No. 81. Mittwoch, 9. Oktober. — J5, -Ä- 1872 Tischeint mächentlich 2 mal in Leipzig. vesteklungen nehme« alle PeAanstalien und Buchband- sungen d?i In« uni- Aui- ' an des an. Für Leipzig nehm«! Leftellunge» an: hie Erpedition, Hohe Str. 4. S. Bebel, PeterSstr. IS, K. Thiele, Emilienstr. 2. «ßoNmementSprei«: Zür PrAchm incl. Stempel« ttener 17 Sgr., für die übrigen deutschen Staaten 12'/, Ngr per Quartal, per Ranat-l'/» Ngr., für Leipzig und Um- gegen?! per Quartal 13Nzr. zilialvrpeditiou für die Ter- einigte««tsuten: V. A. Sorge, Box 101 Hoboken N.J. viaNewyrrk Organ der sosial-demokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gelverksgenosseuschastev. Au die Redaktionen dcr„Temokratischen Zeitung", Berlin;„Frankfurter Beobachter" in Frankfurt a. M.; der„Thüringer Presse" in Gotha. Für das durch Posteinzahlung an Sie gesandte Ta usche/emplar unseres BlatteS ist uns Ihr Blatt für IV. Quartal noch nicht zugekommen; wir bitten daher, die regelmäßige Zusen- dung Ihres Tauscheremplares zu veranlassen. Leipzig, den 3. Oktober 1872. Die Redattio« des„Bolksstaat". Au die Parteigenosseu. Bei der durch den Austritt Kräckcr's und die Abreise des Vorsitzenden, M. Neißer, nöthig gewordenen Ersatzwahl wur- den in die Kontrolkommission gewählt die Parteigenossen R. Kay- se�r und W. Flehnert. Erster Vorsitzender ist von jetzt an: Bruno Geiser, Paradiesstroße 17, an welchen auch alle für die Kontrolkommission bestimmten Zuschriften zu richten sind. Haage» Kongreß. (Schluß des Artikel II.) Nach der Wahl dcS neuen GcneralrathS stellte Lafarquc im Namen der beiden von ihm vertretenen Föderationen, der portugiesischen und der Neuen Madrider folgenden Antrag, welcher einstimmig angenommen wurde: „Der neue Generalrath ist beauftragt mit der besondern Mission die internationalen Gewerksgenossenschafte» einzurichten. „Zu diesem Zweck wird er innerhalb eines Monats nach Schluß des gegenwärtigen Kongresse» ein Cirkular aussetzen und drucken lassen, das er sämmtlichen Arbeitergescllschaften zusenden wird, deren Adressen er besitzt, gleichviel ob diese Gesellschaften der Internationale beigetreten sind oder nicht. „In diesem Cirkular wird er die Arbeitergesellschaften auf« fordern, die internationale Gewerkschaft für ihren jedesmaligen Geschästszweig zu errichten. „Jede Gesellschaft wird ferner aufgefordert, die Bedingun-' gen anzugeben, unter denen sie der betreffenden internationalen Gewerkschaft beitreten will. „Der Generalrath ist beauftragt, sämmtliche von den, dem Vorschlag zustimmenden Arbcitcrgesclljchaftcn gestellten Bcdin- gungen zusammenzutragen und in einen allgemeinen Statuten- Entwurf zu verarbeiten, der der vorläufigen Billigung aller bei- tretenden Gesellschaften unterworfen wird. „Der nächste Kongreß wird diesen Vertrag in aller Form schließlich feststellen." Hiermit ist dem neuen Generalrath von vorn herein eine wichtige Aufgabe praktischer Organisation gestellt, deren Lösung allein genügen dürfte der todtgesagten Internationale einen bisher nie gekannten Aufschwung zu geben. Schließlich kam- die Frage der„Allianz". Die Kom- Mission, welche diesen Punkt für den Kongreß vorzubereiten hatte, wurde nach langer Arbeit endlich Sainstag Abends 9 Uhr mit ihrem Bericht fertig. Der Bericht erklärte die Statuten und Zwecke der Allianz als im Widerspruch mit denen der In- ternationalc und verlangte die Entfernung ihres Stifters Ba- kunin, der beiden Leiter der Jurafödcration, Guillaumc und Schwitzgucbel als Hauptagenten der Allianz, ferner B. Malon's und noch zweier anderer. Der Beweis war der Mehrheit der Kommission geliefer: daß die Allianz eine geheime Gesellschaft sei, gestiftet, nicht um gegen die Regierungen, sondern um gegen die Internationale zu konspiriren. Auf dem Baseler Kongresse hatten die Bakunistcn noch gehofft, die Leitung der Jnternatio- nale in ihre Hände zu bekommen. Daher hatten sie damals jene famosen Baseler Beschlüsse selbst beantragt, wodurch die Vollmachten dcS Gencralraths vermehrt wurden. Enttäuscht, und durch die Londoner Konferenz, bis wohin sie in Spanien und Italien ziemlich Terrain gewonnen hatten, nochmals um die Erfüllung ihrer Hoffnungen gebracht, änderten sie ihre Tak- lik. Die Juraföderation, die ganz in den Händen der Allianz war, erließ ihr Cirkular von Convillier, worin auf einmal die von ihren eigene» Delczirten vorgeschlagenen Baseler Beschlüsse als Quelle alles Hebels, alt eingegeben vom bösen Geist, dem Geist der„Autorität", angegriffen, und die vollkommene Aut»- nenne, ber freie Bund der unabhängigen Faktionen, als einzi- ges Ziel für die Internationale aufgestellt wurden. Natürlich. Wenn eine g-hcime Gesellschaft, gebildet zum Zweck eine grö- ßere� öffentliche Gesellschaft zu leiten, sich nicht direkt der Ober- leitung bemächtigen kann, so erreicht sie ihr Ziel am besten, in- dem sie die öffentliche Gesellschaft desorganisirt. Wo keine Cen- tralbehörde und keine nationalen Centralorgane bestehen, oder nur solche ohne irgend welche Machtvollkommenheit, können sich die konspirirenden ianten durch ihr Zusammenwirken am besten indirekt derT'euung des Ganzen versichern. Nach diesem Plan war von den„Alliirten" des Jura, Spaniens und Jta- lieni mit großer Uebereinstinunung gehandelt worden, und auf dem Haager Kongreß sollte die Desorganisation soweit durch- gesetzt werden, daß nicht nur der Generalrath, sondern alle centralen Organe, alle Kongreßbcschlüsse und sogar die allge- meinen Statuten, mit Ausnahme der Einleitung, abgeschafft werden sollten. Die Italiener hatten dies in ihren Bundes- statute:: bereits eingeführt, und die Delegirten deS Jurä hatten bestimmt� Vorschrift erhalten, dies dem Kongreß vorzuschlagen und im Fall der Nichtannahme sich zurückzuziehen. Jndeß hatten sie die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Es wurden nun der Kommission Originaldokumente vorgelegt, welche den Zu- samuienhang aller dieser Jntriguen in Spanien, Italien und der Schweiz nachwiesen, indem sie klarlegten, daß der geheime Zusammenhang eben in der„Allianz" selbst bestehe, deren Parole von Bakunin ausgegeben wurde, und der Guillaume und Schwitzgucbel angehörten. In Spanien, wo die Allianz schon lange ein öffentliches Geheimniß gewesen, war sie, wie die dor- tigen ihr angehörenden Delegirten versicherten, aufgelost, und auf diese wiederholte Versicherung hin wurden sie außer Ver- folgung gesetzt. Die Debatte über diese Angelegenheit war heftig. Von Seiten der„Alliirten" wurde Alles aufgeboten die Sache in die Läuge zu ziehen, denn um 12 Uhr Nachts lies der Mieth- vertrag wegen des Lokals ob, und der Kongreß mußte geschlos- sen werden. Das Austreten der„Allirten" mußte jeden Zwei- fel über Bestehen und Endziel ihrer Verschwörung schwinden machen. Endlich gelang es der Majorität, die beiden anwesen- den Hauptangeklagten Guillaume und Schwitzgucbel zum Worte kommen zu lassen; gleich nach ihrer' Vertheidigung wurde ab- gestimmt. Bakunin und Guillaume wurden aus der Jnter- nationale ausgestoßen, Schwitzgucbel entging diesem Schicksal, Dank seiner persönlichen Beliebtheit, mit einer kleinen Majori- tät; darauf wurde beschlossen, die Anderen zu amnestiren. Diese Ausstoßungen sind die offene Kriegserklärung der Internationale an die„Allianz" und an die ganze Sekte des Herrn Bakunin. Wie jede andere Schattirung des proletari- schen Sozialismus, wurde auch die Sekte Bakunin in der In- ternationalc zugelassen, unter der Allen gemeinsamen Bedingung, den Frieden zu halten und die Statuten und Kongreßbcschlüsse zu beobachten. Statt dessen versuchte diese, von doktrinären Bourgeois mit mehr Ergeiz als Fähigkeiten geführte Sekte der ganzen Assoziation ihr engherziges Sektenprogramm aufzudrän- gen, brach die Statuten und Kongreßbcschlüsse und erklärte sie schließlich für autoritäres Zeug, an das kein wahrer Revolutio- när sich zu binden brauche. Die fast unbegreifliche Geduld, mit der der Generalrath Jahre laug die Jntriguen und Schmähun- gen dieser kleinen Bande von Stänkern ertrug, brachte ihm nur den Vorwurf diktatorischen Verfahrens ein. Jetzt endlich hat der Kongreß gesprochen, und deutlich genug. Ebenso deutlich sein wird die Sprache der die Allianz und das Treiben des Herrn Bakunin im Allgemeinen betreffenden Aktenstücke, welche die Kommission laut Kongreßbeschluß veröffentlichen wird. Man wird da sehen, zu welchen Niederträchtigkeiten die Jnterationale gemißbraucht werden sollte. Gleich nach dieser Abstimmung wurde eine von sämmt- lichen jurassischen, belgischen, holländischen und vier spanischen, sowie von einem französischen und einem amerikanischen Dele- girlen unterzeichnete Erklärung der Minorität verlesen, worin Letztere erklärten, nach Verwerfung ihrer sämmtlichen Anträge zwar noch mit dem Generalrath für die Correspondenz und Statistik, sowie für die Zahlung der Beiträge, in Verbindung bleiben, aber keine Einmischung des Gencralraths in das in- nere Leben der Föderationen dulden zu wollen. Im Falle einer solchen Einmischung von Seiten des Gencralraths würden alle unterzeichneten Föderationen sich mit der angegriffenen Födera- tion solidarisch erklären, es sei denn, daß die Einmischung durch einen klaren Bruch der vom Genfer Kongreß angenommenen Statuten gerechtfertigt sei. Die Unterzeichner dieser Erklärung behaupten also nur, durch die Genfer Statuten von 1866 gebunden zu sein,— nicht aber durch die später erfolgten Abänderungen und Kongreßbc- schlüssc. Sie vergessen nur, daß die Genfer Statuten selbst die bindende Kraft aller Kongreßbeschlüsse anerkennen, und daß da- mit ihr ganzer Vorbehalt zusammenbricht. Uebrigcns hat dies Dokument absolut nichts zu bedeuten und wurde auch vom Kon- grcß mit verdienter Gleichgültigkeit aufgenommen. Die Unter- zeichner haben ihre Vollmachten überschritten, indem sie ihre betreffenden Föderationen 1. verpflichten wolle», einen Sonderbund innerhalb der Internationale zu errichten, und 2. dieselben verpflichten wollen, nur die Genfer Statuten als zu Recht bestehend anzuerkennen, alle andern spätcrn Kongreßbcschlüsse aber umzustoßen. Das ganze Aktenstück, das der übertölpelten Minorität offenbar nur durch die Lärmenschläger von der Allianz aufge- drängt wurde, hat also gar keinen Werth. Sollte ja eine Sek- tion oder Föderation versuchen, die Jültigkeit der in unfern Statuten und Verwaltungsverordnungen gesammelten Kongreß- beschlüsse der Internationale zu bestreiten, so wird der neue Generalrath sicher ebensosehr seine Pflicht zu thun wissen wie der alte gegenüber der amerikanischen Sektion 12. Bis dahin hat eS mit dem Sonderbund gute Wege. Wir bemerken nech, daß im Lauf desselben Nachmittags (Samstag) die Rechnungen des Generalraths für das ver- flossenc Geschäftsjahr geprüft, richtig gefunden und gebilligt wurden. Nachdem noch eine Adresse der Haager Sektion an den Kongreß verlesen war, wurde der Kongreß um halb ein Uhr Nachts geschlossen unter dem Ruf:„Es lebe die Internationale Arbeiter-Assoziation I" Politische Ueb erficht. Wie weit es die Deutschen in der Logik gebracht haben! In der„D. Allg. Ztg." lesen wir: Aus Paris vom 25. Sept. wird der.Kölnischen Zeitung" berichtet:„Wie weit es mit der Verdummung der Franzosen gekonmen ist, beweist ein Proceß, der vor einigen Tagen in der Pro- oinz verhandelt wurde. Die Angeklagten waren zehn Bauern und vier Bäuerinnen aus La Chütre-Langlin. Ein heftiges Unwetter hatte ihre Felder verwüstet, und da der Pfarrer dieselben früher gesegnet und ihnen gesagt hatte, daß ihre Ernte nun gesichert sei, so machten sie ihn für ihren Verlust verantwortlich, drangen in die Kirche ein, wo sich der Pfarrer gerade befand, prügelten ihn durch und ver- wüsteten außerdkm seine Wohnung. Das Gericht verurtheilte die 14 Personen zu verschiedenen Geld- und Gesängnißstrafe». Das Urtheil ist eigentlich nicht gerecht, da mansieweaenUnzurechnungsfähig. keit hätte freisprechen müssen. Jedensalts liefert dieser Vorfall(wenn man die Sache liest, muß man glaube», man befinde sich in Afrika und hätte Neger vor sich, die einen ihrer Zauberer zusammenschlagen, weil er ihnen falsche Prophezeiungen gemacht) den besten Beweis, daß die Jesuit enwirthschaft, wie sie in Frankreich besteht und wie man sie in Deutschland einsühren wollte, das Landvolk zuletzt vollständig verthieren muß." Nach gewöhnlichein Menschenverstände würde man vielleicht folgendermaßen urtheilen: Jemand, der beim Pfaffen seine Ernte dnrch einen„Segen� „versichert" ist allerdings„verdummt", und auch„unzurech- nungsfähig". Wenn er indeß Hintennach zur Einsicht kommt, daß der Pfaffe ein Betrüger ist— so ist er nicht„vollständig verthiert" sondern im Gegentheil„zurechnungsfähig" geworden. Eine„Wohnung verwüsten" ist zwar keine civili- salorische That, jedenfalls auch nicht ruchloser, als eine ganze Stadt oder ein ganzes Dorf verwüsten. Schlimmstenfalls kann man den jverurtheiltcn 14 Bauersleuten nur nachsagen, daß sie 1870/71 sehr wenig von der preußischen Cultur beleckt worden sind. Und was das„Durchprügeln" anbetrifft, so ist das zwar ebenfalls keine Heldenthat,(nach deutschen Be- griffen namentlich, sobald der Betroffene weder civilistischer n»ch militärischer Gemeiner ist,)— allein„Durchprügeln" ist noch lange nicht„aufseßcn"! Endlich„die Jesultenwirthschaft'� ist zwar ganz abscheulich, aber—.„Ich hoffe es noch zu erleben, daß das Narrenschifs der Zeit an dem Felsen der christ- lichen Kirche scheitert"— sagte BisiSmarck(1849).— Was ist des Menschen„höchste und heiligste Pflicht"? Die Alten glaubten:„Den Nächsten zu lieben, wie sich selbst". Der christlich-germanische Nationalliberalismus der Neuzeit denkt anders. In einer Dresdener Correspondenz der „Deutsch. Allg. Ztg." Nr. 232 über das Thema„Die BeHand- lung maroder Soldaten" heißt es, nachdem gesagt war, daß die Offiziere mitunter das Austreten sich unwohl fühlender Soldaten beim Marsche untersagen, weil sie Verstellung vermuthen: „Darum sollte wenigstens jeder Compagnie ein Arzt beigegeben sein, welcher dieselbe aus Marsch und Manöver überall zu begleiten und in solchen Fälle» das endgültige Votum zu fällen hätte: denn nur er ist in solchen Angelegenheiten competent, nicht der Offizier. Auch San itätssoldaten und Unteroffiziere genügen für derartige Fällt nicht. So gut wie bei der Eavalerie einer zeden Schwadron ein oder zwei Roßärzte beigegeben sind, bedürste auch jede Infanterie- compagnie eine» Menschendoctors(Wie human! Aus zwei Roß-, ärzte einen Menschendoctorl Red. d. B.); denn das Leben jedes Soldaten ist von höchstem Werth und verdient möglichste Schonung. Es wird für das Militär so viel Geld ausgegeben— wir tadeln dies auch gar nicht, denn wir bedürfen eines tüchtigen, stets ichlagsertige» Heeres! — aber wir verlangen von der Regierung, daß sie sür unsere Söhne und Brüder, welche die höchste und heiligste Pflicht erfüllen indem sie des Kaisers Waffenrock anziehen, so sorge, wie es Leute verdienen, die in der Stunde der Gefahr für das Vaterland mit Gut urd Blut, mit Leib und Leben einstanden und, dasern es nöthig sein sollte, wieder einstehen werden." Wir haben also die Antwort: des Menschen„höchste und heiligste Pflicht" ist:„Des Kaisers Waffenrock anziehen.— Auch wissen wir nun, wie hoch der Nationalliberalismus das Menschenleben im Verhältniß zum Roßfleisch taxirt.— Durch ihren diesjährigen Kongreß(zu Lugano) hat die „Friedens- und Freiheitsliga"— ein aus verschiedensten repu- blikanischen Elementen, von denen nur wenige an den Sozia- lismus heranreichen, zusammengesetzter Verein— sich die geringen Sympathien, die ihr nach dem vorjährigen Kongreß, der sogar die Pariser Kommune perhorrescirte, noch übrig ge- blieben waren, vollends verscherzt. Eine so heillose Konsu- sion, wie sich auf dein Luganer Kongreß zeigte, ist uns noch selten vorgekommen. Die dort vorgeschlagenen Resolutionen bestehen aus republikanischen Gemeinplätzen, längst abgethanen Phrasen, und verlaufen sich mitunter in's Kindische. Was soll man z. B. sagen, wenn hinsichtlich der„Autonomie des Jndi- viduums" in einer(allerdings nicht angenommenen) Resolution erklärt wird: „Keine Autorität, auch wenn sie rechtgemäß über- tragen ist, darf etwas vorschreiben oder auferlegen, was die Autonomie des Einzelnen verletzt, noch weniger et- was, was zum Vortheil einer Klasse in die Freiheit einer andern Klasse eingreift." Zunächst wäre es interessant, zu erfahren, ob die Herren das Wort„Klasse" so wie wir auffassen und ob sie die Ver- ewigung der Klassenunterschiede wünschen. Dann wäre nicht minder Wissenswerth, wie weit die Herren die„Autonomie des Einzelnen" ausgedehnt wissen wollen. Herr Gögg— das wissen wir— steht bereits so weit auf dem Boden des Sozialis- mus, daß er die heutige Produktionsweise abgeschafft wissen will. Wenn der Staat nun die Arbeit und also die Arbeiter organi- strt, so legt er damit selbstverständlich die„Klasse" der Kapita- listen lahm und greift in ihre bisherigen„Freiheiten" ein,— also gegen den Luganer Kongreß. Ja, wie soll überhaupt auS einer Monarchie eine Republik werden, wenn der Lugancr Kongreß es nicht erlaubt, daß die„Autonomie des Einzelnen" — d. h. deS Herrschers—„verletzt" werde und daß man„ein- greife zum Vortheil einer Klasse(d. h. der Volksklasse) in die & vT■: Freiheit einer andern(der Herrscherklasse)"? Solchergestalt sind die Fragen, die sich beim Lesen jener Resolution unwillkürlich aufdrängen. Wir können nur bedauern, daß sich Gögg und noch einige Andere, die es doch mit der Volkssache aufrichtig meinen, ihre ganze Zeit der Sisiphus-Arbeit widmen, einem Bourgeois verein reelle Freiheitsfrüchte abzugewinnen. Charakteristisch für diesen ist es übrigens, daß der Vorsitzende, nachdem er einen Brief G a- ri bald i's zur Vorlesung gebracht hatte, worin Thiers'„Atten- tar gegen die Republik" gcbrandmarkt wird, es für nothwendig hielt, zu bemerken, daß der Kongreß nur für seine eigene» Be� schlüsse verantwortlich sei. Lustig ist auch nachstehender Antrag von Limo sin: „I» Erwägung, baß das Bestreben der Arbeiter sich zur Verthei- tiguug ihrer gemeinsamen Interessen als Bund zusammenschließen— dir Bestreben, welche» der Ausdruck eines Staturgesetzes ist— dermal durch die Agitatoren der internationalen Arbeirer-Assoziation vereitelt ist, welche letztere von ihrem ursprünglichen Ziel abgelenkt(7) un» zu einem jeltirerischen(?) Zwecke, der den wahren Interessen der Arbeiter und der volkswirihschaftlichen Wahrheit widerstreitet, hingetrieben wurde: „daß ei dringend nothwendig ist, die gefährliche Waffe den Hän- den Derjenigen, welche sich ihrer bemächtigt haben, zu entwinden, in- dem man den Arbeitern beweist, daß Andere und nicht ihre angeblichen Freunde, ihre Interessen vertheidigen und sich in die Lage, sie zu vcr- theidigen, zu versetzen wünschen; „daß die Frieden»- und Freihcit»-Liga schon wiederholt beschuldigt worden ist, sie sei eine BourgeoiS-Äesellschasl, und daß eS von Wichtigkeit ist, dieser Beschuldigung eine klare und runde Entgegnung entgegenzustellen; „aus diesen Gründen ist der Kongreß der Ansicht, daß e» am Platze ist, die Mittel aufzusuchen, durch welche die GcwerkschaftSgrup- peu, die sogenannten Korporationen, wieder hergestellt werden können, ohne daß man zurückfällt in die Mißbräuche der früheren Zünfte und Innungen,— wodurch man zugleich die Erhaltung der bürger- licheu und politischen Gesellschafr beschirmen wird." Dieser Antrag wurde zwar schließlich abgelehnt, aber er zeigt doch zur Genüge, was für Geister in der Liga Hausen. Der Prozeß über die Dornbacher Affäre— den der Leser weiter unten theilweise wiedergegeben findet— hat mit einem Resultat geendet, das wshl von keiner Seite er- wartet worden ist: Es lautet bezüglich der 25 Verurtheiltcn — nur 7 wurden freigesprochen—: . August Denk, nichtschuldig des Ausruhrs, dagegen schuldig der„Uebertcetung des Versammlung»gesetzes" wird zu 1 Monat Arrest verurlheilt. Als„Rädelsführer beim Aufstande" werden Bogelgruber zu 2'f„ Prunner zu zwei, Rabel zu l'j. Ja h ren Kerker; als„Theilnehmer am Ausstande" H a nek, Möß- J ist,— hat ein Johann Jaeoby nichtnöthig; wir würden es ihm verdenken, wenn er es thäte. Zur Verhaftung Hcpncr's schreibt man der„Volks- zeilung" aus Thüringen: „Der Porgang wirft ein sehr scharfes Licht auf die bezügliche Gesetzgebung Sachsens und verdient wohl näher erörtert zu werden, wobei der Umstand nicht hinderlich sei» darf, daß ein Sozialdemokrat des„Volksstaat" mit in Frage kommt. Denn das, was dem Sozial- demokraten Hepner passirt ist, kann morgen einem Fortschrittsmann oder National-Lib-raleu begegnen. Das Polizciamt in Leipzig erläßt Verbote, deren Uebcttrctungen es intt Strafe bedroht, mit Geld oder Gefängnißstrafe. Heute verbietet es»en Beitritt zur Internationalen; mit demselben Recht kann es den Beitritt zu jedem anderen volitischen Verein verbieten, an Gründe» dazu fehlt es ja nicht. Wird nun ein solches Verbot übertreten, so verurlheilt das Polizei-Amt, also eine Verwaltungsbehörde, nicht eine richterliche, den Angeklagten. Di- Polizeibehörde ist also Gesetzgeber, Ankläger und Richter in eigener Person. Berufung gegen ein solches Polizei-Urtheil wird nicht bei einer richterlichen Behörde, sondern wieder bei einer Ber- walinngsbehörde, der königl. Kreisdireliion eingelegt. Das sind doch Zustände, die mit dem Begriff des Rechtsstaates nicht in Einklang zu bringen sind. Anderwärts hat die Polizei wohl auch das Recht, Ordnungsstrafen aufzulegen, aber wenn der Betroffene sich nicht fügen will, so b ingl er die Sache zur richterlichen Kognition vor ein« Ju- stizbehördc und ruft deren Entscheidung an. In Sachsen macht das die Polizei selbst ab. Welche Gewalt dadurch in die Hände der P»- lizei gelegt wird, ist einleuchtend." Wir müssen hier bemerken, daß es bei alledem noch zur nicht juristisch erwiesen ist, daß Hepner im Haag ober in Mainz als Mitglied der verbotenen Gesellschaft gewesen ist. Die Polizer und die Kreisdirektion halten es nur darum sür „erwiesen", 1) weil nach ihrer Annahme es nicht denkbar ist, daß ein Verein ein Nicht Mitglied zu den geschlossenen Sitzungen zulassen sollte, und 2)«eil bei Hepner ein Stück Papier vor- gefunden worden ist, das einen vo» mehreren Personen(darunter Hepner)— die sich ober nicht als„Delegirte" bezeichnen— an den Haager Congreß gerichteten Wunsch enthielt, die Haupt- punkte zuerst zu erledigen, weil Viele bald abreisen müßten. Ad 1) gab Hepner zu Protokoll, daß mau wohl in der Regel seitens der Bereine unbekannte Personen nicht zu den gc- schlossenen Sitzungen zulasse; das sei aber hier eben nicht der Fall; den» als altem Bekannten, als ehemaligem Mitglied, das augenblicklich durch das Leipziger Polizeiverbot verhindert sei, iam Berein Theil zu nehmen, habe man ihm Einiaß gewahrt; 1 ad 2) erklärte er, daß eine einen Wunsch enthaltende Zuschrift linger, Rebenitjchek und Pelleter zu je sechs Monaien an einen Cougreß nicht nothwendig involvire, daß der Unter- Kerker: wegen„össentlicher G-waltthätigkeu" wurden Bremm zu lzxichner Mitglied dieses Congrcsscs sei. Diese Einwände neun, Leopold Berger zu sechs, Gottü-b«hocholka und Hei- Nolirei die als Ankläaerin natürlicb kein«»»»ivtriikck, mer zu je acht Monaten schweren Kerkers verurlheilt. Zu"W me-pouzel, rne ars«imagerlir natürlich keine uilpartcusche stiengem Arrest in der Dauer eines Monats werden Lacina und Richlerur sein kann, nicht gelten. Hepner wird na'' seiner Fürpaß, in der Dauer von vierzehn Tagen Weinberger ver- Haftentlassung gegen den Polizeidirektor auf Sachsenbuße kiag- urtherlt. Einfache Arreststrafen werden verhängt: über T ölt eine bar werden und damit de» vorliegenden Fall zur nachträglichen sechswoch-ntliche. über Grammetbauer eine iinmonatlichelri�t,�;�,,,«„tk-brid»™ brina«, Zugleich wird er wegen Bildniß und einem Autozraph des Verfassers— vor. Um die Anschaffung des Werks auch den Unbemitteltsten zu ermög- lichen, giebt der Buchhändler die Serie sogar in d Einzelbogen- Lieferungen k 10 Centime»(4/b Sgr.) heran». Die französische Ausgabe ist somit um 60 Prozent billiger als die deutsche. Freilich in Frankreich werde» wissenschaftliche Werke nicht wie in Deutsch- iand bloß von Fachgelehrten gekauft und gelesen, sondern von Freunden der Bildung überhaupt und von einem epochemachenden Werk,«ie dem Marx'schen,»erden dort eher 10,000 Exemplare abgesetzt, als in Deutschland 1000.— Nach der Größe der Auflage natürlich der PreiS. Neneste s. Unsere Parteigenossen in Pest, welche vor einiger Zeit zu verschiedenen Gefängnißstrafen verurtheilt wur- den, sind durch den obersten Gerichtshof bis auf P»litzcr sä mmt- lich freigesprochen worden. Politzer wurde von der Anklage des„Hochverraths" ebenfalls freigesprochen, aber wegen Maje- stätsbeleidigung zu 6 Monaten Gefängniß verurlheilt. Parteigenosse Linke in Dresden wegen Verbreitung eines Liederbuches zu 4 Wochen Gefängniß in erster Instanz verur- theilt, wurde vom Gefängniß freigesprochen, aber zu 10 Thlr. Geldstrafe und Kostenzahlung verurlheilt.' Das incriminirte Lieb wurde vernichtet. Gegen Parteigenosse W a l st e r, der wegen Abdruck eines Artikels an» dem„Bolksstaat" der„Majestärsbelcidizung" an- geklagt war, wurde Verlegung der Verhandlung beschlossen. Der verantwortliche Redakteur des„Dresdner Bolksboten", Parteigenosse Daschner, wurde wegen Beleidigung des Stolpener Gerichts zu 20 Thlr. Strafe vcrurlheill. Über Czech eine dreiwöchentliche, über H«ih«l�*r»''uch% und Krepela je eine vierzehntägige; enSlich über Rosen selb, Schubirz, Holtschek, August Berger und Hajek je eine eiu- wöchentliche Arrcststrafe. 21/, Jahre Kerker— weil man sich von provozirenden brutalen Polizisten, hie a la Versailler Soldateska den Ar- beitcrzug überfielen, die Säbelhiebe nicht ruhig gefallen ließ! Das ist unseres Erachtens eine Demonstration— wie sie jener Massenausflug war— nicht Werth. Und wir können hierbei die Bemerkung nicht zurückhalten, daß die Arbeiter in Zukunft, ehe sie sich für ein bloßes Sym- hol, wie die„rothe Fahne" ist, solchen Folgen aussetzen, wohl lieber— wenn sie überhaupt 2�/, Jahre Kerker auf's Spiel setzen wollen— etwas Praktischeres thun dürften. Demonstrationen haben selten einen praktischen Zweck, und können dafür mitunter mehr schaden, als eine geräuschlose systematische Re- volutionirung der Geister gut machen kann. Eine Massen� Demonstration hat einen Sinn, wenn sie die Ouvertüre zur seiner noch nicht verjährten Ansprüche aus Sachseubußc für eine mehrtägige Polizei-Hast vom Januar 1870 klagbar werden, welche durch richterliches Erkenntniß bereits als ungesetzlich qualifizirt worden ist. Unsere Züricher Parteigenossen haben einen glänzenden Sieg erkämpft. Es handelte sich um eine Regierungsrathi- wähl. Die Bourgeois hatten den pietistischen Präsidenten der evangelischen Gesellschaft, einen gewissen Rönne ausgestellt, die Sozial- Demokratie als Candidaten den früheren Regierung»- rath Sie ber t. Mit einer Majorität von 900 Stimmen wurde Siebert gewählt, obgleich die Bourgeoisie Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und ganz wie in Deutschland bei ähnlichen Gelegenheiten alle Mittel der Verleumdung angewandt. Dieser Sieg wird die Züricher Parteigenossen anfeuern noch thätiger wie bisher für die sozial-demokratischcn Prinzipien einzatreten. Leipzig, 5. Oktober. Auf Antrig der königl. StaatSanwaltschast wurde— wie bekannt— die Nr. 61 d. Bl. vom 31. Juli lonfiSzirt. Die betr. Nummer enthielt Auszüge aus der„Rheinischen Zeitung" und dem„De»tschen Eidgenossen" vom 15. März 1366 in welchen die Staatsanwallschast ein- Beleidignig des d-uisch-n Kaisers vorfand. Der verantwortliche Redakteur, M u t h gab auf Befragen an, daß-r den Verfasser des Artilels zwar ten»-, itzn aver nicht nennen werde, und daß er erst nach Veröffentlichnng des Artikels von dessen Inhalt Kenntniß erhallen Hab«. Da auch die Mitredakleure dieses Blatres sich weigerten den Berfniser zu nennen, so bcantragti die königl. Staats- anwaltschail nach Maßgabe der Artikel 29 und 22 de» Preßgesetzes vom 24. März 1379 eine entsprechende Ordnungsstrafe. In der am 2. Ollober stangesuadenen össenllich-n Verhandlung oor dem königl. Bezirksgericht war der Angeschuldigte mit seinem Bertheidiger, Ado. Freytaz von hier, erschienen. Die königliche Staaisanwaltschast hielt ihren Antrag ausrecht, während die V-rtheidigung, nachdem Muth aus das Wort verzichtet, bestritt, daß der Artikel Beleidigungen des deutschen Kaiser» enthalte; vielmehr sei dieselbe nur gegen Blind g richtet ge- wesen, welcher wegen seiner verschiedenen Schreivweisc o-r Berachtung der össentlichen Meinung habe preisgegeben werden sollen; sie dean» tragte schließlich die Freisprechung Math'». Oer Gerichtshof erkannte dagegen, weil die incriminirte» Stellen, obschon sie aus einer früher erschienene» Zeitschrift abgevruckt, uirveckeiliivar die Blosst llung der angeblichen Jnconsequenz und Gesinnungslosigkeit Carl Btiad's im Auge häiien, bei der bekannten Tendenz des„Volksstaar" zugleich in zweiter Linie dcn Zweck verfolgten, den deutschen Kaiser in den Augen de» Publikums bloßzustellen uno in der össentlichen Meinung herab- zuwürdigen, mithin zu beleidigen, zu einer Bestrafung nach.lrr. lS des PreßgesetzeS in Verbindung mit tz 95 des Reichsstrafgeseybuches aber nichi zu gelangen gewesen sei— auf Grund der Bestimmungen der Art. 29 und 22 des Preßgesetze« gegen Mnth(zugleich in Betracht dessen, daß er sich bereit« eine gleiche Verletzung semer redacliomAn Pstichien zu schulden kommen lassen) auf eine Oronun g«strafe in Höhe von sechszig Thalern. Vernichtung der(396) konfiszirte» Eremplare der Nummer, Tragung der Unlersuchungskosten und Ver- öss-iittichung des UnelS durch die„Leipziger Zeitung."__ Die Tornbacher Affäre vom 1«. Juni*) »ber die in Rr. 51. dom 26. Juni d. Bl. berichtet wurde, ist vor dem Wiener Landeigcrichte vom 23—23 Sevtbr. verhandett worden. Von den Angellagten befanden sich 13 in Haft, 14 auf freiem Fuße. Es waren 45 Zeugen vorgeladen und 25 Zeugenaussagen schriftlich eingegangen. Die Anklage erstreckte sich auf„Störung der össentlichen Ruhe",„Uebertreiung dei Versammlungsgesepes",„Berbrechen des Aufruhrs",„Verbrechen der össentlichen Gewaltthätigkeit",„Aufreizung zu Fcinojeligkeite» gegen einzelne Elassen der Gesellschaft", Verqehcn des Äuslauss durch Ungehorsam gegen die Wache",„wörtliche Wach- beleidigung",„wörtliche und thatliche Wachbeleidigung", und„Ein- mengnng in die Vollziehung öffentlicher Dienste." „Dle Anklage erzählt vie Vorgänge", bemerkt der„VolkSwille" „welche nach Beendigung des Ausflu;s vom 16. Juni d. I. in Neu- Ssrä fcie intenfloe ,«oIudon8rt SProMganiw rie'fVt(ön~b«8)�'rnr&'on PüfilctteiT nöd)' auf � tarmvollen, extensiven B-emonstrauonen vorzuztchen lst.; Fälschungen, welche der„Neue Social- Demokrat" mit der übereinstiinmend init der Polizeipeesse, daß auf der Gordonwiese„Hoch ersten Falle weiß man wenigstens, wofür man— wenn es Erlläruna des Letzteren in der„Demokratischen Zeitunq" die Republik",„Hoch die Commune" gerufen worden sei und ähnliche eben unvermeidlich ist- leiden muß. vorgenommen hat. näher einzulassen, müssen wir der® ahr- 1 ��"aÄt. �~** S-°°tsanwa.t,chafl hat sich die iheit gemäß erklären: daß Herr von Hofstetten nie! Nach Emwickelung der Antlage beginnt das Verhör milder Ver- Für JohttUU Jacobh. auch nur eine Stunde Mitglied der social-demo-! nehmung des Angeklagten August Denk, des Veranstalters des Aus- Durch den„Braunschweiger Volkssreund"(in einer uns> kratischen Arbeiterpartei war. Die Hiebe also, die stuges. Denk ist 21 Jahre alt._.,,...,,„ nicht gerade lieben Weise) herausgefordert, hat Herr Fritzsche der,.Neue" gegen Hofstetten in seiner angeblichen Eigenschaft als Ruhestöruuq�an s-G Ziri gekommen"ri. Auf der Wiese habe�kriner- sich veranlaßt gesehen, offen Farbe zu bekennen. In Nr. 39!„Mitglied und Anführer der Eisenachcr Partcr führt, sind � ui Demonstration stattgefunden. Als ihm Commissär Tauoinger die des„Botschafter"(Cigarrenarbeiterorgans) erklärt Herr Fritzsche Lusthicbe. Wir verlangen und erwarten, daß der„Neue Abstellung der Fahnen befohlen habe, seien dieselben auch sofort in den (wie im„Neuen Sozialdemokrat") positiv. i Sozialdemokrat" das Thatsächliche dieser Erklärung verössent- Wald getragen worden Er werde übrige.» durch Zeugen b-w-is-n, .) Johann Jacoby»ich.°»»-j.m-» ,« h-b--. m.ff------ J*.* m* untc.Wfa,! g.Ä'Ä L SS glauben es, da wir keine Beweise gegen ihn haben.) daß, wenn der„Neue Sozialdemokrat wmuUch die Bewelse bie Mißhandlungen und Schimpfereien der Sicherheitswachlnänuer 2) Daß er unter den„letzten Konsequenzen der Sozial- so sicher davon hat, daß verschiedene unsrer Mitglieder und dcmokratie" nicht dcn Eintritt in dcn Allgemeinen deutschen namentlich auch Marx Polizeispivne sind, er nur um so eifriger Arbeiterverein verstehe. den von uns angedeuteten Vorschlag eines Kongresses der 3)„Für ihn und jeden denkenden Sozialisten ist es eine verschiedenen Fraktionen ergreifen kann, da ihm hier ja die! Revolution bildet; sonst sehr selten. Und da nun obendrein — wie wir an der Dornbacher Affäre sehen— von den heutigen Der„Neue Social-Demokrat" hat mit der„Demokra- Gerichten jede Gelegenheit wahrgenommen wird, die Arbeiter tischen Zeitung" in Berlin eine Polemik über die Person dcS mit dem Maße des HochverrathSparagraphen zu messen, auch£ierrn von Hofstetten begonnen, in welcher er dcn Letzteren wenn sie ihn nicht begangen haben, so lst«m, daß auf! einen Anführer der„Eisenachcr Partei" bezeichnet. Ohne klagen. Keiner von den Ängeil.gte» hat die obenerwähnten reoo.u- twnären Rufe vernommen. Ein der Arbeiterpartei sehr freundlich ge- st intes Blatt, die„Vorstadt-Zeitung", fühlt sich gedrungen, aus dem Verhör der Angeklagte» folgendes Resumö zu ziehen: , Nils dem Verhör der letzten U Angeklagien hat sich unsere schon ausgemachte Thalsache, daß die sozial-detnokratische Arbeiter- beste Gelegenheit geboten wird Angesichts unserer Parteidelc- am ersten Verhanblungstag gewonneuc Anschauung nur bestärkt. Daß Partei ebenso wie der Allgemeine Deutsche Arbeiter- Verein Z girten seine„unwiderleglichen" Beweise zu produzircn. diese letzten Konsequenzen der Sozialdemokratie erstrebt und daß man sich nur uneinig über den jjVeg ist, der zum Ziele führt, d. i. daß man sich um die Form streitet, unter der die Arbeiter zum Kampfe für diese Konsequenzen organisirt sein sollen." Anstatt auf unsere in Nr. 78 d. Bl. gemachten Einigungs- vorschläge eine kurze und bündige Antwort zu geben, bringt der „Neue Sozialdemokrat" in seiner Nr. 115 vom 4. Oktober einen„Ein Merkmal der entschiedenen Sozialdemokratie" über- stcn Arbeiter— wie bekannt, stehen durchgehend« allen Arbeitern so- wohl von ihren Meistern als von de» belrefsenden Polizeiämlern die ehrendsten Zeugnisse zur Seite— daß, wen» diese Arbeiter zu Auf- wieglern, zu tiaaisgesährlichen Individuen gestempelt, ihrer Arbeit, einige ihrer Familie, dem darbenden Weib«, dem hungernden Kinde.» entzogen wurden, wir dies blos dem tactlosen, geradezu 4)„ Wenn Herr Dr. Jakoby heute erklärt,. aller Grund und schriebenen Artikel, aus welchem unschwer zu entnehmen ist, Boden, alle Arbeitsinstrumente müssen gemeinsames Eigenlhum werden und die Arbeit ist staatlich zu orga.dstren, damit rationell produzirt werden kann, werde er Herrn Dr. Johann Jakpby zu den Unsrigen zählen und wenn er auch nicht dem Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Verein als Mitglied angehört." Die Erklärungen ad 2) und 3) sind durchaus zufrieden- stellend; nur möge Herr Fritzsche darauf sehen, daß sie seitens seiner Vereinsgenossen Be- und Nachachtung finden. Was die Erklärung ad 4) anlangt, so bringen wir Herrn Fritzsche noch einmal in Erinnerung, daß Johann Jacoby formelles Mitglied unserer Partei ist— geradesogut wie die Mitglieder des Ausschusses und der Controlcommisston— und sich demnach unfern Stuttgarter Congreßbeschlüssen über die Grund? uud Bodenfrage rückhaltslos angeschlossen hat. Herrn Fritzsche zuLicbe.eine Spezialerklärung abzu- geben, daß er ohne Hinlergedanken in die Partei eingetreten die Leiter des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins eine Eini- gung nicht wollen. Wir wenden uns nunmehr an die Mitglieder des Allge- gemeinen deutschen Ärbeilerv reins mit der Ausforderung, ihre Führer zu zwingen, auf unsere gemachten Borschläge zur Einigung mit einem klaren Ja oder Nein zu antworten. t'. prov»cirenden Vor gehen der Polizei zu da.le n haben. baß i„Wen«wir selbst den einmülhigeu Aussagen sämmtlicher Ange- Eine Neuigkeit. Das Verbot der Jnter- nationale in Frankreich ist beseitigt— wahrhaftig und in der That!— Ihr glaubt» nicht? Und doch ist es so! Die Internationale, die durch das Vereinslhor hinauSgehetzt worden ist, istvurch einen Buchhändler- zaden wieder triumphirend in die Hauptstadt Frankreichs eingc- logen: Karl Marx„Kapital" wird in französischer Uebersetzung(bei Lachaitre in Paris) herausgegeben. Uns liegt augenblicklich die schön ausgestattete 1. Serie(deren der erste Band 10 k 50 Cemiines(4 Sgr.) haben soll)— mit dem klagte» gleich einein Staatsanwalt keinen G.auben beimessen wolleu, so berechtigt uns z» der obigen Behauptung der Erlaß des Polizei- Diceklors Lemonnier an den Polizei-Eoinmissär Taudinger, worin es heißt, daß Letzterer nur im äußersten Falle amtlich einzuschrriten habe, jede Provocation vermeiden müsse und nur im Allgemeinen eine „beobachtende Stellung" einnehmen solle; dies der Sinn jenes Erlasse». „Wie wurde deifelb« ausgeführt? Kaum setzte sich der Zug in Be- wegung, kaum wurde ein rother„Lappen" fichtbar, als die Stirnader d?s Polizei-Commissärs anschwillt und er aus die Fahne losstürmt. Herr Taudinger forderte zwar das Einziehen der Fahne, aber durchaus nicht die Auslieferung derselben, welcher Aufforderung man unbedingt nachgelommen wäre, da zu dieser Zeit die Gemülher noch nicht er- hitzt und zu Widersprüchen noch nicht so inclinirt waren. Herr Tau- *) Wir fühlen uns deshalb verpflichtet, über diesen Prozeß— dem eigentlich kaum eine prinzipielle Seile abzugewinnen ist— einen so ausführlichen Bericht zu bringen und namentlich die längeren Eitale aus der„Borstadt-Ztg." und„Tagespresse" abzudrucken, weil die ver- läumderische Press« illcht verfehlen wird, an» diesem Prozesse Kapital zu schlagen, und Palizei wie Gerichte sich aus die uns feindlichen Berichte zu berufen versuchen werden. R. d. V. dwger haue vuf Frage des Prafidniten: warum n nicht gleich beim Übmaisch dcS Zuges aui Ottalring, als er die rothe Fahne sah, die- selbe abverlangte erklärt:„er habe leinen Scandal provociren wollen". Nun, wie wenig es ihm um das„nicht provociren" des Scandal», sondern vielmehr um die Wahrung seiner Haut zu thun war, erhellt wieder daraus daß Taudinger sofort um bedeutenden Succurs sendete, und als deisebe anlangte und er somit seine Haut gesichert wähme, da schwebte ihm schon nicht mehr daS Vermeiden jeder Provocition vor, sondern er forderte die Auslieferung der Fahne mit dem ganzen Nachdruck seiner ihm„zn Gebote stehenden Macht", ohne auch nur einen Augenblick über die Folgen nachzudenken. „Wir fragen, ob der Polizei- Commissär Taudinger nicht einen viel größeren Dienst dem Wiener Bürgerthum um die Aufrechthaltung der Nahe und Ordnung geleistet hätte, wenn er sie ruhig mit ihren rothen und anderen Fahnen hätte ziehen lassen, al«, daß er 31 der besten Kräfte für einige Monate der Arbeit entzieht. Was fragt eine k. f. Polizei um die Sicherheit des Kigenthums und des Lebens der Bür- ger, wenn nur die gehörige Anzahl Wachmänner„kampfbereit" für „landpartielnstige Arbeiter" da sind. „Wie aber die Sicherheilswachmänner selbst mit den Arbeitern um- springen, erhellt aus dem Verhör der Angeklagten, aus welchem wir einige Bruchstücke geben. „Der Angeklagte Max Weinberger erzähl», er habe sich sehr weit vom eigentlichen Kampfplatze befunden, ehe er sich noch Gewißheit über den entstandenen Tumult zu verschaffen wußte, fühlte er sich schon von »om Polizeimann am Kragen erfaßt und mit den Worten:„Schon wieder so einverfluchtexHund!" nach der Wachstube gep rüge lt. „Der Sicher heiiswachmann, welcher ihn am Kampfe betheiligt ge- sehen haben will, heißt Gaist. Besagter Gaist ist ein sonderbarer Kauz; bei 8 bis 10 Aiigetlagten, die sich alle auf den verschiedensten Punkten befanden, weiß Gaist die. graoireiidsteu Facien anzugeben. Jeden Einzelnen will Gaist gesehen haben, wie derselbe sich der Ar- retirung widersetzte. Nun fragte der Angeklagte Weinberger gestern ganz richtig: Wie ist es möglich, daß Gaist Alles gesehen hatte, wie ist es möglich, daß er zu gleicher Zeit au zehn verschiedene Otien die Arretiruug von zehn Individuen beobachten konnte, da ihm doch osiendar»ach seiner Aussage die Airetirunq eines Einzigen zu schaffen gabt' Weiter fragt Weinbeiger den Präsidenten: Wie kommt es, daß er im Polizeihause zweimal, im Laudesgericht im Lause der Uiitersuchung wieder zweimal besagtem Gaist vorgestellt wurde, ohne daß sich Gaist seiner erinnern konnte? Erst nachdem er drei Wochen in Haft sich befand, und er nun zum sünstenmale vorgestellt wurde, da erst erinnerte Gaist sich mit voller Bestimmtheit, daß er— Weinberger— es sei, welchen er gesehen habe, und daraufhin wurde Gaist beeidet. „Angeklagter Rudolf Für paß giebt an: Er befand sich während des Tumults beim„Hirschen" im oberen Stocke eines in der Nähe befindlichen Gasthauses, er war bei dem Feste in gar keiner Weise be- theiligl,«ußie überhaupt nichts vom Feste. Er hatte der Rauferei von oben zugesehen; nach einer halben Stunde, als der Zug sich eni- lernte»nd Ruhe in der Umgebung einkehrte, ging er hinab, uin sich den Kampsplatz anzusehen. Einherschlendernd befand er sich plötzlich im Rücken zweier Polizeimänner, er blieb stehen, horchle ihrem Ge- spräche, da sagte einer zum andern auf seinen Säbel zeigend:„Das is nix für uns, wir sollten scharfg'ladcne G'wehr haben und die Erlaubniß, d' reniieuern zu können in die Hunde, baß sie hinfallen, wie die Raben." Plötzlich wird er von einem der biederen Männer der Sicherheit bemerkr, als er schon mit den Worten apostrophirt wird: ,,Was machst denn Du da. Du L... bub, schau, daß D' z'Haus kommst, sonst hilf ich Tir."„Man wird doch hier stehen bleiben dürfen?" entgegnele der Angedonnerte ruhig. Diese Entgegnung war Grund seiner Verhaftung, in Verbiudung mir unzähligen Faustschlägen, Fußtritten zc. Dies Alles erzählt der Angeklagte Fürpaß mir eurer Einsachheit, Ruhe und Objeciivitäl, die I eben Zweifel an d erWahrheit dieser Aussagen ausschließen. Hierauf richtet er sich mit den Worten an den Präsidenten:„Soll es denn bei uns einem Menschen nicht mehr gestattet sein, über solche Rohheiten uno Gemeinheiten ein Wort zusage»? Welcher Mann, wenn er nur einen Funken Ehrgefühl besitzt, wird stillschweichend solche Rohheiten ergchen lassen?" "Aus diese vom Angeklagten nicht mit Unrecht gestellte Frage, bleibt natürlich das Strafgesetz die Antwort schuldig. _"�ei Angeklagte Fianz Hasel ertlärt: Ich habe gesehen, wie ein Sichcrhetlswachman» auf einen Arretirten dreingeschlagen hat, da Hab' ich ihm g'sagt:„Lassen Sie ihn doch aus, er hat ja nichts geihan." jtatauf sragr mich der Polizeimann:„Wollen's v elleicht auch mit?" Jä) aniworiere:„O nein, das wünsch' ich mir gar nicht."„Dann kommen Sie nur mit," entgeqiute der PoUzeimaim und— ich ward arretirt." „Ueber die Vernehmung des Polizeikommissärs Taudinger sagt b>e„Vorltadlzeitung":„Wir haben schon öfters betont, um Eonsliete bei VereiiiSoersamnilungen— welcher Art immer— zu vermeiden, um nicht unnölhig Stand anfziiwirbel», sollten nur solche Poiizeiver- treter den Versammlungen beiwohnen, die doch halbwegs den dort be- handelten Thematen gewachsen sind. Dasselbe gilt auch für alle j'ne Falle, wo Regierungsvertreter als solche mit dem Volke in Berührung Ju kommen haben. Es genügt nicht, daß etil Polizeikommissär nöthigen- t! Ferner Strenge und Unerbittlichkeit bei Scandalea auftrete, londern es ist und vielleicht vor allem Anderen nothwendig, daß er so v>el Bildung und Tact, so viel Routine besitze, um einen Scandal vberhaupi so viel als möglich zu vermeiden. .„Herr Taudinger besitzt aber weder die Bildung, noch den Tact ?st)U, und das war die Ursache dieses bedauernswerthen Prozesses. *Ja§ haben wir aus dem Wesen, aus Red' und Antwort deS Herrn fonbinger entnommen. Dieselben waien so unklarer, vager Natur, ia sehr oft im Widerspruche mit seinen zu Protokoll gegeheuen Aus sagen, "tll sie einen deprimirenden Eindruck selbst auf einige Gerichtsräthe tuachten." „Aus der Vernehmung des Polizeiacmars Kad l ec ist Folgendes vemerkenSwerth: „Präsident: Glauben Sie, daß auch dann Widersetzlichkeiten platz- sttgrisien hätten, wenn Sie die Leute mit ihren Fahnen hätten ruhig abziehen lassen? „Kadtcc(»acheinerPause):Da»» hätten keineplatzgegrisfen. „Bei der Vernehmung der Sicherhetlsivachmänner stellt sich die Sachlage für die Angeklagten noch günstiger, we»ha:b wieder die Polizei- presse diesen Theil der Verhaitdlung vollständig übergangen Hai.— Die Aussagen der Polizeiwachmänner sind widerspruchsvoll und mit thren früheren Aussagen gar nicht m Einklang zu bringen. Die Wiener„Tagespresse" bemerkt:„Weniger als aus der An- "age ging aus der Verantwortung der Angeklagten ein Jrrthum her- vor, der damals begangen wurde und nichijzii übersehen ist, insofern ver heiße Kamps um die Fahne der Bäcker, zu deren Tragung dieselben berechtigt sind, und erst in zw eiler Linie um die so- Zialdemokra lijchen Abzeichen entbrannte." Weiter berichtet die„Tagkspresse": „Denk, der der„Ruhestörung" angeklagt ist, will gar nicht am Kampfplatz? gewesen sein. „Vogel gruber erklärt, daß er aus die ringenden Arbeiter stieß und sah, wie zwei Arbeiter von der Wache nievergeworsen wurden. Darüber äußerte er:„A, das ist schön!" Da packie ihn ein Wach- haui� ber Brust, stieß ihn nieder und zerrte ihn in das Gemeinde- „Rabelweiß noch heute nicht, warum er arretirt wurde. Er näherte sich dem Kampfplätze; da erscholl der Ruf:„Da ist einer von den Aibeitersührern!" und im nächsten Augenblicke sah er sich sest- Summen, gestoßen, geschlagen und in das Gemeindehaus geschleppt. stieß man ihn zu Boden, trat ihn mit Füßen und men I�?11'b» Würgte, habe er sich gewehrt, um Lust zu bekom- der rothen Fahnen im Garten nichts wissen wollten, giebt die« Hauk zu. Er erzählt, daß sich um 8 Uhr die Arbeiter zum Rückmärsche an- schickten, daß ein Trupp mit der Bäckerfahne voranging, daß, als er diesem folgend, gegen das Gemeindehaus kam, dnselbst bereits ein be- deutender Tumult war. Die Arbeiter und Sicherheits-Wachleute schlu- gen sich gegenseitig. Er sah. wie Arretirungen vorgenommen wurden und machte sich aus dem Staube. Am anderen Tage Nachmittags wurde er in den Thaliasälen arretirt. Er weiß nicht warum; er hat nur seinen Tischgenosjen von den gestrigen Borfällen erzählt und bemerkt, daß die Sicherheitswache»ie Räuber tber die Arbeiter her- gefallen seien; dann, daß die Erbitterung der letzteren eine große war und die Wache gewiß erschlagen worden wäre, wenn nicht so viele Weiber und Kinder dabei gewesen wären, „Berger rechtfertigt seine Anwesenheit auf dem Kampfplatze damit, daß er, vom Gedränge mitgerissen, in die Mitt« zwischen Sicherheitswache und Arbeitern gerielh. Er konnte weder rückwärts noch vor- wärtS und daher auch der Aufforderung, sich zu entfernen, keine Folge geben. „Kratschw il kam mittelst Westbahn nach Hütteldorf, von da auf die Gordonwiese; er will keinerlei Ausschreitungen der Arbeiter da und auf dem Zuge nach Dornbach bemerkt haben. „Präs. Haben Sie auch keine rothe Fahne gesehen? „Aug«kl. Ja ein roth'S Schnupftüchel auf ein Stecken, wenn da? eine Fahne ist. „Präs. Sie sollen„Vorwärts" gerufen haben. „Angekl. Allerdings, ich befand mich aber damals bereits jen- seits der Wache und wollte nur, daß man vorwärts nach Wien gehe. Gesehen Hab' ich auch, wie die Wachmänner die Arbcier abg'fangt ha- den, wie der Schinder die Hunde. „Rosenberg hat gehört, wie Taudinger die auf die Wache pral- lende» Arbeiter zur Herausgabe der Fahne aufforderte.„Mir", sagt dieser Angeklagte,„kam das selbst klassisch vor, daß man die Arbeiter mit rothen Fahnen hinausziehen ließ und am Rückwege ihnen die Fahnen verbieten wollte. Wie ich das sag', krieg ich einen Faustschlag auf den Kopf und ein Wachmann sagte:„Wart Hundling, Dich kenne ich schon", und lo war ich arretirt. „Pelleter will zufällig zu Boden gefallen sein und einen Säbel- hieb in'S Gesicht eingeheimst haben. „Der Wachmeister, der Prunn er arretirte und einen Schlag über den Kopf erhielt, gesteht, den Prunner an seiner rothen Halsschleife zu Boden gerissen, die Enden der Schleif« zusammengedreht und Pruuner an der zusammengedrehten Schleife aus daS Wachtzimmer gezcrrt zu haben. „Eines ist auch merkwürdig, daß jene Belastungszeugen, die mit offenbarer Befaiigenheii der Roihwendigkeit einer bestimmten Antwort entgegensehend, sich auf das Protokoll berufen,»nd wenn ihnen der Präsident die betreffenden Stellen aus demselben verliest, sich auf einmal mit aller Bestimmtheit der Person und der Aeuße- rung, um derenwillen die Arretiruug erfolgte, erinnern." 'lieber den Ausgang des Prozesses siudei der Leser das Nähere in der„Politischen Uebersicht." men.— Nabel' machte nicht den großen Arbeiier-Ausfiug mit, sondern fuhrt- vom„Hirschen" in Hernals etwa hundert Mitglieder des Bäcker- sachvereins in die Dörnbach umgebenden Wälder. Diesem Zug wurde ftl# cn-.. � �- die erwähnte V-tti�ahne vorgetragen. Am Rückweg- �s dem Walde trafen die Bäcker mit den Andern zusammen und veretmgren m«" Garten„zum Hirschen". Anaeklagte. weder im „Falz besand sich, wie v'-l- Er sowie Andere, hatte «rohe» Zuge noch in dem der Backer.'f.l, in bm � pe- sür sich eine Partie unternommen und war zu» g »» ww« w*»i« Gewerkschaft der Holzarbeiter. Hamburg, 1. Oktober. Die Berliner Böttchergisellen welche an die Herren Arbeiigeber nachstehende Forderungen gestellt, baben, sind, wie ein uns zugeganges Telegramm mittheilt, seit dem 1. Oktober im Slrike begriffen. Es ist'nothivendig, daß denselben, die zum großen Theil unserer Gewe.kschast angehören, jede mögliche Unterstützung geleistet wird. Wir fordern deshalb die Gewerksgeuossen «nd Parteifreunde an allen Orten dringend auf. dasiir zu sorgen, daß dieser Slrike zur allgemeinen Kenntniß der Böttcher(Küper) ge- bracht wird und daß dieselben aufgefoidert werden, Ntchr nur den Zuzug fremder Arbeiiskräste nach Berlin zn inh ibiren, nild Sorge zu tragen, daß die Strikenden so viel wie möglich von Berlin fort- gezogen werden, sondern auch dafür zu wirken, daß den Strilenden alle möglichen materiellen Hilssmittel zugewandt werden. Der Ausschuß der Gewerkschaft der Hslzarbeiter. Th. Dorck, Vorsitzender. Erhöhter Lohntarif für Böttcherarbeit. Spiritus-Fässer: Transportsaß 2 Thlr. 15 Sgl., 500 Spiritus- saß 1 Thlr. 20 Szr., 400 Spiriiussaß 1 Thlr. 15 Sgr., 1 Punschon 1 Thlr. 12 Sz. 6 Pf., 1 Doppelohm 1 Thlr. 4 Sgr., 1 Oxhoft 1 Thlr. 2 Sgr. 6 Pf., 1 Ohm oder Barell 1 Thlr., 1 Eimer zn 60 Quart 20 Sgr., 1 Anker>5 Sgr.,'In Anker 12 Sgr. 6 Pf.,'U Anker 10 Sgr., für Pack- und Seifcngefäß äS'/alo pro Stück Zulage nach den jetzigen destehenden Preisen. Bayrischbier-Gefäß:% Tonne 12 Sgr. 6 Pf., 1U Tonne 17 Sgr. 6 Pf.,'/» Tonne 22 Sgr., 6 Pf., Vi Tonne 1 Thlr., 2 Tonnenstück 1 Dhlr. 15 Sgr., 4 Tonnenstllck 2 Thlr. 10 Sgr., 6 Tonnenstück 3 Thlr. Lagerfaß: 10 Tonnen 4 Thlr. 10 Sgr., 15 Tonnen 5 Thlr. 10 Sgr.. 20 Tonnen 7 Thlr., 25 Tonnen 8 Thlr. 15 Sgr., 30 Tonnen 10 Thir., von 30 Tonnen«uswärls pro Tonne 10 Sgr., für Botliche pro 100 Quart 10 Sgr. Wockienlohn 3 Thlr.— Ueberstunden und Sonntazsarbeit pro Stunde 5 Sgr. SämmtUchc Accord- und Lohnarbeit dauert von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends inel, eine halbe Stunde Frühstück, ein: Stunde Mittag und eine halbe Stunde Vesper. Wird die Aceordarbeit weiter geführt, so erfolgt der Zuschlag pro Stunde mit 2 Sgr. 6 Pf. Sämmtliche Arbeiten. die hier nicht angeführt stnd, heben sich mit dem Procentsatz um 33'/-. An den drei Heiligabenden ist um 4 Uhr Feierabend. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Stuttgart, 4. Oklbr. Zum Schuhmacherstrike. Es ist bereits die zweite Woche, daß wir den Kamps gegen unsere Arbeitgeber aufgenommen habe», verflossen, aber noch iü kein Ende abzusehen, im Gegentheii mit jedem Tage wird der Kamps hartnäckiger. Einige Klein- meifler haben unsere Forderungen bewilligt, bei welchen fortgearbeitet wird. Ein gewisser Herr Rauser hat aber auch schon sein Wort wieder gebrochen. Auf den Kongressen in Leipzig und München, wo hauptsächlich die Lohnsrage die Tagesordnung bildete, haben die Herrn Aadeilgeder(wie uns die' Münchner Colleg?» per Telegramm berichtet haben) beschlossen, uns Sluttgarter Arbeitern nichts zu bewillige», was auch daran» erhellt, daß sie seid jenen Kongressen alle Hebel in Bewegung setzen, um uns mürbe zu machen. Schon sind mehrere von uns. welche am Bahnhof und anderen Orten ausgestellt sind, um die zurdsend.n Eollegen zur Weiterreise zu bewegen, arretirt(natürlich auf Geheiß der Meister) und auf das Polizei-Amt gesührt worden; sie wurden aber, nachdem sie verhört avaren, wieder frei gelassen, Einen jedoch hat man über Nacht cinge- steckt und den andern Mittag erst verhört und dann freigelassen. Kollegen! Ihr seht hieraus, welche Mittel die Meister anwende», um uns zu vernichten, es soll ihnen jedoch nicht gelinge», wir werden aus- harren. Bemerken muß ich noch, daß unsere Vermuthungen, welche wir von sogenannten Arbeitgeber-Eongresjen gehegt habe»,«siehe Nr. 73 des„Volkstaat") vollkommen zur Wahrheit geworden sind. Da in Stuttgart da» Komilee des süddeutschen Arbeiter-Verband- sich befindet, so werden dieselben serner alles Mögliche aufbieten, um den hiesigen Strike zu vereiteln, Kollegen und Arbeiter I Ihr seht wie schwierig unser Standpunkt ist, zumal da sehr viele Arbeiter nach Stuttgart gereist'kommen. Die Haltung der Strikenden ist eine vortreffliche und Keiner wird, wen» unsere gerechte Forderung nicht bewilligt wird, die Arbeit wieder auf- nehmen; eher verreisen Alle. Wir bitten daher dringend, jeden Zuzug sern zu hatten. Scbou vielen Geschäftgenossen sind wir für die schnelle Hülfe tu größtem Dank verpflichtet, aber die Nolhwendigkeit zwingt uns nochmals an Eure Opserwilligkeit zu appcllirea. Arbeiter unterschätzt den hiesigen Strike nicht; setzen wir unsere Lohnerhöhung durch, so ist auch zugleich der Bund, den die Arbeitgeber gegen die Arbeiter gegrstnd-t haben, vernichtet. Wir bitten unsere Geschäfts- und Parteigenossen, uns beizustehen. Wir rechnen fest auf Eure Hülse. Nachträglich muß ich berichten, daß lmsere Arbeilgeber, als sie hörten, daß es Eni st werde mit dem Arbeitniederlegen, alle Diejenigen, welche nicht sorlarbeiteten mit einer förmlichen Ermission bediohlen. So sagte u. A. Herr Fischer, Langestraße Nr. 7. Vorstand des süddeutschen Arbeitgeber- Verbandes schon Samstag, den 21. Sept., Abends zu seinen Arbeitern: wenn Sie milstriken, habe ich kein Obdach mehr für sie. DaS Komische an der Sache ist, daS mehrere Arbeitgeber zugestanden habe», wir hätten eine Lohnerhöhung nöthig, aber trotzvem bewilligen fie doch nichts. Darum Kollegen, verlaßt uns nicht in unserem Kampfe und verhelft nns zum Sieg. Brief u. s. w. sind zu addressiren an Strecker bei Schuhmacher Weingärtner, Go.isstraße Nr. 19. Mit sozial-demokratischem Gruß B. Schröder, Vorsitzender des Strike- Komitee. Alle arbeiterfreundlicheu Blätter werden um Abdruck des Bor- stehenden gebeten. Rochlitz. In Betreff meiner Aufforderung in Nr. 77 des Volks- staai" zur Betheiligung am Schuhmacherkongreß in Berlin haben die Berliner Kollegen ein Schreiben an mich gerichtet, das ich hiermit öffentlich beantworte. Ich hege keine Hintergedanken; dn aber im „Volksstaat" Weimar als der geeigneiste Ort für den Kongreß viorze schlagen war, so glaubte auch ich mich diesem Borschlage anschießen zu müssen. Da aber die Majorität für Berlin gestimmt haben soll so muß es heißen: auf zum Kongreß nach Berlin. Auch hoffe ich daß die Internationale stark vertreten sein wird. Nochmal» bitte ich die Vorstände der Arbeitervereine im 14, sächsischen Wahlkreis, die Schuhmacher darauf aufmerksam zu machen, daß nur durch eine Ber- einigung unsere Lage zu verbessern sei. W. Lehmann, Schuhmachermstr. Mühlgraben 293. Gotha, 21. Septbr. Zum deutschen Schuhmacher-Con- greß in Berlin. Auch wir können diese Angelegenheit nicht unberührt lassen und haben wir dieselbe in unserer letzten Versammlung als Gegenstand einer Besprechung ausgestellt. Wir sind mit dem Congreß ganz einverstanden, indem eS an d.r Zeit ist, da» sich die Schuhmacher regen, wenn sie nicht ganz herunterkoimnen wollen. Nahm man vor kurzer Zeit ein Zeitungsdlatt zur Hand, so konnte man lesen, cs werde» da oder dort Arbeiter gesucht, die bei ieichler Arbeit 5— 6 Thlr. verdienen könnten. Rechnen das die Heireu Arbetti- geber für leichte Albeit, wenn ein Schuhmacher von früh 5 bis Abend» 9 Ubr sitzt und dennoch den Lohn nicht erreicht, um auskömmlich leben zu könne»? Wenn es auch Einige darunter giebt, die ansreichendea Lohn erzielen, so leidet doch die Mehrzahl durch diese Zeitnngslügeu, indem der Hausbesitzer mit der Miethe ausschlägt, und auch mehr Steuern auferlegt werden. Nun zum Congreß: Nach längerer Be- rathung sind wir zu dem Beschluß gelangt: 1) Daß B-rlin nicht die geeignete Stadt dazu ist, in dem wir unser» süddeutschen Brüdern die Sache etwas erlelchtern müssen; deßhalb schlagen wir Weimar vor, weil dadurch die Reisespesen geiinger werden, und es vielen Vereinen möglich wird, einen Deiigirten zum Congreß zu schicken. 2) Muß der Congreß frei sei» von jedem Parleihaß, denn Einigkeit macht stark. Also auf zum Congreß, aber nicht nach Berlin, sondern nach einer näher gelegenenZStadt. Auch»luß ich unseren Münchner Brüdern recht geben, wenn sie sagen, die Berliner gingen etwas einseitig vor, indem selbige bei ihrer letzten GeneralversammRng den Antrag der Nürnberg- FürtherBrüderin Erwägung brachten, das Resultat ihrer Erwägungen aber nicht im„Boiksstaal"'veröffentlichien. Was nun unfern Verein anbelangt, so kann ich die Mittheilunz machen, daß derselben in stetem Wachsen begriffen ist; er zählt nahe an 100 Mitglieder. Es ist zwar eine geringe Zahl im Verhäitniß zu der Gesammtheit der Schuhmacher, die hier beschäftigt sind, wir glau- den aber ganz sicher, daß binnen kurzer Zeit die meisten unserer Kollege» zur Einsicht gelangen und zu unsern Verein beitreten. Aber ei ist dringend nöidig, daß der„Voikistaat" unter den Arbeitern verbreitet roiib.Jmmit sie klar werden über ihre gegenwärtige Lage. Schließlich muß ich noch erwähnen, daß unserm Vorsitzenden Herrn Bock alle Ehe- gebührt, für seine unermüdliche Ausdauer mit welcher er den Verein vertritt. Möge er noch lange an der Spitze unseres Vereins bleiben. Louis Seebach, Schriftführer. Lffcnbach. In der am 25. Sept. abgehaltenen Schuhmacher- Versanunlung wurde inj Betreff des Berliner Schnhmacher-Eongresses Folgendes einstimmig angenommen: l)Welche Gründe veraiilaßten das Berliner Comitee, eiiieil Congreß einzuberufen? 2) Warum ist noch kein Programm aufgestellt 3) Wir sind nicht gewohnt biiudlingi einer Coiigreß-Einladung Folge zu leisten. Für's Erste haben wir tiichl überflüssige Gelder zu verausgaben, sodann haben wir a-ch nicht Lust, einer Anzahl Leuten Gelegenheit zu einem Prinzipien-Duell zu geben, um schließlich so programmios auseiilander zu gehen als man kam. Diese Fragen möchten wir vor Allem von unseren Berliner College» beanlworlei wissen. Damit nicht abermals ein Bund im Bunde entstehe, rathen wie ihnen vielmehr, an dem Bestehenden kräftig weiter zu arbeiten. Kölsch. (Es liegt uns ein gedruckter Aufruf de« Berliner Comitee'« vor, nach welchem de» Beraihungen des Kongresses 9 Punkle zu Grunde gelegt sind. Den Anfrus bringen wir im Auszüge in nächster Nnmnier. R. d. V.) Leipzig, 29. September. Auf einen vor einiger Zeit im hiesigen sozialdemokratischen Arbeiterverein gegebenen Berich: de» Herrn Tischer über den Mainzer Kongreß folgte auf Wunsch vieler Freunde ein zwei- ter Berichl de» gerade zur Messe anwesenden Herrn Motteller aus Crimmitschau. Der Redner betonte Eingangs seiner Rede, daß der Kongreß auf ihn wie aus die Mehrzahl der Delegirten den günstigsten Eindruck gemacht habe. Wenn trotzdem einzelne Delegirie unbesriedigt von Mainz geschieoen seien, so sei dies wohl nur auf Rechnung der allerdings mehrfach unliebsamen und laiigwierigeu Debatten in der Vorversaminluiig zu setzen. An die Leistungen des Mainzer Kongresses dürfe mau aber nicht mit dem Maßstab subjektiver Wünsche heran- treten. Der objektiv Urtheileude werde mit ihm, dem Reoner, der Meinung sein, daß der Kongreß seine Schuldigkeit gelhan habe. Die geschlossenen Sitzungen seien von dem besten Geist beseelt gewesen, und wenn man einzelne Miizlieoer wegen Prinzipienbruchs ausgeschlossen oder auf Dauer von jeder Parteilhäligkeit suspeudiri habe, so sei dies ein Beweis, wie ern l es den Delegirten um das Ansehen der Partei und die Reinheit des Prinzips zu lhun gewesen sei. Mit demselben Ernst habe man die einzelnen Punkte der Tagesordnung diskutirl und zum Wohle der Gejammiheil erledigt. Sei also die Thätigkeit des Kongresses nach allen Seiten hin eine zusrieoenstellende zu nennen, so sei ein Gleiches zu sagen von der Partei. Angesichis der unaufhö.lichen Bersolgangen einzelner Partei- Mitglieder wie ganzer Mitglicoschasten seien die Leistuilgen in stnan- zieller und agitatorischer Hinsicht in erhö jtem Maße erfolgt und die Partei in beständigein Wachsthum beg>iff-n. Zum Schlüsse seines Berichtes erklärte sich Herr Motteller bereit, über die von ihm noch nicht beiührteii Punkte jede gewünschte AuS- kunft zu ertheilen. Gabriel frug hierauf, welche Beschlüsse der Kon- greß bezüglich der künslige» Haltung gegenüber dem Allgemeinen beut- scheu Arbeiteroerein gefaßi habe. Motteller ertgegnete unter Hinweis auf die bereils durch die Parleiblälter zur Genüg' bekannt gegebene Resolution des Kongresses, daß die soziaidemokraiische Partei von jeher die Hand zur Versöhnung geboten, daß aber bei der jetzigen Stimmung der Leiter des Allgemeinen deutschen Arb.nteroereiaS an eine Einigkeit nicht zu denken sei. Pätzold zilirte sodann au« der Nr. 78 des„Volksstaat" eine Stelle des Artikels„eine Antwort", in der er eine Herabwürdigung Lasjalle's, mithlii auch eine Beleidigung eines jeden Lassalleaners erblicken müsse. Wolle man in Wahrheit eine Einigung, dann müsse man vor Allem selber die Angriffe einstellen. In seiner Eiitgegnung konnte Motteller in dem Passus:, die sozialdemokratische Arbeiterpartel war, stets der Ansicht, daß weder 100, noch 1000 Millioneu reichen, und daß eine Lösung der sozialen Frage auf dem von Lassalle vorge- jchlazenen Wege überhaupt unmöglich ist"— keine Lasjalle herab- setzende Aeußerung erblicken. Da es sich, wie der Artikel ganz richtig sagt, mchi um 100, noch um 1000 Milliouen handele, sondern, da die Sache vielmehr so steht, daß eine Lösung der sozialen Frage erst dann eintritt, wenn nicht nur die Produktiv» sondern auch die Cousumiion genossenschaftlich organisirt sei, so enthalte der Passus eine Beleidigung Lassalle's nicht. Er warne überhaupt vor jeder Art Personenkultus. Da Niemand unfehlbar sei, so sei es baarer Unfiiin, au die Unfehl- barkeit Lassalle's zu glauben. Di« Ausführungen des Herrn Motteller fanden allgemeinen Bei- fall, freilich nicht den des Herrn Pätzold, der noch verschiedene Ein- Wendungen zu machen hatte. Erfurt. Am 21. Sept. d. I. tagte im Rathskeller eine Boll» Versammlung mit der Tagesordnung:„Der Dresdener Handwerker tag." Der Bevollmächtigte des bis dato einzig dastehenden von ver- schiedenen Gewerkcn gebildeten Mitgliedschaft der„Holzarbeiter" er- öffnete»ir bestimmten Stunde die zahlreiche, dem Raum nach über- füllte Versammlung. Nachdem die übliche Wahl erledigt und der Bevollmüchtigie als Vorsitzender mit einem Stellvertreter und Schrift- führer ihren Platz eingenommen, sollte die Debatte über genannte Tages- ordnung eröffnet werden. Da die beiden benachrichtigten �Referenten, Reichelt aus Avolda und Bock aus Gotha aber nicht erschienen waren, so mußte wohl oder übel ein anderer die Berichterstattang übernehmen. Derselbe schilderte in gewandter Rede das Wirken hiesiger Jonungs- meister, die ihre Arbeiter durch polizeiliche Zwangsmittel zu kirren gedenken. In einer Petition an den Reichskanzler Bismarck und den Grafen Jtzenplitz wird die Einführung der Arbeitsbücher wie die damit verbundene Forderung der Streichung des Z 110 der neuen Gewerbeordnung, die den Fortgebrauch der Arbeitsbücher sistirt, von ihnen verlangt.— Nachdem Referent unter großem Beifall über Gewerbcfreiheit und Freizügigkeit gesprochen und deren Licht- und Schattenseiten klargelegt, forderte er namentlich die anwesendenKlein- meister auf, der Organisation brizutreten. Nachdem Redner mit be- geisterten Worten der Vorkämpfer unserer Sache gedacht und nach- dem er die Arbeiter zum fleißigen Studilim der sozialistischen Schriften und Zeitungen ermahnt, wurde schließlich folgende Resolution, die gleichsam als ein Protest gegen den Dresdener Handwerkertag anzusehen ist, angenommen: „Die heutige Volksversammlang erklart den Dresdener Handwerkertag als ein von der Bourgeoisie und der Kapital macht ausgehendes Machwerk und im grellen Widerspruch mit den Bestrebungen des allgemeinen Wohles.— Die heu- tige Volksversammlung fordert die Erfurter Dclegirten des Hand- wcrkertages auf, ihre Thätigkeit aus das Gebiet der Gewerb schaften zu lenken." Coburg. Als Most nach seinem ersten Vortrage in Coburg (6. Sept.) unsere Stadt verließ, versprach er, nach dem Mainzer Eon- areß wieder einen Abstecher hierher zu machet,. Er hat sein Wort am 26. Sept. gelöst. In dem Schreiben, durch welches er seine zweite Hierherkunft anzeigte, stellte er die Tagesordnung der zu berufenden Volksversammlung ganz dem Eoburger Arbeiterverein anheim. EL wurde für gut befunden, ihn um einen Vortrag zur Rechtfertigung der Grundsätze der Sozialdemokratie und der Internationale zu ersuchen Er war auf das erste Wort damit einverstanden und hat seine Xus- gäbe seiner würdig gelöst. Dieß wird hier hervorgehoben, weil hier und wahrscheinlich auch anderswo in Mainz verbreitet worden, die Agitatoren der Arbeiter hielten überall dieselben auswendig gelernten Reden. Wenn man sich aus Redensarten beschränken will, und be schränken kann, ist eine Improvisation gar nicht einmal so schwierig, inhaltsvoll kann eine Improvisation nur werden, wenn dem Redner ein reicher Stock von Thatsachen zu Gebote steht, was ernst verarbeitete Kentnisie voraussetzt. Davon haben beide Reden Zeugniß gegeben. Was der Redner gelernt hat— und dessen ist nicht wenig— hat er nicht auf Universiiätcu und nicht aus gelehrten Büchern, sondern im Leben gesammelt. Most steht nicht allein da.- Aus der Mitte der Arbeiter haben noch andere Männer sich erhoben im Besitzt geistiger Mittel, welchen ihre mit aller Universitätsgelehrsamkeit getränkten Gegner nichts entgegenzusetzen haben als rohen Schimpf, tückische Verläumdung, Verdrehung des Rechtes und gewissenlose Gewalt. Sie thaten weit besser, in Männern dieser Art eine außerordentliche Erscheinung an- zuerkennen und aus dieser Erscheinung zu schließen auf innere Vor- gänge, denen sie nichts entgegenzusetzen haben, weil ihnen die. Einsicht in dieselben, ja der Sinn für dieselben fehlt. Nicht blos unter den ganz Unwissenden, sondern auch unter den Halbwissern hat sich durch die schlechte Presse die Meinung eingenistet, die Sozialdemokralen seien Räuber, welche den, Reichen ihr Vermögen nöthigenfalls mit Gewalt nehmen und unter sich theilen wollten. Der erste Theil der Rede Mosl's war der Wiederlegung dieses Jrrthums gewidmet. Ohne eist beweisen zu wollen, daß arbeitliebende Menschen nicht auf Raub ausgehen, zeigte er, daß die Arbeiter nicht mehr beanspruchen, als. iß der ganze Ertrag ihrer Arbeit ihnen zu Gute komme, während jetzt oer Mittelsmann zwischen Erzeuger und Verbraucher, der Kaufmann in allen Gestalten— auch der Fabrikant ist eigentlich Kaufmam»— das Beste, d. h. das Meiste für sich behält. Nachdem Most schon früher gezeigt hatte, daß die wachsende Be wegung unter den Arbeltern nicht künstlich erzeugt sei, sondern aus dein Großbetrieb mit Nothwendigkeit hervorgehe und also überall gleichen Schritt halte mit der Zunahme desselben, ergab sich mit Nothwendig- keit der Schluß, daß an dem Großbetrieb die Schuld dieser Erscheinung liege. Most sagt aber nicht, daß man den Großreichen ihre Fabriken kurzweg nehmen müffe, sondern blieb stehen bei der schon allgemein ausgesprochenen sehr bescheidenen Forderung, daß man den Arbeitern unter die Arme greifen müsse, um sie in den Stand zu setzen, durch Errichtung von Produktivgenossenschafte» die Arbeit in ihre eigenen Hände zu nehmen, entweder durch Ablösung der bestehenden oder durch Errichtung neuer Unternehmungen. Allein auch da bewies er die Mäßig ung der Arbeiter in ihren Forderungen, er verlangte nicht Zwangser propriativn, wie die Kapitalisten sie üben bei Unteriiehmungen, die ihnen Gewinn abwerfen, z. B. bei Eisenbahnen u. dergl. Der zweite Theil von Most's Rede behandelte die Beziehung der Arbeiterfrage zu dem, was man den Staat nennt. Er machte eS Jedermann deutlich, daß die gesellschaftliche Frage nicht ohne diestaat- liche gelöst werden könne. Aus seiner Rede ging hervor, daß, da die bestehenden Staaten, mit wenigen Ausnahmen gewaltsamen Ursprungs seien und wie wir hinzusetzen möchten, wie Schmarozerthiere vom Leibe der gesummten Gesellschaft, zumal dem arbeitenden Theile derselben, zehren, die Umgestaltung des alten, aus Gewaltllbung hervorgegangeiien und auf Gewalt forterthaltenen Staate in einen wahrhaften Rechtsstaat die unerläßliche Vorbedingung der Umgestaltung der Gesellschaft fei. Daher kommt es, daß die staatliche» Fragen regelmäßig mehr anregen, als die gesellschaftlichen. Die staatlichen Fragen liegen un- mittelbar vor unsrer Thüre, an die gesellschaftlichen Fragen können wir nur gelangen durch die Hinwegräumung der staatlichen Uebelstände. Daher bemerkten wir an der zweiten Rede Mösts dieselbe Erscheinung, die wie an der ersten beobachtet hatten: der Redner wurde wärmer und wärmer, je tiefer er in die staailichen Fragen kam. Das war nicht auffallend, es liegt in der Sache; aussallend aber ist, daß Manche, und zwar nicht Arbeiter, die zweite Rede im Ausdrucke schwächer fanden als die erste. Das ist insofern ein gutes Zeichen, als es eine Besserung der bis- her herrschenden Stimmung bekundet. Es wird ausdrücklich ver- sichert, daß gerade die stärksten Stellen des staatlichen Theiles der Rede vielfach gezündet haben.— Bei der Behandlung der Internationale machte der Redner deut- lich, daß diese Frage'mit d.r staatlichen luui�st zusammenhänge. Während man die unechten Sozialdemokraten wild kommunistisch wüthen und toben lasse, weil alles noch in großer Ferne liegt, lasse die Internationale unsre Gegner nicht schlafen, weil sie die Art an die Wurzel des Raubspsiems der alten Adelsstaaten lege. Die Jnter- nationale und die staatliche Frrage seien also eigentlich Eine Frage. Auch den alten Staat wollen wir nm des Friedens willen umgestalten. Die Internationale will den Frieden nur sicher stellen, indem sie ihn ans alle Ruubstaaten ausdehnt. Wir fügen hinzu, wie es jetzt unter uns stehe gebe es keinen Frieden, nur Waffenstillstände. Gerade durch die Weise, in welcher Most in seiner zweiten Rede austrat, hat derserbe machtig gewirkt. Unter Jenen, die auch nur Eine seiner Coburger Reden gehört haben, hat Most kaum»och einen Gegner. Besonders im politischen Theile seiner zweiten Rede haben einige Sätze gewaltlg gezündet in Menschen von denen man es, ihrer Stellung und Richtung nach, gar nicht hätte erwarten sollen. Das der politisch- Theil der Rede mehr Zündstoff bot, als der soziale, ist ganz begreiflich. Jederniaim weiß, welchem Abgrunde die kapita- listische Ausbeutung die Gesellschaft zuführt, Jedermann weiß aber auch, daß erst die staatliche Umgestaltung durchgemacht sein muß, ehe er über die gesellschaftliche auch nur zu einer recht klaren Anschauung gebracht werden kann, weil erst reiner Boden gemacht sein muß, ehe man wissen kann, was sich machen läßt. Most hat in Coburg ein sehr gutes Andenken hinterlassen, diezweite Versammlung war mehrfach stärker besucht als die erste uno eine dritte wird noch stärker besucht sein, trotzdem, oder vielleicht gerade deßwegen, des am Borabend feiner Zlb reise nach Chemnitz in Folge des von dort ergangenen Steckbriefes von der Polizei auf Most ge- ahndet wurde. Most gelang es sich der Verhaftung zu entziehen und die freie Straße nach Chemnitz zu gewinnen. Offenbach, 2. Oktober. Am 30. September hielten wir hier eine öffentliche Parteivcrsammlung ab, in welcher Herr Ellner aus Frankfurt anwesend war. Es fand sich auch eine große Anzahl Mit- glieder vom Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein ein. Man sprach beiderseits über die Maßregeln von Seiten der Reaktion gegen die Sozialdemokraten. Mit Freuden nahmen wir den in Nr. 78 des „Volksstaat" gemachten Vorschlag zu einem Kongreß auf. Die Ver- sammlung verlief in harmonischer Weise und die Einigung der hiesigen Arbeiter ist um einen bedentcnden Schritt näher gerückt. Es»äre wünschenswerlh, daß man in allen Orten bei beiden Parteien die Einigkeit anstrebte. Man denke an die Wahlen und an unsre Verl folger. Einig sind wir Alle». Zersplittert gar nichts. Mit sozial-demokratischcm Gruß: W. Kölsch. Vom Rhein.„Ja, wir haben unfern Emiffären es sind di� nothleidenden Arbeiter—" und die unbefangen noch parteilosen Menschen, die da hören, was wir Sozial-Demokraten wollen und die keine Bedientenseelcn sind. Wir haben unsere Emissäre in den Sympathien, die sich allerorts zeigen auf der Reise und in der Heimath der größten Genugthuung kann ich es sagen. Ich komme in der Welt herum, sehe und höre es fast täglich, so daß es mir Thatsache scheint, die Stärke unserer sozial-demokratischen Partei liegt außerhalb unseres Vereins, in der sich immermehr Bah» brechenden lieber- zeugung der»ahrhaft Gebildeten. Gesellfchaftszirkel in der Heimaih die mich seiner Zeit wegen meinen sozial-demokratischen Ideen für einen Narren gehalten, sie geben mir heute schon recht. Touristen fand ich im Eisend abn-Waggon und auf de» Dampfbooten. Sie sehen ein, daß der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer lebt und nicht umgekehrt. Die Beamten oller Grade, die nicht aus Rcntabiliiät allergnadigster Fußtritte spekuliren, sie ssympathisirten mit mir unter vier Augen, der eine mit mehr, der andere mit weniger Vorsicht und Zurückhaltung. Ausdauer deshalb Freunde! Unsere Sache steht gut, und geht in dem Grade voran, indem wir zusammen halten, fest und treu an unserer Sache. Mannesmuth Freunde allerorts! Unsere Emissäre zählen nach Tausenden, sie tragen Bsousen, Frack und goldbetreßte Uniformen; sie stehen aber nicht vor, sondern hinter uns, beobachtend wie wir es treiben. Schassen wir nur fort und fort gute und ganze Arbeit, halte wir unsere Partei rein von unsauberen Sildjektcn lind unsere Emissäre forniiren sich zu Bataillonen und rücken vor, uns zurufend: Ihr habt Eure Schuldigkeit geth an, Vor posten der Menschheit. Ein Lrttelgang im Herbste. In Lumpen gehüllt, ein Kind auf dem Arm, Das Antlitz durchwühlet von bitterem Harm, So schwanket dahin ein Bettelweib; Kaum tragen die Füße den müden Leib. So schwankt sie bis zu des Reichen Haus, Er schaut gerade zum Fenster heraus: „„Das trägt doch am liebsten den vettelsack, „„Das faule, das unnütze Lumpenpack." „„Ach Herr, erbarmet Euch meiner Roth!>' „„Ihr wißt es, mein lieber Mann ist nun todt, „„Das Schwungrad halt' ihn zu gut erfaßt— „„Die Rippen entzwei! Nun ist er erblaßt. ,,„Als er noch lebte— ich denke zurück „„An unser bescheidene? stilles Glück— „„Da harten wir Kleider, da hatten wir Brod! „„Das schreckliche Schwungrad! Er ist nun todt. „„Und meine drei Würmchen, nun vaterlos, „,,Und das vierte, das noch i» meinem Schooß, „„Sie sind nun dem Hunger, dem Elend preis, „„Dem Laster vielleicht und der Schande, wer weiß! „„Mein Mann ist verunglückt in Eurer Fabrik, „„Fahrlässig, so schien es des Richters Blick.— „„Ich bin nun elend, bin nun in Roth— „„O Herr, gebt mir, gebt den Kindern Brod! „„Des Winters denket, der nun vor der Thür, „„Und denket der Kinder.— Ihr habt ja fchier „„Millionen auf Zinsen, Ihr seid so reich, „„Erbarmet Euch meiner, seid mild und weich!"" Und siehe, des Reichen Herz ist erweicht. Er dreht sich zur Kasse um und er reicht— Ein blinkendes Goldstück gar? Ei beileib'— Nein, Einen Kreuzer dem weinenden Weib.— Für Amtoncen im Monat September schulden:») Altona: Soz.-dem. Arb.-Ber. 22 Ngr.(Aug. 9 Rgr.), Holzar- beitergew. 8 Ngr., Sauer(Aug. 4 Ngr.); Allgöburg: Arb.-Partei (Juli' 26 Ngr., Aug. 1 Thlr. 18 Ngr.), Stollberg 7 Ngr.; Braun- chwcig: Böttchergewerkschaft(Aug. 8 Ngr.); Vreslan: Arb.-Partei 23 Ngr.(Aug. 1 Thlr. 4 Ngr.); Berlin: Arb.-Partei(Mai bis Juli 20 Ngr.); Cöln: Berg(Febr. 2 Ngr), Arb.-Partei ITHlr. 21 Ngr.; Eassei: Arb.-Partei z Merkels Adresse! 10 Ngr.; Tcubcu: Krause 6 Rgr.; Dresden: Schneideroerein(Mai und Juni 11 Ngr.), Taggesell(Mai und Juni 9 Ngr.); Darmstadt: Dönges(Landcsagitation April 8 Ngr.), Holzarb.-Gewerkschaft l Febr. 3'� Ngr.); Elberfeld: Born(April 10 Ngr.); Eiseiiach: Volksverein(14 Ngr.; August) Erfurt: Holzarb.-Gew. 16 Ngr.; Franke» bergt Soz.-dem. Verein (Aug. 8 Ngr.); Sroizenhain: Manufaktnrarb.- Gew. 8 Ngr.; Gotha: Soz.-dem. Arb.-Ber. 17 Ngr.; Glauchau: Bolksverein (Aug. 26 Ngr.) Hamburg: Soz.-dem. Arb.-Ber. 20 Ngr., Hildes- ljeit«: Vespermann 8 Rgr.; Hannover: Soz.-dem. Arb.-Ber. 10 Ngr. (Juli u. Aug. 1 Thlr. 20 Ngr.); Kirchhain: Burkhardt 5 Ngr. Luga«: Turnver.(Juni 9 Ngr.); Leipzig: Holzarb.-Gew. 22 Ngr., (Juli u. Aug. 2 Thlr. 6 Ngr.); Melallarb.-Gew.26Ngr.(Aug. 26 Ngr.), Kiirschner-Fachverein 5 Ngr.(Juni u. August 2 Thlr. 17 Ngr.); Mainz: Schnhmachergcw. sAug. 6 Ngr.). Lemoisne 5 Ngr., Leyen- decker(März ö'/ü Ngr.); München: Arb.-Partei(Januar u. August 21 Ngr.), Schuhmachergew. 2 Ngr.; Penig: Volksverein 1 Thlr.; Pforzheim: Arb.-Partei(Aug. 2 Ngr.); Ncichenbach i. V. Müller 10 Ngr. Arb.-Partei 26 Ngr.,(Aug. 26 Ngr.); Rochlitz: Soz.-dem. Arb.-Ver.(Januar u. Sept. 1 Thlr. 4 Ngr.); Ronneburg: 2 Thlr. (Aug. 22 Ngr.); Stuttgart: Schuhmachergew. 3 Ngr.(Aug. 3 Ngr.), Schrciner-Gew. 4 Ngr., Arb.-Ber. 9 Ngr.; Stade: Holzarb.-Gew. 8 Ngr.; Stollberg: Arb.-Bildungsver.(Aug. 16 Ngr.); Wiesbaden: Schulz(evchuhmacher) 6 Ngr.; Werdan: Arb.-Part.(April 3'k Ngr); Zwickau Arb.-Ver.(Stiftungsfest Juli 15 Ngr.), Dotzauer(Juni ' Ngr.)__ Brteflasten der Expedition: Fleischer, Kleinzschocher, f. Abon. 3. Quartal Thlr. 1 Gr.— Kobitzsch, Dresden, f. Abon. 3. Quartal 12 Thlr. 28. Gr. 5 Pst— Foltin, Pest, 2 Thlr. 25 Gr. crh.— Kraus, München, f. Abon. 3. Quartal 35 Thlr. 2 Gr.— Schulz, Hamburg, für Abon. 3. Quartal 50 Thlr., die verlangten Schriften noch nicht zu haben, Kalender erscheint bis Mitte di.ses Monats. Altona: Bier für Annonce 15 Gr.— Orbig, Gießen: Ist ein Versehen.— Mangold, Eßlingen: Ihr Conto für Schriften, Annoncen und Abonnement ist bis 30. September beglichen.— Bronnenmayw, Göppingen: Unsere Hubertusburger haben noch kein Exemplar vom„Hohenstaufen" ge- sehen.— Teuscher, Großenhain, für Schriften 4 Gr.— Kette! junior, Weimar, für Abonnement 3. Quartal 8 Thlr. 20 Sgr., für Schriften Thlr. 10 Sgr.— Bauli, Straßburg, Abonn. Okr 8 Gr. Edel- man», Salzburg, 1 Thlr. 17 Gr. Schulz, Klagenfurt, 2 Thlr. 10 Gr.— Müller, Bensheim! Bei Angabe des Abonnements für 6 Erpl. per Kreuzband im Briefkasten Nr. 79 ist ein Fehler eingeschlichen; selbe kosten 2 Thlr. 29 Gr. nicht 1 Thlr. 20 Gr.— Fall. Cöln, s. Abon. ' Quartal, 24 Thlr.— Altschäsfel in München s. Abonn. 2. Quartal 12 Thlr. 7 Gr. 4 Pf.— Theis, Marburg: die Annonce kostet 5 Gr. — Silbermann, Pest, Brief mit Inhalt erhalten. Rest für Schriften 17 Gr.— Doctor Volkelt, Biala, für Abonn. 4. Cnartal 1 Thlr. 4 Gr. erh.— Lönnecker, Chicago, für Schriften 10 Thlr. erhalten. — Jhsen, Hamburg: Auf dem Manu script ihrer Annonce war das Datum nicht angegeben. der Redaktion: G. W. in Stuttgart: Wir bitten Sie, die Angele- genheit mit Frohme nunmehr auf einem anderen Wege zum Austrag zu bringen.— M. R. in Erfurt: Gewiß, senden Sie nur ein.— Jhsen, Hamburg: Ihre Berichtigung kommt zu spät.— M., Zürich: Von anonymen Zusendungen machen wir grundsätzlich keinen Ge- brauch. Für den Volksstaat. Bon Kettel jr. Weimar Schuldschein Nr. 7l gratis zurück. _ Die Erpedition des Bolksstaat. Für Leipzig. 8o?i»1-tleiuoIirati8oIier Arbeiter-Tereln. Freitag, den 11. Oktbr.. Abends 8 Uhr im Leipziger-Saat. Tagesordnung: Soz.-politiicher Wochenbericht, Ref.: Kaspar., Freie Diskussion, Fragekasten. Gäste willtommen. Der Vorstand. Nächste Woche geschlossene Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Kastenbcricht, Neuwahl des Vorstandes. DaS Lokal wird nocb bekannt gegeben._ Für Leipzig. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Die Auischußfitzung findet Donnerstag den 10. Oktober bei Zeibler gr. Wiiidmühlciisir. Nr. 7 statt. Die Vorstände der Sectionen haben die Pflicht zu erscheinen. ____ D. O._ Für Hamburg. Versammlung des deutschen Tabak-Rrbeiter-VereinS. Eber- hahn'S Clubtotal, Zeughausmarkt 31. Mittwoch den 9. Oktober Abends 8'h Ubr. Tagesordnung: Nutzen der Gewerkschaften. Referent Herr A. Geib. G. M. Jhsen, Bev. NB. Nicht-Mitglieder haben Zutritt. Für Hamburg. Concert u. Ball des sozial-demokratischen Arbeitervereins am Sonnabend, den 12. Oktober, Abends 9 Uhr, in Tüdge'S Etabliffcmcnt. Karten a 4 Schill, sind bei Herrn Traumann, Dragonerstall unter 25; Geib, Rödingsmarlt 12, dein Colporteur de«„Volksstaat", sowie bei den Comitee-Mitgliedern zu haben.») Für Gotha. Die Filialerpedition befindet sich nunmehr bei Herrn Christ., Lämmerhird t, Berg 37. j- Für(Sulingen Nächsten Sonntag, Abends Zusammenkunft bei Kuge, Bierbrauer (Kies.)_ Gewerkschaft der Holzarbeiter. Den Mitgliedern zur gefälligen Kenntnißnahme, daß unser Ver- kehrslokal in Berlin, Landsbergerstr. 15 sich befindet, und von Herrn Julius Schnitze, Brunnenstr. 39 das Reisegeld ausgezahlt wird. Der Ausschuß: Theodor Do rck. Für Breslau. Sopai-demokratische Arbeiter-Partei. Montag, den 14. d. M., Abends 8 Uhr Mitgliederversammlung im hintern Lotale des„Weißen Engel", Kupfcrschnilkdestrahc 11. Tagesordnung:„Die Lokalsrage, Delegalionsangclegenheiten, Anträge zc." Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder bittet _ H. O e h m e. Jntcrnatioualc Mauusaktur-, Fabrik- und Haud- arbeiter- Gewcrksgenofseuschaft. Da ich von heule ab, auf mindestens 4 Wochen verreist bin, sind alle unsre Gewerkschaft betreffenden Briefschaften zu richten: an Ludwig Mehlhorn, Exped. des Bürger- und Bauernsrcund, Gelder: an E. Stehfest u. Cie. hier: I. Motteler, Crimmitzschau den 10. Oktbr. 1872 z. Z. L Vors.(2) 1 Gesucht wird ein Scbnlimacbergeselle ans Männer- und Fraucnarbeit, am liebsten ein Parteigenosse, zum sofortigen Antritt. Marburg i. Hessen. Johann Th eis, Schuhmacher. Bezüglich des vom Weber Herrn Friedrich Frenze! tn Stollberg im.Volksstoat Rr. 74 eingerückten Inserats stehe ich, falls vorgedachte Schreiberei irgend Jemand näher inte- reffiren sollte, soweit daffelbc n>ich betrifft, mit allen wünschenswerthc» linterlage» gern zu Diensten. Wilhelm Lange tn Hohenstein. Bekanntmachung. Der bereits angekündigte Volksstaatkalender aus das Jahr 1873 erscheint im Laufe nächster Woche. Inhalt: Kalender.— Geschichtskalender.— Vermisch teS.— Marat, ein Bruchstück.— Zahlen reden.— Novelle. Preis per Expl. 3 Ngr. Stempel 6 Psg. Bei Abnahme von mindestens 20 Expl. Rabatt; Die Buchhandlung nnd Expedition des„Volksstaat" *) Die Vexjxauensmänner, Vereins- und Gewerkschafts-Voxstände werden, unter Hinweis auf ihre Pflicht ansgesordert, für Berichtigung der Beträge, besonders der Rückstände, Sorge zn trage n Tie Expedition des„Bolksstaat'. Den Parteigenossen empfehlen wir für die Verbreitung der nachsolgeuden Blätter eifrigst zu wirken: „Braunschweigcr Volksfreund" erscheint wöchentlich sechsmal kostet durch die Post bezogen per Quartal 15 Sgr. exclus. Bestell- geld. Verantwortl. Redakteur: W. Bracke, j»n. „Chemnitzer Freie Preffe" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet durch dle Post bezogen per Quartal 15 Sgr. Verantwortl. Redak- teur: Hermann Weck. „Crimmitschauer Bürger- und Baucrnsreund" erscheint wöchent- lich fechsmal, Pre s per Quartal durch die Post bezogen 12'/, Ngr. Redakteur: Gustav Kwasniewski. „Dresdner Bolksbotc" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet per Quartal durch die Post bezogen 18»i«Sgr. Verantwortl. Redakteur Theodor Daschner. „Fürthcr demokratisches Wochenblatt" erscheint wöchentlich ein- mal, kostet per Qualtal 6i„ Sgr.— 22 Kr. südd. Redakteur: Anton Rtcmminger. „Demokratische Zeitung" erscheint in Berlin wöchentlich sechsmal, kostet per Quartal durch die Post bezogen 1 Thlr. 10 Sgr. Re- dakteur: C. Lübeck. ..Demokratische Blatter" erscheinen alle 5 Wochen 1 Heft, 2 Bogen stark, in 10 Nummern jährlich, in Königsberg, kostet durch die Post bezogen für das Halbjahr 15 Sgr. Redakteur: S. Kokosty. „La Liberi«' Sozialistisches Organ erscheint wöchentlich einmal in Brüssel, Preis per Jahr 12 frc.- 3 Thlr. 6 Gr.(4)lt „L'Egalit«" Organ der intern. Arbeiterassoziation in der franz. Schweiz, erscheint in Gens monatlich zweimal, kostet per Jahr 1 Thlr. 10 Gr. „Das Felleisen" Organ der dcutshen Arbeiterbildungsvereine in der Schweiz, erscheint alle 14 Tage einmal, Preis per Quartal 4 Sgr.' Leipzig: Bernntw. Redakteur A. Mut h.(Redaktion und Ex- pcditio» Hobestr. 4.) Druck und Verlag von F. Thiele.