Erscheint wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- lande« an. Für Leipzig nehmen Bestellungen an: die Expedition, Hohestraße 4. die Genosienschasts- buchdruckerei, Zeitzerstraße 44. ;, P» Bebel, Peterftraße 18. !r" 3. Müller, Bayerschestraße 8d, III. UI>! Aöonnementspreis: Für Preußen incl. Stempel« steuer 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/« Sgr, pro Quartal, pro Monat 41/-,i Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 18 Ngr. Filialexpeditioncn für die Ver» einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. via Newyork. G. A. Lönnecker, 15'5 W. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemolratischenArveiterparteiundderinternattonalenGeiverksgenosienschaften. Nr. 94. Sonnaöend, 23. Kovemöer. 1872. Ptögr-mm der s-ziald-m°kr.tische» Partei � auch in allen höher» staatlichen Pitdüngsanstalten. Stipendien m T~-.,. v. für fähige Unbemittelte, weiche mittlere und höhere Lehranstalten -l. sozial-demokratrschc xartei in der Schweiz erstrebt dtt s,���� wollen. Errichtung eidaeuoinscher Handwerker- oder Ge- ' Wahrung und Förderung der �utereffen des arbeitenden Volkes ��beschulen(Technikum). rö Bezidhnng: Sie ist sich bewußt, daß die Befreiung der 6_ Trennung der Kirche vom Staate und Trennung � Arbeuerklafie durch die Arbeiter ,elbst ennngen werden niuß. � Schule von der Kirche. Vollständige Religionsfreiheit j berrfchaft. M» lU. Tic ökcnrmischc Abhängigkeit des Arbeiters von dem wollen. '' Kapitalisten bildet die Grundlage der Knccktfchast in jeder Form/-- zahlt und unterhalten werden, welche für sich religiöse Belehrung Sozialdcmagogisches. Wir kommen jetzt zu der famosen Schlesischen Weber- deputation, im Frühling des Jahres 1864. Das Nähere über dieselbe ist in der„RonSdorfer Rede" Lasialle's nachzulesen. Ob und in wie weit die Regierung den Anstoß zur Deputation ee- geben und sie inszenirt hat, läßt sich jetzt nicht genau feststellen; ist auch gleichgültig. Thatsache ist, daß Graf Bismarck lange ver- her sein: �ckeronta movedo!„Ich werde Euch den Teufel t er sozialen Frage an die Wand nialen!" den verdutzten FortschritiS- bourgcois entgegengerufen hatte; und Thatsache ist ferner, daß Herr Baron Reichcnheim, Eigenthümer der Wüste- Giersdorfer Baumwollen-Spinncrei und Weberei,*) und„liberaler" Menschen- rx;..v._ steht, sich lange vorher öffentlich über ....•.*'[,.- Aushebung der Kloster mib religiösen Orden, dieser willeillofen«„„mwoiion-v t», und es strebt deßhalb die sozial-demokratisckc Partei darnach, daß Werkzeuge in der Hand eines unfehlbaren PapstthumS, als unver- ßu tnitttlst Ersetzung der jetzigen ProduktlonSweise«Lohn-I�jMch M dem Frieden und der Freiheit der Konfessionen in dMiog�.'j,,, x uWe«.-r« ,:S 1".er15-»«•-««- N«.** --—-• 9'--••*»------*— daß ihnen jeder Ausweg aus dieser Reichenheim'schen Folter- kammer, Fabrik genannt, erwünscht sein mußte, und daß es durch- - i. r�... rr. f..,■••,'x aus begreiflich und verzeilich gewesen wäre, wenn sie in ihrer a is Miarsr fer ä ss k ihnen damals schon Herr Mephisto.— In Berlin präsentirte sich ihnen der Erzengel Wagener, welcher die Deputation sofort u, Empfang und unter seine Obhut nahm und den armen Men- fchen— wahren Bildern des von Generation zu Generation ver- erbten und in ihnen aufgesammelten und verkörperten Elends— königlich preußischen Sozialismus predigte und die glänzendsten 'jj* IV. Da die Befreiung der Arbeiterklasse nur möglich fst' 7. Abschaffung aller indirekten Steuern, ebenso der eidgenössischen diese gemeinsam und einheillich de» Kampf führt, giebt nch d: �uf Rohmaterial uud Lebensmittel, sowie des kantonale» ■' sozial-demokratische Partei in der Schweiz eine einheitliche Lrga-?<,.....»«.»....v»....... tcUtoc----- "ijattoii, welche es jedoch auch jedem Einzelnen ermöglichen soll w r.............|.............. ■it:''inen Einfluß für das Wohl der Gesammlheit geltend zu machen.(7rhschaftssteuer in Bund, Kantonen und Gemeinden. w>' V/ Die politische Freiheit isi die unentbchrlickw i des Vermögens bei jedem Todesfall und strenge ioki».-,.,,,,....«»tr.imirt her srbeitetidell Klaben. in.................._____ t..-t..________ äA_______ ,.:Xt........ gcsetzeS, als wirksamstes Mittel gegen die verheerenden, b. c. demokratischen Staate. VI. Die sozial-demokratische Partei erstrebt Haber in po li- K|' tischen Dinge» volle Gleichberechtigung im schweizerischen Volke; 9iiie einheitlichere Gestaltung der schweizerischen Eldgenoffen- schaft; Erweiterung der Kompetenzen des Bundes, aber nur wenn derbunden mit Erweiterung der Volksrcchte; mit Einem Wort- „ Abschaffung der Repräsentativ-Demokratie und Einführung der ' reinen oder Sozial-Demokratic, gegründet aus freie Gemeinden, nz>s Bezirke und Kantone, welche ihre Beamten selbstständig in direkter, flcheimer Volkswahl durch die Urne ernennen, in, Gegens'atze zur ).) Bestellung der Beamte» durch die Zcntralgewalt, wie dicö in Monarchischen Staaten geschieht. Hieraus ergeben sich folgende st Forderungen:_______..... JRHI_____ HHj..«JL—,.. .,. EmsMutstZ ver direkten. Gesetzgebung durchs Volk im übernehmen, daher Rüsk'kaus und Betrieb der tsömid uud in den Kantonen. Eisenbahnen durch den Bund. Gebirge fast jedes Jahr wiederkehrenden Ueberschwcm- mungen. Ueberwachung des AuswanderuugöwesxnS. Präiuienertheilung für Erfindungen. Alifstellung einheitlicher Grundsätze im öffentlichen Gesundheitswesen, ckenso im Versicherungö- wesesi und Uebcrwachung desselben. e. Verböt'der Spielbanken �nd Loiherien. 9. Wie der Bund daö Post- und Telcgrapheii wesen am Besten und Billigsten besorgt und nicht den Privatgescllschäslen zur Aus- beutung und Monopolisirnug überlaßt, so soll er auch das Eisen i a. Uiiverkümmcrte eidgenössische Volksabstimmung durch die Urne über die entweder von der vorberathenden Behörde, oder ans dem Jnitiativwege, dem Volke vorgelegten Gesetze und wichtigern Finanzbeschlüsse(BnndrS-Refcrenduin). UnverküinnierteS eidgenössisches Borsch lagsrecht des BolkcS durch 20,000 Stimmberechtigte(Bundcs-Jnitiativc). Abschaffung dcS isweikammersystems; auch im Bunde soll ncs 10. Wie der Bund das Münzwesen den Kantonen abgenommen, so soll er auch daö Banknotenwesen übernehmen, daher Er- richtung einer in alle LandeSgegenden verzweigten Bundesbank Das„starke Königthum," belehrte er sie, das„Volkskönig- thum" mit dem die Hohenzollerndynastic, allen fortschrittlichen Verläumdungen und Anfeindungen zum Trotz, Preußen beglücke, habe daS Wohl des armen, arbeitenden Mcmnes'warm am Herzen; die Fortschrittler bekämpften das Königthnm bloß, weil es zwischen ihnen und den Arbeitern stehe; gelänge es ihnen, die königliche Macht zu schwächen oder gar zu beseitigen, so seien die Arbeiter retwngSloS der Ausbeutung der fortschrittlichen Bourgeoisie über- J liefert. Wer das Königthnm bekämpfe, sei daher vor Allem ein' Feind der Arbeiter, die Interessen deS Königthums und der Arbeiter seien identisch, wenigstens aufs Innigste mit einander verflochten, Königthum und Arbeiter hätten einen gemeinsamen Feind: die fortschrittliche Bourgeoisie— diese müsse um jeden Preis niedergeworfen werden, damit daS Königthum die Kraft behalte, die Roth der darbenden, '1 hch i. eist ein Rath sei», wie von Alters her in den Kantonen so„derer Berücksichtigung des Fabrikwescns, und Einführung von Gemeinden; daher Abschaffung des Ständerath es und Fachgcrichtcn, insbesondere für Streitigkeiten zwischen Arbeitern v. nur c __ der Standesstimme, dieser historischen Ueberlieferung, kraft deren Ein Urner in eidgenössischen Dingen so viel zu sagen hat als Dreißig Berner. ü. Emfühtung der Proporti onalvertretnng für Wahlen in die legislativen, d. h. das Gesetz vorberathenden Behörden, wie Nationalrath, Kantonsrath:c., daher Abschaffung des solidarische Haft der Genossen. 12. Ein schweizerisches Arbeiter- uud Gewcrbcgcsetz mit be- mit Banknotenmonopol.""'" hungernden Arbeitermassen z» mildern, für immer auf- 11. Staatskredit für Arbeit-r-Prodnktiv-G-uosse'nschaften gegen � schätzten d.e Herren FörtschrKllK von„Freiheit," idarische Haft der Genossen.„Veifastung" und anderen derartigen Dingen; das le> aber bloß Schwindel, um die Arbeiter aus die Lennruthe zu locken. Die„Freiheit" der Bourgeois sei die Freiheit, vom Staat ungehindert den Arbeitern das Fell über die Ohren zu ziehen; der „Rechtsstaat" bedeute die scheußlichste Klassenherrschaft, darauf hin- auslaufend, den ganzen Staat in eine Domäne der Bourgeoisie zu verwandeln.; und die„Berfaffnng," welcke die Bourgeois wollten sei im Grund nichts als eine große Fabrikordnung zur Unter- -unmanctiru.a»an« m re,,«aomcu bmfiing der Weißen Sklaven. Ja, der„weißen Sklaven," ..................... I. l.l..,,,, m» im, h-fey w Mi jetzigen Wahlsystems der Territorial- oder Wahlkreis- � gesundheitspolizeilicher Hinsicht, als auch mit Bezug auf � � � � � m- d>e schwarzen, fnr deren .....-......... WtLi-----«M. Pf rnmm, ,!tÄÄ5 und Arbeitgebern Einführung eines zehnstündigen Normalarbeitstages für die industriellen Arbeiter der gcsammten Schweiz. Einschränkung der Frauen- und Verbot der Kinderarbeit bis zum zurückgelegten 14. Jahre in den Fabriken. Zhl liik nh' vernetnng, wohei mehr die Erdscholle vertreten A Jnteress im den W..7............ VW kutivgewalt soll nicht von der vorberathenden Behörde sondern vom wirklichen Gesetzgeber, hier die Gesanunt- 1 kosten, und ihr Tod oder chrc ArbeitSniifähigkeit den Verlust des fi, o-ii-cke-.....i- c-:...-. während dem Herrn des daS„lebendige Arbeits- und dann bei Seite zu haben ist. Man rede den .......-. Legierung sei feudal, sei Staatliche Statistik über die Lage der arbeitenden Klaffen. in�Anrrill aenouimen�Wcr�onN�h- Cousorten VII. Alle in der Schweiz Wohnenden,— Bürger, �Nieder-"l.!5V/."nd Preußen zu einem, heit der stimmberechtigten Schweizer, gewählt werden. gelassene und Aufenthalter,— welche sich im Wesentlichen diesem..../ A....x)..(.■. L. u' �unker-Pfasfeu-Polizei [„( 2. Unbedingte Preß-, Bersammlungs-,° �/kionSfreiheit in der ganzen Schweiz. '1. Gin allgemeines Schweizerb iirgerrccht in dem Sinne, daß Itter Schweizerb iirger in' kantonalen und Gemcindeangelcgenheiten �ch eincni Aufenthalte von drei Monaten stimm- und wähl- »»hig scj. i. Ucbernahme der Armenpflege durch die Einwohnergemeinde; per Staat hat die Verhältnisse ausgleichend zu ordnen. 1 Ebenso Uebcrnahme der V....... M.-h-raeloiken-. �urch i;cn Niederlaffungsort. JSh.txrV® hegesetzgebung �V,"chlleßuiig vom Glauben dsP Ebenso Uebcrnahme der Vormundschaft über Niedergelassene genossenschaft regen Antheil nehmen, wird die Partei bemüh 'rch den Nicderlassunasort.,; neben den Gewerkschaften allgemeine sozial-dcmvkratische Vereine ' Cfklir»~~ u.* i,.*** s*»>« fcklfj fcitlS xllX' jll IX. Die sozial-demokratische Partei in der Schweiz bewahrt i,....»vV»..a.Ö,.— o...- den in- und ausländischen Parteien gegenüber ihre volle Selbst- Jchchm und die Eivilehe als obligatoris'ch erklärt wird. Ab- ständigkeit; sie wird in Bundes- und kantonalen Angelegenheiten Igchchaffuna aller.täeirats- und Eiu'.uasaebiibren. mit der demokratischen Partei— soweit diese Recht und Freiheit demokratischen Partei betrachtet.'' w�ia�Ädal���er dlei» so VIII. Dieselbe gründet in allen Städten und Ortschaften der p/r?Mona�'ie nn, werken- Grundlagen Schweiz Gewerkschaften, in welchen die verwandten Gewerbe durch" i'' i�x/' mlviJ-'t f �? neuen Kranken- und Jnvalidenkassen, Streik- und G-noss-uschastsfonds,'"�.er der Demo- wie auch durch Gründung von Prodnktiv-Genossenschastcn u. s. w. x allarmrine ewick., 1,1 v v'/ tt mr m x! � �"�ehe, eine freie Vereinigung bilden Damit alle sozial-demokratischen �mokratischste a�er Institutionen. dies�Wll aller pratt'i fchen Elemente an der freiheitlichen Entwickelung der schwei.crlschen Eid-, prarrislyen >**ä m SsSTiJS A3" u... Stä»?'?• zl��iiyuegllng vom Glaubensbekenutniß, sowie von der oko- Zwischen Stcll.ii.g unabhängig, kurz jede Eh-beschränkung auf- jNobeit und die Eivilehe als obligatorisch erklärt wird. Ab- lgiffchaffung aller HeiratS- und Einzugsgebühren. Einheitliche Führung der EivilstandSregister durch Eivil- hl'''amte. 'W 3. Einheitliche Gesetzgebung für daS gesammte materielle ...j™ cch t und das gesammte gerichtliche Verfahren. Fach- �x/eschworneugeriä'te. Abschaffung der TodcS- und Kcttenstrafc, �-ivwic jeder köt-pcrlichen Züchtigung. ti;' 4. Ucbernahme dcS gesammten Militärwesens durch den in."b. Vollständige Bekleidung, Bewaffnung und Ausrüstung der dw'.-hrmänncr, sowie Instruktion durch den Bund und ausreichender ) �".d. Wahl der ober» Grade durch die untern, verbunden mit lu' ligatorischcin Examen vor Antritt deö Grades. Dnrchfiihrnng ;|f, 3 Grundsatzes, daß jeder Wehrfähige Milizdienst zu verrichten -oe. . ü. Ucbernahme dcS gcsammten ErziehungiSwesens durch den jjj3ru»b i»i Sinne obligatorischen, unentgeltlichen und welt- vertritt, und sich den sozialen Forderungen nähert— zusammen- gehen. Da die Befreiung der Arbeit weder eine lokale noch nationale, sondern eine soziale Aufgabe ist, welche alle Kultur- länder umfaßt, wird die sozial-demckr-atische Partei in der Schweiz mit den Arbeiter-Parteien der anderen Länder stets frclindschaft- liche Bezichungen pflegen, auch dieselben soweit wie möglich unterstützen, ohne sich in seiner formellen Organisation mit ihnen zu verbinden. X. Für die Vertretung in der Presse gründet sich die Partei ein Organ unter dem Namen der„Sozial-Repnblikaner". Denjenigen Vereinen und Geiverkschafte», die den„Sozial-Republi- taner" als ihr Organ anerkennen, wird ein entsprechender Raum in« Blatte gewährt. Abändcrungcn und Zusätze zu obigem Programm sind einem all- gemeinen swwcizcrischcn Arbciterkongreß vorbehalten.(Felleisen.) Bismarck gehaßt, und gebe ihnen den Haß in Form von Ver- achtung zurück; das kleinliche Polizeiregiment, durch das Preußen sich einen so schlechten Ruf erworben, sei ihm in innerster Seele zuwider; ebenso daö Muckerthum; und was endlich das Militär- Wesen betreffe, so müsse man die Sache bloß richtig auffassen. Das Prinzip der allgemeinen Wchrhaftigkeit sei das demokratischste von der Welt; die Bourgeoisie bekämpfe die Armee reo rg an isati on bloß, weil sie selber die dem Vaterland schuldige Blutstener nicht ent- richte», und sie auf die besitzlosen Klassen abwälzen wolle. Das militärische Ideal der Bourgeoisie sei in England venvirklicht, wo das Heer ans Miethtruppen bestände und den einzigen Zweck habe, der Bourgeoisie im Innern Polizeidienste zu thun und nach Außen Märkte zu öffnen. Waffen zu tragen sei des Mannes höchste Ehre und„daö Volk in Waffen" das höchste Staatsideal. Knrz: das Ministerium Bismarck sei ein achtes Volksministerium, wie das Königthnm in Preußen ein achtes Volkskönigthum sei' die Arbeiter sollten vertrauensvoll ihr Schicksal in die Hände, der *) Deren Arbeiter die Deputation schickten. Staatscigcnthum gewesen. Tie Fabrik war früher Regierung geben, sie werde ihnen Recht verschaffen gegen die Ueber- griffe des fortschrittlichen Kapitals. So— nicht in denselben Worten, aber genau in diesem Sinne(wir sind aus bester Quelle unterrichtet)— sprach Erzengel Wagener zu den Biitgliedern der schlesischen Weberdepu- tation und lies; er seinen Unterengel Preuß(unseren berliner Die Deputation, welche Freunden wol bekannt) zu ihnen sprechen auch mit Lais alle in Verkehr trat, wurde durch Vermittlung deS Erzengels Wagener dem König von Preußen vorgestellt. Ueber jene Audienz veröffentlichte die damals vom Erzengel Wagener in- wirirte, jetzt in die«Provinzialkorrespondenz" aufgelöste„Zeidler'sche Korrespondenz" folgenden amtlichen Berickt: nicht ein, die Mehrzahl der in Eisenach anwesenden jungen Ge- lehrten mit Gneist und Konsorten auf eine Stufe zu stellen. Der fragliche Artikel sautet: „Schreiber dieses ist weder Mitglied der Partei, noch hat er an jenen Besprechungen theilgenommen; höchstens könnte er, mit dem bekannten Bolkswitze, von sich sagen,„er wäre beinahe dort gewesen". Trotzdem glaubt er dem, was bis jetzt über jene Zu- sammenkunft geschrieben worden ist, einiges hinzufügen zu können, was auch für die Arbeiterpartei nicht ganz ohne Jntercffe sein dürfte. und wurden gefangen. Der Effekt ist der, daß eine Anzahl zu großen Hoffnungen berechtigender Männer, mitten aus ihren ernst- haften Forschungen zum politischen HanSwurstspiel auf die Bühne gezerrt, in den Augen beider kämpfenden Parteien(der Kapitalisten, wie der Arbeiterpartei) heilloS kompromittirt und dadurch zu desto willigerer Hingebung an die Inhaber der Gewalt genöthigt worden ist. Mit solchen politischen Künsten hat man sich in Berlin schon mehr als ein Talent dienstbar gemacht. „Es ist als ob man in der Versammlung von Anfang an be- reits unter dein Gefühl dieser Abhängigkeit gestanden hätte. We- Ueber den Charakter und die Bestimmung der Versammlung nigstenS gipfelte, den Berichten zufolge, die Programmrede des die hat Bernhard Becker im„Braunschweiger VolkSfteund" sich vorsi Versammlung eröffnenden Prof. Sckmoller— beiläufig gesagt ! „Seine Majestät der König habe» die Gnade gehabt, gestern! wie nach dem Eiscnacher Tage vollkommen treffend geäußert. Aber sehr unpassend für eine au/ den verschiedenste» Elementei/("alles, f schlesischen Riesen- j so wahr Alles, was er sagte, es ist doch nur die halbe Wahrheit.! nur nicht reine Manchestermänner") gemischten Versammlung, die Nachmittag eine Deputation der armen Weber des gebirgeS Lage aus Klagen zu. V, � � ,T. � dieser höchste» Zufluchtsstätte aller Unterthanen(sie!) eine Abhülfe> Verseuvung ber Einladungen. für ihre Leiden zu erbitten, die durch den Lohndruck ihrer Arbeitgeber so groß geworden, daß sie nicht mehr existiren können, wahrend ihre Mittellosigkeit ihnen doch nicht erlaubt, durch Auswanderung nach besser situirten Gegenden ihren Familien ein redliches Auskommen zu verschaffen. Dreihundert Weber haben drei aus ihrer Mitte deputirt, diesen Schritt zu wagen. „Wie wir hören, haben Seine Majestät der König die Depu- tation sehr huldreich aufgenommen und ihnen gesagt, daß er seine Minister angewiesen habe, eine gesetzliche Hilfe, so weit sie möglich ist, schleunig und mit allem Ernst vorzubereiten. „Seine Majestät hörten den schlichten Vortrag der Leute seh gnädig an, erkundigten sich eingehend nach verschiedenen Punkten und erinnerten daran, daß teider schon früher ähnliche Ver Hältnisse traurige Folgen gehabt, denen vorgebeugt wer den müsse. Als Seine Majestät vernahmen, daß bereits mehrere Weberfamilien ihrer Arbeit entlassen, weil sie sich der Bitte an den Thron angeschlossen, so sprach Seine Majestät Ihre höchste Mißbilligung über ein solches Verfahren aus Mit dem Tröste einer möglichst baldigen gesetzlichen Regelung der Frage und dadurch Abhilfe ihrer Roth ent ließen Seine Majestät die Deputation. Das königliche Ver- sprechen wird erhebend und ermuthigend in allen Thälern deS Riesengebirges wiederhallen und vielen?leue Kraft zum muthigen Ausharren geben." Dies der amtliche, von Erzengel Wagener in Person ver faßte Artikel der„Zeidler'schen Korrespondenz," enthaltend das vielberufene„königliche Versprechen," das in der Agitation deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins bis auf den heutigen Tag eine so wichtige Rolle spielt. Ehe wir auf das„Versprechen" und dessen— Erfüllung eingehen sind ein paar Worte über eine Stelle des obigen Audienzberichts zu sagen. Wir meinen die dem König in den Mund gelegte Aeußerung,„daß leider schon früher ähnliche Verhältnisse traurige Folgen gehabt, denen vorgebeugt werden müsse." Es bezieht sich dies auf die Weberunruhen, richtiger Webermetzelei des Jahres 1844. In Langenbielau und andern schlesischen Fabrikdörfern war in jenem Jahr der Nothstand so unerträglich, daß die hungernden Weber verzweiflungsvoll um Abhilfe schrien;-- statt die erflehte und erhoffte Abhilfe zu gewähren, ordneten die Behörden ein gewaltsames Einschreiten gegen die„Ruhestörer" an, es kam zu ,,tumultuarischen Auftritten," Militär wurde requirirt, und eine Anzahl der„Rebellen" vermittelst Pulver und Blei gründlich und auf immer von der Hungerleiderei kurirt. Die nicht so gründlich kurirten hatten zum großen Theil ins Gefängniß zu wandern, wo eine andere, länger dauernde Heilmethode an ihnen versucht ward. Was diese historische Reminiszenz noch pikanter und lehrreicher macht, ist der Umstand, daß jene„traurigen Folgen" den Anlaß zu der späteren Berühmtheit eines Mannes bildeten, der mit der politischen Geschichte der letzten 28 Jahre auf's Innigste verwachsen ist, und ihr wesentlich seine Signatur(seinen Stempel) aufgedrückt hat,-- eines Mannes, der, im Bunde mit dem Erzengel Wagener, die Seele des Ministeriums Bismarck bildet,— und zwar die weiße und schwarze, ergo schwarzweiße Seele. Natürlich reden wir von Herrn Stieber. Herr Stieber durch zog nach jener königlich preußischen„Lösung der sozialen Frage' die schlesischen Gebirge, als Maler verkleidet, und unter falschem Namen, und schnüffelte nach einer„kommunistischen Verschwörung." Wer sucht der findet, heißt's schon in der Bibel; Herr Stieber fand was er finden wollte, und schleifte einen Un- glücklichen sogar mit Hilfe königlich preußischer Richter— bis an die Stufen des SchaffotS. Herr Stieber, der, als der König von Preußen den schlesischen Webern sein„königliches Persprechen" gab, momentan„unter einer Wolke" war, ist seitdem wieder voll zu Gnaden gekommen; an Ehren und Häusern reich, steht er hoch in der persönlichen Gunst des Königs, den er auf allen Reisen begleitet. Herr Stieber, der im Winter 1844 auf 45 den„Bluthund"*! gegen die hungernden schlesischen Weber machte, ist neben Bismarck und Wagener gegenwärtig der einflußreichste Mann in Deuffchland, die mächtigste Säule des„neuen Reichs." Und das den schlesischen Webern gegebene„königliche Ver sprechen?«---(Forffetzung folgt.) Zum Eisenacher Kongreß der„Katheder- sozialisten".! Im nachfolgenden Artikel der„Chemnitzer Freien Presse", betitelt:„Königlich Preußische Sozialhumanisten", der offenbar von wohlunterrrchteter Seite kommt, wird die königlich preußische „Mache" des Kathedersozialisten-KongresseS sehr gut enthüllt. Wir können bei dieser Gelegenheit nicht umhin, mitzutheilen, daß Mo- uate, ehe von jenem Kongreß etwas in der Oeffeutlichteit ver- lautete, unS, d. h. der Redaktion des„Volksstaat", die Warnung zuging, die preußische Regierung habe im Plan, die Bewegung unter den jüngeren deutschen Volkswirthschaftslehrern für ihre Sonderzwecke auszubeuten, und beabsichtige zu diesem Behuf eine Konferenz zu veranstalten, auf welcher das Nöthige durch geeignete Agenten besorgt würde.— Erwähnt sei noch, daß Herr Gneist, der die Leitung des Eisenacher Kongresses in die Hand nahm, ein notorisches Werkzeug Bismarcks ist,— eine etwas reputir- lichere Ausgabe des berüchtigten Wagener. Natürlich fällt es unS Diese Vorgeschichte ist streng ge nommen das Interessanteste an der Sache, denn mit der Versamm- luug hat letztere ihr vorläufiges Ende gefundeu. „Die Analogie des ganzen Prozesses mit der Entwickluugs- geschichte des Augemeinen deutschen Arbeitervereins ist bereits in der Presse hervorgehoben; sie ist vollständiger, als man zu glauben scheint. War die Lassallesche Agitation kemeswegs ein Kind Bis- marckscher Intrigue gegen die Fortschrittspartei, wie diese glauben machen wollte, sondern eine aus der Natur der Verhältnisse ent- sprungene Bewegung, die man nachher zu einem Hilfsmittel der Regierung zu machen suchte, so läßt sich ganz dasselbe auch von dem„Kathedersozialismus" behaupten. Lediglich durch die über- zeugende Macht der Thaffachen gedrängt, hatten sich eine Anzahl züngerer Gelehrten(von den älteren ist ein Wechsel der Meinung stets schwer zu erwarten) in ihrer Denkiveise immer mehr von der- jenigen der Anhänger der staatlichen Nicbtintervention entfernt. Auf die„junge volkswirthschaftliche Schule", wie sie der Abg. Günther einst im sächsischen Landtage nannte(der Himmel weiß, wie unrecht er diesen Hauptstützen des Nationalliberalismus mit dem Vorwurf demokratischer Bestrebungen gethan), war eine„aller- jüngste" zu folgen im Begriff, welche bei ruhiger Fortentwicklung in Kurzem mit den Sozialisten zusammentreffen mußte. Der „Volksstaat" hat mehr als einmal Zeugnisse hierfür aus den Wer- ken jener Gelehrte» beigebracht. „Fand die Redaktion des„Bolksstaat" die Aeußerungen bemer- kenswerth, so konnte es um so weniger beftemden, daß die Be treffenden, zum Theil ehemalige Besucher des Berliner statistischen Seminars, aneinander fortgesetztes Interesse nahmen und jede Ge- lezenhcit benutzten, den Fortschritt ihrer Ideen durch persönlichen Meinungsaustausch zu fördern. Es kamen zwanglose Wander Versammlungen in Gang, die gewiß mehr Nutzen versprachen, als jene für das große Publikum aufgeführten gelehrten Komödien, von denen unS die Zeitungen alljährlich zu unterhalten pflegen. Kurz die Sache war auf dt,n besten Wege, wenn man ihr Zeit ließ, sich naturgemäß weiter zu entwickeln. „Da wurden die Gegner die Gefahr inne. In der Presse brach der Sturm los gegen die„Kathedersozialisten". Die hohen Regierungen wurden nachdrücklichst darauf hingewiesen, daß solche Verderber der Jugend in ihrem gefährlichen Treiben— durchaus nicht zu behelligen seien. So mied man die Form der Denun- ziation, während über den Sinn kein Mensch im Zweifel sein konnte. Die Herren Eras und Oppenheim begannen gegen die unbotmäßigen Lohnarbeiter auf den Lehrstühlen die nämliche Hetze, die Andere gegen die unbotmäßigen Arbeiter in der Werkstatt längst in Szene gesetzt hatten. Unbequem mochte das für die Betroffenen sein, ihrer Sache war es nicht gefährlich. Die Zeiten der Verfolgung bildeten za die Glanzperiode des deutschen Pro- fcfforenthums, während die bcftiedigten ClaqeurS zu vollständiger Nullität herabgesunken sind. Das begriff man an der Stelle, die schon einmal sich als des schwadronirenden Liberalismus besseren, d. i. klügeren Theil, erwiesen hatte. DaS Todtschlagen hätte seine Schwierigkeiten gehabt, also vergiften mußte man dw neue Bewe- gung; und so geschah's. „Zunächst war eS bedenklich für die Versammelten, ihre noch im Zuge befindlichen Erörterungen zum Gegenstand einer Schau stellung für das Jjroße Publikum zu machen, die Theilnehmer so zu sagen an gewisse Thesen festzunageln. Trotzdem ließ man sich auf das Experiment ein. „Sollte ferner die Zusammenkunft einen demonstrativen Cha- rakter haben, so war es nöthig, mit imponirendcm Aplomb auftu- treten. Dazu gehörten dem großen Publikum geläufige Namen, Notabilitäten. Die jungen Reformer waren bescheiden genug, sich elbst nicht für solche zu halten. Die bekannteren Namen waren offenbar die der zeitherigen wissenschaftlichen und parlamentarischen Autoritäten, von deren Führerschaft man sich eben los machen wollte. Um der Zusammenkunst Ansehen zu geben, berief man le indeß nicht nur zur Theilnahmc, sondern räumte ihnen, wie das nicht anders fein konnte, die Vorderplätze, die leitenden Po ten ein. So zog ein Fehler den andern nach sich. „Endlich ließ man sich noch einen stillen, aber sehr mächtigen Theilnehmer auftwingen, der allen Gewinn der Versammlung für ich einsteckte: die preußische Regierung. Schon lange hatte diese n pomphafter Weise„Konferenzen"� angekündigt, welche preu zische und östreichische Regierungsbevollmächtigte wegen der fozia- listischen Bewegung abhalten würden und als Zweck derselben nicht blos die polizeiliche Repression, sondern zugleich positive Maß regeln zum Besten der arbeitenden Klassen angegeben. Die Aus- ührung verzog sich jedoch von einem Monate zum andern, wahr- cheinlich weil man in Verlegenheit war, wie man den zweiten Theil des Versprechens verwirklichen sollte. Da kamen die„Ka- thedersozialisten" gerade zu rechter Zeit. Würden sie von ihrer wirklich fruchtbringenden, wissensch aftlich-kritischen Thätigkeit abgelenkt zu praktischen Borschlägen, so war man sicher, daß sie, Bloodhound, Schweißhund— die Doggenart, mit denen d e Süd- amerikanischen Pflanzer die entlaufenen Neger zu fangen pflegten. Diese vierbeinigen GesellschastSretter galien für une«tbehrllch zur Ausrechterhal- tung de«„ewigen" und„heiligen" Institut« der Sklaverei, da« aber trotz seiner„Ewigkeit" und„Heiligkeit" ein Ende mit Schrecken und Infamie S nommen hat. Z dem Satze: � eine Rettung, das Himmel, stark ist*1 es in der That, so stark, daß der Redner noch etwas Stärke hin- � zuzufügen oder hinznzuwünschen nicht nöthig hatte. Aber wenn- man weiter nichts zn sagen wußte, dann war es einfacher auf � 11 Lorenz Stein zu verweisen, der in seiner„Industriellen Gesellschaft" i Gleiches schon vor zwanzig Jahren gesagt hat. Und warum zog man nicht gleich die weitere Konsequenz, wie der Macht, so auch der Einsicht der Regierung zu vertrauen, und auf die unerbete- neu Rathschläge zu verzichten, die man ihr zu ertheilen im Be- griff stand? „Daß diese Rarhschläge von keinem Theile als seinem Inter- esse dienlich anerkannt werden, darüber liegen bereits unzweideu- tige Erklärungen vor. Nur einer hat gierig danach gegriffen und lobt sie in allen den zahlreichen ihm direkt oder indirekt zngäng- lichen Zeitungen, die preußische Regierung. Ihr ist unzwei-j selhaft mit diesen Resolutionen ein Dienst geleistet. Schon deS- halb wäre es erlaubt, den alten Rechtssatz:„der hat's gethan, 1 1 dem nützt", auch hier in Anwendung zu bringen. „Aus die zu erwartende Abneigung der Kapitalisten waren die' l zumal unter der unentbehrlichen Leitung gewandter„Macher" und Praktiker, nichts gefährliches produziren würden. Der Regierung aber leisteten sie den unschätzbaren Dienst, als unent- .eltliche und in keiner Weise bindende„Sachverständigen-Kommis- ton« Material zu liefern, welches jene unter der alleinigen Firma ihres einzigen„Fachmanns", Geheimrath Wagener, nicht gut an den Mann bringen konnte. So hatte man die lange vergebens gesuchten Helfershelfer zu dem Spiel, welches nun sofort losgehen kann und soll. Alles das war unschwer vorher zu sehen. Verfasser dieses, elbst in freundlichster Weise zur Theilnahmc aufgefordert, hat, oweit es ihm möglich, aufS Ernstlichste vor den Konse- Uenzen gewarnt. Aber die von fteudiger Hoffnung für daS Durchdringen ihrer höchst ehrenwerthen Bestrebungen Erfüllten hatten, wie es scheint, im Ganzen doch zu wenig erfahren von den Schlichen, mit denen die öffentlichen Dinge bei uns geleitet und unter Umständen mißleitet werden. Sie waren zudem jeden- alls bereits engagirt. So gingen sie denn in die Falle Kathedersozialisten sicher von Anfang an gefaßt. Aber die Oppo sition des Arbeiterstandes niag ihnen wol als Undank erscheinen und den Vorwurf: Sie hätten nicht nur daS Herz, was sie mein- ten, vollständig herauszusagen, haben sie sicher(!!) nicht(??) ver- dient. Feigheit und Rechnungträgerei sind im Allgemeinen nicht die auszeichnenden Eigenschaften der Jugend, überdem wäre es ja für furchtsame Individuen viel natürlicher, mit den Wölfen zu heu- len, als überhaupt Opposition zu machen. Nein, die„Katheder-! sozialisten", die man wol von der Eisenacher Versammlung, in> welcher sie sich durch ihr Ungeschick selbst in's Hintertreffen gebracht* hatten, unterscheiden wolle, meinen's sicher ehrlich mit dem, was sie thun und sagen. Aber, überzeugt, von der Hirzfälligkeit de»' alten Systems, sind sie mit einem rienen noch nicht im Ret-! neu. Sie haben deshalb für die soziale Frage nur zerstreute Be- p merkungen, und waren daher auch außer Stande, der Prätension der„Autoritäten":„Im Prinzip müsse das Alte auftechtcrhalten werden", einen schneidigen Widerspruch entgegenzusetzen. Mit der Wohnungsnoth, die gar kein spezifisches Leiden der arbeitenden Klasse« ist, hat man sich eingehend beschäftigt. Die Fabrikgesetzgebung, welche Leben und Gesundheit schlitze» soll und hiernach inS Gebiet der SanitätSpolizei und des öffentlichen Erziehungswesens einschlägt, hat man zum Gegenstand langer Erörterungen gemacht, wobei nichts herauskam als eine arge Verwässerung der verschiedene» Forderungen des Referenten Brentano, durch die das Gros der Versammlung bildenden Mittelsleute. Endlich hat man das Haupt- mittel der Arbeiter zur schnellen Erzielung höherer Löhne, die Sttikes, auf ihre Zuliissigkeit oder Verwerflichkeit geprüft; den Werth oder Unwerth deS Lohnsystems selbst zu untersuchen, hat man jedoch unterlassen. Mit anderen Worten, man hat um die soziale Frage herum-, aber nicht über dieselbe geredet. Das ist nun freilich etwas sonderbar von einer Versammlung, welche dem Publikum ausdrücklich Konferenzen über die soziale Frage ankündigte; aber ist es denn so gar beispiellos? Macht es denn der größte Theil der Sozialisten besser? Bon hvchmüthize«! Fabritanten und groben Werkmeistern, von theurer Zeit und ge-� ringem Verdienst, von Pfaffen- und Blatterngift, von Kraft und Stoff, kurz von allem möglichen wird bei ihnen des langen und>■; breiten gehandelt, aber von dem Kardinalpunktc der ökonomische«!� Gesellschaft, dem Unternehmergewinn, ist so gut wie gar nicht(?>! y die Rede; ja man muß riskiren, wenn man darauf zurück 4 kommt, von den„erfahrenen" Strikemachern als ein unpraktische� � Kopf verhöhnt, wol gar verdächtigt zu werden. Daß der deutsche � Sozialismus in den letzten Iahren enorm in die Breite gewachst« tt ist, will Einsender dieses durchaus nicht in Abrede stellen. Aber der Rückschritt(!?) an Tiefe der Gedanken scheint ihm so bede«- tend, daß er nicht zu erkennen vermag, woraus man die Berech- tigung ableiten will, auf Männer von gutem Herzen, aber kur- zem Blick, Steine zu werfen." 1 Der„Rückschritt an Tiefe der Gedanken"— vorausgesetzt, daß der Verfasser Recht habe; wir erlauben es uns jedenfalls zu be- zweifeln— könnte nur in dem traurigen Zwiespalt seine Ursachs haben, der die besten Kräfte der Arbeiterpartei leider in Anspruch nimmt. Politische Uebersicht. Ein befteundeter berliner Korrespondent hat es uns übelgenommen, daß wir den jüngst in Berlin, an Stelle Schulze'S ist'l q wählten Abgeordneten Kerst als einen„Hanswurst" bezeichnet--z Wir kennen Herrn Kerst weder persönlich, noch per Renommö n«1'; i � v-.. i_______ it..; f e_____ ClTV 1.. S �.9 I � waren somit jedem Vorurtheil fern. Wir gaben ihm das anstößig, Beiwort auf Grund einer berliner Korrespondenz(d. d. 8. Oktbr.- an der Spitze des zweiten Blatts der„Frankfurter Zeitung" vo«?. ff 10. Oktbr. d. I.(Nr. 234), in welcher Korrespondenz Herr n und dessen Auftreten vor den Wählern in einer Wesse geschild� � wird, welche die Bezeichnung HanSwurst vollständig rechtfertigt z Wohl aber haben wir zu berichtigen, daß die von uns Herrn Kctt ,> in den Mund gelegte Aeußerung über den erreichten„Rechtsstaat f. nicht von Herrn Kerst, sondern von dessen qesinnungsverwaiidtc«) j. Kandidatur-Kollegen, dem Lehrer Petsch gethan wurde. Dazege«! 5 verübte Herr Kerst in der erwähnten Wählerversammlunz folge«! j den rhetorischen Blödsinn, der uns erst jetzt in die Augen_f«u;T~ „Auf die sozialen Apostel einzugehen," bemerkt er am Schluß stuu Kandidatenrede,„fühle ich keine Veranlassung. Indessen giebt � wenige Menschen, die so verschiedene soziale Verhältnisse stum haben wie ich. Ich habe unter den Wilden Amerikas gelebt, keine Arbeitgeber und Arbeitnehmer sondern nur vollkommene Gleich kennen Qfk;<«*• ete\M\ heit kennen. Ich habe die Republik gesehen und in ihr gelebt kenne einen konstitutionellen Sklavenstaat und habe den Sozi all mus bei den Jesuiten in Paraguay in seiner vollkomme � s �vv vv»v Iii � U l Vi VJ U Vi i; III' sten Ausbildung kennen gelernt. Dort aßen sie Alle aus EM» Topf und war die Arbeit streng organisirt. Der Gewinn iuich sehr bedeutend; allem wo blieb er? Die Jesuiten steckten ihn in die Tasche!" Mit letzterem Knalleffekt schloß Herr Kcrst, und schlug, unter wllthendem Applaus der fortschrittsphilistrigen Wahlmänner, einen Purzelbaum von der Rednerbiihne herab. Nun— von Paraguay reben wir gelegentlich einmal; hätten wir nur den„Sozialismus >» seiner vollkommenen Ausbildung," Herr Kerst darf versichert sein, die Jesuiten würden uns den„sehr bedeutenden Gewinn" nicht in die Tasche stecken. Da Herr Kerst aber, im Vorbeigehen bemerkt, von den paraguayitischcn Zuständen höchst konfuse Begriffe Zu haben scheint, so thäte er, um eine richtigere Kenntniß zu er- langen, wol, wenn er sich etwas in seiner nächsten Nähe um- schaute. Der Mnstcrstaat Preuße» ist ein protestantisches Paraguay— nur mit dem Unterschied, daß nicht„Alle" aus bem Staatstops zu essen bekommen.— / Zweier Schwindler Niederlagen beunruhigen augenblicklich die öffentliche Meinung— der Boursiers: der moralische Bankerott bes Herrn Gislra und der finanzielle des Fräulein Spitzeder. Der Wiener Bürgerminister im Reiche der„bürgerlichen" Per- waltungsräthe und die Münchener Beherrscherin aller Gläubigen (nämlich Ultramontänen)— beide hat das Schicksal erreicht— bas für minder konnexionsbegabte Personen mit etwas anderm als bloßer Blamage endet.—„Mit der Gewandtheit eines alten Advokaten", so schreibt man der„Frankfurter Zeitung" aus Wien, »hat Dr. Giskra am 7. Nov. Abend als Vertheidiger seiner »Ehre" vor dem sympathischen Publikum im Börsensaal den Pro- Zeß gewonnen. Er begann damit, die fortdauernde Uebereinstim- nmiig zu konstatirc», die in allen politischen Fragen zwischen ihm und seinen Wählern besteht; um so mehr habe eS ihn geschmerzt, baß aus den Reihen der VcrfaffungSpartei heraus und durch die Presse, für deren Freiheit er so eifrig gewirkt(Vergleiches -..Volksstimme" und„VolkSwille"! Red. d. B.), Angriffe auf seine ManncSehre erfolgt feien. Für die Gebrechen der Lem- �rg-Czernowitz-Jassyer Eisenbahn könne er nicht verantwort- l'ch gemacht werden; er sei kein Techniker und er habe den AuS- Iprüchcn der kaiserlichen Kommission vertraut, welche, mit der llebenvachung der Bahn beauftragt, Jahre lang keine Bedenken Nsgen den Zustand und Betrieb derselben geäußert. An Lieferungen für die Bahn sei er niemals bethciligt gewesen. Den Umstand, büß er, als er schon Mitglied des Verwaltungsraths der Lem- berg-Czernowitzer Bahn war, privatim die Koncession zu der vortsetzulia derselben bis Jaffy erwarb und diese Koncession der remberg-Czernowitzer Gesellschaft um 600, OOV fT. verkaufte, suchte er durch Statutenhindernisse der letzteren zu erklären. Aus bem bezüglichen Geschäfte aber könne ihm kein Vorwurf gemacht chirden, da er, als er auf dringende Bitten seiner politischen Freunde im Ministerportefeuille übernahm(Dezbr. 1367), seine einträgliche Stellung als Rechtsanwalt aus den Altar des Vaterlandes(!> habe niederlegen müssen. Was er gethan habe, habe er als ge- �Mseiihafter(!) Familienvater gethan. Er, der in seiner Ju- gend oft nur zwei- oder dreimal wöchentlich eine warme Suppe gshabt habe und mit zerrissenen Stiefeln herumgelaufen sei, habe bui Pficht gefühlt, seine Angehörigen vor gleichen Sorgen zu be- wahren. Daö er ein Landhaus und ein Stadthaus gekaust, habe seinen Grund in der fortwährenden Zinsstcigernng(!); Jeder suche sich heut zu Tage ein eigenes Heim zu erwerben, um nicht der Willkür Anderer ausgesetzt zu sein. Den Baugrund habe er allerdings vom Generaldirektor Herrn von Ofenheim übernom- wen, aber daraus folge nicht, daß er sich einer sträflichen Kon- »ivenz gegen den Generaldirektor der Lemberg-Czernowitzer Bahn schuldig gemacht habe. Daß er gleich nach der Seguestrationsan- b Lohung von Seite des Handelsministeriums aus dem Venvaltungs- rathe jener Bahn ausgetreten, fei nicht aus Furcht geschehen, sondern deshalb, weil er das Verfahren der Regierung für einen ungesetzlichen Eingriff in die Rechte der Gesellschaft gehalten habe; doch wolle er sich darüber nicht weiter auslassen, weit die Partei- biSziplin verbiete, den Gegnern der Verfassung in die Hände zu arbeiten. Man habe verbreitet, daß er ein mehrfacher Milliouär geworden fei; wer wolle, könne sich aus feinen Büchern überzeugen, baß er nicht einmal einfacher Millionär fei.— Auf die In- terpellation, warum er nicht gegen die Blätter, welche ihn Unehren- hastcr Handlungen beschuldigt, an daS Urtheil des Geschwornenge- richts appellire, erwiderte er, er thue das nicht, weil er solchen blättern keine Reklame machen wolle. GiSkra schloß mit der pathetischen Erklärung, daß er, wie auch das Urtheil seiner Wähler ausfalle, fortfahren werde, für das Vaterland und die Frei- hiit(!) zu kämpfen. Einige der Zuhörer begleiteten die Bersiche- Zungen GiSkra'S mit Lachen und Zischen; die große Majorität(!) aber erklärte durch Aufheben der Hände, daß er das Vertrauen stmer Wähler nicht verloren habe!" Hierzu sagt der„Frankfurter Beobachter":„Nicht das ist die größte Schmach, daß ein Giskra die Wähler Wiens virtritt— b�it schimpflicher ist die Erscheinung, daß dieser Giskra die Stirne hat, als Advokat der Korruption vor seine Wähler hinzutreten ünb Absolution zu erhalten. Giskra gestand selbst zu, daß er Erfolgreiche Bestechungsversuche bei rumänischen Volksver- "etern gemacht habe, und kein Wähler, nur ein einziges Journal "ahm daran Anstoß. Die„Tagespresse" brachte einen von An- griffen gegen Giskra strotzenden Artikel mit der Ueberschrift:„Der Neue AristideS". Cynisch sagte Giskra nach Lektüre dieses Arti- „Wenn ich ein AristideS wäre, hätte ich nicht nöthig ge- daß demnächst viele bedeutend höhere Persönlichkeiten, welche als höchste Zierden der Fortschrittspartei gelten, nunmehr in einer ihnen nichts weniger als liebsamen Art in der Oeffentlichkeit besprochen werden dürften."— Amerika und Deutschland. In Deutschland giebt es natürlich lauter ehrliche, lauter Bieder-Männer, in Amerika nur Schwindler, Charlatane, Kassen-Unterschleif-Verbrecher. Und doch, trotz alledem in Densschland von Jahr zu Jahr Steuererhöhung und in Amerika von Jahr zu Jahr Steuerverminderung; in Deussch- land von Jahr zu Jahr Erhöhung des Budgets und' der Staatsschulden, in Amerika Verminderung—„in den letzten 3 Jahren hat sich die amerikanische Staatsschuld um 100 Mil- lionen Dollars vermindert" berichten die Zeitungen. Es scheint also, daß die amerikgnischen Staatskassendiebe immer noch besser mit dem Staatsgut wirthschasten, � als die Nichtkassendiebe der europäischen Staaten.— „Reinster Treue treustes Bild." Unter den in Dresden zur„goldnen Hochzeit" geschenkten„Ehrengaben" befindet sich auch ein Bild, welches vom amtlichen„Dresdener Journal" also be- schrieben wird:„Das Dahl'sche Bild zeigt den Lieblingshund Sr. Majestät den Pudel Steppe, mit Pillnitz als Hintergrund. Im Rahmen des Gemäldes liest man:„Reinster Treue treustes Bild."— Daß die Treue der Hunde, und insbesondere der Pudel die„reinste Treue" ist, geben wir dem„Dresdener Journal" zu; da nun die„Treue", deren die Deutschen sich vor allen anderen Völkern mit Recht rühmen, nicht so rein sein kann, als die super- lativ reinste Treue des Hundes, insbesondere des Pudels, so wird daS„Dresdener Journal", als der Grammatik und Logik kundig, uns auch zugeben, daß der„treue Deutsche" unter dem Hund ist. Herr Thiers hat— wahrscheinlich weil er fürchtet, kom- promittirt zu werden, und obschon er einen Minister hat, der „gegen jede Censur" ist,— den dritten Band der Tuilerien- Papiere beim Verleger confisciren lassen. Desto interessanter wird natürlich das Buch. Gleichzeitig damit erklärt Herr Thiers in seiner„Botschaft":„Verlieren wir nicht unsere Zeit, indem wir die Republik proklamiren." Selbstverständlich. Wenn Adolf I. aus dem Hause Thiers als König sterben will, und nicht sicher ist, daß ihm ein Staatsstreich a la 2. Dezember gelingen würde, so darf er nicht die Republik proklamiren.— tels: Der„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schrift- gießer", der eifrig bemüht ist, seinen Lesern an Zahlen die soziale Misere zu demonstriren, macht in seiner Nr. 39 vom 6. Novem- eine Zusammenstellung, die in ihrem Resultat jeden Arbeiter zur Abwechselung einmal mit Freude erfüllen muß. Der„Korrespondent" schreibt also: „Trotz der Zersplitterung der Arbeiter in verschiedene Frak- tionen hat die Arbeiterpresse deutscher Sprache sichtlicb an Ausdehnung und Umfang zugenommen. Außer den drei Buch- druckerorzanen„Korrespondent", �Vorwärts" und„Helvetische Typographia" haben wir aufzuzählen:„Korrespondent", Organ der deutschen Hutmachergehilfen; der„Botschafter", Organ der deutschen Cigarrcn- und Tabakarbciter; der„Genossenschafter", Organ der deutschen Gold- und Silberarbeiter; der„Sprechsaal", Organ der Porzellanarbeiter; der„Gewerkverein", Organ der deutschen Gewerkvereine(Hirsch-Duncker); der„Bolksstaat" in Leipzig und der„Voltswille" in Wien; die„Demokratische Zei- tuna" in Berlin; der„Braunschweiger Voltsfreund", der„Crim- mitschauer Bürger- und Bauernfreund", der„Dresdener Volks- böte", die Chemnitzer„Freie Presse", die„Demokratischen Blätter" in Königsberg, Fürther„Demokratisches Wochenblatt", letztere sämmtlich Organe der in Eisenach 1369 gegründeten„sozialdemo- kratischen Arbeiterpartei"; endlich der„Neue Sozialdemokrat", Organ des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in Berlin. In der Schweiz erscheinen die„Tagwacht", das„Felleisen" und der „Rütlianer". Zwanzig Organe mit zusammen mindestens 35,000 Abonnenten. Eine hübsche Zahl, wenn sie nur einig wären. Fachblätter bestehen noch außer den in Nr. 83 des„Kor- respodenten" angeführten: in Bukarest„Annelele", zugleich sozialdemokratisches Organ in rumänischer Sprache; in Stockholm „Nordist Boktryckeri-Tidning"; in Kopenhagen„Skandinavisk Bogtn)kter-Tidende". Außerdem existiren in Italien noch zwei Fachblätter außer der„D�poFralia Italiano", und zwar eines in Venedig und eines in Florenz. In Mailand erscheint Halbmonat- lich ein Blatt für Buchhandlung und Buchdruckerei gemeinschaftlich. Die Zahl der Fachblätter beträgt sonach 34." Werviers. Seit vorigem Monat erscheint hier außer dem „Mirabeau" noch eine soziale Wochenschrift:„La acience populaire" („Die Volkswissenschaft"). 'Die Zeitungen berichten wieder einmal, daß Marx und Engels nach Amerika überzusiedeln gedenken; das ist vollständig erdichtet.— �abt, mich zu vertheidigcn." Dieser Ausspruch charakterisirt den Mann." Und was die„geniale"— heut zu Tage nennt man doch alle Schwindler„genial"— was die„geniale Gründerin" der �achauerbanken und Volksküchen anbetrifft, die 100 Prozent Minsen von den Armen nahm, um 1 Prozent davon den Ärmsten zu schenken, und die— eine Millionärin— durch Hinterlassung einer Millionenschuld zahllosen kleinen Leuten— die chre Depositen übergeben hatten— nun nachzudenken giebt, ob es 'vahr ist, was Heine sagte(daß im Boudoir einer Phryne mit- Ilster»och mehr Koulanz angetroffen wird, als machmal im Kom- '°lr eines Banquiers)— was Fräulein Spitzeder also anbelaugt, gewährt uns trotz alledem und alledem eine gewisse Schaden- Ueude, zu hören, was die ultramontanen Blätter den jubeln- Nationalliberalen in der Spitzeder'schen Sache erwidern. s018„Vaterland" äußert sich folgendermaßen:„Es hat sich bis Istzt nichts Gravirendes gegen das Fräulein ergeben, sonst wäre 'lt, u>s Kriminal- oder Polizeigefängniß(statt ins Zivilgefängniß) gebracht worden. Ebenso hat sie bis zum letzten Augenblick alle prasentirten Wechsel baar in Silber ausgezahlt. Man kann mit großer Ruhe bas weitere Ergebniß abwarten. Sollte sich, woran zu glauben wir noch keinen Grund haben, eine Ueberschuldung ti*Af'■ tauchen unsere liberalen StaatSdoktoren darüber .'cht Zu jubeln, denn unsere modernen Staaten zahlen gar eine Schulden, und wenn ja einmal— dann in homöopathischen aillT'e—®tr»BolkSbote" meint,„daß sich bis jetzt noch gar sagen ließe und Weiteres erst abzuwarten sei und verspricht, Gewerkslzenossenschaftliches. Allgemeiner deutscher Schneidervertin. Leipzig. An die Schneidergehilfen allerorts. Da das Verbandsstatut fertig ist und zunächst der hiesigen Behörde zur Geuehmigung unterbreitet werden muß, theilen wir hierdurch mit, vaß dasselbe erst in 14 Tagen zur Versendung gelangen kann. Bis dahin mögen sich die betreffenden Fachvereine gedulden, und die Verzögerung nicht uns, sondern anderen ungünstigen Verhält- nissen, an denen wir keinerlei Schuld tragen, zur Last legen. Wenn uns deshalb trotzdem Vorwürfe gemacht werden sollten, so werden wir gezwungen sein» die Gründe der Verzögerung später offiziell zu veröffentlichen. Wir fordern die Kollegen im Voraus zu reger Agitation auf, damit endlich eine starke, mächtige Orga- nisation unsere Interessen wahren hilft. J Mit Brudergruß und Handschlag Das Comitv des Vororts. Correspondenzen. Leipzig. Die Dresdener 3-Tage-Amnestie— von der fast nur Beleidiger, Berläumder, nächtliche Ruhestörer und sonstige Tumultu- und Prügelanten, aber keine politischen„Verbrecher" betroffen sind— wird ihre Wirkung auf die gutmüthige sächsische Bevölkerung nicht verfehlen. Ich meine hierbei nicht unsere Par- teigenoffen: denn die haben keine Amnestie für die Hubertus- ! burger erwartet, ebensowenig wie diese selbst oder deren Familien. Aber die Partikularisten Sachsens— ihre Zahl ist freilich in den letzten 2 Jahren auf ein Minimum geschmolzen— die sich noch immer einredeten, in Sachsen sei es besser als anderswo in Deutschland, und wenn die Justiz uns so hart verfolge, so sei nicht die Dresdener Leitung, sondern die Berliner Oberleiwng Ursache davon— die Partikularisten Sachsens haben steif und fest auf eine politische Amnestie gerechnet, natürlich nur in ihrem eigenen Interesse, nicht in unserem. Durch eine vollständige Amnestie glaubten die Partikularisten nämlich einen guten Theil der Sympathien der sächsischen Bevölkerung(bei deren notorischer natürlicher Gutmüthigkeit) wieder für ihr Sachsenland zn erobern: theils also dem Nationalliberalismus Abbruch zu thun, theils die Sozialdemokratie versöhnlicher zu stimmen. Darum ist auch die Nachricht, die Leipziger Partikularisten hätten dem König zur goldenen Hochzeit eine Petition um politische Amnestie über- sandt, durchaus glaubwürdig. Ein Theil der Petenten hat es in diesem Falle sicherlich aus reiner Sympathe fiir die auch nach ihrer Ansicht ungerecht Verurtheilten gethan, ein anderer Theil aber lediglich aus den oben erwähnten Gründen. Die Enttäuschung hat nun gewaltig gewirkt: die Partikularisten in ganz Sachsen sind im höchsten Grade verstimmt; sie sehen, daß man bei Hofe ihrem partiknlaristischen Patriotismus(zu dessen Förderung ja lediglich sie die Amnestie haben wollten) nicht zn Hilfe kommt, und finden, daß ihnen für die Zukunft alle Wirksamkeit gegen die Verprenßung Sachsens abgeschnitten ist. Ein Theil dieser Leute wird im Winkel weiter schmollen, ein anderer Theil zum bösen Spiel gute Miene machen und— mit dem Gedanken:„Wer sich nicht helfen lassen will, dem ist nicht zu helfen"— nationalliberal oder sozialdemokratisch werden. Es ist dies nur derselbe EntwicklungS- gang, der sich bisher mit einem Theil der Partikularisten voll- zogen hat. Keine Regierung in ganz Deutschland hat es so ver- standen, sich die Sympathien eines Theils der Bevölkerung z« entfremden, wie die sächsische; daher auch zum Theil die Erlchei- uung, daß nirgends in Deutschland die beiden Gegensätze— Kaiserlichkeit und Sozialdemokratie— so stark hervortreten wie in Sachsen. Uns kann es recht sein. Wir haben keine Amnestie envartet, sind also auch nicht enttäuscht worden. Unserer Sache hat das Ausbleiben der Amnestie jedenfalls nur genützt, denn die Stim- mung der Bevölkerung hat sich uns noch mehr zugewandt. X Leipzig. Wegen des in der Nr. 76 dieses Blattes vom 21. September enthaltenen Artikels, die„Verfolgungen der sozial- demokratischen Arbeiterpartei", wurde auf Antrag der königlichen Staatsanwaltschaft gegen den verantwortlichen Redakteur Sciffert auf Grund des§ 131 des Reichsstrafgesetzes Untersuchung einge- leitet. Seiffert erklärte, den Artikel nicht verfaßt und von dessen Inhalt vor dem Druck auch keine Kenntniß erlangt zu haben. Den Verfasser nenne er aber nicht. Daraufhin fand am Son- nabend, den 16. November gemäß§ 26 des Preßgesetzes öffentliche Verhandlung statt, zu der nicht der Angeklagte, wol aber dessen Vertheidiger, Advokat Freytag von hier, erschienen war. Die königliche Staatsanwaltschaft hielt ihren ursprünglichen Antrag aufrecht. Von Seiten der Vertheidiguug dagegen wurde bestritten, daß der fragliche Artikel irgend etwas die Regierung Beleidigendes enthalte, auch seien die Erfordernisse des§ 131, daß die Verbreitung wider besseres Wissen erfolgt sei, nicht vor- Händen. Nachdem die königliche Staatsanwaltschaft replicirt und die Vertheidigung zum Schlüsse gesprochen, zog sich der Gerichts- Hof zur Abfassung des Urtheils zurück, welches auf Klage- und bez. Straffreisprechung Seifferts lautete. In seiner Entscheidung sprach sich daS königliche Bezirksgericht dahin aus, daß das in H 131 deS Reichsstrafzesetzes verzeichnete Vergehen im vorliegenden Falle nicht erwiesen worden sei, daß aber, um nach Befinden eine Be- leidigung nach§ 136 desselben Gesetzes annehmen zu können, der Strafantrag des betreffenden Privatankläzers erforderlich sei, ein solcher aber zur Zeit nicht vorliege. Es ist deshalb auf Klag- und resp. Strasfreisprechung erkannt worden. Aeuben. Wie das Versammlungsgesetz rücksichtlich der Arbeiter von Seiten der Behörden gehandhabt wird, davon liefert Nach- stehendes wieder einen eclatanten Beweis. Am 10. v. M. sollte hier in dem Lokale des GastwirthS Herrn Aug. Görtz eine Ver- sammlung der Manufaktur-, Fabrik- und Handarbeiter stattfinden. Einen Tag vorher kam Herr Görtz zum Einberufer der Versammlung und erklärte ihm, daß er von Herrn von Burgk einen Brief erhalten habe, in welchem ihm gedroht werde, daß, wenn die Versammlung stattfinde, er sofort entlassen sei, infolge dessen er also den Saal zur Versammlung nicht hergeben könne. Der Einberufer ging, nachdem er ein anderes Lokal erhalten, an die betreffende Amtsstelle, um die Veränderung des Lokals münd- lich anzuzeigen. Dies genügte aber nicht; man verlangte, daß er die Anzeige noch einmal schriftlich macht. Dies war aber un- möglich, weil die im Gesetze vorgeschriebenen 24 Stunden, wo die Anzeige geschehen muß, nicht mehr hinreichten. Die Versammlung konnte also nicht stattfinden. Es wurde deshalb eine Privatbe- sprechung abgehalten, zu welcher auch eine Anzahl Polizeicr erschien. Der Polizei-Expedient, Herr Fritzsche, erklärte dem Wirthe, daß er ihn anzeigen werde, weil er eine Versammlung in seinem Lokale stattfinden lasse; derselbe ist aber kein Angstmichel, er sagte ihm, daß bei ihm jeder sein Glas Bier trinken könne. Im Gasthause des Herrn Görtz selbst war eine Anzahl von Gerichtsbeamten und Polizeiern, als: Amtmann, Assessoren, Gensd'armcn anwesend. Sollten davon nicht einige zur Auffindung des Mörders des Nestler'schen Kindes erübrigt werden können? (Dresdner Volksbote.) Duisburg, 12. Nov. Der untenstehende Artikel, der gegen- wärtig die Runde durch die hiesigen Lokalblätter macht, verdient neben dem Interesse, welches er ganz besonders für die Arbeiter hat, hauptsächlich deshalb Beachtung, weil er den herrschenden Schwindelgeist der heutigen Unternehmerwelt in treffender Weise schildert und anscheinend von einem mitbetrossenen Spießbürger herrührt. Hätte der Artikel im„Bolksstaat" seinen Ursprung, so würden sämmtliche Bourgeoisblätter erklären, das Alles ist von A bis Z gelogen, so Etwas kann nur eine sozialdemokratische Feder hervorbringen. Es ist Alles Aufhetzerei. Da aber der Artikel in Bourgeoisblättern steht, so werden sie wol, wenn auch nur theilweise, zugeben müssen, daß daS gegenwärtige Ausbeu- tungSsystem geändert werden muß. Hätte der Spießbürger die Essener Bergleute bei ihrem Strike unterstützt, anstatt mit der Bourgeoisie gegen die Essener Bergleute zugehen, so brauchte er wahrscheinlich nicht jetzt selbst zu striken; aber so lange er noch eben kann, und der Kapitalist ihm das Fell nicht ganz über die Ohren zieht, rührt er sich auch nicht, sondern ist seinem Ausbeuter immer ein gehorsamer Diener, Ob es was nützt, wenn die Kohlenftage in Düsseldorf auf die Tagesordnung kommt, glaube ich kaum, denn bekanntlich hackt eine Krähe der andern kein Auge aus. Mit sozialdemokratischem Gruß Christian GilleS. Der Artikel lautet: „Nothwehr jgegeu Kohlen- Börsen- Schwindel. Vor Ausbruch des Strikes im Essener Kohlenrevier waren die Halden, die Lager in Ruhrort und Duisburg und faßt an allen Orten mit Köhlen überfüllt und die viclfack>en Angebote je nach Qualität die Kehlenfrage speziell zur Verhandlung kemmi;— und erlauben j Erklärung. Bezüglich des Aufrufs der Kontrollkommisfia von 15 a 20 Thlr. bewiesen weicbende Prcistendenz. wir unS, alle diejenigen Kehlenkonfnmenlen, welche sich für diese in letzter Nummer, den die Redaktion des„Bolksstaat" absichtlil „Tamals erllärten die Ecwcrke, die Arbeitslöhne nicht herauf- Frage interessiren, zu dieser'Beralhung, wclebe am selben Tage mit keiner Anmerkung begleitet hat, fühlt die Redaktion deS„Boltt setzen zu können, es seien überhaupt zu hohe Kohlenpreiw dem und im selben Lokale, Vormutags 10',- Uhr slattfindct, einzuladen, Absatz hinderlich, erschwerten die Konkurrenzfähigkeit heimischer Zn- sie mögen nun Mitglieder obigen Vereins lein oder nicht. Hagen, dustrie und man könne deshalb auf die Forderungen der Arbeiter den 6. November' 1872. Viele Kchlenkonsumcntcn von Berg von 25 pCt. Lohnerhöhung nickt eingehen. und Mark." „Die eben anfgesührten Gründe wurden überall als zutreffende Aork A. L, 17. Nov. Gestern Abend fand hierorts eine von anerkannt und wicwol man den Bergleuten eine Aufbefferung der mir einberufene Volksversammlung siatt, die von mehreren Hun- Lohn- und Akkordsätze herbeiwünschte, konnte man doch in keiner slaat" es ihrer Ehre schuldig zu erklären: 1) daß sie sick in kein Polemik mit einer der Parteibehörden einlassen kann; 2) daß ft! den Vorwurf, den Streit mit dem„Neuen Sozialdemokrat" hervon gerufen zu haben, energisch zurückweist; 3) daß sie ebenso energist gegen die Behauptung protestiren muß, der Kampf des„Volk«»] staat" mit Schweitzer und Genoffen habe einen persönlichen Eha� dert Arbeitern besucht war. Unter den Anwesenden bemerkte man rakter getragen; und 4) endlich, daß der nächste Parteikongreß an 20 Frauen. Ich führte den Vorsitz zum erste Niale wieder, darüber zu entscheiden haben wird, ob die Redaktion ihre Ve- seit die„Allgemeinen" hier Boden faßten. Auf die anwesenden ifugniffe überschritten und die Parteiintereffen gefährdet hat. Frauen wurde ich erst aufmerksam gemacht, als der Reserent, Herr Die Redaktion des„Volksstaat".! Fischer, schon längere Zeit gesprochen hatte, und da der anwesende-;--————— 7-——.-- Polizciinspcktor nicht auf Entfernung derselben drang, sah ich mich chrkkärung. Am 10. November erhielt die Redaktion dcS auch nickt veranlaßt, dieselben zu cntscrncn.— Tie Tagesordnung,..Volksstaat" einen Brief aus Mailand, datirt vom 7. Novembers Pocken hatte man die Herr Fischer besprach, war folgende:„Zesuitiemus und Jesuiten, worin es— nach einer AbonnementS-Bcslcllung— folgendermaßen m Esten er Revier Bildung und BildungSvcrcine, Pflichten und Rechte der Arbeiter".'heißt: s 32 ä 40 Thlr. Redner führt zunächst auS, wie der Zesuitisinus entstanden, und»Wer ist der Hkppuer in Leipzig, der sick im Haag selche schnöde AuH l>._____'.....• cw..c__,______...... r<■......«.,-< eirnftr nnrn Wnnn frTonft f-nf Vrn. V nirfrb ffnnnbt» rniV' bcr Weise die forcirte Arbeitseinstellung billigen, im Gegentheil gab eS viele andere Mittel, z. B. Arbeitskündigungen und Eintritt bei Zechen, denen noch Arbeitskräfte fehlten und loyaler denken, um wirklich billige und erfüllbare Forderungen zu erzielen. Kaum war der Strike beendet, die Lager mittlerwnle geräumt, als das noch weit verwerflichere Treiben der Kehlengewerke in Verbindung mit den Kohlenhändlern begann und in wenigen Wecken*" durch allerlei künstliche Mittel und Agitationen im den Preis auf 28 ü 30 Thlr. und seitdem ans gesteigert.— Im Bcchumer und Tortmnnder Bezirk folgte man wie man und vor wenigen Tagen hat eine Vereinigung der Kohlcngewerkcj gehenden dieses Reviers den Beschluß gesaßt, auch bier die Kohlenpreise allen Schichten nochmals zu erhöhen uud circa 30 Thlr. für den einfachen 2Lag- �dcr Ansicht,„______,..........a______ 0..........,....................... gon zu nehmen. Diese enorme' Preisstellnng ist durck Schutz böten, um die Uebergrisse jener Herren zu bewältigen" Als> gts'chchcu" Ick werde �i Gelegenheit ausd groöcn nichts begründet, sie ist in Rücksicht auf das Fallen der Kohlen- Ursache deS JcsuitismuS bezeichnet Redner die Hcrrsck- und Hab-«c.l setzen, aber innerhalb der Grenzen der Wahrheit und Gerechtigkeit,. und Eisenpreise in England für unsere vaterländische Industrie ge- sucht; und nur mit Beseitigung des JcsuitismuS fallen die Jesuiten, gcgcn Jedamann, nickt nach Jett der Jnicriialienalen. fahrdrohcnd,— heute wirst England bereits große Quantitäten Nunmehr ging Redner zur Bildung über und kritisirtc sckarf die, Hcsiickst Rudolph Schramm, prcusi. Eencralkonsul a. T." Stab-, Bleck- und Bandeisen aus den deutschen Markt, und er- heutige Volkoschule, die nur eine Klaffcnbilduug hervorrufe. Au Antwort:..Wer ist der" Schramm aus Malland,„der sich c»w schwert die Konkurrenzfähigkeit vieler anderer Industriezweige, z. B.iden Bildungsvercinen tadelt Rctuer, daß Nichtverbrciten einer s° unverständliche Anfrage über„einen Mann erlaubt hat, den et der Baumwoll- und Leinenspinnereien und Webereien,— sie ist systematischen Bildung und das Ausschließen der allgemeinen ch'cht kennt und welcher der Sache, um die es sich handelt, scklcchie.-� im Angesicht des Winters eine Bürde für jede Haushaltung, ein Menschenbildung. Mit der Beseitigung der heutigen Klaffcnschulcn dings sreuid ist?" Da mir ebenso unerfindlich ist, wer der„Mann'W Frevel gcgcn den Arbcitcrstand, und ganz insbesondere gegen die, und durch Einsührung einer freien Volksschule, die alle Klaffen'st- �"t der Bricfschreiber im Auge hat, wie ich mir mcht crtlarcilk Armen, zu deren dringendsten Lcbensbcdürsniffcn dieses Brenn- umfaßt, kann erst die wahre Volksbildung erreicht werden. Aus �nn, gegen wen überhaupt ich mir im Haag„schnöde AuSsalltl Material gehört. den dritten Theil des Vortrages eingehend, weist Redner schlagend erlaubt" habe» soll, so weiß ich natürlich auch nichts von„Vcr- „Das Maß des Uebeimuthes ist voll, auf der einen Seite 150 nach, daß die Arbciterklaffe fast ausschließlich alle Pflichten zu tra- läumdungen und Verunglimpsuugcti," die ich„gut zu machen" hatte.� k 200 pCt. Gewinn, auf der andern Gefahr für unsere Industrie gen, dagegen und mit Ausnahme nur eines winzigen Scheins von Nock weniger ist mir bekannt, daß derartiges in die Blätter, ge- und Ausplünderung dcö Publikums.— Gegenwehr wird zum Recht, unter den gegenwärtigen Verhältnissen völlig rechtlos sei.> sch�tigc denn„in alle Zeitungen übergegangen," gleichwie nur dringendsten Gebot! Tann kam Redner auf das Programm unserer Partei zu sprechen;!"Muds„Reclificaiionen" begegnet sind. Tunkcl ist der R-dt „ES fragt sich nur, ist solche und wie inS Leben zu setzen. er wicß auf die zu erstrebenden Ziele hin und zeigte auch die Sinn. Auch„ich werde bei Gelegenheit aus den groben Klotz einen. „Tiefe Frage ist zu bejahen und das Wie zu ventilircn. Wege, auf denen wir sicher dahin gelangen, wohin wir wollen, gsrbcii Keil setzen, aber innerhalb der Grenzen der Wahrheit u» Bei hohen Preisen hat sich ncck nie der Konsum vermehrt, im Redner sprack unter allgemeinem Beifall, namentlich der Frauen. Gerechtigkeit gegen Jedermann, nicht»ach der Art"— des aposia- Gcgentheil, sie führen fast stets Verbrauchsverminderung herbei. Es� traten Mehrere unserer Partei bei, und darnutcr auch drei tischen Verfassers der..Kriegsbroschüren"(siehe Nr. 75 des„Volks» — Tie Eisenbahnen haben pro Qktober mehr Kohlen wie ze trans- Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Ten Be- pvrtirt und bei richtiger Disposition werden sie nm so mehr be. mühungen des Herrn Fischer ist cS zu danken, daß hierorts unter müht fein, die Transporte nack Möglichkeit zu steigern, als sie sick den Arbeitern wieder ein vernünftiger Geist herrscht. politisch Gemaßreaelte sehr wol der kolvffalen Verantwortlichkeit bewußt sein müffen, Mit sozialdemokratischem Brudergruß Pen p. in J. 3 Tl-lr. 5 Rgr.. von einem Ungenannten 1 Tblr. welche sie durch die Nichtbefolguna der Anträge von 17 Handels- O. Jurk, Vertrauensmann. durch Hrn. Rasch in Connewitz 1 Thlr., Liste 34 und 3 Thlr. 3 Rgr kammcrn bezüglich eines autern Waggons- Gestellungs-Modus auf! � Spanda«.»Berlin gehört nns!"— so ruft der„Neue Ucbcrschuß einer Versammlung. staat" von 1870, Artikel:„Lesesrüchtc"). Tito„höflichst Adolf Hcpncr, ai.ch„preuß.", bloß nicht..Generalkonsul� sich geladen haben und deren Ablehnung mindestens heute schon die nachtheiligen Folgen halte, daß die Abnehmer kein Mittel gegen willkürliche Zusendung schlechter Kohlen, oft mit 10 a 25 pCt. Bergmittel vermengt, in Händen haben, waS nicht der Fall sein Sozialdemokrat." Wenn man ans— und in nächster Nähe daS Treiben einzelner hervorragender Mitglieder deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins in Berlin zu beobachten Gelegenheit hat, so nimmt man wahr, daß, abgesehen von allen Streitereien, diese Die Expedition de«„Lolkesiaatj� Zum Wahlsond Bebels. Von SP. i. B. 100 Thlr. Die Expedition de« .Volksstaat". Dasein so schwer in Anspruch genommenen Massen zu aaitiren! Jabr-n todf; er starb in Ncwhork und zwar in Armuth, nachdem Sie nehmen die Leute, wie sie unter de» gegenwärtigen Vor-! dm» gtwiss.nlofe Seltmenschen um die Früchte se.ncr Erfindung tniirt 5/ VT.-« vcttcffc rtf ti Nähmaschmt) tclrcgcn werden war. Vlcllc.cl't hat unser haltntffen slud. Sw treten ale.lrbetter stst und sicher ohne viel.���ork-r Correspondent die Güte, nns Näbcrc» übir die l.tztcn Lcbcn»» Komplimente de»..>asse entgegen; jedes Mittel ihnen recht, � siitzrc Weitlings mitzutheilen. Die„Garantien der Harmonie und Frlt» wenn sie nur Propaganda damit machen. Eifer ist bei den meisten hm» find nur ncch antiquarisch zu baden, und da» schwierig. Wen- dieser Herren genügend vorhanden, und so wird die Maffe ge- de» Sie sich an Buchhändler Gei b, Rcdingsmarki, Hamburg.—«sine sammelt und durch das schnclle Vertrauen, das sie cinzelnen Statistik der„Unglücksfälle", denen die Seeleute zum Lpscr fallen, g>tt Arbeitern einzuflößen verstehen, gleichviel durch welche Mittel, ist>'0 unseres Wiffenv nech in keinem Land. Gewiß»icki in Teutschland-' der fest- OrganisationS-K.tt geschaffen. Wie hingegen slehts mit Fie nicht ausÄhrer�ahrunge.waSmieche.len? ..„e�..j.-vi- i»__..... c, der Expeditton: Arbeiterbildungs. Verein hier sur Annoncen I Tcit. unserer Partei. Tie Organisatlon ist vortrefflich— sie muß � � Fische in Spandau für Annoncen der Partei 0 Rgr., siit Annoncen der Metallarb.-Gcw. 9 Rgr. Würde, wenn die Waggons nur für die betreffenden Abnehmer ge- Herren es vortrefflich verstehen, unter den physisch für das nackte stellt und keine Dispositionen Uber dieselben von Seiten der be- e„ f-e-v»»:>-»e................-- treffende» Zechen gestattet würden und deshalb bei Reklamen gegen soleh einen Unfug die Zechen sich wol hüten würden, Redensarten, wie man sie jetzt nicht selten vernimmt, alS:„konveniren Euch die Kohlen nicht, so sind Andere gern bereit, sie zu nehmen", zu machen. „Diese beiden MZlpentc, nämlich Verminderung des Konsums und vermehrte Zufuhr der Eisenbahnen lassen für den Winter keine wirkliche Kohleunoth befürchten und einer künstliche» vorzu- beugen ist die Aufgabe, welche sich das Publikum gemeinsam zu stellen hat. nur streng befolgt werden.— Prinzipien, Programm, Alles genügend „Mittel sind: Gegenwärtig keine Bezüge über den regelmäßigen vorhanden, um im Volke Boden zu gewinnen. Selbst die stärkste Verbrauch hinaus, keine Gespensterfurcht,— die Bäume wacksen Arbeiterfcstung könnte uns, sollte man meinen, nicht dauernd, wider- nicht in den Hiiiimet;— danu wo eS Roth thut und es sein stehen, wenn wir Alle unsre volle und ganze Schuldigkeit thun. kann, Einschränkungen des Betriebes, Aufmerksamkeit und Ueber- Darum ist eS Pflicht der Berliner Parteigenossen, besonders der wachung über den Kohlenverwauch in den Puddel-, Walz- und Physisch starken Arbeiter, mit ganzer Kraft für unsere Grundsätze Schmiedewerken und überhaupt allen Fabriken, und endlich Ein- einzutreten, d. h. muthig und unerschrocken in die Massen, also in schräukung deS Bedarfs in jeder HauShaltuua bis aufs äußerste die Reihen der uuterdrückteil Brüder zu gehen, und überall die Maß.— Keine Verträge zu jetzigen hohen Preisen abzuschließen, Lehre» der Sozialdemokraten den Verhältnissen entsprecheud, mit der($1 hf Vfc(J), lieber momentane Prellerei sich gefallen zu lassen und auf Abrech- Kraft der Ueberzeuguiig zu verbreiten. Wenigstens muß jenen' rechiiuug in späteren Zeiten mit den Zechen hoffend, welche ihre Herren in Betreff der nur 30 miihlendanimer Parteigenoffen der alten Kunden so schnöde, wie es jetzt vielfach der Fall ist, be- j Gegenbeweis geliefert werden. Uns kümmern zwar diese faule» ! wandeln, und schließlich konsequente Annahmeverweigerung von Kalauer so wenig, wie Konfessionen und Personen; wir habe» chlechten oder steinreichen Kohlen, die leider den Verbrauch in! erkannt, daß nur durch Beseitigung der Ursache, also der kapita- den letzten Jahren enorm steigerten und als Hilfsmittel für hohe listischen Produktionsweise etwas erzielt wird. Auch kann es uns Preise benutzt wurden und werden.— In dieser Beziehung kann' gleich sein, ob einige Herren vom Demokratischen Verein, der— Brieslaftln: der Redaktion: P.>n A.: Weiiling ist seit mehrcm man wol sagen: Jrotz des aligeuomuienen Eisenacher Programmö— gar nicht zu „Kleine Diebe hängt man, große läßt man laufen; den» bringt unserer Partei zählt, ciuc Einigung mit dem Berliner Arbeiterverein der Bauer gefälschte Milch oder Butter auf de» Markt, so kon» � anstrebten oder nicht. Nur das kann und darf uuS nickt gleich fiszirt man seine Waare, wohingegen sich die Zechen nicht selten' sein, wenn ein sich sozialdemakratisch iiciliiendcr Verein ein Arbeiterscheuen, Kohlen von alten Halden oder schlechten Flötzen den Ab- vcrhetzungSspicl treibt. Darum für neue Ausbreitung kräftiger nehmern bei hohen Preisen obendrein aufzubürden. Auch der denn bisher gewirkt. W. F. Bergmann kann einer Bedrückung seiner Mitbürger und schließlich /sainsberg. In der hiesigen Papierfabrik verdient ein Arbeiter einer unausbleiblichen Stockung im Kohlenhandel, wenn den exor-! bei einer täglichen Arbeitszeit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr ditanten Preisen— die ihm in keiner Weise zu Gute kommen, da-Abends 13 bis 15 Groschen; die Ardeiteriiuien verdienen bei derer sich durch solche andere Lebensbedürfnisse, Miethe zc. wieder selben Arbeitszeit eineil Tagelohn von 1' 1 Groschen. 5 Minuten selbst vcrtheucrt— nicht ein Damm entgegengesetzt wird, am zu spät kommen wird mit 10 Groscke» bestraft. Die Arbeiter, besten dadurch selbst entgegensleuent, daß er selbst recht viele lieber- welche Nachtsckicht»lachen, haben den„Vortheil," daß sie bei Tage schichten macht und überhaupt durch Fleiß die Kohlenförderung steigert und sich da Arbeit zu verschaffen sucht, wo bei loyal und umsichtig denkenden Gewerken die feste Absicht vorhanden ist, den Gewinn in nickt übertriebenen Preisen, sondern in vergrößerter Förderung zu suchen und den Bergleuten einen angemessenen Lohn zu bieten. „Haben wir uuS erlaubt, die Kalamitäten in ihrer Nacktheit hinzustellen und kurz einige Mittel anzugeben, welcke geeignet er- scheinen, dem wilden PrciStrciben der Kohlengewerke entgegen zu treten, so wisse» wir wol, daß der Einzelne nichts vermag,— daß die Ergreifung der Initiative ein zweischneidiges Schwert ist, noch andere Arbeit verrichten köniien, um dadurch noch einige Grosckcn mehr zu verdienen, dafür aber natürlich ihren Schlaf opfern müssen.(Dresdner Volksbote.) Allenbach. 18. November. Zum Schuhmacherstrike. Den GeschäftSgenossen in Winterthur zur Naärncht, daß wir 3 fl. 16 kr. erhalten haben. Auf Ihre Anfrage berickten wir eS sofort an den„Volksstaat." Im Auftrag: W. Kölsch Bevollmächtigter. Zmlleröaw, den 2. Nov. Ter Trlegirtc Teschöde auS Lon- don hatte am gestrigen Abende ciueu kleinen Disput mit einige» Eigarrenfabrikanten. AlS sie hörten, daß Fritzsche aus dem Kon-i greß anwesend sei, erklärten sie: Fritzsckc versteht wol schöne Worte Anzeigen:c.� ,«««»» Montag, den 25. Novcmbc Äbend« 8 Uhr, Vcr»! «lllgvvlllg« sammlung der sozialde mokratischcn Ar» teitcrpartci im Gastlios zum Schwanen.____ Z.ZA.: C.�Ulrick. ä Tozialdrmokratischr«rbcilerpartei.,,; Die Mtglndcr und Parteifteunde versammeln fiV i jeden Montag Abend bei Herrn Albert Easper» an der Haspeler-Briicke. _____ Sozialdemokratischer Arbeiterderetn. >0 ÖNl llUrg. Versammlung am Montag, Abends 9 Uhr, in Eber» � bahn'S Llublvkal, ZenghauSmarkt 31.. Tagesordnung: 1. Sozialpolitischer Wochenbericht. Referent Fora- 2. Tie Bcllswirthschast und Doktor Cmbdcn. Gäste habc ichZ u t r i t t. itathfirt zuteruatiouale Melallarheitcrschast. Vvl-s»3l|J. Akontag, den 25„ November, Sitzung in Arnold'« Resiau� ration, Rendnitzerstraße. Tagesordnung: Tic arbeitende und die au«» beutende jilassc. Das Erscheinen aller Mitglieder ist notbwcndig.___ � Uitthtiit Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sektion der Böttcher.. Sonnabend den 23. November, Abends 8 Uhr, bei Zeidler, grotll Windmühlcnstraße 7. Tagesordnung: Wahl eine««lrankeiikassirerS. Leipzig. Sonnabend, den 30. Noocmber diese« Jahre« in de» Räumen der Tonhalle Allgemeine» Rrbeitersest,„ bestehend aus Coneert, dcllamatorijchen Vorträgen, Gesang, Festrede un Ball. Alle Freunde und Gönner der Arbenersache werden sreundlichlt eingeladen. Alle» Nähere besagen die Programm«._______ In der Stollbcrg'schen VerlagSbuchhandtutig>» Gotha erschien un welches auf der einen Seite viele Widersacher herbeigeführt und zu machen, aber waö er sagt ist nicht zu Eurem Besten und Ihr * Ve.s it S*«*•»* r* ti vt e» �...„. I �.tt,„ Ov � 1. w e 1 Tx.„ c 1 t.......' J. x» 1... 4.,.„.... e. l.' a.» J i ,(___ t.___ 1... ans der andern ohne ein eimnüthigcS Zusammenwirken aller Koh lenkonsumenten ein erfolgloses Unternehmen ist,— aber wir er warten, daß die große herangetretene Frage in allen Theilcn ManueSmiith, Selbstschätznng und Unterdrückung kleinlicher Beden- ken und Privatinteressen finden wird, um wie ein Mann gegen die erneuten enormen Preissteigerungen des industriellen BrodeS und eines der wichtigsten LebenSbedürfitiffe aufzutreten. „Da nun am 15. November dieses JahreS Vormittags 11 Uhr in der städtischen Tonhalle in Tüffeldcrf eine Generalversammlung des Vereins zur Wahrung der wirlhschaftlichcn Interessen stattsindet — die Kohlenftage speziell auf derselben aber nicht vorkommt, weil sich i» derselben momentan die Jiitercsscn der betheiligtc» In- dustriellc» und der Gewerken leider entgegen arbeiten— so er- fchtint uns diese Gelegenheit sehr günstig, um vor dem Beginn deeser Versauimluug eine kurze Vorberalhung zu halte», in welcher dürft cö ihm nicht glauben, wobei sie Fritzsche Titel anhängten, die mau vergebens in einem Komplimentirbnche suchen wird. AlS Tesckedc Fritzscke'S Partei ergriff, wurden sie so gemein, daß De- sckvde es vorzog, die Restauration zu verlasse». Kaum hatte er dieS gcthan, als er bemerkte, daß ihm sechs Mäuner folgten; er beschleunigte seine Schritte, doch als ihm die Thür seines HOtels nicht sogleich geöffnet wurde, sielen die saubren Patrone, die Eigar- renfabrikanteil, über Tescköde her, warfen ihn z» Boden und schlugen mit Fäusten auf ihn ein, daran noch nicht genug, zog einer dieser„gebildeten Helden" das Messer und versetzte dem fast BesiminngSlosen drei Stiche in den Kopf!— So berichtet das Organ der Ciganenarbeiter, der„Botschafter". Wir verzeichnen diese Thatsacke als Beleg der Bildung unserer Bourgeois, die ihrer- seitS bei dem geringsten Anlaß Zeter und Mordio schreien über die„Rohhcit" und„Unbildung" der Arbeiter. ssn allen SorlinientS-Buckhantlttngen zu haben: Freireligiöser Kalender sür 1878. Herausgegeben von Dr. Specht. Prot« 5 Silbergroschen(exet. Stempel). Soeben erschien: Briefe deutscher Bettelpatrioten an Louis Bonaparte (Eine gründliche Bearbeitung der sZinuitlichcn im Buche: I'XI><-wu?nS -lux Tmlcrb» franzefischcrseits veröfffutlickten Tecmnenie.) von Bernhard Sedier. 1. Lieferung.,.. 0', Bogen. Preis 12 Ngr.; für die Parteigenossen direkt oe-rg 7>, Rgr.. 10 Stück 2 Thlr. Da» Werk wird mit 5 Lieserungen compicit sein. liK Lracke ,r., Braunschweig. Le. ig: Berantw. R.dattM«. Muth."(Redaktion und'.j Hohcflr. 4). Truck und Verlag der Gcnofenichasisbuad