'"'Krscheint wZchentlich 2 Mal ( in Leipzig. Bestellungen nehmen alle '''-jostanstallen und Buchhand- >ngen de« In- und Au«. lande« an. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: ie Expedition, Hohestraße 4. ujj die Gcnossenschaft«- uchdruckerei, Zcitzerslraße 44. ""l. Bebel, Peterstraße 18. _}. Müller, Baycrschcstraße 8b, m. Aöonnemenlspreis: � Für Preußen incl. Stempel- steuer l? Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12>/, Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/, Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpeditionen für die SSn* tinigten Staaten: F. A. Sorge, Bo:c 101 Hobokon, N. J. Tia Newyork. ®. A. Lönnccker, 155 W. Lake Chicago(DI.) TOrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternattonalenGetverksgenossenschasten. Nr. 4. Sonlravend, U. Januar. 1873. v rAn die Parteigenossen im 17. sächsischen wl Wahlkreise. «. Männer der Arbeit! Abermals seid Ihr berufen, als Vor- �.zkämpfer des Proletariats in die Schranken zu treten, und in dem �„bevorstehende» Wahlkampse neue Erfolge zu erringen, der Sozial- imtemokratie nene Triumphe zu bereiten, uuser Banner mit neuen mi«Sieaesbändern zu schmücken. ge« Tiefer Sieg wird um so glänzender, der Triumph um so ter-größer sein, als Eure Gegner, die mit der reaktionären Staats- üonKewalt verkuppelte Bourgeoisie, noch in letzter Stunde sich ent- schlössen haben, sich zum Kampfe zu stellen. Es wäre steilich zu .'"'viel erwartet, daß die Gegner nach mehrmaligen Niederlagen An- ichtS des Ausfalls der letzten Kommunalwahlen die Macht des � �Proletariats anerkennend, auf einen für sie gänzlich aussichtslosen 'g, i.Kampf verzichten würden; allein man konnte trotzdem versucht fein Cvuizu glauben, daß diesesmal, wo es sich darum handelt, einer Ver- rtheilung gegenüber, durch die Wiedenvahl des Berurtheilten das 'itheil zu kafsircn, wo des Volkes Stimme einer nicht unfehl- aren richterlichen Entscheidung gegenüber sprechen soll, wir sagen: rs hieße eine zu gute Meinung von den Gegnern haben, wenn p" inan hätte annehmen wollen, daß sie so viele Achtung vor sich �.selbst besitzen würden, um auf einen Wahlkampf zu verzichten, in �.ivclchem sie doch nur eine neue Niederlage davon tragen werden. aß dieses nicht der Fall, beweist aufs neue, daß bei unfern Geg- ern auch nicht ein Funken demokratischer Gesinnung vorhanden, aß auch nicht die entfernteste Spur von Gerechtigkeitssinn und �anneswürde bei ihnen zu finden ist. Nun wohl; eS ist gut, daß die Sachlage sich so gestaltet, daß ar kein Zweifel mehr über die geistige und sittliche Verkommen- heit unserer Gegner, der herrschenden, der besitzenden Klassen, ob- alten kann. Um so leichter wird die Entscheidung am Tage der ahl sein. Am 2«. Januar aber wird das arbeitende Volk im 17. säch- ckttnssschen Wahlkreise, das von der Rechtspflege der Bourgeoisie und undNeaction in der Person seines schon zweimal erwählten Vertreters unlWebel in seiner Souverainetät beleidigte Volk auch über Euch, laßtsseine Gegner, zu Gericht sitzen. 1 Mitarbeiter! Bürger und Handwerker! Alle, die Ihr im Schweiße TOfiHuve8 P0" Roth und Sorgen durchsurchteu Angesichts i» schweren �j�agwerkSmühdii Euer Brod erwerben müßt, ja, zur Schande der Menschheit sei es gesagt, kaum erwerben könnt, weil Ihr gezwungen daseid, ein Heer gut besoldeter und noch besser dotirter Müssiggänger setzet" ernähien, Proletarier! die Ihr von Kindesbeinen an verdammt eteiliseid, iii schmählichster Lohnsclaverei zu schmachte», weil Ihr Kisten : dannd Kasten Eurer Gegner füllen müßt, Alle, Alle werdet Ihr ein- erPeheu am 20. Januar für Euren seitherigen, Euer allein würdigen '» Vertreter im Reichstage, für den treuen und unerschrockenen Vor- "käuipfer für die Rechte deS geknechteten Proletariats, für den ��Bannerträger der Sozialvemokratie Bebel. Parteigenossen! ES gilt nicht blos zu siegen, nein, es gilt screrglänzend zu siegen; Ihr müßt glänzend siegen. Die Arbeiterpartei (ffrt 11®an?-�utschland erwartet dies von ihren braven Soldaten �Iin l7. sächsischen Wah kreise. Doch fern sei es von uns, Euch ldeZ�dnrch noch besonders a n feuern zu wollen, Eure Pflicht zu thun, rigew'�� �uch, bei der alte» Garde der Arbeiterbataillone ihnt dies n iihWcht noth., Die Männer, die trotz Schulzc-Delitzsch 8l)(K) Stimmen idenjansbrachten, werden auch dieomat am Platze sein. Also nicht an- eutr, feuern— nein Glück wünschen wollen wir Euch zur nnl—-•■— de« , d>> iiurf ani' tevc- Wahlschlacht— zum Wahlsiege. Hamburg, den 6. Januar 1872. Atit sozialdemokratischem Gruß Icr Ausschuß der soziakdemokratischen Arbeiterpartei. Ed. Prep, Vorsitzender. Th. Aorck, Sccretär. Wälil'er des siebzehnten zsächsiscsien WaMreises! '«>- dieses Jahres habt Ihr Euch zu einem große» ztVolksgericht zu versammeln: Ihr habt in letzter, höchster Instanz Wö oberster Appel- und KassationShof zu entschciden, ob er Mann, welchen Ihr'vor 2 Iahren zu Eurem Berti eter im leutsche» Reichstag cewählt habt, Euch auch ferne>h.n vertreten soll; »der ob der Spruch des leipziger Schöffengerichts, der Euren recht- �>»�0 3 gewählten Vertreter das Mandat aberkannt, mit Recht ge uii»�" ivoideii ist und Rechtskraft erlangen soll. t ge' �ibr habt zu entsrl eideu, ob der so veräne Wille des Volks, "i in feierlicher Wahlhandlung, von jedem belie iw» Ge- > beri tlshaf ans Antrag jedeS beliebigen Staatsanwalts bei Seite m.ntzesetzt werden kann oder nicht. entscheiden, ob der Spruch von 8000 unabhängigen daiT aa� Imrocrer wiegt, oder der Spruch von 3 vom Klassenstaat m,ra Bourgeoisie besoldeten Richtern uud 4 aus der Bourgeoisie [„ugfloiommeneii Schösse». iibeN �h»' h'bt zu entscheiden, ob Euer eigner Spruch zu kassircn irbei»!-, oder der Spruch Eurer Gegner. - i!MZe unabhängige Presse ist einstimmig darin, daß die gw derkennung des Reichstagsmandats Eures Abgeordnetcu darauf a:> yi>:aus!äuft, das allgemeine Stimmrecht zu einer Illusion, zu einer Spielerei zu machen. Im Rainen des„Gesetzes" ist das Urtheil ill.'« Icc.h gefällt worden— richtet über das Gesetz, dem ein solches Urtheil entfließen konnte. Ihr habt Bebel das Mandat gegeben; wenn das Mandat kein werthloses Stück Papier und Euer Wahlrecht kein Kinderspott sein soll, könnt nur Ihr das von Euch ertheilte Mandat wider- rufen. Das leipziger Schöffengericht hat durch sein Urtheil in Euren Willen eingegriffen. Die Einzige, Euer würdige Antwort auf den Spruch des leipziger Schöffengerichts ist: die Wiederwahl Bebels. Richtiger: die Bestätigung der Wahl Bebels und die Kassation des Urtheils des leipziger Schöffengerichts. Denn Bebel ist von Rechts- wenn auch nicht von Gesetzes- wegen, Euer Abgeordneter trotz alledem und alledem. Ihr habt sein Mandat nicht zurückgenomnien, und, indem Ihr an die Wahl- urne geht, und Euerem rechtmäßigen Abgeordneten zum zweiten Mal nach rechtsgültig erfolgter Wahl Eure Stimmen gebt, be- stätigt Ihr nur die durch den Spruch des leipziger Schöffengerichts umgestoßene Wahl. Diese Bestätigung ist eine dreifache Pflicht für Euch: Pflicht gegen Euereu Abgeordneten, Pflicht gegen Euch selbst, Pflicht gegen die Arpeite, Partei. Pflicht gegen Eueren Abgeordneten. Er hat treu zu Euch gestanden, Euere Interessen"verfochten auf der Rcdnerbühne des Reichstags, und sonst in Schrift, Wort und That. Verfochten stirchtlos und brav. Der Kampf für Eure Sache, für die Jnter- essen der Arbeiterklasse, für die Interessen der Menschheit, nicht für seine eigenen Privatinteressen, hat ihn ins Gefängniß gebracht, hat das Urtheil veranlaßt, das Ihr am 20 ds. Mts. durch Eueren Spruch zu kassiren berufen seid. Ihr werdet treu zu dem Manne stehen, der treu zu Euch gestanden hat. Ihr werdet Eure Pflicht thun gegen Bebel, der zum vollsten Maß feiner Kräfte seine Pflicht gegen Euch gethan hat! An die Wahlurne! Pflicht gegen Euch selbst: Unsere Partei, welche die Götzen von Fleisch, Erz und Holz zerbricht, steht allem Personenkultns fern. Wir reden daher hier nicht von Bewunderung, wir heischen nicht blinde Anbetung, noch weniger wenden wir uns an das Mitleid. Wir wenden unS an Euer Pflichtgefühl. Euch selbst seid Ihr schuldig, Bebels Wahl durch ein neues, imposantes Votum zu bestätigen. Ihr leidet allesammt unter den sozialen Mißständen — schlimmer und schlimmer wird Euere Lage. Auf Gnade von Oben, auf Hilfe vom heutigen Klassenstaat habt Ihr nicht zu rechnen. Euer Schicksal liegt in Eur�r Hand. Rur die Arbeiter- klasse, der Ihr angehört, kann die Arbeiterklasse reiten. Der heutige Klassenstaat verdammt Euch zum Elend, zum langsamen'Hunger- tod: Ihr müßt den heutigen Klassenstaat umgestalten zu dem auf Gerechtigkeit sich gründenden Volksstaat. In Euerem Wahlrecht habt Ihr eine Waffe gegen de» heutigen Klassen- staat— gebraucht diese Waffe! Wollt Ihr, die Hände im Schooß, ruhig fortdarben, forthungern? Euck, Euere Frauen, Euere Kinder hoffnungslosem Elend überliefern? Riinmermehr! Getragen von der Pflicht gegen Euch selbst, gegen Weib und Kind werdet Ihr Euere Waffe benutzen, um dem erprobten Vorkämpfer der Arbeitcrsache, der Sache deS armen Mannes, der Sache der unter- ! drückten Rlenschheit die Arena wieder zu öffnen, in welcher er so gut für Euch kämpfen kann. An die Wahlurne! Pflicht gegen die Arbeiterpartei! Außer Euren Abge- ordneten hat die?lrbeiierpartei keinen Vertreter im Reichstag. Wird Eurem Abgeordneten der Mund verschlossen, so ist die Arbeiterpartei parlamentarisch mnndtodt gemacht. Unsere Feinde wollen daö. An Euch ist es, die schnöde Berechnung um- zustoße» und der Peuschen Arbeiterpartei ihren Ver- treter im Rathe der herrschenden Klassen zu erhalten. An die Wahlurne! ' An die Wahlurne Mann für Mann! Folgt dem Rufe der Pflicht, und laßt Euch durch keine List, keine Lüge der Gegner beirre»! Hört nicht, wenn sie Euch sagen: „Bebel ist nicht w>eder wählbar. Das Urtheil des leipziger Schöffen- gerichts hebt bis zu vollendeter Strafvollstreckung feine Wählbar- keit auf!" DaS ist eine Unwahrheit, wider besseres Wissen ausgesprengt! Ein unehrliches Wahlmanöver, um einen Sieg zu erschleichen, der auf offenem, ehrlichem Weg nicht zu erlangen ist! Durch das Urtheil des Schöffengerichts sind Bebel die bürgerlichen Ehren- rechte,— unter denen die Wählbarkeit, das heißt das Recht ge- wählt za werden, sich befindet— nicht aberkannt worden; sondern nur die am Tage der Verurtheilung innegehabten Ehren- ämter. Bebel ist nach wie vor zu jedem Ehrenamte wählbar, und kein Ehrenamt, zu welchem er nach dem Tag der Veruitheilung ernannt werde» sollte, wird durch das Urtheil des leipziger Schöffengerichts irgendwie berührt. Ueber diesen Punkt waltet auch nicht der leiseste Zweifel ob. Der Paragraph 95 deS ReichsstrafgefetzbuchS, auf Grund dessen die Verurtheilung erfolgte, lmtet: „W.r den Kaiser, seinen Landesherrn, oder während seines Auf- entHalts in euiem Bundesstaat dessen Landesherrn beleidigt, wird mit Gefängniß nicht unter zwei Monaten oder mit Festungshaft bis zu 5 Jahren bestraft. Reben der Gefängnißstrafe kann aus Verlust der vetikeideten öffentlichen Aemter, sowie der aus öffentlichen Wahle» hervorgegangenen Rechte erkannt werden." Wer mit diesem Wortlaut des tf. 95 vor Augen, noch die Stirne hat, zu behaupten, Bebel sei nicht wählbar, den nennt getrost einen Lügner! Laßt Euch nicht beirren durch das Gerede:„Wozu einen Mann wählen, der hinter Schloß sind Riegel sitzt? Ihr habt einen Ber- treter in Berlin nöthig, nicht in Hubertusburg." Die so reden, sind es gerade, deren Partei die Schuld trägt, daß Euer Vertreter jetzt in Hubertuöburg sitzt. Stopft den scheinheiligen Gesellen den Mund. Ob Bebel durch Euer Votum für die Dauer der nächsten Reichssession frei wird oder nicht, ist praktisch uud prinzipiell, vollkommen gleichgültig. Auf Euere Pflicht ist es absolut ohne Einfluß, und an unmittelbare „Erfolge" der RcichStagsthätigkeit ist überhaupt nicht zu denken. Verlangt der Reichstag die Freilassung Bebels. Gut, dann habt Ihr Euren Vertreter in Berlin. Verlangt der Reichstag die Frei- lassung Bebels nicht. Wiederum gut! dann trifft Euch keine Schmach. Ihr habt Euere Pflicht gethan, uud Bebel in Huber- tusburg hat dem Reichstag der Reichen einen härteren moralischen Schlag versetzt, als Bebel in Berlin je ver- mocht hätte. Also an die Wahlurne! Und laßt Euch nicht beirren durch die abgedroschenen Jcremiaden von„Reichsfeindlichkeit", Zerstörung der Religion und Familie, Weiber- und Gütergemeinschaft und ähnlichen Unsinn, der, um uns des Ausdrucks Robespierres zu bedienen,„von Schurken erfunden wurde, um Narren zu nasführen."„Reichsfeindlichkeit!" Wir sollen wol Freunde des Bismarckffchen Reichs der„frommen Sitte" fein? Was gibt uns, was Euch dieses„neue Vaterland?" Was anders als die drei berühmten„Grundrechte": Steuer zahlen, Soldat werden und Maul halten? Wer mehr' Rechte will, kommt nach Hubertusburg oder Zwickau. Das„Reich" ist das Reich der Reichen— die Reichen mögen ihm anhangen; wir verdenkens ihnen nicht, das„Reich" macht die Reichen reicher, die Armen aber macht es ärmer. Der Gründerschwindel und die Börseujobberei beweisen es. Und wem haben wir, nächst unseren Regierungen, diese herrlichen Zustände zu verdanken? Unserer Bourgeoisie, den sogenannten „Lcberalen", die, nachdem sie Jahrzehnte lang von Freiheit und Volksrecht geredet, von dem Augenblick an, wo die Arbeiter ihr Menschenrecht— gleiches Recht für Alle— forderten, feige die ! früheren Grundsätze verleugnet haben, und nun seit Jahren vor den Inhabern der Gewalt— wie vor einem Bismarck und Genossen — auf dem Bauche kriechen, und nach Jedem von junkerlichem Sporcnftiefcl empfangeueu Fußtritt demüthig und knechtselig ausrufen:„Herr, dein Wille geschehe! gelobet sei dein Rame!" Und eS gibt Leute, die Euch zumnthen, einer solchen Partei Euer Vertrauen und Eure Stimme zu schenken! Die bloße Zu- muthung ist eine Beleidigung Eueres Charakters und Eures Ver- standcs. Eueres Charakters: denn eS ist eine Gesinnungslosig- keit, die man Euch zumuthet. Eueres Verstandes: denn Ihr müßtet unzurechnungsfähig, mit Blindheit geschlmei sein, wolltet Ihr, Männer deS unterdrückten, ausgebeuteten Volks, die Ver- tretung Euerer Interessen einem Freunde und Vertheidigcr der herrschenden Gewalten übertragen— anstatt einem Manne aus Euerer eigenen Mitte, aus Euerer eigenen Klasse— einem Sohn des Volks, der aus Erfahrung die Schmerzen deS Volks kennt, dessen Herz für daS Volk schlägt, und dessen ganzes Dichten und Trachten, seit er zu politischem Bewußtsein erwacht ist, der Be- freinng des Volks gilt. Der Wolf in der Fabel fraß das Lamm, unter falschen, wölfischen Beschuldigungen, aber er hatte nicht die Dreistigkeit, sich ihm als Vertreter der Lammesintereffen aufzudringen. „Unser Kandidat, sagen Euch die Gegner, ist ein Ehrenmann, ein Beamter, der stets seine Schuldigkeit gethan und für das Best- seiner Mitbürger gewirkt hat." Wir bezweifeln nicht, daß er ern Ehrenmann ist, aber er ist der Kandidat der Gegner deö arbeitenden Volks. Uud deshalb kann er nicht der Eurige sein, denn Euere Gegner als Klasse sind Euere Unterdrücker, deren Joch Ihr abwerfen müßt, wollt Ihr nicht zu Grunde gehn. Und er ist Beamter. Neuer Grund ihn nicht zu wählen. Der Beamte hat seines Amts zu warten. Im Bereich seines Amts liegt der Kreis seiner Pflichten. In den Reichstag gehört er nicht, denn als Beamter ist er abhängig von der Regierung, und abhängige Leute in den Reichstag schicken, heißt die Volksvertretung zu einer Posse herabwürdigen. In den Reichstag gehört er nicht, denn der Reichstag hat die oberste Kontrolc ans, mibe» über die Beamten, und den Beamten die Kontrole über die Beamten über- tragen, das heißt im wahrsten Sinn des Wortes den Bock zum Gärtner setzen. Ihr braucht einen unabhängigen Mann, der auf Niemandes Wink zu achten hat, der Niemand scheut, und furchtlos für Euere Interessen einsteht. Kurz Ihr braucht einen Mann wie Eueren bisherigen Abgeordneten Bebel! Und wenn die Gegner Euch durch den Wauwau der Zerstörung von Religion, Gesellschaft und anderen sdiöne»»Dinge» ins Bockshorn zu jagen suchen, dann antwortet ihnen schlank von der Leber weg:„Nicht wir, die Herren Bourgeois und ihre Helfershelfer sind die Zerstörer der Religion. Die sind'S, welche die Religion zum Deckmantel der Barbarei und Unsittlichkeit benutzen, die im Namen der Religion das Unrecht predigen und den ftcie» Menschen- geist richten, die den Masseiimord„heilig" sprechen und ans das Haupt glücklicher„Sieger" den Segen Gottes herniederrufe». Unsere Fahne ist das reine Meuschenthnm, und darum wollm wir allerdings von der jetzigen veirotteteu Gesellschaft nichts wissen, die das Menscheiithuiil mit Füßen tritt, und die Masse deS Volks wenigen Ausbrwählten zum Opfer bringt. Wir erstreben eine neue Gesellschaft, die weder Herren kennt noch jin chte, weder Ausbeuter noch Ausgebeutete, eine Gesellschaft, deren Fundament die Gerechtigkeit ist, und in welcher die ewige Forderung der Gerechtigkeit zur Verwirklichung gelangt: Gleiches Recht für Alle. Gleiche Pflichten für Alle. Keine Rechte ohne Pflichten, keine Pflichten ohne Recht! Und wir sollen das Eigenthum zerstören! Umgekehrt, wir v er- theidigen es gegen die„Thciler", welche dem armen arbeitenden Volk iii Gestalt von niedrigen Löhnen, von Lohnabzügen, von Erpressung, Schwindel und Betrügerei jeder Art, sein Eigenthum stehlen oder schon abfangen, ehe' es in seine Tasche kommt. Jedem den Ertrag seiner Arbeit! Und fort mit einem Produk- tionSsystcm, das den fleißigen Arbeiter, den betriebsamen Hand- werker, den�im Schweiß seines Angesichts sich abquälenden kleinen Bauer zum Bettler macht; wer arbeitet, soll auch menschen- würdig leben können! „Gütergemeinschaft Weibergemeinschaft!" Nicht einführen wollen wir sie, Ihr Herren Bourgeois,— das habt Ihr gethan. Abschaffen wollen wir sie. Verhindern wollen wir, daß Ihr Euch mästet von dem Schweiße deS Arbeiters: verhindern wollen wir, daß Ihr den Armen um den Ertrag seiner Arbeit prellt; verhindern wollen wir, daß Ihr in Staat und Gemeinde die Steuerlast auf den Armen abwälzt, für Euch selbst den Löwen- antheil der Rechte und Genüsse in Anspruch nehmt; verhindern wolle» wir, daß Ihr den, Arbeiter die Segnungen des Familien- lebens raubt; verhindern wollen wir endlich, daß kraft der scheuß- lichen Weibcrgemeinschaft, die jetzt besteht, die Tochter des armen Manns sich den Lüsten des reichen Müßiggängers hingeben muß. Kurz, Ihr Herren Bourgeois, wir wollen den Augiasstall der Gesellschaft ausfegen und Eigenthum, Familie und Mciischenthnm, die heute mit Füßen getreten sind, gegen Euch zur Geltung bringen!" So antwortet den Gegnern. Also frisch ans Werk! Jeder an seinen Posten! Ihr müßt nicht bloö siegen! Ihr müßt glänzend siegen, mit größerer Majorität siezen, als das letzte Mal! Ihr müßt den Gegnern eine Lehre geben, die ihnen für immer die Lust nimmt, unS den 17. Wahldezirk zu bestreiten. Und am 20. Januar trage ein Jeder zur Wahlurne seinen Zettel mit dem Namen: August Bebel, Drechsler aus Leipzig, derzeit in Hnbertusburg. Bleibe Keiner zu Haus! Laßt Keinen zu Haus bleiben! An die Wahlurne! An die Wahlurne! Die Partei erwartet, daß Ihr Eure Schuldigkeit thut! Wie der heutige Staat die soziale Frage löst. Die Bourgeoisie setzt alle Hebel an, die Ausbreitung des ihr verhaßten Sozialismus zu bekämpfen. Sie thut es durch Schrift und Wort, wie durch die That. Wohl wissend, daß Redensarten allein nicht helfen, wenn die That nicht dahinter steht, sucht sie der Archeitermasse kleine Bortheile zu gewähren, damit diese von ernsthaften Bestrebungen für Verbesserung ihrer Lage ablasse.� Beliebte Mittel zu diesem Zweck sind bekanntlich die Spar- und Konsumvereine. In den Einen soll der Arbeiter sein„Er- spartes" sammeln, um in Fällen der'Roth einen Zehrpfennig zu besitzen, und der„humane" Bourgeois hat oft sogar die Güte, diese Arbeiterersparnisse in seinem eignen Geschäfte anzulegen und mit einem halben Prozent höher als die Kommunc-Sparkasse zu verzinsen. Er preßt dafür aber 20 und mehr Prozent durch Er- Weiterung seines Geschäfts aus dem Arbeiter heraus. Im Konsumverein soll der Arbeiter seine Waare billiger be- ziehen, ihm ein Vortheil geboten werden, der den Bourgeois nichts kostet. Er hofft, der Arbeiter werde zuftiedener, im Dienst des Arbeitsherrn williger und geneigter, das alte Joch zu ertragen. DaS Gelüste nach Lohnerhöhung und nach Befreiung soll verhindert werden. Große Vortheile hat die Bourgeoisie allerdings nicht aus ihren Kniffen gezogen. Die Arbeiter kommen immer mehr und mehr zur Erkenntniß ihrer Klasseulage. Der Einfluß der Bourgeoisie schwill- det beständig, nur noch wenige Jahre, und die Arbeiterklasse hat sich allerwärts von ihr enianzipirt. Was der Bourgeoisie mißlang, scheint, mit der Hoffnung auf größeren Erfolg, der Staat verwirklichen zu wollen. Der Staat ist der größte Arbeitgeber. Aber wie die Bourgeoisie dem Grund- satz huldigt: Wer am wenigsten arbeitet, erhält das meiste, und wer am meisten arbeitet, erhalt das wenigste, so huldigt ihm auch der Staat. Die Klassenherrschaft der Bourgeoisie ist im heutigen Staate verkörpert, nichts ist natürlicher, als daß er in teder Beziehung nach ihren Grundsätzen handelt. Der Staat bezahlt nicht nur viele tausende industrieller Arbeiter, er bezahlt auch viele tausende von Beamten in der Justiz, der Verwaltung, bei dem Post-, dem Eisenbahn-, dem Telegraphen- Wesen. Dieselbe Abstufung von Leistung und Gegenleistung wie in der bürgerlichen Welt sehen wir auch hier. Die hochgestellten Beamten sind alle reich besoldet, bei geringer Arbeitszeit und mäßiger Verautwortllchkeit. Je tiefer wir auf der Beamtenskala hinabsteigen, desto mehr ändert sich in umgekehrter Folge das Verhältniß. Längere Arbeitszeit, größere Veranttvort- lichkeit, geringere Besoldung. Und betrachten wir endlich die un- terslen Stufen der Beamteuklasse, die sogenannten Subaltern- beamten, die eigentlichen Arbeitsbienen, die, unter eiserner Disziplin stehend, die umfassendsten Leistungen zu erfüllen haben, dann finden wir nichts als— Proletarier. Proletarier im Staatskleid, die sich von den Proletariern in der Arbeitsblouse nur dadurch unter- scheiden, daß sie mehr auf den äußern Schein, die Repräsentation als kaiserliche, königliche oder beliebige fürstliche Beamte zu scheu haben, aber grade deshalb den knurrenden Magen oft noch weniger zu füllen vermögen als ihre Kollegen in der Blonse. Das schnelle Steigen aller Lebensbedürfnisse in den letzten Jahren hat auch unsere Beamtenproletarier stutzig gemacht. Sie waren zwar von jeher schon ans Darben und Entbehren gewöhnt, aber die glänzend« Uniform und das Bewußtsein, ein„Diener des Staats" zu sei», verdeckte manche Blöße; es ist ja ein erhebendes Gefühl, aus Patriotismus zu hungern. Aber alles hat seine Grenzen. Auch die Beamtengeduld und das Hungern. Zeichen dafür fliegen vor. Die Thatsache, daß bei den Besoldungs- erhöhungen der letzten Jahre die höheren Beamten zuerst und zu- meist erhielten, die Niedern nur wenig oder nichts, hat den Loyalitätseifer erheblich abgekühlt. Daneben wurden erhöhte An- forderungen an ihre Leistungsfähigkeit gestellt, besonvers bei den an den Verkchrsmittelanstalten dienenden. Und hier sind es wie- der die niederen Postbeamte», deren gerechte Beschwerden schon mehreremale in der Oeffcntlichkeit Ausdruck fanden. Wie aber hier der Staat seine Aufgabe auffaßt, zeigt folgendes Beispiel, das eben so interessant als lehrreich ist. Der Ehef der Postvenvaltung, Herr General-Postdirektor Stephan liebt eS, sich den Ruhm eines Nesormators des Post- wesens zu erwerben. Gewiß ein sehr löblicher Vorsatz, wosiir er den Dank der Bourgeoisie in besonderem Grade sich envirbt, wenn auch die neuen Einrichtungen nicht seine Erfindungen sind, sondern dem Verkehrsleben anderer Staaten entstammen. Seine Neuerungen aber, so wohlthätig sie im Allgemeinen sei» mögen, haben notorisch die Arbeitslast der untern Beamten ganz enorm vermehrt. Die Klagen darüber sind allgemein. Weder sind die Pestunterbeamten im Verhältniß zu der gewachsenen Arbeit vermehrt worden, noch sind die Besoldungen den höhern Leistungen angemessen, wozu noch kommt, daß die über alles Maß vertheuerten LebeiiSbedihsiusse schon an und für sich erhebliche Besotduugserhöhungen uothwendig gc- macht hätten. Zwar sind Besoldungserhöhungen eingetreten, erheblicbe aber nur für die höhern Beamtengrade, die nieder« sind sehr kärglich bedacht worden. Die mit am traurigsten gestellte Klasse sind die Stadt- und Landbriesträger. Sie haben einen.Dienst, der so beschwerlich ist, wie kaum ein zweiter. Den ganzen Tag müssen sie der Witterung trotzen; Trepp auf, Trepp ab, bald in die Dachstube, bald in die Keller steigen; ihre Verantwortung ist eine ungeheure, daö geringste Bergehen zieht schwere Strafe nach sich. Und der Lohn?— ein kümmerlicher Sold und die Schwindsucht, die unter ihnen die meisten Opfer fordert. Der Briefträger-Gehalt beträgt 15, 20, 25 Thlr. monatlich» in den seltensten Fällen mehr; und davon sollen Männer, die fast alle verheirathet sind, eine Familie ernähren und zwar anständig ernähren; so verlangt es daS Amt. Diesen Sommer, beschwerten sich die Berliner Briefträger bei Herrn Stephan und baten um Besoldungserhöhung, aber wie ein geldstolzer Bourgeois behandelte Herr Stephan seine zahlreichste und angestrengteste Beamtenbranche. Und doch bezahlt Herr Stephan nicht das Geld aus seiner Tasche sondern aus der Tasche des Staats. Freilich die Post soll Ueberschüsse geben,*) je höher um so lieber, damit der Vielfraß Militärbudget gesättigt werde. Der niedere Beamte muß schweigen und— darben. In Berlin existirt eine Zeitung, die„Post", welche sich der Interessen der Postbeamten mit Nachdruck annimmt. Aber so wenig der echte Bourgeois den„Volksstaat" oder irgend ein an- deres Arbeiterblatt in seiner Fabrik dulden mag, so wenig duldet Herr Stephan unter seinen Untergebenen das Abonnement auf die„Post."**) Doch wir würden Herrn Stephan �Unrecht thun, wollten wir behaupten, er sei„inhuman". Bewahre. Zwar, gleich wie der Bourgeois sich sträubt, aus seiner Tasche die geforderte Lohn- erhöhnng zu bewilligen, so sträubt sich Herr Stephan, aus der Tasche des Staats seinen niederen Beamten genügenve Besoldungs- erhöhnng zu gewähren. Aber er sorgt, wie der humane Bourgeois, daß sie„sparen" können. Er hat allgemeine Spar- und Vor- schußvercine für seine Beamten eingerichtet, da können sie„Er- spartes" aufheben, vorausgesetzt, daß sie etwas zu sparen haben. Herr Stephan ist noch weiter gegangen; er sorgt auch dafür, daß seine Beamten ihr„Erspartes" richtig anwenden, er empsiehlt ihnen, sich„Nähmaschinen" anzuschaffen. Er hat zu diesem Zweck mit großen Fabrikanten Verträge abgeschlossen, wonach sie die Maschinen billig liefern; und 2500 Stuck sollen bereits abgesetzt sein, wie die „Nordd. Allg. Zeit." behaglich meldet. Wahrhaftig, Herr Stephan ist ein praktischer Manu, ein wahres Bourgeoisgenie, ein kleiner Schultze. Sehen wir näher zu. Die Postbeamten also, und natürlich in erster Linie die Unter- beamten, sollen sich nach dem Wunsche ihres vorsorglichen obersten Vorgesetzten mit Nähmaschinen versehen. Selbstverständlich nicht für den häusliche» Gebrauch, denn was ein kleiner Beamter für die Familie braucht, das näht seine Frau oder seine Tochter. Die Absicht ist vielmehr, daß ihre Frauen für fremden Bedarf arbeiten. Wir sind zwar überzeugt, daß z. B. die Frau General-Post- direktor sicherlich keine Zeit hat zu dergleichen �Arbeiten, trotz ihres zahlreichen Dienstpersonals. Aber bei der Frau eines Briefträgers oder Postexpedieuteu ist das, auch wenn sie keine Hilfe in der Wirthjchaft und zur Erziehung der Kinder hat, etwas anderes. Was liegt denn an der Wirthjchaft und an der Kindererziehung, die Frau soll arbeiten und verdienen. Verdient sie aber monat- lich ein paar Thaler, dann kommt das dem Manne zu Gute, was aber auf diese Weise gewonnen wird, braucht der Staat nicht zu geben. Ist daö nicht prächtig? Fürwahr, Herr Stephan verdient für diese glückliche Einrichtung den rochen Adler- orden erster Klasse, versteht sich mit Brillanten. Aber die Sache hat noch eine andere Seite. Wenn Tausende von Beamtensrauen gezwungen sind, einen Thcil des Lebenöunter- Haltes ihrer Familien durch Nähmaschinen zu erwerben, statt daß der Staat seine Pflicht erfüllt und ihre Männer ausreichend lohnt, machen sie anderen Tausenden von Nichtbeamtenfrancn und Mäd- che» Konkurrenz. Wie viel Wittwen, wie viel Mädchen, ja leider wie viel verheirathete Frauen giebt es nicht, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt sich suchen innssen und ihre bürgerliche Existenz in dieser Beschäftigung ausschließlich finden? Diesen Allen wird der Erwerb verkümmert, die Existenz vielleicht unmöglich gc- macht, und warum? Weil der Staat seine Beamten für ihre Leistungen schlecht bezahlt. Und das geschieht in einer Zeit, wo die Staatsbudgets große Ueberschüsse aufweisen, Milliarden in die Staatskeller stießen. Der Proletarier im Staatsdienst, die niederen Beamten aller Branchen, mögen hieraus ersehen, daß ihre Stellung genau dieselbe ist, wie bei den bürgerlichen Proletariern. Für sie sorgt der Staat so wenig, wie die bürgerliche Gesellschaft für die Arbeiter sorgt; sie sind Beide die Ausgebeuteten, sie ziehen Beide an dem- selben Strang. Erlösnng ihrer Leiden, Befreiung von dem aus ihnen lastenden Druck, eine volle menschenwürdige Existenz erlangen sie erst im— sozialistischen Volksstaat. Mögen dies unjere Parteigenossen den Proletariern im Staatsrock klar machen, wo die Gelegenheit sich dazu bietet. Politische Uebersicht. Während wir von der einen Seite erfahren, daß im In- telligenzstaat Preußen Tausend Volksschullehrerstellen ganz unbesetzt, und 1700 zur Nothdurft mit Hilfslehrern und Aspiranten besetzt sind, erfahren wir von der anderen Seite, daß der Militärstaat Preußen eine Mehrforderung für den Militäretat braucht. Trotz deS„so glücklich beendeten, ruhmvollen Kriegs" mit Frankreich, der spätere Kriege überflüssig machen sollte, und trotz der Milliarden Kriegsentschädigung, von denen das ') Die Ueberschüsse der Post für das Jahr 1862 belaufen sich auf weit über 4 Millionen Thaler. **) Äürstich hat Herr Stephan einen UkaS an die Postbeamten gegen das Einsenden von Eingaben gerichtet,"der einem chinesischen Mandarinen Ehre macheu würde. 'Volk bis letzt nichts zu besehs. bekommen hat. Ja doch zis besehen, daS heißt zum ansehen, aber zu sonst nichts.— Opfer des Militarismus. Nach einem Aussatz des Direkt Engel in der Zeitschrift des königl. statistischen Bureaus in Bert veia Jahre 1870 über die Sterblichkeitsoerhältnisse in der preußisch Armee beruhen über 10 Prozent der Todesfälle in derselben a Selbstmord. Also 1870 e.bsorbirtc der Selbstmord 10 Prozi aller Todesfälle in der preußischen Armee. Wir sind begierig, ji erfahren, um wie viel dieser Prozentsatz feit Einführung des eil heitlichcn Mckitärstrafgcsetzes gestiegen ist. Aber Prozente hi Prozente her. Ist doch das Volk da, um Gut und Blut si fremde Intercsten zu lästern Was verschlagen da einige Proze» von Selbstmördern deS uniform irten Volkes.— Es bestätigt sich, daß die preußische Regierung das Schwul gericht, soweit es besteht, abschaffe», und daftir daS leichter j haut habende Schöffengericht einführen will. Im Bundesrat stößt sie noch auf einigen Widerstand, der aber, bei der Einhei des reaktionären StrebenS, die unsere Regierungen verbindet, nit lange vorhalten wird. Daß der sächsische Musterjurist, Oberstaab anwalt Schivarze, ein Hauptverfechter des Schöffengerichts ist, wii unseren Lesern noch von seinem famosen Fiasko ans dem Fra» furter Juristentag her bekannt sein.— Nach den neuesten telegraphischcn Nachrichten ans Londo haben sich die Herren Gruben- und Eisenwerksbesitzer auch dnr den letzten desperaten Versöhuungsversuch nicht rühren lasso Wenigstens hatten sie am 2. d. Ms. das Schiedsgericht noch nid angenommen, und, da am 1. schon der von ihnen angekünrig rcduzirte Lohnsatz eintreten sollte, welcher den Streitgrund bildl so muß man schließen, daß sie nicht nachgeben wollen. Und vc ihrem Standpunkt ans ist ihnen daö auch nicht zu verdenkö 'Nach BourgeoiSbegrifsen hat nur das Kapital Rechte; es kauft V Arbeiter wie jede andere Waare„zum billigsten Marktpreise"; m fällt es der Waare Arbeiter ein, zu sagen:„ich bin Mensch, ha> menschliche Bedürfnisse, und kann diese Bedürfnisse bei dem Prt (Lohn), den Du zahlst, nicht befriedigen!" so lacht ihn das Kap» einfach aus und ruft ihm zu:„Du sonderbarer Schwärmer, n» bildest Du Dir ein? Als„Mensch" gehst Du mich nichts a Daß Du Mensch bist, ist Dir und mir nur von Nachtheil. Hättt Du kein Hirn, das denkt, kein Herz, das fühlt, keinen Magen, d bellt, wenn er leer ist, es wäre besser für Dich und für mii> Mit �Deinem Hirn, Deinem Herzen und Deinem Kopf habe» absolut nichts zu thun, sondern blos mit Deiner ArbeitSkras Deinen„Händen", die ich leider noch nicht durch Eisen, Stq oder Gutta Percha vollständig habe ersetzen können, und Dei« „Hände" sind enie Waare, welche gleich jeder anderen Waa>> gemäß der„ewigen" Regel von Nachftage und Angebot gekatt und verkauft wird. Die Nachftage ist momentan schwach: es liegt massenhafte Kohlenvorräthe da, und die Preise der Kohlen vt rathen eine häßliche„Neigung" zum Sinken, wenn nicht„anfk räumt" wird; ich habe also kein Interesse, die Vorräthe zu vs mehren, es sei denn, daß es entsprechend„billig" geschehe. T aber bist vermöge Deiner, für Dich entschieden sehr fatalen Eigs schaft, einen Magen zu besitzen, genöthigt, um jeden„Preis" j arbeiten, sobald Dein Magen zu bellen beginnt. Ich warte a« in aller Gemüthsruhe, bis Du vernünftig wirst, das heißt, b Dein Magen zu bellen und Dich tüchtig zu kneipen beginnt, uj streiche inzwischen den Prosit ein, den mir Deine Halsstarrigkeit! Gestalt von erhöhte» KoHlenprcisen einbringt!"— Gegen fci4 Logik des Kapitals ist nicht anzukämpfen, zumal die Arbeiter du» ihr Eingehen auf die Mundella'schen Einigungsvorschläge, nach» ein Schiedsgericht bereits von den Arbeltgeber» höhnend zuritt gewiesen worden war, deutlich genug ihre Schwäche bekuuV hatten.— Durch Schwäche und Nachgiebigkeit entwaffnet ml nicht den Gegner im unerbittlichen Klassenkampf.— Ein antisozialistischer Musterpfaffe. Von befteundet Seite geht uns eine Rümmer des„Newyorker Demokrat" zu, J welcher wir folgende Correspondenz finden: „Eincinnati, Ohio. Neulich wurde der 40. Jahrestag N Bestehens deS römisch-katholischen Eollegs■ zu St. Franz Tavl gefeiert, wobei neun junge Leute promovirteu. Erzbisch» Purcell, der die Diplome anstheilte, nahm Gelegenheit, st dabei gegen die„Strikes" und die„AchtstundenbewegunI auszusprechen. Er. sagte, die demoralisirenden und destruktivst Einflüsse der Internationalen sollten als verdaniinlich betrachl werde» und würden dies auch unter einem liberalen Erziehuiijss fystem. Er stimme mit dem überein, was vor Kurzem ein Schrif steiler geäußert habe, daß nämlich die Gcwerkvereine den beitern und jedem Einzelnen, der dabei Interessen aus dem Spl stehen hat, zum Schaden gereichen. In Betreff der„Achtstundet bewegung" sagte der Erzbischof: Wenn man acht Stunden Arbd gewähre, so würden vielleicht schon morgen sechs oder vier Stund» verlangt, denn wo finde sich eine Grenze für solche Arroganz u» solches Vorschriftsmachen, gegen welches kein Widerspruch gedult! werde? Wenn die Arbeiter von den Arbeitgebern heute fünf Doll* verlangten, so könnten sie ebenso gut morgen zehn Dollars langen. Keine Regierung könne unter einem solchen System existirs Das nächste Mal werde man vielleicht das Geschrei erheben, Eigck thum sei Diebstahl und eS müsse eine allgemeine Vertheilnng ri Besitzes stattfinden. Mit demselben Rechte könnte jede» Samfä Abend jeder Müsstggänger und Trunkenbold eine neue Thcilu» verlange», bis schließlich nichts mehr zu theilen übrig bleibe. D» Heilmittel gegen diese Hebel sei in einer freisinnigen Erzieh»» zu suchen." Wenn dieser„Gelehrte" wenigstens die einschlägigen BiicV seines deutschen Kollegen, des Mainzer Herrn, v. Ketteler, durcblest Gewerksgenossenschastliches. Aüizeiiieiiitr deutscher Sattlerverein. München. Sattler-Herberge und unentgeltliche ArbeitSverm» ung für München befindet sich vom 11. Dezember 1873< „Kleiner Kellergarten, Blumenstraße Nr. 15, nächst der Schrämt halle. Zugleich wird vor einem Individuum Namens Steäss aus Holzkirchen(Bayern) gewarnt, der, eingetreten in den„Ä� Deutschen Sattlerverein" zu Offenbach, aber durch Unterlass»! der Beitragslcistung der Mitgliedschaststechte verlustig ist, mitist Fälschung des Mitgliedsbuches Neisenuterstützuii� herauszuschwind� bemüht ist.________ Proebstl, Vertrauensmann.. Correspondenzen. Kamburg, 7. Januar. Die Gährung, welche zzegenwärtig deutsche Sozialdemokratie bewegt und deren Zweck Einigung ÖJ Verschmelzung der verschiedenen sozialdemokratischen, Fraktionen> zeigt sich auch in unserer Stadt. Wir begrüßen dieö als ein freuliches Zeichen, ist doch die Einigkeit ein hohes Unterpfand s daS Wachsthum der Partei. Ueberall, wohin man hier hört, vc nimmt man jetzt die Besprechung der Einigungsbeftrebungen, d» Für und Wider wird erwogen und ist selbst in VolkooersanR ! lungen Gegenstand lebhafter Erörterungen. So wurde gestern' Abend in Lütge'S Salon heftig debattirt und zum ersten Ntal feit langer Zeit die Berliner Führerschaft, trotzdem Herr Hasselmann aus Berlin persönlich für dieselbe eingetreten war und sich nach bekannter Manier hinter das Schlagwort„Organisation" zu ver- stecken suchte, öffentlich mit ihrem wahren Namen genannt. Heut« Abend finden Volksversammlungen in Wandöbeck»nd Harburg statt und steht auch dort eine gedeihliche Wirksamkeit für die Einigung zu erwarten. Die Arbeiter sangen zu rechnen an; dabei finden sie denn von selbst das Deficit, welches durch die Herren Hasselmann- Hasenclever- Tölcke der Arbeiterbewegung zugefügt worden. Die wichtige Stellung, welche Hamburg von jeher in der deutschen Arbeiterbewegung eingenommen hat, dasselbe Hamburg, welches lange Zeit der alleinige Gelduerv für die Agitation ge- Wesen, dürfte für alle Mitgliedschaften des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Ursache sein, auch ihrerseits zu erwägen, ob ein Congrejj aller deutschen Sozialdemokraten nicht das beste Mittel wäre, um über die Köpfe der Berliner Führer hinweg das Haus der Einigung zu begründen und den Rost von den Bestrebungen der Arbeiter abzustreifen, der deren eisernen gradcn Charakter zu zerfressen droht. Die Lawine ist im Rollen, hoffen wir, daß sie den rechten Weg einschlägt. -Leipzig, 4. Januar. In Nr. 100 des„VolkSstaat" veröffent- lichten wir, um den Parteigenossen zu zeigen, wie Meinungsdiffe- renzeu in unserem Lager von den Gegnern aufgefaßt werden, einen aus Berlin datirten Artikel der amtlichen„Darmstädter Zeitung". Mit dem ihm eigenen Denkvermögen hat Herr Tölcke jetzt im „Neuen Sozialdemokrat" den Schluß gezogen, durch Veröffent- lichung jenes Artikels hätten wir deffeu Inhalt für richtig erklärt und der großherzoglich hessische Ministerpräsident sei unser Bundes- genösse. Nein— gegen eine solche Logik ist nicht anzukämpfen. Was aber die betreffenden Meiilungsdifferenzen in unserem Lager ■angeht, so braucht Herr Tölcke sich keine Sorgen zu machen. Sie hatten ausschließlich ihren Grund in einer Verschiedenheit des Ur- theils über den Charakter des Herrn Tölcke und seiner Kollegen vom„Neuen Sozialdemokrat" Dank den durch unsere Ver- söhnungsvorschläge hervorgerufenen Expektorationen deS„schreibenden Elements" Tölcke und sonstiger„schreibende Elemente" des„Neuen Sozialdemokrat", hat diese Verschiedenheit aufgehört, und herrscht gegenwärtig die vollständige Einigkeit. Das darf Herr Tölcke uns glauben. Also: Lieb' TSlckelein, Magst ruhig sein, Behüte fein, Dein Knüppclcin! Und nimm brav ein Den Fuselfrci'n, 'S wird nöthig sein, Lieb' Tölckelein!— _ A propos!, Herr Tölcke wird auch humoristisch. In seinem Schimpfartikel sagt er: den„Führern" unsrer Partei stehe zum Eintritt in den Allgemeinen deutschen Arbeiterverein der tz 3 der „Laffalle'schen" Organisation entgegen, welcher„Nichtarbeiter" anS- schließe. Ei! ei! wer will denn in den Allgemeinen deutscheu Arbeiterverein eintreten? Und gesetzt den Fall, es solle geschehen, ist denn die Laffalle sche Organisation ein noli mc längere?(rühr mich nicht an?) Hat sie derAllgemeine deutsche Arbeiterverein nicht schon zehn- mal geändert, warum nicht auch zum elften Mal? Und ist denn Herr Tölcke„Arbeiter"? Gewiß nicht. Er gehört zu dem„schreibenden Element" oder gar zu den— Bummlern; ganz klar sind wir uns darüber nicht. Gesetzt den Fall aber, Herr Tölcke wäre„Ar- beiter", was nicht ist, was ist daö für eine Organisation, die ehrliche„Nichtarbeiter", wie die„Führer" unserer Partei— wir Fussen nicht, wen Herr Tölcke unter den„Führern" meint— ausschließt, während ausgesprochene Lumpe, wie eben Herr Tölcke, darin Platz finden und sogar Fü.hrerrolle spielen können? Daß Herr Tölcke ein Lump ist, wird er am allerwenigsten leugnen, denn ihm hat seit langen Jahren schon ein preußisches Gericht wegen gemeiner Verbrechen die politischen Ehrenrechte aberkannt und noch vor wenig Jahren hat er, wie erst kürzlich veröffentlicht wurde, armen Arbeitern ihr sauer verdientes Geld abgeborgt, verjubelt und nicht zurückbezahlt. Das ist Herr Tötcke, der„Ärbeiter", der„Fuhrer" der Arbeiter; und dieser Mensch wagt Männer, die mit ihrer Person für die von ihnen vertretene Sache zehnmal eingetreten sind, zu beschmutzen. Wir wollen auf das Tölcke'sche Geschreibsel nicht weiter eingehen, auö Achtung vor der Partei, der wir angehören und aus Ekel vor dem Schmutz, der uns dabei entgegenfta'rrt. Hainichen, 29. Dezember. Ende der 60er Jahre führte die hiesige Stadtvertretnng das Klassensystem in der Schule ein, und wurden drei Abtheilungcn A, B und G errichtet. Abtheilung A umfaßt die Sprößlinge der Bvnrgoisie, welche jetzt von 124 Schülern besucht wird, wovon die 1. Klasse 1 Schüler 12 Thaler und die 2. Klasse 1 Schüler 10 Thaler jährlich Schulgeld zahlt; die Klaffe A bringt also höchstens 1364 Thlr. ein. Dieselbe hat 4 Lehrer mit einem Gehalt von 1670 Thlr»., MiethzinSäquivaleut für die Lehrer 230 Thlr., Miethe für die Lehrzimmer A 80— 90 Bhlr., Heizungszulage A 17 Thlr.— Einnahme: höchstens 1364 Thlr. Ausgabe: 1670 Thlr. Gehalt für Lehrer, 230 Thlr. Mieth- Msäquivalent, 340 Thlr. Miethe für Lehrzimmer, 68 Thlr. HeizungSzulage, 60 Thlr. Gehalt für 1 Zeichneulehrer, 100 Thlr. Gehalt für 1 Lehrerin in weiblichen Arbeiten. Summa 2468 Thlr. Ausgabe. Einnahme 1364 Thlr. Defizit 1104 Thlr. Hat so- nach die Stadtgemeindc auf jedes Kind der Klaffe A jährlich .. Thlr. zu decken. Hier sind auch noch einige Kinder von den um ts �g e n d e n Ortschaften der Großgrundbesitzer mit inbegriffen. _, Abt Heilung B umfaßt die Kinder vom Mittelstand, mit einer Schulcrzahl von 941 und 10 Lehrern mit einem Gehalt von 3000 Thlr».''' ßjAbtheisung C ist die Armenschule mit einer Schülerzahl von 475 und zahlen diese durchgehends jährlich 1 Thlr. Schulgeld, die- selbe hat 4 Lehrer mit einem Gehalt von 1056 Thlrn., Mieth- zmsägnivaleut 160 Thlr., 68 Thlr. HeizungSzulage für Lehrzimmer, 340 Thlr. Miethe für Lehrzimmer.— Ausgabe 1624 Thlr.(Sin- "ahme 400 Thlr. Defizit 1224 Thlr. Davon haben wir 75 Thlr. abgerechnet für Kinder, deren Eltern nicht im Stande sind, Schul- fietd zu bezahlen. Hat sonach die Stadtgemeinde 2 Thlr. 17'/, Gr. für levcö Ksiip zu decken. «Vffc anJ:. �edes Kind der Klasse A genießt sonach für S7/» Thlr. o aus dem Säckel der Kommune, wohingegen das Aermsten nur für 2 Thlr. 17'/, Gr. Bildung auö dem Wtadtjackel genießen kann. Früher gab es blos Bürgerschule und die�Reichcn �lbt es aber sonach noch eine Almosenschule für Diese vorherzusehende Ungerechtigkeit gab schon vor Einführung leses Klaffcnsystems Anlaß zur Opposition im Arbeitervereine gsgen die hiesige Stadtvertretung nnd mau petitionirte seiner Zeit tS zum üNinistermm und brachte es dahin, daß der Kircheurath v. Hofsmann hierher beordert wurde, die S�hulfrage zu unter- suchen; derselbe befürwortete, daß, wenn die Abtheilung A die Kosten nicht selbst decke, so solle sie wieder eingehen, und war man damit auch allseitig einverstanden. Veranlaßt durch die Schulfrage gründete sich ein Bürgerverein, um die städtischen An- gelegcnheiten zu besprechen; seine Kandidaten sind seitdem stets zum Siege gelangt und ging der Arbeiterverein mit dem Bürger- verein iu der Schulfrage Hand in Hand, welche aber später dem Bürgerverein ganz überlassen wurde. Es war erwiesen, daß Ab- theilung A die Kosten nicht selbst deckte, trotzdem ließ es der Bürgervcreiu zu, daß Abtheilung A noch 3 Jahre provisorisch bestehen sollte. Da die Abtheilungeu B und C mit Schülern zu sehr überfüllt waren und für sie mehr Lehrkräfte angestellt werden sollten, während in Abtheilung A die gesetzliche Zahl nicht vor- Händen ist, so berief sich ein Mitglied der Schuldeputation vom Stadtverordnetenkollegium iu einer Sitzung auf das vom Kirchen- rath Dr. Hoffmann abgefaßte Protokoll. . Hieraus erfolgte eine gemeinschaftliche Sitzung des Stadtrathes und deS StadtverordnetenkolleginmS, in welcher sich die Majorität des Kollegiums für Wegfall der Abtheilung A zu Ostern 1873 erklärte, wogegen der Stadtrath beantragte, an dem Bestehenden nicht eher zu rütteln, bis das neue Schulgesetz in Kraft getreten sei. Gleichzeitig beantragte der Stadtrath, das Schulgeld' in Ab- theilung A für die Mädchen von 25 Sgr. auf 15 Sgr. herab- zusetzen. Welcher Widerspruch! auf der einen Seite an dem Be- stehenden nicht rütteln, auf der andern Seite die Bildungökosten von den Schultern der Reichen zu wälzen. Da der Stadtrath sich mit den Stadtverordneten nicht einigte, so erklärte unser Bürgermeister, daß er sein Amt zu Ostern 1873 niederlege, welchem Beispiele sämmtliche R.�hsherren folgten, trotzdem sie auf 6 Jahre gewählt sind. Wenn sämmtliche Behörden Deutschlands demselben Beispiele folgten, /so würde sich die soziale Revolution auf fried- lichen Wege vollziehen. �Nachträglich müssen wir bemerken, daß das als sozial-demo- kratisch verschrieene Stadwerordnetenkollegium blos 2, schreibe Zwei Sozialdemokraten in seiner Mitte birgt. Die meisten Stadtver- ordneten wollen zwar keinen Ständeunterschied in her Schule, scheuen sich aber vor dem Worte Sozialdemokratie, worin sie noch Gespenster sehen. Gleichwohl verfechten sie mit Energie unsere ins Leben gerufene Opposition in der Schulfrage, weil es über ihren Säckel mit geht. Zur Beweisführung sei erwähnt, daß ein Stadtverordneter den Vorwurf unseres Bürgermeisters Dr. Fischer, er sei Sozialdemokrat, nicht leiden will und soll er die Absicht gehabt haben, Dr. Fischer einen Prozeß zu machen. Mit sozialdemokratischem Gruß Karl Lange, Vorst. Friedr. Fleischer, Vertrauensmann. Aurgltädt.(Unlieb verspätet.) Am 15. Dezember hatten wir Gelegenheit, einen Vortrag über die Bestrebungen der Jnter- nationalen Arbeiterassociation zu hören. Nachdem Parteigenosse Bahnert aus Chemnitz die sozialen Zustände und deren Eni- stehung im heutigen Staate bloßgelegt, Zweck und Nutzen der Internationalen Gewerksgenossenschaften erläutert, und zum Beitritt in dieselben aufgefordert hatte, ergriff Herr Bahlteich aus Chem- nitz das Wort. Derselbe geißelte in scharfen Worten die politischen und sozialen Verhältnisse aller Kulturstaatc», und wies darauf hin, wie überall der Militarismus und die Kapitalmacht die Ausbeu- tung betreiben. Dem gegenüber gibt es nur daö eine Mittel:„Or- ganisirung der unterdrückten Klaffen." Sobald das Volk, oder besser gesagt die- Völker, die Erkenntuiß erlangt hätten, daß ihrer organi- sirten Macht auf die Dauer keine Macht der Erde widerstehen könne, dann erst würden wir einer bessern Zukunft entgegen sehen können. Daß diese Mahnung iu jenem so gediegenen Bortrag auch Wieder- hall in der hiesigen Bevölkerung finden möchte, das walte— nicht Gott— sondern der feste Wille der hiesigen Arbeiter; denn wahr- lich, es ist hohe Zeit, daß sich die versprengten und laß gewordenen Parteigenossen hierorts wieder aufraffen und das Banner der Sozialdemokratie von Neuem entfalten. Der zweite Punkt der Tagesordnung- war„Die sächsischen Genieindewahlen mit ihrem Census." Ueber dieses Thema sprachen außer Vahlteich nnd Bahnert noch die Parteigenossen Schuhmann und Horn aus Limbach. Nachdem Vahlteich die verschiedeneu Wahlmodusse einer scharfen Kritik unterzogen hatte, wurde von sämmtlichen Rednern die Nothwendigkeit anerkannt, daß, wo dem Arbeiter ein Wahlrecht auszuüben zustehe, er dasselbe benutzen müsse, ganz besonders aber bei de» Reichstagswahlen.— Zlerkin.(An die internationale Metallarbeiterschaft.) Der„Bolköstaat" Nr. 1 enthält eine Mahnung, daß alle Gewerk- schaften im neuen Jahre mit Aufbietung aller ihrer Kräfte ans- treten sollen, um die Grundsätze unserer Partei weiter und immer weiter zu verbreite». Und wahrlich, dieses Wort wäre hauptsächlich in Berlin zu befolgen. Was hat die Metallarbeitergewerkschaft hier wol im verflossenen Jahre gethan? Wie viel Metallarbeiter wissen, daß eine internationale Metallarbeitcrschaft' iu Berlin cxistirt? Warum haben sich die Mitglieder nicht getraut, au die Oesfentlichkeit zu treten, warum haben sie nicht niit allen ihren Kräften dafür gestrebt, derselben neue, zahlreiche Mitglieder zuzuführen? Ich glaube, gerade in Berlin wäre ein Feld zu bebauen, welches sich der Mühe lohnen würde. Jedoch steckt in den Metall- arbeitern und hauptsächlich in den großen Fabriken und selbst in den Mitgliedern unserer Partei eine solche große Menschenfurcht, daß sie sich nicht getrauen, ihrem Nebenarbeiter zu gesteheu, daß sie der internationalen Gewerkschaft angehören. Und wie steht eS mit dem Parteiorgan? Welches Mitglied hat den Muth, sein Parteiorgan sich in die Werkstellc bringen zu lassen, wie die Zeit- und Klatschblätter? Ueberall hört man, ich(qe es zu Hause, anstatt es seinen Mitarbeitern zur Kenntniß zu bringen und zu empfehlen. Ja wahrlich, eS ist an der Zeit, energisch vorzugehen, den alte» Schlendrian an den Nagel zu hängen, und mit allen Kräften für unsere Partei zu werben, nicht die Oesfentlichkeit zu scheuen, da wir wahrlich nicht brauchen im Dunkeln herum zu tasten. Wenn die Metallarbeiterschaft dieses Wort beherzigt, dann wird es an Mitglieder» nicht fehlen, dann kommt Klarheit auch in Berlin unter die Metallarbeiter, dann wird das neue Jahr einen weiten Schritt zu unserem Ziele gethan haben. Also auf, ermannt Euch. Mit Gruß und Handschlag R. Bernhard. (stotha. 3. Januar. Am 28. Dezember hielten wir hier eine gutbcsuchte Volksversammlung ab, mit der Tagesordnung:„Die Arbeiterbewegung nnd die Gewerksgenossenschaften." Als Referent war Herr ÄNotteller aus Crimmitschau anwesend. Der Vortrag desselben wurde mit großem Beifall aufgenommen und fanden am Schluß der Versammlung mehrere Einzeichnungen in die hier be- stehenden Gewerkschaften statt. Weimar. Die Auslassungen Aorck'S in Nr. 1 des„Volks- ftaat" bestimmen mich, gerade weil nicht zum Thüringer Agita- tionscomitö gehörend, verschiedenen irrigen Auffassungen in Bezug auf Personen und Thatsachen entgegenzutreten. Zu Pfingsten 1871 beschlossen die Thüringer Parteigenossen, zur Herbeiführung einer einheitlichen Agitation in Thüringen, die Einsetzung eines AgitationScomite'S, daö, trotzdem dem Ausschuß von dem Uuter- zeichneten selbst dessen Bildung und Zweck mitgetheilt worden, b.S vor Kurzem ohne alle Unterstützung nach irgend einer Seite hin, und somit lediglich auf eigene Mittel und Kräfte angewiesen blieb. Unter solchen Umständen war eö nicht möglich, daß nach allen Seiten hin eine erfolgreiche agitatorische Thätigkcit entfaltet werden konnte. Fortwährendes Verlangen nach Agitatoren vom Neu- städter Kreise aus, veraulaßte das damalige Agitationscomits, diesem Verlangen nachzugeben,' besonders da dort der Boden für die Arbeitersache günstig war. Daß bei den geringen Mitteln, die uns zu Gebote standen, andere Gegenden Thüringens vernachlässigt werden müßten, ist selbstverständlich, natürlich ist es deshalb auch, daß bei der letzten Reichstags-Ersatzwahl im Neustädter Kreise ein günstigeres Resultat erreicht wurde, als in den übrigen Bezirken. Nicht gerade schön ist es daher, wenn der(punktirte) Vertrauens- mann Rösel in Münchenbernsdorf in Nr. 101 des„Volksstaat" pharisäisch an seine Brust schlägt nnd sich etwas darauf zu Gute thut, daß die Wahl im Neustädter Kreise besser ausgefallen, als in den übrigen Aemtern. Er sollte bedenken, daß wir gerade des Neustädter Kreises wegen die Agitation hierorts vernachlässigen mußten, und daß auch jetzt wieder lediglich von hier auö für Agi- tation im dortigen Kreise gesorgt worden ist! Kömmt nun die Reichstagswahl selbst: In den letzten Tagen des Oktober wurde seitens der Minichenbenisdorfer Parteigenossen an mich die Anfrage gerichtet, ob ich als Kandidat für den Reichs- tag im 3. Weimaer Wahlkreise auftreten wolle. Da meine Ver- hältniße mir dies augenblicklich nicht gestatteten, lehnte ich ab, schlug aber auf Antrieb der hiesigen Parteigenossen, namentlich Ufert's, Liebknecht als Kandidaten vor. Dies ward von den Par- teigenossen im Neustädter Kreise angenommen und wir begannen, obgleich uns höchstens noch 12— 14 Tage bis zur Wahl blieben, die Agitation. Hierauf erläßt nun iu Nr. 90 des„Volksstaat" der Vorsitzende des AgitationScomite'S, C. A. Reichelt in Apolda, einen Aufruf, dem allerdings jede Zeitangabe fehlt, so daß der Ausschuß nicht wissen konnte, wann und wie eine Unterstützung der Wahlagitation nöthig sei; den Wahltermin selbst hat der Ausschuß wol gar erst nach der Wahl erfahren! Gleichzeitig hatten die hiesigen Parteigenossen, ohne Wissen bes Unterzeichneten dem Agitationscomite den Vorschlag gemacht, während der Dauer der Wahlagitation(bis 17. Nov.) die Leitung derselben übernehmen zu wollen, da der Vorsitzende Reichelt auf alle Fälle selbst zur Agitation venvendet werden mußte. Die Apoldaer Parteigenossen — die übrigens gar nicht kompetent darin waren, in der Sache überhaupt aber nichts thaten■— lehnten im falschem Ehrgefühl den Vorschlag ab, und so kam es denn, daß während der Ab- Wesenheit Reichelt's, der als Agitator vollständig seine Schuldigkeit mit größter Aufopferung gethan hat, am Sitze des Wahlcomitö's iu Apolda kein Mensch vorhanden war, der die Leitung der Agitation übernahm. Da übernahmen im letzten Augenblicke wir in Weimar, wenn auch nicht formell, doch thatsächlich diese Leitung, ließen Wahlaufrufe und Stimm- zettel drucken und verbreiten, und dirigirten die einzelnen Agita- tionen mit Beiziehung Reichelt's, der durch Weimar reiste. Auch für den Neustädter Kreis dirigirten wir die Agitation durch Fink. Und außer diesem war Reichelt der einzige Agitator, denn Ufert, auf dessen Anstiften die Kandidatur Liebknecht's aufgestellt worden, ließ sich, trotzdem er genau den Wahltermin und den Mangel an agitatorischen Kräften kannte, erst am Tage vor der Wahl wieder sehen, gab auch während der ganzen Zeit keine Nachricht über seinen Aufenthaltsort■— wie sich herausstellte, Sömmerda und Umgegend, wo er mit Kolportage beschäftigt war. Wenn ein Truppenführer im Kriege nicht sofort nach der Richtung des Kanonendonners hinmarschirt, den er hört, falls nicht ausdrücklicher Befehl ijii an die Stelle fesselt) so verfällt er, nnd mit Recht der Kugel. Herr Ufert wußte nicht btoö das, sondern auch wo und wann der Wahlkanipf stattfand— und dennoch blieb er ruhig bei Sömmerda, trotzdem sein Arbeitgeber, Parteigenosse Kot- tel, ihn mit Sehnsucht zur Agitation erwartete und für Stellver- tretuug sofort unentgeltlich gesorgt haben würde!! Wenn ich auch nicht zu läugnen vermag, daß durch Reichelt und die Apoldaer Parteigenossen die einheitliche und klare Leitung der Agitation verloren ging, so ist es doch unrecht, wenn man Reichelt geradezu für alle Mißerfolge verantwortlich machen will. Ich wiederhole eö: Reichelt ist als Agitator in aufopferndster Weise thätig gewesen! Mit den letzten Ausführungen?)orck's stimme ich vollständig überein:„Niit der Agitation nur um zu agitiren, wird gar nichts erreicht!" Leider nur zn wahr! Unsere Thüringer Agitatoren sämmtlich und, soweit ich sie kennen gelernt habe, der größte Theil der Agitatoren der Partei überhaupt, hören sich selbst zu gern reden und glauben durch die„Bravos", die sie ernten, das Baterland gerettet zu haben. An die Organisation denken sie nie, wie uns jetzt wieder ein sächsischer Parteigenosse, den wir ledig- lich zu dem Zwecke der Organisation hingesandt, in Blankenhayn gezeigt hat. Traurig, daß daS unbedeutende kleine Ich sich immer in den Vordergrund drängt, und daß daS Beifallsgeschrei über oft unverstandene und unverständliche Kraftphrasen die praktische Aus- breitung der Partei hindert. So lange wir aber an Agitatoren krank sind, die blos agitiren, nicht organisiren wollen, so lange können wir auf nachhaltige Erfolge niast rechnen. A. Müller. Waröurg, 5. Januar.(Arbeitertag für Hessen-Nassau.) Am 23. und 29. Dezember v. I. wurde hier der Arbeitertag für Hessen-Nassau abgehalten. Vertreten waren: Wiesbaden durch Parteigenosse Frdr. Pracht aus Herborn; Hersfeld durch Partei- genösse G. WoSniak auö Marburg; Herborn durch Parteigenosse A. Heinz aus Herborn; Gießen durch Parteigenosse Orbig aus Gießen; Marburg durch Parteigenosse P. H. Schneider ans Marburg. Von Kassel, welches sich ebenfalls angemeldet hatte, lief am 29. Nachmittags das Mandat telegraphisch ein, da der ge- wählte Delegirte plötzlich erkrankt war. Außerdem war noch Partei- genolle Scheil auf der Durchreise am Arbeitsrtag anwesend. Bei der Wahl deS Bureaus sielen die Stimmen auf P. H. Schneider(Marburg) als erster, A. Heinz(Herborn) als zweiter Vorsitzender, sowie E. John(Marburg) als Schriftführer. Durch die in der Vorversammlnng stattgehabte Aufstellung der Geschäfts- ordnung wurde die Tagesordnung folgendermaßen aufgesetzt: 1) Die Lage des indnstnelleu Arbeiterstandes, 2) die Lage deS ländlichen Arbeiterstandes, 3) die Lage des kleinen Beamtenstandes. 4) Welche gesetzlichen Mittel und Wege sind einzuschlagen, um die Besserstellung genannter Klassen herbeizuführen. 5) Gründung eines Landcsagitations-Comites. 6) Besprechung über die Ver- einigung der verschiedenen Fraktionen der Sozialdemokratie. Zu Punkt 2 war ein Antrag von zwei Ortschaften der Umgegend ein- gegangen:„Besprechung über den heutigen Laudwegebau." In der am Sonntag stattgehabten Hauptversammlung wurde zn ad 1. 2. 3. und 4 beschlossen,„eine rege Agitation in Szene zu setzen, welche sich hauptsächlich auf das politische Gebiet zu beschränken habe, da nur durch politische Agitation Aufklärung zu gewinnen sei." Bei dem eingegangenen Antrag zu sä 2 betr. des Landwege- baues, wurden durch die Debatte mehrere Mangel der heutigen Gemeindeordnungen ans Licht gezogen und beschlossen, Zirkulare n den Gemeinden umgehen zu lassen, in welchen ans jene Scha- den und Mängel aufmerksam zu machen sei und solche alsdann mit Massenunterschriften von Landleuten als Petition dem Land- tage einzureichen. Zu dem zu diesem Zwecke ernannten Comits haben sich bereits einige Landleute zum Beitritt erklärt. Zu sä 5, welcher in einer gesckilassenen Sitzung besprochen wurde, winde beschlossen:„Ein Agilalionscomite für Hessen-Nassau zu gründen." Marburg wurde als Borort und P. H. Schneider als leitender Geschäftsführer eingesetzt. Zur Vereinigung der ver- schiedenen sozial-deinokratischen Fraktionen wurde von allen Seiten warm besürwortet, Alles in Bewegung zu setzen, um die Ber- einignng herbeizuführen. Sonntag Nachmittag fand Volksversammlung im Rathhaus- saale statt, welche gut besucht war. Unser Reichstagskaudidat Herr Dr. Grimm, welcher zur Berichterstattung seiner Thätigkeit im Reichstage zu dieser Versammlung eingeladen war, hatte vorge- zogen, nicht zu erscheinen. Scheil referirte über sä 1. 3 und 4 in kräftiger Rede; erläuterte, wie durch daö Sinken des ländlichen Arbeiterstandes dem städtischen Proletariat immer mehr Konkurrenz gemacht werde; erwähnte die Frauen- und Kinderarbeit sowie die Arbeitstheilung; wie durch den modernen Aktien- und GriindungS- schwindet eine ungeheure Bedrückung ans dem Arbeiter laste. Die moderne gesellschaftliche Ordnung gipfele in den drei Worten: Krone, Altar und Geldsack! Heinz besprach die Lage des länd- lichen Arbeiters. Redner führte in klaren Worten aus, wie durch die Zerstückelung des Grund und Bodens der ländliche Arbeiter- stand seinem Ruin vollständig entgegengehe. Scheil ergriff sodanu zum vierten Punkt der TageSorduung daö Wort. Redner unterzog die heutigen Parlamente und die Wahlen zu denselben einer scharfen Kritik. Die Tendenz derselben bestehe in der Devise:„Geld ist Bildung!" Sodann beleuchtete er mit klarem Verständniß unser sozial-demokratisches Programm und forderte die Anwesenden auf, sich in politischer Beziehung auszubilden, denn nur dadurch sei es möglich, daß dem Arbeiter die Rolle zu Theil werde, die ihm im Staate gebühre. Am Sonnabend war unserem Parteigenossen Schneider eine Einladung zugegangen, der Generalversammlung des hiesigen Ver- einö für Fortbildung, dessen Mitglied er früher war, deni er aber schon seit 1869 entschiedener Gegner ist, beizuwohnen. Folgender Versammlungsbeschluß wurde als Antwort dem Vorstand genannten Vereins zugesandt:„Auf die mir zu Ihrer heute stattfindenden Generalversammlung zu Theil gewordene Einladung erkläre ich, daß ich eS für ein moralisches Verbrechen halte, solche Institutionen ferner zu unterstützen. Zum Bewußtsein unserer Klassenlage durch die heutigen wirthschaftlichen- Verhältnisse gelangt, werde ich AUeS ausbieten, solche unhaltbare Institutionen, fivelche nur unklare Be- griffe schufen und noch zu schaffen gewillt sind, richtig zu kenn- zeichnen und auf daö Entschiedenste zu bekämpfen." Als Kuriosnm diene noch Folgendes: Zu unserer Vorversamm- lung am Sonnabend hatte sich auch ein hoffnungsvoller Studiosus aus dem altadetigen Geschlecht der Schenks eingefunden, in einem Zustande, der gewöhnlich in jenen Klassen Unwohlsein(?) genannt wird. Schon vor Beginn der Versammlung hatte derselbe einen ziemlich kräftigen Zungenschlag nierken lassen. Als nach Eröffnung derselben, trotz mehrfacher Aufforderung, Jener sich noch immer nicht beruhigen konnte, wurde, t-.otz allen Sträubens, der Adelige vor die Thüre gesetzt. Ties schien jedoch nicht geholfen zu habe», denn schon nach wenigen Minuten fand er sich wieder ein, um abermals Störungen zu verursachen, Diesmal jedoch wurde der zukünftige Träger des Staats(wie Herr Prof. Birnbaum sagt) von dem anwesenden Polizeiwachtmeister auf Nichtwiederkehren an die Luft gesetzt. An die Parteigenossen in Hcssen-Nassau! Mitkämpfer! Die Gründung eines AgitationscomitSS fiir unsere Provinz ist beschlossen! An Euch ist es jetzt, Hand ans Werk zu legen. Haltet jetzt in Euren Orten Parteiversammlungen ab, in welchen jeder Ort zwei prinzipicntreue Männer zum Agitations- comilä zu wählen hat. Bis zum 1. Februar müssen wir voll- ständig constituirt sein. Alles Nähere über das Agitationscomitä resp. Agitationskasse wird Euch in diesen Tagen schriftlich zugehn. Auf ans Werk! Bedenkt, binnen Jahresfrist stehn wir vor den Wahlen, laßt die Zeit nicht ungenützt vorübcrgehn. Hoch lebe die Sozialdemokratie. Ernst John, Schriftführer. Briese für das Agitationscomits sind zu senden an P. H. Schneider, Hirschberg 257 in Marburg. Dcviges, 21. Dezember. Ich kann nicht umhin, einen Vor- fall, welcher sich in der hiesigen mechanischen Weberei der Herren D. PeterS und Compagnie vor einigen Tagen zutrug und hierorts allgemeine Entrüstung hervorrief, der Oeffentlichkeit zu übergeben. Die Arbeiter und Arbeiterinneu genannter Firma sind allerdings an Strenge, oder wie die Herren Fabrikanten sagen, an Ordnung gewöhnt, aber bis jetzt noch nicht an Prügel. Die erste Prügel- probe wurde von einem Meister Horstmann an einem armen Riad- cheu, gebürtig aus Sachse», vollzogen. JciieS Mädchen wurde von genanntem Meister derart ins Gesicht geschlagen, daß das Blut zum Gesicht herunterlief. Anstatt iiu» jenen Menschen von seinem Posten zu entfernen, was doch ganz in der Ordnung gewesen wäre, blieb er auf seinem Posten, und hatte nur als Strafe dem Mäd cheu Abitte zu thun. Würden die Besitzer genannter Fabrik auch wol so gnädig gchaudelt haben, wenn an ihnen jene Prügelprobe vorgenommen worden wäre? Wol schwerlich. Jenes Mädchen war aber nur eine Arbeiterin, und der Meister prügelte vielleicht mir auS Diensteifer, und deshalb ist es auch erNällich, daß der� Meister nicht entlassen wurde.„Strenge muß sein", so lautet die Pa»ole in dieser Fabrik;„es ist zum Besten der Arbeiter selbst". Von Morgens 5 bis Abends 8, mit geringer Unterbrechung zum Esse»,! in dumpfen Lokalen hinter verschlossener Thüre sitzen, ist, soviel ich weiß, nur hier allein Sitte. In der ganzen Gegend, weder in Elbe, seid- Barmen, noch i» andern Orten sind in den Fabriken die Thüren verschlossen. Wenn ein Arbeiter 10— 15 Minuten zu spät kommt, hat er 5 Sgr. Strafe; für den kteliisten Arbeitssehler wird Strafe gcza.lt. Wer raucht, bezahlt Strafe; wer Schnaps trinkt i desgleichen; wer nicht genug Ellen niacht, wird eutlasseu— kurz, Alles wird mit Geld gestraft. Nur weun ein Meister ein Mäd- che» schlägt, das wird nicht bestraft, dann wird nur um Verzeihung gebeten. Schöne Zustände das. Wie lange werden die Arbeiter sich solches noch gefallen lassen? Wie lange werde.< sie uoch m.t Geduld die sozialen Fesseln tragen? Ein Arbeiter. Ftirchheim unt. tzek, 19. Dezember. Kürzlich fand hier eine Bolksverlammlung statt, welche sehr gut besucht war. TageS- oidnung war die Aibeiterbewegung und ihre Ziele, und Herr Morlok aus Eßlingen referirte. Auch waren noch einige Partei- genossen von Eßlingen anwesend. Herr Morlok wies zuerst auf die En stehung und Entwickeluug der Arbeiterbewegung hin; auch machte er das heutige Produktionssystem einem Jeden klar und deutlich, wobei er niehrmakS durch Beifallsbezeugungen unterbrochen wurde. Redner zeigt dann weiter, wie diesem Produktionssystem abzuhelfen sei; und kam dann schließlich auf die Prodnktivgenosscn- schasten mit StaatShilfe zu sprechen. Ucbcrhaupt verstand eS Herr Morlok trefflich, durch Klarlegung der Bestrebungen der Sozial- demokratie die gegen dieselbe geschleuderten Verläumdungeii in ihr Nichts aufzulösen. Zum Schluß zeichneten sich etwa 50 Mann in die aufgelegte Partciliste ein. Samstag darauf beraumten wir eine Versammlung zur Konstituirung der Parteimitgliedschaft, zu welcher Herr Banghaf aus Eßlingen erschien und die Liste der einge- zeichneten Mitglieder mitbrachte. Doch von all den 50, die sich hatten aufnehme» lassen, kamen nur 9 Mann. Wir waren also wohl oder übet gezwungen die Sache bis auf weiteres zu vertagen. Wir wollten nun am 3. Novbr. wieder eine Volksversammlung anberaumen mit der Tagesordnung: 1)„der Eisenacher Katheder- sozialisten-Kongreß," 2)„die indirekten Steuern." Aber nun be- gannen die Schwierigkeiten: die Redakteure der beiden hiesigen Lokalblätter verweigerten die Ausnahme der Bersammlungsanuonce dcr Stellmacher 3(Dez.), Kürschncrsachvcrein 37(Nov., Dez.), Arbeiter- BildungSvcrein 12(Dez.); Lugau: Turnverein 9(Juni); München: Fachverein dcr Tischjer 4(April), Arbeiterpartei 36(Januar bis Nov.); Münden: Drücke 6(August); Münchenbernsdorf: Arbeiterpartei 10(Okt.); Mainz: Frenz 6(Dez.); Marburg: Arbeiterpartei 50 (Dez.); Naundorf; Röder 4(Dez.); Neviges: Arbeiterpartei 6(Dez.); Osfenbach: Arbeiterpartei 20(Nov.); Pforzheim: Arbeiterpartei 12 (Aug., Nov., Dez.); Regcnsbnrg: Hock 6(Dez.); Reichenbach i.V.: Reindl 5(Nov.); Rocklitz: Arbeiterverein 37(Jan. bis Nov.); Span- dan: Arbeiterpartei 10(Nov., Dez.); Stuttgart: Arbeiterverein 5 (Nov.), Wetzet 3(Dez.), Schubmachergewerkschaft 3(De;.); Bervierss: Deutsche Sektion S'/.j(März); Wiesbaden: Subuhmachergewerkschast 6 (Sept.); Wandsbeck: Arbeiterverein 7(Okt.), Jahnke 2(Okt.); Würz- bürg: Schubmachergewertschaft 4(Dez.). Die Vcrichtigung vorstehender Ännoncen-Gebührcn wird binnen 8 Tagen erwartet. Die Expedition des Volksstaat. Anzeigen zc. und dem Wirthe hielt man das Gefährliche seines Beginnens vor, wenn er Versammlungen der Sozialdemokraten in seinen Lokalen! ÄuAvvNt g» �__________ abhalten ließe. Wir ließen zwar noch etliche Plakate anschlagen, zur Kenntnifj, daß er" vom 1, dieses Monats die Filinlcspcdi ion deS die Versammlung aber war verpufft. Ein anderes Mal werde»!. Volksstaat übernommen hat und daß bei ihm Lastalles, sowie andere Der Unterzeichnete bringt den AugSburgcr Mit- gliedern und Abonnenten des„Volksstaal" hiermit wir uns vorsehen.- Herr Morlok aus Eßlingen war wiederum! sozialdemokratische Schriften zu haben sind. I. Endrcs, mittlerer Lech 316. anwesend und trotz des schwachen Besuchs zeichneten sich 11 Mitglieder in die aufgelegten Listen ein. Wir schritten dann zur Wahl eines Vertrauensinaunes sowie zu der eines Kassirers, wobei Gottlieb Beßmer zum Vertrauensmann und Hummel zumKassirer gewählt wurden. Wir waren ftoh, daß wir wenigstens einen Stamm hatten, und glaubten die Sache würde einen guten Fort- gang nehmen; doch darin hatten wir uns bitter getäuscht, denn als wir am 25. November eine Versammlung ausschrieben zur näheren Konstituirung der Parteimitgliedschaft, da kamen blos 5 Mitglieder, und nicht einmal unser neugewählter Kassirer, welcher gleich nach seiner Wahl gesagt hat, er versaufe das Geld, welches man ihm anvertraut habe; er wolle von dieser Sache nichts wissen. Wir sind mit dieser Versammlung um keinen Schritt vor- wärts gekommen, und müssen uns gedulden, bis wir wieder eine passende Gelegenheit finden, den Verein anders zu organisiren. Doch dabei möchte ich den hiesige» Arbeitern ans Herz legen, ein andennal vorsichtiger in ihrer Wahl zu sein; denn Arbeiter, die heute eine Wahl annehmen und morgen daö ihnen geschenkte Ver- trauen mit Fußen treten, sind nicht werth, Mitglieder des sozial- Berlin. Sozialdc okra ischc Arbei crpartei. Montag, den 13. Januar Abends 8 Uhr im Lokale des Herrn Mcwes, Webcrstraßc 24a. Vortrag des Herrn Auer. Mitglieder und Freunde der Partei sind freundlichst eingeladen. Sämmtliche Leser des„Volksfiaat" werden gebeten, sich rU. Sonnlag, den 12. Januar, Abends 6 Uhr bei Gaftwirth Rothe, Steeler Thor, zu einer nothwendigcn Besprechung einzufinden. f Der Vertrauensmann. Hamburg. Sozialdemokralischer Arbei ervcrcin. Versammlung Montag, den 13. Januar, Abends 9 Uhr in Ebcrbahn'S Clublokal, ZcughauSmarkt 31. Tagesordnung: 1) Rückblick auf das Jahr 1872. Referent Geib„ — 2) Die Einigungsbestrebungen. Gäste haben Zu ritt. Der Vorstand. Leipzig. Sonnabend, den 11. Herrn Mosig, Gerbcrstraße. Gcwcrkschafi der Holzarbeiter. Sektion der Glaser. Januar Abends 8 Uhr Versammlung bei. D. V. Leipzig.| ttürschucr- und Müycnw acherfachvercin. Montag, den 12. Januar Sitzung bei Herrn Richter,. hiesigen Arbeiter noch zu gleichgültig, cheilweiS aber auch ängstlich. Ich richte hiermit an die Arbeiter die Mahnung, i» die Reihen dcr Sozialdemokratie einzutrele», denn hier findet ihr Aufklärung über eure Interessen. Sind wir einmal so weit, daß die Arbeiter wissen, wie sie gedrückt sind, so kann unser Ziel auch nicht mehr fern sein. Mit sozialdemokratischem Gruß Georg Burghard, bei Eonditor Dorfner. Kötn, 20. Tczbr. Zur städtischen Krankenkasse. Daß man als Mitglied der städtischen Krankenkasse erst vom 8. Tage an Krankengeld erhält, wissen wol hierorts Alle, daß man aber 3 Jahre 3 Monate Mitglied genannter Kasse sein kann und den Arzt selbst bezahlen inuß, dürste wol den Meisten unbekannt sein. Unterzeichneter meldete sich am 2. Dezember krank und wurde auf den andern Tag wieder zu dem Arzte zurückbestellt. Die Krankheit war aber den folgenden Tag in ein Stadium eingetreten, daß ich das Zimmer nicht mehr verlassen konnte. Ich schickte zum Arzte. Weil ich aber eine halbe Stunde vor der Stadt auf dem Ehren- selde wohne, sagte Letzterer, eS sei ihm dies zu weit, ick müsse mir einen Arzt zu Hause nehmen, könne jedoch die Rezepte bei ihm visiren lasse», daß ich die Medizin umsonst bekäme. Als sich mich am 17. Dezember auf der Rendantur der städtischen Krankenkasse wieder gesund meldete und die Frage an den Herrn Rendantcu stellte, ob mir kein Arzt vergütet würde, bemerkte derselbe, es würden keine andern als die Äerzte der Kasse gut gethan, obschon ich gezwungen wurde,(trotzdem ich nicht in Köln wohne) in die städtische Krankenkasse einzutreten, und auch 3 Jahre und 3 Monate meine Beiträge entrichtet habe. Heute kann man unS nicht mehr zwingen, in die städtische Krankenkasse einzutreten. Möchten doch die Arbeiter ihre Krankenkasse überall selbst in die Hand nehmen. S. Briefkasten: der Redaktion: R. Bernhard in Berlin: Gewiß; nichts kann uns erwünschter sein.— Hcsch in Cöln: Senden Sie über die am 4. d. stattgehabte Versammlung einen Originalbcricht.— I. Ph. B. in Gens: Wird besorgt.— S. F.>» Hannover: Näckste Nummer. dcr Expedition. Kobitzsch in Dresden 4. LUt. 13 Thlr. I9>/, Gr.— Wetzet in Hohenheim für Schrifteu 1 Thlr.— Goegq m Ren« chen 1. uns 2. Quartal 2 Thlr.- Huber in München-Gladbach 1. Qu. 27 Gr., das Abon. kostet 12',si Gr., das Porto 13 mal 2 Gr., macht sohin 1 Thlr. 8 Gr 5 Pf., sind demnach noch 11 Gr. 5 Pf. zu bezahlen. Müller in Glauchau für Schriften 16 Thlr.— B. hier 4. Qu. 9 Thlr.— Röter in Neundorf für Schriften 3 Thlr. 18 Gr.— lung zu wenden. Müller in Glauchau für Schriften 16 Thlr.— Braun in Schw.-Gmünd � 4. Qu. 17 Thlr. 4 Gr. 2 Pf.— Bronnenmever in Göppingen 4. Qu 6 Thlr 5 Gr— Palm in Siegburg für Schriften 6 Gr— Sievers in Pinneberg für Schrift 3 Gr.— Schweis in Wiesbaden für Kalender 3 Thlr.— K— r in Berlin: Nein. Der Vorstand. Gcwcrkschafi dcr Holzarbeiter. � 1 si-) 1 jf- Sekti onsversammlung dcr Tischler und Pianoforte- arbciter. Sonnabend, den 11. Januar Abends 8 Uhr bei Zeidler, Wind« Mühlenstraße 7. 1711. Alle Restanten werden aufgefordert zu erscheinen. Gewerkschasl der Halzarbei er. Sektion dcr Stellmacher. Sonnabend, den 11. Januar Abends 8 Uhr Versammlung bei Landgraf, kleine WindmüHlcngasse 1. Tagesordnung: Neuwahl sämmt» sicher Ausschußmitglieder. Zahlreiche« Erscheinen der Mitglieder erwartet dcr Vorstand. I Gewerkschasl der Holzarbci er. Sonnabend, den 18. Januar Generalversammlung bei Zeidler, Gr. Windmühlenstraße 7. Tagesordnung: 1. Abrechnung des GewerkschaftS- und des Krankenkassrnr«. II. Ergäii,u»gSwahl de» Ausschusses. Die Mitglieder werden aus§ 26 der Krau ken kass en- Statuten aufmerksam gemacht. Der Vorstand. Allgemeiner deulscher Schneidertierein. jMv Dienstag, den 14. Januar Abends 8 Uhr, Sitzung in HitscholdS Restauration, Gewandgäßchen 4. Tagesordnung: iGichtige Vereinsangelcgen heilen. Die Mitglieder werden zu zahlreichem Erscheinen aufgefordert. Gäste sind willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. UiMllüiri In erna ionalc Me allarbei er-Gewertichasr. 3 i-VlTOll)* Sitzung den 13. Januar in Arnholds Restauration] Reudnitzcrstraße. Tagesordnung: Festangclegenheit. Alle Mitglieder werden aufgefordert zu erscheinen.__ D. B. Fond für politisch Gemoßregelte. Freiwillige Sammlung bei dcr Weihnachtsfeier des ArbeiterbildungS-s � verein Leipzig 3 Thlr 16; von Carl Schuhmann in Penig 1 Thlr; von. Just. FricderichS in Gccstcndors 15 Gr.; von Koditfch in Dresden, e> 10 Gr. 5 Pf._| � Stamm's Erlösung der darbenden j Zur Wahl Bebel'S und Liebknecht's. Von C. hier 5 Tdaler. Die Exped. d. Volksstaat. Menschheit betreffend. Um Arbeitervereinen die Anschaffung obigen Buches, welches soeben, in zweiter»er ehr er Austage erschienen, habe ich den Preis für diese 1 aus 15 Sgr.(1 st. 80 kr.) ermäßigt, und kann da« Buch zu diescmJ>< Preise bei dcr Buchhandlung des„Bolksstaat", bei Herr» Schrisisetzeri sc Franz und bei der VerlagShandluug bezogen werden. Wegen größere:' ä! Partien beliebe man sich direkt franco au die unterzeichnete Berlagshand«« m (2) dl Schassclitz'schc Buchhandlung in Mrich. Idi SUl Für Annonce» haben Gebühren zu entrichten(in Groschen): Altona: Sauer 4(August); Holzarbeiter 6(November); Sozialde- mokratischer Arbeiterverein 77(September bis Dezember). Augsburg: EndreS Schuhmacher-Kongreß 7(September); Stollbcrg 14(Oktober); Arbeiterpartei 41(Oktober bis Dezember); Apolda: Reichel 10(De.em- ber); Braunschwcig: Böttcher 8(August); Müller 7(November); Berlin: Arbeiterverein 46(November und Dezember); Breslau: Oehme 5(Oktober); Arbeiterpartei 71(Oktober bis Dezember); Chemnitz: Schneiderverein 5(Oktober); Crimmitschau: Manusakturarbeiier-Ge- werkschast 14(Oktober); Cöln: Maurer- Gewerkschaft� 8(November); Arbeiterpartei 35(Nov. und Dez.); Cassel: Arbeiterpartei 10(Scot.); Dresden: Schneiderverein 20(Mai); Maurer-Gewerkschaft 8(Okt.); Holzarbeitergcwcrkschaft 3(,si(Febr.); O. W..lstcr 7(Dez.); Agitation«» Komite 18(Dez.); Elberfeld: Arbeiterpartei 20(Nov.); Eßlingen: Arbeiterpartei 12(Nov., Dez.); Frankenbcrg: Arbeiterverein 8(Aug.); Frankfurt a. M.: Zollinger 4(Sert.); Arbeiterpartei 8(Nov.); Gotba: Stollberg 40(Nov.); Arbeiterverein 17(Sept.); Arbeiterpartei s 7(Dez.); Geyer: Stopp und Morgenstern 9(Nov.); Glauchau: VolkSvercin 30(Dez.); Herborn: Heinz 4(Juni); Hamburg: Mciß- ner J2 Vorrichter Die Filialexpeditionen werden aufgefordert, für das 4. Quartal die Abonnenlentbeträge g, sofort einzusenden. ES muß laut Reglement bis Mitte jedechsfi Quartals dafür Sorge getragen werden, daß die hiefür treffendelW Beträge mindestens zur Hälfte abgeführt werden. Filialen, welche g, bis 14. Januar ihrer Verpflichtung für verflossenes 4. Quarta�P nicht nachgekommen, können weitere Sendungen nicht erhalten. jA Leipzig, 4. Januar 1873. Für die Verwaltungskommission: Hadlich.-w Für die Expedition des„Volksstaat": W. Fink, iff Antheilscheine beziehentlich Aniheil- � Gcuossciischaf Sbuchdruckcrri quittungcn erhielten ferner: in: MünchenbernSdors E. R. 2; Augsburg L. I. 3; Leipzig W. F. 3{A Rcuschönefeld G. T. 7; Pfersee I. St. 1; Zs. St. 1. I. Ch. 1. M. P. IsA Reichenbach A. S. 1, R. M. 1. M. L. I. L. B. 1. C. R. 1. C.W. 3:de RonSdors E. W. 2, A. H. 2; Reudnitz F. W. 3; Obcrlungwitz M. K. 2>a> Frankenhauscii A. H. 1; Weimar W.K. 1; Landau E. M. 4, E.W. 4;� Leipzig F. Sch. 3. E. F. 50, H. Sch. 1, F. Sch. 1; Forste C. B. 3?� Magdeburg K. F. 10. E. I. 2, W. H. 2, A. K. 2; Buchau W. K. 2� Meerane VolkSvercin 2. W. F. 3. H. E. 1. G. B. 1. J. F. W. 5, F. B. 1, G. K. 3, W. Oe. 1, M. A. Gewerkschaft 1; Crimmitschau's L. M. 10; Wcrdau C. E' Sch. 20. Chr. Hadlich, Kassirer. jp Einer dcr größten Lumpen � -crcin 30(Dez.); Hcrborn: Heinz 4(Jum); Hamburg: Meist-»er s,'»,."» �»«'4"� 2(Okt.); Gewerkschaft dcr Holarbeiter 5(Okt.); Stopper und anskehört IN tlisiilen: NM MittUll des 9.&«' hter 5(Okt.); Buchbindervercin 6(Nov.); Arbeiterverein 49(Nov.);( i«i„ Nnckitniii'� Hann ov er: Buchbindcrocrein 6(Nov.); Arbeitcroerein 32(Ot. bis 1'CCIllJctC-vOUIÖ|CIU Dez.); Arbeiterpartei 5(Dez.); Hohenstein: Lange 6(Okt.); Jeßnitz: DaskiN. ER ist dlk Gcrechtillkeit eiltttUscht � Karing 16(Dez.); Kirchhain: Burkharbt 5(Sept.); Lausanne: �' � 5., � fott«* Schneiderverein 4(Nov.) Leipzig.'Sektion dcr Glaser 4(Nov.), HellwigAnf: IlZvge ClCjC WeNig�eNö jClItC �ll � " �" erreiche!_ Jai Sektion dcr Böttcher 12(Dez.), Sektion dcr Tischler 14(Dez.) Sektion Berautw. Redakteur R. Seissert.(Redaktion und Expedition % Hohestr. 4)'. Druck uao Verlag der Genoss'enschajtSbutzdruckereiP I