No. 77. Mittwoch, 35. September. 1872 E.�chtwt wi>chr»tttch U m«l in Leipzig. Bestellungen n.duien alle Pastanstalten und Buchhand» langen des In» und Au»- laudeS an. Für L« ipzig nehmen Bestellungea an: die Erpeditie n, Hohe Str. 4. fc. Bebel, PeterZpr. 18, F. t hielt,«.nilienstr. 8. v!poa>r»-utevr«»: Atir Preußen incl. Stempel- Nkver 17 Gar., für die übrige« den scher. Staaten 18 V, Ngr pe Onarial, per Monat 4'/» Ngr, für Lc pjig i'nd Um- xege.id pe-r Quartal Ili i-tgr. Vl't-rspsdMvn für dir vea- ewiRieu Staat«*: f A. Sorge, Box 101 Hoboktc JP/J.' vi» NeTTtork Organ der so)iat-demokratlschen Arveiterpartei und der Internationalen Gtwerksgenosstnschastrn. Die Wahl des Partei-Ausschuffes, welche gemäß der Bestimmung des zu Mainz stattgehabten Par- tci-Kongrcsses von den in Hamburg und seinem einmeiligen Um- kreise wohnhaften Parteigenossen heute hier vorgenommen wurde, halte folgendes Resultat: Ed. Prey, Tischler, 1. Vorsitzender. Friedr. Lenz, Tischler, 2. Vorsitzender. Th. Yorck, Tischler, Schriftführer. H. Bennekc, Schuhmacher, Kassirer. Ernst Sieden topf, Schuhmacher, Beisitzer. Hamburg, 22. September 1872. Die Wahlkommission: F. Becker aus Altona. H. Lüttjohann aus Wandsbcck. G. Gädgens aus Hamburg. W. Haustein, Schriftsührer. Aug. Geib, Vorsitzender der Versammlung !�B. Die Adresse von Uorck, sowie von Benneke bleibt unverändert. Abouncmentseinladung. Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonnement aus den„Volksstaat". Wir ersuchen die verehrlichcn Leser, das Abonnement auf das Blatt sofort erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zusendung eintritt. Der Preis des Blatte« ist wie bisher per Quartal 12'/, Ngr.— wozu in Preußen noch der Zuschlag für den Zeitungsstempel kommt— bei wöchentlich zweimaligem Er- scheinen. Krcuzbandsendungen für Deutschland und Oestreich kosten für 1 Er. per Quartal 25 Ngr., die Schweiz 1 Thlr, Frank- reich, Belgien, England zc. 1 Thlr 8 Ngr. Zahlung pränu merando. G Parteigenossen! Ein neues Quartal steht vor der Thür, gedenket des Parteiorgans. Wirke Jeder von Euch so viel er kann für dessen Verbreitung, die Verhältnisse sind uns günstig. Ueberall erwacht das Proletariat zum Blassenbewußtsem, überall erheben sich die geknechteten Biasscu zum Kampfe gegen ihre Unter- drücker. Vowäris denn und sorgt, daß unser Parteiorgan unter die Arbeiter kommt! Arbeitet, agitirl, organisirt un- ablässig, wo ein Arbeiter in unsere Reihen eintritt, sei seine erste Pflicht: ein Abonnement auf das Organ. Die Wuth und Verfolgungssucht unserer Gegner wird immer größer. Kaum ist noch ein öffentlich wirkender Partei- genösse da, der nicht schwere Geld- oder Gesängnißstrafen er- litten, oder dem sie nicht bevorstünden, zu gcschweigen Derer, die eben hinter Kerkermauern die Rache unserer Gegner büßen. Auf all' diese Unbill giebt es nur Eine Antwort: Arbeilen, mit allen zu Gebote stehenden Kräften, arbeilen für die Aus- brejtung der Partei, die Verbreitung des Parteiorgans. Parteigenossen! zeigt, daß im Kampfe uns der Mulh mächst und— thut alle Eure Pflicht. Die bürgerliche Gesellschaft. Ein Bortrag, gehalten vor freireligiösen Arbeitern bei Wupperthals in Elberfeld-Barmen von I. Dietzgen. (Schluß.) Betrachten wir von diesem Gesichtspunkte aus die bürger- liche Gesellschaft, oder vielmehr die freie Arbeit, als ihren we- sentlichen Inhalt, so finden wir daran eine positive und eine negative Seite, je nach der Zeit, in der sie auftritt, eine Trieb- feder oder ein Hemmschuh der Entwickelung. Was man ihr ewig nachrühmen wird ist, wie gesagt, die bis dahin unüber- troffene- Leistungsfähigkeit. Burg und Kloster, die Führer der hörigen Arbeit, trieben daS Geschäft von ihren Höhen herab kavalicrement, die freie Arbeit ist kaufmännisch geleitet. Da wird das Zeitwort verdienen bekanntlich groß geschrieben. Aber das ist mchi nur ein orthographischer, das ist ein organischer Fehler der bürgerlichen Gesellschaft; es ist der Keim des Todes in ihrer Constitution. Daß der Bürger von Morgens früh bis Abends spät nur nach Profit rechnet und kalkulirt, macht ihn und seine Epoche zu einem förderlichen Werkzeug der Cul- tur. Daß aber anderseits er und feine Epoche in ihrem Heißhunger nach klingendem Werth und materiellem Gut Zweck und Mittel verwechseln, wenn sie vergessen, daß der Mensch erwirbt um zu leben, und nicht lebt, um zu erwerben, so ist das die Veranlassung, daß der Bürger seine Aufgabe bis zu einem Epzeß löst, wo sie abgenutzt sich in ihr Gcgentheil verkehrt. Wie die feudale ritterliche Gesellschaft in ihrem Schöße das Bürgerthum empfangen und genährt hat, so zieht unsere Heu- tige Gesellschaft ihren Gegner, den Sozialismus groß, der von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer kräftiger nach dem Tageslicht der Verwirklichung ringt. Von der Zeit, wo sich die leibeigene oder Frohnarbeit in „freie Arbeit'' verwandelte, sagte ich vorhin, datirt der Anfang der bürgerlichen Gesellschaft. Die Menschen, welche bei dieser geschichtlichen Geburt damals Hülfe leisteten, welche das Bür- gerthum installirten, trugen sich mit der großen Idee, der all- gemeinen Menschheit zu ihrem„ewigen Rechte" verhelfen zu wollen. Die Engländer im 17., die Nordamerikaner und Franzosen im 18. Jahrhundert begeistern sich mit Proklama- tionen der allgemeinen Menschenrechte. Als sich die Bürger von den Privilegien der Fürsten und'Geistlichen befreiten, fühlten sie sich noch nicht als besondere Klasse, sie vertraten damals die Menschheit und sind nun auch heute»och selbstgefällig genug zu glauben, daß sie nicht nur vorübergehend einmal als Ver- tr.ter derselben fungirten, sondern unmittelbar die Menschheil darstellen, d. h. sie halten immer noch das bürgerliche Regiment für das Regiment der allgemeinen Gleichberechtigung. Die hö- rigc oder leibeigene Arbeit wurde von den Bürgerlichen als Frevel wider die Gerechligkeil erklärt. Für sich im eigenen Vorthcil zu arbeiten und das Produkt dieser Arbeit als freies Eigenlhuni zu besitzen, prollamiren sie als allgemeines Recht der Persönlichkeit. Im Kampf gegen die feudale Knechtschaft vertrat der Bürger die Freiheit, war er allerdings Widersacher nicht nur der leibeigenen, sondern der Knechtschaft schlechthin. Die freie Arbeit war damals noch uchi, was sie heute ist, war keine Lohnarbeit. Der Bürger war Handwerker, der selbst, wenn auch mit Hülfe von Lehrlingen und Gesellen arbeitete, für die der Lohn erst nur noch im Keime vorhanden war, de- reu Arbeit sich hauptsächlich mit der Aussicht auf die künftige Meisterschaft, durch den Erwerb der nöthigen Handwerkskünste bezahlt machte. Unterd ssen ist die Geschichte fortgeschritten. Aus dem Bürger ist der moderne Jnbustrieritter erwachsen. Da findet sich nun, daß die freie Arbei> kein allgemeines Men- schenrecht, sondern Knechtschaft im Dienste Anderer ist. Die bürgerliche Arbeit ist zur Lohnarbeit geworden, die nicht eigenes sondern fremdes Eigenchum schafft. Die freie Arbeit, welche das Bllrgerthum ursprünglich im Sinne hatte, war die Arbeit des freien Monnes, der mit eigenem Instrument und Material zum eigenen Vortheil schafft. Diese Arbeit hat sich zur modernen Lohnarbeit entwickelt, eine Arbeit im Dienst und Vortheil des Jndustrieherrn, der Instrumente und Materialien für Hundertc oder Tausende hat, und nun in der Lage ist, Hunderte oder Taufende sür sich arbeiten zu lassen, die weder Instrument noch Material haben, um ih.e Eigenen sein zu können. Diese Metamorphose der Arbeit, die Verwandlung der bürgerlich selbstständigen in industrielle Lohnarbeit bildet den eigentlichen Leben«- oder Entwickelungsp.ozeß der bürgerlich-n Gesellschaft. Dem Arbeiter, der vom Eigenthum auf den Lohn herabgekommen, oder dem Kleinbürger, der von der großen In- dustrie bedroht, die Erhaltung seiner Selbstständigkeit täglich schwerer findet, widerstrebt es, die offenbare Verschlechterung ihrer Lage als Fortschritt zu feiern. In der Thai ist den» auch nicht die arbeitende Persönlichkeit, nicht der Arbeiter, sondern ie Sache des Arbeitsprozesses fortgeschritten. Die Instrumente und Materialien der Arbeit, der Reichthum oder das Vermögen hat sich krnzentriv. Der Arbeitsprozeß Hai sich auf eine größere Stufe gestellt und so die Anwendung der Ma- chinerie und vollkommenere Th ilung der Arbeit ermöglicht. Die Gesetzgebungen der bürgerlich.:! Gesellschaft haben zur Er- leichterung dessen alles Eigenthum möglichst mobiliflrt. Selbst die Immobilien werden mobil, die Güter verkäuflich und theil- bar, nicht, sie zu vertheilen, das ist nicht dos Resultat der Par- zellirung, sondern um sie in den wirthschastlichsten Händen zu konzentrircn. Die Kultur des Arbeitsprozesses ist die unerläßliche Be- dingung für die Kultur des Menschen. Die Befriedigung der materiellen Bedürfnisse ist die Grundlage oder Voraussetzung ür die höheren idealeren Bedürfnisse. Nicht der Betrieb im Kleinen, nicht der persönliche, sondern erst die gesellschast- liche Arbeit, der massenhafte Betrieb ermöglicht es, mit spie- lender Anstrengung die Lebensmittel derart reichlich zu produ- ziren, daß nicht nur für Wenige, sondern auch für dos Volk im Allgemeinen Zeit und Sinn für die idealeren Zwecke des Lebens zu gewinnen sind. Deshalb, weil der Großbetrieb so unendlich überlegen und produktiv ist, weil ihm absolute Zweck- Mäßigkeit inwohnt, deshalb dringt auch sein politischer Für- precher, d r Liberalismus, in allen Ländern unau hallsam vor. Das Interesse unserer Gattung fordert, daß die Art der kleinen Wirthschafter zu vegetiren aufhört. Den beiden Moloren Dar- win's, Kampf um's Dasein und geschlechtliche Zuchtwahl, ent- sprechen in der bürgerlichen Gesellschaft die freie Konkurrenz und die guten Heirathspartieen. Sie fördern die Ansammlung des Kapitals, die Entwickelung der Oekonomie, die Verwand- lung der freien Arbeit in täglich sich mehrende Lohnarbeit. Das Unbewußte, das E. v. Hartmann nicht in die Philo- ophie eiugefübrt, sondern nur zu gelegener Zeit populansirt, mystifizirt, in packende Form und also in's Gerede gebracht hat, dieses Unbewußte bewährt sich an der Geschichte unserer bürger- lichen Gesellschaft. Das heutige Resultat'st von den ursprüng- lichcn Stimmsührern der bürgerlichen Entwickelung nicht gewußt oder bezweckt worden. Im Gegentheil war das von ihnen Be- zweckte resultatlos. Sie erstrebten nicht die nux formelle, nicht nur die politische, sondern die wirkliche, die soziale Freiheit. Der arbeitende, damals dritte Stand sollte nicht mehr gezwun- gen sein einen Theil seiner Kräfte an die herrschenden Klassen, an Burg und Kloster abzugeben. Das Volk sollte„frei" sein, d. h. es sollte den Ertrag seiner Arbeit ganz und ungctheilt genießen dürfen. Sie verfehlten den Zweck, weil sie, wie den Sandhaufen als Haufen einzelner Körner, so die Freiheit des Volkes als einfache Summe frei arbeitender Persönlichkeiten betrachteten. Diese bürgerliche Idee der Volkswirthschafl steht mit sich selbst im Widerspruche. Freie Arbeiter im bürgerlichen Sinne können die Personen nur sein, wenn mit Privatmittel auf Privateigenthum jeder ausschließlich für seinen Privatbcdars arbeitet. Dann wäre jeder sein eigener Kavalier, dann könnte die Pfiffigkeit des Einen nicht das Eigenthum zehn Anderer „erwerben". Aber es wäre dann auch jede Kultureutwickelung, jeder Reichthum an Lebens- und Genußmiitel, jeder Fortschritt unmöglich. So wollen es die Bürger n'cht, dafür ist ihnen die gemeinschaftliche Arbeit, oder wie ihre verkehrte Weltan- schauung es nennt, die Thcilung der Arbeit zu vortheilhast be- lannt. Sie wollen eine bürgerliche Gesellschaft bilden, deren Mitglieder das genießen, was sie nicht selbst produciren und anderseits produciren, was sie nicht selbst genießen. Sic wollen init Privatinilteln die entgegengesetzte soziale oder politische Oekonomie treiben. Die bürgerliche Gesellschaft ist eine Gesellschaft von Pri- vatleuten, d.h. um den Widerspruch beispielsweise auszudrücken, sie ist ein viereckiger Kreis. Die Bürger sind unabhängige Privatproduzenten, gleichwohl bitven sie eine wirkliche ökono- mische Seciete, sie sind Glieder eines Sozialismus, die nicht sclbftständig, sondern als Organe der Gemeinschaft funktioniren. In der Produktion glauben sie Privatleute zu sein, aber in der Konsumtion erweist es sich, daß die Privatarbeit ein Mißver- stäirtrniß ist. DaS Produkt wirklicher Prrvatarbcit wird nicht erst verkauft, sondern direkt verbraucht. Robinson machte seine Arbeit nicht zu G:ld. Wo Geld die Welt reg'ert, da regiert die Gesellschaft, regiert Sozialisinus. Indem unsere bürgerliche Gesellschaft täglich fort und fort immer mehr sich die Praxis aneignet, mit der Arbeit nicht direkte Genußmitlcl, sondern verkäufliche, in Geld umwandelbare Dinge zu erzeugen, zeigt sie daran ihr indirektes Verlangen, die Privatarbeiten in genossenschaftlich- Arbeit zu verwandeln. Wer sein Produkt zu Geld macht, verwandelt seine persönliche in genossenschaftliche Arbeit. Wie Christus fleischzewordcner Gott, so ist Geld die mysteriös in ein Ding verwandelte Society. Soweit das Geld, soweit habe ich die Gesellschaft in der Tasche. Geld ist nicht, wie Wucherer zu sagen pflegen, Waare wie andere Waaren. Jede andere Waare ist Arbeitsprodukt eines privaten Bürgers, während Geld, obgleich in Gestalt eines Privatprodukls, doch das kommunistische Arbeitsprodukr der gesammten bürgerlichen Gesellschast darstellt. Ein Stückchen Geld rcpräsentitt alle Waaren oder Arbeitserzeugnisse der civilistrten Welt. Seine Quantität ist nur beschrä>kt, aber seine Qualität unendlich, weil die Gesellschaft unendlich viele Arbeitskräfte umfaßt. Das Bewußtsein der Bürger hat noch nicht verstanden, daß die Arbeit, um mit Erfolg praktizirt zu werden, gesell- schaftlich, gemeinschaftlich, sozialistisch oder kommunistisch ausge- führt wird. Der Instinkt, die wohlthätige Natur der Sache treibt dagegen wider Wissen und Willen zur politischen Oeko- nomie, die aber unter solch vertrakten Umständen auch nur eine vcrtrakte Form, die Form der Geldwirthschaft haben kann. Die Forderung des Volks, den Erlrag seiner Arbeit ganz und ungctheilt zu genießen, hat das Bürgerthum wohl auf eine Fahne geschrieben und so das Volk hinter sich her gelockt; aber nicht verwirklicht. Als es die Denis, der freien Gleichbe- rechtigung aufsteckte, war die heutige soziale Oekonomie, war noch die Geldwirthschaft wenig entwickelt. Die Produktion war vielmehr auf persönlichen, als auf gesellschaftlichen Bedarf, als auf verkäuflich Gut gerichtet. Erst die moderne Entwicke- lung der Lohnarbeit konnte uns dieErkenntniß nahe legen, daß die bürgerliche Deinokratie, daß das Recht der freien Arbeit eine banale Phrase ist, sowohl wo die Völker ü 1» Robinson vereinzelt arbeilen, wie überall da, wo die moderne Gesellschaft dem Volk das Produkt der Arbeit abschwindelt Die civilisitte Gesellschaft der Bürger unterscheidet sich von den uncivilisirten G sellschaslen der alten Klassiker oder von den Gesellschaften der barbarischen Feudalzeit wesentlich dadurch, daß die machthabende Klasse der Bürger das Volt nicht mehr zu direkter Zwangs- arbeit nöthigen, sondern es durch den ausschließlichen Besitz der Arbeitsmittel zur freien Lohnarbeit, zum indirekten Frohndienst zwingen. Die indirekte Form der bürgerlichen Gesellschaft, eine Gesellschaft zu sein und zugleich nicht zu sein, gabt ihrer Arbeit den widerspruchvollsten Charakter einer freien Leibeigen- schaft. Auf den fundamentalen Widerspruch, daß bewußte Menschen unbewußt eine Gesellschaft bilden, sind alle die sekundären Wi- d-rsprüche aufgebaut, welche mit der Entwickelung des Bürger- thums tagtäglich frappanter hervortreten. Die bürgerliche Oe- konomie z. B. vermehrt den Ätationalreichthum bis zu einer berauschenden Höhe, und drängt die Nation herab in die Lage der besitzlosen Lohnarbeiter. Unsere Politik erstrebt konstitutiv- nellc Verfassungen, welche dem Volke einen parlamentarischen Antheil an der Herrschaft gestatten sollen, während die Wirk- lichkeit hüben und drüben den krassesten Militärstaat despotischer ausbildet. Die Sittlichkeit ist nie so hoch gerühmt, ihr Lob nie so laut gesungen worden, und dennoch waren Ehre, Treue, Keuschheit u. s. w. niemals verkäufliche Dinge in dem Grade, wie sie das heute sind. Unsere Christen behängen sich mit Gold, Seide und Spitzen und schicken Missionäre aus, um die Wilden zu belehren der Leib sei ein stinkender Madcnsack. Diese und hu- dert andere widerspruchsvolle Dinge basiren auf einer Gesellschaft, die keine Gesellschaft ist, die kein Bewußtsein, kein Centralorgan, keinen Kopf und keinen Schwanz hat. Gegen die ,Provi»;ialkor respondenz". In der vorigen Nummer haben wir den schon früher erwähnten Artikel der Preußischen„Provin�idkorrespondenz", betitelt:„Tie Fürsorge für das Wohl verarbeitenden Klassen", im wörtlichen Abdruck, unverkürzt mitgctheilt; und wir sind überzeugt, mancher unserer Parteigenossen hat uns, nach Durchlcsung dcS Artikels, im Stillen Vorwürfe gemacht, oder doch wenigstens sich gewundert, daß wir den kostbaren, der Stofffülle bei Weitem nicht genügenden Raum des„Volks- staat" zur Veröffentlichung einer solchen Arbeit hergeben konnten. Es läßt sich in der That nicht leugnen, an sich ist der fragliche Arti'el keineswegs darnach angcthan, eine ernstliche Berücksichtigung Seitens der social- demokratischen Arbeiterpartei zu finden. Allein der Ort, wo, und die Umstände, unter welchen er daS Licht der Welt erblickt hat, verleihen ihm eine Bedeutung, die allerdings den Abdruck nicht bloß rechtfertigt, sondern unS sogar zur Pflicht macht. Die„Provinzialkorrespondenz", das fei zunächst bemerkt, ist ein streng amtliche?, ein offizielles Organ der Preu- ßischen Regierung, eine Ehre, die sie nur mit dem„Staats- und Rcichsanzeiger" theilt. Tie wesentliche Eigenschaft eines offiziellen Organ» ist aber, daß die Regierung oder Be- Hörde, der es gehört, also in diesem Falle die Preußische Regierung, für den Inhalt verantwortlich ist, während die sogenannten offiziösen Organe, deren die Preußische Regierung in Berlin allein über ein halbes Tutzend besitzt, nach Bedürfniß verleugnet werden können, weshalb der Gebrauch derselben so bequem ist. Die Verantwortlichkeit für den Inhalt eines offiziellen Blattes bringt es naturge- maß mit sich, daß dessen Redaction von der betreffenden Re- gierung überwacht und unter die Controle eineS hohen Mini- sterialbeamtcn gestellt wird, der dafür zu sorgen hat, daß kein unberufener Skribent in die heiligen Hallen sich einschleicht. Was insbesondere die„Provinzialkorrespondcnz" angeht, so wird sie, abgesehn von den thatsächlichen Mittheilungen der verschiedenen RegierungsressortS, direkt aus den Mi- nisterien mit jenen langathmigen Stimmung?- und Situationsartikeln versehen, welche zum Zweck haben, daS von den offiziösen„Sauhirten" mitunter etwas leicht- sinnig gehütete Volk— der Denker in die korrekte Denk- und Fühl-Richtung zu bringen, ihm die normale Gcistesspeise in bester Zubereitung und so zu sagen im Ejtrakt einzugeben. Aus dem reinsten und tiefsten Born preußischer Staats- Weisheit geschöpft, drücken diese Artikel acht und unverfälscht die Tendenz und die Intelligenz der preußischen Regierung aus, wie sie denn auch von den„Hauptlichtern" in den respektive» Ministerien, mitunter bei wichtigen Gelegenheiten von den Herren Ministern selbst angefertigt werden. So war z B. der neu- lich von unS besprochene Artikel das Werk deS Herrn Cullus- ministers Falk; und der uns jetzt vorliegende trägt unverkenn- bar die Spuren des Herrn Wagen er, der als Dritter im Bunde des Herrn Stieb er und Bücher glänzt, und Arm in Arm mit diesen zwei Ehrenwerthen, das geistige Tri um- virat der Aera Bismarck bildet. Es ist ein alter Satz: wenn Zwei dasselbe thun oder so- gen, ist es nicht dasselbe. Die Beurtheilung der Handlungen und Worte hängt wesentlich von der Person des Handelnden oder Redenden ab. Wenn ein Wagcner über die sozialistische Frage etwas sagt, das im Mund eines einfachen Pennyaliners völlig gleichgültig wäre, so verdient eS trotzdem Beachtung, eben weil es von Wagen er ist, das heißt von dem Mann, wel- cher im Bismarckischen Reich das Departement der sozialen Frage und des Regierungssozialismus unter sich hat. Quod licet bovi, non licet Jovi*)— um das lateinische Fabelsprichwort umzudrehen: Was man einem Hüttner und einen, Leipziger Tageblatt u. s. w. u. s. w. hingehn lassen kann, ja muß, falls man nicht mit viel überflüssiger Zeit ge- segnet ist, das dürfen wir einem Wagener und der„Ptzovinzial- korrespondcnz" nicht hingehen lassen. In dem beireffenden Ar- titel haben wir die amtliche Auslassung der momentan maßgc- bendsten Person(oder Personen),— mit anderen Worten: der betreffende Artikel ist daS Programm der preußischen Re- gierung, speziell des Grafen Bismarck und seines Oberleibjozia- listen Wagener über die soziale Frage. Und dieses Programm, dessen Spitze sich direkt gegen die Brust unserer Partei richtet, können wir unmöglich ignoriren. Dazu kommen bie Umstände, unter welchen die Veröffent- lichung dieses Programms erfolgt ist. Nachdem Fürst Bismarck seit seinem Amtsantritt ununterbrochen, mehr oder weniger kühn, auf eigne Faust und- zu vermeintlichem eigenen Nutzen mit der sozialen Frage experimentirt hatte— wir iverden dies inieres- sante Thema in einem Schlußartikel behandeln— gab er nach dem Fall der Commune im Frühsommer des vorigen Jahres plötzlich das, von seinen„Sauhirten" mit gutbezahlter Lungen- kraft überall hcrumgeschrieene Losungswort aus, die soziale Frage sei ein so gefährliches Ding, daß eine einzelne Regierung ohn- mächtig dagegen, und Rettung nur in dem Zusammengehen aller oder doch mebr>rer starker Regierungen zu finden sei; daS Ue- bel liege tiefer, als man gewöhnlich annehme, mit bloßen Po- lizei- und Gewaltmaßregeln lasse sich nichts ausrichten, den gesellschaftlichen Mißständen müsse aus den Grund gegangen, die soziale Frage müsse„studirt" werden. In der Zusammen- kunft, welche Graf Bismarck bald nachher mit Brust hatte, diente die„soziale Frage" zur Einseifung oes letzteren, und man einigte sich dahin, eine internationale Consercnz zur Be- rathung der sozialen Mißstände, und der zu ihrer Abhülfe nö- thigen Mittel nach Berlin zu berufen, lieber diese Conferenz ließ man nun die widersprechendsten Nachrichten unter das Pu- blikum dringen, anfangs offenbar in der Absicht, seine Neu- gierde recht aufzustacheln, man wollte, daß von der Sache viel geredet und das Verdienst der preußischen Regierung, endlich einmal dem„Rothen Gespenst" kräftig, mit dem Polizeisäbel in der einen und der Fackel der Wissenschaft in der anderen Hand, auf den Leib zu gehen, in alle Welt posaunt, von allen Dächern gepredigt würde.- Auf einmal wurde es allerdings merkwürdig still, nur dann und wann sah man ein zierliches oder grobes Körbchen durch die Luft nach Berlin schwirren, dessen Absender für das Conferenz-Obst dankte. Schon glaubte *) Eigentlich: quod licet Jovi, non Ucet bovi, was einem Iupi» ter(dem obersten Gott der Griechen) erlaubt ist, ist nicht einem Ochsen erlaubt. man, der Plan sei ganz aufgegeben, da trompetete das Preß- burcau in die Welt, die Intelligenz des Jntellizenzstaats sei auf's Eifrigste mit der sozialen Frage beschäftigt, die Jntelli- genz des Jntellizenzstaats studire auf Mord und Brand die soziale Frage; die Intelligenz des Jntellizenzstaats sitze aus dem Ei der sozialen Frage und werde ausbrüten, worüber die Welt erstaunen solle. Wohlan: der Artikel der Provinzialkorrespondenz sagt aus, was die Intelligenz deL Jntellizenzstaats ausgebrütet hat, und eine erstaunliche Leistung ist's freilich, so erstaunlich, daß das kulturhistorische Interesse für uns bei Betrachtung des Ar- tikelS fast daS politische überwiegt. Wir werden in den näch- sten Nummern des„Volksstaat" zeigen, mit welcher Jntelli- genz die„Intelligenz" des„Jntellizenzstaats" an die Behand- lung der wichtigsten Frage der Gegenwart gegangen ist. Politische Uebersicht. Das Genfer Schiedsgericht hat seinen Spruch in dem Alabamastreite gefällt: England ist von Rechts we- gen— um diese viclmißbrauchte Formel einmal in ihrem eigent- lichen Sinne zu gebrauchen— zur Zahlung einer Enischädi- gungssumme von 15'/, Millionen Dollars v erurtheilt wor- den, die John Bull, wenn er eine halbwegs demokratische Verfassung hätte, aus der Hinterlassenschaft Lord Palmerstons und dem Vermögen seiner noch lebenden Mitschuldigen, voran des„liberalen" Lord Russell, eintreiben würde, was jedoch, da die Zahlungspflichtigen der herrschenden Klaffe angehören, na- türlich nicht geschehen wird. Für die Sünden der Machthaber muß ja stets das Volk zahlen— so will es nun einmal die heutige„Ordnung". Jndeß, wie dem auch sei,— daß ein Streit, der unter anderen Verhältnissen sehr leicht hätte zu einem Krieg führen können, durch ein internationales Schieds- gericht beendigt wurde, ist eine Thatsache, über die wir nur unsere Freude ausdrücken können. Man darf den Vorgang aber auch nicht überschätzen. Er steht eben vereinzelt da. Zu behaupten, das Genfer Schiedsgericht habe einen Krieg zwi- schen England und Amerika v rhindert, heißt Ursache und Wir- kung verwechseln. Das Genfer Schiedsgericht kam zusammen, weil die englische und die amerkanische Regierung keinenKrieg wollten; es erzeugte also nicht den Entschluß Frieden zu hal- ten, sondern war bercitsFolge dieses Entschlusses. Ein wahr- Haft internationales Schiedsgericht, das den Weltfrieden garan- tirt, indem es die vernünftige Berathung an Stelle des bestia- lischcn Drcinschlagens setzt, ist nicht möglich, so lange Staats- und Gescllschaftszustände bestehen, die sich auf Unterdrückung und rohe Gewalt gründen, statt auf Gerechtigkeit und Hu- manilät.— In Berlin ist die Entrüstung über die jüngste Polizei- hcldenthat so groß, daß man bei Hof mit der Abficht umgehen soll, Herrn Madai, den Polizeipräsidenten, welcher am Tag der Massacre persönlich das Kommando führte, dem Volkszorn zu opfern. Ganz gut. Herr Madai hat jedenfalls grobe Fehler begangen. Der Hauptschuldige an jenen Greueln ist aber— und darin stimmen wir ausnahmsweise einmal mit der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" überein— nicht Herr Madai, sondern das Berliner Volk. Hätte es nur das Selbstgefühl eines König« von Baiern gehabt, und sich nicht zur„Dekoration" hergegeben, dann hätte es auch nicht en canaille behandelt werden können, wie jeder Dekora- tionsplebs es verdient. De? Uebrigen sagen wir: Men- schen, die sich gefallen lassen, was 100,000 Berliner sich am 7. September dieses Jahres gefallen ließen, verdienten nicht blos die empfangene Züchtigung und Malträtirung— sie hätten das Zehn- und Hundertfache verdient.— Die Deutschen sind wahre Genies— im Betteln wie im Kriechen. Ein Pendant zu den deutschen Tuilerienbriefen bilden die anläßlich der Kaiserzusammenkunfr an den Russischen Czaar gerichteten Bettelbriefe(angeblich 3000 an Zahl) und das Telegramm eines Schützenbundcs Für jeden verlangten Rubel einen Knutenhieb— und die Leute ivürden sich auch dann noch bedanken.— Menscheno pfe r. lieber die Verunglückungen beim Bergbaubetrieb in Preußen im Jahre 1871 macht der „Reichsanzeiger" nachstehende statistislbe Angaben: Auf den unter Aufsicht der Bergbehörden stehenden Bergwerken, Steinbrüchen und AusbereitungS-Aiistaltiii waren im Jahre 1871 im Ganzen 213,156 Arbeiter auf 2458 Werken beschäftigt, von welchen 562 oder 2�2 pro Mille, b. i. einer auf 379 Mann durch Unglück?- fälle zu Tode kamen, während im Jabre 1876 von 183,532 beschäftigten Arbeitern nur 469 Mann oder 2,M5 p>o Mille, d. i. einer von je 391 Arbeitern verunglückten. Dem Vorjahr gegenüber hat sich mit- hin das Verhäliniß wiederum ungünstiger gestaltet, was in vier größeren Unglücksfällen und darin zum Theil eine Begründung finden mag, daß durch den allgemeinen Aufschwung, den die Montan-Zn- dustrie nach dem deutsch-traiizösischeu Krieg im Jahre>871 genommen, viele noch im Bergbau unerjahreue Arbeiter herangezogen wurden. Von den 433 Unglücksfällen, welche Opfer an Menschenleben erfor- derten, verloren bei einem 13, bei einem 11, bei einem 16, bei einen 9, bei zwei 5, bei vier 4, bei drei 3. bei vierzehn 2 und bei 456 Fällen je ein beim Bergbau beschäftigter Arbeiter das Leben. Die ersten 4 bedeutenderen Unglücksfälle ereigneten sich im Ober-Bergamts- Bezirk Dortmund und z ar 3 durch Grplosion schlagender Wetter, welche theils durch unbefugtes Oesfnen der Sicherheitstampen, «Heils dadurch herbeigeführt wurden, daß Arbeiter sich mit off.mn Grubenlampen in Baue begeben hatten, welche wegen des Auftretens von schlagenden Wettern abgesperrt oder mit Warnungszeicl en ver- sehen waren, im vierten Falle kamen bei der Ausfahrt am Seil auf der Grube Neu-Essen in Folge des plötzlichen Bruches der Seilscheiben- Achse und des dadurch herbeigeführten Seilbruches 11 Mann ums Leben. Nach der Verschiedenheit der gewonnenen Producte stellt sich das Berhältniß wie folgt: Es verunglückten im Ganzen: 1. beim Steinkohlenbergbau 463 Mann oder 3—4 pro Mille, 2. beim Braunkohlenbergbau 65 Mann oder 3—4 pro Mille, 3. beim Erzbergbau 81 Mann oder 1— 2 pro Mille, 4. beim Bergbau auf andere Mineralien 13 Mann oder 2— 3 pro Mille. Die meisten Unglücksfälle wurden durch Zubruchegeheu abgebauter Pfeiler und durch plötzlich niederstürzende Kohlen- oder Gesteinsmassen veranlaßt, wobei 215 Bergleute umkamen; bei der Schießalbeit verloren 23 ihr Leben und in Schächten verun- glückten 57 Mann, unter diesen 34 durch Sturz in dieselben und 43 beim Ein- und Ausfahren. Von diesen 43 Arbeitern verloren ihr Leben 15 auf der gewöhnlichen Fahrt, 2 aus Fahrlünsten, 17 auf der regelmäßig eingerichteten und von de». Berg-Behörden cvncessionirten Seilfahrt und 9 bei auinahmsweisem resp. verbotswidrigem Fahren am Seil. Bei der Förderung der gewonnenen Produkte büßten 16 Bergleute und durch Erploston schlagender Wetter 66 ihr Leb-n ein. In Bremsbergen verunglückten 67 Ardeiter, in bösen Wettern 16, durch Maschinen 13, bei Wasserdurchbrüchen 4, über Tage bei der örderung und Beiladung der Produkte 33 und auf sonstige Weis« och 15 Bergleute. Das Berhältniß der Verunglückungen bei den verschiedenen Arten der Schachlfahrungen stellt sich im Jahre 1871 wie folgt: Von 84,772 Bergleuten, welch« zum Ein- und Ausfahren sich nur der Fahrten be- diente», verunglückten 15 oder 6m pro Mille, von den 6565, welche nur Fahrkllnste benutzten, 2 oder 6.,� pro Mille und endlich von den 33,462 Arbeitern, welche sich ausschließlich der regelmäßig eingerichteten Seilfahrt bedienten, fanden 17 oder 6,„, pro Mille ihren Tod. Hier- nach würde sich statistisch die le tzte Fahrmethode als die gefährlichere herausstellen, nach einem dreijährigen Durchschnitt'fällt diese? Loos jedoch der Fahrt auf Fahrküusten zu. Dieses Berhältniß ist nur deshalb im Jahre 1871 verrückt, weil, wie oben erwähnt, in einem Unglücksfalle durch Seilbruch 11 Manu in die Tiefe stürzten und gemeinschaftlich ihren Tod fanden. Bertbeilt man schließlich die Zahl der Verunglückten auf die ge- förderten Mengen und den Geldwerth der Hauptprodukte, so kommt im Durchschnitt ein Unglücksfall: 1. beim Steinkohlenbergbau auf 1,238,636 Ctr. mit 151,152 Tblr. Werth, 2. beim Braunkohlenbergbau auf 2,115,767 Ctr. mit 167,322 Thlr. Werth, 3. beim Erzbergbau auf 915,645 Ctt. mit 217,455 Thlr. Werth, 4. beim Kohlen- und Erzbergbau überhaupt auf 1,331.483 Ctr. mit 155,545 Thlr. Werth. Also über 500 Arbeiter in dieser einen Branche einem jähen Tod überliefert, und die Zahl der„Unglücksfälle" im Steigen! Wir haben im Augenblick nicht daS nöthige Material zur Hand, um einen Vergleich des Prozentsatzes der Unglücks- fälle in den Preußischen mit dem in den Englischen Berg- werken anstellen zu können; bemerkt sei nur, daß die Zahl der „Verunglückungen" in England beim Kohlenbergbau allein um die Ziffer Tausend das Jahr schwankt. Eine unumstößliche Thatsache aber ist) daß der bei weitem größere Theil dieser sogenannten„Verunglückungen" auf Rechnung der Berg- Werksverwaltungen kommt, und bei gehöriger Sorgfalt vermieden werden könnte. In England, wo der Bergbau einen weit großartigeren Umfang hat wie in Deutschland, ist dies allgemein zugestanden; was jedoch nicht hindert, daß das Parka- ment, als Vertretung der besitzenden Klasse, jeder, den Bergarbeitern wirklichen Schutz gewährenden Maßregel, hartnäckig die Zu- stimmung verweigert. Bei uns in Deutschland denkt natürlich kein Mensch daran, etwas Ernstliches in der Sache zu thun; am wenigsten die Bergarbeiter selbst, die sich, kleine Aufwal- lungen abgerechnet, mit an Stumpfsinn grenzendem Fatalismus von den Herren Grubenbesitzern zur Schlachtbank liefern lassen. Wcts von Preußen und England gilt, gilt natürlich auch von Sachsen; nur daß die Bergarbeiter hier wo möglich noch geduldiger sind als in Preußen(die Englischen Kohlen- arbeiter sind andere Bursche; sie haben treffliche Gewerkschaften und kämpfen tapfer mit den Grubenbesitzern). Wirds denn nicht bald tagen in den Geistern? Wird denn nicht bald unsern Bergleuten klar werden, daß es keine Hülfe für sie giebt, wennfie sich nicht selbst helfen?— Das B ersaillcr Kriegsgericht— Henkerabtheilung Rr. 7.— hat wieder eine Frau(Natalie Duval, verehel. Duval, 46 Jahre alt) zur Deportation nach einem befestigten Platz verurtheilt— und wofür? Weil sie während der Com- mune mit äußerster Lebensgefahr die Pflege der Kranken und Verwundeten leitete, Frauenvereine gründete und seit 66 Mitglied der Internationale war. Am 6. Mai hatte sie im Vcrein mit Frau Demit-riess einen Aufruf an die Frauen erlassen, für den Fall des Einzugs der Bersailler an die Barri- laden zu eilen. Sie benahm sich— wie aus dem im„Cor- saire" ausführlich wiedergcgebenen Verhör ersichtlich— sehr würdevoll und entlockte selbst dem Präsidenten des Gerichtshofs das Geständniß, daß die Statuten des von ihr vor Jahren gegründ ten und bislang geleiteten Consumvereins„exzellent" (vortrefflich) ja sogar„splendid"(glanzvoll) seien. Die immer noch nicht gestillte Blutgier der Bersailler Ordnungsfanatiker hat wieder drei Opfer gefordert. Am 17. September wurden Deschamps, Denivelle undLolive auf der Ebene von Satory fusilirt. Unter dem Rufe: ES lebe die sozial-demokratischc Republik! Nieder mit den Mem- men! Rache! brachen die Männer der Kommune zusammen.— Baku nisten und Schweitzerianer sehen einander so ähnlich wie ein Ei dem andern. In dem von Guillaume und Schwitzguebel(unter Oberleitung Bakunins) redigirtcn„Bulletin de la tederation juraseienne" werden die Mitarbeiter deS „Volksstaat"(anläßlich der jüngst von diesem gegen Bakunin veröffentlichten Artikel) nicht anders als„les«Juifs de Volks- staat"(die Volksstaatsjuden) genannt. Und diese Sorte, die in offenster Weise den Racenhaß schürt, nennt sich„inter- national." Die Herren Hasselmann und Fritzsche haben über Johann Jacoby den Bann verhängt; der Erstere meint, Jacoby habe sich noch keineswegs als entschiedener Sozia- list gezeigt,(Es fragt sich aber: Was nennt Herr Hassel- mann„entschieden"? Versammlungen stören?„Judenjunge" schimpfen und dergl.?) verwerfe noch immer den Klassenkampf (Auch dieses Wort läßt sehr verschiedene Auffassungen zu; die Einen verstehen den geistigen, die Andern den Barrikaden- kämpf, die Dritten Beides zugleich. Johann Jacobp gehört zu der letzteren Classe,— in seiner Berliner Rede vom Februar 1870 hat er auf die diesjallsigc Provokation deS Herrn von Schweitzer ganz„entschieden" erklärt:„Wenn sich's nicht gut- weilig durchführen läßt, werden wir kämpfen"!), hoffe etwas für die Arbeiter von der Humanität der Fabrikanten und den Partnerschips(„Etwas"— d. h. nicht viel!) und habe noch nicht sich offen für die Pariser Kommunebewe- gung ausgesprochen(Als ob der schwächliche, bejahrte Mann verpflichtet wäre, tagtäglich eine Rede zu halten! Jacoby hat sich durch seinen Brief an den„Volksstaat" im März d. I. als formelles Mitglied unserer Partei erklärt und damit eo ipso auch„für die Pariser Kommunbewegung", welche von ihrem Anbeginn bis zu ihrem Ende— mag auch Herr Hasiel- mann den kindischen und obendrein unberechtigten Ehrgeiz haben, „als Erster in Deutschland sie begrüßt zu haben"— von unserer Partei moralisch unterstützt worden ist. Beweis: „Volksstaat" vom 18. März 1870 bis auf dem heutigen Tag.) „Das Anerkennen der im Eisenacher Programm durchweg abgeschwächten Sätze des Sozialismus genüge nicht, um ein entschiedener Sozialist im Las falle'schen Geist zu sein." (Was Lassalle aber über die Eisenacher Forderungen Hinaus- gehendes eigentlich aufgestellt habe, daS sagt uns Herr Hassel- mann nicht— weil es eben unmöglich ist, zu sagen. That- sächlich halte Lassalle sogar die Grund- und Bodenfrage im Allgemeinen deutschen Arbciter-Verein und in seinen Broschüren noch gar nicht diskutirt— wenngleich nicht zu bestreiten, daß er cS, wenn er gelebt, gethan hätte— und doch hat unsere Partei bereits auf ihrem ersten iStultgarter) Congreß in dieser Frage, zu der sich der Allgemeine deutsche Arbeiter-Perein bis dahin gleichfalls nur theoretisch verhalten hatte, ohne offiziell Position zu ergreifen, eine durchaus sozialistische Stellung an- genommen. Die Beschlüsse unserer Congresse sind eben die Fortcntwickelung des Eisenach er Programms.) Herr Friysche„erkennt dankend an(Jacoby hat dies nie beansprucht!), dag Jacoby sich der Sozialdemokratie hingeneigt (!!) hat", und„bedauert, ihn noch nicht persönlich zu den Seinigen zählen zu können, weil er sich noch nicht persönlich zu den äußersten Konsequenzen der Sozialdemokratie bekannt hat." Unter den„äußersten Konsequenzen' oersteht Herr Fritzsche wahrscheinlich den Eintritt in den Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein. Der„Neue" citirt in seiner Nr. vom 20. Septbr. fast wörtlich die Worte des„Bolksstaat" Nr. 74, daß sich auf dem Mainzer Congreß„im Allgemeinen der Wunsch kund- gegeben, daß Angriffe gegen den„Neuen Sozialdemokrat", soweit sie nicht unumgänglich nöthig sind, eingestellt werden",— und sagt gleich daraus: „Diese Beschlüsse sind gefaßt, aber die Organe der Eisenacher Partei, der„Vo lkstaa t der„Voltssreund", vers chweigen dieselben u. s. w.". Und diesen Scherz betitelt der„Neue": „Ein ernstes Wort an die Arbeiter der Eisenacher Partei!" — Und weiter haben die Leute den Muth, zu sagen: Wehe dem Beamten der Partei, und wäre es der Verein Z- Präsident(Imemento: Schweitzer!)„welcher in unserem Mg. deutsch. Arbeiler-Berein die Beschlüsse der Generalversammlung mijzachlcn wollte; die demokratische Organisation Lassalle's würde ihm bald(! nach b Jahren!) den Weg weisen." Ferner sagt der„Neue": „Zugleich zeigt sich das planmäßige Bestreben, Mitgliedschaften vom Allg. deutsch. Ärb.-Berein loszureisten. In Bernau, Forst, Mann- heim, Heidelberg, Heppenheim, Bensheim, Lorsch u. s. w. sind durch reisende Redner solche Zersplitterungsversuche unter Anwendua; jeder Art von Berläumdungen gemacht. Ja. direkt vom Mainzer Kongreß au«, wo jene Bersöhnungsbeschlüsse gefaßt wurden, reisten einige Redner nach Frankfurt, Bockenheim u. s. w., wo der Allg. deutsch. Arb.- Lerem festen Boden hat, und hielten daselbst Versammlungen ab, die alles Andere, nur keine Versöhnung, hervorbrachten." Gegenüber dieseui Scheinmarlyrium' ist nur zu erwähnen, daß unsere Partei in all den gedachten Orten längst Mit- glieder hat und darum mit Fug und Recht daselbst agitiren darf. Der„Neue" dagegen schickt seine Leute sogar nach Orten, wo nur Mitgliedschaften unserer Partei bestehen. Das ist der Unterschied zwischen unS beiden. Prozessen.. 1) Der Redakteur der„Demokratischen Ztg.", Lübeck ist anläßlich des Artikels über den Leipziger Hochver- rathsprozeß auch in zweiter Instanz zu 100 Thalern verurcheilt worden— nachdem der fungirende Staatsanwalt Hencke ver- sichert hatte, daß Herr von Mücke„mit seltener Unpar tei- lichkeit die Leipziger Berhandlungen geführt." Der Mann hat Recht:„Solche Unparteilichkeit", wiesie Herr von Mücke gezeigt, ist der Welt unter einer anderen Bezeichnung bekannt, und nur selten— d. h. bloß seitens der Mücke's selber— nennt man sie„Unparteilichkeit."— 2) Der verantwortliche Redakteur des„Volksstaat", Muth ist auch in zweiter Instanz zu 20 Thaler Strafe und 20 Thlr. Buße verun heilt worden wegen einer in der Nr. 13 der während des Hochverraths- Prozesses herausgegebenen„Volrsstaat"-Extrablätter bezüglich der Hans Blum'schen Zeitungsberichterstattungsweise enthaltenen Bemerkung. Strafbar wurde indeß vom Gericht nur die Form der Bemerkung gefunden. Daß Herr Blum durch das Ei- kenntmß für einen wahrheitsgetreuen Berichterstatter erklärt worden sei— wird wohl er selber nur sich einreden können. — 3) Der Mitarbeiter am„Bolksstaat", Hepner, ist auf seinen Rekurs abschlägig beschieden und verbüßt nunmehr wegen Theilnahme am Haager Kongreß die vom Polizeidirektor Rüder ihm zuerkannten vier Wochen Polizeihast. Bom Haager Cougrctz der Internationale. I. Man gewöhnt sich mit der Zeit an Alles— und so hat auch die Internationale bereits eine dicke Haut gegenüber der stürmischen Fluth von Berläumdungen, die ununterbrochen gegen stc andringt. Die Internationale ist wie ein Universalspiegel, in dem der antisozialistische Thcil der Welt seine ganze bodenlose Ge- weinheit und Dummheit reslektiren läßt. Wurde in Paris vor �/» Jahren unversehns von einem Mädchem eine Flasche Petroleum vergossen— so hatte der Generalrath in London damit Paris in Äsche legen wollen; stellte sich nachträglich heraus, daß die Internationale im Pariser Centralkomitee nur durch einige Mann vertreten und an den Bränden völlig un- betheiligt war— so war sie wieder eine Gesellschaft von „Gimpeln"(vergl.„Herr Bernstein, der„Maggid" in Nr. 71 d. Bl.) weil sie keine„Mordbrenner" unter sich zählte. Schaarte sich irgendwo das Boll zu einer Demonstration zusammen, so wird gleich von Zusammenrottungen d.s Pöbels wlegraphirt; wurden aber die Internationalen Delegirten im Haag von einer neugierigen Schaar von Gassenjungen, Lehr- lwgen und Dienstmädchen angegafft, so„droht die B e v ö l k e r u n g den Congreß zu verjagen." So schreibt wenigstens Bieder- mann in der„Deutschen Allgem. Ztg.", der sich bekanntlich von Thiers nur dadurch unterscheidet, daß er nur ein Mal in seinem Leben die Unwahrheit gesagt hat(er erzählt es wenigstens m seiner zu Anfang der 60er Jahre erschienenen Selbstbiographie) während Thiers„niemals sein Vaterland belogen hat und niemals es belügen wird"(ipsissimu verba). Ein Berichterstatter Berliner Blätter, der sich„Soüaldemokrat" nennt, log sogar in die Welt hinein, Marx wäre auf der Straße mit Koth beworfen worden. Die Thatsache ist einfach die: �5? frommen Haag, das von sehr reichen, aristokratischen Phrnstern stark bewohnt wird, ist die sogen, untere Volkstlasse von den� Schwarzröcken— denen man dort alle Augenblicke rudelweise begegnet— furchtbar gegen die Internationale auf- gehetzt worden, und wem die Kirchenpredigten die Gefahr, die bem gottseligen Haag durch den Internationalen Congreß drohte, voch nicht klar machten, der fand weitere Ausklärung im„Dag- bladet"(„Tageblatt"), einem hundsgemeinen Wisch, das die Ein- 'vohnerschaft davor warnte, ihre Frauen und Töchter während des Congresses auf der Straße allein gehen zu lassen, und zur Schließung der Silberläden aufforderte. Und so kam es denn, daß die Gaffer, als sie merkten, daß die Internationalen weder Ohrringsausreißer, noch Mädchen- schänder seien, aus Verdruß über die Täuschung, deren Opfer sie geworden waren, dann und wann vor dem Congreßlokal ein wenig zu johlen und zu pfeifen anfingen, ohne daß jedoch eine Absicht des Zusammenstoßes mit den Delegirten mit dieser (bloßen Gassen jungen)-Demonstration verbunden war. Gewalt- thätig ist die dortige Bevölkerung nicht— blos gänsedumm*), im höchsten Grade eingebildet und verpfafft. Auch muß hier constatirt werden, daß sich die Haager Polizei dem Congreß gegenüber musterhaft anständig benommen hat; sie hat die Congreßmitglieder weder ausspioniren noch vorcitiren, noch inquiriren, noch sonst wie maltraitiren lassen, aus eigenem An- triebe und geräuschlos-geschickt durch Aufstellung von 2 Sicher- heits-Beamten vor dem Congreßlokal für Aufrechterhaltung der Ruhe seitens der Gassengaffer gesorgt, sowie dafür, daß der immense Andrang des Publikums zu den öffentlichen Sitzungen zu keinen Störungen Anlaß gebe. Beiläufig sei auch erwähnt, daß die(übrigens unerheblichen) Unterbrechungen, die in den (3) öffentlichen Sitzungen vorgekommen sind, von flegelhaften B o urgeois ausgingen. Von einer„Sprengung" des Congresses— wie die Asinüsse der„Deutschen Allg. Ztg." einmal durch die„Be- völkerung", das andere Mal durch die bakunistische Opposition fabeln und faseln, ist natürlich keine Joee. Der Congreß mußt e Sonntag früh um l Uhr geschlossen werden, 1) weil der Saal nur bis zu diesem Tage vermiethet war, und 2) weil die Delegirten weder Zeit noch Geld hatten, sich noch länger im Haag aufzuhalten; 3) war die Tagesordnung er- ledigt, und es stand somit der Schließung des Congresses gar kein Hinderniß entgegen. Noch nie hatte übrigens ein Kongreß de. Internationale so lange gedauert w e der diesmalige; wenn derselbe nun, nachdem er eine volle Woche ge- tagt, in optima form» geschlossen wurde, so war das nicht mehr als recht. Der Grund, warum die Herren Corresponden- ten auf den Congreß soviel schimpfen und namentlich die Lüge der„Sprengung" colportiren, ist lediglich darin zu suchen, daß der Congreß, der nur drei(kurze) öffentliche Sitzungen abge- halten, den Psennigzeilern zu wenig zu verdienen ge- geben hat; der Congreß sollte wenigstens noch eine Woche lagen, damit die Herren Preßsudler ihre Reisespesen heraus- schlagen konnten. Hinc irae.(Daher die Wuth!) Internationale Gewerkschaft der Manufaktnr-, Fabrik- und Haudarbeiter. Crimmitschau, 23. Septbr. Gewerksgenossen! In Folge einer von dem Stadtpolizeiamt Meeräne unterm 12. Septbr. betanntgegebenen Berordnung derKöngl. sächs. KreiSdirek- tion zu Zwickau, darf der von un» auf dem 23., 29 und 30 df«. Mi», nach Meerane einberufene Congrest unserer Gewerschast daselbst nicht stattfinden!-- Die betreffend- Verordnung beruft sich theits auf die frühere Verordnung der Kreisdi- rektion Zwickau vom 23. Novbr. v. I., wonach die sogenannten Mitgliedschaften der Internationalen Gewerksgenossenschaft für Manufaktur-, Fabrik- unv Haudarbeiter ats verboten aufge- l ü st seien, theil« auf den g 24 de» sächs. Vereinsgesetzes, wonach Berein«, welche sich mit öffentlichen Angelegenheiten befassen, keine Zweigvereine bilden noch sich mit andern Vereinen in Verbindung setzen dürfen zc. Die Vertrauensleute des Lokalcomitee« zu Meerane haben bereits beim Ministerium des Innern Beschwerde eingereicht und werden wir nach deren Erledigung Näheres bekanntgeben. Für den Augenblick sind wir gezwungen uns der Gewali zufügen, die nicht nur eine ganz beliebige Auslegung unsrer Organisation ein- wendet, sondern uns auch an der beabsichtigten Statntenrevision hindern zu wollen scheint, durch welche wir genau festzustellen gedachte», daß wir kein Berdaud von Mitgliedschafte» waren, noch sein wollten. Gleichzeitig haben wir zu berichten, daß wir bereits anderweitige Schritte eingeleitet haben, um unfern Congreß außerhalb Sachsens abhalten zu können, jedoch wird, derselbe vor Ablauf des Monats October nicht möglich werden, da es neuer lokaler Vorbereitungen bedarf. Sobald diese getroffen sind, erfolgt Weiteres durchs Organ.— Anmeldung von Delegirten oder Sendung von Mandaten sind inzwischen an den Unterzeichnelen abzurichten. Bis dahin veröffentlichen wir folgenden Antrag zu der bereits bekannten Tagesordnung: D er Congreß wol le bera the n, welche S tel lu n g unfere Gewerksgenossen zu den Schiedsgerichten einzu- nehmen haben"(Referenti Seifert aus Hohenstein.) Gewerkigenosse»! Man hat unsren Mannschaften vor vielen anderen den Vorzug ganz besonderer Aufmerksamkeit angedeihen lassen, man hat unserer Gewerkschaft damit das Zengniß ausgestellt, daß sie das Zeug zu einer beachtenswerthen Kampfgruppe in sich birgt, dieß allein schon mag genügen, Alle unermüdlich und guten Muthes zu erhalten!— Also, auf zum Congreß, sobald der neue Sammelort b e- kannt wird; dort werden wir neue Wege finden, unsere Arbeit sieg- reich zu vollenden. Uebt Eure Pflichten, zum Schutz Eurer Rechte! Gruß und Hand in Kampfgemeinschaft. F. d. Vorortsverwaltung I. Motteler, z. Z. I. Vors. Internationale Gewerkschaft der Schnhmacher. Dresden, 14. September. In der am 13. September abzehal- tenen Sitzung des Verwaltungsraths wurde der von den Berliner Kollegen in Aussicht gestellte Kongreß in Erwägung gezogen und sprachen sich sämmtliche Mitglieder dahin au«, daß em einmüthlgeS Zusammengehen erwünscht sei. Um aber den Vorwurf eines einseiti- gen Vorgehens von sich sern zu halten, werden hierdurch alle Mit- gliedschasten der Gewerkschaft vom Verwaltnngsrath aufgefordert, die hier folgenden Fragen zu beantworten. I. Stimmen bie Milgliedschaften dafür, daß der Kongreß ge- meinschaftlich abgehalten werde? II. Welche Stadt wird dazu am bestgelegen betrachtet? Stim- man die Mitglieder für die von Nürnberg vorgeschlagenen Städte Weimar und Gotha? Vorausgesetzt daß die Berliner Freunde spezielle Vorlage im„Bolksstaat" veröffentlichen. Die Bevollmächtigten aller Orte wollen zu diesem Zwecke Ver- sammlungen einberufen, die Angelegenheit einer gründlichen Besprechung unterziehen, darüber abstimmen und die hierüber gefaßten Beschlüsse an uns gelangen lassen. Der Verwaltnngsrath. Im Auftrage H. Zilger, Reitbahnstr. 5. Alle darauf bezüglichen Briefe sind bald möglichst unter obiger Adresse einzusenden. Die Abrechnung der Hauptkasse erfolgt am Schlüsse dieses Quartals. HL. Aus die in No. 73 d. Bl. gegen mich gerichtete„Auf- klärnng"(?) zur Antwort, daß ich gern die Beurtheilung allen un» parteiischen Lesern überlasse. Hoffentlich wollen mir die Herren Ber- liner nicht verbieten zu thun, waS meine Pflicht ist. Vorsicht ist die Mutter der Weisheit. DieS den alten„Praktikern" zur Antwort. D. O. «) Schreiber Diese» wurde allen Ernstes von einem Dienstmann gefragt, ob der König auch zum Congreß kommt. A« die Schuhmacher Deutschlands, Deutsch-Oester- reichs und der Schweiz. Berlin, 16. September. Kollegen! In Folge des Aufruf» zum Schuhmatber-Kongreß, welcher diesen Herbst in Berlin statlfin- den soll, kann ich die freudige Mittheilung machen, daß im Allqe- meinen die Zusage zur Beschickung des Schuhmacher-K onqresse» ziemlich rege ist, und daß ich mit vielen Kollegen aus verschiedenen Städten in schriftlicher Verbindung stehe, und baß selbst von den Kollegen aus Pest(Ungarn) die Zusage zur Besch ckimg des Kon- gre sses erfolgt ist. Aber dessenungeachtet muß die Vetheilianng noch reger werden. Von den Orten, wo»och keine Meldungen emge- laufen sind, muß dieses sofort bei dem Unterzeichneten geschehen. In nächster Zeit sollen direkte Aufrufe(Flugschriften) versandt werden, und eS ist jedes Schuhmachers heiligste Pflicht, für die weiteste Verbreitung Sorge zu tragen; es ist auch nöthig, daß Adressen aus den verjchieoenen Städten von Kollegen, welch« fich der Sache annehmen wollen, eingeschickt werden. Die Stellung der Schuhmacher muß besser werden, denn alle Bedürfnisse sieigcn und nur die Löhne der Schuhmacher bleiben im Allgemeinen zurück.— Di« Loh nfrage ist mit in den Fordergrund zu ziehen. Wachet auf aus Euren Schlummer, betheiligt Euch an der guten Sache, rufet Versammlungen ein, besprecht Eure Lage,— Einigkeit macht stark und führt zum Sieg!— Mit Bruder-Gruß im Auftrage des Komitee» F. A u r i n, Vorsitzender. Königsgraben 15. An vorstehend Genannten sind auch alle Briefe zu richten. XL. Die arbeiterfreundliche Presse wird um Aus- ahme vor- stehender Zeilen gebeten. Rvchlil;. Kollegen! Auf den Aufruf im„Volksstaat" u. f. w., daß in nächster Zeit ein deutscher Schuhmacher-Eongreß, viel- leicht in Weimar, tagen soll, fühle ich mich verpflichtet, alle Lohn- arbeiler und Kleinmeisier des Schuhmacherg ewerkes im 14. sächsischen Wahlkreise aufzufordern, Versammlungen abzuhalten, sich zu ver- einigen und Berathnng über einen Delegirten zu dusem deutschen Schuhmacherlag vorzune hmen. Wenn dies alle Ortschaften und Städte unsers Kreises gethan haben werden, wiid für unseren Kreis«ine Hauptversammlung auf der neuen Schenke beim Bahnhofe Warsdorf abgehalten, um einen Delegirten zu bestimmen. Als Delegirten schlage ich Herrn Gotihelf Stahl, Schuhmachermstr. aus Geithain vor. Kollegen Allerorts! Erfülle jeder seine Pflicht; die Part igenossi» bitte ich ganz besonders, die Schuhmacher darauf aufmerksam zu machen,' daß wir auf rege Beiheiligung rechnen. Wilh. Leh inann, Schuhmachermßr. Mühlgrab.n 293. München, 18. September. Zum deutschen Schuhmacher- Eougreß in Berlin. Auch die Münchner Schuhmacher können diese Angelegenheit nicht unberührt lassen uni haben wir dieselbe in unserer Versammlung als Gegenstand einer Besprechung aufge ellt. Die Ver- sammlung erklärte sich einstimmig mit diesem Congreß nicht einver- standen, da das Borgehen der Berliner Collegen als zu einseitig er- scheint. Ueberdies haben wir schon den Erfurter allgemeinen Gewerk- schasts-Congreß beschickt, an dem sich Berlin zu unfern Bedauern nicht betheiiigt hat. Wir haben unsere Kräfte bei diesem Eongreß ziemlich in Anspruch genommen und werden solche nicht schon wuder anstrengen zu einem parteiischen Zweck, wie es uns hier erscheinr. Im AiisNag: Alois Düßinann, Schriftführer. Leipzig. In der Generalversaminlnna des Buchbindei Vereins voin 14. September wurde beschlossen: Die Gründung einer Reiseunter- stützungs-Kasse so lange zu vertagen, bis eine allgemeine Organisation hergestellt ist. Zugleich werden alle Collegen ausgefordert, gemeinschaft- lich dahin ru wirken, das möglichst bald eine Organisation zu Stande kommt. Dieses denjenigen Vereinen zur Kenniniß, welche wegen Gründung einer solchen Kasse bei uns angefragt. Leipz. Buchbinderverein. Dresden. Vom 25.— 27. September soll hier ein ollgemeiner deutscher Handwerkertag abgehalten werden. Auf d:r TageS- ordnnng befindet sich und A.: Einführung der Arbeitsbücher mit Visum der Polizei und Aufführungszenaniß der Arbeitge'er: Aufhebung des Z IlO der Gewerbeordnung(Kündigung betr); Anfertigimg von Probestücken bei Beendigung der Lehrzeit; Wegsall der öeit'ragSpflicht der Meister und Prinzipale zu den Gesellen-Krankrn-, Hilss- und Sterbekassen; Vereinigung der Meister verwandter Gewerbe gegenüber den Gesellenverbindungen.—(Es ist in der That spaßhaft, diese verbissinen Zinftter immer und immer wieder mit ihre,» Zopfe paradir n zu sehen. Wir rathen den„ehrsamen" Meister» allen E.niles. über die Ursachen des Verfalls des Kleingewerbes sich bei ihren Lehrbuben Be- lehrung zu erholen. Angesichts der unaufhörlichen Kämpfe der Arbeiter mit dem erploitirendrn Kapital, angesichts der fernern Thatsache, daß das Kleingewerbe unter dem Drucke dieses silbigen Kapitals seufzt, ist das ewige Geschrei derKleinmeister nach polizeilicher Beschränkung der individuellen Freiheit der Arbeiter wahihaft ekelerregend). Dresden, 17. septbr. Wir lesen im ,,Volksbot>m:"„Ein Steuermahner im Gefängniß. Vergangenen Freiiag Mittag stellte sich im hiesigen kgl. Arresthause ein Sleuerbote des löblichen Rathes zu Dresden ein und verlangte dringlich den inhastirlen Re- dakleur des„Volksboten", Olto-Walster, zu sprechen. Ala Walster, ganz erstaunt, was der Rath im Gefängniß von ihm noch wünschen könnte, in die Arresthauswache kam, präsenlirte ihm das einnehmend« Wesen eine Zahlungsanflagc wegen Bezahlung von 1 Thlr. 15 Ngr. Personal-. 9 Ngr. Schutzverwandlenstener, sowie 7 Ngr. durch diese Zahlungsauflage erwachsene Kosten für ersten Termin 1372. Diese wohlgemeinte Aamnthnng beantwortete Walster am andern Tage unter Rücksendung der Zahluiigsauflage wie folgt: ,,Aii des löblichen Raths zu Dresden 2. Abtheilung. Die Energie des löblichen Rathes zu Dresden im Steuereinnehmen ist zwar genug- sam bekannt, daß sie aber selbst durch die Thüren des Gesängnissei reicht, mußte ich gestern durch die beil iegmde Zahluiigsauflage in Er- fahrung bringen. Seit Ende Mai befinde ich mich im Gewahrsam des kgl. Bezirksgerichts, und ich frage, wovon soll ich jetzt Steuer» aezahlen und wofür? Meine einzige» Bezüge(einige Unterstützungen abgerechnet, die ich von meinen Freunden erhalten) sind etwas in Wasser gekochtes Gemüse und soviel trockenes Brot, daß ich drei Viertel daöon verkaufen könnte, wenn zu Handelsoperat onen Gelegenheit ge- boten wäre. Personalsteuer bin ich um so weniger verpflichtet zu be- zahlen, da ich jetzt keine Person, sondern Sträser. mitten unter Dieben, Einbrechern, Meineidigen, Urkundenfälschern, Kümmelblättchenspielern k. bin, auch bedarf ich hinter Doppelthüren und Doppclgiltcrn alt Schutzverwandter zur Zeit der Stadt Dresden nicht. Ich hoste, der löbliche Rath wird unter solchen Umständen von einer Steuerentnahme bei mir absehen und zeichne hochachtungsvoll August Otto-Walste-'." Berlin. 22. September. In einer odrgestern NachniiltagS stattgehabten Audienz der Kommission der sirikenden Maschinenbauer (Altiengesellschast für Fabrilation von Eisenbahnbedarf) bei dein Oirel- lor Walz, erklärte derselbe, daß der Berwattungsrath nichts bewilligen und in keine Unterhandlungen»lehr mit der Kommission tieten werde. Der Verwaltnngsrath füge sich vollständig den Beschlüssen des„Fabri- kantenbundes".— Besser als durch dieses schroffe Abweisen der Arbei- ter kann die„Harinonie"°Lehre nicht kommentirl weiden. Berlin, 22. Septembr. Am 16. d. M. ist hier ein Kongreß der Tisch lermeisterDeutschlands eröffnet worden. ZurBe.athung gelangten folgende Punkte: „1) Der Hauptzweck des Congresses soll sein ein inniger, fester Verband sämmtlicher Arbeitgeber über ganz Deutschland mir einein Central- und den nöthigen Prooinzial- uud OrlScomilees und, wenn möglich, einem Organ zur Besprechung der gemeinsamen Interessen. 2l Eine fest zu bestimmende Arbeitszeit über ganz Deutschland, und zwar Winter und Sommer gleichmäßig von 7 Uhr Morgens bis 12 Uhr Mittags und von V,2 Nachmittags bis 6 Uhr Abends, jedoch mit Abschaffung von Frühstück und Vesper in den Weikstätten. 3) Ab- Schaffung des Einholens von Bcdürsn issen jeder Art für den Arbeit- nehmer durch den Lehrling oder Hausknecht 4) Einführung des Selbst- Haltens des Werkzeuges seitens der Gesellen, mit Einschluß des Sand- papieiS, soweit dasselbe zu jeder Bank erforderlich ist. 5) Abschaffung jeder Lohnarbeit, soweit es irgend zu ermöglichen ist. 6) Die Zahlung des WochenlohnS für die auf Wcchenlohn arbeitenden Gesellen erfolgt Sonnabends nach 6 Uhr Abend s, für die auf Accord arbeitenden Ge- (Um fcfftl nsch Fertigstellung der Arbeit; bei größeren Sccorden vier- ebmägigr Absch logijahl, ingen. 7) Ueber Streitfragen zwischen Arbeit- Seber und Arbci tnebrrn fallen Schiedsgerichte mit Executivgcwalt ent- heiden� 8) Ab fchaffung der Verpflichtung für die Arbeitgeber, die Krankengelder bei den Gewerkikassen für den Arbeitnehmer zu vcraus- lagen. S) Strenge Tantrole darüber, daß kein Ardeilgeber einen Ar- beituchmcr abne ordnungsmäßigen Brbeitsschein einstellt, auf welchem zu vermerken(st. wenn der Geselle etwa den Accord böswillig verlassen hat. llH Ueberreichung einer Denkschrift an den Reichstag, in welcher nachgewiesen wird, wie sehr der Geschäftsgang es dem Arbeitgeber er- schweit, zu seinem Rechte zu gelangen." Punkt? ist nach dem„Dresd. i Journal' nach langer Diskussion in folgender Fassung angenommen: „Jeder Arbcnnehiner ist bei Strafe verpstichtet, ein Arbeitsbuch zu führen, worin von dem jedesmaligen Arbei geber de» Ortes, wo er ge- arbeitet bat, der Ein- und Austritt vermerkt sein muß. Eine gleiche Strafe trifft den Arbeitgeber, wenn er einen Arbeiter ohne Arbeits- »achwns in Aibeit nimmt."— Was sagen die Arbeiter da,u? Nürnberg, lk. September. An dent,, Gewerkverein" und seinen Nürnbnger Korrespondenten. In dem Bericht vom 15. d. M., betitelt:„Agita ionsrersammlungin Nürnberg," sagt der VerbandSselre- tair der hiesigen Hirsch'schen, Memminger habe, um über den Harmo- niedoktor die ganze Schale seines sozial-demokratischen ZorneS auSzu- gießen, ein ausgeschlosienei Mitglied des GewerkoereinS gegen Herrn Hirsch in's Trifsen gcsübrt. Aus diese infame, niederträchtige Ver- laumdung nur da», daß wir genannten Herrn nicht weiter kennen als von jener Versammlung her, auch nie mit ihm im Verkehr aestanden baden, nnd daß es uns ganz gleichgültig ist, aus we'che Weise die Hirsch-Duncker'jchni'Bauernfänger dumme Albeiterjübertöipeln, weil die- selben durch derartig« Vorkommnisse am leichtesten vom Harmonie- tchwindel lurirt werben. In vorhergehender Nummer deS genannte» Blattes heißt es:„Die Münchner Sozialisten hätten den„gesurchieien" Gegner mundtodt gemacht, damit die Arbeiter keine seiner„gediegenen" Vorträge zu hören bekämen." Wenn Hirsch ein so gefürchreter Gegner für die Sozialdemokraten ist, warum trat er dann in Nürnberg nicht in ösjentlicher Vollsver ammlung auf, wo Herr Rüssel nicht den Ver- such hätte machen können, die Wahl des Bureaus zu unterlassen. Im Nürnberger Bericht heißt es serner:„Bureau! ertönte ei fort- während ans den„wohldresürten Kehlen' der Sozialdemokraten." So viel uns bekannt, wurden bis jrßt blos Rekruten, Hunde und Volks- bildungsvereinsniitglieder dreisirt, sozial-demokratische Kehlen nicht. Wir halten übügens bei dem jesuitischen Borgeben der Hcrien gar keine Zeit, unsere' Leute aus irgend etwas vorzubereiten, wahrend ichon srt Wochen von Seiten der Hirsch-Tumker'schen faule Eier in einigen Artiieln über die soziale Frage in den„Fürther Neuesten Nachrichten" gelegt worden waren.— Zum Schluß noch die Bemerkung, daß am vergangenen Sonntag beim Leichenbegängnisse Feuerbachs, al» Alles in gehobener, tiefernster Stimmung war, Herr Marx, der hiesige VerbandSsekretair es war, der in Eompagnic mit einem Gleichgesinnten am neuen Thor den Trauerzug zu bespötieln wagte. Einem dummen, naseweisen Zungen gicbl man für ein solches Betragen Ohrfeigen; da aber Herr Marx tei» dumme:, naseweiser Junge, sondern Hirsch-Duncher'scher OriS- sekretair und Agitator ist, so muß man ihn in der Puste kennzerchnen. Und da« geriet sich als Gründer de» Bei eins zur Ausbreitu' g von Volksbildung?(lieber die Gründung dieses Vereins nächstens Etwa«). Wiesbaden. Am 11. September d. I. fand dahier eine von ca, 400 Personen besuchte Volksversammlung im Saalbau Rero bal statt, in welcher Schmidt zum Vorstpenden, Cramer zum Siell- Vertreter und der Unterzeichnete zum Schristsührer gewählt wurden. Letzterer hatte auch die Versammlung eröstnet. Ucber den eisen Punkt»er Tagesordnung:„Die soziale Frage" übernahm baS Rcserat Herr Vahlteich aus Dresden. Dciselbe löste das Räthsel über die soziale Frage so gründlich aus wissenschaftlichem Gebiete, daß keiner der Anwesenden ihn widerlegen konnte; denn es hatten sich auch Gigner eingesunden. Der Referent holte die Frage aus alter Zeit nach, aus der Zeit deS römischen Reiche», der Zeit des Mittelalters bis auf die neueste Zeit, namentlich beleuchtete er die Privileg' n Ii Zünfte. Nach Herrn Vahlteich trat Herr Albert aus Glauch u ols zweiter Referent auf und beleuchtete unser dermaligeS Wahlgesetz und rügte den Fehler desselben, daß den Vertretern keine Diäten gewährt wür- den. Ei sprach auch über die von Fürst Bismarck einberufene Kon- ser' Tchnridt, dessen Profit gegen den Kleinmeister allein an Arbeits- lohn gründlich nachgewieten und bezieh: dersilbe allem an Arbeitslohn der 15 Eigarrenmacher, welche er dort beschäsilgt, einen reinen Nutzen von 2340 Thaler, denn der Kleinmeister müsse für 15 Eigarrenmacher ährlich 3>2t> Thaler Arbeitslohn b>zahlen, während Baum nur 785 Thaler bezahle. Hieraus kann man die Konkurrenz ersehe», welche die Zucht- und ArMtshaus-Arbeit den freien Arbeitern macht. Die Versammlung war von dem Polizei-Sekreiair und einem Polizeisergan len überwacht, aber vor der Saalihüre hatten sich noch ein halbes Dutzend Polizeimänner in Position auigestelll um gleich Hand ans Werk lege» zu können, wenn es Roth ldue. Die beiden hiesigen Blätter, der„Rheinische Kurier" und die„Mittelrhdnische Zrrlung" h den die Versammlung ganz todtgeschwicgen. Es geht hier das Gerücht und ist auch den Redakteuren von hier angeschenen Männer» ins Gesicht geschleudert worden, sie seien von Ba»m mit 20 Thlr. bestochen worden. Ueder den Haager Kongreß haben sie lang Berichte ausgenommen und die Delcgirten geradezu verläumdet, aber Lokalberichte über Wiesbaden schweigen sie tobt. Phil. Engelhardt, Schristsührer. Pforzheim, 20. September. Es ist wirklich köstl'ch, die Jermiad« in Nr. 220 des hiestgen„Beobachters" zu lesen, und dabei die Wahr- vehmung zu mawen. daß diejenige Partei, die im Besitz des Kapitals, im Besitz der Intelligenz, überhaupt rm Besitz alles W-sserrs sein will, in solch kläglicher W.ise den Stab über sich selbst brich,. Wir können deshalb nicht umhin, unseren Parieigenossen diese Jermiade mitzutheilen. Sie lautet wie folgt: „Unsere sozialen Berhältnisse gestalten fich immer trauriger. Die hiesige Judustre zählt in runder Summe 500 sclbstständige Unier- nedmer, die doch im Allgemernm kein« Sozialisten sind. Sie zählt aber ciußerdem mindestens die doppelte Summe hervorragender Ar- btiter, zum Theil Künstler m ihrem Fach, die eben so wenig Neigung habeir, sich in die sozial-demotratitch» Durchschnitts- und Äleichhens- Grund' uppe mit einrühren zulasse». Wir baden außerdem den Fabri- konteuoerern, der sich die Ausgabe gesetzt hat, de» Uebergrifsen der Demagogen zu wehren; die Freimaurerloge, die in ibrcr Weise für humane Zwecke»im, unter welchen dach kaum die Zwecke der Agita- tore» zu verstehen find; den Arbeiterbildung-veuin, der bereits seit Jahren an den Arbeitern„heranbildet"; wir haben Kirchen, Schulen, Polizei- und Berwallungs- Behörten; eine wohlsituirte, gui unrei stützte Press«,— lauter Organe, von deren Zusammenwirken man den besten Erfolg'ni Kompie gegen die Unisturzpredigtr sollte erwarten düricn. Und dennoch ist es eine Tharsche, daß die er M sie von organrsirtcr Intelligenz gegenüber ein Häuflein zum großen Theile mittelmäßiger Arbeiter, Mangel- hast untenichieler, zum Theite gänzlich unwissender Leute unter der MiNgc der Ardeiter von Tag zu Tag größeren Einfluß gewinnt, ja bereue den einzigen wirklichen Einfluß b sitzt. Das zeigt sich»amenttich darin, daß es jüngst den SoziOdemo- traten gelungen rst, den bisherigen Vorstand des Arbeiterbildungsver- »in«, drc ihr Gegner war, zu verdrängen, und durch einen andern zu ersetzen, der zwar nicht ihrer Partei ist, aber doch derselben nicht den Wikderstand zu leisten vermag, wie der bisherige eS gethan hat. Bei der großen Rührigkeit der Partei aber, und bei der großen Empfänglichkeit der Urbeiter für ihre Stichwörter, darf man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, daß schon die nächste Wahl positiv zu ihren Gunsten aussallen wird. Sobald sie aber die sichere Mehr- heil im Verein hat, gebietet sie auch über das Vermögen dcsselben, das in Werthen von etwa 25,000 fi. besteht und etwa zur Hälfte amor- tisirl ist. Rechnet man hinzu, daß der Ortsverein der hiesigen Gold- arbmer mit einem Vermögen von 5000 fl. ebenfalls unter sozialde mokrotiscker Leitung steht, so können wir beurtheilen, welcher Einfluß sich allmählig in den Händen der sozialen Umsturzmänner anzuhäufen droht. Und das Alles durch ein Häuflein von der Natur und dem Glück keineswegs begünstigter, in der Erziehung gradezu verwahrloster Leute, gegenüber einer Masie von Intelligenz erhöht durch sorgfältige Erziebung uns Bildung, verstärkt durch Vermögen, Ansehen, Einfluß und Autorität! Wie ist das möglich? Wir geben dem Artikel-Schreiber auf seine Frage, wie da« alles möglich ist, die Antwort: Nur dadurch ist es dem kleinen Häuslein;??) in der Erziehung verwahrloster z?? i Leute wöglich, gegenüber der Masse von Intelligenz den einzig wirklichen Einfluß z» besitzen, weil ans dieser Seite die Wahrheit, die Redlichkeit und die Gleichberechtigung aller Menschen angestrebt wird, während aus jener Seite größtenthcils die Lüge, die Heuchelei und die Ausbeutungssucht maßgebend sind. C. S. Pforzheim. Die Parteigenossen in Schwaben und Baden werden darauf aufmerksam gemacht, daß in nächster Zeit Pfarrer Schuster aus Karlsruhe seine sozialen M ssronspredigten wieder an verschiedenen Orten halten wird.— Diesmal icheinen die geneigten Hebershelfer Weisung erhalten zn baden, Dislufsionen über diese Borträge möglichst zu vereiteln.— Da das Streben dieser christlichen Sozialisten genugsam bekannt ist, so werden die Parteigenossen au' dem Platz fein, und ihre Pflicht erfüllen. R. Landöhut iiB., 17. Sept. Seit 1'/, Jahren bestand hier ein Ar- beiietvercr», in welchem schon längst die lozial-demoiratische Gesinnung vorherrschend war. Dieser löste sich nun am 31. vorigen MonaiS auf, und es bildete sich eine Mitgliedschaft der sozial-demokratischen Arbeiterpartei sEisenocher Programm), welche bereiis 36 Mitgli der zählt; eine Zahl, die in Anbetracht des hier so steinigen Bodens be züglich der Bearbeitung der Arbeiterklasse eine verhältnißmäßig nicht geringe zu nennen ist.— Am 14. Scptbr. fand hier eine zweite Volts Versammlung statt, s(Die erste wurde aufgelöst) welche äußerst zahlreich von Personen aus allen Ständen besucht war. Bei Beginn derselben zeigte der Vorsitzende an, daß gegen die Auslösung der erste» Versammlung der Rekurs ergrissen worden sei undertheilke sodann Herrn Scheil, welcher Reserent der Tagesordnung war, das Work. Derselbe besprach die soziale Frage, die er nach Lassalle mit R-lbk als die Magensrage bezerchnete. Er wandte sich zunächst gegen Schulze-Delitzsch mit seiner bereits bankerotten Lehre von der Selbst Hilfe, geißelte die Actieugesellschasten, welche das Capital der Minder- begüterten aufsaugen, legte dann die Lehre Lassalle's dar und verkün- deie den sozmi-demokratischen Staat als den Hort der Zukunft für die Arbeircr. Im zwerlen Theil der Rede vertheidigte Hr. Scheil die Internationale. Schließlich forderte er ote Arbeit r zur Aneignung poli- tistber Bildung auf. Die Idee des Sozialismus, der im fozialdemo- kratischen Staate Jedem nach seiner Arbeitskraft gleichmäßigen An theil an der Frucht der gemeinsamen Arbeit und ausreichenden Lebensunterhalt gewährt, werde trotz aller Bcrsolgungcn siegen. Der Redner erntete ungeth-ilten Beifall. Es darf wohl mit Bestimmtheit angenommen«erden, daß bei sortgeictzter fleißiger Agitation �dahier die Mitgliederzahl ansehnlich wachsen werde. I. W., Vertrauensmann. Manuhctm, 17. Septbr. Sonntag, den 15. d. M. hatten die hiesigen Mitglieder des Allg. Deutschen Arbeiterverein« einen Süd dernschen Arbeitertag einberufen, und hielten sie bei dieser Gelegenheit eine Masscnversammluirg unter freicrii Himmel ab, zu welcher sie die Len'c mit einem Musifchor und einem Unizuge durch die Stadt herbei znzi heu ruchien. Die badische und eine fchwarz-roth-goldne Fahne wurden vorangclragen. Aus der» Platze angekommen, wurde die Wahl des Bureaus in sehr willlürlicher Weise vorgenommen. Da in Nr. 104 des „Neuer" wir„Eisenacher" als zu ohnmächtig erklärt wurden, ihnen Oppo- siiron zu mache», so haben wir(s uns zur Pflicht gemacht, ihnen in Zu- fünft das Geg'iilherl zu dewtisen. Die Tageeordiruirg lauttic: 1) Die Lage der arbeiurrden Klasse und die Mißstände der heutigen Produk- tionsweise. 2) Die Dotationen der deutschen Hcrrführer. 3) Die Best>ebilNj>en des Allgemeinen Deutsche» Arbeitervereiiis»nd das Ver i Puchen des Körrigs von Preußen. Als Referenten waren aus den Plakairn angeführt: die Herren Oeser und Fleischman» aus Stuttgart, Stürz und W o t f aus Osienbach, Schneider aus Frank surt a. M., Harr mann aus Hamburg. Es waren aber nur die zwei Eistgeiianiiten und Herr Rü hl aus Frankfurt erschienen. Letzlerer reseriile üb>r den ersten Punkt der Tagesordnung irr höchst oberfläch liger Weise ging aber bei der Ausmunterung der Zuhörer, sich in den nllgemerncn Dul.chm Arbei-ervereiu ausnehmen zu lassen, in große Lebbaft gkeit über, die aber nrchtS nützte. Bon unsrer Partei waren Herr Most aus Chemnitz und Herr Leye» decke r aus Mainz anwesend. Ersterer meldete sich scsort zum Wort, es war aber in der altge- wohnten Weile die Rednerliste vom Bnreau aus gefälscht, was aber diesmal nichts nützte, denn es halten sich etliche unserer Parteimit- glierer in unmittelbarer Nähe des Bureaus postirt, die die Fälschung sosori merlren. und somn gelang es Herr» Most, da» Wort zu erhalten. Turch seinen klaren kernigen Vortrag gewann Most sofort die Shin patbie der gaiijen Veriammlurrg und wurde öfter applaudirt. Zum Schluß forderre er die Versaiimliing auf, rrnsrer Partei beizutreten und brachte eist Hoch auf die Sozialdemokratie aus, in welches die ganze Versammlung einslin IN!«. Sodann bekam Herr Fleischmann, Miiglicd d,s AUgtM rnen Deurjchen Arbeitervereins das Wort. Seine Red- glrch einer answendig gelernten Lektion. Sodann kam wieder Hrnr Rühl und suchte unsr« Partei aus die schändlichste Weise zu verdächtigen, woraus Herr Lciendecker sich zum Wort meldete. Aus die W-igerung des Bureaus, ihm das Wort zu»«heilen, appellirte Leyeird.cker an die Beriammlurrg, durch die ihm denn auch das Wort erlheilt wurde; Htzendtcker l,u� tele Flcischmarrn und Rühl ganz gehörig heim. Jetzt verließen einlge von uns mit Most und Leyendecker den Platz, um uns in ein i» der Nähe befindliche« Lokal zu begeben, eine große Menge folgte uns in dasselbe, und ließen sich Viele in unsre Partei ausnehmen. Die biestgr» Arbeiter werden immer mehr klar, was sie vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zu erwarten haben und vertiert derselbe immer mehr an Boden. Mit sozial-demokratischem Gruß A. Schimmels. Gotha. 16. Sepibr. Gestern fand hier ein allgemeines Ar b e i i e> j e u statt. War vorher von allen feindlichen Elementen Alles gethan worden, um das Fest zu vereiteln, so war dasselbe doch»ach alle» Rrchiungen hin gelungen und heute hört man aus aller Mund, daß es ein wahres Volksfest gewesen sei. Der Festzug mit seinen Fahnen, darunter auch die rothe.«ahne, nach dem A lbcrtsbad, die Festrede des Herrn Bock, die Absingung de« Liedes:„Es töm ein Ruf von Land zu Land", alles dieses erhielt die Anwesenden in ge- hobener Stimmung. Es fand dann Concert und Abends Ball statt, der urrs bis früh beisammen hielt. Gäste waren von Erfurt und Arnstadt erschienen und wir er- fuhren, daß der Arnstädler Arbeiter-Verein deshalb der Partei nicht beitreten kau», weit dort das vom selige» Bundestag seiner Zeit ein- geführte Vercirisgcsetz Gültigkeu hat. Daher hatte für«ine abgehal- tene Arbeiterversammlung der Borstand vom Landrathiamt eine Verwarnung erhalten und drei Vorsteher nebst zwei Mitgliedera sind je mit 2 Thlr. Strafe belegt worderr. Fahrt nur so fort, Ihr könnt nichts Klüaeres treiben. Marienberg. Am 15. d. M. ist hier eine Versammlung, in welcher über den Mainzer Congreß Bericht erstattet wurde, ohne An- gäbe eines Grundes aufgelöst worden. In Sachsen ist halt Alles möglich. Eingesandt. Aul verschiedenen Seiten unserer Partei scheint man darüber piquirt zu sein, daß Herr Fritzsche, der Mittheilnehmer�am Eisenacher Korrgrcß, der sich furz nach demselben,— um den Schweitzerianern im Allg. deutschen Eigarrenarbeiterveum keinen Grund zum Hader zu geben— von der politische« Agitation zurückzog, nun in den Allg. deutschen Arbeiterverein eingetreten ist. Ich finde keinen Grund dasfir. Herr Fritzsche ist nie Anhänger unserer Pertei und nie Geg- ner des Allg. deutschen Arbciter-Bereins gewesen— waS sollte ihn also hindern, in diesen wieder einzutreten? Herr Fritzsche hat sich seit jener Zeit, da er dem Buchbinder Peter(1863) eine Ohrfeige gab, weil dieser es wagte, das„Demokrati che Wochenblatt" zu lesen, nicht um ein Haar geändert. Beweis: der Stil, in dem er in No. 109 des„Neuen" unfern Parteigenossen Kaiser in Berlin angreift. Daß Herr Fritzsche den weit irnbesähigteun Hasenklever in kurzer Zeit ersetzen wird, liegt aus der Hand; dann wollen wir sehen, wie sich Herr Fritzsche zu unsrer Partei stellen wird. Leipzig._ Irr. Briefkasten der Expedition: Oppeirheimer, Hörden für Schriften 17 Gr.; Müller Colp., für Abonnement III. Orr. 25 Thlr.; Hadlich, für Abon- iremmt 3 Thlr.; Dotzauer, Zwickau für Abonnement IH. Qu. 23 Thlr. 19 Gr. für II. Qu. 1 Thlr. 11 Gr., das Uebrige an den betresicnden Kafsirer abgegeben; Sauerteig, Gotha: die Annonce des Arbeitersestes kostet 14 Ngr.; Tevely, Pest 3 Thlr. 7 Gr. erhalten; Engelhardt, Wiesbaden: Wir haben nur das sächs. Vereins- und Versammlungs- gesetz; Gergel. TamaS, D.eva für Schriften 1 Thlr.; Porck, Hamburg für Annoncen 16 Gr. erhallen; Luder. Braniifchweig. Ich sandte Dir 30 Stück; Arbeiter-Parlei Cöln für Annonce 12 Gr., Allgemeine Ge- werkschaftsversanrmlungS- Annonce 12 Gr.; Eigarunarbeiter- Gewerk- fchaft Cölrr für Annonce 5'/, Ngr. Mädler, Greiz für Schriften 21 Gr.; Metallarbeiter-Gewerkschaft Leipfig für Annoncen 26 Gr. der Redaktion: Zilger in Dresden: Die Beschlüsse sind uns am Montag, d. 23. d., zugestellt worden.— Unsere Korreipondenten bitten wir nochmals, etwaige Versäumnisse in der Ausnahme von Einsendungen zu entschuldige». Vor, Für politisch Gematzregelte. der Mclallard.-Gewertichasi Lcipug 1 Thlr. 17 Gr. Genoffensch aftsb«chdr«ckerei zu Leipzig. Donnerstag, den 26. September außerordentliche Generalversammlmlg im Lokali dl« Arbei erbilguugSvcreinS, Ritierstr. bei Schatz. Tagesordnung: Nochmalige Siatuienänderiing. Leipzig, dea 11. September 1872. Der AussichtSrath: P. Ullrich, Bors. I'ür Leipzig. Sozialdemokratischer Arbeiterverein treitag, den 27. September, Abends 8 Uhr im Leipziger Saale- ägeSordnung: Soz.-pol. Wochenbericht, Ref. Bayer. Freie Dis kussion. Gäste willkommen. Der Borstand. Für Wilkau Iln dir Leser des Volksstaat. Da durch schwere Erkrankung der dortige Filialcxpeditor außer Stande ist, das Geschäft weiter zu führen, so werden die Leser des Volksstaats ersucht, entweder für 4. Quartal recht- zeitig ihre Bestellungen bei der Post zu machen oder für lieber- nähme der Filiale von einem zuverlässigen Manne Sorge zu tragen. Reglement k. sieht zur Verfügung. _ Die Expedition des BolkSstaat. Für Gotha. Sozial-dcm. Arbeiter Partei. Sonnabend, d-n 28. September, Abend» 8 Uhr Versammlung. Tagesordnung: Wahl eines Verlrauenemannes. Aür Köln. Geschlossene Versammlung der hiesigen Parteinrilglieder am So» mag, den 29. September Abend? 8 Uhr, bei Wisdorf, Thieboldsgasse. Tagesordnung: I) Kassenbericht und sonstigeAngelegenheiten. 2) Wahl eines Vertrauensinannes. Der Zutritt in nur gegen Vorzeiaung der Mirgliedikarten ge- stattet. Der Vertrauensmann. Für München Das Arbeitsnachweis- Bureau für Schuhmacher befindet sich Kreuzbräu, Brunngasje 7, u osclbiruuch iür guitiBeherberaung gesorgt ist. Für Altona. Sozialdemokratischer Arbriter-Veretn. Mitglieder-Ber- sammlung Donnerstag de» 26. September Abends 9 Uhr»»«ich ichmachet- Amthaus, gr. B ergstraße. TageSordnnng: Sozial-palitischer Wochenbericht. Berichterstat- tung über den Mainzer Konguß. Reserent Th. Dorck. NB. Die Karlen sind vorzugeigen. T er Borstand. Ausfordernng. Der Schlosser W. Elias M-riel aus Rübeland, Kreis Blanken- bürg, wird hiermit auiqesordirt, seine» Pflichten hier nachzukommen, widrigensalls u»r die Sache der Oesientlichkeil übergeben. Auch er- suchen wrr alle Parteimitglieder sowie die resp. Vertrauensmänner der Partei, in deren Bereich sich Obengenannter befindet, un« davon in Kenntniß zu setzen. Der Vertrauensmann für Hildesbeim _ F. Ves permann. Den Parteigeuoffeu empfehlen rvir für die Verbreitung der nachsorgendm Blätter eifrigst zu wirken: ,vra«nschwetger Bolksfreund" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet durch die Post bezogen per Quartal 15«gr. exclus. Bestell- gelb. Leraurwortl. Redakteur: W. Bracke, zun. Chemnitzer Freie Presse" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet durch die Polt vezoge» per Ouarral 15Sgr. Berantwortl. Redak- reur: Hermari» Weck. „Crimmitschauer Bürger- und Bauernfreund" erscheint wöchenl- lich sechsmal, Pres per Quoriol durch die Post bezogen 12�, Ngr. Redakteur: Gurtao.liroasniewski. .Dresdner Bolksbote" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet per Ouarral durcd die Post bezogen 183/,©gr. Berantwortl. Redakteur Theodor Daichuer. Fürther demokratisches Wochenblatt' erscheint wöchentlich«in- mal. loirel per Quartal 6i(,«gr.= 22y> Kr. südd. Redakteur: Aiuon Memminger. Demokratische Zeitung" erscheint in Berlin wöchentlich sechsmal, kostet per Quartal durch die Post bezogen 1 Thlr. 10 Sgr. Re- dalieur: C. Lübeck. Der Bolkswtlle'Organ der östuichrschcn Arbeiterpartei ericheint in Wien wöcherrilich zweimal, Preis per Quartal Ist. 20 kr. östreichisch - 22«gch- 1 fl 24 kr. südd. Berarrtwortl. Redakteur: Gchrtte. Tie Tagwacht" Organ der sozial-demotratifcher, Partei Und der in- ternalionaleii Gewertschalren der Schweiz, er sch int wöchentlich ein- mal tu Zürich, kostet per Quartal 7y, Sgr. Redakteur H. Greulich. La Liberi�' Sozialistisches Organ ektche nt wöchentlich einmal in Brüssel 1 reis per Jahr 12 src.= 3 Thlr. 6 Gr.(4) 1 f Nur» ber g, den ZZ. September.(Telegramm.) Arbeits: einstellung sammtlicher Schmiede und Wagner. Zuzug fern zu halten. Briefe und markt, Brief folgt, Geldsendungen _.« fe goldene Krone, Obst- Faaz. Stuttgart 21. Scbteinber.(Telegramm) Schuhmacher- trike ausgebrochen, schnelle Hülfe uothwendig. Zuzug fern »alten. Roherer Bericht folgt. . Schrecker (Wiederholt, weil wegen zu späten Eintreffens nicht in allen Nummern abgebt uckt.)_ Leipzig: Berantw. Redakteur A. Muth.(Redaktion und Ex- fpedition Hohestr. 4.) Druck und Verlag von.F. Thiele.