Erscheint wöchentlich 2 Mal in Leipzig. Bestellungen nehmen alle 'Postanstalten und Buchhand- lungen des In- und Aus- landes an. Für Leipzig nehmen Be- stellungen an: ; die Expedition� Hohestraße 4. S die Genossenschafts- 1 luchdruckerei, Zeitzcrstraße 44. A. Bebel, Pctcrslraße 18. ! I. Müller, Bayerschestraße 8b, III. AKonnementspreis: � Für Preußen incl. Stempel- steucr ll Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12/2 Sgr. Für Leth>z«> und Umgegend pro Quartal 13 9!gr. Filialexpeditionen für die Ver« einigten Staaten: F. A. Sorge, Loi 101 Uobolceu, JX.J. Ti« Newyork. G. A. Lönnecker, 1öS W. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemokratlschenArveiterparteiundderwternationalenGeverksgenossenschasten. i Kr. 5. Wittmoch, 15. Januar. 1873. s >el. Die„Krisis" in Preußen. In der That, die„große Nation" Frankreich ist durch die „große Nation" Deutschland mit Recht verdrängt worden. In Versailles entsteht eine politische Krisis, weil die französischen Krautjunker sich verschwören, die Monarchie an die Stelle der de- stehenden Repuhlik zu setzest; in Berlin bricht gleichzeitig eine Krisis aus, weil die preußischen Krauljunker die ihnen, achtzig Jahre nach der französischen Revolution, noch immer zustehende, allfeudale gutshcrrliche Polizei nicht opfern wollen. Kann man noch einen Augenblick zweifeln an der Ueberlegenheit der deutschen„Kultur" über die französische Zivilisation? Die Franzosen zanken sich, mit gewohnter Oberflächlichkeit, über bloße Formen, wie Republik und Monarchie. Die gründlichen Preußen gehn der Sacke auf den Grund, indem sie endlich, endlich, 1872, die Letzten in Europa außer Mecklenburg und Rußland, die Grundlage der Gesellschaft, __ 1 das Sißfleisch der Bauern, vor gutöherrlicheu Stockprügeln in Sicherheit bringen— oder auch nicht! Nichts ist bezeichnender für die erbärmliche Haltung der preußi- schen Bourgeoisie als diese ganze Kreisordnungsposse. 1848 hatte Preußen seine Revolution; dch Bourgeoisie hatte die Macht in der Hand; die Bereidigung deS Heereö auf die Verfassung— gleichviel welcke— hätte hingereicht, sie ihr zu erhalten. Der Schrecken bei den Feudalen und Büreaukrachn war so groß, daß damals die i Abschaffung der nock bestehenden Reste des Feudalismus selbst- redend schien. In ver That enthielten die ersten VerfassungS- entwürfe von 1848 und selbst 1849, wenn auch in gewohnter, miserabler Form, doch alles Wesentliche in dieser Richtung. Der allergeringste Widerstand der Bourgeoisie hätte hingereicht, die Wiederkehr der Feudalrechte unmöglich zu machen; außer den paar Krautjunkern lag ja Niemand etwas daran als dem Romantiker Friedrich Wilhelm IV. Aber kaum hatte die europäische Reaktion gesiegt, da kroch die preußische Bourgevtsie zu den Füßen Akanteufsels, und erwiederte jeden seiner Peitschenhiebe mit dankerfülltem Schweif- wedeln. Nicht nur, daß sie den ostelbischeu Junkern Gntspolizei und allerhand andein feudalen Plunder zurückgab; sie züchtigte sich fe'bst für ihren sündhaften Liberalismus, indem sie sogar die 1808 plötzlich vor als die entscheidende Macht im Staat; sie verwarf die Armee-Reorganisation. Damit war der Traum wieder zu Ende. Bismarck kam sie zu belehren, daß ihre papierne Verfassung und ihre Kammerabstimmungen einfach leeres Stroh seien, daß in Preußen der König regiere und daß die Kammern nur zum Ja- sagen da seien. Die Armee-Reorganisation wurde trotz der Ver- fassung durchgeführt und die Abgeordneten wieder ü lu Manteuffel behandelt. Nach einem kurzen Scheinwiderstand, den sie selbst eher müde wurde als ihr Gegner Bismarck, fand die Bourgeoisie im dänischen Krieg den ersten Vorwand zu schanihaften Versöhnungs- versuchen; und nach Sadowa genirte sie sich durchaus nicht mehr, und sank begeistert zu Füßen Bismarcks nieder, und figurirte jetzt nur noch in seinem Gefolge; nach dem französischen Kneg kannte ihre Begeisterung keine Grenzen mehr, von da an gehörte sie Bis- marck mit Leib und Seele, sie war in ihm förmlich ausgelöscht. Aber es gibt ein Ding in der Welt, das Hegel entdeckt und „die Ironie der Geschichte" genannt hat. Diese Ironie der Ge- schichte hat mit größeren Leuten, als Bismarck, ihr Spiel getrieben, und auch der preußische Staat und Bismarck sind ihr verfallen. Von dem Augenblick an, wo die langersehnten Ziele der preußi- schen Politik eins nach dem andern erreicht werden, von dem Augenblick an begannen die Grundlagen des preußischen Staates zu wackeln. Das alte Preußen beruht wesentlich auf dem Junker- lhum, aus dem Offiziere und Bllreaukratie sich hauptsächlich er- ganzen. Das Junkerthum existirt in voller Blülhe nur in den sechs östlichen Provinzen und bedarf, bei dem meist beschränkten Grundbesitz der Junker, eines gewissen Maßes feudaler Vorrechte zu seiner Existenz; ohne diese würden die meisten Junker bald zu einfachen Gutsbesitzern herabsinken. So lange ihm nur zwei west- liche Provinzen gegenüber standen, lief das Junkerthum keine Ge- fahr. Aber schon die Annexationcn von 1866 verstärkten das bürgerliche und bäuerliche Element im Staate in gewaltigem Maß. Es war nicht blos legitimistische Flause, eS war weit mehr das richtige Bewußtsein der eigenen gefährdeten Stellung, das den Widerstand der Partei Sta'hl-Gerlach gegen diese Annexionen her- vorrief. Die Einfügung der Kleinstaaten in den Norddeutschen Bund, die Uebcrtragung der entscheidenden Staatsfunktionen an ! hergestellte Gewerbefreiheit eigenhändig vernichtete und mitten im Giesen Bund, die damit verbundene Mediatisirung des preußi in neunzehnten Jahrhundert die Zünfte wieder herstellte. schen Herrenhauses, der endliche Anschluß der Südstaaten— Alles ige De« Bourgeoisie ist, im besten Falle, eine unheroische Klasse. Pas waren eben so viel harte Schläge für das Junkcrthum, das renj Selbst ihre glänzendsten Errungenschaften, die englischen des 17. im Reich nnr noch eine verschwindende Minorität bildete. Damit und die französischen des 18. Jahrhunderts, hat nicht sie sich er- nicht genug. Jede Regimmg, auch die despotischste, ist gezwungen, :_ kämpft, sondern die plebejische Volksmasse für sie, die Arbeiter und mit Rücksicht auf die bestehenden Verhältnisse zu regieren, sonst Bauern. Anch in Frankreich hat die Bourgeoisie aus den Schrecken bricht sie sich selbst den Hals. Preußen konnte Kleindeutschland °n,j der Junitage 1848 sich gerettet, indem sie sich emein Komödianten sich unterwerfen, aber es konnte nicht sein Junkcrthnm fünfund- zu Fußen warf; auch in England trat nach 1848 eine lange Periode zwanzig Millionen westelbischcn Deutschen aufzwingen. Im Gegen- :— 1 der Reaktion ein; aber in beiden Ländern stützte sich diese Reaktion theil: das Junkerlhum, für daS Dies Exempel zeichnet genau die Stellung der preußischen Bourgeoisie. Sie rechnet es sich zum Verdienst an, daß Bismarck durch die geschichtliche Lage, in die er Preußen versetzt hat, und durch den industriellen Fortschritt der letzten zwanzig Jahre ge- zwungen wird das zu thun, was sie selbst 1848— SO zu feig war, durchzusetzen. Sie hat nicht einmal den Muth, ihren Bismarck zu zwingen, diese kleinen Reformen einfach, offen bürgerlich, ohne polizeistaatliche Verhunzung durchzuführen; sie jubelt laut auf, daß Bismarck genöthigt ist, ihre eignen Forderungen von 1846 zu — kastrireu. Und zwar, wohlgemerkt, nur ihre ökonomischen For- derungen— Dinge, deren Durchführung tausend Bismarcks nicht verhindern könnten, selbst wenn sie wollten. Von politischen Forderungen, von Uebertraguug der politischen Macht an die Bourgeoisie, ja, davon ist höchstens noch anstandshalber die Rede. Die preußische Bourgeoisie will die politische Herrschaft nicht; faul vor der Reife, wie das ofsizielle Rußland schon zu Voltaire's Zeit, ist sie, ohne je geherrscht zu haben, bereits auf derselben Stufe der Entartung angekommen, die die französsische Bourgeoisie nach achtzigjährigen Kämpfen und uach�langer Herrschaft erreicht hat. IMuem et circenses, Brod und Schaustücke, verlangte das verkommene römische Plebejerthnm von seinen Kaisern; xuuem et circenses, Schwindelprosit und brutalen Luxus, verlangt, nicht das preußische Volk, sondern die preußische Bourgeoisie von den seinigen. Die römischen Plebejer mitsammt ihren Kaisern wurden weggeschwemmt von den germanischeu Barbaren; hinter den preußi- schen Bourgeois erheben sich drohend die deutschen Arbeiter. auf den Borwand, die Grundlage» der bürgerlichen Gesellschaft vor ven Angriffen des Proletariats zu schützen. In Preußen war das Resultat der Revolution, dem Romantiker Friedrich Wilhelm IV". lendlich die Erfüllung seiner mtttelalterlicheu Herzenswünsche zu er- — j laubeu, indem die siegreiche Reaktion cule Menge antiromantischer ! Institutionen wegschwemmte, die von Friedrich II. an bis Stein I und Hardenberg sich in den preußischen Staat eingeschmuggelt hatten. iien Unter dem Borwande, die bürgerliche Gesellschaft vor dem Prole- tariat zu schützen, wurde sie wieder unier die Herrschaft des Feu- semi balismus gestellt. Keine Bourgeoisie der Welt kann sich einer etzeri solchen Schmachperiode rühmen wie die von der preußischen unter Manteuffel durchgemachte. In welchem andern Lande wäre eö möglich gewesen, einen Hinckeldey als Vorkämpfer und Märtyrer der Freiheit zu feiern. Endlich kommt, in Folge sich durchkreuzender Palastintriguen, die neue Aera. Ein altliberales Ministerium fällt der Bourgeoisie unverhofft in den Schoß. Und sie, die keinen Finger gerührt hatte, togQum es ins Leben zu rufen, sie, die feigste aller Bourgeoisieen, edci- bildet sich plötzlich eui, sie. fei am Staatsruder, der alte preußische ere? ud« das alte Preußen ein Bedürfnis?, wurde für das„Reich" ein Hemmschuh. Wie Bismarck genöthigt ge- wesen war, die Gewerbesreiheit, die Freizügigkeit zwischen den Einzel- stauten und andere bürgerliche Reformen— freilich in büreau- kratisch verstümmelter Form— gegen seine frühern Ansichten durch- zuführen, so verurtheilte ihn die Ironie der Geschichte endlich dazu, ihn, den Junker pur excellence, die Axt ans Junkerthum zu legen durch die KreiSordnnng. Diese Kreisordnung ist eins der jammervollsten Gesetze, die je gemacht worden. Ihr Inhalt läßt sich in zwei Worten zusammen- fassen. Sie nimmt dem einzelnen Junker die ihm kraft feudalen Vorrechtes zustehende Macht, um sie unter dem Schein der Selbst- Verwaltung der Kreise, der Junkerklasse wiederzugeben. Nach wie vor wird der größere und große Grundbesitz in den Ackert xu- distrikten der östlichen Provinzen herrschen; er erhält sogar neuen Machtzuwachs durch Zureihung von Befugnissen, die bisher dem Staat zukamen. Aber der einzelne Junker verliert die Ausnahms- stellung, die er als Feudalherr hatte. Er sinkt herab zum ein- fachen modernen Gutsbesitzer— und damit hört er auf, Junker zu sein. Damit ist aber auch die Grundlage des alten Preußens �Aera ihre politische Unfähigkeit"auf. kein spezifisches Preußen mehr. Der Preis, um den das altliberale Ministerium zugelassen Die preußische Bourgeoisie blieb sich in dieser Angelegenheit wurde, war die Durchführung der Armee-Reorganisation. Ter ihrer würdig. Erst hieß cckx die Kreisoidnung sei nur eine Ab- k.«italienische Krieg gab den erwünschten Anlaß, sie vom Landtage!schlagszahlung auf die Selbstverwaltung, man müsse sie nehmen, jZsjzu verlangen. Einerseits hatte die Mobilmachung von 1859 be-!weil man zur Zeit nichts Besseres erieichen könne, sie fei ein ' I Vv\ i.•> u I>• /»/». C*V,....... f.<.......*■< i.. i. f/ e« I. n.- fit_. u k........ IQ...Ii, v... CVt.......... �... v.*i..r. J...........1. wiesen, daß die alte Armee Organisationen sich total überlebt hatte. ZjAuvererseitö bewies die Gleichgültigkeit, mit der in Frankreich die p. tjAnnexation von Savoyen und Nizza hingenommen worden, daß S. 3s der französische Ehauvinismus nur durch Aussicht auf Eroberungen ,lam Rhein wirksam in Bewegung zu setzen sei, d. h. durch einen Krieg gegen Pmißeii. Es stand also fest, sobald Louis Bona- e 2;�arIe* �aiseithnm wieder, durch innere Ereignisse in Frankreich, ii 5iin®eTaHr kam, diese Gefahr nur abzuleiten sei durch einen K> i»g P'cußen, der, ohne Allianzen, nur die Niederlage der allen er..psrußtschen Arrftee zur Folge haben konnte. Andererseits hatte —- preuße», vbwvl selbst wesentlich Militäistaat, die Nothwendigkeit der modernen großen Armeen nicht geschaffen. Dazu war es zu �.sänack. Aber es konnte sich der allgemeinen kontinentalen Roth- l!?1 f0 weniger entziehen, als seine zweideutige„Politik . lreieu Hailb" ihm alle verläßlichen Allianzen abgeschnitten .halte. Und endlich, mochte die Alinee-Reorganisation sein wie sie �ie Vrcnöliche Bourgeoisie mußte wissen, daß sie sie nicht cherhindern konnte. Ihr einzig richtiger Operatiousplan konnte _ i'ur darin bestehen, gegen Btwilligung der unvermeidlichen Reorganisation sich so viel politische Konzessionen wie nur mög ckerei'k'ch zu erschachern. Aber der preußischen Bourgeoisie, noch braun und blau wie sie war von den Fußtritten des Manteuffel'schen Regiments, war über Nacht der Kamm geschwollen. Sie kam sich Kompromiß mit der Regierung, aber man dürfe sich nun auch keinen Zoll breit mehr abhandeln lassen. Das Herrenhaus ver- wirft die Kreisordnung. Die Regierung, obwol schon durch den Koiiipromiß gegenüber dem Abgeoldiietenhause gebunden, verlangt von diesem neue Zugeständnisse. Das Haus ist muthig genug, sie ohne Weiteres zu bewilligen; dafür wird den Bourgeois ein Pairs- ichub versprochen und eine Reform des Herrenhauses in Aussicht gestellt. Der Pairsschub erfolgt— fünfundzwanzig Generale und Bureaukraten— das Herrenhaus nimmt an. Der Kompromiß ist gerettet aber— die Reform des Herrenhauses ist beseitigt. Man tröstet sich eben damit, daß d-e Kreisoidnung doch ein ganz ge- waltiger Fortschritt sei— da kommt die Nachucht von der Minister« krisis. Roon, Selchow, Jtzenplitz wollen abdanken— Sieg der Liberalen auf der ganzen Linie— Unvermeidlichkelt eines liberalen? — nein, das grade nicht, eines— einheitlichen Ministeriums! Unsere Bourgeois sind so genügsam! Sie begnügen sich sogar mit noch wen ger. Bismarck gibt die Ministerpräsidentschaft ab, Roon,• r Gegner der Kreisordnung, tritt an seine Stelle, noch ein and..r General tritt ins Ministerium, Selchow und Jtzenplitz bleibe», das einheitliche Ministerium ist weniger einheitlich als je, die feudalen Elemente darin sind verstäikt, und der Bourgeois trinkt seinen Schoppen ruhig weiter im stolzen Bewußtsein, daß Bismarck schließlich doch die Seele des Ganzen ist. Politische Uebersicht. Sehr lehrreich. Bei einer Vergleichung der verschiedenen Posten der Staatsausgaben in Oestreich-Ungarn ergibt sich folgen- des Resultat: Ungarn kostet die Erhaltung des östreichschen Kaiser- Hauses 1,6o Prozent der gesummten Staatseinnahmen, daS übrige Oestreich zahlt zu demsetben Zweck 1,«, Prozent der Staats- einnahmen. Für den Volksunterricht zahlt Ungarn nur 1,s> Pro- zent, das übrige Oestreich nur 1,94 Prozent. Der östreichische Kaiser, Hof verschlingt also jährlich fast genau so viel ans dem BolkSsäckel, als das ganze Reich für die Förderung der Volksbildung auS- giebt. Gegenüber dieser jämmerlich dürftigen Leistung für die Volks- bildung kostet das Heer und die Polizei in Ungarn 13,4 Prozent, im übrigen Oestreich gar 19,- Prozent. Die Staatsschulden, die ja wesentlich wieder für Militär und Kriegszwecke gemacht werden, verschlingen in Oestreich 26,-o Prozent, in Ungarn 22,-9 Pro- !zent. An Zinsenaarantien für Eisenbahnen, die also ausschließlich der Bourgeoisie zu Gute kommen, zahlt Ungarn 4,-, Prozent der Staatseinkünfte. Eine nette Wirthschaft. Aber damit unsere guten Deutschen sich nicht einbilden, wir seien sonderlich besser daran wie Oestreich-Ungarn, wollen wir auch einige Zahlen aufführen die uns zufällig zur Hand sind. Der preußische König bezieht eine Civilliste von 4 Millionen Thaler jährlich, das Staatsbudget für die Volksschulen in Preußen be- trägt aber nur 2,053,000 Thaler für 1873, also kaum die Hälfte cher königlichen Eimllifte. Der Unterhalt des stehenden Heeres und der Marine kostet für das laufende Jahr iu Preußen 60 Millionen Thaler, affo 29 Mal mehr als die Volksschulen. � Diese Zahlen sind noch ungünstiger wie die für Oestreich-Ungarn, und doch ist Preußen der Staat der„Jnteligenz," des deutschen Berufs. Erklärten doch Herr von Roon, der jetzige preußische Ministerpräsident und Herr von Mühler, der Kültusminifter, in ieuier Jinmediat-Vorstellung an den König vom 27. August 1866, �daß die Armee, die jetzt gekämpft und gesiegt habe, durch die preußische Volksschule hindurchgegangen und in ihr erzogen sei." Uns scheint, die„preußische Volksschule" und die Schulen in andern Staaten nicht minder, haben das Volk nicht klug gemacht und„gebildet," sondern dunim gemacht und„verbildet," dafür isprechen obige Zahlen. Die Schulen im heutigen Staat sind nichts als große Dressiranstalten, in welchen das Volk zu guten Soldaten und getreuen und geduldigen Unterthanen erzogen wirv. Und die Er- zieher, unsere Schulmeister, sind zu eitlem großen Theil, wenn nickt zum größten, in ihren Seminaren in pietistischer', knechtischer Gesinnung erzogen, alle Zeit bereite Werkzeuge unter der Firma der Volks- erziehnng das Bolksverbildungs- und Verdnmmuugssyftem eifrig aus- zuführen. Das Urtheil klingt hart, aber jeder Uupartheiische wird uns recht geben. In aufgeklärten Lehrerkreiseu denkt man so wie wir, da- von legt Zeugniß ab ein Bericht in der„Demokratischen Zeitung", nach dem eine Gesellschaft Berliner Gemeindelehrer bei der Besprechung der Falk'scken„Allgemeinen Bestimmungen" unter andern sich äußerte:„Die naturgemäße Aufgabe der Volksschule besteht darin, ihre Zöglinge einer geistlg?ii Selbstständigkeit ent- gegen zu führen, welche dieselbe im praktischen Leben für die „Selbstverwaltung" beß-ihigt und zwar in dem Umfange, daß sie ferner keinerlei„Vormundschaft" mehr bedürfen» Daß unser Voll sich heute noch eben so willig und vielleicht noch williger bevormunden läßt als in früheren Zeiten, wo es der sogenannter Volksschule entbehrte, ist der klarste Beweis, daß diese Volksschule ihrer natürlichen Aufgabe nicht ent- spricht, daß d,» Weg, den unser Schulwesen überhaupt bisher ge- wandelt, nicht der richtige ist." Gewiß ist der Weg„nicht der richtige," aber der heutige Militär- und Klassenstaat hat auch kein Juteresse daran, aufgeklärte, ftei denkende Menschen zu erziehen, das wäre sein Tod. So sorgen Regierung und Bourgeoisie, Hand in Hand gehend, dafür, daß die Bäume nicht in den Himmel"wachsen.— Spaßhaft.„Liberale",„echt liberale" Blätter seufzen an- läßlich der jüngsten Conlissenverschiebung in Berlin, Deutschland sei jetzt„zur Reaktion verurtheilt." Erst jetzt? Wir dächten, eS sei seit dem Fiasko der 43er Bewegung„zur Reaktion werurtheilt" und zur kouzentrirten Reaktion seit dem Amtsantritt des„Herrn von", derzeitigen wohl dotirten„Fürsten" Bismarck. Noon-BiS- marck oder BiSmarck-Roon— es ist dieselbe Couleur in Grau, welches bekanntlich eine Mischung von Schwarz-Weiß. Rovn ist Bismarck ohne Pfeife, Bismarck ist Roon mit Pfeife, yoilä tont. Die doppelt konzentrirte, feigenblattlose Reaktion, die jeder halb- wcgs Vernünftige als nothwcndige Frucht des„heiligen" Kriegs voraussah, macht sich nun ungenirt breit; der„geniale" Regisseur, welcher die Jnszenirung besorgt hat, thut, als mißbillige er sein eigenes Produkt, und bewirkt durch dieses wohlfeile Manöver, daß die sehr nützliche Mythe vom„freisinnigen" Bismarck fort- lebt. tluuÄns vult decipi— die Welt will betrogen sein, und drum ist es so sie zu betrügen. Der glücklich gerettete Mytheu-Bismarck oder Bismarck-Mylhns hat bereits die Wirkung gehabt, daß der einzige Preußische Fortschrittler, der bisher noch eine gewisse Prinzipienfestigkeit bewiesen, der gute Mediziner aber leider nicht gute Politiker Birchow der„weißen Seele" des Junkers und Papierfabrikanten,„auch" Schnapsbrenners von Varzin im preußischen Abgeordnetenhaus feierlich den Versöhnungskuß applizirt hat. AuS Rührung über diese Kotzebue'sche Gesinnungsszene erklärte sich Roon zwei oder drei Tage später für„ehrlich", was auf die Nerven des„Neuen Sozialdemokrat" nicht ohne Einfluß ver- bleiben, und dem neuen Ministerium den nicht mehr zu befrie- digenden Zorn der„Schreiber" wie Marat zuziehen dürste. Es würde uns dann ein interessanter Konflikt in Aussicht stehen, und die streitige Frage endlich gelöst werden, wem denn eigentlich „Berlin gehört." ApropoS, von den protestantischen InguisitionSrichtern des Konsistoriums der Provinz Brandenburg ist soeben der Berliner Pastor Sydow seines Amts entsetzt worden, weil er Jesus— für ein eheliches, nicht außerehelich erzeugtes Kind der Maria hält, und von der illegitimen Vaterschaft des heiligen Geistes nichts wissen will! Und das schwatzt von katholischer GeisteSverfinftcrung und Unduldsamkeit!— Das Blsmarcksche Leibblatt die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widmet dem kürzlich verstorbenen Lumpaziuö und Gesell- schaftsretter Bonaparte einen sympathischen Nachruf, worin sie die Frechheit hat zu sagen:„Nirgends wird so warme menschliche(?) Theilnahme als in Deutschland den Exilirten zu(!) Chislehurst in seine Gruft geleiten."— Unter„Deutschland" sind natürlich die deutschen Mitstrolche des leider der Volksjustiz entschlüpften Kaiserhallunken und Hallunkenkaisers zu verstehen. Man weiß, welche Mühe sich gewisse Leute in Berlin bis zum letzten Moment gegeben haben, ihn wieder aus den ftaiizösischen Thron zu heben. Geck elan. Fastnacht«aht, die Navrethei ist los, laßt den Gecken ihren Lauf! Heisa! Es geht schon lustig her. In Köln haben sie sich toll und voll getrunken, die„Narren," und den Kaiser nebst ältestem Sohn(dem Thronfolger).telegraphisch ihrer patriotischen Narren- Sympathie und geistigen Uebercinstimmung versichert, ohne daß ihnen ein MajestätSbeleidigungSprozeß gemacht worden wäre(wohl Dank der„Narrenfreiheit"). Und in Berlin ist der durch das famose Bummellied:„Als die Husiten vor Raum- bürg zogen" und verschiedene sonstige gleich geniale Allotria*) be- kannte Schulze von Delitzsch(nach der Manier des:„Müller von der Werra" gebildet) von stürmischen EarnevalSreguiigen erfaßt worden, und hat den seit Iahren den Krebsgang wandelnden Berliner Arbeiterverein mit einer außerordentlich gelungeneu Vor- stellung beglückt,— ein Traktcmcnt, das den unglücklichen Mit- gliedern dieses gespenstischen Vereins oder BereinSgespenstes wohl zu gönucn ist. Ein Originalbericht ist uns leider nicht zugegangen, wir können deßhalb nur mit dem Bericht der„Demokratischen Zeitung" vom 1. dS. Bits, aufwarten; er läßt das Verdienstliche der Leistung unseres„allverehrten" Humoristen, wenn auch nicht mit voller Schärfe, doch immerhin genügend hervortreten. Der Bericht lautet: „Der Berliner Arbeiterverein feierte am vergangenen Sonntag in den festlich geschmückten Räumen des Konrath'schcn Salons, Friedrichstraße 62, sein zehntes StiftunaSfest. Nach Begrüßung der Gäste ergriff Herr Schulze-Delitzsch das Wort zur Festrede. Der rothe Faden, welcher dieselbe durchzog, war der Gedanke, daß der sogenannte(!) Klassenkamps nur mit den Waffen der Bildung und Gesittung durchgeführt werden könne, Rohheit und Bestialität aber die Kluft zwischen den niederen und höheren Ständen nicht überbrückten, sondern nur ins Unendliche vergrößer- ten. Er griff zurück in das Mittelalter und wollte zeigen, wie schon da unter den Ständen sich das Stteben nach Ausgleichung bemerkbar gemacht habe, welches vornehmlich von der unter Frohn- dieusten seufzenden und durch mechanisch geistlose Arbeiten fast bis zum Thiere herabgewürdigten arbeitenden Klasse ausgegangen sei. Die zunehmende Kultur und die mit derselben zunehmende Bitdung habe nicht verfehlt, zwar langsam aber stetig fortschreitend die gedrückten Stände aus diesem schrecklichen Zustande emporzuheben. Zunächst seien von Jahrzehnt zu Jahrzehnt immer mehr Menschen- kräfte von dem Drucke rein niechanischer Arbeiten ftei, diese selbst aber den Naturkräften aufgebürdet worden. Das Handwerk wird allinälig Kopfwerk und darin liegt der gewaltige Fortschritt unserer Zeit, daß der Arbeiter in der Arbeit nicht allein die Arbeit sondern vielmehr auch die Bedeutung erkennt, welche dieselbe für die mensch- liche Gesellschaft in sich schließt. Dieses Bewußtsein wird ihm ei» moralischer Halt, der ihn stärkt und adelt. Wenn der Arbeiter nun auf dieser Stufenleiter Hand in Hand mit der fortschreitenden Kultur, das Ziel, welches er sich gesteckt hat, harmonische AuS- gleichung aller Stände auf geistiger Basis, erreicht, so'wird ihn ein gewaltthätigeS, kulturfeindliches Stteben nach diesem Ziele davon abbringen. Die Geschichte beweist es, wie selbst die gerechteste Sache durch Rohheit, Bestialität und Fanatismus gettagen, stets untergeht. Als Beispiel fiihrt Redner den Bauernkrieg und in der Neuzeit die Pariser Kommune an, denen beide eine gewisse Ve- rechtignng nicht abzusprechen sei. DaS Bestreben Letzterer, die bis auf den Grund faulige, korrnmpirte höhere ftanzösische Gesellschaft zn stürzen, verdiene sogar Anerkennung, aber die kulturfeindliche(??) Ausführung dieses Gedankens selbst habe den Unternehmern das Grab gegraben und die«Kommune, welche sonst epochemacheiid für die europäischen Zustände hätte werden können, zu einem Schreck- und Zerrbilde für alle zimlisirten(?) Menschen gemacht. Er predige selbst den Kommunismus, auch der Arbeiterverein möge sich denselben ans seine Fahne sschreiben, es ist cher geistige Kommunismus. Jederma»), aus dem Volke mUsie Theil haben an den iinemießlichen Schätzen des Wistens, welche die Errungenschaften von Jahrtausenden in ') Nach einer durch die Presse gehenden„Berichtigung" wäre diese« „Lied" nicht von dem Delitzscher, sondern von einem beliebigen anderen Schulze oder Müller„gedichtet". Dagegen sollen verschiedene sonstige anonyme Kneiplieder„unserem Allverehncn" ihren wein-, bier- oder schnaps eligen Ursprung verdanken, z. B.„Im tiefen Keller sitz' ich hier" „Trambambuli, das ist der Titel";„In die Kneipe lausen und" w. sc. Note de« Setzers. den Scheuern des Geistes aufgespeichert haben. Dieser Kommu- nismus sei das wahre Ziel eines jeden Bildungsvereins." Das der Bericht. Schade, daß nicht gesagt wird, wie viel Flaschen vor der„Festrede" geleert wurden und wie viele Hussiten man vor Naumburg ziehen ließ. DaS macht nichts! Die Stimmung des„allvcrchrten" Komiker-s war offenbar eine sehr animirte, ent- schieden„angeheiterte," und folglich anheiternde. Er ist nie bei glücklicherer Laune gewesen, selbst nicht als er den Leipziger Commis seine berühmte„Vorlesung" hielt über das Sparen—„bei dem Wein!"„Vom Rhein soll er sein!"„Jnvivallera!" Und wenn nicht von, Rhein, dann von der Mosel,— und unpatriotisibcr „Champagnerwein, Burgunderwein— wer weiß wie das geschah" ist auch'nicht zu verachten.—— Da schwirren juns mit Einemmal die alten Kneiplieder durch den Kopf. — Und das hat mit seinen Hussiten Der Schulze von Delitzsch gethan." Es ist unmöglich, zu widersteh«— die Nervenstiwmung hat uns erfaßt— Schulze als Konununist ist an sich schon ein Schau- spiel für Götter, geschweige denn für die im Schiveiße ihres An- gesichts Krebsgang wandelnden, Petitionen sabrizirenden, Fortschritt- Loyalitätsfrack tragenden Märtyrer des Berliner Arbeitervereins, und uns geplagte Catilinarier. Und der Schlaukopf! Für das geistige Eigenthum will er den Kommunismus. Da riskirt er nichts. Unser allverehrter Bruder„Lustick" und Faschingskapuziner Schulze von der Werra, nein von Delitzsch soll leben hoch, daß die Wände zittern und Tell Eulenspiegel sich im Grabe umwendet. Hoch!! Hoch!!!„Juvivallera,"„Heidi, heidi, bei uns geht's immer so!"„Älö die Hussiten Halt! Wir müssen die Feder hin- werfen, sonst kommen wir selber in Verdacht,„angeheitert" zu sein. Und der„Volksstaat" ist keine Karnevalszeitung. Drum Ade lieber Schulze Enlenspiegel— Ade bis zur nächsten Faschings- zeit! Sieh, daß Dir der Humor nicht abhanden kommt! Und freue Dich jetzt Deines Lebens! Geck elan! Ans der vornehmen Welt. In Lesage's„Hinkendem Teufel" hebt Asmodeus die Dächer der Häuser und die Decken der Wohnungen ab, um das Treiben der Insassen daheim und unter sich in seiner wahren Gestalt zu zeigen; und es kommen auf diese Weise gar sonderbare Dinge an den Tag: die Tugend.vor der Welt wird in liederlichster Gesellschaft ertappt, die geheimen Laster und Schwächen tteten ans Licht der Sonnen, die Heuchelei wird entlarvt. Ein deutscher Fürst und Schriftsteller hat den glücklichen und boshaften Gedanken gehabt, die Rolle des„Hinkenden Teufels" zu spielen', und von der„Gesellschaft", in welcher er sich sein ganzes Leben lang bewegt hat und deren innerste Natur er kennt wie Keiner, die Dächer und Decken zu entfernen und uns Menschen und Dinge in ihrer wahren Gestalt zu zeigen, ohne Schminke, ohne Schönpflästerchen— nackt, splitternackt, im Costüm der Wahrheit und>—„Sünde". Die„Gesellschaft", welche der moderne Asmodeus unseren Blicken und unserer Kritik chlos legt, ist„die Gesellschaft" pur exeollenee, die Gesellschaft der Fürsten, Grafen, Freiherren, Baukiers, fashionablen Schriftsteller, kurz die creme der Gesellschaft, der Ausbund von Rang, Reichthum und Bildung: die Träger unserer Kultur, die Mustermenschen niännlichen und weib- lichen Geschlechts, der feinsten, vollendetsten Blütheu und Früchte der heutigen staatlichen und gesellschaftlichen Musterzustände. Betrachten wir uns die Blüthen und Früchte. Sie sind wohl- geordnet, gleich einem Herbarium vor uns auf- und ausgestellt; und damit keine der schönen Pflanzen verkannt werde, steht pünktlich bei allen der Name. Ein Jeder kann sich daS saubere Herbarium für ein paar Thaler kaufen; es ist erschienen bei Hofmann und Campe in Hamburg und betitelt sich: AuS dem Nachlasse des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. Fürst Pückler-Muskan, der als„Verstorbener" und unter anderen auffälligen Titeln in der Literatur eine„geniale" und unnütze Rolle gespielt hat, ist'nämlich unser inoderner Asmodeus. In seinem Nachlasse, der ans seinen Wunsch veröffentlicht worden ist'— gegen seinen Wunsch nicht ganz vollständig— produzirt er sich selber im adamitischen Costüm und zeichnet uns die vor- nehme Welt, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen und— ohne Feigenblatt. Wir erfahren aus dieftm Denkmal aristokratischer Sitte, daß in der vornehmen Welt statt der Moralität, welche sie den uiitercn Klassen predigt und predigen läßt, die abscheu- lichste Corruption herrscht; daß sich Alles um den niedersten Sinnen- gcuuß dreht; daß ein Familienleben nicht existirt; daß die Weiber- gemeinschaft in des Wortes gemeinster Bedeutung dbrt herrscht— kurz: die sittliche Atmosphäre der vornehmen Welt läßt sich in die zwei Worte zusanimenfassen: Ehebruch und Hurerei. Wohlgemerkt: Einer aus der vornehmen Welt ist es, der sie so malt; nicht Einer vom neidischen Plebs. � Folgende gute Charakteristik des Buchs finden wir in der „Frankfurter Zeitung", die vorher einige Auszüge aus demselben im Feuilleton mitgetheilt hatte: „Ein Schriftsteller aus der vornehmen Welt. Aus dem Nachlasse des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau sind vor einiger Zeit in diesem Blatte Auszüge, und zwar aus dem Brief- Wechsel wie aus den Tagebüchern mitgetheilt worden. Ein Theil des Nachlasses ist nunmehr bei Hosfmaiin und Campe in Hamburg erschienen, und zwar zwei Bände, welche einen Theil des Briefwechsels und einige vermischte Aufsätze und Tagebücher enthalten. Gleichzeitig hat die Hcrausgeberin des Nachlasses, Ludmilla Assing, den erstell Theil ihrer Biographie des Fürsten erscheinen lassen. Beide, Biographie und Rachlaß, ergänzen sich gegenseitig und geben ein vollständig klares Bild des Mannes, der mehr als ein halbes Jahrhundert lang mit allen politischen und literarischen Größen Teutschlands in theils schriftlichem, theilS persönlichem Verkehre stand. Sie sind dadurch geeignet, manche Lücke in der deutschen, namentlich in der literarischen Zeitgeschichte zu ergänzen; sie werfen aber auch auf den Fürsten als Menschen und auf den Stand, dem er angehörte, ein Licht, das in kulturhistorischer Beziehung viel zu bezeichnend ist, als daß es dem deutschen Volke gegenüber unter den Scheffel gestellt werden sollte. „Pückler s Briefwechsel ist nicht vollständig veröffentlicht worden, und zwar aus einem Grunde, den Ludmilla Assing in folgender Weise erzählt:„Ist nun auch des Fürsten Wille, daß ich seine sämmtlichen Papiere erhalten sollte, nicht ganz erfüllt worden, da eimze Personen der Familie, seine Nichte und Erbin, Frau Marie von Pachelbl-Gehag, geborene Gräfin von Seydewitz, dringend und heftig im ersten Augenblick nach seinem Tode um Rückgabe � ihrer an_ den Fürsten gerichteten Briefe bestürmten, welchem Verlangen sie, wahrscheinlich von Schmerz und Trauer überwältigt, nachgab, so wollte doch Frau von Pachelbl, nachdem ich einige Briefe mit ihr gewechselt, der entschieden ausgesprochenen .lnordnung des Verstorbenen in der Hauptsache nicht entgegen sein und lieferte mir die Papiere aus, was füp meine Aufgabe jeden- falls hinreichend war, einmal weil ich daS an Andere Zurück- � gegebene durch Pückler selbst großentheilS schon kannte, zweitens' weil es meistens Dinge betraf, die sich ohnehin für meine Dar-< stellung nicht eignen komiten." Nachdem also einige Personen der' Familw'„dringend und heftig" ihre an den Fürsten gerichtete- Briefe zurückforderten, wurden ihnen dieselben ausgehändigt, da-'- gegen daS klebrige an die Herausgeberin überliefert. Hat man »un dieses„Uebrige", daS Ludmilla Assing mit vieler Unbefangen- heit veröffentlicht, gelesen,— was mögen das für„dringend und* heftig" verlangte Briefe gewesen sein, die nach der Bemerkung der< HerauSgel erili selbst theilweise„für meine Darstellung sich nicht 1 eignen konnten"! In der That ist aber auch das„Uebrige" schon' geuiig, um daS Bild dieses Schriftstellers aus der vornehme« Welt- in hinreichend klaren Zügen zelchneli zu können. Auch nach einer andern Seite hin ist diese Zeichuung keine schwierige, denu Fürst s Pückler war aufrichtig bis zu einem unerhörten Grade, er verbarg j seine Fehler so wenig wie seine Vorzüge, er sagte Alles rücksichrs-' los heraus und stellte sich immer so dar, wie er wirklich und leib-' haftig war. Bei dieser Äuftichtigkeit ist die Gefahr, ein verzerrtes 1 Bild von ihm zu liefern, nicht vorhanden: 1| „Hermann Fürst von Pückler-Muskau ist einer gräflichen* Familie entsprossen, die ihren Namen und Ursprung bis auf den k Rüdiger von Bechlarn des Nibelungenliedes zurückführte. Sein* Bater war Erdmann Graf von Pückler, knrfächsischer Geheimrath;;' seine Mutter stammte auö der gräflichen Familie der Callenberg; 11 sie brachte ihrem Gatten bei der Hochzeit die Standesherrschast* Muskau in der Oberlausitz zu, worauf er sich von Pückler-Muskan* nannte. Als sich Beide verheirathcten, war Graf Erdmann dreißig, l seine Gattin gerade vierzehn Jahre alt, und als erftgeborner Sohn i dieser Ehe erblickte Hermann am 30. Oktober 1785 das Lichts 1 der Welt. � „Die Ehe von Hermanns Eltern war keine glückliche. Der" Bater war nach des Sohnes und Anderer Schilderung geizig,° mißtrauisch, schwach, ohne Urtheilsttaft, dabei schwer umgänglich � und durchaus nicht liebenswürdig; die Mutter war heiter, leicht-i � sinnig, verschwenderisch, selbst noch Kind, als sie Mutter war, die«? mit ihrem Erstgebornen spielte, wie sie soeben noch mit ihrer Puppe 1 gespielt, die ihn bald hätschelte, bald mißhandelte, nie aber ii,in j mütterliche Fürsorge angedeihen ließ, so daß Pückler»lit vollem 1 Rechte später von sich sagen konnte, er habe nie eine Erziehung! genossen. Die Mißhelligkeiten der Eltern führten, nachdem die 1> Gräfin noch drei Tochter geboren, znerft zu einer Trennung und>' dann zu einer vollständigen gerichtlichen Scheidung. Dergleichen' war damals nicht selten, ja sogar die Ziegel.„Ist schon über-t y Haupt," sagt Ludmilla Assing,„die Aristokratie nicht gerade be«! � tannt als ein Spiegel innigen Familienlebens und guter Sitten, f- so war noch obendrein in jener Zeit der Leichtsinn fönnlich Modelt � Ehegatten vergaben sich gegenseitig sehr viel und fanden dennoch! ü oft die so weit gesteckte Grenze des zu Vergebenden überschritleiyl 3' wo denn nichts als Scheidung übrig blieb, die man damals außer-! I' ordentlich leicht von den Gerichten erlangen konnte und gegen welche auch die Geistlichen keine großen Schwierigkeiten erhoben,! � da sie nichts dabei verloren; denn wenn die Gerichte den Bund� l! wieder auslösten, den jene eingeweiht, so hatten die Prediger zu» Entschädigung desto mehr Wiederverheirathungen der Geschiedenen" einzusegnen, die oft versuchten, ob sie in neuen und andern Fesseln l1 mehr Befriedigung fänden als in den alten zerstörten. Sind wi» heute im Zeitalter der Eisenbahnen, so war man damals im Zeitt" alter der Ehescheidungen, die sich wie ein rothcr Faden durck' alles f Lebensverhältnisse hindurchziehen und von deiien auch in diesen'c Blättern noch oftmals wird die Rede sein müssen." Natürlich ist! Fs hier nicht vom gemeinen Volke, sondern. nur vom hohen Adel dck" Rede; Fürst Hermann hat es sich aber angelegen sein lassen, der 1 edlen Gewohnheit seines Standes bezüglich der Nichtachtung der Ehe und des Familieulebenö zeitlebens nicht untreu zu werden. „Unter solchen Verhältnissen zwischen Vater und Mutter konnte! 111 Hermann, der geistig und körperlich ein ungemein begabtes Kind 91 war, nicht gedeihen. Wenn die Mutter nicht mit ihm spielte, war 0 er der Dienerschaft überlassen, die ihn vollends verdarb. Fünf« Jahre alt wurde er unter der Aufsicht eines Hofmeisters aus dem F! Hause entfernt und dann, sieben Jahre alt, in die Herrsch»tische! F Lehranstalt llhyst gethan, wo er bis zum elften Jahre blieb. I» dieser„Heuchelanstalt", wie er sie später»anute, lernte er nicht! nur„seiuen Heiland lieben", dessen Bild er oft in Thränen zer-l 0 fließend küßte, sonder» es begann ihm auch-bereits die AhnuN» von irdischer Liebe aufzudämmern.„Wissen Sie wohl noch,"; f schrieb er im Jähre 1830 an seine Cousine, die Gräfin Nathalie! von Kielmannsegze, welche mit ihm in der gleichen Anstalt sich befand,„daß ich schon im siebenten Jahre mich in. Herrnhut fterb« f lich in Sie verliebte, als wir noch Beide in religionssinnlickerl'' Entzündungen schwärmten! Sie zerflossen in Thränen, schön wiff!' eftie zerknirschte Heilige, und ich in Liebe, süßer noch als zst\\ Christus. Als Sie herausgingen, noch immer weinend, dräng«! ich mich an Ihr schwarzseidenes Gewand, und, elektrisch gcttoffeiiss», fühlte ich zum ersten Male, was Wollust sei. Alles ist mir heu«' noch so gegenwärtig, als wäre es gestern geschehen, und ich W!> wundere manchmal, wie ich schon als Kind alt war, und als Alte» noch Kind geblieben bin." Und das war im siebenten Jahre?? Vermuthlich wohl, so setzt beschwichtigend Ludmilla Assing dazu, � hat die nachträgliche Phantasie den meisten Antheil an diese»„ Empfindungen. I® „3» seinem zwölften Jahre kam Hermann von der hcrrnss'' hutischen Anstalt weg auf daS Pädagogium zu Halle, das ihn ei«{, Jähr daraus relegirte,„weil er nicht zu bändigen war"; er wurtfl hierauf in Begleitung eines Hofmeisters, den sein Vater annahMs g ohne ihn auch nur gesehen zu haben, nach Dessau in die Stadt«! p Ichute geschickt. Im elterlichen Hause waren unterdessen die ehe� p lichen Störungen so weit gediehen, daß die gerichtliche Scheidun»!„ der Ehe erfolgte. Hermann's Mutter verheirathete' sich Hiera«! fl mit dem bayerischen Generalmajor Grafen von Seydewitz, der ihi s schou in erster Ehe eiftig den Hos gemacht hatte. Hermann w-ü fünfzehn �Jahre alt, als er nach langer Trennung feine Mutttj a als Gräfin Seydewitz wiedersah. Sie war gerade dreißig Jab» t alt, sah in der Blüthe weiblichen Reizes wie zwanzigjährig aOT 1 und— Hermann verliebte sich in seine Mutter.„Er zeigte ei«! t so leidenschaftlich zärtliches Wohlgefallen an der jungen schöne» l Mutter", schreibt Ludmilla Assing,„daß fein Stiefvater darüt-ß v in die heftigste Eifersucht gerieth. Die muntere Gräfin, die iibch. v Alles im Leben lachte, fand das Eine so ergötzlich wie das Ändert, s liud scherzte noch lange in ihren Briefen an den Sohn sowoht k über seine Verliebtheit als über die Eifersucht des Gatten." j � „Im Jahre 1801 bezog Hermann die Universität Leipzig, ui» r die Rechtswisseuschaft zu studiren. Hier, ohne Aufsicht, ohne RM 5 ohne Freunde, überließ er sich allen möglichen jugendlichen Vers 1 irrungeu und hauste in kurzer Zeit eine solche Schuldenlast, da? l leui Vater, der in Folge der Ehescheidung ohnehin ökonomisch l drängt war, in den heftigsten Zorn gerieth. Zwischen diese Wrj i irrungen hinein tritt doch eine Selbstkenntniß und eine Reife d Jt u II )i ;? st u z, n ijt et S- ?. ie pe >n m 'S ne id en !r- 't': U(| 1�1 ;U, :t'| en :nj nt utj en itii iHt it- ,Ue fen ist rie eer eer ute ,ii6: ins ein ch- Iii ichti �er«! l:i.z Y/' ili- sich rb� Ijell wli Z» »t- bc» ..er ?rc!. .Zlli iseil TN' eiö ivr« HM- llll ■.Iii ih a'J ltt> rh' im eil iitti rbH itX er« Nachdenkens, die in der That staunenSwerth ist. In seinen Briefen an seinen Vater, die aus dieser Zeit stammen, zählt er alle Fehler aus, die bei seiner Erziehung gemacht wurden und als deren un- rettbares Opfer er sich ansah. Wie er aber überhaupt zu seinem Vater stand, das möge ein Brief Hermanns an den Verwalter Wolsi beweisen, dem er schrieb:„Nur nicht seinem Gram nach- hängen soll mein Vater. Er soll gut essen, gut trinken, sich mit seinem Mädchen und der Jagd amnsiren und übrigens wie mein Großvater gegen Alles gleichgültig sein, das erhält die Gesundheit am besten, und ist die gescheidteste Philosophie." Abgesehen von dieser„gescheidtesten Philosophie" ist die Ermahnung, die der vier- Andzwanzigjährige Sohn seinem Vater bezüglich des Amüsements „mit seinem Mädchen" gibt, überaus beherzigenSwerth. „Die Universität behagte dem jungen Grafen, obgleich er sich allem Zeitvertreibe hingab, auf die Länge doch nicht und vom Drang, die Welt zu sehen und seinen Gläubigern gleich geplagt, bat er seineu Vater, ihn nach Frankreich zu seinem Onkel mütter- licher Seits gehen zu lassen. Dies schlug ihm der Vater ab, worassf Hermann bei den GardeS du Corps in Dresden als Lieutenant eintrat. Hier zeichnete er sich in allen ritterlichen Uebungen ans, er setzte aber auch sein von der Universität her gewohntes tolles Leben in womöglich noch größerein Maßstabe fort. Um sich Geld zu verschaffen, wendete er sich an Wucherer, die ihn nun auf die schmählichste Weise ausbeuteten. Der alte Pückter wollte außer sich gerathen, als der Schwärm der Gläubiger end- lich bei ihm seine-Ansprüche anbrachte, und er ging ernstlich mit dem Gedanken um, seinen Sohn als Verschwender erklären zu lassen und ihn zu enterben. Er unterhandelte bereits darüber mit seiner geschiedenen Gattin, als Hermann, des bisherigen Lebens und der Quälereien seiner Gläubiger müde, seinen Abschied nahm, den er mit dem Charakter eines Rittmeisters erhielt, worauf er nach Wien ging, um dort ein besseres Leben anzufangen. Aber bald gerieth er in die bittersten Bedrängnisse, die er seiner Mutter mittheilte, und diese machte ihm allen Ernstes den Vorschlag, der Hofmeister seines Stiefbruders, ihres Sohnes Max aus ihrer Ehe mit Gras Seydewitz, zu werden, nicht nur dem Titel nach, sondern in Wahrheit, wofür sie ihn kostenfrei bei sich aufnehmen wollte. Hermann sah indeß das Bedenkliche und Unpassende dieses Bor- fchlags zu sehr ein, um auf denselben eingehen zu können. „Unterdessen wurde durch den Verwalter Wolfs eine Art Versöhnung zwischen Vater und Sohn hergestellt; letzterer sah aber seinen Wunsch, auf Reisen zu gehen, noch lange nicht erfüllt; viel- mehr verlangte der Vater, er solle nach Hause kommen, um durch Sparsamkeit seine Schulden tilgen zu helfen. Doch schickte er dem Sohne wieder eine Summe Geldes. Mit diesem verließ Hermann Wien im Jahre 1807 und begab sich zunächst nach München, wo ihn ein Ehrenhandel mit dem Grasen Colloredo eine Zeit lang festhielt. Hermann wollte unter keinen Umständen nach Hause zurückkehren und so machte er dem Vater den Borschlag, er wolle sich mit einem geringen Jahresbeiträge von Seiten des Baters be- gütigen und sich den übrigen LebenSnnterhält durch Arbeit verdienen. Der Vater bewilligte ihm endlich ISOt) Thaler jährlich, und mit dieser Summe gedachte Hermann seine Absicht, die Welt zu sehen, zu verwirklichen. Er ging zunächst nach Ulm, wo er als „Secretär" Hermann in einem Mansardenstübchen wohnte, fleißig studirte und seine Stiesel sich selber wichste; dann unternahm er, meistens unter großen Entbehrungen, Fußreisen in Süddeutschland und der Schweiz, wo er krank wurde, und endlich nach Italien. Während dieser Zeit tauchte iu ihm zuerst der Gedanke an eine schrifistellerische Laufbabn auf, er führte seine Tagebücher und faßte den Gedanken, sie in Form einer Reisebefchreibung heranSzugeben. Bruchstücke dieses Tagebuches aus der Schweizerreise sind den Lesern dieses Blattes mitgctheilt worden. „Wir können den Fürsten natürlich nicht bei allen Abenteuern begleiten und alle Bekanntschaften aufzählen, die er auf dieser Reise machte. Alich hier drang sein Hang zum Abenteuerlichen und eine gewisse. Sucht, Aussehen zu erregen, überall durch. Bald wollte ex in ein Kloster gehen, bald gedachte er durch eine Heirath seine ewigen Geldverlegenheiten zu beenden, bald war er wieder solcher Verzweiflung verfallen, daß er sich die Pistole an die Stirne setzte. Dabei bewegte er sich in den sonderbarsten Gegensätzen. In allen .Gesellschaften und in allen Orten, wohin er kam, war er bekannt und wurde gefeiert, aber er schämte sich seiner Armuth und mußte oft die sonderbarsten Ausflüchte hervorsnchen, um Besuche von seiner armseligen Wohnung abzuhalten. In Neapel mußte er sogar eine Auffordernng, sich bei Hofe vorstellen zu lassen, ablehnen, weil er die hierbei niivermeidiichen Ausgaben scheute.' „Das weibliche Geschlecht übte von jeher eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf den Fürsten aus. So war es überall und so war es auch in Italien. Lassen wir Ludmilla Assing reden. „Die Zeit seines Aufenthaltes in Neapel", sagt sie,„brachte Pückler fast immer im Hanse der Gräfin Gallenberg zu, die dort mit ihren beiden Kindern lebte und abwechselnd seine Neigung bejrie- fcigte oder seine Eifersucht rege machte. Daß sie verheirathet war, kümmerte ihn wenig, ja mochte ihn nicht einmal unglücklich. Was ging ihn das an! Wenn er nur ihre Gunst erlangte, so hatte er Alles, was seine Sehnsucht begehrte. Die Ehemänner im Allge- meinen war er gewohnt, nur als eine Art komischer Dekorationen anzusehen, die zu betrachten ihn zuweilen belustigte, die er aber nie als in den zu spielenden Roman eingreifende Personen erkannte; oder auch erschienen sie ihm wie gleichgültige Toilettenstücke seiner Freundinnen, die diese nach Belieben, so gut als ihre Coisfüren und ihre Fächer, ablegen oder tragen konnten.„In diesen Dingen habe ich gar kein Gewissen," sagte Pückler noch im späten Alter mit einer Art von naivem Stolze. Solche Ansichten behielt Pückler als ein Ergebniß seiner Zeit, und besonders der Grundsatzlosigkcit der vornehmen Gesellschaft. Und so fand er denn überall Hnn- derte, die dachten wie er, und die, von gemeinerem Stoffe wie er, nicht einmal so viel Gefühl, Phantasie und Gemüth in ihre Ber- gnügungeil mischten, als er, dessen gutes Herz und poetischer Sinn sich nie ganz verleugneten. „Des Znsammenhangs wegen wollen wir hier gleich das Urtheil ftaführe», das Ludmilla Assing über die Beziehungen Pückler's zu Frauen überhaupt ausspricht. Sie kann natürlich den Kranz der mounigfaltigsten und seltsamsten Liebcsromane, der sein Leben dnrckflocht, nicht in allen Einzelnheiteu wiedergeben, sondern sie i der allgemeinen Andeutung begnügen, daß er als wahrer Don Juan allen Frauen Liebe schwor und mehr Liebes- verhalttziste hatte, als Don Juan und Jupiter zusammen.„In seinem Herzen," fährt sie dann fort,„fand eine wahrhaft demo- katische Gleichberechtigung Raum. Diademgeschmückte Fürstinnen, Prinzessinnen, Hosfriiulein, Künstlerinnen, bürgerliche Kleinstädte- nnnen und elegante Weltdamen, Zofen und Mädchen aus dem �vlke, Schöne und Häßliche lockte er gleichmäßig in seine Zauber- netze, und zwar zu allen Zeiten seines Daseins, vom Beginn seiner daufbahn als junger glänzender Offizier, sowie als Alter vom Ferge mit dem Silberhaar. Natürlich imponirten ihm diejenigen «rauen am meisten,— ach, wir dürfen nicht hoffen, daß es die Majorität war— die sich nicht von ihm berücken ließen und ihm die Parthie abgewannen; diese staunte er an mit einer naiven Verwunderung und Ehrfurcht und blieb ihnen am treuesten er- geben. Daß die Zahl der Anderen, die nicht das zum Siege führende strategische Genie eines Mottle im Kampfe der Liebe und Koketterie besaßen, groß, ja ungeheuer groß war, das bezeugen die sorgfältig von ihm aufbewahrten und geordneten Briefwechsel, die eine ganze Bibliothek bilden, und man kann es oft kaum begreifen, was Alles sich die zarten und anmuthigen Wesen, die ihm aus Rosa- und- Spitzenpapier ihre Gefühle aussprachen und denen er ihre Bekenntnisse entlockte, sich von ihm gefallen ließe»; denn bei aller Sympathie für einen so originellen und ausgezeichneten Mann kann man oft nicht anders, als sich mit Abscheu abwenden von dem Abgrund der dunklen Entsetzlichkeiten, die er seinen Freun- dinneu in seinen Briefen auszusprechen wagte, die er mit dämoni- scher Freude in Abschrist den empfangenen Briefen beizulegen pflegte und sorgfältig als psychologisches Material aufbewahrte. Der Don Juan, der Jupiter konnte auch zum Mephistopheles werden!" So Ludmilla Assing, die Nichte'Varnhagen'� von Ense, die langjährige Freundin und genaue Bekannte des Fürsten." So weit die„Frankfurter Zeitung". Wir werden vielleicht noch Gelegenheit haben, aus das Buch zurückzukommen, denn es enthält eine unerschöpfliche Fundgrube chlr den Erforscher unserer Sittenzustände. Nie ist eine Gesellschaft so wirksam, so drastisch an den Schandpfahl gestellt worden. Juvenal geißelte das all- gemeine Verderben mit allgemein geführten Streichen. Hier wird das allgemeine Verderben in den besonderen, konkreten Personen gebrandmarkt. Wir sehen, wie diese vornehme Welt Eine mächtige, ekelhafte Eiterbeule ist, ans der die Cor- ruption herabtränfelt in die sogenannten unteeen Volksklassen. Es sei fern von uns, behaupten zu wollen, die Arbeiterklasse sei sittlich rein sie konnte nicht unberührt bleiben von der all- gemeinen gesellschaftlichen Fäulniß— allein die Arbeiterklasse lehnt sich wenigstens auf gegen die herrschende Corrnption und will ihr ein Ziel setzen, während die vornehme Welt sich in dem Schmuz wohl fühlt, und dabei noch die Frechheit hat, den unteren Klassen Jmmoralität, der Sozialdemokratie die unsittlichsten Ziele vorzu- werfen. Behaltet Eure„Moralität" für Euch, Ihr Herren und Damen der vornehmen Welt, und, laßt Ihr Euch beigehen, uns„Morali- tät" predigen zu wollen, nun, so sagen wir Euch einfach: Schaut in das Buch des Fürsten Muskau, und in diesem Spiegel seht Ihr ein— Bordell! Gewerksqenoffenschaftliches. Znternatlanale ZiietaUarheiter-Lemeckschaft. ßhemnih, 3. Januar. Der Ausschuß der �Internationalen Metallarbeitergcwerkschaft sieht sich veranlaßt, den Mitgliedschaften die Mittheilung zu machen, daß, nachdem auf das vvn uns am -t. November 1872 säinmtlichen Mitgliedschaften zugeschickte Zirkular bis jetzt von den meisttn Mitgliedschaften noch keine Rück- antwort eingettofsen ist, sich der Ausschuß für verpflichtet hält, nach dem darin ausgesprochenen Vorschlag, die alten Statuten bis zur Abhaltung der nächsten Generalversammlung beizubehalten und fordert hiermit alle Mitgliedschaften fzur sofortigen Bestellung an Material ans, da der Vorort jetzt vollständig mit Allem versehen ist. Ueberhanpt ersuchen wir alle Bevollmächtigte, welche glauben uns Nachlässigkeit vorwerfen zu können oder Aufklärung bedürfen, sich baldigst zu weuden an den Vorsitzendeu des Ausschusses G. Schubert, Lindenstraße Nr. 5. Gleichzeitig ersuchen wir die säumigen Mitgliedschaften, welche noch mit mehreren Monaten in der Abrechiinng zurück sind, die- selbe baldigst zu bewirken, damit der Hauptkasstrer den pünktlichen Mitgliedschaften Rechnung legen kann. Alle diejenigen Mitglied- schaften, welche nach Ablauf dieses Monats nicht bis zum 31. Dezbr. v. I. abgerechnet haben, werden wir im„Volksstaat" öffentlich be- kanilt machen. Mit sozialdemokratischem Gruß Der Ausschuß. Correspondeuzen. Aresden, 7. Jan. Dem Beschluß des letzten Kongresses, über den Stand der Partei in den einzelnen Orten öfters Berichte an das Parteiorgan einzusenden, werde auch ich, so viel in meinen Kräften steht, nachzukommen.suchen. Wenn auch eine Stadt wie Dresden der sozialdemokratischen Partei gegenüber noch viel zu wünschen übrig läßt, so können doch die Parteigenossen mit einiger Genugthuung auf das verflossene Jahr zurückblicken. Nach Grün- duug unserer Parteimitgliedschaft 1369 war die Zahl unserer Par- teigeuossen am Jahresschlnste vierzehn, 1870 einundzwanzig, 1871 fünsuudachzig und am letzten Jahresschlüsse bettägt sie, nach Ab- zug einiger fauler Zahler, zirka 230. Wenn man allerdings die Zahl der Volksstaatabonnenten mit der Zahl der Parteigenossen vergleicht, so ist dieses wohl kein befriedigendes Resultat zu nennen, doch hier muß man wieder das Bestehen unsres Lokalblattes in Betracht ziehen, welches augenblicklich eine Abonnentenzahl von zirka 2000 aufzuweisen hat. Uebergehend zu den sonst hier bestehenden Ar- beitervereinigungen, so ist eS zunächst eine Mitgliedschaft des All- gemeinen deutschen Arbeitervereins, sodann ein Arbeiter-Bildungs- verein, welcher sich zum Eisenacher Programm bekennt, ferner die internationalen Gewerkschaften der Metallarbeiter, Holzarbeiter, Schuhmacher, Töpfer, Manufakturarbeiter, Maurer und Zimmerer, ferner die Lokal- oder Gewerkoereine für Maler, Lackirer und Per- golder, desgleichen für Buchbinder und Portefeuillcarbeiter, sodann eine Ciaarrenarbeiter-Vemnigung, die der Sattler und Riemer, dem Allgemeinen deutschen Sattlerverein angehörend, und zum Schluß eine Mitgliedschaft deS deutschen Bnchdrucker-Berbandes, von der in der letzten Zeit einige tüchtige Kräfte der Partei bei- getreten sind, die erwähnt werden müssen. Ferner hat sich im verflossenen Jahre die Assoziation Lukas(Maler, Lackirer und Bergolder) und iii_ diesem Jahre eine Assoziation für Schuh- macher und Schlosser' hierorts gebildet. AlleS dieses zusammengerechnet, glaube ich bestimmt mit Befriedigung auf daS Resultat unserer Agitation, namentlich im letzten Jahre, zurückblicken zu können. Wenn wir nun leider auch die Agitation in der Umgegend nicht haben so fördern können, wie es nothwendig war, so ist doch auch hier geschehen, waö nach Kräften geschehen konnte. So sind Versammlungen abgehalten und Mitgliedschaften gegründet worden in Camentz, Elstra, Bautzen, Bischofswerda, Sebnitz, Struppen, (Plauenscher Grund), Pirna, Kötzschenbroda, Großenhain, Frei- berg. Und hierbei muß man wiederum in Betracht ziehe»/ daß unsere besten agitatorischen Kräfte stets von Polizei und-Bezirks- gericht gefangen gehalten wurden. Augenblicklich befinden sich in Haft Redakteur Daschucr, Tischlerftrike-Komiteemitglieder Ar- uold, Vater und Neubert; und die, welche heute noch nicht darin schmachten, haben doch Aussicht, in nächster Zeit wieder mit einer ansehnlichen Geld- oder Gefängnißstrafe belegt zu werden. So Walster, Schauer, Nitzsche, Hempel, Krause und der Unter- zeichnete. Jedoch all' die Polizei- und StaatSanwatls-Staatsretterei sind ja die beste Agitation für uns. Und darum auch in diesem Gedanken Glück aus zu diesem Jahre. Mit sozialdemokratischem Gruß Joh. Klemp. Weichcnvach i. V. Dem am Sonntag den 5. Januar hier- selbst stattgehabten Arbeiterfest ging am Nachmittag eine stark- besuchte Volksversammlung voraus, zu welcher als Referenten Wolf und Bahtteich aus Chemnitz erschienen waren. Tagesorduungs- gegenstände waren: die Prinzipien der Sozialdemokratie, die Or- ganisation der Arbeiter. Ersterer erläuterte das Programm der sozialdemokratischen Arbeiterpartei, erklärte verschiedene frühere Ge- schichtsperioden und folgerte daraus die Berechtigung der heutigen Bestrebungen der Arbeiter. Allgemeiner Beifall wurde dem Redner zu Theil. Hierauf sprach Vahlteich in fesselnder, alle Zuhörer tief ergreifenden Weise, betonte vorzüglich die Organisation unserer Gegner, von welchen zu lernen unsere Pflicht sei» müsse, damit an Stelle des heute absterbenden ein neues und besseres Geschlecht trete. Sein: Rede machte einen guten Eindruck. An der nun folgenden Debatte betheiligten sich verschiedene Redner von hier und dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein aus Greiz, alle- sammt die Anwesenden zum Beitritt in den sozialdemokratischen Arbeiterverein und zum Lesen des„Volksstaat" auffordernd. Der Leserkreis hat iu Folge dessen erheblich zugenommen. Der sozialdemokratische Arbeiterverein. Kckenau.(Zur sCharakteristik des Elends in unserer Gegend.) Man möchte glauben, das Elend des Arbeiters könne nicht schlimmer sein, als Or. Michaelis solches in seiner(vor einem Jahr im„Volksstaat" auszugsweise mitgetheilten) Broschüre schildert, und doch, man höre! Strumpfwirker sind hier vor- herrschend und der wöchentliche Verdienst derselben ist folgender: 1'/- bis 2'/z und in seltenen Fällen, wo alle guten Verhältnisse zusammentreffen, bis 3 Thaler, d. h. wer von früh 6 bis Nachts 12 ja bis 1 Uhr arbeitet. Dieser Unterschied des Verdienstes liegt 1) in den verschiedenen Fertigkeiten der Arbeiter, 2) in den verschiedenenen Breiten der Strnmpfstühle, 3) ob der Stuhl Eigenthum des Arbeiters oder des Faktors ist(beilänsig bemerkt, so ein Stuhl kostet jetzt 23 bis 30 Thlr., wofür der Faktor 2' bis 4 Ngr. wöchentlichen MiethzinS nimmt). Ist Letzteres der Fall, dann gibt mancher Faktor für dieselbe Waare'/>- auch'/» noch extra weniger. Hierzu ist zu bemerken: daß im letzten Jahr flotter Geschäftsgang war und derselbe folgende Tendenz hat: vom Februar bis Juni wird successive 15 bis 20 Ngr.„abgerissen", das dauert bis zum September; von da ab steigt der Lohn allmählich bis zum Dezember zu obiger Höhe und halt sich dann bis Februar, d. h. unter normalen Verhältnissen. Nimmt man an, wie man muß, Familien von 6 Personen und den Verdienst von 2'/- Thlr., so bleibt nach Abzug von 23 Ngr. für die absolut unentbehrliche Miethe und daS Feuerungsmaterial, 7'/, Ngr. pro Kopf zur Ver- pflegung wöchentlich; da ist natürlich an gesundheitsdienliche Kost und Kleidung nicht zu denken; Kartoffeln waren bisher das Mittel, womit der Magen vollgestopft wurde, da aber dieselben gegen- wärtig nicht mehr in der frühern ettvas leichteren Weise zugäng- lich sind, so ist das Magenvolistopfen eine reine Unmöglichkeit ge- worden. Ein Rock für den Mann kann im besten Fall beim Trödler geschafft werden, während das übrige Unentbehrlichste von sog. Borgleuten geborgt wird. Dieselben erhalten wöchentlich 1, 2, 3 Ngr. zur Abzahlung und wird kaum hingeguckt, waö für eine Sache diese einschreiben, wenn man's nur bekommt. Es ist höchst traurig, zu sehn, wie die hierzu nöthigen Groschen etwa gar noch dem Magen abgezwackt werden, zur Noth sogar 7 bis 10jährigen Kindern. Es ist selbstverständlich: Das Meiste muß unterbleiben; Leute, welche noch nicht der in Rede stehenden Kategorie ange- hören,(also einer besser situirten) sagten mir:„Schlechter als Hundshütten sind Eure Lagerstätten!"— lieber Fußbekleidung» Strümpfe u. s. w. will ich einen Holzschnitt ans einem Kalender, welcher vor Jahren mir in die Hand kam, erwähnen. Derselbe stellte eine Familie von 8 Personen barfuß dar, der sich ein Reise- diener präscntirt, Strickgarn empfehlend; er erhält die Antwort: „Btei Herre, da is nischt bei uns; im Winter könna mer ser �chnee»ich»aus, un im Summer gih mer barfuß!" ES gibt Familien bis zu 13 Personen also(11 Kindern) auch noch mehr; ehe also nach der Verheirathnng vier Kinder werden, hat man vollauf mit Anschaffung der allernothwendigsten Haus- geräthschaften zu thun; wer so glücklich ist und vier Kinder hat, kann i>n allerbesten Fall 10 Groschen durch Frau und Kinder verdienen; sind noch mehr Kinder vorhanden, folgt eine dem oben entsprechende Quote des Verdienstes, so daß dieselben eher besser als schlechter halten, indem es sich gar nicht um zu leben handelt, sondern nur um fortzuvegetiren. Lassalle ruft in seiner Brochüre„Die indirekten Steuern u. s. w." aus:„Meine Herren, noch sind wir nicht vcrirländert"; hinzuzufügen ist: aber bald! Wer z. B. Sonntags zu vielen Leuten kommt, kann häufig die Mahlzeit ans Folgendem bestehend antreffen; 3 Pf. Butter- milch, ei» paar Löffel schwarzes Mehl und eine entsprechende Quantität geriebener Kartoffeln hierzu.(Buttermilchbrei) Nachstehend ein Preisverzeichnis!: ein Opfündiges Brod 7 Ngr., ein halbes Pfund Butter 6 Ngr. 2 Ps., eine Metze Kartoffel» 4 Ngr., das Pfund Rindfleisch 3 Ngr. 4 Pf., das Pfund Schweinefleisch 6 Ngr., das Pfund Wurst 6 Ngr. 4 Pf., eine Klafter Scheitholz 6 Tylr., der Scheffel Kohlen 24 Ngr, auch darüber. Wohnungen zu 10 Thaler, meist aber 12 bis 16 auch 13, nicht viel darüber, jährlich. Alles andere, schon Wurst und Fleisch, wird Pfennig- weise gekauft, d. h. wer solche hat, der Magen ist an eine tüchtige Quantität Kartoffeln gewöhnt und diese sind jetzt zu theuer, mit- hin Kartoffeln, Cichorieiiwasser, ein halbes Pfund Butter, Brod bildet die Kost. Wir können singen: Uns lacht daS schöne Deutschland nicht. Temöcrg. Der hiesige Buchdruckerverein, der einzige Arbeiterverein GalizienS mit ungefähr 300 Mitgliedern, wurde am Sylvesterabeud aufgelöst, weil er den Prinzipalen einen neuen Tarif zur Annahme vorgelegt hatte. Iranlienhansen i. Th., 22. Dezember. Sapperment, wie kommt denw der„Harmonieprediger" nach Frankenhausen» einem Städtchen von nur 3000 Einwohnern? So hörte man fragen, als am 11. im hiesigen Wochenblatt, zu lesen war, daß ein gewisser Worth mann aus Hamburg in dem wissenschaftlichen und kauf- männischen Verein am 14. einen Vorttag über„Jesuitismus", am 16. einen solchen über die„Frauenftage" halten wolle. Ob die Vorträge gut oder schlecht waren,> konnten wir nicht in Erfahrnng bringen. Massenhast war der Besuch aber nicht, das wissen wir bestimmt, denn nur gegen Erlegung von 5 Sgr. war der Zutritt gestattet.� Außerdem erhielt der Vortragende eine Gratifikation von 10 Thlr. für jeden Vortrag.� Doch daS bei Seite. Plötzlich m 17. Dezember hieß es, heute Abend Versammlung des Arbeiter-! Referenten auf drei Viertelstunden zil beschränken, was auch an- Vereins und Vortrag des Herrn Worthmann LbSr„die Arbeiter- genommen wurde, weil die Referenten selbst damit einverstanden frage". Der Mann wollte ausnahmsweise einmal für 6 Thlr. waren. Obgleich von Herrn Dreesbach beantragt war, zu jedem einen Vortrag halten, jedoch mußte jedes Nichtmitglied 1 Sgr. Referat einen Korreferenten£u ernennen, so wurde darüber nicht Eintritt zahlen, welches Geld der Mann auch noch einsteckte. abgestimmt und Jeder sprach nachher, wie er Lust hatte. Herr Als die Zeit der Eröffnung der Versammlung kam, waren sehr i Obermann erledigte sein Referat so ausgezeichnet, daß ihm die wenig Personen anwesend, und außer einigen Fabnkanten sah man ganze Versammlung Beifall zollte. Nach ihm sprach Herr Selig nur erwartungsvolle energische Arbeitergesichter. Der Redner begann aus Esten, der aber nur das wiederholte, was eben Herr Ober- seinen Vortrag mit der Erklärung, daß er die Arbeiterfrage vom mann gesagt hatte. Der zweite Referent Herr Schumacher herein wiffenschaftlichen Standpunkte behandeln und seine Ansicht,! sprach nun die Entstehung der Parteien bei den alten Römern welche gänzlich parteilos sei, einschalten wolle. Nun war dem! und Griechen bis zur Gegenwart, konnte aber sehr wenig über die Manne"vorher schon klar gemacht, daß die hiesigen Arbeiter zum!Presse sprechen, weil die Redezeit zu Ende war, auch ihm wurde größten Theil sozialdemokratisch gesinnt seien und doch fing er Beifall zu Theil. Herr Dreeöbach, schon von vornherein an, daß die Sozialdemokratie sehr wenig gerechte Forderungen habe, lobte Bebel, tadelte wieder Marx, Bebel, Liebknecht u. s. w., machte aber so furchtbare Bockssprünge, daß die Arbeiter ein Lächeln nicht unterdrücken konnte». So rief er usiA. mit Pathos:„Meine Herren! Ich muß, um Ihnen verständ- lich zu sein und um Ihnen zu zeigen, welche lange Zeit der Arbeiter nach ihm sprach, über die Presse her. Bis jetzt war noch keine Meinnngsverschie- denheit zu erblicken, als auf einmal der zweite Vorsitzende das Wort ergriff, und Herrn Schumacher mit den Worten angriff: „Ich hätte geglaubt, der Referent würde uns jetzt von der Presse' erzählen, und nun hat er uns von Runkelrüben gesprochen," was natürlich mit Gelächter aufgenommen wurde, und der Ruf„Un- gebrauchte, um seinen heutigen Standpunkt einzunehmen, weit sinn" ertönte überall. Der zweite Vorsitzende Herr Brinkmann zurückgreifen. Denken Sie an die Sklaven deS Alterthums, an die Leibeignen des Mittelalters und betrachten Sie den heutigen Arbeiter." Mit diesem Satz hat er gezeigt, welche Entwickelung die Geschichte der Arbeit gemacht. Nun zeigte er, welche Vortheile die Hirsch-Duncker'schen Ortsvereine, die Schiedsgerichte hätten. Kurz, Worthmann entpuppte sich schließlich als ein Harmonielehrer. Als er drei Viertelstunden gesprochen hatte, machte er eine Pause von einer Viertelstunde. Dabei wurde er von einem Fabrikanten tüchtig in die Schule genommen, so daß er. bei Wiederaufnahme hat also zum Skandal den ersten Anlaß gegeben. Nachdem Herr Brinkmann uns mit seinen geistigen Püffen so aufgewartet hatte, daß ihm der erste Vorsitzende wegen seines rohen Benehmens das Wort entziehen mußte, brachte Herr Obermann eine Resolution ein, die die Vereinigung, und wenn diese unmöglich, ein fried- liches Nebeneinanderwirken der beiden sozialdemokratischen Fraktionen empfahl. Aber von Vereinigung wollte Keiner etwas wissen. Da- gegen sprach Herr Man» aus Elberfeid, Rex, Heger, Kreien- — M. Scischab in Nürnberg: Den rckcmniandirtcn Brief erhalten.— R. in Pforzheim: Senden Sie unbesorgt: darin ist Alles unbeschränkt« — C. Ren; in Pfullingen: Ihre Zusendung haben wir von M. erhalten. Ucber Unbilden, die dem Einwlncn zugefügt werden, können wir aber in dieser Umfänglichkeit nicht berichten.— Z. in Gießen: Ein „Gießer Bub" freut sich sebr, daß die Rasse der„Gießer Buben" noch nickt ausgestorben ist.— Verfasser des„Rückblick": Ihre Antwort auf die Korrespondenz Nürnberg in Nr. 3 folgt nächste Nummer. der Expedition: Zapke in Breslau 4. Qu. 16 Tblr.— Deutscher Arbeiterverein in Aarau 1 Qu. 1 Thlr.— Hartman» in Mähr.-Schön- berg 4. Quartal 17 Gr.— Jung in Regensburg für Schristen 1 Thlr. 21 Gr. 4 Ps.— Wolf in Mülscn St. sttillas für Schriften 16 Gr.— Müller ins Benshcim Abonnement Januar IS Gr.— Pauli in Straß- bürg Abonnement Januar 16 Gr.— Stolle in Mccrane 4. Quartal 25 Gr.— Jacnickc in Celle für Schriften 3 Gr.— Edelmann in Sal;« bürg 1 Tblr. 4 Gr.— Fark in Pest 18 Thlr. 6 Gr., für Schriften 24 Gr.— C. Kluge in Ratibcr: Sandten Jbnen regelmäßig das Blatt. Babing in Berlin: Das Packet gebt Dienstag und Freitag Abends 5 Ubr zur Post. Von M. nichts erhalten. Unter den Annoneeii befindet sich das Stiftungsfest mit 1 Thlr. 6 Gr., eine Vereinsversammlung 4 Gr., cinc Parteivcrsammlung 4 Gr. und soll 48 statt 46 heißen.— Sältz in Gccstcndorf: Für Januar gratis, nur Porto. 'Pos ilum F die bucl «. I. Anzeigen:c. gc % seines Vortrages kein verständliches Wort hervorzubringen ver- mochte und nach einigem Schimpfen auf die Sozialdemokratie kurz schloß. Also so weit ist es jetzt, daß Max Hirsch,„seine Leute" in kleine Provinzialstädte schickt, da hätte man früher daran denken sollen. Nun ist es zu spät. Aber nur fort so; es hilft Herr Hirsch, wem, das ist freilich eine andere Sache; Leute, die für 6 Thaler solchen Unsinn in die Welt tragen, sind schon daS Geld Werth. Darüber sind sich hier selbst die Fabrikanten einig, daß sie lieber, wenn es so weit kommt, mit einer Strike-Commission unter- handeln, als mit einem Schiedsgericht, in das doch nur speichel- lcckerische Arbeiter gewählt würden; denn das wollen Sie mir doch nicht verstreiten, daß die Fabrikanten keinen Einfluß auf solch eine Wahl haben sollen? Denken Sie nur an die ReichStagswahlen. Neugierig, Herr Worthmann, wäre ich noch, wer Sie hierher gerufen hat? Denn daß Sie im Einverständniß mit Ihrem General- rath resp. einem hierorts Ansässigen gehandelt haben, das wird man mir nicht abstreiten wollen. Also, den Namen, den Namen möchte ich wissen. A. Welke. Kannover, 7. Jan. In der Versammlung des sozialdemo- kratischen Arbeitervereins vom 23. Dezember vorigen JahreS wurde beschlossen, folgenden Auszug des Protokolls nebst Resolution im „Volksstaat" zii veröffentlichen: Am 7. Dezember hielten die Mit- glieder des sozialdemokratischen Arbeitervereins eine Versammlung ab. Die Tagesordnung lautete:„Vereinigung beider Fraktionen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei." Es waren mehrere Mit- glieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins anwesend. Die Vcrsammlung wurde durch den Vorsitzenden Herrn Lohmeier er- öffnet, Reichelt hielt zur TageSorduung eine darauf bezügliche Ansprache. Derselbe wieß auf die Einigungsvorschläge des Mainzer Kongresses und wünschte, daß man von Seiten der Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins ebenfalls Vorschläge mache. Herr Richter, Agitator und Mitglied des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, vertheidigte die Organisation desselben als die beste der bestehenden, namentlich in Bezug auf die Een- tralisation und den Korpsgeist, der unter den Mitglieder herrsche. Derselbe meinte, die beste und rascheste Vereinigung sei, daß die Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei sich in die Listen des Allgemeiiicn deutschen Arbeitervereins einzeichnen ließen. Nachdem mehrere Redner beider Theile gesprochen und keine Verstän- digung erzielt werden konnte, stellte Unterzeichneter nachstehende Resolution zur Debatte. Da auch diese von Mitgliedern des �Allgemeinen deutschen Ar- beitcrvereins bekämpft wurde� zog er dieselbe zurück. Die Reso- lution lautet: „In Erwägung, daß bei einer Zersplitternng der sozialdemo- kratischen Elemente die Arbeiterbewegung zur Erreichung deS freien Volkstaates machtlos ist; in fernerer Erwägung, daß bei Verhetzung berg von hier. Die bekannten Phrasen ä in„Neuer Sozial- Den Tigarrcriarbcitcr Hermann Schettler fordere ich auf <441 14U« mir binnen 14 Tagen seine genaue Adresse zukommen zu lassen, widrigenfalls ich andere Maßregel ergreifen werde. A. Heinrich, Lindenstr. 11. demokrat",„nur in unserm Verein könnt Ihr selig werden, nur nnsere Organisation ist die wahre," wurden gegen uns losgelassen. Nachdem noch ein Herr aus Essen in ächter Bourgeoismanier die' Schale seines Zornes über uns ausgegossen und unfern Reichel! am Tische insultirt hatte, verzichtete der Letztere aufs Wort. Waö das Herziehen über Lassallc von Herrn Schumacher be- trifft, sei erwähnt, daß er gesagt hat, eS sei keine Schande, wenn! Bebel und Liebknecht für unsere Sache sitzen müßten, denn Lassallc habe auch gesessen, und würde wahrscheinlich nicht minder hart be- straft worden sein, wenn ihn nicht der Tod in seine schützenden Arme genommen hätte. Das nennt Herr Sitte über Lassalle her- ziehen, o armer Sitte! Was Herr Obermann über Bildung gesagt hat, ist ganz zutreffend, denn dazu gehört doch gewiß wenig Bildung, wenn Essener und hiesige Mitglieder des'Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins sich so weit vergessen, nach der Ver- sammlung noch Herrn Schumacher auf dem Bahnhof mit de»! rohesten Schimpfereien zu überhäufen. Beinahe wäre er mit Püffen k In. To icke belehrt worden. Wie wir aus Nr. 2 des„'Neuen" ersehen, war auch„Vrutuö" aus Iserlohn nach hier beordert um mit uns die Klinge zu kreuzen. 'Nun, es wäre uns schon recht gewesen, denn Herr Tolcke ist hier, in Mühlheim a. d. Ruhr und in Oberhausen»och in gutem An- denken. Er war ja einmal Präsident der„Berg-, Hütten- und Salinenarbeiter." Wir können mit einer solchen Niederlage schon zufrieden sein, denn anstatt 8 Abonnenten auf den„Volksstaat" haben wir deren jetzt 23. Die Duisburger Arbeiter haben jetzt gesehen, was es mit dem Gewäsch des„Neuen Sozialdemokrat" auf sich hat und werden sich in Zukunft nicht mehr von ihm ködern lassen. Herr Sitte kann sagen, noch einen solchen Sieg und wir sind verloren. Attoua. Ter„Neue Sozialdemokrat" schreibt auf unfern Bericht in Nr. 1 dieses BlatteS:„(Der„Volksstaat") scheint jetzt, wo er be- merkt, daß auf die Angel seines Freundes, des im Trüben fischenden Herrn v. Schweitzer, die Mitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins trotz des Einigungökodeis nicht anbeißen, ganz aus dem Häuschen zu sein. Um seine Anhänger über die kolossale Blamage zu täuschen, lügt er ihnen Siege vor. Man höre; in der neuesten Nummer des„Volksstaat" ist zu lesen(siehe„Volköstaat" Nr. 3): Diesen unverschämten Lügen gegenüber weisen wir auf folgende Thatsachen hin: Die Hamburger Volksversammlung beschloß ein- stimmig nach Gegenprobe, von der Organisation Lassalle's niemals abzuweichen. Ter einzige Gegner der Lassalleschen Organisation war der„ehrliche" Herr Praast, welcher allerdings persönlich wurde und. schimpfte, welchem aber die Votkeversammlung entrüstet durch einhelligen Beschluß daS Wort entzog. Mit den erwarteten Erfolgen der„Ehrlichen" in Hamburg und Wandsbeck ficht eö aber ebenso kläglich aus. In Harburg wurde mit allen gegen'Zjorck'S Allgemeiner deutscher Sattlcrvcrcin. <4411111. Sonnabend, den 18. Januar in GratweilS Lokal, Com«: mandantenstr. Nr. 76.___ Ter Vorstand. föfiftltitun Nächsten Sonntag Abend Zusammenkunft bei. \S�1lU�4U. Gastciger, Schlüsselwirth. ar de n< u, Frankfurt a. M. Bierbrauer-Verein. Versammlung Freitag, den 17. d. M. Abend« 8',, Ubr im Hoymann'scken Saal in Sachsenhauscn. Tages- ordnung: Gründung einer Unterftützungskasse. Jedes Mitglied hat zu erscheinen. Der Vorstand. su re� m es K Sozialdemokratische Arbeiserparici. �411tllll>v4l, Sonnabend, den 18. Januar geschlossene Mitglieder- versanimluiig im Lokale des Herrn Banling, Knochenhauerstraße 5. Tagesordnung: 1. Sozialpolitischer Wochenbericht. 2. Wahl eines Vertrauensmannes._ S.Franke, Vertrauensmann. ( S ge ve tlitft Genosscnschastsbuchdruckcrei. j»*}* Die laut Beschluß der constituirendenden Generalver- sammlung im Januar 1873 abzuhaltende außerordentliche Generalver� sammlung findet Donnerstag, den 23. Januar Abends 8 Uhr in Zeidler'S Restauration, gr. Windmüblcnstraße 7, statt. Tagesordnung: Neuwahl des Auffichtsrathes und de« Borstandes. — 2. Antrag der Genossenschaftsmitglieder A. Geib, Th. Iorck, H. Bcn- necke, Ed. Pry, F. Lenz, R. Praast, C. Hillmann und H. Schultz(sämmt- lich in Hamburg? auf Abänderung der ßjj 18 und 26.— 3, Antrag des Vorstandes auf Abänderung de«§ 21.— 4. Antrag, betr. die Ent» schädigung der VerwaltungSbeamtcn. Leipzig, 4. Januar 1873. Der Aufsicktsrath: P. Ullrich, Vorsitzender. sck sä ke es A ui I m v> F Leipzig. Sozialdemokratischer Arbeiterverein.> Donnerstag, den 16. Januar Abends 8 Uhr geschlossene Mitgliederversammlung bei Zcidler, große Windmühlenstraßc 7 im Ncbcnsaale. Tagesordnung: Wahl eines Agitalionskoinilss. Besprechung der Vorkommnisse innerhalb der deutschen Arbeiterpartei. Zutritt nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Das Erscheinen Aller wird erwartet. Der Vorstand. ■ sc i V Zb I ii E d: w ttaitliiiT Sozialdemokratischer Arbeitervereln. Freitag, den 17. Januar Abends 8 Uhr bei Zcidler,! m Windmühlenstraßc 7. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht, Referent Stelzer. Fortsetzung der Diskussion über eingelaufene Fragen. Gäste willkommen. Der Borstand. Vereins in Hannover:! Der„Neue Sozialdemokrat" neunt also unsern Berick?t eine Wenn eine Vereinigung mit den Mitgliedern des Allgemeinen„unverschämte Lüge". Glücklicher Weise sind wir es nicht, deutschen Arbeitervereins augenblicklich nicht möglich, so müßte dock unverschämt gelogen haben. Uebrigens, warum auch mit ein Niedliches Nebeneinandergehen angebahnt und bei allen prin pxm Artikelschreiber über den Begriff der Wahrheit streitdn, der ihm zipielleu Fragen gemeinsam gehandelt werden; die beiderseitig ein- fange schon abhanden gekommen ist. bcrusenen Volksversammlungen nicht zu stören; jeder Fraktion, welche eine Volksversauimluiig anberaumt, das Bureau zu über- lassen, um den Hohn und Spott der Bourgeoisie von sich abzu- wenden und schließlich eine Vereinigung beider Fraktionen zu er- streben, des Grundsatzes eingedenk:„Vereinte Kraft nur Großes schafft!" Um diesen Zweck zu erreichen, beschließt die heutige Ver- sammlung, eine Kommission von 10 Personen(jeder Theil 5) zu ernennen, um durch Verhandlungen das Möglichste in dieser Sache zu erreichen. S. Franke, Vertrauensmaiin. Duisburg, 6. Januar. Wir würden uns diesmal nicht her- beigelassen haben, die Spalten des„Bolksstaat" in Anspruch zu nehmen, ftvenn wir nicht auf eine so schnöde Weise durch den Artikel des Herrn Sitte in Nr. 1 des„Reuen"(1873) betitelt: „Niederlage der Ehrlichen" herausgefordert wären. Die Thatsache Der Streit innerhalb des Allgemeinen, deutschen Vereins, der augenblicklich zwischen der Berliner Führerschaft und der Majorität der alten Hamburger Mitgliedschaft geführt wird, intcressirt uns Jui Hauptblatt der Nr. 3, Spalte 1 unter <441111�11�1111�»„Allgemeiner dcutsckcr Satllcroercin" im 3. Absatz ist anstatt:„durch deren Verkauf aber 36 Thaler erzielt wurden" zu lesen:„erzielt werden."_ In der Expedition de»„Demokratischen Wochenblattes" in Nürnberg ist zu haben: Die Freimaurer. Eine Gefängnißarbeit von A. Memminger, Redacteur des„Demokratischen Wochenblattes". Preis 18 kr. südd. 5 Groschen preuß. 25 kr. österr. In Partien billiger.(6b)' ,N B de V lä ni C vi E fl. U d; g' w eben nur deshalb, weil wir darin ein Zeichen sehen, daß auf die Dauer es den Führern doch nicht möglich sein wird, die Eini- gungsbestrebungen der Arbeiter, innerhalb des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, zu ersticken. Wir haben uns bis jetzt vollständig passiv in dieser Angelegenheit verhalten, was u»S indeß nicht abhalten darf, unsern Parteigenossen die Sachlage mitzutheilen, gleich- viel ob den Herren in Berlin unsere Berichte, die sie gerade des- halb fürchten, weil sie wahrheitsgetreu sind, gefallen oder nicht. NZir können unfern Berickt nickt nur mit autem Gewissen ans- Soeben erschien: Es werde Licht. Poesieen von �eopokd Jacoby. Zweite Auslage. Ladenpreis für da« Einzelexemplar 15 Sgr. Bei 12 Exemplaren wird für diese Auflage der Verkaussprei« aus 5 Sgr. pro Exemplar ermäßigt. K. K. Ätiven, Berlin, (3ck)*'_ Louisenstraße 45. s° s" w A i m C m K if dt Wir können unser» Bericht nicht nur mit gutem Gewissen ans echt erhalten, sondern noch hinzufügen, daß die Anhänger der Berliner Führerschaft in Hamburg so sehr in der Minorität zu ist folgende: Am 2. Weihnachtsfeiertag, den 26. Dezember 1872, scheinen, daß in allen in dieser Angelegenheit bis jetzt abge- hatten wir hier auf der Schützenburg eine Volksversammlung ei»- wwneil Versammlung nur deshalb eine Majoriät zu ihre» Gunsten berufen mit folgender Tagesordnung: 1) Die Lage der arbeiienden horbeigeführt werden konnte, daß die Altonaer Mitglieder zu Hunderten Klasse und die Bestrebungen der Sozialdeinokiatie." Referent de» Hamburger Versammlungen anwesend sein miißten, und den Herr Obermann. 2)„Die Parteien und ihre Presse." Resereiu Ausschlag gaben. Auch in Wandsbeck waren einige Hundert, gerade Herr Schumacher. 3)„Die Ursachen der Verschlechterung und � � in Offenbach, wo die Frankstirter Mitglieder auSschlag- Vertheuernng aller gewerblichen und landwirthschaftlicheii Erzeug gebend»ach Offenbach kamen, um„Hänser und Stürz", dieebenfalls nisse." Referent Herr Reichel. Dass die Versammlung nicki � gewagt hatten, die Einigung zu empfehlen, zur Raison zu bringen. übermäßig stark besucht war, mag seinen Grund darin haben, daß auszuschließen wie Bräu er, hätte zu viel Aufsehen erregt. C1~ Vsi»v«4i Sie» �>01 Ss» Kn»V Ovirfiöi»lö-nSött fl f'i"U 1 11 f flPsi»..'■ w u' rc''«'... CV. CVC Ii-.. � I i«D... sie nur durch die beiden hier erscheinenden Zeitungen bekannt ge-,�„d> trotzdem wird die Einigung komme». In Altona, wir wissen macht worden war, währeiid sie sonst immer durch�Plakaie � aug(-ldlcver«Quelle, ist eine große Minorität dafür, ebenso in bekannt gemacht wird. Die Mitglieder des Allgemeimen Deutschen m Barmbeck ic. Diese Arbeiter sind nur noch zu be- Arbeiter- Vereins hatten nicht svwok ihren ganzen Generalstab aus saugen, um ihrer Ansicht in öffentlicher Bersamniluiig Ausdruck Essen, Düsseldorf und Elb-eld frühzeitig genug bei der Hagd, als. �'�können. Es darf deshalb auch Niemand wundern, wenn, sie auch früh genug die ersten Platze eingenommen hatten, um rojt � jn Harburg, sie sich der Abstimmung enthalten. besser für den Vorsitz agitiren zu können. Den Voisitz bekamen sie denn auch mit geringer Majorität. Als sie das Bureau in Händen hatten, meldete'sich sofort Herr Dreesbach zum Worte zur Geschäftsordnung um den Antrag zu stellen, die Redezeit der krirskaflrn: der Redaktion: A.K. inLnze in Böhmen: Ihr Schrc ben ist nach Nürnberg gesandt.— Hagcnbaucr in Nürnberg: Sen- den Sie die Statutcnvorlagc ei», dann erst können wir uns entscheiden. Den Parteigenossen biete ich an: B. Becker, der alte und der neue Jcsuitismu«. 2 Aufl. 26 Stück 2 Thlr., einzeln(Porto 8 Pf.) 4 Ngr. B. Becker, Briefe deutscher Bettclpatriotcn. 1. Ls. ü rf. 7>/2 Ngr. W. Bracke jr., der Braunschwciger Ausschuß der sv»aldemokratischeu Ar- beilcrpartei in Lotzen und vor dem Gericht, mit Gruppenbild. 6 Stück 2 Tblr., einzeln(Porto 9 Ps.) M'h Ngr. Gruppenbüd au« vorstehendem Werke, ausgezeichnet, 13 Portrait« ent- ball.nd. 13 Stück 1 Thlr., einzeln(Porto 1 Ngr.) 3 Ngr. Husarenbrodbrozeß gegen den Braunschweiger Volkssreund. 36 Stück 1 Thlr., einzeln(Porto 4 Ps.) l'/, Ngr., � AntiilillabiiS, Gedickt. 106 S-ück(Porto 3 Ngr.) 26 Ngr., einzeln 6 Ps.(Porto bis 12 Stück 4 Ps.). Bericht de« Londoner Gencralraths an den Kongreß der Internationalen Arbeiterassoziation im Haag. 166 Stück(Porto 3 Ngr. 1 Thlr., einzeln 6 Pf.(Porto bis 8 Stück 4 Pf.). Lassalle, Arteiterlesebuch. 26 Stück 1 Thlr. 15 Ngr., einzeln(Porto 8 Ps.) 3 Ngr. Lassalle, Erwiderung(neu). 36 Stück 1 Thlr., einzeln(Porto 4 Pf.) 1»/, Ngr. Tie sämmtlichen Sachen bedürfen keiner Empfehlung. Auch die übrigen sozialistijckcn Schriften halte ich aus Lager. Man wende sich an die Expedition de«„Braunschwciger Vvlksfteund' Reuestraße 23, oder an D- Bracke jr. Braunschweig. Leipzig:«erantw. Redatieur R. Sclsserl.(Rebakiion um««zo.e.tt-u Hohestr. 4). Druck und Vertag der Genossenschastsbuchdiuckeret S bl ai T je st« n in ai dt B P