Erscheint wAchenilich 2 Mal in Leipzig. 'cfl« Hungen nehmen alle . ostanstallen und Bnchhand- lungen de» In- und Aus- lande« an. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: fcie Cjrpebition, Hobesiraße 4. die GenosienschaftS- iuchdruckerei, Zeitzerstraße 44. «.Bebel, Peterstraße 18. I. Müller, Bayerschestraße 8b, III. Ävonnemenispreis: � Für Preußen incl. Stempel- stener 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/, Sgr, pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpeditionen für die Ver» einigten Staaten: F. A. Sorge, Eox>01 Hoboken, N. J, Tis Newyork. G. A. Lönnecker, 155 W. Lake Chicago(Dl.) OrgandersozialdemokrattschenArbeiterparteiundderinternationalenGeverksgenoffenschasten. Nr. i. Mittwoch, 1. Januar. 1873. Abonnements- Einladung. Mit dem 1. Januar 1873 beginnt ein neues Abonnement auf den„Volksstaat". Wir ersuchen die verehrlichen Leser, das Abon- nement auf das Blatt sofort erneuern zu wollen, damit keine Unterbrechung in der Zusendung eintritt. Ter Preis des Blattes ist wie bisher per Quartal 12'/- Ngr. — wozu in Preußen noch der Zuschlag für den Zeitungsstempel kommt— bei wöchentlichem zweimaligem Erscheinen. Kreuzbandsendungen für Deutschland und Oestreich kosten für 1 Exemplar per Quartal 25 Ngr., für die Schweiz 1 Thlr., für Frankreich, Belgien, England zc. 1 Thlr. 8 Ngr. Zahlung pränumerando. Beim Eintritt in das neue Jahr hat der„Volksstaat" nicht nöthig, Versprechungen zu machen und seine künftige Haltung dar- zulegen. Organ nicht einer Person, nicht einer Clique, sondern einer Partei, der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, hat der „Volksstaat" sein bestimmtes, scharf ausgeprägtes Parteiprogramm, das er zu vertreten und zu verfechten hat gegen Jedermann, gegen jede Gewalt.— Die Verfolgungen, deren Zielscheibe Partei und Parteiorgan sind, erschrecken uns nicht, erstaunen uns nicht. Wir finden sie ebenso selbstverständlich als unserer Parteientwickelung zuträglich. Wir führen Krieg gegen den heutigen Staat und die heutige Ge- sellschaft— und beide thun ihr Möglichstes, uns zu vernichten. Ihr Möglichstes ist aber nichts. Ten Einzelnen können sie erdrücken, die Partei wird durch die Verfolgungen gekräftigt. Der Schlag des Hammers, welcher den schwachen Thon zerbricht, schmiedet das Eisen nur fester— um so fester, je härter der Schlag. Blicken wir nach Frankreich. Verglichen mit den Verfolgungen, welche dort das Proletariat erfahren hat und erfährt, ist alles in Deutschland Geschehene Kinderspiel. Und— nicht die Besiegten der Kommune zittern, es zittern die Sieger! Unser Leben, unsere Macht liegen nicht in dieser, in jener Per- soit; sie liegen in den Verhältnissen, und zwar in den Verhält- nisien, die von unseren Feinden geschaffen sind, von un-> seren Feinden gepflegt und auf die Spitze getrieben werden. Die Sozialdemokratie ist das natürliche Kind des heutigen Staats und der heutigen Gesellschaft; sie mögen es verleugnen, verstoßen, hetzen wie ein wildes Thier— wider Willen müssen sie es nähren und groß ziehen, wie sie es erzeugt haben. Und das Kind wird die unnatürlichen Eltern entthronen und überleben. Was auch komnien möge, der„Votköstaat" wird fortfahren, nach Kräften seine Pflicht zu thun; und rechnet vertrauensvoll auf die geistige und materielle Unterstützung der Partei. Viel Feind, viel Ehr'. Schließen wir die Reihen! Wo Einer getroffen niedersinkt, trete ein Anderer an die Stelle. An Mannschaft fehlt's nicht. Der Feiild selbst liefert uns die Rekruten. Handle Jeder, als hinge von ihm das Heil der Partei ab! �.Streue Jeder den Sameu der Sozialdemokratie in den vpn den Feinden für uns aufgewühlten und gelockerten Bodeu. Genug— wir fürchten nichts, wir werden unö über nichts wundern. Spottend der Drohungen und Gefahren, heiter im Bewußtsein der guten Sache, marschiren wir dem erhabenen Ziel der allgemeinen Meuscheubefreiung zu, marschiren zum Sieg! Je hitziger und brutaler die Verfolgungen, desto besser die Vorschule, und desto kürzer die Lehrzeit! Die Gründer und die Staatshilfe. In Bourgeoisblättern liest man in letzter Zeit sehr viel von den neuesien Maßregeln der preußischen Bank, des unter der Lei- tung der Regierung stehenden Geldinstituts des preußischen Staats, welche in einem— offenbar nur singirten— Aufall vou Gewissens- reguiig dem üppig emporwuchernden Grüuderthum, diesem Vampyr rm Blute des arbeitenden Volkes, ihre weitere Unterstützung ver- >gt.-£>ie hat selbst den„feinsten" Bankfirmen ihren Wechselkredit edeutend eingeschränkt, sie weigert sich auch die Aktien der unzäh- ugen neuentstandenen Gesellschasren fernerhin so bedingungslos mit ihrem Gelbe zu beleihen, wie sie es bisher gethan. Darob nuu großer Jammer im Lager Israels— wollte sagen der Gründer; 7� man hatte in freudiger Erwartung der sranzösischeu Milliarden, tic uns ja bekanntlich eine ganz neue Aera des Wohlstandes, einen Ungeheuern Auffchwung der„Geschäfte" bringen müssen, rastloS rauf los gegründet; der goldene Regen aus Westen sollte de» nirht■ a Hand gelegten Samen erst befruchten, damit er so zur , 7• mtl'ber goldenen Ernte heranreife— und nun hält Jupiter-Camp- ornilv,\«" 10 ,id)Cr erhofften Regen grausamer Weise zurück! Die ~ gründet zappeln und schnappen nun um sich, wie die Fische un reiche, denen plötzlich das Wasser entzogen wird. An der e herrscht völlige„Panik", die„Course" weichen rapide, und sw m�Te. �'uanzkrisis erscheint unausbleiblich, wenn es der �,,:üant gefallen sollte, ihre Rolle noch diu wenig iü' r*'ort3ult-nefcn- Die Erbitterung in den Reihen der Gründer 7«,- C1Ut. uatürlich auch enorm. Sie lassen ihre Preßcomiuis die Jö!'�"�l�wirthschastlicher" Erwägungen besteigen. Die der r!;"�re"e.' blele Hohepriesterin deö Schwindels, der Lüge und Banf cerma9 angesichts der Maßnahmen der königlichen nofcern Vri',tcfteit wirthschastlichen Bedenken im Jntereste des en Unternehmungsgeistes ans dem Gebiete der Industrie und deö Handels nicht zurückzudrängen, des modernen Unternehmungs- geistes, der zwar— setzt sie in biderber Offenherzigkeit hinzu � manchen unschönen Auswuchs zu Tage gefördert,(als ob nicht alle Gründerei, gehe sie nun von Rothschild aus oder vom allerletzten Anfänger, auf die schamloseste Uebervortheilung berechnet wäre!) dem wir aber doch die heutige„berauschende' Entwicklung der Produktion, die allgemeine Hebung des Volkswohlstandes ic. jc. zu verdanken haben. Dabei werden im Hintergründe eventuelle Repreffalien seitens des Gründerthums in Aussicht gestellt und auch nach echter Geldprotzenmanier von den enormen Steuer- und sonstigen Lasten erzählt, die„uns" die Erhaltung des„Staates" (in diesem Munde heißt das bekanntlich immer die ungeheuere Militär- und Polizeimacht) auferlegt, und für die„wir" einige Gegenleistung zu fordern wol berechtigt sind.— Ei, ei, ihr Herren Geldsäcke, merkt ihr denn nicht, daß sich in der Hitze eures edlen Zornes die Tartüffe-Maske eures Manchester- thums, die ihr so consequeut dem Volke entgegenhaltet, gar arg verschoben hat, und daß dahinter euer wahres, eigenstes Gesicht, der Prinzipien- und schrankenlose Egoismus, die pure, blanke Hab- gier, die sich den Teufel scheert um all die ewig uniimstößlichen „Gesetze", um all die wissenschaftlich erforschten„Wahrheiten" eurer Volkswirthschaft, gar indiskret hervorguckt?! Ihr, die ihr Zeter und Mordio schreit, das jüngste Gericht, den ewigen Petroleums- weltbrand herannahen seht, wenn der Mann der Arbeit, über seine Lage klar geworden, aus der Tiefe seines Elends den Ruf nach Staatshilfe ausstößt, d. h. nach der gegenseitigen Hilfeleistung Aller für Alle, dieser schönen Uebertragung des idealen Gefühls der Zusainmengehörigkeit auf das tägliche Leben, ihr, die ihr durch eure wohlbezahlten Apostel immer und immer wieder den„Massen" vorpredigen lasset von den alleiilseligmachenden Wirkungen der „Selbsthilfe", des„freien" Verkehrs, welche uns„mit der Zeit" unfehlbar»och allesammt wohlhabend, glücklich und zufrieden machen müssen— sobald man sich nur für einstioeilen zu Tode arbeiten und„sparen" will; ihr, die ihr gar nicht genugsam zu warnen wißt vor dem schrecklichen Gifte der„Bevormundung" durch den Staat— ihr gestehet es in eigenen Worten ein, und bestätigt es >vcit mehr noch durch die Thatsachen, daß ihr von der arg ver- pönten„Staatshilse", die ihr als daS Ende aller Volkswirthschaft hingestellt, für euch selbst den allerweitesten Gebrauch macht, ja daß ihr im krankhaften Drange eurer Gewinnsucht eben diese Staats- Hilfe in so ausgedehntem Maße in Anspruch genommen, daß ihr heute in eurer ganzen Existenz von ihr-abhängig geworden seid, und daß eö, abgesehen von der legislativen, auch schon in der finanziellen Gewalt der StaatSleitung läge, euch euer sauberes GrUnderhalidwerk gründlich zu legen?!! Und ihr, ihr hochweisen Lenker deS StaatsschisieS, denen die hochweisen Zopfperllcken zu Berge stehen und die„bestehende Staats- ordnuug" unter den Füßen zu wackeln beginnt, die ihr nicht Ketten und Kerker genug habt, wenn der Arbeiter nur die Meinung auszusprechen wagt, wie es gar wol möglich sei, daß ihm, dem ehr- liche» und ehrenhafte» Erzeuger aller Werthe, nachdem er sich zur genossenschaftlichen Collektivität geeinigt, der Kredit des Staates zugewendet werde— ihr stehet nicht au— denn euer jetziges Spiel ist eben nur Komödie, ein Stückchen„politischer Heuchelei", dieser wichtigen Ingredienz im Breie eurer Staatsweisheit— ihr stehet nicht an, sagen wir, daö Eigenthum deS Staates, d. i. der Ge- sammtheit seiner Bürger, den uiisauberen Händen des Finanz- schwindlers zu überantworten, der, mit höchst unklaren Begriffen von Ehrlichkeit und Rechtlichkeit behaftet, schon in seiner Eigenschaft als einzelne Individualität nicht im Entferntesten die unerschüt terlichen Garantien einer Arbeitergenossenschaft— d. h. was die Sozialdemokratie unter einer solchen versteht— darbietet, den jeder unerwartete Windstoß an den Rand des Bankrotts werfe» kann, und der ferner die ihm anvertranten Mittel wahrlich nicht auf die einzig berechtigte, wirthschaftlich gesunde Weise verwendet, nämlich zur Produktion neuer gesellschaftlicher Werthe, wol aber zur frechsten und schwindelhaften Uebervortheilung des minder„ge- schästskundigen" Nachbars?!! Schreibtafel her, Schreibtafel her, damit man sie notire, all diese schönen Bekenntnisse, wahrlich, sie sind des Merkens wol werth! Und das dumme, undankbare Volk, das immer mehr und mehr daran zu zweifeln anfängt, wie ernst es den liberalen Herren Volksfreuuden und ihren Sendlingen mit ihrer Lehre vom„Frei- Handel" ist, daS je länger je mehr daran zu zweifeln anfängt, wie gut es„Väterchen" Staat mit allen seinen Kindern meint, und wie ängstlich gewissenhaft er für jedes von ihnen die gleichen Pflichten abzuwägen weiß und die gleichen Rechte!-- Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß der urplötzliche moralische Krampfanfall der Regierung eine reine Fiktion ist; man kennt sich, man braucht sich, man versteht sich gegenseitig alt zu sehr, als daß man sich nicht auch bald wieder verständigen sollte; es kann nicht lange dauern, und das alte zärtliche Verhältuiß zwischen Griliiderthum und. Regierung ist wieder hergestellt.�(Die Thatjachen haben diese unsere Ansicht bereits eingeholt: Wie wir soeben lesen, erklärte äus eine aus nationalliberaleui Lager im preußischen Abgeordnetenhause an die Regierung gerichtete Jnter- pellation Herr von Dechend, der Präses des Bankdirektoriums, daß es mit den Maßregeln der königlichen Bank durchaus nicht so ernst gemeint gewesen sei;»lan möge nur ruhig weiter draus los grün- den und dürfe sich der Hilfe des Staates nach wie vor versichert ! halten; nur möchte mau, so viel es anginge, den äußern Schein 'zu wahren suchen. Daraufhin im Abgeordnetenhause große Freude und au der Börse große„Hausse".) Uns aber, Parteigenossen und ! Freunde, unö diene dieser kleine häusliche Zwist, der den Vorhang ein wenig allzu sehr gelüftet, von Neuein zur Belehrung darüber, was das liberale Manchesterthum unter seinen Theorien in Wahr- heit eigentlich versteht: Für sich die unbeschränkteste Ausbeutung des StaatskreditS,. für den Arbeiter aber Selbsthilfe, immer nur Selbsthilfe, bis er, an der äußersten Grenze völliger Ohnmacht an- gelangt, der Knute seines„Besitzers" auf Gnade und Ungnade überliefert ist. Seit acht Tagen kaum hat die Regierung ihren maßlosen Kredit ein wenig eingeschränkt und schon kracht und stöhnt der stolze Bau des ganzen heutigen Finanz- und Wirthschaftssystems in allen seinen Fugen! Das ist die trefflichste Illustration zu dem wüsten Ge- schrei unserer Gegner über die„utopistischen",„nie- malS ausführbaren" Forderungen der Sozialdemokratie! Für uns aber, Parteigenossen und Freunde, sei jener Zwischenfall und das, was wir aus ihm entnommen, eine neue Anregung, mit allen unfern Kräften, mit Gut und Blut, der Zeit entgegenzu- streben, wo der Staat, in schöner Erfüllung seines wahren Be- rufeS, zwar picht die Früchte eines blutigen Raubzuges, im menschen- mörderischen Ringen einem großen, hochherzigen Nachbarvolke ab- gejagt,— diese können niemals zu einer Quelle deS GlückeS werden, wie wir es hungernd selbst erleben und noch mehr erleben müssen werden— wol aber die edlen Früchte friedlicher Arbeit immer wieder dem Fleiße und der Werkthätigkeit seiner Bürger dienstbar zu machen weiß, um sie so einer Epoche wahren„Na- tionalreichthums", wahrer„Jndustrieblüthe" entgegenzusühren, einer Höhe gesellschaftlicher Produktionskraft, von der das heutige Pyg- mäengeschlecht von Egoisten, das aus dem engen Kreise seines lieben, kleineu, erbärmlichen Ichs niemals herauszukommen vermag, gar keine Ahnung hat. ES lebe die Zukunft! Es lebe die Arbeit! Politische Uebersicht. So ähnlich, dem Wesen nach ganz gleich, auch der Bismarck'sche Parlamentarismus dem Bonapartischen des Zweiten Empire ist: dieselbe Ohnmacht und Servilität der„volksvertretenden" Körperschaften, deren einziger Existenzzweck die Bemäntelung deS in seiner nackten Gestalt etwas abstoßenden militaristischen AbsolutiS- mus— in Einem Punkt herrscht doch ein charakteristischer Unter- schied: während Bonaparte seine Lakeien im Senat und Gesetz- gebenden Körper mit ausgesuchter Höflichkeit zu behandeln pflegte, um ihnen ein Ansehen vor dem Volk zu geben, ist es im Bis- marck'schen Reich ständige Sitte, der dienstfertigen Reichstagsmajo- rität bei jeder nur irgend sich bietenden Gelegenheit recht empfind- lich ihre Untergeordnetheit ins Gedächtniß zu rufen, damit ja kein Zweifel darüber entstehen könne, daß Preußen(und was dran- hängt) eine absolute Militär- und Polizeimonarchie ist, in der das Volk nichts, und die Bourgeoisie blos Ja zusagen hat. So- eben ist den Bismarck'schen Parlamentlern, fteilich außerhalb des „Reichstags", wieder ein besonders derber Faustschlag versetzt wor- den, um ihnen„den Standpunkt klar zu machen". Sie hatten sich nämlich darauf gespitzt, daß die letzte preußische„Ministerkrise" mit einem Triumph des Bismarck'schen Parlamentarismus, d. h. mit dem Austritt einiger den Herren Parlamentlern ob ihres unver- hüllten Reaktionarismus unliebsamen Minister, vor Allem des Herrn von Roon,— und mit dem Eintritt des einen oder des anderen Parlamentlers, z. B. Forckenbecks enden würde. Wohlan: Herr von Roon ist zum Ministerpräsident ernannt wor- den,— und zu gleicher Zeit die öffiziöse Anzeige erfolgt, daß Herr Wagener von Dummerwitz jetzt auch sein Amt als vortragen- der Rath beim König antrete! Roon und Wagener! die zwei Männer, die, nächst Bismarck, den Parlamentarismus aufs Rück- sichtsloseste mißhandelt, und vielleicht die einzigen, die dem Parla- mentariSinus nie, auch nur zum Schein, geschmeichelt haben! Vor- läufig haben die Herren Nationalliberalen es noch nicht fertig ge- bracht, diese» Faustschlag in eine Liebkosung umzuliigen. Sie werdeus aber schon fertig bringen! Für deutsche, und speziell na- tionalliberale Servilität gibt es in puncto der Niedertracht kein „unmöglich".— Wie die preußische Regierung die Opfer der Sturmfluth im Stiche läßt, darüber läßt sich die„Wiener TageSpresse— die übrigens gut thäte, von ihrem antipreußischen Radikalismus ein Bischen ihrem„wahrhaft österreichischen Herzen" einzuimpfen — von einem süddeutschen Mitarbeiter Folgendes schreiben: „Der Minister Jtzenplitz hat für die Sendungen des Central- HilfSeomitös an die Unglücklichen nicht einmal Transportfrei- heit, sonder» nur Tarifermäßigung gewährt!— Diese Thatsache steht nicht vereinzelt, sie entspricht dem in Preußen angenommenen Systeme. So ist es auch schon in ftüheren Fällen gehalten wor- den. Als im Jahre 1868 bei der im östlichen Preußen herrschen- den Roth ein Hilfscomitv in der bayerischen Pfalz u. A. Saat- kartoffeln nach den am schwersten heimgesuchten Gegenden schenkte, gewährten zwap die Privateisenbahneu Frachtfteiheit, die preu- ßische Staatseisenbahn aber verweigerte dieselbe; ihre Gebühren betrugen ein Dritttheil des Werthes der Gaben. Vergebens ver- wendete sich damals ein Zollparlamentsmitglied, ein bayerischer Be- amter aus der Pfalz, bei der kompetenten Behörde; der Tariffatz mußte bezahlt werden. Statt selbst zu helfen, erhob man noch gleichsam eine Steuer von der Mildthätigkeit der Privaten; die Roth des eigenen Volkes ward zur Einkommensquelle für den Staat. „Alles ist hier nur der Armee wegen vorhanden und die Leute sind so gezüchtet, daß ihnen darüber nichts mehr einfällt. Im nächsten Januar soll eine Viehzählung vorgenommen werden. Die Bezirksregiermig in Bromberg macht dies mit einer Auseiikklnder- setzung bekannt, welche in dem Nachweise gipfelt, daß eine tüchtige Fleischuahrung die Soldaten leistungsfähiger und kräftiger mache Nun, die preußischen Soldaten bekommen zwar während der Ka- ferne»zeit nicht übermäßig viel Fleisch, aber das Argument ist u»d- bleibt bezeichnend."— Ob die hier gedachte„Viehzählung" in Verbindung zu bringen verfahren in Strafsachen des Eingehendsten vorgeschrieben ist! theilnahiiüoS, um die Bewegung sich gar nicht tümmeni. Mit j».9 V>■» frtf ItO- O............�...� C\.___ C' jL.___<.. ist mit der von verschiedenen Blättern gebrachten Mittheilnng, die preußische Negierung habe bei großen Fleischlieferanten angefragt, wie viel sie jederzeit an Waare der Regierung zur Verfugung stellen könnten; und ob ferner diese beiden Meldungen eine ebenso mysteriöse Vorbedeutung in sich tragen, wie die Ende 1869 ergangene Allerhöchste Aufforderung, Charpie zu zupfen— daS Alles kann nur die Zukunft lehren.— Als hlstorijcheö Aktenstück, um den Kretinismus der Versailler Kammcrrepublikaner zu kennzeichnen, fei nachfolgendes Bruchstück einer Epistel des E' „Beruhigen Sic sich! die wird ihr nicht fehlen. Die Republik ist eine politische Roth- wendigkeit. WaS man auch thun mag, die Republik wird auS den Krisen als die Trösterin für unsere Unglücksfalle hervorgehen. WaS Herrn Thiers anbelangt, so heißt cS, ihn verläumden, Sorgfalt die zur Ueberführung und die zur Bertheidigung des Kwbi.ix h.Tt} oi* tu OStitfotvtoV>ittifori rtSttvo fS»S i VsionoitViott IT mfh/iriVro»»vrlvfow» itnS ist überlassen feien. Der Präsident schwieg auf dies- juristische schaftliche Stellung schon so viele ihre ganze Existenz geopfert, die Finesse, hieß sie also gut. empfindlichste» Freiheitsstrafen erduldet" ja sogar, wie im letzten l> Kommt aber«itn die„Revidirte Strafprozeßordnung für daS und vorletzten Jahr in Frankreich, in den Tod gegangen sind, zunl dc Königreich Sachsen vom 1. Oktober 1863," worin das Gerichts- großen Theil im feindlichen Heerlager sich befinden, oder vollständig u> und wie lautet es daselbst? Wir haben uns die auf vorliegenden Fall bezüglichen Stellen ganz genau angesehen und Folgendes gefunden: Recht verwundert Jeder sich darüber. ta Wenn der Feudal-Konservative uns bekämpft— nichts natürlicher di als dies. Derjenige, welcher heut noch die unhaltbaren Zustände a» er zu kennzeichnen, sei nachfolgendes Bruch- tA Artikel 3, im ersten Kapitel„Allgemeine Bestimmungen", mit des Mittelalters konserviren will, muß naturgemäß die Partei be« in Exfozialdemokraten Rolland veröffentlicht: der speziellen Rnbrik„Beruf der Behörden und Beamten im Straf- j kämpfen, welche die Einrichtung des steien sozialen BolkSstaats sick w ie Republik ist nicht in Gefahr, Herr Thiers verfahren." Was steht da? zur Aufgabe gestellt.' he :a..... M�tx.„Alle im Strafverfahren thätigen Behörden und Beamte � � �„....... . � Der Bourgeois muß uns bekämpfen, weil bei Verwirklichung-H haben in ihrem Wirkungskreise die Erforschung der thatsächlichen unserer Prinzipien unser Schweiß nicht mehr seine Millionen ver- de Wahrheit zum Zielpunkt zu nehmen und daher mit gleicher mehrt, seine Geldsäcke füllt.' WW �WWW�WWWWWaS veranlas!" Arbeiter aber, die ihr den fortschrittliche» che wenn man glaubt, daß er monarchisch« Hintergedanken nähre. CS Angeschuldigten dienenden Umstände zu erörtern und zu berück- Gewerkvereineu angehört, von denen man doch anuehmen müßte, ou heißt ireilich auch, ihn verkennen, wenn man denkt, daß er die nämlichen Gesinnungen habe wie wir. Er ist in Einem Punkt mit uns einig: wie wir haßt er das alte Regime; wie wir ist er der neuen Ordnung der Dinge ergeben, welche aus der Revolution hervorgegangen ist. Rur— und er hat die« hundertmal zuge- fichtigen." daß ihr das Unhaltbare, daS Jämmerliche der heutigen gesellfchafi- Gut! Also ist bewiesen, daß Herr Steiger, von dem man, lichen Zustände längst erkannt habt,— was veranlaßt eucb, unS ssch wie von Heine'S„KobeS", sagen kann, daß„von ihm stets gerühm: feindlich gegenüber zu treten? Was wir durch schwere« Ringen, lei feindlich gegenüber zu schweres Ringen, worden: auf Fakultäten hat er nie studirt; ja feine ganze Ignoranz durch große Anstrengung und Opfer zuversichtlich zu erlangest sti hat er sich allein erworben;"— wir sagen: also ist bewiesen, hoffen,— nehmt ihr nicht Theil daran, so wie wir selbst? Glaubt dic standen— hätte er gewünscht, daß die konstitutionelle Monarchie!daß Herr Steiger, der Rittergutspachter, von den Fundamental- ihr, wie euch eure falschen Freunde vordcklamiren, die jetzige» ibciö UCUC SteQlUie entnuefeft.tkK«>r hoÄ ttnAofSUv(rt httof Vitoii? kttto orrt äTzrofrfv-- ttrm>.«»,7-lv.-.»» ,...w 17.«..<1 des Empire voraussah. wenn die Republik der strengniigen machen müsse, Es ist also keine EintagSlaune oder persönlicher Ehrgeiz, welche Herrn Thiers bekehrt haben. ES ist ein langsam gereifter Ent- schluß. Wohlan, Herr Thiers hat cS unternommen, mit den Monarchisten der Versammlung die Republik zu gründen, und eS ist noch nicht gesagt, daß er nicht damit zu Stande kommen wird." Und so weiter.— Man reibt sich die Auge»■— steht das wirklich da? Kr in Zweifel. Schwarz auf weiß. Und es ist daS nicht einem Privatbrief entnommen, fondern einem für die Oeffentlichkeit bestimmten, an die Zeitung„l�roxre» de Saoue et Loire" gerichteten quasi_ offiziellen Schriftstück! Und, wohlgemerkt, einem Schriftstück, erlassen nach dem jüngsten parla mentarischen Spektakel- und Jntrignenstück, in welchem die Herren Rolland und Konsorten von Thiers so schmählich genaSführt wurden! Doch freilich, was bleibt dieser erbärmlichen Gesellschaft übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Die Ermor- dung der Kommune, die zehntausendweise Riedermetzlung der ein- zigen ehrlicheu Republikaner haben sie ruhig geschehen lassen, ja, den Mördern und deren Hauptmann thcilö direkt, theilS indirekt ihren Beifall zu erkennen gegeben— und n«n sind sie an Händen und Füßen gebunden, in der Gewalt des Hauptmanns der Mör dcrbande, abhängig von seiner Gnade, gezwungen, zu jedem seiner Fußtritte zu lächeln, gezwungen, die letzte Hoffnung für die Re- publick auf den Mann zu setzen, der mit dem Blut der Kommune daS Herzblut der Republik vergossen hat! Sie müssen hoffen auf Thiers! Hoffen, daß Thiers der Republik„nicht fehlen", daß Thiers„mit den Monarchisten die Republik gründen" werde! Hoffen aus Thiers, der„wie wir der neuen Ordnung der Dinge(der Republik) ergeben ist", obgleich er„die konstitutionelle Monarchie gewünscht hätte." Hoffen für die Republik auf den Henker der Republik! Hoffen mit PreiSgebung des letzten Rest chens von Ehre, und deö letzten Fiinkchens von gesunbem Menschen verstand! Hoffen bis zur Infamie und zum Blödsinn! Oh, Ihr Herren, an dem Tag, da die wahre Republik, die Republik des Proletariats, die Ihr so feig meucheln ließt, sich aus dem Grabe erheben wird, dürfte Euch die Republik deö Herrn Thiers eine schlechte„Trösterin" sein.— Mittlerweile fährt Herr Thiers fort,„die Republik in seiner Weise zu„begründen"; sein Neustes ist die Unterdrückung des republikanische»„Corsaire", der durch einige scharfe Artikel über die letzten Kammerkatzbalgereien den Zorn der Versailler Landjunter erregt hatte. In Paris herrscht nämlich noch immer Belagerungszustand, und ein Federstrich ge nügt zur Vernichtung eines unbequemen Blattes. Daß aber die französische Bourgeoiörögiernng vor einem Zeitungsartikel solche Angst hat, erfüllt uns mit inniger Freude und den schönsten Hoffnungen.— Fünf der strikenden londoner Gasarheiter sind nach- träglich von bürgerlichen Geschwornen der„Verschwörung" größten Ausdauer bedarf,, wenn wir zu dem unS gesteckten Zielt gelangen wollen,— wenn diejenigen, welche dies alleS erkannt, dit Bu Hände in den Taschen, ruhig zusehe», um vielleicht durch Ent- eim richtnug der kleinen Parteifteuer, sich nicht einige GlaS Bier der Monat hindurch abdarben zu dürfe»? oder, weil das Vnsamm- Ext lnngslokal etwas abgelegen(— aussuchen können wir uiiö leidei Bei keinS—•) ist, um sich nicht müde Beine zu macheu? Oder sollten abg In unserm Zeitalter der Arbeitstheilung werdet Ihr, Sozialiste», eö bei manchem- die Frau nicht gern sehen? Vorstehendes komm legi in einem Angstschweiß abrackern mußte, daß ein Steigerscher Tage- löhncr ihn hätte bemitleiden können? Würde Herr von Mücke auch der Bertheidigung das Hervorheben der eutlastenden Momente verwehrt haben, dann hättet Ihr Schreier höchstens Recht, Euch zu vermäulen; so aber nicht."' Nicht? Nous verrons! Artikel 280 handelt von der„Vernehmung des Angeklagten." Entweder der Hase steckt hier-— oder er steckt nirgends! Also! Wie lautet Artikel 280? Antwort: Er lautet:„Hierauf(»ämlich nach Vortrag des Ver- weisungserkenntuisseS) vernimmt der Vorsitzende den Auge- klagten über alle für die UrtheilSfälluug erheblichen Um- stände." Ueber„alle", d.h. auch über die entlastenden, da sie ja für die„UrtheilSfällung" ebenso„erheblich" sind, wie die belastenden. Der„Vorsitzende" selber also hat dieses Geschäft zu besorgen; er hatte gerade so gut, wie er die belastenden Momente hervor- heben muß, auch die entlastenden zu vermerken, und nicht diesen zweiten Theil der Arbeit der Bertheidigung ausschließlich anzu- weisen. Wir haben somit bewiesen, daß nicht nur der Obmann Steiger, sondern sogar einer der höheren. sächsischen Justiz- beamten die einfachsten, durch die Logik und die Strafprozeß- ordnnng gebotenen Forderungen in für die Angeklagten nach- theiligster Weise außer Acht gelassen hat. WaS soll man von einer Regierung denken, die— einen stenographischen Bericht über den Prozeß hat sie sich ja anfertigen lassen ein derartige« Justizverfahren ungeahndet läßt? leider nicht vereinzelt, kommt viel zu häufig vor, so daß jeder Orb vor wo Parteigenossen sich befinden, hier mit einstimmen kann. Dos str« wollen wir nicht den Stab vorschnell über andre brechen, sonder» seri gerne zugeben, daß wol ziemlich ein Jeder mehr hätte thun können tra wenn nicht in dieser, so doch in jener, oder in einer andern Be- hät ziehuiig, und werden wir durch die öfter» Ermahnungen deS Aus- der schnsseS hierin sehr bestärkt, aus welchen man leicht ersehen kann ru daß öfters den wichtigsten Verpflichtungen nicht nachgekommen wird Ar und zwar von Vertrauensmännern, also von Leuten, welche, stü berufen durch daS Vertrauen der Parteigenossen, vor allen Ändert ihre Schuldigkeit thun sollten.'Nehmen.-wir uns alle den feste» vor Vorsatz, im neuen Jahr unsre Schuldigkeit im größten Maße z> übe thun, alles daran zu setzen, um unsre Partei aus den Standpu»! um zu stellen, welchen sie, wenn sie ihre Aufgabe erfülle» soll, ein sati nehmen m»ß, und wir werden dann sicher mit noch größerer Ge Un nugtynling ans die Vergangenheit zurückblicken, als wir es dieSm» An im Stande sind. Innere Partei-, Verwaltung�- nnd Organisations-Angelcgenheiten. Arl Or ist dak pol die Zur Wenchtung. In Nummer 102 des„Volksstaat" erläßt endlich auch Freun> gar Rcichelt(Apolda) einen Bericht über die Wahl im 3. weimarschei soll Wahlkreise; der Bericht schließt mit dem gewiß sehr beherzigenS werthen Ausspruch:„Wären diese Orte organisirt gewesen rc." niil(Ztj schließlich werden dem Ausschuß wegen Vernachlässigung Thüringen� All Vorwürfe gemacht. Wie Freund Reichelt dazu kommt, dem Aus Po schuß diesen Vorwurf zu machen, ist uns geradezu unerfindlich. I» geu deß dieser Vorwurf kommt uns ganz gelegen, um auch unserersei» die eine» Vorwurf laut werden zu lassen, eS wird sich ja dann zeige» de» wer die Schuld der Vernachlässigung trägt, wenn überhaupt v<>> nid einer solchen die Rede sein kann; denn es fragt sich doch noch, o> lad Warnung. Die Auswanderung nach Brasilien wird in diesem Augenblicke noch stärker als je von den bezahlten Agenten betrieben. Wir versichern den Versprechungen dieser Leute gegen- überhaupt ein Ort oder ein Land, wo agitatorische Kräfte vo» Th ---■•----"-'------Ihrnbe» oder in der Nähe sind, sich nicht selbst vernachlässigt, wen- den über, daß in der uns vorliegenden brasilianischen Wochenschrift „Germania"(einem bismarckisch gesinnten Blatt) die Lage der deutschen Einwanderer als eine ilieist trostlose, politisch und sozial rechtlose geschildert wird; sie werden nicht bloS von der brasilianischen Regierung, sondern in noch höherem Grade von den älteren deutschen Kolonisten und zwar mitunter in grauenhafter Weise ausgebeutet. Neujahrs-Mahnruf eines Arbeiters an seine Genossen. In der Voraussetzung, daß so mancher Arbeiter, welcher durch- auS nichts mit uns bösen Sozialdemokraten zu thun haben will, am Ende»ns noch bekämpft, den„Volksstaat" lieöt, mache ich mich an diese Zeilen, in der Hoffnung, vielleicht manchem das Ungerechtfertigte seines Verhaltens uns, seinen vorwärtsstrebeuden Brüdern gegenüber, vor daS Auge zu führen und zu unserm Kampfgenossen zu machen. ES erregt sicher jedes zum Bewußtsein erwachten Arbeiters größte Verwunderung, daß im Kampfe gegen die jetzt bestehenden gesellschaftlichen Einrichtungen Diejenigen, welche seine natürlichen Kampfgenossen sein sollten, für deren zu erringende bessere gesell- diese in Unchätigkeit bleiben. neh Ohne auf weitere, tiefer liegende Gründe einzugchen, muß ab» fäll zunächst konstatirt werden, daß bereits mehrere thüringische Landes cei. Versammlungen stattgefunden haben, die sich mit der AgitationsfraS gen beschäftigten, ja die eigentlich gar keinen andern Zweck hatten, al mü die Agitation zu regeln; auf denen AgitationScomitöS ernaids des wurden, und die doch mindestens zu dem Glauben berechtigten, � G< es den von diesen Versammlungen beauftragten Eomitös a»» d» Ernst sein werde mit dem, wozu sie beauftragt wurden. du Vo> dem Thun und Lassen dieser EomiteS ist u»S sreilick»,lC hal mals Bericht geworden, ebenso wenig wie dieselben oder sonst st«' au in Thüringen unsere Unterstützung angerufen haben. Als Beissts res aber, wie wenig vertrauenerweckend für eine erfolgreiche Agitaü«'' ark die Dinge in Thüringen lagen, wollen wir nur anführen, da ga, Apolda z. B. seit Juli nicht einmal Parteisteuern eingesandt hall' sich so daß im Grunde genommen ganz Thüringen, mit Ausnahme va na( 3 bis 4 Orten, eigentlich gar keine oder doch nur nominelle M1 gel gliedcr zählte. Kam die ReichStagSwahl, von der wir aber wiederum n'st Tr etwa durch daS Agitations- oder Wahlcomite, sondern durch � Zu Zeitungen in Kcnntniß gesetzt wurden."ü die Es wurde allerdings sofort beschlossen, bei dieser Gelegenheit tzten'orzugehen und die Wahl in agitatorischer Weise auszunutzen, denn zunl»aß an ein Durchbriugcn unsers Kandidaten nicht zn denken, war ,diz uns ans sehr verschiedenen Gründen klar. Mit Allein der Ausschuß denkt und das thüringer Wahl- oder Agi- ' tationScoMM lenkt, oder richtiger, überließ daS Lenken den Göttern, cher die wahrscheinlich allwissender sein mochten als der Ausschuß, denn inde aus zwei an den Borsitzeuden deö WahlcomitvS gerichtete Briefe, be- in denen über den Wahltermin um Auskunft gebeten wurde, da ftct wir beabsichtigten, Agitatoren dahin zn senden, warten wir noch heut vergebens auf Antwort. Ob dem leitenden Eonute an der unz Hilfe fremder Agitatoren nichts gelegen sein mochte, oder was sonst oer- der Grund war, daß der Wahltermin nicht bekannt gegeben wurde, — weder der„Volksstaat", noch die anderen lokalen Parteiorgane che» haben eine Notiz darüber gebracht— wollen wir nicht weiter ißte, mntersuchen. last- Erst nach der Wahl— ftüher niemals— gingen uns Zn- unS tschriften um Unterstützung der Agitation zu, und sind sofort er- gen, ledigt worden. Hierüber noch mehr zu sagen, halten wir für über- ugen iflüssig. Nur Ems wollen wir noch hervorheben, und das wäre nibt die Aufforderung nicht allein an das thüringer Agitationscomitö igen— auch andere Orte mögen dies- Schlußfolgerung beherzigen— bei künstig die Organisation und Parteidisziplin etrvas weniger rsch-„stiesm ütterlrch" zu behandeln. Mit der Agitation, blvö um vor zu agitiren, wird gar nichts erreicht, das Resultat der Wahl im ge- 3. weimar'schen Wahlkreise möge man sich zur Warnung nehmen. von Also, man azitire nicht bloS, um nur nominelle Parteigenossen und zu gewinnen— und an diesem Agitationsfehler scheint auch Sachsen sind zu laboriren,— sondern man lasse sich die Förderung der Organi- Ge- sation, je centralistischer, desto besser, angelegen sein, und gewöhne ken, d>ie neugewonnenen Mitglieder— unbeschadet, daß ältere Mit- lche! glicder sich selbst daran gewöhnen— an die nothwendige Partei- issei disziplin, damit nicht Jeder nach seiner eigenen Meinung, jeder da Ort auf eigene Faust handelt, wo doch nur durch Znsammenhalten wi> der Kräfte Aller Etwaö erreicht werden kann. Th. Äjorck. ch; cuei lichj ge" den be der sozialdemokratischen Arbeiter-Partei gegründet, welche noch d�n-i schieden verbat, daß an seinen Vortrag sich eine Debatte knüpfe. selben Abend in ganz kurzer Zeit auf ernige 20 Mann gebracht �Anstandshalber wurde zum stellvertretende!. Vorsitzenden einer sei .... zemer wurde. Bon mehreren meiner Zuhörer wurde mir versichert, daß, Freunde, Herr Gröber�)(Mitglied der Volkspartei) gewählt.— eine anderweitig versuchte Agitation des Allgemeinen deutschen Nach Beendigung seines Bortrages erklärte er auf die Anfrage eines Arbeitervereins in Bischofswerda vergebliche Blühe sein wird. Wem wr nü<>!»!.,-> nn ilim nm&Mf die Verhältnisse bekannt sind, der wird eS begreiflich finden, daß für den Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein mit seiner die Arbeiter gegenseitig systematisch verhetzenden Leitung hier kein Boden ist. C. W. Äamvurg, 23. Dezember. Wie im„Volksstaat" bereits mit- Mitgliedes der Versammlung, ob er einige an ihm gerichtete Fragen zu beantivorten gewillt sei, daß er eine Debatte nicht wünsche, da dies für seine weitere Agitation in mehreren andern Städten Süd- deutschlands von Nachtheil sein dürfte. Darüber beruhigt von Seiten der Versammlung, da sein Vortrag durchaus nicht politischer Natur sei, gab er vor, daß seine Gesundheit eS ihm nicht gestatte, sich an getheilt ist, haben sich die Brauergehilfen in Frankfurt a. M.jeiuer Debatte zu betheiligen.— Er könne eine Diskussion freilich an die Brauereibesitzer mit einem Gesuch um Verbesserung ihrer nicht verhindern, werde jedoch, falls die Versammlung sich für eine olche erkläre, das Lokal verlassen. Die anwesenden Volksparteiler resp. der zweite Borsitzende Gröber unterstützten auf daS Lebhafteste seinen Willen, indem sie die Berdieuste des Vortragenden für die Lage gewandt. DaS Gesuch war durchaus höflich gehalten und von einer Arbeitseinstellung darin keine Rede. WaS war die Ant- wort auf dieses höfliche Schreiben? Man höre und staune! Die Herren Brauereibesitzer einigten sich dahin, die Forderungen in! Sache des Volkes in einer Weise hervorhoben, wie man sie selten keinem Punkte zu bewilligen und jeder Besitzer, der einen zu hören bekommt.— Bei der ans bestimmten Antrag erfolgten eut' asseneu Burschen annehmen würde, sollte 23 Thaler Strafe Abstimmung entschied sich die übergroße Mehrheit der Bersamm- zahlen. Außerdem begannen sofort Maßregelungen. So entließ llung für eine Diskussion, und unser werther Gast A. Gögg, der ein gewisser Herr Schwager allein sofort 3 Mann, ein anderer zweite Vorsitzende nebst der Hand voll Bolksparteiler verließen das Arbeit bekamen. Und wöhlgemerkt: Alle waren durchweg ohne Traditionen von 43 und 49, ist aber Sozialdemokrat nnd hat auf die gesetzliche Kündigung fortgeschickt worden. Und doch Hein Baseler Kongreß der Internationalen Arbeiterassoziation be- wollen die preußischen Nationalliberalen ein besonderes Gesetz kanntlich für die Gemeinsamkeit des Grund und Bodens gestimmt. wu leicf nissi dost keit in ist zkeö bgd itich hie; ge- de» siel« dft Int' der Ii in- ndet ltell MM Ort' Doä den ncn, Be- lus- aun nrd .lche. deN estet J ein G- ima> Gewerksgenossenschastliches. Allgemeiner Schuhmuchcroerei». Werkln, 30. Dezbr. Am 27. d. M. fand unter dem Vorsitz Z>eS Herrn Kühn eine Versammlung statt, die sich besonders mit der Besprechung der gegenwärtigen schlechten Lohnverhältnisse be- fchäftigte. Wenn sich auf gütlichem Wege eine Lohnaufbesserung nicht erreichen lasse, werde wol zu Ostern entweder ein partieller oder Massenstrike die unausbleibliche Folge sein. Die größte Konkurrenz verursachen die kleinen Provinzialstädte, in denen sehr viel für Berlin gearbeitet werde. Dieserhalb sei es nothwendig, in jenen die Agitation zu begründen. Ein direkter Beschluß wurde Wer das Erwähnte nicht gefaßt. Zum Schluß wurde eine Sammlung für den inhaftirten Schuhmachergesellen Herrn Arm- borst veranstaltet. träfe nicht betroffen werden. DaS nennt sich auch BolkSver- eine Diskussion anberaumt ward, aus der Versammlung entfernte, treter!!— Die Frankfurter Brauergchilfen haben keinen Slrike ge- mißbilligen wir zwar, finden es ab sche. �ens ui'l gen« Au» I» sseit ige' vo> ü'' vok ceii' ab' ade» fraS imi" , dä aü» nie . w- ispi- ati� vo h-tti . vo Mi' ,iiä! h di Corrcspondenzen. Leipzig. In Nr. 104 des„Eorresponent für Deutschland� Buchdrucker und Schriftgießer" lesen wir in einem Bericht üb e� eine Bereinsfitzung der berliner Buchdrucker Folgendes: „Als dritter Gegenstand standen noch die Bewilligung einer Extrasteuer und eine solche für die strikenden Kollegen in Rom zur Verhandlung. Von der Auflage einer Extrasteuer wurde indessen abgesehen, und zwar in Anbetracht dessen, daß die RechnungS- legung, welche an demselben Abende erfolgte, einen Kassenbestand von 4403 Thalern aufweise, welche ja stets bereitwilligst zur Bestreitung jeder nothwendigen Ausgabe benutzt worden und auch ferner dazu da sei. Den Kollegen in Rom wurde— in Anbetracht der schwierigen Verhältnisse, unter welchen sie zu kämpfen hätten, und unter dem Hinweis, bei den jetzigen Verfolgungen der Arbeiter in allen Landern von Seiten der Regierungen um so mehr zu zeigen, daß die Interessen der Arbeiter aller Länder solidarisch seien— eine Unterstützung von 2000 Francs(26ö Thlr. 20 Sgr.) bewilligt." Wir wollen den berliner Buchdruckern keine Elogen sagen; der von ihnen wiederum gelieferte Beweis brüderlicher Gesinnung ist über alles Lob erhaben. Wir wollten die Gelegenheit nur benutzen, um die deutschen Arbeiter abermals auf die vortreffliche Organi-' sation des deutschen Buchdruckerverbandes aufmerksam zu machen. Und wir sprechen eS hier unumwunden aus: an ein erfolgreiches Ankämpfen gegen die Bedrückungen des Kapitals können die, Arbeiter der anderen Branchen erst dann denke», wenn sie sich eine Organisation ü In Buchdruckerverband geben. Neben der Agitation! ist es der durch die Gewerkschaften geführte praktische Kampf, der das Klassenbewußtsein der Arbeiter weckt und mit diesem den politischen Gesichtskreis derselben eneeitert. Und wohlgemerkt: sollen die Massen der Arbeiter gewonnen werden, dann hat man Organisationen zu schaffen,' die dem Arbeiter materiell nützen; und folc./- Organisationen sind die— Gewerkschaften. Nlschofswerda.(Zur Agitation in der Oberlausitz.)! Im November vorigen Jahres hatte der bekannte Agitator des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins Hörig aus Hamburg eine Volksverssammlung hier abgehalten, sich in seinem Referat im All-! gemeinen über die Arbeiterbewegung verbreitet und zum Schluß die Versammlung zu massenhaftem Eintritt in den Allgemeinen dnitfchcil Arbeiterverein' aufgefordert, welcher Aufforderung indeß nicht Folge gegeben wurde. Am 30. November war ich auf Ein- ladung der dasizeu Tuchmacher erschienen und hielt über das Thema:„Die Nothwendigkeit für den Arbeiterstand, organisirt auf dem Boden deS Rechts und des Gesetzes den Klassenkampf aufzu- nehmen, um zu seinem Recht zu gelangen" einen längeren, bei- fällig aufgenommenen Bortrag in einer stark besuchten Tuchmacher- Versammlung. Hauptsächlich»lachte ich die Anwesenden auf Fol- gendes auftnerksam: 1) daß die Arbeiter gemeinschaftlich handeln müssen, um sich von der Kapitalherrschaft und deren Folgen zu befteien,— also organisiren. 2) In Anbetracht, daß die Gegner der Arbeiterklasse sich in deren Bekämpfung durchaus nichi butch nationale Grenzen beirren lassen, ist der Acbeiterstand �strch. zwingende Nothwendigkeit veranlaßt, sich, soweit es die Ver- haUnisse in den verschiedene» Ländern nur einigermaßen gestatten, auf breitester internationaler Grundlage zu organisiren« resp. sich einer derartigen Organisation, welche die Befreiung der arbeitenden Klasse sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, voll und i stanz anznschließen, und 3) daß die Arbeiterklasse unter Berück-! sichtigung der gesetzlichen Bestimmungen mit allen Kräften dar- "ach ringen muß, schon im heutigen Staate zu politischer M icht zu gelangen, denn erst dann werden wir unser» Gegnern wirksam �reiflich machen können, daß auch wir, die Arbeiter, als die � Träger der Kultur, berechtigt find, an deren Errungenschaften Theil! Zu nehmen.— Hieran schloß sich die Verlesung unseres Programms. "ut kurzen Erläuterungen und schließlich wurde eine Mitgliedschaft; mich in Witten an der Ruhr in einer viel über de» französischen Feldzug disputirt wurde. Auch ich mischte mich in das Gespräch und that unter Bezugnahme auf die im Volksstaat vom 3. Juli dieses Jahres besprochene vom Kaiser Wilhelm abgehaltene Revue einige Aeußerungen, die einen Weichen- steller von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn, Namens Theodvr Rutmann veranlaßten, mich bei dem Bochumer Kreisgericht zu denunziren.. Daraufhin wurde die Anklage wegen Majestätsbelei- dignng gegen mich erhoben und als Resultat der Anklage habe ich ven Parteigenossen mitzntheilen, daß ich am 20. Dezember Ordre erhielt, mich binnen 8 Tagen zur Verbüßnng von 2 Monaten Ge- fängniß imArrefthauseznElberfeld zu gestellen. Durch meiueHaft geräth meine Familie in die bitterste Roth, und doch darf diese des Nothwen- digsten um so weniger entbehren, als meine Frau ihrer Niederkmift entgegensieht. Ich bin fest überzeugt, daß mich die Parteigenossen in meiner Roth nicht verlassen werden. Mit sozialdemokratischem Gruß Theodor Kötter, Rott Nr. 7. Göppingen, 30. Nov. Im dicht besetzten Saale Mes Gast- von den Parteigenossen Pröbstl, Hell, Gerstmaier jnnd dem Unterzeichneten die Lücken des Vortrages einigermaßen unter Zu- grundelegung unserer Tenzenden ausgefüllt. Die Versammlung, obgleich in ihren Erwartungen bezüglich deö Vortrages nicht ganz befriedigt, wurde durch die verschiedenen Ergänzuygen während der Debatte in sichtlich bessere Stimmung versetzt. Aufgefordert, an den Prinzipien der sozialdemokratischen Partei unwandelbar festzuhalten und sich durch keine zweideutigen Parteifreunde beirren zu lassen, wurde dieselbe 10'/- Uhr unter größter Eimüthigkeit vom Borsitzenden geschlossen. Die liberalen Blätter sind natürlich voll des LobeS über den Vortrag ihres Freundes nnd ziehen in gewohnter Weise über die unkultivirten Sozialdemokraten los.— Mit sozialdemokratischem Gruß Julius Scheil. Jürth, 13. Dezember. Die Gemeindeergänznngswahlen sind zu unser» Gunsten ausgefallen, indem sämmtliche Kandidaten der mit den Arbeitern vereinigten Bolkspartei gewählt wurden. Wir haben sonach wirkliche Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiter- Hauses„Zum Rad" hielt heute der aus Amerika von einer Reise! Partei im Magistratskollegium, einige im Gemeindekollegium und zurückgekehrte Freiheitskämpfer und Sozialist Herr Amand Gögg«auch einige Arbeiter bei den Ersatzmännern. Die U-brigen beken- einen Bortrag über die politischen, religiösen und sozialen Zustände neu sich größtentheilS zu nnserm Programm. Unter unseren Geg- Nordamerikas. Eingang« seiner stiebe betonte Herr Gögg, daßluern(eS ist das die Minorität, die nicht auögeloost wurde) be- der Arbeiterverein in Göppingen ihm schon seit langer Zeit als �findet sich noch immer Dr. Landmann, der Vorsitzende deS Ge- ein tüchtiger Kämpfer auf sozial-politischem Gebiet bekannt sei und nieindekolleginms. Aber es steht zn erwarten, daß sich die ent- eS ftene ihn, heute in unserer Milte weilen zu dürfen. DeS Wei- schiedeneren Elemente bei der im Januar stattsindenden Bureau- teren führte der Vortragende aus, daß die Antheilnahme des wähl zu seinem Sturze mit uns vereinigen werden. Die Fort- Deutschthilins an den zivilisatorischen Bestrebungen Nordainerikaö schrittler geberden sich wie toll vor Wnth, daß sie von den Zwei- seit den Reaktionsjahren 1343—49 datire, die Amerika ein be- pfennig-Männern— so nennen sie uns Arbeiter— aus dem Sattel gehoben sind, in dem sie sich so gemüthlich zurechtgesetzt hatten. Aber wir waren auch auf dem Posten. Es haben sich nämlich 3 Wochen vor den Wahlen noch über 400 Arbeiter um daö Bürger- seit den R�aktionSjahren deutendes Contingent der gebildetsten Elemente Deutschlands zu- geführt haben. Nicht die Siege von 1370— 71, wie Viele in dun- kelhafter Ueberhebung sich einredeten, hätten das Deutschthum in, Amerika auf den jetzigen Standpunkt gehoben, nnd er glaube, wenn recht beworben, da dieses, Dank der demokratischen Gemeindever- die Steuerschraube in der Belastnng des Volkes so fortarbeite, I tretung, nnentgeldlich ertheilt wird und der Beilritt durch Kollek- daß durch die massenhafte Auswanderung nach Amerika sich da- tivbewerbungen noch mehr erleichtert ist. ES kommt den Arbeitern, selbst sehr bald ein neues freieres Deutschland entwickeln werde.«die sich in einer Kollektiveingabe um das Bürgerrecht beworben "MMMWIWW lebe AlS mit den freiheitlichen Institutionen Amerikas unvereinbar,! wußten wir es dock, desto besser zu benutzen, und da wir aus dem schaftlichen Zustände Nordamerikas machte der Vortragende auf die Macht der"katholischen Kirche aufmerksam, die sich zu einer Höhe entwickelt habe, die für die politische Entwickelung nicht ohne Gefahr sei. Hier genüge die vielgepriesene Trennung der Kirche vom Staate nicht; die ganze Anfmerksamteit müsse vielmehr ans die religiöse Emanzipation gerichtet werden, die aber schon bei dem Kinde beginnen müsse. Auf die sozialen Zustände übergehend, sagte Redner unter an- derem, daß der Arbeiter in Amerika weit geachteter dastehe als bei uns. In Folge besserer Bezahlung lebe der amerikanische Ar- beiter auch weit besser als der europäisch: und im geselligen Ver- kehr trete der Arbeiter dem Fabrikanten selbstbewußt gegenüber, während er bei uns als lebendes Werkzeug, als Untergebener be trachtet wird und sich darnach auch behandeln ließe. Nichtsdestoweniger sei der soziale Kampf auch in Amerika an der Tagesordnung und Redner erblickt die Lösung der sozialen Frage in der gesetz- lichen Aufhebung der Lohnarbeit. Der Bortrag A. Gögg's erntete vielen Beifall. TagS darauf (Sonntag) reiste Herr Gögg, begleitet von einer Anzahl Arbeitern nach Augsburg!, München und Nürnberg, wo er überall Vorträge dasselbe Thema z» halten gedenkt. Bei' uns hat sich Herr übe WW IWMWMWWWWW» Gögg durch sein populäres Auftreten ein bleibendes Andenken er- warben. M. Schmidhänßler, Vertrauensmann. München, 4. Dezember. Amand Gögg hielt heute in nnserm gewöhnlichen Versammlungslokale vor einem einen Vortrag über Amerika und politischer, religiöser, sozialer nnd intellektueller Beziehung Dieses reichhaltige Feld bearbeitete er in netto einer Stunde nach Art der Leiter und Lehrer der Arbeiter-BildungSvereinler. Die Reste der hier noch befindlichen Volksparteiler hatten sich zu dem Vortrag eingefunden.— Nur mit Widerstreben willigte der Bor- tragende ein, daß, wie üblich, ein Bureau zur Leitung der Ver- sammluug gewählt wurde, indem er es sich a la Max Hirsch entSieg der Arbeiter vor einer Garnison verschönt bleiben. Am Mittwoch, den 11. Dezember, sprach Herr Amand Gögg dahier vor einer stark besuchten Versammlung über die Nord- amerikanische Republik nnd vertheivigle das Programm unserer Partei in glänzender Weise, indem er sich entschieden für Trennung der Schule von der Kirche nnd vom Staat, für Anfhebuug der kapitalistischen Produktionsweise und Einführung der genosseiischast- lichen Arbeit, sowie für Expropriation deS Grund und Bodens aussprach. i PH. G._ Amrnöerg, 23. Dezember. Wir haben den Parteigenossen die erfteulich: Mittheilung zu machen, daß der in letzter Zeit als Ver- fechter der Arbeiterinteressen vielgenannte kür. Friedrich Mook unserer Partei beigetreten ist. Wenntzorf, 17. Dezember. J-i Nr. 96 des„BolkSstaat" finden wir unter Andern auch einen Artikel über dft Knappschaftsältiste»- Wahl vom 26. August im herzoglichen Salzwerk Leopoldshall, nach welchem wir der Wahrheit gemäß berichten müssen, daß sich einige- kleine Fehler eingeschlichen haben. ErftenS: die Wahl eines Knappschaftöältesten erstreckt sich nicht auf sechs Jahre, sondern nur auf vier. Zweitens: in der zweiten Wahl hat Heinrich Kunze nicht 21, sondern 39 und Franz Seitel 33 Stimmen erhalten. Das ist es, waS wir an diesem Artikel auszusetzen hätten. Da aber unsere Ehre durch die Bekanntmachung des Herrn Komis- jarius Mette aus Bernbnrg angegriffen ist, so sind wir gezwungen, nein"zahlreichen Auditorium vor dir öffentlichen Meinung, sowie auch vor unseren Wählern amerikanische Zustände in zu zeigen, Mf wir keine derartigen Verbrecher sind, daß man unS itellektueller Beziehung.— von dies m Ehrenamt(nicht Rachtwächteramt) ausschließen konnte. Somit sind wir ans einen Punkt gekommen, wo wir uns nicht ") Ist etwa Kriiber gemeint? Wir kennen einen Holzhändler Adolf KrSber, an« Kaiserslautern, jetzt in München, der sich auch zur„Volks- Partei" rechnet, aber die Berechiigunz der Sozialdemokratie anfs Unzwe»- dentigste anerkennt.. R- d. V. mit dem Schleier des Schweigens umhüller können, sondern mit! stellten Parteiklepper, oder durch daS Kaufen ihrer Zeitungen. Sind offenem Visir heraustreten muffen. Zunächst müssen wir aber wir aber einmal gezwungen, etwas in Betreff eines GewerkeS zu einen Rückblick thuu. Nach der am 21. Äugust stattgehabten Wahl! veröffentlichen, so sind wir dabei so beschränkt in jeder Weise brachte der„Braunschweiger Volksfreund" einen Artilel, worin es heißt:„Sieg der Sozialdemokratie. Die beiden Sozialisten G. Naumann und F. Zwanzig sind am 26. August zu Knapp- sckaftsältesten gewählt worden". Als aber unsere Anerkennung immer noch nicht erschien, da verbreitete sich das Gerücht, der be treffende„Volksfreund" sei an die herzogliche Regierung gesandt und diese habe aus der Notiz Anlaß genommen, uns nicht zu bestätigen. Sollte das wirklich auf Wahrheit beruhen, so müssen wir fragen: wie können denn zwei Mann für Einen verantwortlich sein, von dem sie gar nicht wissen, was er thut oder schreibt? ob er es gut oder böse mit uns gemeint hat? Und wird wol jener Schreiber zu dem Betreffenden hinlaufen, und wird sagen: Du, ich habe in guter oder böser Absicht jenen Artikel geschrieben, wirst Du mir wol zürnen, wenn Du es schwarz auf weiß gedruckt siehst? Also, wenn dieses Wahn sein sollte, wie kann man es uns denn ent- gelten lassen? Oder glaubt man, in hiesigem Umkreise, wo Tausende und aber Tausende von Arbeitern sind, ist weiter Keiner des Schreibens mächtig, als nur wir? Oder sollte diese Bekanntmachung aufreizend auf uns wirken, damit wir uns zu Tumulten verleiten fassen sollten, nm uns dann als Ruhestörer in Nummero Sicher zu bringen? Nichts von alledem ist eingetreten. Protestirend nur verließen unsere Wähler das Wahllokal und mit freudigem Bewußtsein können wir unfern Wählern ins Auge schauen und sagen: es waren nicht alte Weiber und Memmen, welche uns ihre Stimme gaben, sondern es waren Männer, welche durch Kummer und Roth schon gestählt sind. Es ist auch nicht ganz richtig, daß in dem Artikel in Nr. 96 des„Volksstaat" behauptet wird, wir hätten schon Schritte gethan, um den Rechtsweg zu verfolgen. Es ist das keineswegs geschehen; wir haben uns aber an die herzogliche Regierung gewandt, wie die beiden nachstehenden Schreiben zeigen. Wir verlangten, daß uns diejenige Person genannt werde, weiche das grelle Licht auf unsere Vergangenheit geworfen hat, damit wir diese gerichtlich belangen können; aber auch dieses ist uns ver- weigert worden. Nun, da uns nichts nachgewiesen werden konnte, und da uns die betreffende Person nicht genannt worden ist, so können wir annehmen, daß es ein Verläumder gewesen ist, welcher unsere Vergangenheit in ein grelles Licht gestellt hat. Ueberhaupt, wenn man die heutigen Machtverhältnisse und gesellschaftlichen Zu- stände in Betracht zieht, wie kann man wol da als armer in Lumpen gehüllter Arbeiter von Recht sprechen? Zur weiteren Orien- tirung lassen wir die beiden oben angezogenen Schreiben folgen. Unser Gesuch lautet: Hochwohlgeborner, Hochgeehrter Herr! Da am 26. August 1872 auf dem Salzwerk Leopoldshall die Wahl zweier Knappschaftsältesten vorgenommen wurde, und zu diesen durch Streichen, Zuspitzen, Verdrehen des Inserats, daß beschlossen wurde, fernerhin von solchen Zeitungen ganz abzusehen. Wie tief sich diese Zeitungen im freien Amerika in den Geld- sack eingefresscn haben(er ist ihr Morgen- und Abendgebet, und des Tages führen sie ihn uns als Beispiel an), zeigt ihr Benehmen gegen uns. Für uns sollen sie nichts thun, das verlangen wir nicht; aber was wir verlangen, ist: keine Lüge und Verleumdung nach Jesuitenart gegen uns. So nannten sie beim Aufstaude unsere Führer Demagogen und uns gedankenlose Masse. Kein Wunder, daß man gedankenlos wird, wenn man sonst nichts weiter liest, als den Wisch, die„Freie Presse."— Ein Mann ein Wort. Hierzu ein Beispiel: Bei der lOOjährigen Humboldt-Feier wurde e.n: Kollekte beschlossen zur Errichtung emeS Humboldt- denkmals. Auch bei der„gedankenlosen" Masse frug man an; bei solchen und ähnlichen Geschichten sind wir die Geistreichen. Um aber, da das Geld nicht floß, wie erwünscht, die Kollekte schneller zum Ziele zu führen, so versprach Herr Merwitz vom„Philadelphia- Demokrat" 1000 Dollars zu geben, und das Kollekte-Comitö nahm keinen Anstand, solches zu veröffentlichen. Kurz, wie's ans Blechen kam, da war der Aktien-, Bonds-, Palläste-, Häuser-, Schwarz-, und Farbendruckerei ic.-e.-Inhaber so arm, daß er sein gegebenes Wort bis jetzt nicht einlösen konnte. Bei den Arbeitern im Allgemeinen ist es hier seit kurzer Zeit doch etwas besser ge- worden und zwar durch verschiedene Zwischenfälle. Vor ungefähr 6 Wochen besuchte uns ein New-?) orker Internationaler, Dettle mit Namen, der vor sehr zahlreichem Publikum über Arbeiter-Ver- Hältnisse sprach, und zum Schluß zur Organisation aufforderte. Daö Ergebniß war, daß sogleich von verschiedenen Gewerken neue Comitvs ernannt wurden, daß alle Gewerke ohne Unterschied ver- einigen sollte. In der 4. Sitzung nannte es sich:„Internationales Zentral-Eomitö der Gewerkschaften Philadelphia", und that auch wirklich Erkleckliches in kurzer Zeit. Denn es gelang ihm, die Weber zu einer internationalen Webergewerkschaft zu vereinigen durch folgenden Zwischenfall: der Fabrikannt Schadewald aus Köthen entließ einen Arbeiter; dieser verlangt seinen Lohn, statt dessen ward er derart zur Thüre hinausgeführt, daß er 3 Wochen arbeitsunfähig war. Elf Geschworene waren für die Anklage, einer dagegen(bekanntlich müssen alle 12 Geschworne einig sein) und die Klage war vergebens. Wo kein Geld, hat der Kaiser sein Recht verloren. Ferner hat das Comit6 die Kunden-Schuh- macher vereinigt und alö schon vereinigte Körperschaften beigezogen die Portefeuille-Arbeiter, die Kundenschneider und die Tischler; zum Beitritt stehen in Aussicht die Zimmerleute, die Maschinisten, Gottlob Naumann auS Neundorf und Friedrich Zwanzig aus Staßfurt mit Stimmenmehrheit gewählt wurden, selbige jedoch von hoher herzoglicher Regierung in Dessau nicht anerkannt wurden, und zu diesem Behuf am 29. Oktober eine zweite Wahl anbe- räumt worden ist, in welcher von Herrn Kommissarius Brette aus Bernbnrg den Anwesenden Wählern entgegengehalten wurde, daß die frühere Vergangenheit der beiden Gewählten nicht dazu auge- than sei, daß sie die Knappschaft nach allen Richtungen hin zu vertreten im Stande seien. Wir sind uns aber voll und ganz be- wüßt, daß unser vergangener Lebenswandel Jedem offen und klar dargelegt werden kann, ohne daß wir uns dessen zu schämen hätten. Beweis dafür ist, daß uns nicht einmal solche Vergehen nachzu- weisen sind, welche in dem Vereinsstatut in ß 36 angeführt sind, die viiolesals-Schneider je. Ist der Erfolg auch gering, so ist eS desgleichen kann uns keine derartige Strafe vor Gericht nachge- wiesen werden, und überhaupt kann uns im Zeitraum von Berichtigung.', In der Abonnentenliste Nr. 102 dcs Volksstaat muß e? heißt n Burgstädt 8 statt 1 Expl. Die Exped. d. Volksstaat. r' Ei Zum Wahlsond Bebel'?. Von Hermann in H. 1 Thlr.— Zur Wahl Bebel s und Liebknecht'S. Von P. S. 21/2 Thlr.— ' S Po lun Zum Weihnachtsgeschenk für die Kinder. Bon P. S. 2>/2 Thlr.— Die Exped. d. V. die Fond der politisch Gemaßregelten. Von Rauscher 6 Gr., von Mylius 5 Gr, von Striegel 9 Gr 8 Pf. Briefkasten: der Redaktion: B. in Fürth: Wir müssen Sie auf die Erllärung in Skr. 100 des„Vclksstaat" verweisen. Der Protest der Fünher Parteigenossen gegen den Erlaß der Äoiiirolkominissio» hat iin-> sere vollste Billigung, und ist auch durchaus objektiv gehalten, allein er würde unzweifelhaft zu einer Polemik den Anlaß geben, die um jeder Preis vermieden werden muß. Wären wir nicht aufs Tiefste von dieser Nothwcndigkeit durchdrungen gewesen, wir hätten uns sicherlich nicht ent- schlössen, zu jenem Aktenstücke zu schweigen, selbst auf die Gefahr hin, den Vorwurf der Schwäche auf uns zu laden. ES gibt Momente, wo es ein Verrath ist, die Privatmeinung und die persönlichen Gefühle nicht vor dem allgemeinen Interesse zurücktreten zu lassen. Es ist gut, daß Sie Ihren Protest auch dem Ausschuß zugesandt haben. Der nächste Parreikongreß wird über die ganze Angelegenheit sein Votum abgeben. G. B.: Gedicht in der Form zu mangelhaft.— G. R.:„Ausruf an di« Frauen" in dieser Form nicht verwendbar.—£.: Barrikaden-Gedicht von Eh. Wurm au« dem Jahre 48— unverwendbar.— Ritte Köngsbg,: Bitte um Zusendung der„Zcitsignale".— der Expedition: Unger in stirschhauscn für Abonnement 3. Quar« tal 24 Gr., für Abon. 4. Quartal 1 Thlr. 6 Gr.— Voigt in Hal« berstadt: Ihre Annonce kam leider zu spät.— Sälz in Geestcndors für Schriften 1 Thlr. 6 Gr.— H./ tn Rcmerstadt für 4. Quartal 13 Gr., für 1 Quartal 1 Thlr. 8 Gr.— Arbeiterbildungsverem London fü» Abonnement 1. Quartal 1 Thlr. 8 Gr., 22 Gr. für 2. Quartal gut. bui A. I. 5 4 Jahren, in welcher Zeit wir im herzoglichen Salzwerk Leopolds- hall gearbeitet haben, kein liederlicher Lebenswandel nachgewiesen werden. Da aber mit dieser Bekanntmachung auf unsere Ver- gangenheit ein grelles Licht geworfen ist, so erfordert eS unsere und unserer Wähler Ehre, daß uns ein Vergehen oder Verbrechen, wie im§ 36 des Vereinsstatuts angeführt, nachgewiesen, oder uns derjenige Beamte genannt werde, welcher dieses grelle Licht auf unsere Vergangenheit geworfen hat, damit wir ihn gerichtlich be- langen können, denn selbst unsere Wähler haben bei dieser Be- kanntmachung das Wahllokal kopfschüttelnd verlassen, aber einen Heinrich Kunze, dem jetzigen Knappschaftsältesten, welcher sich im letztvergangenen Frühjahr von der Tribüne herab als'Nachtwächter der Knappschaftskasse ausgab, wollten sie ihre Stimme nicht geben. Ueberhaupt ist bei der letzten Wahl nach Angabe keine Majorität der Stimmen erzielt worden, wie sie das Vereinöstatut vorschreibt, sondern es haben nur einige Vierzig gewählt. Somit hegen wir den Wunsch und die frohe Hoffnung, Eure Hochwohlgeboren werden uns binnen kurzer Frist, dem Gerechtigkeitssinn entsprechend, Gerechtigkeit widerfahren lassen. Mundorf, den 4. November 1872. Mit aller Hochachtung zeichnen G. Naumann, F. Zwanzig. Das uns von herzoglicher Regierung am 19. November zuge- schickte Antwortschreiben lautet:„Auf das von Ihnen in Gemein- schast mit Friedrich Zwanzig bei uns angebrachte Gesuch vom 4. Nowember d. I. eröffnen wir Ihnen, daß Ihre am 26. August d. I. bewirkte Wahl zu Knappschaftsältesten für daS herzogliche Salzwcrk Leopoldshall von uns nicht bestätigt worden ist und daß bei der anderweit stattgehabten Wahl der Aufseher Heinrich Kunze und der Häuer Franz Seitel in gesetzlicher Weise zu Knappschaftö- ältesten für Leopoldshall gewählt und auch bestätigt sind, so daß die Angelegenheit dadurch ihre Erledigung gefunden hat. Dessau, den 15. November 1872. Herzoglich Anhaltische Re- gierung, Abtheilung für Domainen und Forsten. An den Bergmann Gottlob Naumann in Neundorf." Mit sozialdemokratischem Gruß G. Naumann, F. Zwasizig. fhikaderphia, 28. Novbr. In meiner letzten Korrespondenz, Volksstaat Nr. 87, hat sich ein bedeutender Fehler eingeschlichen, der unseren Internationalen Brüdern gegenüber berichtigt werden muß. In Spalte 2, Absatz 12 sollte folgender Satz:„Wie wenig der Arbeiter hier für seine Existenz thut, zeigen die Hindernisse, mit denen die Internationale zu kämpfen hat," eingeschlossen sein, und statt: die Anhänger derselben, soll es heißen: desselben, nämlich die Anhänger resp. die Mitglieder des Tischler-Sozial- Bundes u. s. f. Ueber solche Schulze-Delitzsch'sche Palliativmittel ist die hiesige Internationale hinweg wie anderswo, und sie ist sich des ihr vorgesteckten Zieles wohlbewußt. Ferner kann ich es nicht unterlassen, dem stuttgarter Korrespondcnden der„Philadelphia Freien Presse" meinen Dank auszusprechen ftir die weitere Ver- breitung des Aufsatzes im Bolksstaat Nr. 87.— Diese Bemerkung ist um so mehr hier am Platze, weil gerade die„Freie Presse", „Philadelphia Demokrat" und„Philadelphia Abendpost" eS deut- scherseits sind, die allen Arbeiterbewegungen feindlich gegenüber- stehen, vorgebend, daß nur sie es sind, die uns nützen, die uns auf dem Wege des Gesetzes unsere Lage verbessern können, z. B. durch Schiedsgerichte ihres Kalibers, die ihre» eigene» Arbeiter einen Hungerlohn zahlen, oder durch die Wahl der von ihnen aufge- doch immerhin ein Anfang zum Besseren. Bei den Tischlern ist in jüngster Zeit in einer Werkstätte ein Uebel eingerissen, daß unbedingt zur festeren Organisation mahnt. Im Lot'schen Shop haben 5 von 30 Mann sämmtliche Arbeit übernommen und verakkordiren solche an ihre Untergebenen. DaS ist doppelte Ausbeutung und nach Or. Büchners Bericht an den Genfer Kongreß der 5. Stand. Wird diesem Unwesen nicht gesteuert, so macht es immer mehr Fortschritte. Eine Tischler-Zentralisation durch die ganzen Vereinigten Staaten ist auch angebahnt; zu der Vereinigung gehören nämlich New-Nork, Philadelphia, Pittsburg, St. Louis, Louisviste, Evansville, San Franzisko. Auffallend ist eS, daß von Chicago, wo 140„Volksstaate" gelesen werden, nichts gehört wird; wer die Schuld trägt, ob Chicago selbst, oder die korrespondireudc Tischler-Sektion von Philadelphia kann ich nicht sagen. Sollte Erstercs der Fall sein, so sollen dies Mahnworte sein, hauptsächlich an die Chicagocr Parteigenossen. W. F. für 2. Quartal gut. — Redakt. der Baugcw.-Zeitung in Berlin: Ihrem Ansuchen haben wir mit Vergnügen entsprochen und bitten die betreffenden Stummern bei der Post zu reklamiren.— Gimbcl in Frankfurt: Das Kreu,band-Abonne« ment pro Januar kostet 8 Gr.— Paper in Florenz für Abon. 1. und 2. Quart. 1 Thlr. 20 Sgr., für Schriften 27 Gr.— Markovic iir Pancsooa für Abon. 1. Quartal 18 Gr., Schriften 16 Gr.— Dumas in Basel: Schriften erhalten, den Betrag zu 1 Thlr. 20 Gr. dem Zü-i richcr Schriftendcpol(Fr.) gutgeschrieben.— Barthel in Jancovic für Abonnement 1 und 2 Quartal 1 Thlr 20 Gr— Friedrich in Prichowitz für Schrffien 5 Thlr. 20 Gr.— Schreiber in Friedrichshaide für Ka« iender 1 Thlr. 9 Gr., dieselben werden aber erst in 8—14 Tagen in 3. Auflage fertig.— Stabe in Celle für Schriften 20 Gr.— Jaenickcl in Celle für Schriften 13 Gr. Eine Biographie Lasalles ist nicht im Druck erschienen. Das Andere vergriffen.— Dotzauer in Zwickau für Abon. 4. Qu. 14 Thlr. 16 Gr.; für Schriften 8 Thlr. 14 Gr.; wen> den Sie sich direkt an den Ausschuß, was von hieraus geschehen kann, soll geschehen und werden wir Sw schriftlich benachrichtcn, betr. Kalender siehe Annonce.— Bading in Berlin für Abon. 3. Qu. 19 Gr. 1 Pf.) für Schriften 9 Thlr. 22 Gr 6 Pf, die übrigen Expl. verwenden Si(| bestens.— Wenzel in Witten für Schrift 1 Thlr. 10 Gr. und 3 Grs — Schweinßberg in Bergrath für Schriften 8 Gr.— Pohl in Köbeln für Schrift 2 Gr.— Bennewitz in Oderjungwitz 3 Thlr. 14 Gr. 8 Pfj f. Schrift— Ott in Paris ,sür Abonnement 1. Quartal» 6 Thlr. 10 Gr., haben 10 Gr. gut. füi sä Hi str du do K. de T g* gl tu ps Anzeigen ze. Zum Abonnenttnverzeichuiß des„Bolksstaat." Wir werden mehrseitig gefragt, wie es komme, daß die Abon- ncntenzahl in New-?)ork so sehr gefallen sei. Die Fragen be- ruhen auf einem Jrrrhum. Die Abonnenten, die ftiiher für New- ?)ork verzeichnet waren, sind diesmal unter Hoboken bei Zlew-?)ork aufgeführt. Hoboken liegt New-?)ork vi» ä vi» und ist der Wohnort unseres Expedienten. Nach' Hoboken gingen 215, nach New- Hork direkt 6 Abonnenten in Summa also 221. Ten Parteigenossen empfehlen wir folgende Organe zur Ver- breitung: „Braunschweiger Volköfrcnnd", erscheint die Woche 6 Mal, kostet per Quartal durch die Post bezogen 15 Sgr. 52'/- kr. ftidd. W. Verantwortlicher Redakteur B. Becker. „Chemnitzer freie Presse", erscheint wöchentlich sechsmal, kostet per Post 15 Sgr.= 52'/- kr. südd. W. Verantwortlicher Redak- teur: G. A. Geilhof. „Crimmtischaner Bürger- und Bauernfreund", erscheint wöchentlich sechsmal. Preis per Quartal 12'/- Sgr.— 44 kr. südd. W. Redakteur Gustav KwaSniewsky. „Dresdner Volksbote", erscheint wöchentlich sechsmal; kostet per Quartal 21 Sgr. 1 ff. 17 kr. südd. W. Redakteure: Otto- Walster und Theodor Daschner. „Fürther Demokratisches Wochenblatt", erscheint wöchentlich einmal, Preis per Post.6'/, Sgr.=.22'/- kr. südd. W. Re- dakteur: Anton Memminger. „Demokratische Blätter", erscheinen in Königsberg i. Pr. alle 5 Wochen 1 Heft, 2 Bogen stark; kosten per Post das Halbjahr 15 Sgr.— 52'/- kr. südd. W. Redakteur: S. KokoSkp. „Demokratische Zeitung", erscheint in Berlin wöchentlich sechs- mal; kostet per Quartal 1 Thlr. 10 Sgr. 2 st. 20 kr. südd. W. Redakteur: C. Lübeck. „Der Bolkswille", Organ der österreichischen Arbeiterpartei in Oesterreich, erscheint in Wien wöchentlich zweimal. Expedition: Wieden, Hauptstraße 63, Wien. Preis: 22 Sgr.=- 1 si. 24 kr. südd. W. Redakteur: Gehrke. „Das Felleisen", Organ der deutschen Arbeiterbildungsvereine in der Schweiz, crscheint-alle 14 Tage einmal in Zürich. Preis per Quartal 14 Sgr.— 48 kr. südd. W. „Die Tagwacht", Organ der sozialdemokratische» Partei und der internationalen Gewcrksgenossenschaften in der Schweiz; er- scheint wöchentlich einmal in Zürich Preis per Quartal 7'/- Sgr. — 27 kr. südd. W. Redakteur H. Greulich. „L'figalitö", Organ der Internationalen Arbeiter-Association in der ftanzösischen Schweiz, erscheint in Genf monatlich einmal und kostet per Jahr 1 Thlr. 10 Sgr.— 2 fl. 20 kr. südd. W. D'lnteruativnalv", Organ der belgischen Sektionen der Jnter- nationalen Arbeiter- Assoziation, erscheint alle Sonnabend in Brüssel, Preis per Jahr 1 Thlr. 18 Gr. 2 st. 48 kr. südd. W. Da Einancipacion Organ der Internationalen Arbeiter- Assoziation in Spanien, erscheint jede Woche einmal in Madrid, San Pedro 16, III. Da Dlvbe", Organ der Internationalen Arbeiter-Assoziation in Italien, erscheint in Lodi. s2bj WltrtäflltrfT Literarischer Verein. «■VUJjwüUI{j* Sonntag, den 5. Januar Nachmittag« 3 Uhr. Generalversammlung im Gasthause zum Schwanen. Zahlreiches Erscheinen erwartet: Der Ausschuß. ©Cf lill®'e P�ki Mitglieder versammeln sich jeden Sonntag Nachch mittag« in SchkibleS Lokal, Münzfir. 5, zur gemüth lichen Zusammenkunst.—„Volksstaat" und„Demokratische Zeitung' liegen aus.__(2a) Halberstadt. Mit dem 1. Januar 1873 hat Herr C. NatcrS, Holzmarkt Nr. 17 eine Filialcppcdition über>- nommen. Bei demselben kann auf den Volksstaat für« Quartal und'. für den Monat abonnirt werden, auch nimmt er Bestellungen auf Schris� tcn entgegen._ f Soeben erschien: Es werde Licht. Poesicen von xCeopotd Jacob». Zweite Auflage. Ladenpreis ftir da« Einzelexemplar 15 Sgr. Bei 12 Exemplaren wird für diese Auflage der Verkaufspreis auf 5 Sgr. Pro Exemplar ermäßigt. K. K. Stiven, Berlin, (8c)* Louisen ftraße 45. bei Im Verlage der Buchhandlung des„Volksstaat" ist neu erschienen� Engel?, Fr., Zur Wohnungsfrage. 1. Heft: Wie Proudhon die Woh.i nungsfrage löst. Preis pro Stück 1'/, Ngr. ilS&~ Heft 2:„Wie die Bourgeoisie die Wohuungsftage löst", erscheiN; demnächst. Filialexpeditionen befinden sich: J für Magwih, Lindenau und Umgegend bei Herrn Uhrmacher Meinhard in Lindenau; für Hleudnih, und jJÜcuschönesekd, Motkmarsdorf, Thonberg:c. bei Herrn Stelzer, Kapcllcngafte in Reudnitz;- für Ftkein• und Großzschocher, Schteußig bei Herrn Karl Fleischer, Nr. 87 in Kleinzschocher; it. für Konncwih und Umgegend bei Herrn Teubert, Borna'schet Straße 197 in Connewitz�_____ I Genossenschllftsbuchdrurkerei in Leipzig. Laut Beschluß der constituircndcn Generalversammlung hat im Iß' nuar 1873 eine außcrordentliibe Generalversammlung behufs Neuwahn des Aufstchtsrathes und Vorstandes stattzufinden, und wird dieselbe hwr-, mit auf den 23. Januar 1873 ausgeschrieben. Tagesordnung wie Otn und Zeit werden in Skr 3 de«„Volksstaat" bekannt gegeben werden. waige Anträge sind bis spätesten« den 15. Januar 1873 an den stand in Leipzig(Zeitzcrstraße 44) einzusenden. Leipzig, 30. Dezember 1872. Ter Aussichtsrath. P. Ullrich, Borsitzender. Zur gcf. Notiz. Ta die Bestellungen auf den „Botksstaatlwrender" sich noch immer mehre», so erscheint in 8— 14 Tag� eine dritte Anslage desselben. Tie Buchhandlung dcs„Bolksstaat." V (2a) Leipzig: Verantw. Redaktenr R. Seifsert.(Redaktion und Exped'�. Hoheflr. 4). Druck und Verlag der Genossenschaftsbuchdrua de de dü lö>