njtü �scheint wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Ihlr,?ostanstalten und Buchhand» imigen des In- und Aus» PcrUi lande« an. Für Leipzig nehmen Be» Ps.) stellungen an: �die Expedition. Hohestraße 4. � rit« die Genossenschaft«- bllchdruckerci, Zeitzcrstraße 44. il. Bebel, Peterfiraße 18. 3. Müller, Bayerschcstraßc 8b, III. Der V oll; Avonncmentspreis: Für Preußen incl. Stempel« steucr 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12', s Sgr, pro Quanal, pro Pionat'I' z Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialixpcditienen für die Bereinigten Staaten: F. A. Sorge, Bvx 101 Ilobokcu, N. J. via N« wyork. G. A. Lonneckcr, 155 IV. Baku LMeago(III.) und-, smÄ OrgandersozialdemolratischenArbeiterparteiunddermternationalenGewerksgenossenschasten. ÜL1; Nr. 85. Lud lieg'' Per». angig ItlNg ' pa« , de»! i an» Mittwoch, 33. HKloöer. 1872. Bekanntmachung. An die Parteigenossen! Als Bertranensmänner sind von uns ernannt: Cassel: I. Hochgürtel. Mainz: B. I. Lemoisne. Dresden: I. Klemp. Spandau: W. Fischer. Marburg: B. Schneider. Pforzheim: Wlm. Volk. Wiesbaden: Phl. Engelhardt. Gotha: W. Bock. Cöln: Ioh. Hesch. Nürnberg: M. Seischab. Bensheim: A. Müller. Berlin: A. Heinsch. Weimar: F. Giertz. Hildesheim: F. Vespermann. Witten: L. Wenzel. Giengen: M. Kopf jun. Duisburg: H. Fennemann. ErnSthal: C. Bohne. Gießen: C. Orbig. Reichenbach: I. Müller. Fürth: G. GöH, � Neundorf: G. Naumann. Landshut i. 93,: I. Weisheiter. Göppingen: M. Schmiedhäusler. Coburg: F. Oehrt Hamburg: Gädgens. Breslau: H. Oehme. Hohenstein: L. Pößneck. Heidelberg: I. E. Itcrt. Ingolstadt: L. Eichinger. Kirschhausien: M. Unger. Neustadt a. H.: Anton Grabler. Wir erwarten, daß im Laufe der nächsten Woche alle übrigen i rc?'®crfch�9e zu Vertrauensmännern machen, sowie daß das Lhlr<®rgebniß der Urabstimmung eingesandt wird, damit das Resultat r. spätestens am 28. d. M. bekannt gemacht werden kann. ___ 1 Hamburg, 15. Oktober 1872. Der Ausschuß der soz.-dem. Arbeiter-Partei. I. A.: Theodor Horck, Amandastr. 44. J>-----—- erdt' Gegen die„Provinzialkorrespondenz". Im v. Wir haben heut zu ergründen, was der journalistische Ber- 1 treter der Preußischen Regierung, das„gewissenhafte" Orakel der !, Provinzialkorrcspondenz" unter„Pflichten der Regierung" ver- steift. Ganz leicht ist die Aufgabe nicht, da unser„Gewissenhafter" v-i"--, !®on dem bekannten staatsmännisch-diplomatisch-poftzistischen Privi- resumert zich m die zwei Worte: e g'' iarl» >uet'i ltca si Ou-s i»rll>! Gr.!! . fä" Kaü hart" enef Ihl'- S-dil» n d 7 N! Eis .IHS ko« nlcZ nost m bessert" worden ist— ein Gesichtspunkt, von dem aus der„Ge- wissenhafte" die Sache jedenfalls auffaßt. In Gastein wurden bei- läufig auch„W ü n s ch e" zur gemeinsamen„Bekämpfung der so- zialen Uebel" laut. Wie viel„Wünsche" auf ein Loch gehn, überlassen wir den Urhebern der neuen Maaß- und Gewichtsordnung, zu berechnen.— Zeugniß Nr. 2:„Seitdem(d. h. seit der sozial-kneipo- logischen Conferenz von Gastein) haben mannichsache Ermitt- l u n g e n und Erörterungen stattgeftmden, welche weiteren Arbeiten zur nützlichen Borbereitung dienen, und keinen Zwei- fel darüber lassen, daß die Regierungen den ganzen Umfang der ihnen zufallenden Zlnfgaben in das Auge gefaßt haben." Der �„Gewissenhafte" hat wieder sein Taschenspielertalent bewährt: Die „den Regierungen obliegenden Pflichten" haben sich in ! den Regierungen„zufallende Aufgaben" verwandelt. Doch �„Ermittlungen" und„Erörtrungen", das sieht ja fast so aus, wie unsere Forderung einer Arbeits- und Arbeiterstatistik! Unglücklicher- weise wird jede Illusion in dieser Beziehung durch die rauhe Thatsache zerstört, daß keine der beiden Regierungen, deren Hanptvertreter in Gastein die„soziale Frage" für Gastwirthe, Kellner, Hausknechte, Spitzel, Lakaien,„Sauhirten" und ähnliche Glieder der menschlichen Gesellschaft praktisch zu lösen beflissen waren, Maaßregeln behnfs Erlangung einer Arbeits- und Arbeiter statistik angeordnet, und daß speziell"die Preußische Regierung durch ihr dem Chef des Berliner statistischen Bureaus, Hrn. I)r. Engel, vor wenig Monaten eklatant bewiesenes Mißfallen ihre positive Abneigung gegen die Gewinnung einer Arbeits- und Arbeiter st ati st ik auf das Unzweideutigste an den Tag gelegt hat. Die Gewinnung einer Arbeits- und A r b e i t e r st a t i st i k i st aber— daS betonen wir hier nochmals— die unumgängliche Vorbedingung einer ernsthaften, nicht auf bloßes Experimentiren hinauslaufenden sozialen Reformpolitik, und daS Verhalten zu der Forderung einer solchen Statt st ik der Prüf st ein der Ehrlichkeit unserer Regierungen. Und die Preußische Regierung hat, wie gesagt, gleich der östreichischen, zur Erlangung einer Arbeits- und Arbeiter- statistik nichts gethan, ja sie hat sogar einen Beamten, der seine Stellung an der Spitze des statistischen Büreaus zu„Ermittlungen" und„Erörterungen" über die Arbeiterverhältnisse benutzte, des- halb, weil er dies that, mit ihrer Ungnade bedroht. Die„Er- mittlungen" und„Erörterungen" unseres„Gewissenhaften" müssen demnach anderer Art gewesen sein: und wenn wir den Platz- regen von Haussuchungen, Preßversolgungen, Hochverrathsprozessen, Brieferbrechungen und sonstigen Annehmlichkeiten bedenken, der die Sozialdemokratie in Deutschland und Oestreich seit der Gasteiner Bismarck-Beustiade aiisgesetzt ist, so können wir über die Natur jener„Ermittlungen" und„Erörterungen" keinen Moment im Un- klaren sein, und wir haben auch nicht nöthig, uns hinsichtlich der „Aufgaben" den Kopf zu zerbrechen, die nach unserem„Ge- wissenhaften" den Regieriliigen„zufallen". Kurz, Zeugniß Nr. 2 Eine Lehre. A kg, die Sprache zur Verhüllung der Gedanken und zur Verdunk- lung des Sinnes zu benutzen, den ausgiebigsten Gebrauch macht. er sich vor einer direkten Definition wohl hütet, können wir ' nur auf indirektem Weg seinen Vorstellungen auf die Sprünge wmmen, indem wir die von ihm angeführten„Beweise" für das "Bemühen" der Regierungen,„den ihnen obliegenden Pflichten zu I genügen", einer kurzen Betrachtung unterwerfen. 18($„Beweis" Nr. 1:— Doch halt! Hier stecken wir schon fest, .. �r vielmehr umgekehrt, der Boden ist uns unter den Füßen ent- ö*.'tbivunden. Mit jener Taschenspielergeschicklichkeit, die wir bereits > a tviederholt an unserem„Gewissenhaften" bewundern mußten, hat x � �mlich ganz unversehens die„Beweise" wegcskamotirt, und rötv an der Stelle, wo sie verduftet sind, erblicken wir einfache„Z e u g- ine' Nl sie"- Mau höre:„Als ein gewichtiges Zeugniß hierfür >>d. h. dafür, daß„die Regierungen den ihnen obliegenden Pflich- all-:en zu genügen bemüht sind") darf auch(!) die Thatsache gelten, 1 Cjtj die leitenden Staatsmänner Deutschlands und Ocstreich-Un- Es stiebert. Zeugniß Nr. 3:„Es ist nicht bloß davon die Rede, durch wirksame Vorkehrungen volksverderöliche Bestrebungen abzuwehren, und namentlich den Einfluß der sogenannten„Interna- tionale" zu brechen, welche mit allen Mitteln für den gemalt- samen Umsturz jeder staatliche» und gesellschaftlichen Ordnung, thätig ist, sondern--" Stop! Der„Gewissenhafte" ist so in Eifer gerathen, daß wir ihn gewaltsam unterbrechen müssen. Aber---— wo ist denn der würdige, sich vornehm wissen- schastliche AirS gebende„Kathedersozialist" hingekommen? Das „Nienschenantlitz tragende" Wesen, das letzt mit einem Mal vor uns steht, ist ja Stieber, der leibhaftige„identische" Stieber, Stieber, wie er leibt und lebt, Stieber, der durch— selbstverständlich ehrlichen— Erwerb von 15 Berliner Häusern die „soziale Frage" für seine Person entschieden gelöst und damit seine Befähigung fiir diesen Wirkungskreis dokumentirt hat.— Na- tnram expellas furca, tarnen usque recurret*). Ach! Er hat sich fürwahr weidlich abgeguält, seine„Kathedersozialisten"-Rolle bk*?§®tns bei Gelegenheit ihrer vorjährigen Besprechimgen sich in dem r,........,—.°------ tlü' Wunsche(!) vereinigt haben, die Mittel zur Bekämpfung der s" spielen, unser„Gewissenhafter", allem es war doch zu viel für � Male» Uebel gemeinsam in gründliche Erwägung zu nehmen."!�— der unterdrückte Stieber ließ sich nicht länger bändigen, »«? Zunächst fti auf das köstliche„auch" zu Anfang des Satzes hin-'O m,t unwiderstehlicher Elementarkraft hervorgebrochen.„Bon Anwiesen. Es erinnert uns lebhaft an jenen Bruder Studio, der lechtSweAen." In»« lemem Vater schrieb:„Ich arbeite sehr fleißig und mache außer- Eigentlich konnten wir nun ulisere Ausftihrungcii schließen: l-'"sdentliche Fortschritte,— daS Bier ist auch vortrefflich."— j°"'"?�er anfängt, hört die Kritik auf, indeß um die Cha- nlfSÜ..JjVa CÖ- I Fe /Klt-J-IÄ.-<____»iW-X I_'r-__ 1 fiiriCri ftlf nCy>> o ä amtlichen V A d tt � wollen wir den Ar- nisifi s.Bk Regierungen sind aufs Eiftigste bemüht, die Arbeiterfrage zu j-�kristik ber„Provinzialkorrespondeuz", des c .viiiB»kn; Bismarck und Beuft kneipten auch vorigen Sommer in ber preußischen Regierung, zu vollenden,......... j Mein", schreibt, nach Abstteifung der offiziösen Floskeln, unser 1*"" des„Gewissenhaften" bis zum letzten Satz durchnehmen. !"Gewissenhafter" von der„Provinzialkorrespondenz". Das ver-I �Zunächst sei noch festgestellt, daß der ftagliche Artikel am Etherische„auch" des„Gewissenhaften" deutet mit rührender N- September d. I. veröffentlicht wurde, d. h. zu einer Zeit, Ct*- �wetät au, daß die, einige Zeilen vorher erwähnte»„Beweise"!™ durch die bereits telegraphisch bekannten Ergebnisse des Haa- __.1 � i e h s e n; eS ist durch einen lapsus pennae*) oder lapsus me- 8er, Eongrcifeö hinlänglich bewiesen war, daß die Inter- -s .,----,—....... lapsus pennae,----— r----- � «vdise—) dahin gerathen, und hat psychologisch ein ähnliches Iutcr-! nationale Arbeiterassoziation nicht die wahnsinnige Verschworer- y wie physiologisch da« letzte Glied der nienschlichen Wirbelsäule,! u>>d Putschfabrikauten-Gesellschaft ist, zu welcher eine infame Spitzel- Mches von dem durch seine Abwesenheit g l ä n z e n d e nWie sie in schaamloser Verlogenheit zu stempeln gesucht hat. Daß "rurgroßväterlichen Rücken-Appendix indiskrete Kunde gibt. Doch"er„Gewlsienhafte" Wagener- Stieber der„Provinzialkorrespon- "rrabschieden wir uns nun von den durch ihre Abwesenheit glän-! denz" die Nachrichten aus dem Haag ignorirt und angesichts der- knden„Beweisen" und nehmen wir aenüasam vorlieb mit den j klbe» ...."Zeugnissen". Also H'. Z-uguiß Nr. 1- Bismarck S®rn,r> st-ri-Ä L-Erngme«-furdiedortigenGastivirthe. Kellner, Hausknechten, s. w., � kw.c für die mitgebrachten Spitzel, Lakaien und..Sauhirten" ! deren„soziale Lage" durch besagtes„Ereigniß" unstreitig„ge- Äi Schreibfehler. ) Gedankenlosigkeit. die alten explodirten Polizeilitgen festhält, das ist ein Verfahren, welches sich selbst und seine Urheber richtet. Wir wissen jetzt aber auch, was die„Provinzialkorrespondenz" unter den„Pflichten" und„Aufgaben" der Regierung gegenüber der Arbeiterbewegung versieht: Stieber! ') Wird die Natur mit der Mistgabel zur Thür hinausgejagt, so cklüpst sie durch« Fenster wieder herein. f_ Während der Strikc der Londoner Bauarbeiter gegen die widerspenstige Firma Corbett und Mac Clymont in einem voll- ständigen Sieg der Arbeiter, welche eine Organisation hinter sich hatten, endigte, ist der Strike der Londoner Bäckergesellen, die keine Organisation hinter sich hatten, ebenso voll» ständig mißlungen. Diese zwei Thatsachen, nebtneinander ge- halten, sprechen Bände: und die Macht der Organisation er- hellt daraus um so schlagender, als die Londoner Baumeister, die vor den Arbeitern die Segel streichen mußten, sich auf einp der stärksten Meisterkoalitionen stützten, wohingegen die Bäckermeister, die ihren Gesellen nach kurzem Kampfe den Fuß wieder aufS Ge- nick setzen konnten, nur eine sehr lose Koalition haben.— Die Schlußphase dcö Bäckerstrikes ist rasch erzählt: wie bekannt, hatte die Mehrzahl der Meister beim ersten Anlauf der Gesellen nach- gegeben, und deren Forderung(12stündige Arbeit von 4 Uhr Mor- gens bis 4 Uhr Abends, so daß der Geselle die andere Hälfte deS Tags frei hat) bewilligt; etwa ein Drittel der Meister aber stellte sich auf die Hinterfüße, und nun begann der eigentliche Kampf, dessen Ausgang natürlich auch für die übrigen Meister, also für das ganze Gewerke entscheidend sein mußte. Die Gesellen hatten einige Wochen vor Ausbruch deS StrikeS eine Kasse zu bilden begonnen, in welche die beschäftigten Kollegen mit aner- kennenswerther Opferwilligkeit steuerten. Indeß das reichte nicht aus, um etliche Tausend Männer, deren Viele mit Familien, über Wasser zu halten; ein Aufruf an die Arbeiter aller Berufsarten und an das Publikum im Allgemeinen brachte namhafte, jedoch bei Weitem nicht genügende Geldsummen.... Die Unterstützungen wurden knapper und knapper. Ein Geselle nach dem anderen schlüpfte unter dem Caudinischen Joch hindurch und kehrte zu den alten Bedingungen an die Arbeit zurück. Umsonst suchte sich die zusammengeschmolzene Schaar der Ausharrenden mit dem Gedanken zu trösten:„Unsere Sache ist eine gerechte— die Gerechtigkeit wird siegen!" Sie mußten sich bald überzeugen, daß die Ge- rechtigkeit zwar siegen sollte, aber auf dieser besten der Welten niemals siegt, wenn sie nicht zufällig die„großen Bataillone" und eine gutgefüllte KriegSkasse hat; mit anderen Worten, daß jede, einen ernsthaften Kampf mit dem Kapital bedingende Arbeitseinstellung nur vermittelst einer starken GewerkSgenos- senschaft siegen kann. Und eine Gewerksgenossenschaft läßt sich nicht improvisiren, wenn der Kampf schon entbrannt ist, sie muß schon fix und fertig sein, ehe der Kampf beginnt— fix und fertig, festgeschlossen in der Organisation, und die Kassen hinlänglich gefüllt, um auf Monate den nothwendigsten Bc- dürfnissen der Kämpfer zu genügen. Ist dies nicht der Fall, so ist der Strike von vornherein verloren, falls die Arbeitgeber zu Widerstand entschlossen sind. Ein Aufruf an die Sympathie, an das„brüderliche" Mitleid der nicht am Strike betheiligten Arbei- ter bleibt wol bei der Gutherzigkeit der Arbeiterbrvölkerung nie ganz resultatlos, liefert jedoch auch nie ein genügendes Resultat, um den Mangel einer regelmäßigen Kasse zu ersetzen. Die Londoner Bäckergesellen haben dies erfahren. Nach drei- wöchentlichem Hoffen, Hungern und Ringen mußten auch die Aus- dauerndsten sich gestehe», daß die Schlacht verloren war— und sie müssen nun froh sein, wenn sie zu den alten Bedingungen Arbeit finde». Denn nach den neuen Bedingungen wird nirgends mehr gearbeitet, da die Meister, welche den Kompromiß eingegangen waren, denselben sämmtlich zerrissen, sobald sie sahen, daß die Ar- bester daS Feld nicht behaupten konnten.„Von Rechtswegen". Aucb ans sozialem Gebiet ist Macht daS einzige Recht. Der„Beehivc", das Organ der englischen Gewerkvereine, ver- öffentlicht über die Niederlage der Londoner Bäckergesellen folgen- den beherzigenswerthen Artikel: „Der Strike der Bäcker ist zu Ungunsten der Arbeiter ver- laufen. Es ist dies sehr zu bedanern, weil, wenn Arbeiter je eine gute Sache gehabt haben, die Bäcker eS gewesen sind, und weil sie unter grausamen Mißstände» leiden, die ohne Verlust für irgend Jemand abzustellen waren.-- DaS Fehlschlagen dieftr so bc- rcchtigten und schönen Bewegung enthält sicherlich eine bedeutsame Lehre für Arbeiter. Es zeigt ihnen, daß, wo Interessen mit- einander streiten, der Sieg auf Seiten der Stärke, nicht der Gerechtigkeit ist; und daß die Gerechtigkeit nur dann durch- dringen kann, wenn sie inst der erforderlichen Macht ausgerüstet ist. Durch frühere Strikes ist über und über bewiesen worden, daß Arbeiter, die auf Hülfe von Außen rechnen, stets erliegen, wenn der Kampf sich in die Länge zieht, weil die Hülfsguellen all- mählich verttocknen. Es ist ferner bewiesen worden, daß jeder rasch sormirte, schlecht diSziplinirte Arbeiterkörper im Kampf schnell demoralisirt wird und durchaus unfähig ist, die Mühen eines längeren, tüchtigen Kampfes auszuhalten; daß er also unrettbar ver- loren ist, wenn der Sieg nicht im Sturm errungen wird— was beiläufig nur bei glücklicher Wahl des Moments möglich; leistet der Gegner Widerstand, so schleicht sich Einer nach dem Andern auS dem Glied, die Reihen werden dünner und dünner, und zuletzt sind bloß noch die paar„Führer" übrig, die auf Gnade und Un- gnade kapitnlire» müssen.--- Knrz� Arbeiter sollten nie- mals einen Strike machen, bevor sie eine gute Gewerhs- genossenschaft gegründet,' und durch Beisteuern aus ihrer eigenen Mitte einen entsprechenden Fond gebildet haben. Andere können ihre Schlachten nicht schlagen, und wenn Andere es könnten, würden sie es nicht thun. Die Bäcker dürfen auf Andere keinen Tadel werfen. WaS sie jetzt leiden, das leiden sie durch eigne Schuld. Sie sind geschlagen worden, und müssen es ertragen, daß sie von endlosen Arbeits- stunden aufgezehrt werden-— müssen es ertragen, obgleich sie fühlen, daß es ihr Tod. Es ist ein trauriges LooS, aber es ist ihr Loos, und sie müssen es dulden, bis sie sich zu dem mannhaften Entschluß aufraffen, Hand anzulegen und durch eigne Kraft ihre Ketten zu brechen. Kein Zweifel, sie haben ein Hundeleben, aber wenn sie keine Schritte thun, es sich vom Hals zu schaffen, dürfen sie sich auch nicht darüber beklagen." So der Jöeehive". Mögen die deutschen Arbeiter es sich hin- ter die Ohren schreiben: ohne Organisation kein Sieg! Und die Organisation, auf welche der Arbeiter zunächst au- gewiesen ist, und die, richtig benutzt, ihn unwiderstehlich macht, ist die Gewerksgenoffenfchaft. Politische Uebersicht. Der Clown der Bonaparte-Familie, der sogenannte Rothe Prinz, per Schub ans Frankreich transportirt, und die Europäische Presse spaltenlauge Artikel darüber schreibend! Es ist wirklich zum Todtlachen! Uiid der schwammige Plonplon Craint- plomb(Plonplon fürchtet die Kugeln, wie die Soldaten im Krim- feldzug ihn tauften) wird selber sich des Lachens nicht haben ent- halten können bei dem Gedanken, daß es Jemand gibt, der Angst vor ihm hat, und daß dieser Jemand sich Präsident der Frauzö- fischen Republik nennt. Wäre die Französische Republik nicht eine ebensolche Karrikatur einer wirklichen Republik wie„Prinz Rapo- leon" die Karrikatur des alten Rapoleon, so würde man besagten „Prinzen" nicht„ausgewiesen", sondern eingesperrt und nicht eher wieder freigelassen haben, als bis er den aus ihn entfallenden Theil der 500 Millionen Franken, um welche Frankreich von der Äona- partischen Räuberbande bestohlen worden ist, bis aus Heller und Pfennig bezahlt hat. Dann konnte man den Fallstaff lausen lassen.— Eine exegetische Studie über Heidengott, Bismarcfianismus und Borussiakenthum. Ein interessantes Thema sürwahr! Unsere Ra= tionalen vergöttern bekanntlich ihren Bismarck. Wie so? Wir schmeicheln uns, die Lösung dieses Räthsels gesunden zu haben: Der fromme Heldengreis, Schlachtengewinner, Annektirer, Ehe- brecher, Mörder u. s. w., David sagt im 8. Psalm, Lers 3, also:„Herr, aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du dir'die Macht gegründet!" Nicht also der Maler Menzel. Denn während der jerusalemische König-Dichter— gescheid t war der Kerl mitunter; das muß ihm der'Neid lassen— die Macht seines Herrn in die Sphäre der(großen und kleinen) Kinder verlegte, hat der Berliner Bürger-Maler den geistreichen Gedanken gehabt, die„Genialen"-Kultus-Armee aus Gassenjungen zu rekrutiren, indem er— und 3000 Thaler verlangt er Jiir den Witz— im Bismarck'schen Berliner Ehrenbürgerdiplom Straßen- buben, wie sie dem„großen Staatsmann"„Hurrah!" entgegen� schreien, darstellte. Bismarck ist also miudesteus dem Heiden gott ebenbitrtig. Und er muß es sein, denn das schwarz-weiße Borussiakenthum ist von„Gott dem Herrn", wie da geschrieben steht in dem Büchlein„Bismarck und der BiSmarckiaiusmiiS" von Dr. phil. Rudolf Schulze, aus dem die„Demokratische Zeitung" folgenden Auszug bringt:. „Und Gott sähe, daß das Licht gut war. So muß die Finstcrniß schlecht sein, und deshalb schied Gott zwischen dem Lichte und zwischen, der Finsterniß und ergriff bleibenden Besitz von diesem Unterschiede indem er das Licht Tag nannte und die Finstcrniß Nacht. Die Farben weiß(Tag) und schwarz(Nacht) waren ins Leben getreten; die Tren- nung von weiß und schwarz, das ist gottliche Energie. Gott der Herr ist gewissermaßen der Urtypu« des schwarz-weißen Wesens, der preußischen Energie. Als er Licht und Finstcrniß angesichts der himmlischen und höllischen Heerschaarcn geschieden hatte, klang's durch dm Weltcnraum, den Engeln zur Freude, den Teufeln zum Aerger: „Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben?" Aber es blieb nicht preußisch; schwarz und weiß flossm ineinander, es wurde— grau, dann wieder schwarz, aber auch wieder hell und klar. Auf der Basis des reinen göttlichen Preußcnthums vollzog sich das unreine, wech- selndc, geschichtliche Preußenthum. Doch es war immer noch ein Preußen- thum, und zwar ein selbstbewußtes, siegreiches, freudiges, gottgcweckles; und nachdem man sich an den Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Finsterniß gewöhnt hatte, und nachdem dieser Wechsel von Seiten Gottes festgestellt Word n war, erklang„ein neu Lied":„Sei's trüber Tag, sei'S Heller Sonnenschein— Ich bin ein Preuße, will ein Preuße sein!" Wir würden uns der Blasphemie schuldig machen, wollten wir nicht annehmen, daß nur vom Heidengott die Rede ist. Ein Freund schreibt uns über diesen„CretiniömuS der jetzt grassirenden Deutschdümmel- und-Lümmelei" Folgendes: „Ich wäre begierig, zu erfahren, wie der Urheber dieser neuen Farbenlehre den Zusatz des teuflischen Roth zu dem„schwarz- weißen Wesen" erklärt. Sollte ettva im Himmel eine Revolution ausgebrochen, und von umstürzlerischen Engeln die Commune pro- ktamirt worden sein, deren Lieblingskouleur bekanntlich das von Wälschhähnen, unbesiederten Tauben und sonstigen gleichgesinnten Zwei- und Vierfüßlern aus so räthselhaften Gründen gehaßte Roth ist? Und<— schrecklicher Gedanke!— wäre Graf Bismarck, der das diabolische Woth dem„hellen",„klaren",„reinen",„göttlichen", „schwarz-weißen Wesen" aufoktroyirt hat, wäre er gar ein Abgesandter dieser himmlischen Commune? Herr Dr. Schulz, Herr Dr. Schulz, die Sache ist ziemlich bedenklich! Schütteln Sie Ihr Herz dem Geheimrath Stieber aus, der sich ja nicht bloß aus die irdische, sondern auch aus die himmlische Polizei versteht— es wäre in der THat ein tragisches quid pro quo, wenn Sie statt pour le roi de Prusse— für einen Agenten fft Commune gearbeitet hätten!" Der Eisenacher Professorenkongreß ist glücklich zu Ende. Sie kamen, schwatzten und gingen— mehr wüßten wir für jetzt von der ganzen Prozedur nicht zu sagen, die offenbar von der Preußischen Regierung in Szene gesetzt ward, mn ihr beab- sichtigtes Nichts thun auf sozialem Gebiet mit der Autorität der Deuffchen Professoren zu decken, oder genauer: um die paar, schon im berüchtigten Artikel der„Provinzialkon-espondenz" angekündigten Scheinmaßregeln(Einigungsämter u. s. w.) als„Forderungen der Wissenschaft" hinzustellen. In sozialistischer Hinsicht war der CongreßJ noch etwas unter Hirsch; und seine wissenschaftliche Höhe läßt sich darnach ermessen, daß der Referent über die Woh- nungsfrage ohne Widerspruch der Versammlung erklären durfte, die Frage sei noch vollkommen dunkel und räthselhaft und mau müsse sich vorläufig auss Experimentiren beschränken! Wenn die Herren„Kathedersozialisten" sich so zur relativ ein- fachen Wohnungsftage verhalten, kann man schlußfolgern, was in komplizirteren Fragen von ihnen zu erwarten ist! Sobald der Congreßbericht im Druck erschienen ist, werden wir die VerHand- lungen kurz kritisiren, um unseren Lesern zu zeigen, was für eine außerordentliche Masse von Feigheit und(natürlich gelehrter) Jgno- ranz sich in jener germanischen Abart des Konus domo findet, die man Deutscher Professor zu nennen pflegt.— Der schwindelhafte Charakter der Englischen Ballott- bill, den auch viele„Demokraten" zu ignoriren versucht haben, ist jetzt in einer Weise enthüllt worden, daß dem fanatischsten Op- tunist, dem glaubenstärksten Selbsttäuschler die Binde von den Au- gen fallen muß. Vorige Woche fand in Wakefield eine Wahl mit tückerische Bestimmung enthält die neue Vorlage, welche sie, wüt« r „geheimer Abstimmung" statt—(eine Gemeindewahl, aber die sie Gesetz, zu einer entschiedenen Verschlechterung gegen Ballottbill giu für Gemeindewahlen genau so wie für Parlaments- frühere Gesetz stempelt.:>be wählen) und siehe da: ein paar Tage darauf veröffentlichte das Hauptorgan der Englischen Conservativen, der„Standard", einen Bericht über diese Wahl, in dem mitgctheilt wird, daß und wie �)er Zensus ist eingeführt und zwar der Einthaler-Zensu�ui neben der Beibehaltung der Unterscheidung von„Ansässigen" ur�kse Unansässigen". Wenigstens einen Thaler direkter Staatssteu�er irre zuwidergehandelt und ähnlicher! Handwerker, z. B. fast sämmtliche kleine Weber- und StrumiÄi wirkermeister. Irren wir nicht, so war es der Bürgermeister vo> I hätten dem„Geist des Gesetzes Unsinn.„Geist des Gesetzes!",...........___________ o_____ i___ Die Ballottbill ist von den Gegnern des Ballotts angefer- Meerane, welcher auf dem Gemeindetag dieses Frühjähr in Leis% tigt worden, um dem Publikum blauen Dunst vorzumachen; sie zig den Ausspruch that: Wenn der Zensus der RegieruilgsvoriaÄ: ........... �cdaugerichte,!d urchgehe, wisse er nicht mehr, wer noch in Meeraiie wählen soMas bildet eben eins der bekannten parlamentarischen welche, gleich anderen Theatermahlzeiten zum Anschauen, aber nicht zum Essen da sind. Die im„Bvlksstaat" gleich zu An- fang hervorgehobene Bestimmung der„optionellcn"(der freien Wahl anheimgesteUten) Geheimhaltung oder Oeffentlichkeit des Vo- tums verrieth deutlich genug den„Geist" der Gesetzgeber; und in diesem„Geist" haben die Conservativen zu Wakefield gehandelt, während anderseits die gegen sie zeternden„Liberalen" dadurch nur ihr politisches Grünlingthum bekunden.— In den Kohlendistrikten von Südwales ist ein Streit zwischen Arbeitern und Grubenbesitzern ausgebrochen, der kolossale Dimensionen anzunehmen droht. Die'Natur der Differenz ist aus den uns vorliegenden'Nachrichten nicht klar zu ersehen. Fest steht nur, daß die Grubenbesitzer auf einer zu Cardiss abgehaltenen Zu- sammeukunft den Beschluß gesaßt haben, an Einem Tag alle Gruben und Werke in Südwales zu schließen, wenn die Arbeiter sich nicht unterwerfen. Wie es scheint, will man die Gewerkschaft der Kohlengräber zerstören. Bei dem ent- schlossenen Charakter und der guten Organisation der Englischen Bergarbeiter ist nicht zu envarten, daß sie sich dem Machtspnich fügen werden. Kommt es zum Strikc, so werden, nach der Be- rechnung des„Beehive", hunderttausend Arbeiter außer Er- werb gesetzt. Und eine so enorme Störung vom Handel, Man- del und Industrie— des Elends der zunächst Bettoffenen gar nicht zu erwähnen!— blos weil die Kapitaliften dem Ar- beiter kein Menschenrecht zuerkennen, ihn zum willen losen Sklaven herabwürdigen wollen!— Zum sächsischen Gemeindetag. Ju den nächsten Tagen werden sich in Meerane die Dele girten sächsischer Gemeindevertteter zusammenfinden, um ihr Urtheil über die dem Landtag vorliegende neue Gemeindeordnung abzugeben. Nach dem bisher bestehenden Gcmeindewahlgesetz war es der Sozialdemokratie nur möglich, in einer kleinen Zahl von Orten bis in vie Gemeindevenvaltungen zu dringen. Aber wir erwarten, daß diese wenigen Orte bei dem nächsten Gemeindetag ihre Schuldig keit thun und vor allen Dingen für ein gerechtes, den Interessen aller Gemeindeangehörigen entsprechendes Wahlgesetz ihre Stimme erheben werden. Dieses Wahlgesetz kann kein anderes sein als: das allgemeine gleiche und direkte mit geheimer Abstim- muug und Aufhebung jeden Unterschiedes zwischen Grundbesitzern und Nichtgrundbesitzern. Jeder mündige, also über 31 Jahre alte Mann müßte das Gemeindewahlrecht aus- üben können, höchstens dürfte die Bedingung zugegeben werden, daß dieses von der Dauer einer gewissen Aufenthaltszeit in der Gemeinde, die aber unter keinen Umständen die Zeitdauer für die Erlangung des UnterstützungSwvhnsiyeö, zwei Jahre, überschritte, abhangig gemacht werde. Ob unsere Gesinnungsgenossen mit einer solchen Forderung auf dem Gemeindetag durchdrungen und ob, wenn dies wider Erwarten geschehen sollte, der aus ländlichen und städtischen Berttetern der Kapitalpartei bestehende sächsische Landtag eine solche Forderung gut heißt, darauf kommt es hier nicht an. Geht die Forde- rung durch, gut, dann zeigt die Kapitalparlei, daß es ihr wenigstens in einem Punkte Ernst ist, dem arbeitenden Volke Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Geht die Forderung nickst durch, dann auch gut. Denn es wird bewiesen, daß die Kapitalpartci gewalt- sam dem arbeitenden Volke sein Reckst vorenthält, daß sie ge- w altsam die Arbeiterklasse zu revolutionären Handlungen drängt und daß sie das cynisch offen ausgesprochene Wort des Ministers des Innern v. Noftiz-Wallwitz:.„wir brauchen den Zensus um die Sozialdemokratie fern zu halten", als ihr eignes Glaubensbe- kenntniß offen anerkennt. Unsere Parteigenossen wollen sich diese hier angeführte Aeußerung des sächsischen Ministers des Innern genau merken und bei passender Gelegenheit die Nutzanwendung daraus ziehen. Diese Aeußerung zeigt, wie man in den„höchsten Kreisen" über das Volk und sein Recht denkt, wie wenig man gewillt ist, Gerechtigkeit walten zu lassen, wie vielmehr die Klas- senherrschaft offen und rückhaltlos gepredigt wird. Lehnen Gemeindetag und Landtag die Forderung des allge- meinen Wahlrechts ab, dann haben wir nur eine ausgezeichnete Waffe mehr, ein Mittel mehr bei den nächstjährigen Reichstags- wählen, unsere„Liberalen" in das rechte Licht zu setzen. Also aus- gepaßt! Wie war denn das bisherige Wahlgesetz beschaffen? Der Ge- meindewähler mußte„Bürger" sein, die„Bürger" theilten sich wieder in Ansässige und Unansässige. Ansässig waren alle, welche Grundbesitz hatten und diese, obgleich sie die geringere Zahl in der Gemeinde bildeten, wählten zwei Dritttheile der Gemeinde- Vertreter. Seit Einführung der norddeutschen Gewerbeordnung und des Freizügigkeitsgesetzes im Jahre 1868, war das„Bürger recht" gegenstandslos geworden, demgemäß wurden auch alle„Bür- gergebühren" aufgehoben. Nunmehr„Bürger" zu werden, war für die Meisten leicht.(Für politisch„Bestrafte" nicht. Denn inner- halb des Jahres, in dem man Haft verbüßt hat, kann man nicht Bürger werden.) Sie zahlten die geringen Sporteln, welche die Ausstellung des Bürgerscheiirs kostet und hatten wenigstens das Recht, ihr Wahlrecht auszuüben. Denn zwischen den Pflichten der„Bürger" und sonstigen Gemeindeangehörigen bestand in den allermeisten Gemeinden schon längst kein Unterschied mehr, die Steuern waren für beide Klassen gleich hoch. Seit 1870 wurden auch an Stelle der früheren indirekten Wahlen die direkten gesetzt. Zum ersten Male betheiligte sich die Sozial-Demottatic bei den Wahlen und sie siegte an verschiedenen Orten. Darob bemächtigte sich Entsetzen der Regierung und der Kapitalpartei.„Das geht nicht so weiter, da muß Abhülfe geschafft werden," sagte man sich. Und die Abhülfe sie ist im Anzüge. Die neue Gemeindeordnung, welche der Landtag diesen Herbst endgiltig beräth, enthält das Nöthige. Zwar sind die direkten Wahlen beibehalten, auch vom„Bürgenecht" ist das Gemeindewahlrecht ferner nicht mehr abhängig. Aber eine andere, heim- Dieser Ausspruch ist bezeichnend. Es können also nicht allein T t* 1 1 7 ei»T Via.r( V* n v*>, ♦„1* � 1 �.... jt..! f i.... v' t. I*t" mehr wählen dürfen. Fürwahr: die sächsische Regierung betreibt die Reaktion thodisch; es ist System in ihren UnterdrückungSmaßregelu. TT-.. Früchte werden nicht ausbleiben, aber es werden ganz andere, afc' sie vermuthet und wünscht. Die Folge wird das lehren. Der sächsische Landtag, in dem, wie schon oben bemerkt, auss schließlich die Kapitalpartei sitzt, suchte in der Vorberathung d« Zensus von 1 Thlr. auf 30 Ngr. herabzudrücken, bei diesem"B«- Z .schöne oben zitirte Wort des Herrn v. Nostitz-WallwWei such siel das. das wir uns merken wollen. � s ö Natürlich ist mit dem 30-Groschenzensus blutwenig.gebessert� er ist für uns unannehmbar, die ungeheure Masse wahlsähiM« und steuerpflichtiger Männer ist auch bei ihm noch ausgeschlosseiPiiff Fort mit jedem Zensus! ist unsere Parole. isch» Die Kapitalpartei dachte vor wenig Jahren noch ähnlich. Dstktvh mals saßen ihr die Arbeiter noch nicht im Nacken, sie ließen sis L, von ihr noch gebrauchen, d. h. nasführen. Damals hatte rq „Freisinnigkeit" für die Kapitalpartei noch keine Gefahr. Im Wu'j.__ ter von 1865 auf 1866 bestand z. B. in Leipzig ein Komitee, de* die„Koryphäen" der„Liberalen" angehörten. Prof. Bietet] mann, Dr. Joseph, Dr. Stephani, Kaufmann Lorenz uK Andere, von Seiten der Arbeiter auch Bebel, der damals»» antisozialistisch gesinnt war, gehörte dazu. Da wurden in Vollft. und Bürgerversammlungen unter Befünvortung der Genannten schlüsse gefaßt wie: Abschaffung der Bürgergebühren, Aufhcbu�� des Unterschiedes zwischen Ansässigen und Unansässigen, allgeitteiiiff j gleiches direktes Wahlrecht, Wahl aller städtischen Beamten auf Aufhebung des Dualismus zwischen Stadttath und Gemeindekollchx, gium durch Wahl eines GemeindekoUegiums, welches allein scheidet u. s. w. O, Wir wollen einmal sehen, wie sich die Biedermann» stn � Genossen zu diesen ihren eigenen früheren Anttägen und Ä � schlüsselt auf dem Landtag verhalten werden. Man wird lange Ret] halten, brav„liberale" Phrasen fallen laffen, auch einige Antra»! stellen, als wollte man bessern, schließlich aber sich drücken, wie Katze um den heißen Brei, und mit unwesentlichen Abänderungc�si' „um doch Etwas zu retten," wie die nichtsnutzigeRcdensart lanüC die Regierungsvorlage, der man im Stillen zujubelt, nehmen. Mögen unsere Parteigenossen in Sachsen das Komödienspi»,„ das nächstens in Dresden beginnt, genau beobackten. Wie braucht i das nicht für uns, denn wir wissen woran wir mit unfern Gegi«�'' sind, wir brauchen dieBorgänge dort aber, um Andern die Augch zu öffnen. Darum aufgepaßt! I% 1 Erklärung. In Nr. 117 berichtet der„Neue Sozialdemt'�te trat" unter der Ueberschrift:„Niederlage der Eise nach'' Ehrlichen" über eine Versammlung der sozialdemokratisch! Arbeiterpartei, die am Montag den 7. Oktober in Berlin stchj finden sollte, und von welcher Berliner Blätter einfach mit St Vermerk Notiz genommen haben, die Versammlung sei von tck � Anhängern der Herren Hasenklever utzd Hasselmann„in üblit�der Weise" gesprengt worden. si[; Da dies„Sprengen in üblicher Weise" nachgerade bekach'iart genug ist, würde ich kein Wort darüber verlieren, wenn nicht ksi i> Ruhmredigkeit von dem„vollständig errungenen moralisch� sUal Sieg des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" umsom«! ttßf eine Erwiderung nothwendig machte, als der sogenannte„motu v tische Sieg" mit sehr physischen Mitteln errungen wurde. Dellwig wir uns Folgendes: Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein Di Leipzig, Dresden, Köln, Mainz, München, Chemnitz oder so»� gc au Orten, wo deffen Mitglieder den Mitgliedern unserer Patent in gleicher Minorität entgegenstehen, wie dies bei unsenl'-n Mitgliedern in Berlin der Fall ist, beraumte allda öffentlilmtsiki Versammlungen an; wäre es da eine Kunst, das Bureau'iiwg unsere Hände zu bekomnien? Weiter: die absichtlich zu dem volpießi her bestimmten Zweck, einen großen moralischen Sitx„Z zu erkämpfen, zusammengettommelte Majorität„beauftrag!�, nun etwa Liebknecht oder Bebel oder sonst wen pro fonn» i":en einem Referat, welches der Betteffende lange vorher schon sich gewählt hat, und preßt dann, wie in Berlin Herrn Stelzer dS! wj Herrn Hasielmanu gegenüber, in Leipzig etwa Herrn Liebisch ds h u Bebel gegenüber zum Correserenten. Welche schreckt Niederlage, wenn in einem derartigen Falle die Mi��e« rität die Majorität nicht überstimmt? Es wäre dann gar rn�tei einmal nöthig, daß außerdeni noch der Correfercnt, ehe er p" Worte kommt, von der Majorität insultirt wird, etwa wie Hr. TtelMn, in Berlin,' und unter entsprechenden Drohungen mit der Faust}«n die Kehle gepackt wird, wie ich selber zu beobachten Gelegeuh* D)(t hatte, um so einen„großen Sieg" zu erkämpfen. Mag st'' sol daß dies gegen den Willen der Leiter des Allgemeinen deutsst�Ytr Arbeitervereins geschah, allein solche Vorgänge kennzeichnen System, und wo fo etwas auck�itur möglich ist, hat man kc> Recht, von„moralischen" Siegen zu sprechen. Es»>' auch ganz in der Ordnung gewesen sein, daß Unterzeichneter, d> � wie der„Neue Sozialdemottat" selbst schreibt, sich gleich Anfaui � zum Worte gemeldet hatte, erst als zehnter oder zwölfter Ret111 je � verlesen wurde. Ganz abgesehen davon, daß an dem Resultat k' � Versammlung doch nichts geändert worden wäre, indem durch se� � Versammlungen und durch derartige Abstimmungen' höchstens r wiesen wird, welche Partei am betteffenden Orte in der Majori': jej ist, so wäre es nur billig gewesen, je einen Redner der Majotw j und einen Redner der Minorität sprechen zu lassen, man lst' � dann doch wenigstens den Schein des fteien Meinungsaustausch 5�, gewahrt. Allein, trotzdem von vornherein betont wurde, dut die Verhandlungen solle eine Klarlegung der beiderseitigen Och ach nisationen bezweckt werden, wurde nichtsdestoweniger die Deba'W sofort zu den gehässigsten persönlichen Insulten benutzt, und wa" Haft Ekel erregend war die Arroganz, mit welcher ein Herr K e r st t" -uc icitHt von den gescbichtlichen Vorgängen in der Arbeiterbewegung l da lil weniger Keimtniß � hat als Herr Stelzer, diesen einen �ben nannte und die Erlärung abgab, daß die Biitglieder der n Waldemokratischen Arbeiterpartei, wenn sie in Berlin öffentliche � urrosammlungen abhalten wollten, zuvor die Haffelmann und Hasen- teurer um Erlaubniß bitten müßten. süb«„ H o ch in u t h kommt vor dem Fall". Mögen die irer irren vom Allgemeinen deuffcben Arbeiterverein, die mit ficht- kleio�em Wohlgesallen diesen Worten des Herrn Kersten Beifall umpsflteii, bedenken, daß nock nicht aller Tage Abend ist. - cm In einer Versammlung aber, wo derartige Aeußerungen unge- SciH1 bleiben, hatten die Mitglieder unserer Partei absolut nichts zrUj�br zu thim, und darum habe icb mit vielen Andern den Saal solMassen. Tb. U o r ck. -_ Berichtigung. Berlin, lK. Octbr. Bei Durchsicht meines 'ljrtikels„Der Tausckwerth" in i>lo. 82 finde ick einige sinnent- klleiwe Fehler, um deren Berichtigung ich ergebenst ersucke.— kommen(an Thealer, Concert u. s. w. darf er freilich nicht den- ken); wie steht es denn nun aber mit dem Verheiratheten? Hei- rathen, ist das nöthig? Ja; eS ist natürlich. Aber nehmen wir an, wir wollten klüger sein, als die?tatur oder die Vorsehung dies bestimmt hat, und uns nicht verheirathcn, nun— so wäre einfach der Staat oder die Gesellschaft nicht denkbar. Heirathen liegt also in der Nattir des Menschen; das erklärt sich der niedrigste Lohnarbeiter, und wenn man sagt:„Die verheirathen sich", so denkt man sich eine Person männlich und eine weiblich. Wie nun jede Pflanze ihren Samen trägt, jedes Thier sich begattet, so be- ftuchtet sich auch der Mensch, und Sterben und Erstehen wechselt zu einem ewigen Leben. Mann und Frau und deren Frucht— das sind ihre Kinder— nennen wir eine Familie. Mehrere Fa- milien bilden eine Gemeinde, und viele solche Gemeinden bilden einen Staat. Sind diese staatlich familiären Verhältnisse beziehent- lich des Heirathens normal, so muß die Familie aus 4 Köpfen bestehen: zwei Alten, die über Kurz oder Lang sterben, und zwei Jungen, die an Stelle der Alten wieder da sind. Volkszählungen weisen indeß nach, daß die Familie aus 5 Köpfen besteht, d. h. aus? Z dB|; jXf.;■*■■■&■< ,p Bff Zur Beachtung In unserm Aufrufe„An alle Eigarren- llwihrbeiter» No. 84 des„Volksstaat" ist die Zeit der Abhaltung ß besagten Congresses vom 2.— 5. Nov. angegeben, so auch in :sserl:ii oon uns verfaudten Auftiife. Wir finden jedoch, daß iyigtfe Frssi zu kurz angesetzt ist, und bringen hierdurch zu Aller osiec•untniß, daß besagter Congreß auf den 23— 25. Nov. hinaushoben worden ist"; die Zuschriften bitten wir jedoch bis Ende T Ntober einzusenden. Mit collegialischem Gruß n W Leipzig, 19. Oktober. £ Das Einberufunas-Comits. ______ -ve, Gewerksgenossenschaftliches. '"oi internationale Gemerlisgenossenschast der Schuhmacher. Stuttgart, den 15. Oktober. Der Sttike dauert ungesckwächt .Unterstützung sehr nolhweudig. Arbeiter! Brüder! verlaßt " N nicht, damit Diejenigen, welche gesonnen sind, auszuharren, nicht MiiT* b'e �oth gezwungen werden, nachzugeben. .Zwei Comitee-Mitglieder. Schnee und Schaal, haben ohne hhhires vorigen Donnerstag die Arbeit wieder aufgenommen.— , le hiesige Mitgliedschaft ist m die Abhaltung eines allgemeinen 1°ugreffes, stimmt aber für Gotha als Congreßort und nicht für HUm, da es den Collegen der Schweiz lyfti Oesterreich unmöglich _ 51®irb, den Eongreß in Berlin zu beschicken. 'Ved< � sozialdemokratischem Gruß V. Schröder, Silberburgstraße 92 Hintergeb. part. vi?ell, ig. Octbr.(Deu Berliner Congreß der Schuh- ' 0»cher betreffend.) Auch wir fühlen uns veranlaßt, das Er- laute � an das Comits zu stellen, zum Congreß-Ort nicht Berlin, �'bcru Weimar zu bestimmen, weil es dadurch uns um Viel er- ' �lert würde, beim Congreß vertreten zu sein.--- Wenn „.-pj; Berliner CoUegen, das nicht thut, so wird das Losungswort: Verbesserung unserer Lage durch Einigkeit!— wel- . iJ* Ihr im„Auftiife" gestellt, unmöglich in Erfüllung gehen— ,. da sich die meisten gegen Berlin aussprechen. Also vergeht Mehrzahl nickt!!! täglich für 3 Pfd. Brod.......... 3 Butter.......... 3 Ngr. 6 - 1 Pf. Vi- Fleisch.......... 2 Gemüse und Kartoffeln....... 2 Seife, Soda, Milch, Salz, Kaffee, Pfeffer ic. 2 Beleuchtung...........— Feuerung............ 1 Miethzius(2ö Thlr. jährlich)..... 1 Kleidung und Schuhwerk(20 Thlr. jährlich) 1 Schulgeld, Stenern, Abgaben, Krankenkasse, Schulbücher, Essenkehrer ic...... 1-— 7- 5- 5- 8- 8- er die Verpflichtung auf sich, für das leibliche und geistige Wohl seiner Familie zu sorgen.— Der ganze staatliche Verkehr besteht in Produziren und Consumiren(Erzeugen und Verbrauchen). Eon- sument ist Jeder, Produzent ist der, welcher ein Produkt, also ein Erzeugniß hervorbringt. Wir erzeugen nun aber nicht alle ein und dasselbe Produkt, sondern der Eine schafft dies, der Andere jenes, und so ergänzen wir einander. Z. B. ei» Strumpfwirker braucht Brod, der Bäcker hingegen einen Strumpf, diese können tauschen. Noch einfacher. Man hat ein AuSgleichemittel, das Geld. Man giebt einer Sache, einem Gegenstande oder Produkt einen Werth oder Preis, und auf diese Weise kann man bequem alle Bedürft niffe ausgleichen. To ist denn alle menschliche Arbeit ein System von Weichen geworden. Ob nun gleich Jeder am liebsten nach Quantität und Qualität seine Arbeitskraft(die Arbeitskraft ist der Werth bei einem Arbeiter) vcnverthet, so herrscht hier doch ein solch krayer Gegensatz, besonders in der Quantität geleisteter Arbeit, daß das Feldgeschrei der Manchesterpartei von„Angebot und Nachfrage" durch das immer größere Umsichgreifen der Danipfkraft und verbesser- ter Maschinen, sich insoweit bestätigt, daß ein und dieselbe Leistung (tägliche Verkaufung einer menschlichen Arbeitskraft) ungleichen Werth hat.>. „Anschauliche Beweise liefert hier in Stollberg z. B. Wollers Fabrik. Alle Leute hier sagen, daß der Chef des Etablissements vor 15 Jahren nicht so wohlhabend war wie heute; ist das wahr, so ist eS Thatsache, daß ihm seine Arbeiter heidenmäßig viel Geld verdient haben, und wer will es bestreiten, wcmi die Sozialdemo- kraten behaupten, die Arbeiter haben nicht den vollen Ertrag ihrer Arbeit erhalten? Diese Gegensätze auszugleichen, sowie überhaupt jeden Menschen zum Menschen zu machen, und zwar so, daß auch ein Jeder menschlich leben kann, das ist die Religion der Sozial- demokraten. Nu» darf man sich aber nicht etwa denken, wenn die Sozialdemokraten am Ruder sind, nun wird„getheilt", und braucht man gar nicht mehr zu arbeiten, o nein! Das ginge alles fort wie heute, wer in ihrem Staate nicht arbeitet, der kann und wird verhungern; aber derjenige, der arbeiten will, wird Arbeit finden, und£ie wird ihm so viel lohnen(er kann der niedrigste Handarbeiter sein), daß er mit seiner Familie der Ge- snndheit zuträglich wohnen, sich einfach kleiden, entsprechende Nah- cv w-■....._, ining zu sich nehmen kann und im Alter nickt Almvscn zu empfau- ckiii Austrage der Pester, Funskirchner, Sigetwarer und Ofner gen oder ins Armenhaus zu gehen braucht. Allerdings würden iHn,h'"vm,h in einem solchen Staate verschiedene Justitutioncii rcformirt werden. Die Kirche und Geistlichkeit z. B. wäre für den, der sie braucht, ohngefähr wie die Gerichtsbarkeit, die Advokaten ic. heute. Die ckbegen mit Brudergruß euioStefan Heckmann, Obmann des Fachvereins der Schuhmacher. tisch-'- st� Kewerlischaft der Holzarbriter. t d-k Stade. Am 29. September feierte die hiesige Mitgliedschaft a tss Stiftungsfest. Im September 1869 mit nur wenigen Mit- blichrcdmi ins Leben getreten, erfreute sich dieselbe eines, wenn auch langsamen, so doch stetigen Wachsthums. Nie verging ein -kaXPanal, in welchem nickt einige neue Mitglieder gewonnen wurden. hl in unserer Mitgliedschaft auch Angehörige anderer Gewerbe s ä'dmi.ahme finden, hat sich ans unserer Mitte bereits eine Mit- omty-bschaft des Allgemeinen deutschen Schneideiwereins gebildet, die, nicH uns vereint, für Aufklärung immer größerer Arbeiterkreise )eilMig ssn >" ftTurch Fest selbst, das erste, welches in dieser Weise von s°" gefeiert wurde, sind unsere Bestrebungen mehr öffentlich be- ssock-ni geworden. Das Kleinbürgertum und die Großproduzenten ins- en sich verwundert die Augen, als wir mit unserer Fahne und nllch--ükbegleitnng nack dem Festlokal marschirten und nach vorher- »u Hngenem Konzert Herr 2) orck die Festrede hielt. Auch viele �v° Würger hatten sich eingeftinden, neugierig, etwas Näheres von »Theilern" zu erfahren. Nun,voin„Theilen" warzwarkeine ag',-- aber die guten Leute haben doch so manches Andere zu a.--V-- hekomincn, wovon unsere beiden Regiernngsorgane kein s-l-ot schreiben, und manch Einer von Ihnen, enttäuscht darüber, n i> � 1>cni Theilen und Umstürzen Nichts»vissen wollten, konnte ---cht umhin, cinzuräumcn, daß der Redner doch nicht so ganz "ckllo echt gesprochen hätte. Nun, den Leuten kann noch geholfen Nif- oei,. werden, nachdem wir einmal an die Oessentlichkeit ul- tten, weiter agitiren, und»vir hoffen: nicht vergebens. �blvol durch das bescheidene Lokal, in welchem wir unser Fest ftel? die Zahl der Festgenoffen sehr beschränkt wurde, ergab eine ist-.»Niere Jnhaftirten veranstaltete Sammlung einen Ertrag von eich' ichlr. 15 den wir der Unterstützungskasse Übermacht haben. s-o sollte uns' freuen, wenn dieses unser Vorgehen überall Nach- ltschfnin�finden würde._____ � - J Correspondenzen. "ft�ollverg, 10. Oktober. Im Frühsommer d. I. besprach ° �alster aus Dresden bei Gelegenheit eines hier gegebenen 'er»yp � auch die Lohnverhältnissc und die sonstige gedrückte it �e%u Arbeiter. Dies gab Beranlasjung zu mehreren soliss uugen" in dem üblichen Fabrikanten- und Beamtensttl, ls von deni hiesigen Arbcitcrbildungs-Vercin nachstehender, gogiiung und Ergänzung" betitelter Artikel im„Stollberger J'\er" erschien: "Tie hiesigen Weber haben einen DurchschnittSverdienst pr. or> lÄ�k. �' u bis 3 Thir., die Strumpfwirk» u. s. w., incl. du4» Rundstuhlarbeiter von IV- bis 3'/- Thlr. Der Vvisi Ii TlurchschmttSverdienst samnitlicker Manufakturarbeiter wäre ewC* wöchentlich 2'/. Thlr. Der alleinstehende Arbeiter, der jede oflhC 2c,/a 2:�r- 0ertient' wird, da er nur ganz bescheidene An- rtcii®c für seinen Lebensunterhalt geltend macht, damit eben aus- ckule wäre ftei, verbunden, dem Kinde deS armen Mannes den selben Unterricht angedeihen zu lassen, wie dem des Neichen, und zwar unentgeltlich. Die Lehrer würden vom Staate besoldet, da- für würden aber vcrschiedene Regimenter schöner Infanterie und Cavallerie abgeschafft, dafür wieder allgemeine Volksbewaffnung eingeftihrt und somit der wirkliche Völkerftieden geschaffen werden. Indirekte Steuern gäbe es nicht mehr; Jeder würde nach seinem Einkommen nur direkte Steuer bezahlen. Die Beamten blieben oder waren zu pensioniren. Bindende Gesetze wären nur solche, welche sich das Volk selbst gäbe. Ferner: Ein Verbot der Kinder- arbeit, Regelung der Frauenarbeit, Einführung eines Rormalarbeits- tages, Einsetzimg von Fabrikinspektoren, gewerbliche Schiedsgerichte und als Endziel Produktivgenossenschaften. Das würde auf gesctz- lich-legalem Wege eingeführt werden. Das steht festft derjenige Arbeiter, der seine traurige Lage er- kennt, der fühlt eine unaussprechliche Neigung zu den Männern, welche� sich um die Arbeitcrverhältnisse kümmern, und denen man wiffenschastliche Bildung nicht absprechen kann. So sagt denn Herr Dr. Otto-Walster:„Für 20 Thlr., da giebt es schon keine Stube mehr, da giebt es nur ein Loch". Das ist Thatsache. Geht zu einem Weber— nur wenige wohnen noch für 20 Thlr.—, er hat ei" oder zwei Webstühle in seiner Stube, hierzu Spuhlräder, einige Möbel, wol auch gar eine Wiege und daneben die Waschwanne, und nun meßt einen ftcien Raum von 8—10 Qnadratfnß; das ist dann die Wohnung, wo den ganzen Tag über 6, 7 und mehr Personen wohnen, wo gekocht und Wäsche getrocknet wird»c. Herr Dr. Otto-Walster hat vollkommen Recht; eine Arbeiterwohnung mit Küche, geräumiger Stube mit Zubehör kostet 40 Thlr. Es ist auch sehr natürlich, denn der Zinsfuß für Kapital steht so hoch, daß der Hauöwirth eben die Stube fast nicht billiger ablassen kann. Das Wüthen einiger hiesiger Spießbürger gleicht sich mit ihrem Bil- dungögrad aus. Wenn man aber einen Freireligiösen über Herrn rWr,-Vtr-.sft<.wI..... cur;.*...c Sa. 20 Ngr.— Pf. Also wöchentlich 4 Thlr. 20'Ngr.'Nun ist aber noch keine Pfeife Tabak, noch kein Glas Bier, keine Feiertagsfteude n. s. w. u. f. w. veranschlagt. Wie das Deficit gedeckt wird, wie man von einem Familienvater von 7 lebenden Kindern und 3 Thlr. Verdienst wöchentlich noch Schulgeld fordern kann,»vie die Mutter von 4 ja 5 Kindern fort muß in die Fabrik, wie so mancher Fabrikant beziehentlich des Verbots der Kinderarbeit und der SonntagSarbeit Ausnahmen machen darf, und dies Herr Bürgenneister, der gesetz- lich verpflichtet ist, als Polizeioberhanpt die Nichtbeachtung der ge- setzlichen Bestimmungen zu rügen, nicht sieht, darüber wollen wir uns ein anderes Mal auslassen. Arbeiter erkennet Euch und schließt Euch den Arbeiterorgani- sationen an, sonst bleibt Ihr der Spott der Welt. » Der Arbeiterbildungs-Verein." Spandau. Der„Neue" wird es verzeihlich finden, daß uns bis dato alle Parteistreitigkeiten kalt gelassen, aber diesmal sind wir, veranlaßt durch ein Ärtikelchen in'Ztr. 109 des„Neuen", worin er ein ernstes Wort an die Eisenacher richtet, zu Thränen ge- rührt. Es wundert uns ungemein, daß der„Neue" sich soweit vergessen konnte, an uns sogenannte Sozialdemokraten, Jnternatio- nale, Bourgeois und Volksparteiler, die er ja doch stets als Geg- ner der Arbeitersache bezeichnet, ein so erhabenes Wort zu richten. Unsern Dank im Voraus. Wir lesen in Nr. 74 des„Volksstaat" über den Kongreß respektive über die Polemik Zwischen dem„Äieuen" und dem„Volksstaat" Folgendes:„Die Polemik gegen den„Neuen Sozialdemokrat" ist— soweit sie nicht unumgänglich nothwendig— einzustellen;" obschon auch hier ein formeller Beschluß nicht gefaßt wurde. Trotzdem behauptet der„Neue", der„Bolksstaat habe keinen Bericht gebracht. Ferner ertheilt der„Neue" uns den Ratlss nicht länger diese Uiiselbstständigkeit respektive Bevormundung einiger Literaten u. s. w. zu ertragen, und verweist prahlerisch auf die Generalversammlungen des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins. Wäre Ferdinand Lassalle, der große Organisator, noch unter den Lebenden, dann wäre manchem Heuchler schon der Weg gezeigt; bestimmt gäbe es dann keine sogenanuten Sozialdemkraten, und vielen der weniger geschulten'Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins wäre eS klar, was die sozialdemokratische Arbeiterpartei erstreben will und was uns von ihnen trennt, so gut unsere Mitglieder es wissen. Der„Neue" möge nur so fort- fahren, dann wird trotz aller angewandten Sophistik seine feste Organisation gleich dem Berliner Manrerverein(seine Kernkuppe) zerbröckeln. Dies ernste Wort galt also in erster Reihe dem All- gemeinen Deutschen, denn sonst konnte Forit, wo von uns seit Jahren eine'Mitgliedschaft besteht, nicht angezogen werden. Wer hatte denn die letzte Versammlung daselbst einberufen? und wer war der Störenfticd?»vie überall die„Allgemeinen Deutschen". Herr Kersten auö Berlin war als Sendbote erschienen und an- statt,»vie es sich gehörte, zur Tagesordnung zu sprechen, sprach er über die Prinzipien und die Organisation Lassall's, nnd wurde zum Schluß, da er nichts ausrichten konnte, persönlich wie einer, so daß selbst ein ehemaliger Berliner Tischler, Karl Waldow, zur Zeit besoldeter Agitator der Orts- Vereinlcr, Prediger der Fortbildungsschule nnd Mitarbeiter an der„BolkSzeitung" und am„Gewerkverein", der stets' bemüht, die Sache der Arbeiter in den Koth zu ziehen, seine faulen Kalauer in der„Volkszeitung" darüber riß. Ihr iverdet auch diese Thatsache leugnen, für uns aber ist es ein Beweis mehr, daß ihr mit ehrlichen Waffen nicht mehr zu kämpfen fähig seid, mithin auch bald von euren Mit- gliedern trotz aller Sophistik, die ihr anwendet, aus dem„AUgc- meinen deutschen Arbeiterverein" gewiesen werdet. Die Spandauer Sozialdemokraten. Duisburg, 11. Oktober. Am verflossenen Sonntag, den 6. Oktober hatte der Bevollmächtigte des Allg. deutsch. Arbeiter-Ver- eins eine Versainmlung anberaumt, die nicht sehr stark besucht war, »vährend»vir uns in einem andern Lokal privatim versammelten. Der Zweck unserer Persainiiiliiilg war, uns auszusprechen, wariim wir aus dem Allg. deutsch. Arbeiter-Vercin ausgetreten waren. Wir machten der Versammlung klar, daß die Vercinigungskomödie zwischen Herrn v. Sch>veitzer nnd der Gräfin Hatzfeld damals nur eine List deS Herrn v. Schweitzer war, um die Diktatur, die ihm auf der Barmen-Elberfelder Generalversammlung theilweis genommen war, wieder in die Hände zu bekommen. Ferner, daß das Gebahren der Führer dieses Vereins mit dem eines Sozialdemokraten im größten Widerspruch stände, indem sie nur herrschen wollten und jede Opposition gegen ihre Person als Verrath an der Sache mit dem Ausstoß aus dem Verein beantworteten. Das Verhalten des„Sozialdemokrat" während des deutsch französischen Krieges habe genügend gezeigt, daß die ganze Leitung genannten Vereins mit der preußischen Regierung Hand in Hand gehe, was sich auch gleich bestätigte, als v. Schweitzer nicht mehr Präsident»var, obgleich es ihm gelungen, vermittels der so viel ge- priesenen Organisation fünf Jahre Präsident zu bleiben. Das Resultat unserer Verhandlungen war, daß sich 13 Mann als Mit- glieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei einschreiben ließen. Damit können»vir znfrieden sein. Der Grundstein ist gelegt; jetzt Otto-Walsters Reisebriefe sich zerbersten sieht, und»virft einen Blick auf-& die neben ihm stehenden Schauergestalten, so kommt man bei dem ,un'."ftj" � 0„... � VmmS Ks»s-.-!,z d» B»»-. |r|� deyen Haft, pch zu äußern:„'Nu, das ist recht, haben»vir doch vor diesem Hallnnken ein paar Jahr' Ruh!" Welch' kindische, bos- hafte Freude! Jener geiftesarme Mann»var ftüher Strumpf- wirkergeselle, noch ftiiher ging er mit dem Bettelsack, heute wagt »vart und Volk auö Pforzheim, so wie Ellner und OpificiuS, welche für die auf Nachmittag 4 Uhr angekündigte Arbeitervcrfamm- lung das Referat übernommen hatten, zugegen- waren. Herr Frei eröffnete die Sitzung mit dem Wunsch, ArtzBaden ein Agitations- --«7 M d», �>'»-«"-ch..»(*»'>■« H« R°chM wch-..~»»v»ii ÄSÄJÖ einige Hundert Thaler Geld zu verdienen gaben. Mit diesem Gelde ist nun jedenfalls der Verstand mitgekommen. Charatteristisch ist: Sein Vater starb als armer Man», seine ZNutter starb als— arme Frau. Wir wissen, daß der Servilismns, die Schmarotzerei in allen Ständen verketen ist. Wir stellen aber an Diejenigen, welche menschlich denken, die Bitte, ernstlich zu prüfen obigen Verdienst und den Bedarf für Nothdurft einer Familie von 4 Köpfen, wo- ftir»vir veranschlagen, über die Wirksamkeit des Agitationskomitees des Rhein- und Main- gaues und betonte die Nothwendigkeit der Gründung eines solchen auch für Baden. Die Konferenz beschloß darauf die Gründung eines Agitationskomitces und stationirte es in Pforzheim, wo tüchtige Kräfte vorhanden wären, bic eventuell mit Württemberg sick in Verbindung setzen könnten. Heidelberg und Mannheim falle dann die Aufgabe zu, mit der Rheinpfalz in Verbindung zu keten. Nach Schluß der Konferenz wurde ein Ausflug auf die Ruinen des Heidelberger Schlosses gemacht, wo sich auch Eshatzel aus Mai»»; MVS SSSW und Leydendecker aus Wiesbaden eingefunden hatten; um 4 Uhr be- gaben wir uns zu der angekündigten Arbeiterversämmlung. Tages- orduung: 1) die Bestrebungen der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei, S) die GewerbSgenossenschaftew Zum Vorsitzenden wurde Unterzeichneter und N erbet zum Schriftführer gewählt. Ueber den ersten Punkt referirte Opificius mit Zugrundelegung unseres Pro- gramms unter großem Beifall. Ueber dem zweiten Punkt referirte Leyendecker. Der Nutzen der internationalen Gewerkschaften hätte sich gerade an Wtainz gezeigt, wo schon manche Erfolge errungen seien. Leyendecker forderte die Anwesenden auf, Gewerkschaften zu grün- den oder sich den bestehenden anzuschließen. ES sprachen noch Es- hatzel, Volk, Frei und Holzwart, Letzterer forderte die Kleinmcister auf, sich mit den Arbeitern zu vereinigen, um den Großkapitalisten entgegentreten zu können. Die Versammlung endete mit einem Hoch auf die sozialdemokratische Arbeiterpartei. I. E. Jkert, Vertrauensmann. Kannover. In No. 42 des„Botschafter" verwahrt sich der Hannover'sche Orts-Vorsitzende des Allgemeinen deutschen Cigarren- Arbeiter-BereinS entschieden gegen den dem Hannoverschen Verein in No. 82 des„Volksstaat" von der Dclmenhorster Cigarrenarbeiter- Versammlung gemachteu Vorwurf der„Undankbarkeit". Wir halten uns verpflichtet, von diesem Protest Notiz zu machen. Kiel. Renommisterci, die ins Gebiet der Komik fällt: der „Neue" schreibt am 2. Oktober in der„politischen Uebersicht": „Die politische Lage der Bevölkerung Schleswig-Holsteins ist durch die Verfolgungen des Allg. deutsch. Arb.-Vereins geradezu unhaltbar geworden. Dies gestehen selbst die Gegner unsrcr Pattei zu. So läßt sich die„Kieler Zeitung" aus Berlin schreiben� u. s. w." (Folgt miiftie Mittheilung, daß alle„Stimmungsberichte" in der Unzuftiedenheit mit der Verwaltung von Scheel-Plessen gipfelten.) Wenn nun die gegnerischen Blätter dir lächerliche Ans- schneideret des„Neuen"— der seinen Lesern weiß machen will, die „Bevölkerung" Schleswig-Holsteins sei fast identisch mit dem dor- tigen„Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein"— gehörig züchtigen und dabei ein Hieb auf die Sozialdemokratie überhaupt abfällt, — kann man das den Gegnern verargen? Wenn die Herren von» „Neuen" nur eine Ahnung hätten, wie viel ihre Auffchneidereien unserer Sache schon geschadet haben! Marburg. Am 14. d. hielten die hiesigen Parteigenossen eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Schneider einen Vortrag über verschiedene Kongresse, hanpssächlich aber über die Bedeutung des jüngst in Eisenach stattgehabten Kathedersozialisten- Kongresses hielt. Am Schlüsse wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen: Die heute hier tagende Arbeiterversämmlung erwartet von den am 6. und 7. in Eisenach tagenden Kathedcrsozialisten keine gründliche Lösung der Arbeiterftage, indem dieselben das bestehende Lohnsystem beibehalten wissen wollen, und„gegen jede sozia- listischen Experimente" protestire. Wir erklären: 1. So lange das heut bestehende Lohnsystem existirt, und 2. so lange sämmtlicher Grund und Boden nicht Gemeingut wird, ist sämmtliches andere Experimentiren unnütz, und werden wir so lange ringen und kämpfen, bis genannte zwei Thesen verwirklicht werden.' H. Wosniak. Zürich. Der Schmid- und Wagnerstrike dauert bereits 7 Wochen. Die Meister verweigern Alles harwäckig. Darum dauert derselbe fort. Die Parteigenossen werden ersucht, Alles aufzubieten, um den Zuzug fern zu halten. Es sind wäh- rend des Strikes 223 Fremde zugereist gekommen, worunter mau mit Vielen Mühe hatte, sie wieder fortzubringen; die meisten er- klärten, daß sie von dem Strike nichts gewußt, vielmehr nur er- fahren hätten, daß es in Zürich Arbeit gebe. Kamburg. Die hiesigen Bildhanergehilfen sehen sich ge- zwungen.�eine Lohnerhöhung von 33'/- Prozent zu fordern und haben in Folge dessen einen Strikeverein gegründet. Eine dahin zielende Resolution wurde in der zahlreich besuchten Generalver- sammlung unserer Fachgenossen angenommen. Weiterer Bericht folgt. Collegen und Parteigenossen werden ersucht, den Zuzug streng abzuhalten. Zuschriften sind zu richten an Rödiger, per Adresse Göbel Stubbenhock 9. Fabrikherren, deren SchloteTag und Nacht, Sonntag und Alltag nichts aufhören zu rauchen, deren Arbeiter Jahr ein Jahr aus vom. Morgen blS zum Abend und vom Abend bis zum Morgen einge-.9r' sperrt sind in das einförmige Joch der Geist und Körper ertödtenden Fabriksklaverei. Man betrachte doch die übergroße Mehrzahl der Fabrik-, Berg- und Hüttenarbeiter im gesegneten Westfalen, der Sozial-dcmokratischcr Arbeiterverein. Freitag, den 25. Oktbr., Abend« 8 Uhr, Sitzung f Windmüblenstr. 7. Tagesordnung: Sozial- polit Wochenbericht, Referent Stelz er. Freie Diskussion. D.' Oiuhitit Allgemeine Stellmacher-Versammlung. Mittwocb, den 23. ds., Abends 8 Uhr, bei Landgä t"Ä* t'T S' flBS SSSSSSTÄ kleidet, mit 40 Jahren schon abgearbeitet und ausgenutzt von Woche! 0 3 S)' ZU Woche ans der Hand in den Mund lebend, und als Gegensatz!?�-. die Handvoll Fabrikanten, die-als müssige Drohnen von jenen er- NlUlÄAHtÄ. Versammlung, Freitag, den 25. Oktober. Ab halten werden und Reichthllmer auf Reichthümer häufen. 8'/s Uhr im Lokale des Hrn. Reimer zur Harmonie. TagesordroAchl Wann wird diese Ungerechtigkeit ein Ende nehmen, fragt sufr 1) Innere Vereinsangelegenheiten. 2) Berichterstattung über die wol so mancher Arbeiter, der noch vor nicht jjar langer Zeit in stedter Volksversammlung. 3) Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen t. Z Vrv» V SaÄ fr* fr», ruiiAf/» S*1»V i Witten. Am 12. v. M. hatten wir eine Volksversammlung einberufen, die, obschon nicht so stark besucht, als die vorherge- gangene, die bei Gelegenheit des Essener Strikes stattfand, doch in Anbettacht der ungenügenden Bekanntmachung, recht gut besucht war. Herr Uork, vom Mainzer Congreß kommend, sprach über das Programm der sozial-demokratischen Arbeiter-Partei, und erläuterte wie nothwendig es sei, daß alle Arbeiter der Organisation sich an- schließend, die in diesem Programm ausgesprochenen Grundsätze zu den ihrigen machen, und die gestellten Forderungen zu erringen ttachten. Auch vorhandene Redner sprachen theils über die allgemeinen Bestrebungen der Arbeiter zur Besserstellung ihrer Lage, theils über Sachen, die mehr lokaler Natur waren, so unter Andern über die Ueberttetungen des Verbots der Kinderarbeit, von Seiten der Fabrikannten, die gewöhnlich jeder Conttolle spottend, es so gut wte ihre sächsischen Collegen verstehen, die Kinderarbeit anszu- beuten, und bei etwaiger Revision ganz eben so schlau als Jene wissen, wie's gemacht wird, das Gesetz zu umgehen. Die Kinder werden versteckt, durch Hinterthüren und Fenster aus der Fabrik schleunigst fortgeschafft, und die genasführten Herren Jnspectoren können mit ruhigem Gewissen bezeugen, daß sie keine Kinder in der Fabrik gettoffen haben. O! heilige Einfalt! Man sollte nur die erwachsenen Arbeiter darüber beftagen, die würden ganz andere Auskunft geben können. Ach ja! das Kinderfleisch scheint den Herren Groß- und Klein-Unternchmern recht wohl zu bekommen. Vor kurzem wurde hier die Glasfabrik des ftüher hier als Glas- strecker beschäftigt gewesenen Hahne, jetzt Commerzienrath mit einem rothen Piepvogel für seine conservativen schwarz-weißen Verdienste um die Ausbeutung der Arbeitsttaft belohnt, von einer Aktienge- sellschaft für 700,000 Thaler erworben. Du heiliger Schulze, wie muß dieser Arbeiter gespart haben, um in so kurzer Zeit ein solches Vermögen zu ersparen? Oder sollte es doch wahr sein, daß der Unternehmergewinn„unterschlagener Arbeitslohn", die Glasarbeiter also um das, was diese Sorte Arbeiter ersparen, eigentlich richtiger gesagt, bestohlen worden sind? Freilich! Freilich! Es ist schon so, wie Lassalle imBastiat sagt: „die kapitalisirten Schweißtropfen der Arbeiter kosten den Arbeitern immer neue Schweißttopfen, und Hecken den Herren Unternehmern immer neue Thaler. Die Kapitalisten werden iminer reicher und reicher, die Arbeiter werden immer ärmer. So auch hier in Witten. Freilich, faseln unsere Bourgois, und verwandte Seelen stammeln es in ihrer Dummheit nach, von der großen Glückseligkeit der hiesigen Arbeiter, die glänzenden Verdienst hätten, weil die Ge- schäfte so überaus gut gingen. Letzteres ist allerdings schon recht, konimt aber einzig und allein dem Unternehmer zu Gute. Es bleibt schon dabei, je mehr die Lohnsklaven arbeiten, desto ärmer bleiben sie, desto reicher werden die Hahne und die Berger und wie sie alle heißen mögen, die dem Wahne befangen war, daß dies Alles so sein müßte, der irre- geleitet dnrch die Lehren einer lügnerischen Wissenschaft, die fteie Eoncurrenz über Alles pries, in knechtischer Unterthänigkeit, die für seine Wohlthäter hielt, die Schätze auf Schätze häuften, während die Arbeiter in Roth und Elend verkümmerten. Glücklicherweise sängt es autfc hier an zu tagen. Die westphälischcn Arbeiter, bis- jang die festeste Stütze des Gottesgnadenthums und des Bourgeois- liberalismus fangen an über ihre Klassenlage nachzudenken. In neuerer Zeit sind Zeichen und Wunder geschehen, und mit Schrecken ist es den„Herren" klar geworden, daß die entfesselten Geister nicht mehr zu bannen sind. Nur ein Beispiel wollen wir anführen. In unserer Nachbarstadt Hörde fand vor Kurzem eine Volksversammlung statt, in weicher das böse Gewissen die Bour- goisie veranlaßte, die Versammlung zu stören, wozu nicht allein die Hüter der Ordnung bereitwilligst mitwirkten, sondern auch die von den„Lehrern" geführten Schulkinder thätigcnAnthcil nahmen. Das Vaterland wurde glücklich gerettet, die Bourgeoisie siegte und— war verloren. Diese Bande, die die Arbeiter so lange am Narren- seil geführt, konnte gar nicht begreifen, wie so plötzlich ihre Herr- schaft über die Arbeiter zu Ende sei.— Die Probe mußte gemacht werden. Kommt da so von ungefähr einer jener Neiseprediger der Bourgoisie, die mit ihren Phrasen vom Sparen und von der Harmielehre zwischen Arbeit und Kapital, zu lange schon den weniger aufgeklärten Arbeitern das Hirn vollends verkleisterten, und die theilweise noch einen ebenso unheilvollen Einfluß auf die industriellen Arbeiter ausüben, als die Pfassen auf das ländliche Proletariat. Dieser Herr, ein Schullehrer, ttamt also seine Weisheit aus, die zahlreich versammelten Arbeiter, anständiger und nobler als die gebildete Bourgoisie, lassen ihn mit eisigem Schweigen ruhig sprechen. Als er aber, vielleicht das Schweigeu für Zustimmung haltend, sich zu dem Ausspruch verstieg:„Uns Arbeiter schmeckt ein Stück trockenes Brod so gut als dem Fabrikanten sein Champagner und Braten— daa war die Geduld der Arbeiter erschöpft, der Sturm des Unwillens, der über den„Enthalffam- keitsapostel hereinbrach, belehrte denselben, daß für seine Brod Herren in Hörde nichts mehr zu verlieren sei. Das Klassenbewußtsein der Arbeiter war erwacht, der Einfluß der Bourgeoisie gebrochen, die Sozialdemottatie hatte ohne Kampf einen neuen Sieg errungen. Was aber der Aofall der Arbeiter von der nationalliberalen Fabrikanten- und Geldprotzenpartei ganz besonders kennzeichnet ist Folgendes: Zur Feier deö Massenmordes bei Sedan, die auch in Hörde inscenirt worden, wurde vom Komitee auch der Arbeitcrbildungs- verein zur Theilnahmc eingeladen, um mit diesem die andern Ar- beiter, die man nach den obengeschilderten Vorgängen nicht mehr fiir„sicher" hielt, einzuwirken. Allein auch hier klopften die „Herren" an die falsche Thür. Die braven Mitglieder des Ver- eins gaben ihnen»och obendrein die bittere Pille als Antwort: 1) Hätten sie keine Lust den Harlekin der Bourgeoisie zu spie- len, am allerwenigsten aber bei solcher Gelegenheit, und 2) Wenn die Herren etwa fürchteten, nicht genug Leute im Zuge zu haben, so möchten sie doch die Gensdarmen, die sie bei der Volksversammlung gegen die Arbeiter, um unbehelligt die Ver- sammlung stören zu können, aufgeboten haben, auch zum Festznge der Sedanfeier uufbieten, wo sie jedenfalls besser am Platze wären. Hhm wir haben dem nichts zuzufügen, und fteuen uns, daß auch hier die Arbeiter zur Erkenntnis: gekommen, wie nur durch die Verwirklichung der Idee des Sozialismus eine Aenderung der heutigen ungerechten Zustände herbeigeführt werden kann. D. Anzeigen zc. Dresden. Den Mitgliedern der internationalen Gewcrksgenos senschaft der Maurer und Zimmerer zur Nachricht, daß die Adresse des Vorsitzenden von jetzt an Palmstraßc Nr. 55 im Destillationsgeschäst ist. Mitglieder ist Ehrensache. Gäste haben Zutritt. Johann Jahncke. Zum Bcbel'schcn Wahlsond. Von B. in Berlin 5 Thlr. 10 Gr. _ Die Expedition des„Volksstaat". Für politisch Gemaßrcgelte. v Von Jaeger in Töln: 1 Thlr.: von Rauch in Werdau 26'/, Gr' j) Die Expedition des„Volkssraat". � Der letzten Quittung(Nr. 82) über eingegangene Gelder für un* Jnhastincn muß noch nachgetragen werden: Berlin durch Mctzncr:• Z Nr. 16 4 Thlr. 20 Gr., Liste Nr. 20 1 Thlr. 10 Gr.; Glauchau� tÄ.' Albert 20 Thlr.; Dresden, durch Schiller beim Stiftungsfest der Me» arbeiter gesammelt 11 Thlr. 22 Gr. 7 Pf. ach Hamburg, 12. Oktober 1872. r, ___ Der Ausschuß: H. Bennecke, Kassirer.�_ Briefkasten: der Redaktion: A. R. Berlin: Dem Ausschuh geben und empfohlen.— M. Breslau: Bitte um Ihre Adresse, um � M's. Antwort mitzutheilen: vrf der Expedition: Kühn, Langenbielau für Abonnement 3. Qual. 4 Thlr. 15 Gr.; Mufikinstrumentcnmacherverein 3 Thlr.; B. hielt. Abonnement 11 Thlr.; Dönges in Darmsladt für Schriften 8 Thlr.s>ei Gr. 4 Pf., Brief nicht erhalten; Büttner in Zürikb für Schrifter Thlr; Hirsch in Mainz für Schriften 1 Thlr. 15>/i Gr.; Geib für' tona Abonnement 3. Quartal 13 Thlr. 19 Gr. 5 Pf.; Wolters i. rath für Schriften 4 Thlr.; Oehme in Breslau für Annonce Arbet Partei 1 Thlr. 27 Gr.; Vespermann in Hildesheim f. Annonce 8 Fritzfch in Jägerndorf 3 Thlr.; Roos in Ehrenbreitstein für Schrift� Thlr.; Sauerteig für Abonnement 3. Quartal 23 Thlr. 3 Gr.; � in Werdau für Abonnement 3. Quartal 9 Thlr., für Annonce 3'- ff— Lemoisne in Main; für Abonnement 3. Quartal 40 Thlr.; Slol� Meeranc für Abonnement 3. Quartal 25 Thlr. 22 Gr.; Gesang«''9 Hannover für Annonce 11 Gr. Bekanntmachung. gUSÄXäÄ «ltschönefeld, IReusellerhauseu, Crottendorf. Anger u. f. w.,-M. noch im Rückstände find, werden hiermit aufgefordert, diese Beträge an den früheren Filialexpeditcur Presset, fondern direkt an uns' den jetzigen Filialexpediteur Stelzer, Reudnitz, Kapellengasse 11 HlL bezahlen.>" Leipzig, den 21. Oktober 1872.' � Die Expedition des„BolkSstaat' -Zafte St. Den Parteigenossen empfohlen: ,3?«« Iekkeile»", Organ der deusscken ArbeiterbildungSverei'�� der Schweiz, erscheint alle 14 Tage einmal, Preis per 4 Sgr. d,ck Demokratische Akättcr" erscheinen alle 5 Wochen 1 Heft, 2 2% j stark, in 10 Nummern jährlich, in Königsberg, kosten duräl� Post oder den Herausgeber selbst bezogen für das HalblL� 15 Sgr. Herausgeber und Redakteur: S. Kokosky. Die Filialex�editionen und Colporteure, welche für Abonnement 3. Quartal noch im Rückstände sind, � hiermit aufgefordert, dir Bettäge längstens binnen 14 Tagen'£11er senden. Wer bis 1. November noch restirt, erhält von da ab l'tteii Blätter mehr zugesandt. ssbüi Leipzig. 15. Oktober 1872. stlb Die Verwaltungekommission. ftr Die Expedition des„VolkSstaat"�ta� Odoi Die auch GenossenschaftsöucMrackerei zu Leipzig Jeiherflraße 44 Eßlingen. Nächsten Sonntag Fabrikstraßc. Leipzig. empfiehlt sich zur Ausführung aller ins Druckfach eins