Herr Siiphan mit, daß allerdings ein von Hrn. Racke abgesandter Brief dem Adressaten mit verletztem Couvert zugegangen ist, behauptet aber,„nach den staltgcha blen Ermittelungen muß als unzwei felhajt angenommen werden, daß diese Verletzung lediglich in Folge der mangelhaften Beschaffenheit des zu dem Couvert verwandten Papiers eingetreten" sei. Hr. S'.ephan wird uns erlauben, bloß die von ihm zugestandene Tha tsache, daß ein Briescouverl verletzt war, als„unzweifelhaft" zu be- trachten, dagegen das„unzweifelhaft" dessen, was nach seiner Beha uptu ng„an gen ommen werden muß(!!!)" mehr oder w-niger gelind zu bezweifeln. Um so mehr, als Hr. Sie- phan selbst diesem„unzweifelhaft" einen bedenklichen Schlag versetzt, indem er gleich darauf bemerkt,„eine nähere Fest-! stellung in dieser Beziehung sei nicht möglich gewesen/ -- da das betreffende Couvert nicht inehr vorgelegt werden\ konnte" I Also„nähere Feststellung nicht möglich", aber doch� „unzweiselhast"! Trotz dieses Wunders Stephan'scher und in- � telligenzstaatlrcher Logik wird man jedenfalls gut thun, für die. Couverls der Briese, die man der von dem Herrn General- j posldirektor geleiteten Anstalt zur Beförderung anvertrauen � muß, recht dickes Papier zu nehmen. Daß das betreffende� Couvert des von Hrn. Racke abgesandten Briefes„nicht mehr vor-� gelegt we>d.n konnte", ist übrigens auch noch dcßhalb recht fatal,. well inlereffant gewesen wäre, festzustellen, ob es nicht etwa� vielleicht von derSortc war, die Hr. Generalpostdirektorj Stephan seiner Zeit dem Publikum zum Gebrauchs e mpfohleu hat. Doch weiter. Hr. Gencralpostdirektor Stephan hat noch einen andern Fall von Briefstieberei zu untersuchen gehabt, der von Rolandscck(Rheinprovinz) aus denunzirt worden war. � Hier hat die Untersuchung ergeben, daß dort allerdings� Briefe„namentlich nach dem Ausland aus der(katholischen)! Eiziehunganstalt Nonnenwerth" unterschlagen worden sind. � „Em bisher dort beschäftigt gewesener Postgehülfe" ist der That, geständig gcwo-de», die er der Marken wegen oerübt habe, und � „sieht der gerichtlichen Bestrafung entgegen." Die Sache klingt sehr sonderbar, den mildesten Ausdruck. zu gebrauchen. Daß ein Postbeamter sich als Thälcr gemeldet; hat, glauben wir gern, was wir aber einigermaßen auffallend finden, ist dessen Vorliebe(„namentlich") für katholisches Briefmarken. Wir hatten immer gedacht, bei uns im ocr- ständigen Norden fragten die Spitzbuden nichts nach ser Reli-! gion ihrer Kunden. Auch möchte» wir sehr gern> wissen, was aus den gestohlenen Brieten geworden� ist und— ob die Neigung zu katholischen Brief/ mar ken s o ganz von selbst in das Herz des ge-� ständigen Postgehülfe» gekommen ist. Daß unter- � geordnete Beamte die Sündböcke für höhere abgeben, ist ein alltägliches Ereigniß. Wenn Hr. Generalpostdirektor Stephan den wohlbegründeten Argwohn gegen das von ihm geleitete In- � stilul wirklich beschwichtigen will, so wird er die strengstes Untersuchung veranlassen und zwar vor einem öfsent-s li che n Tri b u na l, wozu ja das Rheinland die best/ Gelegenheit bietet. Freilich vor ein öffentliches Tribunal � treten, hat seine Unbequemlichkeiten,— eine Zeitung konfiSziren, lassen, ist leichiet. W-rd übrigens— wir meinen das Eoufis-! ciren— mit Bezug auf den„Volksstaat" nichts nützen. (Apropos.— Die„Volkszeitunz" hat unsere nenliche No.iz, betr. Briefstieberei, nicht abgedruckt. Der tugendhaste R.ppel war also von sehr kurzer Dauer.)— Eine historische Erinnerung. Am 28. Dezember 1791, als der Krieg mit dem kontrereoolutionären Ausland sich al.. unvermeidlich herauszustellen begann, erließ die französische, Nationalversammlung(die Legislative) ein Dekret zur Organi- � sation von Freiwilligen-Bataillonen der Nationalgarde. In � diesem Dekret wird Jeder, der sein Bataillon vor Ablauf eines Jahres verläßt, mit der Strafe bedroht, 10 Jahre lang� nicht in der Armee dienen zu dürfen!. Der Zudrang � unter die Fahnen war damals, das sei im Borbeigehen be-! merkt, so groß, daß man Gesetze erlassen mußte, um das Aus-. hör n ganzer Gewerbe zu verhindern. Also nicht dienen! dürfen eine Strafe! Vergleiche man dieses Dekret mit f dem Auswanderungsverbot, das die Preußische Regierung soeben j für Militärpflichti ,e erlassen hat, und wir haben einen jener| geschichtlichen Conlraste, die Systeme und Zeitepochen charak-, terisiren. Dort Jung und Alt zu den Waffen eilend, und die � Verweigerung des Rechts, die Waffen zu führen, von der hö h- � sten Behörde als Strafe angedroht— hier Alt und Jung � auS dem Land eilend, nm der Pflicht zur Führung der Waffen zu entrinnen, und die Regierung auf der Jagd nach Mit- telv, die flüchtigen Pflichtigen einzusaugen, die Flucht der flieh- lustigen Pflichtigen zu verhindern! Die militärische Anziehungs- kraft der französischen Revolution im Gegensatz zur militärischen Abstoßungskraft des preußischen und deutschen Kaiserreichs dürfte den Gründern und Pfründnern des Letzteren keine sehr günsti- gen Aussichten für die Zukunft eröffnen.— Der Juristent ag hat die Erwartungen der Herren Schwarze und Eons, nicht erfüllt; und sind dieselben mit ihr-rm Attentat gegen das Schwurgericht kläglich abgeblitzt. Wir werden auf den Gegenstand zurückkommen. Weiter hat sich der Juristentag in Bezug auf die P r e ß g e- setzgebung gegen die Kautionen und gegen die polizeilich e B eschlagn ahme der Zeitungen ausgesprochm, dagegen die Fragt der richterlichen Beschlagnahme offen gelassen. Die Haltung des JuristentagS in Sachen der Preßgesetzgebung ist in so fern von Wichtigkeit, als sie, bei der Zusammensetzung und Amorität desselben, nicht ohne Ein- � fuß aus die bevorstehenden Reichstagsverhandlungen über das, Reichspreßgesetz bleiben wird. 150 Pfd. Sterling(1000 Thlr.), nach Chicago an die Abgebrannten 166 Dollars, nach Pennsyloanien an die ausständigen Bergleute 67 Dollars, nach Connecticut an die Steinbrecher 50 Dollars um» auger- dein verschiedene midere Summen nach Deutschland und anderen Orien.— ffine umfangreiche Bortag« über die Organisation in diesem Lande .der FvderalMath und die Stellung gencnüber den bürgerlichen Par- iteion wurde vom pimvisoriichm Föoeral-Raih dem Kongreß gemacht, oektSsen.uitd einem befouderrn Ausschuß über Vorschläge und An- träge üdcnviesen, worauf die Schultz 10 Uhr Abends geschlossen In Frankreich hal der Musterrepublikaner Thiers die Feier des 4. Sept., d. h. der Gründung der Republik ver- boten. Herr Thier» beweiset dadurch, daß er aufrichtiger ist, als wir ihm zugetraut halten, uaD das Ding, welches wir jetzt in Fraitkreich haben und als bessen Präsident«er selber figurirt weuigstens nicht ssür eine Republik ausgeben wlll. Auch„mitb" soll er geworben sein uiw bewirkt haben, baß keines der von den Kriegsgerichten gefätkleii Todesurkheile mehr vollstreckt, und die b-egna d igt en Communemänner„nur" auf die trockne s wurde. Guillotine geschickt werden soll,... Wir glauoen an dich/ �nn�M°rg«. S lIhr wurde die Sitzung wieder«räffuet. Der „rnr." Mm MM»<"... Kriegsgericht zu erscheine» hrl, und man einen so hochgestellte»! Die Diskussion über die politische Stellung wurde auf dieÄbend- Herrn, dessen Verurtheilung leider nichr zu umgehen, doch. stvung verschoben und es wurden nun die Berichte der einzelnen Sek- unmöolick erschießen kann_ tionen verlesen. S-ttion I! New-York) m-chl in ihrem Bericht eine „ vL„- Vr-jrj,>.■, e... vollüändlg ausgearbeitete Vorlage über Arbeits-Smtistik und legt ein Spani en tsl augeubricktich damrt beschäftigt, srch zu kut-! genaues Schema dazu vor. Em Komitee über Statistik wird nieder- gottlieben. Die Neuwahlen, die das neue Ministerium— es � gesetzt mit dem Austrag�die Vorlage zu prüfen und dem Kongreß gibt dort blos neue Ministerien— angeordnet hat, sind in! darüber zu benchlen. Sektion 2(von Sau Francisco) unterbrmet ihrer überwiegenden Mehrheil zu Gunsten der Republikaner d-»' Kongreß eme längere �nkschrist über die Frage per Einwand«- . � cv x-�r Ä o zci J!" x w cm Z:i c« runa, oder vielmehr der Emmhrurf;(JlNportatwn» der Chlne en. und Radtka.en aufgefallen, wahrend vre Monarchrsren fast � natürlich unter besonoerem Hinweis auf die Zustände Kaliforniens, leer ausgegangen sind. Gottlieb selbst reiset aus der Popu- s wo die Chinesen jeyt schon sau den größten cheil des Arb-itSmartts lariiätsjagd im Lande herum, was überhaupt jtfct stark Mode, beHerr, chen und all- Andern verdrängen. Die San-Francisco-Settionen ist unter den Fürsten und Prinzen, und bekommt mitunter j"."1, l"-"' von Bürgermeistern, Stadtverordneten und Bürgern sehr derb die Wahrheit gesagt, was in anderen Ländern nicht Mode ist unter den Bürgermeistern, Stadtverordneien und Bürgern. In Corogna z. B. wurde der fahrende Monarch von dein Stadt- verordnetenvorfteher Don Fnöerico Tapia mit folgender Anrede empfangen: „S!e sind hier in der Hauptstadt Gatizi.ns, eines Landes, stützung ihrer Bearevungen, diese!» Uebet Einhalt zu thun. Diese Angelegenheit wn-de aui die Tagesordnung der AbendsiKnnz gesetzt. — Sektion 11(Rtw Aoik) reicht eine gut ausgearbeitet- Vorlage iür Eentralisiung der Organisation ein und viele andere Berichte g-ben Zcugniß von dem sich immer mehr geltend machenden Vedürfniß der Sektionen nach einer ilrengeir Zrjammensassung der Kräfte. Um 1'/, Uhr wurde die Sitzung auigehooen. Um 3 Uhr trat der Kongreß wieder zusammen und wurde zuerst „.. �..! ein Begrüßungs-Telegramm von Philadelphia zur Mittheilung das dem nationalen Geiste wie den Grundsätzen der Freiheu, gebucht und freudig ausgenommen. gleich treu ergeben ist, das aber niemats einen Lohn seiner i Der Ausschuß für Statistik empsiehlt dem Kongreß Annahme de« Tugend und seiner Frl-dseriigkeit empfangen hat. weit die! von Seklion 1(New-York) einzereichteii Schemas, was einstimmig schlecht berathnen Regierungen stets nur danach lrachieten, s-m i genehmigt wird nebst Auftrag an den Föderal-Rath, das Scheu, a zur Geld und das Blut seiner Kinder zu nehmen. �10 Metten| Verwendung in den Sektionea drucken zu lassen.— Ein besonderes von jener cenlralilirenden Hauptstadt enlseriit, welche Alles an. Komitee würde erwählt, um dem Kongreß Be,chlrisse über die Stet- sich reißt und verzehrt und wo man sich in die Rrichlhunier! lung des Gmeral-Rnths gegenüber den Uiniri-b-,i der Batunistischen therlt, welche dulch Arbeit und Entbehrung des grjaminten l Alliance.Festöration äurirslvnm;" und anderer Gesellschasten vorzu- spanischen Voll.s eizeugl worden sind, hat Galizie» niemals � Das Komitee über Vorschläge händigte seinen Bericht-in zu trotz seiner gerechten Au, pruche emeil oerhälinißmäßigeil Aiuheil i Guiisteu der Vorschläge des provisorischen Föderal Rath« und der an den Gunstbereugungen erlangen können, mir denen die\ Kongreß schritt nun zur Berathung derselben. Diese Beraihunz nahm andern Provinzen bedacht worden sind. Der traurige Zustand �ußer Sonntag de» größten Theil der Sitzungen des Atomag ein und unserer Elsenbahn, die Armuth unserer Bevölkerung, die Schul-> passeud, das Resultat derselben bier fortlaufend zu geben den, die auf unser» Gemeinden lasten, beweisen die Wahrheit, oh„e Rücksicht aus die Rerheiisolge der Sitzungen, worin die Beraihuu- meiner Worte. Dies war es, was ich Ihnen zu sagen halte, s g«, stattfanden. denken Sie darüber nach! Lassen Sie sich außerdem gesagt sein/ a. Der Föderal-Rath d°ß' was Sie ein Mann find der aus kühne und mwegene, � � gsa-ral-Rath besteht aus neun(9)°°n dem Kongreß aui Tha eu ausgeht S.e hier kemen Boden finde., werden, denn l Jahc«rwähtien Personen, welche ermächtig- sind, st-h durch � �. � � So treten sie ergänzen. Ihr Aufenthalt m dieser St.dt w.rd weder.n un.erm pol.t.sch-n s' ��enn die Abhalluna eines allgemeinen amerikanischen Kon- Glauben, noch in unserni Frieden uuS stören.' ! gresseS»ich. aus anderen Gründen noihwendig erscheint, kann der Der Preußische Kronpruiz hat in Süddeutschland keine i Fö�al-Rath für das folgende Jahr durch UrabstiMinnug aller Sek- ähnlichen Erfahrungen zu machen gehabt, aber ganz nach � lioneir erwählt werden Wunsch ist ihm auch nicht Alles gegangen» obgleich er inj Bollsschmeichetei ungefähr ebenso Großes leistete, wie das fort- � schrittliche Philistertum in Fürsten schmeichelei. König Ludwigs blieb unsichtbar und hatte sogar die Grobheil, der Frau des: Preußischen Kronprinzen den Eintritt in einen seiner Paläste verweh- � ren zu lassen, und eine Einlädnng zur Berliner Fürstenkonsercnz mit| den Worten abzulehnen: ich will nicht als Dekoration dienen., Kurz der Bruch zwischen München und Berlin ist vollständig, � wird jedoch die Herren Sedanseftredner nicht gehindert haben, die Wunderblume der Deutschen Einheit, die uns aus den ruhmreichen Schluchtseldern des heiligen Krieges erblüht sei, nach(den bekannten Berliner) Roten zu-verherrlichen. Im Zusammenhang mit dem oben erwähnten Abenteuer der Preußischen Kronprinzessin posaunt die nationale Presse 3) Der Föderal-Rath soll rr) die Propaganda organisiren und ceniralisiren; b) die Organisalion nach innen und außen vertce.en; c) die Beiträge einsammeln und da, Rörh.ge an den üteneral- Rath übermitteln; ä) den Lokal-Ausschüssen und so viel als möglich den ein- zelnen Seklio.ie» einen mo.iailiche» Bericht ernatle»; e) einen vierieljähriiche» Finanzbericht geben. 4) Der Föderal-Rath ist ermächl.gk, von Zeit zu Zci. ihm noth- wendig erscheinende Vorichläge zu mache», welche bindende Kraft er- langen, sobald sie innerhalb eine, Monats nach ihrem Erscheinen von einer Mehrheit der Sellionen genehmigt worden. 5) Der Föderal-Ra.h kann die Zulassung von Gesellschasten oder Sectionen verweigern, oder sie ausschließen, ohne sie jedoch iyres iiiter- »ationaten Eh rralters zu berauben, kann aber ihre Suspension beim General-Rarh beantrage... 6) Der Föderal-Rath soll einen General- Sek. ctär ernennen, welcher p°sllunt die nationale I alle Schriftstücke zu zeichnen und Avschr.st davon zu nehmeu°at un» ins Land hinaus, die besagte Dame habe m das ko.ugliche- verantwortlich ist Schloß gehen wollen, um ihr jüngstes Kind zu säugen. Es j 7) Der Föderal-Rath soll die Sektionen numeriren. ist nicht sehr delikat, so etwa» an oie große Glocke zu hängen,! � Organ isation.,,~ aber wie menschlich" es die bobe Frau ericheinen läöt' Die � C10! d-r Ardenerkrasse angegorlge. dre gleiche spräche aocr wrr„meniazrllp es vic yoye Etau rrscyrmen tagt- �le, Personen können eine Sektion bilden, wenn mehr als eine betreffenden-Skubeiiten wollen wtr daran erinnern, daß die, Meile entfernt von der nächsten Sektion gleicher Spruche, deren Ein- Kaiserin Maria Theresia nicht bloß ihre eigenen Kinder selbst| willigung im anderen Falle oöthig ist. V-i Be.weigeru.lg dieser säugre, sondern auch einmal einem Proletarierkind oie Brust Eluwrlligung kann Birufuirg an den Föderal- Rath eingelegt W-r hoffen, der Wink wird bei der zweiten Austage der gab. Anekdote benutzt.— Aus Amerika New-Yorl, 26. Juli 1872. Der erste Kongreß der Jiiternationalen Arbciter-Assosiation in Amerika s wurde ervsiuet Sonnabend den 6. JuliNachmilrags 5Uhr rmlOWard-f Hol.l, Neiv-Dork, durch C. Speyer, pro.okollirender Srkretair des! provisorischen FöZeralraths im Namen desselben. Em Maudalprüfungs-, ausschuß ivurde eingesetzt und die Sitzung oeriagt, bis derselbe be- i rici'te. Als Richtschnur für den Ausschuß gal., daß jede Zulaß degeb-! rende Sraion genaue Liste ihrer Mitglieder und Quittung über Zah-, lung der Jahresbeiträge liefere, inind'est-ns zwei Drittel Lohnarbeiter j zähle und die Beschlüsse des Generalraihs(also dessen Autorität) llver die hiesigen Angelegenheiten anerkenne. Aus oem Kongreß waren ommen: Seclron II III VI vn x XI XIII XXXVII I II I New-Norl deutsch Chicago französisch skandinavisch deutsch irländlich französisch deutsch denksch italienisch deutsch III - I Philadelphia-- II-- - I San Franzisco-- - H- englischredend- III- französisch - I St. Louis deutsch- . II- englischredend- , I Baltimore deutsch- - XI-IlWesthoboken französisch- - XI-V Brooklyn amerikanisch- Also 22 Srck-onen mit 23 Deleqirken. Mandatausschusjes schritt man zur Wahl derSchrififührer und wurde F. I. Bertrand zum Schrislfio.er ernannt und Richard zu seinem G hülsen, sowie Sorge uns Speyer zu Ueberieysru. Es wurde beschlossen, daß kein Abgeo dneter meyc als ein Mal und länger als durch C. Carl. - Dagbert u. David, » C. Nortel, - F. I. Bertrand, - Kirwan, - E. Pillon, - F. Filly, - D. Kronberg, - Cetri, - H. Meyer, - C. Klings, - R. Starke, - B. Dettie, - P. Haß, - C. Speyer, R. Blrssm, F. A. Sorge, Fr. Balte, S. Kavanagh, Th. Herzog, Richard, C. O. Ward. Nach deni Bericht deS! 10 Minuten über denselben Gegeiista.ro sprechen dürfe, und dann| matetiCii«nander wurde die vom provisorischen Föd-ral-Rath untetbreitele Tagesordnung Src.ion-der dem für den Kongreß angenommen. werden. Die monailichen Berichte der Sekretäre für das Ausland wurden verlesen und einem besonderen Ausschuß überwiese». Der erstgenannte dieser Beucht; behandelt« ziemlich unssichrlich die ganze Angelegenheit der sogi.iannlen Spaltung. Der zweitgenannte enthielt besonders Berichte über die hier veranstalliten Sammlungen; für die Kommum-Flüchtlinge gingen nach Gens 1400 Francs, nach London werden. Diese Regel finoet keine Anweiroung aus G-w.rko-reine. 2) Jede Sektion muß mindestms zu drei Vierteln aus Lohnarbeiter n bestehen. 3) Jede»eugebildeie Setiton soll beim Föderal-Raih Ausnahme begehren unter Emsenoung von kr) einer genauen Liste ihrer Mitglieder, Name, Wohnung und Gewerk derselben mn Angabe, od Lohnarbeiter oder nicht; b) den Beitiägcn für das laufende Jahr; c) einen förmlichen Beschluß oer Anerkennung und Berchei digung der Grundsätze und allgemeinen Statuten der Internationalen sowie der Statulen der Nordamerika- »ijchen Föderation uno d)«ine Abschrift ihrer eigenen Statuten. 4) Alle Sektionen sollen Wioerstan ds-Kassen bilden. 5) Die Sektronen sollen grue Beziehungen mit veu Gewerkoer- einen unterhalten uno Ihre Bildung fördern. 6) Die Sektionen sind angewiesen, sich streng mnerhalo ihres-izenl- lichen W.rlungslreises zu halieit, wttch-r ist: Die Organisation und Ceittralisauoir der arbetienden Massen zum Schutz, Fortschritt und vollständige Emanzipation der Aroeiterklasje. 7) Am 3. Sonntag j-den Monats fall jede S:ct.on dem Lokal- Ausschuß oder dem Föoerai-Rath einen getreue» uns genauen Bericht über thte Thäligke.t, Sitzungen, Finanzen u. s. w. einfenoen. 8) Jede Sektion soll statistische Erhebungen über �den Stand der Arbeit inachen nach dem vom Kongreß angenommenen Schemn, davon einen vierteljährlichen Bericht dem Lokal- Au-fchu» oder Föderal-Rath und einen ausgeatbeiteien Jahresbericht dem Föderal-Rath in der dritte» Woche des Jum jeden JahrcS einsenden. 9) Jede Ssl.ion mag dem Föoeral-Raty Maßregeln oder Be- schlüsse allgemeinen Charaklers oorfchlagen, welche allen anoeren Sek- tionen iiineröaib 6 Wochen nach Empfang unterdreitet weroen mügen, wenn der Föderal-Ratp dieselben billigt.— Berufung von jeder Handlung und Enlscheionng de» Föoeral-Raths kann etngelegf weroeu a) An den nächsten Kongreß; b) an alle Sektionen durch Urabstimmung, wenn dieses Ver- laugen von einem Viertel('/I aller Sellionen gestellt wird. 10) Im Falle von Wohnnugsoetänderung ist jedes Mitglied der Organisation verechiigi zur Milzlicoschasl tu ver nächsten Secnon seine» Wohnorts. 11) Ausschluß aus einer Siclion«ird für die ganze Organi- sation verbindlich durch Gcnehm.guug des Lokal-AuSjchusjeS und bei Föoeral-Raths. 12) Der Grundsatz der Gesammtverbindlichlelt(Solidarität) ver- pflichtet alle Mitglieder der Orgauliatioii, sich im Nolhfall mota.ifch zu umerfiützen, und muß dieser No.hsall von iloial-Ausschuß, oder oem Föderal-Raty erNärt 13) Ein Lokal-Ausschuß mit geeigneten Befugnissen soll an jedem Ort gebildet weroen, wo mehr als eine Secrion besteht mit einer Ge- sammimiigliedeijahl von nicht weniger al« fünszig(50). 14) Die Mitglieder des Lokul-AusschusseS müssen«irkltche Mitglieder der von ihnen vertretenen Section sein. 15) Alle Sectionen desselben Orts sollen wenigstens ein Mal viert rlmhrlich allgemeine Generalversammlimgen abhalten IL) Alle Miuheilnngen zwischen den StCtionen, Ausschflsseit u s. w. sollen durch die Hände der-n diesem Zweck eingesetzten Behörden (iiöderal-Rath, Lolal-Ausschuß u. s. w.) gehen, ausgenommen Klagen und Beschwerden gegen dieselben, und auch von diesen soll denselben geeignete Nachricht gegeben werden. 17) Die gleiche Bestimmung gilt für den Verkehr mit dem Gene- neral-Nath. IL) Jedes Mitglied der Organisation hat dem Föderal-Rath außer der Steuer für den General-Rath einen jährlichen Beitrag von IL Cents zn enlrichicn. 19. Der Föderalrath ist ermächtigt, wenn es ihm nothwendig er- schein t, fünf(5) Cents mehr von jedem Mitglied einzuziehen. Andere außer ordentliche Steuern müssen der Entscheidung der Sektionen unter- breitet werden. 20. Alle Beamte, Ausschüsse, Räthe u. dergl. der Organisation können jederzeit durch Urabstimmung ihrer Wähler entfernt oder ab- gesetzt werden, wenn solche Urabstimmung von einem Viertel('/«) der Wähler verlangt wird. 21. Diese Konstitution kann von jedem jährlichen Kongreß ge- ändert werden, wenn zwei Drittel('/,> der Abgeordneten zustimmen. Sonmag, 7. Juli. Abends 71, Uhr, fand die dritte Sitzung die- se? Tages statt, in welcher die Stellung der Organisation gegenüber den bürgerlichen Parteien und bieEhinesenfrage zur Erörterung kamen. Die Denkschrift der Sektion 2 von San Francisco wurde wieder verlesen und ein Komitee ernannt, um Beschlüsse einzubringen. Das Koiniicc brachte nach mehreren Erwägungsgründcn �besondeis über den thatsächlichen Zustand der Sklaverei, worin sich die Chinesen befinden» die fvtgenden Belchlüssc ein, welche von dem Kongreß ange- nommen wurden i „Wir im Kongreß versammelten Arbeiter protestiren gegen jede Sklaveeei jeglicher Form und Benennung. „Wir appelliren an die gesammie Arbeiiei-Klasse Amerikas, de» niilhigen Druck ans die Regierung auszuüben zur Ergrei- fung von Maßregeln, welche die Kapitalisten ebensowohl zur Beobachtung der Gesetze nöthrgcn, wie die Arbeiter. „Wir verdammen die pflichtvergessene Handlungsweise des Btinifters des Jnnrn, welcher das System der Sklaverei unter Schädigung der Interessen der Arbeit«! klasse begünstigt." lieber die vorliegende Frage der politischen Stellung sprachen De- reure s Kommunemitglied) und Richaud in französischer, E. O. Wird und R. Blissert in englischer, Klings in dentscher Sprache. Cs wurde dann die Vorlage des provisorischen Föderalraths bezüglich dieses Punktes einstimmig angenommen. Dieselbe weist daraus hin. daß alle biirgerlichen Parteien, wie sie auch heißen mögen, auf Aufrechtrrhal- tung des b. stehenden Ausdeutungssysiems der Lohnarbeit gegAindet sind; daß sie sich nur um die Beule streiten; daß sie alle der Arbeiter- klasje siindl'ch aegcnübersteben; und unter Anziehung� der Erwägungs- gründe 3 und 4 der Einleitung zu den allgemeinen Statuten der In- ternationale wird beschlossen: „Daß die Internationale Trbeiter-Assoziation in diesem Lande die Albeiter dem Einsiuß und der Macht jeder politischen Par- tei entreißen muß, deren bloßes Dasem ein Attentat auf die Bestredungeu der Ärbeiter-Klasse ist. „Daß wir die arbeitenden Klassen organisiren und verbinden zu gemeinsamer unabhängiger politischer Handlung, ohne die korrupte Organisation der politischen Partren nachzuahmen." Elttige deutsch- und französische, kürzlich angekommene Parteige- Nossen würden dem Kongreß vorgestellt und begriißlen deir.elben herzlich, worauf die Sitzung Abends Ii)"» Uhr geschlossen wU!de. Montag, 8. Juli, Morgens 9 Uhr, begann die nächste Sitzung, in der zuvörderst die Protokolle der vorangegangenen Sltzunzen ver- lesen und genehmigt wurde«. Fernere Berichte von Sektionen gingen ein. sowie der Bericht de« Sekretairs sür da« Inland, wrlcher dem bezüglichen Ausschuß zugewieien und von demselb�i ür Ordnung befunden wurde. Darauf fand Berathung und Beschlußnahme über die oben mitgetheiltcn Organisations-Bestimmungen statt, welche um 11* Uhr Nachmittag beendigt war. Nach kurzer Mittagspause wurde die Sitzung wieder eröffnet um 2 Vi Uhr. und erstattete das Komitee über die Stellung des General- ralys gegenüber den Umtrieben der Desorganisateure folgenden Be- richt, oder machte vielmehr die folgende Borlage: „In Ern äguiig, daß seit geraumer Zeit ehrgeizige und ränkesüchtige Menschen, bezahlte und unbezahlte Ag Uten der Negierunt-n sowohl, ls der verschieden«» Parteien alle Hevei in Bewegung setzen, um die »rernationale Arbeiterassoziation zu sprengen oder zu iheUen oder zu beherrschen; In Erwägung, caß ein Theil dieser Leute durch ihre Redekünste »der llliraraditaliSmus ein« gewisse Popularität und Einfluß bei un- klar-n Arbeiter» erlangt Häven; In Erwägung, daß sie diesen Einfluß benutzen, um Verdächtigungen und uuwahre Gerüchte über den General-Rath zu o-rbreuen; In Erwägung, oaß die öffentliche Meinung durch diese Umtriebe zu dem Glaudinverl eilet wird, als bestände Uneinigkeit in d-n Reihen der Jniernatlont n A rbeiter-Assoziation. Au« diesen Gründen des ch ließt die Nord-Amerikanische Föderation, im Kongreß versammelt: 1) Wir versichern den Generalrath unsrer vollen Sympathie und lllltersiützung; 2) Wir erklären unsre Billigung aller Handlungen und Maßregeln des Geneial-RaihS, soweit uns dieselben bekannt sind; 3) Der amerikanische Kongreß wird die nöthigen Schritte thnn, um wenigstens zwei Dclegirte aus den allzemenien Kongreß zu schicken Mit der bestimi len Weisung, den General-Rath in leinen Maßregeln zu unterllnyen und unsern en opäizchen Mitarbeitern Zeugmß abzn- legen von unsrer Entmülhigkeil und Begeisterung lür die gemeinsame Sache; 4) Wir erkennen die tiefe Nothwendigkeit einer starken Zentral isation, da wir ohne dieselbe machtlos der mehr und mehr wachsenden Centralisarion der herrschenden Klaff»Preis gegeben wä- ren; aber wir glauben, daß nach Aushebung aller Klassenhcrr- schafi oas Föderativ-System, d. h. die selbständige kominunale Per- Wallung, vorherrschen wird." Diese Beschlüsse und Erwägungsgründe wurden einstimmig an- genommen. Ueder die Beschickung des allgemeinen Konzresses entspann sich r>ne längere Debatte, an deren Schluß der folgende Antrag angenommen wurde: „Der Amerikanische Kongreß sendet zwei Abgeordnet- zum allge- meine» Kongreß im Haag aus Kosten der gesammien Föderation, und forden die enizelnen Sectivacii aus, außerdem Mandate an bewährte Paueigenossen in Europa zu schicken." Der Kongreß iiwählie darausSimon Dereure(früheres Mitglied der Komniiinei und F. A. Sorge als Abgeoconete zam Kongreß im Haag, und Beide nahmen die Sendung an. Der Föderal-Rath wurde angewiesen, die zu dieser Sendnng nötbiz-n Sleuern innerhalv T Tagen auszulchreiben. Der Bericht des Schatzmeisters des proviso- tischen Föderal-Raths wurde dem Kongreß vorgelegt und einem be- so»>eru Ausschu i überwiesen. Nach einer kurzen Pause nimmt der Kongreß seine Arbeiten wieder auf und ernennt ein Komitee von Vieren l4i zur Durchsicht und Uedersetznug der Protokolle und«eschlüffe des Kongresses. Es wmde beschlossen, daß alle Beschlüsse betreffs der Organisatioil gedruckt werden sollen. Ein Antrag wurde angenommen, daß der Föderal-Rath den näch- steii amerikanischen Kongreß im Jum 1873 einberufen und die Tageso d- uungizivei Monate vorher bekannt geben soll. Der Sitz des Föderal-Raihs fötale nQch Neiv-Uoit bestimmt. Da da» Finanzkomitee nicht im mnrh„ nmc' m to kurzer Zeit einen deiriedigenoen Bericht zu erstatten, ,, efr Zu erwählende Föderal-Rath bcaustragt, die Kassen-Ange- «5,!!?».'u"L.elii und der Kongreß schritt zur Waht des Föderal- Math», l.s wurde beschlossen, daß der Föderal-Rath bestchen soll? aus (Italiener.) 4Z«r provisorische Föderal-Raiy wurde angewiesen, alles Eigen- iyum der Orgamsalion dem Föderal-Rath zu überliesern, und seine» Ann» entlassen, als der neu erwählt« Föderal-Rath die geschehene Ablieferung berichtet.— Das Protokoll der Montags-Sitzungen wurde nun verlesen und angenommen und darauf der erste allzeineinc aine- rikanische Kongreß der Internationalen Arbeiterassoziation geschlossen 10 Uhr AdenbS.- Juternatiouale Gewerkschaft der Manufaktur-. Z Fabrik- und Haudarbeiter. Meeraue, 27. August. Die..llgemeiiie Versammlung der Weber und Manuiaktui arbeite r, welche gestern hier tagte, war sehr gut besuch'. Es waren mindestens 8— 9e Fordirnng scheint inhuman gegenüber der Emancipation der Franni Dem ist aber uichl so. W.r wolle» unsere Flauen nicht emancipiren nach der Schablone der Eapiialmeiischen, wer wollen nicht, daß durch diese Emancipation die Manneswürde des Arbeiters velletzt und herabgeoruckt werde, wir wollen kein unnatürliches Berhältniß, aller Moral baar, zwischen den beide» Geschlechieut, wir wollen nicht, daß es bei uns komme, wie in EnPan», da? der Mann hinterm Ofen hocki, S tümpfe strickt und Kinder wartet, während die Frau auf Arbeit IN die Fabrik geht,— wir wollen d e Frau emaiicipircn, frei mache» von der zchweren Arbeit, aber den Mann dazu verpflichten. Das Weib soll ebenwürlig als Hausfrau, als Matter und Erzieherin der Kinder neben dem Mann, dem Ernährer der Familie, stehen. 2) Die Einführunz eines zehnstündigen Normalarb uslages. Hierüber entspann sich eine längere Debatte. Herr Böttcher an« Erimmitschau verlangt die neun- oder achtstündige Ärbelts, eil, da angesthts der Leistungsiähigkeit der heungen mechanischen Kräsie bei 10 Stunden noch lleberprodnclion stattfinde. Söllner, Binder, Eberlein und der Reserent u. A. m prachen sür die Borlage. Aüe Redner waren aber darin einig, daß die Einführung des Normalarbtttstages nur noch eine Frage der Zeit sei, vre aller- nächstens durch die Gesetzgebung gelöst werden müg'e. Mehrer« ver- langren gleichzettig eine strenge Durchsührnng der Sonn- uno Fest- lagSseier. 3) Die R gelang ins Factorio-seirs brach:« ebensaüs eine Debatte. Em Redner verlangte, mit den Faaoren auch die mechanischen Webeieien mehr ins Auge zu fassen, damit nicht große Fa- brikanten in ihren Fabriken bei jetzigem flauen Geschäftsgang ganze Commissione» als Lohnarbeit ffür kielnere Fabrikanten ohne Fabriken auszühmr und so dem armen Hansweber welcher unlec dein lieber- gangsstadium von der HauS- zur Fabrikinbustrie schon so fnichtbar leiden iiillß, zum geiäh.llchsten Eozicurrenten werden und ihm das letzte Bröl vom Tische nehmen. 4) Eurührung von Siaiistilen über die socialen Verhaltnisse und deren Veiösscntiichung durch den Siaat; hier wies Referent namenttlch ans England hm und führte beispiets- weise auch das beachlensiverthe Schr.fichen von Michaelis(zur Zeit Arzt in Lichtenstein) an, wovon der, Bolkssiaat" Auszüge brachre, weil darin die Ledens- und Gesundhettsve hältniffe der Erzgebirgec, beloiider« der Sluhlarveiter, sehr eingehend und in.iumer recht treffend behandelt sind. Mail müsse vor Allem die Kcanlheil erkennen, wolle man sie heilen. Nachdem Binder noch zum Emtrtt in den Weber- und Manu- fakturardeiler- Verein ausgezordect, söllner desgleichen für die Gewerks- genossenschaft und zugleich aui den am 29. uno 30. S.'plember hierorts in denselben Räumen stai findendcn Gew rkichasrs-Congr ß hingewiesen halte, nahm R.zecenl Franz daS sch.ußwrni, um einigen Rednern zu entgegnen, daß die kleinlichen Nergeleien uiiter den Arbeilecn seldst oft das traurige Resuilal unsrer heutigen gesellschaflilchen Verhältnisse seien, in denen wir erzogen. Hieraus schloß Binder die Versammlung. (Stach dem„Crimmisch. B. u. Bsr.") Internationale Gcwerksgcnosfenschaft der Schuhmacher. Stuttgart. Am 26. Ängun hwiwii wir hier im„Adelbcrzer Hos" eine ziemlich stark besuchte Versammlung ab. Aus der Tages- ordnung stand:„die Lohnfrage". Schröder referirte. Reserent erwähme zuerst kurz, daß die Ardeiter überall und m allen Brauchen an der Beibefferung ihrer Löhne lhälig seien. Auch hier heißt uns die sehr gedrückte Lag- ein Gleiche« zu lhnii. Wie überall so auch hier, siild die Lebeusinittel, sowie die Miethspreise seid Beendigung des „glorreichen" Krieges enorm gestiegen, die ArdeitStöhne dagegen sind dteselben geblieben. Die Meister aper haben für sich anfgeschuigen und sagen einfach Rohmaterial und A.bettsloyne sind m die Höhe gegangen, während Letzteres doch gar nicht der Fall ist. Rebner wies seiner daraus hin, daß hier äle Arveiter, sogar die Tagelöhner besser bezahlt säen als dw schuym tche,'vas aber nur der Letzieren Flauheit und Nichtzummmenhallen zu.nschieiben ,ei, denn hätten die schuh- machet vergangenes Frühjahr besser zniammenzehalt.n, sie hätten gew.ß ihre Lohnerhöhung voll nur'J00/o durchgesetzt. R.ferent machte ferner darauf aufinertjam, daß eine gu-e Ocgaiiisaiion erforderlich sei, um der sich immer inehr und m-hrzeniralisicenden Kapitalmacht einen Damm entgegens.tz.m zu können. Sodann empfahl Um a»d, nicht mit einem gemeinsamen Strike sondern nur w.rlstäitenweis vorzugehen. Nachdem Heber noch einige ermahnende Worie zum A'ischlnß an den Verein g-iproch:» und das Sindlum der sozialistischen Sh islen empfohlen hatte, trklärien wäh- rrnd der daraus folgenden Pause 17 Mann ihren Bälritt zn dem Verein. Nach der Pause sprach Strickner— Mitglied des Allgem. deulschen AibeilerveretnS und vor emigcn Wochen hierher übergrsiedelt— noch über die Lohnfragc und schlug die Annahme einer 16'/,°»gen Lohn- erhöhungssordcruiig»or.— Znms Schluß bracht- Schröow folgend: R-lolniton ein:„Die heutige Versammlung b. schließt eine Kominiiston zn wählen, die die Aufgabe hat, statist jche Erhebungen über d e Höhe der Löhne sowie der Lebensmittelpreise anzustellen." Stricker war gegen, Burckhardt für du: Resolunon. Dieselbe wurde schließlich mir allen gegen eine Stimme angenommen. Mit soziatdemokralischem G uß I, A.t«.er Vorsitzende: V. Schröder. Merruile.*) Kampfgenoffen! Der unterzeichnete Vorstand hält es unter Bezugnahme ans den vom Vororr der Jnternaüonaliii Manu- saktur-, Fadril- und Handaibeiter» Gewerkschaft erlassenen Ausruf zur Beschickuiig des vom 23. bis 30. September a. c. in unserer Stavl *) Aus Wunsch noch einmal aufgenommeu. D. R. d. V. tagend, n Coiigrefses für seine Pflicht, Sie Alle hierzu im Namen de Meeraner Gewerksgenossen dringend einzuladen. Seien Sie all« u» von Herzen willkommen, gleichviel ob Sie bereits unserer Gewerkschasti orgaiiisation angehören, ob Sie in den Innungen alter Form oder noch unorganisirt mit uns den gleichen Kamps nm'S Dasein, um'» tägliche Brod kämpfen. Jeder Ort, sei er noch so klein, sei er noch so entlegen, er möge Sorge tragen, aus seiner Mitte mindestens einen Vertreter oder ein Mandat zu unserem Congreß zu entsenden. Wir reiche» Ihnen schon heute im Geiste die Bruderhand zum Willkommen, schlagen Sie ein und bringen Sie uns ein Herz voll Brüderlichkeit und den festen Willen entgegen, einen Stein hinzuzusügen zu dein Bau, dem lang erschnte», lang erstrebten, der das Ziel unserer Wünsche, unserer Hoff- nungen, unserer Kämpfe krönen soll. Wir unsererseits geben Ihnen die Bcrsicherung, daß«S unser Bestreben sein wird, die kurze Zeit, die Sie in unserer Mitte verweile» werden, so nutzbringend und angenehm als möglich zu machen. Die Verhandlungen des Congreffes sind öffentlich, Jederman» hat Zunitt. Mit brüderlichem Gruß und Handschlag für die GewerkSgenoffe» zu Meerane Das Lokalkomitee: August Söllner, Bevollmächtigter. KL Den Delezirten Nachstehendes zur gefälligen Berückstchtiguna: Am 28. September von Abends 8 llhr an Versammlung m Köhlers Restauration, Erimmitschauerstr. Am 29. und 30. d. im Hotel zum Bayerischen Hof, Hauptver- sammlung(laut bekannter Tagesordnung.) Diejenigen Delegirten, welche per Bahn ankommen, wcrden am Bahnhofe durch an rochen Schleiseil kennlliche Abgeordnete i» Enrpsang genommen; jene, welche zu Fuß ailkommen, wollen sich in Köhler'» oder in Ebner's Restauration, Martinstraße einfinden, woselbst sür das Weitere Ordnung gelrosfeu sein wird. Jeder Delrgirte muß mit beglaubigtem Mandat und Angabe der von ihm vertretene» Mitgliedcrzahl versehen sein und bitten wir. wenn möglich, sich einige Tage zuvor brieflich anzumelden bei Auguü Söllner. Lilien- jetzt Poslstraße 466, damit die nöthigen Vorkehrungen zu Frei- Quartieren rechtzeitig getroffen werden können. Noch machen wir darauf aufmerksam, daß das gedruckte Sterbe- kassen- Statut bei Herrn Aug. Haverdier. Karlsstraße iu der„beut- scheil Eiche", uuentgrltlich gegen Einsendung einer Frankomark« von jetzt ab zu haben ist. Im Uebrigen verweisen wir auf die Bestimmungen d.r Vorort»- Verwaltung l«ut Aufruf in Nr. 57. und Str. 69 de»„Volkiiaat." D. O. KL. Alle aibeiterfreundlichen Blätter»nd Z-itschristen werde» ersucht, für möglichste Weiterverbreitung vorstehenden Aufrufs ihr« Spalten zn öffnen. Leipzig. Am 27. August hatte der hiestge Buchbinderverein ein allgemeine Buchbinderversammlung«inberufen, welche sehr zahl» reich beiuchl war. Auf der Tagesordnung stand:„Die Lage der Buchbinder und die Bestrebungen des Bnchdindervereins, sowie der Nutzen von Jnva- liden- und Reiseunterslützuugskasscn". Das Referat hatte der Vorsttzend« des Vereins, Herr Richter, übernommen. Derielbe erläuterte in seinem Vortrag das ökonomische Lobngesetz und hob hervor, daß die Löhne der Buchbinder, besonders für Stückarbeit, trotz der so sehr ge- stieg iien Lebmsmittelp.eise in den letzten Jahren nicht mitgestiegcn seien. Besonders wies Herr Richter auf die bei den Leipziger Buch- biudern übliche lauge Ueberarbeit hi», die am Drückendsten auf den Ar- beilern lastei� und mithin am Energischsten zu betämpsen sei. U» solche Uebelstä'lde zu beseitigen sei es nothwendig, stch zu oereüigen. Nach kurzer Debatte wurde folgende Resolulion von der Ver- sammlung angenommen:„In Erwägung, daß es unbestreitbar« That- jache ist, daß aller Lebeiisu.tter;all nestg im Preise gestiegen, die Arbeitslöhne hingegen nicht; in Erwägung ferner: daß die Ueberarbeit in zeder Beziehun vorzüglich aber ans dwGesn ndheit des Arbeiter» uno seine Ledensdauer schädlich wirkt, beschließt die Versammlung der Buchbinderg, hülfen, durch ein aus ihrer Mute gewähUe« Komitee»re Herrn Suchbrnverei-Besttzer zu ersuchen, vom l. Oktober d. J. ab ein« Verde sserung der Lage der Buchbindergehülfen herbeizuführen und zwar in folgender Weise: Für Akkord- und Stundenarbeit 20 pCt. Lohnerhöhung, sür Ueberstuirden sowie Sou n tagsarbeil 50 pCi. Ertravergütung, sowie Montags und sdunabends um 6 Uhr Feielabend." Ueber Reise- zc. Unterstützungkasjen gab der Vorsitzende des Buch- duckerverbandes, Herr Härtel, emige Eclämerungen und hob hervor, daß solche Kassin haupisächlich als Organisationsmittel sehr zweck- mäßig seien. Als ein vorläufiges Resultat der Versammlung ist erwähnens- werlh, daß eine große Anzahl Kollegen dem Verein beitrat und daß eS endlich unter den Läpziger Buchbindern zu tage» anfängt. An all- auswärtigen Serufsgenoffen, Vuchbmder, Povlesiuille- und Earionageatt'eiier sei hiermit nochmals die Aufforderung gerichtet, überall in gleicher Wäse Vereme zu grüadeu, damit es bald möglich wird, uns über die lokale Organisation hinaus zu verbinden. Briefe und Anfragen sind zu richten an Herrn H. R i ch t er, Stermvartenstraßen Ztr. 23. Jeder Zuzug von Buchbindern ist von Leipzig fernzuhalten. Im Auftrag des Buchbinderverein». Otto Hühndors. Alle arbeiterfceundlichen Blätter werden um Ausnahme de» Bor» stehenden ersucht. KL. Als nachahmungswerth für die Leipziger Buchbinder sei hiermil das Vorgehen der Arbeiter der Bösenberjhcheit Bnchb.nderei -mpsohle». Dieselben arbeite:«» schon seit 3 Wochen Montag bii Sonnavend bis Abends 10 Uhr sow.e Sonntag Vor.nit:az. und oer- langten nach dw allgemeinen Buchbinderoerjammlang die 50 pCt. Ertea-Bergütung für Uebecstunden mil den Bemerken, daß sie im Falle der Nichlbewilligung nicht mehr über Feierabend arbeiten würden. Herr Böjeiiberg zahlte keine 50 pCt., in Folge deffen arbeiten aber auch die Aroeiler nicht mehr über die normale Zeit hinaus.— Recht so, es ist dies das einfach. le Mittel, die Arbeitgeber zum Nach- geben zu bewegen. Aber Eimgkeit und ein klein wenig Couc«ze ge- höre» dazu. Kaiueilj, 2. September. Am Sonnabend, d. 30. August, fand dayler eine Loltsoersainmlung statt, welch« von 1000 Personen vesuchi war. Eckstein referirte über oen ersten Punkt oer Tngesoco- nuiig:..Die Arbeiterbewegung uno die Presse" unter großem Vafall der Zuhörer. Daschner fprach über den zweiten Punkt»er Tages- ordnung:„Der bevorstehende Pnrleikongreß zu Mainz." Nach A r- nahine einer R soluuon, in der die Versammlung sich mit den Prin- zipien der Soziatvemokrntie vollständig«inoerftand.n erklärt und für ore VerbreUnnz der eiib.ltei presse zu wirken verzpricht, wurde die Ber- samin ung oo» Eckstein mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie ge- schiolse». Hatte schon während der Versammlung die Polizei— über- wie nichiübcrwnch-nde— vetjchi-dene Verstöge gegen das Bererns- und Veriammlungsgefeo sich zu schulden lammen, so ist dies doch nur ein gelindes Vorspiel gewesen gegenüber Dem, was nach dem Schluß der Verjammlui g sich abspieue.„Nach Schluß der Vc, sammlung", so b. richtet der„Dresd. Volksbote",„begab sich«ine große Anzahl aus derselbe» nach dein hiesigen Schanüokal„zum Schioß- berg", wohin sich auch die beiden Rescrentc» der Verjammiung Eck- stein und Daschner begaben. Die Haltung der Gäste ur diesem Lokale, drssin Räume dichi gefüllt waren, so daß oer grötzleTheit seinen Platz stehend einnehmen inußle, war mnsterhast, es wurde weder gesungen, noch gelärmt. Man tauschte gegenseitig seine Meinung über den Verlauf der Versammlung aus. Andere nahmen ihr Abmobrod cm. Nach Verlaus von eiwa einer Stunde, als bereits Alle ent- schlossin waren, wieder aufzudrechen um nach Hause zu gehen, erschien Herr Ooer-GenSd'acni Keller und sragte nach Eckstein. Eckstein, der sich sogleich meldete, wurde oo n Ooer-Gensd'urin:n ausgesorvert, mit- zugehen, weil er arrelul sei; als derselbe nach der Ursache scazte, warum er arretzrt wer)«, sagte oer Gensoacm:„das werden sie schon hören, kommen Sie nur mit." Eck, lein wies seine Paßkarte vor indem er meinte, diese genügte, wenn er etwas verorochen hätte, daß»inn ihn belangen tönntt. Allein der Gensd'arm begnüg:« sich nicht damit und rief sosorr die Patrouille herein, die er mitgebracht halt?, oachdcm sich Eckstein ohnehin schon ohne zu zögern der Nrre- inung fügte. Daß die Anwesende» davon überrascht waren, ist siicht beg> eislich, deshalb fragten sie sich gegenseitig, warum Eckstein vcrhas- tet würde, der doch nicht« verbrochen hätte. Einige lichteten auch diese Frage an de» Gensd'arm, der sie aber zurückstieß und einen der- selben an der Brust faßte und auch ihm sagte, daß er arretirl sei, der sich diesem auch nicht i» Äeringslen widersetzte. Tie Aufregung wuchs. Biete waren bemüht, die Gemüther zu beschwichtigen, um ein großes Unglück zu verm id>n, da« hier so leicht hätte gcschlhen können. Denn der Obergensd'arm hatte bereits seinen Säbel gezogen, mit dem er über den Köpfe» fuchtelte. Die zwei Thüren zum Ausgange waren mit Soldaten beseht, welche die Bazonnele vor- aelcgi hauen; noch mehr, er kommandirte sogar zum Laden, und die Soldaten führten die Ma»ipulation auch aus, o.� sie wirklich auch geladen haben, kann nicht festgestellt werden, aber wie gejagt, sie führten die Haiidgrifje desselben aus. Der Bertraucnsmann der hiesigen Mit- gliedfchaji, Karl Blendt, der Alles ausbot, um ja Ausschrciiungen von «eucn der Ang griffen«» zu verhüten, er wurde auch vom Obergensd'ram dazu ausgesordert; er selbst wurde von dem Patrouillenfüyrer, dem Ge- freiren von Manteusel, mir dem Bajonneni an die Stirn geschlagen, welcher Schlag leicht hätte eine schwere Verletzung und sogar den �.od herberfübren können, hätte Mendt sich nicht durch eine rasche Weaduug davor schützen können. Und dies alles, nachdem Eckstein schon abge- führt war und wo sich Niemand seiner Verhaftung im Geringsten widersetzte. Endlich zog Herr Obergensd'arm Keller mit den Soldaten ab, ohne eine Arrelirung, außer der Ecksteins, gemacht zu haben. Bei seinem Abgange sagte er noch:„Macht Euch einen vergnügten Abend, Eure Lage soll verbessert werden. Es le�e lie Sozial- Demokratie!" Kurz daraus kam der Fabrik- Arbeiter ErnstKunze herein, wies seine blutig« Hand vor und sagte, daß cr von einem Soldaten am hinleren lheile desKöipers mit einem Bajonneie gestochen wurde; es war ihm unwohl, man holte einen Arzt, I>r. med. Miestner, der auch sofort erschien, die Munde untersuchte, einen Verband anlegte und dem Bec- wundeten einen Attest ausstellte, daß die Verwundung konstalirt und die Veimuihung ausspricht, daß Kunze durch einen Bajonnetstich ver- letzt sei. Am Sonntag Vormittag begab sich der Vertrauensmann Mendt mit noch einem Parteigenossen zum Herrn Bürgermeister und theilte ihm d?;«» Vorfall mit, wobei sie zugleich um die Freilassung Eckstein's nachsuchten. Der Herr Bürgermeister bedauerte di sen Vorfall sehr und meint«, daß eS gar nicht nolhwendiz gewesen wäre, Eckstein zu ver- hasten, weit er seine Paßkarle vorgezeigt; freilassen könnte er ihn heute nicht, aber er weide w bald wie möglich dasür Sorge tragen und Eck- stein biS dahin alle Bequemlichkeiten zukommen lassen. Was den Ooergeirsd'arm Keller zu einem solchen Vorgehen ver- anlaßt«, wird die Untersuchung feststellen. Dresden, 4 September. Herr Froh Nie aus Hannover wurde heute Morgen Vi 1 Uhr durch zivci Criminal-Gensb'armen verhaftet. — Louis Eckstein iu gestern nach erner iWsttindigen Haft in Eamenz hier wieder eingelrosien. Glaucha», 2. Septbr. Reges und bewegtes Leben in Versamm- lunge u rv auf Feilen herrschte in letzter Zeit in unserer Partei. Am U. August hielt der Bollsverein sein Slislungsfest, Freunde und Gefinnungsgeuosse» waren aus der ganzen Uuigegeud erschienen, und vorzüglich ersre-.ie uns Meerane mit zahlreichem Besuch; auch die Miigiiedschaft dcS deutschen allgemeinen Arbatervereins war beim Aufzuge wie bei dem Feste betheiligle. Herr Motteller aus Erimmit- schau hielt die Festrede und hatie sich das Thema des Weliunrer- gange« auserwählt. Jir längerer zündender Rede sührte der bei uuS von Freund und Feind geachtete und beliebte Sprecher aus, wie es möglich sei, daß im Ist. Jahrhundert man sich noch unlerfangeti könne, derartigen Unsinn vom Weltuntergang dem Volke zu prcdtgen. Er erklärte diese Mögltchkeil aus der mangelhaften Erziehung, wies nach, wie man shstemalisch dem Volke Aber- und Unglauben bei- bringe duich Vorc.lchalai ig der Naturwissenschaften. Redner kam Hill bei ans die verschirdenfteii gesellschaftlichen Schaden zu ipcechen und beleuchteie|olche in einer Weife, die alle Anwesenden, Männer und Frauen, tief ergriff. Redner kam auch auf den Atheismus zu sprechen u..d dewies d.iieil Berechtigung au» der Natur- und WeUallslehre. Nur der Atheist löiuie frei dciiie», fühlen, handeln und ilerben, dies bewiesen die soctaustischen und atheistifchen Füyrer der Socialdemokralie, die in Frankreich tr-udig in den Tod und in Deutschland in die Ge- fängnisse ginge». Daß hierbei nicht endenwollende Hochs aus unsere ->udettu»buig«r G.fangeuen und insbesondere aus unseren Reichstags- abgeordneten Bevtl ausbrachen, gilt wohl als selbstverständlich. Auch oem Herrn R,dner wurde am Schlüsse schallender Applaus zu Thcil. Gewiv wird Moitelter de» wiederholt an ihn ergangenen Wünschen nachgibe», und d e Festrede drucken lasie».— Nach diesem Feste fanden zwei Versammlungeu der Weber und Mauufaklurarbelter statt über die vom Borstand des deutschen Weder- bunde« prvfetliitc Eingabe an das königliche Ministerinm, die sozialen Verhälinifje der Wever und Maiiufakturarbeiter betreffend. Be.dc Bersammtungen waren höchst intresjant. Der zweiten äußerst zahlreich b.sur,tcn Berfammtung lag die Eingabe im Druck(Ctrkulär st des deulsch.u Weberbundc») vor, und wurde dieselbe nach eingehender vesprechi.ng eliistimmig angenommen. Die 4 Punkte: Verbot der Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken; Eitisühiung eines 10-stündigcn Noimalarb-itstag für Hausindustrie und Fabrik; gesetzliche Regelung des Faltorioesens; Ein- sühiung von Siatl'lilrn durch den Staat Uber Lohn-, Konsumiioni-, Wopnungs- und Gesundheitszustand des Arbeiters, gaben reichhaltigen Slojj.uc Dlskujsio». Vorzüglich lial der BundeSvorsleher mit Entschiedenheit und Wärme mr Punkt 1 ein, da einige Zweifel an der Möglichkeit der Ausführung laut wurde». Alle vier Punkte wurden einstimmig angenommen.— Nach diesem rief uns durch Maueranschlag der Allgemein deutsche Arbeiierverem zur Versammlung. Herr Froh ine aus Hannover be- «hrie un« d n seiner Durchrcne mit«iuem Vo.trag. W c ein Biitz wuidc die Kunde von Haus zu Haus von Stube zu Stube getrazei, da man besüichtele, hier stecke etwas dahinter. Mann für Manu waren wir aus dein Pouc». Wir hatten m:s vorgenommen, keinen Anstoß zu Reidere-en zu geben und nur erst dann ins Feuer und zwar mit g.vvein Geschütz zu gehen, wenn Hr. Frohme sich sollte einsallen lassen, gegen un» uud unsere Jnhaftirlen vorzugehen. Ohne Mühe wuiden A.derl und Franz zu Vorsitzenden gewählt. Herr Frohme rrhietl das Wort uud spiach über:„die deu.schc Ardkiteibeweguug." Redner sührte seinen Vortrag ohne Anstoß in IL-stündiger Redc durch, uno zwar uiiparitieiisch und zur größte» Zufriedenheit nicht nur seiner Freunde, die ihn beordert halten, sondern auch wir mußten uns voll- kommen mil sein«» Darlegungen einverstanden erklären. Hätte nicht ein gewisses Mißtrauen uns von Haus aus geleitet, die An. kennung wü.de noch eine weit giößere gewesen sein. Der Boisitz n.e Albe l. der seine Uebercinftimmi.ng mit den Ausführungen desHerin Frohme ösientilch aussprach, eisuchie Letzteren, zu ertlären, ob er anerkeniie, daß unje.e Fllyrei, besonders der Reichs tazSabgeordneic Bebel, wahr. Sveialdemoiraten seien. Herr Frohme erklärte denn auch, daß, soweit er d e Personen als Reichsiagsabgeordnet« und aus Schcistea kenne, er tiine Ursache habe, das Gegentoeil anzunehmen und auszusprechen. .?err Petzvtd soibeile hierans Heirn Albert auf, auch seinerieils zu erlläten, ob er die Miigliedschast des hiesigen AUg. deutsche» A beiter- veieins als sociaidemoliaiisch anerkenne. Herr Alv-ri meinte, daß er diese» edrnsaUs gein rhue, so weit er die tziesig! Mitgliedichafl kenne. Perr P.tzolo sprach schließlich aus, daß es dem Allgemeinen deulshen Arbeiter oervNi nur darum zu lhun geweien sei, auch ei �mal bier eine Ver- samuilung aozuhaiteu, nachdein sie schon so verichi-drn der unsrigen bejuchr uno ungestört häucn vorübergehen lassen.— Am öl). Aug. sei-rie der Allg. deutsche Arbeiieroerein die Tobten- seier Lasjalle's, und war auch der Volksverein in corpore eingeladen und erichi.nen. Der Bevollniächiigle Karl Langer sprach einen gediegen.» Prolog, und ver. res d:e Feier un:er Gesang uno De- klama ton i» würdigster Weise. Erwähnt sei noch, dag eine kurze Vesch.eioung über Lassalle'a tragisches Ei'dc aus der„Gartenlaube" »orgi.esen wurde. Ferner wurde geg-nscitig der Wunsch»„d die Hostnung ausgeip:och«n mir Energie oahin zu wirken, dnß die zwei Fraliionen sich gegeaiei.ig nicht mehr detämpsen, und das auch die Organe immer> no immer wieder erinnert würden, allen Streik und Kampi einzustell,». indem man sich d,r Erwartung hingab, daß die «otunde der Einigung n-chl mehr fern sei.— Sonntag, den 1. Septbr., unternahmen wir eine Exkursion nach Meiraiii: zum SiiftuurSsest de» Lolksveruns und hallen sich derselben die Mitglieder drs Allgemeinen deutschen Arbeileroerein- sowie die hiesigen Tuchscherrgehülsen brüdrr'.ich angeschlossen. Ju.po ant war es, diese Garde in Reih und Glied marschiren zu sehen mit einem Musik- choc an der Spitze und einem zweiten in der Milte. Auch ein Zug Frauen befand sich darunter. Ich mag die Eurrfindiiiigeir Dcrjemgen nicht kinnncn, die hinter Gardinen und Borhängen das Proletariat marschiien gesehen.— Ich nüide nicht so aussührlich reseriit haben, spornte mich nicht der Douner d.r B-llrr zur Heuligen Sedansrier dazu an, immer mehr zu schieibei. Möchic es dem Proleiarial sehr bald vergönnt sein, auch seine SirgrSfeier zu begehen. Aber die Sieges- seier des Proletariats wiid nicht den g.oßrn Menschcnschlächlrreien, sondern der freien und giücklich-n Pienschheil gelten. Im Austrage de« Volkvereins I. Franz. Nürnberg. Moral der Bourgeoispresse. Wohl kein Organ der Bourgeoisie weiß sich ein so„moralisches' Ansehen zu geven, als Keils„Gartenlaube". Manchmal zwar kommt der Pferdefuß zum Vorschein und der„Volksstaai" hat wiederholt die Heucheleien di-se» Blattes»achgewiesen. Zur„Gartenlaube" cristirt auch ein Beiblatt unter dem Titel:.Deutsche Blätter". Die irationalliderale Tendenz dieser„Deutschen Blätter" und die vielfachen hämischen Seilcnhicbe auf die Socialisteu sind uns unter den bewandten Unistäildeil voll- kommen gleichgüllig. Nur eine kleine Probe der moralischen Anschau- u-igeweise wollen wir nicht übersehen. In Nr. 33 der„Deutschen Blätter" unter der Ueberschnst:„Heldenhafter B.russeifer" schreiben diese:„Es war in den Jahren der Procesie gegen die Londoner Leichenräuber für wissenschaftlich: Zwecke, als in Fulda ein furchtbar verwachsener alter Mann der Mutler Erde übergeben werden mußte. Plvs. Adelmann, der eifng- Forscher, hatte schon lange an die Er- Werbung dieses kostbaren Skeletts gedacht. Borsch«, der gelreue Gehülse, beschloß den gefahroollm Erwerb um jeden Preis anzubahnen. Kurzum, bei nächtlicher Stille ging er hin mit mehreien Arzneibeflissenen und vollbrachte die Handlung. Er ann.ktirte d.e Leiche und versteckte sie in einem Obstkeller. Aber der Beriäther schlies nicht. Schon am andern Morgen wurde der Leichenraub enideckt und der mediciilischen Fakultät beigemessen, so daß die ganze consejsionelle Glaubensbrüderschast dem seligen Barsche vors Haus rückt« und ihn in pecmanenlc.i Belagerungszustand erklärte. Die gesuchte Leiche hatte Borsch« aus dem A-psel- lager entfernt, in einen Strohsack gesteckt uno nun auf diesem Buck- li ,en drei Tage und drei Nächte als angeblicher Kranker gelegen!! Erst als die Belagerer ermüdet waren, genas Barsche und»och heuie ziert das monströse Skelett etil bekanntes Museum.— Wie kommt es aber, daß ein vielen wissenschaftlichen Berühmtheiten als so ver- dienstlich bekannter Mann so arm und so elend in einer Sttaße des Berliner„Voigilanves" gestorben ist?" Unter andern Umständen würden die„deutschen Blätter" diesen Akt„Leichenräuberei" genaniU habcu. Zwar ist es nach d-r Doktrin der„Gartenlaube" ein verwerslicher Grundsatz, wenn die„Jesuiten" sagen:„der Zweck heiligt das Mittel", aber für Nichljcsuiten angewandt, ist ein schlechte» M ttel zu cinem löblichen Zweck eine„verdienstvolle" Thai.— Es it dies dieselbe Moral der Wisjeiischast, wie sie in vielen Spitälern Usus ist, in welchen man die»nsteckungssähigkeit veischic- dener Krankheilen dadurch kennen zu lernen sucht, daß man Relon- valeszenten und Leichlkrante ohne deien Wissen unv Willen in die verl-zssenen Betten von Schwerkranken legt, oder unnöthige Opera- turnen an armen Teufeln zum Zwecke des Studiums vornimmt, jc.!C. Breslau, 1. Septbr. Dem Tischler-Fachverein in Hannover nnseun bellen Dant für die zweite Sendung von 10 Thalern, welche uns durch Hen» Fundstein zugegangen ist. Da wir das Geld jedoch nach beendigtem Slrike erhalt.» habe», und noch 160 Thlr. Kassen- bestand vorhanden waren, so sandten wir den Beirag zurück. Mit sozialde-noliatischem Giuß E. Freitag, Tischlergeselle. I. A. d. Comitees der Wi-derstandslasse Breslauer Tischler. Bernau, 1. September. Gesteru Abend fand Hierselbst eine Volksversammlung statt; einberufen war dieselbe von Herrn Klinkhardt aus Berlin. Ich halte bereit» am Mutwoch Kenntniß davon erhalten und insolge dessen an Parteigenosicn ist Berliu ge- schrieben. Zu meiner nicht geringen Freude erschienen auch die Herreu Auer, Bären st ein uno Müller. Herr KAnkbardt reserirte unter theilweisem Beifall der Anwesenden über„die verschiedenen politischen Parteien und über die sozialbemokiatische Arbeiterpartei insbesondere." Herr Auer trat als Korreferent nach Herrn Klinkhardt auf und wurde ofimals von dem Beifallssturm der Anwesenden unterbrochen. Herr Klinkhardt ersuchte hierauf, dem„allgemeinen deutschen Arbeiterverein" beizutreten, stieß aber natürlicherweise bei uns auf Widerstand. ES kam darauf noch zu einer sehr lebhasten Debatte. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Gladem itz, Schriftführer. Danzig. In einer vom Ausschüsse der hiesigen Gewelkoereine aus Sonnabend d. 30. Aug. einberufenen und zahlreich besuchlen Versammlung wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: „In Erwägung, daß die stlikenden Arbeiter nicht gehörig orga- nisirt sind, auch die Mittel zur erfolgreichen Fortsetzung de« Slrites fehlen, empfiehlt die Voltsoersammlung den Arbeitern(außer den Werftarbeitern, den Ballenhauern und Bretlschneideru) die Arbeit wieder aufzunehineii." Hamburg. Hier beginnt der Strike der Seeleute einen günstigen Ausgang zu nehinen. Nach dem„H. C." sollen nämlich mcht nur die Schisse der Hamburg-AmeritanischiN Packetsahrt-Äciien- Gesellschaft, sondein auch die des Rheder« Hrn. Slomann die ver- langten höheren Monatsheuer bewilligt haben. An die Parteigenossen. Für die Jnhaftutten gingen ferner bei unS ein: Von den Parteigenossen in Zwickau du:ch H. Dotzauer bei dem am 23. Juli abgehaltenen Stiftüngsseste resp. in der Bolkshall« ge- sammelt 10 Thlr.; von den Parteigenossen in Niederzwönitz durch G. Pausch, gesammelt bei dein Ai beiterfeste 2 Thlr. II Gr.; von d:» Parteigenosse, i tri Hildesheim, durch I. Hampe>4 Gr.; von den Partei- genossen in Wieda, durch F. Täuber 1 Thlr. 9 Gr.; von den Arbeit rn des Marcotty'schen Walzwerkes in Duisburg, durch G. Fennmann 2 Thlr; von d.n Parteigenossen in Hannov r, durch E. Reichelt die auf Liste 236 u d 290 gesammelten Beiträge 3 Thlr. 24 Gr. 6 Pf.; von oen Parteigenossen in Mainz, durch B. LemoiSne 10 Thlr.; von den Par- tttgenossen in Augsburg, durch Knöller 10 Fl. 34 Kr., davon durch Sch. 4 Fl.; von 4 Arbeitern durch Renk 1 Fl. 39 Kr.; von Eßlingen, Ertrag der Landesversa>nmlnng der Schwäb. Sozial-Demokraien, durch W. Morlock 12 Thlr. 10 Gr.; von den Parteigenossen in Celle, durch I. Siaber 1 Thlr. 15 Gr. 6 Pf.; von den Parieigenossen in Gießen, durch K. Orbich, von Liste 251 1 Fl. 3 Kr., und Liste 255 4. Fl. 4 Kr.; von den Parteigenossen in Oberlungwitz, durch F. Kluge die auf Liste 472 verzeichneten Beiträge 16 Gr., und Liste 473 mit 1 Thlr. 10 Gr, sowie Liste 475 1 Thlr. 6 Gr.; von den Parteigenossen zu Neu-Isenburg, durch W. Arnoul 1 Thlr.; von der Schreiner- Union rn Mainz, durch W. M. 6 Thlr. 17 Gr. 5Ps.; von den Parteigenossen in Miinchen-Bernsdors, durch F. Rösel 1 Thlr.; von Mainzer Demo- kraten 2. Sendung 8 Fl. 45 Kr.; von den Parteigenossen zu Rons- dort, durch C.Thierbach 5 Thlr. 27 Gr. 6Ps.; von den Parteigenossen in Mannheim, durch A. Schimmols 2 Fl. 38 Kr.z von Osnabrück, durch C. Maaß 2 Thlr.; von den Parteigenossen in Weimar, durch F. Giertz 2 Thlr. 5 Gr. 6 Pf.; von den Prrteiqenossen in Wittgensdorf, durch F. Peuterl 13 Gr. 4 Pf.; vom Voltsoerein in Penig. durch L. Adling 1 Thlr. 15Gr.; von den Parteigenossen i» Reichenbach i/B., durch E. Neu 6 Thlr.; von den Parteigenossen in Wandsberk, durch J.Jahnke 2 Thlr. 12 Gr.; von Schauer in Dresden 9 Gr.; von Heinsch in Nrliii 10 Gr.; von Hamburg, durch Lrutz, auf Liste 109 1 Thlr.; von Heriord, durch Heiibrink in Bielefeld 20 Thlr., und in Bielefeld gesammelt 7 Thlr. 22 Gr. 6 Pf.; von den Parteigenossen in Frankfurt a/M. durch H. Grimm 6 Thlr. 6 Gr.- von Reu-Bielau in eine. Arbeiierversammlung durch A. Kühn 1.thlr. 3 G. 6 Pf.; von Berlin stnä. zur. W. Bdg. monatlicher Beitrag 1 Tdlr.; Kim. M. Bdg. monailicher Beitrag 1 Thlr. Kim. C. Busch monatlicher Bei- trag 1 Thlr.; von Zwickau, bei einer aesellige» Uiiterhallunz von Belg- vrdeiter» des Lrückenber.-schachte» für ric Jnhaftirlen gesammelt 3 Thlr.; von Nürnberg 2. Sendung 20 öl., davon 6 Fl. 35 Kr. vom„Allg. deutsch Schueideroerein", 3 Fl. 57 Kr. von verschietinei: Paricigenoljen an Seischab abgegeben., 1 Fl. 27 Kr. durch Möhrlein, 30 Kr. von Stcurer, 1 Fl. 06 Kr. durch Steindrucker Eh. M..... Das Ucbrige pritaiire beim Palteikassiler eingegangen. Hamburg, den 1. September. Mit sozial-demokratischem Gruß H. Ben necke, Parteikaisiitr, ___ kl. Schälerkanip Nr. 34._ Brieskastc» der Expedition: P. Nicolic, Panesova: Sie können durch uns jeder- zeit erhalten was sie wünschen; Hannebeck in Berghausen f. Schrst. 1 Thlr. 3 Gr.; A. Goeqg in Geis f. Abonn. l— IV Qu. 3 Thlr.; Zollinger, FrankfuiM. M.: Die beiden Aiinoncen kosien 3 Gr.; Mar- cooie, Panesova: Pfeissers„lieber GenossentchaflSwesen" kostet 25 Ngr.; Mangner, Apolda f. Schriste» 3 Thlr.; Bauli, Straßbnrg f. Abonn. 8 Gr.; Lunz nau, Streun« für Annoncen 20 Gr. der Redallion: A. G. in Gens: Nr. 65 vom 10. August wird das Gewünschte schon enthalten. Alles Uebrige i» Ordnung. Beste» Dant. Für den„Bollsstaat." Durch den Bott-o-rein in Glauchau 1 Schuldschein Nr. 132 zu 2 Thlr. gratis zurückgegeben. Von C. Wehde, Hamburg, Schuldicheiu Nr. 34 zu 1 Thlr. gratis zurückgegeben. _ D. Erped. d.„Volktstaat." Für politisch Gematzregelte. Von Mitglieserii des VoliSvercin»>» igerbau ourch Bauch 2 Thlr.; von L. Sch. in Zwickau 1 Thlr. ___ Di« Exved. d.„Bolkistaats."_ Für Leipzig. Allgemeiner deutscher«chueider-verein. Jeden Dienstag, Adeuos 3 Uhr, Veriamiului.g im Lokale des Ar- beiterbildiiNgSverein. Tagesordnung: Verlesung und Diskussion der provisor schen Lerbandsstaiuten. Aufnahme neuer Mitgliedee. Der Bevollmächtigte. Scctton der Mchlcr«nd Pianofortearbciter. Svnadend, d. 7. Sepi. Versauiiiiluiig bei isötz, Nikolai sir. 51. Tagesordnung: Beuachiungen über die Lohiivcrhältmsse oer Lei» tiger Tiichlergehilsen._ D. B. Intern. Metallarbschft. für Leipzig u. Umgegend. Reomag, den 9. d., Abends 3 Uhr, V-rsauiiutung bei Aruvid, Reuo- »itzerstraße. Tagesordnung: Ncuwayl des Bevollmächilglen. DaS E scheine» Aller ist dringend iriordeUich. Fach-Beretä der Kürschner und Mützenmacher Letp- zigs uud Umgegend. Montag, d. 9. Seplember o., Abends 8 Uhr, Versaminlung im VereinSlokal, Roßplatz Nr. 9. bei Richter.— Aufnahme neuer Mu- glieder. Sämmtlichcr Erscheinen wird erwartet. Der Vorstand. Liir Ueieiiendaeü. Fkkgruß. Willkommen Du Arbcitervolk aus uus'ren lieb.n Nachbarorten; Ein wirtlich hoher Feiertag ist es, der heul uns hier geworden, Zu sehen all' die Kampfgenosse», vereint durch Roth und Nächstenliebe, Wie sie nur Gute« schassen wollen und deßhalb streben nach dem Ziele: Daß Wahrheil und Gerechtigkeit in Zukunft soll'» auf Erden getien, Daß nicht, wie jetzt, ein Menschenkind in Roth und Dummheit lanu verwelken. Willlommen nochmals theu're Seelen, genießt mit Maß das heut'ge Fcst, Und Kältet dann, wie sich'« gebührt, fortan an diesem Streben fest. Für Vrrsdcn. Sonnabend, den 21. Sepleliiber, Abend« 8 Uhr. iieiieralversamiiiliiiig; Ver Gesellschaft „Dresdner Volksbotc" in Hempel's Restaurant,(am Aitmarkt). TagcS-OtVuung: 1) Bericht der Rechnuiigspiüiungs-Coininission. 2) Berathung der Statuten. 3) Geschäftlich- Angelegenheiten._ Kür Rochiitz. Butköversummluliq. Donntag, d. 3. Sept. uu Mllller'ichen Schanklokal in Zainitz '-'»4 Uhr Nachmittag. Alle Parteigenosseu werden freundlichst einge- laden. Soziat-demolr. Arbciter-Vereia zu Rvchlitz. Kür Gotha uud Umhegend. Großes Arbelterfest am 15. September, Nachmittags 3 Uhr. Programm: Festzug nach dem Albertt-Bad, Festiede, Bolksgesang, Garten-Eoncert, Fest-Ball. Al e Arbeiter Gotha's und der Umgegend werden hierzu ciugeladen. Festkarten sind bei der Fitial-Erpediiion des„Volksstaat'(Salzen- gasse 12) zu beziehen. Das Kest-Coinitee.' Stuttgart. Für Schuhmacher. Das Arbeilinachweis- Bureau für Schuhmacher in Stuttgart be- findet sich bei H. Schick, Roihestiaße 29.„Zum wilden Mann." Todesauzeigc. Am 30. August d. I. starb in Nuuiberg Herr Karl Mendel, ein treues Mitglied der Partei seit ihrem Bestehen. Der>adikaleu Demokratie angehörend, giüudele er mit andern Parieigenossen in Eisenach die jozial-dem akratische Arbeite, partei uud wirkte, so lange es ihm möglich war, nach Kräfte» für die von ihm als wahr erkannten Princip:en. In der Erinnerung seiner Freunde wird er fortleben immerdar. Die Sosial-Deinotialie kann ihren Kämpseru nicht mit Gütern u. dergl lohnen, aber in getreuem Andenke» behäil sie ihre Table». Wir setzen keinen Marmelstci», Wir schreibens nur in's Herz hinein: Gestorben ist«in Mann der That, Der Freiheit ein Soldat!!(f) vetauntmackuna. Den Schriftenvertrieb betreffend. Die Beriieibung jozial-demotraiiichcr Schriften in für die Panti von der glößten Wichligkeit und erfreulich, daß dieselbe in de» letzten Monaten ganz bedeutend zugenommen hat. Hierbei hat sich aber der Uebelstand h.rausgestellt, daß viel« Parleigeilossen den gewähriea Kredit in einer Weise ausbeule», wie-s im Interesse der Kasse ferner nicht mehr zulässig ist. Die Schiisien sind alle sehr billig, der Gewinn äußerst gering, Papierhäudler und Buchdrucker beanspruchen den weitaus giößleu Theil der Einnahme. Die Verpfiichlungeu gegen diese müssen pünktlich ersüllt weiden, das in aber nur.nögttch, wenn die Parleigenosseii auch auf Pünktlichkeit der Zahlung sehen. Wir ersuchen alle Parieigenossen, die bis Ansang August auf Kredit bezogenen Schriften bis spätestens de» 30. September a. c. zu bezahlen. Wer nach diesem Termin noch restirt, wird durch das Parteiorgan zur Zahlung aufgefordert. Außerdem wird künftig nur da Kredit gewähri, wo die Parteigenossen, resp. ein bestehender Verein, die Bürg- schaft für den Kreditsuchenden übernimmt. Leipzig, den 23. Mai 1872. (2) 1 t Die VcrwaltungSkommissio«. Die Filistlerpeditionen werde» ersucht, allenfalls übrige zxxplr. uan Nr. 54 und«0 vou 1872 riiizuscnöeil Augletch werd.» die Nestanteu wieder- holt ausgesordert, Sie Rückstände;u decke», vrdeo d.„Boltsstaat" Leipzig: Oerantw. ätoacuur u. Math; Revatuon u. Erpeditwu Hohestr. 4; Druck u. Beilag v F. Thiele.