lo. 74. Sonrabend, 14. September. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal in Leipzig. VeKlklungen ned-nen a>« Pastanstaltm und Buchhand« lungen de» In» und Au»- laude» an. Mir Leipzig nehme« Bestellungen an: die Expedition, Hohe Str. 4. «.Bebel, PeterSstr. 18, ». Thiele, Emilienstr. 2. «douuemeutSprei»: Für Preußen incl. Stempel- steuer 1 7 Sar., für die übrigen deuischen Staaten 12'/, Ngr per Ouanal, per Monat 4'/, Ngr, für Leipzig und Um- gegend per Quartal ISRgr. Filtalerpeditiou für die Ber- «wigte» Staaten: ?. A. Sorge, Box 101 Boboken N. J. vi« Newyork Organ der soMl-demoKratischen Arbeiterpartei nnd der Internationalen Gewerksgenossenschasttv. vartholomänsnacht. Am 24. August war der„dreihundertjährige Ge- denk tag" der Bartholomäusnacht, der scheußlichsten Blulorgie des Katholizismus; und unsere„nationale" Presse, voran daS Leiborgan des Fürsten Bismarck, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" versäumte die Gelegenheit nicht, mit Be- Hagen auf das furchtbare Schauspiel hinzuweisen, und unter ftommem Augenvcrdrehen zu sagen oder wenigstens anzudeuten: „Wir Protestanten sind doch bessere Menschen als diese Mord- katholiken; wir müssen unserem Schöpfer danken, daß wir einen Staatsmann haben, der uus mit seiner noch nie dage- wesenen Genialität und Energie von den gottlosen Jesui- ten befreit und damit vor einer ähnlichen Kathstrophe be- wahrt hat." Nun— was die Befreiung von den Jesuiten anbelangt, so kann der Leser daS Nähere bei dem„kleinen Ermländer" erfahren. Doch wie dem auch sei, die Bartholomäusnacht ge- hört zu jenen gräßlichen Blutflecken in dem blutgeschriebenen Buch der Menschengeschichte, auf denen das Auge schaudernd verweilt.—— Sie sind nicht selten, diese Blutflecken,— und einander ähnlich, wie ein Ei dem andern; nur an Größe verschieden— doch ob es das Blut von ein paar Tausend Menschen mehr oder weniger ist, darauf kommt cö ja nicht an. Blut ist Blut. Schlagen wir ein paar Blätter zurück und ein brennend rother Blutflecken starrt uns entgegen, noch etwas größer als der mit dem Datum: 24. August 1572. Es sind fast 50 Jahre, e h e der halbwahnsinnize Pfaffen- könig Karl IX. aus dem Louvrefenster heraus auf die flie- henden Hugenotten schießt und niit heiserer Stimme dem auf- gehetzten Pöbel sein luv! tue! schlagt sie todt! schlagt sie todt! zuheult! Kein König ist's, dessen Gestalt vor uns erscheint.— Nein ein Mann aus dem Volk, ein Mann des Volks, wie Viele behaupten und auch glauben, ein Mann, dessen Züge uns Allen bekannt sind, dessen Bildniß in der Stube weniger Protestanten, und gewiß keines protestantischen Bauers fehlt. Damals waren es schlimme Zeiten für unsere Bauen»; ge- knechtet, ausgesogen, beneideten die Bauern ihr eigenes Zug- und Lastvich; allein sie fügten sich nicht feig in die menschen- unwürdige Lage, die Adel und Pfaffenthum ihnen bereitet. Sic ergriffen mit Begeisterung die„neue Lehre", die ihnen„das Reich der Gerechtigkeit" verhieß, und wollten Ernst machen mit der allgemeinen Brüderschaft in Christo. Sic legten den vornehmen Brüdern in Christo ihr Unglück und ihre For- derungen vor. Ihr Unglück maaßlos, ihre Forderungen wun- derbar mäßig. Und jener Mann aus dem Volke ward gerührt; er erinnerte sich seines Ursprungs und redete den Großen ins Gewissen:„Laßt Eueren steifen Muth herunter, und weicht ein wenig von Eurer Unterdrückung und Tyrannei, damit der arme Mann Lust und Rauin zum Leben gewinne!" Die hohen Herren verschlossen aber die Ohren; das Placken und Schinden ging lustig weiter. Noch nicht in die Knechtseligkeit herabgesunken, die das politische Ideal der Ge- genwart ist, beschlossen die Bauern zuletzt, sich selbst zu helfen. Gleiches Recht für Alle, und ein freies geeintes Deutschland, daS war das Ideal, welches ihnen vorschwebte, und für das sie in den Kampf gingen. Sie hofften auf je- nen Mann auS dem Volk, welcher den Anstoß zu ihrer Be- wegung gegeben, und der gestern erst seine mächsige Stimme zu ihren Gunsten hatte ertönen lassen. Sie hatten nicht lange zu warten. Von neuem dröhnte die mächtige Stimme durch's Land— doch, welche Enttäuschung für die gläubigen Bauern! Ein Mordruf war es, nicht der Ruf nach Gerechtigkeit! „Die mörderischen und räuberischen Rotten der Bauern soll man zerschmeißen, würgen und stechen, heimlich und öffentlich, wer da kann, wie man einen tollen Hund todtschlagen muß.—— Die Obrigkeit, welche zaudert, thut Sünde, da den Bauern nicht genügt, selber des Teufels zu sein, sondern sie viel fromme Lent zu ihrer Bosheit und Verdammniß zwingen.— Darum liebe Herren(vom Adel) loset hie, rettet da, steche, schlage, würge sie wer kann! Bleibst Du darüber todt, wohlj Dir, seligeren Tod kannst Du nimmermehr über ko mmen!" Und dieselbe mächtige Stimme rief weiter m'S deutsche Land:„Der weise Mann sagt: eibus» onus et virgam asino*), in einen Bauern gehört Haferstroh, sie hören nicht das Wort und sind unsinnig, so müssen sie die virgam, die Büchse hören und geschieht ihnen recht. Bitten sollen wir für sie, daß sie gehorchen; wo nicht, so gilt's hier nichts viel Erbar- menS: Lasset nur die Büchsen unter sie sausen, sie machen es sonst tausendmal ärger." c Mann aus dem Volke, der diesen wüthenden Mord- ruf durch d,e deutschen Lande ergellen ließ, war der große Re- formator Luther, der Gründer der protestantischen Kirche.' Wo ist der Unterschied zwischen dem: Steche, schlage würge sie, wer da kann! des protestantischen Kirchengrün- ders, und dem Tue! Tue! des katholischen Königs? Höchstens m der Zahl der Opfer. Das Tue! Tue! kostete 30,000 Hu- *) Futter, Laftbürde und Schläge find für den Esel. genotten das Leben, und das: Steche, schlage, würge sie, wer da kann! beförderte ungefähr doppelt so viel in das Jen- seits. Und noch ein Unterschieb, der ebenfalls nicht zum Vor- theil des protestantischen Kirchengründers ist: Die deutschen Bauern, die er„stechen, schlagen, würgen" ließ, weil sie das Verbrechen begangen, seine Lehre ernst zu nehmen, sie wollten die von'dem Pfaffen- jand Adelsgezücht nebst den Klein- fürsten zerstörte Deutsche Reichseinheit wiederherstcl- len,(mit zwar, wohlgemerkt, auf so echt demokratischer Ba- sis, daß die„zwölf Artikel" noch heute uns Neid und— Scham erwecken), wohingegen die Hugenotten die Franz ö- fische Reichseinheit zu zerstören trachteten.(S. Buckle, der gewiß kein Verehrer des»katholischen Pfaffenthums war.) Oder verändert es etwa die Sachlage, daß die Hugenotten meist vornehme und reiche Leute, die Bauern aber„gemeines Volk" waren? Das wird Niemand zp sagen die Stirne haben. Nein — katholisch todtgeschosspn, oder protestantisch„ge- stachen, geschlagen, gewürgt"— es läuft auf EinL hinaus, und dies wie jenL ist dem innersten Wesen de» Pfaffen thums entsprossen, k�das unter jeder konfessionellen Verkleidung, zu allen Zeiten und in allen Ländern das nämliche Z'el mit den nämlichen Mitteln verfolgt hat und seiner Natur nach verfolgen muß: kriechend'und sanftmüthig, wenn ohnmäch- tig— brutal und unbarmherzig, wenn im Besitz der Macht, stets nach der Herrschaft strebend, stet« todtfeind der freien Gei- steSentfaltung, stets bereit, Scheiterhaufen zu errichten und Bür- gerkrieg zu entzünden. Mit Menschenopfern hat das Pfaffen- thum begonnen, und Menschenopfer wird es bringen, so lange es existirt. Blödmenn—'Blutmänner, nannten die alten Friesen ihre Priester; Blödmenn sind und waren(als Stand betrachtet) die Priester sämmtlicher Religionen und Völker; und, könnten wir die Blutmasse des Rothen Meeres messen, dürch welches die Menschheit bis jetzt hat wandeln müssen, neun Zehntel kämen auf Rechnung der Pfaffen! Freilich, um billig zu sein, nicht auf Rechnung der Pfaf- fen allein. Um das Amt der Blödmenner zu erfüllen, muß- ten sie den Arm der weltlichen Macht zur Verfügung haben, und dieser Arm ward ihnen-blos geliehen, wenn vir weltliche Macht ihre Rechnung dabei fand, wie denn Staat und Kirche von jeher ein, für beide Parteien sehr einträgliches, Compagnie- geschäft betrieben haben. In neuerer Zeit sind die Religionsmetzeleien seltener ge- worden, und jener protestantische Pfasi, der bei dem be- rüchtigten Strauße»putsch dem fanatisirten Landvolk zu- brüllte:„Im Namen Gottes schießt!*)(auf das ver- maledeite Radikalengesindel!) hat wenig Erfolg und, aus Man- gel an Gelegenheit,»venig Nachahmung gefunden. Das Volk hat aber nichts gewonnen. Die Blutklecksc sind im Gegentheil häusiger als je zuvor, und wahrhaftig nicht kleiner. Der mit dem Datum 1871/72, auch„heilige Krieg" getauft, enthält nach den, höchstwahrscheinlich weit hin- ter der Wirklichkeit zurückbleibenden, Angaben des offiziellen Preußischen Statistikers Engel das Blut von über 40,000 deutschen Soldaten; wozu noch das von mindestens 60,000 Französischen Soldaten, Franctireurs und Bauern zu zählen ist, so daß diese verstärkte oder verlängerte Ausgabe der Bartholo- mäusnacht, diese„Blutorgie" des durch die Herren Bona- parte und Bismarck vertretenen Cäsarismus ca. Hunderttau- send Menschen auf dem Fleck gekostet hat, doppelt so viel nicht zu rechnen, die nachträglich ins Gras beißen mußten, oder verkrüppelt und siech gemacht worden sind. Und un mittel- bar hinter diesem Klecks kommt ein andrer, fast ebenso dick, an dem die Pfaffen ibenfalls unschuldig sind. Er trägt das Da- tum: 21.— 28. Mai 1871. Es sind nicht hunderttausend Menschen, deren Blut hier vergossen ist,— blo ß 40—50,000; aber man hatte auch nur 8 Tage Zeit, und nur ein einziges Schlachtfeld. Dieß erwogen, gewiß eine staunenswerthe Lei- stung in ihrer Art! Und wer hat dieses Mordmeisterstück voll- bracht? Kein Karl IX, kein Luther, kein Bonaparte-Bismarck — nein, unsere„ freisinnige" sogar mitunter„demokratische" Bourgeosie. Genug: es war eine entsetzliche Unthar, die Massakre des 24. August 1572. Aber die Protestanten haben deshalb kein Recht, einen Stein zu werfen auf die Katholiken: denn die dem Gründer des Protestantismus wesentlich zur Last fal- lende Massakre des Jahres 1525 war um kein Haar breit des- ser. Und chrerseits der Cäsarismus und vie Bourgeoisie dürfen keinen Stein werfen auf die Urheber der Pariser Blut- hochzeit. denn sie selbst haben m puncto der Mordpraxis ähnliche Resultate aufzuweisen. Wir aber wenden uns mit gleichem Abscheu ab von dem Pfaffenthum,(dem protestantischen und katholischen), dem Cä- sarismus und der Bourgeoisie: dieser unheiligen Drei- einigkeit des Mords. *) Ende der 30 Jahre wurde David Strauß, der bekannte Verfasser de»„Leben Jesu"(jevt nationalliberal) von der radicalen Züricher Regierung als Professor an die Universitär Zürich berufen. Die Pfaffen zeterten und hetzten aber so lange, bis das derhorle Land- volk einen kontrerevolutionären Putsch machte. Der Pfaffe, der obigen Mordruf ausstieß, hieß ebenfalls Strauß. Was die Bourgeoisie unter„Recht" versteht. III. Die in Nummer 31 und 50 des„Volksstaat" abgedruckte« Artikel der Berliner„Volkszeitung", Organs der Forlschritts- siartei, sind auch dem stockkonservativcn Organ der Sächsische« Regierung, der„Leipziger Zeitung", zu reaktionär, und sie läßt dem ,,VolkSzeitungs"-Arlitel in einer Berliner Correspondenz (S. die'Nummer vom 25. Juli) solgende Abfertigung zu Theil werden: „Berlin, 23. Jnli. Anläßlich des Bcbel-Liebknecht'schen Hoch- verrathsprozksseS hat sich zwischen zwei hiesigen Blättern von sehr prouoncirier Parieirichtung, der bekanntlich alsHaupiorgan der preußischen Forlschrittspartei fungirenden„Polkszeilung" und der„Berliner Revue", welche dem äußersten rechten Flügel der preußischen Conservativen als Organ dient, eine Polemil entsponnen, welche insofern von allge- meinerem Interesse ist, als sie ein sprechendes Zeugniß dafür biete», daß jene den RechtSsiandpunkt völlig aus den Augen lassende Leidenschastlichteit, womit der Liberalismus gegen die Sozialdemokratie zu Felde zieht, von der con- servativen Partei entschieden abgewiesen wird. Bor einiger Zeit brachte nämlich die„Volkszeitung" einen Artikel, in welchem au»- geführt wurde, daß die Berurtheilung Bebels und Liebknecht's zwar „gesetzlich durchaus nicht gerechtfertigt" sei, daß die Geschworenen aber trovdem Recht gehabt, ihr Schuldig über Männer auSzusprechea, die nach dem„Volksgesühl" das Verbrechen des Hochverraths begangen hätten. Dieser an Frivolität grenzenden Rechtsanfchauung ist nun die„Berliner Revue" mit folgenden Bemerkungen entgegen- getreten: (Folgt ein Auszug au» dem unfern Lesern bekannten Artikel der „Revue", wozu der Correspondent der„Leipziger Zeitung" bemerkt:) „Die hier von der„Berliner Revue" zum Ausdruck gebrachte Rechtsan schauung dürfte von den Conservativen aller Schamrim�en getheilt werden. Dieselben mögen es tief beklagen, daß der sozral- demokratischen Action durch manche gesetzgeberische Leistungen der Neu- zeit, welche indessen hauvtsächlich aus der Jniitalioe der m der Bolls- zeitungspresse vertretenen Partei h«> vorgegangen und durch dieselbe zu Stande gebracht sind, in beoenklichster Weise Borschub(?) geleistet wird. Allein gegen die Praxis, die Sozialdemokraten durch „Bo lksurtheil" einfach außer dem Gesetz zu erklären, wird da« RechtSbewußtfein der Conservativen stets unumwunden Einspruch thun. Sind die Liberalen der„VolkSzeituag" der Ansicht, daß das Treiben der Sozialdemokratie so gemeinfchädlicher Natur ist, daß mit den zu Recht begehenden Gesetzen nicht durchzukommen ist, so mögen sie vor allen Din ,en die Hand zu entsprechender Abänderung der betreffenden Gesetze bieten. Davon aber hat man bisher noch nichts gehört. DaS Odium,„liberale" Gesetze zu beseitigen, weil st« sich in der Praxis nicht bewährt haben, will man um keinen Preis auf sich laden; dafür wird vorgezogen, diese liberalen Gesetze möglichst illiberal auszulegen und anzuwenden. Ehedem galt der umgekehrte Satz: strenge und scharfe Gesetze wurden liberal ausgeführt. Bei welcher Praxis sich das öffentliche Rechtsbe- wußtsein besser gestanden hat, wird der unbesanaen Urtheilende sich lelbst sagen können, wenn er den Blick auf die sozialen Ausgeburten und Krankheitsc, scheinungen der jüngsten Zeit wirft. Sonderbar genug ist es, daß fürjüne, solche Grundsatze zur Richischnur nehmend« Con» struklion des Staatswesens von ihren Wortführern die Bezeichnung: Rechtsstaat in Anspruch genommen wird. Die Redaktion der„Leipziger Zeitung" fügt den Betrach- tungen ihres Correspondenten bei: „Selbstredend theilen auch wir den Rechtsstandpunkt der „Berliner Revue" bezüglich des Bebel-Liebknecht'schen HochverralhS- Prozesses, sind aber auch, entgegen der Ansicht der„Bolkszeitung", der Meinung, daß die Berurtheilung gesetzlich vollkommen gerechtfertigt war. Die Zeitu ngspolemik zwischen diesen beiden Blättern hat auch für sächsische Verhältnisse ihre Nutzanwendung, denn Ansichten, wie sie die„Bolkszeitung" ausgesprochen, finden sich auch in sächsischen Blättern, wenn schon vereinzelt und nur inderLokalpresfe vertrete n." Also der stocktonservativen„Leipziger Zeitung" gilt eS als „selbstredend", daß sie in Bezug auf die Rechtsanschauung der fortschrittlichen„Volkszeitung" und einiger vereinzelten Ge- sinnungsgenoffen derselben in der sächsischen„Lokalpreffe" dem Leipziger„Hochverrathsprozeß" gegenüber den Slandpunkt der „Berliner Revue"„t heilt", mit andern Worten, daß sie die Anschauung der„Volkszeitung" und geistesverwandten Blätter, man müsse die Sozialdemokratie durch„Volksurtheil", unbe- kümmert um's Gesetz, aus der Welt lynchen, für„abscheu- „lich',„schamlos",„haarsträubend",„unerhört" und„dumm" hält. Der Fußtritt läßt nichts zu wünschen übrig und wir haben ihm keinen Zusatz an seine Adresse mitzugeben. Was die Behauptung der„Leipziger Zeitung" angeht, daß die Berurtheilung der Leipziger„Hochverrälher"„gesetzlich voll- kommen gerechtfertigt war," so ist das eben nichts weiter, als eine Behauptung, für welche die Beweise erst beigebracht werden müssen. Dies ist aber bisher weder von der„Leipziger Zeitung," noch von irgend einem andern Organ der Sächsischen Regierung auch nur versucht worden, obgleich es an Zeit und Veranlassung doch wahrlich nicht gefehlt hat. Nie ist ein Prozeß, nie ist ein Urtheilsspruch so allseitig angegriffen, so allgemein verurthcilt worden, wie der Leipziger Hochverrathsprozeß und das in demselben erwirkte Verdikt der Geschwornen; nie hat die Justiz eines Landes eS so nöthig ge- habt, sich vor dem Nichterspruch der össentlichm Meinung zu rechtfertigen, wie die sächsische Justiz seit dem Leipziger Hoch- verrathsprozeß. Und trotzdem ist Seitens der jetzt auf der moralischen Anklagebank sitzenden Sächsischen Justiz noch nichts geschehen, um sich von dem ihr anhaf- tenden Makel zu befreien. Wenn die„Leipziger Zeitung" in der That glaubt, das Versahren gegen die Leipziger„Hochverräther" sei korrekt gewesen, dann kann sie sich ein großes Verdienst um den einst guten Ruf der Sächsischen Justiz erwerben, indem sie den Beweis für ihre Annahme liefert. Das bloße Behaupten spricht unter den obwaltenden Umständen nur für die Unfähigkeit, einen der- artigen Beweis zu liefern.— Noch ein Wort über die Phrasen des Berliner Correspon- deuten von„liberalen Gesetzen, die illiberal ausgelegt und an- gewandt" und von„strengen und scharfen Gesetzen, die liberal ausgeführt" werden. Die eine Praxis ist Arrode so schlecht wie die andere.„Liberale" Gesetze vorausgesetzt, dah das Ding überhaupt existrre—„illiberal" ausgesührt, ist Willkühr, und„illiberale" Gesetze„liberal" ausgeführt, ißt«benfalls Will- führ. Elfteres ist die projektirte Lynchjustiz tac„BoltSzcimng", letzteres die famose„milde Praris", die fich i» Sachsen als einfache Polizeisalle entpuppt und die sämmtliche Gefänz- nisse, einschließlich der„Festung" Hubertusburg mit Sozialde- demokraten bevölkert hat. Wir proteftiren gegen beide Formen ver Willkühr, sind aber alkf beive gefaßt und— werden mit beiden fertig «erden. Politische Uebersicht. Die drei Kaiser sind nun glücklich in Berlin beisam- men gewesen und haben sich nach Kräften amüsirt. Da „Drdnung zu allen Dingen gut ist," hatte man für die öffent- lichen Bergnügungen der Herren(von den geheimen erfahren wir doch nicht«) einen detaillirten Küchenzettel entworfen, in dem natürlich Paraden, Revuen und derlei militärische Spektakel die Hauptrolle spielten. Um bei dieser Gelegenheit ein Zuwenig oder Zuviel von obligater Begeisterung zu verhüten, war auf besagtem Küchenzettel genau angegeben, wann, wo und wie das „Volk in Waffen" Hurrah zu rufen habe. Sogar wo es nicht Hurrah rufen sollte, war mit fürsorglicher Pünktlichkeit vorgeschrieben. Wer's nicht glaubt, lese die„Norddeutsche Allge- meine Zeitung" vom 7. d. und andere Blätter von ähnlicher Stärke des Patriotismus. Sonst ist der Kaiser-, Polizei- und Soldaten- sprktakel programmmäßig verlaufen. Soldaten, Polizei, Kaiser— Polizei, Kaiser, Soldaten,— Kaiser, Soldaten, Polizei u. s. w. Das zahlende Volt(oontriduens plebs) das, um für sein Geld doch etwas zu haben, am Sonntag, wo es nichts Besseres zu thun halte, sehr zahlreich zum Gaffen erschienen war, ist bei dieser Gelegenheit von den„Organen der öffentlichen Sicherheit" so zärtlich behandelt worden, daß etliche Dutzend todt gedrückt oder schwer verletzt wurden. Aus dem„Parterre von Königen", das die Veranstaltet deS Spektakels geträumt hatten, ist beiläufig nichts geworden: der Bayrische König steckt hartnäckig in seinem Achilleszelt, der Würtembergische hat sich entschuldigt, und der Herr College aus Sachsen einen seiner Söhne geschickt. Kurz, unverkennbare Abneigung dagegen,„als Dekoration zu dienen"— eine Abneigung. von der wir nur wünschen wollen, daß sie die„Unter- thanen" anstecken möge. Für die Hrn. Stieber und Genossen, welche den ge- schäftlichen Theil der Dreikaiserkonserenz zu besorgen hatten, ist ebenfalls ein Küchenzettel veröffentlicht worden, der nebenbei auch uns einigermaßen angeht. Zuerst hat dieses merkwürdige Aktenstück das Licht erblickt in der„Provinzialkorrespondenz", einem amtlichen Organ der Preußischen Regierung, und zwar unter dem kuriosen Titel:„Die Fürsorge für daS Wohl der arbeitenden Klassen." Es ist das soziale Programm für die Kaiser- und Polizeikonferenz, es ist das soziale Pro- gramm der Preußischen Regierung, das uns hier vor- liegt, und wir werden deßhalb in nächster Nummer den ganzen Artikel unfern Lesern vorführen und ihn einer eingehenden Be- sprechung unterwerfen. Es ist die klassische Illustration des Oxenstierna'schen Satzes von der—„Genialität", mit der die Welt regiert. wird. Für heute beschränken wir uns auf Mittheilung der folgenden Stelle, aus welcher Geist und Tendenz mit hin- länglicher Deutlichkeit hervortreten: ,Es ist nicht blos davon die Rede, durch wirksame Vorkehrungen volks- verderbliche Bestrebungen abzuwerfen und namentlich den Einfluß der sogenannten„Jnternalionalen" zu brechen, welche mit allen Mitteln für den gemalt- samen Umsturz jeder staatlichen und gesellschaftlichen Ordnung thätig ist, fond.rn es handelt sich auch um ein- gehende Prüfung der Maßregeln, durch welche es den Re- gierungen g.lingen könnte, zur Ausgleichung wirthschaftlicher Gegensätze und zu Beseitigung drückender Nothstände unter den Arbeitern beizutragen." Daß unter den„volksverderblichen Bestrebungen" nicht die der Preußischen Regierung sondern die sozialbemokratische Be- wegung verstanden ist, wird, wenn überhaupt ein Zweifel hätte obwalten können, durch den Hinweis auf die„Internationale" klar gemacht, wie andererseits durch diesen Hinweis auch amtlich konstatirt wird, daß die preußische Regierung die ihr unter der Nase schreibenden„Marate" des„Neuen Sozialdemokrat" nicht für Sozialdemokraten hält. Welcher Art die„wirtsamen Bor- kehrungcn" sind, die man im Sinn hat, darüber giebl die Per- sönlichkcit des Hrn. S t i e b e r die beste Auskunft. Wenn wir hinzufügen, daß die beabsichtigten positiven„Maßregeln" zur„Ausgleichung der wirthschaftlichen Gegensähe" in der Ein- führung der Einigungsämter gipfeln, und daß man, um dieses Heilsmittelcheu zu entdecken, seit dem Sommer des vorigen Jahres, d. h. seit der Zusammenkunft Bismarcks mit Beust, die soziale Frage„studirt" hat(der Artikel erklärt dies ausdrücklich), dann kann sich Jeder eine genaue Vorstellung davon bilden, was die preußische Regierung will und was sie nicht will.— Wir haben dem Juristentag neulich eine unverdiente Ehre angcthan, indem wir auf Grund ungenauer Berichte mittheil- ten, er habe sich gegen die polizeiliche Beschlagnahme von Preß- erzcugnissen erklärt, und die Frage der-richterlichen Beschlagn chme bloß„offen gelassen." Der Sachoerhalt ist: die mit Prüfung der Preßangelegenhert betraute Abtheilung halte sowohldiepolizeiliche als die richterliche Beschlagnahme abgelehnt; al« die Beschlüsse aber an daS Plenum kamen, erregten sie Anstoß und wurden v er w o r- scn— eine Gesinnungslosigkeit, die sehr natürlich er- scheint, wenn man bedenkt, das Professor G neist das Prä- sidium des Juristentags führte.— Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", bei der gleich- zeitig mit dem Eigeathümer- auch ein„Sauhirten"*)-Wechsel ') Der Ausdruck„Sauhirt"— zur Bejeichnun« der Soldschrei- staltgefuntzcn hat—(Hr. Braß verabschiedete sich dieser Tage feierlich von seines Lesern und machte dabei die sehr überflüs- stge Bemerkung, in der Haltung des Blatts trete durchaus keine Veränderung ein— als ob nicht Jedermann wüßte, daß „Sauhixt"„Sauhirt" ist) also die, /Norddeutsche" findet es „nicht uninteressant, daß während die eine Partei der Führer ver Internationale sich im Haag um Herrn Marx schaart, ein anderer Theil unter Hrn. Bakunins Vorsitz in der Schweiz sich znsammengethan hat und gegen die ersteren die lebhafteste Pole- mit führt." Bon den„Führern", die sich sonderbarerweise um Jemand„schauren", während es sonst umgekehrt die Jewaude sind, welche sich um die„Führer"„schaaren"— sei ganz abgesehen. Aber um's Himmels Willen, wie kann sitz der Ber- liner Skribent über die Bakunin'schen Sonderbündeleien wun- dern? Das ist doch etwas zu naiv. Hat er nicht das Beispiel Schweitzers vor der Rase? Bakunin ist eben der inter- nationale Schweitzer. Vollst tont. lieber den H a a g e r Kongreß haben die Polizei- und Börsenorgane— wie in der Regel über die Internationale— die absurdesten Unwahrheiten verbreitet: So z. B. die Brüsseler „Judependance Beige", welche behauptet, die Kongreßmitglieder selber wären vom Kongreß höchst unbefriedigt weggegaugen, und diese Meinung also begründet: „Die Föderalisten sind im Alfrieden mit der Ausrechterhaltunz des Generalrathes, mit der Erweiterung seiner Machtsphar« durch neue Statuten und durch das Recht, sich in unbeschränkter Zahl durch Eol- legen zu ergänzen, die er natürlich nicht aus den Gegnern seiner An- sichten wählen wird. Die autoritären Centralisten. obwohl sie in der Frage des Generalraths die Oberhand behalten, sind verstimmt durch den Austritt von Karl Marx und die Berleguuz des Generalrathes nach New Jork. Die Blanquisten, welche an der Spitze der Cen- kalistengruppe stehen und gewissermaßen die Aktionsparrei in der Zn- ternationaie darstellen, sind wuthend darüdec, daß sie die politische Organisation einer Pcoletarierpartei nicht im Sturme durchgesetzt haben. Ihr schroffer Aufbruch nach London ist die vielleicht charakteristischste Episode des Kongresses." Unsinn! Ein Theil der Londoner Communeflüchttinge ist darum schon zwei Tage vor dem Schluß des Congresses, am Donnerstag, abgereist, weil ihr Geldoorrath, der ohnehin nur auf wenige Tage berechnet war/ durch die bodenlos gemeine Prellerei, die von den frommen Haagern gegen die Fremden ausgeübt wird, sehr schnell zu Ende gegangen war. Da die Congresse der Internationales in der Regel weniger als eine Woche dauerten, so hatten auch manche Andere, als die Blanquisten, ihren Aufenthalt nur auf eine halbe Woche vorherbestimmt und darum ihre Abreise vor Schluß des Congresses bewerkstelligen müssen. Auch eine„Erweiterung der Machtsphäre" des Generalraths ist nicht beschlossen worden, sondern diese ist nur etwas genauer präzisirt worden, indem der Congreß festgestellt, daß der Generalrath fortan, wenn er eine Sektion bis zum Congreß suspendircn will, vorher mit dem. Föderal-Raih(des betreffenden Landes) Rücksprache nehmen muß. Der Haager Kongreß der Inter nätionalen hat(gegen wenige Stimmen) die Ausschließung Baku- nins und„dessen Genossen Guillaume(Redakteurs des Bulletin der Föderation des Iura) wegen Gründung, bez. Unterstützung einer geheimen Gösellschafl innerhalb der In- ternaiionalen— der„Alliance"— beschlossen. Der Kongreß mußte, da die Internationale bereits durch die vorjährigen Lon- doner Confereuzbeschlüsse ausdrücklich erklärt hat, daß sie jede Verbindung mit geheimen Gesellschaften— die doch lediglich die Ausbeutung und Düpirung der Mitglieder durch die sogen. „Oberen" zum Zwecke haben— von sich weise, schon auf Grund der Londoner Beschlüsse die Exklusion Bakunins und Genossen vornehmen,— abgesehen davon, daß er es nicht dul- den konnte, daß sich eine geheime Gesellschaft innerhalb der In- lcrnationalen bildete— zum Zweck, diese zu u n t e r w ü h'- len und zu zerstören. Wer und was Herr Bakunin ist, das wissen unsere Parteigenossen aus den jüngst über und gegen ihn veröffentlichten Artikeln des„Volksstaat". Mögen sich unsere Parteigenossen nun selber einen Vers daraus machen, daß der„Neue"— dessen Taktik es von jeher war, sich mit den er- klärten Feinden der Internationalen zu verbinden— in einem von gröblichsten Lügen strotzenden Artikel seiner Nr. vom II. September Bakunin in seine schirmende Obhut nimmt. So schreibt der„Neue" in Ergänzung eiue-Z etwas re- servirt gehaltenen Artikels: „Berit», 10. September. Wir hatten den vorstehenden Artikel am Montag Abend, nach dem bis dahin»ns vorliezenden Material abgefaßi, und wir lassen ihn unv rändert, um zu beweisen, wie fern wir davon waren, über den nolhwendig gewordenen RiicktriitO des Herrn Karl Marx zu triumphireu. Wir hossten, daß eine Versöhnung der bisherigen Gegner sich in aller Ruhe anbahnen und der Allgemeine deutsche Arbeirer. Verein dabei zu seinem Recht kommen werde.� Leider finden wir jetzt, nach den neueüen Briefen und den demscheit. betgische» und englsichen Blättern, oaß zum Schluß des Kongresses»och geradezu beispiellose Gehässigkeiten stattgefunden haben. In der össenltichen Sitzung des Kongresses vom Freitag wurden gegen den Allgemeinen deutschen Arbeiter- Bereln von Seiten der Marx'schen Anhänger Virläumdnngen geschleudert, die ihres Gleichen suchen. Nach ubereiustimmeudeu Berichten aller Blättei/) erklärte eine ganze Anzahl Redner„daß in D-u schlau» eine Arbeiter' pariei unter der Firma:„Allg. deutsch. Arb-Verein bestehe, welche die politische Frage ganz außer acht lasse, und dies liefert den Beweis, daß der Verein ein Werkzeug oer Bismarck'- scheu Polizei sei."0 Wir siud es ge oohut, in der betaamen W ise verläumdei zu werden, aber daß Lerne die Stirn haben, abzuleugnen, daß der Allg, deutsche A-beiter- Verein Politik lieibe, und darauf dauu die Verläumdungen begründen wollen, ist noch nicht dagewesen. Und doch hat kein eiNi'ger d-r deutichen Delegirten, Vernhaid Becker, Mielke zc, diese Unwahrheiten berichtigt.�— Ein zweiter ebenso oer- werflicher Vorfall sano am Souirabeuo Abend statt. Nach ver össent- lichen Sitzung war» mitten in der Nacht eine geheime einbe- rufen, uu» während die meisten Delegirien abwesend waren, wurde durch übereilte Abtimmun; nap Köosen, die ganze Opposition, Bakunin eing-schlosseir, aus der Internationalen ausgestoßen.") — So ist denn jede V-rsöhnunz in letzter Smnze wieder unmöglich gemacht. Die Außgeschlossenen. welche haisächiichB die Mehrheit der Mitglieder vertreten, habm sich bei digem Bersahren niht beruhig und sofort beschlossen, den Kongreß in Brüssel selMständijj weuec sorlzu setzen.") Dorr wird die Internationale Association in würdiger Weise reformirt werden.'') Darauf ist zu erwidern: nd 1) Marx ist nur deßhalb vom Generalrath znrück- ber, welch- für das Geld de« Reptilienfoud»„öss-nllich- Meinung", im Sinne der preußischen Regierung wichen— riecht zwar etwas nn- apvetitlich nach dem Schweinekober; er ist aber von Fürst Bismarck, dem Hanptinteressenten und Haup sachverständigen angeführt worden; an ihn halte sich, wer ästhetuche Bedenk-n hat. 1 getreten, um sein„Kapital", und Engels, um eiy längst be, gonnenes Werk über Irland zu vollenden. ad 2) Der„Allg. deutsche Arbeiter- Verein" ist nie auf einem Kongreß der Internationalen vertreten gewesen; letzterer hatte also memalS den Beruf, sich um jenen offiziell zu kümulerry was dys für ein„Recht" ist, welches der„Nene" im Sinne hat, ist nns daher nicht erfindlich. ad B) Ist yic Internationale verantwortlich für die „übereinstimmenden Berichte aller(Bourgeois-) Blätter?" Würde es der„Nene" dulden, daß wir uns auf Berichte stützten, welche Bourgeoiskorrespondenten über die Gencralver- sammlung des Allgem. deutschen Arbeiter-Vereins brächten? ad 4) Unwahr. Es ist(gegen die Batunisten, ivelche nicht haben wollen, daß sich die Arbeiterpartei mit Politik be- schäfrige) gesagt worden, daß diese Taktik den Moucharbs die Arbeit sehr wesentlich erleichtere. Herr von Schweitzer habe, gerade so wie Bakunin, eine Zeit lang die politische Abstenlion (Enthaltung) gepredigt und befolgt, u m die Witglaed« tzeS Allg. deutschen Arbeiter-Vereins ins Regierungslagcr zu ziehen; jetzt sei er von seinen eigenen Anhängern als Polizeiagcnt entlarvt worden u. s. w. ad 5) Selbstverständlich. Man kann doch nicht Worte „berichtigen", die nicht gesprochen worden sind. ad 6) Zu*/10 erlogen. Nicht„die ganze Opposition", sondern nur Bakunin und Guillaume sind exkludirt worden, und nicht in einer„mitten in der Nacht einberufenen geheimen Sitzung," sondern in der letzten geschlossenen Sitzung, die, nach Beendigung der öffentlichen, von 9 bis l Uhr Nachts dauerte. Nicht„übereilt" geschah die Exklusion, sondern nachdem die gegen die„Alliance" vom Kongreß eingesetzte, aus 5 Mann be- stehende, Untersuchungskommission 4 Tage hindurch über den von Marr gestellten Ausschließungsantrag berathen hatte. Die der Kommission vom Antragsteller behänoiglen Aktenstücke über die„Alliance" und Bakunin werden demnächst per Cirkular ver- öffentlicht werden. ad 7) Gehört der„Neue" etwa auch der geheimen„Alli- ance" an, daß er Jenes so genau weiß? ad 8) Da im Ganzen nur 2 ausgeschlossen sind, so wird der Kongreß, den diese in Brüssel„selbstständig weiter fortsehen", natürlich sehr imposant ausfallen. ad 9) Glückauf,„Neuer!" Schick' deinen Schweitzer tc. auch hin!__ Der Mainzer Parteicongrcß, dessen Protokoll uns noch nicht vorliegt, und über den wir daher vorläufig nur re- fumirend berichten können, hat den in den Anträgen verfchte- dener Mitgliedschaften ausgedrückten Wiitzsch nach Leitartikeln— gleich der Redaktion— für berechtigt anerkannt, ohne jedoch diese an eine bestimmte Zahl von Artikeln, welche sie in ge- wissen Zeiträumen zu liesern habe, zu binden. Im Allgemeinen gab sich auch der Wunsch kund, daß die Polemik gegen den „Neuen Sozialdemokrat"— soweit sie nicht unumgäng- lich nochwendig— eingestellt werde, obschon auch hier von einem formellen Beschluß— wie hinsichtlich der übrigen die Redakiionssührung betreffenden Anträge— abgesehen wurde, in Erwartung, daß die Redaktion sich die auf dem Congreß kund- gebenden Ansichten der Delegirten ad notam nehmen werde. Mit großer Mehrheit abgelehnt, resp. durch Tagesordnung er- ledigt wurden jedoch diejenigen Anträge, welche für die Zukunft mehr Beschränkung der Redaktion durch den Ausschuß beab- sichtigten. Hinsichtlich dr Anträge zurOrganisation behalten wir uus einen speciellen Bericht vor.— Als Vorort wurde Hamburg wiedergewählt, zum Sitz der Controlcommission Breslau und zum Ort des nächsten Congresses Nürnberg bestimmt. Am Ii. September wurde der verantwortliche Redakteur des„Braunschweiger Bolkssreund" W. Bracke jun. wegen des in Rr. 195 genannten Blattes enthaltenen Artikels:„Herr Meyer" zu dem höchsten Strafmaaß von 100 Thalern oer- urtheilt.__ Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Dresden, 7. Seplemder.«eruisgcnossen«ilero ts! Odtvohl fett der Verlegung des BororiS nach hier ein»eueS reges Leben in unsrer Gewerkschaft sich an verschiedenen Orten kundgiebt, so müssen wir dennoch konstatireu, daß die Ortsbeamten einiger Mitgliedschaften, noch linmer dem alten Schlendrian ergeben, bi« jetzt weder eine Ab- rechnnng, noch ein Mttgliedelverzeichniß eingeschickt haben. Wir fordern dieselben wiederhost auf, daran zu denken, daß die Hauptkasse alle Tage Pflchie» zu ersüllen bat, die nur erfüllt werden können, wenn die Bevollmächtigten allenthalben dafür Sorge tragen, daß unter Angabe genauer und deutlicher Adresse des Absenders und Empsänaers nunmehr ungesäumt den Verpflichtungen nachgekommen wird. Die Mitglieder aber, welche von der Saumseligkeit ihrer Be- amten überzeugt stnd, mögen im Interesse der Sache Neuwahl bean- tragen. Ordnung muß sein. Auf Grund mehrfacher Nachfragen nach Mitgliedskarten zur Antwort, daß solche nicht mehr änsgegeben werden, dafür sind jetzt d'e Quittnngsbücher da, Utisern Freunden in Balingen herz- lichen Dank für die Pünktlichkeit; fretien uuS sehr des guten AnsangS. Ebenso RegenSbnrg, Geld für 19 Mann erhalten. Seid tüchnz auf dem Platz-, daß die Gegeu-Agitatoren bald das Feld räumen müssen. Weckt die Schläfer ans. Celle: UnlerstützungSkassea sind gesetzlich erlaubt, die Poäzei kann solche nicht eigenmächtig verbieten. Traurig, aber wahr ist es, daß die denkfaule Masse erst seh en will, was ein kleines, wackres Häuflein für sie aufbaut. Wllrzburg: Geld empfangen. Betrag 24 Kr., abgeliefert. Seid nur auf dem Pias, den Schwindler werden wir nächstens lahm legen. Wies- baden: Bties sehr unklar. Statut erhalten? bitte um Antwort. Peier Miß ig, Ossenbach. Wann erscheint im„Vollsstaat" Quittung über die von hier erhaltenen 12 Gl. Unterstützung?— Chemnitz meldet soeben, daß die Namen der Beamten nebst 9 Thlr. schon früh« nach Nürnberg gesandt wurden, wo ist das Geld gebraucht? NÜr»- bcrfl, gteb Antwort! Wir bitten die Chemnitzer College«, die Nach- lässig ken des vorigen Verwaltungsraihes Nürnberg nicht die Ursache zur Entmulhignng sein zu lassen; wir werden thun, was in unseren Krätten steht. Unbegreiflich ist eS fast, daß in Chemnitz, wo alle übrige» Gewerke in gesiinde�Ettenntniß ihrer Lage mit einander wetieifem, ein so großer Theil der Schuhmacher hartnäckig noch immer nicht sehen und döre» will, doch sie werden es lernen. Haltet nur standhaft aus. W-tter bemerken wir. daß die Geschäftsordnung des Verwaltungsraths (siehe Nr. 18. Bolksstaar 1370) deibehaiten ist. Herzlichen Gruß allen M-tglieoern. I. A.: des Verwaltung srath«, H. Zilger, Vorsitzender, Reitbahnstr. 5. NB, Geldsendungen au Aug. Stempel, Schuhmachergasse Nr. 2IV. In Würzburg ist das Bereinilotal Fleischbanlgasse im Weißen Roß. Stuttgart Am 9. September hatten wir eine Versammlung einberufe», weiche sehr zahlreich besucht war. Aus der Tagesordnung stand:„Die Arbeitslöhne und die Lebensmittelpreise." Oer Bericht über die Löhne ergab süc den besseren Aroeiter einen Durchschnittslohn von 5 fl. 30 kr. und für den minder iegabte» 4 fl. bis 4 ff. 30 kr per Woche. Ziehen t»u nun die thenren Lebensmittel am hiesigen Ort in Betracht, s» ergiedt sich, daß der Manu, gering gerechnet min- destenS 52 kr. per Tag braucht, um nur einigermaßen als Mensch lebe» zu lönnen; tu wrlcher traurigen Lage die diesigen Schuhmacher- Gehiilsen sich befinden, dürfte hieraus leicht ersichtlich sein. Nimmt Nlan zu dem geringen Verdienste noch die lange Arbeitszeit von 14 bis 16 Stunden per Tag an, so ist es gewiß nicht ungerecht, wenn wir eine Lohnerhöhung verlangen. Es wurde ferner angeführt, daß es kein Wunder sei, wenn unter solchen Verhältnissen der Arbeiter sittlich verkomme.— Es wurde der Äeschluß gefaßt, ein Gesuch um 26 pCt. Lohnerhöhung auszuarbeiten und an die Meister gelangen zu lassen mit dem Bemerken, di« zum 23. September uns eine Antwott zukommen zu lassen. Kollegen! Unsere Arbeitgeber sind ebenfalls orgamsirl in einem süddeutschen Verband, wir werden daher auf starken Widerstand gefaßt sein müssen. Haltet daher allen Zuzug von Stuttgart fern und tretet nn Fall der Noih für uns ein, wie wir es stets gerha« haben.— Mit sozial-demokratischem Gruß I. A.: V. Schröder, Silberburgstr. 82. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Aufnahm« des Vor- stehenden ersucht.____ Gewerkschaft der Holzarbeiter. Hannover, 8. September. Zu der am 26. August abgehaltenen Versaminlung der hiesigen Mitglieder wurde beschlossen: a In Vetress der abgeänderten Kraulenkassen-Statuten§ 8.»I. 2. Protest zu erheben und zu gleicher Zeit den Ausschuß zu veranlassen, diesen§ einer Urabstimmung zu unterwerfen, b. Diesen Beschluß im„Volks» staat" den sämmtlichen Mitgliedern bekannt zu geben. Die Versammlung war der Ansicht, daß man mehr auf ältere, als aus jüngere Mitglieder rechnen müßte, da die älteren(erst mal überzeugt) fester at« jüngere Mitgliever seien, und auch weniger Krankheiten ausgesetzt sind, was im Interesse der Krankenkasse zu be- rücksichligen sei. Dann wird es auch den älteren Mitgliedern durch den betreffenden PassuS gänzlich unmöglich gemacht, sich überhaupt an der Gewerk- schasl zu beiheiligeu, da es ihuen unmöglich«st, sowenig vorn 45. bis 50. Jahre den halben als vorn 50. biS 55. Jahre den ganzen Lei- trag nachzuzahlen. Es ist auch ein Verstoß gegen die Humanität, über 55 Jahre alte Arbeiter nicht mehr ausnehmen zu wollen, da dieselben größten- thcils sür den niedrigsten Lohn arbeiten müssen, weil ihre Kräfte zu- meist nicht mehr ausreichen, einen auskömmlichen Lohn zu erschwuigeii. Dahingegen löunea dieselben aus die jüngeren Kollegen leichter ein- wirken und auf diese Weise der Gewerkschaft immer mehr Mitglieder zuführen. Wir hoffen, daß diese Gründe vorn Ausschuß sowohl wie von den Mitglieoern berückstchtigt werden, und ersuchen wir die jämimliche« Orte, wo Mitglieder sich befinden, im„Volksftaal" darüber sich ans- zusprechen, danut nicht der wohlgemei-nle Beschluß der Dttegrrten der Generalversammlung in Erfurt der Gewerkschaft zum Nachthell ausschlage. Mit social-demokratischem Gruß und Handschlag S. Franke, Bevollmächtigter, Ballhosstr 18. Internationale Metallarbeiterschast, Rürnbcr'g, 10. September. Wir ersuchen, allen Zuzug von Schmiede- und Wagner-Gehilsen vorläufig von hier abzuhalten, denn es uchen dieselben jetzt in Unterhandlungen mit ihren Meistern; den Ausgang der Sache werden wir bekannt geben. Wir bitten alle arbeitersrenndlichm Blältter, hiervon Notiz zu neiimen. In der letzten Abrechnung der internat.onalen Metallarbeiterschast ist Nürnberg nicht vertreten wie es sein sollte. Um uns von Sette der Miigliedjchast der iulernalionalen Metallarbeiterschast ein falsches Urtheil zu erspare», sei hier erwähnt, daß wir einen stegreichen Stiik«, wc.cher zeiiicrzeit bekannt gegeben wurde, zu bestehen hatten; e» strikten nämlich die Bauschlosser, welche der Meiallarbetterschast angehören; derselbe kostete untrer Ortskasse 43 Thlr. Der Bevollmächtigte der Internationalen Metallarbeilerschast. F. Internationale Gewerlsgenosseuschaft der Manufak- tur-, Fabrik- und Handarbeiter. Meerane. Antrag zum Eongrcß. I» Erwägung, daß die Steuenudetle, im Steibetrankenstatul zu niedrieg ist, daher die Kasse auf die Dauer ke neu Bestand habe» kann, so schlage ich vor: Kass: A unter 30 Jahren bis mit 30 Jahren 12 Ngr. Jährt. Steuer. �llsse ii„„ ,, ,,„ ,, ,, 18„ ,,„ 0!„„„„„„„ 24„_„„ uno die andern Altersstufen noch obigen Sätzen zu erhohen. Mir Graß August Haoerbier. Stollbcrg, 3. Sept. Der Webervmin zu Milse», St. Nikelas, findet es cnocm, wenn ein Faktor von einem Stück, welches 5 Thlr. lohnt, 20 Ngr. sür Rabatt und Bermittelungsspesen in Abzug bringt. Es ist das auch wirklich übertrieben. Hierzu noch ein zweites Bei- spi-l. Der Faktor Wilhelm Lanze, Besitzer der Reslanration„zur deutschen Eiche" in Hohenstein, nimmt an Birmittelnngsgebühren von einem Stück, für welches der Weber 4 Thlr. Arbeitslohn bat 1 Thlr.— schreibe einen Thlr. für«in Stück von Hohenstein nach Mooranc. -llabei passtrt es dem Manne, daß mehrere Meiiter nur eine Stnhl- nummec haben, wo dann— naiürlich an« Versehen— die Abzüge, dje nicht fehlen, zumalen bei der Firma„Preten u. Baumgärtet" in Meeraue, bei schlechter Buchführung das Jahr hindurch auch»och ein schönes Sümmchen einbringen können. Fer:er wird UnteiMraß so- sorr am Lohne gekürzt, Uebermaaß aber, ja das kann ihnen nach Aus- sage der Fm i Lange, die bei ihrem Manne den Geschäftsführer zu machen schemt,„das kann ihuen nichis nutzen", auch wenn es Jet ein und derselben K-tte und demselben Dessin wäre. Beweise hier- fur liefere ich jeden Augenblick. Die Arbeit ist sehr schwer(Jaqnard- arbeit) und hat ein fleißiger Arbeiter acht Tage an einem solche» Stück ju arbeiten. Liebe Kollegen! Ihr schlagt vor, daß die Lohnsätze auf die Mnsterzettel kommen sollen. Ganz gut das; ferner: daß wir genossen- schastliche Vermiltelniig anstreben sollen; das wird aber noch sehr lange dauern, fzis sich hier die richtige Erkenutniß Bahn gebrochen hat. Bei u",? 1,1 �Wilberg hat sich eine derartige Genossenschaitsvermittelnug nicht bewahrt; dieselbe löste sich nach 3'/- jährigem Bestehen wieder auf. Aie arbeitet wissen in der großen Masse noch nicht ihre Interessen Zu fassen„iid zu wahren; betrauen sie einen Mann mit der Geschäfts- fuhruilg solchen Uuteruehmens und das Geschäft geht gut, so fin>en sich soforl Neidische, die fortwährend närgeln und die Sache dann nn- gemein schädigen; geht das Geschäft aber schlecht, wie das ja bei der tollen Pruduenonsweise und unserer ganzen SlaatSoerfassung in fast destimmdaren Perioden der Fall sein muß, so sitzt gewöhnlich der Ge» Ichaslssührer„hoch ,u Roß", der dann«igennlltzlg handelt und so das demokralifche Unternehmen zu einem Privatgeschäft macht. Giebt es dann»och obendrein etwas zu zahlen, dann hört gleich Alles auf. Das Beste, was wir thun können ist, nach meiner zwar unmaß- gedendeii Ansicht, daß wir uns organistren und die Prinzipien der Sozialdemokratie möglichst zu verbreiten suchen, um Arheileroenreier und iivar möglichst viele in die Gemeinde-Collcgien, in die Landtage und Ul den Reichstag zu bringen, die unsere'Klagen fort und fort der r-effemlich�U überbringen und sür uns Gesetze answ rken, die den .tSl"■ ,e n.cin Ä'el stecken. Denn ist ein solcher Verleger oder Factor nrrvL/1© lB'a"n von Bildung oder Fachrenninissen? oder hat er ein nrm«.>m.KP ail,f3 Spiel gesetzt? Nein, gewöhnlich sind es früher »i.,„„ gewesen, die der Gunst der Zertvelhältnisje ihren Reich- mein.» �cht alle gehöre., zwar zu diesen. Schlag, aber d.e ein nn«.« 8enä I nur, wer das Gesetz gemacht hat, dann habt Ihr Hie-Antwort. Organistren müssen wir unS, und vor Allem erst gewerbliche Schieds- gertchte für unser Fach bilden; Schiedsgerichte, wo wir unlere Stimme in die Waagschale legen, um Gerechtigkeit zu üben. Alle VerHand- lungerr müssen dann öffeulllch sein.«W Mit coll gialischem Gruße H, Friedr. Frenzel, Weber. Stvllberg, 2 September. Das Stiftungsfest des hiefigen Arbeitervelns fand gestern unter lebhafter Betheiliguug fremder und hiesiger Parteigenossen statt. Der ganze 13. Wahlkreis war ver- treten. Vahlteich hielt die Festrede; nach ihm fpracheu noch Bohne aus Ernsthanf«», Schletter ans Thalhcim, Demmler aus Geyer und ein hiesiger Parteigenoffs. Der Festakt»« und das darauf folgende Tänzchen verliefen in schönster Weise. Selbstoerftändlich wurde auch unseres Liebknecht gedacht, der, wenn auch in Folge des letzten nn- glücklichen WahlkampfeS nicht mehr unser Abgeorsneter, doch unser Kandidat für die zukünftige Wihl rst. Der hissige Berein nimmt unter tüchtiger Leitung weeder einen neuen Aufschwung und hoffen wir für die Zukunft die besten Forlschritte. Lunzcuau, 2. September. Seither bestanden am hiesigen Orte zwei Vereme, welche unter dem Namen sozial-demokratischn Arbeiter- oerein„Vorwärts" und Arbeitersorlbildungsvereia bekannt sein werden. Für ein so kleines Städtchen wie dieses, gewiß ein Uebelstand, welchem nun endlich abgeholfen ist. Die beiden Vereine haben sib aufgelöst und sind als Ganzes der soziab-demokraiischen Arbeiterpartei beigetreten. Vertrauensmann ist Ernst Streune. Die Revisoren August Rüger und Franz Kühn. Cobürg, 8. Sept. Infolge des Anerbietens des Herrn Most, aus feiner Reffe zum Mainzer Kongreß einen Absiecher nach Coburg zu machen, um einen Bortrag zu hallen, ergriff der hiesige Arbeiterverein mit Freuden diese Gelegenheit, auf den 5. September eine Volksver- sammlnng zu berufen. Dieselbe kam, ungeachtet mancherlei Schwierig- ketten, glücklich zu Stande. Den Zerstrenuugsiüsttigen war an diesem Abende mehr als sonst geboten, Theater, Knnstreiierei und der Nürn- berget Komiker Fleischmann; der bestgelegene und geräumigste Saal war durch die unmittelbare Nähe der Kunstreiterei unzugänglich, es mußte also die Versammlung an einem ungünstig gelegenen Orte ab- gehaltenwerden. Dennochwar die Versammlung, außer von dem Arbeiter verein, von der übrigen arbeitende» Bevölkerung Coburgs zu unserer großen Freude äußerst zahlreich besucht. Der Beifall, den Herr Most erntete war allgemein und aufrichtig; die Wirkung läßt steh ermeffen nach der Aeußetung eines alten Bürger«, daß er froh sei, gekommen zu sein; in der Kirche fühle man schon nach einer halben Stunde Langeweile, hier habe er zwei Stunden lang mit Zeigendem Interesse zugehört, und eS wäre ihm lieb gewesen wenn er noch zwei Stunden laug hätte zuhören können. Nach einer geschichtlichen Einleitung ging der Redner bald auf die gegenwärttge Sachlage über. Begreiflicher Weise griff er aus der Masse des Stoffes das Erwachen der Arbeiterbewegung heraus und behandelte den Gegenstand mit eindringender Sachlennlniß. Besondere Anlmerksamkeit widmete er den englifchen Arbeiterverhältnisseu und mit gutem Grunde, denn sie sind sehr belehrend für uns in Deutsch- land, denn bei uns sind die Dinge noch auf dem Wege zum Schlimmeren, während sie in England ans d m Wege der Besserung sind durch den Eifer und die Ausdauer der Ardeiter. Im Verlans« der Rede beleuchtete er den innigen, unlösbaren Zusammenhang der sozialen mit der politischen Frage und die Roth- wendigkeit, alle jene Klassen der Geiellschaft, die durch Arbeit, nicht auf Kosten Anderer leben, durch alle Mittel zu der Ueberzeugung zu bringen, daß ihr Platz an der Seite der Arbeiter sei. Den Schluß der Rede bildete die dringende und in mehrfacher Wiederholung gesteigerte Aufforderung, dem allgemeinen Bund der Arbeiter beizutreten, weil nur durch festes Zusammenhalten«rast geschaffen werde. Die Wickung dieser Rede wird sür dle coöurgischen Arbeiterver- Hältnisse eine entschieden woylthäiige sei». Endlich muß es ja auch dem Blödesten einleuchten, daß die Arbeiterbewegung eine weltgesch cht- liche Erjcheuiun, ut, wie sie noch nicht dagewesen. Die Arbeiter haben jetzt schon eine ziemliche Zahl von Männern aufzuweisen, um welch- sie beueldel werden können von jenen Klassen, die mit aller Bildung der Zut genährt sind. Und sie werden auch wirklich beneidet. Anderer- seit« fängt man endlich doh an, zu erkennen, daß mau stch in einen hoffnungslosen Kampf verwickelt hat, und daß man den Arbeitern wird entgegenkommen müssen, wenn man nicht das llebel— wie man es nennt— noch ärger machen will. München, 3. September. Gestern hielten wir eine sehr zahlreich besucht« Volsoersammlung ab. Tagesordnung„Dr. Mar Hirsch, seine Grnnbjätze und die Berläumdunge» der Tagespreffe gegen die sozial demokraiische Partei.' Zum erncn Vorsitzenden wurde Schneider, zum zweiten Pr öb stl und zum Schriftführer Nnterzeichiieier gewählt. Herr Scheil referirte über die Harmonielehre de? Herrn Hirsch und hob hervor, daß Hirsch Literat aber nicht Nationalökonom sei, sür den ihn nur diePrepe ausmgeben beliebt. Redner trittst te sodann die Schöpfungen des Herrn Hirsch und Cons., als da sind: Consumvei eine, Produltiv-Associationen, Nachahmung der Gewerksgenossenschasten u. s. wobei auch des in„Onrftigkeit" schmachtenden Proletaüers Schulze- Delitzsch gedacht ward, welcher einst so viel über de»„Ent- behrnngslohn" der Kapitalisten zu jammern wußte. An der Debatte betheiligten sich noch die Parleigeiiofsen: Gerstmeier, Rupprecht, Schneider, Pröstl n. A. Obwohl mehrere Mitglieder des Arbeiterbildnnfzsverems zugegen waren, wagte es doch Keiner, Herrn Hirsch zu verth-ldigen, trotz süns- maliger Aufforderung und Gaiaiitie voller Redefreiheit.— Dagegen ließen sich zwei von lhnen in die sozial-demokratische Partei aufnehmen. Daß der Adjutant des Dr. Hiisch, Herr Feierabend, durch Abwe>en- heil in der Volksveriammlung glänzte und den Muth nicht hatte, Herrn Hirsch zu vertheidigm, wurde als Feigheit bezeichnet. Wer sich jedoch seiner früher» sozialistisch gefärbten Reden in ver- schiedenen öffentlichen Lerlammtungen erinnern kann, wird ihn für einen Dopp tqänger erklären. Zum Schluß wurde eiustimmig folgende Resolution angenommen: „Die' h> ute im Elysiiim tagende Boltsoersammtunz erklärt gegenüber den vertäu mderischen Angriffen der gesommten so tichmtliche» Presse gegen die Sozial'emokraten Münchens, daß es Pflicht des Arbeiter- bilonugsvercins-Borstandes gewesen wäre, zu dem Vortrage des Dr. Mar Hlrjch über die soziale F age eine Volksversammlung einznbe- rnien. Da die« nicht geschehen, sondern ied? Opvosilion durch die Ein- berufet lahmgelegt wurde, so hat die Partei, welche Dr. Mar Hirsch verlritt, dotumeulttt, daß üe von der Reinheit ihrer P«nfipieu selbst nicht überzeugt ist und den Austausch der Meinungen um jeden Preis zu unterdrücken bestrebt war." Konrad Jäger, Schriftführer. München, 10. September. Die Furcht vor dem sogennauten rothen Gespenst greift hier in Miuicheu immer weiter um sich. Nicht nur, daß die Zeitungsschreiber eine» Schandartiket nach dem andern gegen uns loslassen, auch die Fabrikanten fangen jetzt an einfnschreiien. Schon lange ging es von Mund zil Mund, daß von Seite der Baut- g.oiste gegen Scheil etwas im Schttde geführt wird. Und die Ver- inulhuiig' traf auch zu. Scheil in s it einem Vierteljahr in der Lato- mottvenbauanstall von Krause u. Comp, befchäsligi und ersreuie sich der Zusnedenheil seiner Vorgesetz'e». Da ließ»lau ihn eines Tages in's Eomptoir rusen und verlangte von ihm, daß er seine Thaiigkeit als Sozialdemokrat ausgeben solle, andernfalls er aus der A beit eni- lassen weiden würde. Scheil, der sich während der Arbest nie etwas hat zu Schulden kommen lassen, erllärte, daß er sich über sein Thun und Last ii außer der Arbeit ketae Vorschrlflen machen ließe. Aber auch an Bestechungsversuchen hatte mair es nicht fehlen lassen. So erhielt Scheil während seines kurzen Hierseins eine zweimalige Lahn- zutage und man versprach ihm kurz vor seiner Euttujsang noch eine d-itte Lohnerhöhung, wenn er aus die gestelllen Bedingungen ein zinge. Da aber alle vertockenren Anerbietungen von Scheil zurückgewiesen wuiden und zum U.berstnß auch noch die Ajsaire mit Dr. Hirsch be- ! kannl wurde, so ersolate seine Enilajsung aus der Arbeit. Scheil nahm Alles mit der größten Gemüthsruhe hin und schickte dem Herrn Kernaner, Werkmeister der Ftbrik, ans Dankbarkeit das Programm der sozial-demotratischen Partei, welche« dem Herrn bi« jetzt noch ge- fehlt hatte. B.... Ingolstadt, 3l. August. Die A iwesenheit des Kronprinzen von Prengen oerunlagl mich Folgendes zu berichten: Das liberale Bürger- thiim hies. Stadt, welches ivuürlicher W tse ein Jutereffe hat, der Ver- preußung möglichst Borschnb zu leisten, um immermehr Soldaten in Garnison zu bekommen, durch deren Pfennige es sich bereichern kann v-rsäumte nicht, nach Möglichkeit zu glänzen. Alle Rampelkammern wurden ihres Schmuckes beraubt, und damit die Kirchen, Klöster Ka fernen und Festungsweike bedeckt. Die Presse that auch ihr Möglichstes, um die Masse vorzubreiten, und Feuerwehr, Turner und Veteranen- Vereine wurden wochenlang vorher traktirt, um den Einzug de« künftigen deutschen Kaisers„mit Schioung" seiern zu können. Der Tag detz Empfangs, der 25. Aug», kam heran. Eine Masse Neugieriger, strömte dem Landungsplätze zu. um den„hohen Gast" zu sehen und ihm in corpore! zu huldigen. Aber bald gerieth der EnthufiasmnS ins Stocken und von einem Fenerwehimann hörte ich sagen;„Ja, wenn wir auch noch so schreien, es hiltt alles nichts. 66 und der unheilvolle„Fort- schritt" wird nicht überschrien." Was dieser sagte, dachten sich Tau- sende. Zudem verbreitete sich wie ein Lauffeuxr das Gerücht, der Kronprinz sei unmittelbar nach seiner Ankunft verstimmt geworden, vielleicht, daß von Seite„Ludwigs des Deutschen" keine Hand geboten wurde, um den Jnspector seiner Soldaten von denselben vergöttern zu lassen; auch erinnerte man stch daran, daß dem Kronprinz«, in Berch- tcsgaden da« tgl. Schloß verweigert worden sei u. s. w. Das Ganze jedoch schien einem Strohfeuer sehr ähnlich, denn s» großartig der Empfang sein sollte, so kläglich war da» Scheiden und unsere Liberalen sind seitdem untröstlich. Und warum, fragen sich die Soldaten, ist dieses Lager? Etwa wegen uns zur U-bung oder zur Unterballung unserer kriegsliebcnden Offiziere? Die Reserviften, welch« zum Exerziren nach preußischem Reglement einberufe» worden sind, finden hierin ebenfall« nichts Verlockendes, und noch weniger diesem- gen Reservisten, welche in den Abtheilungen zur Arbeit zurückbehalten werden. Dem Beobachter kann es nicht entgangen sein, daß di« Reise des Kronprinzen nur dazu dienen sollte, um in Süddeutschland sich popu- lär zu machen, wozu die Nalivnnlservilen, wie immer, bereitwilligst die fand boten. Die Partikularisten sehen schmollend zu, gleich ihrem öuig in Hohenschwangau, welcher allem Anschein nach schon bereut, was er gcthan resp. hat thun müffen. Soeben erfahre ich, daß bei den Schießübungen ein Reservist tödt lich getroffen ist. Augsburg, Ende August. Endlich wurde auch uns die Ehre zu Theil, einmal wieder einen Agitator in unserer alte» Schwaben- stadt begrüßen zu können; zwar nicht den Herrn Frohme oder Hart- mann, welche wahrscheinlich diese Station für zu bedeutungslos finden mochten, dafür aber keinen Geringe! en, als den Sieger von Weißenburg und Wörth, den Kronprinzen deS neuen deutschen Reiches. Derselbe war eben auch ans einer Agitation«- oder Inspektionsreise, wie man hier sagt, in Süddentschlan», und er mochte wohl gedacht haben, daß hier kern schlechter Boden sei, um Anhänger für seine Prinzipien zu gewinnen, und er er hatte sich hierin auch nicht gelauscht. Durch sein„bescheidenes" und„anspruchloses" Auftreten gewann er schnell die Herzen Aller. Ja, Aller— bis auf 20 und Einen. 50,021 Einwohner wird Augsburg ungefähr zählen, davon wurde» im Nu 50,000 für die Sache begeistert, dabei auch die Weiber und Kinder, nur die 21 blieben störng laut Notiz uusres hochlöblichen Magistrats. Die Begeisterung dieser 50 000 war aber auch derart, daß die Luft vor lauter Singen und Hochrusen zc. zu Wasser wurde. Man wartete nicht etwa, wie ge- wöhnlich bei anderen Agitatoren, bis eine stundenlange Rede gehalten wurde, sondern sobald die Menge nur glaubte, den Belrefsenden zu erblicken, brach sie in ungeheueren Jubel ans. Der Kronprinz wußte aber auch diese Huldigung zu würdigen; er erkundigte sich aus das Genaueste nach den Verhältniffen der 50,000, so z. B. ob die Sänger auch fleißig patriotische Lieder gesungen hätten, ob die Ab-ndzettimg stark verbrettet sei k.— Die 2 t aber, die soltten es büßen. In der öffentlichen Magistratssitzung vom 27. August wurde sämmtlichen Korporationen, namentlich aber der Feuerwehr, sowie der ganzen Bevölkeruug sür ihre Milwiikung der Dank ausgesprochen; es konnte aber die Bemerkung nicht unterlassen werden, daß der Sozial- demokrat Stollberg sich unliebsame Aeußerungen über die Feuerwehr erlaubt habe, doch nachdem 50,000 mir dem Feste zufiieden waren, so könne man auf die Anerkennung des Schüllers Stollberg und 20 seiner Genossen getrost verzichlen. Der Schuster StoUberg glaubte hierin eine Aufforderung zu erblicken, noch mehr zu sagen, und er l eß dcßhalb in dem detnffenben Blältchen, in welchem besagtes Referat enth ilten war, Folgendes inferiten:„Zur Aufklärung. Der wohl löblichen Feuerwehr und den 50,000, welche nicht mit mir einverstanden sind, diene noch Folgendes zur Ergänzung des Referats über die letzte Magisttatssitzllnz: In geschlossener Versammlung von elwa 20 Mit- gliedern und in Anwesenheit des Herrn Osfizianien Tischer und eines Polizeimannes habe ich in einem polttischeir Wochenberichte die wohllöbliche Feuerwehr insofern erwähnt, als ich sagte, sie habe der Polizei gute Dienste geleistet, als sie für Anfrechthaltung der Ordnung sorgte. Weiter habe ich der Feuerwehr nicht Erwähnung gethan. Daß ich zum Schlüsse sagt«: Abends, als S. k. k. Hoheit eine Rundfahrt machte, bemerkte ich, wie eine ganze Schaar, nicht etiva Buben, sondern Leute mit messinzenen Hüten hinter dem Wagen herliefen, so daß sie fast keinen Athem mehr schöpfen konnten, dadurch glaubte ich nicht die Feuerwehr herabgewürdigt zu haben, sondern Diejenigen, welch- stch duich ihren Servilismns soweit hinreißen ließen. Denn, daß der gröhte Theil der Feuerwehr nicht mir solchem Treiben einverstanden ist, vlanbe ich heute noch. Uebrigens habe ich blas lediglich meine Meinung ausgesprochen in einer ge'chloffenen Versammlung von 20 Mitgliedern und mache auch kein Hehl daraus, uiibekümmeri darum, ob 20 mit mir einverstanden sind, ober 50,000, oder nicht Einer. Dies glaubte zur Ausklärung schuldig zu sein der Schusier G. Stollberg. Nun mögen sie die Köpfe zusammenstecken und denken, dag auch andre Leute wie Schuster Pech haben können. Jedoch bleibt ihnen noch der Trost übrig, baß baldigst eine Se idung eiserner Kreuze, Kroueu- uud Verdieustordeii ankommen wird, bestimmt für Diejenigen, welche bei dieser Gelegenheit die größte Thätigkeit eittsaltet haben. Stuttgart Während der Abwesenheit unserer Parteigenossen Burckhardt.Krüll und M o r l o ck— dieselben befinden sich augenblicklich auf dem Mainzer Kongreß— ist von Herrn Ha r mann aus Hamburg auf den 10. September eine B olksv e rsammlnng angesagt worden. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Hart- manu Vorträge hält, nur möge er sie an Orten, wo die beiden Frak- lioiien vertreten sind, dann halten, wenn die gegnerischen Wortführer am Platze sind. Danzig, 10. September. Die strikenden Werstarbeiter hatten si h gestern Aoend versammelt, um darüber zu beratheu, ob der von der kaijerl. Admiraliiär definitiv sestgestellle Lohutaris aug iiommen und die Arbeit wieder auigenommen werden jolle oder nicht. Aus die Auscage: ob das Komitee es versucht habe, mit der Ober-Werftdirektio» iu neue Unterhauolungen zu treten und wenn dies fer Fall, ob zu erwarten stehe, daß dieselben fortgeführt würden, erwiderte der Bor- sitzende Heir Langowski: Das Komitee habe eine Aldienz beim Herrn Ober-Werft-Dlr ekior Kinderling nachgesucht und erhalte». Derfelbe habe erklärt, es sei von der kaiserlichen Admiralität die gemessenste Oidre ringegangeii, in weitere Unterhandlungen nicht einzutreten.— ES liefen hieraus zwei Anträge ein: 1) T>otz allem Gehörten die Ar- heil nicht wieder aufzunedmen; 2) die Arbeit aus bei kaiserlichen Werst am Mmwoch, 11. September, Morgens unter den setzten Bedingungen wieder auszunehmen und der königl. Ober-Werfloireition am Dienstag Vormittag durch das Komnee hiervon Kennmiß zu geben. Bei der Abstimmung wurde der Auirag 1) verworfen, da nur 79 Stimmen dafür wareu; Aulrag 2) wurde dagegen mit großer Majo- ritär aiigenommen.— Ein weiterer Antrag: auf den Privatwerslen unter den von oen Privat meistern gestellieu Bedingungen und Lohn- sätzen weiter zu arbeiten, wurde mil großer Majorität verworfen, da nach diesen Beoinznugen und Lohnsätzen die Arbeiter schlechter gestellt seien als jiüher. schließlich wurde fast einstimmig beschlossen,-ine Deputation an die Pri varmeister zu schicken, welche dafür wirken solle, daß die genannten Herren ihr gegeden-s Wort einlösen möchten, die- selben Bebingnngen wie die kaiserliche Werst zustellen; so lange dieses nicht geschehen, solle der Strike b>i ihnen sondauern. Zürich 6. Sept. Der S lrike der Schmiede und Wagner dauert nun schon drei Wochen. Obwohl man auf länger« Zeit vor- bereitet war, so verniuthele man doch, daß derselbe sich srühei beilegen würde; es wä e dies auch sicher der Fall gewesen, Hünen nicht einige von den Arbeitern die ganze Zeit for g-aibeiier und dadurch den Meistern immer Hoffnung gegeben, als würden die Strikenden in einigen Tagen unvernchreter Sache zur Arbeit zurückkehren. Diese Bermuthung hat sich zur großen Freude aller Arbeiter nicht bestätigt «nb eS ist im Gegentheil die eiserne Konsequenz der Sinkenden und die Anstrengunq. mit weicher sie für ihre Sache arbeiten, zu bewundern. Jeden Übend ist Bersammlung, in welcher die Tagtsberichte erzählt «erden, welche hie und da mit Humor gewürzt oft große Heiterkeit erregen; nach dem wird die Tagesordnung für den folgenden Tag festgi stellt und itenn auch dieser Punkt erledigt ist, so werden gewöhn- lich ermunternde Reden gehalten. Das glänzendste Zeugniß für die Stlikenven ist, daß in den Bersammlungen, sowie außerhalb derselben die größte Einigkeit herrscht. Auch die Polizei that ihre Schuldigkeit, natürlich nur die kleine. So wurde mehreren Abreisenden ins Wanderbuch geschrieben„wegen Strile entlassen"; ein B-schluß in einer allgem. Arbeiterversammlung verhinderte diese Kleinen, den Herren Meistern weitere Freundschaftsdienste zu leisten.— Der Strike wäre vielleicht längst zu unseren Gunsten ausgefallen, wenn von aus- «ärlS keine Aushilfe für die Meister käme. Alle deutschen Arbeiter, besonders die BerufSgcvossen, werden daher dringe ndanfgefordert, jeden Zuzug nach hier zu verhindern.__(Felleisen.) Kwgcsaiidt Stuttgart, 30. August. Zur Aufklärung. Wenn ich heub nochmals auf die Frohme'sche Angelegenheit zurückkomme, so geschieht dies weniaer in der Absicht, Herrn Frohme die Schamlosigkeit vorzu- halten, mrt der er sich össcntlich, aber in der erbärmlichsten Weise, ge- gen meine Enthüllungen zu vertheidigen suchte, sondern ich thue es des- halb, um die jüngeren Parteigenossen, die der Bewegung noch serner stehen, zu warnen, sich durch die Beredsamkeit dieser Leute bewegen zu lassen, einer Partei beizutreten, wo eine solche Schamlosigkeit nicht nur geduldet, sondern noch gepflegt wird. Die grobe und ungeschickte Weise, mit welcher jene Leute vorgehen, legt uns Herr Frohme in den schlagendsten Beweisen dar; ich hätte diesem Herrn durch die Jahre lange Praxis solcher Thaten wirklich etwas mehr Geschicklichkeit zugetraut. Die Hauptstütze der Rechtfertigung des Herrn Frohme beruht in der Behauptung, er hätte meine Adresse nicht gewußt, trotzdem ich dieselbe jedem meiner Briefe hinzufügte. Der beste Beweis dafür liegt in dem Umstände, daß selbst Frohme'S Vater meine Adresse wußte, indem mir derselbe den in Nro. 64 des„Bolksstaat" verösientlichten Brief zusandte. Sollte aber dennoch das Ehrgefühl des Herrn Frohme, mit dem er so sehr prahlt, so tief gewesen sein, so hätte er sich ja bei seinem Vater nach meiner Adresse ei kundigen können. UebrigenS war für Herrn Frohme die Kenntniß meiner Adresse auch gar nicht nörhig, da er das Geld ebenso gut meinem Freunde aushändigen konnte, den ich damit beauftragt halte; statt dessen log er diesem aber ebenfalls wieder vor, daß ihm meine Adresse unbekannt lei und vertröstete ihn von einer Woche zur andern unter dem Vor- «ande, das Geld nach seiner Wohnung zu bringen; es war dies im Monat Januar dieses Jahres. Da nun Herr Frohme meinem Freunde das Geld nicht erstattete, so wendete sich letzterer in dieser Angelegenheit an Herrn Rudolph, welcher dann eine geschlossene Mitgliederversammlung einberief und in derselben Herrn Frohme einen Titel b.ilegte, woraus nur Choraltere wie Frohme stolz sein können. Zugleich möchte ich Herrn Rudolph am die Erklärung bitten, ob ich ein« Verläumdung ausgesprochen, indem ich den Sachverhalt klar darlegte. Um aber Herin Frohme keine weitereu Gelegenheiten zur Ausrechthaltung seiner lügenhaften Behauptungen zu geben, füge ich untenstehend meine jetzig« Adresse bei. Sollte Herr Frohme seinen Verbindlichkeiten noch nachkommen, so werde ich im„Volksstaat" darüber quittiren. L. Weyel, Ullrichstraße Nr. 10, bei Herrn Kappler._ Berichtigung. In der Abrechnung über den Altonaer Tischler- strikt heißt ei: durch Uoick verwandt lOTHlr.; es soll aber heißen: an yorck bezahlt 10 Thaler als Entschädigung für Zehrungskosten und sonstig« Susgaben.— Ein Sozialist soll frei und offen über einen Sachverhalt schreiben und nicht in versteckter Form. Altona. I- A.: I. G. Ralfs. Für Annonce« im Monat Augnst sind zu bezahlen, von: Augsburg, Schuhmachergewerkschaft(Juli 3 Ngr); Stollberg, ll Ngr. l Jult ö Ngr.); Arbeiter-Partei I Tblr. 12 Ngr.(Juli 19 Ngr.), Liter. Verein 6 Ngr.(Juli 7 Ngr.); Altona, Sozial-demokratischer Arbeiter-Verein 9 Ngr., Hotzarbeilerqewcikschaft 4 Ngr.,(Mai 5'/, Ngr.. Juli 5 Ngr.), Sauer 4 Ngr.;«polva. Arbeiler-Partei(April 8 Ngr., Juli 9 Ngr.); Berlin, Sozial-demokratischer Arbeiter-Verein (Mai— Juli 20 Ngr.), Metallarbeiter- Gewertschast(Juli 6 Ngr.), Oliven 27» Tblr., Milke Jntern.-Arb.-Ass. 6 Ngr.; Barmen. Wörth (Juli 4 Ngr.); Braunschweig, Böltcher-Gewerkschast 8 Ngr.; Breslau, Arbeiter-Partei 4 Ngr.; Cvltt, Arbeiter-Partei 12 Ngr., Gewerkschafls- Versammlung(Juni 12 Ngr.). Berg Wohnungsanzeige(Febr. 2 Ngr.), Cigarrenarb.-Verein(Maskenball Febr. 57, Ngr., Ritliirghausen 2 Thlr., (Juli 2 Thlr. 20 Ngr.); Cassel, Arb.- Partei(Januar 13 Ngr, Juni 5 Ngr.); Dresden, Schneiderverein(Mai und Juni 11 Ngr.), Tag- gestll(Mai und Juni 9 Ngr.), Holzarb.-Gew.(Febr. 3'/, Ngr.); Tarmstadt, Dönges LandeSagltotton(April 8 Ngr.); Düffeldorf, Ar- beiter-Partei 1 Thlr. iNgr.; Eisenach. Volksverein 14 Ngr.;Esslinaen, Arbeiter-Partei 21 Ngr.; Frankenberg, Soz.-dem. Arb.-Ver. 8 Ngr.; Frankfurt a. M Arbeiter-Partei 3 Ngr.(Juli 3 Ngr.); Wicsteil, Orbig t Aufforderung Februar 2 Ngr.); Gotha ,�Stollbe>g 16 Ngr. Glaucha«, Volksver. 26 Ngr.; Hamburg, Soz.-demor. Arb-Ver. 1 Thlr. 6 Ngr., Holzarb.-Gew.(Mai 4 Ngr.), Geib 24 Ngr., Schultz 8 Ngr.; Herboru, Heinz(Aufforderung, Juni 4 Ngr); öailnover. S. d. Arb.-Ver. 12 Ngr.(Juli 1 Thlr. 8 3igr.), Gesangverein j Juli 1 1 Ngr.), Maschinennäher(Juli 17 Ngr.); Leipzig, Vorortskommissio» de« Schneidervereins 9 Ngr., Kürschnerfachverein 14 Ngr.(Juni 29 Ngr., Juli 1 Thlr. 4 Ngr.), Holzarb.»Gew. 2 Tblr. 7 Ngr.(Juli 29 Nar.>, Metallarb.-Gew. 26 Ngr.; Mainz, Schuhmacher-Gew. 12Ngr.. Lemoisne (Juli 7 Ngr. Conferenz des Rhein- und MaingaueS); MündtU, Arb.- Part.(Todesanzeige) 6 Ngr.; München, Arb.-Partei 10 Ngr.(Ja- nuar3Ngr., Juli 8 Ngr.); Pforzheim, Arb.-Partei 2 Ngr.; Nochlttz. Arb.-Partei(Januar bis Mai 1 Thlr.); Ronneburg Volls-Verein 22 Rar.; Reichenbach i./B 26 Ngr.; Schwab Gmünd. Arbeiter- Partei 6 Ngr.; Stuttgart. Schuhmacher-Gew. 3 Ngr.; Spandau, S.-d. Arbeiter-Verein 7 Ngr.; Stollberg, Arb-Bild.-Ver. 16 Ngr.; WaudSbeck, Soz.-dem. Arbeiter- Verein(April 2 Ngr.); Werdau, Arbeiter-Partei(April 3'/, Ngr.); Zwickau, Bolki-Berein(Juli 1b Rar.), Dotzauer(Juni 8 Ngr.) Die Vertrauensmänner der Partei und Vorstände der Vereine werden aufgefordert für baldigste Einsendung der Beiträge, besonders für endliche Abführung der Rückstände pflichtgemäß Sorge zu tragen. _ Die Erpedition des„Volksstaat". Briefkasten der Expedition: F. Wolf in Nowawes: Von Herford kein Geld er- halten. Burghard in Kirchhaim: Wenn Reklamation nichts hilft be- schweren Sie sich direkt beim Hauptpostamt in Stuttgart wegen ver- spätele Sendung de» Blattei und schicken Sie uns dann Abichrist des Bescheides, 10 Gr. für Schriften erhalten; vom Volksverein in Meerane für Annoncen 1 Thlr. 26 Gr.; von RiemenSberger in Markirch für Schrift. 2 Thlr., an Wörner das Blatt rechtzeitig und richtig gesandt, reklamiren Sie bei der Post dort; uhlig in Apolda für Schrift. 1 Thlr.; O..t in is ans für Abonn. III. Ou. 1 Thlr. 8 Gr. erhallen; Bitte um Mittheilung der Adresse Robm.; Senger in Haidhausen b. München: Schriften folgen, Ihren Wunsch theilen Sie ireundlichst dem Vertrauens- mann mit, der schon Verschiedenes hat, er wird gewiß darauf Rück- ficht nehmen. Eßlingen: Das Berzeichniß der gesell. Zusammenkunft bedarf der Ergänzung. Für politisch Gemaszregtlte. Gesammelt te m Kiänzchen deS Buchomderveieins zu Leipzig, am amen Montag 3 Thlr. 3 Ngr. Vom Stiftungsfest des Volksveieins m Meerane 40 Thlr.(20 Thlr. baar, 20 in 2 Antheilscheinen der Benossenschastsdruckerei). Vom Verein Apollo in Meerane 25 9!gr. Die Expedition des„Bolksstaat". Versammlung der Tischlergeselle« von Leipzig und Umgegend. Sonnabend, den 14. September, AbenbS 8 Uhr in der Restauration von Jabin, Turnerstraße Nr. 3. Tagesordnung: 1. Die Betbeiligung der Tischlergesellen an Nr Arbeiterbewegung. 2. Die Organisation der Meister. Der Berliner Das Comitee. Arbcitcrbildungsverein Leipzig. Sonntag, den 15. September, theatralische Avrndunterhaltung im Vereinslokal Riuerstr. 43, 2 Trp. Anfang 7 Uhr. Der Vorstand. Für Leipzig. Gewerkschaft der Kotzarveiter. Bersammlung, Dienstag, den 17. September, Abends 3 Uhr in der Reslaurotion von Jabin, Turnerstraße Nr. 3. Das Erscheinen der Mitglieder iü sehr nothwendig. D. B. Internationale Mctallarbciterschaft für Leipzig. Allgeineiner Ausflug nach Plaqwitz und Umgegend, Sonntag, den 15. Sept., Nachmittag 2 Uhr. Ve sammlungsplatz in der Nestau ration von Ariold Merjedurger, Zeitzerüraßc. Internationale Wetallaröeiterschaft � für Leipzig und Umgegend. Montag, den 16. d. M., Abends 8 Uhr Versauimliiiig bei Arnold, Reudnitzer- Straße. Tagesordnung: Neuwahl des Vorstandes und Kassenbericht. NB. Konnte die Wahl wegen Eintretens unvorhergesehener Hiuder- nisse vor acht Tagen nicht stattfinden. Für Leipzig. Sonnabend, den 14. d. M., Adends 8 Uhr in der Thieme'schen Brauerei Autzerord. Generalversammlung «tes KiicIiKindm ereilt hier. Tagesordnung: B: prcckmng wichtiger Angelegenheiten. Der Zutritt ist nur Mitgliedern gestattet. Der Vorstand. Sonnabend, den 21. September, Abends 3 Uhr Außerordentliche Generalversammlung der Gesellschaft „Dresdner Volksbote" in Hemprt's Nrkaurant.(am Altmartt). Tag; vn. Ordnung: 1) Bericht der Rechnungsprstiungs-Commifsion. 2) Berathung der Statuten. 3) Grschästliche Angelegenheiten. I'iir Penig. Sonntag, den 15. d. M. findet in den Lokalitäten des Gasthofes zum Hirsch das erste bitlttuugAtvAt deS Volksoereines statt, be- stehend in Festrede, musikalischen und deklamatorischen Borträgen u. s. w. Anfang Nachmittags 3 Uhr. Von 6 Uhr an Ball. Wir laden hierzu alle Parteigenossen von Nah und Fern ergebenst «in; insbesondere ersuchen wir aber die zunächstwohnenden Parteige. nassen, uns recht zahlreich mit ihrem Besuch beehren zu wollen. Am Bahnhof werden bei Ankunft jeden Zuges die uns besuchenden Fest- theilnehmer e> wartet, und ist die Deputation zum Empfang an rothen und weißen Schleifen erkenntlich. Wir versprechen allen Festtheilnehmern, ein möglichst heiteres Beisammensein zu bereiten, und bitten nochmals um zahlreichen Zuspruch. Mit sozial-demolratischem Gruß und Handschlag das FestcomitS. I. A.: der Vertrauesmann Wilhelm Harzendend orf _ Altpenig Nr 91.* Für Breslau. SoM-dkmokratische Arbeiterpartei. Montag, den 16. d. Monats, Abends 8 Uhr öffentliche Ber- sammlung im Saale zu Neu-Breslau Gabitzstraße 12. Tagesord- nung: 1.„Republik und Monarchie." Vortrag von K. Strocke. 2. Diskussion und Fragenbeantworiung. Um recht zahlreiche Betbeiligung ersucht_ H. Oehme. Für Hamburff. Zo)ial-demoKratlsche Arbeiterpartei. Versammlung, am Dienstag, den 17. September, Ab-ndS 9 Uhr, in Eberhahn'S Elublokal, Zeughausmarkt 31. T-geSordnung: Berichterstattung über den Parteikongreß. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. ___ August Geib. Aufforderung. Handarbeiter Backmann aus Rochlitz wolle sofort seine Adresi« anher bekannt geben. Wer bestimmte Mittheilungen über den Anfent- halt desselben geben kann, wird ersucht, diese uns zukommen zu lassen. Leipzig, 11. Sept. 1872. rausaestellt, daß viele Parteigenossen den gewährten Kredit in einer Weise ausbeuten, wie es im Interesse der Kasse serner nicht mehr zulässig ist. Die Schriften sind alle sehr billig, der Gewinn äußerst gering, Papierhändler und Buchdrucker beanspruchen den weitaus größten Theil der Einnahme. Die Verpflichtungen gegen diese müssen pünktlich erfüllt weiden, das iü aber nur inöglich, wenn die Parteigenossen auch auf Pünktlichkeit der Zahlung sehen. Wir ersuchen alle Parteigenossen, die bis Anfang August auf Kredit bezogenen Schriften bis spätestens den 30. September o.e. zu bezahlen. Wer nach diesem Termin noch restirt, wird durch das Parteiorgan zur Zahlung aufgefordert. Außerdem wird künftig nur da Kredit gewährt, wo die Parteigenossen, resp. ein bestehender. Verein, die Bürg- schaft für den Kreditsuchenden übernimmt. Leipzig, den 28. Mai 1872. (2)2 1- Die Berwaltungskommtssio«. Die Frankfurter Zeitung und Haudelsblatt (Auflage 13 500 Exemplare) erscheint täglich in zwei, nach Bedüisniß auch in drei Blättern und ist der Preis in Frankfurt st. 3. 45 kr., in Preußen st. 4. 4 kr. oder 2 Thlr. 10. Sgr. per Vierteljahr; in Oesterreich, Luxemburg sowie im deutschen Reiche(ercl. Preußen), Elsaß und Teutsch-Lothringen fl. 3. 20 fr. oder 1 Thlr. 277, Sgr. Die„Frankfurter Zeitung" ist mithin die billigste unter allen großen politisch-commerciellen Blättern Deutschlands. Abonnemcnts-Bcstellungen auf das am 1. October begin- »ende neue Quartal beliebe man rechtzeitig bei den betreffen- den Postanstalten zu mache». Die„Ftanlfurter Zeitung" hat unter allen Frankfurter Blättern die größte Verbreitung und ist daher zu iMAvrntvn ganz besonders geeignet. Die Petitzeile wird mit 9 kr. gleich 27, Sgr. berechnet. Die Annahme der Inserate«isolgt bei den bekannten Annoncen-Agenturen und bei der Expedition der Frankfurter Zeitung, Gr. Eschenheimer Gasse 31 in Frankfurt a. M. In der Expedition des„Volksüaat" ist zu haben: „Festrede am Gtündungsfeste der Meiallarbeilerschaft zu Dresden, den 3. September 1872" von A.Schauer. Preis INgr.(Der Rein- ertrag ist zur Unterstützung politisch Gemaßregelter bestimmt.) „Erwiderungaufeine Reccnsion der K>euzzeilung über das Buch Herr Bastiat-Schulze aus Delitzsch" von Ferd. La fsa l le. Preis l't- Ngr. Marx„Kapital". 1. u. 2. Lieferung a 10 Ngr. Die Expedition des„Bolksstaat". 6 5 25 Durch die Erpedition des„Voltsstaal" sind zu beziehen: Thlr.Gr.Pf. Protokoll deS Eifenacher Kongresses...— 1 5 „„ Stuttgarter„...— 1.— „„ Dresdener„— 3— Berhaudlunge» des IT. Kongresses des internst. Arbeiterbundes irr Bafel 1869......— 3 5 C Marx Zur Kritik der politischen Oekonomie..— 22 5 „ Das Kapital, II. Auflage(im Druck). 3-- ,, Der XVni. Brumaire des Louis Vonaparte— 15— SB. Eichhoff Die Internationale Arbeiter-Assoziaiion.— 5— EceariuS, Eines Arbeiters Widerlegung der naiional-öko- nomijchen Lehren I. Stuart MilTs....— 5— Wuttke, Professor Dr., Die deutsche» Zeitschristen und die Entstehung der öffentlichen Meinung..— 5— Anti-ShllabuS,(Gedicht.)..---- 5 Zur Errinnerung an die letzte« Maitage 1871 (Gedicht)......... 6 Zur Erinnerung für die deutschen Mordspatriotrn— 2 5 Photographien von Marr, Lanatle, V.aiiqui, Ferre, 5 Mitliere.DeleScluze, Rossel k., in Visitenkarten- format........—25 Gruppenbilder(Tableaux) der Wiener-, Braunschweig- Leipziger- und Pesierhochoerräther in Kablnetformat.. Engels, Der deulfche Bauernkrieg.... A. Lange, Die Arbeiterfrage. oft Betrachtungen über den Normalarbeitstag. Dieugen, Mahnruf an die landwirthschftl. Bevölkerung „ Retigion der Sozial-Demokratie, 1. 2. 3. E. Hirsch, NormalarbeitStag..... „ Der Staat und das Genossenschaftswesen. Hillmann, Internationale Arbeiter-Assozialion. Eastelar'S Rede über die Internationale. Statuten der Internationalen Arb.-Assozialion. A. Bebel, ReichsiagSreden 2. Session.... „ Rede i. d. Tonhalle zu Leipzig d. 14. Juni 1871 über die Leipziger Commune Dr. Walster, Schutz des Arbeiters in den Gewerksch I steil— 1— „ Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman I. II. und III. Lieserung ä......— 2— Wohnungsfrage. Eine soziale Skizze..— 2— „ von Engel«.....— 2 5 SB. Liebfnccht, Zu Trutz und Schutz, Festredt, gehalten beim Slislungsfest des Erimmiischauer Voltsvileins am 22. Okt. 1871 II. Aufl....—25 Was ich im Berliner Reichstag sagte. Enthaltend Reden von 1867 und 1870....— 2 ,. Die politische Stellung der Sozialdemokratie— 1 Laffalle: Arbeitet Programm........ i 27« Gr. „ Bastiat-Schulze......... 1b Gr. „ Julian Schmidt.........», 127» Gr Ter Brauuschwrtger Ausschutz der soz.-dem Arbeiter- Partei in Lotzen u. vor Gericht 1871.— 12 5 Bei Parlienbestellungen gegen baar over Poftvoischuß entsprechenden Raball. Etliche Broschüren waren seit einiger Zeit nicht odernur mit Mühe zu erbalten. Aich sird scnflixe Lassalle'sche und sozialistische Schriften durch dieselbe zu beziehen. 5 5 5 5 5 5 5 — 5 Durch die Expedition de»„BolkstaatS" ist zu beziehe« Papstthum und Concil. Antwort auf die 21 Kanones als Mahnruf an das deutsche Volk zur Abschütlelung des Joche» Römischer Herrsch- und Habsucht. Preis per Stück 3 Ngr. Wiedlrkäufer erholten Rabatt. Nur Bestellungen, denen der Betrag in Marten oder Scheinen deiliegt oder gegen Postvorschuß werden eftcktuiri. Tie Expedition. Für Plagwitz, Lindenau und Um- siegend. Bei Herrn Weich ert Nr. 9 in Plagwitz befindet sich eine Filialexpedition des „Volksstaat". Die«xpedttio« des„Bolksstaat." Bekanntmachung. Herrn Cigarrenarbeiier Karl Fleischer in Kleinzschocher Nr. 87 ist für Sleinzschocher, Grotzzschochcr und Schleutzig die Piliuloxpoditioll übertragen worden. Derselbe nimmt Quartal- und MonatS- Abonnements auf den „Volksstaat" entgegen und können auch einzelne Nummern dortgt- kauft weiden._____ Di e Erpedition des„Bolksstaat." Berichtt uug. Durch ein Bersehen der Druckeret befinden fich in letzter Rr dsS..Bolksstaat" als im Verlage der Expeditton zu habe«, angekündigt: Gedichte un d Lied er von Franz und Bolkslieder- buch von Linke Diese beiden Liederbücher sind durch die Expedition deS„BokkSftaat' nicht nivhr zu bezichen; ebenso ist die in srlbigcr Rr. angründiiite Schrift:„Engel» Lage der arbeitenden Klaffe in England" nicht mehr auf Lager. Expedition des„Bolksstaat." Leipzig, 11. September 1872._____ Leipzig: B rantw. Redakteur A. Muth(Redaktion u. Expedition Hohestr. 4.) Druck und Verlag.von F. Thiele.