Erscheint wöchentlich 2 Mal « in Leipzig. * Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- mgen de« In- und Aus- lande« an. Für Leipzig nehmen Be- stellungeu an: die Expedition, Hohcstraße 4. die Genossenschafts- huchdruckcrei, Zcitzerstraße 44. A. Bebel, Pelerstrasse 18. I. Müller, Bayerschestraße 8b, III. �Vonnemenlsprns: Für Preußen incl. Stempel- steucr 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12>/2 Sgr. pro Quartal, pro Monat 4'/., Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpeditioncn sllr die Ver« einigten Staaten: F. A. Sorge, Box 101 Hoboken, N. J. via Newyork. G. A. Lönnecker, 1ö5>V. Bake Lbieago(IU.) r. Organder soziaidemokratischenArbeiterparteiund der interuationaleuGeverksgenoffenschaften. J Nr. 11. Mittwoch, 5. Keöruar. 1873. iid« aall »M' ige« >. n«' Ib. I__ tdo ißn« >ad> l Generalrath der Znternationalen Arbeiter- Association. An die Mitglieder der Internationalen Arbeiter- Associotion in Deutschland. Am 3. November 1872 wurde das folgende Schreiben an die Jurassische Föderation geschickt: Der Generalrath hat in der Sitzung vom 27. Oktober den Bericht über Euren außerordentlichen Kongreß vom 15. September Lzu St. Inner gehört, sowie die auf diesem außerordentlichen Kon- eins arcß gefaßten Beschlüsse, welche die Handlungen und Beschlüsse deS letzten allgemeinen Kongresses der Internationalen Arbeiter-Asso- ciation gänzlich verwerfen.(Siehe die Nummern 17 und 18, Seite 11 deS„dulletiii de la federation jurasienne") ■" i Der erste Beschluß des geuannten außerordentlichen jurassischen Kongresses erklärt: ,cr,„Der Kongreß der jurassischen Föderation, abgehalten zu ..! St. Jmier am 15. September 1872, erkennt die auf dem � Kongresse im Haag gefaßten Beschlüsse nicht an, da sie ipig ungerecht, unzeitgemäß und außerhalb der Befugnisse eines Kon d gr-sses sind." Der zweite Beschluß desselben außerordentlichen Kongresses schließt folgendermaßen: „Der(jurassische) Kongreß betrachtet eS als seine Psiicht, laut zu verkünden, daß er fortfährt, den Genossen Bakunin und Guillaume ihre Eigenschaft alö Mitglieder der Internationalen und Anhänger der jurassischen Föderation zuzuerkennen." Da diese Beschlüsse des jurassischen Kongresses eine schreiende Verletzung der Statuten und Bcnvaltungsregclu der Internatio- nalen Arbeiter- Association enthalten, so wurde ein Ausschuß er- naunt, um in der nächsten Sitzung des Generalraths darauf be- zügliche Borschläge zu unterbreiten. Der Generalrath ist sich seiner Pflicht vollkommen bewußt, (crj aber er hat eine starke Scheu vor der übereilten Anwendung von aap diöcipliuarischen Maßregeln; er bedauert ticfstenS die Leichtfertig- keit, mit welcher der genannte außerordentliche jurassische Kongreß _ versucht hat, die die Arbeiter aller Länder umschlingenden innigen da»! Bande zu zerreißen; er stellt fest den unbedingten Widerspruch divi zwischen den angeführten Beschlüssen und einem andern Beschlüsse tallq desselben außerordentlichen Kongresses, welcher„„verkündet und [ 1 bestätigt den hehren Grundsatz der Gesammtverbiudlichkeit zwischen den Arbeitern aller Länder""; er hofft, daß die wackern Arbeiter, Mitglieder der Sectioueu der jurassischen Föderation, keinen An- theit haben an diesem schweren Angriff auf die Organisation der Internationalen Arbeiter- Association, und deshalb legt der General- rath direkte Berufung an sie ein in der Erwartung, daß der ächte Geist der Arbeiter-Solidarität sie veranlasse, das Verfahren des erwähnten außerordentlichen jurassischen Kongresses von St. Jmier zu niißbilligen und umzustoßen. Nach Anhörung des Ausschusses wurden die folgenden Be- schlüsse vom Generalrath in der«Sitzung deS 3. November gefaßt: In Erwägung, dag Artikel 3 der allgemeinen Statuten sagt: 1„der allgemeine Arbeiterkongreß ergreift die für das erfolgreiche Wirken der Internationalen Association nothwendigen Maßregeln." In Erwägung, daß K 2 des Artikels II der VerwaltungS- verordnunqcn sagt:„der Generalrath ist gehalten, die Kongreß- beschlüsse auszuführen." Aus diesen' Gründen erklärt der Generalrath: 1) Die oben angeführten, von dem außerordentlichen Kongresse der jurassischen Föderation, abgehalten zu St. Jmier am 15. September 1872, gefaßten Beschlüsse, sind null und nichtig. 2) Der Föderale Rath oder das Föderale Komito der juras- fischen Föderation ist hiermit aufgefordert, entweder sofort einen außerordentlichen Kongreß der jurassischen Föderation zu berufen, oder eine Urabstimmung aller Mitglieder in ihren Scctionen zu veranlassen— zum Widerruf der ge- nannten Beschlüsse. 3) Der Generalrath verlangt eine bestimmte Antwort inner- halb vierzig(40) Tagen von diesem Datum(8. November) mit Anfügung entweder des Berichts über den außerordent- lichen Kongreß, oder des genauen Berichts über die Urab- � stimmung— gemäß des vorhergehenden Beschlusses(2). � Der Generalrath beauftragt seinen Sekretär, Euch dieses schreiben rekommandirt zuzusenden und erwartet Eure Antwort aus dieselbe Weise. Brüderlichen Gruß im Auftrag und Namen des Generalraths New-Uork, 8. November 1872.(L. S.) F. A. Sorge, Geu.-Sckr. Box 101, Hoboken, N.J., via New-Aork. Da dem Generalrath bis zum heutigen Tage(5. Januar 1873) �nach sechzig(60) Tagen keinerlei Antwort zugekommen ist, so sieht � Uch derselbe im Gehorsam gegen die Artikel 2 u. 6 des Kapitels II � fdf Berwaltungsvcrordnungen(Generalrath) geuöthigt, die juras- Issche Föderation zu suspendiren und der Generalrath suS- pendirt hiermit die Jurassische Föderation bis zum Wachsten allgemeinen Kongreß. Sectio neu und Mitglieder der jurassischen Föderation, welche die Beschlüsse ilrcS außerordentlichen Kongresses vom 15. ].�plember 1872 zu St. Jmier nickst anerkannt noch bestätigt yabeu, werde l hwnnit aufgefordert, sich der„Romanischen Föde- '0U" anzuschließen bis zur Errichtung der Schweizeriscken Landes- Moderation. � Der Generalrath. F. I. Bertrand. Fr. Bolte. E. Carl. S. Dereurc. Fornaccieri. E. F. Laurel. E. Leviele. S. Kavauagh. F. Ä. Sorge. E. Speyer. E. P. St. Clair. New-York, 5. I. mar 1873. Der General-Sekretär F. A. Sorge. Generalrath�der Internationalen Arbeiter- Affociation. An die Mitglieder der Internationalen Arbeiter-Association in Deuffchland. Mitarbeiter! Die Section der Goldarbeitcr zu Genf, eine der energischsten und wackersten Sectionen unseres Bundes, ist gezwungen, den Kampf aufzunehmen, um eine Verkürzung der Arbeitszeit auf neun (9) Stunden und erwartet den Beistand der Bundesgenossen. Da die Internationale Arbcitcr-Association die Verkürzung der Arbeitszeit stets als von höchster Wichtigkeit betrachtet hat, so übermittelt Euch der Generalrath den Aufruf zu Gunsten der Genfer Goldarbeiter und fügt seine eigene Empfehlung desselben hinzu. Briefe sende man an H. Perret, Temple Unique, Geneve, Unterstützungen an Th. Duval, chemin des Eaux-Vives, 39, Geneve, Luisse(Schweiz). Brüderlichen Gruß Im Aufkrag und Namen des �Generalraths New-Vork, 5. Januar 1873. Der General-Sekretär(F. A. Sorge. I'l. S I'si de« Zu den Lasker'schen„Enthüllungen". Ihr Artikel„Corruption" in Nr. 7 des„Volksstaat", in wel- chem Sie die Laöker'schen„Enthüllungen" über den Eisenbahn- schwindet einer Besprechung unterziehen, schließt mit der Hoffnung, daß, wenn dieselben auch an den bestehenden Verhältnissen nichts ändern werden und könnten, sie doch die Wahrheit au den Tag bringen müßten über den ungeheueren Betrug, der von gewissen Elementen unseres Staatslebens am arbeitenden und steuerzahlcndeu Volke'verübt wird. Als bescheidener Beitrag zur Erfüllung jener Erwartung(daß sie sich in ausgedehnterem Maße erfüllen würde, kann ich nicht mit Ihnen glauben, vielmehr wird man wohl, der bewährten Ate- thode getreu, nach einigen Nachwehen den„odiosen"„zum lieber- druß behandelten" Gegenstand„endlich" auf sich beruhen lassen) als bescheidener Beitrag indcß möge die Wiedergabe eines Factums in Ihrem Blatte Raum finden, welches jene dunkeln, den Äugen der Menge sorgfältig verborgen gchalkucn Verhältnisse recht grell beleuchtet. Um dieselbe Zeit herum, da sich die bekannte Affaire im Ab- gcordnetcnhause abspielte, verhandelte Se. Excellenz der Herr Han- dclsminister— ob seiner Grausamkeit von den Gründern bekanntlich zumeist„der abscheuliche Mensch" genannt— mit einem„Eoiuite" in Betreff der Ausführung einer Eisenbahn in irgend einem Winkel deö theuern Vaterlandes(die Gegend thut ja nichts zur Sache.) Seitdem ist das Geschäft perfect geworden, die Eoncession ist ertheilt, oder so viel wie ertheilt. Derselben gemäß sind die Baukosten der Bahn auf 600,000 Thaler pro Meile festgesetzt, die Unternehmer haben das Recht, für den Gesammtbetrag von acht Millionen Tha- lern(da die Bahn zehn Meilen Länge haben wird) Aclien auözu- geben, und zwar gleich von vornherein nur die kleinere Hälfte in gewöhnlichen(Stamm-) Actien, die größere aber in Prioritäts- (d. h. bevorzugten) Actien. Aus einer Quelle nun, die gerade in diesem speziellen Falle in erster Linie competent ge- nannt werden muß, weiß ich es, daß der Bau dieser Bahnstrecke, in ehrlicher und ökonomischer Weise durch- geführt, mit einem Kostenaufwand von 160,000,, sage hundert und sechzig tausend Thalern pro Meile, znsam- men also von 1,600,000 Thalern fertig zu stellen wäre. DaS ist genau der fünfte(!) Theil jener vom Herrn Handelsminster in seiner Manier„nach bestem Wissen und Gewissen"„in runder Summe"„hingeschriebenen" und bewilligten acht Millionen Thaler. Wozu dient nun, so wird der Leser fragen, das kleine, über den wirklichen Kostenbedarf bewilligte Plus von circa 6,400,000 Tha- lern? Nach guter Taschenspielerart verschwindet es zwi- scheu den Fingern der Gründer und ihrer verschiedenen Zuträger— spurlos— auf Nimmerwiedersehn. Und so werden denn— dieser Fall ist ja eben nur einer von den vielen— so werden denn„mit hoher obrigkeitlicher Bewilli- gung" und unter der glänzenden Firma des Eisenbahnbanes dem Volksvermögen fortwährend Millionen und aber Millionen ge— nommen, um in die weiten Säckel jeuer Leute zu wandern, so werden ferner Fahrtarife, und Frachtenpreise auf einer durchaus unberechtigten Höhe gehalten, nur um für die Unmasse der in die Welt gesetzten Actien und Obligationen eine Verzinsung heraus zupressen, unbekümmert darum, daß dem Verkehr der Menschen und der Güter damit die drückendsten Fesseln auferlegt werden. Wie ganz ungleich wohlfeiler könnten wir reisen, wie ganz ungleich wohlfeiler könnten wir den gegenseitigen Austausch der Producte bewirken, wenn eben nicht bei allen unseren Eisenbahnen„gegründet" worden wäre! Und nun gar nicht zu sprechen von der sattsam bekannten schwindclhaften Art der Ausführung der Bauten, von der erbärmlichen und nur zu oft geradezu menschenmörderischen Knauserei in Bezug auf die Jnstandhaltuiig der Betriebsmittel, von der nicht minder erbärmlichen Knauserei und ArbeitsauSbeu- tuna dem kleinen Bahnbeamtenthum gegenüber, mit einem Worte von der ganzen jämmerlichen Mißwirthschaft, wie sie auf unseren Eisenbahnen gang und gäbe ist! Es sind durchaus natürliche Eon- seauenzen— die Kehrseite der Medaille— jenes RaubsystemS. Und daS alles immer nur zum Vortheil einer kleinen Eiique von palästebauenden, loyalitäterbrechcndcn, armensuppenvertheilen- den kunftprotegirenden, unzuchttreibendeu Finanzschwiiidlern �'.r. Strousberg, von„einflußreichen" Männern a la Wagener und von allezeit dienstbereiten, jede» Widerspruch frech niederschreienden und niederschmierenden Sch— Schriftstellern, die sich dann unter ver- gnügtem Händereiben über daS dumme Volk und die eigene Schlau- heit brüderlich in den„Nutzen" theilen. Und das alles unter dem geheimen— und natürlich ganz interesselosen— Protectorate „hoher" Persönlichkeiten, welche hohen Persönlichkeiten zuweilen sogar sehr hohe, schrecklich hohe Persönlichkeiten sein können.— Dabei glaube man ja nicht, daß mit der Uebertragung eines Eisenbahnbanes an ein solches„Consortium" der Regierung eine wirkliche Garantie auch nur für die Durchführung' des Baues überhaupt gegeben ist; als offizielle, juristisch haftbare Reprä- sentanteu deck Consortiums stehen zumeist Leute- da, die irgend eine kaum vergangene Gründungsepoche ans höchst problematischen Exi- stenzen zu Nabobs aufgebläht hat, Pilze/ über Nacht aus dem fauligen Boden der Börse emporgeschossen, Leute also, die vielleicht der morgige Tag schon in das Nichts zurückwerfen kann, aus dem sie gestern erst heraufgestiegen sind. Und wer baut dann weiter? Nicht wahr, angesichts eines so ausgedehnten Spielraumes für die„individuelle Bethätigung" deS„modernen Unternehmungs- geistes", wie ihn der Eiseubahnschwindel darbietet, lernt man be- greifen, warum die Generalpächter aller Volkswirthschaft in Reicks- und Landtag, Meister Braun und Genossen, sich gflzen die Ueber- weisung jenes hochwichtigen Communicationsmittels an den Staat so energisch sträuben, die gar so arg nach Sozialismus riechen würde und— die die Eisenbahnen mit Einem Ruck den weiten Griffen ihrer Freunde entziehen müßte.(Daß � allerdings auch die Verwaltung der Eisenbahnen durch den heutigen Staat uns keine Garantien bieten kann, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden). Und wohlgemerkt nun, jene weiter oben besprochene Conces- sionirung erfolgte, wie bereits gesagt, zum Theil zur selben Zeit, unter dem unmittelbaren Eindruck der Standrede, die unser frisch- auflackirter dato vom Dönhofsplatz gegen den Eiseubahnschwindel losließ.(Bekanntlich holte sich Herr LaSker seine parlamentarischen Sporen im Februvr deö Jahres 1866 mit seinen„Enthüllungen" über die„verfassungswidrigen" Verträge zwischen der Regierung und der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft; seitdem war der Glanz seiner Römertugend im Staube der Jahre und ihrer„großen Ereignisse" allerdings recht matt geworden, so daß man beim besten Willen nichts davon zu sehen und zu hören bekam; nUn aber strahlt sie wieder„wie neu".) Man hat sich also offenbar an „maßgebender stelle" durch jene„Angriffe" in der bisherigen Praxis nicht eben sehr beirren lassen. Es ist dies ein beredtes Zeugniß von dem wahren Werth und dem eigentlichen Zweck jenes bunten Puppenspiels,„Parlamentarismus"- genannt, das erfunden worden ist, um das große kleine, kranke Kind„Volk" zu beschwichtigen und einzuschläfern, und das man ihm nun von Zeit zu Zeit vor- tanzen läßt, um es an seine Leiden vergessen zu machen und an sein Siechthum. Wenn eö aber dereinst erwachsen und vernünftig geworden sein wird, dann wird es, in Treue gedenkend derer, die es geliebt in den Tagen des Leidens, und die, statt eS zu täuschen, es zu stärken bemüht waren mit dem köstlichen Arzneitrunk der Wahrheit, jenen Plunder verachtungsvoll in Trümmer schlagen und — noch manches andere dazu. Wie echt geschäftsmännisch unsere Herren Volksvertreter(mit Respekt zu melden) ihr Mandat aufzufassen verstehen, lehrt folgende amüsante Episode: Als logische Conscquenz der pharisäerhaften Klagen Lasker's über den allzu kräftig entwickelten„Erwerbssinn" unserer höheren Staatsbeamten, wollten die National-Liberalen im Landtag ein Gesetz einbringen, welches jenen die Theilnahme an der Gründung und Leitung von„Erwerbsaesellschafteu" verbieten sollte. Die' Frei- Eouservativeu(welcher Partei das Beamtenthum becannttich zumeist angehört) nun ihrerseits, auch nicht faul und wohl wissend, daß, wie männiglich bekannt, auch die Herren National-Liberalen die angenehmen Seiten einer fetten Benvaltungsrathsstclle recht wohl zu schätzen wissen, beschlossen rasch, ihren Rivalen auf dem Gebiete der Gründerei ein Paroli zu bieten, und ließen denn auch ver- breiten, daß sie im Falle der Einbringung jenes Antrages ein Amendement vorschlagen würden, nach welchem das Gründungs» verbot auch auf die Landtags-Abgeordneten auszudehnen wäre. Hau'ß du meinen Staatsbeamten, hau' ich deinen Abgeordnete»! So sitzen denn nun beide Füchse in der Schlinge; sie scheinen sich aber in dieser Position nicht eben sehr behaglich zu fühlen, vielmehr schon nach kurzem'Nachdenken gefunden zu haben, daß es bei der Gemeinsamkeit der Interessen für beide Theile denn doch viel besser sei,»enn sie die vertrackte Moral rasch wieder zum Teufel jagten, sich wie bisher so auch fernerhin friedlich mit einander verhielten und jeder ungestört seiner Beute nachginge; denn einer die Blätter durchlaufenden'Notiz zufolge ist zwischen National-Liberalen und Frei-Conservativen ein Eompromiß gestiftet worden, dahin gehend, daß die Einen ihren Antrag, die Anderen ihr Amendement— hinunterschlucken. Die biedern Füchse! Die„ehrlichen Leute"! Politische Uebersicht. Ein fremdes Urtheil. Es ist eine bekannte Praxis, daß man Waaren, um sie anziehender für daS Publikum zu machen, mit einer ausländischen Etiguette versieht; ja eS kommt sogar vor, daß man Waaren inckcÄuslaud schickt und dann wieder in die Heimath zurückkommen läM wo sie dann als ausländisches Pro- dutt, zu erhöhtem Preis, auf den Markt gebracht werden. Einer ähnlichen Praxis befleißigt sich die in Berlin angelegte Fabrik öffentlicher Meinung, genannt Prcßbureau. Will es dem deut- scheu Michel, der trotz aller Deutschdummelei eine starke Schwäche für alles Ausländische hat, irgend einen Artikel als besonders werthvoll aufoktroyren, so schickt es ihn erst nach Wien, New- york, London, manchmal auch Paris, und läßt ihn dann von dort mit der Etiquctte irgend eines Wiener, Newyorker, Londoner oder Pariser Blattes versehen zurückkommen, um ihn dem guten M�cke' als„Stimme des Au�andes" vorzusetzen. Aui nie sten schätz! man die Englische Etiqnette, weil Blichet in seiner Tugend davon hat läuten gehört, daß England das Blusterland der freien Presse, daß in keinem Land die Presse zugleich so frei, mannhast, unab- hängig und vollkommen. Wie man diesen Heidenrespekt Michels vor der Englischen Presse während des letzten Krieges und nach demselben benutzt, und zu Dutzenden Malen— bei wichtigen legenheiten— als schweres Geschütz Artikel der„Daily Bews", „Times", des„Daily Telegraph"-c. hat auffahren lassen, die in Berlin unter den Auspizien des Reptilienfonds das Licht der Well erblickt hatten— ist unseren Lesern bekannt. Billig kommt dir Prozedur nicht zu stehen— die Englischen Blätter sind„nnab- hängig" und haben„Ehre" im Leib, wir wollten sagen im Geld- beutet—, aber im Neptilienfonds ist ja„heidenmäßig viel Geld", und auch sonst fehlt's nicht an„heidenmäßig vielem Geld"; also auf ein paar Tausend Thälerchen mehr oder weniger kommt' o nicht an(für die„an der Quelle Sitzenden" fallen doch Häuser und andere schöne Dinge ab, auch wenn so ein st-enidländischer Tugcndheld von Zeit zu Zeit einen tiefen Zug thuy. Jndeß alle ausländischen Zeitungen kann man doch nicht kaufen, und die ge- kauften obendrein nicht ganz; es fehlt darum nicht an Urtheilen, die in das wohlbezahlte Coilzert mit schrillster Dissonanz hinein- klingen. So sinden wir z. B. in der letzten Nummer der„Eon- temporarch Review"(Zeitgenössischen Revue") einen Artikel über das„konstitutionelle Deutschland", der zu folgendem Ergebniß ge- langt: „Die konstitutionelle Lage Deutschlands ist: keine wirkliche Freiheit, weder der Presse, noch, der Rede, noch der Person. Eine der Regierung mißliebige Zeitung wird ohne Weiteres konsiszirt; eine ihr mißliebi>ge Person eingesperrt. Die ganze Jugend deS Landes, gezwungen die"drei besten Jahre des Lebens dem Kriegsdienst zu opfern, wird zu knechtischem Gehorsam auferzogen, und entschädigt sich für ihr unwürdige» Loos nur zu häufig durch die schamlosestc und roheste Liederlichkeit. Es ist dies eine Folge der allgemeinen Wehrpflicht, welche nvü) nicht genügende Beachtung gefunden hat. Hier liegt wahrscheinlich der Grund für die außerordentliche Zahl der außerehelichen Geburten in Deutschland. In Berlin giebt es nach amtlicher Statistik 25 Prozent mehr uneheliche Kinder als in Paris Kinder, Die Kammern und der Reichstag zittern wie hülflose wenn der Kanzler seine Entlassung androht. Trotz der ungeheuren Summen, die ans Frankreich hereingeströmt sind, ächzt das Land unter der Last der Stenern. Die Künste des Krieges blühen, während die des Friedens im Verfall sind. Die größte und gedrillteste Armee der Welt hat als ihr nothwen- diges Gegengewicht eine feige, servile, vor großen Unter- nehmungen znrückbcbende Bourgeoisie. Das Land starrt von Soldaten, in deren Gegenwart der Bürger keine selbständige Meinung zu haben wagt. Ein preußischer Offizier ist immer be- waffnet; er ist verpflichtet, jede Wirkliche oder vermeintliche Be- leidigung zu rächen, indem er dem wirklichen oder vermeintlichen Beleidiger sofort den Degen durch den Leib rennt.— Mehr als 6 Millionen Pfunv Sterling liegen todt da in dem Staatsschatz, um jeden Augenblick dem Kanzler zur Verfügung zu sein, wenn es ihm beliebt, einen neuen Krieg anzufangen. Trotz der Hindernisse, welche die Polizei rer Auswanderung in den Weg stellt, rennt die Jugend des Landes unter dem Gesang patriotischer Siegeshymnen über das Meer nach England und Amerika. Die jüngsten sta- tistischcn Angaben über die Auswanderung lassen schließen, daß in den 12 Monaten bis Ende Juni dieses Jahres doppelt so viel Deutsche ihrem ruhmreichen Vaterland den Rücken gekehrt haben werden als in den 12 vorhergehenden. Kurz in dem Neuen Reich, obgleich es für den Augenblick durch die Bande patriotischer Eitelkeit zusammengehalten wird, ist alles im Kern hohl und unnatürlich." Das Bild ist kein schmeichelhaftes, aber daß cS im Wesentlichen wohl getroffen, wird— mit Ausnahme eines National- liberalen— Niemand bestreiten; auch die Preußischen Junker nicht. Daß sie sehen, daß Deutschland mit seiner jetzigen Herr- lichkeit dem materiellen Untergang zueilt,>— das beweist die neu- liche Rede Eulenburgs. Und mit welch gründlicher Verachtung sie, unsere„feige, servile, vor kühnen Unternehmungen zurück- schreckende"(desto eifriger sich aber in den spitzbübischen Grün- dnngsschwindcl stürzende) Bourgeoisie betrachten, nun daS beweist das"letzte Kammer-Äuftreten des„genialen" Reichskanzlers, der bei jener Gelegenheit die Herren Vertreter der Bourgeoisie wirklich als „hülflose Kinder" traktirte und mit einer Phrasensuppe— zusammengesetzt aus allgemeinen Redensarten, in denen die tollsten Widersprüche, nebst einigen„pikanten" Indiskretionen und einigen nicht pikanten„geflügelten Worten"— kurz mit einem parlamentarischen Gericht abspeiste, wie selbst ein Rouher und Barsche es den Lakaien des zweiten Dezembers nicht zu bieten gewagt hätte. Diese Auslassungen deS Fürsten Bismarck, und die That- fache, baß das Abgeordnetenhaus sie ruhig hinnahm und daß nn- sere Presse sich seit 8 Tagen über den„Sinn" der reichSkanzleci- schen Expectorationen den Kopf zerbricht— das allein genügt, um die absolute Verkommenheit der Deutschen Bourgeoisie und der Deutschen„öffentlichen Meinung" an's klarste Licht zu stellen. DaS einzige nicht Stichhaltige in dem Artikel der Conternporary Review sind die Bemerkungen Uber die unehelichen Geburten. Die unehelichen Geburten gelten nur noch den Pfaffen für Barometer der„Sittlichkeit". In den großen Städten, wo die Prostitution aufS Höchste entwickelt, sind uneheliche Geburten notorisch weniger häusig, als in vielen„idyllischen" Landstrichen, wo die Bevölkerung sich weder durch die Eheschließung erschwerende Gesetze, noch durch die Behauptung der Geistlichen, ohne den Segen der Kirche könn- ten Mann und Frau keine Familie gründen, daran hindern läßt, die ewigen Gebote der Natur über die beschränkten Gebote der Menschen zu setzen. Der Englische Publizist hätte wissen sollen, daß in den ländlichen Bezirken Schottlands die Zahl der unehelichen Geburten im Verhältniß zur Bevölkerungszahl eine doppelt oder dreifach so große ist j als in London, dem riesigen Themsebabylon, das eine ständige Armee von 50,000 gewerbs- mäßigen Freudendirnen besitzt, die tausende und abertausende von„unterhaltenen" Kebsweibern der für Moral und Familie schwärmenden Herren Bourgeois und Aristokraten nicht mitge- rechnet. Doch lassen wir das„Wie dem indeß sei", so viel steht fest, daß der Soldat des modernen stehenden Heeres systematisch zur Liederlichkeit gedrängt wird, und daß aus unfern Kasernen hundertmal mehr Conmption kommt, wie aus allen Klöstern der Welt. Wer je nur auf eine halbe Stunde die Unterhaltung von Soldaten und Offizieren angehört hat, wird das bestätigen. Was endlich„den Verfall der Künste des Friedens" betrifft, von deni der Englische Journalist spricht, so wollen wir hier nur aus den„poetischen" Schund aufmerksam machen, den der„heilige" Krieg hervorgebracht hat und der sich mit dem Einen Wort: Kutschkc charakterisirt. Und, da die Wissenschaften ja den Künsten deS Friedens beizuzählen sind, so sei hier noch erinnert an diesen schimpflichsten aller Schimpfe sür den siegreicheu„In- telligenzstaat"— den Rückgang der Universität Berlin, sie, bis zu dem letzten Krieg weitvorauS die erste der Deutschen Universitäten, seitdem in Folge der Vernachlässigung von Oben so an Freguenz verloren hat, daß sie von Leipzig überflügelt worden ist, und, durch eine weite Distanz getrennt, hinter dieser„klein- staatlichen" Universität herhinkt.— Und da leugne man noch, daß vie neue„Her: lichkeit"„im Kern faul und unnatürlich."— Man schreibt unS: Bei der Reichs-Postvcnvaltung besteht die Einrichtung, daß alljährlich zu Weihnachten Remunerationen(Be- lohuungeu) an einen Theil der Beamten durch die Generalpost- Direktion vertheilt werden. Diese Gnadengeschenke haben bis jetzt jedes Jahr zu den lebhaftesten Klagen Anlaß gegeben, weil ein Theil der Beamten stets sich zurückgesetzt fühlt und Viele der Meinung sind, daß die Vertheilung nicht nach Bedürfuiß, sondern nach Gunst vorgenommen werde. Es wurde deshalb der General- postdirekckon der Borschlag gemacht, allen Beamten ohne Unter- schied, w.'lche ein Jahreseinkommen von unter 1000 Thaler haben, zu Weihnachten eine Remuneration zu gewähren, welche mindestens vie Hälfte ihres Monatsgehaltes betrage. Herr Postdirektor Stephan weigert sich, auf einen solchen Vor- schlag einzugehen. Er meint, die Summe, die dann gebraucht werde, sei zu hoch, sie belaufe sich auf mindestens 400,000 Thlr. (Die Poslüberschüsse für 1872 betragen bekanntlich Uber 4 Millionen Thaler, aber die werden verbraucht zur Fütterung des stehenden Heeres. D. N.), auch„sei das Bedürfuiß zur Gewährung einer Beihülfe für Beamte, deren Besoldung mehr als 1000 Thaler betrage, nicht selten ebenso dringend, wie bei solchen in niedriger besoldeten Stellungen." Er ziehe die bisherige Praxis vor, er wolle die Remunerationen nur eiuem Theile der Beamten gewähren, diesen aber in entsprechender Höhe. Herr Stephan versteht sich aufs„Geschäft". Kann ein Vor- gesetzter Remunerationen an seine Untergebenen nach Belieben rer- theilen, dann hat er es in der Hand, zu strafen und zu belohnen; er besitzt ein gutes Mittel, jede unabhängige Gesinnung auf be- queme Weife zu unterdrücken. Ein wahrhaft human und ge- recht g.'finnter Vorgesetzter müßte das System der Remunerationen als unsittlich und ko.rampircnd verwerfen, und Pflicht des Staates wäre es, das ReinunrrationSunwesen zu verhidern. Die Vor- fchristen für die Beamten sind so, daß jeder seine Pflicht thun muß. Thut er sie nicht, dann entläßt man ihn. Aber den Be- amten, der seine Pflicht thut, soll der Staat auch anständig und auskömmlich bezahlen, und ihn nicht der Laune und Will- kür seincö Vorgesetzten überweisen. Das Rcmunerationswesen ist ein Mittel zur Vernichtung von unabhängiger Gesinnung und Charakter, solche Eigenschaften kann der heutige Staat bei seinen Beamten nicht brauchen, er will nur Werkzeuge haben. Das Hungern der Niedern Beamten scheint preußische Staats- raison zu sein und die preußische Staatsraison ist ja jetzt maß- gebend für Deutschland. Als Oberst Stoffel, der französische Mi- litärbevollmächtigte, eines Tages im Jahre 1863 seine Bewunde- rung gegen Herrn von Bismarck aussprach über den Eifer und den Fleiß der preußischen Beamten bei schlechter Bezahlung, ohne den Wunsch nach bequemerer Stellung, antwortete Bismarck:„Wir hüten unS wohl, daran zu rütteln, diese sckilecht bezahlt- und arbeitösame Beamtenwelt entspricht am besten un- fern Bedürfnissen und bildet eines unsrer Hauptkraft- inittcl." Ob diese„schlecht bezahlte und arbeitssame" Beamten- welt auch ferner noch Lust verspürt, den Packesel des Staats ab- zugeben? Wir bezweifeln es. Die ökonomische Umwälzung macht sich auch in den Beamtenkreisen fühlbar, nicht wenige der höheren haben es bereits vorgezogen, an die Spitze und in die Verwaltung von„Gründungen" einzutreten, oder ihren Einfluß diesen dienstbar zu machen. Das Verlangen nach menschenwürdiger Existenz und Lebensgenuß durchdringt alle Schichten und zerstört auch in den Beamtenkreisen die loyale und patriarchalischen Gefühle. Die Zeit- strömnng revolutionirt auch die staatlichen Beamtenkreise, die festesten Stützen des Staats. Die Sozialdemokratie kann sich zu dieser Entwickclung gratnliren.— Mit wie viel Verstand die Welt regiert wird, hat uns schon vor 200 Jahren ein Reichskanzler verrathen, und daß jetzt nicht mehr dazu verwandt wird als damals, hat uns die Geschichte der letzten Jahrzehnte, namentlich aber der letzten Jahre recht Hand- greiflich bewiesen. Und wem's die Ereignisse nicht gesagt haben, der lasse eS sich von dem preußischen Minister Eulenburg sagen (s. dessen Rede i» voriger Nummer). Zun, Regieren gehört heut- zutage in einem civilisirten Lande die Presse. In uncivilisirten Ländern bringt man die Leute, gleich jeder anderen Viehheerde, vermittelst des Kantschu oder eines Stocks auf den richtigen Weg, in den civilisirten Landern vertreten die Zeitungen die Stelle der Rinder- oder Gänsehirten. Die Zeitungen sind daher so recht eigentlich der Ausdruck und Gradmesser des regierenden Verstands. Um zu wissen, mit wie viel Verstand der Staat regiert wird, braucht man nur zu sehen, mit wie viel Verstand die Zeitungen der herrschenden Klassen und Parteien redigirt werden. WE haben jetzt keine Zeit, eine journalistische Jntelligenzstatistik zu ent- werfen; bloß ein kleines Pröbchen, das unS zufällig unter die Finger kommt, sei hier erwähnt. Das„Leipziger Tageblatt", Organ deS Leipziger Stadtraths und der Bürgerschaft einer der „intelligentesten" Städte Deutschlands, brachte neulich einen langen Artikel über„Bismarck- Roou", der mit folgenden tiefsinnigen Worten schloß:„in politiois ist jedenfalls das Erreich- bare mehr werth, als das Wünschenswerthe"(f. Nr. 12 des„L. Tagebl."). Sonach ist für Herrn Hüttner ein„erreich- barer" Fußtritt„mehr Werth", als ein„wünschenswerthes" Beefsteak mit„Wünschenswerther" Gose.— Dervom Schwurgericht freigesprochene Ajrbeitermörder Rammin hat nicht, wie in letzter Nummer irrthümlich bemerkt ward, außer dem Ermordeten bloß auf Einen, sondern auf zwei Arbeiter geschossen. Bei dieser Ge- legenheit eine Frage: was ist aus den zwei Mordspatrioten ge- worden, die den alten Aufseß im vorigen Jahre zu Straßburg todtschlugen? Wie viel Jahre Zuchthaus haben die zwei„gebil- deten" Strolche bekommen? Oder ist es wahr, daß man die Sache hat einschlafen lassen?» Also Mord und Todtschlag erlaubt im „Neuen Reich"? Brief-Stieberei. Das(klerikale)„Mainzer Journal" be- richtet aus Frankfurt a. M. untern 27. Januar:„Dieser Tage kam im Dompsarrhof zu Frankfurt ein großes Schreiben an, mit der postamtlichen Auffchrift:„Irrthümlich eröffnet." Welcher„Irr- thum da wohl unterlaufen sein mag? Im Uebrigen war der Brief von Herrn Kaplan Dr. Falk in Worms adressirt, der eben wegen allerlei merkwürdigen Reden, die er auf einer Versammlung ge- führt haben soll, in Untersuchunghast". Wir erinnern uns eines Londoner Gentlemen, dessen Hand in der Tasche eines anderen Gentlemen betroffen worden war, und der dieses auffällige Faktum dem Polizeimagistrat auf einen Irr thum zurückzuführen suchte. „Ich wollte die Hand in meine eigne Tasche stecken, und kam nur irrthümlich in die Tasche des Herrn da!" Der Magistrat er-' widerte:„Sie gehu für 6 Monate aus die Tretmühle; und wird) Ihnen die Zeit dort etwas zu lang, so denken Sie, daß Sie irr-�l thümlich da sind". In Paris wieder zahlreiche Verhaftungen von Arbeitern, die der Internationalen angehören sollen. Die Französischen Gesell-"i schastsretter wollen blos zeigen, daß die Arbeiterbewegung nicht todt ist, trotz Satory.— Netschajeff ist zu 20 jähriger Zwangsarbeit in den sibirischen liefert haben.— Bücherschau. A. Memminger:„Die Freimaurer." Expedition des„Demo-i � kratischen Wochenblatt" und Zeh sche Buchhandlung, Nürnberg,!' 1872. Das Schriftchen ist für die bestiuuut, welche sich über das' � Wesen bez. Unwesen des Frcimaurerschwindels Aufklärung verschaffen � >Ue». Die Quintessenz des Ganzen ist, daß die Freimaurerei,� vielen Fällen nur eine Geldprcllerei, in allen Fällen aber ein' Institut der Regierungen ist, sich ein einflußreiches Unternehmer- korps zn drillen. Der Verfasser weist nach, daß zu allen Zeiten f die Schweifwedelei der Freimaurer gegen die Allerhöchsten Pro-' tektoren das Aergste waren, was in diesem Genre seitens deS 11 „HnndcSmuth" geleistet worden ist. Namentlich in Preußen-Deutsch- 11 land; in Frankreich wehte allerdings ein etwas anderer Geist; dort gab es auch Logen, die von sozialistischen Elementen getränkt waren; 11 allein ihr Einfluß gegenüber der Masse der andern Logen war und. � ist gleich Null. Auch wird in dem Schriftchen Fer Rolle gedacht,/' die der hochgestellte„Bruder," der 1849 in Baden daö Nieder-/ kartätschen leitete, gegen die„Brüder" Nebellen einnahm. P' Wir hätten gewünscht, daß statt der zahllosen Dichterzitate! 0 (Heine'scher und Karl Heintzeu'scher) lieber mehr historisches Material geliefert worden wäre; daß hätte den Werth der Schrift 8 mehr erhöht. DieDichterzitate sind nicht unbedingt nothwendig, � sogar infolge ihrer Anhäufung etwas störend beim Lesen. Wenn man ein Buch zur Hand nimmt, das den Titel„die Freimaurer" � ------'.>..... d hat, so will man Aktenstücke über die Freimaurer und nicht allerhand (wenn auch gute) herbeigezogene Gedichte lesen. Immerhin aber wird daS Büchlein den, Leser Vergnügen machen. Gewerksgenoffenschaftliches. Allgemeiner Schuhmncherverein. Werlin, 30. Januar. In der geschlosseneu Mitgliederver sammlung der Berliner Mitgliedschaft vom 27. Januar wurden laut Statut folgende sieben Herren Kollegen in die Kontrolle- Kommission gewählt: Härling, Kurstraße 39; Conrad, Nene Grünstraße 1; Alber, Mauerstraße 44; Schulze, Zimmerstraße 23; Koglin, Ritterstraße 35; Wigant, Lmienstraße 109; ei F. Aurin, KönigSgraven 15. Am 29. Januar traten die Ge- wählten zusammen und haben sich folgendermaßen mit Einstimmig- keit konftitnirt: Carl Conrad, 1. Vorsitzender; F. Aurin, 2. Vor sitzender; Alber, Schriftführer. Dieses zur vorläufigen Nachricht.� � Mit kollegialischem Brudergruß Carl Conrad, Vorsitzender, Neue Grünstraße 1, � wohin alle Beschwerden und sonstige Angelegenheiten, welche vor die Kontrolle-Kommission gehören, zu richten sind.' ist' ZZerkin, 26. Januar. Schuhmacher allerorts. Kollegen!� Ueberall wird der Ruf nach Organisation laut, überall erwacht das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Auch in unserem Gewerbe � m a ist der Ruf erschollen und hat auch kräftigen Wicderhall? gesunden Da, wo sich Kollegen schon vereinigt haben, ist es nicht unser! Aufgabe, sie zu zerklüften. Aber zu einem großen Ganzen müsse» wir uns zusammenschaare». Aus dem Kongreß der Schuhmacher, welcher in Berlin tagte, ist der Allgemeine Schuhmacher- � Verein hervorgegangen, an diesen sich anzuschließen ist die mora- tische Pflicht eines jeden Kollegen. Die schon bestehenden Vcreii» mögen mit aller ihrer Kraft dahin wirken, daß eine aUgeiuei,»/ Vereinigung zn Stande kommt. Bedenken wir doch die schlecht! t'' Lage, in der wir uns anderen Gewerben gegenüber befinden. Steh: di der Schuhmacher nicht hinter jedem Anderen zurück? wenn wir s' namentlich die übermäßig lange Arbeit in Betracht ziehen? Sehe � man doch, wie die Arbeitgeber sich rüsten in Süd und Nord,»>]{ Ost und West. Ueberall ein Treiben zur Organisation: Alles. � drängt zur Einigkeit. Glaubt man denn, daß der Kongreß dc>" Arbeitgeber, welcher Ostern d. I. in Leipzig abgehalten werde» � {ruf. phWiifi Anderes ftriirnen imrh. rtTs Letten ArötlU. soll, etwas Anderes bringen wird, als Ketten nehmer? Kollegen! Wir müssen uns klar sein in dieser Sache; w>l> f müssen bedenken, daß die Arbeitgeber nur Kapital aus unserer st Zerrissenheit schlagen. Weg mit dem alten Hader, lassen wir jede Zwietracht ruhen. Blicken wir nur in die Zukunft. Kollegen! Zur Wahrung unserer heiligsten Interessen müsse»'! wir unS fest zusammenketten, damit wir jeden auf unS lastende» � Druck mit starker Hand von uns werfen können. � Kollegen! Zeigt, daß Ihr Eure Lage begriffen habt, tretll! JJ1 ein in de» Allgemeinen Schuhmacher- Verein und helft did � Phalanxe schließen, helft bauen an dem Werke, zu dem der Grunds'l stein gelegt ist. Kollegen! Wir, die wir von dein in progressiv� 11 Weise sich steigerndem Fabrikbetrieb in die letzte Position zurück! gedrängt und beim Hungerlohu angelangt sind, bleibt uns d» � noch etwas anderes übrig, als daß wir über den Personenkults � hinweg uns die Bruderhand reichen? Darum vorwärts, Kollege«! � schlagt ein in die Bruderhand. Vereinigt sind wir Alles, ver' einzelt Nichts. Mit kollegialischem Gruß Heinrich Kühn, Kürassirstraße 14. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden in Anbetracht d»» guten Sache dringend ersucht, Vorstehendem ihre Spalten zu öffne» D. O. Correspondenzen. Leipzig, 1. Februar. Die Vertrauensmänner der hiesigen Bu» druckereien haben an die Buchdrucker Deutschlands, OestreichS u«1 der Schweiz nachstehenden Auftuf erlassen: „Kollegen! Seit Jahr und Tag schwebende Verhandlung» mit unseren Prinzipalen, die Einführung eines neuen, den Zei Verhältnissen entsprechenden Tarifs herbeizuführen, sind an der ll> fähigkeit der Herren, einzusehen, daß der Arbeiter bei Bestimmu>> des Preises seiner Arbeit ein Wort mitzureden hat, gescheitert. Statt billige Ansprüche erfüllt zu sehen, befinden wir unö vie mehr einer geschlossenen Prinzipal- Koalition gegenüber, die ein» von uns vor Wochen überreichten Tarifentwurf rundweg abgelch und deren Mitglieder sich bei hohen Konventionalstrafen u.- si x= verpflichteten, im Fall einer Arbeitseinstellung in irgend einer ■""veiuSoffictn' sofort allen Verbandsmitgliedern zu kundigen,— J reinen Gchülfen einzustellen, der irgendwie einen Strike unterstützt �habe,— und vor dem 3l. Dezember 1873 in keinerlei Berhand- lungen mit ihren Gchülfen zu treten. II-' Diese Provokationen haben indeß nicht vermocht, uns zu über- eilten Schritten, für welche die Prinzipale bereits ihre Mastregeln getroffen hatten, hinzureisten, vielmehr haben wir mit einer Geduld, die uns fast übel gedeutet worden wäre, jedes Mittel erschöpft, um die Prinzipale zu Verhandlungen mit uns zu veranlassen. Der mit Delegirtcn ans den Haupt-Druckstädten Deutschlands vereinbarte Tarif ist den Prinzipalen überreicht, aber von denselben, wie der frühere Entwurf/ ebenfalls abgelehnt worden. I Hierdurch ist— und zwar lediglich durch Schuld der Prin- ; zipale— unsere Stellung denselben gegenüber eine bedeutend schwie- f rigere geworden. Bot der frühere Entwurf, seiner Natur nach, die Möglichkeit, bei einigem guten Willen auf Seite der Prinzipale, ri, leicht zu einem befriedigenden Resultate zu kommen, so ist jetzt, da wir es mit einem allgemeinen Tarif für Deutschland zu thuu haben, an dem selbstverständlich der einzelne Gauverband allein . nichts ändern kann, diese Möglichkeit einer leichten Verständigung ' kaum noch in Betracht zu ziehen. Doch was liegt de»„Herren" an einer Verständigung niit uns! Sie brauchen uns zwar, um reich zu werden, und tasten sich auch .0., herab, uns zu diesem Zwecke zu benutzen, aber fij sind zu stolz, ■jjj mit uns zu verhandeln; wir sollen einfach warten, bis sie es für nothwendig halten, pus Etwas zu gewähren. Kollegen! Ihr werdet begreifen, dast diese Schasschur-Theorie uns im Innersten empören muß. Unsere Geduld ist zu Ende; — und wie wir uns bewußt sind, Alles gethan zu haben, um das �'Aeußerste zu verhindern, so sind wir uns auch bewußt, daß uns er->— gegenüber dem brutalen Benehmen des Prinzipalvereiiis(oder ! seiner Leiter)— nur noch die Alternative bleibt: Selbsterniedrigung aje oder Arbeitseinstellung. Die Wahl kann nicht zweifelhaft sein. Im Vertrauen auf unser rljt gutes Recht und auf unsere Kraft greife» wir zum letzten Mittel, � zur ultima ratio des Arbeiters— zum Strike. ,�,1 Unausgesetzte Anfeindungen in der Tagespreste, deren ver- er, leumderische und denunziatorische Tendenz unverkennbar ist, haben ull, die Bildung einer Prinzipal-Koalition zu Stande gebracht, deren her Ätveige sich, wie Euch bekannt, nicht nur auf Deutschland, sondern j auch auf Oesterreich uud die Schweiz erstrecken. Dieser Koalition ! müssen wir gemeinsam gegenüber treten, wenn wir einen Erfolg erzielen wollen; heute bekämpft man uns, morgen kommt Ihr an die Reihe. Bereits haben in Leipzig zirka 350 Gehülfen gekündigt in etwa der Hälfte der hiesigen Druckereien, die anderen folgen. Der Krieg ist erklärt; unsere Sache steht vortrefflich; wir rechnen auf Eure Sympathie und thatkräftige Unterstützung!„Es lebe die ort m; »dt Rede über die Menschenrechte behauptet, daß im sozialistischen Staate aller Egoismus, jede Selbstsucht in Wegfall kommen müsse und aufhören würde. Einer der„besten" Redner der Eisenacher „Ehrlichen", Herr Pranst ans Hamburg, interpellirte den Präst- deuten, wie er dazu komme, diese„durchaus unsozialistische" An- ficht auszusprechen; im sozialistischen Staate müsse gerade die „Ich"-Sucht mit die Grundlage des Staates bilden." Diese verschrobene Auffassung rief allgemeines Erstaunen in der Versammlung hervor. Herr Haseuclever belehrte den Jäter- pellanten unter allseitiger Zustimmung dahin, daß die heutige Ge- sellschaft lediglich aus der nackten widerwärtigsten Selbstsucht, aus der Ausbeutung des Meisschen durch den Menschen beruhe, welche durch den Sozialismus beseitigt werden solle. Trotzdem Herr! bildeten" kein Wort der Entrüstung. Haseuclever ferner auseinandersetzte, daß im sozialistischen Staate des zuBarmen erscheinenden„Bergisch-MärkischenGeneral-Anzcigcrs" befindet sich folgende pikante Annonce:„Die durch Bekannte ein- zuführenden Herren werden gebeten, in dem Damen- Salon keine Schleier zu lüften, denn Diejenigen, welche sich verschleiern, wollen nicht erkannt sein. Dem Vergnügen werden deshalb Hindernisse nicht entgegengestellt. Salon de Plaisir. Elberfeld, Schwanen- straße bekannte Nummer." Wehe dem Arbeiterorgan, welches sich herbeiließe, eine solche unästhetische Annonce abzudrucken; wie würde die ganze Bildnngs- Clique Zeter und Mordio schreien über die verfluchten Sozialdemokraten. Aber so steht es in einem national- liberalen Käseblättchen, welches in Entstellung von Arbeiterocrsamm- lnugen sein Möglichstes kistet, undWian hört von unseren„Ge- Sd wrl heils Arbeit!" Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß die Prinzipale den am 20. Juni ersolgten partiellen Strike der Gehülfen mit einer allge- meinen Aussperrung der dem Verbände angehörigen Setzer, Drucker und Maschinenmeister beantwortet haben, die Kündigung erfolgte am 1. Februar. ßhcmnih. Bei den hiesigen Wollwaarendrnckern ist wr- ein Strike ausgebrochen, der nicht den Zweck einer Lohn- htJ erhöhung, sondern nur die Beseitigung der Frauenarbeit hat. Es ! bestehen hier sechs Druckereien, von denen zwei überhaupt weibliches ' Personal nicht haben, ein Prinzipal hat den Wünschen der Arbeiter rors"�chgegebeii, pie übrigen, bei denen ca. 50 Mädchen beschäftigt | sind, haben sich in der Hauptsache auch geneigt finden lassen, nach- zugeben, doch haben ihre ca. 80 männlichen Arbeiter zur Beschleu- nigung der Eutscheidnng am 30. d. die Arbeit eingestellt. Der Sieg ist ganz zweifellos, doch bitten wir Zuzug fern zu halten und richten an alle Arbeiterblätter die Aufforderung, Vorstehendes mitzutheilen. Köln, 20. Januar. Aufruf der Kölner Lastingweber, ,! an alle im Weberfach arbeitenden Genossen! Arbeiter! - In der Lastingfabrik von Ferdinand Mayer Hierselbst, hat eine Aussperrung sämmtlicher Weber(36 Mann) stattgesunden, welches � wir Euch hierdurch der Wahrheit gemäß zur Kenntnist bringen. Die Thatsache ist folgende: Im Jahre 1865 bis 66 wurde bezahlt .ch« s'ir das Stück,(40 Ellen) pro 100 Fäden 1 Sgr. 3 Pf. In Folge steht des Krieges von 1866 wurde der Lohn in folgendem Berhältniß wir gedrückt: Bis zu 2000 Fäden wurde der Preis pro 100 mit ?ehl 1 Sgr. 3 Pf. bezahlt, vom dritten Tausend bekamen wir pro ' ,» dOO Fäden 1 Sgr., was über 3000 Fäden ging wurde pro lllk. �00 Fäden mit 9 Pfennige bezahlt. Durch diese Herabsetzung des Lohnes hatte der Durchschnittslohn noch nicht die Höhe von 4 Thlr. �eis wöchentlich erreicht und eS mußte in Folge dessen eine allmählige öeit'j �krarmung stattsinden. Dieser Zustand hatte sich fortgeschleppt jetzt, wo wir durch die bisher gestiegenen Preise aller Lebens- ;en acht -rbe >en. sert sse«! her, er >ra- eint und zumal im kommunistischen, wohl der Ehrgeiz deS Einzelnen berechtigt sei, für das Gemeinwohl der Gesammtheit einzutreten, nimmermehr aber die persönliche Selbstsucht,— und obschon die Versammlung diesen Ausführungen des Herrn Hasenclever de» ungetheiltesten Beifall zollte,— blieb der„ehrliche" Herr Praast zum Erstannen Aller dennoch ans seiner offenbar grundfalschen, verschrobenen, antisozialistischen Ansicht bestehen.— Dieser Vorgang beweist handgreiflich, daß selbst Leute, die, wie Herr Praast, früher eifrige Anhänger Lassalle's waren, in der „Partei" in sozialistischer Beziehung vollständig verkommen und versauern. Es ist dies der natürliche Verlauf, weil in der„Partei" mit ihren„sozial-politischen Wochenberichten" ausschließlich Politik getrieben wird, so daß sogar ihren„hervorragenden Rednern", wie Most uud Praast, das sozialistische ABC. ganz und gar ver- loren geht, lieber den Sozialismus ist jedes Mitglied des All- gemeinen deutschen Arbeitervereins viel klarer, als die meisten Koryphäen der„Partei". Wenn es sich nicht darum handelte, obige Auslassungen für andere Orte zu berichtigen, so würde es meinerseits unterblieben sein, auch nur ein Wort über dieselben zu verlieren, so glaube ich es aber den Parteigenossen schuldig zu sein, den Vorgang in der Versammlung zu Wandsbeck, trotz der Berichte, die darüber ge- liefert sind, nochmals zu erwähnen. Die prinzipielle Meinungsdifferenz, die zwischen mir und Herrn Haseuclever durch dessen Ausspruch:„Aller Egoismus wird im sozialistischen Staate aushören" entstand, wurde meinerseits dahin interpretirt, daß der Egoismus selbst im sozialistischen Staate nicht aufhören würde, weil der Trieb des Individuums, um Gutes und Vollkommenes zu schaffen, nicht nur vorhanden, sondern auch noth- wendig sei, da in ihm der Fortschritt der menschlichen Gesellschaft begründet sei. Es ist selbstverständlich, daß damit alle Erfindungen u. s. w. nicht zur Ausbeutung Anderer benutzt werden können, wie es heute geschieht, sondern nur der Gesellschaft zu Gute kom- inen werden. Wie ich ans Tölcke's Bericht ersehe, hat Herr Hasen- clever dieselbe Meinung gehabt, freilich in der Versammlung mag ich es Uberhört haben, und so ist es erklärlich, daß die Worte, die Tölcke Herrn. Hasenclever in den Mund legt, mit dem üblichen Beifall begleitet wurden, während meine„verschrobene Auf- fassuug" allgemeines Erstaunen hervorrief. Wenn aber Herr Tölcke behauptet, ich wäre ganz vom Sozi- alismus abgekommen, und dies dem Geschäftsgang der Partei, den sozil'politischen Wochenberichten zur Last legt, so meine ich, läßt sich in solcher Tagesordnung der Sozialismus recht gründlich be- handeln. Für Herrn Tölcke vielleicht nicht. Oder meint man, wenn der Sozialismus erörtert werden soll, so müsse in einem halbstündigen Vortrag mindestens 50mal der Name Ferd. Lassalle, oder Organisation, Allgemeiner deutscher Arbeiterverein genannt werden? Aber angenommen auch, ich hätte einen prinzipiellen Jrrthum begangen, muß man dann so unfläthig werden uud mit Ausdrücken, wie:„verschrobene Köpfe" um sich werfen? Bessern Sic sich gefältigst selber, Herr Tölcke, bevor Sie Andern vorwerfen, sie verstünden in Diffcrenzpuuktcn die Sache nicht zu behandeln und könnten nur auf Persauen herumreiten. Rnd. Praast. Nürnberg. Der Ortsverband der deutschen Gewerkvereine des Herrn Dr. Max Hirsch in Berlin bietet augenblicklich ein Bild großer Zerfahrenheit. Während der Gewerkverein der Schreiner nichts mehr zur Krankenkasse nach Berlin bezahlt, weil man zur lleberzeugnng gelangt ist, daß man mit einer Krankenkasse am Orte besser fahre, als mit einer allgemeinen, von Berliner Faiseurs Tangenbielun, 23. Januar. Sonntag den 26. Januar hielten wir Volksversammlung ab, zu der ich den Parteigenossen Philipp Wiemer auö Hannover eingeladen halte. Trotzdem, daß das Lokal, wo die Versammlung stattfand, am äußersten Ende des Dorfes, also ziemlich eine Stunde vom Hanse der meisten Besucher entfernt liegt, so waren die Lokalitäten doch vollständig überfüllt, es war eine Menge» von ca. 8— 900 Personen, es mußten jedoch noch sehr Viele umkehren, weil eS eine Unmöglichkeit war, inehr unterzukommen. Zur Tagesordnung hatte ich„die Arbeiterbewegung und ihre Ziele" aufgestellt, worüber Herr Wiemer refcrirte. Dieser hatte wohl eine Stunde gesprochen, als einer der Polizeibeamten die Versammlung für geschloffen erklärte. Alles Protestiren half nichts und mußten wir uns dem Machtspruch des Beamten fügen und auf die weiteren Ausführungen des Referenten Verzicht leisten. Unter stürmischen Bravos entfernte sich das Volk. Nach der Ver- sammlung fand ein Kränzchen in demselben Lokale statt, das bis zum frühen Morgen währte. Vor Schluß der Versammlung sprach Herr Wiemer gerade darüber, daß Hunderte von Millionen für Kriegszwecke verwandt würden, bedeutende Summen alljährlich ver- pulvert würden, er überhaupt den Nutzen des stehenden Heeres nicht begriffe, indem es keine produktive Arbeit verrichtete, eö müßte denn das Bombardiren von Städten und das Einäschern von Dörfern, sowie die Vernichtung von Menschenleben als eine solche angeschen werden. Diese letzteren Aeußerungen waren der Grund .nr Auflösung der Versammlung. Ich habe Wiemer eingeladen, in vierzehn Tagen wieder zu kommen und seinen Vortrag fortzusetzen, was.derselbe auch zusagte. Trotz aller Hindernisse und Nörgeleien unserer Gegner geht die Bewegung ihren flotten Gang w.iter; wir haben alle Mittwoch und Sonnabend Versammlung, und ist erst Kühn wieder aus dem Gefängniß,joll es noch viel besser werden. Vorige'Woche sind einem Polizeibcamten die Fensterscheiben in der Nacht eingeworfen worden, natürlich sagen unsere Gegner, daß es ein Demokrat war. Das Richtige wird sein, daß einer unserer Gegner irgend ein verkommenes Subjekt zu diesem Bubenstück ge- düngen hat, um uns und unsere Sache zu diskreditiren. Mit sozialdemokratischem Gruß Adolf Wald. Konstanz. Am Sonntag den 26. fand, vom Berein Singen einberufen, eine Arbeiterversammlung in Singen statt, welche von den Vereinen zu Schafshausen, Radolfzell, Konstanz und Singen besucht war und den Zweck hatte, dem Verein Singen, der durch Schuld des ersten Vorstandes zurückgekommen war, materiell und moralisch zu seiner Reorganisation behülflich zu sein. Die Ver- Handlungen wurden durch Ssturm aus Schaffhausen mit einer trefflichen Rede eröffnet und dann zum Vorsitzenden Unterzeichneter, zum Schriftführer Kühne aus Radolfzell gewählt. Nachdem erst noch Sturm eine Depesche an Bebel resp. an seine Wähler auf- gesetzt hatte, deren Kosten durch freiwillige Beiträge gedeckt wurden, begann die Verhandlung. Herr Golfer von Singen legte den Sachverhalt offen dar uno bezichtigte den ausgetretenen Vorstand der Liederlichkeit in Vereinssachen. Künstli von Radolfzell bean- tragte gerichtliche Verfolgung desselben, da ja im August das l tzte Protokoll aufgenommen war. Den meisten Beifall erntete Sturm, der in gediegener Rede die Bestrebungen der Sozialdemokratie klar- legte uud die Versammelten zum Beitritt in die Partei aufforderte. ES sprachen noch Götz, Arandt von Konstanz, KatteraS und Buch- mühl von Schaffhausen, Brachsmeder, Künstli k. Später fand sich auch der ausgetretene Vorstand ein, doch wurde ihm nach An- hörnng seiner Vertheidigung bedeutet, daß er nichts mehr verloren verwalteten, haben die Mitglieder des Gewerkoereins der Draht-! habe. skZ wurde eine Kommission von je 1 Mitglied ans Schaff zieher in Allersberg erfahren müssen, was die Harmonieapostel des hausen, Radolfzell, Konstanz, z jevct so fort zu arbeiten, für den bisher gezahlten Lohn. Einzelne Ar- je» Leiter versuchten nun auf gütlichem Wege den Fabrikanten dahin j Zh bewegen, den alten Lohnsatz vom Jahre 1865 wieder einzn- isse» �hren, aber vergeblich. Hieraus traten nun am 13. Januar sämuit- weil llche Weber zusammen, wählten ein Comito, welches dem Herrn »Mayer den vorher erwähnten Vorschlag machte. Hierauf erklärte rets � Fabrikant: Wer nicht für den jetzigen Lohn fortarbeiten wolle, - yi» brauche nicht zu kündigen, sondern könne sofort seine Entlas- suug haben, denn die Kohlen uud das GaS fei so theuer, er könne NN siv» wehr zahlen. rua i jlti ege* ver Am 14. gingen nun sämmtliche Arbeiter hin, um nochmals Rücksprache zu nehmen, da fanden sie die Fabrik geschlossen und von Polizei und Gensdarmen besetzt. Die Entlassungsscheine ........----,...... 7........ t--,------'ilrbcitersirche beim Strike der Metallfchläger in Fürth erzeugt U,i{ Wittel und WohnuugSmiethe nicht mehr im Stande waren länger hatten, zu schlichten, wurde er zu gleicher Zeit beauftragt mit Herrn Büchner, dem Vorstand des Gewerkvercins der Maurer und Steinhauer, und einem zweiten nach Allersberg zu gehen, um sich an Ort und Stelle über die Lage der dortigen Drahtzieher, welche dem hiesigen Gewerkverein der Drahtzieher angehören, zn unter- richten. Bekanntlich hat das Organ der deutschen Gewerkvereine vor einigen Wochen die Lage jener als eine ungemein traurige bezeichnet. Anstatt sich nun bei den Arbeitern umzusehen, gingen die drei Herren Delegirten zum Fabrikherrn, um sich bei diesem Raths zu erholen. Selbstverständljch schilderte dieser seine Lage als eine solche, daß er womöglich noch schlechter daran sei, als die Arbeiter. Im„Gewerkverein"— so ist das Vereinsorgan betitelt— erschien ein entsprechender Bericht, in dem den Draht- ziehern in Allersberg der tröstliche Rath ertheilt wurde, sich ander- wärts um Beschäftigung umzusehen. Die also Getäuschten wandten sich brieflich hierher uud berichteten, daß Herr Andreak und dessen Reisegefährten bei ihrem Fabrikhcrrn Gastrollen gespielt, mit ihm gezecht und von ihm Geschenke angenommen, sich aber nicht im Geringsten um die Arbeiter bekümmert hätten. Der hiesige Orts- verband sah sich in Folge dessen veranlaßt, dem Generalrath in Berlin ein Mißtrauensvotum zu dekretiren, gegen welches nur Herr Rüssel mit seinen Anhängern auftreten wollte, allein angesichts der feindseligen Stimmung mit ungefähr zwölf Mann den Saal ver- ließ. Wir wollen sehen, ob nach solchen Vorgängen den hiesigen Mitgliedern der Gewerkvereine der Flaschner, Maurer und jStern- Hauer, Drahtzieher und Metallfchläger, Schreiner und Maschinen- bauer die Augen nicht aufgehen werden. Wenn sie jetzt noch nicht begreifen» daß ihnen von Berlin aus kein Heil kommt; wenn sie jetzt noch nicht einsehen, wie Diejenigen, welche fortwährend die Harmonie zwischen Kapital und Arbeit predigen, diese Harmonie auffassen, wie sie sich auf Kosten der Arbeiter im Lande herum- treiben, auf Kosten der Arbeiter GeneralräthleS spielen, mit den Fabrikanten Harmoniren und die Arbeiter verrathen, dann verdienen sie nichts Anderes. Gründet unabhängige Fachvereine und Ihr werdet besser fahren.(Fürther Dem. Wochenblatt.) zu 2 anS Singen bestimmt, welche in 14 Tagen das Weitere zu untersuchen und zu bestimmen hat. Die Versammlung wurde gegen 6 Uhr geschlossen und die noch übrig bleibende Zeit bis zur Abfahrt des Zuges der geselligen Unterhaltung gewidmet. Komische und ernste Vorträge wechselten berg kam, um die Streitigkeiten, welche die Mißverwaltnng der! mit Gesang ab. Den Schluß bildete noch eine Rede unseres Herren Rüssel und Konsorten und namentlich ihr Venrath an der Sturm, worin derselbe die Anwesenden ansforderte, bei Wahlen Herrn Hirsch unter Agitation für Besserung der Lage der arbei tenden Klassen verstehen. Als kürzlich Herr Andreak, neben Hirsch, Waldow, Ramsch, Schlesinger das hervorragendste Mitglied des Generalrathes der deutschen Gewerkvereine, von Berlin nach Nürn- dt tvaren schon ausgefertigt und jedem Weber seine ihm eigene Sachen aus dem Hose zusammengestellt. Jeder nahm nun seine Sachen und seine Entlassung und damit war die Sache gemacht. Kollegen! Vor allem bitten wir Euch, den Zuzug von hier Anzuhalten bis wir unsere Forderung durchgesetzt haben und wir fne« fest entschlossen, bis auf den letzten Augenblick auszuharren, - srvtzdem wir meistens Familienväter sind. Ferner richten wir an Euch die freundliche Bitte, uns nach Kräften zu unterstützen, wir sind gern bereit in späterer Zeit den Fehler wieder gut zu machen, welchen wir dadurch begangen haben, das wir nicht organisirt u»aren. Wir haben jetzt einschen gelernt, wie nothwendig eine Or- stanisation ist und werden fortan dafür Sorge tragen. Sorgt für schnelle Unterstützung. Briefe u. s. w. bitten wir an de» Unter- Kichneten richten zu wollen. Mit Brudergruß und Handschlag im Auftrage des Coimtss: Ferdinand Koch, Vorsitzender, Kahlenhausen Nr. 23. Kamburg. 19. Jan. Zur Abwehr. In Nr. 6 des„Neuen �vzial-Demokrat" befindet sich folacuder von Herrn Tölcke ver- Wer Artikel: „"Eine Intelligenz der Eisenacher Partei. In der Volksversammlung zu Wandsbeck am 7. dss. hatte der Präsident 8 Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, Hasenclever, in seiner D. gut! i U« ingi Ze') rlH muH t vie ein' cletz u. sich die Arbeiter deS 17. Wahlkreises zum Beispiel zn nehmen und ihre Stimmen nur wahren Volksmännern zu geben, damit auch uns einst die Sonne der goldenen Freiheit leuchten möge.'Nächstens wird hier ebenfalls eine Arbeiterversammlung abgehalten werden zur Besprechung über die hiesige Krankenkasse. Davon nächstens mehr. Hoch lebe die Sozialdemokratie! Hoch Bebel! Mit Gruß und Handschlag C. Schröder. Lörrach, 27. Januar. Wir können von hier die erffeuliche Mittheilung machen, daß es bei den hiesigen Arbeitern immer mehr tagt und daß unsere Partei von Woche zu Woche an Mitglieder» zunimmt. Wir alle sind bestrebt, für die Partei nach Kräften thätig zu sein und wer sollte dies nicht angesichts der immer höher gehenden Wogen der Arbeiterbewegung! Das tapfere Verhalten unserer sächsischen Parteigenossen bei der Wiedenvahl Bebel's muß uns allen ein Vorbild zur Nachahmung sein, wie ja offenbar das mannhafte Auftreten Bebel's selbst wieder günstig auf seine Wähler einge- wirkt hat. In unserer Sitzung von, 25. d. M. haben wir denn auch einstimmig beschlossen, dem Parteivertrcter Bebel unser» Glück- wünsch zur Wiederwahl durch den„Volksstaat" zn entbieten. Mögen neben ihm bald recht viele Parteigenossen im Reichstage Sitz und Stimme erlangen. S. Kokzmindcn, 25. Januar. Eine Parteimitgliedschaft ist auch hier vor einigen Wochen gegründet worden. Wenngleich dieselbe noch jung ist, so macht sie doch glänzende Fortschritte und steigt an Mitgliederzahl mit jedem Tage. Wir werden bemüht sein, an Zahl der Mitglieder, sowie an Thätigkeit für die große Sache der Arbeiter mit den älteren Mitgliedschaften zu wetteifern. Weimar, 18. Januar. Heute begruben wir unter einer Bc- theiligung der Bevölkerung, wie sie selbst einem preußischen Ge- sandten ausfällig war, einen braven Parteigenoffen, den Literaten Heinrich Jäde. Einer der wenigen Demokraten aus dem Jahre 1848, der trotz deS Abfalls fast sämmtlicher seiner früheren Ge- flnnungsgenossen, trotz des zeitweiligen Schwankens des Volks, nie zn einem Machtaubeter geworden ist, der gleich Johann Jacoby im Volke lebend, im Volke wirkend, als wahrer Sozialdemokrat Kköerfeld, 12. Januar. In Nr. 263 vom 22. Dezember 1872 sich bekannt, blieb er bis zum letzten Augenblicke seines Lebens An- m den Grundsätzen der Freiheit, des BolkSwohlergehens getreu. erkennung seiner Gesinnungstreue. Ehre seiuein Gedächtniß! Wüyrhansen i. Th., 21. Jan. Am 12. dS. M. wurde Vchneiderö Etablissement eine Versammlung der Schuhmacherge- selten abgehalten, in der Herr W.Bock aus Gotha über die Lohn- und Arbeitszeitverhältnisse der Schuhmacher unter großem Beifall rcferirte. Nach Schluß der Versammlung wurde sofort ein Fach- verein der Schuhmacher gegründet und zählt derselbe gegenwärtig KV Mitglieder. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Verein bedeutend an Mitgliedern zunehmen wird; nur möchten wir Herrn Bock ersuchen, uns öftere BesDche abzustatten. ZSrüsser, 21. Januar. Die„Brüderliche Schneidergehilfen- Genossenschaft" von Brüssel macht hiermit allen Schneidcrgehilfeu deö In- und Auslandes bekannt, daß am 9. März d.J. in dem Lokal ä la Colliue, nie de la Colliue Nr. 18 ein allgemeiner Kongreß der Schneidergehilfen stattfinden wird. Tagesordnung: „Berathung der Unions- Statuten." Die Sektionen, welche Vor- schlüge zu machen haben, wollen solche an den Unterzeichneten ein- senden. Solche Sektionen der Schueidergehilfen, welche sich zu unseren Grundsätzen bekennen, werden freundlichst ersucht, sich durch Dclcgirte vertreten zu lassen, eventuell Mandate einzusenden. Zur Begrüßung der Delcgirten findet die erste Sitzung Sonntag, den 9. März Vormittags 10 Uhr statt; die zweite, 2 Uhr Mittags, ist dem geschäftlichen Theil gewidmet. E. Zegers, korrespondirendes Mitglied, nie Haute 23. jStnsljeiitt, 29. Jan. Ein aus Ebersbach hiesiger Parteimit- gliedscha t in mehreren Exemplaren zugesandtes Muckerblatt(das FricdcnSblatt) beklagt sich über die geringe Betheiligung au dem Abonnement und erklärt, daß es in Folge dessen nur noch einmal statt wie bisher zweimal monatlich erscheinen könne. Wenn diese Augenverdreher nun bei den Sozialdemokraten für Verbreitung ihrer Blätter sich umthun zu müssen glauben, so dürfte das Ver- schwinden solcher Blätter bald in Aussicht stehen.*) Schivabach, 26. Januar. Heute war unsere Stadt in Auf- regung, wie das ganz selten bei uns vorkommt. Große Plakate au den Straßenecken zeigten an, daß um 3 Uhr Nachmittags eine Volksversammlung stattfinden solle. Die Namen der als Referenten bezeichneten Männer ließen daö rothe Gespenst in so und so viel Köpfen aufsteigen.„Die Rothen von Nürnberg kommen!" Alles strömte zum großen Saale deö Gasthofes zun,„Hirschen", um die Ungeheuer zu sehen und zu hören. Nachdem der Unterzeichnete, noch bis vor kurzer Zeit ein ruhiger Staatsbürger, zum Vor- sitzenden und Herr Lindner, Drechslermeistcr von hier, zum Schriftführer gewählt worden war, referirte Herr Grille«berger in einer anderthalbstündigeu, von der ganzen Versammlung mit der größten Aufmerksamkeit verfolgten Rede über die Grundsätze der Sozialdemokratie. Die anwesenden Volksparteiler verzogen die Gesichter gewaltig und schickten dann ihren besten Redner, Herrn Ockonom Dümmling, einen gewesenen Schulmeister, gegen den Referenten auf die Tribüne; dieser aber und Herr Redakteur Memminger schickten ihn mit Gegenbeweisen, Hohn und beißender Sathrc wieder so hinunter, daß ihm zeitlebens die Lust vergangen sein wird, mit Sozialdemokraten anzubinden. Die von den Gegnern verlangte Abstimmung, ob die Versammlung für Dümmling oder für uns sei, ergab, daß für uns eine erdrückende Majorität war. Selbst die Bauern stimmten mit dieser, und das will hier was heißen. Herr Memminger rcferirte dann über:„Die Presse und die öffentliche Meinung". Er schilderte zuerst die Preßzustände im Allgemeine»� dann ging er darauf über, die hier und in der Um- gegend am meisten gelesenen Blätter zu kritisiren. Er that dies in der vernichtendsten Weise. Allgemeiner Beifall folgte seinen wie Grillenberger's Worten. Nachdem beide Referenten noch warme Ansprachen zur Gründung einer Parteimitgliedschaft gehalten, schloß ich die Versammlung. Die Anwesenden trennten sich in sichtlich gehobener Stimmung. Der Aufforderung zur Einzeichnung in die von mir aufgelegte Liste wurde sofort von zwanzig Männern Folge gegeben, so daß von nun an auch Schwabach, das bisher nur von den Berliner„Hirschen" okkupirt� war, im Verzeichniß der Mit- gliedschaften der sozialdemokratischen Arbeiterpartei stehen wird. Hintenan werden wir aber nicht stehen bleiben. Der Tag von Damaskus ist für uns gekommen. Drum vorwärts nnt dem Rufe: Hoch die Sozialdemokratie! Ferdinand Heim, Metallschlägermeister. ßhlingen, 16. Januar. In letzter Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Arbeitervereins wurde, nach vorherge- gangener Diskussion, folgende Resolution zur Abstimmung ge- bracht und einstimmig angenommen:„ES ist Pflicht-ineö jeden Mitglieds des sozialdemokratischen Arbeitervereins auf den„Volks- staat" zu abonniren, und seine etwaigen Mitleser nur unter noch nicht der Partei Angehörigen zu sammeln." Banzhaf. Wudapest, 30. Januar. Der Strafsenat des obersten Gerichts- Hofes hat gestern, fast unbemerkt ein Affaire cndgiltig entschieden, welche im Sommer deö Jahres 1871, und während der Schluß- Verhandlung vor dem als erstem Gericht ftingirenden Pestcr Kriminalgericht, im Mai deö vorigen Jahres, allgemeine Sensation erregt hat. Es ist der Hochverrathsprozeß der Pester Arbeiter. Es ist nickt ohne Interesse, die Urthcilc der drei Instanzen in dieser cause celsbre' zu rckapituliren. Das Pester Kriminalgericht ver- urtheilte den Hauptangcklagteu Sigmund Pollitzer wegen Ata- jestätsbeleidigung zu Kmonatlichem Arrest, und sprach die übrigen Angeklagten, Karl Farkas, Ludwig Szvoboda, Victor Külföldy, Andr. Eßl, Anton Jhrlinger von der Anklage des Hochverraths wegen Mangels an Beweisen frei. Die königl. Tafel ver- urtheilte Pollitzer zu derselben Strafe, jedoch wegen Majestäts- beleidignng und Hochverrath und sprach die Ucbrigen wegen ungenügender Beweise ftei. Der oberste Gerichtshof bestätigte dieses Urtheil mit der Modifikation, daß Pollitzer blos des'Ver- brcchens des Hochverraths(Jnfidelität) schuldig erklärt wurde. Wien. Eine Deputation der Bergarbeiter aus Karbitz begab sich am 13. d. M. zu dem Ackerbau-Ptinister Chlumetzki und überreichte demselben eine Denkschrift, in welcher um endliche Be- seitigung der zahlreichen Uebelstände in der Knappschaft gebeten wird. Nachdem Stefan Schäfer den Sachverhalt dargelegt, erklärte der Herr Minister, daß er Alles, was in seiner Macht liege, thun werde, um den Wünschen der Bergarbeiter von Karbitz ge- recht zn werden.— Den Arbeitern der amerikanischen Schuh- fabrik wurde vor einigen Tagen angekündigt, daß sie für die Folge für das Werkzeug selbst sorgen, dasselbe anschaffen und im Stande halten müßten. Die Arbeiter verlangten dagegen, daß der seitherige Usus beibehalten werde. Da hierauf nicht eingegangen wurde, stellten sie am 13. die Arbeit ein. Vor Zuzug wird ge- warnt. Briefe u. s. w. sind zu senden an Anton Mayer, VI., Hornbostelgasse 1.— Auch die Buchdrucker rühren sich haben sämmtliche Setzer der„Deutschen Zeitung" die Arbeit ein- gestellt, weil einein Kollegen wegen einer Preisfrage sofort ge kündigt wurde. Die koalirten Prinzipale beabsichtigten eine allgemeine Kündigung. Zuzug ist zu verhindern. �arks, 17. Januar. Am 6. d. M. geleiteten wir den Partei- genossen Theodor Stade, Schneider aus Warnow(Mecklenburg- Schwerin), zur letzten Ruhestätte. Rastlos und opfcrvoll war die Thätigkeit, die er in der Blüthezeit der Lassalle'schen Bewegung unter den deutschen Arbeitern in Paris entwickelte, und die Schwind- sucht, der er in seinem 33. Lebensjahre erlegen ist, rührt theilweise wohl von jenen Anstrengungen her. Er fungirte bis 1869 als Bei- tragsammler hicrselbst, unterhielt die Verbindung der hiesigen Partei- genossen mit dem Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein und ge wann 80 Abonnenten für den„Sozialdemokrat," die freilich in Folge der Haltung dieses Blattes wieder verloren gingen. Nack dem Eiscnacher Kongreß brach auch Stade seine Verbindung mit dem„Sozialdemokrat" ab und finden seitdem keine Präsidenlschasts- pläne mehr unter den hiesigen Mitgliedern Anklang(was beiläufig Herrn Liebisch in Leipzig auf seine ueulichen brieflichen Anknüpfnugs- versuche zur Gründung einer„dritten Fraktion" als Autwort dienen möge). Bis in die letzten Tage vor seinem Tode hörte � t a d e nicht auf, für die Arbeitersache zu wirken und hat auch im vorigen Jahre seine Schuldigkeit gethan.— Die Beerdigung erfolgte nach den Willen unseres verstorbenen Freundes ohne jede kirchliche Ceremonie. Dieö zur Nachricht für seine zahlreichen Freunde, besonders in Hamburg. Die deutschen Parteigenossen in Paris. Zwölftes Ttistnngssest mit Fcflaktus, Cammers und Ball, wozu alle Parteigenossen und Freunde �dcs Vereins von Nah und fern herzlich eingeladen sind. Briefkasten der Expedition: Pichler in Hannover: die 6 Hefte deS Hochv.- Proz. kosten 15 Gr., Porto 1'/, Gr.— Fennmann Dulsberg f. 1. Q. 4 Thlr.— Sassen in Neviges f. 1. O. 5 Thlr.— Lippert in Landshut: Photographien werden wir Ihnen senden. O. Böttgcr, Berlin für Schrft. 10 Gr. crh.— Müller in Glanchan f. Ab. 4. Q. 46 Thlr. 13 Gr.— Lanzendorf in Großcnbain f. Schrft. 7 Gr. Dallmaun in Eelle f. Schrft. 8 Gr. 5 Pf.— Taubcrt in Connewitz f. Ab. 4. Q. 4 Thlr.; der Redaktion:?München. Bis jetzt ist uns einBericht über eine Schmiedeversammlung nicht zugegangen, auch die nnS zugesandte„Münchener Volkszeitung" enthält einen solchen nicht.— E. Isaak, Zimmerer in Breslau: Wenden Sie sich an den Vor- sitzenden der Juternationalen Gewerkschaft der Maurer und Zim- merer, Ernst Knopf, Palmstraße 55 im Destillati. nsgeschäft in Dresden.— Schönberg in Hildesheim: die Adresse ist Mickael Jung, Gasthaus zur goldnen Sonne, Brückenstraße in Regensburg. — W. Muschan in Berlin: die Adresse Stelzer'ö ist Kapellengasse 11 Reudnitz Leipzig.— H. F. in Berlin: Ihre Arbeiten sind uns sehr willkommen.— Albert in Glauchau: Für die Mittwochnum- mer unmöglich. Zum Waillfoud Liebknechts. Von Wetzet in Hohenheim 27 Gr. Die Exped. d. V. Für politisch tssculasiregeitc. Gesammelt von Schubert am Shlvestcrabend im Volks-Verein zu Kirchdcrg i. S. Thlr. 1. 6. v. S. in ti. 5 Ngr., von GesiunungS« genossen in Borna Thlr. 1. 15.—., von Pappenhcim durch Babing in Berlin 2 Thlr._ GenossenschastSbachvruckerei. Antheilschcine beziehendl. Aulheilquittungen erhielte» serner: in Leipzig W. G. Thlr. 20, A. Th. 1, A. G. 1, 91. H. 2, E. S. 2, Chr. S. 1, C. P. 1, W. R. 1, B. R. 1, E. Gr. 1; in Hannover C. k. 1, F. B. 1, R. E. 1, Aug. L. 2. F. W. 1, Ztz. 1. I. Z. 1; in T. A. R. 10; in Gera C. B. 10: in Wüten a. d. R. C. W. 1, Th. 1. 1, L. V. I, F. T. 1, H. B. 1, Arb.-Bild.-Ver. 1; in Müiichcnberusdorf E. R. 4; in Geithain G. St. 1, D. H. 3; in Eisenach R. B. 10; in Thonberg M. D. 1; in Hamburg P. 50, D. 10, A. G. 3, E. P. 3, I. P. k. 5, R. P. 1. G. St. 1, H. M. 5, F. L. 2. H. P. 1, H. St. 1, H. Sch. 2, H. B-. 2. Th.?). 2, I. A. M. 1. C. H. 1, F. T. 1.-F. P. 1. G. H. 10, I. W. 2; > Aliona F- G. 10, H. S. 1; in Wandsbeck C. S. 3, PH. M. 2, . M. 2, F. M. 2, F. H. 0, I. L. 1, Ht. 1, I. O. 1, H. 2. 1; in Breslau. 1 8 r» 1 Zur Beachtung. Die Kontrolkommission der sozialdemokratischen Ar« beiterpartci fordert den Vertrauensmann der Fürther Mitgliedschaft, Hrn. G. Goetz, auf, den am 13. Januar dss. I. an ihn abgesandten Brief>» nunmehr sofort zu beantworten, widrigenfalls derselbe /sich die Folgen* selbst zuzuschreiben hat. Im Auftrage der Kontrolkommission: _____ H. Oehme' Cöln. Versammlung der sozialSemokratischea Arbeiterpartei.! Sonntag den 9. Februar, Morgens 11 Uhr, im Lokale de« Herrn Wißdorf, Thieboldsgasse 102.— Tagesordnung: Die Concessions- crtheilungeu im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte.— Abrech- nung.— Verschiedenes.— Um zahlreiches Erscheinen wird besonder» gebeten. Der Vertrauensmann. Photographien von den hervorragendsten Sozialisten und Cammune-Mitgliedcrn. Das Dutzend 15 Ngr. sowie einige große Congrcßbilder sind zu beziehen durch _(3a)' Hcarirlte verin. Snicliag, Christianstr. 16, 4. Et. i Der ArbcitrrbilvungSverein feiert Sonntag, den S.» Februar im Schillcrfchlößchen sein Die Festrede hält Julius Vahltcich aus Chemnitz Eintritt gegen Karten, welche(ü 2'/, Ngr.) vorher im Vereinslckal, Palmstraße 20 xt. zu eutnchmen sind Eßlingen. (26)' Nächsten Sonntag gesellige Zusammenkunft bei Meyer, Wirth, Fabrikstraße.Z Mmöurg. Conerrt und Ball Am Sonnabend den 22. d. M. findet in Tülgens großen Saal statt, veranstaltet von den Mitgliedern de« socialdemokratischen Arbeiter- j verein». Um recht zahlreiche Betheiligung ersucht Das Comitee.- Einlaßkarten pr. Stuck 4 Schillinge sind zu haben bei den Colpor- � teuren de»„Bolkstaat", bei Herrn Gcib, RLdingsmarkl 12, und i» allen Volksversammlungen. �a)» parnlDver. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Sonnabend, den 8. Februar, Versammlung im Lokal des Herrn Bartling, Knochcnhauerstraße 59. Tagesordnung: 1. Sozialpolitischer Wochenbericht. 2. Vortrag: Sind die Prinzipien der Sozialdemokratie sittlich oder kulturfeiudlich. 3. Fragekastcn. Die Mit-j glicdcr werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Gäste sind willkommeng ___ Der Vorstand. J Leipzig. Leipzig. Agitationskomitee. Sitzung Mittwoch im Lokal. Thcilnehmer zu gut mcublirtcr Wohn- und Schlafstube mit Saal- und Hausschlüssel wird gesucht. ___ I. Müller, Kolporteur, Bairischestr. 8b 4 Tr. j Versammlung sämmtlicher Vorstände der Gewerk- sch asten und Fachvercinc. Mittwoch, den 5. Februar, Abends 8 Ubr kl. Windmühlenstr. Restauration von Winklcr. Es ist Pflicht zu erscheinen. O. St es; er. Sozialdemokr. Arbeiterverein. — *'T Freitag, den 7. Februar Abends 8 Uhr bei Zeidler gr. Windmühlenstraße 7. Tagesordnung: Sozialpolitischer Wowenbe-i richt. Referent Rauscher. Fragekasten. Gäste sind willkommen. _ Der Borstand.! Leipzig. Gewerkschaft der Holzarbeiter. Außerordentliche Scktionsversainmlung der Tischler und Piaiiofortcarbcitcr Sonnabend, den 8. Februar, Abends 8 Uhr bei Zeidler, Windmühlenstr. 7. Tagesordnung: Ergänzungswahl des Vor-j standes. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht.(2a) Der Bevollm. �„ Buchbindervercin. ''ö* General ersammlung, den 8. c. Abends 8 Uhr in der Thiems'fchen Brauerei. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl eines Kassirers u. dessen Stellvertreter. 3. Ergänzung der GeschästSorduung 4. Die Gründung einer Juvalidenkasse. Das Erscheinen aller Mit' glieder, sowie Mitbringen der Mitgliedskarte ist erforderlich. D. V. j London. Spandau I. G. 3, P. G. 3; in Saarbrück C. A. 10, I. R. 10, P. S. 10; in Markirch I. S. 2, G. H. 2, Chr. F. G. 1, E. R. 1; in Dessau F. P. 3; in Ronneburg F. P. 10; in Wiesbaden W. S. 4, in S. bei Marienbcrg A. G. 10; in Penig R. R. 1, B. St. 1, A.D. 1, L. L. 1, St. Sch. 1, in Hohenstein-Ernstthal F. K. 10, C. B. 8. 19.—., in Mitt- Weida A. St 10; iu Dresden 9l. H. 1, E. B. 1, E. N. 1, E. K. 2; in Magdeburg Frau S. 2; in Mainz B. J. Lc. 20, H. Le. 20, P. Lch. 2, H. M. 2, K. SC. 3, F. F. 2, F. W. Z. 2, J. G. 3, I. Sp. 3. I. L. 2. B. I. Le. 2, K. Le. 2, I. Le. 2; iu Berlin E. B. 10, H. B. 1. 1, F. M. 10, Scbm. 10, A. B. 10. Bomt. 1, I. A. 1, A. H. 1, E. M. 1, F. it. 1, H. B. 11. 1. F. A. 10, Dr. M. 1; in Frankfurt a. M. F. S. 4, P. Z. 1; in Geyer H. R. 2, E. St. 2; in Hochfeld Chr. G. 1. 15.—., C. C. 1. 15.—. Hadlich, Cassirer. ArbeiierbildungSvcreiu. Deutsche Sektion der Internationalen Arbeiterassoziation. Unser Lokal befindet sich jetzt: 81 Blue Post Newinan Street Ox' ford Street W. C.— Es finden abwechselnd Vorträge über soziale unts politische Fragen statt.— Im Namen de» Verrins: der Sekretär. � | Meine Adresse ist: F. Lesiner, 12 PUsrox Str. Fitzroy Sq.__ j Spandau. dcls Lokal, Anzeigen zc. WOflttit Sozialdemokratische Arbei'crpartei. It-llUSIU« Den Mitgliedern zur Nachricht, daß alle Donnerstage im Schuhmacher- Amthauje, Gr. Bergstraße, die wöchentlichen Bersamm ' lungen stattfinden. Gäste sind willtommcn.— Tagesordnung für Don- iicrstaq den 5. d. MtS.: Verschiedenes. I. 91. I. Schaefcr. Der Arbcitcrbildnugsvcrcin feiert Sontl» abend den 8. Februar Llbcnds 8 Uhr iu'WeM Schönwatdcrstr. 41 sein erstes Familienfest. Verbundes mit Conzert, Gesang, Ansprache, Festrede, deklamatorische Vorträge»nt Ball. Das Billet 0 Sgr. Gäste können eingeführt werden. Zahl' reicher Besuch erwünscht.* Stuttgart. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Montag, den 10. Februar Abends 8 Uhc im„Adelberger Hof"(Eberhardistraße) geschlossene Mitg'irdcrversammlung. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstandes. 2. Jnneck Bercinsangelegenheiten. Sämmtliche Vercinsmitgliedcr werden dringend aufgefordert, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Mitgliedskaries sind vorzuzeigen. Der Vorstand. Montag, den 10. Februar 91bc»ds 8 Uhr bei DMlg&lUlt l). Schleißlnger Versammlung der Mitglieder der sozialdemokratischen Arbeiterpartei.— Tagesordnung: Sozialpolitischer Wochenbericht. Reserent Endres. 3- A. A. Hirt� Allgemeiner Deutscher Sattlervcrciu. -OHlltU» Sonnabend den 8. Februar Abends halb neun Uhr in Gratweils Bicrhalle", Commandant.ustraße 77: Vortrag und Vereins angelegcnheitcn. Der Vorstand. Sozialdemokratische Arbeiterpartei. -OU-lUl- Sonntag, den 9. Febr. Vormittags 10 Uhr in Lieber!'» Salon, Thorstraße 12.— Tagesordnung;„Schöffengericht und Volks- urtheil". Referent: Auer.— Die Mitglieder müssen pünktlich am Platze Nothgedrungeur Bitte. Der während seiner siebenjährigen Thäiig keil als Redakteur und Verleger des zu Guben erschienene«,.jetzt unter' drückten„Fortschritt«" viel gcmaßregclte Buchdrucker A. Saloino», welcher im ehrenhaften Kampfe um die gemeinsamen und höchstes Güter des Volkes Familicnglllck, materielles Wohl, persönliche Arbeit»' traft zum Opfer brachte, befindet sich zur Abbüßung seiner sechswöchiges Gefängnißstrase wegen eines Berichts über einen von Prof. Binder dort' selbst gehaltenen naturwissenschaftlichen Vortrags, betr. den Geist unsere! ! kirchlichen Feste, in Haft. Des überaus hart Verurtheilten Druckerei, di küinuierliche Erwerbsquelle seiner zahlreichen Familie, ist geschlossen u» nahm er die letzte Hoffnung mit ins Gefängniß, daß seine Bitte an ds Freunde der freiheitlichen Sache um Unterstützung seiner trostlosen Fa' milie während seiner Haft nicht vergeblich sein und in den Augen den' kendcr Menschen ihm nicht zur Unehre gereichen wird. Briefe sc. sink zu senden an Frau Salomen in Guben._ t [tut. Der Vertrauensmann. 3-6 ersuche die geehrten Abonnenten des vH Pelksstaat, welche mit ihren Abonnement für das erste Quartal 1873 nock im Rückstände sind, selbiges bis zum 15. d. M. zu entrichten, damit es mir möglich ist, pünktlich abzuliefern; auch fordere ich diejenigen, welche mit dem Abonnement vom vorigen Quartal noch im Rückstände sind, auf, selbiges sofort zu entrichten, da ich sonst keine Blätter mehr verabfolgen lassen kann. Gleichzeitig mache ich darauf ausmerksam, daß sämmtliche Schriften, die im„Volksstaat" bekannt gemacht werden, durch mich zu beziehe» sind. Photographien von Lassalle, Bebel, Liebknecht, Bracke, Liescr sc. sind wieder vorräthig. Die Filial- Expedition: C. H. Müller, Scharnfiraße 22. So •) Ein Heidelberger Parteigenosse und der Castellan de« Leipziger ArbeitcrbildungSvereins, denen das„Friedensblatt" gleichfalls zu wieder- holten Malen zugegangen ist, versichern uns, daß sie von demselben den richtigen Gebrauch zu machen verstünden. Arbeiterverein Geselligkeit. vHtiHUU« Sonntag den 9. d.M. Nachmittags von 6 Uhr ab gesellige Zusammenkunft mit Damen im Saale des„Hotels zur'Nova", Griincbaumbrücke, eine Treppe.. Um recht zahlreiche Betheiligung von Mitgliedern und Gästen bittet Der Vorstand. Im Auftrage: H. Oehme. In der Expedition des„Demokratischen Wochenblattes ist zu haben: in Nürudcrs Die Frelmaurcr. Eine Gefängnißarbeit von A. Mkmuiingcr. Rcdactcur des„Demokratischen Wochenblattes". Preis 18 kr. südd. 5 Groschen preuß. 25 kr. österr. In Partien billiger.(6b)'___ Soeben erschien: Es werde Licht. Poesieen von Leopokd Jacoöy. Zweite Auflage._ Ladenpreis für da» Einzelexemplar 15 Sgr. Bei 12 Exemplars wird für diese Auflage der Berkausspreis auf 5 Sgr. pro Exemplar ermäßigt. K.(f. Äliven, Berlin, Louisenstraße 45. Leipzig: Verantw. Redakteur R. Seisfert.(Redaktion und Expediti« Hohestr. 4). Druck und Verlag der GenossenschastSbachdruckerei. st ? A ir d> ti ri 3! d. «, w V ni b. fü T de Ul <5( pl Hl W P di de tn C de de