«kschnnt wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand« lungen de« In- und Au«« lande« an. Für Leipzig nehmen Be« stellungen an: die Expedition, Hohestraße 4. die Genossenschast«- duchdruckerci, Zeitzerfiraße 44. A. Bebel, Peterstraße 18. 3. Müller, Bayerschestraß« Ld, III. AlonneWtnispreis: � Für Preußen incl. Stempel- stcuer 17 Sgr., für die übrige» Deutschen Staaten 12>/, Sgr, pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpeditionen für die 8 et« einigten Staaten: F. A. Sorge, Lor 101 Hoboken, N. J, via Newyork. &. B. Lbnnecker, 155 W. Lake Chicago(Dl.) OrgandersozialdemokrattschenArveiterparteiundderinternattonalenGelverksgeuoffenschasten. Nr. 100. Sonnabend, 14. Dezember. 1872. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar 1873 beginnt ein neues Abonnement auf den„VolkSstaat". Wir ersuchen die verehrlichen Leser, das Abon- ncment auf daS Blatt sofort erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechnng in der Zusendung eintritt. Ter Preis des BlatteS ist wie bisher per Quartal 12'/-> Ngr. — wozu in Preußen noch der Zuschlag für den Zciwngsstempel kommt— bei wöchentlichem zweimaligem Erscheinen. Kreuzbandscndungen für Deutschland und Oestreich kosten für 1 Exemplar per Quartal 25 Ngr., für die Schweiz 1 Thlr., für Frankreich, Belgien, England:c. 1 Thlr. 8 Ngr. Zahlung prä- nuinerando. Zur Einigung der deutschen Arbeiter- Partei. Trügen nicht alle Zechen, dann gewinnt die Idee einer Ber einigung der verschiedenen deutschen Arbeiterfraktionen immer mehr Boden. Ueberall macht f'ch das Bedürfniß geltend, den schon seit Jahren dauernden Hetzereien und Zerspitterungen endlich ein Ende Zu machen. Zwar sind die im„Volksstaat" dahin lautenden Vor- schlage vom„Neuen Sozialdemokrat" todtgcschwiegen oder höhnisch abgewiesen worden, zwar wird auch jetzt noch versucht, wie dies kürzlich erst wieder durch ein bekanntes Mitglied des„Allgeme.nen deutschen Arbeitervereins" im„Neuen Sozialdemokrat'� in einer Reihe von Artikeln geschah, durch Verdrehung geschichtlicher That- fachen, Verunglimpfung von Personen und denunziatorische An- griffe gegen die Organisation und die Bestrebungen der sozialde- mokratischcn Arbeiterpartei, letztere in den Augen der Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins herabzusetzen und den Haß zu schüren; wir sind aber überzeugt, mit sehr geringem Erfolg. Lauter als alle persönliche Hetzereien und Schürereien spricht zu den deutsche» Arbeitern die harte Lehre der Thatsachen. Thatsachen, die darthun, daß der immer mehr überhandnehmenden Kapitalmacht die deutschen Arbeiter einig und geschloffen entgegentreten müssen, wenn sie ihre Stellung behaupten, bessere Zustände herbeiführen und die heutige Ausbeulung beseitigen wollxn. Im£cmje dieses Jahres haben die Arbeitgeber der verschiedensten Branchen Bersuche ge- macht, sich gegen die Forderungen der Arbeiter zu organisiren und theilweise mit Erfolg. Die Maschinenfabrikantcn, die Maurer- und'Zimmer-, Tischler-, Schneider- und Schuhmachermeisler sind zusammengetreten, haben ihre Kongresse abgehalten, Verbände und Organe gegrüüdct zum Kampfe gegen die Arbeiter. Und wie auf sozialem vollzieht sich die Einigung unserer Gegner mit rasender Eile auf politischem Gebiete. Die grundbesitzende und industrielle Bourgeoisie, noch vor wenig Jahren in zwei sich schroff gegenüberstehende Parteien gespalten, die sich gegenseitig bc- kämpften, hat angesichts der immer weiter um sich greifenden Ar- beiterbewegung die Gleichartigkeit ihrer Interessen begriffen und beide werfen sich versöhnt der Staatsgewalt in die Arme. So zersplittert die Bourgeoisie im parlamentarischen Kampfe erscheint, wo sie in eine Menge verschiedener Fraktionen und Fraktiönchen zerspalten ist, so einig und einmüthig ist sie in allen Fragen, wo es sich darum handelt die Arbeiterinteressen mit Füßen zu treten. In allen Fragen, seien sie politischer oder sozialer Natur, können die Regierungen auf Majoritäten rechnen, wie man sie früher nie gekannt. Oder hat bis heute auch nur ein einziger liberaler„Volks- Vertreter" es über sich gebracht, sei es im Reichstag, sei es in einem einzelstaatlichen Landtag ein Wort des Tadels über die Verfol- gungen auszusprechen, denen die Sozialdemokratie in den meisten deutschen Staaten auSsesctzt ist? Hat man auch aus nur einem der vielen Landtage gehört, daß ein„Volksvertreter" für das Wahlrecht der Arbeiter eingetreten sei? Von diesem und vi de in anderen kein Wort, wol aber vom Gegentheil sehr viel. Tie deutschen Arbeiter aber, statt den Kampf mit Zusammenfassung aller Kräfte gegen ihre Ausbeuter und Unterdrücker sozial und politisch zu führen, lassen sich seit vielen Jahren in unseliger Ver- blxndung wie wilde Thiere aufeinander Hetzen, ruiniren und ver- geuden ihre besten Kräfte im gegenseitigen Kampf zum Spott und im Interesse ihrer Gegner. Statt in der Gewerkschaftsorganisation gleich den Meistern sich zu vereinigen, bilden sie zwei, drei, konkurrirende und sich seind- lich gegenüberstehende Organisationen. Statt die knappen Mit- tel zusammen zu nehmen, unterhält man zwei, drei Verwaltungen, die natürlich bezahlt werden müssen, druckt man für jede Orgam- sation besonder c Statuten und Karten, die natürlich viel Geld kosten; schickt jede Partei ihre Agitatoren, die aber nicht neue Pro- poganda zu machen suchen, Gott bewahre. Diese reisen sich viel- Mehr gegenseitig nach, treffen in den Versammlungen aufeinander und da beginnt denn jener schmachvolle, in den letzten Jahren hundertmale aufgeführte Kampf. Man bekämpft sich nicht wegen Prinzipien, nein wegen Personen i nd Organisationen. Bei der gegenseitigen Erhitzung und Erbitterung kommt es zu allerlei unange- Nehmen Szenen, die Gegner jubeln, die Parteien verschwenden die sauer zusammengebrachten Gelder, die Agitatoren ihre beste geistige Kraft, die Mitglieder werden gegenseitig immer erbitterter; und die neutralen Massen, welche kamen, um sich belehren zu lassen? «Denen wird von alledem, waö sie hören, so dumm, als ginge ihnen ein Mühlrad im Kopfe herum;" abgestoßeg und angeekelt gehen sie nach Hause und betheiligen sich bei— nichts. Daß dies nicht zu schwarz gemalt ist, wird Jeder zugeben, der die Tinge kennt. Die Bewegung hat in den letzten Jahren, das ist wahr, bedeutende Fortschritte gemacht, aber sie würde dreinial stärker sein, wenn die Arbeiter einig wären. Der Verblendetste muß daS begreifen, daß das nicht so fort gehen darf. Zu diesen Nachtheilen kommt noch, daß jede Fraktion ihre be- sonderen Kongresse oder Generalversammlungen abhält, also dop- pelte und dreifache Reisekosten and Zeitverschwendung entsteht— Nachtheile, welche die Aimuth der Arbeiter doppelt schwer empfin- den muß. Was hier von den Gewerkschaften gesagt wird, gilt natürlich auch von den politischen Organisationen; hier vielleicht in noch höherem Grade. Denn in diesen ist der Kampf zun st entbrannt und am heftigsten geführt worden; von diesen aus ist erst der Kampf und der Zwiespalt in die Gewerkschaftsbewegung hincingc- tragen worden und wird in letzterer nicht eher aufhören, bis er in ersterer beseitigt ist. Und wie stehts mit den Er- folgen auf politischem Gebiet? Z. B. bei der Reichstagswahl, der einzigen Gelegenheit, wo die Arbeiter halbwegs, kotz Diätenlosig- keit, Beschränkung der Preßfreiheit, des Vereins- und Versamm- lungsrechtes ihr Gewicht in die jWaagschale werfen können. Die Erfolge der letzten Wahl liegen vor aller Augen; und daß es bei nächster Wahl nicht viel besser sein wird", wenn die jetzige Spal- tung fortdauert, ist sicher. Den» nicht allein, daß sich die Stim- men der Sozialdemokraten zersplittern, auch Tausende bis jetzt neutrale Arbeiter, die sich bei einigem geschlossenen Vorgehen ihr anschließen würden, halten sich fern. Wohl sind in diesem Jahre erfreuliche Versuche gemacht worden, durch gemeinsames Zusam- menwirkcn in einer Gewerkschaftsorganisation die Spaltung zu beseitigen, aber das ist bei allem guten Willen doch bisher nur Stückwerk gewesen. Die Magusakturarbciter haben z. B. ihren deutschen Webertag mit einer l�jen Organisation, unter und neben derselben lausen aber die Skikevereine des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, die internationale Manufakturarbeiter-Gewerkschast und der selbsthilflerische deutsche Manufaktur- und Stuhlarbeiter Gcwerkverein. Aehnliches gilt von dem Verband der Schneider und neuerdings der Schuhmacher. Die besonderen Organisationen bestehen neben der allgemeinen, das Mißtrauen hat dadurch immer noch Nahrung und die doppelten Kosten der Verwaltung und Or- ganisation, der Mangel an Einheit in der Bewegung und an Ge- schlossenheit des Auftretens gegenüber der Kapitalmacht ist vor wie nach immer noch vorhanden. Eine vollständige Einheit der Ge- wcrkschastSbewegung wird daher so lange eine Illusion bleiben, ,!al4tdie Spaltung 4» der poletöschem fortdauert. Diese Spaltung erhält ihre Nahrung aus der gegenseitigen Bekämpfung der Partei- organe und wird in die Gewerkschaften getragen, weil die meisten Mitglieder diese Organe nicht nur lesen, sondern auch sehr häufig Mitglieder der politischen Arbeiter-Organisationen sind. Das hat denn auch der deutsche Tabakarbeiterkongreß, der kürzlich in Leipzig sagte, klar erklärt. Die deutschen Tabakarbeiter waren von jeher die eifrigsten Sozialdemokraten, die Folgen der Spaltung unter diesen hat auch der Tabakarbeiterverein mehr denn irgend eine andere deutsche GewerkSgenossenschast zu kosten betom- men. Bei den Tabakarbeitern war"also wohl ein klares Verständ- Niiß darüber, wo sie der Schuh drückt, zuerst zu erwarten. Die eiste auf dem Kongreß der Tabakarbeiter in Leipzig angenommene Resolution lautet:„Ter Kongreß erklärt, die Vereinigung aller sozialdemokratischen' Arbeiter in einer starken po- litischen Organisaton ist die Grundbedingung der Einig- keit in den Korporationen." Das heißt man den Nagel auf den Kopf treffen. Das ist ein Ausspruch, den die deutsche Sozialdemokatie sich mag zu Herzen nehmen und darnach— handeln. Ist denn die Einigung wirk- bch so schwer? Sind unüberwindliche Hindernisse vorhanden? Untersuchen wir. Der Kampf der deutschen Sozialdemokraten begann sofort nach dem Tode Lassalle's und zwar zunächst im„Allgemeinen deutschen Arbeiterverein", der sich später in die sogenannte Echweitzer'sche und Hatzfeldt'sche Fraktion spaltete. Der Kampf, aus persönlichem Egoismus und Ehrgeiz enibrannt, hat sich in diesen beiden Frak- tioncii bis zum Jahre 1870 und 71 fortgesponiieii, wo er, durch das Bankrottwerden des hatzfeldt'schcn Vereins, von selbst auf- hörte. Die dritte sozialdemokratische Fraktion trat im Jahre 1868 auf, wo der„Verband der deutschen Arbeitervereine" sich in Rürn- berg zum Programm der„Internationalen Arbeiterassoziation" be- kannte. Unter dem damaligen Präsidenten des„Allgemeinen deut- scheu Arbeitervereins", Herrn von Schweitzer, der i» seinem eignen Verein schon damals einem starken Mißtrauen und scharfer Oppo- sition begegnete, war an eine Einigung von vornherein nicht zu denken. Als 1869 der Eisenacher Kongreß durch die Opposition der beiden Fraktionen des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" und den„Verband der deutschen Arbeiteavereine" zu Stande kam und die«Sozialdemokratische Arbeiterpartei" gegründet wurde, blieb das Vcrhältniß zu Schweitzer dasselbe.�) Schweitzer warf man be- kanntlich sein Spiel mit der preußischen Regierung vor; als er dann im Jahre 1871 abtreten mußte und seine ffrühereu Genossen, die jetzigen Leiter des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" und des„Neuen Sozialdemokrat", ihr Amt antraten, wurde von Sei- ten der„Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" behauptet, das sei nur ein Personen-, kein Shstemwechsel, und der Kamps wurde fort- gesetzt. Wir wollen nicht untersuchen, ob die Vorwürfe gerecht waren, wir wollen allen persönlichen Reibereien fern bleiben und I Wir wollen absichtlich diese geschichtliche Darstellung nicht aus- ftihrlich behandeln, um jedcm neuen Streii aus dem Wege zu geben; müssen aber bcmcrken, daß die Tarstellung der Entwickelnng der„So- iialtcmokratischcii Arbeiterpartei" im„Neuen Sozialdemokrat" durch Hrn. Zclcke von A bis Z auf Unwahrheiten und schiefer Auffassung beruht. einfach sachlich die Gründe untersuchen, die einer Vereinigung an- geblich entgegenstehen sollen. Das sollen vornehmlich zwei sein: prinzipielle und taktische. Mit andern Worten: die verschiedenen Programme und Organi- sakonen sollen das Hinderniß sein. Was ist das Programm des„Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins"? Dasselbe will: 1) die Venvirklichung des allgemeinen gleichen direkten Wahlrechts für alle öffentlichen Wahlen, ausgeübt von allen dispositionsfähigen Männern; 2) nach Herstellung der politischen Freiheit die Errichtung von Produktivgenossenschaftcn mit StaatShilfe. WaS verlangt das Programm der„Sozialdemokratischen Ar- beiterpartei"? Dies besagt in seinem Punkt 1:„Crthcilung de« allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts an alle Männer vom 20. Lebensjahre an zur Wahl für das Parlament, die Landtage der Eiiizelstaaten, die Provinzial- und Gemeindever-- tretungeu, wie alle übrigen Vertretungskörper. Den gewählten Vertretern sind genügende Diäten zu gewähren", und Punkt 10 lautet:„Staatliche Förderung des GeiiossenschastSwesenS und Staats- kredit für freie Produklivgcuossenschafien unter demokratischen Ga- rantien". Kann Jemand in diesen beiden Punkten einen Unter- schied finden zwischen dem Programm der beiden Fraktionen? Gewiß nicht; nur einen Unterschied in den Worten. Bilden denn aber die übrigen Punkte deö Eisenacher Programms Forderungen, die ein Mitglied des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" nicht unter schreiben könnte? Punkt 2 lautet:„Einführung der direkten Gesetzgebung(d. h. Vorschlags- und Verwerfungsrecht) durch da» Volk". Der„Allgemeine deutsche Arbeiterverein" hat schon jetzt die direkte Volksabstimmung in seiner Organisation, z. B. bei der Präsidentenwahl. Wird er diese etwa für das Volk im Staat nicht auch einführen und noch erweitern wollen? Punkt 3 lautet: „Aust)ebuna aller Vorrechte des Standes, deö Besitzes, der Geburt und der Konfession". Der„Allgemeine deutsche Arbeiterverein" will die Beseitigung des Klassenstaateö, ergo Aufhebung aller Vorrechte deS Standes, des Besitzes, der Geburt und der Konfes- sion. Also auch hiermit muß er einverstanden sein. Ter 4. Punkt lautet:„Errichtung der VolkSwehr an Stelle der stehenden Heere". Sollte etwa ein Mitglied des„Allgemeinen deutschen Ar- beitervcrcins" das gegenwärtige Heershstcm aufrecht erhalten wollen? 'Gewiß keins. Also auch hier Eiiiverständniß. Oder sollte mit irgend einem der übrigen Punkte, die wir der Kürze halber hinter- einander folgen lassen, irgend ei» Mitglied des„Allgemeinen deut- scheu Arbeitervereins" nicht einverstanden sein? Wir glauben auch das nicht. Die Punkte lauten: 5) Trennung der Kirche vom Staat und Trennung der Schule von der Kirche. 6) Obligatorischer Unterricht in Volksschulen und unentgeltlicher Unterricht in allen ösfcntlichen Bildungsaustalten. 7) Unabhängigkeit der Gerichte, Einführung der Geschworenen- und Fachgewerbcgerichte, Einführung des öffentlichen und münd- lichen Gerichtsverfahrens und unentgeltliche Rechtspflege. 8) Abschaffung aller Preß-, Vereins- und Koalitionsgesctze; Einführung des NoimalarbeitslagcS; Einschränkung der Frauen- und Verbot der Kinderarbeit. Beseitigung der durch die Zucht- und ArbeitShauSarbeit den Arbeitern geschaffenen Konkurrenz. S) Abschaffung aller indirekten Steuern und Einführung einer einzigen direkten progressiven Eiiikoiiimensteuer und Erbschaftssteuer. Daß das allgemeine Wahlrecht zum Reichstag werthlos ist, so lange es keine Diäten, keine unbeschränkte Preßfreiheit, Vereins- und Versammlungsfreiheit gibt, daß weiß jedes Mitglied des„All- gemeinen deutschen Arbeitervereins" so gut wie Schreiber dieses. Also in der prinzipiellen Anschauung besteht zwischen den Mitglie- dern des„Allgeuieineii deutschen Arbeitervereins" und denen der „Sozialdemokratischeii Arbeiterpartei" nicht der geringste Unterschied. Oder sollte irgend einer der Punkte in dem Eisenacher Programm im Widerspruch mit den Lassalle'schcn Forderungen stehen, dann bitten wir es uns zu sagen, wir bestreiten es. Wir glauben ferner, daß in der ganzen„Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" kein Wi- derspruch entstände, wenu verlangt würde, ein neues, präciseres und schärferes Prograiniu aufzustellen. Das Bedürfniß darnach ist wenigstens i» der„Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" vor- Händen. So ist z. B. die Grund- und Bopenfrage in keinem der beiden Programme erwähnt, obgleich beide Fraktionen auch darüber einig sind. Hat auch Lassalle in keiner seiner Schriften diese Frage eröitert, so wird doch kein Mitglied des„Allgemeinen deutsche» AibeitervereinS" deshalb daran Anstoß nehmen. Die Sozial- demokratie ist ja eine Partei des Fortschritts, des energischsten Fortschritts. Bei ihr gibt's nicht, wie bei Koiifessionen'und Pfaffen, unabänderliche Dogmen und Glaubenssätze. Es ist also festgestellt, daß zwischen den beiden Programmen kein prinzipieller Unterschied besteht und ebenso wenig in den prin- zipiellen Anschauungen der Mitglieder. Oder sollte vielleicht der Unterschied darin bestehen, daß das Programm des„Allgemeinen deutschen Arbeitervereins" betont,„daß das sozial-politische End- ziel auf dem Wege der Gesetzgebung erreicht werden soll", während das Eisenacher Programm es für überflüssig hält, dies zu betonen? Das wäre doch lächerlich„Auf dem Weg der Ge- setzgebung" will auch die„Sozialdemokratische Arbeiterpartei" die soziale Frage lösen, wir wüßten wirklich nicht, wie eS anders gemacht werden sollte. Die„Sozialdemokratische Arbeiterpartei" führt den politischen Kampf forcirter wie der„Allgemeine teutscke Arbeiterverein", und daher kommt es, daß ihre Mitglieder und Organe mehr von der Staatsgewalt gemaßregelt und für „revolutionär" erklärt werden. Aber damit handelt sie ja im Las- salle'schen Geist, denn Lassalle hält die Erwingung der politischen Freiheit für das Erste, und er hatte in diesem Kampfe seine zahlreichen Prozesse sich geholt, er hatte sogar, so gut wie die Leipziger, seinen„Hochverrathsprozeß". Aber vielleicht bieten die beiderseitigen Organisationen unllber- windliche Hindernisse? Untersuchen wir also auch diese. (Schluß folgt.) Was unsre Gegner denken. that a God the gift would gi'e ns To see us so aa othcrs see us. (O gäb un« doch ein güt'ger Gott die Gabe Un« so;u sehn, wie Andern wir erscheinen.) So sang einst BürnS. Was der„güt'ge Gott" uns zu geben unterlassen hat, wird zum Glück durch unsere Feinde einigermaßen ersetzt. S'e stoßen unS manchmal unter Applikation eines wohl- gemeinten Faustschlags, so kräftig mit der Nase auf das Bild,„wie Andern wir erscheinen", daß wir eS, auch ohne die vom Dichter erflehte„Gabe" wohl oder übel betrachten müssen. Ein solches Bild hält u»S z. B. mit obligatem Faustschlag die amtliche„Darm- städter Zeitung" vom 27. Noveuiber vor, in Gestalt eines Ar- tikelS, betitelt: Die„Internationale und ihre Gegner", der, wie wir aus sehr guter Quelle erfahren, von dem gegenwärtig in Berlin weilenden Königlich Preußischen Ministerpräsidenten für daS Großherzogthum Hessen, Hofman», verfaßt ist. Wir glau- den, mancher Parteigenosse wird sich wundem, und vielleicht auch lernen, wenn er sieht,„wie Andern wir erscheinen". Der Ar- tikel lautet: „Angesichts der hier stattgehabten Konferenzen zwischen Preußen und Oestereich, der neuerdings in Spanien, Portugal und Italien ergriffenen Maßregeln wegen der internationalen Arbeiterassociati- onen und endlich der von Rußland versuchten Anbahnung eines internationalen Gesetzes gegen diese Partei dürfte eö interessant fein, von einigen, unS von einem Eingeweihten aus London zu- gegangenen Mrttheilnngen Kenntniß zu nehmen. Bekanntlich hat schon mit der Ankunft der Kommunisten in England eine bedeutende Gereiztheit unter den Führern Platz gegriffen, die endlich mit der entschiedenen Spaltung der ganzen Partei auf dem Kon- greß im Haag endete, wie schon die versuchte Verlegung des Schwer- punkte« nach New-Nork deutlich zeigt. Seit dem Kongreß zu Haag, von dem die hiesige, wie im Allgemeinen die deutsche Presse wol deßhalb kein klares und richtiges Bild erhalten hat, weil sie ihre Berichte, ohne ihr Wissen, wie wir mit vollen» Rechte annehmen können, von einem eifrigen Anhänger der Internationalen, von einem Mitglied der Bebel-Liebknccht'schen Partei in Berlin, bezogen hatte, ist diese Spaltung nicht kleiner geworden, sondern hat zu einer vollständigen Trennung des weitaus größten Theileö der Sektionen geführt, so daß man mit Recht sagen kann, das Schiff der Internationalen treibt ohne Steuer. Die einzelnen Sektionen in den einzelnen Staaten sind augenblicklich auf sich allein ange- wiesen und kümmem sich um die Herren Marx und die Herren des Generalraths nicht im Geringsten. Der Vorsitzende des Kongresses zu Haag, Ranvier, hat sich, in Gemeinschaft mit der Blauquisschen Partei, den aesammten Kommunisten losgesagt. Sämmtliche Sektionen in Belgien, Italien und Frankreich haben jetzt entschieden Front gegen den Generalrath gemacht. Die beiden Blätter„Liberts" und„�Internationale", die beide bis vor kur- zem durch dick und dünn mit Marx gegangen waren, haben jetzt entschieden gegen ihn Partei ergriffen. In London selbst ist be- kanntlich dem Generalrath im vollstem Sinne des Wortes der Boden unter den Füßen fortgezogen, treu, soweit man dieses Wort bei den immer Berrath witternden Lbuten anwenden kann, sind nur noch einige spanische Sektionen und die Bebel- Liebknccht'sche» Anhänger in Deutschland. Soweit unser Londoner GewährS- mann. „Doch wie sieht es mit denen angenblicklich aus. Seitdem die beiden Häupter der Partei, Bebel und Liebknecht, im Gefängniß sich befinden, geht es anch hier, also in der deutschen Sektion der Internationalen, kunterbunter. Zwischen dem„Volksstaat", dem leitenden Blatte dieser Partei, einerseits und der Kontrolkominisston der sozialdemokratischen Arbeiterpartei andererseits herrscht äugen- blicklich heftige Fehde. Auch den deutschen Internationalen geht eS im Kleinen so, wie der internationalen Arbeiter-Assoziation im Großen; sie zerfällt eben in lauter Fraktionen und Fraktionchen. So brachte letzhin der„VolkSstaat" eine offene Kriegserklärung gegen die Sozialdemokraten Hasenklever'scher Fraktion, in welcher unter anderen auch gesagt war, daß der Schwerpunkt der Agitation der internationalen Arbeiterpartei(Bebel-Liebknecht, Eisenacher Pro- gramm) nach Berlin verlegt werden müsse und der Kampf gegen die Hasenkleverianer bis aufs Messer geführt werden müsse; trotz- dem aus dem Kongreß zu Mainz in diesem Jahr der Beschluß ge- faßt worden, nichts unversucht zu lassen, um eine Versöhnung mit diesen Gegnern anzubahnen. Der Kriegsruf des„Volksftaat" fand jedoch nur in einem Blatte der internationalen Partei in Dentschland Wiederhall. Die übrigen machten rückhaltlos Front gegen das leitende Blatt, ja die„Eemnitzer Freie Presse" die übrigens kürzlich auch den unfehlbaren Lassalle einen eitlen Men- scheu genannt hatte, erklärte, sie widersetze sich dem„Volksstaat". Der Rest der Satrapen der Herreu Bebel-Liebknecht, der„Dres- dener Volköbote", der„Krimmitschauer Bürger- und Bauernfreund" und die �Demokratische Zeitung" in Berlin nehmen gar keine Notiz von jener geharnischten Erklärung des„Volksstaats". Dieser muß sich nun in seiner sttummer vom 20. November gefallen lassen, daß die Kontrolkommission der Internationale an hervorragender Stelle eine Erklärung gegen ihn losläßt, in welcher der „Volksftaat" vollständig desavouirt wird und in der eS unter anderem auch heißt:„Die Redaktion darf keine Privat- Meinung haben." Derselben wird ferner jedes Recht ab- gesprochen, diese ihre Meinung an hervorragender Stelle zu äußern, denn sie sei nichts anderes als das Organ der Partei und darf nimmermehr versuchen, die Parteigenossen zu leiten, sondern muß sich rückhaltslos von ihnen leiten lassen. Zeigen schon diese Vorgänge, daß bei diesem Theile unserer Sozialdemokratie alles außer Rand und Band ist, so kommt noch hinzu, daß unter ihren süddeutschen Anhängern, und die bilden eine bedeutende Zahl, ebenfalls ein Bruch entstanden ist. Hervor- gerufen wird derselbe durch die Münchener Parteigenossen, welche in der Hauptstadt Bayerns einen bayrischen Arbeitertaz abhalten wollten.' Sie wurden deshalb von den Nürirberg-Fürthern als Verräther erklärt und mußten sich gefallen lassen, daß diese den Arveitertag hinterttieben. Alan wollte nämlich hinter diesem einen Schachzug der Hasenkleverianer entdecken. Dadurch war auch that- sächlich der bayerische Arbeitertag hintertrieben. Die Münchener sind hierzu nicht still geblieben und gehen nun jetzt damit um, sich von Bebel-Liebknecht loszusagen um wahrscheinlich zur Fahne Hasen- klevcr-Hasselmanu zu schwören. Wie es um die Partei dieser Herren steht, hoffen wir binnen kurzem mittheilen zu können. Aus dein Ganzen möge man aber ersehen, wie weit es mit der Phrase von der„Gleichheit und Brüderlichkeit" her ist, welche diese Herren jeden Augenblick im Munde führen." Politische Uebersicht. Nach einer Notiz der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" sollen die Nationalliberalen im preußischen Landtag sich mit der schöne» Idee tragen, einen Gesetzeutwurf, betreffend-die Arbeits- einstellungen, einzubringen, der natürlich den Zweck haben soll, das so schon eng genug begrenzte KoalittonSrecht der Arbeiter woinöz- lich zu vernichten. Der beabsichtigte Gesetzenttvurf soll.die„wider-- rechtliche" Arbeitseinstellung der Gesellen und Lehrlinge verbieten und auf Antrag der„Berechtigten" eine sofortige Haft bis zu 14 Tagen eintreten lassen. Sobald der Gesetzentwurf uns vorliegt, werden wir denselben näher beleuchten. UnS scheint die Nachricht in so fern nicht ganz.korrekt zu sein, als die Reguliruug dxa Ge- werbewcsens Sache.des Reichstags ist,, der preußische Landtag asto sich gar nicht damit zu befassen hat. Wahrscheinlich wird der Sachverhalt der sein, daß die preußischen Nationalliberale» ein solches Gesetz planen um es dann im Reichstag zur Vorlage zu bringen. Die Maßregel hätte den Vortheil, den Arbeitern all horniuern zu demonftriren, waö sie von der„liberalen" Kapitalisten- klasse zu erwarten haben. Vielleicht kommen unsere Liberalen in Kurzem auf den Standpunkt des Herrn Thiers, der bekanntlich sofort einige tausend Soldaten mobil machen läßt, sobald ein Strike droht. DaS wirkt jedenfalls noch viel kräftiger als Ge- fängnißhaft und hat den Vortheil, dem Arbeiter klar zu machen, sür wen die Staatsgewalt und die Militärmacht eigent- lich da ist.— In Wien hat die österreichische Polizei einen neuen Gewalt- streich gegen die Arbeiter vollbracht. Sie hat den 1600 Mit- glieder zählenden Fortbildungsverein für Buchdrucker aufgelöst, weil er die strikenden Goldarbeiter mit 100 fl. unterstützt hat und seinen Mitgliedern den Eintritt in die Separat- Kraukenkassen einzelner Druckeirieu untersagt hat. Ferner ist den wiener Buch- druckern die Abhaltung einer Versammlung untersagt worden, in welcher die Coalition der Buchdruckereibesitzer zur Verhinderung einer Lohnerhöhung besprochen werden sollte.— Die Sozialdemokratie darf sich zu solchen Gewaltstreichen gratuliren; dadurch werden die Arbeiter nur um so rascher in ihre Reihen getrieben. Nimmt man den Arbeitern das Recht, auf ruhige gesetzliche Weise auf dem Boden der bestehenden Produttionsverhältnisse sich über ihre materielle Lage zu besprechen, tritt die Staatsgewalt in bru- talster Form für die Interessen der Kapitalmacht ein, dann werden die Arbeiter mit der Nase auf die Nothweudigkeit der Umänderung dieser Staatsgewalt gestoßen; die herrschende Klasse erreicht das Gegentheil von dem, was sie zu erreichen hofft.— Im Mai des vorigen Jahres wurden in Kopenhagen ver- schiedeue Sozialisten, darunter unser Freund Pio, ohne Angabe eincö Grundes verhaftet, und befinden sich bis aus den heutigen Tag in Untersuchungshaft. Noch immer ist kein Termin für die Gerichtsverhandlung festgesetzt, was sehr natürlich ist, da es um Anklagematerial eben so schlecht bestellt ist, wie bei ähnlichen Ten- denzprozessen. Pio's Gesundheit hat durch die Lage fast so sehr gelitten, daß sein Arzt die schlimmsten Folgen befürchtet, wenn nicht ein Urlaub aus der Haft bewilligt wird.— Die Bakunisten von der„Allianz" geben sich alle Mühe die Internationale todtzumachen, aber es geht nicht. Selbst nicht in den Ländern wo sie bisher ganz allein das große Wort führten. Man erinnert sich, daß in Italien die angeblich dort existi- rende Internationale eine bloße Unterabtheilung der„Allianz" vor und auf ihrem Kongreß von Rimini sich vom Generalrath, von den Staturen, kurz von der g»uze»„Älle>uati<»n->tttr.Wq»a»ue,. ahsp mit dem Vorbehalt, dennoch in der Internationalen zu bleiben, der sie mit Ausnahme von einer Sektion(Neapel) nie angehört hatte. Die wirklich aufgenommenen Sektionen Turin, Mailand, Ferrara, waren in Rimini nicht vertrete,',. Obwol nun diese„italienische Föderation" jeden Verkehr mit dem Generalrath für Verrath er- klärt hat, haben sich doch in den letzten Wochen zwei neue Sek- tionen Codi und Aquila(Abruzzen) an den Gencralrath um Anerkennung gewandt. Spanien war das Land wo die Bakunisten ihre Hauptstärke zu besitzen vorgaben. Ganz Spanien gehörte ihnen; daß die Neue Madrider Föderation und die von Alcal» de Henarcs schon auf dem Haager Kongreß durch ihren Vertreter Paul Lasargue gegen das Vorgehen des spanischen Föderalraths protestirten, war zwar unangenehm, wurde aber auf Rechnung einzelner Individuen geschoben. Nun wohl! Nach dem Haager Kongreß ginge» die spanischen Delegirten nach der Schweiz, nahmen an dem Privat- kougreß der„Allianz" in Saint Jmicr theil, und kehrten zurück mit dem Auftrag ihrer geheimen Vorgesetzten, den dort gefaßten Beschlüssen in Spanien Geltung zu verschaffen. Der spanische Föderalrath, ebenfalls unter dem Kommando der Allianz, frug so- fort bei allen Lokalföderationen an, ob nian nicht schon am 25. Dezember einen spanischen Landeskongreß abhalten sollte um zu entscheiden, welche Beschlüsse man annehmen wolle, die Haager oder die von Saint Inner. Ob dieser wunderbaren Zumuthung entbrannte der Kampf. In Gracia, der größten Fabrikoorstadt von Barcelona, wurde der Punkt drei Abende nacheinander debattirt. Die in Barcelona stark vertretene Allianz sandte ihre Hauptkräfte. Trotz alledem war das Ende vom Lied, daß die Föderation von Gracia einstimmig beschloß alle Haager Beschlüsse zu billigen und den 4 spanischen Delegirten ein TadelSvotum zu geben. In Valencia, dem Sitz des Föderalraths, fand sich der letztere bei der Generalversammlung die über die Kongreßberufung entscheiden sollte, so sehr in der Minorität, daß er es gar nicht zur Ab- stimmung kommen ließ; in Folge dessen haben sich die wirklichen Internationalen von der asten Lokalföderatiou getrennt und eine neue gebildet. Dasselbe geschah in Cadix. Toledo, Badalona, Denia, Lerida, Pont de Vilnmars haben sich ebenfalls gegen den Föderalrath erklärt, der trotzdem den außerordentlickeu Kongreß auf den 25. Dezember nach Cordova berufen hat. Da nun der letzte Kongreß(von Saragossa) auf die Tagesordnung des nächst- folgenden die Aufgabe gesetzt hat, die Organisation der spanischen Internationalen mitz den Beschlüssen des nächsten allgemeinen Kon- gresscs(im Haag) in Einklang zu bringen, der Föderalrath ihm aber die Aufgabe stellt, zwischen den Haager Beschlüsse» und denen von Saint Iniier zu wählen, so hat der Föderalrath sowol die allgemeinen wie die besondere» spanischen Statuten gebrockte» und ist dadurch seines Mandats verlustig. Die neue madrider Fodera- tion hat demzufolge alle statuteutreuen Föderationen und Sektionen des Landes aufgefordert einen neuen provisorischen Föderalrath zu wählen, der im Einklang mit dem New-Uorker Generalrath arbeiten >>rd. Die meisten vorgenannten Föderationen haben bereits zu- gestimmt, die Bewegung wächst rasch und andere Sektionen werden folgen. Holland stimmte auch im Haag mit der Minorität und mehrere holländische Delegirte unterschriebe» den Protest derselben. Die im Haag an die Luft gesetzten Intriganten vom Jura luden neuerdings die Holländer ein, einen einzuberufenden neuen Gegen- kongreß zu beschicken, wo den Haager Beschlüssen schließlich der Garaus gemacht werden sollte. Die Holländer beschlossen auf einem Landeskongreß 1) dem Generalrath treu zu bleiben, 2) den Jurakongreß zwar mit einem Delegirten zu beschicken, der aber nur Erkundigungen einziehen und nicht stimmen solle; 3) keinen neuen Kongreß als bindend anzuerkennen, außer dem regelmäßige» allge- meinen Kongreß vom September 1873, und etwaige Beschwerden nur vor diesem vorzubringen. Mit diesen Beschlüssen ist Holland auS dem von den Allianzverschwörern beabsichtigten Sonderbund ausgetreten. Der gesunde Sinn der Arbeiter wird überall mit den Jntriguen der Spekulation fertig, die die Internationale zu ihren Privat- zwecken ausbeuten wollen. . ,= t P.. r,;« 4 .. Waßt H DaS Ministerium des Innern macht bekannt, daß der 20. Januar 1873 zur Vornahme der Neuwahl im siebzehnten Wahlbezirke fest- gesetzt worden ist. Die Auslegung der Wahllisten soll spätestens am 14. des laufenden Monats erfolgen. Zum Wahlkommissar ist Kanzleirath Richter in Glauchau ernannt. Die in Nr. S8 dieses Blattes enthaltene Notiz über die AuS- Weisung Muth'S giebt„irgend Jemand" Veranlassung, sich in Nr. 345 des„Leipziger Tageblatts" folgendermaßen arS�nlassen: „Abgesehen davon, daß, weil eine Ausweisung auS Leipzig den Zweck verfehlen würde, wenn der Ausgewiesene im nächste» Dorfe Wohnung nehmen dürfte, die Anordnung besteht, daß ein von hier Weggewiesener auch in den etwa 30 Dörfern der Umgegend nicht geduldet werden soll, kann der„Volksstaat" ans der Gesetzsamm- lung für daS Königreich Sachsen vom Jahre 1833, Seite 151 sich belehren, daß die Leipziger Polizeibehörde sowol in den nächstge- legcnen als in mehr als eine halbe Meile entfernten Ortschaften polizeiliche Expeditionen, wozu auch Verhaftungen gehören, vorzu- nehmen befugt ist." „Abgesehen davon", daß die Ausweisung Muth'S, auch wenn sie sich auf die etwa 30 Dörfer der Umgegend Leipzigs erstrecken würde, in der That„den Zweck" verfehlt, da zehn Andere bereit sind in die Bresche zu treten, so bleiben wir doch dabei stehn, daß Polizcidircktor Rüder seine Befugnisse überschritten und in die Rechte deS königlichen GerichtSamts eingegriffen hat, als er Muth den Ausenthalt in den Dörfern der Umgegend Leipzigs verboten hat. Es ist nicht wahr und von dem Verfasser der Tageblatt-Notiz erdichtet, daß eine so allgemeine Anordnung bestehe, nach welcher ein von hier Weggewiesener auch in den etwa 30 Dörfern der Umgegend nicht geduldet werden soll. Von wem soll diese Anord- nung ausgegangen sein? Jedenfalls müßte sie sich im Gesetzbuch finden, wenn sie Giltigkeit haben solt, da sie tief in die RechtS- sphäre der Staatsbürger eingreifen würde. Es ist auch nicht wahr, daß nach der Gesetzsamnilung für daS Königreich Sachsen vom Jahre 1833, Seite 151 die Leipziger Polizeibehörde so ohne Weite- res, sowol in den nächstgelegenen als in mehr als eine halbe Meile entfernten Ortschaften polizeiliche Expeditionen, wozu auch Verhaf- tungen gehören, vorzunehmen befugt sei._ Die Verordnung des königlichen Ministeriums, welche ans der angezogenen Seite der Gesetzsammlung zu finden ist, und welche der offizielle Correspondet in ganz entstellter und verdrehter Weise wiederzugeben sich erlaubt, gibt der hiesigen Polizei daS Recht, in den benachbarten Ortschaften unmittelbar Visitationen und Expe- ditionen vorzur« nuen, ausdrücklich nur in solchen Fällen, wo auf dem Wege der Requisition ein sicherheitSpolizeilicher j Zweck»ich. erreich«« ist. W-» h»t aber diese Be- stimmung mit der Ausweisung Muth'S zu thun? Kanu durch dieselbe etwa der erwähnte gesetzwidrige Uebergriff des Polizeidirck- tors entschuldigt werden? Oder soll der Hinweis auf dieselbe etwa eine Drohung enthalten, daß die Polizeibehörde„polizeiliche Expe» ditionen, wozu auch Verhaftungen gehören", gegen Muth im Be- zirke des GerichtSamts vornehmen könne? Eine solche„Expedition" wäre ebenso gesetzwidrig, wie die Ausweisung Muths aus den be- nachbarten Dörfern durch Polizeidirektor Rüder, weit eS sich hier- bei doch sicher nicht um einem„sicherheitspolizeilichem Zweck handeln würde, der auf dem Wege der Requisition nicht füglich zu er- reichen wäre". In Mailand wird eine italienische ftebersetzung von Marx'« „Kapital" erscheinen. Der Ucbersetzer ist der General La Cecilia; er wird sowol die deutsche 2. Auflage wie die französische Heber- setzung benutzeu.—_" Aus der letzten Nummer deS„VolkSwille" ersehen wir, daß auch die Wiener Parteigenossen jetzt ihre eigene Druckerei haben.— Da die Bemerkung der Kölner Correspondenz in Nr. 93, be- treffend den Erlaß der Kontrolkommission, mehrfache Kundgebungen in entgegengesetztem Sinne hervorgerufen hat, sieht die Redak- tion des„Vvlksstaat" sich zu der Erklärung genöthigt, daß sik, um eine die Parteiinteressen schädigende Polemik zu vermeiden, keinerlei Meinungsäußerungen über jenes Aktenstück niehr auf- nehmen wird, wenn nicht vom Ausschuß, an den sie sich deshalb gewandt hat, anderweitige Verfügungen einlaufen.— Aus der besten aller Welten. Wir hatten neulich bei Besprechung der Kindersterblichkeit und der sogenannten„Unglücksfälle" in den Kahlenberg- werken Gelegenheit, den mörderischen Charakter der heutigen GescllschaftSzustände nachzuweisen. Daß es kaum einen Prodnktions- zweig giebt, der das Leben deS Arbeiters nicht kürzt, seine Gesund- heit nicht schädigt, ist eine statistisch fejlgejtellte Thatsache. wollen heute ein haarsträubendes Beispiel herausgreifen, das wir, wohlgemerkt! in dem Organ deö Fabrikantcnbundes, der„Eon- kordia" vorfinden. In einem Artikel der letzten Nummer(48) betitelt:„Nochmals aus dem Gebirge(Niesengcbirge?) wird dw Lage der Glasschleifer geschildert. Es heißt daselbst u. A.: „Sämmtliche Glasschleifer, welche ich über ihren Gesund- heitszustaud bcftagt habe, waren mehr ober minder brustkrank, und die solches augenblicklich in Abrede stellten, verneinten die- Frage nach den dafür sprechenden Symptomen doch niemals unbe- dingt, sondern meinten nur, daß diese Symptome bei ihnen noch nichi„oder doch noch nicht so arg,"«ingetreten seien, womit 9* indessen hinlänglich bekundeten, daß ihnen ihr unvermeidliches S bl"- sal gar wol bekannt sei.— Das Brustleiden, welchem alle Glas- schleifer mit gewiß nur höchst seltenen Ausnahmen, ausgesetzt sind,) besteht in einer— ich glaube, asthma pulverulentum genannten — Lungenaffektion, welche der Regel nach in die eitrige Lungenschwindsucht übergeht, und in den verschiedenen Stadien ihre't Entwicklung häufig Biuffpucken im Gefolge hat. Es giebt wo keinen Glasschleifer, welcher nicht, nachdem er 5 bis 6 Iahft sein Gewerbe betrieben, an einem eigenthümliche» Druck auf der Brust, am Unvermögen tief und frei zu athmett, sowie am Husten litte. Doch diese Symptome steigern sich, mit Zeiten scheinbarer Besscruug abwechselnd, nur so allmälig, daß die davon Ergriffenen, sei'S in Folge der Macht der Gewohnheit, oder weil sie jene Zu- fälle für etwas, mit ihrer Beschäftigung nothwendig Verbundenes halten, in den ersten Iahren kaum eine Klage laut werden lassen. Obwol ihre frühere gesunde Gesichtsfarbe bereits in eine bleiche, gelbliche oder erdfahle übergegangen, der ganze äußere Habitus ein krankhaftes Ansehen angenommen hat, scheinen sie doch kaum sicb unwol zu fühlen, und setzen ihre Arbeit unverdroffcn fort. Nach und nach wird aber ihre Haut immer welker, das Gesicht mitunter sogar aufgedunsen, die Athmung beschleunigter; es tritt periodisches Herzklopfen ein, und werden flüchtige Stiche auf der Brust em- Pfunden; der Anfangs kurze und trockene Husten wird heftiger, und liefert einen ÄuSwurf, der nicht selten unter den Zähnen knirscht, und bisweilen steinigte Beimischung enthält. Auch jetzt noch schleicht daS Uebel langsam einher, und es treten uoch ab vnd zu überraschende Befferungen ein. In der That aber schreitet die Krankheit nach längerem oder kürzerem Stillstände unaufhalt- sam vorwärts, und tritt endlich in ihr letztes Stadium, welches ganz der gewöhnlichen Lungenschwindsucht gleicht. Der Verlauf der Krankheit geht so langsam vor sich, daß gewöhnlich kl) bis 15, selbst 20 Jahre verlaufen, ehe der Kranke erliegt, welcher glück- licher Weise die Lust und die Fähigkeit zur Arbeit bis in die späteste Zeit seines Leben« mehr oder minder zu bewahren pflegt. — Ein älterer Schleifer sagte mir:.Ich bin so leidend, daß ich keine sonderliche Arbeit mehr verrichten ke»»,— aber..am Schleifzeugt"- spüre ick von dieser Schwäche weniger." So macht Gewohnheit daS ganze Leben. .Die Glaöschleifereien sind Werkstätten von leichter Bauart, be- Hufs der nothwendigcn Helligkeit für die Arbeit mit möglichst großen Fenstern, häusig von drei Seiten umgeben,— daher vor dem Eindringen der äußeren Kälte wenig geschützt. Der an« ein- fachen Brettern bestehende Fußboden ist mit größeren und kleineren Oeffnungcn für die Tricbseilc versehen, welche von dem im Untergeschoß liegenden Waffertriebwerke nach den Arbeitsstühlen laufen, und an denselben die Spindeln und Scheiben in Bewegung setzen. Dringt solchergestalt von außen feuchte Kälte in die Werkstättc, so herrscht in dieser umgekehrt eine sehr hohe Temperatur, weil die Räume niedrig sind, und weil ferner so viele Werkstühle als möglich darin aufgestellt werden, so daß bis 20 Arbeiter, und selbst mehr, eng neben einander sitze», und weil endlich manche Schleifer das Feuer im Ofen, selbst während d.-S Sommers, nicht ausgehen lassen, um bei der Schleisarbeit fortwährend heißeZ Wasser ver wenden zu können. Denn nicht warm genug kann es der ver wcichlickte und kränkliche Schleifer haben, und dabei strömt durch die Oeffnungen unter seinen Füßen die kühle, im Winter eisig kalte Luft ein. So sitzt er, nur leicht gekleidet, mit vorn über- gebeugtem Oberkörper vor dem Schleifrade, den Unterleid, und häufig auch die Brust, angedrückt gegen die Wandungen eines 'der ihm stehenden Gefäßes, welches zum Auffangen des Schleif sandcö dient, der— mit Wasser vermischt— beständig aus einem Trichter auf die Schleifscheiben herabfließt. .Es ist mir zweifelhaft, ob bei der eigentlichen, sogenannten Schleifarbeit, welche mit sehr nassem Sande auf einer Eisenschcibc verricktct wird, eine erhebliche Staubentwicklung stattfinden kann. Die Quelle derselben ist vielmehr hauptsächlich das„Spreugen," das„Borzeickneu" und„Polireu." Bei dem Sprengen wird— um au den Gläsern die richtige» Längen herzustellen— mit einer trockenen Sandsteinsch i e ein Riß eiugeschliffeu, und das Uebrigc mit der �auze abgekmffcn. Bei dem Borzeickneu der Umrisse der «inzuschlcifeuden Figuren wird gleichfalls mit dies.r trocknen Scheibe gearbeitet. Das Poliren endlich geschieht auf einer trockenen Holz- scheide mit nur angefeuchtetem Sande, der unter der erhitzenden Wirkung der Arbeit schnell trocknet.— Bei jedem Schleifer wechselt immer Sprengen, Schleifen und Poliren. So erfüllt sich die i'nft der Werkstättc mit einem höchst feinen Staube, welcher dem Eintretenden kaum bemerkbar ist, doch unter der Lupe erdige und Glaspartikelchen erkennen läßt. Mit diesem Staube, wie mit einem sehr feinen Mehle, sind die Kleider der Arbeiter, die Wände, der Fußboden, die Decke und alle Gcräthschaften der Werkstätte überstreut. „In dieser Temperatur, in dieser Atmosphäre, in dieser Zug- luft, mit der Körperhaltung, sitzen die Glasschleifer die volle Hälfte ihres Lebens. Geht das Geschäft gut, so wird über 12, bis 15 Stunden— ja, ich wage es kaum niederzuschreiben, nack Versicherung von Schleifern, bis 18 Stunden täglich, mit geringen, für die Mahlzeiten bestimmten Unterbrechungen, gc- arbeitet, da die Bezahlung nach dem Stücke geht, und augeblich 7� die Löhne sehr gedrückt sind. Die fleißigsten Arbeiter sterben am Frühsten." Eines Kommentars bedarf dieses Gemälde nicht. Blos auf Zwei Stellen wollen wir aufmerksam machen: auf die Aenßerung des Verfassers, daß der Todeskandidat von Arbeiter„glücklicher Weise die Lnst und Fähigkeit zur Arbeit bis in die späteste Zeit seines Lebens mehr oder mmder zu bewahren pflegt." Dies„glück- kub erweise" ist bezeichnend. Der Arbeiter arbeitet sich zu Tode, aber„glücklicherweise" kann er bis zum letzten Hauch des Kapi- talisteii Geldbeutel füllen. Heine hat einmal den Tod eines Mädchens besungen, das ein Kätzchen ans dem Wasser ziehen wollte, das Kätzben auch rettete, aber selbst dabei ertrank. Jeder Vers des Gedichts schließt mit dem Refrain: „Doch die Katze, die Katz' ist gerettet." Der Arbeiter arbeitet sich die Schwindsucht an den Hals, spuckt Stück für Stück seiner Lunge weg, bis das letzte Stück weg ist — sehr schlimm das, ohne Zweifel „Doch die Katze, die Katz' ist gerettet." nämlich die Geldkatze der Bourgeois! Lehrreich ist ferner der Schlußsatz der zitirten Stelle:„Die fleißigsten Arbeiter sterben am frühsten." Natürlich, die heutige Lohnarbeit ist in den meisten Fällen ein langsamer Selbst- Mord— je intensiver die Arbeit, desto rascher der Tod. Bei k>en Glasschleifern tritt das nur etwas mehr zu Tag. Der Artikel bringt dann folgende statistische Mittheilungen: „Die statistischen' Nachrichte», welche ich mir beschaffen konnte, betreffen eine Zeit vor etwa 25 Jahren, und sodann die neueste Gegenwart. Jene wiesen für einen Zeitraum von 10 Jahren unter 230 Glasschleifern 50 Todesfälle nach. Von den Gestorbenen erreichten»ur 7 ein- Alter über 50 Jahre. An Brustkrankheiten starben 32, doch, fügt mein Gewährsmann hinzu, man darf ja uicht glauben, daß unter den Uebrigcn keine Brustkranke gewesen: „Jeder Schleifer ist brustkrank." Noch weit schreckener- regender sind die Nachrichten für den Zeitraum von 1861 bis b87l. Bei einem Stamm von etwa 400 Glassckleifern(in un- gefähr 22 Schleifmnhlen) sind während dieser 10 Jahre, nach den Kirchenbüchern, 92 gestorben,— darunter 67 an Lungen- lchwindsucht und Auszehrung.(Ich bemerke ausdrücklich, daß meine Ermittelungen sich nicht auf den gleichfalls gefährlichen Be- ruf der Glasschneider erstrecken.) „Ein amtlicher Artikel besagt: „Das Gewerbe der Glasschleifer gehört bekanntlich zu den- jenigen Beschäftigungen, welche daS Leben in erheblichem Maße verkürzen. Selbst unter den günstigsten Umständen darf die große Mehrzahl der Glasschleifer nicht darauf rechneu, ein Alter von 50 Jahren zu erleben; die meisten sterben in den 40er Jahren, viele aber noch früher. Die Wenigen, welche das 50. Jahr über- sckreiten, sind solche, welche mit Unterbrechungen ihr Geschäft be- trieben, oder sich aus demselben, ganz zurückgezogen haben. Eine gründliche Verstopfung dieser KrankheitSquclle, wie solches sich in einem verwandten Falle für die Nähnadeln durch die mechanische Schleiferei errichten ließ, ist für die Glasschleifer« bei der unendlichen Mannigfaltigkeit ihrer Gegenstände nicht zu hoffen. Auch die Anwendung jener, die AthmungSwege schützenden feinen Drath- gcwebe(der Respiratoren) hat sich gegen die außerordentliche Fein- heit deS SchleifstaubeS nicht durchgreifend erwiesen. Der Glas- schteifer bleibt ein Kandidat deS frühe» TodeS!" Der Artikelschreiber beschreibt hierauf einen originellen Steuer- exekutionSmodus: „Soll eS dem Glasschleifer zum Tröste gereichen, wenn die- selbe amtlicke Quelle bemerkt, der Quarzstampfer(Pocher) in der Glashütte sei noch schlimmer daran? Er halte die Arbeit in dem mit dem feinsten Ouarzstanbe erfüllten Raum, ohne nachhaltige Gefährdung seiner Gesundheit, nur wenige Woche aus, und man habe deshalb die Einrichtung, getroffen, die säumigen Steuerzahler auf 14 Tage zum Pochen zu beordern; sie erhielten dann die Hälfte ihres Verdienstes mit etwa 2 Thalcrn pro Woche für sich ausgezahlt; die andere Hälfte fließe zur Steuerkasse. Beiläufig bemerkt, ein eigen- thümlicher EpccutionS-ModuS!"* „Soll man sich nun wirklich bei jenem Grabgefange beruhigen: „Der Glasschleifer bleibt ein Kandidat des frühen Todes?" „Die von mir befragten Schleifer sagten:„Ja in der Ver- kürzung der täglichen Arbeitszeit sehen wir ein Mittel einiger Ab- Hilfe; freilich für unsere Herrn wegen der dabei Behufs unserer Lebenserhaltung unvermeidlichen Lohnerhöhung sehr unerwünscht." Bloß„eigeuthümlich" ist der Modus? Uns wills bedünken, jene Fürsten der guten alten Zeit, die zum Tod verurtheilte Ver- brechcr den Aerzteu und Chemikern zu allerhand gewagten Experi- menten überließen, seien höchst human gewesen, verglichen mit der Regierung, die ein solches Verfahren anordnet, oder auch nur duldet!— Aber soll daS nun so fortgchn? Soll nichts für die Glasschleifer geschehen? Der Verfasser deS Conkordia- Artikels meint, der Staat„misse die Frage zunächst einmal gründlich — studiren." Studiren, nicht kuriren. Es ist kein Druckfehler. Studircu. Das Kuriren ist eben schwierig. Haben nicht Arbeiter dem Conkordiaschreiber gesagt:„Ja in der Verkürzung der Arbeits- zeit sehen wir ein Mittel einiger(bloß einiger!) Abhilfe; freilich für unsere Herren wegen der dabei behufs unserer Le- benöerhaltung unvermeidlicher Lohnerhöhung sehr un- erwünscht." Sehr unerwünscht; und darum müssen die Glasschleifer nach wie vor ihre Lunge wegspncken. Mag einer nach dem anderen sterben, ehe er die Hälfte des DurchschnittslebcnsalterS erreicht hat — die Lücke füllt sich sofort wieder auS und —„Die Katze, die Katz' ist gerettet." Gewerksqenossenschaftliches. Gewerkschaft der Hollarbeiter. Feipzig, 10. Dezember. Abrechnung vom Glaserstrike- Die hiesigen Glasergehilfen sagen hiermit allen Denen ihren auf- richtigsten Dank, welche sie bei dem, im Juli vorigen Jahres aus- gebrochenen Strike unterstützt haben. Der Strike'ist ein vollst-»- dig gewonnener;� alle aufgestellten Forderungen sind bewilligt worden schon in der ersten Zeit, Schwierigkeiten entstanden nur in der von uns anfgestcllten Forderung: die Einwilligung des Prinzipals nur gelten z» lassen, wenn dieselbe dem Comit6 schriftlich gegeben werde. Wir waren zu dieser Fordening gezwungen durch die Prinzipale selbst, indem von verschiedenen Seiten daS gegebene Versprechen nicht gehalten wurde. Wie überall, und bei jedem Strike, gab es auch bei uns charakterlose Menschen, die durch ihre Feigheit den Strike in die Länge zogen. Dennoch ist der Sieg ein vollständiger. Unterstützungen gingen ein: von den Tischlern derBanfabrik 2 Thlr. 4 Ngr., Sammlung, vorgenommen bei der Holzarbeiterversamm- long in der Westendhalle 1 Thlr. 20 Ngr. 2 Pf., von den Cheui- nitzer Kollegen 9 Thlr.. von der Holzarbeitergewerkschaft hier 25 Thlr., von der Sektion der.Stellmacher 1 Thlr. 23 Ngr., vom sozialdemokratischen Verein 5 Thlr., von den Stuttgarter Kollegen 15 Thlr., von den Chemnitzer Kollegen 11 Thlr. 2'/, Ngr. Das übrige wurde von den Leipziger Glasergehilfen gesteuert, welche zu den bewilligten Sätzen sortarbeiteten. Im ganzen wurden eingenommen 125 Thlr. 22 Ngr. 6 Pf. Ausgegeben wurden 87 Thlr. 21 Ngr. 3 Pf., bleibt in Kasse 33 Thlr. 1 Ngr. 3 Pf. Indem wir nochmals»nsern Dank allen Denen ausspreche», welche uns unterstützten, geben wir die Versicherung, daß wir in ähnlichen Fällen stets hilfreich zur Seite stehen werden. Das Comitö. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Dresden. 11. Dez. Da noch mehrere Mitgliedschaften mit der Abrechnung im Rückstände sind, so bitten wir, bis zum Jahresschluß dieselben einzuschicken, und genau anzugeben, wie viel von dem Betrag als Eintrittsgeld oder MonatS-Beitrag zu rechnen ist. Gelder sind eingegangen: aus Furth Thaler 6 25 6, Erfurt 4 18, Chemnitz 2, Leipzig 2. Der Kassirer F. Müller in Leipzig wohnt Elssenstraße 29, Hof 2 Tr. In Dresden zahlt Reiseun- terstutznng der Bevollmächtigte H. Töllner, am See Nr. 6 IV. Arbeitsnachweis alle Wochentage von 10 bis 12 Uhr Palmstraße Nr. 20 part. Solide Beherbergung Gerbergasse Str. 2 bei Hr. Taggesell. Für den V-rwaltungsrath: H. Zilger, Reitbahnstr. 5, Hos part. Allgemkiner Ichuhinachemrein. Wkrkin, 10. Dez. Schuhmacher allerorts. Als vor kurzem der jüngst stattgehabte„Allgemeine deutsche Schuhmacher-Kongreß" hierher berufen wurde, sind verschiedene Ansichten und B-fürcktnngen laut' geworden. Es kann nicht unsere Ausgabe sein, alle dies- An- sichten und Befürchtungen zu wiederlegen oder zu berichtigen; der Kongreß hat getagt und eS hat sich durch die Verhandlungen über die ihm vorgelegten Fragen gezeigt, daß der Betrieb auch nnsers Gewerbes immer mehr den frühern patriarckalischeu Charakter verliert und den Großkapitalistcn eine ergiebige Ausbeutungsgnelle wird, deren nothweudige Folge, trotz übermäßiger Anstrengung unse- rerseits, übergroße Armuth, Noth und Elend für uns ist. Liefert doch gerade unser Gewerbe ein nicht geringes Kontingent au Brust- leidenden und frühzeitig Sterbenden. Dieser Ausbeutung entgege« zu wirken, uns ein menschenwürdiges Dasein zu erringen, ist nur der vereinten Anstrengung aller Bcrufsgenossen möglich; in dieser Erkenntniß hat der Kongreß beschlossen, einen„Allgemeinen Schuh- machervcrein" zu gründen und den unterzeichneten Ausschuß mit der Leitung desselben beauftragt. Kollegen! Wir wissen, daß die uns gestellte Aufgabe keine leichte ist; wir sind uns bewußt, daß streng gerechte, gewissenhaste und unparteiische Leitung des Vereins unsere erste und hauptsäch-- lichstc Pflicht ist; wir werden diese Pflicht mit aller unserer Kraft zu erfüllen suchen, aber wir sind uns auch bewußt, daß wir, trotz aller Anstrengung nichts vermögen, wenn uns Eure Unterstützung fehlt, darum rufen wir Euch zu: haltet darauf, daß wir unsere Schuldigkeit thun, aber vergeht nicht, auch die Eure zu thunl Nur durch vereintes, festes, brüderliches Zusammenstehn wird e» uns möglich sein, etwas zur Verbesserung unserer Lage zu thun! DaS Statut, welches in wenigen Tagen verschickt werden kann, ist kein Muster, keine Vollkommenheit, die Zeit wird eS vollkom� men werden lassen; eins aber bietet es: die Möglichkeit der Ver- cinigung all Derer, die bis jetzt sich gegenüber gestanden. Der „Allgemeine Schnhmacherverein" ist somit kein neuer, die Kollegen zerklüstender Verein, sondern gerade dadurch, daß er Niemanden zwingt, ihm liebgewordcnc Organisationen aufzugeben, ein Bruder- bund für die schon bestehenden. In diesem Geiste ist daS Statut gefaßt, und in diesem Geiste werden wir die Verwaltung führen. Darum fort mit allem kleinlichen Zwist und Hader, fort mit aller uns zerklüftenden Zwietracht; offen bieten wir allen Kollegen vou Nah und Fern die Bruderhand; schlagt«in in dieselbe; seid Euer eigner Meister; tretet dem Vereine bei und machet so den Ruf in unserm Gewerbe zur Wahrheit:„Proletarier aller Länder ver» einigt Euch!" Der Ausschuß des„Allgemeinen SchuhmachervereinS". Kühn, Vorsitzender, Metzner, Stellvertreter, Pioch, Hauptkassirer, Wenner, Schriftführer, Fokele, Beisitzer. Alle Briefe und Anftagen sind zu richten an den Vorsitzenden Herrn Kühn, Kürassierstraße 14. Alle Gelder an.den Haupt« kassirer Herrn Pioch, Friedrichstraßc 178. Correspondenzen. Urauuschweig, 7. Dczbr. Zu Ende voriger Woche wandten sich die hiesigen Buchdruckergchilfen an ihre Prinzipale, um die Einführung eines einheitlichen Tarifes und eine Lohnerhöhung zu erlangen. Sie stellten denselben, nachdem sie eine Tarif-Kom- Mission niedergesetzt hatten, folgendes vom 28. November datirtcS Zirkular zu:„Geehrte Herren Prinzipale! Während nicht nur alle namhaften Druckstädte, sondern selbst die meisten kleineren Orte, in denen unsere Kunst vertreten, sich im Besitze eines meist ein- heitlichen Tarifes befinden, nach welchem die Leistungen der Gc- Hilfen bezahlt werden, ist es von dem zuerst erwähnten Theile der Heimstätten der Typographie allein Braunschweig, wo das Fehle» einer derartigen Feststellung, wir dürfen behaupten: von beiden Seiten der Betheiligtcn, ungern vermißt wird. Theils um diesem. Uebelstande abzuhelfen, theils um eine durch die immer weiter-l fortschreitende Entwerthung deS Geldes sich abermals als noth- wendig erwiesene Ausbessening unserer Gehaltsätze von Ihnen zu erbitten, ist den ergebenst Unterzeichneten von 150 ihrer hiesigen Kollegen der Auftrag geworden, mit Ihnen, geehrte Herren, über diesen Gegenstand in Unterhandlungen zu treten. In der gewissen Zuversicht, daß Sie, die angeführten Mißstände fühlend, dazu gern die Hand bieten werden, richten wir nun an Sie die gehör- samsic Bitte, am nächsten Montag, den 2. Dezember d. I., Abendi 8 Uhr, im Hotel d'Angleterre, Hof rechts, zweites Zimmer parterre, zur Aufnahme dieser Unterhandlungen zu erscheinen, oder im Be- Hinderungsfalle einen genügend bevollmächtigten und instruirtev Vertreter dahin zu entsenden. Zur besseren vorherigen Jnformirunx gestatten wir uns gleichzeitig, Ihnen anliegend einen dem jetzt ir Hannover geltenden Tarif fast wörtlich nachgedruckten Entwurf wie derselbe von den hiesigen Gehilfen akzeptirt, zu behändien Hofsend, daß die obschwcbenden Fragen, wie früher in ähnlicher Fällen, so auch dieses Mal, eine beiderseitig beftiedigende Lösun; finden mögen, zeichnen mit Hochachtung und Ergebenheit Joseph Bernhardt. Wilhelm Bertram. Herm. Böttger Heinrich Müller. E. Neubert. Rob. Penz. Wilh. Schlegel. Carl Werner. Rudolph Werthmann.' Die Prinzipale, weit davon entfernt, dem Verlangen der Buch druckergehilfen zu entsprechen, erschienen nicht nur nicht in der Ver sammlung der Kommission, sondern ließen derselben auch durch di Faktore eröffnen, daß sie den leipziger Tarif, welcher als de schlechteste Deutschlands gilt, einzuführen gedächten. Dabei sin' die leipziger Buchdruckergehilfen selber mit dem betreffenden leiv ziger Tarife unzufrieden und suchen denselben durch einen bessere: zu ersetzen. Hieraus folgt denn auch die Vertröstung auf de neuen leipziger Tarif, während der alte leipziger Tarif nur al Lückenbüßer dienen würde. Die Prinzipale glauben berechtigt z sein, ihren Arbeitern einseitig den Lohn zuzumessen. Mit de Tarif- Kommission unterHanl elte allein W. Bracke jun. durc seinen Geschäftsführer; er nahm sowol den Tarif-Entwurf an, al auch bewilligte er dem in festem Lohne stehenden Personale eine Thaler Zulage. Vorigen Dienstag wurde nun eine allgemein Buchdruckerversammluug abgehalten und von derselben beschlösse! daß den Prinzipalen gekündigt werden sollte:— ein Beschluß, de in mehreren Druckereien bereits gestern zur Ausführung gelangl Die braunschweiger Prinzipale haben sich mit den hannoversche zur Bekämpfung des Buchdruckerverbandes verbünde», befinden si> aber deshalb in einem eigenthümlichen Widerspruche, weil ja d« jetzt in Braunschweig von den Gehilfen geforderte Tarif bereit in Hannover durchgesetzt worden ist. Sie sollen den Beschluß g faßt haben, daß kein' Gehilfe, welcher wegen der jetzige PreiSfordcrung entlassen wird, binnen fünf Jahre wieder in Arbeit genommen werden soll. Auch soll eii Konventionalstrafe Diejenigen Prinzipale bedrohen, welche einzeln si mit ihren Gehilfen abfinden. In der Westermauu'scheu Drucker ist bereits eine Maßregelung eingetreten, indem der dortige M schineumeister, weil er' der Tarif-Kommisston angehört, aus d Arbeit entlassen worden ist. Die Gehilfen drohen in Folge desse daß bei der Wiederholung einer derartigen Maßregelung ein si fertiger allgemeiner Strike die Antwort bilden soll. Die Stimmni unter den Gehilfen ist gut; denn sie wissen, daß hinter ihnen 70t. Verbandsmitglieder stehen. Die hiesigen Vuchdruckergehilfen e lassen außerdem folgenden Ausruf: „An sämmtlichc Buchdrucker, Schrift- und Stereotypengics Deutschlands, OestreichS, der Schweiz, Belgiens und Holland Abermals handelt es sich darum, ein Werk der Pflicht zu vo ziehen. Schon lange ging man damit um, auch in Braunschwe einen einheitlichen Tarif festzustellen, der unserer Zeit angemess ist; diese Angelegenheit verschleppte sich indeß, und unsere Kolleg in Hannover kamen uns zuvor. Nachdem nun dort ein glänzend (jlttjj errungen wurden ist, gingen auch wir wieder an die Arbeit zur Ausstellung eines Einheits- Tarifs. Es wurde eine Tarif- Kommission niedergesetzt und hat dieselbe unter Zugrundelegung des neuen Hannover'scken ihre Aufgabe zufriedenstellend erfüllt. Sodann erfolgte eine Einladung seitens der Kommission an die Prinzipale, um eine gütliche Auseinandersetzung resp. Bewilligung der im Tarif aufgestellten Forderungen zu erstreben. Diese Versammlung ward auf den 2. Dezeinben anberaumt. Seitens der Prinzipale erschien indeß Niemand, als nur ein Vertreter des Herrn W. Bracke jun., welcher Vollmacht hatte zn erllärcn, daß Herr Bracke den Tarif anerkenne. Diese Nichtachtung unserer heiligsten Jnteresien hat denn dazu geführt, am 3. Dezember eine allgemeine Buchdrucker-Versammlung anzuberaumen, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, mit nament- licher Abstimmung über eine allgemeine Arbeitseinstellung zu bc- schließen. Den Prinzipalen wurde bereits von 120 Mann mit Kündigung geantwortet, worunter sich etwa 50 Verhcirathete befinden. Die Zeit ist da, wo eS heißt für unseren Verband einzustehen und einem„Nordwcstdeutschen Prinzipalverbande" einen unüber- peigbaren Damm entgegenzustellen. Lassen wir uns schrecken, werden wir wankelmüthig, dann sind wir verloren und unsere Errungenschaften werden eine Reaktion erfahren, wie sie die Ge- schichte niemals aufzuweisen hat. Darum seid einig, tretet Alle Mann für Mann ein für die Prinzipien, welche der Verband sich gestellt: einzelne Abtrünnige beachte man nicht; denn eS sind Solche, die ihre Aufgabe nicht kennen oder nicht im Stande sind sie er- stillen zu können. Fest zum Verbände stehen sei unser Losuugs- Wort, uud damit wenden wir uns an alle Kollegen, uns that- kräftig in unserem Kampfe zu unterstützen, gleichwie wir niemals gefehlt haben, wo eS galt, für unsere allgemeinen Interessen zu wirken. Selbstverständlich ist während der Bewegung jeder Zuzug zu vermeiden." Sänimtlichc der Arbeilersache ergebene Blätter werden gebeten, diesen Aufruf zu verbreiten. Mukse« St. Zlikkas, 10. Tezbr. Von den von unserer Seite zn den hiesigen Gemeinderathswahlen ausgestellten Kandidaten sind ein Ansässiger und zwei Unanjässige gewählt worden. Mit sozialdemokratischem Gruß August Dehn. .Tangenvietau, 3. Dezember. Nachdem wir uns fast jeden Sonntag in starker Anzahl auf die umliegenden Orte begeben und dort Versammlungen abgehalten, erschien am Freitag Abend in den öffentlichen Blättern die Einladung zu einer öffentlichen Ver- sammlung des Orts-Gewerksvereins der Stnhlarbeitcr in Langen- tielau. Gäste sollten an der Diskussion Theil haben. Obichon nun die Versammlung um 7 Uhr Sonnabends beginnen sollte, war der Saal schon vor der Zeit dicht von unseren Parteigenosse» gc- füllt. Es sollte nun kein Bureau gewählt werden, was uns durch- aus nicht gefiel; nach langem Diskutircn begaben wir uns, um Skandal zu vermeiden(denn wenn sich 9 Zehntel von 1 Zehntel sollen leiten lassen, ist das immer schwer) in unser Parteilokal und hielten unsre regelmäßige Versammlung ab. Sonntags war in Reichenbach, dem Hanptquartier der Gewerk- vereinlcr, Versammlung anberaumt, dort hatte man die VorsichtS- maßregeln nicht für nothwendig gehalten und eine allgemeine Ver- sammlung ausgeschrieben. Um 4 Uhr sollte die Versammlung be- ginnen, um 1 Uhr sammelten wir uns bereits und marschirten etwas über 400 Mann stark»ach Reichenbach. Das Bureau kam selbstverständtich in unsre Hände. Die 4 Stunden in übersülltcm Lokal tagende Versammlung verlief, Dank dem taktvollen Austreten von unserer Seite, ruhig und würdig. Arbeiter von Vielau, thur immer so Eure Schuldigkeit und wir werden unaushaltjam zum Siege marschiren. Ich habe jetzt glücklich zwei Prozesse am Halse; uud am 27. November war man so gut, Inventur bei mir zn machen auf Befehl der Staatsanwaltschaft in Schweidnitz. 176 mir gehörige Briese nebst den Mitgliederlisten und Kassen- büchern, eenige 50 Bücher und ebensoviel Drucksachen nahm man mir fort. Orsini- und Petroleumbomben wurden nicht gesunden. Bange machen gilt nicht. Aug. Kühn. Spandau, 29. Nov. Welchen Werth das Coalitious- Gesetz für die Arbeiterklaste unter den gegenwärtigen— fast die schlimmsten Reaktionsjahre weit übertreffenden— Verhältnissen hat, beweist daS Verfahren des Stadt- und Festungskoiumandanten Ge- neralmajor von Streit Hierselbst. Zu unsre» Parteivcrsamniluugen, die nur aus Grund des Verciiisgcsetzcs stattfinden, mithin gesetzlich erlaubt und berechtigt sind, standen uns vor ungefähr 4— 5 Monaten alle Säle vom Rothen Adler bis zum GescUschafts-Hause auf Anftagen bereitwilligst von Seiten der Besitzer zur Verfügung. Herr Schultze, Inhaber des Gesellschafts- Haufes und Volksstaats- Lcser, gab sogar unfern früheren Vertrauensmann Herrn Könnecke ;u verstehen, daß es ihm angenehm sei, wenn wir unsere Versamm- ungen nur bei ihm abhielten. Wir gingen darauf ein. Doch nur gl bald wurde unö das Lokal vom Wirthc gekündigt. Als Mo- iv gab er dem Könnecke an, daß das Lokal, falls er„unS" fer- »er tagen ließe, dem Militär verboten würde, dies beabsich- :igc der Herr Kommandant zu thun. O heiliges Gesetz, vor dem rlle Bürger in ihre» Pflichten, aber nicht in ihren Rechten gleich u sein scheinen. Mit dem Odeum, wohin wir nun unsre Ver- ammlungen einberiefen, ergingö uns ebenso. Auch diesem Wirthe, Herrn Klukow, wurde eröffnet, wenn ferper diese Partei in seinem 'okerle Versammlungen abhielte, dann dürfe kein Militär mehr 'ort verkehren; uud auch hier wurden wir, da benannter Wirth ich in seiner Einnahme gesäätigt sah, an die Lust gesetzt. Leider leht nun im Vercinsgesctz von alledem nichts. Man raubt also er Arbeiterklasse, die nur auf gesetzlichem Wege für ihre geistigen tud materiellen Interessen kämpft, durch Piachination ihr so spar- iches Recht und meint vielleicht, sie dadurch zu Gesetzesüberschrei- ungen zu veranlassen. Aus einem 3. Lokale wurden wir auf die- elbe Weise ezmittirt. Und heute sind wir, trotz deS VcreinSgesetzcS, bdachsloS. Welches Gesetz dem Herrn General das Recht einräumt, ge- .'tzlich berechtigte Versammlungen illusorisch zu machen dadurch, aß er die ihren gesetzlichen Pflichten nachkommenden Lokalbes.tzcr n ihrem Erwerbe zu schädigen droht, das begreift wer kann. Weida, 1. Dez. Parteiangclegenheit. Daß wir seit mch- � eren Jahren über unser Parteilebcn im Parteiorgan nichts nul-j • etheilt haben, daS hat seine triftige» Gründe. Als vor 3 Jahren r Folge der Schweitzer'schen Jntrigucn die Spaltung im Allgäu. i eutschen Arbeiter-Berei» ausbrach, reduzirle sich unsere Mitglieder- �»hl auf ungefähr 15 Personen. Die Bieislcn glaubten, daß nun n eine Lösung der sozialen Frage nicht zu denken sei, und dcßhalb inß ich ungenirt den Parteigenossen mitiheilcn, daß wir nicht in . er Lage sind, die Berhältuiste besser zu gestalten; dazu kommt j och, daß wir hier in der Harzgcgend, von allen Seiten verlassen, it der Arbeiterbewegung ans unser» Ort beschränkt dastehen. z 3ir haben bereits brieflich um agitatorische Kräfte gebeten, bis ■ tzt leider ohne Erfolg, dcßhalb fühle ich mich veranlaßt, an sämmt- liche Parteigenossen, welche Reduertalent besitzen, die Bitte zu stellen, uns nach Möglichkeit zu unterstützen, vorzugsweise zum Sylvester. Mit sozialdemokratischem Gruß Waldarbeiter H. Klapproth. Mcrnau, 3. Dez. Gestern Abend fand hier eine vom Unter- zeichneten ciriberufenc Volksversammlung statt. Ans der Tagesord- nuug statt:„Der privilegirte Mord." Herr Auer aus Berlin als Referent führte aus, daß zwar in der Bibel der Mord das abscheulichste Verbrechen genannt wird und daS derselbe nur durch den Tod des Mörders gesühnt werden solle, trotzdem wäre in der Jetztzeit der privilegirte Massenmord an der Tagesordnung; die Herrscher, welche bei jeder Gelegenheit ihre Frömmigkeit betonten, kümmerten sich in dieser Hinsicht wenig um die Bibel, wen» es gälte für ihre Jnteresien daS Volk abschlachten zu lassen. DaS sei natürlich verabschcuungswürdig, aber das Volk sei selbst mit Schuld daran, es sollte sich mehr um die Gesetzgebung kümmern und durch- ans darauf dringen, die Entscheidung über Krieg uud Frieden in die Hände zu bekommen. Weiter führte der Redner aus, daß auch durch die heutige Produktionsweise mancher Arbeiter gemordet würde, und dies Privilegium habe die Bourgeoisie für sich in An- spruch genommen; Redner suchte dieö auch durch statistische Zahlen über die Sterblichkeit der Arbeiter zu beweisen, was ihm auch voll- ständig gelang. Bei der hierauf folgenden Diskussion stellte sich aber bald heraus, daß der allgemeine deutsche Arbeiterverein am meisten Aussicht hat auf Weitcrvcr breitung am hiesige» Orte. Herr Auer bat die Anwesenden, sich durchaus nicht zu zersplittern, son- der» dem allgemeinen deutschen Arbeiterverein beizutreten. Diesen Ausführungen schlosien sich alle übrigen Redner an, und es steht zu erwarten, daß bald eine regere Agitation für die Sozialdcmo- kratie hierselbst Platz greifen wird. Möchten doch alle Parteige nosien dies beherzigen und nicht durch unnöthige Streitereien in den Versammlungen den Kampf zwischen beide» Fraktionen nicht noch mehr erbittern; die Gegner des sozialistischen Prinzips hätten dann doch OenigslenS einen Grund weniger, uns zu schmähen und jedenfalls würde auch durch vereintes Vorgehen viel mehr Boden für unsre Ideen gewonnen. Mit sozialdemokratischem Gruß G. Gladewitz, Vorsitzender, Mitglied der sozialdemokratische»! Arbeiterpartei. C. Müller, Schriftführer, Mitglied des Allgcm deutscheu Arbeitcr-Vercins. Keröorn, 6. Dezbr. In Folge Antrags des Reichspostamts zu Frankfurt bin ich auf Grund der Denunziation eines Brief- trägcrS Namens Louiö Thielmann von hier wegen Beleidigung der Postverwaltung in Untersuchung gezogen werden und komme am 14. �d. M. vor die Strafkammer zu Dillenburg. Da ich den Beweis der Wahrheit anzutreten gesonnen bin, so bitte ich alle Parteigenosien, mir Brieskouverte znkomnicn zu lassen, welche Spuren der Eröffnung zeigen. Wie»ch höre, soll genannter Brief- träger nach Frankfurt versetzt sein, wcßhalb ich die Frankfurter Parteigenossen auf denselben aufmerksam mache, damit sie vor Schaden bewahrt bleiben. Die englischen Briefträger sind doch andere Leute. Sodann richte ich an das ReichSpostamt zu Frankfurt die An- frage, ob cö auch gesetzlich gestattet, daß der Reichspostrorsleher Schröder zu Hcrborn die 3 Briefträger, welche doch aus der Reichsposlkasse bezahlt werden, zu seinen, resp. seiner Schwieger- muttcr Feldarbeiten verwenden darf. C. Heinz. Zd'ensheim a. d. Bergstraße, 1. Dezember. Verflossenen Sonn- tag war in Heppenheim Volksversammlung, in welcher Herr Bingert auS Darmstadt als Referent austrat. Am Morgen des betreffende» Tages schon wurde mir erzählt, daß ein dortiges Par- teimitglied von zwei hierzu nicht befugten Individuen beim An- kleben der Plakate a»gcha!ten, zum Rathhause geführt, schließlich aber wieder entlassen wurde. Dies und das mehrcremals vorge- kommene Herunterreißen der Plakate nebst anderen kleinen Ehi- kauen versprachen uns in Heppenheim wieder einmal einen recht interessanten Tag. Durch unangenehme Hindernisse abgehalten kam ich erst Abeudö 6'/» Uhr mit mehreren hiesigen Parteigenossen nach Heppenheim. Statt der sonst so stark vertretenen Polizei trasen wir heute einen„Schwarzen" in der Versammlung. Obi die Polizei gerade wichtigere Geschäste, oder ob sie die Ueberwachung! heute dem„Schwarzen" überlassen, weiß ich nicht. Die Versammlung i war gut besucht und man sprach über Trennung der Schule vo»! der Kirche. Die verschiedenen Ansichten des Herrn Kaplan, denn ei» solcher war der erwähnte„Schwarze", alle hier wiederzugeben s wäre Rauutverschweudung. Zwei Punkte waren eS, um welche sich die Diskussion drehte. Ter Kaplan will die Menschen durch! Religion gebildet wissen. Daß dies' eine längst widerlegte Ansicht. .st,»velche von keincm vernünftigen Menschen mehr gethcilt wird,! braucht man wol Niemand mehr zu sagen. Als Beweis hiersüri führte der.Herr Kaplan KäSpar Häuser an, derselbe sei ein dum-' mer Mensch gewesen, weil ihn» die Religion gefehlt habe. Daß. Kaspar Hauser nicht deshalb ein dummer Mensch gewesen, sondern weil ihm auch die geringste geistige Bildung fehlte, weiß wohl jetzi fast jeder Schuljunge. Herr Bingert ging daraus auf die Unsehl- 1 barkeitslehren ein, zu»« nicht geringen Verdruß des Herrn Kaplans, dem es blos darum zu thun war, die Diskussion hinauszuziehen, um die Besprechung über die Tagesordnung:„Die LandtagSwahlen", l zu verhindern, was er auch deutlich genug aussprach. Der Wirth, der, wie es schien, wenig Vertrauen zu der religiösen Bildung derj verschiedenen, wahrscheinlich von dem Kaplan iustruirtcn Individuen, welche bcreilS Tumult zu machen suchten, hatie, drang mchreremal auf Schließung der Versammlung, welchem Verlange» denn auch Unger aus Kuschhausen, der als Vorsitzender fungirte, Folge leistele. ES hatten sich ai�ch bereits viele vernünftig Denkende,»reiche des faden Geschwätzes des Kaplaus müde, enlsernt. Tie Stimmung i» der Vcrsan.mlung war im Allgemeinen auf unserer Seite, dies zeigte schon der Beifall, wenn Herr Bingert gegen den Kaplans Aber hoffentlich wird die Höhe der jetzigen Lebensmittelpreise so- wie die enorme Steigerung aller ihrer Bedürfnisse auch sie noch kuriren.— Die hiesige Partei-Mitgliedschaft vollzog letzten Sams- tag die Wahl für das neue Landescomits,(München, Augsburg, Regensburg und Landshut) da letzlere Stadt als erster Vorort auf dem münchener Arbeitertag(17. Rovbr.) gewählt»vurde, und zeigt dies hiermit den Mitgliedschaften vorgenannter Städte ge- zicmendst an. Briese, Anträge»c. in besagter Angelegenheit sind an den bisherigen Vertrauensmann der Partei dahier Joh. Weis- heiter, Schriftsetzer, zu richten. kriellasien: der Expediticu: Junghaus in Witten für Schriften 3 Thlr. 25 Ngr.— Sippcl in Burgstädt: die Annonce kostet 3 Ngr.— Ritsch in Mähr.-Schiinberg für Schriften 8 Ngr., Arbeiterbiltungsocrein für Abonn. 9 Ngr.— Carl in St. Johann für Schriften 5 Thlr. 25 Ngr. 5 Pf.— Herrler in Leipzig für Annonce 5 Ngr.— Engelhardt in Wiek baden für Schriften 3 Thlr. A.&. in F. 2 Thlr. erh. Sst.; der Redaktion: F. in Z.: Uns ist nur ein Dr. Frecse bekannt; er redigirte früher die„Drmolransche Cvrrespondcnz", und schrüb darin sehr spießbürgerlich bornirte« Zeug über die Arbeiterfrage.— M. in Essen: Alles hängt davon ab, ob die Gewerkvereine, Stritevereine u. f. w. al« politische Vereine betrachtet werden oder nicht. In Preußen war bisher im Ganzen da« Letztere der Fall; indeß steht e« bei den Behörden, wie sie die Sache aussassen wollen. In Sachsen sind die Auslösun« gen der Gewerkschaften auf Grund de« Vereinsgesetzes(da« dem preu- ßischcn wesentlich gleich) erfolgt, indem man sie für politische Vereint erklärte. Natürlich ist in Preußen dasselbe möglich. Zunächst ist nun an die Behörden die Frage zu richten: betrachtet Ihr die Strikekassen al« politische Vereine oder nicht? Fall« ja, so kann man an höhere In- stanzen appelliren, muß sich aber jedenfalls, bis eine anderweitige höhere Eutscheidnng erfolgt ißp unterwerfen, die Mitgliederliste einreichen, die Versammlungen anmelden und Alles vermeiden, wa« aus„Verbindung verschietncer Vereine miteinander" gedeutet werden kann. Im an- dcrn Fall ist den Behörden llar zu machen, daß sie kein Recht haben, Listen einzufordern, und die Anmeldung von Versammlungen, resp. Sitzungen zu verlangen. Unter allen Umständen ist da« VcreinSgesetz genau zu studiren.__ Breslau. Anzeigen ze. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Dienstag, den 17. diese« Monat», Abend« 8 Uhr, öffentliche Versammlung iin früheren Billardsaale de« Stadthaus- leller«. Tagesordnung:„Der Vortrag de« Herrn Dr. Era« über da« eherne ökoncmischc Lohngesctz bei Fcrd. Lassalle". Referent S. Färber. Die Versammlung, welche vor 14 Tagen wegen Abwesenheit de« Resc- reuten ausgehoben werden mußte, findet diesmal bestimmt statt; ich fordre in Folge dessen die Parteigenossen auf, vollzählig und pünktlich am Platze zu sein. H. Ochme. C* r 11 Illtr rt Wegen der Fefizeit findet die nächste Versammlung erst am Montag, den 30. Dezember bei Eberhahn statt. Der Vorstand de« sozialdemokratischen Arbeitervereins. Fachberri» der Kürschner und Mützenmacher Leipzig» und Umgegend. Montag, den 16. Dezember, Abend« 8 Uhr, gemüthliche Zusammenkunft bei Richter, Roßplatz Nr. 9, im Trianon. Diejenigen Mitglieder oder Gäste, welche zur bevorstehenden Abendunterhaliung gesonnen sind, etwas vorzutragen, werden gebeten, sich pünktlich einzufinden, außerdem für die- jcnigen, welche schon zugesagt haben, sei hiermit bemerkt, daß selbigen Abend Probe stattfindet. XL. Um vielen Anfragen zuvorzukcmmcn, sei hiermit gleichzeitig be- merkt, daß unsere VcrcinSabende von jetzt an im Trianon bei Richter, Rcßplatz Nr. S fiatlfinden. Nichtmitglicdcr und Gäste haben stet« Zutritt. Um pünktliche« Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Gewerkschaft der Holzarbeiter. 't'4'B* Versammlung Montag, den 16. Dezember, Abend« 8 Uhr, in der Restauration von Zcidler, große Windmühlenstraße Nr. 7. Die Mttglieder werden ersucht zahlreich zu erscheinen. C. Stclzer. Wi»llifi Versammlung der Borständc der Gewertschaslen und Fachvereine Dienstag, den 17. Dezember, Abend« 8 Uhr). bei Hadlich, Arbcitcrbildungsvcrcin._ 3- A.: O. Stclzer. austrat. Mit sozialtcmoktatisckcni Gruß A. Müller. ekandbljttk, 6. D ezör. Tic Mitgliederzahl der hiesigen sozialdemokratischen Arbeiterpartei belauft sich jetzt nahezu aus 60 Arbeiter- aller Braucken, und wir können mit diesem Resultat auf dem hier so sleinigeii Boden vorläufig zufrieden sei». Gegen uns ist selbst- s v erst cnd ich Alles— von der höchsten Behörde bis zum neck nicht zur Einsicht gekommenen Kleinbürger. Ja, selbst ein großer Theil der Arbeiter kann ohne Bevormundung sich kMie Thätigkeit denken! Traurig, aber wahr!— Run, wir kämpft» mit»»fern schwachen! Mittel» so viel als möglich für die geistige Erhebung dieser Nie»- schcn und hoffen auf die Zeit, welche schon so manchen geschichl- lichen Fortsckritt aufzuweisen hat.— Letzten Sonntag fand hier! eine leider sckwachbesnchte Schne dcr-(Fachrcreiii) Versammlniig statt, in welch»? ein Genosse ans Regensbnrg Vortrag hielt. Redner sprach sehr gut und betonte ganz ricktig, daß die politisckc Bildung! ein Haupthebel sei, um ans dem Wege der genossenschaftlichen Be-� slrebnngeii weiter zu kcnimen. Leider steht den hiesigen Fachge-« nosien wie auch dem größten Theil der Arbeiter aller Gewerbe Alles h vor einem t». t�. U II vi/ vi«*« 4/�.> 4 4,�.4 4*. V-. t V 4»44444 V�V»fcV44v höher, als ihre eigene nicht bcneideuswerlhe Existenz; und! em Kampf fiir ihre Besicrstellung verkriechen sie sich hündssch.! tzlpt ttlill Internationale Metollaibeiterschast. Montag, den 16. Tecember, in Arnhold« Restauration, Reudnitzersiraße.— Tagesordnung: Ucbcr Mittel und Wege zur Agita- ticn der Elwcrlsckaft.— Das Erscheinen aller Mitglieder ist noth» wendig._ D. V. tzilM tutlY Arbeite, bildungiilicrctu. Sonntag, den 15. Dezember, theatralische Abcnduntcr- haltung im Vereinslokal. Einlaß 6 Uhr, Anfang 7 Uhr.____ tvewertichast der Holzai heiler. ö'B' Sektionsvcrsammlung der Tisckler und Pialiofortearbtitcr. Scnnabend, dl» 14. Dezember, Abend« 8 Uhr, bei Zeidlcr. Wind- mühlcnfiraße Nr. 7. XL. Aufnahme neuer Mitglieder.___ WVrtlltl Tie Leser de«„Volksstaat" werden dringend ersucht, die wtUlll j- Abonnimcnisgcldcr di« Mitte Dezember zu entrichten, da» mit die rechtzeitige Absendung an die Hanplexpedition erfolgen kann. Tie Filialexpcdition: I. Schäscr. t Uf'. Die Filiale; peditien de«„Vvlksfiaar" befindet sich S>svt I4)4»Ut« hn Hermann Gnam, Hclzartenstr. 244, 2 Tr. t i Ii f Für Schuhmacher. ««• Da« Sltbeitf Natt weif«ibuvenu für Schuhmacher he» findet sich Rolh.firaße 29, zun» wilden Mann.__ läd.,« fKitiirhillltit Tie Leitung der BrcSlaucr Filialcxxeditivir V«UkUjUtlig. de«„Bcllostaal" hat von jetzt an Partei- giNossc W. Zapke, Schlosser, Vorwerlstraßc 77, 3 Treppen, übernommen. In AuSnahmejällen ist der Unterzeichnete jedoch nach wie vor berechtigt und bereit, Abrnnlmrni«, sowie Gelder für den„Vcllsstaal" entgegen- zunekmen. Tie geehrten Ahonmnicn werden hierdurch ausgcsordcrt, um endlich einmal Lrdnung i» da« Kasscnwcscn zu bringen, alte Reste nun- mehr schleunigst zu entrichten. Wer bis Ende de« Quartal« seinen Ver- pstichtungen gegen die Filiale; Petition nicht nachgekommen ist, kann das Blatt ferner niett mcbr zugesandt erbalton._ I. A.: H. �chmr. P Arlieitcrtcg jür Hessen-Nasjau und die angrenzenden Landcstheilc zu Marburg- Im Eiuvcrstäntniß mit den Parteigenossen zu Kassel beriefen wir für Hesscn-Nassau und die angrenzenden LandcSthcile bchuf« Gründung eine« LandcSagiiationS-EomüS« einen Arbeitcrtag auf den 28. und 29. Dezbr. l. I. nach Marburg eiu.— Tie Tagesordnung wird demnächst im Partei- organ verössentlicht. Alle die« tcznglichcn Briese w. sind entweder a.: den Unterzeichneten oder an PH. Walz in Kassel zu richten. Da« Lokatcomito erwartet bald Umgehend Nachricht, damit für die Telcgirtcn in jeder Weise Sorge ge- tragen werden kann.(3d) Im Auftrag: B. H- Schneider, 1. Borfitzender de« Localcomite« Marburg(Straße) Hirsübera 257._ Tic Filialcxpcditiouen werden ersucht, wenn fie von Rrl 2l, 29 und 32 diese« Jahre« noch Exemplare haben, selbe an uns einzusenden. Die Expedition de«„Volksstaat".� Im Verlage der Bnchhiüdinng de«„Vrllsstaat" ist neu erschienen: EugklS, Fr., Zur Wcbnung«ftage. l. Heft: Wie Prcudhvn die Woh- nungöftage löst. Preis pro Siück 1'/- Ngr. Htst 2:„Wie die Bcurgcvifie die Woiuung«ftage löst", erscheint demnächst._________ pclpzig: Veroniw. Rttvltenr R. Seisscrt. zRedalüen und Expedition Hohcpr. 4). Druck uud Verlag der EenofseuschaslSbuchdruckere