j�O, 82. Tonnabenv, 12. October. 1872 Erscheint wöchentlich 2 mal �" O�i MoWKattB�Hrrt«: r�rrz r£\at* WS langen deS In- und Au-- V H>M■ W �■ OL■ W■■/ �■■ flW■■■ per Quartal, per ,!,n»t 4'/, landes an.\ U IM B■■■ LjM■■■■■■■ Ngr., für Leipzig und Um- Wr Leipzig nehme«/ B B � B I■ fl V T B B Ii»»» segmd per Quartal l3N,r. Bestellungen an: /B.B /ilB» H JL./bBHI»N H ZUialerpeditieu für dicB«. >te Expedition, Hohe Sk. t. WM' etsizten Staate«: ». Bebel, Peterkstr. iS, � � 8 � VV W F x. Sorge, Box 101 F- Thiele, Emüienstt. 2. Hoboken N.J. vuiNew7ork Organ der so)ial-dtmokratischen Arbeiterpartei und der Internationalen Gewerksgeuossenschasteu. Der Tauschwerth. Von(S. A. E. „Die nationalökonomische Werthvorstellung ist eine Haupt- Position, man kann sagen, die entscheidende Position im wissen- schaftlichen Streite deS Socialitmus und der bürgerlichen Na- tional-Oekonomie. Di« letztere hat durch Vernachlässigung klarer Werthbestimmungen selbst nicht wenig Schuld daran, daß der Sozialismus mit bestechenden Werth-Theorien dem bürger- lichen Privat-Ggenthum wissenschaftlich sehr nahe auf den Leib zu rücken vermocht hat." Professor Schäffle hat mit diesen Worten den Nagel auf den Kopf getroffen; von der Richtigkeit oder Unrichtigkeit des Werthbegrisses, wie ihn nach Adam Smith Ricardo, Carey, endlich Marx festgestellt hat, hängt die wissenschaftliche Begrün- dung der sozialen Forderungen ab; ist die Marr'sche Werth- Theorie richtig, so läßt sich gegen die weiteren Schlußfolgerun- gen kein Wort mehr einwenden; ist diese Theorie aber falsch, so fällt das ganze System zusammen. Das erkennt ja auch Professor von Sybel in seinen Vorträgen über die Lehren des heutigen Sozialismus und CommunismuS an:„Wer ihm Marx) die ersten Sätze zugiebt, wird unwiderstehlich zur An- erkennung der letzten Folgerungen genöthigt." ES scheint daher zweckdienlich, nicht nur die von Marx ausgestellte Werththeorie immer von Neuem zu vertheidigen und zu erklären, wie diei in den Nr. 1 bis 4 dieses Jahres ge- schehen ist, sondern auch einmal die von den Gegnern aufge- stellte Werththeorie einer Besprechung zu unterziehen, und wol- lcn wir unS daher diese Werththeorie, wie sie die Professoren Schäffle und von Sybel populär formulirt haben, näher an- sehen. ES handelt sich dabei natürlich nur um den Tausch- werth. Professor Schäffle definirt den Werth folgendermaßen: „Der Tauschwerth ist die Bedeutung eines GuteS, welche „aus Anlaß des praktischen Aktes des Tauschens von den Tau- „schenden dem Gute beigelegt wird mit Rücksicht auf den Ko- „stenaufwand, den es den Tauschenden verursacht hat, oder „ersparen wird, wenn er e« eintauscht, und mit Riicksicht auf „die Befriedigung, welche durch Veräußerung verzichtet, durch „Erwerb erlangt wird. Der Tauschwerth eines Gutes ist stets „Produkt sowohl einer Kosten-, als einer Gebrauchswerth-Er- „wägung, ein Urtheil deS mit Rücksicht auf die Unlust, mit „Rücksicht aus die Befriedigung Lust empfindenden Gefühls." Ganz dasselbe sagt, mit anderen Worten, Herr von Sybel: „Der Tausch ist ein zweiseitiges Geschäft, der Tauschwerth „wird nicht durch einen Faktor, sondern durch zwei bestimmt, „durch das Quantum menschlicher Lebenskraft, daS zur Erzeu- „gung der Waare nothwendig ist, und durch das Quantum „menschlicher Lebenskraft, das vom Gebrauche der Waare erhofft „wird. Er wechselt je nach dem augenblicklichen Verhältnis „beider Faktoren. Die Energie, die zur Herstellung der Waare „schlechterdings erforderlich ist, bezeichnet seine unterste, seine „Minimalgrenze, die Energie, die sich in dem augenblicklichen „Verlangen nach der Waare ausspricht, seine oberste oder Ma- „ximalgrenze. DaS stete Maaß des Tauschwerths ist demnach „nicht allein die Zeitdauer der erzeugenden Arbeit, sondern das „Verhältniß derselben zu dem Drange deS dadurch zu stillen- „den Bedürfnisses: oder, um eS mit einem Worte auszuspre- „chen, die Zweckmäßigkeit der Arbeit ist Quelle und Maaß des „Werths." Fassen wir den Inhalt dieser Sätze kurz zusammen, so lautet derselbe: Der Tauschwerth ist das Produkt der Schätzung von Käufer und Verkäufer. Erstercr nimmt die Schätzung vor unter Berücksichtigung deS Nutzens, den da» Gut ihm gewäh- ren kann, Letzterer unter Berücksichtigung der Arbeit, die die Erzeugung des Gutes gekostet hat.— Die Volkswirthschast hat nur mit den materiellen Gütern, mit den Maaren, zu thun; Marx beginnt das„Kapital" mit den Worten:„Der Reichthum der Gesellschaften erscheint als eine ungeheure Waarensammlung;" man darf daher auch nur an materielle Gegenstände denken, wenn man sich den Begriff der„Werthschätzunz", wie er in den Theorien der bürgerlichen Oekonomen vorkommt, klar machen will. Wohl spricht man von der Werthschätzunz einer Person, von dem Werth einer wissenschaftlichen Untersuchung, einer aufopfernden Handlung, der Gesundhei.,— diese idelle Werthschätzung ist aber nur bildlicher Natur, gehört nicht in den Bereich des Tauschwerths. Der Tauschwerth, der hier zu definirm ist, ist der einer Waare, die auf dem Markt von einer Hand in die andere gehen kann. Da behaupten also die Gegner, der Tauschwerth sei das Resultat einer zweiseitigen Schätzung, folgerichtig ist also über- Haupt kein Tauschwerth vorhanden, wenn die zweiseitige Schä- tzung nicht stattfindet; der Tauschwerth würde also nur im Moment des Tauschens geschaffen, um sofort wieder zu ver- schwinden. Kann man denn aber überhaupt etwas schätzen,«aS gar nicht existirt? Der Tauschwerth einer Waare muß unbedingt vorhanden sein, sonst kann man seine Größe gar nicht schätzen; die Schätzung kann sich also aus gar nichts anderes beziehen, als aus die nicht genau zu messende Größe! Wenn wir die Ausdehnung eines Körpers nicht genau kennen, so schätzen wir dieselbe,— entsteht durch unsere Schä- tzung nun erst die Ausdehnung, oder finden wir nicht vielmehr durch die Schätzung nur das ungefähre Maß der Ausdehnung? Die Schätzung des Tauschwerth» kann sich immer nur auf seine Größe, auf seinen Maßstab— den Preis— beziehen. Die — bewußte oder unbewußte— Verwechselung von Tauschwerth und Preis hat diese fehlerhafte und falsche Vorstellung vom Tauschwerthe entstehen lassen! Weil wir heute den Tauschwerth jedes GuteS nach einem durch Gewohnheit und Gebrauch eingeführten Maßstab, nach Geld messen, erscheint Preis und Werth identisch; der Werth liegt aber, wie das Marx vortrefflich ausgeführt hat, in der Waare drin, ist in ihr geronnene Arbeitszeit, Arbcitsgallerte! Durch die Schätzung von Käufer und Verkäufer kann also gar kein Tauschwerth entstehen, die Schätzung stellt nur die Größe desselben fest. Die Gegner gestehen nun zu, daß die Schätzung des Verkäufers sich nach den Kosten der Herstellung richte,— der Käufer schätze aber nach dem Nutzen, den das Gut ihm gewähren werde. Der Tausch ist ein zweiseitiges Geschäft; jeder Käufer ist auch Verkäufer und umgekehrt; ja man kann behaupten, daß der Begriff„Käufer" erst ein durch den Begriff„Verkäufer" entstandener ist. Wer irgend eine Sache kaufen w:ll, muß vorher Geld haben; Niemand kann auf die Idee kommen, eine Sache einzutauschen, der nicht ein Aequivalent besitzt, daß er dafür hingeben will; Jeder ist also schon Verkäufer, ehe er Käufer sein kann. Da nun Jeder, der etwas austauschen will, als Verkäufer den Werth seines Tausch- objckts— die Kaufkraft desselben— bereits abgeschätzt hat und kennt, ehe er eine Schätzung deS ihm gebotenen Aequiva- lentes vornimmt, muß auf beiden Seiten die Schätzung nach dem Interesse des Verkäufers— d. i. nach der in der Waare enthaltenen Arbeitszeit— vorwiegend sein, sobald nur der Tausch von beiden Seiten als ein vollständig freiwilliger, nicht durch besonder- Verhältnisse erzwungener erscheint. Ist der Tausch kein freiwilliger, so kann von Seite dessen, der dazu ge- zwungen ist, eine richtige Wertschätzung überhaupt nicht voraus- gesetzt werden. Machen wir uns das an einigen Beispielen klar. Im Urzustand, in dem Jeder nur für sich producirte, war der Tauschverkehr ein ganz beschränkter, da von beiden Theilen nur die überflüssig producirten Lebensmittel vertauscht werden konnten. Hat Jemand nun irgend eine Sache über- flüssig, so wird der Werth für ihn ein ganz geringer sein— einfach aus dem Grunde, weil die zur Erzeugung verwendete Ar- beit gesellschaftlich nicht nothwendig war. Erst in der kapita- lisiischen Produktionsweise wird alle Arbeit zur„Erzeugung von Waare" verwendet; in allen ftüheren Gesellschafts-Epochen ist die Produktion für den eigenen Bedarf vorwiegend. Daher stellt sich der Tauschwerth auch erst in der Neuzeit in seiner reinsten, ausgeprägtesten Form der Beobachtung dar. Anders gestaltet sich der Tausch in dem Fall, wo der eine Theil schon Waare zum Tausch producirt hat, der andere Theil aber noch den Ueberflnß fortgiebt,— ein Verhältniß, wie wir es im Verkehr der civilisirten Nationen finden. Hier bestimmt der Waarenbesitzer den Preis; er weiß genau, was ihm die Waare kostet, und bestimmt danach, wie viel der Andere von dem über- flüssig Vorhandenen dafür zahlen soll. Der Tauschhandel, wie er an der Westküste von Afrika mit den Negern getrieben »ird, bestätigt die Richtigkeit dieser Ansicht,— alle verlegene Waare wird den Negern gegen ihre Produkte angeschmiert,— nicht das Gefühl der Beftiedigung, was durch den Besitz der Waare erlangt wird, bestimmt die Höhe des Tauschwerths, sondern die schlaue Berechnung des betrügerischen Händlers. Selbst noch in unserer Zeit kann man die Richtigkeit dieser Behauptung an den auf dem Lande umherziehenden Händlern prüfen, welche die den Landleuten überflüssigen Waaren, Lumpen, Knochen zc. nicht kaufen, sondern gegen werthlose Ringe«. eintauschen. Da bestimmt immer der wirkliche Waare besitzende Händler den Preis, weil eine richtige Werthschätzung des eigenen Produkts den überflüssige Erzeugnisse besitzenden Landleuten un- möglich ist. In den beiden angeführten Fällen, wo Ueberflüssiges fort- gegeben wird, ist der Tausch nicht frei, erst dann, wenn Waaren- besitzer dem Waarenbesitzer gegenübersteht, Wiedas jetzt bei unserem gesellschaftlichen Zustand der Fall ist, kann von einem freien Tausch, daher auch von einer unbefangenen Werthschätzung die Rede sein. Daß auch in unseren gesellschaftlichen Verhältnissen häufig Fälle eintreten, die beim Tausch den einen Theil zwingen, der Forderung des anderen Theiles unbedingt nachzugeben, wie das beim Verkauf der Arbeitskraft, bei Theuerunz der Lebensmittel und bei eingetretener Handclsstockung für den Waarenbesitzer gegenüber dem Geldbesitzer der Fall ist, mag hier unberück- sichtigt bleiben. Betrachten wir nur das Verhältniß beim vollständig freien Tausch, wir werden finden, daß nicht die Frage:„Welches Quantum Genußmittel erhalte ich?" das Entscheidende ist, sondern die Frage:„Was kostet mir die. Waare?— X braucht einen neuen Rock, weil sein alter schon schlecht wird, — was thut er da? Er erkundigt sich nach dem Preise. Selbstverständlich würde ihm ein Rock vom feinsten Tuch mehr und besser gefallen, als einer von ordinärem; X kann aber nach seinen Verhältnissen nur 10 Thlr. für einen Rock jährlich ausgeben, da seine Einnahmen von seinen übrigen Bedürfnissen vollständig aufgezehrt werden. Was ist das Entscheivende bei diesem Tausch? Den geforderten Preis setzt X in ein Ver- hältniß zu seinen Einnahmen; sagen 10 Thlr. sind gleich dem Verdienst einer Woche, also für ihn gleich dem Arbeitsprodukt von einer Woche. Er kann nicht mehr opfern, er kauft für 10 Thlr. den Rock, obgleich er weiß, daß ein Rock für 15 Thlr. besser ist und länger hält, als der gekaufte. Setze statt des nothwendigen RockeS eine unnöthige Sache, ein Bild zum Zierrath der Stube. In allen Fällen hat der Verkäufer der Waare den Preis nach der darauf verwendeten Arbeit berechnet; der Käufer prüft den geforderten Geldpreis nach seiner Einnahme, mit anderen Worten, er prüft seine Waare, das Geld, ebenfalls nach der zur Erlangung desselben nöthigen Arbeitszeit. Die Schätzung des Werthes der eigenen Waare beim Tausch wird also von beiden Theilen nach der zur Erzeugung der Waare gesellschaftlich nothwendigen Arbeitszeit vorgenommen, und ist das entscheidende Moment beim Tausch. Wie wird aber der Werth der eingetauschten Waare ge- schätzt? Darüber giebt uns die Lehre der bürgerlichen Oeconomie über die Concurrenz genügenden Aufschluß. Nach dieser Lehre hat bei vollständig freier C»ncurrcnz jede Waare das Streben, sich mit ihrem Preise den Produktionskosten gleichzustellen. Wird zuviel von einer Waare producirt, so sinkt der Preis unter die Produktionskosten, die Fabrikanten hören auf zu produciren, bis der Consum die Waare verschlungen hat; dann ist wieder zu wenig auf dem Markt, der Preis steigt über die Kosten und lockt zu vermehrter Produktion. In der heutigen Gesellschaft sorgt die Concurrenz für das Bekanntwerden der Preise, d. h. der annähernd richtigen Pro- duktionskosten; jeder Käufer kennt also den Durchschnittspreis, d. i. die in der Waare enthaltene gesellschaftlich nothwendige Arbeit; von einer Schätzung ist da nur noch in vereinzelten Fällen die Rede. Es dürfte hiernach klar sein, daß auch die„Schätzung deS Tauschwerthes" von beiden Tauschenden nur Schätzung der Herstellungskosten, d. h. Schätzung der zur Herstellung der Waare gesellschaftlich nothwendigen Arbeit ist. Eine andere, aber auf derselben Auffassung von der Schätzung des Käufers beruhende Erklärung lautet bei von Sybel: „Das Maaß des Werthes ist die menschliche Ar- „beit im Verhältniß zu den menschlichen Bedürfnissen, „die sie befriedigt." Wenn also zur Befriedigung verschiedener Arten de» menschlichen Bedürfnisses gleiche Quantitäten Arbeit verwendet werden, muß nach der Erklärung der Tauschwerth da größer werden, wo ein größeres Bedürfniß vorhanden ist, denn sonst könnte doch von einem Verhältniß nicht die Rede sein. Nun sehen wir aber, daß der Tauschwerth bei allen Waaren, die zur Befriedigung des äußersten Bedürfnisses der Menschen dienen, also bei den �Nahrungsmitteln, geringer ist, als bei allen Lurus-Artikcln. Nehmen wir Mehl und Pomade. Zur Herstellung von beiden Waaren gehört nicht besonders große Kenntyiß; die Arbeit des Müllers ist gewiß nicht leichter zu erlernen, als die Fabrikation von Pomade. Setzen wir sie für in gleichem Zeitraum hergestellte Quantitäten gleich, so finden wir, daß das Bedürfniß nach Mehl, sowohl wa» die Menge der Waare, als auch die Zahl der Käufer betrifft, größer ist, als das Bedürfniß nach Pomade. Nach jener Theorie müßte also der Tauschwerth der letzteren geringer sein, al» der Tauschwerth des Mehles,— wir finden aber bei allen Luxus-Artikeln, die verhältnißmäßig wenige Käufer finden, also nur geringes Bedürfniß befriedigen, höheren Tauschwerth, als bei ordninären Waaren,— ein Beweis, daß auch vorstehend citirte Werththeorie falsch ist.— Wenn Professor von Sybel die bürgerliche Werththeorie mit dem Ausdruck zusammenfaßt:„Die Zweckmäßigkeit der Arbeit ist Quelle und Maaß des Werthes,"— so können wir diesen Ausdruck bestens acceptiren, denn derselbe besagt ja genau dasselbe, wie die von Marx gebrauchten Worte:„gesellschaftlich nothwenige Arbeit." Zweckmäßig ist die Arbeit, wenn sie bei möglichst geringem Verbrauch menschlicher Lebenskraft den in der menschlichen Ge- sellschaft vorhandenen Bedarf an dem betreffenden Arbeitsprodukte beftiedigt. Der Verbrauch der menschlichen Lebenskraft bei der Arbeit richtet sich nach dem Zustand den mechanischen Hülfs- mittel; die Arbeit ist also nur dann zweckmäßig, wenn nicht mehr Lebenskraft verbraucht wird, als gesellschaftlich noth- wendig ist. In Bezug auf die menschlichen Bedürfnisse, die die Arbeit befriedigt, ist sie nur dann zweckmäßig, wenn sie sich diesen Bedürfnissen quantitativ und qualitativ anpaßt, also nur das producirt, was„gesellschaftlich nothwendig" ist. Herr von Sybel sagt also genau dasselbe, wie Marx, ge- gebraucht nur andere Worte, und kann sich von der einmal vorgefaßten Meinung, die Sozialisten müßten auch Wissenschaft- lich Unrecht haben, nicht frei machen. E» ist viel schwerer, umzulernen, als neu zu lernen, sagt Stuart Mill; Herr von Sybel giebt, wie die meisten bürgerlichen Oekonomen, einen treffenden Beleg für die Richtigkeit dieses Ausspruchs.— m Die Anschauungsweise der bürgerlichen Oekonomen von dem Tauschwerth scheint allen Denen richtig, die den Handel mit Waaren als den eigentlichen Tausch betrachten, und daher meinen, daß, weil durch richtige Vorausberechnung der Nachfrag der Kaufmann reicher wird, in dieser Schätzung des Bedürs- nisses die Quelle des Werlhes enthalten sei. I. Diehgen hat schon in Nr. 31 auf diesen Jrthum hingewiesen; durch ten Handel geht die Waare nur aus einer Hand in die andere, Tauschwerih entsteht daraus nicht, denn wa» der Eine durch richtige Spekulation gewinnt, verliert ein Anderer.— So lange nicht bewiesen werden kann, daß die von Marx aufgestellte Werththeorie unrichtig ist— und das ist bisher noch nicht geschehen— so lang« ist auch die Entstehung des Mehrwerths, wie sie Marx erklärt, unwiderleglich, und damit ist die wiffenschaftUche Berechtigung der sozialen Fo.- derungen bewiesen!— Politische Uebersicht. In diplomatischen Kreisen erregt die Sendung eines gewissen Keudell auf den preußischen GesandtschastSposten in Konstantinopel einiges Aufsehen. Besagter Keudell ist nemlich einer der hoffnungsvollsten Zöglinge der„Bismarck'schen Schule",(für die Anwendung von„Blut und Eisen" und die be- kannte„politische Ehrlichkeit"). Daß gleichzeitig die von dm Russen bezahlten Montenegrinischen Gurgelabschneider einen Mord- und Räuberzug auf Türkisches Gebiet(sie nennen es „heiliger Krieg") unternommen haben, wird mit der Sendung des hoffnungsvollen Zöglings der„Bismarck'schen Schule" in Verbindung gebracht; und daß die„drei Kaiser" bei ihrer neu- lichen Zusammenkunft so viel vom„Frieden" gesprochen haben, macht die Sache nur um so verdächtiger. Daß sich etwas gegen die Türken vorbereitet, ist nicht unwahrscheinlich. In diesem Fall würde Rußland und Preußen z usammeu zehn. Jedenfalls halten wir, abweichend von verschiedenen unserer Freunde, für die nächste Zukunft ein aktives Zusammen- gehen dieser beiden Annexionsstaaten für wahrscheinlicher, als einen Krieg zwischen denselben. Die Türkei und— Oester- re i ch bieten ihnen noch auf etliche Jahre hin gemeinsamere „Objekte des Ehrgeizes." Erst wenn diese zwei fetten. Bisten verspeist sind, werden sich die„glorreichen Sieger" in die Haare gerathm. Die Frage ist bloß, ob sie zum Verspeisen die nöthige Zeit haben werden.-- „Wenn man überhaupt das Unglück hat, zu sitzen, muß man nur in Preußen sitzen; da ist es wenigstens erträglich" — sagte einmal Herr von Schweitzer. Eine Illustration zu diesem Ausspruch bietet eine Altonaer' Cvrrcspondenz vom Lst. September im„Neuen Sozialdemokrat", in der es heißt: „Im germanischen Kaiserreiche geschah es nun, daß ein Germane der sich erfrechte, Majestätsbeleidigungen zu fabriziren, bei Kritiken über den Krieg, die spottbillige Regierung der Ameritaner k. in Folge dessen ,.von Rechtswegen" zu mehrmonatlichem Hameler Gefängniß vernrtheilt wurde. Selbiger, Mar Stüh raus Kiel, Provinz Meer- umschlungen, ward alsdann abgeführt. Da nun in dieser civilisirten Monarchie Majestätsbeleidigung als das schwerste Verbrechen betrachtet wird, so wurde Stöhr mit einem wegen Diebstahls zu drei Jahren Verurtheilteu zusammengeschlossen und nach der Rattenstadt Hameln abgeliefert. Bei seiner Ankunft wurden ihm die Haare abgeschnitten, dann wurde ihm die Züchtlingsgarderobe an- gezogen und eine riesige Nummer auf die Brust geheftet, welche hinfort die Stelle seines Namens vertrat. Zum Gefängniß- pfafsen geführt, wurde er folgendermaßen examinirt: Pfaffe:„Nr. 15 glauben Sic an Gott?" Nr. 15(Stöhr):„Verstehen Sie dabei einen persönlichen Gott?" Psasie:„Ein unpersönlicher Gott ist ein vom Satan tnspirirtes Wesen." Nr. 15:„Ich glaube weder an einen persönlichen Gott noch Teufel." Pfaffe:„So— na wir werden später darüber sprechen." Zurückgeführt in feine Zelle ward Nr. 15 mit Strohflechten beschäftigt, welches er lernen mußte. Des Morgens um 5 Uhr begann seine Arbcir und endete Abends 7 Uhr mit'/- Stunde Mittagspause und>/,stllndiger fortwährender Bewegung im Gefängnißhosc. Als Lektüre wurden ihm Bibel, Gesangbuch und ähnliche Sachen zngelhcilt, und als Teufelsbeschwörer erschien dann und wann obiger Pfaffe, deffen Besuch gern gesehen ward, zumal sonst jeder menschliche Laut strenge verpönt war, und derselbe es trefflich verstand, die Lachmuskeln zu erregen. Zur Kirche mutzte Jeder auf Kommando erscheinen, und da die Nimen sämmtlicher Gesängniß- Jnsassen, 370 an der Zahl, sich in Nummer» verwandelt hatten, so katechisirte der Pfaffe folgendermaßen:„Sage mal, Nr. 17, warum wird fo häufig das siebente Gebot übertreten?" Nr. 17:„Aus Notb." Pfaffe:„Ach»as. Sage mal, Nr. 23, was lehrt uns die flioih?" Nr. 23:„Roth bricht Eisen." Pfaffe:„Das hat Dich der Satan gelehrt, denn Roth lehrt beten," u. s. w. Die Beköstigung bestand aus Schwarzbrod, Mehlsuppe, Wasser und Kartoffeln, mit gänzlichem Ausschluß von Fleisch, welches nur den Zuchthäusern als Kon- sumarlikel zugetheilt ist, und nicht den Gesängn iffen." Im Posen er Gefängniß waren neulich— wie die „VolkSztg." vom 1. Okiober berichtet— 31 Gefangene in einem Raum zusam men gep fr o p f t. Da wundert sich der Statistiker Engel noch darüber, daß so viel Gefangene an der Schwindsucht sterben— Ausmerksame Leser der„Volkszeitung" wissen, das Herr Bernstein abwechselnd auf zwei Steckenpferden reitet: das erste ist der Anti-Pfaffismus und das zweite die Jubelhymne, daß die Sozialdemokraten trotz des allgemeinen Wahlrechts nur wenig Vertreter im Parlamente haben, was ein Beweis sei, a) daß Lassalle, der so viel Hoffnungen für die Durchführung seiner Ideen auf das allgemeine Wahlrecht gesetzt, nichts ver- standen habe, und b) daß die Sozialdemokratie im„gesunden Sinne" des Volkes eben keinen Boden fassen könne. Die seitens der Sozialdemokratie diesen sophistischen Aus- sührungcn gegenüber gemachten Einwände, daß das allgemeine Wahlrecht nur in einer reifen, urtheilssähigen, allseitig gebildeten Gesellschaft einen wirklichen Prüfstein abgeben könne, nicht aber in der heutigen Gesellschaft, deren Majorität unwissend, oder verbildet und in Vorurtheilen befangen ist, blieben bisher seitens der„Volkszeitung"— wie fast die ganze von unserer Seite gegen sie gerichtete Polemik— unbeantwortet und unbeachtet; Herr Bernstein paukt nach wie vor auf das alte, lederne Thema. Doch wo Ormuzd am größten, ist Ahriman am nächsten. Und der Ahriman der„Volkszeitung" — der nie liest, was sein Kollege Ormuzd schreibt, wie wir des Oesteren schon dargelegt haben— ist in der That unser unsreiwilliger Hauptzeuge in der vorliegenden Streitfrage. In der Nr. vom 2. Oktober findet sich die Abschicdsrede des„Allverehrten" an seine Wahlmänner— Schulze-Delitzsch hat nämlich sein Landtazsmandat niedergelegt— und darin kommt folgende Stelle vor: „Wir könne» nicht leugnen, daß in den letzten Jahren Vieles(?) besser geworden ist, nicht nur in der äußeren Konflunining Deutsch- landS, sondern auch im Innern, daß wir BtelcS erreicht haben, worum wir ehrlich uud lange gerungen: wir haben endlich die Handhabe be- kommen, um daS zu erlangen, was uns noch fehlt. Aber wie ist denn diese Handhab« gebraucht, wre ist das allgemeine Wahlrecht angewendet worden? Dieses zundaiii-malrecht aller Bolkssreihcit wird schwerlich diejenigen Früchte Nagen, welche man von ihm erwarten darf, wenn das Volk dafür nicht reif ist. Blicken Sie doch auf Frankreich, das sich durch das allgemeine Wahlrecht den Eä- sarismus aufbürdete, den Siegel zum Ruin aufdrücktc! Es ist gewiß richtig, daß wie preubifch« Hauplstadt dem Land« iminer mit buchtendem Beilprele voran geh:; aber sehen Sie sich doch nur die Wählerlisten an, welch« Gleichgiltigkeit bei de» Wahle», welches gläubig« Berlra««» auf den Zufall! Gar viel d!«ibt noch zu thun zur richtigen Handhabung dieses große» Funda mciitalrechti, denn eh« es uns nickt gelungen ist, in die große» Massen das politische Berpänd»iß hineinzutragen, werden wir in dieser großen Zeil nichts Groß«« schaffen." So der„All verehrte"— dem es, obschon er das Volk für„nicht reif" hielt, gleichwohl bald darauf nicht ankommt, zu sagen, daß wir„mit Genugthuung auf unser Schul- wefen blicken können." Doch dergleichen logische Sciltänzcrstückchen darf man dem Helden des Lassalle'schen„Bastiat-Schulze" nicht für ungut nehmen. Wir halten uns zunächst an seinen Ausspruch über das allgemeine Wahlrecht und wollen abwarten, wann Herr Bernstein dieses wieder gegen uns auszutrumpfen wagen wird. Aber auch für heute können wir uns von dem Letztgenannten nicht trennen, ohne wenigstens noch etwas aus seinem Leit- artikel der Schulze-Nummcr vom 2. pktbr. anzuführen. Es heißt da(in Verwunderung darüber, daß man seitens der Re- gierung in die Abschaffung der Zcitungssteu er noch immer nicht willigen will): „Bei dem jetzigen Stand der preußischen Finanzen sollte man es kaum glauben, daß die Regierung sich sträuben könnie gegen die Ab- schassung der ZeitungGeuer; bei dem gegenwärtigen Beäreben der Regierung, die Mißbräuche aus den Zeiten der Reak- tion zu beseitigen, sollte man es für unmöglich hallen, daß sie die Fmtdaucr der Zeiiungssteuer, welche nur zur Unterdrückung der Volispresse erfunden worden ist, noch immer für verträg- lich mit ihren jetzigen Prinzipien erachteil könnte.— Gleichwohl vernehmen wir, daß auch in der nächsten Landtagssession diese Steuer nicht vom Staatshaushalts-Etat, wie ihn die Regierung entwirft, verschwinden wird." Was für„Mißbräuche aus den Zeiten der R aktion"' Bismarck eigentlich„beseitigt" hat, das dürste wohl das aus- schließliche Geheimniß des Herrn Bernstein sein; andere Leute wenigstens wissen nichts davon, sie wissen aber, daß Stieber auf Grund der„jetzigen Prinzipien" der Regierung noch viel allmächtiger ist als ehemals, wo die„Mißbräuche aus dm Zeiten der Reaktion" noch nicht so tief eingewurzelt waren wie heute.— z, Unmöglich" ist überhaupt nichtsim heutigen Staate; namentlich ist es nichts weniger als unmög- lich, daß„die Unterdrückung der Volks presse" auch ferner das„Bestreben der Regierung" sein werde,— schon um Herrn Bernstein zu überführen, was das allgemeine Wahlrecht werth fei— wenn Preß- und Vereinsfreiheit fehlt.— Internationale Gesellschaftsrettung. Die Blätter berichten über den preußisch-russischcn Auslieferungsvertrag vom 18. Juli, wonach die„Umerthancn" des alliirten Landes.wegen mangelnder Existenzmittel, Vogabondircns oder Nichtbesitzes eines Paffes" in ihr„Vaterland" zurückgefchubt werden sollen, wofern dies für nothwendig erachtet wird. Politische russische Flücht- linge würden demnach, wenn sie preußischen Boden betreten, vom Regen in die Traufe kommen.— Zum Kapitel die„Wohnungsnoth" berichtet die Wiener „Tagespresse":„Im Bezirke Landstraße(Petrusgasse) wurde vom Eigenthümer aus einem Pferdestalle eine Kammer herge- richtet, in welcher 14 Doppelbetten, die nebeneinander und übereinander standen, 56, sage sechsundfüuzig Personen beiderlei Geschlechts angetroffen wurden. Die Amtshandlung gegen einen solchen haarsträubenden sanitätswidrigen Vorgang wurde eingeleitet." „Amtshandlung"— warum nicht erst gegen die Ursachen, welche die Obdachlosen selbst in den Pferdestall hineingejagt haben? Der Wucher ist zwar abscheulich— aber noch viel verächtlicher sind doch die Zustände, die den Wucherer bisweilen als quasi Wohlthäter erscheinen lassen. Der Wirlh in der Petrusgasse, der 56 Menschen im Pferdestall logircn ließ, ist doch auf keinen Fall schlimmer als das Dutzend von Wir- then, das jene 56 Leute an die Lust gesetzt hat!— In Oesterreich— dem Land des Schwindels pur ex- cellence, des politischen und finanziellen, geht es, wie immer, kunterbunt her. Die Minister werden von den Verwaltungs- räthcn und diese wieder von jenen compivmittirt. Die öfter- rcichischen Beamten verstehen es nicht, sich einen gewiegten Stroußberg zu engagiren, daher der Rcinfall des ungarischen Ministers Lonyay mit seinem Hansfinanzier Leway, der, weil er zu wenig am Schacher verdiente—„zu wenig", d. h lOO.OOO Gulden weniger als ihm die Minister bei einem llci- nen Geschäft versprochen— den Skandal veröffentlicht hat.— Einer solchen Regierung sieht es ähnlich, daß das Kriegs»: iniste- rium für einen wegen Betrugs in Untersuchungshaft befindlichen Menschen mehrere Tausend Gulden Cautionen hergiebt, um ihn als»nfönt provoonteui' mit 2 fl. monatlich und 1460 fl. Reisediäten anzustellen, damit er die Staatsbürger zur Be- stechung der Nekrutirungskommission verleitet. Bei 79 galizi- jchen Familien ist dies der Halunkengesellschaft gelungen, der die Rekrutirungskonünission selbst als Bundesgenossin angehört hat. Die 79 Familien stehen natürlich vor Gericht. Wie wird das den seligen Hcntze entzücken, wenn er es im Himmel erfährt! Betreffs der in der poliliscben Uebersicht der vorletzten Nummer erwähnten Wildeubruch's ch en Note sind mehrere Anfragen eingelaufen. Der Raum erlaubt kein ausführliches Ein gehen auf jenes klassische Stückchen Hohenzollern'scher Haus- Politik,(naiüilich zur Bethätigung des„Deutschen Berufs!") Genug: es ist wohl das stärkste, was auf dem Ge- biet des politischen und sonstigen Jesuitismus jemals geleistet worden. Wer sich näher unterrichten will, den verweisen wir einstweilen auf das schon früher zitirte Opus:„1848— 1851" des heutigen Bismärckers Scherr, Bd. II, 2. Hälfte, S. 161, wo die„berüchtigte" Note und was darum und dran hängt zwar ziemlich mild, aber doch im wesentlichen richt ig charakterisirt ist.— In unserer Hamburger Correspondenz— siehe unten— wird von dem Haß, den so viele Engländer gegen Deutschland infolge der borus fischen Politik haben, gesprochen. Em Pendant zu dieser Correspondenz finden wir in nachstehender Zeitungsnotiz: „Unter dem Titel„German tocticg at Woerth and Oravclotte" ist in der englischen Zeitschrift Eoibmn'ä Magazine ein Aufsatz er- schienen, weicher die„Taktik von Wörth und Gravelotte" als schlecht kritistrt. Das„Miliiär-Wochenblatt" bringt t ne längere Besprechung dieses Aussatze» und äußert dabei unter Anderm: „„Es ist von geringem Jmeress«, den ohne Sachlennftftß aus- gesprochenen Tadel zu widerlegen, aber charakimstiich ist die feindselige Stimmung des ungenannten, aber doch wohl der englischen Armee angehörigen Vemsftrs. Der Grund einer A»imosi:ät gegen Teutschland. wie sie vielfach in Enaiand sich ausspricht, liegt wohl darin, daß die großen Eftolg« der Zaire 1870(71 es den Engländern zum Be- wnßtftjn gebracht haben, daß sie unfähig geworden sind, ans der poli- tischen Buhne ferner eine der Hauptrollen zu spielen. Dem geeinigteu Deuischlonh, dein riefigen'Zuwachsen Amerikas, der freilich noch u»- entwickelten Krqst Rußlands gegenüber wird E»glaud allmählig zu der Machtstellung Hollands herabsinken." Den letzten S«ltz findet selbst Biedermann, der Frage- zeichen dazu macht, etwa» stark. Er müßte es ebenso gut dem ersten Satz beifügen, wenn er sich erinnern könnte, eaß bei Gravetoite Preußen auf Preußen geschossen haben. Todesanzeige. Gestorben in den letzten Tagen des September d. I. zu Lugano in der italienischen Schweiz die Friedens- und Frei hei ts li ga,— gestorben, nachdem sie eigentlich nie gelebt hatte. Sie segnete das Zeitliche, reuig, und bußfertig mit einem Vertrauensvotum für de« edlen Thiers auf den Lippen, den sie gegen einen Angriff des gott- losen Garibaldi in Schutz nahm. Gott habe sie selig und möge ihr der Tag der Auferstehung zu ihrem und unserem Wohl erspart bleiben.— Die Bakunisten haben sich nun in offene Rebellion gegen die Internationale gesetzt. In einem vom 16. Septbr. in Saint-Jmier abgehaltenen Congreß, an welchem außer den Haagcr Congreßdelegirlen Guillaume, Schwitzguebel und den 4 Spaniern Abrines, Farga- Pelici, Marselau, Morago, noch Bakunin, LesranyaiS und einige Andere theilnahmcn, wurde einstimmig beschlossen, die Resolutionen des Haager Congresscs zu verwerfen. Die Folge davon ist natürlich, daß der Generaliath diejenigen Sektionen, welche den Congreß von Sl. Jmier anerkennen, ohne Weiteres suspendirt und daß der nächste Congreß der Internationale sie nebst den Theilnch- nehmern des Congresses von St. Jmier vollständig ausschließt. Auf diese Weise wird man die Herr« los, ohne daß man sich mit ihnen und über sie zu ereifern nöthig hat.— Am 5. d. sind in Eisenach die sogenannten Kalhed er- sozaliften zu einem„Congreß" zusammengetreten. Sobald die Resultate»der Nichtresultate dieses„Conzresses" vorliegen, werden wir uns mit den fraglichen Herren etwas näher be- schäftigen. Für heute nur ei» paar kurze Bemerkungen: Dem eigentlichen Sinn der Worte nach, aus welchen er zusammen- gesetzt ist, müßte der Ausdruck:„Kathedersozialisten" Männer bezeichnen, die den Sozialismus, statt von der Rednerbühne oder hinter dem Redaktionspult, auf de« Katheder des Universi- tätslehrers verkündigen. Run gehört es aber gerade zu den Eigenthümlichkeiten der Gegenwart und der in ihr herrschenden „politischen(und sonstigen) Heuchelei", daß die Worte der Regel nach in einem anderen, als dem ihnen natürlich innewohnenden Sinn genommen und vielfach geradezu umgedreht oder wenig- stens auf's Gewaltsamste verdreht werden. Letzteres ist z. B. der Fall mit dem Ausdruck„Kathedersozialisteu", unter dem bei Leibe keine Sozialisten, sondern bloß ein halb oder drei viertel Dutzend harmloser Bücherwürmer zu verstehen sind, welche die Hohlheit und Rohheit der von den Erzwindbeuteln und Nichtswissern Fauchcr, Oppenheim und Consorten dem Denkervolk vorgeprcdigtcu(und auch fast ein Jahrzehnt lang mit gläubiger Andacht verschluckiev) Eoangetiunis der„Man- chesterschule" erkannt haben, und so ehrlich sind, dies einzugc- stehen, nicht aber ehrlich oder muthig genug, die nothwendigen Consequenzen des als wahr Erkannten zu ziehen. In klein- bürgerlichen Vorstellungen sich bewegend, sind diese„Katheder- sozialisten" mit ihrer bornirten Philanthropie und vor den Fol- gen zurückbebenden Kritik eine schwächliche, vevzwergte, und obendrein sehr v er sp ä t et Ausgabe der ISisinoBcle Lismondi, John Stuart Mill u. s. w., in deren Schriften jeder Ge- daiike der Herren Kathedersozialiften, nur ungleich kräftiger, schärfer und entwickelter zu finden ist. Der„Kathedersozialis- mus" hat eben eine Brille und Hämo rrhoiden, wie alles deutsche „Gelehrten"-Werk. Zur Charakteristik der Herren„.Katheder- sozialisten" und ihreS„Congresscs" sei nur noch erwähnt, daß unter den eingeladenen Gästen auch der berüchtigte literarische Klopssechter Bismarck's, der— beiläufig in sehr mysteriöser Weise durch das Doktorexamen geschlüpfte Treitschke, und — Schulze(Delitzsch) figurirten. Letzterer, der noch immer daran glaubt, daß er die soziale Frage„gelöst" hat, und diesen Glauben sehr eifrig mit Noah's Saft befruchtet, soll auf die Einladung eine höchst unparlamentarische Antwort gegeben ha- den. Standpunkt und Strcbungen der„Kathedersozialisten" erhellen aus den nachfolgenden Anträgen der zwei Referenten, Schmoller und Brentano. Die Anträge des Referenten(Dr. Schmoller) über die Ar- beitseinstellungen und G ew ertvereine lauten: 1. In Erwägung, daß zwar ein großer Theil der heutigen Arbeitseinstellungen ohne innere Berechtigung ist, ohne Sachkenntniß oder in Ueber- eilung beschlossen und von unlautern Elementen hervorgerufen wird, daß aber daneben eine zahlreiche Reihe anderer Arbeits- einstellungen durch schlimme, nach Lage unserer Gesetzgebung und wirthschastlichen Organisation nicht anders zu beseitigende U-belslände verursacht ist, in Eiwägung, daß bei der heutigen Gesetzgebung der Brbeiterstand in vielen Fällen sich nur durch dieses letzte Mittet als gleichberechtigten Theil beim Abschluß deS ArbeilervertrageS zur Anerkennung bringen kann— beantragt der Referent, die Veisammlung möge sich dafür aussprechen, daß es wün- schenswerih fti, die volle heut« bestehend« Coatitionssreiheit aus- recht zu erhalten, auch keine besonderen Strafen auf den Bruch bestehender Contrakte einzuführen. 2. In Erwägung, daß die Gewerkvererne, d. h. die Bereine von Arbeiter» des- selben Getue, beÄ zum Zwecke gemeinsamen Handelns Haupt- sächlich i» Bezug aus Lohn- und Arbeitsbedingungen, sosern nur die tüchtigern und anständigen Elemente des Arbeiter- standes in ihnen die Führung übernehmen, wie das von den meiste« deutschen Gewerkveretiien anzuertonnen ist, eine hell- same Organisation und Schul« des Arbeiterstandes sind, daß sie unzeitgemäßen Arbeitseinstellungen entgegenwirken, den Ar- beiteistand zur friedlichen Unterweisung umer Einigungiämter zu bringen vermögen— beantiagt der Referent, die Versammlung möge beschliehen, d«b eine gesotzlich« Aner- kemuuig derselben, wie sie in d«m Gesetzentwurf van Schulze- Delitzsch, bctrifsend die privatrcchlliche Stellung von Vereinen enthalten ist, sobald als möglich einzutreten habe, sowie daß die von der Commissio» des Reichstages beschloffenen Sende- rungen anzunchmeu sei«», mit Ausnahm« des Zusatzes zu 8 3 Abs, 1., der verbietet,«in« Theil der V««in»gelder, der zu ander«« Zwecken gesammelt sei, zur Arbeitseinstellung zu verwenden. Z. In Erwägung, daß den Gewerkvereinen jede Kräftigung zu wünschen, die Ver- bindung derselben mit Kranken-IInlersiütznngs- und Jnvali- denkassen ein Hauptmittel ist, denselben Arbeiter zuzuführen und durch diese Verbindung das Hülsskassenwesen ein norma- leres, von der Theilnahmc des Arbeiterslandes getragenes wird, daß dagegen andererseits die staatlichen Zwanashülfskassen für die weniger entwickelten Jndnstriebezirke unentbehrlich sind,> wenn nicht in ihnen das Hülsskassenwesen ganz verschwinden soll— beantragt der Referent,' die Versammlung möge sich für Aufrechthaltung des bestehen- den Rcchtszustandes erklären, wonach jeder Arbeiter, der seine Theilnahme an einer Gewerkoereinshülfskasse nachweist, von der Thcilnahme an den staatlichen Zwangskassen frei wird, jeder andere Arbeiter aber nach wie vor zur Theilnahme au denselben gezwungen wird. 4. In Erwägung, daß richtig organifirte Schiedsgerichte zur Entscheidung gewerb- licher Streitigkeiten, wie sie in Frankreich und in der Rhein- Provinz bestehen, ein Mttel sind, dem Unternehmer, wie dem Arbeiter einen»irksamern Rechtsschutz als bisher angedeihcn zu lassen, daß solche Schiedsgerichte erziehend auf das Rechts- gesühl beider Klassen wirken, sie Einigungsämtern zugänglicher machen, in Erwägung ferner, daß solchen Schiedsgerichten vielleicht auch wie in Frankreich gewisse administrative Befugnisse(Entscheidungen über gesund- heitswidrige Räume, Besichtigung der Fabriken) übertragen wer- den könnten.— beantragt der Referent, die Versammlung möge eS für wünschenswerth erklären, daß ein Gesetzesentwurf, der die allgemeinen Grundzllge für die Organijan»«, da? Verfahren und die Thätigkeit gewerblicher Schiedsgerichte festsetzt, möglichst bald bei dem Reichstage em- gebracht werde, und daß auf Giundlage desselben in den in- dustricllen Bezirken unter Berücksichtigung der lokalen Verhält-- nisse und nach Anhörung der Betheiligten von Amtswegen solche Schiedsgerichte einzuführen seien. 5. In Erwägung, daß das beste Mttel, die Arbeitseinstellungen und Aussperrun- gen zu beseitigen und den sozialen Frieden wieder herzustellen, die sogenannten Einigungsämtcr(Arbeitskammern, boanlz of conciliatiou and arritration) d. h. Vermittlungscommissionen gewählter Arbeitgeber und-Nehmer eines bestimmten Geweibes, welche bei entstehenden Streitigkeiten für eine bestimmte kürzere Zeit die Arbeitsbedingungen, unter welchen die Unternehmer Arbeiter beschäftigen, die Äreiter in Arbeit treten sollen, festzu- stellen, sind— beantragt der Referent, Die Versammlung möge beschli'ßen, es sei wünschenswerth, daß überall, wo häufigere Streitigkeiten vorkommen, derartige Kam- mcrn freiwillig organisirt werden, und daß sich ihnen möglichst die Gcsammtheit der Unternehmer einerseits, und die Gesammt- h.-it der Arbeiter andererseits unterwerfe, sowie, daß ein beson- deres Gesetz derartigen Kammer», die gewisse allgemeine Be- dinguugen eriüllen, die nothwendigen Befugnisse(Zeugen vor- zuladen jc.) ertheil« und ihre Entscheidungen durchführbar mache. Die Anträge deS Referenten über Durchführung und Wci- terbildung der deutschen Fabrikgesetzgebung(Dr. Brentano) haben nach stehenden Wortlaut: Der Referent beantragt, daß die Versammlung sich dafür aus- spreche: 1. Daß die gesetzlichen Beschränkungen der Beschäftigung in Fabriken auch auf die Beschäftigung außer dem Hause von Eltern und Vormündern in den Kleingewerben und Hausindustrien aus- gedehnt werden, und daß da, wo die Ellern oder Bormünder selbst ihre Kinder zu frühzeitig und andauernd beschäftigen, durch strengste Durchführung der Bestimmungen über den Schul- bejuch diesem Mißbrauch em Damm gesetzt werde; daß knnfiighin jegliche Beschäftigung von Kindern unter dein gesetzlich bestimnuen Alter verboten werde; 2. daß einerseits die Altersgrenze, unter«elcher die Beschäftigung von Kindern verboten ist, auf zehn Jahre herabgesetzt, anderer- seits die Beschränkung der Arbeitszeit der Vierzehn- bis Sech- zehnjährigen auf all- Minderjährige und auf Mädchen und Frauen jeglichen Alters ausgedehnt werde; 3. daß es verboten werde, zehn- bis vierzehnjährige Kinder länger wie fünf, und vierzehn- bis einundzwanzigjähnge Arbeiter männlitben Geschlechts, sowie Mädchen und Frauen jeglichen Allers länger als zehn Stunden täglich zu beschästizen; 4. daß die Bestimmungen der Reichsgcwerbeordnung sowohl rncksicht- lich der den jugendlichen Arbeitern in den Pausen zu gewäh- renden Bewegung in freier Luft, als auch rücksichtlich des Ber- bois der Arbeit der geschützten Personen an Sonn- und Feier- tagen auch in Zukunft beibehalten werden; b. daß die Zeit, innerhalb welcher es gestattet sein soll, die geschützten Personen zu beschäftigen, auf zwölf Stunden täglich festgesetzt we>de, und daß das Gefetz Ansan g und Ende dieser Stunden feststelle; daß seiner bestimmt werde, daß für Anfang, Ende und Pausen der Arbeitszeit die nächste Eisenbahnuhr des OrtS, oder, wo eine Eisenbahn fehlt, die nächste Kirchenuhr des Orts maß- gebend sein solle; daß in jedem Arbeitslocal eine Taiel ange- bracht werde, auf weicher Anfang und Ende der Arbeitszeit, sowie ,der Pausen genau anqegeben sind; und daß in jeder Fabrik oder Werkstätte ein Abdruck der die Arbeit der Min- derjährigen und der Mädchen und Frauen regelnden gesey- lichen Bestimmungen an einem sichtbaren Orte angeschlagen werde; daß ferner die Bestimmungen der§§. 130 und 131 der R.-G.-O. über die Führung von Karlen und Arbeitsbüchern auch in Zukunft beibehalten weiden; daß die Slrafbestimmungen wegen gesetzwidriger Annahme von Kindern zur Arbeit außer dem Hause von deren Eitern oder Vormündern aus diese ausgedehnt werden; und schließlich daß von Reichswegen geeignete ständige Organe geschaffen werden, um über die Durchsührunq der Fabrikgesetzgebung zu wachen und über dieselbe an das Reich zu berichten. Unsere Gegner. Die ,,Concordia, Zeitschrift für die Arbeiterfrage" hat die von Marx ihr neulich ertheiltc Züchti- gung ruhig eingesteckt; bessere Manieren und Anstand, von Ehrlichkeft ganz zu gcschweigen, hat das würdige„Organ des Fabrikantenbundes" aber noch nicht gelernt. So zitirt es z. B. in seiner letzten Nr.(40) Stellen aus unserm neutichen Ar- tikcl über die„Bartholomäusnacht" mit der Vorbemerkung: „In welchem Grade Hast und Bosheit bei dem Leipziger „Volksstaat" das Untcrscheidungsverm ögen zerstört haben, davon liefert u. A. ein in der Nr. vom 14. September von ihm veröffentlichter Artikel einen haarsträubenden Be- '"eis.—" Vcrmuthlich, weil sich ihr die„Haare" zu sehr „gesträubt", hat die„Concordia" es unterlassen» auch nur anzu- deuten, worin der wesentliche Unterschied(vom sitt- uch-humanen Standpunkt) der Bartholomäusnacht, der -oauernkrieg-Schlächterei, des militärischen Massen- mords und der Communema ssa kres liegen soll. Von „Hüß",„Bosheit",„zerstörtem Unterscheidungsv ermögen" ic. zu reden, ohne derartige Ausdrückt zu begründen, ist aber gemeinesSchimpfen.— Der Londoner Bäckcrstrike dauert fort; in Folge des Nachgeb eus viel« Meister hat die Zahl der Strikenden übrigens sehr abgenommen, und betrug Ende voriger Woche nur noch 393 Mann, für welche bis jetzt ziemlich ausreichend gesorgt war.— Auch der Strike gegen die Baufirma Corbcll und Mac Clymont war nach den letzten Berichten noch nicht beigelegt; es waren aber Unterhandlungen ange- knüpft.— Hamburg, 27. September. Ich lese in ihrer Nr. 77 über das Unglück beim Zapfenstreich in Berlin: „Hätte es(das Berliner Volk) nur das Selbstgefühl eines Königs von Baiern gehabt und sich nicht zur Dekoration her- gegeben, dann hätte es auch nicht en Canaille behandelt werden können, wie jeder Dekorationsplebs es verdient." Für solche Ihrer Leser, welchen diese Beurtheilung zu scharf erscheinen sollte, lege ich einen Ausschnitt aus dem Londoner „Daily Telegraph" bei. Dieses Blatt ist bekanntlich das ver- breitetste in England und hat eine zwei oder dreimal stärkere tägliche Auflage als die„Times": „Wir weisen"— sagt das Blatt—„auf solche Episoden, wie dir Verhaftung des Herrn A bo ut, und auf das zehn- tausendmal abscheulichere Beispiel der Brutalität, das den Auf- enthalt der Kaiser in Berlin signalisirte, hin. Wenn ein emi- nenter ausländischer Schriftsteller, dessen Werke in Deutschland fast ebenso bekannt sind wie in Frankreich, von der Polizei ssisirt und unter Anklage gestellt werden kann, blos weil er mit der Bitterkeit eines Franzesen gesprochen hat, so sind wir gezwungen, einige häßliche Schlüsse daraus zu ziehen. Wir wäh- neu, daß wir die Zeichen eines Wunsches, zu dominiren, und den Geist der Wachtstube in die Beziehungen des poli- tischen Lebens zu importiren, entdecken. Wir fühlest uns belästigt durch unangenehme Erinnerungen an den Ton, in welchem preußischer Journalismus und preußische Diplomatie ihre Mandate zu erlassen pflegen. Er giebt den Gedanken ein, daß das große deutsche Volk, wenngleich es Frankreich und Oesterreich unter seinen Fuß bringen kann, noch nicht gelernt hat, seine persönliche Freiheit zu vertheidigen oder selbst das Hciligthum dieses Besitzes einzusehen, sondern sich der Peini- gung seiner Junker und Beamten mit einer Zahm- heit unterwirft, die Tyrannei wird, wenn es zu einer Machtstellung gelangt ist. Außerhalb der Türkei oder Rußland giebt es keine europäische Stadt, in welcher die Polizei es ge- wagt haben würde, die Menge mit brennenden Fackeln zu char- giren, die Haare und Kleider der geängstigten Zuschauer in Brand zu setzen und sie mit solcher Furie zurückzutreiben, daß nahezu 20 Personen zu Tode getreten wurden. In Frankreich würde der Urheber einer solchen Ausschreitung in Stücke zer- rissen, und mit so wenig Ceremonie, als wäre es ein Hund, erschossen worden sein. In England würden wir mit mehr Formalität und einer strickien Achtung vor den Geheißen des Gesetzes Versahren; denn der Missethäter würde feierlich ge- richtet werden, und so milde ist der Geist unserer Gesetze, daß er, statt gehangen zu werden, zu 20 Jahren Zuchthaus ver- urtheilt worden wäre. Aber Berlin wagt nicht die mörderi- scheu Fackelträger zu bestrafen. Ein preußischer Civilist darf nicht mucksen, wenn er von einem insolenten, bramarbafirenden Offizier herumgestoßen wird, denn er weiß, daß ein Schlag mit der Faust augenblicklich einen Säbelstreich zur Folgen haben würde, und daß er vergebens um Gerechtigkeit flehen dürfte, selbst wenn er zum lebenslänglichen Krüppel geworden wäre. Ein preußischer Soldat findet es für nölhig, einen Schlag von seinem Vorgesetzten mit der Sanftmuth eines Heiligen hinzu- nehmen. Die Thatsache ist, daß das Militärsystem Deutschlands das Volk ebenso sicher und rasch demoralisirt, wie die Ver- gnügungs- und Geldsucht der Kaiserherrschaft die Franzosen dcnroralisirte, obwohl die Färbung und der Charakter der Er- niedrigung sehr verschieden sind. Das System säet den Geist unmännlicher Ergebung in Beschimpfung und renomirende Ty- rannei! Es wirft das Land und die Armee in die Hände die- ser Junkerpartei, welche der Feind der Freiheit ist. Es gewöhnt das Volk so sehr, dem Kommandoworte zu gehorchen, um ihm die Rechte, welche anderen Nationen gehören, verächtlich zu um- chen. Daher kommt es, daß, während wir Engländer Deutsch- land mit vieler Bewunderung betrachten, unser Lob seiner gro- ßen Thaten gelegentlich durch einen schwachen Anstrich seinbseU- ger Kritik schattirt ist. Darum sind wir entrüstet über die Ausschreitung gegen Herrn About, obwohl wir die Ungerechtig- keit der Schmähungen, welche er gegen die Nation, die Frank- reich des Elsaß beraubt hat, schleuderte, zugeben." Diesem Blatte nach werde man also nicht einmal in Rußland oder der Türkei eine Stadt finden, deren Be- völkerung sich dergestalt von der Polizei mißhandeln ließe, wie es in Berlin bei der Drei-Kaiser-Zusammcnkunft geschehen sei.— In Frankreich hätte man die Urheber in Stücke zer- rissen, in dem ruhigeren England aber zu sicherlich 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt!— Aber„Berlin wagt nicht die mör- derischen Fackelträger zu bestrafen." Aus diesem Citate wie aus vielen Anderen, die ich Ihnen einsenden könnte, erhellt immer mehr, wie feindselig die Rich- tung der englischen Presse gegen das neue deutsche Reich wird. Wer in England war bei Ausbruch des KrimkriegeL, sowie später während des dämschen Krieges, der wird sich über den Deutschenhaß nicht wunden,, dem man jetzt in den Spalten der englischen Presse begegnet. Der Krimkrieg hätte vermieden werden können, wenn Preußen sich offen und loyal für die Westmächte gegen den offenen internationalen Friedensbruch seitens Rußlands gegen die Türkei erklärt hätte.— Preußen zog Rußlands Freund- schaft der Erfüllung internationaler Rechts-Pflichten vor und zwang dadurch Oesterreich, ebenfalls neutral zu bleiben.> Ruß- land, durch diese Neutralität gedeckt, fuhr in seiner brutal- aggressiven Politik fort und das blutige Knegsspicl dauerte zwei Jahre, kostete einer halben Million Menschen das Leben, verschlang Tausende von Millionen an KriegStosten und ließ doch Alles beinahe im Ltatuseguo.— Die furchtbaren Opfer waren umsonst gebracht, Dank Preußens perfider Politik, und England war dadurch, sowie durch den lukrativen Waffen- Schmuggel Preußens nach Rußland, auf's Empfindlichste gereizt. Wenige Jahre später ward die Aera„Bismarck's, des Genialen" durch den dänischen Krieg eingeleitet und die Verstimmung Englands gegen Preußen dadurch noch vermehrt, und vom englischen Standpunkt' mit Recht, weil Preußen gegen den Vertrag der fünf Großmächte, also vertcagsbrüchiz vor- ging. Wie sich dann Preußen mit Oesterreich bei Theilung des „Raubes", wie die englische Presse sich ausdrückte, überwarf und im Bunde mit Italien über Oesterreich und Deutschland 1866 herfiel, den ganzen„Raub" und noch diverse andre Länder (darunter Hannover, wo ein Prinz aus englischem Stamme herrschte) an sich riß, das mußte natürlich die Antipathie Eng- lands vermehren.— Als natürliche Folge gingen aus alledem die englischen Sympathien für Frankreich während des letzten Krieges hervor, verstärkt durch die Waffen- Brüderschaft im Krimkriege, in welchem England die Rettung und den Sieg seiner Armee bei Jnkerman den Franzosen verdankt. So verdanken wir den Haß Englands unfern,„genialen Staatsman", und wenn wir uns bei unfern andern Nachbarn umschauen oder umhören, sei es bei den Dänen, Schweden, Norwegern, Holländern, Belgiern oder Schweizern, so hören wir, mehr oder weniger, dasselbe Lied über unfern„genialen Staatsmann." Ueber Italien und Spanien braucht man sich den Kopf nicht zu zerbrechen, denn Taufende von Italienern und Spaniern, die mit den Franzosen freiwillig gegen uns fochten, überheben uns der Mühe.— In Oesterreich geht es uns nicht besser, wenn man die Meinung in Ungarn, welche doch den Ausschlag geben würde, berücksichtigt; selbst in Deutsch-Oester- reich haben wir nur die„Federn" der Presse für uns, in so- weit sie im Bereich des sogenannten„Reptilien-Fonds" sind. So bliebe uns nur noch Rußland, welches, ganz wie Preußen, auf einer„Blut- und Eisen"- und„Macht über Recht"-BastS aufgebaut, ü derbem den gemeinschaftlichen Raub Polens zu vertheidigen hat und natürlich mit unserm Borusien- Staat sympathisiren muß. Es ist dies zwischen den beiden gleichgesinnten Seelen eine alte Sympathie. Schon 1720, als Peter der Große Carl XII. bei Pultawa niedergeworfen halte, benutzte Preußen die Schwäche Schwedens und schloß ein Bündniß mit den Russen gegen dasselbe; es war der erste Akt der Theilung Schwedens, bei dem Hinter-Pommern an Preußen, die deutschen Ostsee- Provinzen an Rußland fielen. Rußland vervollständigte die Theilung Schwedens 1809 durch den Raub, oder um etwas euphemistischer zu sprechen, die Annerirung Finnlands. Prell- ßen setzte 1772 seine genieinschaftlichen Geschäfte mit Rußland fort und schritt zur Theilung Polens, was die Historiker aller Länder und aller Zeilen als eines der schändlichsten Verbrechen qualifizirt haben! Auf Rußland allein also kann unser Borussen-Staat und sein„genialer" Staatslenker zählen und doch auch»aS nur, so lange der gegenwärtig herrschende Czar lebt, denn die altrussische Partei haßt die Deutschen und Preußen, welche 1812 ganz unprovozirt gemeinschaftlich mit den Franzosen über das„heilige" Rußland herfielen und erst nach Niederlage der Franzosen sich ein Herz faßten und sich mit den Siegern auf den geschlagenen Feind warfen, denn so urtheilt man über die Deutschen in Rußland und leider haben ihnen unsre Staatslenker vor und nach der Aera des„Genialen", welche 1862 anfing, ein Recht dazu gegeben. Die erste Dekade unsrer„Aera des Genialen" ist vor- über und wir beginnen eine zweite mit der Drei-Kaiser-Zu- sammenkunft und dem Feste in Marienburg,(ein Jubiläum der ersten Theilung Polens!!) auf eine wahrhaft schauerlich- erhebende Weise.— Als 1862 des„Genialen" Stern aufging mit der traurigen budgetlosen Zeit, da waren schon drei blutige Kriege über uns verhängt und jeder Unparteiische wird einräumen, daß die seitdem verdreifachten militärischen Rüstuu- gen auf noch größere Kriege deuten. Ist der Ministerstern, der 1862 aufstieg, also ein Glücks- oder Unglücksstern für Deutschland? London, 28. September Verzeihen Sie, wenn ich eine Woche habe verstreichen lassen, ohne Ihnen über das wichtigste Ereigniß des Jahres zu berichten. Ich meine natürlich den„U nioersal-Föde- rali sten-Kongreß der Internationalen Arbeiter-Assoziation und der ihr anhängenden Gesellschaften ," der vom 16. bis 20. hier getagt hat. Es war natürlich wieder die altbekannte Polizeibande, der Universalsöberalisten-Rath, der sich als Kon- greß verkleidet hatte. Da war der schon 1838 aus der In- ternationalen und 1872 aus der Londoner Flüchtlingsgesell- schaft oum infamia herausgejagte Schmutzliierat Vssinier; dann der unvermeidliche Landeck, der, seitdem ihm 1370 das kleine Unglück mit dem Pariser Polizeipräfekten passtrt ist, noch immer nicht weiß, ob er denn eigentlich der Internationale angehört oder nicht; derselbe Joseph Schneider, der dagegen ganz genau weiß, wohin er gehört und nur bedauert, vaß er hier seinen Knüppel im Sack behalten muß, weil die englische Polizei, statt des andern Morgens den Schaden zu bezahlen, ihn bereits desselbigen Abends auf die Violine setzen würde; derfllbe Zilinski, nur daß er diesmal als„Pole aus Köln" figurirt, dazu die andern Universalföderalistenrathsherrcn und einige andere Gerngroßmänner, Summa Summarum 25 Mann hoch. Bei der Prästbentenwahl wurde ein Präsident für jede Nation ernannt, damit doch möglichst viele große Männer ins Amt kämen. Man schlug vor für Frankreich Landeck, worauf eingewandt wurde, Landeck sei gar kein Franzose, sondern ein oberschlestscher Wasserpolacke, also eigentlich ein Deutscher. Half nichts: Landeck habe für die Kommune gefachten, sei also noth- wenvig ein Franzose. Darauf wurde für Deutschland ei» Deutscher, ich glaube der biedre Joseph Schneider ernannt. Für England ein gewisser Wesle, von dem aber ebenfalls nach- wiesen wurde, daß er ein Deutscher sei. Da er aber eine englische Frau hatte, ließ man ihn mit demselben Recht als Engländer passtren, wie den großen Landeck als Franzosen. Bismarck wird stolz sein, daß diese Herren, die immer über den„Pangermanismus" in der Internationale schimpften, drei seiner Unterthanen als Präsidenten für Frankreich, Deutschland und England einsetzten. Für Polen wollte man mit aller Gewalt Zilinski wählen und-nur auf seine wiederholte Versicherung, daß er nur das Polnische versteh:, das in Köln am Gereons- driesch Landessprache sei, entschloß man sich, einen gewissen Milenski zu wählen, der auch gewissenhaft alle Reden fa Nutz und Frommen seiner selbst ins Polnische übersetzte, indem ußer ihm kein Pole weder unter den Kongreßmännern noch unter den Zuhörern war. Was die sonstigen Thaten dieser Herreu anbetrifft, so ist leider nicht»iel davon zu sagen. Die Rech- nungcn des Gencralraths der Internationale zu prüfen, mußten ste sich leider versagen, da besagter Generalrath nicht daran gedacht hatte, ihnen diese Rechnungen vorzulegen, im Gcgentheil sich einzubilden schien, die Prüfung durch den Haager Kongreß genüge vollkommen. Auch sonst konnte der„Kon- greß" nur konstatiren, daß besagter Generalrath in seiner Ver- stocktheit beharre und die Existenz des Universalföderalistenraths und seines Kongresses vollständig ignorire. Daß der Haager Kongreß ihm darin ganz und gar Recht gegeben und sogar dessen Minorität jeden Zusammenhang mit den Universalsöde- ralisten abgewiesen, hätte eigentlich eine derbe Zurechtweisung verdient; warum sie ausblieb, darüber sind die Herren die Antwort schuldig geblieben. Wenn also der Universalfödera- listenkongreß in aller Stille und Einsamkeit verlaufen ist und kein Hahn»ach ihm gekräht hat, so ist daran lediglich die Schlechtigkeit der Internationalen schuld, die sich nun einmal in den Kopf gesetzt haben, sich nicht von einer Lande groß- herziger Lumpen und welterlösender Polizeikerle an der Nase herumführen zu lassen. In Manresua erscheint seit Kurzem ein Gewerkschafts- blatt der spanischen Manufakturarbeiter unter dem Namen„Im ßevista Social" Königsberg. Die Nr. 7 der„Demokratischen Blätter" von Kokosky ist confiscirt worden. Der„Nene Sozialdemokrat" hat unsere Vor- schlage zur Versöhnung der sozial-demokratischen Fraktionen noch immer nicht einer direkten Erwähnnug und Antwort Werth gefunden. Dagegen haben die Herren des„Nene« Sozialdemokrat", Herr Hassel- mann an der Spitze, eine thatsächliche Antwort ge- geben, indem sie, wie der„Reue Sozialdemokrat" in seiner letzten Nummer triumphirend meldet, eine Ver- sammlung unserer Berliner Parteigenossen in der be- kannten Tölckcmanicr gesprengt haben. Wer die deutschen Arbeiter spaltet, ist jetzt für jeden Denk- fähigen erwiesen, und in wessen Interesse die deut- scheu Arbeiter gespaltet werden, mus; jedem Denk- fähigen klar sein. Die Leiter des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins und Redakteure des„Neuen Sozialdemokrat" setzen einfach das Handwerk ihres Herrn und Meisters, des preußischen Regierungsagcnten Dr. p. Schweitzer fort. Ueber unsere Stellnug zu dieser, über alle Ma aßm perfiden und ehrlosen, das Interesse der deutschen Arbeiter schwer schädigenden Clique in nächster Rum- mer mehr. Unsere Parteiorgane ersuchen wir nunmehr, gegen den„Neuen Sozialdemokrat" rückhaltslos Stellung zu nehmen. Die offenbaren Verräther der Arbeitersache müssen unschädlich gemacht werden. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Berlin, 13. Okiodtr. Die Arbeitseinstellung der zu unserer Gewerkschaft gehörenden Böttcher scheint den Nerhältnissen entsprechend einen günstigen Verlauf zu nehmen, und muß, wenn nicht unvorher- gesehene Vorfälle dies verhindern, mit einem vollständigen Sieg- der Arbeiter enden. Bereits haben mehrere Meister, die etwa 63— 80 Gesellen beschästigen, die gestellten Forderungen bewilligt, andere werden, ehe 14 Tage vergehen,»achfolgen. Da gerade in jetziger Jahreszeit bereits die Nachfrage nach Faßarbeit bedeutend gestiegen ist, und eine Ergänzung der ausstehenden Arbeiter durch fremdzureisende oder her- anzuziehende Arbeiter nicht gedacht werden kann, werden die Arbeits- Herren, Fabrikanten und Meister, wohl oder übel, nachgeben müssen. Daß dies überhaupt noch nicht geschehen, hat seinen Grund darin, daß die Meister und Fabrikanten sich um die Ehre streiten, wer von beiden der Erste sein soll; die Fabrikanten wollen sofort nachgeben, wenn diese Forderungen bewilligen und die Meister werden keinen Augenblick zö- gern und die Gesellen zu dem neuen Tarif austellen, wenn die Fabri- kanten die Arbeit wieder ausnehmen lassen. Damit bis dahin aber, wo Meister und Fabrikanten sich dazu bequemen werden, unsern Calle- gen und Gewerksgenossen die Zeit nicht allzulange währt, oder die Mittel zur Unterstützung der Strikenden fehlen werden, ist es dringend nothwendig, daß die Gcwerbs- und Berussgenossen für kräftige Unter- stützung der Strikenden schleunigst Sorge tragen, und die zu diesem Zweck übersandten Listen bestimniungsgemäß verwenden. Für den Ausschuß der Gewerkschaft der Holzarbeiter Th. I orck, Vorsitzender. Aufruf an alle Töpfer(Hafner) Deutschlands. Regensburg. Eollegenl Zum Zwecke der Gründung einer deutschen Gewerkschaft der Topfer s Hafner), ersuchen wir Euch, uns die Adressen der bereits bestehenden Fachvereine anzugeben und zu glei- cher Zeit uns mitzuiheilen, aus«elcher Basis die Gewerkschaft gegrün- det werden soll, um der Organisation unserer Arbeitgeber die Spitze bieten und in jeder Weise allen Interessen unserer Brüder Rechnung tragen zu können. Bnese in dieser Angelegenheit sind zu richten an Michael Jung, Gasthaus zur goldenen Sonne Brückstraße. Leipzig. � Am 14. September fand hier eine Versammlung zum Kongreß der Schuhmachermeister statt, welche von vielen Delegirten beschickt war; es mochten etwa 333 Theilnehmcr anwesend gewesen sein, von denen mindestens zwei Drittel Fremde waren. Nach der Wahl des Bureaus u. s. w. erhielt ein Herr Fischer aus Stuttgart das Wort, um Bericht zu ei statten, inwieweit sich die süddeutschen Meister geeinigt haben, und welchen Zweck die Vereinigung der Mei- fier überhaupt habe. Aus dem A-richte des genannten Herrn cntnah- men wir, daß die Vereinigung in's Leben getreten sei, um dem auf dem Schuhmachergewerbc lastende» Drucke ein Gegengewicht zu schaffen. Die Schnhmachermeister nehmen in der Gesellschast nicht den ihnen gebührenden Platz ein, jeder andere Gewerbtreibende sei besser gestellt. Das ungeheure Steigen der Lederpreise habe den Verdienst der Meister bedeutend geschmälert, nur durch vereintes Handeln könn- ten sie höhere Preise erzielen. Sodann müsse dem Druck, den die Gc- sellen zur Erzwingung höherer Löhne auf die Meister ausübten, ent- gegengewirkt weiden. Als das probateste Mittel, die StrikeS uiischäd- lich zu machen, empfahl Herr Fischer, diejenigen Arbeiter, die an einem Strike bethciligt gewesen seien, nicht wieder in Arbeit zu nehmen.— Wenn sich die Meister koaliren, so findet das Herr Fischer ganz in der Ordnung, die Gesellen aber—„ja Bauer, das ist ganz was andres." Herr Fischer berührte auch den gegenwärtigen Strike der Stutt- xarter Schuhmacher, wobei er sagte, daß eine Unterhandlung mit den dortigen Gesellen nicht möglich sei; er habe seine Gesellen gebeten, doch noch'8 Tage zu warten, bis er von Leipzig zurückkomme. Dies billige Verlangen hätten sie ihm abgeschlagen. Er wisse nicht, wohin die Striles führen sollten. Weiter bat er seine Kollegen, Sonntag nicht arbeiten zu lassen uud die Lehrlinge nicht in dreckigen Werkstattsklei- lern Sonntags auf die Straße zu schicken u. s. w. Von einem nachfolgenden Redner wurde aus das unfinnige Be- streben, den Arbeitern das Recht streitig zu machen, ihre Lage zu ver- bessern, hingewiesen, ebenso nnfinnig sei eZ, blos die Sonntagsarbeit abschaffen zu wollen, es sei nicht der Mühe Werth, ein solches Geschrei davon zu machen wie Herr Fischer es gethan. Für den Schuhmacher, sowohl Meister wie Gesellen, thue der NormalarbeitStaa sehr»oth. Herr Bierberg auS Berlin beschwerte sich, daß der Referent Fischer kritisirt worden sei; wahrscheinlich paßt es diesem Herrn nicht, auch einmal andere Ansichten zu hören, als das gewöhnliche Meister- latein, im Uebrigen wiederholte er, waS Fischer gesagt und wünschte blos, daß der Geselle»ie in früherer Zeit wieder mehr zur Familie gehöre und beklagte die Schlechtigkeit der Lehrlinge und wünschte zu deren Besserung die Einführung von Fortbildungs- und Sonntags- schulen. Der Meister solle verpflichtet sein, den Lehrjungen während der gewöhnlichen Arbeitszeit aus ein paar Stunden freizugeben. Herr Biervach hofft auch dadurch den sozial-demokratischen Einfluß, der jetzt leider bei den Arbeitern sehr groß sei, zu beseitigen. Nun, wir«ün- scheu ihm Glück dazu. Der zweite Punkt der Tagesordnung bettaf das Fachorgan der Schuhmachermeister, welches ein Gerber, Namens Günther in Berlin hcrausgiebt. Ein von Ullrich gestellter Antrag, ein Redaktiont-Eomitee niederzusetzen, führte zu scharfen Auseinandersetzungen und wurde der- selbe schließlich abgllehnt. Herr Fischer bekämpfte den Antrag al« zu reaktionär. Nach diesem Stückchen„demokratischer" Anschauungsweise zu urtheilen, dürfte der süddeutsche Centralvorstaud der Meister den Gesellen wenig gefährlich werden, umsomehr, al» Herr Fischer der Besten Einer sein soll. Ueber die Zeit und den Ort des nächsten Kongresse« entspann sich gleichfalls eine lebhafte Debatte. Fischer war gegen Leipzig, er wünschte den Kongreß nach einer südlicheren Stadt verlegt. Schließ- lich wurde zur Abhaltung des Kongresses Ostern 1373 und zum Ort — trotz Fischer— Leipzig gewählt. Nach einigen Lobhudeleien, mit denen sich die Herren Fischer, Dierbach und der„Ehefredakteur" Gün- ther wie auf Verabredung gegenseitig trattirleu, wurde die Ver- sammlung geschlossen. Leipzig. Von der Firma Schneider und Co. werden nach Eisenach 33 43 Tisch l ergehilfen gesucht. Da cS von Wichtig- keit ist, zu erfahren, ob diese Nachtrage nach Arbejlern in einem Auf- schwung des Tischlergewerbes oder in einer Differenz zwischen Arbeitern und Arbeitgebein begründet ist, so ersuchen wir die Eisenacher Parteige- nassen um umgehende Aufklärung durch den„Volksstaar." Mehrere Tischl-rgthülfen. Dresden, 5. Okt. Prozesse. 1) Es hatte sich zunächst Linke, wegen in seinem„Liederbuche" enthalten gewesen sein sollender„Auf- reizung zu Gewaltthätigkeiten" u. s. w. zu verantworten. Das incri- minirte Gedicht befindet sich Seite 32:„Arbeitend leben oder kämpfend den Tod" ist der Refrain des Liedes. Gefährdung des öffeiitlichen Friedens soll in einem Gedichte gefunden werden, welches seit Jahren össentlich von Massen gesungen worden, ohne diesen Frieden zu stören. Vorgelesen werden ferner zwei Verse der seit 1864 in Hnnderitausenden von Exemplaren verbreiteten Audors'fchen Marseillaise, das 1870 erschienene Gedicht:„Ich bin Soldat, doch bin ich es nicht gerne", das Herweg'sche„Bei' und arbeit' ruft die Welt", ferner:„Arbeiter all' erwacht", und„Kaum kräht der Hahn das erste Mal".— Der Staatsanwaltschafts-Assessor Dr. Hanmann findet das Gedicht sehr aufreizend, zumal es an die„Armen" sich richtet.„Vor«esse» Geist treten nicht beim Lesen solcher Worte Bilder wie der Sturm der Bastillc"(das war wohl keine norhwendige geschichtliche That?). Das die Arbeiter Grund zum Klagen haben, will er nicht bestreiten.— Vertheidiger Ado. Lederer bemerkt, daß nur Menschen, welche immer mit Furchtgedanken sich herumtragen, lediglich etwas den Frieden deS Staates Gefährdendes darin erblicken können. Entweder sei das Ge- dicht ein Unsinn, oder es sage Das, was es mit den Worten„Wir wollen Frieden, Freiheit, Recht" bezeichnend genug ausdrückt.' Die scheinbar ausreizenden Worte sind Bilder, dem Kriegsleben ent- lehnt, aber der friedliche Kampf ist betont. Jeder Stand habe sei»e Lieder und seine Weisen, lasse man dem Arbeiter auch die Seinigen. Anderweit betont der Vertheidiger, daß gegen die Sozial-Demokraten in gewissen Kreisen ein Voruitheil vorwalte, welches jedoch bei dem Gerichtshöfe nicht vorwalteil dürfe. Der Gerichtshof verwandelte das erstinstanzliche Urtheil, aus vier Wochen Äefängnißstrafe lautend, in 13 Thaler Geldstrafe und Kosten- Zahlung, sowie Vernichtung des betreffenden Liedes. 2) Otto-Walster ist angellagt wegen„Beleidigung des Reichsoberhauptes", welche in dem Artikel des„Vollsstaat", der auch im„Volksbotin" zum Abdrucke kam, enthalten sein soll, worin angeführt wurde, daß der Redakteur des„Volksstaat" wegen verschiedener in demselben erschienenen Artikel vcrurtheilt� wurde und wobei zugleich Geldstrafen angegeben wurden mit der Angabe des betreffenden Artikels.— Vertheidiger Lederec macht daraus aus- merksani, daß Walster nicht die Aufnahme des incriminirten Artikel« veranlaßle, sondern daß Daschner denselben aufnahm, der deshalb kein Bedenken gegen die Ausnahme hatte, weil der betreffende Artikel be- reits in mehreren Blättern erschienen war, welche übrizeus auch frei- gespr ochen wurden. Er beantragt Einstellung des Verfahrens gegen Walster, die Staatsanwaltschaft halte nichts dagegen, und der Gericht- Hof beschloß Vertagung der Verhandlung. 3) Der verantwortliche Redakteur des„Dresdner Volksboten" Theodor Daschner, war in erster Instanz zu. 23 Thaler Strafe ver- urtheilt worden wegen des Aussatzes:„Zur Stolpencr GerechiigkeitS- pflege", die Veihaflung des Tischlermeisteis Zinke»nd die dabei ob- waltend gewesenen unaufgeklärt gebliebenen Umstände betreffend. Der Staatsanwaltschafts-Assessor bemerkt, daß die erzählten Thatsachen nicht erweislich wahr seien. Der„Volksboie" leiste in Bezug auf Schmähung, Beleidigung und Verdächtigung von Behörden das Menschen- möglichste. Zinke sei die Sache viel iheurer geworden(8 Wochen Ge- fängniß). Die Strafe von 23 Thalern wurde bestätigt. Druckfehlerberichtigungen. In Nr. 83 ist u. A. zu ver- bessern: Z. 1 des Aitikels„Organisation" Kapital(statt Kapitel); in der politischen Uebersicht: zweimal Wildenbruch'sche Note(statt Mildenbruch'sche Note); gleich darnach: greisen(statt großen) Bor- kämpfer; auf der folgenden Eolumne Z. 32 v. u.: so weitläufig(statt zu weitläufig); einige Zeilen weiter: die aus den Verhältnissen ent- springende Ueberzeugung der Massen(statt Waffen); und S. 4 unter Dresden in der letzten Zeile Oestreicher«(statt Oestreichern). litt die Jnhaftirten ging ferner bei uns ein: !oii der Expedition deS„Crimmitschauer Bürger- und Bauern- freund" 11 Thlr. 13 Gr. Bon Spandauer Parteigenossen durch W. Fisch.-r 1 Thlr. 12'K Gr. Von den Parteigenossen in Gera 1 Thlr. Von den Parteigenossen in Mylau durch Reichel: sen. 7 Thlr. Von den Parteigen, in Wallenburg durch C. Müller 4 Thlr. 16 Gr. Bon den Parteigeu. in Gotha durch C. Giesecke 4 Thlr. 13 Gr. und vom Fachvcrein der Schuhmacher durch W. Bock 17 Gr. Von den Partei- gen. in Luckenwalde durch W. ErHardt 4Thr. 2 Gr. 6 Pf. Von den Parieigen, in Cöln, 3. Sendung, 3 Thlr. 28 Gr. 6 Pf., wovon durch W. K. C. 1 Thlr. und von einem Unterofsiz. des 33. Regiments 13 Gr. Von den Parteigen, in Neu«dorf dürch G. Naumann 1 Thlr. Von Ges.-Genossen in Hohenstein-Ernstchal durch Sloll 5 Thlr. 15 Gr. 5 Pf.', und von der Int. Man.-Gew. daselbst 1 Thlr. 3 Gr. 1 Pf., von einigen Plüscharbeitern in Bad Hohenstein 21 Gr. 5 Pf. Gesammelt bei einer Besprechung in Eersdorf 14 Gr. 5 Pf. Uebersch. bei einer Landparthie 5 Gr. 6 Pf. Von P. aus Magdeburg 15 Gr., und von M. 2-/2 Gr. Von den Parteigeu. in Hannover, gesammeit durch Bog- ler 2 Thlr. 25 Gr. Von den Parteigen, in Dresden durch H. Weiner 4 Thlr. 16 Gr. Von den Parteigeu. in Glauchau durch C. Rose 6 Thlr. Bon E. Spiegler in Bruchsal 1 Thlr. Von den Parteigen, in Augsburg durch Knüller 6 Fl. 6 Kr., hiervon 6 Fl. d. Sch. Von der Man.-Äew. in Großenhhin d. W. Günther 3 Thlr. Von H. Louis Cohen in Breslau 3 Thlr., zweite Sendung von d. Parteigen, m Bres- lau durch Oehme 3 Thlr. Von den Parteigen, in Pforzheim durch L. Scholl 2 Fl. 33 Kr. Von den Parteigeu. in Gießen durch K.Or- dich von Liste 251 1 Fl. 13 Kr., von Liste 255 3 Fl. Von der Exped.. des„Crimmitschauer Bürger- und Bauernftcuud" 8 Thlr. 11 Gr Von Hamburg durch L. Lindinger gesammelt aus Liste 131 1 Thlr. 18 Gr.. uvd von Hossinann auf Liste 136 1 Thlr. 6 Gr. 3 Pf., und von Schultz aus Liste 2 gesammelt 7 Thlr. 5 Gr. 3 Pf. Von Ges- Genossen in Stade durch Porl 7 Thlr. 5 Gr. Von den Parteigen. in Nürnberg durch C. Grillender gea 18 Fl. 32 Kr. Von den Partei- gen. in Pforzheim durch Eh. Burchardt 5 Fl. 23 Kr., und[von 5 Chr. in Pforzheim 1 Fl. 45 Kr. Hamburg, 6. Oktbr. 1872. Mit sozial-demokratischem Gruß H. Bcuiiecke, Parteikassirer, Kl. Schäferkamp 34. Juterims-Outttung. Von I. D. in Siegburg Rr. 1. 13 Thlr. Von H. F. in Duis- bürg Nr. 28. 1 Thlr. 5 Gr. Bon L. C. in Breslau Nr. 31. 13 Thlr. Von E. B. in Breslau Nr. 34a. 13 Thlr. Von Dr. B. in Gröbers- darf Nr. 34, Nr. 35, Nr. 36, Nr. 37. Nr. 33. k 10 Thlr. von Frl. Ch. M. in Gröbersdorf Nr. 39. 13 Thlr. Von Frl. Eh. M. in Gröbersdorf Nr. 43. 13 Thlr. Bon Int. Gewerkschaft der Schuhmacher in Dresden Nr. 47. 13 Thlr. Von E. M. in Osnabrück Nr. 59. 13 Thlr. Von W. W. in Limbach Nr. 73. 2 Thlr. Bon E. P. in Limbach Nr. 79. 1 Thlr. Von C. Sch. in Limbach Nr. 83. 2 Thlr. Von Th. H. in Limbach Nr. 81. 1 Thlr. Von C. P. in Limbach Nr. 82. 1 Thlr. Von W. D. in Schwb.-Gmünd Nr. 88. 1 Thlr. Von W. D. in Schwb.-Gmünd Nr. 89. 1 Thlr. Von I. St. in Geithain Nr. 93. 5 Thlr. 5 Gr. Von Dr. C. M. B. in Dresden Nr. 97. 98. 93. 133. 101. k 10 Thlr. Von G. N. in Neundorf.Nr. 132. I THlr. 15 Gr. Von C. V. in Gera Nr. 133. 13 Thlr. Von I. F. in Mag- deburg Nr 139. 13 Thlr. Von E. I. in Magdeburg Nr. 113. 1 Thlr. Von W. H. in Magdeburg Nr. III. 1 Thlr. A. K. in Magdeburg Nr. 112. 1 Thlr. Von Frau K. in Magdeburg Nr. 113. 1 Thlr. Von Mittweidaer Partei-Freunden Nr. 128. 13 Thlr. Bon A. Z. in Saarbrücken Nr. 129. 13 Thlr. Bon E. K. in Dresden Nr. 133. 2 Thlr. Von F. K. in Ernsthal Nr. 131. 13 Thlr. Bon E. B. in ErnStbal Nr. 132. 1 Thlr. 22 Gr. 6 Pf. Von C. B. in Ernsthal Nr. 133. 2 Tblr. 15 Gr. Von C. B. in Ernsthal Nr. 134. 1 Thlr. 11 Gr. 6 Pf. Von E. B. in Berlin Nr. 135. 13 Thlr. Von A. H. in Berlin Nr. 136. 1 Thlr. Von K. in Berlin Nr. 138. ITHlr. VonH. B.II. in Berlin Nr. 139. 13 Thlr. VonH. B.I. in Berlin Nr. 143. IThlr. Von F. A. in Berlin Nr. 141 1 Thlr. Bon F. M. in Berlin Nr. 142. 13 Thlr. Von Sch. in Berlin Nr. 143. 13 Thlr. Bon Dr.M. in Berlin Nr. 144. 1 Tblr. Hamburg, d. 6. Oktbr. Mit Gruß H. Bennecke.__ Briefkasten der Erpedition: Hartmanii Mainz f. Abon. III. Qu. 9 Thlr. 28 Gr.— Zirngiebel(.Crlmmitschau f. Abonn. III. Qu. 14 Thlr.— Bronnenmayer in Göppingen f. Abonn. III. Qu. 5 Thlr 21 Gr. 4 Pf.— Guggenberger in Graz f. Abonn. IV. Qu. 17 Gr. Unger in Köthnersdorf bei Burgstädt: Eorrespondenzkarie unterm 8. dss. an Sie gesandt.— Ebert in Dresden: Das Verlangte ist nicht auf Lager. — Scherbauer in Nürnberg für Schriften 2 Thlr. 4 Gr.— Jung in Regensburg: I Thlr. 22 Gr. f. Schriften und Rieck in Rcgensburg s. Schristen 1 Thlr. 12 Gr.— Schneider in Marburg: f. Schriften 14 Ngr.— Emil Roland in Neukirchen b. Saarbrücken: Phoiogra- phien von 6 Pariser Communewitgl. sind zu haben.— Koennecke in Spandau 12 Thlr. f. Abonn. III. Qu.— Klees in Buckau f. Abon. Hl. Qu. 12 Thlr. 18 Gr.— Dorn in Apolda f. Abonn. III. Qu. 8 Thlr.» 14 Gr. der Redaktion: Jstran: Oedenburg, �hr Schreiben haben wir dem Borstand des hiesigen Schneidervereius übermmittelr; das Gesetz ver- bietet uns, in der von Ihnen gewünschlen Form für Sie zu handeln. „Crimmitschauer"! Den Inhalt des„Libert«"-Artikels über die belgische Kohlengrubcnbewegung haben wir bereils in unserer Sonnabcndnummer vom 5. d. M. resumirt. Es ist also unrichtig, wenn am 6. gesagt wird, daß„sämmtliche übrige Blätter über den beregten Gegenstand vollständig schweigen."—________ tift politisch Gcmaffregelte. iesbaden 1 Thlr.— Wolf in Müssen St. NiklaS 1 Thlr.— Sl und K. hier 8'/- Ngr.— von Harnisch hier f. Sept. 231k Ngr.____ Für Leipzig. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend den 19. Lctober Abends 8 Uhr, Generalversammlung im Saal« des Herrn Zcidler, Gr. Windmühlenstr. No. 7. Tag«sordnung: I. Kassenbericht deS Gewerkschafts- und des Krankenkassirers 2. Verschiedene Anträge. Die Mitglieder werden ans§ 26 der Krankenkasseu-Statuien aufmerksam gemacht.___________ D. V. Für Leipzig und Umgegenp. Internationale Metallarbeiterschast. Sonnabend, den 13. d. M. Abends 8 Uhr, Außeror- denrliche Sitzung bei Arnold. Tagesordnung: Die neuen Statutenvorlagen. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend nothwendig. Aufnahme neuer Mitglieder. Montag Versammlung bei Obigem. Internationale Manufaktur-, Fabrik- und Hand- arbeiter- Gewcrksgenossensch aft. Da ich von heute ab, ans mindestens 4 Wochen verreist bin, sind alle unsre Gewerkschaft betreffenden Briefschaften zu richten: an Ludwig Mehlhorn, Exped. des Bürger- und Bauernfreund, Gelder: an E. Stehfest u. Cie. hier. I. Motteler, Crimmitschau den 13. Oktbr. 1872 z. Z. I. Vors.(2) 2 ßiir Hamburg. Sozial-demokratische Arbeiterpartei. Versammlung am Montag, den 14. Oktober, Abends 9 Uhr, in Eberhahn's Clublokal, Zeughausmarkt 31. Tagesordnung: 1) Sozialpolitischer Wochenbericht. Referent Pranst. 2) Abstimmung über die zu Mainz beschlossenen Organi- sationsänderungcn. Die Mitgliedskarten sind vorzuzeigen. August Geib. Für Hannover. Sozial-demokratischer Arbeitcrtzerein Jeden Sonnabend, Abends 8 Uhr, V�rnairinrliiiiN im Bart- ling'schen Lokal Knochenhauclstraße 59, ris a Tis der Kreuzkirche. Jeden Mittwoch Leseabenv. Pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist Ehrensache. Gäste habe» Zutritt. Der Vorsitzende. Für Reutlingen. Die Parteigenossen von Reutlingen und Pfullingen,� werden auf Samstag, den 19. Oktober, Abends 8 Uhr, zu Herrn Grunnmger auf dem Markte(Nebenzimmer) freundlichst eingeladen. I. Roller. Bekanntmachung. � Mit Oktober d. J. hat Herr Anton Michael in Hohenstein Bahnhofstraße Nr. 323 die kilialexfteliiti«» für HoHeniitein-üriwtthal übernommen. Derselbe nimmt Bestellungen aus den„Volisstaat" entgegen und hält soziale Schnften, Photographien und Volksstaatkalender stets zur geneigten Abnahme bereit.____ t Den Parteigenossen empfehlen wir für die Verbreitung der nachsolgenden Blätter eifrigst zu wirken: „Das Felleisen" Organ der deutschen Arbeiterbildungsvereine in der Schweiz, erscheint alle 14 Tage einmal, Preis per Quartal 4 Sgr. „Braunschweiger Bolksfreund" erscheint wöchentlich sechsmal kostet durch die Post bezogen per Quartal 15 Sgr. exclus. Bestell- aeld. Verantwortl. Redakteur: W. Bracke, zun. „Chemnitzer Freie Presse" erscheint wöchentlich sechsmal, kostet durch die Post bezogen per Quartal 15 Sgr. Verantwortl. Redak- teur: Hermann Weck. „Crimmitschauer Bürger- und Bauernfrciliid" erscheint wöchent- lich sechsmal, Preis per Quartal durch die Post bezogen 12� Ngr. Redakteur: Gustav Kwasniewski._____ Leipzig: Verantw. Redakteur A. Muth.(Redaktion und Ex- pedition Hohestr. 4.) Druck und Verlag von F. Thiele. Hierzu eine Beilage. Beilage zu Nr. 82 des„Bolksftaat". « Jesuitev-Keldzug. T-rotz' ungeheurer Strategie � Und wunderbarer Führung, .■, Trotz Stieber'8 Polizeigenie Und Attentats-Erspürung; Trotz Eurem großen Schlachtengott Und Eurem Schlachtengötzen, Trotz Festung, Zuchthaus und Schafsot Huberlusburg und Lützen; Trotz Kanzelparagraphen und Trotz Hochverraths-Prozessen, Trotz Eurer Dichter feilem Mund Und Eurer feilen Presse; Trotz Eurem Militärarrest— In finsteren Verließen Das äulce et äecorum est pro xatria zu genießen; Trotz allem Rheuma, allen Rhum, Trotz Krupp und allen Krüppeln, Trotz allem Flintenstudium • Und Lasker'S Zukunftsknüppeln; Trotz allem Heldenübermuth Der neuen Weltzerzauser, Trotz allem noch verheiß'nem Blut Durch Werder oder Mauser; Trotz allem Barbarossa- Spuk Und anderen Fantomen, Trotz Auerbach im OrdenSschmuck Mit seinen„Astronomen", Trotz Fahnenweih'n und Vivatschrei'n Und Transparent-Verschwendung, Und SiegeSfests-Salbaderei'n, Von Zollern's hoher Sendung; Trotz einer Beut«, fabelhaft Und trotz den Fonds der Welsen, Die beide mit vereinter Kraft Zwing-Deutschland bauen helfen; Trotz Allem war' der Fuß von Thon Nicht länger zu verstecken. Trotz Allem könnt' ein Steinchen schon Den Reichskoloß erschrecken!— Von Nebeubuhleni schwer bedroht Wär' Euer Herr und Lenker; §erbei, Ihr Freunde in der Roth, hr wohldresstrten Denker! Die Ihr Gewalt laßt auf Gewalt Ihn thürmen, und dem Fetisch Andächtig Alles nachgelallt Im Bierhaus und am Theetisch— Herbei Ihr Weisen an der Spree, Ihr unbefleckten Lilien, Erklärt den Krieg zu Land und See Den römischen Reptilien! Erheitert„Ihn"— thut in den Bann Die Syllabus- Verbreiter Und laßt dafür vermehren dann Kanonen, Fußvolk, Reiter!—% Georg Herwegh. Ei» Rückblick auf die Bewegung der Bergarbeiter im Zwickauer Jnspectionsbezirle. Die Bewegung der Bergarbeiter im Zwickauer Jnspektionsbezirke datirt nicht von heute und gestern, sie ist vielmehr eine der ersten Bewegungen unter den deutschen Arbeiterschaften; daraus läßt sich aber keineswegs nachweisen, daß der Arbeiterstand eine hervorragende Zahl intelligenter Männer schon damals> aufzuweisen hatte, wo die Bewegung ihren Anfang nahm; man könnte sogar das Gegentbeil behaupten; wohl war es aber der ungeheure Druck, die knechtische Bcrgewaltigung, die von Seiten der Werksverwaltungen, sowie theils durch die Steinkohlenwerksbesitzer selbst auf die Bergarbeiter ausge- übt wurde, unter der die Letzteren sehr schwer zu leiden hatten und durch ivclche die Bergarbeiter aus ihrem Riesenschlafc, wenigstens zum Theil, aufgerüttelt wurden. Waren doch die Werksbesitzer, resp. deren Werksverwaltungen, soweit gegangen, daß sie einem Bund unter sich geschlossen, jeden Bergarbeiter, welcher auf einem zum frag- lichen Bunde gehörigen Steinkohlenwerke freiwillig außer Arbeit träte, die Arbeitsertheilung auf ein Vierteljahr auf den verbündeten Werken zu versagen! Welch schweren, weitgehenden Eingriff in die freie Be- wegung der Bergarbeiter diese Maßregel war und welche Folgen sie haben mußte, können heute noch viele der Bergarbeiter, die damals durch den Bann betroffen wurden, Zeugniß ablegen; sie können er- zählen, wie sie sammt ihren Familien dem traurigsten Schicksale über- liefert wurden, deswegen, weil der Ernährer für das ihm gebotene Lohn aus einem der Steinkohlenwerke nicht mehr gearbeitet und freiwillig seine Arbeitsentlassung genommen, dann aber ein Viertel- Jahr Bergarbeit nicht erhielt und somit lammt seiner Familie dem Hunger und Kummer preisgegeben war. Diese Gemaßregelten bildeten nun das Schreckbild für die übrigen Bergarbeiter, und so erfüllte sich die wohlgemeinte Absicht der Werksbesitzer resp. deren Werksver- Wallungen, den häufigen Arbeitswechsel der Bergarbeiter zu hindern, dahinter aber der Zweck, das goldene Kalb zu pflegen, um nicht dem Bergarbeiter, sondern des Werkbesitzcrs eigenem Geldsack den Nutzen der Beschränkung der freien Bewegung in der Arbeitsnahme zuzu- führen. Wenn ich sage, daß gerade zur Zeit der Verbindung der Werksbesitzer resp. deren Werksverwaltungen die Löhne der Bergar- bciter mit rapider Schnelligkeit herabgedrückt wurden, so kann dies kein Bedenken erregen, denn dem Bergarbeiter blieb nur die Wahl unter zwei nicht angenehmen Bedingungen: entweder für den ihin gebotenen Lohn zu arbeiten, ohne Rücksicht aus seine Existenz, oder sich, im anderen Falle, aus seinem Berufe auf ein Vierteljahr hinaus- geworfen zu sehen. Obwohl nun der fragliche Bund im Jahr 1858, so viel ich weiß, seine Endschaft erreichte, so war doch auch der Zweck erreicht, den Er- werb des Bergarbeiters soweit beschränkt zu haben, daß derselbe bei der größten Kraftanstrengung nur soviel, als zum nackten Lebens- unterhalt erforderlich ist, erwerben oder verdienen konnte. Neben diesem Uebel figurirten aber noch eine ganze Reihe an- derer, die sich immer wieder, trotz ihrer Verschiedenheit, aus den Finanz- Punkt concentrirten, die Arbeiter bedrückten-und als Ausbeutungs- Nuttel gegen die Letzteren gehandhabt wurden, so daß sich ein ganzer Koloß verschiedener Bedrückungen und Au-zbeMungsmittel gegen die Bergarbeiter austhünnte, als im Jahr 18611, wenn ich nickl» irre, ein Bergarbeiterverein zu Zwickau durch den daiiiais aus der Bergarbeit in Folge Maßregelung entlassenen Bergzimmerling Ht in-, rich Rau gegründet wurde. Dieser Berein verfolgte den Zweck der Krankenunterstützunj; hielt jeden Sonntag Versammlung, wobei die wöchentlichen Beiträge, pro Mitglied 1 Ngr. zur Krankenkasse, vereinnahmt wurden u. s. w.; die übrige Zeit wurde sehr häufig durch Debatten sehr unwichtiger Gegenstände vergeudet, die nur zu häufig zu persönlichen Streitigkeiten führten, so daß eine Beleuchtung der Lage der Bergarbeiter, sowie Ausklärung über Mittel zur Hebung des Bergarbeiterstandes gar nicht, oder nur so unmaßgebliche Erörterungen darüber stattfanden, daß alle Hoffnungen auf Hebung des Bergarbeiterstandes durch diesen Verein illusorisch zu werden drohten. Dies mochte der Grund sein, daß sich ein großer Theil der Mitglieder gegen die Vereinsverwaltung erklärte und schließlich ein Massenaustritt erfolgte. Die aus dem Bergarbeiterverein ausgetretenen Mitglieder gründeten sofort einen zweiten Verein,„Bergknappen verein", in welchem, wie im Berg- arbeiterverein, nur Bergarbeiter Aufnahme finden konnten; die Folge davon war, daß der Bergarbeiterverein in seiner Mitgliederzahl nicht unbedeutend geschwächt, der Bergknappenverein dagegen nur mühsam erstarken konnte, weil beide Vereine einander feindselig gegenüber- standen und sich gegenseitig den Zuwachs abzuschneiden suchten. Diese Feindseligkeit wurde endlich dadurch beseitigt, daß in der Verwaltung des Bergarbeitervercins ein rascher zweimaliger Personenwechsel vorge- nommen und Dinier den Vorsitz im Äergarbeiterverein erlangte. Der Verein wurde nun langsam in ein neues Fahrwasser eingelenkt, die mißliche Lage der Bergarbeiter und deren Ursachen wurden mehr in Erwägung gezogen, man suchte sich über Mittel zu verständigen, den Bergarbeiterstand zu heben u. s. w. Inzwischen war auch der Vorsitzende im Bergknappenverein, Herr Dietze, nicht unthätig ge- blieben, für eine allgemeine große durch die Roth erheischte Be- wegung der Bergarbeiter die Mitglieder seines Vereins vorzubereiten. Die Spitzen beider Vereine waren sich darüber klar, daß sich mit diesen beiden Vereinen für das Ganze und Große nichts ausführen lasse, daß sie wohl aber einen Rückhalt zu bieten nicht ungeeignet erschienen. Die beiden Vereine repräsentirten zusanimen eine Mit- gliederzahl, die noch nicht einmal den Listen Theil sämmtlicher Berg- arbeiter im Zwickauer Jnspektionsbezirke bildete, und konnte also die Mittel zu einer größeren Agitation nicht bieten, wollten es geradezu aber auch nicht, sondern die zu leistenden Vereins-Beiträge einzig und allein der Krankenkasse zuführen und derselben erhalten sehen. Dazu kam nun, daß neben den beiden genannten Vereinen für Bergarbeiter ein dritter Verein, der„allgemeine Arbeiter- verein" bestand, der aus Arbeitern allerBranchen zusammengesetzt war und auch einen größeren Theil Bergarbeiter unter seinen Mit- gliedern zählte, die aber ihren eigenen Interessen fremd blieben. Eine wichtige Thatsache kann hier nicht verschwiegen werden und zwar die, daß ein großer Theil der Vereinsnntglieder nur dem Verein beigetreten waren, nicht um Beiträge zu leisten, die der all- gemeinen Sache dienen, sondern, um die Beiträge anderer Mit- glieder für sich als Krankenunterstützung in Anspruch zu nehmen.— Aus allem Diesem dürfte erklärlich werden, daß eine größere Agitation für die Interessen des gesamniten Bergarbeiterstandes auf Grund des Bergarbeiter- und Bergknappenvereins zu den Unmöglich- leiten damals gehörte. Aus Grund einer persönlichen Besprechung der beiden Vorsitzen- den benannter beider Vereine wurden in denselben je sechs Mann er- wählt, die die Aufgabe hatten, sich über den Plan und die nöthigen Mittel zur Hebung des Bergarbeiterstandes gemeinschaftlich zu ver- ständigen und das Weitere vorzunehmen. Nur einige Sitzungen die- ser Männer langten hin, uni die Ueberzeugung zu gewinnen, daß nie- mals auf Grund der beiden Vereine eine größere Agitation zu Gunsten des Bergarbeiterstandes unternehmbar sei; daher entschloß inan sich, ein Konlitee niederzusetzen, welches, von beiden Vereinen unabhängig, an die Spitze sämmtlicher Bergarbeiter im Zwickauer Jnspektionsbe- zirke gestellt würde und seine Agitationsmittel von sämmtlichen Berg- arbeitern, die sich den Bestrebungen des Komitce's anschließen wollten, zu erheben berechtigt sei. Am Himmelsahrtstage des Jahres 1865 konstituirte sich daS fragliche Bergarbeiter-Komitee, wobei Dinker als Vorsitzender, Dietze als Stellvertreter, Petzold als Schriftführer gewählt wur- den. Die Constituirung benannten Komitees wurde laut Beschluß, unter Bekanntgcbung der Namen der Komiteemitglieder, in beiden Lokalblättern zu Zwickau veröffentlicht, was zur Folge hatte, daß sämmtlichen Mitgliedern, mitAusnahme des Vorsitzenden, dieBerg- arbeit gekündigt wurde, mit der ausdrücklichen Bedeutung, „entweder zu widerrufen, oder nach abgelaufener Kündigungsfrist aus der Beraarbeit entlassen zu werden." Die Lage des damaligen Bergarbeiterkomitees war daher eine sehr kritische; wollten die Mit- glieder desselben in ihrer Funktion als Komitecmitglieder beharren, so hatten sie mit Sicherheit ihre Arbeitsentlassung zu erwarten, das Bergarbeiterkomitee, als neugeborenes Kind, welches dadurch die erste Feuertaufe zu bestehen hatte, war nicht nur vollständig mittellos, sondern auch ohne alle und jede Ueberzeugung, die Masse der Berg- arbeiter für sich zu gewinnen. Da den Männern des Bergarbeiter- komitees der Stumpfsinn des größten Theils der Bergarbeiter, zu welcher sich noch die knechtische Furcht gesellte, nicht unbekannt war und man sich auch darüber klar war, daß, traten die Komiteemit- glieder als solche aus ihrer Funktion zurück, um der angedrohten Maßregelung zu entgehen, Nachfolger nicht mehr zu erlangen gewesen wären, so bot der Vorsitzende des Komitees, ohngeachtet, daß durch den Rücktritt der übrigen Mitglieder die denselben angedrohte Maß- regelung acceptirt und für Andere legal anerkannt worden wäre, seine eigene Perjon zum Opfer dar, obgleich er Vater von 5 noch uncr- zogen en Kindern war; er nahm die ganze Verantwortung in dieser Sache auf sich, und machte dies in beiden Lokalblättern Zwickau'? bekannt; er rettete somit nicht nur die sämmtlichen Mitglieder dcS Komitees aus der Klemme, sondern erhielt sie für die große Sache. Wie nun nicht anders zu erwarten stand, wurde der Vorsitzende des fraglichen Komitees von dem Zwickaucr Steinkohlenbau-Verein, ohne vorherige gesetzliche Aufkündigung, sofort seiner Arbeit entlassen; es wurde ihm in seinem Atteste bezeugt, daß er sich„treu, ehrlich, fleißig und nüchtern" betragen habe, wegen Beleidigung sämmtlicher Offizianten aber sofort entlassen wurde. Die„Beleidigung der Offizianten" suchte nian in der öffentlichen Bekanntmachung. des Bergarbeiter-Komitees, und zwar speziell in den Worten:„steht zu uns,'wie wir zu Euch stehen, um das Sklavenjoch, unter deni der Äergarbeiterstand schmachtet, abzuschütteln."— Dieses Attestat genügte, um die Arbeitserlangung auf einem anderen Steinkohlenwerke unmöglich zu machen. Die gegen das Attestat erhobene Beschwerde wurde von dem Königlichen Gerichtsamt im Bezirksgericht zu Zwickau mit den Worten' zurück ge- wiesen:„Seien Sie froh, daß Sie nicht mehr Bergarbeiter sind; da sind Sie doch sofort von dem„Sklavenjoche" befreit!"— Das war ein Trost, aber keine Hülse! War man nun auch daraus gefaßt, daß die Steinkohlenwerksbesitzer, resp. deren Werks- Verwaltungen, nicht sofort die Hand bieten würden, die Lage ihrer Arbeiter dadurch auszubessern, daß sie die nur allzuberechtigten For- deningen der Bergarbeiter erfüllten, so hatte man doch eine so große Hartnäckigkeit im Voraus zu sehen nicht vermocht; vielmehr gab man sich der Hoffnung hin, einen gütlichen Ausgleich zwischen beiden Par- teien herbeiführen zu können. Das Bergarbeitcr-Koniitee hielt nun eine Reihe von Sitzungen ab, in welcher dasselbe über die nothwendigen Forderungen, den Berg- arbeiterstand wieder zu heben, und darüber, wie diese Forderungen auf gesetzlichem Wege durchzuführen seien, Berathung pflog und sich klar zu werden suchte. Nachdem eine Basis gelegt worden war, aus der hin die Hebung des Bergarbeiterstandes erfolgen sollte, schritt das Bergarbeiter-Komitce zur Abhaltung öffentlicher Bergarbeiterversamnilungen, in welchen die mißliche Lage der Bergarbeiter soweit als möglich klar vorgetragen und erläutert wurde, die sittlichen wie finanziellen Schädigungen der Bergarbeiter in Erwägung gezogen, sowie die Mittel und Wege be- zeichnet und beleuchtet wurden, die zur Hebung und Aufbesserung des Bergarbeiterstandes den günstigsten Erfolg versprechen ließen. Das Bergarbciter-Komitee hatte sich also an die Spitze der sämmtlichen Bergarbeiter im Zwickauer Jnspektionsbezirke als anerkannte Ver- tretung derselben gestellt, die Machtbefugnlß einer Vertretung wurde ihm mittelst Nainensunterschrift jedes einzelnen Bergarbetters zuer- könnt. Wenn nun das Bergarbeiter-Komitee die berechtigte Hoffnung hegte, die Namensunterschrift jedes einzelnen Bergarbeiters in kurzer Zeit zu besitzen, weil doch nur alles das angestrebt wurde, was jedem einzelnen Bergarbeiter und dessen Familie zu Gute kommen mußte, so hatte sich das fragliche Komitee sehr arg getäuscht, denn, nachdem' 18 Bergarbeiterversammlunaen in verschiedenen Orten abgehalten worden waren, war man noch nicht einmal in dm Besitz der Namensunterschristen von der Hälfte der Bergarbeiter in dem ftag- lichen Jnspektionsbezirke. Daraus läßt sich nun nicht folgern, daß das Komitee des Verttauens ermangelt hätte, im Gegentheil, fakttsch war es die Furcht vor Verrath und Gefährdung seiner Existenz, welche Schuld war, daß ein Bergarbeiter nach dem anderm das Versprechen, dte Unterschrift zu geben, zurückzog; andern Theils war ein großer Theil der Bergarbeiter mit feiner eigenen Lage noch vollständig unbekannt, und endlich mochte es sich um Zahlung der 3 Neugroschen handeln, die zu Aaitattonsmitteln bei Lnstung der Unterschrift zu entrichten waren. Das Bergarbeiter-Komitee war daher genöthigt, an jedem Orte, wo Bergarbeiter domicilirten, einen Mann mit der Entgegennahme von Unterschristen zu betrauen, damit die Unterschriftsleistung oer Oeffentlich» keit entzogen wurde; was aber einer günsttgen Agitation am mehrsten entgegentrat, war: daß sich auf jedem Steinkohlenwerke eine Schaar feiger Männer zum Spionendienst für die Offizianten gegen ihre Mit- arbeiter gebrauchen ließ, um speichelleckerisch für sich Begünstigungen zu erwerben!— In dieser Stellung fand uns der Bruderkrieg des Jahres 1866, welcher unserer Agitation neue Schranken setzte, so daß wir genöthigt waren, die öffentlichen Bergarbeiterversammlungen einzustellen. Die Agitationsmittel waren bis auf einen sehr geringen Betrag zusammen- geschmolzen, was seinen Grund darin findet, baß nicht einmal der dritte Theil der Unterschriebenen die festgestellten 3 Neugroschen berichtigt hatte. Aus diesem winzigen Agitationsfonds wurde der Vor- sitzende des Komitees in Folge seiner Erwerbslosigkeit gegen 15 Wochen mit wöchentlich 3 Thaler unterstützt; 15 Thaler waren durch zwei Unterschriftensammler, die mit Erhebung der bei der UnterschriftS- leistung zu zahlenden 3 Neugroschen beauftragt waren, unterschlagen worden, u. s. w. Besser stand es mit dem Bergarbeiterverein, welcher bei Beginn des Krieges 1866 zwar sistirt wurde, aber ein baares Vermögen von 192 Thaler auszuweisen hatte. Nach Beendigung des Krieges 1366 und zwar am 1. Januar 1867 wurde der Bergarbeiterverein wieder eröffnet und bot die berechtigsten Hoffnungen zu gutem Erfolge; aber schon am darauf folgenden Versammlungstage wurde der Antrag ein- gebracht,„den Baarbestand des Vereinsvermögens unter die Vereins- Mitglieder zu vcrtheilen!" Was bei diesem Antrage am auffälligsten erschien, war: daß er von einem Mitgliede eingebracht wurde, den nian heute noch für einem Sozialdemokraten hält, der aber bis heute der Bergarbeiterbewegung durch Verdächtigungen und Verleumdungen einzelner Personen möglichste Hindernisse zu bereiten gesucht hat. Der Vorsitzende Dinter trat diesem Antrage mit aller Entschiedenheit ent- gegen, vermochte aber das Todesurtheil des Bergarbeitervereins nur auf drei Vereinsversammlungen hinaus zu verschieben, denn in jeder Versammlung wurde der Antrag erneuert und imnier fanden sich mehr Freunde zum Morde des Vereins, bis endlich die Majorität für den Antrag zusammengetrommelt war. Der Beschluß, den Baar- bestand des Veremsvermöaens unter die Bereinsmitglieder zu ver- theilcn, wurde gefaßt und vollzogen; der Bereinsvorsitzcnde stellt« eine Berechnung auf, derart, daß die Mitglieder, die auf eine lange Zeit zum Verein gesteuert hatten, verbälwißmäßig mehr erhielten als die Mitglieder, die nur kürzere Zeit Beiträge geleistet hatten; damit erklärten sich die Atitglieder einverstanden und so wurde da» Bereinsvermögen an die Mitglieder zurückgezahlt und die Existenz des Bergarbeitervereins untergraben. Dazu kam nun die Cholera- Epidemie, die auch dein Bergarbeiterverein große Opfer auferlegte, die derselbe zu bringen außer Stande war, weil man ihn aller Mittel beraubt hatte. Die Nothwendigkeit, den Bergarbeiterverein abermals zu sistiren, war vorhanden, und zwar in größtem Maßstabe; der größte Theil derjenigen Mitglieder, die für Theilung des Vereins- Vermögens gestimmt hatten, traten nun nach ihrer Heldenthat aus dem Verein aus, ein großer Theil der nichtausgetretenen Mitglieder verblieb mit seinen Beiträgen im Rückstand oder meldete sich krank, kurz: die Anforderungen, die augenblicklich an die Kasse des Berg- arbeitervereins gestellt wurden, waren unmöglich nach den damaligen Verhältnissen zu bewältigen; einen Credit für den Verein zu er- langen, gehörte ebenfalls zu den Unmöglichkeiten und so blieb nicht» übrig, als den Bergarbeiterverein zu sisttren— und er schläft noch heute den ewigen Schlaf.— Nicht bessererging es demBergknappenverein, welcher, durch die Umtriebe einer Reaktionspartei unter seinen Mitgliedern, inner- lich entzweit, endlich in Folge persönlicher Streitigkeiten sich freiwillig auflöste und heute der Auserstehung noch entgegen sieht. Unstreitig war es aber der Allgemeine Arbeiterverein in Zwickau, der ein schlechtes Licht auf das Bereinswesen in Zwickau warf und verschiedene Bedenken auch unter den Mitgliedern im Berg- arbeiter- und Äergknappenverein erregte, da die Mitglieder des All- gemeinen Arbeitervereins laut predigten, sie wären um ihr Vereins- vermögen schlechterdings durch die Verwaltung desselben betrogen worden. Verfasser dieses verwahrt sich jedoch, mit Bezug hierauf eine Behauptung aussprechen zu wollen; er überläßt dies vielmehr den damaligen Verivaltungsmitgliedern des ehemaligen Allgemeinen Ar- beitervereins. Genug, der Allgemeine Arbeiterverein in Zwickau ging in erster Linie aus allen Fugen und trug nicht wenig zur Sistirung resp. Auflösung des Bergarbeiter- und Bergknappenvereins bei. Wie schon bemerkt, mußten die öffentlichen Bergarbeiterversamm- lungen während des Krieges 1866 eingestellt werden, konnten aber auch nach Beendigung desselben in Folge der Choleraepidemie von Polizeiwegen nicht eröffnet werden. Hingegen hatte das Bergarbeiter- komitee seine regelmäßigen Sitzungen ununterbrochen fortgesetzt, einen Statutenentwurf für einen vereinigten Knappschaftsverband und eine vereinigte Knappschaftskasse vorbereitet und durchberathen, der nicht unerhebliche und nicht wenige Schwierigkeiten bei der Diskussion dar- bot. In erster Linie wurde die Kgl. Sächsische Staatsregierung als die Person angesehen, die zur Verbesserung der mißlichen Lage der Bergarbeiter iin Zwickauer Jnspektionsbezirke nicht nur maßgebend, sondern verpflichtet sei: wir wurden aber auf unsere an dieselbe ge- richteten bezüglichen schriftlichen Vorträge, und zwar durch das König- liche Finanzministeriuin, eines Besseren belehrt; dasselbe sagte m einer an das Bergarbeiterkomitee gerichteten Resolution: Der Steinkohlenbau zu Zwickau und Umgegend ist ein Privat Bergbau; es steht daher dem Königlichen Finanz- Ministerium ein Recht nicht zu, in Privatverhältnisse, dt« zwischen den dortigen Steinkohlenwerksbefitzern und deren Arbeitern bestehen, eingreifen zu können; wir sind daher auch nicht in der Lage, zu Gunsten der Bergarbeiter etwas verfügen zu können, es muß daher dem Bergarbeiterkomite« überlassen bleiben, sich mit den dortigen Steinkohlenwerks- besitzern zu einigen. Was wir also von oben zu hoffen hatten, wußten wir.— Die Aufstellung eines Statuts für eine vereinigte Knappschafts- kasse war einem Rechtsanwalt übertragen worden, wir erhielten von Letzterem auch das gewünschte Statut nebst einem Gutachten, lpelches aber darauf hinausftef„ einen Verein für sämmtliche Bergarbeiter be- nannten Bezirks zu gründen, für dieselben eine Kasse zu Extra- Unterstützungen zu errichten, neben der auch gleichzeitig die bestehen- den verschiedenen Knappschaftsverbände und Kiiappjchaftskasscn fort- bestehen sollten. Daß wir mit derartigen Einrichtungen Nicht vom alten Platze kauten, war klar; aber auch selbstverständlich, daß wir daraus nicht eingehen konnten und nicht eingingen. Die öffentlichen Bergarbeiterversamnilungen wurden wieder aufgenommen; wir fanden aber zu unserm großen Bedauern, daß die Erfolge der früheren Agitation ziemlich verloren gegangen warm; die knechtische Furcht unter den Bergarbeitern war aber einem männ- lichen Selbstbewußtsein gewichen, so daß das Feld leicht wieder er» obert wurde. Inzwischen hatte der Vorsitzende Dinier das Statut für einen vereinigten Knappschaftsverband vollendet, welches in Druck gegeben und dann zum Druckkostenpreise an die Bergarbeiter behändigt wurde, was allseitige Anerkennung fand und die- asis bildete, auf der hin mit den Werksbesitzeru, resp. mit deren Werksbeamten, in Unterhandlung getreten werden sollte. Der Verhandlungstermin wurde anberaumt, die Steinkohlenwerksbesitzer resp. deren Werksbeamte per- sönlich dazu eingeladen; wer aber m dem Termin nicht erschien, waren die Steinkohlcnwerksbesitzer und deren Werksbeamte,' damit war die Erklärung gegeben, daß weder die Steinkohlenwerksbesitzer noch deren Werksbcamte gesonnen waren, sich mit ihren Bergarbeitern auszusöhnen, resp. zeitgemäße Zugeständnisse zur Verbesserung der nlißlichen Lage ihrer Arbeiter zu machen. Wir waren uns nun klar, daß wir zu einem radikalen Mittel zu greifen hatten, sollte für den Bergarbeiter eine bessere, menschenwürdige Existenz geschaffen werden. In diesem Zustande einer Bewegung begrüßten wir das Jahr 1869,. wo das Bergarbeiterkomitee zur Gründung einer internationalen Ge- Werksgenossenschaft der Berg-, Hütten- und Salinenarbeiter überging und sich dann auflöste, nachvemder Ausschuß benannter Gernossenschaft konstituirt war. Vom Jahr 1865 bis zum Jahr 1869 ist eine lange Zeit; wer aber die Verkommenheit des Bergarbeiterstandes bei Begnn dieser Bewegung kannte, ebenso aber auch die Stellung des Bergarbeiter- standes in der jetzigen politischen Situation kennt, der wird sich sagen müssen, daß jede Minute in diesen Jahren benutzt worden ist, den Bergarbeiterstand auf eine Stufe emporzuheben, daß derselbe um eine bessere Existenz mit jeder anderen Arbeiterkorporation zu wetteifern im Stande ist. Verdammt daher alle Männer, die sich für den Bergarbeiterstand aufopferten,— die Wahrheit wird dieselben freisprechen. Zum Kapitel vom deutschen Spietzbürgerthum. Dresden. Der erste allgemeine deutsche.Handwerke tag". Am Dienstag, den 24. September fand die Versammlung des ersten allgemeinen deutschen„Handwerkertags" statt. Der Vorsitzende des hiesigen allgemeinen Handwerkerveieins, der Schneidermeister Sieinmann theilt mit, daß 262 Delegirle anwesend seien, welche 61,3-t4l??) Handwerker vertreten, außerdem sei ihm, wie dem Dresdner Handwcrkervcreine die Vertretung von 169 auswärtigen Innungen mit 12,946 Mitgliedern übertragen worden. Es wurde hierauf eine (iroße Zahl von Anträgen verlesen, ein Durcheinander von Wünschen o z. B. verlangt ein Verein die Herabsetzung der dreijährigen Dienst tttt auf eine zweijährige, ein anderer verlangt, daß der Staat die Schule für sein Eigeuthum erkläre; die meisten Wünsche gehen dahin aus, daß die durch das Gewerbegesetz beseitigten Zunftverhältni' wieder eingeführt werden. Der Voisitzende hatte die größte Mühe, die Debatte im parlamentarischen Geleise zu erhalten, was ihm sehr selten gelang, da oft ein-m Redner gleichzeitig mehrere in's Wort fielen, s» daß eS nicht mehr möglich war, der Debatte mit Aufmerk- samkeit folgen zu können. (Miitwochs-Sitzung.) Nachdem der Vorsitzende, Herr Steinmann, die Anwesenden nochmals begrüßt, verbreitere er sich über die Eutt stehungSgesch chte des gegenwärtigen HandwerkerlageZ, woraus die Wahl der Bureaus statlsand. Auf Vorschlag der 29er Commission wurden gewählt: Steinmann(Dresden) zum Vorsitzenden; K öppei (Berlin) und Jakob(Hannover). zu stellvertretenden Vo> sitzenden, G r a n z o w(Dresden) und Henz(Hannover) zu Schriftführern. Es wurde der Bencht über den norddeutschen Handwerkertag Halle verlesen. Während deß tritt Siaatsminister von Noftiz Wal lwitz in die Versammlung. Kövpen, welcher d n Vorsitz sührte, fordert die Versammlung auf, ein dreisaches Hoch auf das sächsische Ministerium auszubringen. Die Versammlung erhob sich von den Srtzen und stimmte in das drsisache Hoch ein. Staatsmininer von Nostiz-Wallwitz dankt der Versammlung und versichert, daß die warme Theilnahme des sächsischen Ministeriums am Gewerbestande demselben auch in Zukunft erhalten weiden solle.(Jllstizminister Abelen is ebenfalls anwesend.) Die Versammlung kehrt hieraus zur Tagesorb nung zurück und zwar zu Punkt 4:„Berathung über Gründung eines festen Verbandes sämmtlicher Arbeitgeber in ganz Deutschland mit einem Ceniral-Comrtee, sowie mit nöthigen Provinzial- und Orts Comitees, ingleichen über Begründung eines diese Interessen vertreten den Organes." In der hierauf statlstndenden Debatte wird besonders Hervorgehoben, daß sich die schäumenden Wogen des Sozialismus nur durch einiges Zusammengehen von Seiten der Arbeitgeber ein- dämmen ließen; von den Regierungen sei leine Abhülfe zu erwarten, denn diese glaubten größtentheil« noch, der Arbeiter I eide zu viel Roth. Dies sei keineswegs der Fall. Würde eS gelingen, den Arbeiter aus den Händen seiner gewissenlosen Führer zu reißen, dann wäre eine Verständigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht schwer, Todt(Minden) warnt vor einem Nach beten der Schultze-Delitzsch'schen Prinsipien. Bürgermeister Dr. Fischer (Hainichen): Die Bereinigung der Arbeitgeber sei ein Akt der Noch- wehr; von den Sozialdemokraten sollen wir lernen einig und geschlossen vorzugehen. Der Genuß- und Selbstsucht, sowie der Ueber- Hebung im Arbeiterstande müsse durch E> strebung größerer Bit- dring entgegen getreten werden. Hauschild(Bremen) meint, daß nur Selbsthilfe zum Ziele führe. ES sei ein äußerst beschämendes Gefühl, der Sozialdemokratie an diesem Orte, wo so viel Jntelligeiiz und Kapital vertreten ist, Vorwürfe zu machen, weil man damit gestehe, daß� man bisber noch nicht sähig war, den unsinnigen Wühle reien der Sozialdemokraten den Boden zu entziehen. Nur ein ein- MütbigeS Zusammengehen mit den Prinzipien der Selbstbülse könne die traurigen Zustände der Gegenwart beseitigen; auf StaatShilfe speculiren heiße so viel, als in'S Lager der Sozialdemokraten übergehen Kramer(Merseburg) empfiehlt ebenfalls die Selbsthlllfe und fordert schließlich den Kampf gegen Ultramontane und Jesuiten aufzunehme». — Schmidt(Hamburg) glaubt, daß man mit der Selbst- hülfe nicht allein durchkomme, weil der gemeine Mann nie oder selten zu seinem Rechte komme. Die Gewerbe- freiheit habe ihr Gutes nur für Leute, die Geld genug haben.— Piron(Zeitz) protestirt gegen die Annahme, als könne sich der Handwerkerstand nicht selbst helfen. Der stellverttetende Vorsitzende Koppen fordert auf, nachdem er erst erfahren habe, daß auch der Jusiizminister, Herr Abeken, der Versammlung beiwohne, demselben ein dreifaches Hoch zu bringen. Die Versammlung erhebt sich und stimmt ein dreifaches Hoch an. Justizminister Abeken betont, daß die Regierung ein hesonderes Interesse an den Verhandlungen den Ver- Handlungen nehme, obwohl die Gesetzgebung etwas Positives nicht leisten könne, um die vom Haitdwerkertage angestrebten Zwecke zu er- reichen. In der Fortsetzung der Debatte über Punkt 4 der Tagesordnung sprechen sich«ine Reihe von Rednern für Annahme desselben aus. Todt(Minden) beantragt, statt Arbeitgeber Handwerker zu sagen; indem er noch einmal auf das Prinzip oer Selbsthilfe zurück- kommt, weist er darauf hin, daß der Staat dcuGroßindustriellen eine Hilfe in großem Maße angedeihen lasse, was für den Handwerker nicht der Fall sei. Nachdem Punkt 4 nach vorstehendem Wortlaut genehmigt, wurde eine Eommission von 5 Mitgliedern mit dem Rechte der Cooptation gewählt, einen Organisationsentwurs aus- zuarbeiten, welcher der gegenwärtigen Versammlung zur Annahme noch vorgelegt werden soll. Die Abend-Sitzung begann mit Punkt 5 der Tagesordnung:„Be- rathung über Errichtung von Schiedsgerichten mit executiver Gewalt in Betreff der Streitsragen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und Lehrlingen."— Dr. Fischer(Hainichen) referitt über diesen Punkt und bezeichnet die Einführung von Schiedsgerichten als den ersten Bau- stein zur Regelung der sozialen Frage. Hauptsächlich müsse er die „eieeutive Gewalt" betonen, denn ohne diese wären die Schieds- gerichte bedeutungslos I Mehrere Redner schließen sich den Ansichten des Referenten an. Brandes(Berlin) hebt hervor, daß man beim Reichs- tage darauf hinwirken müsse, daß die Errichtung dieser Gerichte z w a n g s- weise den Kammern ausgegeben werde. Punkt 5 der Tagesordnung wurde angenommen.— In der Donnerstag-Sitzung erstattet Bürgermeister Dr. Fischer (Hainichen) Bericht über die Thätigkeit der 5cr-Commission wegen Organisirung eines Verbandes der Arbeitgeber. Von dieser Coni- Mission wurde vorgeschlagen: Berlin als Vorort, einen Vorstand von 9 Mitgliedern zu wählen, von denen mindestens 4 im Vororte wohnen, und den Vorstand mit der Bildung von Provinzial- resp. Lokal-Comitee's zu beauftragen. Berlin wird als Borort angenommen. Die Ver- handlnng ging zu Punkt 6 der Tagesordnung ü�er:„Einführung von Arbeitsbüchern für die Arbeitnehmer durch Reichsgesetz." Brandes (Berlin), welcher hierüber referirt, beantragt, zu beschließen:„Jeder Arbeitnehmer ist gesetzlich bei Strafe verpflichtet, ein Controlbuch zu führen, worin von dem jedesmaligen Arbeitgeher des Ortes, wo er gearbeitet, nur der Ein- und Anstritt der Arbeit verzeichnet sein muß. Eine gleiche Strafe trifft den Arbeitgeber, wenn ex einen Arbeitnehmer ohne Controlbuch in Arbeit nimmt."— Bordseldt(Bremen) warn t, auf Einrichtungen zu- rückzugreifen, welche durch's Gesetz beseitigt sind und beantragt des- halb, statt Arbeitsbücher nur Entlassungsscheine einzuführen. Die hierauf folgenden Redner sprachen sich für Einführung der Arbeitsbücher aus.— Billig(München) will bis zur Erledigung der Angelegenheit auf dem Wege der Gesetzgebung die Regelung des- selben durch das Prinzip der Selbsthilfe erstreben. Räch einigen Rednern befürwortet Todt(Minden) nicht nur die Arbeitsbücher, sondern will auch polizeiliches Bisa in dieselben, damit einmal wieder et- was Ordnung in die Arbeiterwelt komme, und daß es nicht vorkomme, wie z. B. in Amerika, wo das Gesinde Bücher über die Herrschaften führe. Nach dem Schlußworte Brande's beschließt die Versammlung die Einführung der Arbeitsbücher mit dem Zusätze, bis zur Erledigung der Sache das Prinzip der Selbsthilfe zu ver- treten.— Punkt 7 der Tagesordnung:„Wegfall der Beitragsver- pflichtung der Meister und Prinzipale zu den Gesellen-Kranken, Hilfs- und Sterbe-Kassen, für Staaten, wo solche Verpflichtungen noch he- stehen", wurde, nachdem fast alle Redner sich dahin aussprachen, daß. nachdem man den Handwerkern alle Rechte genommen, man sie auch der Pflichten entbinde, welche dem Staate zu überlassen seien, der die Freizügigkeit gegeben und die Niederlassung an allen Orten gestattet, beschlossen.— Punkt 8 der Tagesordnung:„Die Errichtung von Hand- werker Kammern in den Staaten, wo solche noch nicht bestehen", wird einstimmig angenommen. Zum Schluße der Sitzung wurde noch be- merkt, daß die Herren Geh. Regierungsrath Schmalz, Oberbürger- meister Pfotenhauer und Stadtrath Schilling anwesend seien, auf welche ein dreifaches Hoch ausgebracht wurde, worauf Herr Ober- bürgermeister Pfotenhauer antwortet: Die Cominunal-Behörden Dres- deiis verfolgen die Bestrebungen de» Handwerkerlage» mit größter Aufmerksamkeit. Der Geist, welcher in dieser Versammlung walte, sei die beste Bürgschaft für das Gedeihen der ge- förderten Resultate, sowie für Erreichung der erstrebten Ziele. Der Vorsitzende Stcinmann theilt ein Schreiben mit, worin der Magisirat von Tilsit erklärt, daß er mit den Bestrebungen des Eon- gresfes nicht einveistauden sei, weßwegen er es auch unierlassen habe, die Tilsiter Handwerker zur Betheiligung aufzufordern.(Allgemeiner Mißfall.)— Die Delegirten Berlins bringen folgenden Antrag ein: „Die Versammlung möge beschließen, um d>e Centralisalion des Hand- werkertages lebensfähig zu machen, daß jeder Delegirte, welcher eine Innung oder einen Gewe>k-Verei» vertritt, sofort einen von der Plenar- Versammlung festzusetzenden Beitrag zur ersten Einrichtung der Or- ganisatwn vo> schubweise einzuzahlen."— Der Vorsitzende begrüßt im Namen der Veisammlunq den Stadtverordneten-Vorstehcr Hofrath A ckerman n, welcher Namens der Gemeindevertretung Dresdens dankt. Er selbst diene seit Jahren den Interessen des Bürgerlhum-, dem auch er angehöre, und hahe schon hinreichend Gelegenheit gehabt, wahrzu- nehmen, daß der Handwerkerstand das Bürgerthum reprä- sentire, welcher sich jetzt in schwerem Kampfe befinde, einmal mit den Unternehmungen des Großcapitals, das andere Mal mit den An- forderungen der Arbeitnehmer. Der Handwerkerstand möge es sich nicht gereuen lassen, daß er kämpfen müsse. Wahrheit kämpfe immer gegen Jrrthum, gesunder Menschenverstand gegen Leidenschaften, Mäßigung gegen maßloses Vorurtbeil, und immer siege das Gute, Rechte, Wahre. Der goldene Friede kebrt dann zurück. Auch dem Handwerkerstande wird dieser Friede auf dem Gebiete des inneren Lebens zurückkehren.(Allgem einer Beifall.) Hierauf zur Tagesordnung übergehend, lehnt die Versammlung den Antrag:„die Aufhebung des§119 der norddeutschen Gewerbeordnung anzustreben", ab.— Brandes(Berlin) referirt über Punkt 19:„Wie- dereinführung des Zwanges für Lehrlinge, die festgesetzte Lehrzeit nicht nur innezuhalten, sondern auch nach deren Beendigung ein Probe- stück anzufertigen." Nach einer hitzigen Debatte beschloß die Versammlung Punkt 19 abzulehnen und das Central-Eomitä zu beaus- tragen, wegen Befestigung der Veriragsverhnltnisse zwischen Meistern und Lehrlingen molivirte Vorlagen au die Reichsregimmg zu machen Gegen diesen Beschluß erhob, n sofort mehrere Delegirte Protest zu Protokoll. Köppen begrüßt bei der Gelegenhett den inzwischen einge- tretenen Kreisdirektor Herr v. Könneritz.— Punkt 11:„Errichtung von Fo-tbildungs- und Fachschulen für Lehrlinge, wie Verbreitung der Volksbildung überhaupt", wurde mit dem Wunsche genehmigt, daß der Untcriicht obligatorisch sein möchte.— Punkt 13:„Dem Reichs- rath von sämmtlichen Städten Deutschlands eine Schrift zu überreichen, in welcher nachgewiesen wird, wie sehr der jetzige Geschäftsgang es dem Arbeitsgeber«'schwert, zu seinem Rechte ohne Schaden zu gelangen, und soll das Erniral-Comiiö den Entwurf derselben du Lokal- und Prnvinzial-Comiiö's un erbreiten", wurde ohne Debatte en bloc angenommen. Schließlich kam der Antrag der Delegirten Berlins, den Beitrag zur ersten Errichtung der Organisation vorschußweise einzu- zahlen, zur Debatte und zwar zu einer sehr hitzigen, die zeigte, daß in Geldsachen bei dem ehrsamen Handwerksmeister die Gemüthlichkeit aufhört wobei sich die Hannoveraner in hervorragender Weise an der Opposition betbeiligten, und um dem Streit ei» Ende zu machen, zöge» die Berliner schließlich ihren Antrag zurück.� Die Deleoaten der Berliner Generalversammlung des Allg. d. Arb. Ver. im Jabre 1867 und mit ihnen viele Parteigenoffen werden ini Geqentbeil zur Genüge erfahren haben, daß ich mit zu den frühesten Bekämpfern dieses elenden Subjekts gehört habe; 3) bat mich Sektion 6, für welche ,ch anderthalb Jahre als De- leaat thätig war, wicht abge'etzt, sondern ich habe das Amt niederge- legt Sektion 6 ist auch nicht zugleich mit meinem Rücktrute aus dem sog. Comitee II geschieden, sondern hat ein anderes Mitglied 'Die�llttache, weshalb die deutschen Sektionen 6 und 13 sich an der Bildung des neuen Central-Comitees betheiligten, war dieselbe, welche mich zum oroßen Theil veranlaßre. den Herrn v. Schweitzer zu bekämpfen nämlich die Diktatur, in D-utschlaird ausgeübt von einer Person hier i» Amerika ausgeübt von einer Sektion. Bei Schweitzer kam nur noch die Corruption dazu.= Eine Beleuchtung der ganzen Affane unterlasse ich ans Achtung vor Nr 17 der Londoner Conserenzbeschlüsss, da es, meiner Ansicht nach ganz gleich ist, ob die inneren Angeleg-nheiten zuerst im„Volks- staat" oder in einer Bourgeois-Zcitung verhandelt werden. Ausrichtigst Eduard Große. (Wir müssen dem Versasser des angegriffenen Artikels die Verant- wortunq überlassen, können jedoch nicht umhin, Herrn Große zu be- merken daß solche innere Angelegenheiten, die einmal durch lrgtnd einen Zufall oder irgend welche Absicht in die Presse überhaupt gelangt sind auch in den Parteiorganen besprochen werden müssen. Nachdem der Woodhull'sche Schwindel Gegenstand der B-lustigunA seitens un- srer Gegner geworden war, mußten die sozialistischen Blätter den Ge- aenstand berühren— trotz Artikel 17 der Londoner Conserenzbeschluffe. R. d V..)_______ Im B erläge der Buchhandlung und Expedition des „Bolksstaat" ist erschienen, resp. von ihr zu beziehen: Delmenhorst, 24. September. Die Abrechnung des Berliner Cigarren-Ärbeiter-Strike's hat hier viel böses Blut verursacht Der Artikel in Nr. 36 des„Botschafter"(von Herrn Fritzsche) steigerte die Ausregung der hiesigen Cigarren-Arbeiter aufs Höchste; es wurde eine Allgemeine Cigarren-Arbeiter»Versammlung einberufen mit der Tagesordnung:„Der Aitikel in Nr. 36 des Botschafter." Die Ver- 'ammlung war den Umständen gemäß gut besucht. Man war sehr ungehalten über den Inhalt des Artikels, und obwohl die Mitglieder des Vereins stark vertreten waren, machte sich doch Niemand zum Vertheidiger der Aeußerung, daß die NichtMitglieder größere Feinde seien als dieFabrikanten seihst. Die hiesige Mitgliedschaft des Vereins hat vorigen Winter so zusagen nur dem Namen nach exestirt, doch feien an 159 Thlr.»ach Bielefeld und Coblenz. nach Burgsteinfurt seien (ohne die Gelder der Orts-Reserve-Casse) 53 Thlr., nach Berlin 239 Thlr. gesandt. Ob Herr Fritzsche bei solchem Opfermuthe, der ihm doch bekannt seien müßte, wenn er den Botschafter gelesen, noch seine Aeußerung Delmenhorst gegenüber aufrecht erhalten wird? Obwohl die Mehl zahl der hiesigen Cigarren-Arbeiter nicht zum Verein gehört, haben sie doch, wie es sich für Sozial- Demokraten gehört, stets ihre kämpfenden Brüder unterstützt, ohne nach der Parteifarbe zu fragen, und ohne des herben Undanks zu gedenken, den wir bei unstrer Arbeitseinstellung erfahren haben, den Herr Fritzsche trotz der Mitglied- 'chaft, die der Verein hier hatte, auch»och nicht eines Federstrichs würdigte. Auch erinnern wir ihn an die Aeußermigen, die er im Jahre 1863 bei seinem Hiersein wegen der Lohnabzüge in Gegenwart der Fabrikanten gemacht hat. Ferner spricht Herr Fritzsche von Dank, den der Verein den Berlinern schulde, aber nicht von dem Undank der Vereinsmilglieder zu Hannover, Herford, Melle, Lippstedt, Würzburg u. s. w. gegen die Berliner. Ob diese nicht größere Freunde der Fabrikanten sind, als die NichtMitglieder von Delmenhorst? Die Versammlung verlangt von Herrn Fritzsche die den hiesigen Cigarren-Arbeiter» schutdige Achtung und Ehrenerklämng. Im Auftrag« der Versammlung: H. Müller, Bors, der Versammlung. C. Vchlegel, Schrift- führer der Versammlung. Bertchttgung. Ncw-Nork. 7. August. Der in Nr. 57 des„Bolksstaat" enthaltene Artikel„Die Jnter- nationale in Amerika" bringt im letzten Absatz auch meine Person in Erwähnung, und zwar mit Bemerkungen, gegen welche ich Folgendes zu erwidern habe: 1) Kommt mir der Titel„Dr." nicht zu. Ich besitze und führe ihn nicht; 2) War ich niemals Privatstkretär des„Berliner Schweitzer", noch habe ich mich gegen irgend einen Menschen als solchen ausgegeben. F. Engels, Der deutsche Bauernkrieg.... F- A. Lange, Die Arbeiterfrage. Most Mahnruf an die landwirthschstl. Bevölkerung. Dictzgen. Religion der Sozial-Demokratte, 1. 2. 3. (f. Hirsch, Normalarbeitsiag..... Der Staat und das Genossenschaftswesen. A. Bebel, Unsere Ziete.(Erscheint in III. Auflage.). Retchstagsreden 2. Session..•,■ „ Rede i. d. Tonhalle zu Leipzig d. 14. Jum 1871 über die Leipziger Commune Errinncrung �än Sic?et;ten Maitage 1871(Gedicht) Kapuzinerpredigt des Herrn Harlort(Gedicht). Der vürgerlrieg in Frantrct», Adrepe des G-necalraths der Jmerncitionatm Arbeiterassoziation Serno-Solowiewitsch, Unsere russischen Angelegenheiten. übersetzt von S. L. Borkheim. Dr. Walster. das ro'he Gespenst.... Schutz des Arbeiters m den Äewerksch.isteu „ Am Webstuhl der Zeit. Soz. Roman I. bis III. Lieserung...... Wohnungsfrage. Eine soziale Skizze.... tÖ. Liebknecht, Zu Trutz uno Schutz, Festrede, gehalten beim Stistungsfest des Crimmilschauer Volksve>emS am 22. Okt. 1871..... Was ich im Berliner Reichstag sagte. Eni- haltend die Reden von 1867 und 1879. , Die politische Stellung der Sozialdemolratie Leipziger Hochverrathsprozej;. I. bis IV. Lleserung.» H. Scheu, Wii-ner Howveuatosproceß 1870. Ter Braunschweiger Aasschnfz der soz.-dem. Arbeiter- Partei in Lätzen u. vor Bericht 1871• Sillmann, Jnter nationale Arbeiler-Assozianon. Castclar'S Rede über die Jmernationaie... Statuten der Internationalen Arb-Assoziation. Protokoll des Eisenacher Kongresses.... „„ Stuttgarter„.... „„ Dresdener„..-.. Protokoll des«cwerkschaftSkongreffeS in Erfurt sammt Statute»...... Ber Handlungen des IV KongreffeS deS internal. Ar- bellet buiidis in Basel 1869.... ß■ Marx Zur Kritik der politischen Oekonomie. „ Das Kapital, II. Auflage(in 9 Lief, k 19 Gr.) ,, Der XVIII. Brumaire des LouiS Bonaparte W. Eichhoff Die Internationale Arbeiter-Afsoziation. EccariuS, Eines Arbeiters Widerlegung der national-öko- nomiichen Lehren I. Stuart Mill's.... Wuttke, Professor Dr., Die deutschen Zeitschriften und die Entstehung der öffentlichen Meinung. B» Becker, Der alte und neue Jesuilismus „ Nationalöton. Raketen.... Lommel, Jesus von Nazarcth. Histor. Skizze. „ Johannes Huß...... Papstthum und Eon il Antwort auf die 21 Canonis Zur Erinnerung für die deutschen Mordspatriote« Ö Jacobh Es werde Licht(Poesien).... Dietrich Sendschreiben an die Egoisten Festrede am Gründungsfeste der Metallarbeiterschaft zu Dresden, den 3. September 1872" von A. Schauer.(Der Reinertrag ist zur Unterstützung polnisch Gemaßcegelter bestimmt.). Rathgeber für Gewerbetreibende.(Auch in 8 Lief. ä 5 Gr. zu beziehen.)......... Photographie» von Mari, Lassalle, Feuerbach, Blanqui, Ferrö, Milliere, DeleScluze, Rossel!c., in Visitenkartenformat Gruppenbilder(Tableaur) der Wiener-, Braunschweig- Leipziger- nnd Pester-Hochverräther'. in Kabinetsormat...... F. Laffalle: A> bette, frage, Leipziger Rede. „ Ueber Verfassungswesen.... „ Macht und Recht..... „ HochverrathSprozeß..... „ Fichte'S politisches Bermächtniß „„ Philosophie..... „ Ronsdorfcr Rede..... „ Albeitertesebuch...... „ Offenes Antwortschreiben.... „ An die Arbeiter Berlins.... „ Arbeilerprogrammj..... „ Die Wissenschaft und die Arbeiter. „ Crimminalprozeß II. Instanz...— „ Bastiat-Schulze von Delitzsch...— „ Der italien. Krieg u. die Aufgabe PreußenS— „ Franz von Sickingen...._ „ System der erwo> denen Rechte.. 5 „ Düssetdorser Assis-nced-.... „ Die Feste, die Presse rc..... „ Was nun?...... „ Julian Schmidt..... „ Erwiderung aus eine Recension derKreuzzeitung über das Buch Herr Bastiat Schulze. hlr.gr. pf. 5— 25— s S 5 5 5 S 5 b 6 5 — 25 — 2— — 1— — 1_ — 2- — 3— — 2 2 1 2 18 12 1 1 1 1 1 3 — 15 — 15 3 22 3-- - 15— - 5— — 5— 5— 6— 15— 3— 3— 3— 2 5 7 5 2 5 — 1— 1 19— — 26 — 12 6 — 6— — 1— — 2— 2 1 3 2 2 1 1 2 3 5 15 8 12 — 25 -25 2 2 2 12 — 15 Bekanntmachung. Tie geehrten Abnehmer von Schriften werden hiermit er- sucht ihre Eonti's für bis September bezogene Schriften zu be» gleichen, besonders den Betrag für die I., 2, und Z, Lieferung von Marx, Kapital sofort, soweit eS nicht schon geschehen, einzusenden. Tie Buchhandlung u.(Expedition des „Bolksstaat" Leipzig: Becantw. Redakteur A. Muth.(Redaktion und Erpe- dition Hohestr. 4). Druck und Verlag von F. Thiele.