Erscheint wSchenilich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle an ipostanstalten und Buchhand« rrmstlngen de« In- und Aus» e in landes an. , t, Für Leipzig nehmen Be» stellungen an: .. die Expedition, Hohcstraste 4. . M die GenostenschaflS- inrituchbrnderei, Zeitzerstraße 44. palhk. Bebel, Peterstraße 18. uienV. Müller, Baherschcfiraße bleib 8b, III. Monncmenkspreis: Für Preußen' incl. Stempel» steucr 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12>/° Sgr. pro Quartal, pro Monat 41/o Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Rgr. Filialexpedstionen für die Ver< einigten Staaten: F. A Sorge, Lor 101 Hobokcn, N. J. via Newyork. G. A. Lonnecker, 165 IV. Lake Chicago(III.) imni' .;DrgandersozialdemolratischenArbeUerMrteiundderinternationalenGejverksgenossenschaften. SJaiff ls d! » d« Xr. 3 Mittwoch, 8. Januar. 1873. Abonnements auf den„Volksstaat" fische litisä mtzejür den Monat Januar zu 4'/- Nenzroschen werden bei allen �'sssächsischen Postanstalten, für Leipzig bei der Expedition ien{dp0�e®traBe 4/ wie in der Genossenschaftsbuchdruckerei Zeitz«- i belstrafje 44, dann Petersstraße 18 und bei Colporteur Müller, für r isdie Umgegend von Leipzig beiden Filialexpeditionen: für'Potstmars» lichen Gesundheit und der Verschönerung, oder durch sttachfrage nach großen centralgelegeuc» Geschäftslokalen, oder durch Verkehrs- bedürfnisse, wie Eisenbahnanlagen, Straßen u. s. w., veranlaßt worden. Das Resultat ist überall dasselbe, mag der Anlaß noch so verschieden sein: die skandalösesten Gassen und Gäßchen ver- schwinden unter großer Sclbstverherrlichung der Bourgeoisie von wegen dieses ungeheuren Erfolgs, aber— sie erstehen anderswo S. darf, Reudnitz, Zkeuschöneftrd:c. bei O. Stelzer, Reudnitz, sofort wieder, und oft in der unmittelbaren Nachbarschaft. Kapcllengafse 11, 2 Tr., für Rkagwitz und Lindenau:c. bei so�b�m Uhrmacher Meinhard in Lindenau, für ßonnewitz:c. bei cselbAeubner, Bornaische Straße 197, für Kleinzschocher und Um- hriftigegend bei Fleischer, Nr. 87 daselbst entgegengenommen. s�ve! Außerhalb Sachsens kann nur auf Januar und Februar zu- 4 Ggleich bei den Postanstalten abonnirt werden. » Die Expedition des..Dollisstaat". rparl m A An die Parteigenossen! Glück auf! Ein neues Jahr liegt vor uns. Neue Agitationen, - sneue Kämpfe, neue Erfolge soll es uns bringen; neue Versol- gungen werden nicht ausbleiben, wir fürchten sie nicht. Als Neu- � �ahrsgruß können wir unfern Parteigenossen die erfteiiliche That- � fache berichten, daß die eifrigen Bestrebungen treuer und bewährter Mitkämpfer nicht erfolglos gewesen sind; noch in den letzten Wochen des_ verflossenen Jahres haben sich eine Anzahl neuer Mitglied- schaften organisirt und eine Reihe neuer Orte haben unserer Organisation neue tüchtige Kräfte, der Partei zahlreiche eifrige Mit- glicder zugeführt. Als Vertrauensmänner der nenzugetretenen Orte sind ernannt !für: Bischofswerda: Ernst Peterman», Erfurt: Michael Rei- > �chstuicke, Elberfeld: Robert Schrenk, Elswa: Gustav MiSbach, �""'Gleishammer: I. Bäsch, Geestendorf-Geestemünde: August Kaht, «Mi i�üthensdorf: Frz. Aug. Möbert, Königsberg—, Kreuznach: I. Hochgürtel, Leukersdorf: Joh. Wilh. Aurich, Lörrach: �idjLonis Schütze, Olbernhain Wilhelm Nenbcrt, Seesen: Klinge, unserer großen Städte, ob diese nun durch Rücksichten der öss-nt- hatten. Oder vielmehr, wie die Frau sich verbesserte, nicht ge- ------------ schlafen, denn sie und ihr Mann hatten von dem Gestank den größten Theil der Nacht durch sich erbrochen. Am Samstag mußten sie, bis an die Brust durchs Wasser watend, ihre Kinder hinaus- tragen. Sic war auch der Ansicht, das Loch fei für ein Schwein zu schlecht, aber wegen der wohlfeilen Miethe— 1'/, Schilling (15 Groschen) die Woche— hätte sie eS genommen, da ihr Mann wegen Krankheit die letzte Zeit oft vcrdienstloS gewesen. Der Ein- druck, de» dieser Hof und die in ihm, wie in ein verfrühtes Grab, eingepferchten Bewohner machen, ist der der äußersten Hülflosigkcit. Wir müssen übrigens sagen, daß nach gemachten Beobachtungen Sguireö Court nur ein Abbild>— vielleicht ein übertriebenes— Anlegung neuer Straßen, durch Errichtung von großen öffentlichen mancher andrer Lokalitäten jener Gegend ist, deren Existenz unser und Privatgebäude», manche der schlimmsten, dort beschriebenen Gesnndheitsaiisschuß nicht verantworten kann. Und wenn man«e- Distrikte durchbrochen, bloß gelegt und verbessert worden, andre stattet, daß diese Lokalitäten fernerhin bewohnt werden, so ladet ganz beseitigt; obwol noch viele— abgesehen von der seither� der Ausschuß eine Verantwortlichkeit, und die Nachbarschaft eine ifiibrn WitfiirfO— in dem- Gefahr ansteckender Epidemien auf sich, deren Gewicht wir nicht In der„Lage der arbeitenden Klasse in England" gab ich eine Schilderung von Manchester wie es 1843 und 1844 aussah. Seit- dem sind durch Eisenbahnen, die mitten durch die Stadt gehn, durch schärfer gewordenen gcsundheitspolizeilichcn Aufsicht selben oder gar in schlimmerem baulichen Zustand sich befinden als damals. Dafür aber sind, Dank der enormen Ausdehnung der Stadt, deren Bevölkerung seitdem um mehr als die Hälfte gc wachsen, Bezirke die damals noch luftig und reinlich waren, jetzt eben so verbaut, ebenso schmutzig und überfüllt mit Menschen wie da- inalS die verrufensten Stadttheile. Hier nur ein Beispiel. In meinem Buch schilderte ich Seite 8V und folgende eine in der Thalsohle des Flusses Medlock gelegene Häusergruppe, die unter dem Namen Klein-Jrland(Little ireland) schon seit Jahren den Schandfleck von Manchester gebildet hatte. Klein-Jrland ist lange verschwunden; an seiner Stelle erhebt sich jetzt, auf hohem Unter- bau, ein Bahnhof; die Bourgeoisie wies prunkend auf die glück- liche, endgültige Beseitigung von Klein-Jrland hin, wie ans einen großen Triumph. Nun erfolgt ini verflossenen Sommer eine ge- waltige Ucberschwemmung, ww denn überhaupt die eingedämmten Flüsse in unfern großen Städten aus leicht erklärlichen Ursachen von Jahr zu Jahr größere Ueberschwemmungen veranlassen. Da findet sich denn, daß Klein-Jrland keineswegs beseitigt, sondern bloß von der Südseite von Oxford Road nach der Nordscite ver- legi ist, und noch immer florirt. Hören wir die Manchester „Weeklh Times" vom 20. Juli 1372, das Organ der radikalen Bourgeois von Manchester: Das Unglück, das die Bewohner der Thalniederung des weiter untersuchen wollen. Dies ist ein schlagendes Excmpel, wie die Bourgeoisie die Wohnungsfrage in der Praxis löst. Die Brutstätten der Seuchen, die infamsten Höhlen und Löcher, worin die kapitalistische Pro- duktionsweise nnsre Arbeiter Nacht für Nacht einsperrt, sie werden nicht beseitigt, sie werden nur— verlegt! Dieselbe ökonomische Nvthwendigkeit, die sie am ersten Ort erzengte, erzeugt sie auch am zweiten. Und so lange die kapitalistische Produktionsweise besteht, so lange ist es Thorheit, die Wohnungsfrage oder irgend eine andre, das Geschick der Arbeiter betreffende gesellschaftliche Frage einzeln lösen zu wollen. Die Lösung liegt aber in der Abschaffung der kapitalistischen Produktionsweise, in der Aneignung aller Leben«- und Arbeitsmittel durch die Arbeiterklasse selbst. Politische Uebersicht. Eine Doppelkomödie, welche so recht charakteristisch ist für unsere heutigen Zustände, spielt sich seit einigen Tagen in der politischen Welt ab. Bei Gelegenheit des WeihnachtSfesteS ließ Pabst Pius der Neunte in Rom eine sogenannte„Allokution"— Ansprache an die Gläubigen— vom Stapel, in der er sich bitter- lich und, in polternd heftigen Worten über die„grausamen Ver- Medlock am vorigen Samstag überfiel, wird hoffentlich eine gute folgungen" beschwerte,„deren Gegenstand die Kirche in anderen "7:..*_. L.i... w. n w!.•' rr___ j*' v ext r..... � r____ t.. r«- �_ l.. r k' 4 i» s.w-**.«*■*««««« � i» ,» � �» ♦♦ �,-t** s 1. 1\» ,4-* r\• t 4» i �• w jj_______ lcllcrl��loldendorf: Plagge, Tübingen: Vesenmeier. Der Anschluß Frag— die so schmerzlich vermißte und von allen �ehrlichen und ehrenhaften Mitkämpfern sehnlichst erhoffte Einheit und Einigkeit der deutschen sozialdemokratischen Arbeiter, beginnt jjur That zu werden und naht sich der Verwirklichung. Die Zeichen .mehren sich, daß das von seinen Beherrschern geknechtete, von plare �»e» Nebenmenschen ausgebeutete Proletariat, der Hetzereien der Arbeiter müde und nicht länger gewillt ist, die besten Kräfte im «egenfeiti;nt Brnderkampfe nutzlos aufzureiben, sondern vereint und in festgeschlossener Phalanx den gemeinsamen Feinden, den Gegnern der Befreiung des Proletariats aus den Fesseln der Lohnsklaverei, entgegenzutreten entschlossen ist. —_ Wir sagen, diese Zeichen mehren sich, und wir glauben nicht, .dag wir uns täuschen. Stü> Mögen auch Einzelne dagegen sein, mögen auch noch Wochen r und Monden darüber hingehen, ehe diese Zeichen feste Form und n'jlt annehmen, che diese Einigung sich vollzogen, und die ssg, deutsche Sozialdemokratie wie ein Mann, stark und kräftig da stehen und einhcrschreiten wird mit„ehernen Sandalen", zer- ! enltrctcnd die falschen Freunde, die den Einigungsbestrebungen hin- dernd entgegen sein wollen. Stü Hamburg, den 4. Januar 1873. Der Ausschuß: in.c( E. Prey, Vorsitzender. Th.�orck, Sekretär. die nun schon so lange vor der Nase der städtischen Beamten und stand dort in den Kreisen, welche die öffentliche Bteinung anfertigen, des städtischen Gesundheitö-AnSschusses dort geduldet worden. Ei» eine große Bewegung. Die„Spenersche Zeitung", das„Früh- derber Artikel in unserer gestrigen täglichen Ausgabe hat, nur uock � stückSorgan" des Kaisers, erhob voll sittlicher Entrüstung die Hände zu schwach, den schmählichen Znstand einiger der Kellerwohnungen! zum Himmel, wehklagend über die Bosheit des PabsteS, der dem bei Charles Street und Brookstreet enthüllt, die von der lieber- schwemmung erreicht wurden. Eine genaue Untersuchung eines der in jenem Artikel genannten Höfe befähigt uns, alle dort gemachte» Angaben zu bestätigen, und zu erkläre», daß die Kellerwohnungen in diesem Hof längst hätten geschlossen werden sollen: richtiger, man hätte sie nie als menschliche Wohnungen dulden sollen. Sqnire's Court wird von sieben oder acht Wohnhäusern an der Ecke von Charles Street und Brookstreet gebildet, über die der Wanderer, selbst an der niedrigsten Stelle von Brookstreet, unter dem Eisen- bahnbogen, Tag für Tag hinweggehen kann ohne zu ahnen, daß� menschliche Wesen in der Tiefe unter ihm in Höhlen wohnen. Der Ordre geschickt, den ihnen unterstehenden Zeitungen den Abdruck Hof ist dem öffentlichen Blick verborgen, nur zugänglich Denen, die des Passus zu verbieten— beiläufig eine ebenso ungesetzliche, als daö Elend zwingt, in seiner grabähnlichen Abgeschlossenheit ein zwecklose Prozedur, denn Präventiv maßregeln gegen die Presse Unterkommen zu suchen. Selbst wenn die meist stockenden, zwischen sind in der Verfassung untersagt, und � die Allokution war in Wehren eingedämmten Gewässer des Medlock ihren gewöhnlichen mehreren der verbreitetsten preußischen Blätter, z. B. der„Köb (�4-.,t � ,,;xx Vm>v iti.r-iftrtVsrti»>.,1. itiiV-i Wrtfirtrtrttustfmt/»" Kaiser eine ähnliche Beleidigung zugefügt, wie weiland Bcncdetti in Ems; das Aktenstück sei so entsetzlich, daß die auf Deutschland bezügliche Stelle nur— in lateinischer Sprache wiederzugeben sei. Denselben Ton stimmte das Leibblatt des Fürsten Bismarck, die „Norddeutsche Allgemeine" an, welche, mit einem Zaunpfahlwink für die königlichen Staatsanwälte unter frommen Augenverdrehungen erklärte, es sei ihr unmöglich den sündhaften Passu« abzudrucken, denn cS stecke entschieden Majestätsbeleidigung darin. Und wäh- rend die zwei offiziösen Blätter sich dieser denunziatorischen Irre» miaden befleißigten, ward an die preußischen Polizeibehörden die �Wie die Bourgeoisie die Wohnungsfrage löst. Von Friedrich Engels III. ,rjßlgg Wirklichkeit hat die Bourgeoisie nur Eine Methode, die Port i P! Wohnungsfrage in ihrer Art zu lösen— daS heißt, sie so gut mnd�v?' die Lösung die Frage immer wieder von Neuem erzeugt. jr. Diese Methode heißt:„Haußmann". .z Ich verstehe hier unter„Haußmann" nicht blos die spezifisch. bonapartistische Manier dcS Pariser Haußmann, lange, gerade und breite Straßen mitten durch die enggcbauten Arbciteiw'ertel zu brechen, und sie mit großen LuxuSgebäuden an beiden Seiten ein- zufassen, wobei neben dem strategischen Zweck der Erschwerung dcS Barrikadenkampfes noch die Heranbildung eines von der Regierung -abhängigen, spezifisch-bonapartistische» BauprolctariatS, und die Ver- J Wandlung der Stadt in eine reine Luxusstadt beabsichtigt war. Ich verilehe unter„Haußmann" die allgemein gewordene Praxis des tt BrezchelegenS in die Arbciterbezirke, besonders die central gelegenen Stand nicht überschreiten, kann der Fußboden dieser Wohnungen nur einige Zoll über ihrem Spiegel sein; jeder tüchtige Regen- schauer ist im Stande, ekelhaft fauliges Wasser aus den Ver- senklöchern oder Abzugsröhren in die Höhe zu treiben und die Wohnungen mit den Pestgasen zu vergiften welche jedes Ueber- schwemmungswasser zum Andenken hinterläßt... Sguire's Court liegt noch tiefer als die unbewohnten Keller der an Brookstreet stehende» Häuser... zwanzig Fuß niedriger als die Straße, und das verpestete Wasser, das auö den Verscnklöchern am Samstag emporgetrueben wurde, reichte bis an die Dächer. Wir wußten dies und erwarteten daher den Hof unbewohnt, oder nur von den Be- amten des GesundheitSausschusses besetzt zu finden, um die stinken- den Wände abzuwaschen und zu desiuficiren. Statt dessen sahen wir einen Mann, beschäftigt in der Kellerwohnung eines Barbiers .... einen Haufen faulenden UnrathS, der in einer Ecke lag, auf eine Schubkarre zu schaufeln. Der Barbier, dessen Keller schon ziemlich ausgefegt war, schickte uns noch tiefer hinab, zu einer Reihe von Wohnungen von denen er sagte: wenn er schreiben könnte, würde er an die Presse schreiben und auf ihrer Schließung besteh». So kamen wiw endlich nach Sguire'S Court, wo wir eine hübsche, gesund aussehende Jrländerin fanden, die alle Hände voll mit der Wäsche zu thun hatte. Sie und ihr Mann, ein Privat-Nacht- Wächter, halten seit 6 Jahren in dem Hof gewohnt, sie hatten eiue zahlreiche Familie.... In dem Hanse, das sie eben verlassen hatten, war die Fluth bis dicht ans Dach gestiegen, die Fenster waren zerbrochen, die Möbel ein Trümmerhaufen. Der Bewohner, sagte er, habe daö Haus nur dadurch in erträglichem GeruchSzu- stand hatten können, daß er eS alle zwei Monate mit Kalk weißte. nischen Zeitung" und der„Berliner Nationalzeitung" bereits veröffentlicht worden, ohne daß ein Hahn darnach gekräht hatte. Doch nein» nicht zwecklos. Das Gejammer der„SpeuerstBen", der Zaunpfahlwink der„Norddeutschen", die Ordre an die Poli- zeibchörden— das Alles hatte einen sehr realistischen Zweck: die Allokution zu einer persönlichen Beleidigung des Kaiser-KönigS Wilhelm zurecht �n puffen, wie die„Spe- ncrffche" naiv«usgeplaudertjjat, zu einer zweiten Benedetti- Affaire! Ter Vergleich ist desperat richtig: der Pabst hat den Kaiser genau so stark beleidigt, wie weiland Benedetti ihn beleidigt hat, nämlich gar nicht. Und wie vor dritthalb Jahren eine persönliche Beleidigung des Kaisers erfunden werden mußte, um die BiSmarck'fche Politik bqi Hof durchzusetzen und dem Publikum als Nvthwendigkeit auf- zuoktroyiren, so jetzt; eS gilt auch, jetzt einen Druck auf den Hof auszuüben, wo Skrupel sich geltend machen, und daö erlahmende Juteresse des„Volks" an der Katzbalgerei Bismarck'« mit den „Jesuiten" wo möglich etwas aufzuftischen. Das ist der löbliche Zweck. Die Beleidigung des Kaisers ist eine fromme Lüge der BiSmarck'schen Soldschreiber. Selbst ein sächsischer Staatsanwalt mit der schärfsten HochverrathSbrille auf der Nase, wird in dem corpus äeliotl fruchtlos nach einer Majestätsbeleidignng stöbern. „Die Männer", welche,„fern davon katholssche Religion zu üben, sie nicht einmal kennen, und sich doch die Macht anmaßen, die Dogmen und Rechte der katholischen Kirche festzustellen", und welche,„im Moment, wo sie dieselbe auf daS schärfste verfolgen, ... Im inneren Hof, wohin unser Berichtcrstattes jetzt erst vordrang, nicht anstehen schaamlos zu erklären, daß sie ihr kein Unrecht zu fand er drei Häuser, mit der Rückmauer an die eben beschriebenen fügen"— diese„Männer" mögen vom Pabst �..beleidigt" sein, angebaut, wovon zwei bewohnt waren. Der Gestank war dort so abscheulich, daß der gesundeste Mensch nach ein paar Minuten see- krank werden mußte.... DieS widerwärtige Loch war bewohnt von einer Familie von sieben Personen, die an, Donnerstag Abend (dem Tag der ersten Ueberschwenimung) alle im Hause geschlafen aber es liegt auf der Hand, daß der Kaiser, an dessen vollkommener Unschuld der Pabst sicher nicht zweifelt, damit nicht gemeint ist. Die einzige Majestätsbeleidigung in dieser Affaire ist von der „Spenerschen Zeitung" begangen worden, die, indem sie auf die Frühtischtafel des Kaisers eine lateinische Uebersetzung der an- geblichen MajestätSbeleidigun� legte, in majestätsbeleiderischster Weise lnsinnirte, daß der Kaiser kein Lateinisch verstehe. Nun,— der Fasching ist vor der Thiire und Michel wird mit der ihm eigenen Bescheideuheit die ihm vorgespielte Komödie gutfinden. » Doch nicht in Berlin allein spielt man Komödie— auch in Rom. Der Aerger des Pabsts über die„Verfolgungen" in Deutschland ist gerade so ernst, wie der Zorn der�Berliner Preß- pudel über die päbstliche Allokution. Der Pabst, dem seine bit- terften Feinde einen sckarfen Verstand nicht abgesprochen habe», weiß sehr gut, daß die Bismarck'schen„Verfolgungen" dem Katho- liziSmus nur nützen könne». Im Geheime» freut er sich des bil- ligeu Mürchrerthums, welches der sinkenden Sache der„allein selig machenden Kirche" wieder etwas aufhilft, und dankt dem Fürsten Bismarck für die zu so guter Stunde inszenirten„Verfolgungen". Nicht minder groß ist die geheime Freude der Bismarck'schen Offiziellen und Offiziösen über die Allokution. Bei Hof war man des PfafsenfeldzugS sehr müde. Es mußte ein wenig geschürt werden, sonst war ein Veto von Oben gegen die Fortsetzung der Iesuitenkampagne zu befürchten. Für Bismarck ist aber diese Komödie ebenso nützlich wie für den Pabst und die Jesuiten, und — darum diese klassische Doppclkomödie.— Fatale Erinnerungen. Vor einigen Tagen entschlüpfte dem Exminister BonaparteS, Grammont, die Aeußerung, dem Kaiser- reich sei 1870 die Hülfe OestreichS zugesagt gewesen. Obgleich oie Thatsache eine längst und allbekannte war, so stellte sich das Publikum doch sehr verwundert und Herr Grammont theilte hier- auf noch mehrere Einzelheiten mit, die auch von Wien aus indirekt bestätigt worden sind. Natürlich wollten sich unsere„Nationalen" die schöne Gelegenheit nicht entgehn lassen, durch Schimpfen auf Beust ein gnädiges Lächelp des(einstweilen noch) angebeteten Fürsten VarzinSki zu ergattern; jedoch der augenblicklich in schlechter Laune befindliche gestrenge Herr ließ ihnen durch die„Norddeutsche" ein zorniges l�uos ego! zurufen, und beschämt zogen die nationalen Pudel heim, mit dem Schwanz zwischen den Beinen. Wie konnten sie aber auch so dumüi sein, und die Erinnerung au die„Nacht- seite" des„heiligen Kriegs" wachrufen?„Haben nicht andere Staatsmänner ebenfalls Regierungen, mit denen sie jetzt befreundet sind, einst ein Bein gestellt, und sie sogar„ins Herz stoßen" wollen? bemerkte die„Norddeutsche" erklärend. Und jetzt Oest- reich reizen! Es ist wirklich zu unpolitisch für„Staatspolitiker!" Doch Spaß bei Seite. Was uns an dieser ganzen Geschichte allein interessirt, das ist die wieder einmal zu Tage tretende boden lose Verlogenheit und Unehrlichkeit, welche in dem Verkehr der Regierungen mit einander obwaltet. Zur selben Zeit, da die Oestreichische Regierung Bonaparte ihrer Hülfe versicherte, bethenerte sie Bismarck ihre unabänderliche Freundschaft; und Bismarck, der den wahren Sachverhalt(gleich Jedermann sonst) sehr wohl durch- schaute, that als ob er die Lügen für baare Münze nähme, und — zahlte in ähnlicher Münze zurück. Bei der ncnlichen Kaiser- zusammenkunft machten die betreffenden Leute einander die freund- lichsteu Gesichter von der Welt, Fürst schlägt sich, Fürst verträgt sich.— Um die Bedeutung der Ernennung Roou'S zum preußischen Ministerpräsidenten abzuschwächen, hatten die Nationalliberalen ausgesprengt, Rovn sei bloS Alterspräsident, und, mit Ausnahme einer Titelveränderung, bleibe Alles beim alten. Der Trost war ein kurzlebiger. Roon ist in der auffälligsten, demonstrativste» Weise vom Kaiser zum Ministerpräsidenten und Feldmar- schall ernannt worden, und zugleich enthalten die offiziösen Blätter die Mittheilung, daß daS versprochene Gesetz für Einführung der Civilehe vorerst nicht eingebracht werden wird. Das ist so deutlich, daß selbst Nationalliberale es nicht mißverstehen können. Jndeß, gute Miene werden sie doch zum bösen Spiele machen. Es gilt von ihnen, waö(irren wir nicht) Ney einst von Metternich sagte: Wenn der Kerl mit seinem ewigen Lächeln vor Einem steht, und eS gibt ihm Jemand einen tüchtigen Fußtritt auf den H...., so merkt man ihm am Gesicht nichts an." Auch den National- liberalen merkt man nichts an.— Noch einmal Emil Lindenberg. Der Leser erinnert sich wol noch aus unfern lctztwöchigen Nummern dieses Lieblings der Hohen- zollern, der neulich vom Schwurgericht wegen schwerer gemeiner Verbrechen verurtheilt worden ist. Vor 14 Monaten noch hatte dieser tmirige Geselle mit einer unglaublichen Frechheit der öffent- liehen Meinung Trotz bieten können. In Nr. 273 der„Volks- zeitung" von 1871 finden wir bei Durchsuchung unserer Redaktions- mappe Folgendes:�) „Der brave Lindenberg ersieut unS mit folgender Zuschrift: „„Ncutomysl, 17. Nov.(Berichtigung.) In Nr. 523 der „Pos. Ztg."(Morgenausgabe) vom 8. November er., welche mir wegen'schwerer Krankheit erst heute zu Gesicht gekomnicn ist, be- findet sich eine, angeblich der„Volkszeitung" entlehnte, mich bc treffende Mittheilung, in welcher ich als Agent aus der Manteuffel fchen Reaktionspcrivdc bezeichnet werde und in der ferner gesagt wrrd, daß der Kreislandrath Baron von Richthoffen meiner Thä tigkeit ein Ziel gesetzt habe, indem er gegen meine Amtsführung eingeschritten und ich von der Regierung zu Posen vom Amte suSpendirt worden sei. E« wird ferner in dieser Mittheilumg gesagt, daß die gegen mich eingeleitete Kriminal-Untersuchung, in der cS sich um AmtSverbrechen handele, eine nicht geahnte Ausdehnung nehme. Hierzu bemerke ich berichtigend, daß ich allerdings am 16. v. MtS. ohne jede Angabe eines Grunde» vom Amte suSpendirt bin und daß ich noch bis heute nicht erfahren habe, weshalb die» geschehen ist. Aeußerlich habe ich nur vernommen, daß der Kreis- landrath überall im Kreise umher gefahren ist, ja selbst Leute auf der Straße angehalten hat, um Indizien gegen mich zu sammeln, wie denn derselbe überhaupt vom ersten Tage meines Dienstantrittes am hiesigen Orte, der gegen seinen Willen erfolgt ist, gegen mich eingenommen gewesen ist und wiederholt vor zwei Jahren schon zu Personen, die ich namhaft machen kann, geäußert hat, werde nicht eher ruhen, als bis er mich vom Amte bringe. Es sind in Folge dcffen eine Menge Zeugen vor Gericht vernommen worden, von denen ein großer Theil gar nichts hat aussagen können. Was die angeblichen„AmtSverbrechen und die nicht geahnte Ausdehnung der Untersuchung" betrifft, so sind sie wol nur die Wünsche und existiren nur im Kopfe eines Menschen, deffen boshafte Tücke und Gehässigkeit gegen Jedermann zur Genüge be- kannt ist und sehe ich mit Ruhe dem gerechten Urtheil der zu- ständigen Richter entgegen, bis zu dem die rege Theilnahme, die mir von Stadt und Land zu Theil wird, mir zum Trost und zur �Gegenkandidat Bebels und siel glänzend durch, fein Schicksal wir ar Beruhigung dient. Lindenberg, diesmal kein andres sein. Herr Petzoldt— der als Beamter al m königl. DistriktS-KommissariuS."" gemeine Achtung besitzt— gehört zur national-conservativen Parte dr Die reine Unschuld! Ist doch dem Biedermann seiner Zeit er nimmt also die richtige Mittelstellung ein, um Nationallibera f" von einem preußischen König eine AnerkennunZ für seinen„Pa- ukkd Partikularisten, wenn solche überhaupt noch existiren, ans su 3) triotismuS" geworden!— zu vereinigen. Bon unserer Seite wird die Agitation mit größk � Gambetta hat jetzt(vor der Untersuchungskommission der Akte Energie betrieben, wir wollen einen ordentlichen Sieg haben S der Septemberregierung) unumwunden eingestanden, daß er als Minister und Diktator seine ganze Energie auf die Lahmlegung der revolutionären Kräfte geworfen hat. Mit diesem Sclbstgeständ- niß— deffen Inhalt uns bis dato zweifelhaft schien— ist unS die Pflicht gegeben, einen Mann zu rehabilitiren, der sich zu An- fang des Krieges von 1870 viele Gegner innerhalb unserer Partei erzeugt hat, weil er gegen Gambetta so rücksichtslos ankämpfte. Wir meinen den General Cluseret, dessen vor Mitte September 1870 an die„Marseillaise" gerichteter Brief sowol gegen diese, als ihn selber einen allgemeinen Sturm deS Unwillens unter den Pa- riser Revolutionären erregte, und den wir hiermit auS Nr. 75 deS „VolkSstaat" von 1870 abdrucken; er lautet: „Herr Gambetta, der Exkandidat von Belleville,*) beginnt seinen neuen Verbündeten von der Chaussee d'Anti»(den Royalisten) Bürgschafte» zu geben. Er hat gestern ein Dekret publizirt, durch das er das Volk von der Nationalgarde ausschloß. Nur die bewaffneten Nationalgarden sollen bei der OffizierSwahl stimmen, sagt daS Dekret; und da man nur die Bourgeois, Bonarparlisten oder Feiglinge bewaffnet hat, haben sie allein Stimme und wäh- len folglich die Offiziere. Das Volk ist, wie unter dem Kaiserreich, nur gut zu produziren und sich tödten zu lassen für die, welche verzehren.„Schweigen dem Armen!" sagte die Julimouarchie; „Zurück die Kanaille!" sagt Herr Gambetta, der Cnvählte deS Volkes. Und die Preußen stehen vor den Thoren von Pari«. Und die Prinzen von Orleans sind drinnen. Und die Mumzipalgarden mit geladenen Waffen erwarten in ihren Kasernen daS Signal. Und die Polizeipräfektur in den Händen Köratry'S und Paris in den Händen Trochu's, wie auch die Armee. Die Armee, Paris, die Polizei, die Verwaltung in den Händen der Orleans; der Cul- tus und der Unterricht in den Händen der Republik.�*) Auf baldiges Wiedersehen: ihr Polizeikuüttel, ihr Kerker, du Verbannung! Indem er das Volk von her Nationalgarde ausschloß, indem er eS als verdächtig behandelt, ebenso wie die Mobilgarde, hat Gambetta mehr für Wilhelm gethan, als Steinmetz. Er hat sich wol verdient gemacht um Preußen— mag daS Volk sagen, ob auch um daS Vaterland!" Soweit jener Brief. Bei dieser Gelegenheit sie auch davon Notiz genommen, daß Cluseret die separatistischen Londoner sogen. „Blanguisten", die sich von der Internationale los gesagt haben, weil der Haager Kongreß ihre unsinnige Barrikadenrevolution nicht ohne Weiteres in Berathung ziehen wollte, sehr entschieden(in der „Egalite") in ihre Schranken verwiesen hat. Wir kommen wol darauf noch zurück.— Das Einzige Blatt in Paris, welches die Unterdrückung des „Lorgaire" gut heißt, wenigstens sie nicht tadelnSwerth findet, ist die„Rcpublique franyaise", das Organ des Herrn Gambetta. Man sieht an diesem Musterchen, wessen man sich von diesem hon- neten Republikaner zu versehen hätte, falls er, was sein Ideal, Thiers' Nachfolger werden sollte.— Nach einer Notiz des in solchen Dingen wohlunterrichteten „Figaro" sollen demnächst wieder 3 Communeverurtheilte er- schössen werden. Nur zu! Das Maß füllt sich! hc Warnung. In Nr. 100 von 72 theilt der(seitdem verhafte� a Parteigenosse August Kühn mit, daß ihm bei der Haussuchul � 178 Briefe konfiSzirt worden seien. j 1J Wir sind dessen gewiß, daß unter diesen 173 auch nicht er kompromittirender Brief sich befindet; unsre Partei plant nich' Strafbares und hat keine Geheimnisse, vor deren Enthüllung s sich zu fürchten brauchte. Gleichwol müssen wir die Parteigenosse crmahmen, sich keine Briefschaften oder sonstige Manuskripte ui? uützer Weise aufzubewahren; und zwar nicht etwa, weil in unsei � Parteibriefen Dinge vergraben liegen, die das Licht der Welt z™ scheuen brauchten; sondern weil der Fund von Manuskripten- � und mögen diese noch so harmlos oder werthloS sein— bei Untc;''' snchungsgefangenen unnöthigerweise die Haft um Wochen un Monate verlängern kann. DaS Durchlesen von Manuskripten- namentlich unleserlichen und unverständlichen— ist eine ebens � langwierige wie langweilige Arbeit, der sich man nicht immer ges � unterzieht. Nimmt mau hierzu, daß ein Untersuchungsrichter f der Regel mehrere Untersuchungen auf ein Mal zu führen ha ic so wird eS einleuchten, daß die Untersuchungshaft eines politische � Gefangenen, bei dem viele Brieffchasten vorgesunden werden, nie von allzu kurzer Dauer sein kann. Denn außer dem Unte suchungSrichter hat noch die Staatsanwaltschaft in das gan Material Einsicht zu nehmen, theilweise auch der GerichtSvorsta» — und selbst beim redlichsten Willen aller dieser Beamten, Sache zu beschleunigen, läßt sie sich in solchen Fällen nicht wenigen Stunden abmachen. Verbrenne man also lieber al Manuskripte, deren Aufbewahrung nicht unumgänglich gebot» erscheint! Man erspart dadurch sich und Andern viele unnütze U' annehmlichkeiten! Einer, der durch Andere Lehrgeld bezahlen mußte. ') Die Redaktion de«„Bolksstaat" bewahrt sich in der Regel solche Wenstücke, die, obschon für den Augenblick bedeutungslos oder unver- wendbar, doch eine» ZukunstSwcrth haben konnten, aus, um sie in geeig- neten Fällen denutzen;u können. Daraus erklärt sich unser vorliegender Fund. Diese Notiz möge zugleich eine Beruhigung für diejenigen unserer Korrespondenten sein, deren Mitlheilungen, bez. ZeilungsausschnittS-Zuscn- düngen au« irgend welchem Grunde nicht allsogleich verwcrthct werde» konnten. Zur Wahr Vevers. Aus dem„Glauchauer Wochenblatt" druckt die„Chemnitzer Freie Presse" ein Eingesandt ab, daö wir nebst den treffenden Commentaren der„Chemnitzer Freien Presse" hier wiedergeben. Bemerkt sei noch, daß das„Chemnitzer" und selbstverständlich auch das„Leipziger Tageblatt" begierig nach dem dargereichten Bissen schnappten.' Das'„Eingesandt" hebt also an:„Eine neue RcichstagSwahl für unfern Wahlkreis steht nahe bevor. Es gilt jetzt, zu zeigen, daß wir nicht gewillt sind, uns im deutschen Reichs- tag durch einen Mann vertreten zu sehen, der ein erklärter Feind dieses deutschen Reiches ist; durch einen Mann, der— indem er seine Stichworte vom Auslände empfängt—(diese nichtswürdige Lüge hat das Geschreibsel dem„Tageblatt" augenscheinlich ganz besonders empfohlen) Alles, was unS heilig und theuer ist: das Vaterland, die Religion, die Ehe, den gesicherten Besitz zu er- schüttern und in den Stanb- zu werfen bemüht ist.(Wenn da die Herren Bourgeois nicht Gänsehaut bekommen, dann haben sie das Gruseln noch nicht gelernt. Wir haben indessen unsere Freude über die bürgerliche Angst, die von Tag zu Tag so wächst, daß der Verstand immer mehr zusammeuschrunipft.) Wir wollen durch einen Mann vertreten sein, der das deutsche Baterland auftichtig liebt, und dessen Fortschreiten auf den Bahnen der Ordnung und Freiheit(„Freiheit, die ich meine" nicht wahr, lieber Bourgeois? Die Freiheit, den Arbeitern die Haut über die Ohren zu ziehen!) zu unterstützen entschlossen ist, durch einen Mann, dem das Wohl- ergehen Aller und nicht das Interesse einer Klasse am Herzen liegt. (Ohne etwas Heuchelei gehts nach Bismarck nicht.) Und wir haben solche Männer und eS wird hoffentlich nicht unmöglich sein, in unserem eigenen Wahlkreise einen zu finden, der dies Ehrenamt mit Treue und Aufopferung übernehmen würde.(Freilich, ein Opferlamm wird sich außerhalb des Wahlkreises auch nicht finden.) Die Möglichkeit, auf einen solchen Mann die Majorität der Stimmen zu vereinigen, ist auch diesmal viel größer, als bei den früheren Wahlen.(„Wenn die Hoffnung nicht wär, dann lebt ich nicht mehr.") Die scharfen Gegensätze der Parteien sind ver- schwunden, der nationale Krieg hat uns Alle unser großes deutsches Vaterland lieben gelehrt und die bedeutenden Fortschritte in der Gesetzgebung haben in Allen den lebhaftesten Wunsch erweckt, dieses große, wahrhaft zivilisatorische Werk nicht stören zu lassen, sondern einer immer schöneren Bollendung entgegenzuführen.(Also vor- her liebtet Ihr Euer Vaterland nicht? Erst seitdem eö Bismarckisch ist? Aha!) Darum ftisch ans Werk! Wenn Jeder, dem daS Wohl des Vaterlandes, wie der Gesellschaft am Herzen liegt, bei der bevorstehende» Wahl seine Schuldigkeit thut, so kann der Er- folg nicht zweifelhaft sein."(Der ist allerdings nicht zweifelhaft.) chkauchau, 5. Januar. Endlich ist ein Gegenkandidat für Bebel gefunden. Am Donnerstag Abend wurde in einer Wahl- comitösitzung der vereinigten gegnerischen Parteien der Bezirks- gcrichtsdirektor Petzoldt in Glauchau als Kandidat proklamirt. Herr Petzoldt war schon in der ReichStagswahl im Herbst 1867 Zur Harmonielehre. Betreffs der Differenz zwischen den Arbeitern und Arben gebern von Südwales erfahren wie aus dem letzten„Beehivs � noch Folgeudes: Montag, den 13. Dezember fand in Mcrthyr e- Meeting von Delegirten der verschiedenen zu der Vereinigten Ber 1 arbeiter-Assoziation(Ainulgamated Association of Miners) gj � hörigen Zweiggesellschasten statt, dem auch Herr Mundella, d„ bekannte für EiniguugSämter und Schiedsgerichte agitirende Fabrikä a beiwohnte. Aus den Berichten der Delegirten erhellte, daß d g Gruben- und Eisenwerkbesitzer sich allgemein gegen ein schied! g richterliches Verfahren erklärt hätten, und zwar zuin Theil i« � dem Bemerken: eS läge gar nichts vor, worüber ein Schiedsgerif o zu entscheide» haben könnte; sie sähen gar keinen Streitpunkt, d[, schiedsrichterliche Schlichtung bedürfte.(Tliej» were not awaj r there was anything to arbitrate upon.) Die Phrase ist zw«« deutig; sie kann bedeuten: u „Wir sehen überhaupt keinen Streitpunkt; daß wir die Löh! um 10 Prozent herabsetzen, ist etwas selbstverständliches— woj e sind die Arbeiter da, als uns zu bereichern? Sie haben sich eil. fach zu fügen. Von einem„Streipuukt" kann man nur redcl � wenn„Streitende" da sind. Streiten bedingt aber bis zu einei gewissen Grade Gleichbecechtignng der Streitenden. Wir streit! nicht mit unseren„Händen"; wir befehlen, sie haben zu g» horchen, und nicht nach Gründen zu fragen: stat pro ratioi voluntas— eö ist unser Wille und damit Basta!" Die Frage kann zweitens bedeuten: Ein Streitpunkt liegt zwischen unS vor; wir haben eine Loht reduktion angekündigt, die den Arbeitern begreiflicherweise nie angenehm ist. Allein, indem wir das gethan, haben wir nur vc unserem„heiligen" und„ewigen" Recht, dem Arbeiter das Mg auszusaugen, Gebrauch gemacht. DaS ist ein Recht, über welch nicht diökutirt werden kann. Gleich dem Königthum von Gotte gnaden steht das Kapital von Gottcsgnaden Uber der Diskussio Ein Schiedsgericht würde unser Recht in Diskussion bringe« unsere Einwilligung zu einem Schiedsgericht würde die Einwilliguz zu einer Diskutirung unseres Rechts einschließen, und damit hätt wir prinzipiell und thatsächlich unser Rech preisgegeben. Ab kein Schiedsgericht! Widersetzen die Arbeiter sich der Ausübu« unseres Rechts, gut, so gestaltet sich die Rechtsfrage zur Mach frage: der Kainpf beginnt, und wir werden sehen, wer sieg» '} Eine der revolulionären Arbeitervorstädte von Paris. **) Das war allerdings eine Täuschung. Jules Simon zeigte sich schließlich noch jämmerlicher als die anderen Minister. Red. d. Bolkssk. wird, der volle Magen und volle Geldbeutel oder der le Magen und leere Geldbeutel." Wie immer die Herren Gruben- und Eisenwerkbesitzer es meint; — ob die erste oder die zweite Auslegung ihrer Antwort die richti? — in beiden Fällen war die Antwort der Ausfluß des exklusivst- Geldprotzenhochmuths, der den Arbeiter als zur Sklaverei gebor ansieht, und ihm die Gleichberechtigung brutal abspricht. Und ö ärgerer Fußtritt konnte der Harmonielehre nicht versetzt werda für die auch Herr Mundella schwärmt. Er hatte einen schwer Stand. Doch nach längerer Rede gelang es ihm, die Delegirt zu einem abermaligen Borschlag schiedsrichterlicher Beilegung u zur Zurücknahme ihrer Gegenforderung einer 10prozentigen Loh erhöhuug zu bewegen. Mit welchem Resultat, daö ist im Moment, wo wjx d schreiben, noch nicht bekannt. Die in voriger Nummer mitgethei telegraphische Nachricht scheint darauf hinzudeuten, daß auch die neue Versuch einer gütlichen Schlichtung an der Unterdrückung wuth der Herren Arbeitgeber gescheitert ist. Dieselben hak übrigens noch ganz besondere Gründe zu schroffstem Vorgehen geg ihre„Hände:" die Kohlenpreise sind in letzterer Zeit uiedergegang! weil ungeheure Vorräthc vorhanden sind und der milde Winl den Consnm eingeschränkt hat. Bräche jetzt ein großer Stri aus, so würden die Kohlenpreise rasch in die Höhe gel' und die Herren Grubenbesitzer würden ein vorzüglich Geschäft dabei machen. Es ist wahr: 70,000 Familien wäl auf Wochen dem äußersten Elend Uberliefert— indeß was v schlägt daS dem feisten Kapital? Der Champagner schmeckt tf um so besser, wenn der Gedanke ihn würzt, daß da draußen U zähliche herumschleichen, die des Nothweudigsten entbehren. So nun einmal„die beste der möglichen Welten." Gewerksgenossenschaftliches. Znternationale Metullarbeiter-Gewerltschast. Nürnberg, 31. Dezbr. Bekanntlich hatte am 15., 16. 17. Juni 1372 der Gewerkschaftskongreß in Erftirt getagt, nebenbei hatte die Generalversammlung der Internationalen Met ( w[x arbeiterschaft stattgefunden, wo eine Kommission niedergesetzt wurde, er a{ mit dem Auftrage, so bald als möglich Statutcu-Aendcrungen starte vorzunehmen, welches auch geschehen. Aber der Ausschuß fand es ibera für gut seinen eigenen, anstatt den Kommissionsentwurf, an die ,1» si, Mitgliedschaften zu versenden, wie wir ans den vor etwa 6 irößt> vder 7 Wochen uns zugeschickten Ausschußsitzungs-Protokolleu nebst i Statuten-Vorlagen gesehen haben. Die Kontrolkommission in Berlin ' hat dieser Verzögerung in der Versendung von Statuten dadurch ein Ende gemacht, daß sie die alten Statuten wieder drucken ließ, iduii lut� Abänderungen bis zur nächsten ordentlichen Generalver- ' sammlung verschoben, was uns ganz angenehm war, da wir glaubten, •t ej dem Mangel an Statuten jetzt abhelfen zu könne». Wir hatten j;x, uns aber getäuscht, denn nach dreimaligem Verlangen nach Statuten .- haben wir nicht einmal eine Autwort erhalten. Jetzt wissen wir ■y nicht mehr, an wen wir unS halten sollen. Ich habe in meinem letzten ' r Brief so schnell wie möglich um Statuten oder eine Antwort ge- r beten, habe aber von beiden nichts gehört und gesehen, und weil , J; mir vom Ausschuß bis dato weder Statuten noch eine Antwort ?eu 4 zugegangen sind, so kann ich nicht anders, ich muß im„Volks- Ullte staat" aufragen, ob vielleicht unser Ausschuß nicht mehr cxistirt oder ob derselbe seinen Wohnsitz irgend wo anders aufgeschlagen hat.(Es ist Pflicht der Chemnitzer Parteigenossen, den Ausschuß r�aer Pi�cht ausmerks am zu machen. Derartige Saumseligkeiten unter- ,\ graben nicht nur das Vertrauen zur Leitung, sie stellen die Gewerk- ' y schart überhaupt in Frage. R. d.„V.") Die Bevollmächtigten werden in �eder Versammlung von den Mitgliedern gefragt, ob noch keine Statuten da sind, und jedesmal muß mit Nein ge- antrvortet werden, was unsere Sache gewiß nicht fördert. Wie es bei uns in Nürnberg ist, wird es anderswo auch sein. In nf n Dürnberg können wir schon seit mehreren Wochen kein Mit- ■ glied mehr aufnehmen, denn wir haben weder Statuten noch Karten, und wenn sich Jemand meldet zur Aufmahme, so verlangt derselbe Statuten; es können aber keine verabreicht werden. Wir wünschen, daß uns sobald als möglich Aufnahmematerial, Karten oder Statuten zur Verfügung gestellt werden, denn so wie in letzter Zeit kann die Sache nicht länger fortgeführt werden. An- statt Mitglieder zu gewinnen, wird die Zahl derselben geringer. __ Der Bevollmächtigte. Allgemeiner deutscher Zchncidervercin. ßhemnitz, 2. Januar. Nachdem in Nr. 93 und Nr. 98 des „Volksstaat" vom vorigen Jahre die Ausforderung zur Neuwahl der Bevollmächtigten ergangen, veröffentlichen wir hiermit daS Re- fultat, wobei wir diejenigen Bevollmächtigten, welche bis jetzt noch keine Neuwahl angezeigt haben, für wiedergewählt betrachten. Bremen: C. Kühn; Bayreuth: A. Lauterkorn; Berlin: A. Rei- mann; Braunschweig: A. Müller; Fürth: P. Wolf; Frankfurt an der Oder: Blandow; Leipzig: M. Stumpf; Nürnberg: . Maseck; Stade: I. Lindloh; Würzburg: Herbig; Regensburg: ?, Rick; Schweinfurt: I. Jmhof; Passau: Landsherr; Pirna: ü ft A. Gründer; Chemnitz: Thiele. Breslau und Frankfurt a. M. sind in Eonstituirung begriffen. Da statutengemäß die Abrechnung ® bis zum 15. d. Mts. erfolgen muß, so ersuchen wir die Mitglied- aNv:l schaften, diesem pünktlich nachzukommen, denn nur die gegenseitige iwt Pflichterfüllung kann die Existenz unserer Organisation befestige» und erweitern. � Kollegen allerorts! Unsere Nürnberger Berufsgenossen werden ' ü'vj eine rege Agitation über ganz Bayern unternehmen und deshalb ch Cl gleichsam eine Filiale von Gründungömaterial errichten. Dieselben beabsichtigen nächstes Frühjahr die Tagarbeit einzuführen. Wir ersuchen Sie daher, den Zuzug von Nürnberg schon jetzt fern zu halten, aber auch diesem Vorhaben nachzuahmen und brü- derlichst zur Seite zu stehen. Ferner bitten wir, u»S sobald wie möglich Adressen einzusenden, indem wir Ende dieses Monats einen Auftuf erlassen werden. Wie es scheint, steht die Organisation der Fachvereine noch in Ferne, und wäre es daher dringend nothwendig, sich der Central- organisation anzuschließen, um nicht eine Desorganisation und De- Zentralisation herbei zu führen. Unsere Loosung sei, die centrale Organisation und nur die centrale Organisation. Der Ausschuß: G. Schöffel, Geschäftsführer. oer ''.1 Allgemeiner deutscher Anttlerverein. Verlin, 1. Januar. Der unterzeichnete Vorstand erlaubt sich � den Mitgliedschaften den von der Kontrolkommission geprüften und Al"chsiss befundenen Bericht über Stand und Ausbreitung und über ziilnii Kassenverhältiusse des Vereins vorzulegen: Berlin,(I. Wirths, Alexandrinenstr. 116), Thlr. 52 27—; Hamburg,(W. F. Flachsbart, Jänischstr. 2), 4--; Dresden, (H. Weiner, Gr. Brüderstr. 7 III.), 13 27 5; München,(Ferd. Prebstel bei Hak, Gastwirth zum Kratzer, nächst der Schrannenhalle), 10 15—; Hannover,(A. Nitsch, Gartenstr. 27), 5 25—; Elberfeld,(L. Türkheim, Harmoniestr. 9), 5 20 6; Köln,(A. Könen, Deutz, Kirchstr. 5), 14 4 6; Roisdorf b. Bonn,(I. Kehl, Sattler), S 26 6; Offenbach,(G. Kretz, bei Mehl, Waldstr. 3), 12 20 1; lud c �luttgart,(Ä. Stortz, Guttenbergstr. 44)-, 26 24 9; Karlsruhe, verde(��»sberger bei Hofsattler in Münz 3 7 6; Posen,(A. Böttcher, chwer �erberstraße 51), 3 23 6; Straßburg,(H. Jbsch, Feggasse 11, Gasthof zum Lamm), 5--; Braunschweig,(A. Melle, Rosen- Hagen 9), fehlt; Coblenz,(Alexander Waschkc, Kastorhof 13), fehlt; Lübek, F. Arp,(Fleischhauerstr. 83), fehlt; Summa der Einnahmen Thlr. 173 11 9. Ausgabe für Porto, Material, Entschädigung, Annoncen, Druck- fachen an Jhriug und Stenographie Thlr. 110 25 6; Schulden an Bracke in Braunschweig für Festprogramm und Protokolle, durch deren Verkauf aber 30 Thlr. erzielt wurden Thlr. 43 15—; Summa der Ausgaben Thlr. 154 10 6, Bestand Thlr. 19 1 3. Die in Klammern beigefügten Namen sind die der Vertrauens- aanac Dünner.— Arbeits nachweisbure aus befinden sich in Berlin "Wini Kransenstr. 11 bei Rolfö, in Hamburg Rofenftr. 23, in München <3 tri Peinb- P�bstel, bei Hak, Gastwirth zum Kratzer nächst der Schrannen- halle, in Hannover Sattler Frei, Wagenfabrik von Herzj Kalen- Bergstraße, in Stuttgart Neckarstr. 36k bei Sälzle. Aus obigem Bericht ersehen Sie, daß der Verein trotz der ichwierigsten Verhältnisse sich immer mehr und mehr entwickelt und fsr �enefiUsis erweist. Bereits gehören 16 der größten Städte «l u>-Wds dem Verein an und mit andern stehen wir behufs Älssctsiusses in Briefwechsel. Es ist genügende Aussicht vorhanden, daß v innen Kurzem keine größere Stadt in Dentschland sein wird, m welcher nicht eine Mitgliedschaft unseres Vereins besteht. Da- hm muß es aber auch kommen, wenn er feine Aufgabe lösen will und es ist x. fllcht eines jeden Mitgliedes, darauf hinzuwirken. In- dein wir den Vertrauensmännern mittheilen, daß in Kurzem ihnen e n betailirter Kassenbericht brieflich zugehen wird, fordern wir dlejemgen, welche mit den Geldern an die Hauptkasse noch im Nuup.ande lind, auf, diese baldmöglichst einzusenden. Mit kollegialischem Gruß: Der Vorstand. Correspondenzen. Vertin, 3. Januar. Der Artikel in Nr. 1 deS„Volksstaat" Etwas für das sächsische Justizministerium" gibt mir Veraulassung, Ihnen eine interessante Mittheilung über eine Unterhaltung zu machen, der einer meiner Bekannten kiirzlich hier beiwohnte. In einer Gesellschaft, in welcher sich auch ein Abgeordneter des preu- ßischen Landtags und des Reichstags befanden, drehte sich die Unter- Haltung unter anderm um die soziale Frage. Naturgemäß kam daS Gespräch auch auf die Verfolgungen gegen die Sozialdemokratie, den Leipziger HochverrathSprozeß und die Hubertusburger Gefan- genen. Der erwähnte Abgeordnete betheiligte sich sehr lebhaft an der Debatte und sprach sich dahin aus, daß nach seiner lieber- zeugung die sächsische Regierung z. B. das Urtheil im Leipziger HochverrathSprozeß für ungerecht halte. Er führte als Beweis für seine Behauptung folgendes an:„In der letzteii«Session deS Reichstags habe er sich mit mehreren Abgeordnete», unter denen auch der königl. sächsische Generalstaatsanwalt Dr. Schwarze gewesen sei, über den Leipziger HochverrathSprozeß unterhalten. Einer der Ab- geordneten habe�dabei gegen den Generalstaatsanwalt geäußert: „ihm sei das Urtheil deS Schwurgerichts unbegreiflich"; daraus habe der königlich sächsische Geueralstaatsauwalt verlegen die Achsel gezuckt und geantwortet:„Mir ist es auch unbe- grciflich". Diese Erzählung machte in der Gesellschaft große Sensation, und ich glaube Ihnen einen. Dienst zu erweisen, wenn ich Ihnen den Vorfall zur Veröffentlichung im„Volksstaat" mit- theile. T. R. (Wir sind unserm Herrn Korrespondenten für seine Mittheilung sehr dankbar; bekennen aber, daß uns die Aenßernng deS sächsischen Generalstaatsanwalts gar nicht überrascht hat. Wir kennen den Mann besser und wissen, wessen wir unS von ihm und den leiten- den Persönlichkeiten in Sachsen zu versehen haben. Für unS hat die obige Mittheilung nur in so fern ein besonderes Interesse, als sie dokumentirt, daß die Anschauung des Herrn Generalstaats- anwalts vor und nach dem Prozeß dieselbe geblieben ist. Ww veröfsentlichten in der Nr. 27 des vorigen Jahrgangs unter andern Folgendes, daS bis heute unwiderlegt geblieben ist: „Daß eine Berurtheilung auch in den höchsten Kreisen der sächsischen Justizbeamten für eine juristische Unmöglichkeit ge- halten wurde, beweist eine Aeußerung des Gcneralstaatsanwalts Dr. Schwarze, desselben Generalstaatsanwalts, der es sich, gleich seinem Chef, dem Justizminister Abelen, nicht verdrießen ließ, mehrere Male während des Prozesses und namentlich am letzten Tage, wo die Entscheidung siel, herbeizueilen, um zu hören, zu sehen und— zu helfen. Es war vor jetzt einem Jahre— wenn wir nicht irren am 23. März,— bei der Eröffnung des„ersten" deutschen Reichstags. Die Reichsboten, unter ihnen Herr General- staatsanwalt Dr. Schwarze, sind, in Landsmannschaften gruppirt, aufgestellt im weißen Saal deS preußischen Königspalastes. Fürst Bismarck tritt herein, geht auf den sächsischen Geueralstaatsauwalt zu und redet ihn ungefähr mit den Worten an:„Nun, Herr Ge- neralstaatsanwalt, was wird denn aus dem Prozeß Bebel und Ge- nossen.(Die Angeklagten saßen damals noch in Untersuchungshaft.) Der Herr Generalstaatsanwalt Dr. Schwarze zuckt die Achseln und antwortet:„Gar nichts wird." Darauf replizirt Bis- marck unwillig:„Dann hätte man auch die Leute nicht ein- stecken solle»; jetzt fällt das Odium des Prozesses auf uns." Spricht's und läßt den verdutzten Herrn Generalstaats- anwalt stehen. Wenige Augenblicke danach nähert sich der sächsische Finanzminister, Herr von Friesen, dem Reichstagsabgeordncten Professor Birnbaum aus Lindenau bei Leipzig und sagt zu ihm: „Da hat unser Schwarbe wieder einmal eine große Dummheit gemacht." Ist das nicht köstlich? Und doch wird der Prozeß nach Verlauf eines vollen Jahres noch in Szene ge- setzt und es gelingt, die Haupt-Angeklagten, auf die es abgesehen war, zu verurtheilen. Fiat justitia, pereat mundus!" Nach dieser Mittheilung wird sich unser Berliner Herr Korrc- spondent und werden sich auch die Leser deS„Volksstaat", denen sie neu ist, über Herrn Dr. Schwarze und die sächsische Regierung Aar sein. Wer sich näher über sächsische Gerechtigkeitspflege orien- tiren will, dem empfehlen wir die Schrift A. Roeckels:„Sachsens Erhebung und das Zuchthaus zu Waldheim", Frankfurt a. M., Verlag von C. Adelmann, 1865. Rveckel war betheiligt am Dres- dener Maiausstand 1849 und hat 13 Jahre als politischer Gefan- gener im Zuchthaus zu Waldheim gesessen. Was er veröffentlicht, drückt der sächsischen Regierung für ewige Zeiten das Brandmal auf. DaS Verhalten der sächsischen Regierung damals bildet den Schlüssel für ihr heutiges Verhalten; wer es vermag, der sollte sich die Schrift anschaffen. Wir empfehlen sie namentlich allen Arbei- ter-Bibliotheken. Die Red. d. Volksst.) Leipzig, 3. Januar. Unsere Dresdener Parteigenossen, ins- besondere aber die Redakteure des„Dresdner Volksboteu", er- freuen sich von Seite der Polizei einer Aufmerksamkeit, die lebhaft die staatsrctterischen Thaten unsers Polizeidirektor Rüder er- innert.„Unsere Polizei," schreibt der„Dresdner Volksbote" unterm 20. Dezember v. I.,„lud den verantwortliche» Redakteur des „Dresdner Volksboten" gestern Abend eito zur Publizirung einer Verordnung und behielt ihn gleich in Haft. DicS zur Warnung für Diejenigen, welche in ähnlicher Weise zitirt werden und auf ein längeres Verweilen daselbst_ sich einzurichten nicht für nöthig halten sollten. Das Weitere folgt, vorläufig theile» wir eine» von ihm nnS' zugegangenen Brief aus dem Gewahrsam mit: „„Hinter der Frauenkirche, Abends gegen 6 Uhr, 13. Dez. 1872. Lieben Freunde! Die heutige polizeiliche Vorladung hatte zum Zweck, mir einen ministeriellen Beschluß zu eröffnen, nach welchem meinem Einspruch, betreffs der Strafe wegen der Annonce „Glück und Segen zc.", nicht �iiachgegebeu wurde. Eö wurde mir weiter eröffnet, daß ich die Strafe von 7 Tage» Gefängniß so- fort antreten müßte und daß, wenn ich die 5 Thaler Strafe nicht bezahlte, ich dieselben mit noch weiteren 5 Tagen abzusitzen hätte. Meinem Einspruch dagegen, daß ich die Strafe augenblicklich nicht antreten könne, weil das Geschäft dadurch leide, indem Walster ebenfalls in Haft wäre, wurde nicht stattgegeben. So habe ich nun das Glück,„WeihnachtSferien" zu genießen; sorgt dafür, daß ich die Zeit nicht müßig todtschlagen muß, schickt mir Bücher, also geistige Nahrung. Euer Daschner."" Und das Weitere ist, daß Daschner nach Verbüßung seiner Polizeihaft an daS königl. Be- zirksgericht abgeliefert und von diesem in Gewahrsam genommen wurde. Im folgenden Briefe gibt uns Daschner die Motive an, die daS königl. Bezirksgericht veranlaßten, ihn in Haft zu nehmen. Der Brief lautet:„Bezirksgerichtsgefängniß, den 27. Dez. 1872. Lieber Walster! Ich befinde mich nun seit Mittwodj Abend im königl. Bezirksgerichtsgefängniß.— Unglaublich, aber doch wahr. Die Polizeidirektion hat nämlich beschlossen, mich nach Verbüßung der Haft sofort auszuweisen, ob auf ewige Zeiten, kann ich äugen- blicklich nicht sagen. Diesen ihren Rathschluß theilte sie dem königl. Bezirksgerichte mit, worauf dasselbe es für gut fand, mich in seine zärtliche Umarmung, d. h. in Untersuchungshaft zu nehmen. Als Grund meiner Inhaftnahme von Seite"des Bezirksgerichts gibt dieses an, daß mir durch die Ausweisung das Mittel geboten würde, durch die Flucht der mir zuerkannten Festungshaft zu entgehe». Ich habe auf Urlaub angetragen, um wenigstens die dringendsten Geschäfte zu ordnen, die meiner Verantwortung über- geben sind, der mir aber nicht gestattet wurde. Hierauf habe ich Beschwerde eingelegt, deren Resuttat ich noch erwarte. AuS Diesem wirst Du ersehen, daß eine Unterredung zwischen uns Beiden noth- wendig ist, weshalb ich Dich bitte,-sobald es Dir möglich ist, mich zu besuchen. Mit Gruß Dein Daschner."(gelesen v. Brück, Ass.) „Aus diesen wenigen Zeilen", sagt der„Dresdner Volksbote", „tritt der ganze Rechtsznstand, in dem sich der Reichsbürger gegen» über der Polizei, in Dresden wenigstens, befindet, ganz nackt vor vor die Augen. Die Aufnahme einer Lotterie-Annonce, die in Preußen, Bayern, Württemberg mit 1 Thaler Strafe bestraft wurde, wird von der königl. Polizeidirektion zu Dresden zu gleicher Zeit mit 7 Tagen Haft, 5 Thlrn. Strafe und Ausweisung be- straft, dies Alleö unter den Augen des Ministers des Innern und des versammelten Landtages! Und dabei behauptet die königl. Staatsanwaltschaft auch noch, wir seien gehässig! Der deutsche Reichstag wird durch uns Gelegenheit bekommen, darüber nachzu- denken, was er gethan, als er den Polizeibehörden eine Befngniß, Reichsangehörige auszuweisen, gelassen hat; desgleichen wird es nachgerade Allen einleuchten, daß der Polizei alle und jede Straft befugniß genommen werden muß, wenn wir gesicherte Rechtsznstände erhalten wollen, und mindestens muß die Zulässigkeit der Äppella- tion an die� richterliche Entscheidung solcher Strafweise die ge� bührenden Schranken setzen. Wie andererseits aber Einer der Flucht verdächtig werden kann, weil ihn die Polizei ausweisen will, dies und andere Rechtsbetrachtungen später." -Leipzig, 4. Januar. Ilebereinstimmeud mit der Ansicht ver- schicdener Fachvereine der Buchbinder zc., daß die lokale Vereint- gung zur Wahrung der Interessen der Arbeiter gegen die Be- drückungen des Kapitals nicht genüge, daß vielmehr eine einheit- liche Organisation aller Buchbinder hierzu uothweudig sei, beschloß der Leipziger Buchbinderverein, Nürnberg-Fürth zn veranlassen, zur Schaffung einer solchen Organisation die nöthigen Schritte einzuleiten. Daraufhin hat sich Nürnberg bereit erklärt, zu Ostern einen Kongreß der Buchbinder zu berufen. Kollegen! An Euch, die Ihr schon länger vereinigt seid, wird es liegen, ob der von unS gemachte Vorschlag zur Abhaltung eines Kongresses in Nürnberg zur That wird. Der Leipziger Buch- biuderverein wird seine Schuldigkeit thun. Indem wir nochmals alle Kollegen auffordern, bis Ostern so- viel wie möglich Bereinigungen in den einzelnen Orten zu gründen und die Frage des Kongresses zur Gründung einer allgemeinen Organisation, gründlich zu erörtern, zeichnet mit Gruß H. Richter. Leipzig. Die Nummer 51 des„Botschafter" bringt an der «spitze eine sehr warm geschriebene, und von dem Schreiber unter- zeichnete Erklärung Fritzsche's zu Gunsten der Einigung der deutschen Arbeiter. Sonderbarer Weise sind gleich aus der folgen- den Seite die jüusten Uufläthereieu des„Neuen Sozialdemokrat", enthaltend die boshaftesten Beschimpfungen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei abgedruckt, ohne ein Wort, welches Mißbilligung des Inhalts andeutete. Und, noch sonderbarerer Weise, ist der Artikel, dem diese Unfläthereien einverleibt sind, von„Fritzsche" unter- zeichnet. Ob der„F.- W. Fritzsche", der diesem Artikel unterzeichnet hat, wol ein und dieselbe Person ist mit dem„F. W. Fritzsche" jener Erklärung zu Gunsten der Einigung? Wir haben zwar nie von einem zweiten„F. W. Fritzsche" gehört, können aber ander- seits auch nicht glauben, daß ein und dieselbe Person in ein und derselben Zeitungsnummer zwei so total verschiedene Gesichter zeigen kann. Leisnig.(Zur Lage der Mühlenarbeiter.) Die„Mühle", Organ des Verbandes deutscher Müller und Mühleninteressenten, verkündet in Nr. 7 die neuesten Fortschritte im Mühlenwesen. Mühlenarbeiter! Einer herrlichen Zukunft geht Ihr entgegen, wenn alle diese frommen Wünsche sich verwirklichen, welche durch die „Mühle" veröffentlicht worden sind. Einige Punkte dieser neuesten Mühleuordnung verdienen veröffentlicht zu werden. Artikel 2 sagt: „Jeder Arbeiter hat sich den Anordnungen seiner Borgesetzten un- bedingt zn unterziehen." So einfach dieses nun auch klingen mag, in diesem„Unbedingt" liegt aber ein Hintergedanke, wie er bezeichnender gar nicht sein kann. Ein Fall sei hier erwähnt, der zu seiner Zeit Aufsehen erregt haben würde, wenn er nicht in einer großen Mühle vorgekommen wäre. Bekanntlich hat in einer Mühle jeder Arbeiter feine bestimmte Arbeit. So müssen u. A. ftden Morgen alle Zapfen deö Räderwerks geschmiert werden, dabei ist aber die größte Vorsicht nothwendig. Der damit Be- auftragte darf nur einen Fehltritt thun und er ist verloren oder für immer ein Krüppel; der hier in Rede Stehende scheint dieses gewußt zu haben, denn er wurde von dem hinzugekommenen Wert- führer eine„feige Memme" gescholten, und ihm von demselben gleichzeitig befohlen, auf einen sehr gefährlichen Platz zn treten. Eine Widerrede hat gewöhnlich eine sofortige Entlassung zur Folge. Um nun in der Arbeit zu bleiben, mußte der betreffende Arbeiter den Anordnungen des WerkführerS„unbedingt" nachkommen; einen Augenblick später— und das Unglück war geschehen, der eine Arm war gänzlich vom Rumpfe getrennt; und austatt, wie es von feiten deS WerkführerS Pflicht gewesen wäre, helfend herbei- zueilen, ergriff er im Gegentheil die Flucht; und als sich später einige Kollegen mitleidig äußerten, wurden dieselben durch diesen Handlanger zur Ruhe gewicßen unter den Worten,„daß noch genug Mllllerburschen in der Welt herumliefen, und daß im Jahre 66 so Mancher um seine gesunden Glieder gekommen wäre, ohne daß sich ein Mensch darum gekümmert hätte u. s. w." Und dieser Fall steht nicht etwa vereinzelt da, nein, durchaus nicht; denn selten vergeht eine Woche, wo nicht die Lokalblätter von derartigen Unglücksfällen berichten. Artikel 3 deS gedachten prächtigen Entwurfs sagt:„Die Arbeits- zeit und die Eß- und Ruhezelten werden von den betreffenden Vorgesetzten bestimmt."-— Ob nun 18 oder 24, 36 oder 48 Stunden, bleibt sich gleich; ganz wie eS dem Herrn Werkführer gefällt. Artikel 5.„Feiertage, an welchen fämmtliche Werke stehen, sind: Charfreitag, der erste Öfter-, Psingst- und Weihnachtsfeier- tag." Sonntage giebt es sonach für Euch Mühleuarbeiter nicht. Ihr müßt unaufhörlich arbeiten, arbeiten, daß Schweiß und Blut in Strömen fließt; nicht sollt Ihr genießen, nein, für Euch giebt cs keine freie Statur, für Euch giebt es keinen Frühling, nicht dürft Ihr sehen daS Hervorbrechen der Knospen und Blüthen. Ihr müßt todt sein für die Welt, denn Eure Arbeitgeber wollen es so haben. Ihr müßt arbeiten, denn die noblen Passionen sind heut zu Tage sehr kostspielig, diese Herren sind ja an ein anderes Leben gewöhnt als Ihr, sie leben und genießen, dafür glauben sie sich geschaffen und Ihr— Ihr müßt arbeiten. Artikel 8 lautet ungefähr dahin, daß der Arbeiter die gesetH haben, sind die Anhänger der Hirsch-Duncker'schen Harmonielehre, mäßige Kündigungsfrist genau innezuhalten hat, während die Ar- beitgeber ihren Arbeiter zu jeder beliebigen Zeit fortjagen können. Nun, dieses war schon längst eingeführt, und wie oft die Herren auf die gröblichste Art und Weise in dieser Beziehung gegen die LandcSgesetze verstoßen haben, zeigen die Akten der verschudenen Gerichtsämter. welche in ziemlicher Anzahl vorhanden sind. Jedoch ist die Agi- tation derselben seit dem Aufblühen der internationalen Gewerk- schaften bedeutend überflügelt worden, so daß sie trotz der großen Anzahl von Ortsvereinen, die sie besitzen, numerisch gegen uns ver- schwinden. An Gewerkschaften haben.wir: die internationale Metallarbeiterschaft, die zwar etwas zurückgekommene Holzarbeiter- Dieser Entwurf einer Mühlenordnung, der, beiläufig bemerkt, schaft, welcher der Hirsch-Dnncker'sche Gewerkverein der Schreiner ans 14 Punkten besteht, ist eines der erbärmlichsten Machwerke, welches die Neuzeit in dieser Branche geleistet hat. F. M. Attona. Als hier in letzter Versammlung deS Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins das Schweitzer'sche Manifest besprochen wurde, war eine nicht geringe Btinorität ganz entschieden für die Schweitzer'schen EinigungSvorfchläge. Diese und die rührigen entgegensteht, die Schuhmachergewerkschaft, den allgemeinen denk scheu Schneiderverein und die erst kürzlich von uns ins Leben ge r u fene Mitgliedschaft der Mamifaktur-, Fabrik- und Handarbeiter (Blcistiftarbeiter). Außerdem besteht ein Fachverein der Buchbinder, welcher mit einem Gesammwerband, so bald solcher als lebensfähig erscheint, in Verbindung treten wird und der Fachverein der Stein- Elemente der Hamburger Mitgliedschaft des Vereins, die auch die drucker, aus welch letzterem sich unsere besten Parteigenosien rekru- Mittel zum Druck deS Flugblattes hergaben, betreiben die Agitation.....- ganz ernsthaft, und wenn, wie der„Neue Sozialdemokrat" schreibt, der Bevollmächtigte des Maurervereins berichtet habe, daß nur etwa 30 Personen dahinter stehen, so ist das einfach falsch und diese Fälschung sowohl als der altonaer Bericht über die erwähnte Versammlung im„Neuen Sozialdemokrat" nur darauf berechnet, die andern Arbeiter über die Bedeutung der Opposition zu täuschen. Gegen die Vereinigung sind eigentlich nur die Agitator.» und deren Anhang. Trotzdem dürfte die hier statthabende VorstandSversammlnng doch innnerhin die Wagschale momentan gegen die Vereinigung hcrabdrücken, indeß weniger im Stande sein, die einmal geschaffene Aufregung sofort zu ersticken, und die herrschende Mißstimmung zu besänftigen, und zwar um so weniger, als es absolut unmöglich sein dürfte, die Opponenten auszuschließen. K. F.' AranKfurt a. M., 30. Dezbr. Wir können hier im Allge- meinen zufrieden fein; der„Volksstaat" gewinnt immer mehr Abonnenten und die Personen, die der sozialdemokratischen Arbeiter- Partei beitreten, sind überzeugnugstreu und harren aus. Die Stein- drucker hatten eine Lohnbewegung, deren Ausgang mir noch nicht bekannt ist. Die Brauer gingen, mit ihren Forderungen etwas zu rasch vor, natürlich sind sie das erste Mal abschlägig beschieden worden. Nun, ein andermal wird der Erfolg wol besser sein. Hinterdrein haben die Brauereibesitzer doch den Lohn erhöht, freilich nur wenig, aber das Wenige wäre ohne den Brauergehilfenverein wahrscheinlich auch nicht zugelegt worden. Eine der nächsten Ans- gaben deS Vereins der Brauergehülfen ist jetzt die Vorbereitung und Einrichtung einer Unterstütznngskasse. In der Kassenfabrik von Hammerau haben sämmtliche Arheiter die Herabsetzung der Arbeitszeit auf 8'/- Stunden täglich verlangt, auf den Bescheid bin ich neugierig. Ein lokaler Schneiderverein und eine Mitglied- schaft des Allgemeinen Schuhmacher-Vereins sind gegründet. So- wol im Verein der Schneider als im Brauerverein ist der Ver- trauensmann unsrer Partei, Th. Kalb, thätig und gibt sich viele Mühe dabei. A. S. Kerborn, 6. Dezember. Auf der hiesigen Eisengießerei, Firma Remp& Reifenrath(bekannt wegen ihrer Fabrikordnung, s.„Volks- staat" im Fabrikantenspiegel von 1869— und wegen ihres Ver- fahrens gegen den Parteigenossen W. Schniidt von 1871) waren die Arbeiter schon seit längerer Zeit unzufrieden, theilS mit der Fabrikordnung und theilS mit dem geringen Lohn. Vor einiger Zeit nun traten die Arbeiter eines Tages zusammen und stellten Forderungen, denen die beiden Prinzipale aufs Freundlichste ent- gegenkamen. Sie sollten nur ein Comite wählen, was sich mit ihnen in Verbindung setze, dann seien sie bereit, Alles in Güte zu ordnen. Das Comite wurde gewählt und die Forderungen schriftlich eingereicht, aber alles blieb beim Alten. Wenn auf Er- ledigung der Sache gedrungen wurde, kam stets die Antwort, die Herren hätten noch keine Zeit dazu gehabt. Durch diese Verzöge- rungen immer mehr gereizt, machten die Arbeiter vor ca. 3 Wochen eines Montags„blauen" und ließen sich Bier und Branntwein aufs Werk holen, worauf Herrr Reifenrath kam und die Flaschen zerwarf, sowie die Arbeiter, welche theilS angetrunken waren, sammt und sonders hinauswies. Einige gingen, Andere nicht, weshalb Reifenrath in seiner Angst aufs Amt lief und Hilfe begehrte, welche ihm auch sofort wurde. Die 2 hiesigen Gensdarmen glaubten sich jedoch zu schwach und riefen telegraphisch ihren Wachtmeister von Dillenburg. Nach dessen Eintreffen begaben sie sich aufs Werk, arretirten dort einen Former Georg Sutor, welcher jedoch nichts gemacht hatte, und da er nicht gutwillig in den Henids- ärmeln mitgehen, sondern erst seinen Rock anziehen wollte, so soll er, auch noch von den Diener der Gerechtigkeit Prügel erhalten haben. Am nächsten Morgen wurde er zwar wieder freigegeben, aber sofort eine Untersuchung wegen Widerstands gegen die Staats- gewalt gegen ihn eingeleitet. Das Traurige an der ganzen Sache ist, daß deS andern Morgens die Arbeiter, mit Ausnahme des Sutor, so feig waren, ihre Arbeit wieder aufzunehmen.— Aus dem Burger Eisenwerk haben vor einiger Zeit die Former wegen Lohnerhöhung einen halben Tag gestrikt, worauf ihnen der Direktor eine stundenlange Rede gehalten und sie gebeten hatte, doch kein böses Beispiel zu geben und ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Ein Pfaffe hätte die Sache nicht bester machen können. Es half aber alles nichts. Am andern Morgen wurde die Lohnerhöhung be- willigt. Die Eiscnpreise sind übrigens im Laufe deS Jahres um 3S°/<> gestiegen, wogegen der Arbeitslohn noch keine 5%. Die Menschheit wird doch bald sehen, wer die Strikes macht, die Arbeiter oder die Fabrikanten.— Als Kuriosum will ich Ihnen noch mit- theilen, daß am 3. v. Mts. ein preußischer Oberstlieutenant des tiren. Bekanntlich existirt ein Hirsch-Dnncker'scher Verband der Steindrncker mit dem Vorort Gera, welcher die hiesigen Kollegen schon öfters zum Beitritt aufgefordert hat, allein stets vergebens, weil dieselben sich einmal ans sozialistischer Grundlage organisirt haben. Gerade nun für solche Fachvereine wäre die GewerkschaftS- union von großem Nutzen und dürfte es deshalb an der Zeit sein, endlich einmal in dieser Hinsicht Etwas zu thun. Auch die lokalen Genossenschaften der Drechsler und Reißzengmacher würden der Union, in der sie ihre Eigenthümlichkeiten beibehalten könnten, beitreten. Auf so gespanntem Fuße wir nun auch mit den Harmonikern selbstverständlich stehen, so dürfte es doch im nächsten Frühjahre bei etwa eintretenden Preisbewegungen zu einem lokalen Kartell- vertrage kommen, um bei derartigen Angelegenheiten handeln zu können. Was die Parckei-Agitation und-Organisation betrifft, so können wir von den letzten 5 Monaten die besten Erfolge verzeichnen. Von der Zeit an, wo wir unser Lokal vom„goldncn Baum" inS „Cafe Merk" verlegten, in welchem ungefähr 3mal soviel Leute Platz haben und daS auch bester im Zentrum ver Stadt gelegen, wurden die Versammlungen besser besucht; wir bekamen nicht blos Gesinnungs-, sondern auch Parteigenossen. Dazu kam die Agitation unseres Lokalblattes, und die sozialistische Bewegung, welche durch den Krieg so zurückgekommen war, brach sich auch in Kreisen Bahn, wo man früher nur achselznckend oder höhnisch davon gesprochen hatte. Die Mitgliedschaft hat sich im Laufe des verflossenen Sommers mehr als verdoppelt, die Sektion Glais- Hammer, welche seit der Abreise Ms. schlafen gegangen war, wurde rekonstituirt und agitatorische Kräfte„auf Verlangen" auch nach Fürth abgegeben. ES ist deshalb im höchsten Grade ungerecht- fertigt, wenn der Verfasser deS„Rückblick" sagt, trotz der fortwäh- renden Ankündigung von Volksversammlungen u. s. w. hätten die Lokalblätter, darunter auch das von Nürnberg-Fürth, noch keinen Pfifferling für die Parteikasse und Organisation gewirkt. Der Parteikassirer in Hamburg wird zugeben, daß das Einsenden der Parteisteuern anS Nürnberg in den letzten Monaten genau mit dem Verbranch des bezogenen Anfnahmematerials Schritt gehalten hat und ferner noch bedeutend gesteigert werden wird. Wenn dies in Fürth vielleicht durch das Zusammenwirken verschiedener eigen- thUmlicher Verhältnisse nicht der Fall sein sollte, so liegt die Schuld hiervon nicht am Parteiblatt und auch nicht an den Nürnberger Genossen. Daß man in Nürnberg'ferner die Beschlüsse des Kongresses so viel als möglich praktisch durchzuführen bestrebt ist, dafür spricht unter Anderem, daß seit dem Mainzer Kongreß zirka 50 Partei- genossen aus den Kirchengenossenschaften ausgetreten und zur freien Gemeinde übergegangen sind. Ein Haupthinderniß, besser zu agitiren, sind die vielen Ver- gnügnngsvereine, welche von den sogenannten bessern Klassen auf alle Weise gefördert werden, um die Massen immer hübsch indiffernt zu erhalten. Der in nächster Zeit hier stattfindende Arbeitertag wird uns wohl die Mittel an die Hand geben, wieder einmal einen Hauptschlag gegen die Gleichgültigkeit und den Unverstand der Massen zu führen und zu gleicher Zeit die Agitation siir das nördliche Baiern hesser zu zentralisiren und auf solche Orte anS- zudchnen, die bisher vom„sozialistischen Gift" noch unberührt ge� blieben sind. Hart und steinig ist zwar der Boden in unserer Umgebung, aber wir werden unsere Schuldigkeit thun und werden vorwärts kommen. Möge mau allerwärts dasselbe thun. Auf Grund dieses unseres Berichtes möchten wir Herrn Tchrck, aus dessen Feder unzweifelhaft der Artikel„Rückblick" in Nummer 104 des„Bolksstaat" stammt,(Der Ausschuß als solcher sowohl wie sssorck sind an der Verfasserschaft des Artikels„Rückblick" nicht betheiligt. R. d. V.) noch fragen, was er eigentlich unter Partei- organisation versteht. Die Stelle in jenem Artikel:„Die Partei- organisation ist bei der Ausbreitung der Partei leer aus- gegangen und dem Ausschuß ist kein Pfifferling zugeschickt worden" — scheint darauf schließen zu lassen, daß für Aorck Parteiorga- nisation mit ParteiauSschnß gleichbedeutend ist. Oder sind vielleicht 3—5 Thaler monatlich an den Ausschuß gegen ftüher mehr abgelieferte Beiträge ein„Pfifferling?" DaS ist doch „heidenm äßig viel" Geld!!!_ Breslau. Anzeigen:e. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Sontag, den 12. d. Mts., Abends von 6 Uhr ab gc- selligc Zusamnientunst»cki Tan en im Saale des Hotels zur NooaJ Grünebaumbrücke. Die Parteigenossen mit ihren Frauen, sowie die Mit- gliedcr deS Gesangvereins werden zu recht zahlreicher Bctheiligung ein« geladen. Gäste haben Zutritt. Montag, den 13. d. MtS., Abends 8 Ubr, geschlossene Mitglieder- Versammlung im hintersten Lokale des„weißen Engel", Kupferschmiede» straße 11, Eingang vom Hofe aus. Tagesordnung: 1) das Manifest Schweitzers, 2) Filialexpeditions-An- gclcgenheitcn, Abrechnungen:c. Um pünktliche und vollzählige Belheilt' gung der Mitglieder ersucht im Interesse der Sache dringend H. Oehme. Cöln. Sozialdemokratische Arbci erpar ei. Sonntag, den 12. Januar, Morgens 11 Uhr, Bersammlunc im Lokale des Herrn Wißdorf, Thiboldsgasse 102. Um zahlreiches Et scheinen wird gebeten. Der Vertrauensmann I. Hesch. Cöln. Unterzeichneter hat mit dem 1. Januar die Filialcxpedition für Cöln übernommen, Monats- und Quartalabonnemcnte werden entgegengenommen in dem Versammlungslokal, sowie iu meiner Wohnung, Follerstraße 14, 2. Etage. ch I. Hesch. Eßlingen. Nächsten Sonntag Zusammenkunft bei Haug zur „kleinen Krone". Sozialdcmokraiischer Arbeiterverein. Freitag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, bei Zeidlep gr. Windmühlcnstraße 7. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht, Refci�nt: Winkler Fortsetzung der Diskussion über eingelaufene Fragen. Gäste willkommen. _ Der Vorstand. Leipzig. Vorstandssitzung. Gewerkschaft der Holzarbei er. Mittwoch, den 8. Januar, Abend« 8 Uhr bei Zcidleri ifoi hjtrt Gcnossenschas.sbuchdruckcrei. "»'»'•■■f Jlp* Die laut Beschluß der constituircndcnden Gencralvcr» sammlung im Januar 1873 abzuhaltende außerordentliche Gencralver- sammlung findet Donnerstag, den 23. Januar Abends 8 Uhr statt. Das Lokal wird in nächster Nummer dieses Blattes bekannt gc» geben werden. Tagesordnung: Neuwahl des AufsichtSrathes und deS Vorstandes� — 2. Antrag der Genossenschaftsmitglieder A. Geib, Th. Aorck, H. Ben- necke, Ed.'Prep, F. Lenz, R. Pranst, E. Hillmann und H.Schultz(sämmt- lich in Hamburg) auf Abänderung der§Z 18 und 26.— 3. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 21.— 4. Antrag, betr. die Ent- schädignng der Verwaltungsbcamten. Leipzig, 4. Januar 1873. Der Aufsichtsrath: ____ P. Ullrich, Vorsitzender. Benachrichtigung. �-4 Wir ersuchen die Herren Jacoby, E. Seifert, Wohlleben und Hcidl als Mitunterzeichncr der gegen die Redaktion des Tageblattes: f. Z. eingereichten Klageschrift dringend Mittwoch, den 8. d. Mts., Nach-f mittags 4 Uhr, in der Expedition des„Volksstaat" sich einzufinden. Das; Erscheinen aller wird besümmt erwartet. __ t_ O. Slrlzer, W. Fink. ilcthlltiT Biichbindcrvcrcin. -vvl-pijly. Sonnabend, den 11. Januar, Abends 8 Uhr, Bcrsamm lung in der Thiemeschen Brauerei, Tauchaer Straße. Tagesordnung: Diskussion über die Ueberstundenarbeit. Da« Crschei- neu aller Mitglieder ist erwünscht. Alle Kollegen stnd hierzu eingeladen Die Vereinsvcrsammlungen finden wie bisher jeden Sonnabend im oben- genannten Lokale statt. Der Verkehr und Arbeitsnachweis der Schuhmacher Gehilfen befindet sich Münzgasse 3 bei Herrn Schreiber.(3e) Nullit Arbeiicrbildungsocrein. ■WUmMU» Deutsche Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation. Unser Lokal befindet sich jetzt: 81»lue Post Newrnan Street O. Street W. C.— Es finden abwechselnd Borträge über soziale und Poll tische Fragen statt.— Im Namen des Vereins: der Sekretär. Briefe, Aussagen zc. sind unter obiger Adresse zu richten an F. Lcßner. Cafe-Kralserie-Suissr(fh. Wust, 35 rue z'Arbre See 35 nahe am Louvre. Dejeuners et Diners ü tout prix. Kalte und warme Speisen z jeder Tageszeit.„Volksstaat",„Berner Bund" und französische Zei-I tungeu liegen aut. Hier Znreisenden wird bereitwilligst jede er- wünschte Auskunft ertheilt.[m2{] tKiMlttf Allen Partei- und Gesinnungsgenossen bei meiner Abreise nach Amerika ein herzliches Lebewohl mit dem Versprechen, dem Prinzips treu zu bzeiben. Den 1. Januar 1873._ Carl Schumann. In der Expedition des„Demokratischen Wochenblattes" in Nürnberg ist zu haben: Die Freimaurer. Eine Gefängnißarl'eit von H. Memminger. Redaction des„Demokratischen Wochenblattes". Preis 18 4r. südd. 5 Groschen preuß. 25 kr. östcrr. In Partien billiger._((Ja;*_ Brieflasten: der Expedition. Mangold iu Eßlingen für 4. Qu. 7 Thlr. 210.2 Gr.— Hahn in Landau 4. Qu. 25 Gr., für Schrift: 5 Gr.— Guggenbergcr in Gratz 17 Gr.— F. in Pest für Schrift 5 Gr.— Naumann in Ncundorf 4. Qu. 9 Thlr. 23. Gr.— Vellmar iu Untersendling: Schreiben Sie einfach unter der Adresse der betr. Redak- tionen.— Stamm in Feld bei Solingen: Wenn Ihnen in Zukunft durch die Post Nummern des Blattes nicht zugehen, reklamiren Sie bei der Nachts von mehreren jungen Leuten, mit denen er die ganze Nacht betr. Postanstalt, wir können für solche Unregelmäßigkeiten nicht«.— verkehrt und mit denen er auf Du und Du gestanden, tüchtig!Leßncr in London: Kalender kostet 1 Expl. incl. Porto 4>/i Gr.— durchgeprügelt wurde. Die Motive zu diesen Prügeln sollen, wie Schm. in Fünfkirchen 3. Qu. 2 Thlr., I.Qu. 1 Thlr. 12 Gr.— Sch. man. sich erzählt, derart sein, daß man solche der Sittlichkeit wegeu w Gloggnitz 1 Thlr. 4 Gr.—@. Jägerndorf für Annonce 6 Gr., nicht gut wiedergeben kann. Die Herborner Parteigenossen. V"11; f' 4. Gn. 2 ihlr. 28' 2 Qu., gut13 /s Gr. Michel or.T, IN Hohenstein 4. Qu. Itt Thlr. 25>/z Gr., für Schrisien 17 Thlr. 23 Hamberg, 17. Dezbr Herr A. Gogg hielt hier kürzlich eine» �@ füt Annonce 10 Gr.- Gramm in Pforzheim 4. Qu. 9 Thlr.— Vortrag über die polltlschen, religiösen und sozialen Zustande jMstller in Chemnitz für Kalender 40 Thlr.- Hadlich hier 4. Qu. 4 Amerikas. Da Herr Gögg über dasselbe Thema bereits an andern Orten gesprochen und auch diesbezügliche Referate im„Volksstaat" bereits abgegegen worden sind, so wollen wir, um Wiederholungen zu vermeiden, von einer Besprechung absehen. Konstatire t wollen wir aber, daß der Vortrag Gögg's beifällig aufgenommen wurde. Itürnöerg, 30. Dez. Indem wir dem Beispiele der Cölner Genossen folgen, kommen wir zugleich dem betreffenden Beschlüsse des Mainzer Kongresses nach, daß die Mitgliedschaften von Zeit Zeit Berichte über den Gang der Agitation einzusenden hätten. Was die Entwickelung der sozialdemokratischen Bewegung in hiesiger Stadt betrifft, so begann dieselbe im Jahre 1866 durch die Spal- tung im alten Schulzesschcn Arbeiterverein, aus welchem heraus sich der Arbeiterbilduugsverein entwickelte, dem dann die Gründung einer Parteimitgliedschaft folgte. Schweitzerianer haben wir hier nie gehabt und die Versuche, welche seiner Zeit von ihnen durch Grüneberg und Andere gemacht wurden, hier Boden zu fassen, blieben erfolglos. Die Gegner auf dem Gebiete der Arbeiterbc- wegung, mit denen wir es deßhalb hier hauptsächlich zu thun Thlr. 28 Gr. 5 Pf., für Kalender 1 Thlr. 21 Gr. 6 Pf.— Schönmaun in Bremen für Annonce 5 Gr.—— n in G. für Schriften 9 Thlr. 3 Gr. Julian Schmidt bitten zurückzusenden.— Fischer in Spandau 4. Quartal 11 Thlr. 16 Gr. 5 Pf., für Schriften 1 Thlr. 21 Gr. 5 Pf — Wörlein in Fürth für Schriften 2 Thlr.— Kluge in Ratibor Abon< nement Januar 8 Gr., für Schrift 2>/z Gr.— Kraulß in München 4. Quartal 33 Thlr. 27 Gr.— Krämer in Coburg für Schriften 1 Thlr. 22 Gr.— Dönges in Darmstadt: Von uns wurde Nr. 2 als Kreuz- band richtig versandt, vorsorglich erhalten Sic nochmals Zusendung.— Wetzet in Stuttgart: Ihrem Briese lag ein Thaler nicht bei. Maaß in Osnabrück: Kalender erhalten Sie, wenn 3. Auflage fertig.— Stelzer in Reudnitz 4. Quartal 13 Thlr— Lämmcrhirdt in Gotha 4. Quartal 20 Thlr 9 Gr— Hartmann in Mainz 4. Quartal 8 Thlr 28 Gr— L in I für Schriften 4 Thlr— F in Wien für Schriften 20 Thlr 7 Gr 5 Pf. für V. St 29 Thlr 22 Gr 5 Pf. des Ausschusses: Th. H. in Bremerhafen: Wie in aller Welt kommen Sie auf diese Idee? Gerade weil der„Neue- Sozialdemokrat", dessen Taktik in diesem Streit Ihnen doch sofort klar sein mußte, seinen Lesern dieses Ammenmährchen auftischt, konnten Sie mit mathematischer Gewißheit schließen, daß e« gelogen ist. Th. F. Stamm's Erlösung der darbenden Menschheit betreffend. Um Arbeitervereinen die Anschaffung obigen Buches, welches soeben in zweiter vermehrter Auflage erschienen, habe ich den Preis für dicsö aus 15 Sgr.(1 st. 80 kr.) ermäßigt, und kann das Buch zu diesem Preise bei der Buchhandlung des„Volksstaat", bei Herrn Schriftsetzers Franz und bei der Vcrlagshandluug bezogen werden. Wegen größerer; Partien beliebe man sich direkt franco an die unterzeichnete Verlagshand», lung zu wenden.(2) _ Schabelih'sche Duchliaiidlung in Zürich. Die Filialerpeditionen werden aufgefordert, für das 4. Quartal die Abonnementbeträgl sofort einzusenden. ES muß laut Reglement bis Mitte jede' Quartals dafür Sorge getragen werden, daß die hiefii-r treffendei Beträge mindestens zur Hälfte abgeführt werden. Filialen, welch bis 14. Januar ihrer Verpflichtung für verflossenes 4. Quarta nicht nachgekommen, können weitere Sendungen nicht erhalten. Leipzig, 4. Januar 1873. Für die Verwaltungskommisfiou: Hadlich. Für die Expedition des„Volksstaat": W. Fink. Zur Notiz. Die Beilage der heutigen Nummer, die von Ausschuß ursprünglich für Nr. 2 bestimmt war, konnte wegen verspäteten Eintreffens des Manuskripts erst für diese Nummer angefertigt werden._ Mainz, 6. Januar.(Telegraphische Depesche.) Heute haben sämmtliche Brauer der Aktienbrauerei wegen verweigertet Lohnerhöhung die Arbeit eingestellt. Die Brauer sind einig. Zw zug ist feru zu halten._ Lehcndecker. J leipzig: Äeramw. llteoatleur R. Sciffert.(Redaktion und Expedition Hohestr. 4). Druck und Verlag der Genosscnschastsbiiibdnickerei. Hierzu Beilage. gc- joa, «itcin» »r- ede> ANl eilt Aeikage zum Botksstaat 1873 Ar. 3. unz Er. tiort eiita inco zur dler, ff«; nenJ H Werl U,r Sjp �BaitClfiCltDUCll! sage: die beiden Fraktionen der einen Partei, nnd dieser Das alte Jahr ist dahin mit seinen we'selvollm Ereignisse.: �'Sdn.ckbedarf eincr kurzen Erläuterung daM-S nicht den An- und ein neues Jahr liegt vor nnS. M.t de n Eintritt in das�ch"' S-wmnt. als stehe.ch mit nur selbst u Widerspruch ~ � v- J-...... i Als die Eisenacher Fraktion in der Bildung begriffen war, be- zeichnete ich sie als einen Ableger der Bourgeoisie, nnd dies war nach meiner Ueberzeugung damals auch der Fall. Allein die be- harrliche Taktik einiger Führer, vcrbuilden mit dem Uebertritt zahl- reicher rühriger Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeiter- vcreinS, Hot allmählig jene Partei in eine sozialdemokratische um- gewandelt. In der letzten Zeit meines Präsidiums war der Sach- verhalt bereits zweifelhaft geworden. Heute der vom Eisenacher Programm auSaegangenen Partei die Eigenschaft einer sozialdemokratischen abstreiten wollen, ist einfach albern. Ich gehe bei dieser Gelegenheit zu einer andern nothwendigen persönlichen Bemerkung über. neue Jahr haben wir nnS zu fragen, was ist für die Partei zu- nächst zu thun, sowohl von Euch, wie vou unS. Und da, Mit- arbeiter, gilt eS vor Allem eine rege Agitation zur Verbreitung unserS Parteiorgans! Laßt daher gerade jetzt in dieser Agitation keinen Tag ungenützt vorüber gehn. Beseelt von dem guten Willen und durchdruugen von dem edlen Feuereifer, der alle Hindernisse überwältigt, wird eS nicht schwer sein, durch Gewinnung neuer Abonnenten der Sozialdemokratie im Allgemeinen und unserer Partei im Bcfonderen neue Anhänger zuzuführen. Parteigeigenossen! Bedenkt, an den Abonnements auf den „VotkSstaat" bemessen die Gegner die Macht und Stärke unserer Partei, und das mit Recht. Wolan! zeigen wir, daß wir nicht nur in gleicher Weise zu rechnen verstehen, sondern daß wir jeden Fehler im Facit unsrer Rechnung auch sofort durch praktische Agitation zu korrigircn vermögen. Und einen Fehler hat unsere Rechnung: Das Facit der Abonnentenliste ist entschieden zu gering. ES ist freilich wahr, trotzdem nnS der Zuwachs durch Monats- in Verdächtigung meiner Person. Derlei habe ich von jeher mit Schweigen entgegengenommen und ich werde auch in Zukunft dar über schweigen. Mein Gewissen sagt mir, daß ich mir während meiner langjährigen Parteileitung zwar manche Unregelmäßigkeiteii verver« ge« des: Zcn« mit« de« mt-j ibem ittesf ach La« nin< chei< dem ben-i chcr«s Ausbreitung unserer Partei? Sicher nicht. Nun wolan! So machen wir doch den Fehler gut, was hindert nnS daran? Es müssen im neuen Quartal mindestens 1000 neue Abonnenten gewonnen werden, nnd das kann, das wird geschehen, wenn Jeder von Euch den„Volks- staat" nicht nur lieSt, nein, wenn Jeder Einzelne von Euch daS Blatt als unentbehrliches Parteiorgan selbst hält und unter seinen Mitarbeiteni und Freunden für dessen weitere Verbreitung Sorge trägt. ES genügt auch nicht, sein sozialdemokratisches Gewissen mit dem entschuldigenden Hinweis auf die lokalen Parteiblätter zu be- ruhigen. Mögen die Lokalblätter als Mitkämpfer in der Bewegung als ein noch so berechtigter und bcachlenSwerther Faktor anerkannt werden, jedoch für Leser und Parteigenossen, die voll und ganz der Idee der Sozialdemokratie huldigen, deren Seele einzig und allein erfüllt ist von dem Glauben an die welterlösendc Kraft derselben, nnd die mit verzehrender Leidenschaftlichkeit diese Idee zu vcr- wirklichen bestrebt sind, mit einem Worte, den„Männern der Partei" können und dürfen diese Blätter nicht genügen Der„Volksstaat", in dessen Spalten sich di ganze Partei- bewegung wiederspiegelt, dieses Blatt und kein sanderes ist die Fahne, unter welcher wir n»S zilsammenziischaaren haben. Zu dieser Fahne haben wir zu stehen und alle Kräfte ausschließlich auf den einen Punkt zu konzentrircn, daß im neuen Jahre Tausend und aber Tausend neuer Leser und Abonnenten gewönne», daß durch Tausend nnd aber Tausend mannbare Streiter und Mit- kämpfer für die Idee der Sozialdemokratie für die Befreiung deö Proletariats unsere Reihen verstärkt werden. Vorwärts darum in der Agitation zur Ausbreitung des Leserkreises des„BolkSstaat" und zur Gewinnung neuer Abonnenten. In jede Fabrik, in jede Werkstatt, in jede Wohnung muß unserm Parteiorgan, dem„Volks- staat" Eingang verschafft, und mit ihm der Geist der Sozial- demokratie in dieselben getragen werden. Wenn unS das gelingt— und sobald nur Jeder seine Pflicht erfüllt muß eS nnS gelingen— dann dürfen wir mehr denn ze init Siegeszuversicht in die Zukunft blicken, dann werden wir sagen können: Die Zukunft ist unser. Der Ausschuß. /Hamburg l. Januar 1373. I. A.: Ed. Prep. Th. Jflorck. bcrg cn >eben diese iescmj setzers ßerci� and» Au die Arbeiter Deutschlands. So ist ein Schriftstück überschrieben, das von„Hamburger Üitgliedern des Illaemeinen deutschen Arbeitervereins" veröffent- licht wsft eil ist. ZLlr erachlen dS"fchon deshalb als unsere Pflicht- den PMkkMvssen über dieses Schriftstück Aufklärung zu geben, weil dasselbe auch nnS zugesandt wurde, sodann auch, weil die Re- daktion deS„Neuen Sozialdemokrat" begierig die Gelegenheit er- griff, um anläßlich der in dem Schriftstück enthaltenen EinigungS- Vorschläge die albernsten und perfidesten Angriffe gegen unsre Par- tei zu richten. Anfangs November sandte Schweitzer, der ftiihere Präsident deS Allgemeinen IKlrkfchen Arbeitervereins, nachstehendes, wörtlich wiedergegebene Schriftstück an die Redaktion de» �llsi'sti'"!" mit dem dringenden Verlangen um Abdruck. DaS Schriftstück lautet: -Schon seit der letzten Generalversammlung deS Vereins erhalte ich ab und zu Briefe mit Anfragen und Aufforderungen; ich habe dieselben immer mit dem Bemerken beantwortet, daß ich mich in sozialdemokratische Angelegenheiten nicht mehr einmischen wolle. Ebenso habe ich einige Aufforderungen zu persönlichem Erscheinen abgelehnt. Seitdem nun aber vor Kurzem durch einen Zufall Hebung beider vorhandenen Organisationen eine neue gemein- same Organisation zu schassen. Zn diesem Zweck wäre der Eongreß von vornherein beiderseitig förmlich mit eonstituirender Gewalt zn bekleiden. Aber hier entsteht für die Mitglieder deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins die Frage, ob sie die mit Recht hoch gehaltene Lassalle'sche Organisation nicht nur formell, sondern auch materiell preisgeben dürfen? Antwort: nein! Aber worin besteht das Wesentliche dieser Organisation? In der Eentralisation. Nicht wesentlich aber ist dieser Orga- nisation das bei der jetzigen Entwicklung der Partei unhaltbar ge- wordene persönliche Ztegiment. Der Schlachtruf muß also sein: Beibehaltung der Eentralisation, Beseitigung des persönlichen Regiments, überhaupt: Beibehaltung derLassalle- Der„Volksstaat" und der„Neue Sozialdemokrat" wetteifernd scheu Organisation ihren wesentlichen Einrichtungen nach, unter xo__________:_____ 5... r-Tv..x..: x.—.'<-—:>lc«. r vielfachen Opfern und nicht ohne Erfolg thätig war. Möge man also sagen und schreiben, waS man wolle— im Bewußtsein meines guten Gewissens bin ich zu stolz zur Entgegnung. Allein diejenigen meiner Freunde, welche in Betreff der letzten Generalversammlung deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins Anfragen an mich gerichtet haben, ninß ich auf einen, in seiner Art einzigen Widerspruch aufmerksam machen. Nachdem die vorletzte Generalversammlung bei Gelegenheit meines Rücktritts vom Präsidium mir ausdrücklich Dank und Anerkennung für meine Leistungen votirt hatte, geschah daS Un- erhörte, daß die vorige Generalversammlung ohne alle Beweise eine schwere Schuld an mir entdeckt zn haben glaubte. Obschon ich nicht mehr VereinSmitglied war und auch nicht entfernt daran dachte, es wieder werden zn wollen, faßte man den ebenso nutzlosen alS gehässigen Beschluß, ich solle, falls ich ja wieder Btitglied werden wolle, nicht mehr aufgenommen werden. Ich weiß sehr! gut, daß dieS nicht im Sinne der Arbeiter war; aber die General Versammlung hat eS einmal gethan nnd nur zwei Fälle sind möglich. Erster Fall: Ich bin schuldlos. Dann hat die Gencralver- sammlung an mir ein schändliches Unrecht begangen. Zweiter Fall: Ich bin schuldig. Dann that die Generalversammlung ein schändliches Unrecht am Verein, indem sie diejenigen Personen im Amte der Parteileitung ließ, die Jahre lang in meiner nächsten Umgebung waren, jeden meiner Schritte beobachten konnten, bei jeder meiner Amtshandlungen die ausführenden Werkzeuge waren, und somit als meine Mitschuldigen dastanden. Durch den unlösbaren Widerspruch, in den die Gencralver sammlung sich verwickelte, indem sie entweder einen Schuldlosen falsch anklagte, oder, falls die Ankl»ge richtig, den zweifellosen Mitschuldigen die Vereinsleitung in Händen ließ, hat sie ihrensseitigung geradezu ekelerregeuder Verhältnisse und zur Herstellung bösen Willen, oder, waS wahrscheinlicher, ihre unglaubliche Unfähigkeit an den Tag gelegt.— DaS Urtheil solcher Leute ist mehr alS glcichgiltig. Doch nun zur Sache! Wie die Dinge jetzt liegen, stehen zwei große sozialdemokratische Fraktionen in bitterster Feindschaft einander gegenüber. Hieraus ergibt sich eine Reihe von Nachtheilcn, von denen die hauptsäch lichsten folgende sein dürften: 1) Die Kräfte und Mittel, welche naturgemäß zur Vckämpftlng ,i4«r Parteifeinde bestimmt sind, reiben sich im inneren Kampfe auf. 2) DaS beständige gegenseitige Schimpfen und Verdächtigen diScreditirt die Gesammtpartei in den Augen aller an- ständigen Leute. S) Statt der Neigung zu ernster, würdiger Diöcussion wird der Hang zu Rohheit und Gewaltthätigkeit in den VolkSvcr sammlnngen befördert. 4) Gewissermaßen durch die Eoncurrenz getrieben, glaubt jede! Fraktion die andere«n äußerlich radikalem Auftreten überbieten zu müssen. Die innere Schwäche soll durch äußere Reclame ersetzt werden. Wäre die Partei einig, also stark, so könnten sie bei voll-� stein RadiealiSmuS vorsichtiger nnd doch erfolgreicher auftreten. Mancher sitzt im Gefängniß, der nicht nöthig gehabt hätte, unvorsichtig zu sein, wenn die Partei einig gewesen wäre. 5) Alle Einrichtungen bestehen jetzt doppelt und verursachen also doppelte Kosten. Welche Ersparnis würde eintreten, wenn (Abdruck cinesin TheZ'er-Angcleg'enhciwii'»T di�Elberfeldc� Zei- solche Einrichtungen bei der Einhett der Partei nur etninal nolhig von mir gerichteten Briefes im„Neuen Sozialdemokrat") wäre». tung" meine Adresse bekannt' geworden ist, chomme/ Briefe'der gedachten! 6) 3»[�abftlutc UnniögUckjf bc�onvarM- Art insbesondere in Betreff der Einigung der Partei, so�zahlre>ck�' g VerufSgenossen können nicht einheitlich han- an mich, daß mir eine Beantwortung im Einzelnen unmöglich wird.>, politische Partcistellnng sie trennt, za gegeneinander- Da ich aber auch nicht gegen Di-j-nig-n. welche- mir trotz den von d ln. weil die politische pari, allen Seiten wider mich gerichteten Verlenmdnngcn ihr Beiürauen K•(, i(t üon bcv- Wahlbeweguug bewahrt haben, eine UnHöflichkeit begehen möchte, so diene diesef 7) Aeynuchcs gici r., . cw.-f.•* Beseitigung unwesentlicher und veralteter Einrichtungen. Sobald man sich dieS klar gemacht hat, ist die Grundlage einer Verständignng mit der andern Fraktion vorhanden. ES entsteht noch eine anscheinende Prinzipienfrage: ob national, ob international? Diese anscheinende Prinzipienfrage führt sich aber nach der thatsächlichen Entivicklung, welche beide Fraktionen genommen haben, auf eine ZweckmäßigkeitSfrage zurück. Die internationalen„Eisenacher" haben' durch ihre that- sächlich zunächst nationale Organisation bewiesen, daß sie sich in einem gewissen Sinne vom concreten Boden der nationalen Ver- hältnissc nicht loslösen wollen(waS übrigens die Internationale bei ihrer Eonftituirung als berechtigt vorgesehen hat). Der All- gemeine deutsche Arbeiterverein seinerseits, obwohl auf lediglich nationaler Organisation stehend, versichert, daß eine nationale Ar- beiterbewegung schließlich immer in eine internationale zu münden habe. Auf beiden Seiten wird also nationales und inteniatio- naleS Element in gewissem Sinne als berechtigt anerkannt, lieber das Mehr oder Weniger hätte der Eongreß durch Mehrheit zu entscheiden, und wie auch der Entscheid ausfiele, die Minderheit könnte sich beruhigt fügen, da leicht einzusehen ist, daß, wie die beiderseitigen Anschauungen jetzt thatsächlich sich herausgebildet haben, nicht eine Prinzipienfrage, sondern nur eine Frage der Zweckmäßigkeit und der Taktik vorliegt. Nieinen Freunden, die sich an mich gewandt haben, gebe ich\ also den Rath, mit aller Thatkraft in dem von mir entwickelten| Sinne thätig zu sein. Mit den Führern, wenn diese wollen, � ohne sie, wenn sie unthätig bleiben, trotz ihnen, wenn sie wider-: streben.— Einheit um jeden Preis! Ich verbinde damit das dringende Ersuchen, diese Auseinander- setzung als abgeschlossene Arbeit hinnehmen und mich daher nicht mit weiteren Anfragen beehren zu wollen. Ich habe einer Pflicht genügt, aber ich wünschte, daß diese— wie ich hoffe, in meiner � sozialdemokratischen Laufbahn letzte— Pflichterfüllung nicht mit" weiteren Miihen verbunden sein möge. Insbesondere müßte ich jeden Versuch, mich irgendwie zu praktischem Eingreifen in diese Angelegenheit zu veranlassen, alö eine Tollheit zurückweisen. Hingegen wird cS niir große Freude machen, wenn ich zur Beläge jedes »den »elchä rtal ,........ ü' vollständig und unverändert aufnimmt, bin ich genothigt, mich a den„Volksstaat" zn wenden._ Soweit die erwähnten Briefe darauf hinauslaufen, mich zum Wiedereintritt in daS praktische Parteigetriebe aufzufordern' muß ich dieselben vollständig und entschieden zurückiveisen. Nach den gemachten Erfahrungen würde ich lieber Holz hacken und Steme klopfen, alS sozialdemokratische Angelegenheiten betreiben, insoweit meine persönlichen Freunde— und dieS ist der Jschait der meisten Briefe— in der jetzigen KrisiS der sozialdemokratischen Partei iliir n>«i»«>»>e!>„tt. r-*..... -v..«> K->fj pie Einianng nur auf einem ge- Paria nur meinen Rath hören wollen, so kann ich, da ich langft � � z�samen' Eongreß erreicht»�uteumäßige�eise jedem Parteigetriebe serne stehe, denselben allerdings mit volla bestehende Organisation Mittel, au, 1-,,. Unabhängigkeit, ohne Rücksicht nach irgend tiner Seite hin, gebcu�vieie_.>---- und ick».-■(>«—'■J--"■ iwute ;crtel Zu' r. J >ili»I> 4er«i- ;e.; eines würdigen ZustandeS innerhalb einer Partei,' in der ich so lange hervorragend thätig war, durch diese Auseinandersetzung Einiges beitragen sollte. So glaube ich am besten Denen meinen Dank zu beweisen, die mich fortwährend in gutem Andenkeu be- ivahrt haben und Denen ich hierfür im innersten Herzen dankbar bin. Berlin, den 6. November 1872. Schweitzer." Obwol eS»un gar seinem Zweifel unterliegt, daß die Re- daktion deS„Neuen Sozialdemokrat" ein ähnliches Schriftstück gegen hervorragende Mitglieder unsrer Partei sofort zum Abdruck gebracht hätte,— wir erinnern nur an die widerholten, der Feder eines ManneS wie Tölcke entflossenen Lügen von Hietzinger Geldern und den Fränkcl'schen<500 VolkSstaatSabonncnten, der andern bis zum Ekel oft wiederholten Verläumdungen nnd Schmähungen unserer Partei, denen der„Neue Sozialdemokrat" mit besonderer Vorliebe seine Spalten ösfuete nicht zu gedenken— so wurde der Abdruck des obigen Schriftstücks von der Redaktion/ deS„B»Usstaat" dennoch abgelehnt, uiu die von uns versuchte/�'"'! Versöhnung und Einigung mit dem allgemeinen deutschen Arbeiter�*-� verein nicht in Frage zn stellen. Und trotzdetn, daß der„Neue Sozialdemokrat" fortwährend daS Menschenmöglichste leistete, damit die alte Fehde mit neuer Heftig- keit entbrenne, legt die Haltung des„Volköstaat" Zeugniß dafür ab, daß wir gewtllt waren und noch gewillt sind, Frieden zu halten »nd die EinignngSbestrebungen zu fördern; immer hoffend, daß der gleiche Wille auch unter den Mitglieder» des Allgemeine» deutschen Arbeitervereins sich kund geben würde, und daß diesem auSgeiprochencn Willen der eignen Mitglieder weder die Spitzen des Vereins, noch die Rcdaklio» des„Neuen Sozialdemokrat" «ntgegcnzntreten wagen dürften. Und wir haben uns nicht geirrt. Eine große Anzahl Mitglieder deS„Allgemeinen deutschen Arbeiter- vereinS veröffentlichte daS oben mitgetheilte Schriftstück in 10,000 Exemplaren mit der Bemerkung,„daß e? Pflicht eines jeden Ar- bciterS sei, für weiteste Verbreitung desselben energisch thätig zu sein." BcachtenSwcrth ist, daß in der Flugschrift»ach der Stelle:„Hat waS sehr zu beachten ist— die letzte Generalversammlung den Vorstand neu eingerichtet, warum sollte man sich nicht mit einer D neuen Einrichtung derCentralbehördeu überhaupt befreunden können?" Partei herzustellen. Denn jedem Kampfe müssen vorhergehen dicffolgcndcr PassuS eingeschoben ist: volle Kampffähigkeit nnd Kampfbereitschaft. Und da der Zwie)„„Die Lassalle'sche Organisation ist in ihrem innersten Kern ver- spalt, je länger er dauert, wegen der fortwährend steigenden gegen- letzt worden durch die Gründung eincS lokalen SonderbundeS(deS seitigen Verbitterung der Gemüther, desto schwerer beseitigt werde» Berliner ArbeiterbundeS); nicht aber würde sie verletzb werden durch kann, so ist die Sache ebenso dringlich wie wichtig. Man kaundie Beseitigung eines persönlichen Präsidiums, daS zu einem der v:. ch—.v..... s.., f�sfalle's geradezu entgegengesetzten Zcrrbiltc ausgeartet ist. Thatsächlich herrscht jetzt im Allgemeinen dentschen Ar» beitervcrein eine bestimmte Anzahl in Berlin besind- licher Personen unter bloS äußerlicher Vorschiebung deS Präsidenten, wodurch auch allein die Gründung eineS Bcr- liner SonderbundeS erklärlich wird, zu welcher ein wirklicher BereinSpräsident, der sich im Lassalleffchcn Geiste als Ausdruck und Führer der Gcsammtheit fühlte, nie sich hergegeben hätte. „„Der heutige Zustand trägt in sich alle Nachtheile einer per- sönlichen Diktatur ohne deren Vortheile für die Gesammt- heit. Wenn man diese Präsidcntur abschafft, beseitigt geradezu sagen, daß, wenn die Arbeiter die Fortdauer deö jetzigen ParteiznstandeS dulden, sie mit Recht dem Spott und Gelächter ihrer Gegner verfallen. Soviel vom Ziel— nunmehr vom Wege zum Ziel. und ich ha b e rnllf"»,, 1 77'"""l"""" Vt�l"c«">' urvrll.ivM» v«. vv,ltVv..kv......-................................ manche meiner- c» � � weiß, daß in beschleunigtem Verfahren den Zusammentritt eines solchen Eon- viesis Rathes niVm"n w".Augenblicke mii dem Inhalte gresseS herbeizuführen. Man braucht nur den redlichen Willen dazu. Nictit anverft.,,,*,,...... n. J m..k Knnn,.,C,...iikte vor Allan eli, Strick durck die ein Strich durch die durch alte Zänkereien und Nicht mit der Ver _......... 0.J|...... 0.-,-?,v.ru mit der"Gegenwart" und der Zukunft mußte warten sollte. Freilich" gerne gebe ich den gewünschte» lliatih"!�'i�"���öngreß befassen. denn so sehr auch fortwähreud die soziale Frage nieiU theoretisch- ß) o ,, i, 3er-- man nicht eine lebenskräftige und heilbringende, sondern eine ver- ißterottete und zum Stützpunkte von Mißbräuchen gewordene Ein- Wissenschaftliches Interesse'"ü1" � demokiatische Parteianaeleoa.,»/ � nur, eine sozial-' WaS wäre demselben i» dieser Beziehung vorzuschlagen? r-,-!?-.-parie.a.igcIegenheit behandeln zu müssen. Allein icki Ick halte eö für falsch, beide Organisationen locker ge richtnng."" Daß der„Neue Sozialdemokrat" sich sehr hütete, dieö Schrift- Ich halte eS für falsch, beide Organisationen locker geeinigt chen abzudrucken, ist so selbstverständlich, daß wir uns weniger " Reibereien wür darüber, als über die Vertrauensseligkeit Derer wundern, die alleS derartige blos Ernstes erwarteten, idaß ihrem Verlangen, das Schriftstück im vicse: Sollei, s!�. v', v'„.............„..... P........ st.ZWW..... WWW H für de» Fall„Neuen Sozialdemokrat" zn verösseutlichcu, Nechnung getragen meiner deutscher A l'r" großen Fraktionen derselben(Allge-.deS Scheiterns weiter gehender Versuche in Aussicht genommen. werden würde. Daß dieS nicht geschehen würde, war zu erwarten. .c.oeiterverein und Eisenacher) vereinigen?'-werden, während zunächst zu erstrebe» wäre, unter formeller Auf- Weniger zu erwarten war eö aber, daß der„Neue Sozialdemokrat" nnd die Berliner Führerschaft, die noch vor Kurzem Herrn Schweitzer g �en unsere gerechten Vorwürfe in Schutz nahmen, indem sie erklärten, daß alle gegen denselben gerichteten Beschuldigungen nicht nur nicht wahr, sondern daß überhaupt Niemand würdig sei, Schweitzer auch nur die Schuhriemen zu lösen, wir sagen, daß derselbe„Neue Sozialdemokrat" und die Berliner Führerschaft heute schon mit einer Offenheit alles von uns Behauptete eilige- stehe», die nichts zu wünschen übrig läßt. Aber freilich, wenn eS gilt, die Einigung der beiden-Fraktionen der deutschen Sozial- demokratie zu hintertreiben, dann kommt eS auf eine Inkonsequenz mehr oder weniger nicht an. Man lese nur die folgende in Nr. 118 des„Neuen Sozialdemokrat" enthaltene Lobrede des Herrn Hassel- mann auf Schweitzer: „Wie gewisse Jagdhunde auf ein bestimmtes Wild dressirt wer den, so scheint es, daß die Feinde des Allgemeinen deutschen Ar beitervereinS förmlich dressirt sind, Herrn Schweitzer, mit dem der Allgemeine deutsche Arbeiterverein seit anderthalb Jahren nichts mehr zu thun gehabt hat, im Koth herumzuzerren. Dieser ewigen Schimpferei gegenüber erkläre ich, daß die Feinde des Allgemeinen Todesstoß zu versetzen. Als echter„Ehrlicher" hat von Schweitzer sogar die Stirn, den Vereinsmitgliedern die Lüge entgegen zu schlendern:„Statt der Neigung zu ernster und würdiger Diskussion, wird der Hang zur Rohheit nnd Gewaltthätigkeit in den Volk'' Versammlungen befördert." Ja, es gibt keine Schmach, welche der Verräther von Schweitzer den Mitgliedern deö Allgemeinen deutsche» Arbeiter-Vereius nicht unterschieben möchte.— Nun möge er sich zu Seinesgleichen packen: die Arbeiter hat er schon genug auSge- plündert, und seine letzten Freunde, welche nicht daran glauben mochten, wie er mit dem Allgemeinen deutschen Arbeiter-Berein gespielt, werden ihn voraussichtlich jetzt sämmtlich durchschauen, wo er offen mit den„Ehrlichen" gegen Lassalle'S Organisation, gegen den Bestand deö Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereins auftritt. -l-l - lang rwon selbst eingestanden, daß er Artikel für ein hochkonservatives Blatt geliefert. Da möchte denn auch im eisenacher Lager bald tin bemerkliches Mißtrauen gegen die Vorschläge eintreten, welche deutschen Arbeitervereins in dessen innere Zwistigkeiten mit dem ein von Schweitzer macht, und welche der Polizei die Arbeiter Dr. Schweitzer überhaupt nicht ihre Nase zu stecken haben. Jmguf dem Präsentirteller bringen könnten.— Herr von Uebrigen muß ich, waS ich auch sonst gegen Schweitzers politische und sonstige Haltung einzuwenden habe, konstatiren, daß„Spionage für die Polizei" ihm weder vorgeworfen, geschweige denn nachge- s Glauben wir doch selbst, daß in der eisenacher Partei ihm nicht � wohl sein wird. Das Zusammenstecken deS Herrn Schweitzer mit der Reaktion ist erwiesen; hat er doch ! w.uv vtv muyti wiesen ist. Dagegen steht es fest, daß zu einer Zeit, wo die So-fthrlich geworden." zialdemokr-atie in Deutschland säst todt war, wo der„Svzialdemo- krat" jahrelang kaum 400 Abonnenten hatte, während Herr Bebel Fortschrittler und die Herren Marx und Liebknecht mundtodt waren, Schweitzer eS gewesen ist, der allein die soziale Bewegung über Wasser hielt und der sich hier unter den schwierigsten Verhältnissen ein Verdienst erworben hat, daß Bebel und Liebknecht, ihm nicht die Schuhriemen auflösen können. ES ist nicht meine Liebhaberei alten Schmutz aufzurühren; aber gewissen Leuten, wenn sie den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein mit Koth bewerfen, muß man ihr wahres Antlitz zeigen, und die Gerechtigkeit verlangt, daß ick, Schweitzer, selbst wenn er alö nicin Feind handelt, nicht verleum- den lasse, um so niehr als dies nur geschieht, um den Allgenieinen deutschen Arbeiterverein zu schädigen. „Dies die Erklärung, welche abzugeben, Hasselmann veranläßt war, und welche er auch heute noch auftecht erhält." So sprach Hasselmann am 11. Oktober. Dabei ist zu bemer- ken, daß in der betreffenden„Spionage für die Polizei" überhaupt nicht die Rede war; eS wurde vielmehr nur hervorgehoben, daß durch das Protokoll der letzten Generalversamm- lung deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins alles das bestätigt fei, waö wir seit 69 gesagt und waS auch den Anlaß abgab, in Eisenach die sozialdemokratische Arbeiterpartei zu gründen. Und am 18. November, also 6 Wochen nach der oben zitirten Lobeserhebung Schweitzers, entblödet sich derselbe Hasselmann nicht, in Nr. 147 deS„Neuen Sozialdemokrat" über Schweitzer herzu- fallen, weil derselbe in seinem Schriftstück gesagt hatte:„Entweder ich bin schuldlos(Siehe Erklärung vom 11. Oktober), und dann habe ich recht, so zu schreiben, wie ich jetzt thue, oder ich bin schuldig, dann seid Ihr, die Ihr am 11. Oktober die Stirn hattet, nach für schuldlos zu erklären, meine Mitschuldigen, weil Ihr die Arbeiter so lange im Unklaren über mich gelassen habt." Herr Hasseluiann, der langjährige Schüler Schweitzers, schreibt also: „Herr Jean Baptist von Schweitzer chweitzer möge sich überhaupt vorsehen; die Geduld der Arbeiter st lang, aber nicht unendlich!" Und deö langen Geschimpfes.kurzer Sinn ist:„Schweitzer ist er kann daraus auf die numerische Stärke der Partei schließen,�.,. die etwa annähernd richtig geworden wäre, wenn derselbe beachten wollte, daß bei uns die ärmeren Mitgliedschaften, etwa ein Drittel«, der Zahl, nur'/> Sgr. Parteisteuer pro Mitglied zu zahlen haben. � Doch lassen wir das auf sich beruhen. Die Einigung der,nge deutschen Arbeiterpartei wird sich vollziehen auch gegen den Willen der Herren Hasselmann- Hasenklever; und dürfte— wir müßten unS denn sehr täuschen— mit Ende deS eben begonnenen jJahres eine vollendete Thatsache sein. Im Vertrauen auf die Erfüllung unseres Wunsches rufen wir j der geeinigten Sozialdemokratie Deutschland» zu: Glückauf zum� neuen Jahr.__. � Füi «<5 Organisation und Agitation. Auszug au? dem(Mainzer) Protokoll d. Cougresses der foz.-dem. Arbeiterpartei. Referent: Unser Programm, da« Programm der sozialdemo«»: e'W kratischcn Arbeiterpartei, ist in wenig Worten zusammenzufassen. Diest' wenigen Worte:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" sind uns Allen nicht._ nur eine heilige Erinnerung an die glorreiche Nevolution von 1789,. sondern auch der Grundgedanke oder die Grundidee unsere» Programm» � welche» meine Vorredner ausführlich erläutert haben. � MeinejFreunde. Meine Aufgabe ist: die Nothwendigkeit einer einheitlichen! Organisation undAgitation nachzuweisen. PunktSunsere» Programm» lautet „In Erwägung, daß die politische und ökonomische Befreiung derfAt Arbeiterklaije nur möglich ist, wenn diese gemeinsam und einheitlidi den Kampf führt, gibt sich die sozialdemokratische Arbeiterpartei eine Wut dieser lachet lichen AuSflucht glauben die berliner Führer des�� � nehme keinen Anstand, zu behaupten, daß gerade dieser PuiiflL Allgemeinen deutschen Arbelter-Vere.nS dem„Mitschuld. g" au» W wichtigste ist, daß dieser Punkt gewissermaßen den Tragbalken de, dem Wege gehen zu können. Gegen diesen Vorwurf,„ehrlich ge- zesammten Programm» bildet, den zu zimmern unsere erste Anfgabe scinbevr worden zu sein" möchten wir Schweitzer eigentlich in Schutz nehme», inuß, ehe wir an die Verwirklichung aller übrigen Punkte denken könnendem wenn der Vorwurf nicht gar zu albern wäre, um ernstlich gemeint zu sein. Freilich über die Schwachheit, über Alle», waö auf unsere CS würde zu weit führen, da» Wesen der verschiedenen Organi-lSie. sationcn zu erörtern, deren Form und Art zu besprechen. Für unS genügt e», den Nachweis zu führen, daß die sozialdemokratische, die Arbeiter»�röf j.-, Partei überhaupt, nur durch eine einheitliche zenttalistische Organisation�,� ''.um fillllt.* v � Partei irgendwie Bezug hat, ernstlich die Wahrheit zu sagen, mn_. vi- Redaktion des.Meuen Sozialdemokrat" längst hinweg Daßp" Gau, abgesehen davon, daß der Drang der geschichtlichen Entwickele die Erklärung in Nr. 118 von dem„Vermischten" m Nr. 147(„„g �n» aus die Zentralisation hinweist, abgesehen davon, daß alle Ciu< mit Haut und Haar aufgespelst wird, darf unö nicht wundern, richtun gen gm Staat», und Gesellschastsleben nur dann großartige ErfW" und die Leser» des„Sozialdemokrat" sind an derartige Widersprüche folge aufzuweisen haben, ja oft genug dann überhaupt erst lebeusfähijs schon so gewöhnt, daß man unwillkürlich an den„nothweiidigen neuen Kompromiß" in Lassalle'S„Die Feste und die Presse" erinnert wird. Doch diese Widersprüche mögen die Mitglieder deS Allgemeinen deutschen Arbeiter-VereinS sich enträthseln, für»nS genügt eS, zu konstatiren, daß die Führer deö Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins in den Artikeln Nr. 147 und 149 deS„Neuen Sozial- demokrat" vom 18. und 22. Dezember Alles, aber auch Alles eingeräumt haben, was wir seit dem Jahre 1869 schon gegen Schweitzer und die Mißleitung der Arbeiter überhaupt behauptet haben. Und wir hatten unzweifelhaft ein Recht, das zii thun, denn wir hatten ftei und offen und ohne jede andere Absicht als die, die sozialdemokratische Arbeiterbewegung von allen schädlichen Einfküsscn ftei zu haltAi, schvn vor 3 Jahren das ausgesprochen, waS heute aus Rücksicht auf ihr persönliches Interesse diejenigen Leute auszu- sind, wenn sie einer Zenlralleitung unterstellt, m eine einheitliche Orga-Ran nisation zusammengefaßt wurden, wie da» in 109 Beispielen in del«u c Bankwesen, der Post, den Eisenbahnen, dem Militärwcscn überhaupt, lirth mehr noch aber bei der Großindustrie, dem Fabrikspstcm, da» sich ohitfr einheitliche Organisation überhaupt nicht denken läßt, nachgewiesen wer" den kann. Darüber kann also kein Zweifel mehr obwalten, und jeder denkendes Arbeiter, jeder Parteigenosse, der nicht blo» den Namen Sozialdemokra führt, sondern in der That Einer ist, muß e» für seine höchste Pflicht bo trachten, einer solchen Organisation beizutreten. Aber wie muß diese be� schassen sein? könnte man fragen. Nun, die Antwort ist nicht schwer Das Weder die auf blindem Glauben beruhende Autorität der Kirche, noch dtfmerr durch Kriegs« und Standrccht Gehorsam erzwingende und den Menschei 10 imrd doch heimlich gewühlt, dies hat sich bei der Vereinigung'� dabei" und wie diese traurigen Redensarten alle lauten, beklliiden,aiis! Schweitzer weiß die» auchi� menig sie den Namen Sozialdemokrat in der That verdienen. Leute, feue läi on m ier ei ich mit dem Meiide'schen Verein gezeigt. Herr von Schweitzer ergeht sich, während er dieö liebenswürdige sehr gut— und doch eine Einigung!— Wir haben jetzt an dw crndtcn wollen ohne zu säen, dir, ohne die Mühe und Arbeit, mit / C4 O«.. O. 1. 1.. i. I... /t� r'..... f.,.*..._...w Ol...w.1. i..............1 p...>1 I., 1 i � �,....<» TO t\ i i C\ ,,,. 4,-. t v. re,.,....... c;... r... W., CW... �... i i....'ti......_ i___......■.. � Geständniß ablegt, in gemeinen Schimpfereien und Verdächtigungen regelmäßig zahlenden Aiitgliedern circa 12,v9<), mit dencn aber, ,.jne»l Worte, ohne die Opfer der Agitation mit zu übernehmen, an de» gegen die jetzige Vereinsleituug, indem er dieselben hohlen Be- welche zeitweilig ihre» Beitrag entrichten und mit den vielen Orten, Res gegen die jetzige Vereinsleituug, indem er dieselben hohlen Be-'wclche zeltweuig lyren Beitrag entrichten unv mir den vielen Orlen, Resultaten theilhaben wollen, gleichen auf ein Haar den Bourgeois, di> hauptungen aufstellt, womit die„Ehrlichen" den Verein begeifern; welche der Verfolgungen halber keine Beiträge senden können, �wir, und mit Recht bekämpfen. er wagt es, die jetzige Vereinsleitung dafür verantwortlich zu machen, daß das„ekelhafte Geschinipfe" fortdauert, welches sich doch nur um seine eigene unsaubere Person dreht, von Schweitzer ist dabei so rührend„ehrlich" geworden, daß er auf einmal zu der Ueber- zeugung gekommen ist, daß die„Eisenacher" zwar früher„Ableger der Bourgeoisie" gewesen, jetzt auf einmal aber eine gut„sozial- demokratische" Partei geworden wären. Dabei müsse aus dem pro- jektirten Kongreß vor Allem„ein Strich durch die Vergangenheit" gemacht werden— das heißt auf Deutsch: alle auögesloßeneii Abenteurer, Kassendiebe, Schwindler und käuflichen Literaten, welche notorisch im Solde partikularistischer und Bourgeoisblätter gestände» haben, sowie die radikalen Bourgeois sollen nach Auflösung deö Allgemeinen deutschen Arbeiter-Vereius einen neuen Tummelplatz finden. Der Allgemeine deutsche Arbeiter-Berein wurde glücklicher- weise diese Elemente loö— Herrn von Schweitzer zuletzt— in der eisenacher Partei kämpften aber in Folge der Zersplitterung, welche die vielen kleinen Organe und Vereine bewirken, und weil seit langer Zeit aller Auswurf des Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins dort aufgeuonnnen ist, die redlichen Arbeiter bisher vergeblich gegen diese faulen, von Großfabrikanten mit dem Geldsack unterstützten Elemente; diese verstärken sich vielmehr noch immer mit giekruten— Herrn von Schweitzer zuletzt. Ehe nicht die eisenacher Partei den Häutungöprozeß durchmacht und die Bourgeois und Abenteurer ausstößt, eher ist nicht an eine segensreiche Verschmelzung mit dem Allgemeinen deutscheu Arbeiterverein zu denken; sind die Arbeiter jener Partei aber erst selbstsländig, dann wird ihnen auch an 20,000— was soll da also eine Einigung unter Aufgabe Allerdings kommt c» darauf an, daß Jeder, der unser Prograu, unserer Organisation mit einer Partei, welche nach ihrer Abrech- ancrkcnnt. Jedcr, der sich sozialdrinokral nennt, auch unserer Orgaur .... ,.... i..., on...... n'.....»,7� nn, i.iT.. iation anschließt, denn nur dann, wenn wir statt Tausonde, Hundert-.— 1-wol � Maitizci Kongresses 2üjO M.tglicdet bewährte Streiter in unsern Reihen zählen, wird man den ge-� 1 n,''«. m. cn J. W m*• V, m � rechten Forderungen unsere» Programm» Rechnung tragen, richtiger� Nur noch eine Bemerkung. Nach der Notiz deö„Neuen So- Rechnung tragen müssen. � zialdemokrat" soll der Allgemeine deutsche Arbeiterverein 12,000 Meine Freunde I Wenn Sie bedenken, welchen gewaltigen Fortschritt regelmäßig zahlende Mitglieder haben. Gut, wir wollen da.' die Bewegung �seit zehn Jahren, wo Lassalle da» Banner der Sozial- glanben. Dann aber wird der„Neue Sozialdemokrat" sicher aüch nicht bezweifeln, daß wir nur höchstens den siebenten Theil weniger Mitglieder haben können, was auS folgender Berechnung ssich ergeben dürfte: Der Allgemeine deutsche Arbeiterverein hat laut letztem Ortsverzeichniß des KassirerS des Allgemeinen deutschen Ar- beitervereinS in circa 135 Orten Mitglieder, und wohlgemerkt, eS demokratie in Deutschland von Neuem entrollte, gemacht hat, wenn st Zurückdenken, wie traurig e» damals um da» Klassenbewußtsein der Arbeits destellt war und wie im Gegensatz dazu da» erwachte Klaffendewußtscin de< Arbeiter und der von diesem Bewußtsein getragene Geist derSozialdemolrati Zeichen und Wunder geschehen läßt, die für Jeden, der sehe» will, allübera wie Feuerzeichen die schreckliche Nacht de» Elend» und der Entbehrung, d Verdnmmung und Entmenschung die, lange, lange aus der Slrbeiterlla' -ff -t« sind in diesem Verzeichnis; alle'Orte, auch die angegeben, wo, der Klasse de» enterbte» und bedrückten Proletarial» sich gelagert hatl- wie z. B. in SchleSwig-Holstein, das Zahlen iuhibirt sein soll, zu hellen beginnen oder al« Lichtstreifen da» ausglühende Morgenrot Wir haben in 115— 120 Orten, also nur den neunten Theil eine« schöneren Tage« verkünden, dann werden Sic einräumen, daß sch- weniger, Mitgliedschaften. Da wir aber zugeben, daß an einzelnen. Viel, sehr Viel gewonnen ist und werden nnt neuem Muth und neu Orten, z. B. Hamburg, Altona, Berlin, Hannover die Mitglied- Zuversicht wnterkämpfen fcat giUcn..ainpf, den wir begonnen haben ui ketten des A.lae», einen d.utick. n Arbeitervereins bedeutend ftär- �-kämpfen wollen, b.» endlich der letz. Schatten der Dämmerung g o! ls er eu de aäs all schaften deS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins bedeutend stär- t:r sind als in unfern Zentren der Bewegung, so wollen wir darauf hin dem Zahlcnverhältniß deS Allgemeinen deutschen Ar- beitewereiuS unseren Mitgliedschaften gegenüber 1000 Mitglieder mehr anrechnen, so daß wir zwar nur ein Neuntel weniger Mit- gliedschaften, aber ein Siebentel bis ein Sechstel weniger Mit- glieder haben, als der Allgemeine deutsche Arbeiterverein. Da ll�.. wichen, der letzte Sieg errungen sein wird. k»n Darum lassen Sie un« in eisrigcr Agitation täglich, stündlich bc*lch strebt sein, unjerm Programm in immer weiteren Kreisen AnerkcniiiiilHeft zu verschaffe», unserer Organisation immer neue tüchtigere Mitglieder zu- zuführen, unserer Partei immer rüstigere Streiter anzuwerben. f Wenn wir so, jeder Einzelne von un», den ersten Christen gleich, dal Evangelium der Welterlösung durch Wort und Schrift, in Hau»»ich päOUliymUlU fc-iv»»»»VW Iii lyVlMU ven ü'dcß der Präsident de» Allgemeinen deutschen Arbeitervereins am�erlstatt in � auch. und Schwindeleien anzufeinden, um dem Allgemeinen deutschen Arbeiter- Verein deu.Jahre 2035 Thlr. 24 Sgr. 5 Ps. Beiträge aufgebracht hat, und W. Organichln Ausbreilung uniSx pedttw» Hohestr. 4). Druck and Verlag der GeaoffenschastSbuchdruckcr-',