Erscheint wöchentlich 2 Mal in-!«ipjig. Bestellungen nehmen alle Postanstalten und Buchhand- langen des In- und Aus- lande« an. Flir Leipzig nehmen Be- stellungcn an: die Expedition, Hohestraße 4. die Genosienschafts- buchdruckerei, Zeitzcrstraße 44. �l- Bebel, Pctcrstraße 18. I. Müller, Bayerschestraße 8d, III. Der VollisKaat Mannementsprels: Für Preußen incl. Stempel- steuer 17 Sgr., für die übrigen Deutschen Staaten 12'/» Sgr, pro Quartal, pro Monat 4>/� Sgr. Für Leipzig und Umgegend pro Quartal 13 Ngr. Filialexpcditionen für die Ver- einigten Staaten: F. A. Sorge, Loi 101 Uodolron, dl. J, via Newyork. G. A. Lönnccker, ISö W. Lake Chicago(III.) OrgandersozialdemokratischenArbeiterparteiundderinternationalenGetverksgenossenschasten. Nr. 23. Mittwoch, 19. März. 1873. Gedenktage des Proletariats. 18. März 1871. �Tie Besteaten haben keine Geschichte", lautet ein altes Wort, denn was die Sieger für Geschichte ausgeben, ist die eigne Ver- herrlichung und die Beschimpfung der Ueberwundenen. Zum Glück ist das Wort nicht mehr ganz richtig, denn die modernen politi- scheu wie soziale» Kämpfe werden in einem so großartigen Maß- stab geführt, daß einerseits die gänzliche Vernichtung des Besiegten nicht möglich, andererseits, trotz aller Vorsichtsmaßregeln eine voll- ständige Absperrung der Wahrheit nicht zu bewerkstelligen ist. Nie haben die Sieger größere Anstrengungen gemacht, den Be- I>egten ihre Geschichte zu rauben, nie haben die Sieger dabei über so große Mittel mit so großer Rücksichtslosigkeit verfügt, als wäh- «»d und nach der letzten Erhebung des französischen Proletariats; aber trotz alledem hat die Wahrheit das Lügen- gewölke durchbrochen; und gibt es auch noch manchen uuerhellten Punkt,— in ihren Grundzllgen liegt jene gewaltigste und er- schütterndste Tragödie der Neuzeit klar, und dem Auge eines Je- den, der sehen will, erkennbar vor uns. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Ereignisse, welche dem Ausbruch des 18. März 1871 vorausgingen und ihn unmittelbar Hervomese». Am 2. September 1870 platzt bei Scdan die Eiter- beule des frauzösiscken Empire; der meineidige Mörder und Dieb des 2. Dezember*) wirft sich, vor der Rache des so schmachvoll dvn ihm betrogenen französischen Volks flüchtend, seinem„guten 'Bruder" und Gastsreund Wilhelm von Preußen in die Arme; Frankreich ist wehrlos unv verrathen; ein Heer von 300,000 Feinden zieht gegen Paris heran. Die besitzenden und„gebildeten" Klassen des Landes und der Hauptstadt sind niedergedonnert, un- sähig, sich zu einem Entschluß, sich zur That aufzuraffen. Das Boll, die Arbeiter von Paris, die Einzigen, die vor der wahn- sinnigen Kriegserklärung Protest gegen den Krieg erhoben � hatten,— jetzt, da eS zu wählen gilt zwischen verzweifeltem Wider- stand und feiger Unterwerfung unter die Befehle eines preußischen Junkers, der die Zerstörung der„großen Städte" sür eine mo- narchische Nothwendigkcit erklärt hat, und der nur deswegen den Frieden verwcfgcrt, weil das preußische Jnnkerintcrrsse die Re- Kurz 1792 und 93 war für die besitzenden Klassen der Sieg, 1870 war sür sie die Unterwcrsting eine ökonomisch- politische Existenzbedingung. Diese aus den Verhältnissen sich ergebende Wahrheit bildet den Ariadnefaden im Wirrwarr der nachfolgenden Ereignisse. Kein Zweifel, eine ächt revolutionäre Regierung hätte die Bourgeoisie spielend zur Raison bringen, die Bauern durch eine zweckmäßige theoretische und praktische Propaganda darüber auf- klären können, daß sie nur dem Namen nach zu den besitzenden Klassen gehören und durch wesentlich gleiche, nur äußerlich ver schiedene Interessen mit dem Jndustrieproletariat verbunden sind; aber ächt revolutionär konnte nur eine proletarische Regierung sein. Und Frankeich hatte eine Bourgeois- regierung. Es geschah, was geschehen mußte. Der revolutionäre Krieg wurde nicht organisirt, und nachdem man in der Provinz große aber plan- und sinnlose Kraftanstrcngungen gemacht, in Paris das Proletariat systematisch der Aktion entzogen nnd durch eine vier- monatliche Hungerkur geschwächt hatte, wurde Paris den Preußen überliefert. Trochu's„Plan" enthüllte sich in der Kapitulation, und dieselben Männer, die im September dem Feind„keinen Stein" geben zu wollen geschworen, gaben ihm nun zwei Pro- vinzen. Das Proletariat knirschte. Während der Belagerung hatte es, von der Außenwelt abgeschlossen, die politische Lage nicht zu über- blicken vermocht; die Schläge waren einander so rasch gefolgt, daß es nicht Zeit gehabt, sich zu sammeln. Nach der Capitulation tritt eine kurze Pause ein. Mit Em- pörung sahen die Arbeiter die Orgien der Krautjunkerrersammlung von Bordeaux. Ihre feige Servilität gegen den fremden Er- oberer wird nur übertroffen durch ihren wüthenden Haß gegen die Republik.- Was thun? Den Krieg fortsetzen der Nationalversammlung zum Trotz? ES ist unmöglich geworden Dank der viermonatlichen Demoralisation und Desorganisation durch die Regierung„der nationalen Vertheidignng"! So bleibt nur Eins, wenigstens zu versuchen: Rettung der Republik! Thiers, den die Krautjunkerverfammlung an die Spitze ge- stellt, ist Royalist; ist, wie er schon im Jahr 1848 bewiesen, ein stauration Bonaparte's erheischre— jetzt, dieser Gefahr, fanatischer, blutdürstiger Feind des Proletariats. und diesem Feind gegenüber entscheiden sich die Pariser Arbeiter Die Arbeiter sind bewassnet; sie lind während der Belagerung für den Krieg bis zum Aeußersten. Umsonst machen die bürger militärisch gedrillt worden; ste haben Flinten und Kanonen. Auf lichen Demokraten und Republikaner alle möglichen und unmög- ihnen, in ihnen ruht die Republik,-bic Regierung ist monar- lichen Einwendungen: Das Pariser Proletariat erzwingt chisch- bie sogen. Volksversammlung ist monarchisch, toud am 4. September die Prvklamirung der Republik und das Pariser Proletariat entwaffnet, so ist die Republik auf Gnade der Vertheid igung. Bürgerliche Republikaller bemäRtigen sich und Ungnade in der Gewalt der opalisten. der Regierung. Das Proletariat, um nickt dem in Eilmärsche» Mitte März ertheilt die royalistische Regierung den Befehl, liahcnden Feind das Schauspiel der Zersplitterung zu gebe», hat dem Pariser Proletariat seine Kanonen zu nehmen. ES ist der die fast uubegreistichc Mäßigung, das Staatsruder in den Händen Anfang der Entwaffnung. Tie Arbeiter widersetzen sich. Ei» der Männer zu lassen, von denen es weiß, daß sie seine tödtlich- blutiger Zusammenstoß wird aber vermieden bis zum 18. März. slen Feinde sind.— Die Belagerung von Paris beginnt. An diesem denkwürdigen Tag werden die Truppen zu einem ernst- That die Regierung der Nationalvertheidigung ihre Schuldig- hasten Ueberrumpelungsversuch benutzt. Er mißlingt: die Soldaten keit, organisirte und benutzte sie, wie es hätte sein sollen und schlagen sich zum Theil auf die �lte deö Volks, zwei Generale, können, die verfügbaren Kräfte der Hauptstadt und der Provinzen wiederholt zuin Brudermord�aufgehetzt, Le conti e und Thomas, so unterliegt es kaum einem Zweifel, daß die französische Re- publik sich ihrer auswärtigen Feinde erwehrt hätte. Allein die Re- gierung der Nationalvertheidigung wollte nicht siegen s weil ihr der Preis peS Sieges zu hoch war. Um den Krieg mit Erfolg Zu führen, mußte die Regierung das ganze Volk bewaff- uen, und das ganze Kapital Frankeichs einsetzen. Sie sollte weder das Eine noch das Andere. Das ganze Volk bewaffnen, hieß die Gewalt den besitzenden Klassen nehme» und ben nichtbesitzenden geben; und das ganze Kapital des Landes cin- sttzen, das hieß, Alles einsetzen, was für die besitzenden Klassen Werth hatte, und was nur durch den Einsatz in Frage gestellt Hwd. Die stemden Truppen vergriffen sich im Großen nicht an dem Eigenthnm. WaS ist aber den besitzenden Klassen Freiheit, Baterland, nationale Ehre, wenn das„Eigenthum"jnur nicht bedroht P■ Lieber die Preußen im Land und das Eigenthum unversehrt, ms die Preußen aus dem Land getrieben und das Eigenthum dabei z>, Schaden gebracht. ) Wohl rief man die Erinnerungen von 1792 und 1793 wach, das französische Volk, die Fesseln der Sklaverei abstreifend, das anstürmende Ausland über die Grenzen zurückjagte— allein d>e Ze>ten hatten sich gänzlich geändert. Damals kämpfte das � Usgerthum für die ncuerrungene politiscke Herrsckast, durck d/e seine ökonomische Herrschast besiegelt ward; und die von der Revolution in's Leben gerufene Klasse der freien Kleinbauern 'anipsw für ihre Parzelle, die ihr, mit dem Erliegen der Re- d°lntion, um eltbar verloren ging. Jetzt hatte weder daS Bitrger- chUtn für seine politische Macht und daS Recht der schrankenlosen psrnomischen Ausbeutung zu kämpfen, noch der Bauernstand für 'einen Besitz. Die politische und ökonomische Herrschaft des Bürger- Hiim« und der Besitz des Bauern konnte im Gegentheil erst durch e» revolutionären Widerstand und dessen Eonseguenzen in Gefahr '"Minen. Tie Sache lag also 1870 für die besitzenden Klassen genau umgekehrt wie 1792 und 1793. Damals heischte ihr Sonder- U'eresse den revolutionären Krieg; der Sieg des Auslands rich- P sie politisch und materiell zu Grunde. Jetzt heischte ihr �-onderinteresse die Vermeidung des revolutionären Kriegs; sie vnnten nur siegen, indem sie ihr wirkliches oder(bei den Bauern mst ausschließlich) eingebildetes Klassenintercsse tödtlich verletzten. .') 1851, Datum de« Bonaparte'schen Staatsstreichs gegen die Re- bitblik. i,**) Wiedereinsetzung. werden von ihren eigenen Soldaten getödtet, das Volk ist sieg reich.-- Die Würfel sind gefallen. Das Pariser Proletariat hat mit der monarchischen Regierung gebrochen und seinen Willen knndgethan: die Republik, welche es am 4. September ge- gründet, zu vertheidigen. Draußen vor den Thoren die rasch anschwellende Armee des Hrn. Thiers, rings um die Stadt eine halbe Million deutscher Soldaten, bereit, mit den Truppen des Hrn. Thiers zusammen zu wirken, sobald dieser es verlangt, das Land niedergeschmettert, nirgends Aussicht auf Hülfe! Fürwahr, es war ein großherziger Entschluß, unter solchen Umständen den Kamp' aufzunehmen sür die Republik. Aber La Republique nous appelle, Sacbons vaincre, sachoiis pärir! Un Fraiitzais ckoit vi vre ponr eile, Pour eile un Franyais doit rnourir.*) 3 Politische Uebersicht. In dem Leiborgan des Hrn. Bismarck lesen wir:„Der Wirkliche Geheime Ober-Regierungsrath Wagener hat den Antrag gestellt, das Disziplinarverfahren gegen ihn einzuleiten. Es wäre erwünscht, diesem Antrag von Seiten des Disziplinarhoss Folge gegeben und einer peinlichen Situation somit ein Ende gemacht zu sehen. Wenn übrigens in hiesigen Zeitungen die Frage ventilirt worden ist, ob das StaatSmimsterium in der Angelegen- heit des Wirkl. Geh. Ober-Reg.-RathS Wagener auf Grund der Ergebnisse des Skrutinialverfahrcns„bereits" oder„noch nicht" Beschluß gefaßt habe, so wird daran zu erinnern sein, daß das Staatöministerium gar keinen Beschluß zu fckssen gehabt hat. Eine Disziplinaruntersuchung zu verhängen, ist Sache deö Ressortmini sters, also in diesem Falle lediglich des Ministerpräsidenten Das StaatSmiiiisterium ist dazu um dessentwillen nicht berechtigt, weil es in Disziplinaruntersuchungen die zweite Instanz bildet." Refrain des berühmten Chant de döpart(Lied beim Ausmarsch l,0n Dic� Republik ruft un«— ES gilt zu siegen oder zu sterben— Für die Republik muß der Franzose leben— Für sie muß er sein Blut geben. So die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung". Wir erfahren durch diese Notiz dreierlei: 1) daß das„Skrutinialverfahren" (Privatverhör unter 4 Augen beim Glas Wein und einer Havanna- cigarre!) seinen Zweck erreicht, d. h. keinen Makel an dem Erzengel Wagcner zu Tage gefördert hat; 2) daß der„Minister- Präsident", das heißt Hr. Roon, der so sehr für die„ehrlichen Leute" schwärmt, auö lauter Begeistrung für die„Ehrlichkeit" des Hrn. Wagener keine Untersuchung gegen ihn einleiten will; und 3) endlich, daß Hr. Wagener�nun seinerseits vom Tu- gendraptus ergriffen ist, und voll sittlicher Entrüstung eine Untersuchung verlangt, die seinen„Berläumdern" den Mund stopft.— In Kurzem wird als 4) hinzuzufügen sein, daß Hr. Wagener den Spieß vollends umgedreht hat, und, in lilienreiner Engelsunschuld prangend, seine„korrupten" Ankläger vor die Schranken des Gerichts und der Oeffentlichkeit ziehen wird. Die Berliner„Revue" seines Freundes Pley er hat bereits einen kräs- tigen Anfang gemacht.— „Lasker's bedauernswerthe Kränklichkeit hat die Grün- der wieder mit neuer Zuversicht erftillt. Seit der denkwürdigen Rede des Abgeordneten für Magdeburg ist in keiner Wache so viel gegründet worden wie in der jüngst verflossenen, trotz- dem die Geldverhältnisse die Gründungsthätigkeil in keiner Weise unterstützten." Also winselt die Berliner„Volkszeitung" in ihrem Börsenbericht vom vorigen Dienstag � beiläufig derselben Nummer, worin sie es für„ekelhaftest" erklärt, wenn die Aktienunter- nehmungen„auf die Ersparnisse der sogenannten kleinen Leute spekuliren." Dieses„ekelhaftest" zur Bezeichnung der schuftigsten Spitzbüberei bietet ein würdiges Seitenstück zu der„Naivität" des berüchtigten„Pressions"-Versuchs des Grafen Bismarck. Doch das im Vorbeigehen. Ob Lasker's„bedauernswerthe Kränklichkeit", von der wir gelegentlich etwas mehr reden wollen(natürlich nicht von seiner„Kränklichkeit" im Sinne der„Volkszeitung"), auf die' Stimmung und Operationen der Berliner„Gründer" von irgend welchem Einfluß gewesen ist, oder nicht, wollen wir dahingestellt sein lassen— wir glauben nicht, daß eö einen„Gründer" gibt, der so schwachnervig wäre, sich durch den„kränklichen" Lasker in'S Bockshorn jagen zu lassen.— Was wir aber nicht zu erwähnen vergessen dürfen, ist die interessante Thatsache, daß Hr. Wagener dermalen frisch und gesund seineBerufsgeschästc im Mi- nisterium versah. Die Laskerkur scheint seinei»„kranken Fuß" sehr gut bekommen zu sein. Ter kränkliche Lasker und der ge- sundc Wagcner: das ist das charakeristischste Bild des Bismarck'- scheu Prcußen-Deutschland; und, Hand aufs Herz, wir wissen nicht, was die schlimmere Staatskrankheit: der kränkliche Lasker, oder der gesunde Wagener.— Im letzten Absatz unseres Artikels:„Ein ehrlicher Katheder- sozialist"(Nr. 19) wurde deö Eisenacher Kongresses als eine „Gründung" des Hrn. Engel, Chef des Preußischen Statistischen Bureau's erwähnt; dies könnte zu der irrigen Auffassung Anlaß geben, Hr. Engel, Chef des Preußische» Statistischen Bureau's, beschränke sich auf relativ harmlose Gründungen von der Art des„Eisenacher- Congrcsses". Dies ist nicht der Fall. Des Hrn. Engel'S Liebe zum Gründerthunl ist keine schwächlich platonische, sondern eine kräftig materialistische, so kräftig materialistisch, daß dieser Engel recht wohl unter die Erzengel' versetzt, resp. pro- movirt werden könnte. Vielleicht hat irgend einer unserer Berliner Correspondenten die Güte, uns über den Betrag zder klingenden Summen zu informiren, die vermittelst der Engel'schcn Gründungen bis dato so praeter prepter(so annähernd) in die Taschen deS angehenden Erzengels im Berliner statistischen Bureau hineinge- zaubert worden sind. In früheren Zeiten stritt man sich lebhaft über die Tracht der lieben Engelein im Himmel: ob sie Kleider tragen, und wenn, was für Kleider. Wir dächten', die Frage sei jetzt entschieden. Jedenfalls ist bewiesen, daß die Engel und Erzengel Tasche» haben, und zwar sehr weite Taschen, wir müssen also auf Röcke, Westen und Hosen schließen, und zwar AlleS sehr weit gemacht, damit für die sehr weiten Gründer-Taschen Raum ist.— (Die Berliner„Revue" bringt in ihrem letzten Heft(vom 4. März) eine kleine Ergänzung ihres famosen Parlamentariscken Gründer- und SüudcrregisterS; und in diesem Supplement figurirt denn auch Hr. Engel, auf Grund nicht deinen- tirter Mittheilungen der„Berliner Börsenzcitung" vom vorigen Jahr, mit folgenden appetitlichen Gründertitcln: „7*) Geheimer Oberregierungsrath Dr. Engel, Direktor deS Statistischen Bureau's: Berliner Aktiengesellschaft fllrEiscn- gießerei-Verwaltungsrath. Preußische Bodenkreditaktien- Gesellschaft-Verwaltnngsrath. Vereinigte Deutsche Te- legraphen-Gesellschaft-VerwaltungSrath"' Aller guter Dinge sind drei; sagt daS Sprichwort. Wenn es aber mehr der guten Dinge sind, ist's besser, denkt der Engel, und— gründet jetzt in Wohnungsnoth. S. feinen Bericht auf dem Eisenacher Kongreß, wo der betr. Gründungsplan schon ziem- lich genau entwickelt wurde. In Sachen der famosen Eiscnbahn-Conzession Bismarck- Keudell bringt die Berliner„Volkszeitung"(welche die Nachricht zuerst in b-stimmter Form gebracht hatte) folgende Erklärung des „Deutschen Gesandten" in Konstantinopel: „Konstantinopel den 7. März. Die Nachricht über meine Conkurrcnz(bei dem mehrfach erwähnten Eisenbahnuntcrnehmen) ist gänzlich erfunden. Ich habe zusammen mit anderen In- teressenten Vorarbeiten gefördert, aber stets entschieden erklart, daß ich an eventueller Conzession oder Verwaltung *) Engels„Ziummcr" auf der Ergänznngsliste; 7 ist bekanntlich eine heilige Zahl, wie sie sich sür einem Engel schickt. nicht Scheit nehmen können. Ich bitte Sie, die frühere Nachricht demgemäß zu berichtigen. Keudell." Hr. Keudell hat das Eisenbahu-Projekt blos„gefördert", ist blos einer der„Interessenten"; hat aber„stets entschieden erklärt"— nicht auf der Liste der Conzessionäre und Gründer figuriren zu wollen, was wir ihm beiläufig sehr gern glauben. Die Nachricht über die„Cvnkurrenz" war also„gänzlich erfunden". Nicht„Conkurrent" war Bismarck's würdiger Protöge, nur Interessent; und sobald der Wagenerlärm sich etwas gelegt hat, wird auch der famosen biSmarcflichcn „Pression" unzweifelhaft die„Conzession" folgen, wenn auch nicht auf den Namen Keudell und Bismarck.*)— Es geht uns folgende Biittheilung zu: „Berlin, im Februar. In der bekannten Criminalprozeßsache gegen den Schriftsteller Dr. Gustav Nasch und die Redaction des„Berliner Börsen-Conriers" weezen Beleidigungen des Generals Vogel von Falkenstein als Mitglied der bewaffneten Macht, wegen einer im„Börsen-Conrier" veröffentlichten Kritik der Ein- kerkcrungen Johann Jacoby's und der Hannoveraner: Ministers von Pitinchhansen, Pastor Grote, Dr. Eickholz und Advocat Fischer in Lotzen und Königsberg, ist nun endlich auch die Entscheidung des Obertribunals ergangen. Indem die Gerichtshöfe erster und zweiter Instanz die Ungesetzlichkeit des Verfahrens des Generals Vogel von Falkenstein gar nicht in Abrede gestellt hatten, waren beide Angeklagte dennoch zu 25 Thlr. und 10 Thlr. Geldstrafe verurtheilt worden, weil sie das Versahren nicht allein„ungesetzlich", sonder» auch„willkürlich" genannt hatten. In dem Ausdruck „willkürlich" war die Beleidigung gefunden worden. Der Redac- teur des„Berliner BörseirEonriers" hatte sich bei dem Erkenntniß zweiter Instanz beruhigt; Dr. Nasch hatte die Nichtigkeitsbeschwerde beim Obertribunal eingelegt. Die Zurückweisung der Nichtigkeits- beschwerde ist nun in"diesen Tagen durch Erkenntniß deS Ober- tribiinalS erfolgt. Bekanntlich hat Dr. Rasch während der Dauer des Prozesses, gestützt auf die Entscheidungen der beiden Gerichts- Höfe erster Instanz, nacheinander bei der Staatsanwaltschaft in Hannover, bei dein preußischen Kriegsministerium und bei dem Generalanditoriate der preußischen Armee Anträge gemacht, den General Vogel von Falkenstcin wegen der„Ungesetzlichkeit" dieser Einkerkerungen zur Untersuchung und zur Bestrafung zu ziehen, ist aber mit seinen Anträgen von sämmtlichcn Behörden, „weil sie zur Einleitung eines kriegsgerichtlichen Verfahrens gegen den General Vogel von Falkenstein nicht conipetent seien", zurück- gewiesen worden." Preußischen Gerichten ist also das Unglaubliche gelungen, einen Unterschied zwischen„ungesetzlich" und„willkürlich" hcranszu- düfteln.— Eine höchst traurige Rolle spielt die neue spanische Regierung dem Ausland gegenüber. Statt kühn und stolz dem monarchischen Europa die Stirn zu weisen, bettelt, ja winselt sie förmlich um dessen Anerkennung. Die Anerkennung der Thiers, Bismarck!— Begreifen die Herren in Madrid denn nicht, daß diese Ancrken- nung, falls sie erfolgt, höchstens als unvermeidliches Uebel hinzu- nehmen wäre, weil es der„Gebrauch" nun einmal so will? Be- greifen sie denn nicht, daß diese Anerkennung ihnen absolut nichts nützt, ihnen keinen Groschen und kein Bajonnet gibt, und nicht verhindert, daß die„anerkennenden" Reaktionäre um die Wette daran arbeiten, die spanische Republik„aus der Welt zu schaffen." In seinem Circular an die Gesandten bei den auswärtigen Mäch- ten dokumentirt Hr. Castelar eine wahrhaft— deutsche Charakterschwäche und Demnth.„O gib uns einen Fußtritt, o Fremd- ling!" Hr. Castelar, diese zweite(und zwar noch verwässerte) Ausgabe des Phrasenfabrikanten Lamartine, hat außer jenem öffentlichen Schrdibeftück auch ein privates verfaßt, das ihm als Mann der That den Stab bricht; es ist ein Brief, worin er, unter bitteren Klagen über sein unglückliches(!) Loos, jetzt Minister sein zn müssen, einen in Paris lebenden Freund flehentlich bittet, doch dafür zu sorgen, daß er(Castelar) nicht seine südamerikani- scheu Zeitungs-Correspondenzen, und damit sein Brod für die Zukunft verliere! Sv schreibt der Minister der spanischen Re- publik, die von Feinden umringt, nur durch eiserne Energie und höchste Umsicht ihrer Anhänger gerettet werden kann! Statt seine Lenden zu gürten znm Rinken auf Leben und Tod, diese wasch- läppige Jeremiade, die einen Gottfried Kinkel, oder sonstigen christlich-germanischen Candidat der Theologie zum Verfasser haben könnte! Statt kampfftohen Blicks auf die heranziehenden Feinde, statt des innerlichen, mit zusammengebissenen Zähnen geleisteten Schwurs: mit dem letzten Tropfen Bluts einzustehen für die Re- publik, für das endlich erreichte Ideal zu siegen oder zu sterben— der spießbürgerliche Gedanke an die bedrohte Philisterexistenz, der sehnsüchtige Wunsch nach eineni idyllischen Asyl! Ein Soldat, der vor der Schlacht solche Anwandlungen hat, gilt mit Recht für einen Feigling, auch wenn er vor dem Kampf den Ruf eines Ehrenmannes"besaß, und vor solchen„Revolutionären in Schlaf- rock und Pantoffeln" braucht das monarchische Europa keine Angst zu haben. Sic verdienen seine„Anerkennung". Buchdruckereibcsitzern im Prinzip bereit? als nothwendig anerkannt und zugestanden ist, handelt es sich jetzt, sondern die im„Buch- drncker-Verein" gceinigtcn Prinzipale haben sich die Marotte in den Kopf gesetzt, den ihnen unbeguemen„Verband der Buch- druckergehilfen" zu vernichten, um dann die isolirt dastehenden Arbeiter in bequemster Weise ganz nacb Herzenslust ausbeuten zu können. Arbeiter! Das soll, das darf nicht geschehen. Jetzt gilt es, zu zeigen, daß uns, daß der Sozialdemokratie das Wort Solidarität aller Arbeiter mehr ist, als eine Phrase. Jetzt gilt es mehr, als durch wohlfeile Sympathicbezeugungen den Ausstehenden unsere moralische Unterstützung zu gewähren, die unter Umständen zwar sehr schön, diesmal aber allein nicht mehr genügend ist. Jetzt, Männer der Arbeit, müßt Ihr beweisen, daß Ihr auch Männer der That, daß Ihr entschlossen und gewillt seid, einzu- greifen in den Kampf zwischen Arbeit und Kapital, wann und wo es nothwendig ist. Und dies ist nun der Fall. Auf die Seite der Buchdruckereibesitzcr haben sich die Zeitungs- besitzer und Soldschreiber der reaktionären und arbeiterfeindlichen Presse gestellt, reichen sich die Renegaten von 1848 mit den Ultra- montanen von 1873 in brüderlicher Eintracht die Hand zur Unter- drückung der Arbeiter. Nehmt die Zeitungen dieser Gesellschaft! znr Hand, und Ihr seht, wie sie einander zur Hetzjagd auf die Arbeiter aufmuntern. Auf Seiten der Arbeiter haben wir Stellung zu nehmen, der Kollegen, welche postnumerando bezahlen und sich einschreibe!! lassen wollen, um sich bei der Abreise ihre Reiseunterstützungen zu sichern, nicht angenommen werden, daß überhaupt keine nachl träglicheu Zahlungen und Einschreibungen angenommen werden; daß aber für die volle Reiseuntcrstlltzung der Mitglieder Sorge getragen und daß dieselbe richtig gezahlt wird. Allen Abreisender ist in den hinteren großen Rubriken in ihren Quittungs- und Statutenbüchern zn vermerken: der Tag, an welchem sie den erste» Ort verlassen, und der Name des betreffenden Vertrauensmanns Z darunter auch bei allen Durchreisenden der Tag des Eintreffeyi u. s. w., so daß daraus hervorgeht, wo der Betreffende zuletzt gearbeitet, wie viel derselbe Meilen zurückgelegt und welche Buch- nummer er hat. Allen in Arbeit Tretenden wird laut§ 6 aline» d keine Unterstützung gezahlt. Hat jedoch Einer schon vor Eintritt in die Arbeit Unterstützung erhalten, so muß er dieselbe wieder zurückzahlen.— Orte, die nicht so viel Geld in der Lokalkaff� haben, um Unterstützungen zu zahlen, bitten wir, Solches den« Vorstande zu melden. Indem ich hoffe, daß alle Vertrauensmänner so viel wie mögt lick Alles ausbieten, um durch unfern Verein unser Gewerk eine» bessern Zukunft entgegenzuführen, zeichnet mit socialcollegiasischem Brudergruß I. A.: I. Berg, stellvertretender Vorsitzender, Gitschinerstraße 61. Intern. Metallarbciterschaft. Aufforderung an alle Mitgliedschaften, den College». _.....> Eine Anzahl unserer Berufsgenosseii in Bremerhaven waren Solidarität der Brutalität die Solidarität der Humanität. �rch die mißlichen Lohnverhältnisse(pro Tag 28 Gr.) gezwungen, entgegenzusetzen und die kämpfenden Brüder mit allen uns zu Gc- �ine Lohnerhöhung bei der Verwaltung des Norddeutschen Lloyd böte stehenden Mitteln zn unterstützen. zu beantragen, erhielten aber einen abschlägigen Bescheid, der si> Partei- und Gewerksgenossen! Wir erwarten von Euck, oft de» Arbeitern zu Theil wird, wenn dieselben ihre gerechten und daß Ihr sofort n»d mit aller Energie unt Organijirung der Unter-' zeitgemäßen Forderungen ihren Ausbeutern gegenüber auch in der stützungsmaßregeln vorgehen werdet. Wir wünschen, daß Ihr überall � � L �'"— 1 Arbeiter- und Volksversammlungen abhaltet, und in diesen Ver- sammlungen unter Hinweis ans das unnennbare Vorgehen der Herren vom Prinzipalverein die Solidarität des arbeitenden Volkes zur Uilterstützulig der bedrohten Arbeiter wachruft. Wenn Ihr das thut, wenn Ihr die Bedeutung dieses Kampfes klarlegt, wenn Ihr an dem Verhalten der„Herren" nachweist, wie dem Unternehmer- thnm jedes Mittel recht, kein Bündniß zu schlecht ist, wenn es gilt, die Arbeiter niederzuhalten, dann wird selbst ein Sieg der Buch- drucker über ihre Arbeiter ein Spatenstich werden zum Grabe der gesammten Ausbeuterklasse. Hoch die Sozialdemokratie! Hoch die Solidarität der Arbeiter! Hamburg, den 14. März 1873. Der Ausschuß der sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Ed. Prcy, Vorsitzender. Th.?)orck, Secretair. bescheidensten Weise geltend machen. Wenn diese Letzteren wissen: daß sie unorganisirte Arbeiter vor sich haben, schlagen sie nicht blos die geringsten Forderungen ab, sondern maßregeln und verfolge»! auch diejenigen Arbeiter, welche von ihren Mitarbeitern beauftragt sind, für dieselben das Wort zu führen, 8 Mann, die Familien- väter sind, wurden gemaßrezelt. Leider waren unsere Genossen z» spät der Gewerkschaft beigetreten, um eine statutengemäße Unter- stützuiig erlangen zu können. Die Mitgliedschaften allerorts werden deshalb ersucht, für eine freiwillige Unterstützung der Gemaßregelten in Bremerhaven so schnell als möglich Sorge zu tragen und etwaige Gelder sofort an den Ausschuß einzuschicken. Zu Händen: Gust. Schubert, pr. Adr.: Exp. d. Chemnitzer Fr. Presse, Lindenstr. Nr. 5- KB. Die Mitgliedschaften Leipzig, Braunschweig, Berlin habe» Alle zur Unterstützung der Buchdrucker aufgebrachten Gelder dem Vorschlag zur Abhaltung der Generalversainmlung zum Pfingm >d zu senden an Gotthelf Lamm, Vercinsbnchdrnckerei sin feste beigestimmt, die anderen Mitglieder werden aufgefordert, ihr« sind Leipzig. Arbeiter, Partei- und Gewerksgenossen! Ans den letzten Nummern des„Volksstaat" werdet Ihr ersehen haben, daß unsere Brüder, die Arbeiter im Buchdrucker- Gewerbe, znm Beweise der Wahrheit der unfehlbaren Harmonielehre, von den arbeiterfreundlichen Prinzipalen auf's Pflaster geworfen sind und einen Appell an die deutschen Arbeiter crjassen haben. Obwohl wir uns seither allen Arbeitseinstellungen gegenüber passiv verhalten haben, halten wir eS doch für unsere Pflicht, in diesem Falle eine Ausnahme zu machen und Partei zu ergreifen in dem Kampfe der Arbeiter gegen Anmaßung der coalirtcn Prin- zipale, für die Auftechthaltung der Organisation der Gehilfen, die Jene sprengen wollen. Constatiren wir die Thatsacbe. Eine An- zahl der reichsten Leipziger Druckereibesitzer, die es verstanden haben, etliche hunderttausend Thaler„Entbehrungslohn" sich von ihren Arbeitern„ersparen" zu lassen, halten es unter ihrer Würde, mit den Gehilfen-Vertreter» in Unterhandlung zu treten*), sondern ver- langen als absolute Herrscher von Geldsacks-Gnaden sklavische Untcrwerfnng ihrer Arbeiter, und da die Leipziger Arbeiter noch so viel Ehrgefühl besaßen, diesem unwürdigen Verlangen keine Folge zu geben, ist allen dein Gehilfen-Verband angehörenden Arbeiter in ganz Deutschland von den humanen Prinzipalen gekündigt worden, um so durch den Hinweis auf das Hungertuch die Arbeiter zu schrecken, dem„Verband der Gehilfen" ferner anzugehören. Also nicht mehr um eine Lohnaufbesserung, die von den Herren *) Keudell ist übrigen» nicht Bismarck« Schwiegersohn— eine dies- bezügliche„Volksstaat"- Notiz von unlängst als» dahin zu berichtigen. ') Ist jetzt geschehen; ob die Verhandlungen zu einem Resultat führen wrrden, ist eine" andere Frage. Die Redakiion. Gewerksqenossenschaftliches. Internationale Gewerkschaft der Schuhmacher. Da der Bevollmächtigte Franz Martin in Passau sowohl auf die am 24. Januar an ihn gesendete Zuschrift, wie auch ans die in Nr. 19 d. Bl. befindliche Aufforderung bis heute keine Antwort gab, so ersuchen wir denselben hierdurch, umgehend und pflichtgemäß über den Stand der dortigen Mitgliedschaft Bericht zu erstatten. Ferner ist dieser Tage eine an Anton Brandner (in Negensburg) adressirte Krcuzbandsendnng als„unbestellbar ! Bestimmnngen unverzüglich dem Ausschuß mitzutheilen. Für den Ausschuß: Gustav Schubert.! Zum Buchbindertag. Noch ist sehr wenig für die Organisation gethan; außer de» schon bestehenden Vereinen haben sich bis jetzt nur wenige Kollege» bereit erklärt, die Sache an ihrem Domizil in die Hand zu nehmeii- Wir fordern deshalb alle Kollege» dringend auf, ihre Schul- digkeit zu thun.— Möge doch Jeder bedenken, daß wir jetzt scbo» in fast unerträglichen Verhältnissen leben und daß diese Verhält- nisse noch schlimmer werden, sivenn wir nicht mit aller Energie für unsere Interessen eintreten. Wir ersuchen alle Kollegen, welche mitzuwirken gesonnen sind, zurückgekommen, weil angeblich der Adrestat abgereist. Wir bitten sich an nntenstehende Adresse zu wenden. Ferner bitten wir, Bor- deshalb die Freunde Sommer und Stöckel, uus Ausschluß zu geben und zwar umgehend. Geldergingenein: Würzburg 8 Thlr. 14 Gr. 2 Pf.; Nürnberg 16 Thlr. 28 Gr. 8 Pf.; Pforzheim 5 Thlr. 18 Gr.; Offenbach 5 Thlr. 1 Ngr. ö Pf.; Weimar 2 Thlr. 6 Gr. 5 Pf. Wie geht's iir Schweinfurt und Mühlhausen? Wir bitten um baldige Antwort. Dresden, den 12. März. Für die Verwaltung: H. Zilger. KB. Aus Pforzheim geht soeben die Meldung ein, daß die Kollegen dort mit den Arbeitgebern in Unterhandlung betreffs Lohnerhöhung stehen, und ist Zuzug ftemder Gehilfen nach dort fern zu halten.__ schlage zur Abänderung der Vorlage sowie die Anmeldung der Delegirten womöglich bis zum 1. April uns zukommen lassen zü wollen. Kollegen! Tretet heraus aus Eurer Zurückgezogenheit nl» Eurer selbstwillen und schließt Euch der Bewegung für Besserstellnnj Eurer Lage an! Mit kollegialischem Gruß das Comitö. Adr.: I. Hagenbauer. L. 1438 Schlotfegergasse in Nürnberg An sämmtliche Tischlergesellen und Bcrufsgenossen Deutschlands. Sie werden hierdurch in Keimtniß gesetzt, daß die Berlinet Kollegen die Forderung von 33'/, Prozent Lohnerhöhung unt 8>tünbiger Arbeitszeit aufgestellt. Sollten die Arbeitgeber, welche Allgemeiner Deutscher Sattlerverein. Unterzeichneter sieht sich veranlaßt, da Herr Auer auf einige Wochen verreist ist, sämmtliche Vertrauensmänuer obigen Vereins daraus aufmerksam zu machen, daß alle Geldsendungen an dem jede gütliche Vereinbarung� ausgeschlagen haben, unter allen Uni' Verein nur an die Adresse des Herrn WirthS, Sattler, Alexan- ständen die aufgestellte Forderung nicht bewilligen, so sind di« drinenstraße 116, einzusenden sind, und gleichzeitig genau dabei Berliner Tischlergesellen und Bernfsgenossen entscklossen, dieselbe zu vermerken ist, wofür dieselben sind, um die Ordnung in den durch Strikcs zu erzwingen. Da der offene Kampf jeden Angeld Kassenbücher» aufrecht zu erhalten. Auch sind alle Briefe, die de» blick bevorsteht, so ruft das hie,-zu gewählte Comits Euch Tischtet Verein belreffen, mit dem Vereinsstcmpel zu versehen, damit solche und Berufsgenossen zu: Unterstützt uns mit allen Euch zu Gebot« auch bei Abwesenheit des Einen oder des Anderen im Vorstande, durch Vertretung derselben erbrochen werden können. Gleichzeitig mache ich darauf aufmerksam, daß unser Vertrauensmann für Dres- den, Herr Weinert, sein Amt als solcher niedergelegt hat und jetzt durch Wahl der dortigen Mitgliedschaft Herr Richard Schwe ndler, Bautznerstraße Nr. H, als Vertrauensmann gewählt ist, und machen hiermit aufmerksam, daß in Dresden und Hamburg eine Lohndifferenz in Aussicht steht. Wir bitten, soviel wie möglich den Zuzug dahin zu verhindern. Bedenkt: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit." Ganz besonders ist Ber- lin auf der Reise zu vermeiden; hier sind mehr denn 400 unserer Berufscollegen durch die Militairarbeit brodlos und füllen, wenn stehenden Kräften und haltet in erster Linie allen Zuzug vo» Berlin ab! Unser Sieg ist der Eurige, und unsere Niederlage is> auch Eure Niederlage. Im Auftrage des Komitös: W. Schmitz, Bevollmächtigter, j Müsch an, Kassirer, Molkenstraße 10. j Correspondenzen. Leipzig. Im Rauchwaarcngeschäft von Quarch und Rödge« hier wurden wieder zwei Leute gemaßregelt; diesmal aus de»' Grunde, weil sie keine gute Miene dazu machten, einen Beitrag irgend eine Stelle vacant ist, sei eS im Wagenbaufach oder in zu einem Geschenke für den Chef, anläßlich deS 25 jährigen Inbi- � � �. �1��.».»» S,.. n. r.. C—„.4 ,•» i».9 Sl4>,»».»? Ss W»»t»»■» I,» I VI,,„ �4. lM.. Ts I. /Xt_____.T___-iL___ c. i f. fi r' i_,. ene. J einer anderen Branche, sie sofort aus. Betreffs des Lohnes bei den Wagenarbeiten— über den jüngst berichtet wurde— muß ich aufmerksam machen, daß solche Löhne von 5'/z bis 7'/- Thlr. für Berlin, bei den theuern Wohnnngen und anderen Verhältnissen,! sehr niedrig sind, viel zu niedrig, um sich durchschlagen zu können. Diejenigen, die mehr als den angegebenen Lohn verdienen, sind zum Theil Werkführer oder ausnahmsweise ganz besondere Kräfte, jedoch kann man solche mit der Laterne des Diogenes suchen.— So erstattete die Kontrollkommission in der letzten Versammlung Bericht über die Geschirrarbeiter. Unter leytern befanden sich noch 2 Werkstätten(von 7) mit 4 Thlr. Lohn, daö ist gleich 15 Sgr. Lohn in einer kleinen Stadt, wo der Gehilfe Logis und Kost erhält, obschon sonst in fall allen Fächern Hierselbst 6 bis 7 Thlr. Minimal- Löhne gezahlt werden. Also merkt's Euch und haltet fest zum Verein! Ohne festes Zusammenhalten wird's immer schlechter. Laßt Euch rathen im Guten, meidet Berlin, wenn Ihr nicht mit den soviel gerühmten„Volksküchen" und„Kaffeeklappen" zum Mittag Euch bekannt machen wollt. Zum Schluß werde» alle Vertrauensmänner ersucht, genau darauf zu achten, daß etwa läums, zu zahlen. Die Gemaßrezelten selbst sind aber der Ans ficht, daß Herrn Quarch persönlich dieses Verfahren seines Bevoll' mächtigten sehr unangenehm berührt hat. Leipzig. Die am 23. Jan. stattgefundene 1. Generalver� Versammlung der Genossenschaftsbuchdruckerei war von Mist gliedern aus Hamburg, Dresden, Breslau, Leipzig und Reudnii besuckt. Der Vorsitzende des Aufsichtsraths, Hr. Ullrich, cröffnetl dieselbe und crtheilte Herrn Hadlich das Wort zu einigen Erläas terungen über den an die Anwesenden vertheilten und in Nr. Ildes„Volksstaat" veröffentlichten vierteljährl. Nechenschaftsberichll Weiter stellte Hadlich den Antrag, daß die eingezahlten Gelder vo« 10 Thlr. an verzinst würden, da dies wesentlich zur Erleichtern»! des' Rechnungswesens beitragen würde. Der Antrag wurde aft Vorschlag Geibs aus Hamburg dahin abgeändert und einstlinniij angenommen, daß die Verzinsung schon mit den eingezahlten 5 Thl? an beginnen sollte. Weiter crtheilte die Bersammiung auf Antrai des Aufsichtsraths dem Vorstand einstimmig Decharge. Als Ssk des Aufsichtsraths bestimmte die Generalversammlung eiiistiuini»' Hamburg; ebenso wurden durch Acelamation die Herren Rain»! als erster, Cramer als zweiter Vorsitzender und Hadlich als Cassirer gewählt. Hinsichtlich der Gehalte deS Vorstandes wurde beschlossen, dem Geschäftsführer Ramm 40 und dem Cassirer Hadlich 15 Thlr. monatlich zu gewähren, eS jedoch dem Anfsicktsrath zu überlassen, die Gehälter nach seinem Ermessen zu erhöhen. Der von den Hamburger Mitgliedern gestellte Antrag, an die Stelle der Worte in Z 18 der Statuten„das Stimmrecht kann nur persönlich aus- geübt werden" folgenden Passus zu setzen:„das Stimmrecht kann von am Orte der jeweiligen ordentlichen oder außerordentlichen Generalversammlung wohnhaften Mitgliedern nur persönlich aus- geübt werden, dagegen steht es den übrigen Mitgliedern frei, sich auf Grund einiger eigenhändig unterzeichneten Vollmacht durch andre Mitglieder, welche dann so viele Stimmen haben als siegültige Vollmachten besitzen, vertreten zu lassen. Die Vollmachten müssen vom Aufsichtsrath abgestempelt sein. Ferner: daß die Be- stimmung in Z 18.Beschlüsse der Generalversammlung u. f. w. bis nöthig" dahin abgeändert l werde„Beschlüsse der Gencralver- sammlung werden durch einfache Mehrheit der beim Vorsitz und der Generalversammlung als gegenwärtig oder vertretenen Stimmen gefaßt. Nur bei Statutenänderung ist Zweidrittelmajorität dieser angemeldeten Stimmen uöthig". Nack längerer Debatte, an welcher sich die Herren Geib aus Hamburg. Nehme Breslau, Hadlich und Fink Leipzig betheiligten, wurden sämmtliche Anträge mit der Modi- sication angenommen, daß die Vertretung nur bis zu 15 Stimmen ausgeübt werden darf. Ferner beantragten Geib und Genossen zu§ 26 der Statuten die Worte:„den Rest dem Reservefond übenviesen" dahin zu ändern:„der Rest, von welchem jedoch vor- weg der zehnte Theil dem Reservefond überwiesen werden muß, wird nach Beschluß der Generalversammlung verwendet". Auch dieser Antrag, sowie den bis jetzt erzielten Ueberschuß im Interesse der Genossenschaft zu verwenden, wurden einstimmig angenommen. Außerdem wurde auf Antrag Rämms zu§ 21 beschlossen, den Passus:„Der Borstand zeichnet durch seinen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter" abzuändern in die Worte„der Vorstand zeichnet durch seinen Vorsitzenden und ein andres Mitglied des Vorstandes". Sowie das hiesige Handelsgericht diese Statutenänderung geneh- migt haben wird, soll mit dem Druck und Versandt derselben an die Mitglieder begonnen werden, und ist zu hoffen, daß bei der im September dieses Jahres stattfindenden ordentlichen General- Versammlung der Genossenschaft die Betheiligung der Mitglieder eine recht rege und zahlreiche werden wird. Leipzig," 15. März. Am 12. d. M. wurde Hepnern— der am 8. eine 4-Monat-Haft beendet hatte— die(von Herrn Rüder bereits vor 3lt Jahren beschlossene) Ausweisung aus Leipzig wegen seines„gemeingefährlichen Treibens" eröffnet. In einer dies- bezüglichen Mitlheilnng, die sogleich fcei|„Tageblatt" vom Polizei- büreau zugebracht wurde, fühlte man sonderbarenveise das Bedürf- niß, sich in puncto der Deceuz ein Wenig zu corrigiren und schrieb, die Ausweisung erfolge„auf Veranlassung der vielen Be- strafungen" Hcpners. Weiter sagt die bekannte Polizeiseder:„Wie wir hören, trachtet Hepner, um der Gewalt des Polizei-Amtes sich zu entziehen, jetzt danach, hier Student zu werden, um den Schutz der akademischen Gesetze zu genießen." Fällt ihn« gar nicht ein! Hepner hatte schon lange, che an die„Ausweisung" gedacht wurde, den Plan, von Leipzig wegzugehen; die Rüder sche Resolution kann ihn demnach nur sehr wenig oder gar nicht berühren. Er hat zwar Recurs an die Kreisdirektion ergriffen, giebt sich indeß über das Resultat dieses Schrittes keinerlei Illusionen hin. Er wird sich auch nach seinem Weggang von Leipzig noch das Vergnügen machen, im„Volksstaat" Cllate ans den 1818er Robert Blunischen „Vaterlandöblättcrn" zum Besten zu geben; und er wird dies so lange thun, als bis ihm der Herr Polizeidirektor endlich den Ge- fallen thut, Liüderß sämmtliche Werke confisciren zu lassen. Der Schlußakt der Asfairc Hepner-Rüder wird wohl in nicht allzuferner Zeit ini Leipziger Bezirksgericht sich abspielen. Hepner hat der Staatsanwaltschaft einen Antrag ans �riuliuatuntcr- suchung gegen den Polizeidirektor überreicht; die Sache betrifft die Hepner'sche ÄuSlicferungsaffaire vom 2. Januar 1870. Der Antrag- steller versucht in einer einen Druckbogen süllenden Denkschrift nachzuweisen, daß Hern Rüder sich in jener Affaire durch böswillig- widerrechtliche lltägige Gefangenhaltnng H'S., vorsätzliche Bedrückung und Nöthigung, Ucbergriff in die bezirksgerichtliche und staatsanwalt- schaftliche Competenz, böswillige Mißachtung bekanntester Landes- und Bundesgesetze, böswillige Erschwerung einer Rechtsmittel- ergreifung, kurz durch Mißbrauch der Amtsgewalt.in mehrfacher Beziehung und unter den erschwerendsten Umständen gegen mehrere der nachstehenden Straf-Paragraphen vergangen habe: 1) des Rev. Strafgesetzbuchs: Art. 194, 198, 201, 362, 2) des Reichsstrafgesetzbuchs: 234, 238, 339, 341. Am Schlüsse der Denkschrift wird noch beantragt, die Hepner'- scheu Polizeiakten mit Beschlag zu belegen und eine amtliche Unter- suchung über die polizeilichen Auslieferungen vom Juli 69 bis Anfang 70 anzustellen. Vielleickt wird das Ministerium, wen» die Staatsanwaltschaft über den Hepner'schen Strafantrag Bericht erstattet haben wird, sich endlich bemüßigt sehen, den Leipziger Polizeichef zu suöpen- dircn, der in den letzten 3 Jahren von seinen Borgesetzten schon mehr„Nasen" bekommen hat, als hundert Andere ihr Lebelang.— Wittnieida. Seitdem allhier die Partei unterdrückt ist, scheint Mittweida vom Spiegel des Zeitenstromesf verschwunden zu sein, während es von den Wogen in der Tiefe immer stückiveise mit fortgerissen wird. Ich halte es gerade jetzt für meine Pflicht, unfern Ort wieder an die Oberfläche zu bringen, weil mit ihm seit seinem Versinken bedeutende Umgestaltungen vorgegangen sind. Mittweida und Leipzig!— Sie haben mich wohl schon ver- standen. Aber wie eS in Leipzig Tausende, so giebt es hier Hunderte von Sozialdemokraten; die Idee hat man nicht vertilgen können, trotz alledem und alledem. Beweise dafür: Die von Zeit Zu Zeit wiederkehrenden Volksversammlungen und deren Resultate. Von einigen letzte» will ich berichten. Ende vorigen Jahres brach- ten die j.Mittweidacr Nackrichten" einen Nothschrei an die ge- drückten Hausbesitzer, worin es hieß, daß' wegen der allzuniedrigen Miethspreise Niemand Bauten unternähme, und da die Mitt- weidaer Arbeiter ebensoviel verdienten als anderswo, so könnten sie auch den Zins bezahlen wie in andern Städten n. s. w. Es wurde schließlich aufgefordert, gegen den Geldbeutel der Arbeiter geschlossen vorzurücken, und darunter stand die Bemerkung, die Redaction(Scharschmidt) sei gern erbötig, diesbezügliche Zeich- uungen in einer in ihrer Expedition ausliegenden Liste aufzunehmen. Wenn Arbeiter Lohnerhöhung fordern und«strike machen, so hilft sie Herr Sckarschmidt mit unterdrücken; wenn sich aber die Geldleute coaliren, da ist Herr Scharschmidt hülsreich zur Hand. Aus dieser Veranlassung berief der hiesige Arbeiterverein eine Volks- Versammlung ein, in welcher folgende Resolution einstimmig angenommen wurde:„In Erwägung, daß die Wohnungsnoth Mittweida noch nicht ergriffen hat, erkennt die heutige Bersamm- lung eine künstliche Zinserhöhung als eine lächerliche Unmöglich- �it und beschließt, den„Mittweidarer Nachrichten" den Rücken zu kehren."-— Ich zweifelte bei der Stumpfsinnigkeit so vieler abge- nützter Arbeitsmazchinen an der Ausführung dieses Beschlusses; aber die Arbeiter zeigten Ehrgefühl und hielten Wort. Ueber 200 Abonnements hat allein das hiesige„Wochenblatt" zugenommen, dagegen gehen den„Nackrichten" an die 1000 Leser ab. Leider haben wir sie nicht für freisinnige Blätter gewonnen, weil die Arbeiter das Locale nicht entbehren mögen.— Hierauf folgte eine öffent- liche Tabakarbeiter- und-Arbeiterinnen-Bersammlung, in welcher ein sehr scharfer Protest gegen das Project der erhöhten Tabaksteuer abgefaßt und massenhaft unterzeichnet wurde. Es hieß dam:„Wenn die Volksvertreter das Land beglücken wollen, so möchten sie den Normalarbeitstag einführen und alle indirecten Steuern abschaffen." Der Normalarbeitötag fand heftige Oppo- sition. Auf Grund dessen folgte eine Volksversammlung, in welcher Eckstein über das neue Steuer-Project und den Normal- arbeitstag sprach. Die Versammlung protestirte gegen Ersteres und nahm eine ungefähr wie folgt lautende Resolution an:„Die heutige Volksversammlung erkennt den Normalarbeitstag als ein erhebliches Palliativmittel an und verspricht, zu seiner Einführung kräftigst mitzuhelfen." Das sind die jüngsten Resultate, und Sie sehen, daß wir nicht ganz müßig sind. Hier wäre wohl eine Be- richtigung des„Volksstaat" angebracht, i» welchem Mittweida und Waldheim als. restirende Parteiorte ausgeführt worden sind. Mitt- weida zählt wohl Gesinnungsgenossen, aber keine„Mitglieder der Partei"— denn die Partei ist hier verboten— folglich kann auch nicht von Steuerrestanten die Rede sein. In Waldheim hat der jüngste Pcrsouenstreit die Parteimitgliedschaft untergraben und ist es Saumseligkeit des derzeitigen Vertrauensmannes, wenn die Anmeldung nicht erfolgt ist.— Der Mittweidaer„Arbeiterverein", welcher jetzt lauter sozial- demokratische Elemente umfaßt, stand in Voruntersuchung wegen Uebertretung der Vereinsgesetze. Ein feucrrothes Mitglied, welches den Arbeiterverein zu den ärgsten Ausschreitungen veranlassen wollte, schied, als wir es in die Gesetzesschrankeu verwiesen, mit der Drohung, uns der Polizei zu überliefern. Kurz darauf er- folgte die Consiscation unserer Vereinsdocumente, also hat der Mann, der rasendste„Demokrat" unseres Ortes, ehrlich sein Ver- sprechen gehalten.(Ich würde ihn namhaft machen� aber er ist Arbeiter, und zwar einer der ärmsten; er ist genug gestraft.) Ob nun an unserm Vereine keine Schuld zu finden war, oder ob es einen tieferen Grund hat: Dr. Stumme gab Protocolle und Listen mit dem Bemerken au den Vorstand zurück: vor der Hand von einer Bestrafung abzusehen, künftigen Falls aber um so schärfer verfahren zu wollen.(Die Vereinskasse war damals ganz leer.) Wir waren vollständig auf dem Boden des Gesetzes, wir werden, dieser Warnung zufolge, noch vorsichtiger sein.-—(Tags daraus wurde der Augeber ausgepfändet.)—(Das Nachstehende, das ein Referat über die Umtriebe der Schweitzerianer in Mittweida ent- hält, drucken wir vorläufig nicht ab, sondern übermitteln wir dem Ausschuß. Derartige Schilderungen haben die Leser des„Volks- staat" nun mehr als übersatt und genützt wird unserer Partei nichts damit, daß man alle Gemeinheiten, die sich einige der jen- seitigen Agitatoren ununterbrochen gegen unsere Partei erlauben, fortwährend auftischt. Zudem ist der Verf. der vorstehenden Cor- respoudenz selbst ein eiftiger Gegner des Zwiespalts und wird er uns also schon darum den Nichtabdruck des zweiten Theils seiner Corrcspondenz nicht verübeln. Bezeichnend ist es aber— und das wollen wir wenigstens hier ausdrücklich bemerken— daß die Herren vom Allg. Deutschen Arbeiterverein sich jetzt in Mittweida häus- lich niederzulassen versuchen, nachdem unsere Partei dort ver- boten ist und daß sis diese Niederlassung nicht würdiger zu be- gehen wissen, als indem sie den ganzen Düngerschlauch der Gitschinerstraße nun in Mittweida ausleeren. Ferner wollen wir noch bemerken, daß sich anläßlich unserer Einigungöversnche in Mittweida in frappantester Weise eine traurig- interessante Erscheinung gezeigt hat, die bereits vielfach auch in andern Orten wahrgenommen worden ist und die von allen un- sern Optimisten recht ernstlich beachtet zu werden verdiente— eine Erscheinung, die sich in die beinahe paradoxe Formel fassen läßt: Daß die Herren Führer und Agitatoren des Allg. Deutschen Arbeitervereins durch die heftigsten Oppositions-Artikel des „Volksstaat" nie so stark in Wnth entbrannt waren, wie durch unsere Einigungsversuche. W« den„Neuen" in letzter Zeit verfolgt hat, wird gesehen haben, daß unter den echten Schweitzeria- nern— insbesondere in Hamburg und Breslau— jetzt eine Erbitterung gegen uns Platz gegriffen hat, wie sie sich seit Jahr und Tag schon nicht offenbarte, lind wenn das so fort geht, können wir noch daS Schauspiel erleben, daß die Einigungsstürmer unsrer Partei in den gegnerischen Versammlungen„schlagende" Beweise der Liebe erhalten, wie sie sonst nur für die ungestümste Oppo- sition ertheilt wurden. Die Einigungs-Optiimsten in unserer Partei werden sich wohl mit der Zeit davon überzeugen, daß ihre gegenwärtigen Versöhnungsversuche und die ehemalige Oppositions- taktik des„Volksstaat" sich in deuJBirkuligeu durch nichts unterscheiden. Beide Arten der Taktik sind auch snur schein- bare Gegensätze; in Wirklichkeit sind eS nur zwei verschiedene Formen eines und desselben Prinzips: die Gegner zu bekehren. Es läßt sich— das kann man wohl aus Grund der bisherigen Erfahrungen sagen— weder die eine noch die andere jener beiden Taktikarten als die alleinseligmachende anempfehlen; sie müssen viel- mehr je nach zeitlichen und lokalen Bedürfnissen verschieden ange- wandt werden. Dies ist die„Privatmeinung" eines Mitglieds der Redaktion des„Volksstaat".) Pforzheim, den 28. Febr. Unlängst war Herr Audreack, Vorsitzender des Generalraths der Deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter(Max Hirsch) hier, und hielt eine Versammlung ab, nm Propaganda für die„Harmouie"-Lehre zu machen; in seinem Vortrag stellte er auch unter Andern den König von Preußen als Arbeiterfreund hin. In welchem Maaße Herrn Audreack der Ver- such gelungen, dafür diene Folgendes zur Antwort: Gestern hielten die hiesigen Maschinenbau- und Metallarbeiter eine Versammlung ab; diese hatte zum Ergebniß, daß sie alle(bis auf einige frühere Ausschußmitglieder) einsahen, dag von Berlin nichts Gutes für sie kommen könnte, und deshalb aus dem Ortsverband des Hrn. Max Hirsch austraten und eine Mitgliedschaft der Internationalen Ge- werkschaft des Maschinenbau- u. Metallarbeiter gründeten.— In der„Süddeutschen-Reichs-Post"(in Augsburg erscheinend) in Nr. 26 u. 27 d. I. steht folgende Correspondenz von hier: Ein Agitator. Pforzheim, den 30. Jan. „Verschiedene Anzeichen lassen vermuthen, daß mit dem Tode des bekannten Agitators Ferdinand Bischoff(früherer Vors. des Generalraths und des hiesigen OrtSvcreins der Deutschen Gold- und Silberarbeiter) die Arbeiterbewegung am hiesigen Orte in einen neuen Abschnitt ihres Verlaufes eingetreten sei. Es scheint uns deshalb um so mehr geboten, an dieser Stelle einen Rückblick auf die Wirksamkeit jenes Mannes zu werfen, als dieselbe so recht bezeichnende Streiflichter auf die Entstehung und den Verlauf der sozialdeniokratischen Arbeiterbewegung zu werfen geeignet ist. Bevor Fcrd. Bischoff seine öffentliche Wirksamkeit begann, herrschte in Pforzheim zwischen Arbeiter- und Bürgerschaft ein im Ganzen ge- nommen freundliches Verhältniß. Erftere hatte ihre Vertrauens- männer im Ausschusse des bedentendsten(??) politischen Vereins, (Es ist der hiesige„Arbeiterbildungs-Berein" gemeint; also kein Bildungs- sondern ein„bedeutender politischer Verein" ist er. Hört und staunt, ihr Pforzheimer Arbeiter!) und fand dieselben vielfach zu Berathungen über öffentliche Angelegenheiten beigezogen. Ebenso standen dieselben in regem(hört, hört!) und förderlichem (Wieso? und wem förderlich?) Berkehre mit Vertretern des Staates (Welch offenes und naives Selbstbekenntniß, sich als„Polizeispitzel" zu erklären! Gewußt haben wir es schon lange. Fand eine Ver- sammlung statt, wo ein Arbeiter ein scharfes Wort sprach, so konnte man den andern Tag gewiß den Herrn Corrcspondent der „Süddeutschen Reichspost" auf dem Amthause sehen in„regem und förderlichem Verkehr" mit dem Amtsvorstand), mit einfluß- reichen Anhängern der Industrie(Vorständen des Fabrikanten- Vereins) und der Gesetzgebung(Wahrscheinlich dem durch seine Flugschriften sattsam bekannten Müller!), deren Unterstützung in vorkommenden Fällen sie versichert waren. Ihre Absicht war,' die Arbeiter als Partei für sich(d. h. für die damaligen Vertrauens- männer, die sich jetzt, wie sie selbst sagen, durch'ihr„Genie" zu Fabrikanten emporgeschwungen haben. Ihr großes„Genie" besteht darin, daß der eine seine arme Braut verlassen und aus lauter Liebe eine reiche Braut geheirathet hat) zu organisiren, um, im Anschluß an andere freundlich(!) gesinnte Parteien und so viel als möglich in Uebereiustiinmung mit der Regierung(Wie naiv!), auf nationaler Grundlage und organisch gesetzlichem Wege die Lage der Arbeiter zu verbessern�?) Der Plan kann natürlich verschieden beurtheilt werden(Sehr wahr!); es genügt hier, zu bemerken, daß derselbe niemals mit Gründen als unpolitisch nachgewiesen wurde. Und doch haftet ihm der größte Fehler an, den ein politischer Plan haben kann: Diejenigen, zu deren Gunsten(??) er ausgedacht war, hatten kein Verständniß für denselben(d. h. für die damaligen Vertrauensmänner hatten sie kein Verständniß). Es genügte des- halb, als es sich für die Arbeiter darum handelte, das nationale badische Ministerium gegen einen Ansturm der vereinigten(?) Volks- Vereinsdemokraten und Ultramontanen im Anschluß an die über- aus große Mehrheit der Pforzheimer und Badischen Bürgerschaft zu unterstützen, daß ein bis dahin im öffentlichen Leben wenig be- kannter junger Mann Diejenigen für Verräther erklärte, welche sich bethciligen würden, um den ganzen Plan wie ein Kartenhaus um- zublasen! Die Arbeiter hielten zurück, die Bürgerschaft war ver- stimmt; mit dem Namen„Bourgeois", der damals erstmals gleich- sam als Handschuh hingeworfen wurde, war bereits die Loofung zum darauffolgenden Kampfe gegeben. „Der Mann,*) welcher damals den Kampf eröffnete, war Fer- dinand Bisch off. Ursprünglich Ausläufer, hatte er nebenbei die Anfertigung von Goldperlen erlernt ein sehr untergeordnetes Hülfsgeschäft in der Bijouterie. In technischer Beziehung war also seine Erziehung ganz entschieden vernachlässigt(?); daß dies auch in geistiger Beziehung der Fall war(?), geht daraus hervor, daß er über allgemein bildendes Wissen und über das Bestreben, solches den Arbeitern mitzutheilcn, vielfach seine Geringschätznw'- kundgab.(Lüge.) Die Quelle, ans der er seine Anschannngen über Gesellschaft, Staat und Religion geschöpft hatte, war die soziale und politisch radicale Tagesprcsse mit ihrem Haß und Hohn gegen Gesetz, Staat und Gesellschaft, ihrer sogenannten Philosophie, welcher die Leugnung der Gottheit als Person und der Menschheit als sittliches Wesen zu Grunde liegt. Daß ihm unter solchen Um- ständen die Arbeiterfrage lediglich als Magenfrage erschien, ohne irgend welchen sittlichen Gehalt, und daß ihm für seine Wirksam- keit sittliche Motive weder als Antrieb noch als Schranken dienen konnten, ist selbstverständlich.(??) Den ruhigen Beobachter konnte es auch nicht beirren, wenn er zuweilen den Ton des Sittenpre- digers, deö Verehrers der„wahren" Religion anstimmte; denn ihm konnte kein Zweifel bleiben, daß er in Ferdinand Bischoff einen kühnen, schlauen, bis zu den letzten Conseqneilzen entschlossenen Agitator vor sich habe(Und doch„geistig so vernachlässigt", o welche Logik!), der, unbeirrt durch irgend eine äußere oder innere Rücksicht, seine Karten ausspielte, wie eS gerade seinen Zwecken förderlich schien. So mochte er heute, in dem Blatte, dessen Re- daktion er sich zu bemächtigen(!) gewußt hatte, in sentimentaler Weise den„großen Nazarener" verherrlichen, und acht Tage später die gemeinsten Verdächtigungen(??) ans irgend einen Mann von allgemeiner(?) Achtung häufen; jetzt gewisse Tugenden predigen, dann Männer von sittlichem reinem Lebenswandels??) als Heuchler dcnunciren; heute über Liebe sprechen, und morgen ganze Gesell- schaftsklassen dem Hasse und der Verachtung preisgeben, z. B. Fabrikanten der Niederträchtigkeit�?) beschuldigen, weil sie armen, bei Gravelotte und Sedan zu Krüvpelu geschossenen Invaliden Arbeit und Verdienst— F. Bischoff behauptete, zum Nachthcile der eigentlichen Arbeiter(Goldarbeiter)— gewährt hatten! Letzteres Beispiel ist zugleich ein Beweis, wie tief er herabstieg(Wie hoch muß er oben gewesen sein!), um den Vornrthcilen und dem nie- drigsten Interesse der untersten Arbeiterklasse eines Gewerks zu schmeicheln(!!), in dessen Reihen die Intelligenz reicher vertreten ist als vielleicht in irgend einem anderen in Deutschland. In allein dem verfolgte er kühl und beharrlich sein Ziel, sich zum Haupte einer bedeutenden Arbeiterpartei zu machen, indem er mit Anwen- dung der uns bereits bekannten Mittel jene, die ihm im Wege standen(Und die auch zu gleicher Zeit so einen„regen und för- derlichen Verkehr niit den Vertretern deö Staates" hatten!) zu be- seitigen und die Arbeiterschaft an sich zu fesseln suchte. Beide Zwecke förderte er, indem er, wie schon erwähnt, den Zankapfel zwischen die Arbeiter und die Bürgerschaft warf, indem er damit den Plan der bisherigen Arbeiterführer, seiner Gegner, scheitern machte, ihre öffentliche Stellung erschütterte, seinen eigenen Stand- punkt als den entschiedenen, unbedingten in den Augen der Ar- beiter hervorhob und die Gelegenheit beuütztc, gegen Männer, welche in jeder Beziehung über ihm standen(Wie groß müssen diese gewesen sein!), jene ungehobelte Sprache zu führen, welche unerfahrenen Menschen(!!!) so gern als Beweis ganz besonderer Gesinnungstüchtigkeit erscheint. Seine Kampfweise blieb sich auch in der Folge gleich. Bernunftgründe für seine Behauptungen ver- schmähte er.(Lüge) Wer ihm entgegentrat, der hatte von ihm irgend eine Bezeichnung zu.erwarten, welche geeignet war, entweder das allezeit reg- Mißtrauen der unteren Arbeiterklasse'(Also gibt es eine untere und obere Arbeiterklasse!) gegen ihn zu erwecken, •) Die nachstehende, maßlos nichtswürdige Beriinglimpfung eine« Verstorbenen— der, wie wenig politische Persönlichkeiten, sich einer auf- fallend großen Achtung bei seinen Gegnern zu erfreuen hatte— cmpfeh- lcn wir der bcsondern Aufmerksamkeit der gesamniten Leser. Bei Bischoffs Lebenszeiten hatte der Leichenschänder von Eorrespondenl nicht gewagt, Derartige» zu schreiben. Red. d. Volksstaat. ober ihn selbst lächerlich zu machen. Auf diese Weise gelang es ihm, seinen Gegnern sowohl jene Arbeiter zu entziehen, deren Ur- theil bereits durch Mißtrauen und Klassenhaß getrübt war(?), als jene andern, die, obwohl nicht ohne bessere Einsicht, doch nicht den Muth besaßen, den Hohn über sich ergehen zu lassen, mit dem das Organ Ferdinand Bischoff's seine Gegner überschüttete. In dieser Lage befanden sich namentlich die durch Geschicklichkeit und Intel- ligenz hervorragenden Arbeiter, die im„Genossenschafter", wenn sie nicht unbedingt zu Bischoff's Fahne standen, als„Kapital- fchweifwedler" bezeichnet und dem Hohne der übrigen Arbeiterschaft preisgegeben wurden. Da diejenigen Arbeiter, welche es durch ihre Tüchtigkeits??) zu selb st ständiger Existenz gebracht hatten, besonders durch Bischosfs Betreiben zum Voraus aus dem Ortsvereine aus- geschloffen waren(ftechc Lüge!) und die Mehrzahl der intelligente- sten Arbeiter sich freiwillig von den Arbeiterangelegenheiteu zurück- zog(!!!), so blieb von selbst der Agitator mit den„eigentlichen" Arbeiter auf dem Schauplatze zurück(Was das correspondenzclnde Genie nur unter„eigentlichen" Arbeitern verstehen mag!), den seine Gegner, von den Arbeitern im Stiche gelaffens!), räumten. Ferdinand Bischoff hatte gesiegt, aber er hatte die Arbeiterbewegung um viele der achtenswerthcsten Kräfte beraubts!!) und ihr mora- lisches Ansehen schwer geschädigt(Bielleicht nur bei den einfluß- reichen Angehörigen der„Industrie und der Gesetzgebung"). Es blieb nur noch übrig, die Goldarbeiter auch aus dem Verband der übrigen Deutscheu Gewerksgenoffen(Hirsch-Duncker) loszureißen und dem unermüdlichen Agitator das Gefühl unbestrittener Führerschaft zu gewähren. Dies geschah, und daniit war die letzte Verbindung mit der auf gesetzlichem Boden stehenden Arbeiterpartei gelöst. Ein Vertrags!) mit de» Genfer Goldarbeitern zeigte deutlich die inter- nationalen Tendenzen des neuen Programms.(Wau! Wau!) Fer- dinand Bischoff hat in seiner Wirksamkeit geleistet, waS im Nieder- reißen zu leisten ist, und erreicht, waS durch daffelbe sich erreichen läßt. Aber darüber hinaus konnte er nicht; wohl aber hatte er sich seine eigene Stellung untergraben.(Er wurde seinerzeit gemäß- regelt!) Wer Haß und Mißtrauen sät, muß es auch ernten. Dies zeigte sich auch an Bischofs. Er war vom Glück in ganz auffallen- der Weise dadurch begünstigt, daß unmittelbar, nachdem er zur Macht gelangt war, ein noch nie dagewesener Geschäftsaufschwung die Lage der Arbeiter in glänzender(!) Weise verbesserte. Der größte Theil dieses j Umschwungs wurde bereitwillig dem energi- schen Auftreten des neuen Volkstribunen zugeschrieben(!) und diente dazu, mehr als alles andere seine Popularität zu erhöhen. Gleich- wohl gerieth dieselbe aus Gründen, die im Leben eines jeden Demagogen wiederkehren, nach kurzer Dauer wieder ins Sinken. Mißbehagen trat ein, Widerspruch folgte; Bischoff sah sich ge- nöthigt, die Redaktion des Vereinsorgans abzugeben und einen Theil seiner Macht an den Stuttgarter Verein abzutreten.(Ich will nur kurz hier erwähnen, daß Ferd. Bischoff blos etliche Wochen vor seinem Tode die Redaktion des„Genossenschafter" niedergelegt hat; er wurde aber keineswegs dazu genöthigt, sondern er hat öfters darum gebeten, ihm solche abzunehmen. Was das Abtreten der Macht an den Stuttgarter Verein anbelangt, so wurde auf der Generalversammlung zu Hanau beschlossen, den Generalrath nach Stuttgart zu verlegen, aber keineswegs aus Gründen wie der Korrespondent der„Süddeutschen Reichspost" glaubt!) Er, der so manchen Anderen als Verrälher denuncirt hatte, mußte sich der- gleiche» Beschuldigung ausgesetzt sehen; selbst deS Betruges mußte er— ganz sicher unschuldig— sich von Gesinnungsgenoffen an- klagen lasten.(Welches Genie Du bist im Berlänmden und Be- haupten frecher Lügen!) Da machte sein plötzlicher Tod seine Widersacher verstummen, und erweckte wieder die Erinnerung an seine ftühere Popularität in den Gemüthern der Arbeiter.(Hier hat das große Genie vergeffen, uns zu sagen, ob blos der eigent- lichen Arbeiter, oder der unteren oder oberen!) Damit vereinigten sich die Bemühungen der Parteiführer, eine passende Gelegenheit zu einer Demonstration nach Möglichkeit auszunützen, und so kam ein Leicheubegäugniß zu Stande, wie es vielleicht Pforzheim noch nie gesehen hat.(C'S waren ca. 3000 Arbeiter.) Dies war das Wirken eines Mannes, dessen Fleiß und Thatkraft einer befferen(!) Sache werth gewesen wären. Er hat die Arbeiterschaft ihrer tüch- tigsten Glieder beraubt(!) und besonders die Pforzheimer ans einer geachteten und gesuchten Bundesgenossenschaft(Von Hirsch-Duncker) in die Lage einer isolirten Secte(!!) herabgedrückt, die, seit er zu alleiniger Führerschaft gelangte, nicht den geringsten öffentlichen Erfolg mehr zu erlangen vermochte.(Wahrscheinlich weil die Ver- trauensmänner nicht mehr in„regem und förderlichem Verkehr mit den Vertretern des Staates, der Industrie und der Gesetzgebung" stehen?) Wir haben ihn geschildert nach unserm besten Wissen und Gewissens!!!), ohne Leidenschafts!!!) und ohne Haß.s!!!) Wir nehmen keinen Anstand, unsere Ueberzeugung anszusprechen, daß seine Wirksamkeit im Einzelnen wie im Ganzen im höchsten Grade verderblich war,(??) aber wir können ihn nicht verdammen,(Welche Gnade!) denn er war das Kind unserer Zeit, unserer Gesellschaft. Nicht er ist es, der die Arbeiterbewegung gemacht hat, sondern sie hat i h n herangezogen. Und sie selbst ist blos die Strafe unserer eigenen Schuld.(Welch naives Gestäudniß!) Der Materialismus, der die tieferen Schichten erfüllt, ist nur der Abglanz der Gesin- nung der Besitzenden,(ah so!) und der Haß unseres Proletariats gegen die Gebildeten(!!!) nur die natürliche Frucht der Herzlosig- keit, die unserem wirthschaftlichen System zu Grunde liegt. Bessert hier, und die Besserung wird nicht ausbleiben."(??) Soweit die Correspondeuz. Mit sozialdemokr. Gruß Karl Sieder, Brötzingcrstr. v. 254. Kamburg. In Nr. 30 des„Neuen Sozialdemokrat" bringen die Herren vom Allgemeinen deutschen Arbeiterverein mit großen Lettern gedruckt eine Ieremiade, von der wir überhaupt nur des- halb Notiz nehmen, weil wir unsere Parteigenossen in dieser An- gelcgenheit einige Aufklärungen zu geben für nothwendig halten. Seit längerer Zeit schon ist das Bestreben der Leiter des Allg. d. A.-V. darauf gerichtet, in Braunschweig Fuß zu sasse». Erst wurde ein gewisser Meier nach dort verpflanzt, eine Mitgliedschaft dcö Formervereins gegründet, und dann in mehrfacher Weise ver- sucht, durch Abhaltung von Volksversammlungen an die Oeffent- lichkeit zu treten, um für den Allg. d. A.-V. anzuwerben. Bis dato natürlich nur, um jedesmal elendiglich Fiasko zu machen. In letzter, angeblich zu dem Bchufe anberaumten Volksversamm- lung, um den lahmen, nicht kalten noch warmen Protest des Hrn. Hasenclever gegen die Erhöhung der Tabaffteuer durchzudrücken, sollte nun ein„Hauptschlag" ausgeführt werden. Beweis, daß 4 Referenten von Hannover herüber gekommen waren. Aber in Braunschweig besteht auch die bedeutendste Mitgliedschaft des „deutschen Tabakarbeiter-Vereins", dessen Vorstand Fritzsche eine ungleich bessere Resolution gegen die Tabaksteuer empfohlen, und die Braunschweiger insbesondere mit der Agitation für diese Re- solution betraut hatte. Was hatten demnach die 4 Agitatoren des Herrn Hasenclever in Braunschweig zu suchen? Die Braun- schweizer Arbeiter hatten mehr als einmal in öffentlicher Volks- Versammlung dem Hrn. Hasenclever sehr derb das Wiederkommen untersagt, die Braunschweiger Cigarrenarbeitcr waren selbst in der Agitation für einen weit besseren Protest gegen die Tabaksteuer lhätig; wir ftagcn nochmals: in welcher Absicht waren die Herren von Hannover eigentlich nach Braunschweig gckommeu? Doch ans keinem andern Grunde, mit keiner andern Absicht, als Skandal provoziren, vu baoque spielend alles aus einen, den letzten Wurf setzend, entweder so oder so die Bewegung zu ruiniren, darum auch 4, sage vier Agitatoren. Nun, die Herren haben den Wurf verloren und die Zeche bezahlen müssen. Was ist da weiter dabei? Worüber beklagt sich da eigentlich Herr Hasenclever noch? Hoch- stenö könnte er sich über seine eigne Ungeschicklichkeit beklagen, ge- rade Richter und Hörig nach Braunschweig geschickt zu haben, in einem Augenblicke, wo diese beiden Personen von den Mitglie- dern des Allg. deutschen Arbeitervereins in Hamburg selbst zu den Tobten gelegt wurden, den Brannschweiger Cigarrenarbeitern gegen- Uber aber längst begraben waren. Wahrhaft ergötzlich ist die„sitt- liche Entrüstung", welche der„Neue S.-D." gegen die„Knüffe und Püfse" zur Schau trägt, durch welche die Braunschweiger Arbeiter seinen Agenten thatsächlich begreiflich gemacht haben, daß sie nicbts von ihnen höreu wollen. Aber wie ist uns denn eigent lich? Ist das nicht derselbe„Neue Sozialdemokrat", der bei jeder Gelegenheit an die rohe Gewalt appellirt, bei seinen Lesern, den Mitgliedern des Allg. d. A.-V. zum Hinauswerfen der„Eisenacher Ehrlichen" aufgehetzt hat, der es noch niemals mißbilligte, wenn seine Anhänger, wo sie die Majorität hatten, in Versammlunge» unserer Partei die festgesetzte Tagesordnung durch„einen Kniff" beseitigten, der jetzt, wo der Spieß gegen ihn sich richtet, eine solche„sittliche Entrüstung" heuchelt? Kurz und gut, für uns liegt die Sache so: Bis jetzt sind die Mitglieder unserer Partei an allen Orten, selbst wo sie ganz entschieden in der Majorität waren, die gutmüthigen Schafe gewesen, die»m des lieben Friedens halber von einer Hand voll von Berlin aus kommandirter Leute sich ganz ruhig haben terrorisiren lassen, deren Gutmülhigkeit selbst so weit ging, den Berliner Agenten die Versammlungen anzube- räumen, in welchen diese ihre Organisationszänkerei vorbringen, auf unsere hervorragenden Parteigenossen schimpfen konnten, wäh- rend umgekehrt die Mitglieder des Allgemeinen deutscheu Arbeiter- Vereins laut Parole von Berlin die Taktik befolgen, an allen Orten, wo sie in der Majorität sind, die öffentlichen Versamm- lungen unserer Parteigenossen zu sprengen, ja selbst in geschlossene Partciversammlungen eindrangen und Skandal provozirteu. Doch endlich fängt unser» Parteigenossen nun an, eine Ahnung davon aufzudämmern, daß die Haltung, welche sie bislang de» Agitatoren des Hrn. Haseuclever gegenüber einzunehmen für gut fanden, eine verfehlte war, und daß man solchen Leuten gegenüber am Besten thut nach dem Sprüchwort:„Wie du mir, so ich dir" zu verfahren. Wir sind fest davon überzeugt, die Herren vom Allgemeinen deutschen Arbeiterverein werden bald andere Saiten aufspannen, wenn ihnen begreiflich gemacht wird, daß unsere Mitglieder hin- fort nicht mehr gewillt sind, sich terrorisiren zu lassen, nicht mehr nach einem empfangenen Backcnstreich die andere Wange zu einem zweiten Schlag hinhalten. Und so lange die Agitatoren des Hrn. Hasenclevcr in Versammlungen, wo sie die Mtajor: ät h.nter sich haben, nicht unterlassen, auf unsere Partei zu schimpfen, ist es ein Verrath an der Partei, wenn man an andern Orten sich ihre Doppelzüngigkeit gefallen läßt. Wir bedauern, daß es zwischen uns und dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein bis zum Gebrauch des„Hausrechts" ge- kommen ist, billigen auch nicht die hämischeu Bemerkungen deS „Volksfreund" und anderer Blätter gegen einzelne Mitglieder des- selben; nachdem aber der Vorstand genannten Vereins in der Sitzung vom 5. und 6. Januar in Hamburg erklärt hat, daß von einer Einigung nicht anders die Rede sein könne, als wenn unsere Parteigenossen in den Allg. d. Arbeiterverein eintreten, später auch alle Hebel angesetzt wurden, um der„schwind stich- tigen" Eisenacher Partei den Garaus zu machen, ist es. nicht länger vereinbar mit der Ehre der Partei, sondern direct gegen das Parteiinteresse gehandelt, wäre es ein Zeichen der Schwäche, würden sich unsere Parteigenossen den Anmaßungen der Herreu vom Allg. d. A.-V. gegenüber passiv verhalten. Die„schwindsüchtige Eisenacher Partei", das mögen sich die Leiter des Allg. d. A.-V. merken, ist nachgerade mindestens eben so stark als dieser, und ist den Herren nur der Fehler passirt, daß sie den Schein mit dem Sein verwechselt haben, ein Fehler, der sich daraus erklärt, daß bei ihnen eben Alle« auf den äußern Schein berechnet ist. Uebrigens ist eö unS noch nicht eingefallen, den Allg. d. A.-V. zu„untergraben"; dafür sorgen schon die Leiter selbst; und daß das„heuchlerische, skandalöse Treiben" gewisser Personen in „seiner Erbärmlichkeit entlarvt" wird, darüber brauchen wir uns keine Sorge zu machen, das thun schon die eigene» Mitglieder. Trotz alledem können aber dock die Mitglieder des Allg. d. A.-V. sich versichert halten, daß sie für Einigungsvorschläge, die sie etwa auszusprechen für wünschenswerth halten sollten, bei unfern Partei- behörden jederzeit ein bereitwilliges Entgegenkommen finden werden. t IflTItlT Sozialdeviokratischcr Arbeiterverciu. Donnerstag, den 20. Mär;: Versammlung im Schuh- macher-Amthause, gr. Bergstraße.— Tagesordnung:„Die Entwickelung der So;ialdcmokratie. Ref.: Jorck aus Hamburg. Anfang 9 Uhr. Gäste find willkommen.- I.A.: I. Schaefer. ix i 5 teoj tun Lmsheim. Sozialdkmokralischc Arbeiterpartei. Sonntag den IL. dss. M., Nachmittags 5 Uhr, öffentliche Versammlung bei Herrn Michael Schmitt in Bensheini.— Tagesordnung:„Die Hauptforderung der so;ial° demokratischen Arbeiter« panei".— Um zahlreiche Betheiligung ersucht Jobias Müller. Gewerkschaft der Manusaeiurarbei er. Sonnabend den 22. Mär;, Abends 8 Uhr, im Local de« Herrn MöwiS, Werthcrstraßc Nr. 24a: Borlesung deS Herrn Döhring. Gäste haben Zutritt. Wilhelm Albin Schuster, Vertrauensmann. 8 die »d D. Colli. Für solide Handwerker Kost und Logis bei Gastwirth' Job. Dcmbach, Schnurgasse 3 4.(4a)' Eßlingen. Nächsten Sonntag Abend: Zusammenkunst bei' Münz, Bärenwirlh. it QU Die Parteigenossen versammeln fich Ii»«vi« jeden Samstag Abends 3 Uhr im Gasthaus zur Stadt Kreu;nach, Dominikanergasse l0. XB. Im Gastssmmer liegt der„Volksstaat,, au«.(m) bi to« Hllmiolicr. Fnr Buchbinder. Vom l. April d. I. befindet sich der Arbeitsnach« weis, Verkehr und Vereinslokal in Eggeling'S Restauration, Neuestr. 24. Die Rctscuntcrstützung wird gleichfalls dort ausgezahlt. Bereinsversammlung jeden Dienstag, Abends 8 Uhr. Jeder zurcisende College wird aufgefordert, sowohl in seinem eigenen als im Gcsammt« intcrcsse der Gehilfen, fich sofort nach seiner Ankunft daselbst zu melden. Der Vcreinsvorstand. „cc Er au Internationale Mctallarbcitcrschaft. Von Seiten hiesiger Mitgliedschaft wird da« unter Nr. 105 aus Herrn Otto aus Grimma Hierselbst ausgestellte Mitglied- buch für ungültig erklärt, und wird hiermit vor etwaigen Mißbrauch gewarnt. NB. Zugleich wird das Mitglied Herr Hoppstock aufgefordert seine Adresse uns mitzutheilen. Für den Bevollmächtigten A. Petzsch. Sozialdemokratischer Arbeiterverein. Freitags den 21. März Abends 8 Uhr, bei Zeidler gr. Windmllhlenstraße 7.— Tagesordnung: So;.-Poll. Wochenbericht, Referent: Ramm.„Ccntsalisation und Föderalisation". Referent: Hadlich. Gäste willkommen. Der Vorstand. !nei Er A. Vc in bei AN a e m PN Gewerkschaft der Holzarbeiter. Sonnabend den 22. März Versammlung bei Zeidler gr Windmühlenflraße 7. Tagesordnung: Der Strike der Buchdrucker. Der Vorstand. NB. Diejenigen Mitglieder welche mit ihren Beiträgen im Rüstande sind, werden ersucht dieselben in Ordnung zu bringen. }inl !d k« vo de: we tbii i, UdiCllUMllbC« Arbeiter-Brrbrüderungsfcst Sonnabend den 22. d. M. von Abends halb 9 Uhr ab im Th. Schlegel'schcn Saale, wozu Freunde und Patreigenosscn von nah und fern eingeladen find.' Das Comitee. iHiilldjCIl« Fachvercin der Tchneider macht hiermit bekannt, daß der Verkehr beim Hallerbräu, Hildegardstr. 12 (rückwärts des Nationalmuseums) sich befindet. Alle, München berührende College» werden ersucht, sich des dort bc« findlichcn unentgeldlichen Arbeitsnachweises zu bedienen. Der Ausschuß. Wegen Lohndiffercn; ersuchen wir den Zuzug abzuhalten. tun w: Nc hei ßi iTPllfftPfi Die Parteigenossen und Leser de« Vclksstaat werden Tki lJi darauf aufmerksam gemacht, das Filialexpeditior F. Obermann, Rosenstraße 4 Abonnement« auf den Volksstaat für 2. Quartal wie für einzelne Monate entgegennimmt und durch demselben alle Schriften von der Buchhandlung des Volksstaat bezogen werden können. st toi Itoe |icl fta, Rw «'s et Eaft-Lrasstrit-Suisse(flj. Wust. 35 nie de l'Ärbre See 35 nulle am Lonvre. Dejenners et Diners ä tout prix. Kalte und warme Speisen zu Paris Jeder Tageszeit.„Volksstaat",„Bemer Bund" und französische Zeitungen liegen auf. Iiier Znreisenden wird bereitwilligst jede erwünschte Auskunft ertheilt.[m2h] Quittung. Zur Wahl Bebel« 6 Thlr. au« München durch Schneider. Zur Agitation 10 Gr. au« Weilburg von C. Michel. Schuldscheine(a 1 Thlr.) Nr. 398, 399 und 400 gratis zurück von Herrn Kuhlcmann an« Viele- feld.— In d er Rcstantenliste wurde irrthllmlich aufgeführt: Erfurt, Greiz, Niederlößnitz. Mit'vzialdemokratischem Gruß Hamburg, den 9. März. H. Benneckc, Cassirer, kl. Schäferkamp 39. Soliliycil. Soz.-dem. Arbeiterpartei. Montag den 17. März Abend» 7 Uhr Mitglieder- Versammlung bei H. Carl Klein Goldstr. Der Vertrauensmann. Für das II. Quartal ist Jakob Felder auf dem Birkerselde in Solingen eine Filialexpedition übertragen worden und kann bei demselben quartaliter und auch aus 1 Monat abonnirt, wie alle sozialistischen Schriften bestellt werden. too itoe p< si9 a U( a i Jii *9 G llt Tlionbrrg bei Montag, d. 24. Mär; Abends halb 9 Uhr Gtneralversammlnng. Tagesordnung: 1) Rechnungslegung. 2) Vorstandswahl. Nur Mitglieder und die am Eingange eine Mitgliedskarte lösen haben Zutritt.__ Der prov. Vorstand. B vo limutvjurt II» I»*», Vw U. u J l X,«.„.... � V, W. in Münster für Schriften 2 Thlr. Uhle in Chemnitz für diverse Volksstaat-Nummern 2. 20. Pauli in Straßburg Abo». März 8 Gr i Walz in Kassel für Schriften 9 Gr. Huppcrtz in Grcffrath ftir Schrift i 13 Gr. Arbeiterverein Großzschocher für Annoncen 12 Gr. der Redaktion: Bracke in Brauuschwcig: Nach einer Notiz der N. A. Z. befindet sich der pp. Vogel von Falckcnstein auf„Schloß Döl- zig". Wo da« ist. wissen wir freilich nicht. Privatmittheilungen zufolge soll der pp. Vogel irrsinnig geworden sein, was unter dieser Ge- sellschaft Mode zu werden beginnt. Auch Gavcau, der Chef der Ver- sailler Standgerichte, hat sich auf diese Weise der künftigen Justiz ent- zogen.— Für nächste Nummer, die mit einer Beilage erscheint, mußte zurück- gelegt werden: Halberstadt, Würzburg. Wien, Hannover, Landshut, Regens- bürg, Deuben, Cöln, Stollberg. Wahnsinnig gewordcne Lügner. Daß der„Volksstaat" der Pariser Kommune seine„Kräfte nach Möglichkeit gewidmet",— „Das ist eine Unwahrheit! Oder hat diese„Widmung der Kräfte" etwa darin bestanden, daß im„Volksstaat" Flourens ein„Narr", Bermorel ein„Polizciagent" und Cluseret eine„Hirnverbrannte, zweideutige Person" geichimpft wurden, und daß der Verhaftung Cluseret'« und Rossel'«,' welche jetzt alle Conimuncflüchtlinge tief be- dauern, vom„Vollsstaat" zugejubelt wurde?"(„N.S.-D."v.IL.3.) H' hil bil g- Für Agitation. von Hofmann in Gklenau 4 Thlr. Genoffenschaftslmchdrucfmi. Anthcischeine bez. Antheilquirtungen erhielten ferner: In Leipzig R. E. 12 Tblr. A. T. 3, R. C. 10, G. D. 3. in Thonberg M. D. 4. in Meerane G. B. 9 Thlr., R. F. 3. G. K. 3, W. Oe. 1. I. F. B. 1, H. E. 2. in Neuschönefcld F. L. 10. Hadlich. Ilm während meiner dreimonatlichen Abwesenheit Störungen im Geschäftsgänge wie Fnungen mög- lichst;n vermeiden, ersuche ich alle Gcschästsbriese oder diesbezngl. Geldsendungen an die„Grpe- dition" oder„Buchhandlung des„Bolsstaat" ohne Bkiseftung meines Namens;u adressiren. Privatbriese hingegen«ur unter meiuer Person- lichen Adresse;u senden. Leipzig d. l2. März 1873. Wilh. Fink, (2a) Hohe Str. 4. Ul toi S -st Leipzig: verantw. Redakteur R. Seiffert.(Redaktion und Expedition Hobestr. 4). Druck»nd Verlag der SenosseuschasUbiichdruckerei.