Mo. 73. Mittwüch, 11. Zcptembrr. 1872 '�rschmtt«icheülUch 2 mal tu Leipzig. «HMunaeu»etJinnt«H« 'PijiaustaUen und Buchhau»» titugen de« In« und Au»« laude« am. 3ftt Leipzig nehmen Bestellungen an: »te Srpedition, Hohe SK. 4. i. Bebel, Peiertstr. 18, K. Thiel«, EmiUeustr. S. Abomeemeuttveri«: ät Preutzen incl. Stempel- euer 17 Sar., für die übrigen dentsiben Staaten IL'/, Rgi per Ouanal. per Monat 4'/» Rgr., für Leipzig und Um- gegend per Quartal 13 Rgr. NVlilerpedttiou jSr me K r. «migt» SÄaten: F. A. Borge, Bon 101 Hoboken N.J. vlaNewTork Organ der soM-demokratischen Arbeiterpartei und der Zllternatiollalen Gewerksgeuossmschastea. Tie schweizerische Berfassuugsrcform.*) vetanntlich hat am 12. Mai b. I. in der Schweiz eine Urabstimmung über eine dem Schweizervolc vom Bundesralh vorgeschlagne Revision der Bundesversassung stattgefunden, die sich hauptiächlich über daü Miliiärwesen, die Form der Ge- setzgedung, die Gerichtsbarkeit ,c. erstreckt: und auch einen Passus in Betreff der«ntderarbeil in den Fabriken enthielt. Sie wurde bei der Bollsabstimmung verworfen, indem nur 2&5,58!> mit Ja und 261,961 mit Nein stimmten. Der Umstand, baß außer den radikalen Arbeiterelementen auch die Ultramontancn(freilich aus ganz andern Motiven) gegen die Revision stimmten, bot der liberalen, schweizerischen wie deutschen, Preffe w jeder einmal einGGelezenheit, von einem Einverständ- niß der„schwarzen" und der„rolhen" Internationalen zu salbadern. Zwar hat der„Bolksstaat" neulich eine Notiz aus der Züricher„Tagwacht" abgedruckt, worin diese solches Ge- wäsb abtrumpft und zugleich erklärt, daß sie den Genfer Ar- beitern keinen Borwurs deßhalb mache, daß sie gegen die Re Vision gestimmt, daß es überhaupt nicht sehr Shade sei, daß letztere verworfen worden ist; aber die Gründe, warum die meisten Arbeiter der romanischen Schweiz gegen die Revision gestimmt, und warum man das Resultat der Abstimmung vom sozial-demokratischen Standpunkte aus nicht zu bedauern brauche, sind auch aus diesem Aussatz nicht zu ersehen. Ueberhaupi hat man in Deutschland diese ganze Angelegenheit zu sehr als eine lokal schweizerische aufgefaßt und deßhalb wenig erörtert, und es ist in Folge dessen kein recht klares Urtheil über dieselbe bei uns verbreitet, obs hon sie nicht nur für die Schweiz, so» dern auch für das Ausland, also auch für Deutschland, von großer Bedeutung ist. Die folgenoe Uebersetzung eines Artikels der Genfer„Pßulite" vom 7. Mai d. I., der also vor der Ad- stimmung erschienen ist, hat den Zuxck, über diese Angelegenheit und ihre Bedeutung auch für weitere Kreise mehr Kl.'rheit zu verbreiten. Der denkende Leser wird die zahlreichen Schluß- solgeruugen, die»ran aus demselben auch für dre deutschen Berhätlniffe machen kann, selbst herausfinden und zur-Nutz- anwendung ziehen. y. V. Der Förderalismus oder öle Sentralifatio«? Wollen wir»te repaalik misch- Smoerauität oder die man.rchische Diktatur 1 Wck»»ic repidirte verfaffaug der arbeitenden«lasse aus- erlegt. Warn»»te Arbeiter am l'Z. Mai mit,.Rein" stimmen»erden Wir haben in Folge der Bundesreoision, die alle Canlvne der Schweiz in Be vegung fetzt, bis zum letzten Augenblicke vorgezogen, zu schweigen, und zwar aus mehreren Beweggründen Die„Ü�aliie" in ihrer Eigenschaft als Organ der inter- nationalen Affocialio» hat nicht die Mission, sich speziell mit den politischen Jntercffen der Schweiz zu beschäftigen, und zwar um so m.hr, als in Genf schon die politische Arbeiteraffocia- tion besteht, die, ausschließlich au« Bürgern drs Landes zusammengesetzt, einen gesetzmäßigen Einfluß aus die politischen Angelegenheiten der Schweiz ausübe» kann. Ader es zeigen sich in Betreff dieser Revision recht ernste und traurige Dinge, die uns nölyigcn, hier eine Abhandlung über das Werk der revidirten Bersaffung zu veröffentlichen, damit man wisse, warum die arbeilende Klasse dieser neuen Bersassung nicht zugethan sein kann, ungeachtet ihres lebhaften Verlangens, mehrere wichtige, die politische und freie Organi- sation der Schweiz betreffende Reformen in Ausführung ge- bracht zu sehen. EiueStheils scheint die radicalc Presse der anderen Canioue die Haltung der Genfer Arbeiter nicht zu verstehen;'*) anderentheilS wenden sich die Grütligesellschaft, Sektion Zürich, und eine Züricher Volksvcrsainmlung an die Genfer Arbeiter, indem sie sie einladen, mit Begeisterung für die revidirte Per- sassung zu stimmen. Und die Züricher„Tagwacht" wendet sich speziell a» die„Egalitö", damit sie diese oerschiednen Zurufe an die Genfer Arbeiter wiedergebe. Es liegt, wie wir eben gesogt haben, aus der Hand, daß hier ein unheilvolles Mißverständniß in Betreff der Revision besteht, und daß es in der That Pflicht jeden Bolksorgans ist, sich energisch zu bemühen, dieses Mißverständniß zu beseitigen. *) Dieser Parteigenossen Artikel ist aus nachdrücklichen Wnnjch schweizerischer ausgcnoininen woroe i, um die in Denischtaud der schweife rjchen Sozialdemokratie gemachienLo.würse wegen der Iblebnung des« rsassunz,LiuiwUlss zu enrträslen. R. d. *•) Um nur von zwei Organen zu iprecken, welche unserer Sache am meiaen zugithan gewesen sind,— dem„Eidgenosse" von Frerburg und dem„Laudbote" von lüinlerlhur— so h rben wb' mit Bedauern flcsch n, daß der„rlidgenosse" aus die gedrauchliche Waffe der Reaktroa iurückgegiiffen Hut.„Die Zniernairvnale", rusler aus,„geht mit dem UtlramonronismuS. Di« lUtrauio'Urien im Dienste der Jnlerua- nouateu 1" Sieht der„ilidgiriosje" denn nicht, daß in seiner Per- lupeinng kein vernünftiger©mii liegt? Kann der„Eidgenosse" so lerne ganze Ersahrung und seine ganze Bergangerrh it beständiger «ampic v.rgesserr, dag er die«tust, die zwischeu dein Ultramo>>u w' MUS und der sozialer, Demokralie besteht, vergigr? Mir eluem no h pel� ticheren Gcjühl dabc» wir im ,La»ddol-" die Genser Eoerespon- derrzen geleze», die die Genser Beoötkerurig in eiri falsches Lrchc»ellei und dre gern am uncechren Play zu spörrel» versucheu in Bezug auf diese Beooik-runq, indem sie n« rer deullche» Bevöllerung atS unter den Besehlen I. Fnzy's stehend hinstelle». Liegt es i-ichr aus der Hand, dag das Allek das jwlrchen den beiden Aid itersracrionen der Schwerz schon existrrende Mistuerstandnrg nur vrrgröß rn, dast eS nur unser», gimeürschasilichen Feinden zur Frrude gereichen kann? � Deshalb haben wir, geleitet aus den eben erörterten Beweg- gründen, unser Schweigen aufgegeben, jetzt wo die Bürger- Arbeiicr*) sich bereits im Großen Rath(Rede des Bürger Grosselin) und im Manifest der polirischen Arbeilcr-Association energisch ausgesprochen haben. Zugleich begreift Jeder, daß die Frage der Bundcsrevision keineswegs eine blos lokale, ausschließlich schweizerische Frage ist.— Man kann, ohne die Wahrheit zu übertreiben, sagen, daß die Augen aller Böller, der gesummten Demokratie in oiesem Augenblick auf die Schweiz gerichtet sind. Zwar sind es nicht„vierzig Jahrhunderte," wie der kais rlichc Komödiant in Aegypten sagte, die auf die Schweiz blicken, aber es sind Millionen Seelen, welche aufmerksam Theil nehmen an diesem Schauspiel eines zwar friedlichen, aber doch leidenschaftlichen Kampfes zwischen zwei Prinzipien: es sind Millionen Menschen, deren Schicksal in der nächsten Zukunft von dem Ausgang dieses Kampfes abhängt; es ist nicht gleichgültig, sondern von der höchsten Wichtigkeit für die ganze europäische politische Gesellschaft, zu wissen, ob sie noch in ihrer Milte daS Bild dieses neuen politischen Systems haben wiro, das den Ruhm und die Kraft der neuen Welt Amerikas macht,— ob dieses System, das allein den demokratischen Prinzipien der Volks- souveränilat entspricht, sich noch in Europa erhalten wird. gleich einem Keim, der bestimmt ist, seine natürliche Entwicklung zu erhallen und sich über alle andern Staaten anszn- breiten. Aber wird etwa die Schweiz, indem sie taKuk rasa (reinen Tisch) mit der ganzen Geschichte ihrer Völker macht, diese schöne Frucht ihrer Errungenschaften auf politischem Ge- biet leichter Weise ausgeben und mit gebeugtem Haupt wieder zurückkehren zu dem allen System der Centralisation, deren geschichtliches Borbild das Cäsarenreich und deren schönes gegen- wänig.s Modell das Regierungssystem Bonaparte's und Bismarcks ist? I. Da» föSerative Prinzip die CantonSsouveränttät. Die Arveiteroertretuug. Nach Allem, was über diese berühmte Revision von allen Seiten gesagt worden ist, wäre es überflüssig, dieselbe einer eingehenden Untersuchung zu unterwerfen. Wir werden vielmehr versuchen, zunächst ein einziges Prin- zip, daS Föderativprinzip, zu erläutern. Ist es nicht bis jetzt die Grundlage der Schweizer Ver- sassung, wie auch allen politischen und sozialen Lebens der Schw.iz g-wescn? Schöpfte die Schweizer Nation nicht in der That ihre moralische Kraft wie ihre materielle Stärke in diesem ganzen Zusammenwirken von Vereinigungen, die durch ihre ganze Ge- schichte eine natürliche Eivgenossenschafl aller seiner verschiedenen Krästc bilden? Ist nicht dieser nationale Geist der Bereinigung selbst das geschichtliche Produkt mehrerer Jahrhunderte gewesen und hat er nicht seinerseits seinen Charakter der ronstitutionellen föderativen Organisation des Landes ausgeprägt? Diese Orga- nisalion hat bis jetzt die Selbstherrschaft jeder gleichförmigen Gruppe respekcirc und ihrerseits ist diese lebende Gruppe viel geeigncier als eine ausgedehnte abstrakte Emheitlichkeit gewesen, die Persönlichkeit jeden Individuums respekliren zu lassen und zu respekliren. Wir wollen keineswegs sagen, daß die Schweiz bis jetzt ein irdisches Paradies für die Gesellschaft und für das Einzel- wesen gewesen sei. Ebensogut wie jedes andre Land, zeigt sie verhängnißvolle Mangelhaftigkeiten in Bezug auf die Bedürf- nisse und Rechte des Volkes. Jndeß dies liegt nicht an ihrer Verfassungssorm, sondern an den ökonomischen und sozialen Grundlagen, die ebenso un- sinnig und ebenso abnorm sind als überall onst. -Nun, grade für die Lösung dieser ökonomischen Berwicke- lungen ist die föderative Form die einzige, welche die wenigsten Er chllterungen, heftigen Krisen und blutigen Kämpfe in Aus- >,chl stellt. Sie lllein bietet in Betreff der Slaatsform den breitesten Weg zur Berständigung der bestehenden Gruppen, sie allein giebc jeder Gruppe das Bewußtsein ihrer souveränen Berechtigung zur Herbeischaffung des Steines zum sozialen Bau, den sie zur Eniw ckelung des gemeinsamen Wohles als geeignet erachtet, und seinerseits bleibt jedes rcinzelwesen in die- er Gruppe, jedes Glied der Gesammlheit befähigt zur Heur- theilunz aller Fehler n id Eigenrchaslen dieser Gruppe und zum Berständniß aller ihrer Bedürsnisse und Bestrebungen. So beschirmt die föderative Form allein die erste Be- dingung einer wahren Republik, indem sie jedem thätigen Gliede der Gesellschaft die Befähigung ertheilt, diese Gesell- schuft zu verstehen; Venn sonst, augerhatb dieser Bedingung, ist die Repnblik nur erne eitle Formel und zeigt ebensogut wie ilne Monarchie Leiter und Geleitete, Hurten und Herden, Pflanzer und Sclaoeu und führt in einem gegebenen Augen- bück die Empörung der Sciaven und die dlucige Unterdrückung der Pflanzer herbei. -Nun fragen wir, wo ist es leichter, sich dieKenntniß von •) Zu der Schweiz und anderwärts ist eS üblich, jeden Staats- ailzehöciyen„Bürger" zu nennen u.rd anzureveir, also auch die Arbeirer. (Anmerk. des Uebers.) dem Zustande der Dinge zu verschaffen: in diesen autonomen Gruppen(Commune und Canton) oder in einem einzigen cen- tralisirten Staate, wo Alles von oben herabkommt, und wo, um ihn zu überwachen, der Arbeiter alle Unterschiedlichkeilen des bureaukratischen und hierarchischen Mechanismus kennen müßte? Gewiß, unsere Begründung läuft Gefahr, sehr be- beschränkt zu sein; es scheint, als ob wir die Idylle des Can- tonalismus(den„Canlönligeist". Der Uebersetzer.) wieder schil- dern wollten, der auf den Canton die politische und soziale Sphäre des Arbeiters einschränken will(wir sprechen nur in Bezug aus den Arbeiter; die Uebrizen berücksichtigen wir für den Augenvlick nicht!) Nein. Aber wir wollen hier keine Illusionen nähren; wir sprechen nur von»em wirtlichen Zu- stand der Dinge und in diesem Zustande— jeder Arbeiter wir» es ohne weiteres gestehen— ist er in Folge seiner ökonomischen Lage, der langen Dauer der Arbeit, der zu schwachen Bezahlung seiner Arbeit, der schauderhaften Unzulänglichkeit seine« Unterrichts gezwungen, sich auf das Studium der politischen Dinge, die in seiner Tragweite liegen, zu beschränken, d. h. in seinem Kreise, in der Kommune, im Kanton. Und dabei sehen wir erst in der letzten Zeit die Arbeiter- klaffe in der Schweiz ihre Stimme im Kapitol laut werde» lassen und anfangen, sich mit der Politik zu beschäftigen, in- dem sie begreift, daß in einer Republik die Politik ebenso in ihrem Bereich liegt, wie in dem der anderen Gesellschaflstlassen. In dem gegenwärtigen Zustand der Dinge übt sich also die Thäligkeit der Arbeiter aus dem kantonalen Terrain: Dort überwacht, beurtheilt und erwägt die Arbeiterbevölkerung ihr« Vertreter, und von dort ausgehend kommt sie mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß ihre wahre Vertretung aus dem Ar- deiterelement zusammengesetzt sein muß. Die Gesetzgeber, die Magistralsbeamten des KantonS müssen jetzt„rechnen" mit den Wünschen der Arbeiterbevölte- rung,— weil diese Bevölkerung sie ernennt und absetzt in vollkommener Kenntniß der Sachen und Personen. Wir sehen jetzt mehrere Arbeitervertreter in gewissen kan- tonalen Versammlungen, wir sehen aber keinen einzigen in der Bundesversammlung. Und wenn diese Einheiten, die gewiß Niemand al» künst- liche zu behandeln wagen wird, ersetzt sein werden durch eine einzige eingebildete Einheit, wenn diese kantonalen Vertretungen beraubt sein werden aller ihrer souveränen Attribute, wenn alle Gesetzgebung von der großen Einheit herab kommen wird, dann werden die Ueberwachung und die Tbeilnahme für die Arbeiter illusorisch werden für eine gewiß lange Zeit und der Kainpf für ihre wesentlichen Interessen wird sich mit neuen und mißlichen Schwierigkeiten verwickeln. Gewiß wird die Propaganda und die Organisation der Arbeiter viele Hindernisse beseitigen, die der Verbesserung ihres Looses entgegenstehen. Sicherlich wird die Organisation der Ardeiter trotz aller dieser Hindernisse hinreichen, um der Arbeiterklaffe ihren berech- tigten Theil von Einfluß auf alle Angelegenheilen des Landes im Allgemeinen zu sichern; aber es wird nicht sobald erreicht werden, und inzwischen wird die Kompetenz der Arbeiter die Grenzen des Kantons nicht überschreiten. Warum es verber- gen? Haben wir nicht ein schlagende« Beispiel der wirklichen Inkompetenz(Uizustäiidigkeit) der Arbeiterklasse, sobald die De- balle von dem kantonalen auf das Bundesgebiet übergeht? Sollten sich unsere Brüder der deutschen Schweiz nicht von den hohen Finanzbaronen haben ködern lassen, deren Werk die Re Vision ist? Jndeß, was verspricht diese Revision der Arbeiterklasse? — Nichts! Ware eS trotzdem eine zu große Anmaßung von unserer Seite, wenn wir glaubten, daß ein republikanischer Staat in unserer Zeit, wenn er auf der Bahn des Fortschritts marschi- ren will, vor Allein auf die Verbesserung deS Looses der Ar- beiterklasse bedacht sein müßte? II. Die rentraltslrte Armee. Als ganze Antwort läßt man vor unfern Augen die schöne Armee glänzen und in s diesem Punkte denkt man in der Thal an die Arbeiterklasse und man hat sich nicht genirt, zu sagen, daß die Armee nölhig ist, um die Ruhe im Innern zu sichern l Wie kommt es denn, daß eine Gesellschaft, die si h demokratisch nennt, wie das„Grütli"*) die Arbeiter einlavet, für die Re- vision zu stimmen, grade weil die Revision eine„centralsir te Armee" schafft, die unausbleiblich ein stehendes Heer werden muß?(Wie es so gut Professor Vogt constatirt hat, den-Niemand des Zartgefühls gegen unsere sozialistischen Ideen wird beschuldigen wollen.) Hier, in dieser neuen militärischen Schöpfung liegt das vollssändige Aufgeben des föderativen Systems, hier ist der Ausgangspunkt der schroffen Umwandlung der eidgenössischen Schweiz in einen Einheitsstaat. Da die amtlichen Argumente immer vorzugsweise von Werth sind, so werden wir uns begnügen, eine Meinung zu crtireu, die bei Beginn des Revisionswerkes im Schooße der Commirsion des-Nationalraths ausgesprochen worden ist. *) Was sie indeß nicht hindert, sich in Genf die Wohlihaten der Re- vrsion von öerrn Weite! erläutern zu lassen, dessen Kalle zur Zeil der ArbeilsernsteUnng 1869 ein« so„populäre" gegen die Arbeilec gewesen ist! .�Die Majorität", sagte der Bericht der militärische!! Sectio,, (Scherer aus Zürich),„hat in Bezug hierauf(auf die militä- rische Umänderung) entschieden, daß man aus politischen Gründen für den Augenblick von der Idee einer gänzlichen Zentralisation absehen müsse. � „In der That, wenn man so weit gehen und die Eidge- nossenschaft mit der Rekrutirunz beauftrage«! wollte und mit oer Anschaffung des Materials, so hieße das einfach: das öderative Prinzip opfern." Stehlin, Berichterstatter der--MilitatrfiaSnzfrage sagte seinerseits:„Vom praktischen Gesichtspunkt aus würde diese Centralisatio« des Militärs großen Schwierigkeiten be- gegnen, sie würde unaufhörliche Conflikte aller Art hervor- rufen. T'., ,;®M Kfetm dantß' nach Bedürfnis?, auf der Grundlage deS föderativen Prinzips zu befriedigender Organisation, Instruction und Bewaffnung gelangen."*) Seitdem hat man, wie die Debatten in den Bundes- kammcrn und die revidirte Verfassung es glauben machen, ge- funden, daß dies nicht genügend sein würde, und hat Alles centralisirt... Nun, diese selbe militärische Section der Eommission des Nationalraths fügte einige Tage nach der angeführten Sitzung diesen Herathungen die nachfolgenden Aeußerungen hinzu, deren Gerechtigkeit und Mchtigkeit man wohl durchdenken wolle: „Die militärische Section hält im Prinzip daraus, daß die verschiedenen Kräfte der Republik aufgerufen werden müssen, um Theil zu nehmen an dem Werk, und daß, wenn man nicht die politische Grundlage unsreS Staates erschüttern will, hier nicht die Frage von einer absoluten Centrahsauon sein kann. „Man hat daraus hingewiesen, daß den Cantonen noch eme ziemlich große Sphäre der Thätigkeit bliebe, wenn sie auch die militärische abtreten würden. Das ist unbestritten; aber es ist eben so gewiß, daß man noch Cantone finden würde, die bereit wären, ihre Souveränität selbst dann zu opfern, wenn es sich darum handelte, der Eidgenossenschaft das Recht zu geben, in Betreff der Haushaltungen der Bürger zu interne- niren, wenn man ihnen das materielle Gebiet ihrer Existenz wegnähme, wenn man auf ihrem Eigenthum eine Dienstbar- leit zu Gunsten der Centralgewalt schüfe, wenn man in allgo- meiner Manier begönne, die individuelle Mitwirkung bei Seite zu stellen und zu mißachten. „Unter diesen Bedingungm würden zahlreiche Cantone vor- ziehen, sich von Anfang an in die Arme des Unitarismus zu werfen, indem sie überzeugt wären, daß den einen oder den an- dern Tag der föderative Staat doch verschivinden müßte. p-•■. „Man sagt zudem, daß es möglich sei, eine militärische Centralisalion zu bewirken, ohne den Geist unserer Jnsti- tutivnen zu verletzen. Es ist aber nicht weniger wahr, daß durch eine vollständige Centralisatio» das gegenwärtige politische Gebiet aufgegeben sein wiro**)." Das ist's, was kommen wird! Ist die militärische Cen- tralisation einmal angenommen, so muß man logischerweise zur Centralisalion der Finanzen und der Gesetzgebung schreiten. Indem die militärische Centralisation„den Geist der schweizerischen Institutionen verletzt" hätte, wäre es den föderativen Institutionen vorherbestimmt, unterzugehen in den Schlund der Centralisation eines Einheitsstaates. Und- mögen sich jetzt die schweizerischen Arbeiter etwas des Ursprungs und der Haupt- gründe dieser ganzen Centralisation erinnern. Man hat es in allen Journalen geschrieben und in allen Reden verkündet, daß es die Erfahrung des letzten franzö- sisch-deutschen Krieges sei, die die„versammelten Senatoren", die eidgenössischen Gesetzgeber gezwungen hat, die Schweiz mit der militärischen Centralisation zu beglücken. Es möchte schei- neu, daß ohne diesen verhängnißvollen Krieg niemals die Idee bei ihnen aufgetaucht wäre, die föderative und republikanische Organisation zu verletzen. Jndeß die Thatsache steht fest, daß es schon vor dem Kriege eidgenössische Moltke's gab, und daß man in den Bundesregionen schon vor dem Kriege auf eine Reorganisation des Militairwesens der Schweiz hinarbeitete. Von wo ist diese revisionistische Bewegung ausgegangen? Von dem Vorschlag Ruchonnet mittelst eines Bundesgesetzcs, die unduldsamen Hemmnisse im Eherecht zu beseitigen. Man hat diesen vollkommen begrenzten und präcisirten Vorschlag be- nutzt, um den Bundesrath mit dem Project einer totalen Revision zu beauftragen. Der Vorschlag Ruchonnet datirt vom Dezember 1869. Die Botschaft des Bundesraths wurde im Mai 1870 geschrieben und der nach der Botschaft zuerst zu revidirende Artikel war der Artikel 19, der das Militair betrifft. Der Krieg hat nur den Eifer der Reoisionlsten verdoppelt und ihre Bestrebungen kühner gemacht und doch hat man aus dies m Kriege eine Lehre ziehen können, die der von den Re- vistonisten gepredigten ganz entgegengesetzt ist.— Welche Armee war jemals mehr centralisirt er als die französische? Wel- cher Soldat blieb länger unter den Wuffew/ in der Instruktion, der deutsche oder der französische? Und diese vorzüglich cen- tralisirte französische Armee war siegreich in der Krim, in Italien w., und doch ist sie in einem Augenblick durch die viel weniger centralistrten Armeen der deutschen Staaten zerstreut worden. Man müßte blind sein, wenn man nicht sehen wollte, daß Frankreich seine Niederlagen seiner Demoralisation, der schreck- lichen Corruption der privilegirten Klassen, der crasscn Unwissen- heit der Landbevölkerung, dem verhängnißvollen Einfluß des Ultramontanismus und dem vollständig gerechtfertigten Ekel der Arbeiterbevölkerung der Städte verdankt, einem Ekel, der ihnen sicherlich keine Begeisterung zur Vertheidigung des Kaiserreiche der Sklaverei einflößen konnte! Wissen unsre weisen Gesetzgeber nicht, daß das römische Reich unter den Schlägen der deutschen Milizen gefallen ist, weil dieses Reich von der alten Rom-Republik zur Sklaverei der siegreichen Legionen heruntergebracht war? Es ist erstaunlich, zu sehen, wie eine Gesellschaft wie das „Grütli" einer der kaiserlich« deutschen Armee ähnlichen Armee beifällig zustimmen kann. Das„Grütli" scheint so seinen alten Entstehungsgrund vergessen zu haben: denn ist die Grütlige- *) Protokoll der Berathunqen der Kommission des Ritional- rath« Seite 2K und 27. **) Ebenda, Seile 92. sellschaft nicht aus dieser republikanischen Idee hervorgegangen. daß das Vaierland in jedem Bürger einen ktäfligen Vertheidi ger finden muß, und daß diese Verlbeidiger sich nicht in Re- gierungskasernrn ausbilden müssen, sondern in den lokalen Ge- sellschaften, in den lokalen Schützenvercinen, wo jedes Indiyj- duum berufen ist, sich frei zu üben und an dem allgemeinen Wettstreit Theil. zu nehmen. Es ist komisch, zu sehen, wie diese Moltkc'schie sehr einlache Sache nickt' begreifen wollen, daß. wenn die schweizeriscke Armee nach einer Fayou organisirt wäre, die der der Armeen der gro- ßen Monarchieeti, die uns umgeben, absolut ähnlich wäre, jede dieser großen Armeen die schweizerische Armee lediglich durck die Stärke der Zahl besiegen würde. Dieselbe Betrachtung maß auf die materiellen und finan- ziellen Hülssquellen der Schweiz angewendet werden. Es ist also erwiesen, daß die begeisterten Bewunderungen einer schwei- zerischen Armee jich eines Tages in blutige Klagen verwandeln könnten und sich für den Augenblick auf eine unselige Raivetät — um nicht zu sagen Spielerei— zurückführen. Es ist ebenso erwiesen, daß die Hauptstärke der schwei- zerischen Vertheidigung in andern Elementen besteht, als die sind, über welche die uns umgebenden despotischen Staaten ver- fügen. Wir haben es schon in unsrem Organ bei Gelegenheit der unedlen Drohungen der monarchischen Kabinette gesagt; die Elemente der Vertheidigung der Schweiz bestehen darin, daß sie in Europa die einzige Zufluchlstätte aller Freiheiten ist, daß sie in Europa das einzige Palladium des politischen und sozia- len Forlschrittes ist, daß sie allein das Modell eines Bundes- staates repräsentirt, und daß sie in sich den Keim der verbündeten europäischen Republiken trägt. Von diesem Gesichtspunkte auL ist dieser Winkel Erde für alle Völk.r heilig, vornehmlich sür die arbeitenden Massin, die allein ernstlich nach der politischen und sozialen Befreiung streben. Wenn daher die monarchischen Regierungen eines Tages die Unvcr- letzlichkeic der schweizerischen Republik bedrohen würden, so würde die schweizerische Demokratie deswegen an die Völker Euro- pas und Amerikas appclliren, und Dank ver Ideen der ipter- nationalen Solidarität, die sich verbreiten und mehr und mehr das Gewissen der Völker durchdringen, würde die Schweiz ihr Heil in der Hingebung ihrer Söhne zur Freiheit und in der thätigen Sympathie von Millionen internationaler Vertheidiger finden. Man muß den Muth der Aufrichtigkeit haben, man muß wagen, es auszusprechen, daß anders die Schweiz ihr Heil nicht sichern kann; man muß auch wagen, zu gestehen, daß die Um- wandelung der Schweiz aus einer föderativen Republik in einen Einheitsstaat einestheils bestimmt ist, die internationalen Sympathieen schwer zu compromittiren; andrerseits Begierden zu erwecken, denen ihre gegenwärtige, rein neutrale, passive (oder wenn man lieber will defensive) Organisation keinerlei Nahrung bieten könnte. Will sich nicht der äußern Gefahr fataler Weise die Gefahr im Innern zufügen? Ist nicht durch diese Centralisation, welche die revidirte Verfassung heiligt, der Weg zu diklaiorischem Ehrgeiz einer Kaste, einer Cotene und selbst einer Psrsönlichteit breit gebahnt? Jetzt können die Bolksinteressen kämpfen so zu sagen Leib an Leib mit den oli- garchischen Interessen der Bourgeoisie in jedem Cantone auf dem Gebiete der Volkssouveränität, d. h. auf dem Wahlterrain der erekutiven, gesetzgeberischen und gerichtlichen Gewalten;— wenn diese Souveränität aller ihrer Attribute wird beraubt, geplündert sein, wie sie es durch die neue Verfassung wird, welchen Damm wird dann die Arbeiterklasse der Oligarchie des industriellen Feudalismus entgegensetzen? (Schluß folgt). Politische Ucbersicht. Die Scdanseier ist sc jämmerlich ins Wasser gefallen, daß selbst die Bisrnarck'schen Blätter das Fiasko nicht zu be- streiten wagen.„Erst 2 Jahre verstrichen, seit jener glorreichsten That, und ga? keine„Begeisterung" mehr!" seufzen die Slipen- diäten des Repüliensonds in allen Tonarten; und Einer thut ganz entrüstet, daß man von Chauvinismus rede:„Fünfzig Jadre lang hat inan den Jahrestag der Schlacht von Leipzig gefeiert, ohne daß es Jemand eingefallen wäre, di-s für chan- vinistisch zu halten." Ja, lieber„Sauhirl", das war aber auch ganz was anders! Der Krieg, dessen Wendepunkt die Schlackt bei Leipzig ist, wuroe vom Deutschen Volk für einen„Freiheits- krieg" gedalten, und es war politisch noch so naiv, daß diese sonderbare Einbildung sich bei ihm als geschichtliche Thatsache festsetzte. Den Bismarck- Bonaparte'schen Krieg hat eben Niemand für einen Freiheitskrieg gehalten; der König von Preußen sprach zwar das Wörtchen Freiheit oder Befreiung einmal aus, allein an derlei unliebsame Dinge zu erinnern, ist ja bekanntlich Majcftätsbeleidigung; Lötzen und Hubertus- bürg klingen uns frischer in den Ohren als Scdan. Stieber in allen Gassen. Polizei- und.Kaiserkonserenzen, Sonderbunds- Ministerium in Bayern, überall offizielle Rückwärtserei, Verderbt- heit, gesellschaftliche Auflösung, Klassenkampf, Nothstand des arbeitenden Volkes— und da soll man„Nationalfeste" feiern, nnd gar noch zum Andenken an jene Katastrophe, die für Deutschland— wir meinen für die Massen— nur die Quelle grausam getäuschter Hoffnungen war? Oder war es nicht ausschließlich die Hoffnung, daß nun Friede sein werde, verbunden mit der Genugthuung, daß einen Erzschelm das Schicksal ereilt— was die Freude über den„Schlag vo» Sedan" so tief, so allgemein machte? Es ward aber nicht Friede; 4 Monante lang ward weiter gemetzelt, um die Wieder- einsetzung jenes Erzschelms durch deutsche Truppen zu bewirten; die Zustimmung des Publikums ward erschlichen durch die lügenhafte Vorspieglung, die Annexion von Elsaß-Lothringen sei nöthig zum Frieden.--- Jetzt weiß Jeder, daß diese Vorspiegelungen so lügenhaft n>iren, wie die durch Sedan er- warteten Hoffnungen trügerisch; das Fiasko der Sedanfeier beweist, daß es Jeder weiß, und hat darum eine entschiedene culturgeschichtliche Bedeutung.— Die.Feudalfozialisten. Die„Kceuzzeitunz", das Hauporgan des Preußischen Junkerthums, will hinter ihren, in Sozialismus machenden Colleginnen, der„Norddeutschen All- gemeinen" und der„Berliner Revue" nicht zurückbleiben und hat neuerdings eine Reihewon Artikeln über die WohnungS- n o t h veröffentlicht, die sie mit folgender Tirade abschließt: „Die in Berlin bis zur Verzweiflung der großen Mehr- zahl der Einwohnerschaft gesteigerte Wohnungsnoch ist nur eine specielle Folge einer viel weiter greifenden Ursache, welche sich in dem allgemeinen Satze aussprechen läßt: Das Ver- mögen, d- h. die Macht des Capitals ist in un- rechte Hände gerathen,— das heißt, das vor- hanchene Csp ital.w-i rd nicht, wie es sollte, zum allgemeinen Besten nutzbar gemacht, sondern es dient zur Bksry�d i gu n g der W illkü r und der Neigungen, einzelner R ei cken und zur Unterdrückung Mi ndervegüterter, welche der Abhängigkeit der Reichen verfallen. Das dunkle Gefühl' dieser Ab- hängigkeit der Armen von dem übcrmülhig gewordenen Reich- thum hat sich im Lande schnell verbreitet, und der dadurch er- zeugte Unwille richtet sich auch gegen Personen und girnze Klassen von Personen, welche selbst unter dem Einfluß überlegenen Reickthums schwer leiden. Je geringer die. Einsicht der Unzufriedenen ist. desto größer wird die allgemeine Gefahr nicht für die einzelnen Reichen allein, sondern ,sür alle, welche irgend einen wohlerworbenen Besih ruhig bewähren wollen. Der Trotz, mit welchem exmittirte MietHcr von den städtischen oder königlichen Behörden ein Unterkommen verlangen, die Strikes der Arbeiter in den Städten und jetzt auch auf dxm Lande, die überhand nehmenden Auswanderungen, alles das sind Symptome einer allgemeinen Erschütterung der Verhält- nissc, Begriffe und G-sühle, auf welchen die stattliche Ordnung bisher beruht hat. Wir haben versucht, in dem obigen Aus- say Heilmittel gegen eine der Erscheinungen anzugeben, vvrin die unleugbaren Uebelstände unserer socialen Zustände greisbar zu Tage treten. Allein wir müssen ganz ausdrücklich bevor- worten, daß wenn auch die Wohnungsnoth in Berlin, wie in anderen großen Städten beseitigt wir», damit das im ganze» Lande verbreitete Uebcl nicht einmal für Berlin und die großen Städte radical gehoben wird. Will man diesem Uebel Ein- halt thun, so bedarf es tiefwirkender Maßregeln." Also das vorhandene Kapital ist in unrechten Händen, und wird nicht zum allgemeinen Besten nutzbar gemacht! Was meint Herr Staatsanwalt Hofmann und Herr Schwurgerichts- Präsident Mücke zu dieser hochverräthcrischen Aeußerung? Aßt sich nicht ein prächtiges Hochverrathsprozeßchen darauf bauen, das ei« neues Orden Yen einbrächte? Freilich,«venn Zwei dasselbe sagen, ist es nicht stets dasselbe. Im Munde von Sozialdemokraten wäre dieser Satz eine„freche" Herausforderung an die Staatsanwaltschaft; im Munde der„Kreuzzeitung" ist er bloS ein Beweis, daß das Junterthum mit der bürgerlichen Ge- sellsckaft, die seine. Herrschaft gebrochen hat, unzufrieden ist. Die„tiefwirkenden Maßregeln", von denen die„Krcuzzeitung" am Schluß spricht, die sie sich aber wohlweißlich zu spezifiziren hütet, sind die bekannten Pause' scheu Rezepte zur Wie.- derherstellung desallcn Zun ftwes ens..Jedenfalls paßt es der„Krcuzzeitung" nicht. in den Kram, daß die Arbeiter selbst an die„Lösung der sozialen Frage" Hand anlegen; überhaupt mit Politik sollen sie sich nicht beschäftigen. I» seiner Nummer vom 20 August winselte das Junkerblatt: „Wie aus Kundgebungen sozialdemokratischer Versamm- lungsredner. in Halle, Hannover u. s. w. hervorgeht, verbindet sich mit der Erslrebung einer R.ichstagsmajorität von„Arbeitern" zugleich die Tendenz,,. dem Reichstag auf. dem. Gesetzgebungsgc- bist eine.allein entscheidende..Souueräuftäts-Stellung zu ,ver- schaffin. Schon wird in solchen Agitationsreden betont, daß der BundeSrath als Hinderniß einer Arbeitergesetzgebung de- seitigt werden muß. Auch noch weiter greifende Phrasen werden laur. Hat nun dies Alles für den Augenblick noch keine unmittelbar praktische Bedeutung, so kennzeichnet es doch die Richtung einer Agitation, deren Einfluß nicht unterschätzt werden darf." Das Schönste ist, daß gerade- diese Art der Agitation die harmloseste von der Welt ist. Die Abschaffung des Bun- desraihs und die soziale Reform durch Erlangung einer Reichs- tagsmajoritäl sind 2 Knochen, an denen das Proletariat Jahr- zehnte lang kauen kann, ohne seinen Gegnern etwas Anderes als ein amüsantes Schauspiel zu bereit:,,.— Ein sich sozialistisch nennendes Blatt, dem seine mysteriöse Ve rf o lgu n gs freiheit in Mitten der Hetzjagd auf alleS Sozialistische unbequem zu werden beginnt, sucht daS Kompro- miltirendc der Thaisache wegzucxpliziren, indem es sie auf Rechnung seiner Redaktionskunst setzt. Und es hat dabei die Stirn sich auf Lassalle zu beziehen, der gesagt habe:„Hent kann man Alles sagen, man muß es nur in der rechten Form sagen l" Lassalle hat das freilich gesagt, aber er hat auch die Unrichtigkeit dieser Aeußerung und zugleich— seine Ehrlichkeit dadurch bewiesen, daher— trotz seiner außerordentlichen juri- sti scheu Gewandtheit— in Prozesse verwickelt ward, die, wäre er nicht im Duell gefallen, ihn zur Flucht ins Ausland gezwungen oder auf längere Zeit ins Gefängniß g-sührl hätten. Dasselbe Blatt, d.sien Straflosigkeit jedem Denksähigen die Augen öffnen müßte, wenn die Persönlichkeiten derRedakteure eS nicht schon gethan hätten, hat ferner die Dreistigkeit, sich mit Mo rat, dem vo» der Polizei wie ein wildes Thier gehetzten „Freund des Volkes", zu vergleichen.„Wir schreiben k I» Marat."— Im Frühjahr 1793 gab es auch in P a r i s Leute, die „sckrieben ü. In Marat!" und sprachen auch„k In Maral". Diese Leutchen„k la Marat", die bald durch feige Rathschläge. bald durch Ueberstürzung die revolutionäre Aktion planmäßig zu lähmen suchten, sie wurden in offener Conventsttzung von dem ä chten Marat gcbrandmarkt als:„Gesindel, besoldet von der Aristokratie!" (Das Nähere nachzulesen Bd. 8 d. Geschichte der Franz. Rev. von Louis Blanc S. 132 ff.(Französische) Ausg. von 1869.— Der Strike der Londoner Zimmerleute..und Bautischler ist beendigt. AmDienstag vor 8 Tagen kon- serirte, nach vorherigen Unterhandlungen, eine Deputatron der Arbeiter mit dem Meisterkomitee, und 6stündige Beralhungen führten zu folgendem Compromiß: die Arbeitszeil beträgt Stunde die Woche und hört am Sonnabend um 12 Uhr aus; der Lohn für die Arbeitsstunde ist auf S1/* Pence festgesetzt. Ueberstunden werden bezahlt die erste mit 91/», die zweite und dritte mit 10'/, und alle wetteren mit 1 Schilling•/« Pence (der Schilling gleich 10 Groschen hat 12 Pence) die Stunde. Früher arbeiteten die Z-mmerleute und Bautischler regelmäßig öS'/, Stunde,. zu 8 Pepce die Munds, verdienten also die Woche 1 Pfd. St. 17 Sch. 8 Pen«(daS Pfd. St. hat 20 Schilling). Jcht verdienen sie 1 Pfd. 17 Tch. 2 Penc:; sie baden also bei 4 Stunden weniger Arbeit nur K Pence(5 Gr.) weniger Lohn. Die ursprüngliche Forderung ging auf Hl Srunden, zu je 9 Pence, was bei einer Arbeitszeit-Reduk- tion von 5'/, Siunden einen Lohn von 1 Pfd. St. 18 Sch. 3 Pence, d. h. ein Mehr von 7 Pence Gr.) über den frlb Heren Satz ergeben hätte. Was die Ueberstunden betrifft, so halten die Arbeiter für die ersten zwei den Lohn von je l1), Normalstunden und für alle folgenden doppelten Normallohn verlangt. In Bezug auf die Werkstätten unv Arbeitsordnung tCocik of working Roles) kam keine Einigung zu Stande. Am Sonnabend wurde die Arbeit wieder aufgenommen, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der Compromiß blos ein Waffenstillstand ist, und die erste günstige Gelegenheit zur Durchjetzung der ursprünglichen Bedingungen ergriffen werden muß.— Die Londoner Bäckergesellen, deren traurigeLage durch den Ttemenhere'schen(offiziellen) Bericht feit Jahren offenkundig ist, organisiren sich zu einem Strike, weil die Meister ihnen die Erfüllung ihrer bescheidenen Forderung(12- stund ze Arbeitszeit mir Abschaffung der Nachtarbeit, d. h. Arbeit von 4 Uhr Morgens bis 4 Uhr Abends, hartnäckig verweigern. Für die l2.-stündige Arbeitszeit hat sich zwar ei» Meeting der Meister erklärt, aber auch fast einstim- mig die Beschränkung der Arbeit auf feste Stunden abgelehnt, wodurch die Konzession illusorisch gemacht wird, da 12 Stunden Arbeit, wie bisher auf den ganzen Tag vertheilt, dem Arbeiter nicht einmal zum Schlaf die nöthige Zeit lasten, geschweige denn zur Muße. In der Feitagssttzung des Haager CongreffeS beantragte ein Thcil des Generalrathcs(darunter Marr, Engels) die Verlegung des Sitzes des GeneralrathS nach New-?) ort. Die Deutschen und die Hälfte der französischen und englischen Deleginen sträubte sich allerdings dagegen; nichtsdestoweniger erhielt der Antrag des Generalraths, welchem auch die belgischen Dclegirten zustimmten, eine Majorität von ü Stimmen. Der Gruno davon, daß Marx und Engels vorläufig nicht mehr im Ge- neralralh verbleiben wollten, ist lediglich der, daß sie fortan ungestörter ihren wissenschaftlichen Arbeiten obliegen wollen. Die Kraft dieser beiden Gelehrten bleibt somit der Jnternatio- nalen erhalten, nicht nur ungeschwächt, sondern in noch er- höhtem Maße: Es ist jetzt Aussicht vorhanden, daß das Marr'sche Kapital in 1— 2 Jahren vollständig der Oeffent- lichkeit übergeben wird. Die„Demokratische Zeitung" vom 6. September(No. 208) wurde im Auftrage des löniglichen Polizeipräsidiums konfiszirl. Anlaß hierzu gab ein Artikel der politischen Uebersicht, in welchem die Drcikaiserzusam>nenkunft einer Besprechung unter- zogen war. Mit Weglassung des beanstandeten Artikels erschien dleselbe Nummer in erneuter Auflage. Ein gleiches Loos traf den„Erimmitschauer Bürger- unv Bauernfreund", Nr. 206, vom 4. September. Zum Tischler-ttougrejz i« Berlin. ilolU- Äupriv»; des.«silchocrems hiesiger Tiichler gebe ich folgende nähere Erkiärung über den nach Berlin einberufmen Tischler- Kongreß ab; Ter verdelbliche lrmfluß, welcher in Berlin von gewisser igeue aus Arbeiter-Kongressc ausgeübt waR)e, lägt uns schon tm «viaus e'ieycn, was aus dem proiet, irtea Unternehmen werden wird. Tas Zirkular, welche« ua« von der Partei deS„Neuen" Übermittelt wurde, fuhrt zwar tlne s chönktinzendc«Sprache und man sollte glauben, alle Zwietracht und�Hader müsse aus der Welt verschwunden sein. lt« heißt am Schlüsse de« Zirkular«:—„Also fern mit aller Poliiu, fern mir unseirgem Fraklionshaß."— gj ja selbstredend, daß »i wewertlchastcN die Politic als solche nicht behandelt werden dars, und zwar aus ganz natürlichen Gründen, aber solche« al« Prinzip auijupellen, da» haste ich denn hoch für eben so gesayrtich, als wen» wir im Stawt etttaten wollteil, wir treiben Politik. Ich will gerne glauben, daß es viele unter den Berliner Tischlern flstbr, welche»ei Emperusung dieses Kongresses� eine ehrliche Absicht leitet, daß es aber daraus avgesehen ist, die Tischler Deutschlands an üserstn zu sesseln, das ist klar au« dem eigenmächtigen Vorgehen des >c »ich- gefäet halten. Wenn sich aber an allen Orten Fachoereine dttden, ganz nach d n örtlichen Verhältnissen eingerichtet, so werden Arbeiter erst ihre Kraft bemessen, b-oor sie-inen Strike unter- nehmen. Bricht aber oann irgendwo an einem Orte ein Strike'anS, d ist jeder andere Ort IN jeder Weise selbilstäao-z»ad kann vie Ichncller Hülse gewahren, atS wen» erst Beschlüsse gesaßt werdm müssen, oo der Strike verech igt ist, oder nicht. Um mir den Vorwurf »ichizuzuiichen, als wollte ich ein allgemeines Durcheinander befürworten, 1° mug ferner erklären, daß nach meinen Be, rissen d-e Gcwerk- schaitsbewegung zum Theil auch ans der polilischra Bewegung ent- lprsssensssi; mithin auch die Pirleigenossen politischer Vereine darauf n» t«wielen sind, die Fachoereine fördern zu helfen und dafür zu sorgen »sß«ei Geist unserer Pci izipien überall zum Durchvruch gelangt und dicArbeiler politisch herangebiidet«erden. Es werden drim eine Masse Verwaltungskouen gespart und der Zweck besser erreicht, wie mit Z-ntraasälion, Für die geistige LeiiUiiz genügt ein sosittistisch gehatienes Geweitschaflsorgan, dem alle Fachoerein� ihre Versamm- .f"!llbberichie einienden. Ein solches Blatt kann unter derselben Kon- ath ,lt�en n>tt 6,1 politischen Parteiblätter und in derselben Druckerei {L'"ssf w rden. Daß nichl Zeder mit diesen Ansichten übereinstimmen beg«i� ich sehr wohl, on sich hier und da Jemand in seiner treib- � d-brohr siehr. Um aber eine rege Agitation am Orte be- i». � können, empfehle ich die Errichtung eines Zentralkomitees, »'lch-m alle Branchen durch 2 oder 3 Mitglieder oertreten sind, U-b stde Woche einmal Zusammenkunft hat, am immer ei:e '�sichl.übex das Ganze zu beyalten und bei allen Ereig nssen gleich p»ltssch eingreifen zu können. Es wird uns angenehm sein, wenn " Frage über diesen Gegenstand noch vielfach besprochen wird. Wir ersuchen alle übrigen Parttidlätte, von dem ersten Abschnitt, "treffend den Tischler-Ko igreß zu Berlin, ge-älligst Notiz nehmen Zu wollen. Brudergruß und Handschlag Heinrichs. An alle Schuhmacher Deutschlands, Lestreichs und der Schweiz. Nürnvcrg, 4. Seplbr. Der Berliner Ausruf zur Abhaltung eines Schuhmacher-Kongresses gab Veranlassung zu einer Versammlung der Schubmachcr von Nürnberg-FüitH und wurden von denselben folgende Beschlüsse gefaßt: 1) Wir sind mit dem Schuhmacher- Kongreß einverstanden, da wir von der Nothwendigkeit eines solchen übeazeugt sind. 2) Da jedoch Berlin nicht der geeignete Ort zur Abhaltung eineS Kongrrss-S ist, indem es nicht in der Mitte D utschlands liegt und von vor>- herein die Beschickung desselben den entlegenen Ländern, z. B. Oesterreich und der Schweiz unmögssch gemacht ist, so erlauben wir uns Gotha oder Weimar vorzuschlagen,' welche Or-e wegen ihrer Lage viel ge- öigneter sind. 3) Ist es uns unerklärlich, weshalb wir all« diSpo- nibien Gelder einsenden sollen, bevor der Kongreß siatlfindet; die Aus- lagen können doch nicht so kolossal sein, daß sie von unsern Berliner Kollegen, die ja nach Tausenden zählen, nicht bestritten«erden könnten. UebrigenS trägt doch jeder Ort die Kosten für seine Dele- girten selber, wozu also G-lo schon jetzt nach Berlin senden? Der Fall ist noch gar nicht dagewesen. Es wäre das erste Mal, daß vor einem Kongreß Geld zur Abhaltung d.sselben aufgebracht wird Sodann sind wir überzeugt, daß es in Berlin unmöglich sein«ird. Frei- Quartiere für die Delegirten zu beschaffen, wie es b« Kongressen an anderen Orten üblich isi. 4) Stellen wir den Antrag, dag, da wir eine Einigung aller Fraktionen wünschen, ein Komitee aus allen Fraktionen zummmenzesetzt»ird. Wir aeben i»lS d-r Hoffnung hin, daß sich alle Fachzenossen Deutschlands, Ostreichs und der Schweiz im Interesse der Sache diesen Ausführungen anschließen«erden. Mit sozialdemokratischem Gruß Im Auftrage der Schuhmacher von Nürnberg-Fürth Iah. Scherbauer. Siebert. Jäger. Berlin, 6. Sept. An die Schuhmacher Deutschlands, Deutsch-OesterreichS und der Schweiz. Zur Ausklärung. Wir finven in der Nr. 71 des.Vollsstaat" eine Korrespondenz aus Dresden, in»elcher unser Vorgehen in Betreff deS einzuberufenden Schuhmacher-Con gresses von einem Herrn Zilger kritifict wird. Wir erlauben unS hiermit, besagten Herrn auf verschiedene ihm unter- laufen« Jrrthümer aufmerksam zu machen. Es kann uns durchaus nicht der Vorwurf gemacht werden, daß wir einseitig vorgegangen sind, denn wir haben die Kollegen aller politischen Fraktionen eiiigeladen. Wir hoffen mit dem zu gründenden Verein und durch Feriihaltung des leidigen Pariciwesens, welches unS bis jetzt gespalten hat, die Einigkeit sämintücher Schuhmacher zu er- zielen, wie dies den Buchdruckern vollständig gelungen ist. Odiger Herr sordett zum Veitritt in die internatio lale Gewerki- genosienschaft auf. Der Deutsche Arbeiler-Unterstützungs-Verband, die Orisoereine u. s. w. u. s. w. könnten dies mit demselb n Recht thun. Der Herr Einsender scheint unS also nicht begriffen zu haben. Der neue Deutsche S ch u omacherverein soll auf streng soziatisti- schem Standpunkte steh», ohne einer besondern Fraktion anzugehören. Ferner fragt der Einsender, ob wir nicht gewußt hätten, daß eine in- t.ernationale Schuhmacher-Gewerkschaft besteht!— O ja! Und wir wissen auch, daß dieselbe hervorgegangen ist aus dei» im Jahre 1868 zu Beilin gegründeten Allgemeinen Deutschen Schuh- macher-Verein. So viel zur Aufklärung. Wir werden in Z:kunst nicht in der Lage sein, den Ansichien jedes in der Bewegung noch jungen Mitgliedes öffentlich entgegenzntreten, da ja der Eongreß selbst alle Ansichten klären wird. Aber fernbleiben dürfen die College» der internationalen Schuhmacher- Gewerkschaft nicht. Zum Schluß sagt der Herr Einsender noch, Roth lehrt belen. Wir erwidern, daß uns die Roth denken gelehrt hat. Also auf uach Verlin zum Schuh- macher-Eongreß, Mit Brudergrnß das Komitee. Engler, Stern, Herling, Armborst. Kühn, Heppner. F. Aurin, Borsitzender, Königs- Sraben 15 Berlin, wohin auch alle Briefe zu richten sind. Berlin Der Strike der Arbeiter derAktiengesellichaft für Fabrikation von EisenbahnbedarfsPfluz) dauert fort und findet selbstverständlich bei den übrigen Arbeitern die lebhafteste Sym- pathie. Der Sinke w rd voraussichtlich ein hartnäckiger werden, da eriahrungSmäßig Akliengesellichaflen schwer zum Nachgeben zu bewegen sind; im vorligendcn Fall denken aber die Arbeiier, wie so gendes in einer Versammlung zur Veröss-nttichnng angenommene und würdevoll gehaltene Schriftstuck beweisen Dürfte, an eine Kapitulation noch lange nicht, „An das deussche Voll. Wir Arbeiter der Fabrik Aktiengesellschaft für Fabrikation von E.senbahnbedars lFr. Pflugs habe» cininuchig die Arb il niedergeiegt, nachdem unsere reiflich erwogene», billig-», ge- rechten und erfüllbaren Forderungen von der Direktion-mschieoen zu- rückgewiesen sind. Alle Oarstellnngen unserer Gegner, als hätte nur ein Theil der Arbeiler dies freiwillig, hiiigegen eine bedelideutende An- zahl unfteiwillig und nur gezwungen diesen Schritt gethan, sin» bös- willige Entitellunzen d-r Wahrheit und lassen sich leicht erklären; wir sind vielmehr alle von der Ueberzeuzung durchdrangen, daß wir uns so wie wir seit einer Reihe von Jahre» durch einmüthiges Zusammen- wirken dem Vaterland: zum üutzen und zum Wohle fast aller Nationen unzählige Werke d-r Geschicklichkeit und Kunst produzirt haben, auch ebenso fest an-inander schließen müssen, um unjci g ites Ä»recht am Leben und Wohlergehen zu wahren. Rechenschaslsberichie können da nicht maßgebend sein wo die Thatsachen so unwiderleglich für uns sp-echen. Im Jahre 1856 waren eiwa 466 Leute in der Fabrik be- schäftigt— dieselb: rkpräienlirte einen Werth von ca. 1'/» Millionen —; im Jahre 1872 dagegen sind 190) Mann beschäftigt und der auf Vergrößerung und Erweiterung bernheabe Werth Hai sich m ndestens vcroreisachl und beträgt c i. 4 Millionen, ohne neue Kapitalien anzulegen; die Leiter Hab ni so enorm? G-Häl:er und Einkänite, doppelt so hoch, als die höchsten Staatsbeamten: während der Oberbilrger- meister von Berlin 8000 Thlr. Gehalt bezieht, haben die Direktoren 12—18 Tausend Thaler Gehalt und Tanuem;! Die Aktionäre haben in den letzten 10 Jahren 10—14 pCt. Dividende erhalten und diesen Thätsach-n gegenüber behauptet man,„unsere Forderung sei unerfüll- bar!"— Wir geben ru, daß'200 unserer besten, kräftigsten und geschicktesten A bitter 9— lOTys-e. pro Woche durchschnittlich zu veid enen im Staude sind; weitere 5— 600 tönnui aber nur höchstens 6— 8 Thlr. und die übrigen 12)0 nicht volle 5 Thlr. verdienen. In diesem Fall wird nun die Direktion mit einmal kommnmsitsch u tv rechael nicht allein durchschnittlich pro Mann und Woche, sondern sie mnlhet uns zu, die bcss-rv-rdieilenoen Arbeiter möchten mit ihren schlechlerge clllen Kollegen theilten und ausgleichen; denn derHerr v. Unruh mgt wörl- lich: Es sei doch nicht richtig, wenn diejealgen, die jetzt schon 10—12 Thlr. haben, noch 2 Thlr. mehr verdienen? Es würde zu weit führen, diese Ansichten näher zu beleuchten und wir übertass.m das Urtheil der Ge- rechiigkeii d:r öffentlichen Meinung. Jedoch wir wollen noch nicht d e Versöhnung abbrechen, und fordern noch einmal zu erwägen aus, ob guter Wille, Gerechtigkeit und Menschenliebe unsere Forderungen zn erfüllen vermögen. Ihr Aktionäre opfert 5 pEt. von Enren 10— 15 pCt. Ihr Di ekloren und Verwalter gebt 50 pCt. Eurer unoer- schämten Einnahmen und dann werft 50 pE;. der Reservssainnren dazu; dann sind unsere Forderungen mehr al« reich ich zu erfüllen. Ein Jeder hat dann noch standesgemäß zu leben und die Ainen werden von"ihrer Solidität nichts etnbüßeii! Aber verharret J>r in der bis- herigen verblcnd.nen Wioeisetzlichkeit, so ist doch zu bedenken, daß 28,009 Maschinenbauer Berlins und demnächst alle Arbeiter der ganzen W.li hinter uns stehen!— Die Folgen über Euch!" Riederzwöititz. 2. Sept. Am 11. August feierten wir hier ein Arbenersen. Wir hatten hierzu alle umliegenden Ortschaften eingeladen und erfreuten uns von allen Seiten eines, wenn auch schwachen, Besuches. Zuerst wurden die Lieder„Arbeiter all' erwacht" und„Es tönt ein Ruf von Land zu Land" mit Musitbrgleitung abgesungen, oann hielt die Festrede Herr De mmler aus G.h-r, welche über die Ar- b.ssterbewegung handelte. Redner hob besonders hervor, daß sich die Arbeiter zn organisiren härten gegenüber der Kapitalmacht, die uns in schonungslosester Weise auSbentet. In Wahrheit könne un« aber nur onrch Produktivgenossenschasten mit SiaatSh.lfe geholfen werden. Schließlich gedachte Herr Demm'er noch mehrerer Jnhaftirten, und forderte alle Anwesenden au', kräftig dahin zu wirken, daß bei der nächsten Reichstagwahl der frühere Kandidat Liebknecht durch seine Wahl anS der Kerkerhast befreit werde. Redner erntete ungetheilten Beifall. Hierauf wurden abwechselnd niustlalische und dekla uatorischi Vorträge gehalten. Zum Schluß sprach noch Frau Morgenstern aus Geyer einige Worle, durch die sie namentlich die anwesenden Frauen aufforderte, sich mehr in die Arbeiterversanimlungen zu begeben, und dafür die Kirche zu meiden. Da« Fest schloß mit einem Hoch ans »»si e Jnhaftirten und aus die Sozialdemokratie. Mit einem Ball, der bis spät nach Mitternacht währte, wurde das Fest beschlossen. Mit sozial-demokratischem Gruß G. Paasch. SntscrSlautern Am Sonntag, den 25. August veransta'tere der Aasschuß i des demokratischen ä.rbeiterbildungivereins dahier eine Versammlung und lud dazu alle Arbeiler und Freunde derselben ein. Zahlreich strömlen die Zuhörer in daS Versammlungslokal, viele aus Neugier, um einmal einen„wirklichen Sozialdemokraien" in der Nähe zu sehen! Es entwickelte nämlich Herr Adolf Sabor aus Frankfurt a. Main die Prinzipien der Sozialdemokratie undzwarmii solcher Schärfe und einem so klaren Verftä ndniß, daß auch die heftigsten Gegner derselben durch die scharf- logischen Schlußfolgerungen des Redners veranlaßt wurden, in stiller Resignation die Wahrheit de» Gesagten anzuerkennen. Namentlich verstand es der Redner, die von ihm aufgestellien Grundsätze ans den Schriften von meisten« kons«- vanven Gelehrten zu beweisen. Rebner wies ferner nach, daß die von den Arbeitern verlangte Staatshülfe eigentlich„Selbfthütft" sei, indem die Summen, welche die Staaten verbrauchen, von den 97'!, Norhleioenden bezahlt würden, daß die Nothleidend-n also ihr„eigene« Geld" vom Siaate als Hülfe verlangten. Speziell wies er aus der Statistik Sayern'S nach, daß von den 86 Millionen, die diel« Staat alljährig zu seinem Haushalt verbrauche, 17 Millionen au« den Do mainen genommen würden und nur ly, Millionen aus den dir-kten Steuern, da» übrig.- seien indnekte oder doch auf dieselben zurückzuführende Steuern(wie Gruno- und Häuscrfteuer, Gewerbsteiler zc.) und diese 67ss Million zahle die arme, die no hleideude Klasse.— Jmerpell r> wurde Herr Sabor von einem Beorgeois, der als praktiicher Arz', ohne große» Vermögen mit seiner Praxis verhungert«äre, wenn ein Onkel, ein reicher lediger Bierbrauer, sich nicht seiner erbarmt hätte und ihm mit Einschluß einer, reichen Heirath eine Million in tz.a «ack gespielt hätte. Die Interpellation diezes Herrn war erfolglos, sie war mehr eine Blamage für ihn, da der gelehrte Herr Doctor öffentlich eingestehen mußte, Werke, die sich m t der sozialen Frage beschäftigten, nicht stnoirt zn haben, er beschränke sich nur ans das jenige, was um ihn herum vorgehe, und da seien doch die Lohnoer- hälmisse ganz�ande-e wie vor 30 Jahren. 0 oancta sirnplicitas!— Am 1. Sepiember kamen die Delegirten der Arbeitervereine von Edenkoben, Sp y r, Neustadt, Durkheine, Ludwigshafen, KaiserSlaut«n uno Lindau, van letztem Vereine veranlaßt, hier zusammen, um aus Schulyc-Oelitzsch'schen Ä.undsätzen einen Gauoerband pfä.zijcherAcbeit-r- vereine zu bilden. Zu de n Zwecke ließ man be» Agna or Schulz aus Main;, Secretair der Mittelcheinsschen HandelSkamm r un> dei Fa brikamenoereins kommen, welcher die Herrn zu dem Unternedmea vor- bereiten sollte. Die Stellung diese» Mannet gibt schon über seine Rede Auslunft genug. In einem fast 1'/,stü»0,aen Vortrage, dem einige größere Fabrikaesitzer, Fabrik-Direktoren und einige zur Jndtt strieaaSstellunz hier weilende bayrische R.'gierungsrSthe beiwahnten, bekamen zwar die Fabrikanten auch einen kleinen Hieb— man zprach von früherer schwerer Versündigung an de« Arbeitern—(warum auch diesen kleinen Hieb nicht, sonst gäbe es ja gar keine soziale Frage zu beiprechen); im Allgemeinen aber mußte die Sozialdemokratie herhalten. Unter vielem Andern sagt« Schulz Folgende«:„Tie Fuhr r der Sozialdemokratie veilaiigeu«on den Arbeitern keine Badnng, sie sollten auch nicht mehr sarbeiten, denn in Kurzem breche eme allze- meine soziale Revolution aus; was Unten stehe, käme Obe, hin, und dann würoen die Arbeiter für das viele Ungemach, das si; bisher erduldet, sattsam entschädigt werden!" Die Sozialist-n verglich er mit Denjenigen, die ein schmutziges Hemd anhätten, darüber einen neuen Rock gezogen, während sie reine Wasche und— vlellerchl einen zerrissenen Rock auf dem Leibe trügen.„Jawohl", rief er mit großem Parho« au«,„wir waren, als daS Vaterland in Gefahr, eiltflimmt in der Liebe zum Balei lande, wir sind jetzt begeistert von desseiiFtz;pßi, während die andern, begeistert van bei, verführerischen aber haltlosen Grunvsätzen der Sozialoemokratie, Berräther a» dem großen mäch- tigen Baierlande sind!'— Armer Mann, schaue doch einmal auf bat Kriegsaulehen des norddeutschen Bundes im Jahre 1370 zurück und verg. eiche es mit dem Resultat des sranzösischen Millia denanleyenS in Deutschland, lese doch einmal„Deutsch a>d in den Tuilerieu'— dann wirst Du finden, wer die Baterlandsverrälher find, Du wirst eingestehen müssen, daß Euer Vaterland der Geldsack ist und daß Eure ver meintüche saubere Wäsche dei Licht betrachtet voller Raiiflecken wimmelt, die gar nicht mehr h.rau« zu wuschen sin». Die Versammlung hatte wie z» erwarten st ind, keine bedeutenden Resultat« aufzu o.nsen. Neu stadi biß gar nicht an, und die anderii Vereine wollen crzt die Statuten des Vervand« kennen lernen, ehe sie sih binden. Bar Schluß der äußerst schwach besuchten Bersammlung— ca. 160— tauch c im Hlalergrunde der v ein hiefi-en dcmakratizchen Arbeiter- Silduitgs-Vereine s. Z. wegen seiner Abstimmungen im Reichstage(Dotalionsgesetz und Verlängerung des Pauschquanlum) geächtete Reichs lagsadgeordnet? Dr. Armand Bahl von Derveshei n aus, welcher zur Beiheilguug au dem Verein für VokkSdildung aufzörderte. Die Anstrengung alle» dieser Burgeois ist groß; jede G.legenhei benutzen sie, um den Acbeiterstand ins Schleppmu zu nehineu und für ihre Zwecke ausjubeuleu; allein der kranke Arbeiter weiß, wer ihn kurirt uno wird, u« mit H'rrn Sabor zu zprechen, ganz gewip seinem natürlich n Jistiakl« folge»! Göppingen. Wenil seit mehr als Jahresfrist kein Wort von hier im„Ballsstaat" zu lesen war, so darf man deshalb nicht glauben. daß wir umhässg gewesen sind.— Bon rein politischem Stanopuakte aus sind wir hier immer noch leidlich daran, so weil w;r nämlich wärttembergische Staalsbürgeipfli hlen zu erfüllen haben. Als steuer- zahlende Bürger ves D'Mschen Reiches fühlen wir aber bereits, daß wir p.eußisch-deutsch gewocdeu sind. Das hiesige Bürgerthum hat nur theilw-ize Fcouc gegen die Sozialdemokratie gemacht und dieser Theil, der nicht blos aus Natmuallieberalen, sondern zu dem unch Mitglieder der Bolspartei zu rechnen sind, thut zein Möglichstes, dl. soziatd.mokratisch- Partei und deren hervorragendsten Wortzüh er zu vcrungtimpien. Und um uns wirksamer bekämpfen zu können, wurde im Fearuar d. I. wieder ei ie„Lücgergesellzchafli" Iiis Leven geruse>, und ein Manifest im„Hohenstaufen'' erlassen, welches Pfli hlen m.d Rechte des Bürgers in Gemeinde wie Siaat auszähtl.— Ein weiters Er.ssgmß ist die Beschlagnahme oeS erwähnte» hiesigen Lokalblutteß„Ho zenstanfcn", die aus Antag einer Emgegauiiz elsoigle, und die sich gegen einen im hlesigen Amtsblatt eiilhattene.i den Kronprinzen des de uf che ii Reiches verhi nmelnden Attik l richl-te. Die Sedanieier ist hier mit Ach und Krach za Sraude gekoinmen. Schließlich sei den Parteigenossen bekanntgeg.be;, daß auch wir hier inauchc Ehikanc von Seiten der Besitzenden zu erlebe. i yaaen, mehr als diese hiadert uns aber am Borwärtskvmmen die Fiaaheir und Unwissenheit ver-Arbeiter. Trotzdem haben wrr aber manches günstige Resultat zu oerzeichnen. Mögeil Diejenigen, welche sagen:„es hilf.>0 doch nichls", ernstlich zurückzublicken, und sie werden finoeu, oaß ei zwar langsam aber doch sicher dem gewünschien Ziele emgegena HilSeShkiu». 3. September. Am 26. Angust ist hier ein sozialdemokratischer Arbeiterverein gegründet und w.i.de zum Vertrauens- main Herr Franz Vespermann, Moritzberg bei HUdesheim zu» Kassircr Herr Friedrich Vre»necke, zu Kanirollenrea die Herren Fritz Hamp« und Johann Kaufmann gewählt. Sonntag, 1. Sepiember, hallen wir große VolkSversamm- lung, die wir durch große rothe Platai« zar Kenniniß des Pnbli- kums brachten und zu oec alle Arbeiter und Bürger Hildesheim's ein- geladen waren. Auf der Tagesordnung stand„die Lage der arbeiten» den Klassen." Wrr hatie» zu der Bersammlung Herrn W Um er an» Hannover, die Herren Hosch und Müller aus Braunschweig eingeladen. Letziere telegraphirten jedoch, daß sie durch die Anti-Sedanseier am Kommen verhindert wären— und so waren wir aus Herrn Wie- mer allein beschränkt. Der Borsitzcnde, Schlosser Mertel, erössntte die Versammlung und ertheilte sodann dem Reserentea Herrn Wremer da? Wort. Redner verglich in schwungvoller Rede die Lage der arbeitende» Klassen Englands mit der Lage der festländischen Arbeiter und ho» gegenüber den Schul, e-velitzstch-n Kredit-, Rohstoff- und Kmsumver- einen, die er als Palliativmittel bezeichnet? und von denen er sagte, daß sie nur geeignet seien, die Arbeaec über ihre wahre Sage zu lau- schen, namentlich hervor, daß das Proletariat auf Produktivasjociaii» nnt mit Staatskndit zu bringen habe. Wenn der Staat, rief der SKebntt au«, wah' hast kolossale Summen sür Kriegszw-cke auszubringen in der Lage sei, dann lönne er für diesen Zweck auch etwas thuu. — Die Aussordernng, dag auch gegnerisch.nseils das Wort ergriffen werben möge, halte keinen Erfolg. Nachdem Wiemer sodann noch über die Wohuungsnolh gesprochen und das Porgehen, nam ntlich der Per- liner, Pehörden gegenüber dieser Kalamimt gegeißell halte, sordene er die anwesenden beiler auf, sich der sozial-demokralischen Albeiter- Partei aiijuschließcn. Wir zählen jetzt 56 Mitglieder und erfreuten wir «iiS b-Sbet ui jeder Versammlung neuen Zuwachses. Alle Montage ist Pai teiversammlung und in der gestrigen hatten wir so ar die Ehre, den Poliz-ldirekior Koch, den'Polsieisecretair Hennecke und den Polizei-Wachimeister E sckner in unserer Mitte zu sehen; einig- Polizisten waren noch auf der Straste vor unserem Lokale postirt. Auch hat die Polizeidireltion eine Namensliste unserer Milgliedschatt verlangt, die ihr, um Chikane zu verhüten, unter Pro- «st eingereicht ist. I. A.t F. Brcnnecke. Neviges, l. Septbr. Gestern Abend fand hierorts eine von den Mstglieoelii des Allaemeinen Deutschen Arbeiiervenin« veranstaltete Voltsversammlung statt, in welcher die Herren Hajenllever, T i hck e, Fricke, H a r in t, Mann, Friederichs(Elderseldj, Dres- bachs(aus Düsi> ldvrf) und Herr Selig au« Essen als Redner für den Allgemeinen Deutschen Aibe'teiverein austraten. Herr Dresbach referirte übrr den ersten Punkt der Tag sorduung:„Die Soc alde- mokiatie und das Jesuitengesetz". Herr Tölcke über den zweite» Punkt: „Die Aibeiter- Bewegung in Deutschlaud." Aii der hieiaus folgenden Distussion bethe ligte> sich unsererseits O i to, Köttgen, Herm, Altrath una Unierjkichneter. Die Ve sammluiig v rlief ohne Störung und wurde zum Schl iß solge. de von uns eingebrachte Resolution eirnumm'g ongenom uen: „Die heute am 3. Sept. in Neviges abg-haltene BolkSversamm- lung erklä t es für unbed nzt iwihwendig, daß sich die verschi de en sozialiemolratischeii Fraktionen zur Lösung ihrer großen Fragen unbe- dinot wen» nicht einigen, so doch ohne Zwistigtei en zusammen ehn müssen, und macht eo der Le tung des Allgemeinen deutscheu Ar eiter- vere.NJ sooie dem Ausschuß der focialdeni k atisch»Partei zur Pflicht, im Sinne vorstehender Resolution zu wirken. E. Obermann. .NU. Herr Hasen llever und Tölcke veisvrachen ihr Möglichstes beitragen zu wollen, daß d'e Slr>itigkeiten eia Ende nehmen. D O. Aus Thüringen. sAgitationöbtricht). Am 23. Juli wendete ich Mich oou L.ipjtg nach Weimar, wo ich auch gleich Gel-genheit hatte, mein etwa« lange« Schweigen zu brechen. Die Jnternatlonale Holz- arbeitergcwertsgenosseuichast hatte an diesem Abend ihre gewöhnliche MitgliederoersaiiimUliig. Sonnabend, den 27 Juli, sprach ich im Ortsoereiii der Bauhondwerler in Weimar. Aui Wunsch der Wei» marer und Apoldaer Pa teigmossen, speciell des Agitationskom tee's, ging ich Soiimag den 28. Juli auf eine längere Ägila ionsreije, wo zueist Pös-Utck in Augriss genommen wurde. Die Versammlung in Pößneck fand im Schütze hauesaal statt und war Nicht nur von Maniicrn sondern auch von Frauen zahlr.ich besucht. Die Versammlung Halle Massene nirilt der Aibeiter und Arbeiterinnen im Gefolge. Montag, den 29. Juli, sollte in Wallendorj oder Schmiedeseld eine Volksvei sammlung slaiifinden, leider hallen unsere dortigen Freunde die Aussvideruirg zur Einberufung der Versammlung zu spät erhallen. Dennoch halte» sie alles ausneboteu, um slr Montag Abend in Schmiede- seid eine kleine und für Diennag eine größere Volksveisammlung in Wallendvif zu Stande zu bringen. Bei den hiesigen Ve> Hältnissen ließ sich daß auch bewerl sulligen, da man hier nichts von Vereins- und Bersaminluiigigetetz weiß. Herr Herrmann Leube in Schmiedefeld hatte elles aufgeboten, um der Veriainiiilung möglichst viel Besucher zu verschajsen. und feine Mühen waren auch mit Erfolg g-krönt. In Aubetracht des kleinen Orte« war die Versaminlung eine üarkdefuchie zu nennen. Die dortigen Arbeiter(in der Mehrzahl Porzellanar- beiler) hatten einen H rich-Ounteifchen OrlSverein gehabt, denselben aber, well si: ihrer Anwallfchast mißtrauten, auch die Harmonielehre ihnen u> begreiflich war, fallen lassen und behielten ihr Geld im Orte. Die me'st>i wollten lieber eine Partei- oder Gewerksgenossenschast an ihrem Orte hrben. In Wautnoors, wo kurz vorher Wa'dow aus Berlin gesprochen hatte, fand den 31. Just eine große Volksveriammlung statt, welche auch zahlreich besucht war. Statt eines Berichlei m.inerseit» und zur Er heuerung der Leser des..VolkSitaat" laste ich hier den Bericht der Hiidbuighamener„Doisteilung" vom 4. August, folgen; es ist da mit dürren Worten eingestanden, daß die Versammlung wirklich Erfolg gehabt. „Pom Thüringer Walde. Seit Kurzem treibt sich hier wieder «in sozial. demoki atischer Apostel herum u»v wirkt für seine Pariei. Zuletzt h ell oerselbe seine»ach der bekannten Shablone auswendig g. lernte Rede am 39. Juli in Wallendorf und während man ihn an- de wäri« an die Luft geietzt haben nni:be, fand er hier merkwürdiger- weil« ein sehr zahlreiches und baubares Publikum. Dieser Menschrn- beglücker lonutc r echt uugenirt über Alles, was Staat, R gierung. Beamte, Milttär, Steuern, Eap tal rc. heißt orauflosschiuipten und seine Ideen von d.m zuküusligen, freien, soz alen Vollsstaat, der einem Pmanise gleichen wird, eniwickeln. E- geschah dies in den bekannten Phiafen und was d>e liätlige Sp ache dabei nicht lhat, mußten Anne ur.d Hände den sich machen.(Das htt natürlich nur der Eorre- spoudeur ge ehcn) In der Thai lcheiiu auch der ausgestreute Same aus Nicht ganz uniruchtbaren Boden gefallen zu sein, da diejenigen, welche jetzt d e Männer des Tages in Walle» dm f und U.ugegend bilden,»ach beeud.gier Rede um die Ehre stritten, dem sozialen Apostel am nächste» zu sitzen, um noch mehr von diesem Wellw is-n u piost iren. Wenn nun auch im Ailgemeine» bei dem ziemlich ge- unde» Sinne d r diesigen Bevölleiung in dieser die sozial- demokrali- chen Ideen nicht W rzel sasteu werden, so erzeugt die Verbreitung »erselben doch wenigstens eine gewisse Unzusriedendelr milden bestehen- den Verhältnistrn unter der Bevölktruug und namentlich uuter den »e, iger denk,»den Ärbeiiern. Dieselden überlegen nicht daß jene so- ziale» Reifeaponel, ohne daS Looi der Rrbeiler zu verbessern, gerade aus deren Kosten ein sehr diquemes und angenehm s Leben sichren. Was man aber zu erwarteu haben würde, falls diese sozialen Wellbe- glücker wirklich einmal ihr Z el erreichen solll-n, davon kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man das Treiben derselben unter einander beobachier." Von Wall. Udorf sührt: mich der Weg über Katzbülte nach Grob- dach. In Katz.iürii harten die Arbeiter ihiem Onsverein ebenfalls ausgesagt. Der letzte Ort, Gioßbreiieu ach. steht wackllch. In Katz- Hut« war's für d.esma, weil mir nicht Zeil genug zu Gebote staud, nicht möglich eine Versammlung abzuhalten. In Großdrertenbach hatte der tortlge Sladnichtei v-rtram die Versammln g verboten. Mir war da« sierlich wunderbar, alS ich aber überall piMßnche Wappen und Unisormen sah, war nnr's sehr liicht erllärlich. Großdreilenbach gehö r zu SonderShaujen, ist aber Preußen förmlich einverleibt. Di« Arber er, welche von memer Anweseilhert gehört, füllren aber schon gegen 8 Uhr Gast- und Nebenstude im lochen Hirsch, und da kerne vsfic«Ue Veriainmlung»alistndeir konnte, ir,ählleil wir uns etwas. Da aber die dortrge» Arbeiter sehr gern eine g>oße Versammlung haben wollten lind ich gern ihrem Wunsche nach am, schrieb ich noch eine Auzeige, welch- auch von 4 Manu als Einberur-r uniei- zeichnet wu-de. Dir dortige Fabrikant Herr Biehl halte sich jenen Abend ebenfalls mit e ngesunden, um zu sehen, wer von fernen Ar- bettern da sei. Den andeien Morgen halte er den Arbeiter, welcher mit mir verkehr«,> men lassm und ihm unter der Drohiina, ihn sosort en>iasseu zu wollen, verboten, eine weitere Versammlung zu be.ufe», u»b m ch, wenn ich»ich wir der sehen ließe, sollte mau mir Hunden h'naushez e». Diese Drohung hrtie ihre beadsichägle Wirkung nicht oerjeh>, derin sofort kam der Leiiessende und bal, daß ich die Anzeige nichr einieicheri möchte und sollte ich elivaS im„Bolisstaasi' darüb r berichten, d>s doch ja obne Nennung der Namen zu thun. linier di se» Umständen zog ich es vor, losort nach Scheibe zu geben, um woiuögi ch noch D nnnftag Abend dut zusprechen, es kam aber leider nur eine kieiuere Veisam»iiu»g zu Sta.d-. Den Freitag Abend fand eine z ößere Versammlnug in Limbach b. Alsbav (Meiningcii) siati. Z» d esir lirß der dortige Fabr karrt selber ein- lade», und war der>. Ibe mir seinem Sohn auch erschienen. Die An- wes»den wollren sich noch iiiiinai beiprichen, ob sie sich der Pa>t i »der der GeweriSunioir ansllli.ßeii sollen. Soiinabend, de» 3. August j rroi te ich Ober weißdach besuch, n kam ab r leider bei de> Mangel- basten Postverbiirdung im Ttzürrnger Wald früher als metn Brief dort; an. Die bärtigen Arbeiter arbeite» meist sür auswärtige Manufakturen. Da sie Sonnabends liefern und mitunter lang« aus den Lohn warten müssen und deshalb spät nach Hause komme», so war kein starker rlesuch möglich und zog ich vor, diesmal hier von einer Versaimninng abzusehen und dafür Verbindung in Saalseid zu suchen, was mir auch gelang. Sonntag, d. 4. Aua. Abends, fand in Neustadt a. d. Orla - ine zahlreich beiuchte Arberterversammlung statt, welche von allen Ständen besucht war. Auf der Tagesordnung stand:„Die A beiier- bewegung und ihre Gegner." Auch h'cr traten, wie überall, zahlreiche Arbeirer unserer Partei bei. Für Montag, den 6. Aug. sollte in Triptis eine Versammlung statlfiiiden, die Zeit war jedoch zu ku-z, um es sür diesmal zu ermög- lichen. DerNedakteur des Aumaer Lokalblattes, Eisenbahn", Herr Jügrll. kann aber versichert sein, daß bei meiner nächsten Reise der Ort unser wird, dann werd.n die„verborgenen" Zustände„offen" werden. Da- für, daß Triptis liegen blieb, kam Auma dran, auch dort war, trotz des starken Regenwetters und trotz des eben beendereii Schützenfestes, die Versammlung wie allerwäit« gut besucht. Daß auch diese �ihre Früchte getragen, beweist am best-u die Schimpferei des Herrn Jügell in seiner„Eirenbahn". Ans diese Schimpfereien zu antworten fall mir gar nichl ein, wenigstens nicht in seinem Blatte oder im„Volks- siaat", dessen Raum ohnehin schon sehr in Anspruch genommen ist. Wir sprechen uns aber in Auma wieder. Dienstag sollte Zeulen- roda(wo gegenwärtig noch der„Allgemeine deutsche" dominirt) da- ankommen, durch ein Versehen der Äumaer Freunde muhte die Versammlung ausfallen und fand dafür eine kleinere Znsammenkunsr der Aurnaer Gewerksgenossen behuss Besprechung besserer Organi- salion statt. Mittwoch, den 7. Aug. hatten sich in MünchenbernSdorf im Hirsch, die Arbeiter ebenfalls zahlreich eingesnuden um den Vortrag über den Leipz-ger Hochverralhsprozeß und die Presse mir anzuhören. Der erste Punkt der Tagesordnung hatte 2L» Stunde Zeil in Aiuprnch genommen,»nd war die Zeit soweit oorgerücki, daß der jwe le Paukt gar nicht be- handelt werden ionnre.— Gera sollte den Freira-j in Angriff genommen werden, dort konnte jedoch au« lokalen Gründen keine Ver- sammlung stattfinden. In Weida welche« den Sonnabend vorge- nommen wurde, harten die Parteigenossen wieder Adookatenopposision erwartet. Die Herren zogen jedoch»or, nich( zu erschemeu u rd die, welch- der Versammlung beiwohnten, hielten eS für rathfamer, zu schweigen. Zur R ichsiagswahl waren sie am Platze gewesen, diesmal muckste z-roch K irrer. Die Polizei, die— ob auS Neugierde oder in amrUcher Eigcilichafr— vollzäyiich erschienen war, wollte nach Schluß wegen Verbreitung unserer Drucksachen eingreifen, in-ißle sich aber zufrieden geben, als sie erfuhr das die Sachen alle bestellt seien. In Weida ließen sich die Arbeiter trotz der Schützenfeier und weiun Entfernung des Versammlungslokals nicht abhalten, zahlreich �n e> sch inen. Die Gründung der Mitgliedschaft werden die doitigen Freunde l deusalls schon dem Ausschuß angezeigt haben. Saatfeld a. d. Saale tMeiningen) wurde Sonntag d. 11. August besucht man könnte bei der dortigen Situation säst sagen, erstürmt. Bei der letzten Versamm- tung, die Jmhof abdielt, hatten die Fabrikanten einen so>ch-n Skandal gemacht, daß die Versammln-tg.reschtossen werden mußte. Herr Ran- manu aus Dresden, welchen die Saa feldec Bourgeoisie ia's Feuer geschicke hatte, hatte dort oppo.irert und sich nicht gescheut, den An- wejcnvenden vorzulügen, daß er nichts gehabt und gegenwärtig 299 Aroeiter beschäflig wahrend es kaum 39 sind, diesmal �abcr zog er es vor, zu scpiverg-n. Ein Tischlermeister versuchte nach Schluß meiaes Vortrag zu opponiren, braedte jedoch kein gescheutes Wort heraus. I» die ausgelegten Listen zeichneten sich ivsorl 59 Mann als Mit- glieder ein, gewiß ein sehr erfreuliches Resultat. Montag, d. i2. August, wollte ich in Kahla(Altenburg) sprechen, e« war jedoch aus lokeilen Gründen nicht möglich. Dienstag erstattete ich Agiiationsbencht im Vorort Apolda, und zogen eS die Agita- tronskoriirleemitgiieder vor, dazu eine Mitgliederversammlung ezuzu- beraumen, die auch sehr gut besucht war. Aus Geschasislücksichte» konnte ich den Wniisch der Geraer Par- t'igenvssm, das Reußische Oberland, Greitz, Schleiz, Lobenstein. Hirsch- seid und andere Oer« noch zu besuchen, nicht erfüllen. Mit Apolda war sür dieses Mai meine Reise beendet. Allen Parteigenossen, welche mir stet« hülsreichste Hand geboten und mir besonders den Auseirthalt so angenehm als mögüch zu machen suchten, sage ich hiermit herzlichen Dank. Ich spreche zugleich die Ver- sicherung aus. vaß ich ihren Wunsch brldmogiichst ersüllen werde. Wie oben bemerkt, sind die gewoutleneir Resultate günst-ge zu nennen. B denkt man»och, daß aus den meisten Orten»och Keiner von uns gewiesen war, daß dagegen unsere Gegner alle« daran ge- setzt harten, um die Arbeiter im alten Fahrwasser zu erhalten, so muß man umsomehr mit den Re ultaien zufrieden sein. In weicher Brüche im Thüringer Waid der Nationalservilismu« steht, beweisen etliche Transparenis, die ich im Saale zu Lim- dach aniraf: In der Mitie hing ein Transparent, mit der Jns»riit: „Oertttchlaird strahle im Glanz! Faiikreich, die bissige Wanz, Quält uns ja nimmer!" Links um den Helvenkaiser:„Eines Mannes iugend erprobt allein die Stunde der Gefahr." Rechts um den K»»Prinz:„Der Müh« reifen goldne Saaten, und lohnen einst zur Ernlezut." Unser„Volksstaat"' welcher jedenfalls dort zahlreiche Abonnenten finden wird, wird sie scho r eines anderen belehren. Am 23. Äu zvst hielt ich bei Gelegenheit einer Geschäftsreise ein« Volksversammlung in Franken hau sen ab. Aus verschiedenen Gründen war die Bei>ammlling nicht sehr zahlreich besucht, der Beitritt zu der Partei jeooch war ein genügender. Mein jetziges Geschäft giebt mir Gelegenheit täglich, ja fast stund- lich sür unsere Sache thätig zu sein und zwar sehr oft unter de« Landbevölkerung, wo noch sehr viel zu thun ist. Wenn man in Sachsen mich lahm zu legen gedachte durch die Ausweisung, so ist gerade das Entgegengesetzte erreicht• orden.—„Das ist, als ob Sie das Agitireu nicht laisen können", sagte damals iu HudeiiuSburg der Direktor Brhrisch zu mir, und er mag recht gehabt haben—'S wird fort- agititt.— Ihne ein Jeder, was cr kann, dann ist das W-rt schon halb gethan. Mit lozialbemokratischem Geuß und Handschlag Wilhelm Uien. Parteigenosseu Thüringens. Die Agitation in Thüringen ist eross-er; zahlreiche-Mitgliedschaften haben sich gegründet und äuS vorstehendem Agitationsbericht«erdet Ihr ersehen, wie ausgezeichnet die Äuestchtrn für uns stehen. Ich bitte deshalb nochmal«, thue Jeder seine Pflicht und zwar besser wie bisher, denn Wenige nur sind meiner mehrmaligen Aus- jorveruiig, d e Agilationsdeiträge einzuschicken, nachgekommen. Sollten wir jedoch wieder vergebens Euch an Euere Pflicht erinnert haben, so muß des angefangene Werl liegen bleiben. Darum nochmals, denk.t daran, daß es ohne Geld nicht»rögltch ist, zu agttiren Mit Soz.-d m. Gruß und Handschlag E. A. Reichelt, Borsitzend-r des Tyüring. Agliatioris-KomiteeS. Aa die Adresse des Herrn Hierouymi, deuisch-talholiseher Prcbiezer in Mainz. Nachdem Sie sich erfrechten, an Herrn Bebel und der Sozial- demolrcitie Kritik zu üben, fordere ich Sie aus, Ihre auf der südwest- deutschen Synode den freireligiösen Gemeiderr in Oberingelhcim ver- üble Festrede zu verössent lichen, respektive mir eine Abschrift derselben zugehen zu lassen, um ihre gkistig- Impotenz und Ihren deutsch- kaiholischeii EieiiniSinns nachzuweisen. Nürnberg, 5. September 1872. f A. Memminger, Redakteur des„Dem. Wochenblattes" und Mitglied der freien Gemeinde. Bcrichtiguilgcn: In Nr. 71 im Artikel„Zur W ederwah Bebels" inntz es am Schluß des e-st n Absatzes auf Spall« 2 heißen: „Sie(nicht: wir) wären den Mann sür alle Zeireil los--"; Spalte 3 im Ansang bei polirijchen Ucbersichl:„den Heiligenschein von de» Häuptern der Lebenden und Tobten(nichl Ideen) abltreisen, ist unsti eilig.in nützl-ches Unternehmen."— Seile 2, Spalte l.inuß der Schluß des dritten Absatzes lauten:„Das Blatt, w lches den töbtliche» Ärtik.l vers.rßr hat, es sind die„Grenzboten', und die Hand. welche den mörderisch ir S.ahi g-richtet hat g-gen die polilische Ehre Robert Blum's, es ift— die Hand seines Sohnes!'— ssile 4 Spalte 1, in der„Noiiz für Auswanderer" muß es in der ersten Z ile herßen:„Von Waldheim(statt: Watd-Grim) nach New-Uork über- gesiedelt. Briefkasten der Expediti»»: Koennecke in Spandau für Schriften 8 Thlr. 7 Gr-! Holzbaner in Aalen für Schriften 2 Thlr. 8 Gr.; Hock in Regensburg f Schrft. 6 Gr.: Kalb in Frankfurt a. M. f. Schrft 19 Thlr.; Schramm in Stuttgart für Schriften 2 Thlr.; Pansch in Nieder- zwönitz für Schriften 6 Gr.; La-nneckcr in Chicago f. Abon. 23 Thlr. 19 Gr.; Metallarbeitergewerkschafr Leipzig für Anno«. 22 Gr.: Arb.- Partei Breslau für Annoncen im Juli 1 Thlr. 5 Gr.; Wolf iu Mülsen sür Schriften 4 Thlr.; Radtke in Königsberg für Schriften 3 Thlr. z Schlick in Graz für Schriften 1 Thlr.; Forster in München sür Schotten 17 Gr.; Schuhmachergewerkschasl in Würzburg sür All- nor.ce 7 Gr.; Schwemsderg in Bergrath sür Schriften 19 Gr. der Redaktion: Der versprochene Bericht über den Slriki der Böttcher bei Schlobbach ist uns»och nicht zugegangen.— Verschiedene Korrespondenzen mußten für die f»lgenden Nummern zurückgestellr werden. Für den„Lollsstaat." Von L. Zwicker, T. Schreiber und H. Dante in Friedrichihaide b. Ronneburg, Schuldschein Nr. 69, 61, 62 zu je 1 Thlr. gratis zurück_____ D. Erved. d.„Votksflaar." GenoffeuschaftSbuchd ruckerei zu Leipzig. Donnei img, den 26. September außerordentliche Generalversammlung im Lokale de« Arbei'erbilSungSvercinS, Rirterstr. bei Schatz. Tagesordnung: Nochmalige S-atutenändernng. Lripzi,', den Ii. September 1872. Der Ausstchisrath: _(3) 3 P. Ullrich, Vors. Für Leipzig. Sozial-demokrat. Arbeiterverein. Freitag, de» 13 Sedteuiber«bendS 8 Uhr im Leipziger S.'.al. Soz.-pol. Wochenbericht: Ref. Muth. Freie Disciisiioii. Gälte iviiikommeii._ Der Vorstand Für Ärotzenhaill. Sonntag, den 15. Seotember, Abend« 6 Uhr feiert die hiesige Mitgliedschaft der Manufakturarbeiter-Gewerksgenossenschast im Schützen- Hanse ihr erstes Stiftungsfest. Programm: Festreoe. Jnstrum ntal und Gesangs-Concerr Deklamatorische Vorträge. Hieraus Ball. Gäste willkommen. Das Aest-Komitee. Jür Hannovkr. Sonnabend, de» 14- September Abends 8 Uhr. Versammlung des sozial- de.uokratischen Vereins im Lokale des Herrn Bartlin. Knochenhauerstraße 59. Tagesordnung: 1) Berrchternattung des Delegi'ie» über den Mainzer Eougreß. 2> Ä ihl eine« Vertrauensmanns. 3) Wahl eines ersten und zweiten Vorsitz»den. Zahlreiche» und pünktliches Erscheinen ist Ehrensache. _ Der Bertranensmann. Für Kassel. I« Auftrage der hiesigen wie d-r Mündener Parteigenossen ersuchen wir alle Parteimitglieder sow-e die resp. Verlrauensniänner der Pa tei, in deren Bereiche sich der Schlosser W. Elias Merkel aus Rnbeland, Krei« Blankenburg, zuletzt in Münden in Hannover in Arbeit, befindet, Nachricht davon an uns gelangen zu lasten. Der Vemauensmann sür Kassel G. Kalbreiei. Der Vertrauensmann für Münden Philipp W a�z_ Kür Eßlingen. Nächsten Sonntag Abend Zasainmenkunst bei Bayer, Scheer'iche� Villa. Zwei Drechslergehilfen finden auf Busselhornthürgrisfe sofort daaerndc Belckiäst'gttnz ii« Drechslergeschäft v»n Bebel, Leipzig. Ebenbasel, t kann auch ein Lehrbursche emtreten. K-»l uns Logis außer dem Hause, wofür Verginuna gewährt wird. Bersammluug der Gewerkschaft der Holz- arbeiter i» Altona Sonnabend, den 14. Sept., A enbs vräctS 9 Uhr, im Lokale de« Herrn Edler, Notderftraße. Tagesordnung: 1) Der Verein von 1365 und die setztge Gewerksgenossenschast. 2) Abrechnung der Lusttour Rourtebiug. Der vorstand. Für Altona Mitgliedtr-Versammlunz des socialdemokratischra �rdritrr Vereins am Donnerstag, den 12. September im Schuhmaeher-Amlhaus große Bergstraße 139 Abends 9 Uhr. Tagesordnung: Socialpolitischer Wochenbericht. Die Arbeiter- bewegung und ihre Emwickc ung. Resetent: G. A. Müller. Ter vorftanv. Zur Beachtung für Schreiner. DaS Atbeitsnachweii» Bürean und der Geselleitoerlehr für Schreiner befindet sich in Stuttgart Holjftratze Nr. 10, Gasthaus zur Linde bei Herrn Weser. Im Berlage der Erpediiion de»„Boiksstaar' erscheint demnächst der Wolksstaatkalender für 1873. Preis per Stck. 3'/, Ngr. Bet Abnahme von mindestens 12 Sick 3 Ngr. ä Die Filialerpeditionen werden ersucht die Bestellungen hierauf rechtzeitig zu macben. damit die Auflage bemessen werden kann. Ferner ist von derselben zu beziehen: Liebknecht: Was ick> im Berliner Re chstag sagte. II. Auflage. Preis pe> Sick 2 Nqr. Parnenpreis IV, Ngr. Dir politische Stellung der Sozialdemokraten. (Berliner R d). II. Auflaze. Pr.i» l' i Ngr. Portienpreis l2Ps. Die Brochüie enthält die wunverdate G. schichte des Pcozesses, zu dem sie Betanlaffung neqeben Photogr. Gruppenbilder(Tabelaur) der sogenannten Wiener-, Braunschwciger- und Leipziger- sowie Pcster-Hochomäthrr. Prei« 2t/, Ngr. Parlienpreis 2 Nzr. Die Erpedition des„Volksstaat".(2)1 Im Berlage der Expedition des„Bollsitaat" ist erschienen resp. von ihr zu beziehen: Thlr. gr. ps. F.«ngrls, Der deutsche Bauernkrieg..— 5— ,. D'e Lage der arbeitenden Klassen in England.— 20— Gedichte und Lieder freisinniger und besonders soz.-dcm. Tendenz v. I. F-iin; in Zlie-cb...— 4— Ter Braunschtveiger Ansschils; der soz.-dem. Atbeiier- vt te, tn Lotzen und vor d-m Gerich:.. 12 Ngr. Am Webstuhl der Zeit, loz. Sklzze.Il. Lieferung... B'» Dr. Walstcr......... 2 Ngr. Leipzig r Hockverrathsprozest. I. II. III. Lieferung» 2', Ngr. Voltsliedcrbuch v. Linke......— 2 Tie Vrpcdition des..BolkSstaat". Leipzig: V rantw. Redalteur A. Muth(Redaktion u. Expedition He, hetzt. 4.) Track und Set log von F. Thiele.